## # 0 Regelmäßige Beilagen: Schwerter Hausfrau und Mutter. Aus dem Reiche der Mode. Heimatblätter. u Lustiges Allerlei. Kinderzeitung: Unser Blatt. 2 Unterhaltungs- u. Romanbeilage. u Spiel, Sport und Turnen. u Lebensbild. Kunst u. Wissen. 2 Gartenratschläge. Verbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Velkszeitung Schwerter Volksblatt Welthofener Zeitung Apierbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung Amtliches Kreisblatt für den Kreis Hörde. Erstes und ältestes Tagesorgan des Kreises.— Generalanzeiger für den Die„Schwerter Zeitung" erscheint werktäglich. n Hauptgeschäftsstelle, Druck und Verlag: Carl Braus. Celegr. Adr.: Braus, Schwertexuhr. Cel.62. Postscheck; Dortmund 2852 Verantwortliche Schriftleitung: Karl Richter: in Schwerte. Nr. 227 Zum Geleit. Die Gegenwart ist nicht mehr unser. Die Hoffnung auf eine bessere Zukunft ist allein das Element, in dem wir atmen können. Eine bessere Zukunft kann man nur von sich selber schaffen. Fichte. Neueste politische Nachrichten. Der Zentralvorstand der Deutschen Volkspartei sprach sich für die bürgerliche Arbeitsgemeinschaft aus, um ein Gleichgewicht der parlamentarischen Kräfte herzustellen. Das Berufsschulgesetz sieht in allen Gemeinden über 3000 Scelen eine Berufsschule vor. EE Adolf Hoffmann und Dr. Rosenfeld schlossen lsich der Vereinigten sozialistischen 1Partei an; Th. Liebknecht und Obuch stellten sich auf die Seite der Ledebour'schen Opposition. Der Vorsitzende der Deutschnationalen VVolkspartei strengte Klage an gegen den Bruder des Abg. Henning wegen Beleidigungen die in einem Briese an Hergt enthalten sein sollen. Die Kemalisten zogen sich aus der neutralen Zone, in die sie eingedrungen waren, wieder zurück. Eine Antwort Kemals auf die Pariser Note #liegt noch nicht vor. * Das Journal meldet: Man spricht von dem Mücktritt des zweiten französischen Deslegierten; in der Reparationskommission Raueleere. * Nach Meldungen aus Washington, soll die deutsch=amerikanische Kommission zur Regelung der Reklamationen weSgen der Beschlagnahme von deutschem Eigentum während des Krieges am 10. Oktober in Washing#on zusammentreten. Zur Beratung der Fragen der Volksernährung und der Volksgesundheit hat der PräAdent des Landesgesundheitsamtes unter Hinzuniehung von Sachverständigen und Vertretern von ehörden die Ausschüsse für das Gesundheitsffürsorge auf den 2. Oktober eingeladen. Mittwoch, 27. September 1922 55. Jahrgang Die neue Luftverkehrslinie London-Berlin. P C SoE DEUTSCHLAND Die spanische Zollkommission stimmt grundRätzlich dem spanisch=englischen Han Pelsabkommen zu. Sie schlug geringe Benderungen vor, darunter die Schaffung einer Parantie gegen Ueberschreitung des Kohlenkontibents. * Der Bund der Kinderreichen in Berin veranstaltete am Sonntag Massenkundgeungen, an der fast alle Vertreter der deutschen Baue teilnahmen. Sie forderten sofortige Maßnahmen gegen die Teuerung seiens der Reichsregierung. Kunde. In Schmiedeberg bei Halle erkrankten * Personen durch den Genuß von gehackNem Fleissch. In Amerika hat sich eine neue atlandische Sandels=Gesellschaft gebildet mit 6 Millionen ##und Kapital, die Dampfer von 300 Meter ange und 70000 Tonnen Nutzlast mit elek rischem Schraubenantrieb durch Die#motoren bauen will. Der größte bisher erbaute #ompfer der Welt ist der von Blohm& Voß in #amburg stammende„Bismarck“ mit 290 Mitr. #nge und 65100 Tonnen, den wir an die EngKünder abliefern mußten. Die neue Luftverkehrslinie London—Berlin, die über Amsterdam und Bremen führt, ist eine von den drei großen Luftlinien, die mit Unterstützung der englischen Regierung in Betrieb gehalten werden. Es handelt sich dabei lum eine Neuregelung des bisherigen englischen Flugdienstes. Die Hauptlinien, die England im Luftverkehr mit dem Festlande verbinden, wurden bisher von verschiedenen Gesellschaften im Wetthewerb unterhalten. Dabei hat sich herausgestellt, daß der Verkehr doch noch nicht stark genug ist, um mehreren Gesellschaften De genügende Beschäftigung zu geben. Infolgedessen sind die verschiedenen Linien jetzt unter, die einzelnen Gesellschaften verteilt worden. Die englische Regierung zahlt Unterstützungen bis zum Höchstbetrage von 200 000 L. im Jahre(4 Millionen Goldmark unter der Bedingung, daß eine bestimmte Anzahl von Flügen regelmäßig eingehalten wird. Die drei Hauptlinien, die unter diesen Bedingungen betrieben werden, sind folgende: London—Paris, London—Brüssel—Köln, London— Amsterdam—Bremen—Berlin. Die letzgenannte ist die längste und der Firma Daimler=Hire zugeteilt. Im nächsten Jahre soll eine vierte Verkehrslinie hinzutreten, die Soutampton mit Cherbourg und den Inseln des Kanals verbindet. * Das englische Flugzeug, das kürzlich auf dem Flugplatz Staaken bei Spandau landete, hat Freitag vormittag wieder die Rückfahrt nach London angetreten. Die Flugstrecke führt über Hamburg, Bremen, Amsterdam zum Flugplatz Croyden bei London. In Hamburg wird die Flugverbindung mit Kopenhagen angeschlossen. Volle Gleichberechtigung hinsichtlich der auf beiden Seiten gewählten Flugzeugtypen ist als Grundbedingung angesehen worden. Als Flugzeit werden etwa 6½(Stunden gerechnet. Die Flugpreise sollen nur um ein geringes mehr, als die Fahrt einer 1. Klasse der Eisenbahn betragen. Gruppe, die sich weigern würde, den Marsch in ein Lager mitzumachen, das bisher als feindlich galt. Aber es scheint auch in der Unabhängigen Partei schwer zu sein, gegen den Strom zu schwimmen. Die Wenigen, die sich von der rückflutenden Welle nicht mit fortreißen ließen, sind nur ein kleines Häuflein. Und Ledebour hat schließlich, als er auch seinen Freund Rosenfeld mit den andern davonschwimmen sah, den Mut der Opposition verloren. Und das will bei diesem redelustigen Kampfhahn immerhin schon etwas heißen. Der Ausklang von Gera war für die Einigungsfragen in Nürnberg von großer Bedeutung. Wenn auch an der Einigung selbst von vornherein nicht der mindeste Zweifel bestehen konnte, so war es doch immerhin die Frage, eine wie große Mehrheit Crispien und Dittmann hinter sich herziehen würden. Es ergab sich, daß sie sast den gesamten Bestand ihrer Partei mit in die neue Firma einbringen. Die VSPD. ist eine starke und ansehnliche Partei geworden. Sie kann mit breiter Front marschieren und eine gewichtige Stimmenzahl in die Wagschale werfen. Agitatorisch hat sie von Ledebour und seinen wenigen Getreuen nicht viel zu fürchten. Wenn in Gera eine stärkere Gruppe in der Opposition geblieben und die Unabhängige Partei als ansehnlicher Rest erhalten gevlieben wäre, so hätte man nur von einem halben Siege des Einigungsgedankens sprechen können. Aber wie die Dinge schließlich gekommen sind, ist es ein Sieg ziemlich auf der ganzen Linie geworden und eine von Ledebour allein geführte unabhängige sozialdemokratische Partei wird bald zwischen den Vereinigten Sozialdemokraten und den KomDie vereinigte sozialdemokratische Partei Deutschlands. Der Parteitag der Unabhängigen in Gera hat an seinem letzten Verhandlungstag noch eine große Freud; erlebt. Zur allgemeinen Ueberraschung erklärte auch Herr Dr. Rosenfeld, der in der Debatte zusammen mit Ledebour die Opposition führte, daß er zusammen mit dem großen Haufen der Unabhängigen reuig in das sozialdemokratische Vaterhaus zurückkehren werde. Herr Ledebour, der Mann der revolutionären Tat blieb fast allein auf weiter Flur zurück. Bis auf neun Unentwegte zogen alle davon, um mit den zuvor vielgeschmähten Regierungssozialisten wieder eine Bruderschaft zu bilden: Die Vereinigte Sozialdemokratische Partei. Gera hat sich also als ein schwerer Mißerfolg der unabhängigen Opposition erwiesen. Man glaubte immerhin an eine starke munisten zerrieben sein. Bei alledem ist es aber noch ganz ungewiß, wie man die Vereinigte Sozialdemokratie in die politische Rechnung der nächsten Zukunft einzusetzen hat. Bis zu einem gewissen Grade ist die Einigung an sich schon eine grundsätzliche Entscheidung. Die alte Sozialdemokratie war die Partei der Koalitionsregierung mit den Bürgerlichen. Sie sitzt in Preußen und in einer Anzahl von Ländern mit der Deutschen Volkspartei in einem Kabinett. Die Unabhängige Sozialdemokratie war bisher der geschworene Feind eines solchen„Techtelmechtels“ mit den bürgerlichen Parteien. Bei der Vereinigung der beiden Parteien sind die Unabhängigen von ihrem Standpunkt gewichen, die alten Sozialdemokraten nicht. Die Vereinigte Sozialdemokratie übernimmt denn auch mit einer gewissen Selbstverständlichkeit das parlamentarische Erbe der alten Sozialdemokratie. Es ist auch sicher kein Zufall, daß die beiden Einzelparteitage und der Vereinigungstag in Nürnberg nichts beschlossen oder in Aussicht genommen haben, was eine Bindung gegen die Koalition mit den bürgerlichen Parteien wäre. Der„Vorwärts“ hat in einem Kommentar zu dem etwas übereifrigen Einigungsbeschluß von Augsburg die Befürchtung ausgesprochen, daß die Unabhängigen ein verneinendes Element in die sozialdemokratische Politik bringen könnten. Daß sie der innerpolitischen Gesamtlage durch ihren Eintritt in die Sozialdemokratische Partei eine gewisse Schärfe geben, ist unverkennbar. Man wird nicht so leicht vergessen, daß Herr Crispien, der jetzt im Vorstand der VSPD. sitzt, sich auf dem Leipziger Parteitag der Unabhängigen mit vollem Bewußtsein selbst als vaterlandslosen Gesellen gepriesen hat. Und man hat es auch noch frisch im Gedächtnis, welche tollen Sprünge sich Herr Dr. Rosenfeld. im Reichstag und im Preußischen Landtag zu leisten pflegte. Wenn diese Elemente, soweit es ihre Natur zuläßt, durch die Vereinigung mit der alten Sozialdemokratie nicht eine gewisse Läuterung erfahren, so werden sie trotz aller Bekehrung zum Koalitionsgedanken in Wirklichkeit doch der Koalition gefährlich werden. Nicht umsonst hat Abgeordneter Dr. von Campe als Führer der deutschvolksparteilichen Fraktion in Breslau warnend darauf hingewiesen, daß ein Zusammengehen mit der Vereinigten Sozialdemokratie unmöglich sei, wenn sich in ihr, der der Geist eines Crispien bemerkbar machen sollte. Die Sozialdemokratie tritt nun mehr äußerlich als Machtfaktor auf, innerlich ist sie noch keine Einheit. Es wird sich erst zeigen müssen, ob sie durch den Zuwachs radikalisiert worden ist oder ob sie die unabhängige neugewonnene Gefolgschaft in sich aufzunehmen vermag, ohne dabei ihr Wesen und ihren Kurs zu verändern. Von der Antwort auf diese Frage wird unsere innerpolitische Entwickelung abhängen. Der Wiederaufbau Noröfrankreichs. Die Reise deutscher Industrieller nach Frankreich. Die Fülrer der deutschen Industrie werden ihre bereits angekündigte Besichtigungsreise in das französische und belgische Wiederaufbangebiet am 8 Oktober antreten. Mit Hugo Stinnes werden die betannten Führer der rheinischen Schwerindustrie, Krupp, Thyssen, Klöckner und der Präsident des Stahlbundes, Reusch, sich nah Nordfrankreich begeben. Der Reichsverband der deutschen Industrie wird vertreten sein. Außerdem werden noch teilnehmen Geheimrat v. Borsig,, Dr. Duisberg, Felix Deutsch von der A. E. G., Direktor Guggenheimer, Dr. Jordan, Generaldirektor Dr. Silverber, Dr Vögler und der Präsident der Hamburger Handelskammer, Schon diese Namen weisen auf die außerordentliche Bedeutung der Reise hin. Den deutschen Indüstriellen werden sich französische Industrielle in gleicher Anzahl anschließen, und man wird sich in gemeinsamen, mehrtägigen Besichtigungen ein anschauliches Bild machen können, wieviel noch an der Wiederaufbauarbeit für die durch den Krieg verwüsteteten Gebiete zu tun ist. An die Reise werden sich bedeutsame Ausführungs=Verhandlungen über das Stinnes=LubersacAbkommen schließen, die in Paris geführt werden sollen. Es handelt sich dabei um Vorbereitungen für eine syndikalistische Verständigung. Die Aussichten der Zuckerwirtschaft. Der Unterausschuß für Landwirtschaft und Ernährung des Vorläufigen Reichswirtschaftsrats beschäftigte sich in seiner letzten Sitzung mit der Zuckerwirtschaft im bevorstehenden Wirtschaftsjahr. Die Sachverständigen gaben an, daß die Anbaufläche für Zuckerrüben gegenüber dem vergangenen Jahre um 8½ Proz. zugenommen hat, so daß man in diesem Jahre mit einem Durchschnittsvertrag von 130 Zentner pro Morgen rechnet. Auf Grund dieses Ernteergebnisses kann man annehmen, daß 30 bis 31 Millionen Zentner Rohzucker erzeugt werden können, das ergibt rund 28 Millionen Zentner Verbrauchszucker. Danach stehen etwa 50 Pfund Zucker für den Kopf der Bevölkerung im nächsten Jahre zur Verfügung. Bei dieser Sachlage muß die Befriedigung des Zuckerbedarfs der Bevölkerung möglich sein, wenn es gelingt, zu verhindern, daß der Zukker in großem Maße anderen Verwendungszwecken zugeführt wird. Die Regierung glaubt, das auf folgende Weise erreichen zu können: der Verein der Deutschen Zuckerindustrie hat die Mehrheit der Fabriken für Rohzucker und Verbrauchszucker in einer Zuckerwirtschaftsstelle zusammengeschlossen, die die Zuckerherstellung überwachen und die Preisbildung für Zucker bestimmen soll. Ebenso sollen alle Zuckerfabriken unter die vorgesehene Regelung fallen. Die Verordnung sieht außerdem die Lieferung von ein Kilogramm Mundzucker im Monat auf den Kopf der Bevölkerung vor, überläßt jedoch die Verteilung der Zuckers den Ländern, denen auch das Recht eingeräumt wird, Zuckerhöchstpreise festzusetzen. Der Unterausschuß für Landwirtschaft und Ernährung billigte nach eingehender Beratung der Grundgedanken des Gesetzes und sprach sich mit allen Stimmen bei einer Stimmenthaltung für die Durchführung des Zwangssyndikats aus. — der Krieg vor Konstantinopel. dem Regierungssturz in Konstantinopel. Abdantung des Sultaus: Paris, 27. Sept. Die türtische Regierung in Konstantinopel wird bereits in nächster Zeit gestürzt werden; insbesondere werden demissionieren der Großwesir. der Minister des Auswärtigen und der Minister des Innern. Ein nationalistisches Kabinett steht unmittelbar vor der Tür. Auch mit der Abdankung des Sultans und seiner Ersetzung durch den Kronprinzen wird für die nächste Zeit gerechnet. Flucht aus der Stadt. Paris, 27. Sept. Nach einer Meldung des Intransigeant aus Konstantinopel ist die Ruhe in der türkischen Hauptstadt nur scheinbar. Die wildesten Gerüchte werden verbreitet. Die griechischen, amenischen und englischen Familien, die einen Einfall der Kemalisten befürchten, verlassen täglich zu tausenden die Stadt. Das Geschäftsleben stockt. Das englische Hauptquartier veröffentlicht einen Erlaß, in dem die Bevölkerung zur Ruhe gemahnt wird. Die Räumung. TUI. Paris, 27. Sept. Aus Rom wird bestätigt, daß die italienische Regierung beabsichtigt, ihre Truppen, die ungefähr 1000 Mann betragen, aus Konstantinopel zurückzuziehen. Gegenwärtig finden zwischen der italienischen, französischen und englischen Regierung Unterhandlungen statt über die Räumung Konstantinopels. Die Türken wollen kämpfen. von den Türken angenommen werden würde. Bei der Behandlung der Meerengefrage müßten alle Randstaaten des Schwarzen Meeres beteiligt sein also auch Rußland, die Ukraine, Georgien und Bulgarien. Aufruhr in Konstantinopel. Die türkischen Agitatoren, die bis jetzt für Kemal gewirkt haben, sollen plötzlich in bolschewistische Dienste getreten sein. Es werden Flugschriften verbreitet, die die Türken zu Gewalttaten gegen die Engländer aufrufen. Ebenso regen sich die zaristischen Russen, die in Konstantinopel in großer Zahl vorhanden sind. Charakteristisch ist, daß durch einen kleinen Brand in einem Kino in der Perastraße sofort eine Panik in der ganzen Stadt ausbrach und die Garnison alarmiert wurde. Aus Stadt und Land. Joh. 1540 25 Die Türken sind neuerdings wieder in die neutrale Zone eingedrun gen und blieben dort mit wohl gegen 3000 Kavalleristen mit Maschinengewehren zurück. Der englische General Harrington erteilte dem Vertreter der Nationalisten in Konstantinopel sofort den Auftrag, bei Kemal zu intervenieren, damit diese Kavallerieabteilung in einem angemessenen Zeitraum zurückgezogen werde. Falls diese Frist verstreichen werde, ohne daß dem Auftrag des engli schen Generals entsprochen wäre, würden für die Urheber dieser Verletzung schwere Folgen eintreten. Griechenlands Retter. TU. Paris, 27. Sept. Chicago Tribune meldet, daß der frühere griechische Ministerpräsident Venizelos heute vom griechischen Kabinett aufgesordert worden ist, sich aus Patriotismus dem Vaterlande, das sich in Gefahr befindet, zur Verfügung zu stellen. Harilaos, ein Minister im Kabinett Zaimis, hat Befehl erhalten, sich sofort zu Venizelos nach Paris zu begeben, um die Lage des Kabinetts darzulegen. Vom Rhein abtrausportiert. Köln, 27. Sept. Zwei englische Infanteriebataillone der rheinischen Besatzungsarmee haben den Befehl zum Abtransport nach Malta erhalten, wo über ihre weitere Verwendung verfügt werden wird. Der Al transport efolgt in voller Kriegsrüstung so daß wohl auf die Verwendung an den Dardanellen geschlossen werden kann. Zwangsmaßnahmen der Türken. d 5e 1 Pem Carrier Schwerte, 27. September. Erinnerungen. Einweihung des Kölner Doms. Der Erfinder der Buchdruckerkunst Gutenberg gest. Bestätigung des Jesuitenordens durch Papst Paul III. Stephensons 1. DampfEisenbahnzug in England. ** Hilfe für die Gemeinden. Im Zusammenhang mit dem Beschluß der Girozentralen der deut schen Sparkassen, den Kommunen den Kredit zu sperren, teilt eine Korrspondenz mit, daß sich bereits der Finanzminister zu einer Hilfsaktion für die Gemeinden entschlossen habe. Die Oberfinanzkassen der Landesfinanzämter seien telegraphisch angewiesen worden, die Hälfte des gesamten Ver anlagungssold der Einkommensteuer für 1920 ohne ücksicht auf die tatsächlichen Einzahlungen den einzelnen Landesregierungen als Vorschüsse für die Gemeinden zu überweisen. Zur Unterstützung dr Gemeinden steht damit ein einmaliger Vorschuß von insgesamt 14 Milliarden zur Verfügung ** Zum Gregori=Abend am morgigen Donnerstag laden wir aruch hier nochmals ein. Die Werke TU. Mailand, 26. Sept. Dem collle della Sera zufolge wird die Regierung Kemal Paschas vorläufig bis zur endgültigen Uebersiedlung nach Konstantinopel ihren Sitz in Konia nehmen. Alle Griechen und Armenier im Alter von 18—45 Jahren wurden von den Türken aus Smyrna in das Innere des Landes gebracht, wo sie zwangsweise Wiederherstellungsarbeiten im Kriegsdienst leisten müssen. Annahme der alliierten Note durch die Türken.„ TU. London, 27. Sept. Der kemalistiscee vertreter in Konstantinopel erklärte, daß die Note der Alliierten als Grundlage der Verhandlungen unserer großen Meister werden nicht durch stilles Lesen allein wieder lebendig. Das gesprochene Wort muß sie erwecken, ihre Klangschöne fühlbar machen, ihren Idcengehalt sinnlich verkörpern. Für diesen Gedanken wirbt seit Jahrzehnten Professor Gregori. Auf seine Berufserfahrungen als Schauspieler und ein reiches Studium der Vortragslehre gestützt, wirkt er in Berlin als Lehrer der neuen Sprechkunst. Vor allem sucht er die Jugendbildner darauf vorzubereiten, daß sie einst ihren Schülern den Klangschatz der Schriftwerke. ganz ausschöpfen können. Aber auch jedem einfach genießenden Menschen vermag er reiche Anregung und ein tiefes Erlebnis zu vermitteln. ** Elternbeiratswahlen. Von 1408 evangelischen Volksschulen Westfalens liegt jetzt das Ergebnis der Elternbeiratswahlen vor. Danach wurden gewählt 7286 christliche, 1069 weltliche und 233 sonstige Elternbeiräte. Die letzteren sind meistens Anhänger der Gemeinschaftsschule. ** Tegernseer Bauernbühne. Wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, gibt die Tegernseer Bauernbühne heute abend im Saale Köster ihr einmaliges Gastspiel. Auch hier werden es die lustigen Oberbayern verstehen, ihren Besuchern mit Theater, Zitherspiel, hübschen Tänzen, Gesang und Jodlern, Liedern und Vorträgen einige lustige und humorvolle Stunden zu bereiten. ** Anstoß erregt hat am letzten Sonntag während des Gottesdienstes, der in der großen Kirche stattfand, starker Lärm in der Nähe des Gotteshauses. Wie wir hören, hatte die kommunistische Arbeiterjugend von Schwerte und Umgegend eine Protestkundgebung veranstaltet. Rote Fahnen mit dem Sowjetstern waren zahlreich zu sehen. Flugblätter wurden verteilt und in öffentlichen Reden zum Kampf gegen die jetzige Regierung aufgefordert. Das Lied:„Rosa Luxemburg, dir haben wir's geschworen“, war meistens zu hören. Abends wiederholten sich diese Szenen und sollen von angetruntenen Führern wüste Schimpfreden auch gegen hiesige Einwohner gefallen sein, die unfreiwillig grade Zuschauer der lärmenden Jugend geworden waren. ** Glück im Unglück. Gestern mittag gegen 1 Uhr stürzte ein hiesiger Glaser mit einer etwa ½ Quadratmeter großen Oberlichtscheibe, die er in das Schaufenster bei Fleischermeister Wilkes in der Bahnhofstraße einzusetzen hatte, so mit der Leiter gegen die große Scheibe, daß die Leiter das riesengroße Schaufenster wohl nach außen bog, aber seltsamerweise nicht zerbrach. Die kleinere Scheibe ging in Trümmer. Der Glaser blieb unverletzt und konnte sofort weiterarbeiten. So wurde Geld und Schmerz gespart und Bewahrung erlebt. ** 6 Uhr Ladenschluß der Uhren= und Gold warengeschäfte. Laut Beschluß der Uhrmacherund Goldschmiede=Zwangsinnung DortmundHörde werden dort zwecks Licht= und Kohlener= sparnis die Ladengeschäfte ab 1. Oktober um 6 Uhr abends geschlossen. ** Die polizeiliche Meldung von Ausländern, die über 16 Jahre alt sind, hat binnen 48 Stunden nach der Ankunft persönlich bei der zuständigen Polizeibehörde zu erfolgen. Dauert der Aufenthalt nicht länger als 48 Stunden, so besteht keine Meldepflicht. ** Die teuren Tüten. Seitens der Obsthändler wird darüber Klage geführt, daß das Publikum beim Einkauf von Pflaumen und anderem Obste die Verabfolgung einer Tüte verlangt, dabei sich aber weigerlich hält, die dafür entstehenden Selbstfosten zu zahlen. So kostet den Händlern eine Einpfundstüte heute 1 K 8 8, sodaß man ihnen diesen hohen Betrag auf Geschäftsunkosten zu übernehmen, nicht wohl zumuten kann. Es erscheint daher deren Wunsch, daß Körbe, Taschea oder eigene Tüten zur Aufnahme des Obstes seitens der Käufer mitgebracht werden, nicht unbillig. ** Die Einheitskurzschrift. Bei dem Landesverbandstag der Gabelsbergerschen Stenographenvereine Bayerns in München teilte am Sonntag Ministerialdirektor Melber mit, daß das eichsministerium des Innern die an der Frage der Einheitskurzschrift interessierten Reichsbehörden und sämtliche Landesregierungen zu einer neuen Sitzung zum 5 Oktober nach Berlin eingeladen und den Ausschuß zur Ausarbeitung einer deutschen Einheitskurzschrift zum 26. Oktober einberufen habe. ** Gesangswettstreit 1923. In der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Männer=Gesangvereins„Sängerbund“ in Iserlohn am Sonntag wurde beschlossen, im nächsten Jahre einen nationalen Gesangwettstreit zu veranstalten, um dazu bSzutragen, den Männergesang zum Aufschwung zu bringen. ** Ersatzgeld. Mit Genehmigung des Reichsministeriums gibt die westfälische Lande bank demnächst Ersatzgeld aus und zwar in Stücken zu 1000 und 500 A. Die Stücke zu 1000 cl sind rot, die zu 500 A blan gestreift. Alle Sparkassen, Banken und Behörden nehmen das Ersatzgeld an den Kassen an. Zum Schutze gegen Fälschungen sind die Scheine an der linken Seite mit einer Auszahnung versehen. Die Gegenstücke zu jeder Zahnreihe, die unter einander ungleich sind, befinden sich bei der Landesbank. Kleidungsstücke, Mäntel, mehrere Paar Schuhe und andere Haushaltungsgegenstände entwendet und in derselben Nacht bei Brennereibesitzer Hidding 4 Treibriemen gestohlen. Ebenfalls durch Einbruch. Anzeige ist erstattet. Hoffentlich gelingt es, die Einbrecher zu erfassen. Garenfeld, 27. Sept. Vergangenen Sonntag fand hierselbst die Enthüllung des neuerrichteten Ehrenmales für die 14 im Weltkriege gefallenen Söhne der Gemeinde statt. Am Dorfeingange, dem alten Kriegerdentmal gegenüber, wurde auf dem vom Herrn Hösinghoff gestifteten Platze ein schlichter Odenwälder Granitfelsen errichtet. Entwurf und Ausführung stammen vom Herrn Bildhauer Loock, Schwerte. Die Kosten im Betrage vor 45000 M wurden durch freiwillige Spenden der Einwohner aufgebracht. In ergreifenden und zu Herzen gehenden Worten gedachte Herr Lehrer Vogt in seiner Weiherede der toten Helden und ermahnte zur Treue und Vaterlandsliebe. Herr Vorsteher Kockelke übernahm danach für die Gemeinde das Ehrenmal. Lieder, gesungen vom hiesigen Männergesangverein und Musikstücke rahmten die Feier ein. Nach der Denkmalsweihe fand im Söding'schen Saale ein dem Ernst des Tages entsprechendes Konzert statt. ** Hennen, 25. Sept. Der Kleintierzuchtverein hielt im Lokale des Herrn Kirchhoff unter dem Vorsitze des Gutsbesitzers Späing eine Versammlung ab, in der 16 Neuaufnahmen vollzogen wurden. Es wurde eine Kommission, bestehend aus den Herren H. Kleinhans und W. Han mann gewählt, die insbesondere die Bockhaltung ständig kontrollieren, die Böcke austauschen, sowie zwei Neuanschaffungen vornehmen sollen. Herr Späing spendet für die Villigster Bockstation 2 Zentner Hafer gratis; hoffentlich findet dieses schöne Beispiel auch in den anderen Gemeinden Nachahmung. Das Deckgeld beträgt lt. Verfügung des Herrn Landrats Dr. Loos=Iserlohn pro Ziege 30 M für Mitglieder; Nichtmitglieder, sollen lt. einstimmigen Beschluß der Versammlung 60 M pro Ziege bezahlen. Das Eintrittsgeld wurde ab 1. Oktober ds. Is. auf 20 A erhöht. In der am 15. Oktober stattfindenden Versammlung soll über Beschaffung von Futtermitteln gesprochen werden. Wichlinghofen, 27. Sept. Diebstahl. Dem Sohne des Wirts W. wurde in vorvergangener Nacht ein Anzug und Wäsche gestohlen. Der Täter wurde in Hörde ermittelt und festgenommen. Sölde, 27. Sept. Einbruchsdiebstahl. In der Nacht zum 23. ds. Mts. brachen Diebe in das Büro der Firma Maiweg& Wiederholt ein und entwendeten dort eine Schreibmaschine, 2 neue Treibriemen, 1 Schreibzeug mit Kasten und Ergste, 27. Sept. In der vorvergangenen Nacht wurden dem Müller Finemann bei einem Einbruch durch das Oberlicht=Fenster eine größere Anzahl Tarjedenr schan nur Continental-Absätze und=Sohlen. Sie sind geschmeidiger undsparsamer als Leder, machen den Gang leicht und schonen die Nerven. Verlangen Sie von Ihrem Schuhmacher Absätze und Sohlen So gut wie Continental-Reifen! Krr laßt nicht von Art. Roman von H. Hill. (Nachdruck verboten.) „Ich hatre eine Privatangelegenheit zu erledigen, und ich denke, das ist Erklärung genug dafür, daß ich mich nicht verunlaßt sah, vorher deine Erlaubnis einzuholen. Es ist ja sehr nett oon dir, daß du dich veranlaßt gesehen hast, mich noch aufzusuchen. Aber wenn das, was du mir zu sagen hast, nicht außerordentlich dringend ist, so möchte ich dich bitten, es auf morgen zu verschieben. Ich habe einen anstrengenden Tag hinter mir und bin sehr müde.“ „Um so besser für mich," erwiderte der junge Mann. „Unter solchen Umständen wirst du ja wohl selber den Wunsch haben, daß wir ohne viele Umschweife miteinander ins reine kommen. Und ins reine kommen müssen wir; das habe ich mir heilig vorgesetzt, und die Sache ist verdammt ernst. Ich wünsche den zerrissenen Brief zurückzuerhalten, den du irgendwo in meinem Zimmer aufgelesen und dir widerrechtlich angeeignet hast an dem Tage, wo ich das Malheur hatte, ein paar Gläschen über den Durst zu trinken.“ Die Aufforderung war von einem sehr lebhaften Gebärdenspiel begleitet, das beinahe etwas Drohendes hatte. Der alte Glücksritter aber, der sich inzwischen in einen Armstuhl niedergelassen hatte, ließ sie mit einer Miene vollkommenster Verständnislosigkeit über sich ergehen. Nicht umsonst hatte ihn das Leben in einer Schule erzogen, in der Selbstbeherrschung den ersten und beinahe einzigen Unterrichtsgegenstand „Ich weiß absolut nicht, was du meinen kannst,“ erwiderte er in jenem sanften, fast klagenden Ton, den er immer anschlug, wenn er gesonnen war, irgend etwas zu verweigern. „Wenn du, wie ich nach deinem Benehmen fürchten muß, die Gewohnheit angenommen hast, beständig über den Durst zu trinken, so erlaube mir, dich darauf aufmerksam zu machen, daß das eine sehr schlechte und auch sehr gefährliche Gewohnheit ist— namentlich für einen Menschen in deiner Situgtton. Der Graf stieß ein kurzes, mißtönendes Lachen aus. „Für einen Menschen in meiner Situation?“ wiederholte er.„Soll das vielleicht ein zarter Wink sein, oder am Ende gar eine versteckte Drohung? Wundern würde es mich ja am Ende nicht, wenn du das alte Erpresserhandwerk schließlich auch gegen dein eigen Fleisch und Blut ausübtest. Die Macht der süßen Gewohnheit— nicht wahr? Nun, wir wollen das vorläufig nicht weiter erörtern, um nicht von dem abzukommen, was hier allein in Frage steht. Ich bin nicht betrunken, Verehrtester, und ich muß diesen Brief haben. „Ich werde dies Zimmer nicht verlassen, bevor ich meinen Zweck erreicht habe,“ fuhr der Graf fort.„Und darum rate ich dir im guten, auf alle nutzlosen Winkelzüge zu verzichten. Sie würden keinen anderen Erfolg haben, als den, uns sehr ernstlich zu entzweien, und ich fürchte, daß du bei solcher Entzweiung ganz allein der leidende Teil sein würdest. Der Major zündete sich eine Zigarette an; aber er war heute doch nicht mehr der Meister in der Kunst der Selbstbeherrschung, für den er mit gutem Recht ehedem hatte gelten können. Denn seine Hand, die das Streichholz hielt, zitterte „Wenn du die Freundlichkeit haben willst, mir den Brief etwas näher zu beschreiben,“ sagte er,„und wenn du mir mitteilen willst, warum er einen so außerordentlichen Wert für dich hat, werde ich möglicherweise dahin kommen, dich Der Graf stand auf und trat einen Schritt näher auf Was für ein überflüssiges Geschwätz ist das! Du würdest den Brief natürlich ebensogut beschreiben können wie ich, und du weißt auch, was er bedeutet. Aber ich will in Dreiteufelsnamen auf den Scherz eingehen. Was ich haben will, ist das hauptsächlichste Stück eines Briefes, der an diesen verwünschten Romanschreiber Odemar adressiert war, und in dem mein sogenannter Vater, von dessen Hand er herrührte, ihm sein Haus und seinen Park verbot, sowie#ecgs, einer weiteren Annäherung an seine Tochter Conh. Der Verkehr müsse ein für allemal ein Ende haben, stand darin a Teien. Der Verkehr müsse ein für allemal ein Ende haben,“ echote der Major, wie wenn er sich vergewissern wolle, daß er auch wirklich ganz richtig verstanden habe. „Jawohl,“ bestatigte der Graf,„das war der Inhalt des Briefes.,„„.. eist mir. 1 „Sehr wohl. Aber vu bist iir auf meine zweile Frage die Antwort schuldig geblieben.“ „Auf welche Frage?“ „Ich wünschte zu erfahren, warum dies Billett oder ein Bruchstück davon von so außerordentlicher Wichtigkeit für „Das will ich dir erklären. Odemar hat den alten Herrn ermordet, und dies Bruchstück eines Briefes ist das Beweismittel, durch das er des Verbrechens überführt werden kann. Du hast ja selbst gehört, was der Polizeirat sagte. Sie suchen nach einem Menschen, dem der Graf das Betreten seines Schlosses brieflich verboten hat.“ „Ich vermute, daß die andere Hälfte des Briefes der Polizei in die Hände gefallen ist, und daß sie im unklaren ist über den Adressaten, dessen Name aus jenem Bruchstück nicht zu ersehen war.“.... a5er bg 81. Der Major blieb scheinbar ganz ruhig, über baß diese Ruhe eine mühsam erheuchelte war, bewies das Zittern seiner fleischigen Wangen. Nach einer kleinen Weile erst fragte er: „Und was würdest du tun, wenn ich jede Kenntnis von diesem Briefe und von seinem Verbleib in Abrede stelle?“ „Ich würde morgen in die Hauptstadt fahren, mich bei dem Polizeirat melden lassen und ihm mitteilen, wer der Empfänger des Briefes war, und daß das corpus delicti nach meiner wohlbegründeten Ueberzeugung von dir gestohlen worden ist. Wenn man mich fragt, warum ich diese Anzeige erst jetzt erstatte, so werde ich eben eine Ausrede bei der Hand haben müssen— das ist alles. Ich werde zum Beispiel sagen, daß ich bis heute die Hoffnung gehegt hätte, meinen lieben, alten Onkel durch gütliches Zureden zur Herausgabe des Papiers bewegen zu können, ohne ihn des Diebstahls bezichtigen zu müssen. Und ich werde im Brustton des rechtschaffenen Mannes hinzufügen, daß ich nun um der Gerechtigkeit willen nicht länger mit der Wahrheit hätte zurückhalten können.“ (Fortsetzung folgt.) 28 Glühbirnen. A aus dem Fahrrad Eichlinghofen. wehr. Am gestri Wagner der Verbe wehren des- Stadt Kreisbrandmeister reich erschienenen rat Hansmani regen Anteil nal Kreisbrandeister g Provinzialverband ausschuß berichtet und Westhofen. Neue bewiesen, de seien. Der nächs findet in Arnsber spann sich über: Der Vorschlag de Geldentwertung höhen, fand einst Kreisverbai in Villigst ste die Kameraden und Ernst He wiedergewählt. machte die Eichl Automobil=Spritz Teilen gut gelan Fus Dortmund, 27 Straßenbah der Straßenbahn nicht mehr gewal jetzt daran, einig zielt hier Die Ihn Sie mad Und die dem 2 Bei Ihre Und am Bei Ihr Und wir hinau Sie müs Auch ich wa Und fragte War mir me Dann meint Doch seit die Und mir vo Da bin ich, Nicht gar so Nun wüßl' Doch wünsc Denn auch Sie komme Nein mein Daß meine Daß mir d Dann wär Wenn meir Seh' ich F Ich hätt, z Bereits der Gefüllt wä Der Dollat So könnte Heut kauft Dann sän Was nützt Ich brauch Und würd Paar Schuhe de entwendet ibesitzer Hiddenfalls durch doffentlich nen Sonntag neuerrichteten ege gefallenen feingange, dem urde auf dem atze ein schlichhtet. Entwurf rru Bildhauer Betrage vor Spenden der fenden und zu Herr Lehrer Helden und erndsliebe. Herr h für die Geungen vom hieusikstücke rahmmalsweihe fand irnst des Tages leintierzuchtverhhoff unter dem ing eine Verihmen vollzogen u. bestehend aus und W. Han die Bockhaltung stauschen, sowie n sollen. Herr er Bockstation 2 h findet dieses ren Gemeinden st lt. Verfügung erlohn pro Ziege ieder sollen lt. sammlung 60 A tsgeld wurde ab öht. In der am amlung soll über esprochen werden. iebstahl. Dem vorvergangener ohlen. Der Täter stgenommen. ichsdiebstahl. brachen Diebe in * Wiederholt ein chreibmaschine, 2 mit Kasten und sätze d gesamer den ionen en Sie acher MAal ohlen al-Reifen! haben,“ lle, daß Inhalt e Frage llett oder ein sichtigkeit für n alten Herrn das Beweiswerden kann. Sie suchen etreten seines s Briefes der im unklaren em Bruchstück iber daß diese Zittern seiner erst fragte er: Kenntnis von jede stelle?“ ren, mich bei #ilen, wer der us delicti nach dir gestohlen ) d i e s e A n z e i g e e bei der Hand Beispiel sagen, meinen lieben, rausgabe des ebstahls bezichrechtschaffenen schtigkeit willen en können.“ 8 Glühbirnen. Außerdem entwendeten die Diebe aus dem Fahrradschuppen der Firma 1 Fahrrad. Eichlinghofen. Freiwillige Feuerwehr. Am gestrigen Tage fand hier im Lokaie Wagner der Verbandstag der Freiwilligen Feuerwehren des Stadt= und Landkreises Hörde stalt. Kreisbrandmeister Osthoff begrüßte die zahlreich erschienenen Wehrleute und hieß u. a. Landrat Hansmann, welcher an den Beratungen regen Anteil nahm, herzlich willkommen. Der Kreisbrandeister gab einen kurzen Bericht von dem Provinzialverbandstag in Minden; der Uebungsausschuß berichtet über die Uebungen in Sölde und Westhofen. Beide Uebungen hätten aufs Neue bewiesen, daß die betr. Wehren schlagfertig seien. Der nächstjährige Provinzialverbandstag findet in Arnsberg statt. Eine längere Debatte entspann sich über die Erhöhung des Sterbegeldes. Der Vorschlag des Landrates, das Sterbegeld der Geldentwertung entsprechend auf 8000 A zu erhöhen, fand einstimmig Annahme. Der nächste Kreisverbandstag findet im Mai 1923 in Villigst statt. Als Kassenrevisoren wurden die Kameraden W. Haumann in Villigst und Ernst Heinrichs=Schwerte einstimmig wiedergewählt. Nach Schluß des Verbandstages machte die Eichlinghofer Wehr mit der neuen Automobil=Spritze, eine Uebung, die in allen Teilen gut gelang. Aus den Provinzen. Dortmund, 2 Sept. Einschränkung des Straßenbahnbetriebes. Die Dortmunder Straßenbahn ist den ungeheuren Ausgaben nicht mehr gewachsen. So denkt die Verwaltung jetzt daran, einige Linien ausfallen zu lassen. Vorläufig ist es die Linie 6,(Steinerner Turm=West falenburg), die bis auf weiteres eingestellt wird. Wahrscheinlich wird auch in nächster Zeit die Linie 2(Dorstfeld=Körne) den Betrieb einstellen. Kamen, 27. Sept. Einzigartige Ausstellung. Auf eine eigenartige Weise hat die Kamener evangelische Kirche die religiös und kul turell so bedeutsame deutsche Lutherbibel zu ihrem 100. Jubeltag der Öffentlichkeit anschaulich zu machen versucht. Sie rief zu einer historischen Bibelausstellung auf, in welcher neben Bibeln auch Gesang=, Gebet= und Andachtsbücher, Bilder und Urkunden vertreten sein sollten. Die Kirche öffnete ihr eigenes Acchiv und die Gemeindeglieder trugen ihre alten Familienheiligtümer herbei so stieg die Zahl der Aussteller bald auf 120, die der Gegenstände auf 400. Wir nennen nur einige wenige Dinge; eine Bulle von Papst Leo X. von 1519, eine von Gregor XIII. von 1580, eine Zeitung von 1625, Bibeln von 1550, 1558, 1618, 1648. Luthers Lieder von 1535, hebräisches Gebetbuch von 1730; im ganzen 80 Bibeln, 80 Gesangbücher, 60 Predigt= und Andachtsbücher, 30 Bilder und 10 Urkunden. Von maßgebender bibliothekarischer Seite wurde die Ausstellung als vollkommen in ihrer Art bezeichnet und als reich an großen Seltenheiten. Sehr gut! Bochum, 28. Sept. Unverschämte Schwindelcien: Zur Anzeige gelangte der ungetreue Schachtmeister Rüster, der durch Führung gefälschter Lohnbücher und=Listen seine Firma um viele Tausende geschädigt hat. Er hat nicht nur Lohnzettel mit zu hohen Stundenzahlen ausgeschrieben, sonderen auch in Gastwirtschaften an Personen, die niemals bei der Firma gearbeitet hatten, solche Zettel verabfolgt, bis er sich des Zulaufes kaum erwehren konnte und die Zirma auf die Schwindeleien aufmerksam wurde. Durch die alsbald einsetzende Tätigkeit der Kriminal olizei gelang es, den Schachtmeister festzunehmen und ebenso einige Betrüger. Sie hatten das Geld in Bolsstuben und Dielen in leichtfertiger Weise verpraßt und fast nichts mehr im Besitz. Bezeichnend für die Frechheit einiger der beteiligten Per'onen ist die Tatsache, daß sie bei der Kriminalpolizei vorstellig wurden, zu helfen, daß sie von der Firma ihren„sauerverdienten Lohn“ und den durch die gehabten Laufereien erlittenen Lohnausfall bezahlt bekämen! Ihre unverschämten Forderungen wurden festgestellt und sie angesichts des Gefängnisses eines Besseren belehrt. Tehls brahtieldungen.. Zum Landtagsbeginn. Berlin, 27. Sept. Der preußische Landtag nimmt heute seine Beratungen auf. Gestern tagten die Fraktionsvorstände der sozialdemokratischen Partei und der unabhängigen sozialdemokratischen Partei des Landtags zum ersten Mal zusam men. Die Koalitionsparteien werden im preußischen Landtag einen Antrag einbringen, zur Fortsetzung der Wohnungsbautätigkeit 3 Mill. ans preußischen Staatsmitteln und 1,83 Milliarden A aus Reichsmitteln den Gemeinden zur Verfügung zu stellen, um die Stillegung der Bauten und den Eintritt großen Schadens zu verhindern. Deutschlands Aufnahme in den Völkerbund. Genf, 27. Sept. Wie gemeldet wird, werden die Bemühungen, Deutschland zum Eintritt in den Völkerbund zu bewegen, eifrig fortgesetzt. Besondere Bedeutung wird der plötzlichen Abreise des Berliner völkischen Gesandten Tuschkar bekgemefsen, der in Genf als Mittelsmann zwischen der deutschen Regierung und dem Völkerbund angesehen wird. Mit allem Vorbehalt sei das Gerücht wiedergegeben, daß Deutschland noch vor dem 1. Oktober sein Aufnahmegesuch in den Völkerbund beim Sekretariat einreichen werde(?) Die Brüsseler Tage. Berlin, 27. Sept. Dem„Berliner Tageblatt" wird aus Paris telegraphiert: Die Konferenz in Brüssel, die das Reparationsproblem endgültig erledigen soll, ist für die zweite Hälfte des Novem ber in Aussicht genommen. Theunis ist der Meinung, daß eine grundsätzliche Einigung der alliierten Regierungen vor der großen Konfe renz stattfinden müsse, sonst würden die Leiter der Regierungen wieder ancinander vorbeireden. Vor der Konferenz soll deshalb eine Besprechung der ersten Minister über die Reparationsfrage stattfinden. Die belgische Regierung legt großen Wert auf die offizielle Teilnahme der Vereinigten Staaten. Stadttheater Dortmund. Mittwoch, 27. Sept. 7½—10¼ Uhr:„A. 3“ Overnpreise 1. Don Pasquale. Kom. Oper in 3 Akten von Galeetano Donizetti. Hierauf zum 1. Male Tänze. Altwiener Tanzweisen, Musik von Fritz Kreisler, entworfen und einstudiert von Erna Abendroth. Vorverkauf Sonntag. KINDERMEHL enthält belte Alpenmilch Humorbeilage zur Schwerter Zeitung ssrnmm Ohre Eeke zielt hier auf gewisse Sachen, Die Ihnen sicherlich Freude machen. Sie machen Augen, so groß und rund, Und die schnalzende Zunge hängt aus dem Mund Bei Ihrem Blick durch das Schlüsseloch; Und am Ende ertappi man sie noch Bei Ihrem leckeren Augenschmaus Und wirft Sie blamiert zum Tempel hinaus Sie müssen Ihre Neugierde zügeln Wenn andere die Türe verriegeln. Wenn Sie aber doch neugierig sind Und wollen alles wissen geschwind, Was in Schwerte und anderwärts mußte passieren Dann müssen Sie Zeitung abonnieren Und wenn Sie die Schwerter Zeitung nehmen, Brauchen Sie sich nie mehr zu schämen, Wenn man Sie beim neugierig sein erlappt; Denn wer unsere Zeitung aufgeklappt, Der gilt als ein gebildeter Mann, Der alles weiß. was man wissen kann. Ihre Neugierde ist dann nicht mehr da Denn die Schwerter Zeitung stillt sie ja. Zur Kurzweil. Preis=Aufgaben: Problem„Schornsteinseger“. Kapselrätsel In jedem der nachfolgenden 6 Sätze ist eine Stadt bezw. ein Ort vervorgen. Welche sind dies? 1. Komm in den nächsten Tagen doch einmal zu mir. 2. Trotz des Krieges soll in den auswärtigen Beziehungen eine Aenderung nicht eintreten 3. Nachdem er das eine fertig gebracht hatte, gelang ihm das andere spielend leicht 4. In seiner großen Liebe brachte er ihr jedes Opfer. 5. Zu einem Urteil hierüber genugte sein umfassendes Wissen. 6. Etwas ganz anderes denkt sich der Gebildele dabei. Skat=Aufgabe. C(Hinierhand) spielt offene Nullfrage auf SEDEARR 3737 HSERLIK NNSEERTGE *. — Sei Auch ich war glücklich und zufrieden, Und fragte nicht nach Geld und Gut, War mir mein täglich Brot beschieden, Dann meinte ich es ging mir gut. Doch seit die Teurungswelle kam Und mir vom Brot die Butter nahm, Da bin ich, von der Not getrieben, Nicht gar so wunschlos mehr geblieben. Nun wüßt' ich einen Wunsch zu sagen, Doch wünsch' ich mir nicht Hof nicht Haus, Denn auch die Hausbesitzer klagen, Sie kommen heute nicht mehr aus. Nein mein bescheid'ner Wunsch ist der, Daß meine Mark ein Dollar wär. Daß mir das Schicksal dies twähre, Dann wär ich los von der Misere. Wenn meine Mark ein Dollar wäre, Seh' ich Fortuna lächelnd nah'n, Ich hätt, zum Multo=Millionäre Bereits den ersten Schritt gelan. Gefüllt wär stets mein Portemonnaie, Der Dollar steht auf stolzer Höh', So könnte ich gegebenen Falles, Heut kaufen doch nicht mehr— wie Alles! Dann säng' ich wie in alten Tagen. Was nützt die Sorg. was nützt die pein: Ich braucht nicht nach den Preis zu fragen Und würde er noch höher sein. Ein frommer Wunsch! 1 Und wär ich durstig— gönnt ich mir, wie ehedem ein Gläschen Bier: Ich hätt viel Geld und hätt viel Ehre, Wenn meine Mark ein Dollar wäre. olgende Karten: 45 * 3 — ** Illustrierte Redensart. 0 s 0 Ich fuhr zur Konferenz nach Brüssel Und spräch: Ihr Herren, nur Geduld, Das ist des Rätsels bester Schlüssel; Ich zahl in Dollar Deutschlands Schuld. Setzt ich auch mein Vermögen zu, Europa hat dann wieder Ruh. Und jeder geht beglückt von hinnen, Der Wiederaufbau kann beginnen. Wenn meine Mark ein Dollar wäre, Dann lebt ich wieder froh und frei, Ich fühlte nicht des Magens Leere Und äße jeden Tag ein Ei. Ich trüge gern die Steuerlast Und führe Auto wenn mirs paßt, Ich würde neu mich equipieren, Und mich jeden Tag rasieren. Ich brauchte mich nicht einzurichten Und brauchte garnichts mehr zu tun, So aber muß ich weiter dichten Und darf nicht rasten und nicht ruhn, Ich bleib ein armer Jurnalist, Weil meine Mark kein Dollar ist Und darum ist es schon gescheiter: Ich sind mich damit ab Ernst Heiter * car 0 B 10 # 7 29 p 0 0 9 car e C findet im Skat g 8 und r O; er drückt g O nebstr D und verliert. obwohl B vier hohe Grün hal; A halr10 blank und insgesamt 25 Augen in seinen Karten.— Wie sind die Karten sterteilt? Wie ist der Gang des Spiels? Kreuz=Rätsel. 1—2 Bündnis 2—4 Hostracht 4—3 Stadt in Lippe 3—4 Stadl in Sizilien 2—3 Bezeichnung für Gehalt 1—4 Farde Rustösungen der Rätfel in voriger Nummer. Auflösung der Schach=Aufgabe. Weiß Schwarz 1) T. C 3— D o..!) K. E 4n. D 3 oder L. F 1 n. D 3. 2) D. A 2— C 2 oder— C 2 Malt. ∆) 1).......... 1) L F I ziehl anders. 2) 2 A 2— E 2 Malt. B) 1).........!) S C 6— D 4 oder 5 2) T. O 3— E 3 oder S. D 7— C 5 Malt. Andere Spielarten leicht. Auftösung des Jahlenrätsels. Tschemulpo Semmel Cello Hecht Ephen Mosel Ulme Lesseps Posse Ostsee. Auflösung des Vexierbildes. „Wo ist der Besitzer des Hutes?“ Bild Kopf stellen, dann in der Milte zwischen Vögeln und Sträuchern. Auflösung des Bilderrälsels. „Niemand kann zwei Herren dienen.“ Auflösung der geographischen ZusammensetzAufgabe russlend elaaene nanfki nnaterde oenern dnalnnit Rußzland— Finnland. Die Notlage der Zeitungen. DruckPopierPreise Zeitungs-Abonne gedts- Preise 61.0• fech 33.9 fech 9 14.5.—## foch S64. A 2 7.6 1ach JAN. 21 OEZ. 27 JAN. 22 APRIL22 JU1I 22 Ps Gegenüberstelung Zlungspapia Abonnements-Preise vom Janver 1921- Juli 1922 8 enfgegen der Vorknegeret. 4 (13 172 Kp A— 82 U 95 Die Remscheider Zeitung stellt infolge der ungünstigen Verhältnisse im Zeitungsgewerbe am 1. Oktober nach 75jährigem Bestehen ihr Erscheinen ein, auch der im Verlag von August Scherl erscheinende Rote Tag wird demnächst sein Erscheinen einstellen. Eine außerordentliche Mit gliederversammlung des Vereins mitteldeutscher Zeitungsverleger beriet Maßnahmen, die einen völligen Untergang der Presse verhindern können. Die Zusammenlegung der Zeitungen zu Notgemeinschaften, weitere Einschränkung im Text, Umfang und in der Erscheinungsweise, zeitgemäße Festsetzung der Bezugs= und Anzeigenpreise. Einstimmig wurde eine Entschließung gefaßt, in der es heißt: Mit dem Reichswirtschaftsminister sehen die Zeitungsverleger die größte Gefahr in der ungeheuren Steigerung der Holzpreise. Nur durch Bereitstellung billigen Papierholzes seitens der Länder kann eine merkliche Senkung des Pavierpreises und damit eine Erleichterung für die Zeitungen erreicht werden. Verbotene Ausfuhr von Druckpapier. Der Fabrikant Bruno Vogel in Bernsbach wurde vom Zwickauer Wuchergericht wegen verbotener Ausfuhr von Druckpapier zu fünf Monaten Gefängnis und 50000 M Geldstrafe verurteilt. Das Druckpapier wurde beschlagnahmt. Was ausländische Zeitungen kosten. Wie billig das Abonnement der deutschen Zeitungen im Verhältnis zu den ausländischen Zeitungen ist. sieht man aus den Zahlen, die die amtliche Zeitungspreisliste für das kommende Vierteljahr nennt. Für das 4. Vierteljahr 1922 kosten der„Berner Bund“ 3408 K und die„Neue Züricher Zeitung“ 3834 M. Erheblich teuer noch sind die holländischen Zeitungen; so kostet das „Allgemeen Handelsblad“, Amsterdam 3547 J. Von den Zeitungen in der Tschechoslowakei kosten das„Prager Tageblatt“ 2598 A und die deutsche Zeitung„Bohemia“ 2118 M. Anfehnliche Beträge erfordert auch ein Vierteljahrsabonneent auf englische Zeitungen. Der„Daily Herald“, kostet vierteljährlich 7929 A. der„Manchester Guardian“ 9009 K. Behördliches Verständnis für die Notlage „Ich ersuche die Herren Bezirksamtsvorstände mit Rücksicht auf die große Bedeutung dieser Angelegenheit, auch die Gemeindebehörden im Sinne dieser Entschließung mit Weisungen zu versehen und ebenso bei der Bevölkerung das Verständnis für diese wichtige Frage zu wecken.“ Es wäre zu wünschen, daß diese löbliche Einsicht auch hier und dem weiteren Verbreitungsbezirk Boden fände. Leider meinen hier noch zahlreiche Behörden und auch manche Vereine, die Anzeige sparen oder auf ein Mindest= maß beschränken zu dürsen und daneben oder nur einen lokalen Hinweis von schwindelnder Länge beanspruchen zu können. Dieser Anspruch tritt dann auf unter der Beteuerung daß die Mitteilng allgemeines oder kulturelles Interesse habe oder auch auf einen wohltätigen Zweck gerichtet sei. Eben deswegen gehört sie in erster Linie in den Anzeigenteil, oder soll etwa nur die Zeitung die Kosten der Kultur oder der Wohltätigkeit tragen? Diejenigen, die Anzeigen aus„Kulturinter= esse"„schinden", beweisen damit, daß sie grausam winzige Kulturträger sind, da sie es nicht einmal über sich bringen, für ihr Ideal den Anzeigenpreis zu opfern. In manchen Kreisen scheint der Wahn zu wüten, daß Verleger, Redakteure, das kaufmännische und technische Personal einer Zeitung nur von der Luft und Sonnenschein leben. Demgegenüber können wir aus bester Kenntnis versichern, daß auch die„Zeitungsmenschen“ ihr Leben mit den Dingen zu erhalten bestrebt sind, für die man heute ungezählte Geldscheine auf den Ladentisch legen muß. der Presse. Der Regierungspräsident der Pfalz erläßt einen Aufruf, der an die Vorstände der Bezirksämter und der unmittelbaren Städte, sowie an die Justiz=, Eisenbahn=, Forst=, Finanz= und Postverwaltungen gerichtet ist. Das Regierungspräsidium erwartet von den bezeichneten Stellen, daß bei der Aufgabe von Anzeigen keine unangebrachte Zu rückhaltung beobachtet wird und daß besonders auch die Zeitungsverleger mit Druckaufträgen in größeren Mengen als bisher bedacht werden. Daß die Presse unter den heutigen Verhältnissen mit Ersuchen um kostenlose Aufnahme von in den Anzeigenteil gehörenden Mitteilungen im redaktionellen Teile nicht mehr angegangen werden kann und nicht darf, ist eine Selbstverständlichkeit, auf die schon bei früherer Gelegenheit hingewiesen wurde. Eint nmmmmnmm Handel und Börse Berliner Börsen Aurse vom 26. September 1922 mitgeleil! vom Barmer Bank=Verein, Schwerle 5% Deutsche Reichsanleihe....... 77½ Barmer Bank=Verein 210 Deutsche Bank Diskonto Dresdner Bank 34 Hamb=Amer.=Pak. 738 Allgem. Elektr.=Ges. 813 Baroper Walzwerk 1275 Bochumer Guß Bösperde Walzwerk Daimler Moloren 519½ Deutsche Kalsperke............ Deutsch=Luxemburg 240 Dynamit Elberf. Farow. Essener Steinkohlen 2450 Gelsenkirch. Bergw 2550 Gasmot. Deutz............. 4060 Harpener Bergw. Hasper Eisen Hoesch......... 2850 Humboldt Masch. 760 Mannesmann Oberschles. Eisenb.=Bed. 1450 Orenstein& Koppel........... 1800 Phönix Bergbau 3100 Reisholz Pap Rhein. Siahlwerke 2225 Rombacher 1099 Schuckert Siegen=Solingen Ver. Dt. Nickelwerke...... 1900 Westf. Draht=Ind. 706 Westf. Eisen, Langendreer....... 824 Alimnesnnmnstentemnmimmemmem Heute gab es auf dem Markte ein sehr bewegtes Leben, starkes Gedränge und rege Kauflust. Es gab auch allerlei Lebensnotwendiges einzukausen. Besonders Weißkohl war reichlich angefahren und schon wird an duftendes Sauerkraut schmunzelnd gedacht. Die Preise waren der Zeitlage entsprechend nicht übermäßig hoch. Es kosteten: Kartoffeln 4,50 A pro Pfund, Kappus(weiß) 6—9 Jl. (rot) 8—10 K. Birnen 10 c und 3 Pfd. 25 M. Aepfel 8—10 M. Senf=Gurken das Stück 20 K, Pflaumen 6 K pro Pfund, Zwiebeln 12—13 K. Salat pro Kopf 1 M. Stielmus pro Bund 6 cl, Sellerie 4 J pro Stück, Heringe 12 c das Stück. Auslands-Wechselkurse der Berliner Börse (Devisenkurse) Man zahlle deutsche Mark: für 100 belgische Franken 100 dänische Kronen.. 1 englisches Pfund 100 französische Franken 100 holländische Gulden 100 italienische Lire... 100 polnische Mark 100 schwedische Kronen. 37253: 100 schweizerische Franken 26367,— 27265,85 100 tschechische Kronen.. 4454,40 4515,25 am 25. 9 am 26. 9. 10162,25 10536,80 29363,25 30411,90 6227,20 6441,90 10701,50 11136,05 54531,75 56679,05 5942,55 6217,20 „ 1 7, 4 0 1 7.— K 4100 38651.60 Ein Dolar. 1405,74 145817 Statt Karten! Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen: Dr. med. Paul Dickehage Else Dickehage geb. Dannhäuser Schwerte, 27. Septbr. 1922. Volkshochschule Schwerte. Donnerstag, den 28. September, abends 8 Uhr im Gemeindehaus, Hagener Straße, Professor Ferdinand Gregori-Berlin: „Fröhliche Dichtung“. Karten zu 15.— und 12.— Mk. für Mitglieder. Vorverkauf in den durch Aushang bezeichneten Geschäften Erhalle in den nächsten Tagen eine große Sendung Gestern morgen verschied nach langem, geduldig ertragenem Leiden, mein lieber Mann, unser guter Vater Lichtspiele„Zur Reichskrone Nur 2 Mittwoch=Donnerstag im 53. Lebensjahre nach dem öfteren Empfang der heil. Sterbesakramente. Die trauernden Hinterbliebenen. Schwerte, den 26. September 1922. Die Beerdigung findet am Donnerstag, 28. September, nachm. 3½ Uhr von der Bergischenstr. 15 ans statt. Der große Harry=Hill Film: Die Höllenmaschine! Detektivdrama in fünf Akten mit Harry in der Hauptrolle. Seteten e We W Werßurk! zum Einschaben und Einkellern und kann denselben preiswert abgeben. Bestellungen werden schon jetzt angenommen. Fritz Althoff, Bahnhofstr. 22 Telefon 395. Beyer's Mode-Führer mit 20 Schnitten euf beillegendem Bogen Die schönlten Alben für prektische und moderne Hausschneiderei zum Einkellern empfiehlt Carl Lethaus. Fur Hell(Dat Hellt) sitenstraße 26 Jernruf 468. 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Es ist daher beson ankenswert, daß der neueste Viograph des Meisters, A. ege von Manteufsei, der in zwei Bänden der im Verlag von Hugo Schmidt zu München erscheinenden„Kunst#reviere“ Holbein als Maler und als Graphiter darstellt, ie wenigen Zeugnisse und Geschichten von seiner Persönichkeit zusammenstetlt. Wir erhalten hier den Brief mit###teilt, den Erasmus von Rotterdam dem Maler 1526 an Uneter Aegidius in Antwerpen mitgab, als er nach England gung, um„hier ein paar Goldstücke zusammenzuscharren“. „Meister Hausen Holbein der Maler“ dann am engischen Königshofe eine angesehene Steilung erreicht hatte, ucht ihn der Rat von Basel vergeblich wieder im ausführlichen Schreiben zu bewegen, nach Hause zurückzutehren. Für die Bedeutung, die Holbein in England erlangte, sprechen nicht nur die lobenden Erwähnungen in Briefen ner Zeitgenossen, die von seiner jabelhaften Kunst der Anenschendarstellung erzählen, sondern auch eine bezeich#ende Geschichte, die Karel van Mander in seinem„MalerAuch“ überliefert hat.„Einmal kam ein englischer Graf holbein besuchen,“ berichtet dieser Kunstschriftsteller,„um eine Kunst oder was er gerade unter den Händen hätte, zu sehen. Das kam Holbein— der nach der Natur malte #oder sonst etwas Heimliches vorhatte— ganz und gar nicht vgelegen. Darum schlug er dem Grafen zwei= oder dreimal ceinen Wunsch für den Augenblick in aller Höflichteit ab, Eihn bittend, diese Weigerung nicht übel zu nehmen. Doch wie freundlich und demütig Holbein auch in ihn drang, per Graf ließ nicht ab, sondern wollte gegen seinen Willen Die Treppe mit Gewalt hinaufsteigen, in der Meinung, Haß er von einem Maler mehr Rücksicht und Ehrerbielung kordern könne. Holbein warnte ihn, er möchte von seiner #ecken Unhöflichkeit lassen. Als der Graf sich aber nicht Parum kümmerte, packte er ihn und warf ihn die Treppe Ainunter. Im Fallen befahl dieser sich Gott, indem er ausrief:„O Gott, erbarme dich meiner!“ Seine EdelAeute und Diener hatten, durch diesen schrecklichen Fall ganz perdutzt, genug mit ihrem Herrn zu tun. Unterdessen verschloß und verrammelte Holbein seine Stubentür, floh Durch ein Tachsenster und eilte zum König. Beim König Angekommen, bat er ihn um seine Verzeihung, ohne zu ##en, um was es sich handle, obgleich der König verniedene Male danach fragte. Da versprach ihm der König Verzeihung, falls er ihm die Missetat oder sonstige An#elegenheit mitteile. Als das Holbein offen und volländig getan. stellte sich der König, als bereue er, ihm so h verziehen zu haben und bedeutete ihm, nicht mehr # tecke Stücke anzustellen. Zugleich befahl er ihm, in r Nähe zu bleiben, bis er erjahren habe, wie es dem Prafen ergangen sei. Kurz nachher wurde der Graf auf einer Tragbahre zum König gebracht. Er war verwundet, übel zugerichtet und beebunden, gammerte und trug mit schwacher und matter timme seine Klage gegen den Maler vor, übertrieb dabei us Wut zu Holbeins Nachteil und gegen die Wahrheit den Fachverhalt, wie der König auch feststellen konnte. Als der Braf seine Klagerede vorgebracht hatte, verlangte er, daß Seine Majestät eine Strafe verhängen solle, wie sie der Aisthandlung seiner Person angemessen sei. Da der König Aber ganz ruhig blieb und nicht geneigt schien, das Geshehene so zu strafen, gab der Graf zu verstehen, daß er sich selbst Genugtnung zu verschaffen wissen werde. Da Gurde der König ungehalten, daß jener in seiner Gegenwart sich so unehrerbietig äußerte und sagte:„Jetzt habt Ihr sit keinem Holbein mehr, sondern mit meiner königlichen Person selbst zu tun.“ Und er begann ihn drohend und bestig anzufahren:„Glaubt Ihr, daß mir so wenig an dem Mann gelegen ist? Ich sage Euch, Graf, daß ich aus sieben Bauern sieben Grafen machen kann, aber nicht aus sieben Prafen einen Holbein oder noch sonst einen Künstler von Einer Bedeutung.“ Darüber erschrak der Graf sehr und bat Im Gnade für sich! Da stellte ihm der König das Gebot, liß er zu keiner Zeit versuchen solle, an Holbein irgendwie Nache zu nehmen, widrigenfalls er so gestraft werden würde, gis habe er etwas gegen den König selbst unternommen.“ Nund um Berlin. Die Straßenbahner gegen den Einigungsvorschlag. #ittwoch, fanden drei grope Versammlungen der Berliner Etraßenbahner statt, in denen die Berichterstatter über den Finigungsvorschlag des Reichsarbeitsministeli ms sprachen. ##nach sollen nicht nur die freien Tage durch Bezahlung Egegolten werden, sondern es soll darüber hinaus im Ermessen der Betriebsleitung liegen, die Ueberstunden festmetzen. Anstatt der bisher 52 freien Tage sollen 56 geben werden, davon 36 freie Tage bestimmt, die restlichen " Tage tönnen nach Belieben der Betriebsleitung freigeEben oder bezahlt werden. In den Versammlungen wurde er Einigungsvorschlag als Fehlschlag bezeichnet und eine Ritschließung angenommen, wonach der Vorschlag des ##eichsarbeitsministeriums, alle Punkte bestehen zu lassen, de nachteilig für die Arbeiterschaft wären, unannehmbar Zi. Es bliebe bei der Verlängerung der Arbeitszeit und bei ür Verlürzung des Lohnes durch Wegfall der Nacht=, konntags= und Wochenfeiertagszuschlüge. Die dafür ansbotene Erhöhung der Ueberstundenzuschläge biete keinen Ausgleich. Sie bedeutet ferner eine Aufhebung des AchtAndentages. Hiernach müsse die Belegschaft der StraßenAhn es ablehnen, in eine Verlängerung der Arbeitszeit Manwilligen. Sie könne auch nicht einen Abbau des Lohnes Inehmen zu einem Zeitpunkt, wo die Preise aller Waren: #nghaft steigen. Die Belegschaft hält an dem Grundsatz: t, daß für sie das gleiche Recht gelten muß, wie für die Prigen städtischen Arbeiter. Großfeuer in Reinickendorf. Die Feuerwehr von #inickendors=Ost wurde Mittwoch nach dem Lagerplatz der ph- und Futtermittel=Firma Kirchberg n. Co. und David gank Söhne in der Residenzstraße gerufen. Die dort B#ernden großen Holzbestände waren, wahrscheinlich durch Fahrlässigkeit eines wachthabenden Angestellten, in n d g e r a t e n. I n f o l g e d e s S t u r m e s g r i f f d a s F e u e r rasender Eile um sich, so daß beim Eintressen der kehren der Platz mit seinen Beständen bereits hell in Flämmen stand. Trotz sofortiger umfangreicher Löschmaße nahmen war es nicht möglich, den Lagerplatz mit seinen zahlreichen Schuppen und Stallungen zu retten. Sie sind vollständig niedergebrannt. Ebenso fiel ein großer Teil des Viehbestandes in den Ställen dem Feuer zum Opser. Bei den Räumungsarbeiten wurden zwei Feuerwehrleute von einem herabfallenden Balken getrofsen und so erheblich verletzt, daß sie nach dem Reinickendorfer Krankenhaus gebracht werden mußten. Der Schaden beträgt viele Millionen; er ist teilweise durch Versicherung gedeckt. Aus dem Reiche. Die Demobilmachungs=Verordnung bis 31. Dezember verlängert. Das Reichsministerium des Innern legte dem Reichswirtschaftsrat den Entwurf eines Gesetzes über Verlängerung der Geltungsdauer der Demobilmachungsverordnung bis zum 31. März 1923 vor. Der Ausschuß des Reichswirtschaftsrates sprach sich jedoch in seiner Mehrheit für eine Verkürzung der Frist auf den 31. Dezember 1922 aus. + Deutsche Benverbände beim Wiederaufbau in Frankreich. Im Reichsministerium für Wiederaufbau hat eine Besprechung mit dem Vorstande des Verbandes sozialer Baubetriebe stattgesunden. Der Verband ist von dem Comité d'Action des Rögions devastées zur Beteiligung am Wiederaufbau der zerstörten Gebiete Nordfrankreichs aufgefordert worden. Die erste Zusammenkunft zwischen den beiden Verbänden wird in den nächsten Tagen stattfinden. Es handelt sich hierbei um selbständige Verhandlungen, die neben dem Stinnes=Lubersac=Abtommen hergehen und in keinerlei Beziehungen zu diesem stehen.! dem Zeitungsgewerbe. Der Vorstand der Reichsarbeitsgemeinschaft der Deutschen Presse trat in Berlin zum ersten Male zusammen, um zunächst. die Wahl des Präsidiums und der Vorsitzenden vorzunehmen und„Die Notlage der Presse“ sowie„Mißstände bei der Handhabung des Gesetzes zum Schutze der Republik“ zu besprechen. In beiden Fragen wurde das Präsidium beauftragt, die ihm erforderlich erscheinenden Schritte zu unternehmen. Weiter wurden Kommissionen eingesetzt zur Ausarbeitung von Vorschlägen für einen Normaldienstvertrag, für eine Stellenvermittlung und für die Alters= und Krankenversicherung der Redakteure sowie ihrer Hinterbliebenen. Bei der Besprechung der wirtschaftlichen Lage der Redakteure stellte sich die Reichsarbeitsgemeinschaft auf den Standpunkt, daß grundsätzlich die tarifliche Bezahlung der Redakteure standeswürdig sein und die Aufwendungen zur Ersüllung der beruflichen Aufgaben berücksichtigen soll. Sie soll auf keinen Fall geringer sein als die tarifliche Bezahlung anderer Berufsgruppen im Zeitungsgewerbe, mit denen nach Art ihrer Tätigkeit eine Vergleichsmöglichkeit besteht.— Der Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik hat das Verbot der„Deutschen Allgemeinen Zeitung“ bestätigt: ebenso wurde die Beschwerde gegen das Verbot des„Demminer Tageblattes“ und der„Rügener Zeitung“ zurückgewiesen. Dagegen hat der Staatsgerichtshof das Verbot der„Hamburger Bürgerglocke“, der„Roten Fahne", Berlin, der „Westfälischen Arbeiterzeitung“, der„Gelsenkirchener Arbeiterzeitung“ und der„Roten Tribüne“, Hagen, aufgehoben.„„. 3sa Rettung aus Seenot. Die Rettungestation Bergdievenow der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphiert: Am 19. September von der vor der Dievenow=Mündung gestrandeten Motorjacht„Elisabeth“, Kapitän Schwarz, mit Zement von Swinemünde nach Rügenwaldermünde bestimmt, drei Personen durch das Rettungsboot der Station gerettet.— Die Rettungsstation Helgoland telegraphiert: Am 20. September von dem deutschen Schoner Nr. 1 Cuxhaven, Kapitän Schirmer, gestrandet auf der Düne, sechs Personen mit Motorboot gerettet. Blinde Passagiere an Bord. Eine französische Agenmeldete, der Kapitän des deutschen Dampfers„General San Martin“ habe Passagiere im Ozean ausgesetzt. handelte sich hierbei um blinde Passagiere, 2i# in Rio Janeiro von der Polizei am Aussteigen verhindert wi tur San Marrin habe Passagiere im Ozean an st. Es die in Ro de wurden und über Bord sprangen, um an Land zu gelangen; nunmehr hat aber die portugiesische Regierung noch öffentlich erklärt, daß nach den Ergebnissen der amtlichen Untersuchung den Kapitän des„General san Martin“ keine Schuld an den Vorgängen treffe. Um so bedauerlicher ist die böswillig erfundene von französischer Seite verbreitete Darstellung des Sachverhalts. + Vom Segelflugsport. Die Hannoversche Waggonfabrik, die die beiden erfolgreichen Segelflugzeuge herstellte, mit denen die Flieger Heutzen und Martens Weltrekords aufstellten, ist von Herrn Hentzen autorisiert, anläßlich der angeblichen Herausforderung eines französischen Segelfliegers folgende Antwort zu erteilen: Ich erfahre nach meiner Rückkehr aus Italien durch die Zeitungen, daß der französische Flieger Bossontrot zu einem Wettbewerb in der Rhön auffordert. Grundsätzlich bin ich bereit, mit jedem erfolgreichen Flieger in Wettbewerb zu treten, aber selbstverständlich nur auf paritätischer Grundlage. Solange jedoch die Knebelung der deutschen Fliegerei durch Frankreich wie bisher fortgesetzt wird, ist eine derartige paritätische Grindlage nicht geschaffen.— Trotz des ungünstigen Wetters werden die Flugversuche immer noch fortgesetzt; so ist der durch seinen Retord bekannt gewordene deutsche Flieger Martens neuerdings eine Stunde und 5 Minuten * g e f l o g e n. D a g r o ß e K ä l t e e i n s e t z t e, m u ß t e e r v o r z e i t i g landen. Der amerikanische Flieger Allen ist bei einem Flugversuch abgestürzt und verletzt worden. + Ein 10=Millionen=Diebstahl. In einem Dorfe des Oberamts Riedlingen in Württemberg wurden am Sonntagabend der dort auf Besuch weilenden DeutschAmerikanerin Mary Hager aus Nenyork Drucksachen, Schecks und Kreditbriefe im Werte von über 10 Millionen Mark gestohlen. Auf Wiederbeschaffung dieser Gegenstände ist eine erhebliche Belohnung ausgesetzt worden. Verhaftung von Geldfälschern. In Saalfeld a. d. Saale wurden zwei Steindrucker, zwei Bäckermeister und ein Geschirrführer festgenommen, die sich zusammengetan hatten, um falsche Brottarten und falsche 500=.E=Scheine anzufertigen. Es wurden 20 Bogen von je 60 500=AE=Scheinen beschlagnahmt. Die Verhafteten behaupteten, es seien keine falschen Scheine in Umlauf gesetzt worden, es habe sich zunächst nur um einen Versuch gehandelt. Die Verlobung des Kaisers. Wie die„D. A. Z.“ aus der Umgebung der Brant des Kaisers, Prinzessin Hermine, erfährt, hat der Kaiser mit seiner künftigen Frau vereinbart, daß sie die drei jüngsten Kinder mit nach Haus Toorn bringk, die beiden ältesten im Alter von 115 und 13 Jahren sollen in Greiz das Gymnasium besuchen. Der erste Schnee auf dem Brocken. Auf dem Brocken ist über Nacht bei—1 Grad der erste Schnee gefallen. Die Schneedecke ist ein Zentimeter hoch. Aus aller Welt. + Streik in den Wiener Kaffees. Die Kasseehausangestellten haben wegen Nichtersüllung ihrer Lohnforderungen beschlossen, in den Streik zu treten.— Die Kasserhausbesitzer beabsichligen, ihre Lotale geschlossen zu halten. + Einvernehmen zwischen Polen und Rumänien. Bei der Abreise Pilsudslis erklärte der rumänische Minister des Acußern Duca, daß ein votttommenes Einvernehmen in den politischen Fragen erzielt sei, und daß das Interesse beider Staaten eine gemeinsame polnischrumänische Grenze erfordere. Der Gegenbesuch des Königs in Warschau wird voranssichtlich erst im März stattfinden. + Die velgische untersuigung des Vorfaus in Oberkassel. Nach einer Meldung des Pter„Temps“ haben die von der belgischen Regierung Leanftragten Amtsärzte ihren Bericht über den Veesan in Oberfassel sertiggestellt. In diesem Bericht ertlären die Amtecg zum Schluß, daß die Schildwache nicht durch einen## aus allernächster Nähe getötet worden sei, milend men annehmen könne, daß der Unteroffizier S#es num, einen Schuß, der aus 40 cm Entfernung abgefenert murde, getötet wurde. Ueberdies sei die Richtung des Schuises, der den Unteroffizier Staes getötet habe, die bei Selbstmördern normale Richtung. Die Einschußstelle und Nähe der Waffe, wie sie sich aus der Prüfung der. Kopfbedeckung ergehen habe, sprächen, für diese Annahme. Die Aerzte erklären indessen, eine im Rausch begangene Tat komme nicht in Frage, der Magen weise Spuren von Alkobolgenuß auf. aber es sei kein Grund zu der Annahme vorhanden, daß der Verstorbene eine große Menge zu sich genommen habe. Andererseits gehe aus den Feststellungen hervor, daß die beiden Soldaten durch zwei Schüsse sofort niedergestreikt min an Ort und Stelle gefallen seien. Es scheine, daß die Annahme, nach der die beiden Soldaten durch einen an der Straßenecke versteckten Menschen getölet worden seien, aufgegeben werden müsse, da die Schildwache durch einen von vorne abgefeuerten Schuß niedergestreckt worden sei und der Unteroffizier Staes durch einen Schuß, der zu dem ersten in einem gewissen Winlei stehe. In jedem Falle seien die Schüsse aus einer modernen Pistole und mit Patronen abgegeben, die denen der modernen automatischen Pistole ähnlich seien.— Die Untersuchung geht weiter. Protest gegen die Hambarner Verhaftungen. Der deutsche Gesandte in Brüssel, Dr. Landsberg, ist von der Reichsregierung beauftragt worden, bei der belgischen Regierung Protest gegen die Verhaftungen von 11 Angehörigen der Schutzpolizei in Hamborn einzulegen und Aufklärung über die Gründe zu verlangen. Ferner ist er angewiesen worden, der belgischen Regierung zum Ausdruck zu bringen, daß die in letzter Zeit im Gebiet der belgischen Besetzungszone mehrfach erfolgten Verhaftungen von Beamten der deutschen Schutzpolizei dazu führen müßten, daß die deutschen Behörden im besetzten Gebiet in Zukunft für die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung nicht mehr verantwortlich gemacht werden könnten. + Brandkatastrophe in Panderma. Nach Meldungen, die im französischen Marineministerium eingelaufen sind, steht die Stadt Panderma mit Ausnahme von vielleicht 100 Häusern volltommen in Flammen. Der Westbahnhof ist zerstört, ebenso die Ottomanische Bank. Man meldet viele Verletzte aus der Zivilbevölkerung. + Eine Richtigstellung. Der als verstorben gemeldete Botschafter Gerard ist nicht, wie irrtümlich angenommen wird, mit dem ehemaligen amerikanischen Botschafter in Berlin identisch: vielmehr handelt es sich um den früheren französischen Botschafter in Layen Auuste Gerard seine Laufbahn am Berlin Augusta begonnen hatte. + Die amerikanise amerikanische Wirtschaft soeben eingetroffenen Rad tretung das neue amerikanische Lo denten Harding unterschrieben worden, so dast es Nacht vom 20. zum 21. September in Kraft tiint. nach diesem Zeitpunkt aus dem Zolthaus entn Waren unterliegen nunmehr den neuen Zöllen.— verständige sind der Meinung, daß einzelne Lolllätze, mmentlich diejenigen für Stahlwaren, praktisch und#r# bar sind, weil es Prohibitivzölle sind. Für verra###n. mäßig niedrig werden von den Sachverständigen die Pölle auf Baumwolle, fertige Wollwaren, Holz, Steingut, talle, Papier und Bücher bezeichnet. Auch die Zollsätze fü: Chemikalien mit Ausnahme von Kohlenteererzeugnissen hält man für niedriger als die Sätze des Payne=Aldrich=Tarifes. Vermischtes. + Ein Mittel gegen die Schlafkraufheit. In der Sitzung der Jahrhundertversammlung deutscher Naturforscher und Aerzte in Leipzig berichtete Professor Martin Mayer vom Institut für Schiffs= und Tropenkranlheiten in Hamburg über das neue Trypanosomen=Heilmittel Bayc: 205, auf dessen epochemachende Bedeutung für die Bekämpfung der Schlafkrankheit bereits in der Eröffnungssitzung des Kongresses der Vertreter des Reichsministers des Junern hingewiesen hatte. Bayer 205 stellt eine kompliziert zusammengesetzte organische Verbindung dar, di weder Quecksilber, noch Arsen, noch Antimon oder sonstige therapeutisch wirksame anorganische Stoffe enthält und gehört zu einer neuen Gruppe von Heilmitteln, die zahllose Variationsmöglichseiten gestattet. Es stellt durck sein Verhalten im Körper einen ganz eigenartigen bishei unter den Arzneimitteln unbekannten. Typ dar. Mit einer Dosis geheilte Tiere sind monatelang gegen Nachimpfunger mit allen Trypanosomenarten geschützt, desgleichen vorbeugend mit dem Mittel behandelte Tiere. Das Problen der Heilung und des vorhengenden Schutzes der Schlafkrankheit hält der Vortragende mit dem Mittel für gelöst. Es ist bereits eine Reihe praktischer Erfolge bei der Schlaf. krankheit und bei vrichiedenen Tierseuchen erzielt worden Eine nach Afrita entiandte deutsche Expedition prüft zur zeit das Mittel im goben, das bei der praktischer Senchenbekämpfung imnn#n ncht übersehbarer wirt schaftlicher Bedenteng#usche Gebiete werder konn Sal. 45 te Glt ben=Garteit Natgeber zur Garten- und Jeldbestellung Die Aufbewahrung des Winterobstes. Von Asper. (Nachdruck verboten.) Von Wichtigkeit ist besonders die rechtzeitige Ernte. Im allgemeinen werden die Früchte viel zu frühzeitig von den Bäumen genommen. Man befürchtet die Fröste. Fröste schaden dem Obst, das noch mit dem Baume in Verbindung ist, nichts. Nur baumreife Früchte sind gesund. Die baumreifen Früchte besitzen alle die Stoffe, die wir als Nähr= und Geschmackstoffe bezeichnen: Fruchtzucker, Eiweiß, Fruchtsäure, aromatische Pektinstoffe, Oele usw. Die baumreifen Früchte können ohne Druck und Schlag abgenommen werden. Sie lassen sich daher sorgsam bei leichter Drehung des Stieles ernten. Werden die Früchte zu bald abgenommen, so welken sie. Besonders leicht welken die Früchte, die eine lederartige, rauhe Schale haben. Der Ausdruck rauhe Frucht ist richtig, denn den berosteten Früchten fehlt die Wachs= oder Catinschicht, durch die die Verdunstung des Wassers verhindert wird. Man hüte sich darum ganz besonders davor, die Reinetten zu bald zu ernten, da sie sonst unscheinbar und unansehnlich werden und im Keller einen faden Geschmack annehmen. Auch muß natürlich jede Verletzung der Schale und des lockeren Fleisches vermieden werden. Es empfiehlt sich darum, alle schadhaften Früchte zu verkaufen und von der Ueberwinterung auszuschließen. Darum sollte das Obst auch nicht ausgeschüttet, sondern ausgelegt werden. Das Obst darf nur an trockenen Tagen gepflückt werden. Feucht eingelegtes Obst hält sich nicht. Meist wird das Obst im Ueberwinterungsraum auf Horden gelagert. Die Früchte dürfen nur zwei=, höchstens dreifach, übereinanderliegen, da sie sich sonst drücken. Selbstverständlich ist wohl, daß jede Frucht mit Stiel geerntet werden muß. Birnen oder Aepfel ohne Stiel sehen nicht gut aus, auch wenu sie noch so groß und schön sind. Von Wichtigkeit ist der Ueberwinterungsraum. Da das Obst fremde Gerüche annimmt, so dürfen im Keller keine stark riechenden Flüssigkeiten usw. aufbewahrt werden. Auch muß der Aufbewahrungsraum gut durchlüftet und ausgeschwefelt sein. Am besten zum Ueberwintern von Obst sind solche Keller geeignet, die keinen Zementbodenbelag besitzen. Keller mit Zementboden sind zu trocken. Der Keller, der zur Aufbewahrung von Obst dient, soll aber lieber etwas feucht als trocken sein. Natürlich muß der Oberaufbewahrungsraum kühl, jedoch frostfrei sein. Da sich selbst der Geruch modriger Keller oder Stubenluft dem Obst mitteilt, muß die Luft rein sein. Damit die Luft auch rein erhalten werden kann, muß der Obstaufbewahrungsraum Fenster zum Oeffnen haben. Zu feucht darf natürlich der Keller auch nicht sein, da sich sonst Schimmelpilze auf den Früchten bilden, die das Faulen des Obstes bewirken. Zu feuchte Keller müssen darum an sonnigen Tagen fleißig gelüftet werden. Wenn die Früchte welk werden, d. h. schrumpfen, so ist die Luft zu trocken. Entweder muß dann der Boden wiederholt mit Wasser besprengt oder feucht ausgewaschen werden. Da Licht und Wärme die Genußreife des Obstes beschleunigen, müssen die Räume, in denen Winterobst aufbewahrt wird, kühl und dunkel gehalten werden. Besonders zweckmäßig ist es, wenn der Obstlagerraum mit frischer Kallmilch getüncht wird, bevor man das Obst einbringt. Natürlich muß das Obst häufig, mindestens aber alle Wochen, kontrolliert werden, um verdorbenes Obst zu entfernen. Geschieht das nicht, so werden von den faulen Früchten die gesunden angesteckt. Das Obst ist dann genußreif, wenn es aromatisch riecht. Dann hat sich die ursprünglich grüne Farbe in ein schönes Gelb verwandelt. Erst dann, wenn diese Kennzeichen der Obstreife eingetreten sind, genieße man das Obst, da es dann seinen größten Wohlgeschmack besitzt. Läßt man das Obst zu reif werden, so wird es mehlig und ist dann weniger saftig. Obsterzeugnisse aus Falläpfeln. Die Verwertung von Falläpfeln war bisher nur im geringen Umfange im Gebrauch. In diesem Jahre fordert die Verwertung des Fallobstes zur Sparsamkeit. Ganz besonders sind es die Apselbäume, die je nach Sorte mehr oder weniger Fallobst bis zu ihrer Ernte liefern. Auch das Fallobst muß nutzbringend verwandt werden. lassen sich aus ihm ganz vorzügliche Dauererzeugnisse wie Gelee, Mus, Marmelade, Kraut usw. herstellen. 1. Apfelmus als Zuspeise sollte zum Mittagstisch nie fehlen, da es sehr gesundheitsfördernd ist. Die Herstellung desselben erfolgt wie nachstehend angegeben. Die zerteilten Früchte werden gewaschen und kleingekocht, dann durch ein Sieb getrieben und das Fruchtmark nach Belieben mit Zucker vermischt. Der Wohlgeschmack des Muses kann noch durch eine kleine Beigabe von abgeriebener, Zitrone und feinem Zimmt erhöht werden. Das mus###sich in Konservengläsern oder=büchsen sehr gut aufbewahren. 2. Zur Herstellung von Apfelkraut kommen besonders Süßäpsel in Frage. Es lassen sich jedoch auch Falläpfel aller Art dazu gebrauchen Nachdem die Früchte zerteilt und gesäubert, werden sie gewaschen und vorgekocht, worauf dann der Saft abgepreßt und ohne Zuckerzusatz in möglichst flachen Gefäßen eingedickt wird. Hat man viele unreife und saure Früchte verwandt, so füge man auf einen Liter Saft etwa 125 Gramm Zucker hinzu. Die Aufbewahrung erfolgt am besten in nicht zu großen Steinguttöpsen. 8. Für die Herstellung von Apfelmarmelade empfiehlt sich die folgende Methode ganz besonders. Die Bereitung erfolgt wie oben beim Apfelmus, nur ist zur Haltbarmachung des Erzeugnisses ein längeres Einkochen des Fruchtmarkes und ein größerer Zuckerzusatz(etwa 500 bis 625 Gramm auf 1 Kilogramm Mark) ersorderlich. Sehr vorteilhaft ist, falls die Früchte reif waren, ein Zusatz von 2 bis 3 Gramm Zitronensätre auf 1 Kilogramm Fruchtmark. Die Marme###e wird aufbewahrt in Gläsern, Porzellan= oder Steinguttöpsen von etwa 500 Gramm Inhalt. Die Gesäße werden am besten mit Veraamentvavier geschlossen. 4. Gelee. Die zerteilten Früchte werden gesäuber., gewaschen und in einem passenden Topf mit einer gerade bedeckenden Wasserzugabe weichgekocht. Dann wird der Saft abgepreßt und unter Beigabe von 375 bis 500 Gramm Zucker auf das Liter(je nach Geschmack) bis zur Geleeprobe unter tüchtigem Abschäumen eingekocht. Um dem Erzeugnis einen kraftigen Geschmack zu verleihen, setzt man dem Saft auf ein Liter 2 bis 3 Gramm Zitronensäure hinzu. Die fertige Masse wird dann in nicht zu große Gläser, die durch Pergamentpapier geschlosseh werden, gefüllt. Viehzucht. Welche Milch ist zum Buttern zu verwenden? Das Fett, aus dem die Butter gewonnen wird, ist in der Milch in Form von ganz kleinen, nur durch das Mikroskop wahrnehmbaren Kügelchen von verschiedener Größe enthalten, die mit dem Worte„Emulsion“ bezeichnet werden. In jedem Liter Milch sollen sich nicht weniger als 5 Villionen solcher Fettkügelchen befinden. Da in neuerer Zeit in sehr vielen Betrieben die Milch durch Zentrifugen entrahmt wird, also diese Fettkügelchen durch Schleuderbewegung von den übrigen Bestandteilen der Milch getrennt werden, ist es von Vorteil, wenn die zum Verbuttern vorgesehene Milch von gleich guter Beschaffenheit ist, und zwar aus folgendem Grunde: Die Entrahmung geht um so schneller vor sich und vollzieht sich um so vollkommener, je größer und gleichmäßiger die Fetttügelchen sind. Die kleineren Fettlugelchen folgen, da sie ein zu geringes Eigengewicht besitzen, nicht mehr der Zentrifugalkraft und laufen infolgedessen mit der entrahmten Milch ab. Auf diese Weise entsteht zwar kein Verlust an Masse, wohl aber an Geldwert, wenn der Produzent beide Artikel oder die entrahmte Milch auf den Markt bringt; und letzterer ist nicht unbedeutend.— Die größten Fettkügelchen liefern neumilchende Kühe. Sonst spielt auch die Rasse eine große Rolle, so sind die Allgäuer, die Jerseys und besonders auch die Braunviehgruppen der Höhenrassen gute Butterlieferanten. Ganz wesentlich wirkt das Futter auf die Bildung vorwiegend großer Fettkügelchen ein. Je üppiger die Fruhjahrs= und Sommerweiden sind, je stärkehaltiger das Heu ist, und je fetter und jünger der Grünklee verfüttert wird, desto fettreicher ist die Milch, und desto zahlreicher und größer werden auch die Fettkügelchen. In dieser Beziehung ist sogar in jedem Gemelk ein wesentlicher Unterschied zu verzeichnen, und zwar ist die dem Euter zuerst entnommene Milch fettärmer und aus vorwiegend kleineren Fettkügelchen zusammengesetzt, als der letzte Teil desselben Gemelks. Ferner ist die Morgenmilch bedeutend fettärmer und führt kleinere Kügelchen, als die Mittags= und besonders die Abendmilch, die viel gute Butter liefert. Der Wert des Trockenstehens der Kühe vor der neuen Kalbung wird vielfach nicht voll erkannt, trotzdem dieses eine Rotwendigkeit ist, um die Sggr, zgn,zgue guten Milchleistungen zu halten. Für gewo," Ritt das Trockenstehen bei der Mehrzahl der Kuhe zur gegebenen Zeit von selbst ein, wo es nicht der Fall ist, muß es durch knappere Fütterung und allmählich einsetzendes Ueberschlagen einer oder mehrerer Melkzeiten bei einem Ausmelken erzielt werden. Stellen sich dabei jedoch Euterbeschwerden ein, so muß notgedrungen weitergemolken werden, nach einigen Tagen ist aber das Ueberschlagen einer Meltzeit erneut zu versuchen. Gartenbau. Die Hagebutte. (Nachdruck verboten.) Von den vielen Beeren, die uns Feld und Wald liefern, sollte die Hagebutte, die Frucht des wilden Rösleins, viel mehr beachtet werden. Warum pflanzt man nicht an den Drahtzäunen der Schrebergärten Heckenrosen an? Ganz abgesehen davon, daß in solchen Hecken die Singvögel, unsere Helfer beim Vertilgen des Ungeziesers, Schutz finden, bieten diese Hecken vom ersten Frühjahr an auch einen schönen Anblick. Im Herbst kommt dann zum Dank sogar noch eine Ernte für uns. Man beachte aber beim Anpflanzen, daß man solche Pflanzen bekommt, die brauchbare Früchte liefern. Die Hagebutte, die an beiden Enden spitz zuläuft, ist für die Küche unbrauchbar, während die Frucht, die am Stengel breit und nach dem Köpfchen hin spitz wird, eine prachtvolle Marmelade ergibt. Zu dem Zweck schneidet man Stiel und Köpfchen ab, teilt die Frucht in zwei Längshälften und entfernt die Kerne. Die Früchte werden dann mit wenig Wasser weich gekocht und durch ein Sieb gerührt. Die Marmelade wird entweder mit Zucker eingekocht oder so sterilisiert. Sie ist vorzüglich zu Kürbis= und Apfelmus. Die Kerne geben einen sehr schmackhaften Tee. Man kocht sie eine halbe Stunde, läßt sie 1 bis 2 Stunden in der Kochkiste ziehen und gießt sie ab. Der Rest der Früchte, der beim Durchrühren übriggeblieben ist, wird mit wenig Haserflocken zu einer wohlschmeckenden Suppe verkocht. Schwerter Zeitung Vom Rindfleisch und Wild gilt schließlich noch durch längere Lagerung das Fleisch nicht nur mürde sondern daß es auch bedeutend an Wohlgeschmack gewinnt. Am im Winter Schnittlauch ernten zu können, nimmt man denselben im Herbst aus der Erde und pflanzt ihn mit etwas Ballen in Töpfe oder Kästen. Bis der Lauch eingewurzelt ist, hält man ihn kühl, etwe im Keller, dann erst bringt man ihn ins warme Zimmer, möglichst nahe ans Fenster, damit er grün wird. Man gieße hinreichend, aber nicht zu viel, sonst sault der Schnittlauch. Von einer Pslanze kann man 2—3mal ernten. 6s. 154 Gemeinnütziges. (Nachdruck verboten.) Ausbessern von Hausschuhen. Zerrissene Filzsohlen kann man leicht selbst ausbessern, wenn man über Stoffoder Tuchflecke oder alten Filz verfügt. Aus diesem Material schneidet man Stücke von der Größe der durch gelaufenen Stellen, bestreicht sie mit ziemlich dick gegekochtem Leim und legt sie fest auf die schadhafte Stelle auf. Man kann auch ganze Sohlen auf diese Weise aufkleben, da der Leim ausgezeichnet hält und die Flecke bezw. Sohlen sehr fest mit dem Schuh verbinden. Ebenso kann man innen Stoffsohlen einkleben. Zum Ueberkleben von durchgestoßenen Spitzen oder anderen Schäden an dem oberen Teil des Schuhes verwende man festen, aber dünneren Stoff. Besonders haltbare Sohlen für Hausschuhe erhält man aus Resten von Möbelplüsch. Eine solche Sohle ist dauerhafter, als eine solche aus Linoleum. Man kehrt die Plüschseite nach außen und bestreicht die Rückseite, wie oben angegeben, mit Leim, oder näht die Sohle fest. Bei trockenem Wetter kann man damit auch auf der Straße gehen. Frau Maria. 206 Das Wannenbad wird gewöhnlich in einer Temperatur von 24 bis 25 Grad Reaumur gegeben. Des Badens ungewöhnte Personen gehen um 2 bis 3 Grad höher. Zu einer vernüftigen Gesundheitspflege ist regelmäßiges Baden unbedingt nötig. Jeder Mensch, der sich vor Krankheiten möglichst schützen will, sollte wöchentlich wenigstens ein bis zwei Wannenbäder nehmen. Ist jedoch solches nicht möglich, so ist es ratsam, regelmäßig Abwaschungen des ganzen Körpers mit 18 bis 24 Grad Reaumur Wasser vorzunehmen, um die Hauttätigkeit rege zu erhalten. Etwas von der Wildkatze. (Nachdruck verbolen.) Die Wildkatze kommt auch in Deutschland vor. Namenthat sie ihren ständigen Wohnsitz in Rheinland, falen, Thüringen, Harz, Rheinhessen, Elsaß=Lothringen pin. Der wildfarbige Körper ist bald auffallend., Juld dunkler gefärbt. Sie gilt im allgemeinen ais Raubtier, doch kann sie auch dem Landwirt durch Mäusevertilgen usw. nützlich werden. Doch schadet sie der Jagd, weil Vögel, Fische und sonstiges Kleinwild ihr zum Opfer fällt. um meisten hält sich die Wildkatze in dichten Nadelholzwaldungen, Felsklüften, Dachsbauen usw. auf, um nicht allein hier zu lagern, sondern auch das Paarungsgeschäft vorzunehmen. Vögel, welche in hohlen Bäumen nisten, fallen sowohl dem Kater wie der Kätzin zum Opfer, weil die Wildkatze gern hohle Bäume aussucht. Obgleich die Wildkaze Hauswirtschaftliches. Etwas für die Köchin. Kartoffeln, Rüben, Kohlarten, Salate und auch Obst werden vielfach erst geschält, so klein geschnittten, wie sie in den Kochtopf gelangen, und dann erst burch,#ur, spülung gereinigt. Hierdurch gehen natürlich diele nahrstoffreiche Säfte verloren, die das Wasser vollständig auslaugt oder doch minderwertig macht, indem sie sich zum großen Teil mit Wasser durchsetzen. Je kleiner diese Speisezutaten zerlegt gespult werden, desto bedeutender sind die Verluste durch Auswaschung. Die Reinigung muß deshalb, soweit als irgend angängig, vor dem Zerlegen und Zerkleinern vorgenommen werden. Bei Kartosseln empfiehlt es sich, der Sauberkeit wegen, sie nach dem Schälen schnell nochmals durch einen guß abzuspülen, sie aber nicht, wie es häufig g.schieht, langere Zeit zu wässern. Dasselbe gilt vom Fleisch, insbesondere vom Rindfleisch und Wildbret, das nur so weit mit Wasser behandelt werden soll, als es unbedingt im Interesse der Sauberkeit geschehen muß. Der Safteverlust ist beim Einlegen in Wasser und beim längeren Abspülen ein ganz bedeutender. Ihren Wohnsitz innehält, wandert sie doch aus. Nahrungsmangel eintritt. Das Bestreben, sich an Tagen zu sonnen, bringt ihr dermaßen Gefahr, daß der Jäger sie leicht erlegen kann. Im Frühjahr und Sommer, wenn das Wild der Niederjagd Junge hat, schleicht die Wildkatze an dessen Brutplätze und frißt die Jungen m Haut und Haaren. Laichende, stillsitzende Fische haben viel unter diesem Räuber zu leiden. Der Kater ist der Haupträuber, der namentlich in der Nacht sein Geschäft besorgt" und auch Maulwürfe frißt. Will man auf die Wildkatzenjagd gehen, so ist ein guter Hund, sich nicht fürchtet, in erster Linie notwendig. Denn nichts fürchtet die Wildkatze, namentlich der Kater, mehr als den Hund, der sie nicht aus den Augen läßt. Verbellt der Hund die Wildkatze, so ist sie leicht zum Schuß zu bringen. Doch soll man sich hüten, eine im Baum sitzende oder an Felsklüften ruhende Wildkatze über sich zu schießen, weil es möglich sein kann, daß sie auf ihren Angreifer abspringt. Mit nicht genügend scharf vorgehenden Hunden nimmt der Kater, der meist 14½ Pfund schwer wird, pfauchend den Kampf auf. Wird sie nur verwundet, so steigt ihr Kampfesmut. Ein Dachshund eignet sich für das Abwürgen der Wildkatze in einem geräumigen Erdbau vorzüglich, während aber auch der Foxterrier, auf Waldflächen, an Bergen usw. durch sein schnelles Laufen gute Dienste leistet. Denn sehr häusig wittert die Wildkatze den Jäger nebst Hund und läuft davon. Da aber der Foxterrier schneller läuft als die Wildkatze, so ist sie für den Hund geliefert. Meist faßt der Hund im Laufen die Wildkatze von hinten im Genick und zerbeißt die Luftröhre. Bei sehr kräftigen Wildkatzen, die auch da und dort wohl 16½ Pfund schwer werden kann, hat ein kleiner Die Paarungszeit fällt in den Februar; die Jungenderen Zahl zwischen 4—6 Stück schwankt, kommen inz April zur Welt. Um junge Wildkatzennester zu vertilgen muß man von anfangs April bis aufangs Mai die Fuch und Dachsbaue untersuchen. Auch für diese„. Hachahm Dachghund ein vortreßsicher Allirger. Micd der.... sachgemäß für diesen Zweck abgerichtet, so holt er zu.weniger Spitzmäuse in der Gegend sind, desto mehr räubert sie Kleinmild.