f#gelnätzige Beilagen: Scwerter Hausfrau und Mutter. Aus dem Reiche der Mode. 5 Heimetblätter. u Lustiges Allerlei. Kinderzeitung: Uaser Blatt. n UnterHhaltungs- u. Romandeilage. n Spiel, Sport und Curnen. n Ledensdild. Kuut u. Wilsen. n Gartenratschlöge. Verduncken mit: Schmerter un Schwerter Vollszeitung Schwerter Velksbiatt A Delchotener Zeitung Zeitung Langscheder Zeitung Belzwicheder Zeitung Amtliches Kreisblatt für den Kreis Bürte. Erstes und Steiter Cagerorgan des Kreiles.— Generalanzeiger für den Kreis Hörde. Die Schumm Sihumr achcne verktöglich. n Haupigeschäftsstelle, Druck und Verlog: Carl Braus. Celegr. Adt.:Braus, Schwerteruhr. Cel. 62. Postscheck Dortmund 2852 Verantwortliche Schriftleitung. Karl Richter; Stadt imd Provinz Friedr. Kraas; sämtlich in Schwerte Nr. 210 Donnerstag, 7. September 1922 55. Jahrgang Zum Geleit. O Nur vor dem selbstlos für andere arbeitenden Menschen taucht das große Ackerfeld Gottes aus dem Nebel der Zukunft empor. Mögen die Anfänge des Werdens, das er schaut, noch gering sein, er sieht schon das Aehrenfeld wogen, das nach unverbrüchlichen Gesetzen zur Reife kommen muß. Führt die Menschen auf den Acker der Arbeit für andere, und ihr öffnet ihnen das Tor der ewigen Welt. Lehrt sie den Weg des dienenden Menschensohnes gehen, und ihr schenkt ihnen die Hoffnung, die nicht sterben kann. Ludwig Heitmann. Neueste politische Reichskanzler Dr. Wirth empfing gestern vormittag den amerikanischen Botschafter in Berlin zu einer längeren Unterredung. * Reichsfinanzminister Dr. Hermes hielt bei seinem Besuch im Reichsfinanzbof eine längere Ansprache, in der er erklärte, daß ein gedeihliches Wirken der Finanzverwaltung nur möglich sei, wenn diese vom Vertrauen des Volkes getragen werde. Der Ueberwachungsausschuß des Reichstages, das Kabinett und der Reichsrat haben der mit der Spitzenorganisation vereinbarten Erhöhung der Teuerungszuschläge ihre Zustimmung erteilt. Der Verkehrsbeirat beim Postministeri um billigte die von der Post geplanten Vereinfachungs= und Beschränkungsmaßnahmen und forderte deren schleunige Durchführung. Als Ausgangspunkt für die neuen Postgebühren stimmte er einer Verdoppelung der Gebühren für Briessendungen zu. Die übrigen Erhöhungen sind enisprechend. * Die diesjährigen Herbstübungen des Reichsheeres innerhalb der einzelnen Sektionen auf den Truppenübungsplätzen werden Mitte September abgehalten. Der Verein deutscher Zeitungsver leger hat in seiner letzten Vorstandssitzung in * Peimar eine Entschließung gefaßt, die sich scharf gegen die in letzter Zeit zahlreich ergangenen Zeitungsverbote auf Grund des Schutzgesetzes wendet. Deutsch=f Ein Sachleistungsabkommen zwischen Stinnes und der französischen Wiederaufbaugesellschaft liegt jetzt im Wortlaut vor. Es seien daraus folgende Punkte wiedergegeben: Herr Stinnes hat mit Herrn Lubersac folgendes vereinbart: Herr Hugo Stinnes schlägt vor und Herr Lubersar akzeptiert als Vermittlungsstelle für die Ausführung der Sachlieferungen die Aktiengesellschaft für Hoch= und Tiefbau in Essen gemäß dem Abkommen von Wiesbaden und Berlin. Die Hoch= und Tiefbaugesellschaft ist berechtigt, für die allgemeinen Unlosten und den Nutzen einen Aufschlag zu berechnen, der sich in keinem Falle über 6 Proz. der Preise erheben darf, den sie in Deutschland für die gelieferten Waren gezahlt hat. Der Betrag dieser Aufschläge wird in den Summen mit einbegriffen, die Deutschland für die tatsächlichen Sachlieferungen gutgeschrieben werden. In diesen Summen, die Deutschland gutgeschrieben werden, sollen ebenfalls die erwaigen Kosten einbegriffen sein, die aus den Leistungen entstehen, die zwecks Finanzierung dieser Verträge mit einem Bankenkonsortium unter Führung der Dresdner Bank vereinbart werden. Die Hoch= und Tiefbaugesellschaft wird unter ihrer Verantwortung die Bestellungen gemäß den bestehenden Vorschriften der deutschen Regierung erteilen. In Anbetracht des außerordentlichen Umfanges der Lieferungen behält sich die Hoch= und Tiefbaugesellschaft das Recht vor, sich unter ihrer Verantwortung mit anderen deutschen Firmen zusammenzutun, die für das Wiederaufbauwesen besonders erfahren sind. Herr Stinnes erklärt, daß es zur verstärkten Lieferung von Baumaterialien, wie Zement, Ziegelsteinen, Kalk, Dachziegeln, nötig sei, daß ein bestimmter Prozentsatz der monatlich von Deutschland an Frankreich zu liesernden Kohlenmengen freigegeben wird, ein Prozentsatz, der dem für die Fabrikation dieser Materialien unbedingt nötigen Verbrauch entspricht. Die Verteilung dieser Kohlen auf die verschiedenen Betriebe wird Sache der Firma Hugo Stinnes in Verbindung mit dem Rheinisch=Westfälischen Kohlensyndikat sein. * Der Vertrag, der zwischen Stinnes für die deutsche Industrie mit den Geschädigten in Frankreich für Wiederaufbauarbeiten im großen Umfang abgeschlossen ist, dürfte von erheblicher außen= und innerpolitischen Bedeutung werden. Wenn ursprünglich die Absicht bestanden hat, schon an das Angebot der Kohlen= und Holzindustrie bestimmte politische Forderungen im Sinne einer Erleichterung unserer Lasten zu stellen, so ist man doch wohl im letzten Augenblick davon abgegangen.“ Die Anweisungen. die Staatssetretär Schröder zu den Verhandlungen in Paris mit auf den Weg gegeben worden sind, haben die Billigung der führenden Männer der deutschen Industrie gefunden und er hat danach gehandelt, indem er von einer Revision der Friedensvertrages und Zurückziehung der fremden Truppen aus dem besetzten Gebiet noch nicht gesprochen hat. Da jedoch aller Voraussicht nach die zwischen Stinnes und dem Marquis de Lubersagetroffenen Abmachungen noch wesentliche Erweiterungen erfahren werden, dürfte in nicht zu ferner Zeit der richtige Augenblick gekommen sein. vor dem Abschluß bestimmte politische Forderungen in jener Richtung zu stellen. Vorläufg jedoch scheini es zweckmäßiger, auf die Wirkung der neuesten Wendung der Dinge in Frankreich selbst zu warten. Im französischen Volk muß sehr schnell die Erlenntnis dämmern, daß die Wiederaufbauarbeit längst hätte bewerkstelligt sein„können, wenn die französische Regierung nur gewollt lätte. Privatnachrichten aus Paris scheinen darauf hinzuweisen, daß das Ministerium Poincaree nicht mehr allzu fest im Sattel sitzt. Vorläufig also ist es zweckmässig, in dieser Richtung Zurückhaltung zu üben. Man darf auch annehmen, daß namentlich England sich keineswegs durch weitgehende industrielle Abmachungen zwischen Frankreich und Deutschland bedroht fühlen werde. Ob die neue Wendung auch innerpolitische Folgen haben wird, läßt sich noch nicht genau übersehen. Natürlich wird auch dadurch die Frage eines Eintritts der Deutschen Volkspartei in die Reichsregierung wieder neu zur Erörteung gestellt, zumal die bevorstehende Einigung zwischen Mehrheitssozialisten und Unabhängigen von selbst die Frage der Erweiterung der Regierung aufrollt. Entscheidende Schritte werden aber wohl erst erfolgen, wenn man weiß. in welcher Form die Einigung erfolgt und was für Forderungen dann an den Reichskanzler gestellt werden. K uraufhaltsame Anwachsen der Teuerung. Die Reichsindexziffer für Lebensmittel ist nach #den Erhebungen des Statistischen Reichsamtes über die Aufwendungen für Ernährung. Heizung. Beleuchtung und Wohnung im Durchschnitt des A Monats August auf 7029 gegenüber 4990 im Juli stiegen. Die Steigerung beträgt 4,9 v. H. und A#übertrifft somit den Steigerungssatz von 32 v. H. ##vom Juni zu Juli noch erheblich. Die Reichsin#derziffer für Ernährungskosten stellt sich im Durchschnitt des Monats August auf 9743. Sie ist segenüber dem Vormonat mithin etwas stärker ##als die Gesamtausgaben gestiegen. Fast sämtliche #Lebensmittel, Kartoffeln und Gemüse ausgenomAnen, zogen weiter siark im Preise an. Auch Heige #und Leuchtstoffe wurden erheblich teurer. Eine Entschließung der Ernährungsminister. Die Konferenz der Ernährungsminister, die Montag und Dienstag unter dem Vorsitz des Alleichsernährungsminister. Fehr in Hamburg tagt, dat eine Entschließung gefaßt, in der es u. a. ißt: Die Konferenz ist einmütig der Ueberzeugung. daß alle Maßnahmen getroffen werden müssen, die sauf eine sparsame und zweckmäßige Verwendung er vorhandenen Nahrungsmittel im Inlande hinRelen und daß auch auf eine erträgliche Preisge== saltung hingewirkt werden muß. Sie sprach sich d'aher für ein Verbot der Herstellung von StarkVeren und im übrigen für eine Einschränkung der Eierherstellung aus. Sie hält es weiter für notEine amerikanische Finanzaktion! Verhandlungen zur Stabilisierung der Wechselkurse. Ein belgischer Garantieberschlag. Nach einer Meldung der United Preß haben die Vereinigten Staaten den ersten Schritt unternommen, um in die wirtschaftlichen Angelegenheiten Europas einzugreifen. Dieser Schritt soll darin bestehen, daß die amerikanische Regierung bereits offiziöse Verhandlungen mit großen europäischen Banken angeknüpft haben soll, um gemeinsame Schritte zur Stabilisierung der Wechselkurse zu unternehmen. Es sei möglich, daß aus diesen Besprechungen die Einberufung einer großen internationalen Konferenz hervorgehe. Wie weiter gemeldet wird, wurden die Verhandlungen auf Veranlassung des Präsidenten Harding vor einiger Zeit begonnen, und zwar besonders mit den Banken der Länder, deren Wechselkurs dem Dollar sehr nabesteht, also Englands, der skandinavischen Länder und Spaniens. Die Regierung der Vereinigten Staaten hat den amerikanischen Finanziers noch keinen endgültigen Plan vorgelegt, aber in gutinformierten Kreisen glaubt man, daß die Washingtoner Regierung nunmehr ernsthafte Schritte unternehmen wird. * Man wird gut tun, von diesem Schritt Amerikas nicht allzu viel zu erwarten Die Länder mit starker Valuta mögen ja vielleicht ihre Wechselkurse untereinander stabilisieren können. Die Stabilisierung der deutschen Mark, der österreichischen Krone, der polnischen Mark oder gar des Sowjetrubels wird aber selbst dem Lande der unbegrenzten Möglichkeiten nicht möglich sein. Der Pariser„Matin“ und der„Oevre“ veröffentlichen Informationen ihrer Brüsseler Vertreter, die von Delaeroix und Bemelmans, den belgischen Unterhändlern mit Deutschland, stammen In diesen Informationen heißt Die belgische Delegation erwartet in Berlin positive Vorscbläge von Seiten der deutschen Regierung. Sie wünscht, daß die von Deutschland zu leistenden Garantien derart seien, daß Belgien, wenn es in die Lage komme, die 270 Millionen Goldmark ganz oder zum Teil mobilisieren zu müssen, diese ohne Schwierigkeit bei einer ausländischen Bank echalte. Wenn beispielsweise sich die Reichsbank verpflichte, an einem entsprechenden Teil ihrer Goldreserve, was auch kommen werde, nicht zu rütteln, so werde Belgien keineswegs darauf bestehen, daß dieses Gold irgendwo anders deponiert werde, da es sicher sei, daß auch die Banken, die für diese Diskontierung in Frage kämen, eine solche Verpflichtung der Reichsbank als genügende Garantie ansehen würden. Wenn Deutschland auf einen Vorschlag dieser Art nicht eingehe, ohne gleichzeitig andere genügende Sicherheiten zu geben, dann werde Belgien auf der Hinterlegung in Gold bestehen. Wenn Deutschland auch dieser Verpflichtung nicht nachkommen sollte, dann müsse Belgien an die Reparationskommission appellieren, damit diese ihren Beschluß vom 31. August aufhehe und die vorsätzliche Nichterfüllung von Seiten Deutschlands feststelle. Es sei jedoch höchst unwahrscheinlich, daß es dazu kommen werde. wendig, daß die Verwendung von Inlandszucker für Likör, bei der Herstellung von Branntwein, Schokolade und Süßigkeiten alsbald verboten wird. Inlandszucker ist in erster Linie der Bevölterung zum Mundgebrauch zuzuführen. Auf dem Gebiete der Brotversorgng muß die Umlage in ihrer gesetzlich sestgelegten Höhe durchgeführt werden. Von den Strasandrohungen muß unnachsichtlich Gebrauch gemacht werden gegen die, die andere auffordern, sich der Ablieferung der Umlage zu widersetzen. Die Ausgestaltung der Kinderspeisungen und öffentlichen Speisungen und Abgabe von Lebensmitteln an besonders Bedürftige zu ermäßigten Preisen wird geprüft werden müssen. Verhandlungen mit der Landwirtschaft. Fragen der Levensmittelbeschaffung waren Gegenstand von Verhandlungen, die im Reichsernöhrungsministerium mit Vertretern der Landwirtschaft stattgefunden haben. Irgendwelche Beschlüsse wurden nicht gefaßt; es handelte sich in der Hauptsache nur um eine allgemeine Aussprache. Insbesondere wurden die landwirtschaftlichen Vertreter über einige Vorschläge des Ministeriums unterrichtet, besonders über die Gestaltung der Preise für Umlagegetreide. Außedem wurde die Kartoffelversorgung und die Durchführung der Kartoffellieferungsverträge sowie der Plan zu einer gorßzügigen Massenspeisung besprochen. Ueber diese letzte Frage wird in der nächsten Zeit noch mit dem Reichskanzler beraten werden. Forderungen der Gewerkschaften. Die Gewerkschaftsvertreter unterstrichen in der gestrigen Besprechung mit dem Reichskanzler die von ihnen vor 10 Tagen dem Reichskanzler gemachten Vorschläge und bedauerten, daß bisher nur auf Teilgebieten entsprechende Maßnahmen von der Reichsregierung durchgeführt worden seien. Insbesonders beionten die Gewerkschaftsvertreter. daß zur Verhinderung des wirtschaftlicven Chaos eine zwangswirtschaftliche Regelung in irgend einer Form nicht zu umgehen sei. Die Gewerkschaften legten auf folgende drei Vorschläge besonderen Wert: 1. Verschärfung der Wuchergesetze. 2. Abschaffung des freien Handels. 3. Ablehnung der Forderungen der Landwirtschaft auf Erhöhung des Preises für Umlagegetreide. Ueber diese Fragen soll Ende nächster Woche unter Einziehung des Ernährungsministers und Landwirtschaftsministers gesprochen werden. * Das sozialistische Einheitsprogramm. Der Vorwärts veröffentlicht das Einheitsprogramm der vereinigten deutschen Sozialdemokratie im Wortlaut. Es umfaßt 8 Punkte: 1. Schutz der Republik. 2. Kampf gegen die Klassenjustiz. 3. Finanz= und Wirtschaftspolitik. 1. Sozialpolitik. 5. Volksgesundheits= und Erziehungswesens. 6. Internationale Politik. Zu Punkt 1 wird u. a. gefordert: Der schärfste Kampf gegen die Bestrevungen zur Wiederhersteilung der Monarchie. Ausgestältung der Reichowehr zur zuverlässigen Verzeidigungswaffe der Repuplik, Feitigung der Reichoeinheit. Ausbau der Republik zum organisch gegliederten Einheitsstaat. Zu 2 Umgestaltung deo gesamten Rechtswesens nach sozialistischen Grundsätzen, Zusammensetzung der Richtertollegien aus allen Volksschichten, entscheidende Mitwirkung gewählter Lasenrichter in allen Zweigen der Justiz. Abschaffung der Todesstrafe, völlige Gleichberechtigung der Frauen. Zu 3 grundsätzliche, umfassende Finauzreform. die auf dem Prinzip der Quellenbesteuerung und der gleichmäßigen Verteilung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit aufgebaut sein soll, unmittelbare Beteiligung des Reiches an dem Ertrage der Kapitalisten und Unternehmungen. Schutz der Arheitskräfte durch Ausbau der sozialistischen Gesetzgebung, Abwehr aller Angriffe auf den Achtstundentag. * * Zu 5 Vergesellschaftlichung des Gesundheitswesens, der Erziehungs= und Bildungseinrich tungen. Einheitsschulen mit weltlichem Charatter Erklärung der Religion zur Privatsache. Zu 6 Fortsetzung einer Außenpolitik der Verständigung und des Wiederaufbaues, unter Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit Deutschlands. Kampf gegen die imparalistische Politik. Aus Stadt und Land. Schwerte, 7. Septemver. 1566 1031 Gustav Die griechische Niederlage. Besserung der Lage? London, 6. Sept. Einer Reutermeldung aus Athen zufolge bessert sich die Lage weiter für die Griechen. Der Wechsel im Oberkommando scheint einen günstigen Eindruck gemacht zu haben. Die Lage der südlichen Streitkräfte bei Eski Schehir wird in jeder Beziehung als sicher betrachtet. Paris, 6. Sept. Nach einer Havasmeldung aus Athen hat der französische Gesandte gestern aus Paris Instruktionen erhalten, mit den alliierten Gesandten einen Kolektivschritt bei der griechischen Regierung bezüglich der Konferenz von Venedig zu unternehmen. Man betrachtet es als sicher, daß die griechische Regierung einwilligen werde, sich an der Konserenz zu beteiligen. Ihre Delegierten werden Gunaris und Stratos sein. Griechisches Dementi. Paris, 6. Sept. Nach einer Havasmeldung aus Athen wird dort die Nachricht, daß die Griechen um Vermittlung der britischen Regierung zwecks Abschluß eines Waffenstillstandes baten, dementiert. Außer der Uebermittlung einer Darlegung der wirklichen militärischen Lage an die britische Regierung auf deren eigenen Wunsch hat die Atbener Regierung keinerlei Schritte unternommen, weder in London noch anderswo. Ein Sündenbock. Athen, 6. Sept. Den Blättern zufolge wurden der ehemalige türkische Bürgermeister von Smyrna und sechs bekannte türkische Persönlichkeiten unter der Anklage, eine blutige Volkserhebung vorbereitet zu haben, festgenommen und nach Athen gebracht. Sie sollen in Verbindung mit den kemalistischen Streitkräften gestanden haben, die ihnen Waffen und Munition geschickt hätten. Der ehemalige Bürgermeister soll in dem Augenblick festgenommen worden sein, als er versuchte, Bomben zu verteilen. Smyrna mit Flüchtlingen überfüllt. Athen, 6. Sept. Aus Smyrna wird gemeldet, daß sich ein ungebeurer Flüchtlingsstrom aus dem Innern Kleinasiens nach der Küste zu ergießt. Alle Fremden lassen Hab und Gut im Stich und suchen in Smyrna Schutz, da türkische Massakers befürh tet werden. Die Unterstützungsorganisationen sind nicht in der Lage, den nach Tausenden zählenden Flüchtlingen Unterkunft und Verpflegung zu gewähren. Auch die im Hafen liegenden Schiffe können nur zum Teil die Obdachlosen aufnehmen. Von den Behörden sind alle sanitären Maßnay men getroffen worden, um Seuchen und Epidemien zu vermeiden. Venezielos Erinnerungen. Graf Iriny stirbt den Heldentod. Schlacht bei Breitenfeld. Sieg Adolfs über Tilly. 1714 Ende des spanischen Erbfolgefrieges. 1902 Der Tonkünstler Franz Wüllner gest. Die Herbst Kartoffelversorgung. Von Lendwirtschaftlicher Seite wird folgen#es geschrieben: Vor einiger Zeit wurde in der Presse darauf hingewiesen, daß von landwirtschaftlicher und delsseite die genügende Stellung von Waggons für die Kartoffelversorgung beantragt worden ist. Es ist aber unbedingt erforderlich, daß auch die gesamte Vevraucherschaft endlich die notwendige Einsicht dafür erbringt, daß die Kartoffelversorgung nur dann befriedigend gelöst werden kann, wenn die Verbraucherschaft versucht, mit allen Mitteln die Kartoffelabnahme in den Monat Oktober möglichst aber nicht in die Zeit nach dem 15. Oktober hinauszuschieben, weil die Verbraucherschaft glaubt, daß die Kartoffeln erst in dieser Zeit dinotwendige Haltbarkeit für die Winteraufspeiche rung aufweisen. Diese Annahme ist nicht nur falsch, sondern hat zum wenigsten in einem ebenso starken Maße wie die Waggongestellung dazu geführt, daß die Kartoffelknappheit entstanden ist. Gewiß gibt es bestimmte Kartoffelsorten, die erst nach Mitte September ausgereift sind. Diese Kartoffelsorten tommen für die zeitige Versorgung gar nicht in Frage, denn die Landwirte ernten, im eigenen Interesse, diese spät reifenden Kartoffeln entsprechend später. Sehr viele Kartoffel sorten sind vor Mitte September voll ausgereift und diese Kartoffeln sind auch schon im Frieden vor Mitte September in die Händlerhände für die Winterversorgung geliefert worden. Es ist deshalb unbedingt nowendig, daß die Bevölkerung, wenn die Kartoffeln nicht mit Fuhrwerk, sondern mit der Eisenbahn herangeschafft werden müssen, die Winterversorgung vom 15. September ab vornimmt und sich nicht auf spätere Abnahmen festbeißt, wie es bisher geschehen ist. Wenn in früeren Zeiten die Kartoffelverladung nicht zeitig genung eingesetzt hätte, so wäre auch früher die sichere Kartoffelversorgung nicht möglich gewesen. ** Was ist die Friedensmiete? Um allen Zweifeln über die Berechung der gesetzlichen Friedensmiete zu begegnen, wird amtlich mitgeteilt: Nach der Tendenz und der ausdrücklichen Bestimmung des Reichsmietengesetzes ist bei der Berechnung der gesetzlichen Miete grundsätzlich von dem Mietzins auszugehen, der für die mit dem 1. Juli 1914 beginnende Mietzeit tatsächlich gezahlt wurde. Le∆ Veneizelos, der in Paris weilt, ist nach dortigen Pressemeldungen nach Athen zurückberufen wegen der in Athen herrschenden allgemeinen Unzufriedenbeit mit der dorigen Regierung, diglich hierauf kommt es an, und es ist bedeutungslos, ob das Mieteinigungsamt unter der Höchstmietenanordnung einem Antrage des Vermieters auf Erhöhung der Friedensmiete stattgegeben hat. Nur in einem Falle ist die Entscheidung des Mieteinigungsamtes maßgebend, nämlich dann, wenn das Mieteinigungsamt vor dem 1. Juli 1922 die zwischen den Parteien streitige Höhe der Friedensmiete ermittelt und durch einen Beschluß festgestellt hat. In diesem Falle bildet der vom Mieteinigungsamt festgestellte und als vereinbart anzusehende Mietzins die Friedensmiete. Um einem weiteren Marksturz zu bremsen, hat sich die Regierung entschlossen, verschäcfte Maßnahmen zur Unterbindung der Einfuhr aller irgendwie entbehrlichen Waren zu treffen. Zu diesem Zweck ist die bisherige Einfuhrfreiheit für Rohtabak durch Bekanntmachung vom 30. August d. J. mit sofortiger Wirkung aufgehoben worden. Ebenso wird der Reichsernährungsminister auf seinem Gebiet Beschränkungen der Einfuhrfreiheit vornehmen. Gleichzeitig werden die Außenhandels= und anderen Bewilligungsstellen angewiesen, für diese Waren und eine Reihe anderer entbehrlicher bereits neue Einfuhrbewilligungen nicht mehr zu erteilen. Das Einfuhrverbot wird wieder aufgehoben, wenn ein genügender Zollschutz durch Erhöhung der Zölle erreicht ist. Der Reichswirtschaftsminister hat alsvald nach Erlaß des Einfuhrverbots für Rohtabak die an der Tabakindustrie beteiligten Kreise zu einer Besprechung bei sich eingeladen, die am Sonnabend dieser Woche stattfinden wird. * Personalie. Herr Dr. Erich Renz von hier bestand in Berlin die Gerichtsassessorprüfung. ** Falsche Reichsbanknoten zu 500 M. Von den seit Anfang d. J. dem Verkehr zugeführten Reichsbanknoten zu 500 c mit dem Datum des 7. Juli 1922 sind Fälschungen aufgetaucht, die als solche, da es sich um rohe Nachbildungen handelt, unschwer zu erkennen sind. Den Fälschungen fehlen teilweise die Hauptkennzeichen der echten Noten und zwar: der rechtsseitig befindliche himmelblau getönte Grund mit den eingewirkten roten Pflanzenfasern, sowie das auf echten Noten in der Durchsicht gut erkennbare Wasserzeichen, daß sich aus zwei seilartig verschlungenen Bändern zusammensetzt, von denen das eine mit dunkler Randbegrenzung die helle Wertzahl„500 A das andere umgekehrt mit heller Randbegrenzung, die dunkle, Inschrift„500 M“ trägt. Teilweise ist das Wasserzeichen sehr mangelhaft nachgeahmt. Vor Annahme dieser Nachahmungen wird gewarnt und ganz besonders empfohlen, bei der Prüfung der Noten auf das Vorhandensein des echten vorbeschriebenen Wasserzeichens und des echten Faserstreifens zu achten. * Wenn man 2 mal 2 fährt... Die Abwanderung in die 4. Wagenklasse ist in letzter Zeit, da Lebensmittel und Berleidung unglaublich schnell teuer geworden sind, immer mehr gestiegen. Fast alle Gesellschaftsschichten fahren jetzt 4. Klasse und fühlen sich dabei gar nicht so unbefriedigt. Allerdings hat die Reise„2 mal 2. Klasse“ die alte Gemütlichkeit eingebüßt. Heutzutage kommt es in der 4. Kl. vor, daß die Reisenden stumm nebeneinander stehen und sitzen, keiner will das öde Schweigen brechen, man liest Zeitungen, gähnt und schläft. Der Gruß des Einsteigenden wird nicht beachtet, Langeweile brütet im Abteil. Die strenge Schau nach allzureichlichem Gepäck spürt man kaum, aber im Punkte„Rauchverbot“ ist man energischer geworden. Schon früher war es auffallend, daß die Frauenabteile gerade von den Frauen gemieden wurden, sie sind meist leer. Es ist Tatsache, daß die Mehrzahl der Frauen sich unter der Männlichkeit wohler fühlt, als unter Geschlechtsgenossinnen. Wer ein bißchen Seelenkenner ist, weiß auch die vorliegenden Gründe. Erheiternd und ein wenig lächerlich wirkt es, wenn Männer versehentlich ins Frauenabteil klettern und in allerkürzester Frist praktisch und moralisch hinausbugsiert werden. ** Ein zeitgemäßer Nachruf. Wir lesen im Waldshuter Hochwächter:„Statt besonderer Meldung: Nachruf. Infolge eines gesetzgeberischen Attentats durch zwei rasche Schüsse 2. und 3. Lesung ist im Reichstag unser Aller herzensguter Freund und Gönner, der Tabak, aus dem irdischen Bereiche einer gutbürgerlichen Kaufmannsmöglichkeit in die unerreichbaren Himmelsgebilde der Valutisten und Kriegsgewinnler übergegangen. Alle, die den Entschwundenen als Zigarette, Zigarre, Pfeifenfüllung oder Priemchen gekannt, die seine Art, Gespräche und Denken zu würzen, seine unversiegbare Laune zu schätzen wußten, werden unseren Kummer ermessen. Im Auftrage der rauchhungrigen Hinterbliebenen. Ehre seiner letzten Asche.“ höheren Abteilungen noch nachstehende Auszeichnungen: Abt. 120 Silben pro Minute 1. Preis W. Beyer, 2. Pr. Emmi Schmuck, 3. Pr. Emil N. reling. Abt. 80 Silben: 1. Pr. Johanna Schulte, 3. Preise: Julius Brenzel. Erich Grieb, Elfriede Schneider und Willi Westerhoff. Das schöne Egebnis ist umso höher zu veranschlagen, als bei der Wertung der Arbeiten mit äußerster Schärfe vorgegangen wurde. Der verhältnismäßig kleine Verein kann auf dieses Ergebnis stolz sein. Nargarine wu brigen Händl Aus den Provinzen. Dortmund, 6. Sept. Eisenbahnzusammenstoß. Gestern nachmittag gegen 1,40 Uhr fuhr der Personenzug 493, von Bochum kommend, und in Dortmund=Süd 1,53 Uhr eintreffend, in der Station Lütgendortmund auf den dort haltenden Milchzug 6025. Drei Wagen wurden beschä digt. Bei dem Zusammenstoß kam der des Milchzuges, Heinrich Brümmers aus Gütersloh zu Tode, außerdem erlitten einige Reisende leichtere Verletzungen und Quetschungen. Dortmund, 6. Sept. 400000 Aerschwin delt. Verhaftet wurde am 31. Aug. der aus Wien stammende Kaufmann Wuest von Velberg, der durch Scheckfälschung bei einer hiesigen Firma eine Summe von ungefähr 400000 M erschwindelt hatte.„„ Lünen, 6. Sept. Neue Doppelschachi anlage. Die Gewertschaft August ThyssenHütte beabsichtigt, demnächst im benachbarten Lippholthausen mit dem Bau einer Doppelschachtanlage mit Nebenbetrieben und dem Bau eines Hafens am Kanal zu beginnen. Die Kosten dieser Anlagen sind auf 1½ Milliarden A veranschlagt. Padervorn, 6. Sept. Tödlicher Sturz. Der Kaufmann Drees kam mit seinem Rad bei einem Zusammenstoß mit einem Straßenbahnwagen zu Fall und erlitt einen Schädelbruch, dem er nach einigen Stunden erlag. Bielefeld, 6. Sept. Netter Heilsarmee mann. Hier wurde der Kapitän der Heilsarmte Rudolf Weigel festgenommen, der es verstanden hatte, der Heilsarmee nabestehenden Personen 2300 Schweizerfranken, 23 Dollar und größere Beträge in deutschem Gelde abzulocken. Von dem Gelde hatte er noch 36 K. Siegen, 6. Sept. Zwei tödliche Un glücksfälle. In dem Betriebe der Eiserfelder Steinwerke Käuser=Steimel wurde der Arbeiter Martin Hammer in dem Steinbruch durch her** Westhofen, 7. Sept. Stenografisches. Der hiesige Stenografen=Verein Stolze=Schrey errang auf dem Fernwettschreiben des Verbandes außer den bereits gemeldeten 4 Preisen in de en abfallende Erdmassen verschüttet. Der Verunglückte ist kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus gestorben. Auf der Grube„Eiserne Hand“ in Schutzbach wurden die Arbeiter Schneider und Walter Buchner durch die herumfliegenden Sprengstücke eines Sprengschusses schwer verlept. Schneider ist bald nachher gestorben. Bottrop, 6. Sept. Flucht vor dem polnischen Militärdienst. In dem ehemaligen Deutsch=Oberschlesien, das polnisch geworden ist, werden gegenwärtig Aushebungen für das polnische Heer vorgenommen; zu diesem Zweck erhalten sämtliche Männer im Alter von 19 bis Jahren Gestellungsbefehle und müssen sich innerhalb 24 Stunden bei den polnischen Kommandos stellen. So erhielten auch am 26. August 89 junge Leute in Myslowitz ihre Gestellungsbefehle. Diese kamen den Befehlen aber nicht nach, sondern zogen geschlossen über die polnische Grenze, flüchteten in das rheinisch=westfälische Industriegebiet und meldeten sich zur Arbeit auf den Zechen, wo sie bereits zum größten Teil angelegt worden sind. Hamborn, 6. Sept. Zu schweren Ausschreitungen kam es auf dem hiesigen Markt seitens der über die hohen Preise erbitterten Volksmenge. Zunächst schritt die Menge zum Selbstverkauf der Margarine und verkaufte diese das Pfund zu 50 M. Nach dem Ausverkauf der 1 Pare geplünde genen Geschäft erbeigeeilte P an. Die Let zungen, die 1 sen abzugeben, gegen, indem Verlaufe der 1 gefallen. Die den. Vor den größere Mense bald wieder ze Hamborn, fälle haben eignet. Der Urichstraße st ein Dach, als tief hinab un Aufbruch des „Neumühl“ s aus der Erns Neter tief ab Der Rangiere auf Schacht 3 dergehenden Korst(En stahl. Den wurde, währe Einbruch ein Der Dieb, e haftet werder die Kassette Bottrop, jährige Söhn stürzte in ei Zenster auf Mülheim, schnitten aus Duisbur schinenfabrik Hände übe worden. Düsseldot Zur Frage dem Zusam Gewerkschaft tungsbetriel bei der unt monats=Abo Beispiel für dessen Bezu die erste He Art läßt nicht von Art. 33 Roman von H. Hill. (Nachdruck verboten.) Der schwarze Verdacht, den er gestern gegen diesen Erben gehegt, war durch die Auffindung des Brieffetzens und durch die ärztliche Bestätigung der sinnlosen Trunkenheit des jungen Grafen so gut wie vollständig zerstreut worden; die Meinung aber, die er von dem Stiefbruder seiner Enkelin hegte, hatte dadurch natürlich keine Veränderung erfahren, und schon die nächsten Minuten sollten den Beweis erbringen, wie wenig Anlaß zu einer solchen Aenderung gegeben war. Noch ehe er die letzten Worte des Majors hatte beantworten können, wurde namlich die Tür aufgerissen, und der neue Besitzer der Standesherrschaft stolperte mit hochgerötetem Gesicht über die Schwelle. Hinter ihm erschien der Freiherr von Reckenburg, der augenscheinlich erst auf dem Wege nach dem Frühstückszimmer mit seinem Better zusammengetroffen,. war. „Ach was, diese Polizisten sind ja alle miteinander köpfe und Idioten,“ sagte der Graf im Verfolg einer Unterhaltung, die schon draußen begonnen haben mochte.„Jetzt, nachdem ich mich von meiner kleinen Attacke erholt habe, werde ich die Sache selbst in die Hand nehmen, und da werden wir bald genug wissen, woran wir sind. Morgen, Herrschaften! Wie geht's, Mister gehessane!? Eine niederträchtige Geschichte— nicht wahr? schmerzlich für Ihre Damen, Mister Bandersge. Der Senator hatte sich voll würdevollen Ernstes Lassen Sie mich Ihnen vor allem mein aufrichtigstes Beileid ausdrücken, Herr Graf, in dem schweren Unglück, von dem Sie durch eine grausame Fügung des Himmels heim„Hanke— bankel“ sel ihm der Angeredete mit einer nicht mißzuverstehenden Geste brutaler Abwehr ins Wort. „Wir brauchen nicht viele Redensarten darüber zu machen. Ich bin kein Freund der Verstellung, und es wäre doch schließlich lächerlich, wenn ich den Untröstlichen spielen wollte beim Tode eines Vaters. der mich als kleinen, billloses Kind schnöde im Stiche ließ und mich unter Verhältnissen aufwachsen ließ, die meiner in keiner Hinsicht würdig waren.— Aber wo, zum Henker, stecken denn diese verdammten Dienstboten? Ich werde mich doch nicht selbst bedienen, wenn das Gange,„Haze voll ist von diesen Faulenzern und Tagedieben.„ doch gefälligst mal, Reckenvurg!“ Da der Freiherr sich mit unbeweglichem Gesicht am Tische niederließ, wie wenn er die unverschämte Aufforderung gehört oder nicht verstanden hätte, blieb dem Grasen nichtanderes übrig, als selbst auf den Knopf der Klingelleitung zu drücken. Er machte ein wütendes Gesicht, aber er vermied es, dem Blick des Majors zu begegnen. „Haben denn die Kerle von der Polizei irgendeine Vermutung hinsichtlich der Person desjenigen geäußert, der mich zur armen Waise gemacht hat?“ fragte er, gegen den Senator gewendet, in demselben zynischen Ton, den er von Anfang and Ttef über sein Benehmen war deutlich genug in allen Mienen zu lesen, und zuerst schien es, als ob niemand ihn einer Antwort würdigen wolle. Der Senator kniff die Lippen zusammen, und Kurt von Reckenburg runzelte auf eine fast bedrohliche Weise die Stirn. Da war es endlich die Stimme des Majors, die das Schweigen brach. „Nein, soviel ich gehört habe, hatten sie keinen bestimmten Verdacht. Es war ihnen eben nicht gelungen, ein greifbares Ood oiun sie werden es auch künftig nicht finden, wie ich diese Einfaltspinsel kenne. Aber jetzt bin ja, wie gesagt, ich da. Da werden wir den Dingen bald genug auf den Grund gekommen sein.— Na, kommen Sie endlich angeschlichen? schnaubte er den auf sein Klingeln erschienenen grauhaarigen Kammerdiener an.„Ich wünsche sehr, daß ich in Zukunft nicht erst nötig habe, nach Ihnen zu schellen, sondern daß Sie zu meiner Bedienung bereitstehen, sobald ich erscheine. Bringen Sie mir Mineralwasser und eine Karaffe Kognak— Meukow Und was befehlen der Herr Graf zu frühstücken? fragte der Diener, der vor Grregung bleich geworden war, und dessen Hände sichtbar zitterten. Aber er erhielt eine kurz abweisende Antwort: „Nichts.— Fragen Sie nicht, sondern richten Sie sich einfach nach meinen Befehlen. Ich habe nicht die Absicht, die patriarchalischen Verhältnisse weiter zu dulden, die bis jetzt hier bestanden haben. Ich verlange blinden und pünktlichen Cehorsam, und ich verabscheue alle überflüssigen Worte. Merken Sie sich das mein Lieber!" Der Diener brachte die verlangten Getränke, und nachdem er auf einen Wink des Grafen sein Glas gefüllt hatte, wollte er sich wieder in den Hintergrund des Zimmers zurückziehen. Aber der junge Hausherr befahl:. Pvan 24 sau Bringen Sie noch ein Glas für den Baron. Ich glaube, man muß seinen Lebensgeistern ein bißchen auf die Beine helfen. Er macht ja ein Gesicht, wie eine Eule, wenn ihr die Sonne in die Augen scheint.“ Mit einer Selbstbeherrschung, die den Senator in Erstaunen setzte, verzichtete der Regierungsassessor darauf, auf die Beleidigung in gebührender Weise zu reagieren. Kurt von Reckenburg hatte in der Tat triftige Gründe, einem offenen Streit mit dem jungen Erben solange als irgend möglich aus dem Wege zu gehen, obwobl er schon jetzt voraussah, daß es sich bei dem herausfordernden Benehmen des anderen nicht dauernd würde durchführen lassen. Er gab sich den Anschein, in den Worten des Grafen nichts anderes gesehen zu haben als eine etwas derbe Familiarität, und erwiderte ruhig:„ „Ich muß dankend ableynen. Es gehort nicht zu meinen Gewohnheiten, schon so früh am Tage starke geistige Getränke mir zu nehmen. Später werde ich Ihnen mit Vergnügen Bsch en: eueenr Der Graf machte eine geringschätzige Grim.„,“ und machte erneut den Versuch, den Senator zum Reden zu bringen, indem er fragte: „Möchten Sie mir nicht sagen, wann ich die Gräsin sehen kann? Ich habe durchaus nicht die Absicht, ihr meine Gesellschaft aufzudrängen, aber es scheint mir doch notwendig, daß wir ehestens mal die Köpfe zusammenstecken.“ Das Gre die Blät und dort sich über als trau die er t1 Du tritt und Tal Auch dei und stut als kön verstehe (Fortsetzung folgt.) Charal doch ist es Menschen, leit im G in seine man die tin als so große zu könne Sucht, si unsicher das Kind zur Selb Uebersche Die len gar wenn au Die Elte finden. ein: ges krank, de Iber der Ponr au Gedeiher Unregel tioniere werden Kinde a zu E überfüt oder ei usw. 2 AuszeichMinute 1. Preis k. 3. Pr. Emil NeJohanna Schulte, sch Grieb, Elfriede Das schöne Erhlagen, als bei der erster Schärfe vorltnismäßig kleine is stolz sein. binzen. enbahnzusamag gegen 1,40 Uhr Bochum kommend, Uhr eintreffend, in uuf den dort haltengen wurden beschä kam der Schaffner mmers aus Gütersen einige Reisende etschungen. 00 Aerschwin n 31. Aug. der aus Wuest von Velberg, einer hiesigen Firma 10 000 M erschwindelt Doppelschachift August Thyssenst im benachbarten einer Doppelschachtund dem Bau eines en. Die Kosten dieser irden A veranschlagt. ödlicher Sturz. mit seinem Rad bei einem Straßenbahnnen Schädelbruch, dem ag. er Heilsarmee apitän der Heilsarmte en, der es verstanden estehenden Personen ollar und größere Beibzulocken. Von dem ei tödliche UnBetriebe der Eiserfelimel wurde der ArbeiSteinbruch durch herschüttet. Der Verunlieferung ins Krankender Grube„Eiserne in die Arbeiter Schneiirch die herumfliegenden schusses schwer verlept. gestorben. cht vor dem polnst. In dem ehemadas polnisch geworden Aushebungen für das en; zu diesem Zweck erim Alter von 19 bis###6 und müssen sich innerpolnischen Kommandos am 26. August 39 junge Gestellungsbefehle. Diese nicht nach, sondern zogen che Grenze, flüchteten in Industriegebiet und melen Zechen, wo sie bereits worden sind. u schweren Ausauf dem hiesigen Markt hen Preise erbitterten schritt die Menge zum rine und verkaufte diese ich dem Ausverkauf der Gargarine wurden von der Menge die Stände der brigen Händler umgeworfen und die vorhandene hare geplündert. Auch in die am Markt belemen Geschäfte versuchte man einzudringen, die serbeigeeilte Polizei hinderte die Menge aber darDie Lebensmittelgeschäfte sahen sich gewungen, die Lebensmittel zu herabgesetzten Prei#en abzugeben, andere Kaufleute schützten sich dagegen, indem sie ihre Geschäftslokale schlossen. Im verlaufe der Unruhen sind auch mehrere Schüsse fallen. Die Täter konnten nicht ermittelt werden. Vor dem Rathaus hatte sich ebenfalls eine größere Menschenmenge angesammelt, die sich aber #bald wieder zerstreute. Hamborn, 6. Sept. Drei tödliche Un fälle haben sich hier in den letzten Tagen er#eignet. Der Einschaler Paul Weithe aus der Urichstraße stürzte im Betriebe der Zinkhüte durch ein Dach, als die Dachlatte brach, etwa 11 Meter tief hinab und wurde tödlich verletzt.— In einem Aufbruch des unterirdischen Betriebes der Leche „Neumühl" stürzte der Reparaturhauer Kerwien ###us der Ernststraße infolge Seilbruches etwa 40 1 Neter tief ab und erlitt tödliche Verletzungen. Der Rangierer Labinski aus der„Ulrichstr. wurde auf Schacht 3/7 der Gewertschaft Thyssen von nle##dergehenden Gesteinsmassen erschlagen Korst(Emscher), 6. Sept. KassettendiebIstahl. Dem Kaufmann Hermann Dickmann #wurde, während er auf der Rennbahn war, durch Einbruch eine Kasette mit 80000 M gestohlen. Dieb, ein jugendlicher Bursche, konnte verhaftet werden, als er eben damit beschäftigt war, ndie Kassette im Schrebergarten zu vergraben. Bottrop, 6. Sept. Todessturz. Das zweijährige Söhnchen des Bergmanns Ludwig Bittner stürzte in einem unbewachten Augenblick aus dem Jenster auf die Straße. Es war sofort tot. Mülheim, 6. Sept. Beide Hände abg Ischnitten. Dem 18jährigen Arbeiter Kemper aus Duisburg sind in der Blechstanzerei der Maschinenfabrik Thyssen von der Stanzmaschine beide ##hände über den Fingerwurzeln abgeschnitten vorden. Düsseldorf, 6. Sept. Die Not der Presse. Zur Frage der Rettung der Arbeiterzeitungen vor dem Zusammenbruch haben Vertreter des freien Gewerkschaftstartells und der sozialistischen Zeitungsbetriebe Stellung genommen und beschlossen, bei der unvermeidlichen Preiserhöhung ein Halrmonats=Abonnement einzuführen. So sollen zum Beispiel für das mehrheitssozialistische Blatt; dessen Bezug im Monat August 35 A kostete, für die erste Hälfte des Monats September 40 K und für die zweite Hälfte voraussichtlich 60 erhoben werden. In nach dem Fallen oder Steigen der Papierpreise sollen die Haldmonatssätze ermäßigt oder erhöht werden. Xanten, 6. Sept. Mord. In der Ortschaft Alpen wurde das Dienstmädchen Margarete Ter borst aus Birthen, das zum Hüten des Viehes ausgeschickt worden war. auf dem Felde ermordet aufgefunden. Die Leiche wies mehrere Schnittwunden am Halse auf. Emden, 5. Sept. Einen schrecklichen Tod erlitt der 36jährige Bauunternehmer Jür gens. Mit dem Umbau der Gasanstalt beschäftigt. geriet er mit dem Kopf unter den niedergehenden Bär einer Dampframme, wodurch ihm der Kopf vollständig zermalmt wurde. Buntes Aller! Seitens des Berliner Lotalanzeigers wird erklärt, daß die Meldung aus amerikanischer Quelle. wonach Kaiser Wilhelm II. sich mit der Prinzessin Hermine zu Carolath, geborenen Prinzessin von Reuß ä. L., verloben wolle, gemäß An frage an unterrichteter Stelle nicht von der Hand zu weisen sei. Die offizielle Bekanntgabe der Verlobung soll angebsich aus Pietätsgründen erst im Oktober stattfinden. Die Prinzessin Hermine steht im 36. Lebensjahre und ist Mutter von 5 Kindern im Alter von 3 bis 14 Jahren. richten Sie sich sicht die Absicht, dulden, die bis nden und pünkterflüssigen Worte. ke, und nachdem füllt hatte, wollte kers zurückziehen. ron. Ich glaube, auf die Beine ile, wenn ihr die Senator in Erssor darauf, auf reagieren. Kurt Gründe, einem lange als irgend er schon jetzt vorruden Benehmen in lassen. Er gab nichts anderes geniliarität, und errt nicht zu meinen geistige Getränke en mit Vergnügen masse und machte eden zu bringen, in ich die Gräfin Absicht, ihr meine fir doch notwendig, stecken. Der ehemalige Oberhof= und Domprediger Ernst von Dryander ist Montag morgen 9 Uhr im achtzigsten Levensjahre gestorden. Umgeben von seinen Angehörigen, die den dahingeschiedenen Greis während seiner langen Krankheit getreulich pflegten, ist er entschlafen. Damit ist der älteste und angesehenste Geistliche der preußischen Landeslinche dahingegangen. Vor wenigen Monaten noch erschienen seine frischgeschriebenen Lebenserinner 9 änderungs= oder durch Zusätze veränderten Antrag eine Mehrheit sand, ist also vorläufig überhaut keine Form des Betenntnisvorspruches angenommen. Damit ist die Bahn für Verhandlungen bis zur dritten Lesung frei. Die sozialistische Einigung. XUI. Berlin, 7. Sept. Der„Vorwärte“ berichtet: Die Beratungen der beiden sozialistischen Parteivorstände am gestrigen Mittwoch galten auch der künftigen Besetzung des Parteivorstandes und der Presscangelegenheiten. Die Verhandlungen schreiten in erfreulicher Weise fort. Die deutschen Vorschläge an Belgien. TUI. Berlin, 7. Sept. Ein Termin für die deutsch=belgischen Verhandlungen ist für heute noch nicht angesetzt, doch rechnet man damit, daß schon heute vormittag eine Besprettzung im Reiche sinanzministerium stattfinden wird. In politischen Kreisen erwartet man, daß die Reichsregierung leute ihre Vorschläge machen wird. Die Trauerfeier für die belgischen Soldaten TU. Düsseldorf, 7. Sept. Mit großem milil# rischen Prunt wurde gestern in Oberkassel eine #rauerfeier für die beiden Opfer des nächtlichen !Vorfalles abgehalten. Die Särge des getöteten Wachtpostens und des getöteten Sergeanten wurden in einem Zuge von mehreren Kompagnien Insanterie und einer Batterie Artillerie in die katholischen Kirche zu dem feierlichen Seelenamt gebracht, während die Glocken aller Kirchen läuteten Hinter den Särgen schritten nach den belgischen und französischen Generälen und Offizieren auch Vertreter der deutschen staatlichen und städtischen Behörden. Die Leichen werden in Belgien beerdig werden. Die Bedingungen der Hilfeaktion für Oesterreich. TU. Wien, 7. Sept. Nach übereinstimmenden Meldungen scheint man jetzt in Ententetreisen ent schlossen zu sein, eine Hilfsaktion für Oesterrei Lehle Brühiktelbungen. Die Beratung der neuen Kirchenverfassung. TU. Berlin, 7. Sept. Die verfassunggebend. preußische Kirchenversammlung trat in ihrer heutigen Vollsitzung in die Beratung des vom Ver sassungsausschuß vorgelegten Verfassungsentwurfe in Verbindung mit den zahlreichen Abänderungsund Zusatzanträgen ein. Nach längerer Devatte wurde schließlich die Fassung der Ausschutzmehrheit mit 126 gegen 78 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen abgelehnt. Da sich auch für keinen Avdurchzuführen, die unter der Bedingung gegeben wird, daß man in Oesterreich das bisher verfolgte Snstem beibehält und eine Kontrolle einführt. Es wird sich allem Anschein nach um eine zweifache Kontrolle handeln, um eine Finanzkontrolle und um eine militärische Kontrolle. Letztere soll durch eine internationale Gendarmerie ausgeübt werden, um Oesterreich vor Unruhen zu bewahren. Zahlreiche Kriegsschiffe vor Emyrna TUI. Paris, 7. Sept. Die alliierten Mächte haben nach Smyrna Kriegsschiffe veordert. Es liegen dort 6 griechische Kampfschiffe, 3 englische, 3 italienische und 2 französische. Das ameritanische Marinedepartement hat dem amerikanischen Ad miral Bristol in Konstantinopel Anweffüng len. zum Schutze der amerikanischen Staatsangehörigen Torvedoschiffe dorthin abgehen zu lassen. Das amerikanische Marinedepartement hat gleichzeitig Weri darauf gelegt zu betonen, daß diese Anordnung weder politische noch zolltechnische Bekeutung habe. Vor einer großen Schlacht in Kleinasiense London, 7. Sept.„Daily News“ schreiben: Es sieht eine große Schlacht zwischen den Griechen und ürken in Kleinasien bevor, die über das Schicksal murnas entscheiden wird. Die letzten in London eingetroffenen Berichte besagen, daß die Türken immer noch langsam vorrücken, daß die Griechen sich jedoch von der Demoralisation, die auf den groyen türkischen Angriff folgte, erholt haben. Die Triechischen Truppen hatten eine neue, start befestigte Linie eingenommen. Es sei indessen zweifelhaft, ob sie den Fall Smyrnas verbindern könnn. Brussa sei von den Türken nach furchtbarem Kampf durch Bajottangriff genommen worden. Attentat auf die Mannheimer Börse. Mannheim, 7. Sept. Gestern nachmittag 1.30 Uhr betrat ein junger Mann, namens Janssen, ohne Erlaubnis den Saal des hiesigen Börsengeburndes und warf eine Handgranate in den Saal. Verschiedene Stände und auch Fensterscheiben wurden beschädigt. Es war ein Glück, daß kein Börsenverkehr stattfand und somit nur Sachschaden entstanden ist. Janssen gehört zu der hiesigen Gruppe der sogenannten Nationalsozialisten. Auf seiner Flucht in der Richtung zum Schloß bedrohte er die Passanten mit einem Revolver. Er konnte ader festgenommen werden. Das große englische Grubenunglück. TII. Amsterdam, 7. Sept. Aus London wird gemeldet: Die Hoffnung, das Leben der 30 Bergleute zu retten, die durch eine Explosion in Whitebaven in Cumberland verschüttet wurden, ist jetzt aufgegeven worden. Bisher sind 25 Leichen geborgen worden. Die übrigen 14 liegen unter einer Riesenlast von Trümmern vervorgen. Beim Rettungswerk gingen die Beamren mit den Bergleuten in die Gruben und die Zahl der Freiwilligen war größer als die der Sicherheitsbeamten. Die Anstrengungen werden fortgesetzt. Wetter Aussichten für mehrere Tage im voraus. Sepi.: Sonne, Wolken, strichweis Regenfall, marm. 8. Sept.: Kaum verändert, mancherorts Gewitter. 9 Sext.: Wollen, teils Sonne, angenehm, strichweis Regen. nus Sumsgsnssagun Regelmäßige Frauenbeilage Schwerter Zeitung Modenberichte Erziehungsfragen, Haus und Küche Spätsommer. Das Gras ist feucht in meinen Gärten, die Blätter werden schlaff und hell, und dort der junge Kirschbaum scheint sich über Nacht gebeugt zu haben, als traure er um all die roten Kugeln, die er trug. Du trittst den nassen Gartenweg, und Tau macht deine Lider schwer. Auch dein Haupt hat sich über Nacht gesenkt, und stumm siehst du den leeren Kirschbaum an, als könntest du sein junges Leid verstehen. Charaktere sind nicht leicht heranzubilden, und doch ist es so notwendig für das Lebensglück eines Nenschen, daß er schon in der Kindheit zur Festigkeit im Guten erzogen wird, bevor ihn das Leben in seine harte Schule nimmt. Vor allem stärte man die Willenskraft, damit böse Einflüsse beizeitin als solche erkannt und abgewiesen werden. Allzu große Schüchternheit, die Unfähigkeit,„Nein“ sagen zu können, die Furcht, komisch zu erscheinen, die Sucht, sich hervorzutun, das macht ein Kind oft unsicher dem Schlechten gegenüver. Man erziehe das Kind zu einem berechtigten Selbstbewußtsein, zur Selbstbewertung, ohne daß es dabei zur SelbstUeberschätzung kommt. Die Kinder und der Magen. Viele Kinder wollen gar nicht recht gesund bleiben, sie kränkeln, wenn auch nicht immer so doch furchtbar leicht. Die Eltern laufen zum Arzt, der Arzt kann nichts finden. Und doch muß etwas nicht in Ordnung ein: gemeinhin ist es der Magen. Ist der Magen krank, dann ist es eben auch der ganze Mensch. Ader der Magen braucht gar nicht einmal wirklich kank zu sein, um das Wohlbefinden und das gute Gedeihen zu beeinträchtigen, es genügen allerhand Unregelmäßigkeiten, um ihm das richtige Funksionieren zu erschweren. In dieser Beziehung werden leicht viel Sünden begangen: man gibt dem Kinde außerhalb der Mahlzeitzu essen, oder zwing: * zu Speisen, die der Magen nicht verträgt, oder überfüttert es, sehr oft genießt es Zuckerwerk. Obst oder eine Butterschnitte mit schmutzigen Händen 1sw. Das alles kann und muß zu Störungen der Verdauungsorgane führen! Sorge man also dafür daß das Kind sich an Ordnung gewöhnt und an unbedingte Sauberteit. Die Mahlzeiten müssen pünktlich zu bestimmter Zeit eingenommen werden und sowohl nach der Menge, wie nach der Zubereitung so beschaffen sein, daß das Kind gut verdauen und mit den ausgenommenen Nährstoffen bis zur nächsten Mahlzeit auskommen kann. Eine Ueberfütterung ist ebenfalls vom Uebel, denn der kleine Magen arbeitei nicht wie er soll, sondern wir er selber will. Hielt das Essen nicht lange genug an, ist das Kind herumgesprungen und hat Arretit oder vorzeitig Hunger bekommen, so gewähre man ihm ein Zwischengericht, ein Gla: Milch; Obst, etwas Schokolade und dergl., aber stets lasse man erst die Hände reinigen, die ja bein: Spielen und Tollen immer unsauber werden. Ißt das Kind aber mit unsauberen Händen, dann geraten leicht Krantheitskeime, Bakterien usw. in den Magen. Kleine Ursachen haben schon oft zu großen Wirkungen geführt! Furchtbare Zahlen vom Kinderelend in Deutschland. Eine von thüringischen Blättern gebrachte Zusammenstellung, die sich auf amtlichem Material stützt, zeigt deutlich, wie weit das Kin derelend in Deutschland fortschreitet. In ZellaMehlis waren von 1500 Kindern 1350 unterer nährt. Von den Schulfindern in Jena hatten 3041 kein eigenes Bett. Im Bezirk Gotha sind 40 Proz. aller Kinder unterernährt. In Sonders hausen bezeichneten die Aerzte 49 Proz. aller Kin der als krank. In Friedrichsroda waren von 700 Kindern 312 unterernährt, in Waltershausen von 1360 untersuchten Kindern 716. Im Bezirk Ohrdruf ist die Kindersterblichkeit im Jahre 1921 gegen 1913 auf das Fünffache gestiegen. In Ruhls sind 70 Prozent aller Kinder unterernährt. In Unterweißbach und in Sitzendorf sind 40 Proz. der Kinder tuberkulös. Im Meuselwitzer Braunkohlenrevier sind 6.12 Proz. der Kinder normal. 24.27 Proz. der Kinder unterernährt, 50,49 Proz. schwer unterernährt, 18,90 Proz gänzlich heruntergekommen. madden. Der Zucker füßt in diesem Falle nicht die Speise, es heben sich vielmehr der falzige und der süße Geschmack gegenseitig auf. Woll und Baumwollstoffe, denen man nah dem Waschen etwas Appretur geben möchte. braucht man nur durch Wasser von geschälten und getochten Kartoffeln zu ziehen. Der Stoff wird dann wie neu. Petrolenmlampen zu reinigen. Die im Winter benutzten Lampen werden oft im Sommer nicht mehr gebraucht. Um sie tadellos zu reinigen, gießt man aus dem Bassin, alles Petroleum aus und wischt es mit einem trockenen Lappen aus. Den Docht entfernt man aus dem Brenner und reibt nun zunächst den Brenner gut mit Holzasche ab, die man dann in den Bedälter gibt und auch die sen damit ausreibt. Das Messing wird sehr blank und glatt, das Bassin sehr dell. Dies Ausreiben hat den großen Vorzug vor der Behandlung mit odawasser und Lauge, daß der Kitt, der Bassin und Lampenfuß verbindet, nicht aufgelöst wird, und daß der Fuß keine Flecken bekommt. Man zieht zu der Prozedur ein Paar alte Handschuhe lan und behält dadurch auch ganz saudere Hände. Maschinenöl- und andere Oelflecke lassen sich iel schneller und besser aus Weißzzeug entfernen. venn man die Flecke vor dem Waschen der Wäsche mit etwas Butter einreibt. Schreibfedern, die sich abgeschrieben haben, soll man nach dem Urteil eines Fachmannes nicht gleich fortwerfen, zumal auch sie jetzt sehr teuer geworden sind. Meist sind sie nur„ermüdet", wi man einen solchen Zustand an vielen Metallen be ebahtet hat. Läßt man einer kratzenden Feder ei nige Tage Ruhe, so wird sie zur Verwunderung wieder ganz ausgezeichnet schreiben. Für Küche und Haus Kuchen, den man ohne Eier backen will oder muß, wird sehr hübsch locker, wenn man zu drei Zeilen Mebl einen Teil geriebene Kartoffeln mit verwendet. Man muß dann aber auch etwa ein halbmal mehr Backpulver nehmen. Versalzene Speisen kann man durch Zugabe von etwas Zucker wieder durchaus schmackhaft Gesundheitspflege. Ohstinren. Wenn auch in Deutschland die Obstluren immer mehr Beifall finden, so geschieht doch noch lange nicht in dem Maße, wie es eigentlich sein sollte. Es gibt sogar noch Leute genug, welche den Obstgenuß für eine Leckerei halten, und auch solche, die ein Schüsselchen Kompott für genügend erachten. In England und Amerika der Obstkonsum ganz beträchtlich größer ats bei uns. Man genießt dort das Obst in allerlei Form, namentlich auch als Fruchtsaft und Mar melade, Fruchtsäfte, so sagen die Amerikaner, wirien stärkend auf Hirn und Nerven. Nervöse genieten besonders gern rohe und gekochte Pflaumen, Aepfel dienen zur Beruhigung und Blutbildung. Weintrauben begünstigen die Ansetzung von Fert. Diese Ansichten sind freilich irrig, denn in den einzelnen Obstsorten Universal=Heilmittel gegen bestimmte Krankheiten zu suchen, ist nach wissenschaftlichen Feststellungen geradezu unsinnig. Richtig ist, daß jedes Obst. und zwar wegen seiner vielerlei Nährsalze, seiner Säuren und seines Zuckergehaltes, die Gesundheit fördert; man soll deshalb von allem, was die Jahreszeit bietet, soviel essen wie möglich, besonders als Marmelade zum Frühstück und Besper, und als frugale. darmanregende Abendmahlzeit, roh oder gekocht, einfach mit Brot oder Semmel gekaut. Ißt man nun noch Mittags wenig= Fleisch, wozu die jetzigen Preisverbältnisse die meisten freilich ganz von selbst zwingen, und gönnt sich täglich ein Stündchen wackere Bewegung in freier Luft, vergißt man auch die Luftbäder nicht. so spürt man schon nach acht Tagen ein Gefühl geistiger und körperlicher Frische, sondergleichen. Gurken als Heilmittel. Nun die Gurkenzeit gekommen ist, verlohnt es sich, darauf hinzuweisen, daß diese heerliche Frucht in vieler Beziehung sich als ein treffliches Heilmittel bewährt hat. Den Gurkensalat bereiten noch immer viele Hausfrauen in der Weise, daß sie die Früchte schälen, in Sch.= ben hobeln, dann auspressen und den Saft fortgießen, in der Meinung, es sei ja doch nur Wasser. Diese Ansicht ist ganz verkehrt, denn gerade der Saft ist das Beste an der Gurte, alles übrige fast unverdauliche Cellulose. Holzstoff. Frischer Gurkensalat oder auch nur der Genuß einer geschälten Gurke löscht ausgezeichnet den Durst, wirkt beruhigend bei Blutwallungen. Ziebererscheinungen und Aufregungen, kühlend bei großer Hitze. er fördert auch die Hautausdünstung und erleichtert die Lungenfunktion, so daß selbst Schwindsüchtige großen Nutzen davon haben. Sauer eingemachte Gurken tragen idres Milchsäuregehaltes wegen sehr viel zu einer guten Verdauung aber auch zur Erwärmung des Körpers bei, besonders im Winter, wenn nian arg durchfroren ist. In Griechenland bindet man frische Gurkenschalen gegen Konfschmerz vor die Stirn. Die getrockneten Kerne weicht man im Winter auf und bedeckt damit Frostschäden an den Händen und Füßen. Gurkenessenz endlich, bestehend aus zwei Teilen Saft und einem Teil Glyzerin, ist ein wenig bekanntes, aber sehr nirksames Schönheitomittel gegen unreinen Teint, rauhe Haut und ebenso gegen Schinnen und Schuppen der Kopfhant. Wem gehort dad Erie! Anbefugter Nachdruck dieser Artikel, auch im einzelnen, ist streng verboten. Es ist uns ein Anliegen, unseren Lesern nach jeder Richtung hin bestens zu dienen. Wenn möglich, wollen wir jedem auch den ihm zukommenden irdischen Besitz verschaffen. Nun liegen seit mehreren Jahren(etwa seit Beginn des Krieges) in Amerika viele Gelder von dort verstorbenen eingewanderten Deutschen und ähnl., deren Erben oder Besitzer bis jetzt in Deutschland noch nicht gefunden sind. Wir haben uns bemüht, die lange, ausgiebige Lifte der gesuchten Deutschen zu erlangen und wurde uns dieselbe nunmehr zur Verfügunggestellt. Darnach besitzen viele tausende unter uns, die selbst oder als Erben gesucht werden, Geld, ohne eine Ahnung davon zu haben. Die Register enthalten über 31 000 amtliche Erben-Gesuche! Wir werden die Namen dieser bisher noch unbekannvon„Reichen" allmählich zum Abdruck bringen und bitten, unsere Veröffentlichungen stets zu beachten und weiter zu empfehlen. Alle jenen, welche auf Grund, der nun folgenden Listen Ansprüche erheben können, wollen sich unter Beilegung von 5 Mark für Antwortporte und Schreibgebühren an die Geschäftsstelle unserer Zeitung wenden, worauf wir weiteres veranlassen Liste Nr. 13 110. 51 Dol. ca. 25 500 cA für Willy Edelstein. 141. 20 Dol. ca. 10 000 4 für Ernst Krüger. 442. 36 688 Dol. ca. 18344000 A für Isaae Straus. 442. 150 Dol. ca. 225 000 eA für Harry Salomon. 444. 31 782 Dol. ca. 15 891 000 4 für Franz Bopp. 145. 4022 Tol. ca. 2011000 e für Rob. Marker. 16. 7672 Dol. ca. 3836 000 M für Gustav Meyer. 7. 10 Dol. ca. 20000 M für Fritz Baumgartner 48. 230 Dol. ca. 115 000 e4 für Georg Schaffer. 49. 48655 Dol. ca. 24327 500 44 für Rob. Tumler. 50. 96 Tol. ca. 48000 e für Alfred Pick. 51. 5616 Dol. ca. 2 808 000 4 für Ed. Moßner. 52. 2495 Dol. ca. 1247000 4l für Joseph Stahl. 53. 1265 Dol. ca. 642 500 4 für G. v. Hasperg. 54. 2041 Dol. ca. 1 020 500 dl für August Herzog. 155. 29 Dol ca. 14 500 dl für Carl Frank. B RTEFKAUTEI Zur Beachtung! Diejenigen unserer Leser, welche in der vorvergangenen Woche Anfragen über das ihnen zukommende Geld bei uns eingereicht haben, können ihre Antworten in unserer Geschäftsstelle in Empfang nehmen, da dieselben von der zuständigen Stelle bereits eingetroffen sind und zumeist nicht ungünstig lauten, sodaß weiterer Erfolg gesichert erscheint, wozu wir bestens gratulieren. Verlag und Schriftleitung der„Schwerter Zeitung". Anfragen aus unserem Leserkreise, denen deutliche Adresse u. Abonnementsquittung des laufenden Monats beigefügt sein müssen und deren Beantwortung auf allgemeines Interesse Anspruch machen kann, werden sachgemäß und zuverlässig beantwortet. Briefliche Auskunft wird nicht erteilt. Die erteilten Auskünfte sind unverbindlich. Wir hafien weder für Verlust noch für Beschädigung uns übersandter Urkunden. Ungläubiger Naturfreund. Ein schaffender Geist ist eine Selbstverständlichten Ist schon unser Menschenange, das vollkommenste Sinnesorgan, um wieviel mehr wunderung entlockt uns das Auge eines Vogels orer gar das eines Insektes! Jedem Geschöpf ist dis Auge so gestaltet, wie es sein Lebens= und Wirkungskreis erfordert. Betrachten Sie die lustig und sich neckend zwischen dem Gezweig einherfliegenten Vögel, in der Nähe wie Ferne können sie gleich gut sehen, und vermögen auch beim schnellsten Fluge plötzlich Hindernissen auszuweichen oder sich niederzulassen, ohne irgendwie mit ihren Fußchen fehlzugreifen. Und nun erst die Insekten. Ihrer Kleinheit angemessen ist ihre Sehschärfe ausgebildet, so daß sie auf 1 Zentimeter Entfernung ebensogut sehen, wie ein Mensch an 1 Meter Entfernung. Nach Beobahtung des Zoologen Dr. Best kann ein Insekt dunkle Punkte noch bemerken, auch wenn diese unmittelbar vor seinem Ange sich befinden und nur eine Größe von ! b i s 8 T a u s e n d s t e l M i l l i m e t e r b e s i t z e n. N i m m t man das sogenannte Auflösungsvermögen des Maaschen als Einheit an, so beträgt es nach Dr. Best bei der Libelle 60, bei der Biene 80, bei der Fliege 210, bei der Ameise 492 und beim Ohrwurm sogar 804! Der Ohrwurm hat danach das wundervarste Auge, das es gibt. Nebenbei sei erwähnt, daß der Ohrwurm im Verhältnis auch das stärkste Tier ist. M. W.„Honveds“ nannte man die Landwehrtruppen im früheren Ungarn. B. H. Eine Spielschuld als solche ist nicht einklagbar. Was dagegen bei Gelegenheit eines Spieles nur geliehen wurde, ist eine Darlehnsschuld und muß bezahlt werden. Carl M. In allen Ländern Süd= und Mittelumerikas, außer Brasilien, ist Spanisch die Landessprache, ohne die Sie dort nicht durchkommen. Ludw. O ja, ein Onkel kann seine Nichte heiraten— wenn sie damit einverstanden ist. W. 232. Nach Handelsgebrauch wird bei Berechnung von Zinsen jeder Monat mit 30 Tagen, das Jahr mit 360 Tagen gerechnet. Anna. Deshalb, weil der Herr, mit dem Sie ein „Verhältnis“ hatten, die Beziehungnen zu Ihnen plötzlich ohne Grund gelöst hat, können Sie noch keine Schaden=Ersatzansprüche stellen. Nur wenn ein formelles Verlöbnis bestand. Unsere Jugend wird nur durch Schaden klug, nicht durch Belehrung. Das gilt auch für Sie. ist sparsam im Gebrauch und billig. ALLEINIGE HETPSTELLAD. HENKEL& Cir., DUSSHLOORE rich * Von heute an werden wir die Praxis à 3 gemeinsam ausüben Unser Büro be“ 2 findet sich Hagenerstraße, Nummer 29.2 Fernsprecher nur 508 2 Juslizrat Backhausen und dr. Strathmann; 2 R e c h t s a n w ä l t e u n d N o l a r e AA.. B 05 Mache die Bewohner von Westhofen darauf aufmerksam, daß ich jeden Freilag morgen von 9—12 Uhr den Westhofener Wochenmarkt besuche mit Obst, Gemüse, Südfrüchten, Heringen, Fischen usw. Josef Mertens, Aplerbeck. □ Törreist bis Ende Seviemder Elly Hensel Vertr. der Felle=Heilweise, Hörde garnicht erleur n. 0a en Eler # Gras=Verkauf. Am Samstag, dem 9. September, nachmittags 5 Uhr, werde ich im Austrage den sehr guten Gras wuchs in der Wiese unterhalb des Schützenhofes zu Schwerte meistbietend, nummerweise gegen Bar verkaufen. Zusammenkunft an Ort und Stelle. Heinr. Böcker. Auttttulltnllllll.ll dumttienungeigen und zeitweise empfiehlt es sich, anstelle Dr. Oetker’'s scheinel-Fa zu verwenden. Dies ist natürliches, aus der Milch gewonnenes Eiweiß, ist nahrhaft und leicht bekömmlich, und eignet sich vorzüglich zur Bereitung von Pfannkuchen, Klößen, Kuchen, Torten u. s. w. Man verlange umsonst das Rezeptbuch„C.“ in den Geschäften. Wenn vergritfen schreibe man eine Postkarte an Dr. A. Oetker, Bielefeld, KE Achtung!# Achtung Rouse oqueend lang10 M. Literflaschen 10 Kognakflasch. 10 Vordeauxflasch. 5„ 4 3„ somie Alteisen, Lumpen Ful ald Einmachzent. Rex Einkoch-Buch für die gesamte Haushaltkonservierung geb. Mk. 54.— Das Einmachen der Früchte und Gemüse ohne Zucker Mk. 18.— Mary Hahn Grosses und kleines Einmachebuch. Altpapier. Felle zu den bochnen Taoespreisen Otto Meyer, Rehdroduktenhdig Nordstrs wie Geburtsanzeigen, Verlodungs-, Vermählungs=, Todesanzeigen, Danksagungen finden weileste Verbreitung durch die WIavermiodere ich die Kosteng F#*· Hefür Schuhreparaturene ##. Nur dadurch, daß ich„schwarse Schlen“ verwenden lasse. Dieselben sind zu haben bei f. Htsegrad, Schuhmachermsinte: — Benuingsweg 26— Spezialltät: Anfertigung von orthopädischen Schuhen für Kriegsbeschädigte. Zugelassen vom Versorgungsamt Dortmund Gebrauchtes ter zu kausen gesucht. Off. unter Nr 3746 an die Geschäftsstelle der Zeitung (Halb=Kummet) zu haufen gesucht Ebberg, Westhofen. Siesellnennusnlind essininemmimmttsnsntsininimmmiie Handel und Börse: S oltswirtschaft Anmmmm Berliner Börsen kurse vom 7. September 1922 mitgeteill vom Barmer Bank=Verein, Schwerte Ausländer sucht bei voller Auszahlung „3ur“ Rasser die als einziges Lokalolalt fast von jeder Familie in Schweile und weitesler Umgebung in lreuer Anhägglichkeit gelesen wird. Zahlreiche ehemalige Schweiter Bürger, die von hier verzogen sind, beziehen auch in der Fremde nach wie vor durch die Post ihr alles Heimatblatt und erhalten durch dasselbe Kenntnis von den Wechselfällen des Ledens in ihrem allen Freundes= und 2#####75 Bekanntenkreise. * Atttttlllllllll.. Dülken, Hamburg, Mannheim, Cassel. Bezirks=Vertretung und Fabrik=Niederlage hornbruch& Co., 6. m. b. h., Schwerte Markl 9. Verkauf nur an Kondttoreien u. Wiederverkäufer 8 Die Verstärkung von 6800 lidm. 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SSs 5 9 S" 5 pSES: * PFEFESg S 5. 8. S 9— S SE Frhcelliat. redigiert von Lotte Sonntag. Wer will? Wer will denn heute für Sonnenschein sorgen. Sonnenschein klar und hell? Wer will die drohenden Wolken verjagen, Daß sie verschwinden ganz schnell? Kaum ist die Frage den Lippen entflohn, Da kommt die fröhliche Autwort schon; Von Mädchen und Knaben Könnt ihr sie haben: Ich! und ich! Ich! und ich! Wir tun es sicherlich! Wer will heut nur freundliche Vorte sprechen Bei der Arbeit und beim Spiel? Wer will keinem andern was übelnehmen, Kränkt der ihn auch noch so viel? Kaum ist die Frage den Lippen entflohn, Da kommt die fröhliche Antwort schon; Von Mädchen und Knaben Könnt ihr sie haben: Ich! und ich! Ich! und ich! Wir tun es sicherlich Und wer will heute ein Liebeswerk tun? Einem Armen helfen in Not, Eine Last auf sich nehmen, ein Tröster sein, Einem Hungrigen reichen Brot? Kaum ist die Frage den Lippen entflohn, Da kommt die fröhliche Antwort schon;* Von Mädchen und Knaben Könnt ihr sie haben: Ich! und ich! Ich! und ich! Wir tun es sicherlich! Wer will nur mit Guten Umgang haben, Die Bösen aber fliehn? Wer will sich vor dem Versucher hüten Und niemals hören auf ihn? Kaum ist die Frage den Lippen entflohn, Da kommt die fröhliche Antwort schon; Von Mädchen und Knaben Könnt ihr sie haben: Ich! und ich! Ich! und ich! Wir tun es sicherlich! 4 Der eitle (Fabel.) Ein junger Hirsch kam an einen Bach, um zu trinken, und als er den Kopf senkte, sah er zufällig sein Abbild in dem klaren Wasser. Niemals vorher hatte er sich selbst im Spiegel gesehen, und das Bild, das er jetzt erblickte, gefiel ihm sehr gut; denn er war jung und eitel. „Wahrhaftig!“ rief er aus,„ich hatte gar keine Ahnung, daß ich so hübsch bin. Wie anmutig erhebt sich das Geweih auf meiner Stirn, es ist wirklich ein herrlicher Schmuck. Mein Körper ist auch äußerst wohlgeformt, und mein Kleid ist dicht und glänzend. Ich könnte mich wirklich sehr schön nennen, wenn nicht meine Beine wären. Wie lang sie sind und wie schrecklich dünn; sie haben gar keine Form, just wie vier Stöcke sehen sie aus und beeinträchtigen vollständig meine sonst so elegante Figur. Es ist wirklich zu dumm, daß sie nicht besser zu meinem sonstigen Aeußeren passen! Es wärc doch— ha, was ist das?“ Mit einer raschen Bewegung hob der Hirsch den Kopf und lauschte. Richtig, es war kein Irrtum: Hörnerklang ertönte, und die Hunde gaben Laut, die Jäger kamen in seiner Richtung. In diesem Augenblick hatte sein Spiegelbild alles Interesse für ihn verloren, schell eilte er davon, so rasch seine Füße ihn tragen konnten. Fort ging's, durch dick und dünn, über Tal und Hügel, und bald gelang es ihm, die Entfernung zwischen sich und seinen Verfolgern zu vergrößern, und nur noch leiser und leiser hörte er das Kläffen der Hunde. Schließlich erreichte er einen dichten Wald, in dem er sich verstecken wollte, bis die Jäger vorbeigekommen wären. Aber kaum hatte er das Gehölz betreten, da blieb er mit dene Geweih in dem dichten Unterholz hängen. Er quälte sich vergeblich, sich wieder herauszudrehen und zu winden, alle Mühe war umsonst, er kam nicht los und mußte hilflos dableiben, bis seine Feinde, die Hunde, herankamen, die ihn nun mit Leichtigkeit zu Boden rissen. Als er sterbend dalag, seufzte er:„Wer hätte gedacht, daß das Geweih, auf das ich so stolz war, mir den Tod bringen würde, während die Beine, die ich so verachtete, mich leicht in Sicherheit hütten bringen können! Ja, ich sehe es jetzt ein, es ist besser, nützlich zu sein, als schön!“ Silben Rätsel. bach, bel, cer, du, en, es, hor, i, i, i, i, im, la, lat, laub, leut, lu, na, ne, ni, o, pe, ra, rat, re, ris, sa, sa, se, si, spa, statt, ta, tes, ther, to, tor, trar, va, van, ver, vic, wahl, werk. : Aus obenstehenden 41 Silben sollen 16 Wörter gebildet werden, deren Ansangs= und Endbuchstaben, von oben nach unten gelesen, einen Goetheschen Spruch ergeben. Die Wörter bedeuten; 1. Schlachtort. 2. Aegyptischer Gott. ** 3. Böse Tat. 4. Weiblicher Name. 5. Biblische Person. 6. Teil des Baumes. 7. Weiblicher Name. Großes Schiff. 9. Spanischer Dichter. 4 10. Serbischer Feldherr. 11. Weinort. 12. Nordische Göttin. 13. Zuspeise. 14. Hohe Begabung. 15#1 15. Weiblicher Name. 46. Europäischer Staat. * Rätsel. 1. Setzt du eine Silbe vor Einer schönen Stadt am Rhein, Musenstadt im Schwabenland Wird das neue Wort dann sein. 2. Mein Wort bedeutet ein mächtiges Land, Verstellst du meine Buchstaben, So wirst vor Augen du sogleich Einen Männernamen haben. (Die Rullöiungen der Kalsel um erlelgen in der nächsten „Kinderlaube“. D. Rel.) —— Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises. General=Anzeiger für den Kreis Hörde. Haupt-Annoncenblatt. r Gundula. Roman von A. von Crrstedt. (25. Fortsetzung) Blick jener der Fremde ls Vera dann wieder den dunklen Augen suchte, war nicht mehr an seinem Platze. Und so3, eben erhob sich ihr Verlobter, um nach einer flüchtigen Entschuldigung die Loge zu verlassen. V Er blieb eine ganze Weile fort. Die Zeit wurde dem schönen Mädchen unendlich lang. Es bereitete ihr kein Vergnügen mehr, sich bewundern zu lassen. Schmollend zog sie sich hinter ihren Spitzenfächer zurück. Als Anatole endlich zurückkehrte, empfing sie ihn sehr ungnädig, antwortete kaum auf seine Frage, ob die Oper ihr gefalle, und ließ ihn ihre Ungnade deutlich fühlen. Chatelaine sah noch etwas bleich und echauffiert aus, aber die nervöse Unruhe war ganz von ihm gewichen. Er nahm jetzt sogar aufmerksam an den Vorgängen auf der Bühne— es wurde Carmen gegeben — teil. In der großen Pause wünschte Vera nach Hause zu fahren, und die Mama erhob sich sofort, trotzdem sie gern mit ihren neuen Bekannten noch ein wenig geplandert hätte. Anatole gab den Damen bis zu ihrem Hotel das Geleit, dann verabschiedete er sich herzlich unter dem Vorwande, noch eine verabredete Zusammenkunft mit einem Freunde zu haben. Erst nachdem Mutter und Tochter die Gesellschaftstoiletten mit warmen, bequemen Hausröcken vertauscht hatten, kam Eugenie auf das seltsame Verhalten der unnatürlichen jungen Braut zu sprechen. „Es zwingt dich doch keiner zu dieser Heirat,“ sagte sie ernst,„wenn du Chatelaine nicht magst, so verabschiede ihn, noch weiß daheim niemand um deine Verlobung. Aber bedenke auch, daß die reichen, jungen Edelleute rar sind, und daß Chatelaine dir unbedingt ergeben ist.“ „Davon bin ich ja nun allerdings nicht so ohne weiteres überzeugt, Mama; ich möchte sogar behaupten, daß Chatelaine sich einstweilen nur gezwungenermaßen in meine kleinen Eigenheiten fügt und nach unserer Verheiratung den Tyrannen herauskehren wird. Damit hat er bei mir natürlich kein Glück, das soll ihm bald klar werden. Und warum sollte ich Anatole nicht heiraten? Er ist mir keineswegs antipathisch, im Gegenteil, ich habe ihn gern. Daß ich nicht sonderlich freundlich gegen ihn bin, ist seine eigene Schuld. Er ist nicht besonders geistvoll, der gute Mensch, und das (Nachdruck verboten.) verstimmt mich oft. auszusetzen hätte ich an jedem, also kommt es auf eins heraus, wen ich mit meiner Hand beglücke.“ „Sehr richtig gedacht," lobte die Mutter, welche nie warm für ihren Mann empfunden, stets nur aus kalter Berechnung oberflächlich freundlich gegen ihn gewesen war.„Die Liebe ist uns Frauen nur hinderlich, wir überlassen sie am besten den Männern. Heirate du nur den Schloßherrn von Chatelaine, dann bist du eine reiche, vornehme Frau. Alles andere findet sich. Ratsam aber wäre es, alsbald abzureisen, damit in wenigen Wochen die Veröffentlichung der Verlobung stattfinden kann und du vorher nicht etwa durch deine Kapricen den ehrenwerten Chatelaine verscheuchst.“ „Meinetwegen, Mama, ich füge mich ganz deiner besseren Einsicht. Es ist ja auch egal, ob man in Paris oder Berlin lebt. Das Leben ist schal hier wie dort. Es ist nicht wert, gelebt zu werden. Frau Eugenie fuyr betroffen herum. Was war das? So hatte Verck ja noch nie gesprochen! Und ein junges, blendend schönes Mädchen verachtete das Leben? Was war geschehen, wovon sie, die Mutter nichts wußte?„„ Vera hatte den Vorhang vom Fenster zurückgezogen; durch den zarten Spitzenstore sah sie auf die Straße hinunter, in der ein äußerst Preges Treiben herrschte. Das Licht eines Gaskandelabers fiel voll auf ihr reizendes Gesicht, und Eugenie konnte sehen, daß die Blicke ihrer Tochter zerstreut schweisten. Die Mutter lächelte. So einen kleinen Furt gonnte Vera. Gut, wenn es jetzt kann. An unglücklicher sie Und wenn sie so reizender. überwunden, erAber Zeit war es, die Heimreise anzutreten. Schon Liebe stirbt man nicht. scheint das Leben um Zeit war es, die Heimreise anzu morgen wollte Eugenie mit ihrer Tochter Paris verlassen. Vera war es zufrieden. Sie träumte in dieser Nacht von zwei dunklen, zärtlichen Augen, unter deren Blicken ihr Herz so süß und weh zugleich erschauert war. 15. Kapitel. Gundula lebte jetzt mit ihrem Oheim sehr einsam und abgeschlossen dahin. Baron Stefany, der letzten Zeit viel mit ihnen zusammen gewesen,#gr, befand sich seit einigen Wochen nach seiner geschäftlichen Angelegenheiten auf Reisen. Auch sei Schwägerin mit ihrer kleinen Tochter weilte seit längerer Zeit in einem Badeorte. B — S ** 9 5 S 2 5 G# S gSE * S E E8 SS □ S EyEEE aS B 5 ESE S SSESE SSEE! Gundula glaubte nicht recht an die„geschäftlichen Angelegenheiten“, des Barons. Er war des Lügens ungewohnt, und das junge Mädchen konnte leicht bemerken, daß er sie über Zweck und Ziel dieser Reise zu Vielleicht war Gundula jetzt zu viel sich selbst lassen; denn sie sah schwermütig aus, und ihre vlauen Augen schauten träumend ins Weite. Der Onkel war jetzt täglich ein paar Stunden damit beschäftgt, sein Auto einzufahren. Er ließ, sich, nan seinem Chauffeur in allem unterweisen und keltete unter dessen Aufsicht den Kraftwagen bereits auf kleineren Aber seltsam, so lebhaft Gundula sich früher auf das Auto gefreut hatte, so unangenehm war es ihr jetzt. Sie schwebte in beständiger Solge um ihren Oheim und hätte ihn am liebsten gebeten, das„Ding“ „oder Auto zufrieden bin,“ meinte er freundlich, wünschen Sie eine Empfehlung von mir?“ Der Fremde schien über diese Anrede erstaunt, beeilte sich aber, eine verbindliche Miene zu zeigen.„Ich bin überzeugt, daß Sie mit dem Kauf zufrieden sind, verehrter Herr,“ äußerte er,„was mich aber heute speziell zu Ihnen führt, ist der Auftrag meines Chefs, Sie um freundliche Erledigung der Restzahlung von sechstausend Mark zu ersuchen, oder uns einen bestimmten Zahlungstermin gütigst angeben zu wollen. Duren machte große Augen.„Hier muß ein Irrtum walten,“ sagte er,„ich habe das Auto vom Conte Bethoni gekauft und bare zwölftausend Mark dafür gezahlt.“ Der Vertreter schüttelte den Kopf.„Das verstehe ich nicht. Der Conte hatte auf das Auto eine An50 Gundula tehrte von einem Spaziergang zurück und blieb an dem kleinen Bach, der hinter ihrem und Stefanzs Garten vorbeisob, zhrenn jeben Gesicht. Sie den verträumten Ausdruck in iyrem nieben Gesicht. Sie dachte geflissentlich an den Baron. Hier am Bache hatte sie eines Tages mit Hilde einen großen Strauß Vergißmeinnicht gepflückt und auf Hildes Bitten einen Kranz daraus gewunden. Dabei hatten sie zweistimmig das Lied von der „Goldenen Abendsonne“ gesungen, ohne zu bemerken, daß der Baron ganz in der Nähe zwischen den Tannen auf= und abschritt und ihnen zuhörte.... K Erst, als er in die Hände klatscheno, tauten Beifau spendete, gewahrte man ihn. Hilde kicherte, und Gundula errötete. Als Stefany näher kam, war ihr Gesicht wie mit Blut übergossen gewesen. Sie fühlte seinen Blick, und als er sich neven ihr im hohen Grase niederließ, war ein leises Erzittern durch ihre Glieder gegangen. Mit leiser, weicher Stimme hatte er um ein paar Blumen gebeten, und als Gundula sie ihm gegeben, dieselben sorgfältig in seiner Brieftasche verwahrt.„Dies sei mein Talisman,“ sagte er,„morgen muß ich auf längere Zeit fort, gebe der Himmel, daß mein VorSeidem hatte er nichts von sich hören lassen. War er mit ihren Eitern und Vera zusammen? Warum ließ er sich von ihr die Vergißmeinnicht geben, warum? Liebte er Vera nicht mehr, oder hatte sie seinem Interesse für die Stiefschwester zu viel Be.Aich, wer ihr auf diese Fragen eine Antwort ge. =Seuizend wandte sie dem schmalen, geheimnnisvol flüsternden Bach den Rücken und betrat den zur Villa (Gern hätte sie ihre Gedanken abgelenkt, aber die Sehnsucht blieb neben ihr— die Sehnsucht nach Baron Stefany, dessen Haus verödet stand, und doch innen so geschmackvoll und vornehm ausgestattet war, als warte es auf eine junge Herrin mit verwöhnten Ansprüchen. Vera würde hier nicht wohnen, das wußte Gundula ganz bestimmt, und an sie hatte Stefany doch wohl nur gedacht, als er vor einiger Zeit neue, sehr kostbare Teppiche und Portieren, sowie manches wertvolle Kunstwert kaufte. Als Gundula vor der Villa sie mit einem Herrn zusammen, Sie bat ihn, mit ins Haus zu kommen und rief Der Fremde stellte sich als der Vertreter der Dirern wöäge ibr auvo geraunsgen 98½ „Vermutlich wollen Sie sich ertüneigen, vo uch mit dem angelangt war, traf welcher ihren Onkel zahlung von dreitausend Mark gemacht und vor zirka vier Wochen wieder dreitausend eingesandt mit dem Bescheide, daß Sie das Auto übernommen haben und den Rest von sechstausend auf einmal zu zahlen ue den musterte den Fremden jetzt mit mißtrauischen Blicken.„Ich kann Ihnen den Kaufvertrag, welchen ich mit dem Conte abgeschlossen habe, vorlegen, Herr... Bethoni hat über zwölftausend Mark quittiert. Auch die Quittung will ich Ihnen zeigen.“ Auf einen Wink ihres Onkels klingelte Gundula nach dem Diener, und als dieser erschien, wurde er beauftragt, einen verschlossenen Eisentasten herbeizuFünf Minuten später lag die von Bethoni unterschriebene und gestempelte Quittung vor dem Vertreter (Er nahm das Papier in die Hand und prüiste er zst zweisellos Bethonis Handschrift,“ sagte er endlich.„Demnach ist der Conte ein Betrüger, verehrter Herr, und Sie sind sein Opfer. Denn von den Zwölftausend, die Sie gezahlt haben, hat Bethoni dreitausend an uns abgegeben. Neuntausend hat er eingesteckt und ist damit vermutlich auf Nimmerwiederkehr verschwunden. Uns wenigstens ist sein Aufent„Und Sie wollen behaupten, daß das Aute erst zur es beweisen; denn auch ich habe unseren Dieser erkannte sogleich Bethonis Handschrift und las es aufmerkam durch. unvorbereitet meit ie sehen mich ganz undbrberener, mein Herr. Wenn es mit dem Doppelvertrag seine Richtigkeit hat, habe ich mein schönes Geld an einen Hochstapler verloren. Noch kann ich es mir nicht denken. Sollte es aber doch so sein, dann möchte ich das Auto gar nicht behalten, sondern Ihnen wieder zur Verfügung stellen. „Ach ja, liebster Onkel!“ rief Gundula eifrig, schaff das Aut' wieder ab. Keine Stunde bin ich ruhig, solange das Ungetüm in der Remise steht! So sehr ich mir früher ein Aut' gewünscht, so unangenehm ist es mir jetzt. Ach, wie froh will ich sein, wenn es erst „Vir“ sind zern bereit, Ihnen nach Möglichteit entgegenzukommen, Herr Düren," versicherte der Ver„Ich danke Ihnen. Sobald ich mich über die Richtigkeit Ihrer Angaben orientiert habe, was in wenigen Tagen der Fall sein kann, steht der Krafto9. Güt. Wir werden über die Bedingungen bald einig sein. Ich bedaure aufrichtig, daß Sie das Opfer eines solchen Gauners geworden sind.“ (Fortsetzung folgt.) Forstmeister Dahlen. Novelle von Mara Markov. (Schluß.)(Nachdr verboten.) Dem Schalle nachgehend, sprang Hans von Tahlen querfeldein; durch dickverschneite Wiesenraine dem User der Dirnitz zu— dort kletterte er, immer der rusenden Stimme nachgehend— die flache Uferböschung hinab. Keine fünf Fuß vom Lande sah er einen Menschen, zwischen Eisschollen hängend, an die er sich verzweiflungsvoll klammerte.———„ „Halt aus—— ich komme!“ schrie Haus ihm zu. Er nahm die Kugeln aus der Büchse, warf diese auf den Rücken und kroch mit eigener Lehezsgesahr über das Eis, dem Verunglückten die Blh#c hinAllein der Mann schwieg nun—.— vielleicht vermochten seine erstarrten Hände nicht mehr zuzugreisen — nur Stöhnen und unartikulierte Laute entrangen sich der keuchenden Brust.(gise Hz, jäls Da riß Haus die Hundefangleine, die er zufallig bei sich trug, aus der Tasche, kroch noch näher heran, und warf sie geschickt dem Manne über die Schultern. Sie packte den Verunglückten. Niemals konnte Hans von Tahlen sich sparer gelbst erinnern, wie es ihm geglückt war— La durchbrach die Mondesscheibe auf einen Augenblick den dichten Wolkenschleier, und Hans von Dahlen, der den Ohnmächtigen in seinen Arnen schleppte, sah in das totenblasse Gesicht Pruons#ys, des Knechtes, der seinen armen Vater angeklagt hatte. Wer könnte es dem Sohne Theo von Tahlens verdenken, daß einen Augenblick die widerstrevenonen Gefühle sein Gehirn durchkreuzten? Allein, der bessere Mensch behielt den Sieg in ihm— er vollendete sein Rettungswerk, indem er zu dem nahen Wächterhause des Bahnwärters lief und den fast Erstarrten dort in der Hütte bergen half. Und Gott hatte es bestimmt, daß dieser Tat des wahrhaftesten Edelmutes auch sogleich der Lohn folgen Als Petrov Prudnitzk, auf einen Augenblick zum Bewußtsein kam, starrte er mit angstvoll verzerrten in Hans von Dahlens blasses Gesicht und stammelte verwirrt und zögernd:. 9.116 „Sie— Sie sind es wirklich? Sa— mein Reiter! Ich erkannte Ihre Stimme sogleich— aber ich dachte, daß Sie mich umkommen lassen würden, wenn Sie wüßten, daß ich— o ich Elender, Nichtswürdiger###“ Und dann begann er schluchzend vor Heinz Gödenheimer, dem Bahnwärter, und Peter Lundheim, dessen Schwager und Bruder Miele, einzugesegen.„Taß er, um sich an dem Forstmeister, der ihn schimpflich entlassen, zu rächen, in derselben Nacht noch hunderte von Schrauben, Bügeln und Stiften an den neuen Schieven entfernte, und auch die Weiche durchelt, Aohe, und daß er seit diesem, Schurkenstreiche, w#### onnen unschuldigen Menschen das Leben oder die Gesundhei gekostet und den Forstmeister ins Gefäugnis gebracht habe, keine Ruhe mehr finden könne—— wolle fühnen— gleich morgen— morgen schon woll Er verfiel wieder in Bewußtlosigkeit, und eine Stunde später machte ein Herzschlag dem Leben des Reuigen ein schnelles, ungeahntes Ende. ** In Einsamkeit und Trübseligkeit saß die Familie des Forstmeisters von Dahlen. Das heurige Weihnachtsfest war in Trauer vergangen— denn der Gatte und Vater hatte ja gesehlt. Trotz Geständnisses des sterbenden Kuechtes mußten erst hunderterlei Formalitäten erledigt werden, ehe eine Freilassung Bahlens erfolgen konnte. Frau Dorothea, blaß und vergrämt, war taum von langer Krankheit genesen. Und heute war des geliebten Vaters Geburtstag. Welch ein Freudentag sonst! Niemand dachte heute ar eine Feier— niemand an Fröhlichkeit. Wohl hatte Hans von Dahlen in letzter Zeit öfter das Haus veren und war in fast heiterer Stimmung hrimgezum Staunen der Mutter, aber die verschüchterten Geschwister saßen still in allen Ecken umher; Jüngste, saß auf Hertas Schoß und drückte rosiger Aäkschen an den Feustersthgiben uftegg duldig zwanzig Fragen in einer Minute zug.räg Sonntag abend war's, und der Nordwino r#nte an Bäumen und Sträuchern, als wolle eln— eintönig und leise tickte die alte, große — da scholl es wie das Läuten von Schlittenschellen— los lauschten alle; in fünf erschen es wie das Läu kam näher und näher Sekunden war Haus der Waffenkammer vor dem Hause. in fünf Sekunde oben die Treppen herunter Der Vater! Der Herzensvater!“ ruft Herta und s elf hurgt die Ti.5 is ai einem Jubelschrei stürzen alle dem Geliebien, se lange Entbehrten entgegen. Und wie er sie herg#####ft, die Seinen— er weiß sich kaum zu fassen. Aber er immer an der Tür und hat große, schimmernd## Tauperlen in den blauen Alugen. „Sic ist unser guter Engel, liebe Hor#####r“— sagte der Forstmeister.„Auf ihre beim Gerichtspräsidenten vin ich sofort entlassen worden.— Frau Baronin von — dies ist mein liebes, treues Weid, rgigz Pöstte Und dann gab's ein Fragen, — es summte, wie in einem Zienenforde. Friedel aber pflanzte sich tech vor die id mal— wo hast dn denn Keim wrißen Pax, wenn du ein Engel bist, vie Voterchen erzug Und warum ist denn das Christkind dies Jan ger nicht gelommen? Ich hatte doch so schön besen## ernt bei Mütterchen, uund gunigg galis pferd, eine Trompete und hundert soldaten haben, und das Christtind nicht?“ Sie aber lächelte und wßte k##n er roten Mund:„Es kommt schon nomn nt schon n0##.— om Weileon habe nur noch sollst alles bekommen! Groulb, du Schelmt, bcher füign un us uum Ein halbes Stündchen##u stpen alle bei Abendessen, das die Baronin, zum Teil sir und fertig gauz. daueben gibt es zwei kunsper#i#g##, Kinder noch niemals Dahlen aber nimmt die schöne, blonde Dame bei der Hand und führt sie den erstannten Giern „Gebt uns euren Segen, lieber Vater, gehMutter— Viola ist meine verlobte Baart,„# als eure Tochter euch lieben und ehren— sie, niemals Vater und Rutter gekannt hefizu# ach „Aber Junge! bist du ein Glückspulg.— erfreut der Forstmeister, sein Dorothea lüßt liebevoll die neue Tochter, die Schwiegervater in spe die Hand reicht: Sie kommen alle mit mir! Ich lasse nicht von mir! Ich baue keine Eisenbahnen ech, Berhuriher eg. Achaite Du a. uis Dahlen schlug kräftig ein:„alben. Dei recht! Und in zehn Jahren, da sollen Wildstand sehen!“ —