8 F 3 * 9* 9 Nogelmäßige Beilagen: Schwerter Hausfrau und Mutter. Aus dem Reiche der Mode. Heimatdlätter. n Lustiges Allertel. Kinderzeitung: Unser Blatt. n Unterdaltungs- u. Romanbeilage. u Spiel, Spoit und Curnen. n Ledensbüd. Kunst u. Willen.n Gartenratschläge. Nr. 198 Oerdunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Velkszeitung Schwerter Volksblatt Letung Avlerdecker Zeitung Langscheder Zeitung Amtliches Kreisblatt tür den Kreis Börde. botzwicheter Zeitung Erstes und ättestes Cogesorgan des Kreiles.— Generalanzeiger für den Kreis Hörde. Die„Schwerter Jeitung“ erscheine werktögüch. Druck und Verlag: Cor! Braus. Celegr. Adr.: Braus, Schwerteruhr. Cel.62. Postscheck: Dortmund 2852 Berautwortliche Schriftleitung. Kar! Richter: Stadt und Provinz Friedr. Kraas, sämtlich in Schwerte. Donnerstag, 24. August 1922 55. Jahrgang Dollarkurs am 23. 8.= 1438,20 M. so günstig angenommen würden, was aber bei der Schwierigkeit des Einkaufs von Rohmaterial nicht mehr möglich ist, wollen nichts Ueberwältigendes mehr bedeuten Es ist also kein Schatzfond da. aus dem bezahlt werden könnte, was Frankreit verlangt. „Der Friede ist ein Krieg mit andern Mitteln!" Das ist seit Versailles nach Clemenceaus Wort das Leitmotiv der französishen Politik. Poincaree zieht also in den Krieg, um neue Taten vollbringen, die ihm für Jahre hinaus den Sessel des Ministerpräsidenten sichern sollen. Von sich selbst spricht er dabei nicht, umso mehr aber vol französischen Volke, für das er arbeitet. Der französische Bürger ist in seinem Chauvinismus leichtgläubig, aber die Revarationssuppe, die ihm zubereitet wird, wird ihn schwerlich satt machen. Poincarec zieht in den Krieg. Er denkt nur an den Sieg, aber er vergißt die Kriogskosten, die auch dem Sieger nicht erspart bleiben. Wm, Nun auch Collins! Es ist, als ob nirgends in der Welt Ruhe und Frieden einkehren könnte. Auch in Irland tobt der Bürgerkrieg mit Mord und Blutvergießen weiter, trotzdem sich die Führer der Parteien geeinigt haben. Vor wenigen Tagen erst wurde der Tod des Irenführer Arthur Giffith gemeldet, wobei noch zweifelhaft war, ob auch er einem Morde zum Opfer gefallen oder eines natürlichen Todes gestorben ist. Nun kommt die Nachricht, daß der Gefährte von Griffith Collins von nordirischen Rebellen in einen Hinterhalt gelockt und erschossen worden ist. So sind die bisher siegreichen Südiren ihrer beiden besten Führer veraubt worden und der regeklose Bandenkrieg wird daher um so wilder auflodern. TU. London, 24. Aug. In frühen Morgenstunden ging hier die Nachricht ein, daß der Führer des irischen Freistaates. General Michael Collins erschossen worden ist. Das Antentat hat ungeheure Bestürzung im ganzen Freistaat hervorgerufen. * Wie General Collins ermordet wurde. Tl. London, 24. Aug. Nach ausführlichen Berichten in der Londoner Presse befand sich Collins am Dienstag abend auf einer Besichtigungsfahrt durch die Grafschaft Cork. Als er mit seinem Gefolge im offenen Automobil das Dorf Midwas hinter sich hatte, wurde die Gesellschaft von iregularen Truppen aus dem Hinterhalt beschossen. Während des halbstündigen Feuergefechts wurde niemand verletzt und ersr als die Angreifer sih zurückzogen, fiel Collins tötlich verwundet zu Boden. Im weiteren Verlauf des Kampfes wurde auch General Dalten, der Begleiter Collins, leicht verwundet. weiteres Fallen der Mark bevorstehend. London, 21. Aug. Nach Informationen der Blätter hat Bradburn den Auftrag. die Fragr der Einschräntung des Banknotenumlaufs in Deutschland anzuschneiden und mit dem Kabinett Wirth über die Maßnahmen zur Stillegung der Notenpresse zu verhandeln. Allgemein wird damit gerechnet, daß die Mark den ticfsten Stand noch nicht erreicht hat und die weitere Entwertung des deutschen Geldrs zu erwarten ist. Keine Pfänder? Berlin, 24. Aug. Gestern vormittag erfolgte beim Reichsfinanzminister Dr. Hermes eine neue Besprechung mit den Delegierten der Reparationskommission. Es besteht noch keine Möglichkeit, über den Ausgang irgend etwas zu sagen. In den beteiligten Kreisen herrscht eine jehr ernste Stimmung. In der gestrigen Unterreedung sind, natz der „B. Z. a. M.“, die Gegensärze der Auffai auf die produktiven Pfander, Landwirtschaftsministers wird erklart, oaß beungen in bezug charf hervorgetreten. Von deutscher Seite wurde geltend gemacht, daß weder dies der Vernichtung von #naatlichen rgwerke noch die Wal dungen als produktive Pfänder dargeboten verden könnten. Es sei zu beachten, daß man es init einem parlamentarisch regierten Staat und inem republitansschen Staat zu tun habe. Ueberschreite die Regierung die Linie dessen, is das Parlament gutheiße, so werde die Reierung einfach gestürzt und es komme ine an ihre Stelle, die vermutlich weniger zu beständnissen bereit sei als das Erfüllungskabinett * Wirth, daß nach wie vor bis an die Grenze des #Möglichen in seinem Erfüllungswillen gehen Apolle. # Die Auslieferung der Forsten und staatlichen * Gruben sei für das Kabinett nicht annehmbar. — Aus Stadt und Land. sondere Maßnahmen zur Abwendung der Gejahr chinesischen Kulis herab. 5 Schwerte, 24. August. Erinnerungen. 79 Großer Ausbruch des Besuv. Verschüttung von Herculanum und Pompeji. # 410 Eroberung Roms durch die Westgothen. Bartholomäusnacht. Der Dichter Ewald v. Kleist gest. Die Dichterin Charl. Birsch=Pfeiffer gest. Hissung der deutschen Flagge auf den Karolinen=Inseln. * Bartholomäus, der Heilige des 24. Aug.. ist weit und breit der Ernteheilige. Ehedem feierte Aman seinen Gedenktag durch Ruhenlassen jeglicher Arbeit, jetzt hat man zuviel zu tun, als daß man könnte. Dennoch vergißt der Landmann seinen Bartholomäustag niemals, denn er ist gar zu entscheidend für vieles, das noch bevorsteht. #„Wie Bartholomäus sich verhält, so ist der ganze 5Herbst bestellt“— wer wollte also nicht Obacht ge##en, was für Wetter am Bartholomäuslag ####herrscht! Ist er es doch auch, der das noch stehende Getreide rasch vollends reifen läßt. In Thü###ringen sagt man, Barthel geht ins Kraut d. h. die Kohlköpfe runden und füllen sich, anderwärts hört ##man zu Bartholomäi auf mit der Beerenernte. weil Barthel nun in die Beeren geht und deshalb nicht verscheucht werden darf. In Obersteiermark hält man mancherorts an der Sitte fest, zu Bar##stholomäi schweres Buttergebäck, namentlich an das Gesinde, zu verschenken, während man in * Spanien in feierlichen Prozessionen auf die Felder zieht. -Erhöhung der Preise für Marder 1# Fvolkswirtschaftliche Ausschuß des Reichstages zu Veiner Sitzung einberufen worden, um zu der Frage der Getreideumlage Stellung zu nehmen. Wie Zwir hören, wird angesichts der in vielen Teilen des Reiches schlechten Getreideernte und der Schwierigkeiten, die sich daraus für die deutsche Landwirtschaft ergeben, im Ernährungsministerium der Gedanke einer Erhöhung der Preise für Marenbrot erwogen. ** Schutz der Getreidevorräte gegen Brände. Ende vorigen Jahres ist in einer kleinen Anfrage ##diemen im Regierungsbezirk Erfurt darauf hinge#wiesen worden, durch die außerordentlich wert####volle Lebensmittel vernichtet worden seien. In der # Beantwortung wurde festgestellt, daß die in den Zeinzelnen Fällen eingeleiteten Ermittlungsver###fahren keinen Nachweis ervrachten, daß in einem n####der insgesamt 12 Fälle der Brand auf ein politi##sches Motiv zurückzuführen sei. In einer neuer# Slichen Antwort des Ministers des Innern und des erbeitstechnisch sehr bald ans das Aivean der] Crelutivkommiter der kommunistischen Interna* Die Geflügeldiebstähle nehmen bald übe: den, sonstigen Einrichtungen und Getreidevorräten durch Brandstiftung zunächst nicht erforderlich sei; doch habe der Overpräsident von Sachsen die Regierungspräsidenten seiner Provinz angewiesen, den Schutz der Landwirtschaft und besonders der Getreidevorräte sich angelegen sein zu lassen. Zur Ausgabe der Kriegsdenkmünze 1914 18. Lbwohl wiederhott bekannt gegeben ist, daß Verleihungsanträge auf die vom Kuffhäuservunde dem jezigen Deutschen Reichstriegerbund„Kysshäuser") im Einverständnis mit dem Reichsministerium des Innern für die Weltkriegsteilnehmer unter den 2½ Millionen Kriegervereinsmitgliedern gestiftete Kriegsdenkmünze 1914/18 zum Zwecke der Berechtigungsprüfung nur bei dem örtlichen Kriegerverein zu stellen sind, mehren sich jetzt wieder in beträchtlichem Maße die Fälle, in denen dem Reichskriegerbunde in Berlin direkt, ja sogar Generalfeldmarschall v. Hindenburg, der Stiftungsurkunde als Ehrenpräsident des Bundes mit unterzeichnet hat, Verleihungsanträge und dergl. übersandt werden. Der Reichskriegerbund teilt deshalb mit, daß diese unmittelbar übersandten Anträge unveanwortet bleiven müssen, da dieser Antragsweg nicht der Stiftungsurkunde entspricht. ** Heilstättenkuren für versicherte tuberkulöse Kriegsbeschädigte. Invalidenversicherte tuberkulöse Kriegsbeschädigte können von zwei Stellen eine Heilstättenkur erhalten, und zwar sowohl von der Landesversicherungsanstalt, als auch von den Versorgungsbehörden. Diese doppelte Möglichteit birgt aber die Gefahr von Zuständigkeitsstreitigkeiten in sich und hat oft zur Folge, daß das Heilverfahren, statt beschleunigt zu werden, verzögert wird. Durch Vereinbarung mit den Landesversicherungsanstalten hat das Reichsarbeitsministerum sich bereit erklärt, die Heilstättenkuren aller anerkannten tubertulösen versicherten Kriegsbeschädigten selbst durchzuführen. Die Landesversicherungsanstalten übersenden alle entsprechenden Anträge sofort dem zuständigen Versorgungsamt; sie selbst führen die Kuren nur in dringenden Ausnahmefällen im Auftrage der Versorgungsbehörden durch. Ist Dienstbeschädigung für das tuberkulöse Leiden noch nicht anerkannt, dann kann die Stelle, an die sich der kurbedürftige Beschädigte wendet, die Kur bewilligen. Auf diese Weise ist Vorsorge getroffen, daß Heilstättenbehandlungen mit der gebotenen Schnelligteit durchgeführt werden. Neue Gebührensätze für Schöffen und Getionale unterzeichneten Aufruf veröffentlicht hat. in dem die Mitglieder der Regierung beschimpft che in### schworene. Als Gebührensätze für Schöffen und Etendrot? Für Dienstag kommender Wome#). v.: Geschworene wird nicht mehr ein festgelegter Satz bisher 30 A für den Tag gezahlt, sondern die Gebühren richten sich nach dem Erwerbsausfall. Jede angefangene Stunde wird mit 5 bis 25 bezahlt, jedoch nicht mehr als 10 Stunden täglich. Die betr. Verordnung sieht eine Vergütung bis zu 45 e für die Stunde vor. ** Das Problem der Qualitätsarbeit. W. Vogel äußert sich in der Konjunktur folgendermaßen: Man sehnt sich endlich nach einer wirtschaftspolitischen Führung, zu der man Vertrauen haben kann. Insbesondere haben aber die reiferen Arbeiter täglich und stündlich in den Betrieben Gelegenheit, zu beobachten, wie die verhältnismäßig hochbezahlten Jugendlichen in jeder Hinsicht verloddern und in ihrer Ausbildung zurückbleiben. Wenn hier nicht schnell und energisch eingegriffen wird, stirbt in Deutschland der Stamm qualifizierter Facharbeiter sehr bald aus und damit geht die wichtige Kraft der Industrie zu Grunde. Wird dieser verhängnisvollen Entwicklung in der bisherigen Weise freier Lauf gelassen, so sinkt der deutsche Arbeiter kulturell und hand. So wurden in einer der letzten Nächte dem Stadtförster Schwarz nicht weniger als 16 Hühner und ein Hahn aus dem Stalle gestohlen. Auch in diesem Falle fehlt von den Spitzbuben noch jede Spur. Wer erleuchtet diese Köpfe? Aus Hagen wird uns geschrieben: Vor einigen Tagen spielt: abends in einer Wirtschaft am Bahnhof das Or chester ein Potpourri von Rheinlandliedern. Unte: diesen befand sich auch das Lied„Deutschland. Deutschland über alles", das von den Gästen mirgesungen wurde. Sofort ssammelte sich draußen eine Menge an, die sich anschickte, in die Wirtschaft zu stürmen und handgemein zu werden, was nur durch das Zureden eines Polizeibeamten verhindert wurde. Man steht vor einem Rätsel, welche seltsame Anschauungen haben diese Radikalen vom Deutschlandlied? Von einem demokratischen Dichter. Hoffmann von Fallersleben in traurigster Zeit des Obrigkeitsstaates als Trutzlied gegen die Feinde der deutschen Einheit geschaffen, ein Lied, das dem Dichter die Entlassung aus seiner Professorentätigkeit seitens der reaktionären prenßischen Regierung eintrug, wird jetzt verfehmt von denen, denen das Lied heilig sein sollte. Gewiß ist das Lied in den letzten Jahren oft als Kampflied von rechtsradikalen Kreisen mißbraucht worden, das sollte um so mehr Veranlassung sein, daß diejenigen, denen es zugeeignet war, es wieder als ihr Eigentum an sich nehmen und es als Schutz= u. Trutzlied singen. Das Deutschlandlied ist die Nationalhymne des republitanischen Deutschlands und erschallt deshalb auch in sozialistischen Versammlungen. Mögen es endlich auch diejenigen wissen, auf die das Deutschlandlied aufreizend wirkt, weil sie seine Geschichte und seinen Zweck nicht kennen. In dieser Zeit schwerster Not soll gerade das„Deutschland, Deutschland über alles“ recht häufig erschallen als mutiges Bekenntnis der Treue zum Vaterlande. ** Wo das neue Hartgeld bleibt. Für den Verfassungstag(11. August) wurden 10000 der neuen Dreimarkstücke in den Verkehr gebracht. Das Volk erhielt sie nicht. 100 Stück erhielten die Angestellten der Generalstaatskasse, 1000 Stück die Angestellten der Münzen, der Rest ging Behörden und Ministerien zu. Gegen ein Aufgeld von 500 Proz. kann auch ein gewöhnlicher Sterblicher die Verfassungsdenkmünze erhalten. Demnächst werden weitere Ausmünzungen erfolgen, man will angeblich für jeden Deutschen eine Verfassungsdentmünze prägen, also 60 Millionen Stück. Dies bedeutet aber nicht, daß auch jeder eine erhält, denn die Sammler und Händler wollen leben. In den nächsten 6 Wochen sollen auch die anderen Hartmünzen folgen und bis Ende des Jahres sollen 500 Millionen ausgeprägt sein. ** Erhöhung der Gepäck= und Frachtsätze. Mit Rücksicht auf das schnelle Sinken des Geldwertes, sowic darauf, daß schon am 1. September die Güter= und Expreßgutfrachten sich um 50 Proz. erböhen, tritt die für den 1. Oktober vorgesehene Erhöhung der Gepäckfracht auf 10§ für 10 Kg. u. 1 Klm. schon ab 1. September in Kraft. Die Gepäckfracht wird ab 1. Oktober um weitere 50 Proz. erhöht. Der Einheitssatz beträgt dann also 15§ für 10 Kg. und 1 Klm. und die Mindestfracht 15 M. Aus den Provinzen. Dortmund, 24. Aug. Verbot einer kommunistischen Zeitung. Der Overpräsident von Westfalen hat die kommunistische„Westfälische Arbeiterzeitung" bis zum 11. September verboten, weil sie der bayer. Regierung wiederholt den Vorwurf des Hochverrats gemacht hat und ein von dem wurden. Verantwortlicher Redatteur des Blattes ist der kürzlich begnadigte Parteisekretär Meinverg. der im März 1920 bei der Einnahme von Dortmund eine bedeutende Rolle gespielt hat. Aus derselben Ursache wurde auch die„Rote Trivünc' Hagen) auf 3 Wochen verboten. Dortmund, 23. August. Wegen. Miets streitigkeiten erstochen. Vorgestern fand in dem Hause Düppelstr. 24 wegen Mietsstreitigkeiten unter den Bewohnern eine Schlägerei statt, in deren Verlauf die Ebefrau Letzmöllmann mehrere Dolchstiche davontrug. Die Verletzte ist gestern ihren Verletzungen erlegen. Der Täter, Maurer Julius Parnitzte, der leichte Verletzungen erlitten hatte, wurde festgenommen. Hagen, 23. August. Schließung der Hagener Kinos. Infolge des Nachtrages zur Lustbarkeitssteuer, der die Kinos steuerlich sehr belastet, haben die 4 Lichtspiele Hagens beschlossen, als Protest ihre Pforten am 5. September zu schließen. Dem Gesamtpersonal ist bereits zum nächsten Termin gekündigt worden. Lüdenscheid, 23. August. Schwere Ein bruchsdiebstähle. Bei einem Einbruch in eine hiesige Villa wurden in einer der letzten Nächte Silbersachen und Hausgerät im Werte von über 70000 M erveutet. In der darauf folgenden Nacht schlichen sich Diebe in die Fabrikräume einer hiesigen Firma und stahlen 250 Kilo Aluminium im Werte von 75000 M. In diesem Falle sind die Täter bereits ermittelt und festgenommen. Das Metall das zum größten Teil schon umgeschmolzen war, wurde beschlagnahmt. Arnsberg, 23. August. Tödliche Bienenstiche. Einen großen Verlust fügten Bienen dem Landwirt Haarmann hierselbst zu. Von zwei in der Nähe des Bienenstandes stehenden Pferden wurde eines durch eine Biene gestochen. Das Tier schlug darauf aus und traf unglücklicherweise den Bienenstand. Dieser fiel um und jetzt stürzten sich seine Bewohner natürlich wutentbrannt in Scharen auf die Pferde, diese über und über zerstechend. Die unglücklichen Tiere wälzten sich in unerträglichen Schmerzen auf der Erde und konnten erst durch Aufwendung großer Wassermassen von ihren Peinigern befreit werden. Eines der beiden Pferde war derart zerstochen, daß es bald darauf infolge totaler Blutvergiftung verendete. Bochum, 23. August. Trauriges Zeitbild. In einem Hause an der Zechenstraße hat sich eine erst 16½ jährige Ehefrau erhängt. Die Veranlassung sollen unglückliche Wohnungs= und Familienverhältnisse gegeben haben. Gelsenkirchen, 23. August. Große Schie bungen aufgedeckt. Die Polizei ist größeren Schiebungen in Benzol und Holz auf die Spur gekommen, die auf der Zeche Engelsburg in Wattenscheid verübt worden sind. Die Schiebungen sollen schon einige Jahre betrieben worden sein. Ihre Aufklärung erfolgte in dem Augenblick, als ein Faß aufgeladen und verschoven werden sollte. Die Polizei kam dahinter und nahm bereits einige Personen fest, die an den Schiebungen beteiligt sind. Bis jetzt sind 7 Verhaftungen erfolgt. Es sollen aber etwa 30 Personen in die Angelegenheit verwickelt sein. Wie es scheint, ist die Zeche Engelsburg und der Bochumer Verein um größere Summen geschädigt worden. Bochum, 23. August. Die gefoppten „Finder“, Folgendes recht bezeichnende Zeitbildchen sendet ein Leser dem„Boch., Anz.“ ein: „Weil in letzter Zeit in Bochum soviel gestohlen wird, wollte ich mir diese Spitzbuben gerne persönlich ansehen und ihr Treiben beobachten. Habe mir zu diesem Zwecke hundert schön verschnürte Paketchen fertiggestellt, der Inhalt war verschimArt läßt nicht von Art. Roman von H. Hill. 13 (Nachdruck verboten.) „Bitte— ich freue mich, Sie zu sehen, lieber Herr Major! Wollen Sie die Güte haben, Platz zu nehmen und sich mit einer Zigarre oder einer Zigarette nach Ihrem Belieben bedienen.— Wenn Sie wegen meines Sohnes kommen, so sind sich unsere Gedanken begegnet; denn auch ich habe mich eben im Geiste mit ihm beschäftigt. Hoffentlich ist es nichts Unerfreuliches, was Sie mir von ihm zu berichten haben.“ Sein Gesichtsausdruck bewies zur Genüge, wie wenig zuversichtlich diese Hoffnung war, und sie wäre ja auch schon durch die ersten Worte des Majors zerstört worden; denn mit einer Offenheit, die den Grafen eigentlich hätte in Erstaunen setzen müssen, sagte er: „Ich fürchte, daß mein Neffe wenig oder gar keine von den Eigenschaften besitzt, die seine gegenwärtige und künftige gesellschaftliche Stellung von ihm fordert.“ Mit einem leichten Stirnrunzeln erhob Rüdiger von Bredow=Donnersberg den Kopf. „Wohl möglich, lieber Freund," erwiderte er etwas kühler als zuvor.„Aber, wenn es sich wirklich so verhalten sollte, entbinde ich Sie gern von der peinlichen Notwendigkeit, sich irgendwelche Sorge darüber zu machen.“ „Sie wollen sagen, es ginge mich nichts an. Aber Sie müssen schon verzeihen, wenn ich dieser Auffassung nicht ganz zustimmen kann. Die Verantwortlichkeit für seine Erziehung fällt doch in erster Linie auf mich, und es kann mir nicht gleichgültig sein, wenn der junge Mann mich durch sein Benehmen bloßstellt. Es mag ja sein, daß seine angevorenen Eigenschaften dabei die größte Rolle spielen— Eigenschaften, die auch durch die allerbeste Erziehung nicht zu beseitigen gewesen wären. Aber man wird ihm doch nachdrücklichst klar machen müssen, daß er sich eifriger als bisher in der Kunst der Selbstbeherrschung zu üben hat.“ Jetzt machte der Graf kein Hehl mehr aus seinem Erstaunen. Dieser liebenswürdige, geschmeidige Gentleman, der ihm ganz unfähig erschienen war, irgendeinem Manschen ernstlich zu widersprechen, hatte sich ja mit einem Male auf eine höchst sonderbare Weise verwandelt. Er trat beinahe herrisch auf, und aus seinen Augen blitzte eine fast noch stärkere Energie als sie in seiner Rede zum Ausdruck kam. „Sie sind sehr kategorisch, Verehrtester,“ erwiderte er.„Ich leugne keinen Augenblick, daß es auch mir um Vieles angenehmer wäre, wenn meinem Sohne einige von den Eigenschaften fehlten, die er an den Tag legt; aber Sie sind wirklich im Irrtum, wenn Sie glauben, die Verantwortlichkeit dafür tragen zu müssen. Sie fällt schon deshalb ganz und gar auf mich allein, weil durch mein Verhalten gegen seine Mutter den eigentlichen Anlaß zu seiner verfehlten Erziehung gegeben habe. Hätte ich mich nie von ihr getrennt, so würde auch unser Kind unter anderen Einflüssen ausgewachsen sein.“ Der Glanz in den blauen Augen des Majors wurde noch schärfer. „Wenn ich diese Worte richtig deute— und sie lassen eigentlich nur eine einzige Deutung zu— so sind sie nicht eben schmeichelhaft für mich, Herr Graf!“ „Nicht doch,“ protestierte der Graf, der seine Uebereilung einsehen mochte.:„So war es durchaus nicht gemeint. Ich habe die felsenfeste Ueberzeugung, daß Sie an ihm getan haben, was nur immer möglich war, und ich werde dafür stets Ihr dankbarer Schuldner bleiben.“ „Ich wollte nur sagen, daß es möglicherweise der mildernde und veredelnde Einfluß eines weiblichen Wesens gewesen ist, der seiner Jugend gefehlt hat. Und dann dürfen Sie überhaupt wegen meiner Aeußerungen nicht zu streng mit mir ins Gericht gehen. Ich gestehe offen, daß mir die— nun, sagen wir: die Sonderbarkeiten meines Sohnes stärker auf die Nerven fallen, als ich es zeigen mag.— Was ist es denn, das Sie heute im besonderen gegen ihn vorzubringen haben?“ „Was mich empört, ist die Art, wie er seine Halbschwester zu behandeln wagt. Vor wenig mehr als einer Stunde machte mich der Zufall zum Zeugen ener Szene, die für den jungen Herrn, wenn er wirklich mein Sohn gewesen wäre, vermutlich mit einer sehr scharfen Zurechtweisung geendet haben würde. Er insultierte die Komtesse auf das gröblichste, und zwar aus keinem anderen Grunde, als weil sie nach dem Diner mit einem Ihrer Gäste, dem Schriftsteller Doktor Odemar, einen Spaziergang im Park unternommen hatte.“ „Gegen diesen letzteren erging er sich ohne jede Veranlassung in den beleidigendsten Ausdrücken, so daß ich es dem Herrn nicht hätte verübeln können, wenn er den Angreifer auf die schärfste Art zurückgewiesen hätte. Ich wiederhole, daß mir hier eine eindringliche Korrektur durchaus geboten scheint. Man muß diesem jungen Menschen keinen Zweisel darüber lassen, daß er sich ritterlich gegen seine Stiefschwester und artig gegen diejenigen Personen zu benehmen hat, die von Ihnen der Ehre gewürdigt werden, Ihre Gäste zu sein.“ Die Art, wie dieser Major sich in seine häuslichen und Familienangelegenheiten einmischte, verdroß den Grafen affenbar immer mehr. „In der Tat, es ist außerordentlich liebenswürdig von Ihnen, den Beschützer meiner Tochter zu machen. Aber ist Ihnen nicht die Erwägung gekommen, lieber Herr Major, daß dies eigentlich ein wenig außerhalb Ihrer Pflichten liegt? Was mich selbst betrifft, so mißbillige ich selbstverständlich ein derartiges Verhalten meines Sohnes auf das entschiedenste; aber ich kann da wirklich nicht mit solcher Energie eingreifen, wie Sie es von mir zu erwarten und zu verlangen scheinen. Ich darf nicht vergessen, daß an dem jungen Manne schweres Unrecht begangen worden ist, und daß man ihn nicht allzu hart büßen lassen darf für Fehler, die er vielleicht nur zum kleineren Teile selbst verschuldet hat. Ich bin mir von vornherein vollkommen klar darüber gewesen, daß ich mich und die Meinigen nicht auf Rosen bettete, als ich diesen wiedergefundenen Sohn in mein Haus aufnahm. Aber ich hatte keine Wahl, und ich muß alles, was ich darunter zu leiden habe, gewissermaßen als die verdiente Strafe hinnehmen für die Sünden meiner Jugend.“ Wahrscheinlich hatte er die peinliche Erörterung damit abzuschneiden geglaubt, aber der Major zeigte sich von einer erstaunlichen Hartnäckigkeit. (Fortsetzung folgt.) Zne Küchenabfalle, gesangene tote Mäuse und S#endreck. Diese Pateichen habe ich am Eingang nes Geschäfts einzeln unaufällig niedergelegt, diese kundert Pateichen wurden in einein## Tagen gestohlen. Von diesen hundert Kanggern habe ich gezählt: 48 jüngere Damen. 37 uen, 6 Herren und 9 Kinder. Es war köstlich Luusehen, wie diese Spitzvuven zu Werte gingen, unauffällig an das Pätchen heranschlichen, es ihren Taschen, Marktkörben usw. verschwinden Een und schleunigst das Weite suchten. Wie Egen sie enttäuscht, gar erschrocken gewesen sein, sie zu Hause das Patetchen öffneten!" Orson, 24. August. Schweres Bootsglück. Als am Sonntagnachmittag ein #seler Dampfer von der Brücke abstoßen wollte, die sich ein Boot mit 5 Personen neben den bekasten gelegt. Ein junges Mädchen, das mit übrigen Bootsinsassen allerei Unfug getriehatte, konnte sich, während das Boot umschlug Radtasten festhalten und wurde gerettet. Die igen 4 Personen sind ertrunken, obgleich vom npfer selbst, der über eine Stunde am Platz ##b. und von einem herbeieilenden Motorboot #ri alle denkbaren Rettungsversuche angestellt iden. Kleve, 22. Aug. Die„Schmugglerköni##n“, eine Frau aus Essen, die seit 1920 unter #er Bezeichnung an der Grenze bekannt ist, bede in den Jungler Bergen gefaßt, als sie 28 bachen Aspirin nach Holland schmuggeln wollte. ## wurde in Haft genommen. Köln, 24. August. Wucher mit Einmachhhnen. Schon in der Nacht um 2 Uhr wurden si dem Hauptmarkt große Mengen Einmachvohaufgekauft. Als zu Beginn des Marktes um Uhr die Beamten der Wucherpolizei erschienen, # es überall, die Bohnen seien ausverkauft. ilweise wurden 1200—1300 M gefordert. Wo ## Polizei dies erfuhr, wurde Anzeige erstattek. b#e Landleute erklärten, daß sie die Bohnen nur im Markt nach Roisdorf zu bringen brauchten, sie mindestens 1100 M für den Zentner beumen würden. Auf dem Kölner Markt herrschte ber eine sehr erbitterte Stimmung. Um 5.30 waren überhaupt keine Bohnen mehr zu bben.(Ist den gegen einen derartigen Wucher hr nichts zu machen? Sind denn die Behörden sisem Treiben gegenüber vollkommen machtlos? briftl.) Köln, 22. August. Folgenschwere Exlosion. Im Betriebe der Rheinischen Elettrorte Knappsack in Köln fand eine Explosion bt. durch die drei Arbeiter getötet und mehrere scht verietzt wurden. Zwei der Getöteten waren hmilienväter. Köln, 22. August. Die deutsche Rheinlocke, die als Ersatz der in der Not des Krieges beschlagnahmten Kaiserglocke das heirliche Domgeläute wieder vervollständigen sollte, wird nunmehr Wirklichteit. Die Glocke wird in der bekannten Glockengießerei von Gebr. Unlrich in Apolda hergestellt. Sie betommt den Ton C mit der großen Overterz E. wird ein Gewicht von 500 Zentnern haben und einen Durchmesser von 3.2 Metern. Neven mittelalterlichen Heiligenbildern. den reichspreußischen Wappen und dem Kölner Stadtwappen wird die Glocke die Inschrift tragen:„Mich stifteten das Deutsche Reich, die preußische Regierung und Bürger Kölns. Köln, 22. August. Verluste an Fahr gästen infolge der dauernden Tarifsteigerungen machen sich immer bedenklicher bemerkvar. Die Kölner Straßenbahn hat im ersten Halbjahr 192? 14 Millionen Fahrgäste verloren. Jetzt kommen wieder die außerordentlichen Fahrpreissteige rungen im September. Köln hatte einmal einFahrgästehöchstzahl mit 220 Millionen aufzuweisen. Nun muß man damit rechnen, daß die Benutzerziffern bei diesen Verhältnissen bald auf 100 Millionen sinken wird. Bonn, 22. August. Auch ein„Ehedramg.“ Ein„Ehedrama“ spielte sich hier ab. Eine Frau, die ein vor ihr hergehendes Pärchen eine Zeitlang verfolgt hatte, stülpte plötzlich der Begleiterin des Mannes einen Topf Farbe über den Kopf. Als die über und über mit Farbe begossene junge Dame sah, daß sie es mit der besseren Hälfte ihres Begleiters zu tun hatte, entlief sie unter den Beifallskundgebungen einer großen Zuschauermenge in ein nahegelegenes Geschäftshaus. Auch der Mann zog es vor, lautlos zu verschwinden. Bonn, 23. August. Mord. Im benachbarten Sechtem wurde vorige Nacht die Frau des Bahnwärters Johann Breuer von Dieben überfallen. geknebelt und an den Bettpfosten festgebunden. Der Mann fand seine Frau heute morgen tot vor, vermutlich ist sie erstickt. Gestohlen wurden ein größerer Geldbetrag und Kleidungsstücke. Es wird angenommen, daß die Eheleute Strack, die früher im Breuerschen Hause gewohnt und mit Breuers im Streit gelebt haben, das Vervrechen begangen haben. Vom 3. bis 12. September soll in Genf, als dem Geburtsori des Weltvostvereins, eine große internationale Brieimartenansstellung statlfinden. Veranstatterin ist die Vereinigung der Genfer Briefmarkensammter. * Einen SSpaziergang nach Jernsalem unternimmt gegenwärtig ein Amerikaner. Von New=York fuhr er nach Chervourg. Von da aus ging er den weiten Weg nach Lourdes zur wundertätigen Madonna. Und nun ist er zu Fuß auf dem Wege nach Ferusalem, um die heiligen Stätten zu besuchen. Im Wettsliegen der Freiballons um den Gordon=Bennet=Pokal in der Schweiz, bei dem übrigens Deutschland ausgeschlossen war, siegte der Amerikaner Honenwell, dessen Ballon in 1060 Km. Entfernung bei Budapest niederging. Buntes Das evangelische Trutzlied Luthers„Ein feste Burg ist unser Gott“ ist jetzt in genau 100 Sprachen übersetzt worden, davon 23 in asiatische, 32 in afritanische Sprachen. * Neuerdings ist auch Holland in unmittelbaren Fernsprechverkehr mit England getreten. Das gesamte Fernsprechnetz Hollands ist an ein Telefonkabel nach London angeschlossen. Lehzte Drahtmeldungen. Entgleisung eines Zuges der Wendelsteinbahn. Ungefähr 30 bis 40 Verletzte. Rosenheim, 24. Aug. Laut Morgenblättern ereignete sich auf der Wendelsteinbahn ein schweres Zugunglück. Aus unbekanntem Grunde stürzte ein Zug unterhalb des Berghotels an der sogenannten Meindlscharte um. Gegen 30—40 Personen wurden verletzt, davon einige schwer. Eine Perion, die vom umstürzenden Zuge absprang, stürzte diFelswand hinab. München, 23. Aug. Das furchtbare Unglück auf der Wendelsteinbahn traf den vollbesetzten, 2,10 Uhr nachmittags vergabfahrenden Zug 300 Meter unterhalb der Station. Nach den sofort eingeleiteten Ermittlungen steht jetzt jest, daß die Maschine plötzlich entgleiste, mit dem Zuge noch 200 Meter abwärts fuhr und dann umschlug, während die Personenwagen über die Maschine hinweggingen. Der Fabrikant Papmeier aus Hannover, der aus dem Fenster gesprungen war, frürzte 18 Meter tief in den Wendelsteinkessel, wo er mit einem schweren Schädelbruch aufgefunden wurde und bald darauf starb. Die 29jährige Kontoristin Silvermann aus Frankfurt a. M.: sowie der Kaufmann Michael aus Bleicherode im Harz wurden am schwersten verletzt. Sie wurden im Zuge eingetlemmt und haben komplizierte Schenkel= und Beinbrüche erlitten. Fräulein Silbermann mußte ein Bein abLgenommen werden. Die 31jährige GeschäftsinhaIverin Emma Paradies aus Berlin erlitt einen Nervenchock und Prellungen. Sie wurße nocb In das Kransenkaus rechts der Isar in München gebracht, entierne sich aber wieder, ehe sie ausgenommen wurde. Souft sind noch dreißig Personen verletzt worden, die größtenteils von einem von Brannenburg aus heraufgeschickten Leerzug abgeholt wurden. Bayern und Weimar. TUI. München, 21. Aug. In Vayern bereitet sich allem Anschein nach eine neue Bewegung vor, die den Zweck verfolgt, weitere Konzessionen von der Reichsregierung zu erlangen. Das offizielle Sprachrohr der größten Kvalitionspartei, die„Bayerische Volkspartei=Korrespondenz", veröffentlicht heute längere Ausführungen, die in der Forderung mich einer Revision der Weimarer Verfassung gipfeln. Heute Aufhebung der bayrischen Notverordnung. TII. Berlin, 21. Aug. Wie das Berliner Tageblatt erfährt, wird die bayerische Regierung die von ihr erlassene Notverordnung heute aufheven. Enver Pascha lebt! Vor einigen Tagen machte durch die gange Presse eine Nachricht die Runde, der zufolge der türkische Freiheitsheld und begeisterte Deutschenfreund Enver Pascha im Nahkampf mit den Bolschewisten den Tod gesunden haben sollte. Auch wir gaben die Nachricht wieder und würdigten im Anschluß daran das Wirken Envers. Nun stellt sich heraus, daß die Nachricht von Envers Ableven wirklich salsch war. Man sagt, daß zu Unrecht Totgesagten noch ein langes Leven beschieden ist. Möge es auch in diesem Falle zutreffen. Mit 6000 Dollar flüchtig. XII. Berlin, 24. Aug. Eine Berliner Großbank Unter den Linden ist von einem ungetreuen Angestellten schwer geschädigt worden. Ein dort angestellt gewesener 28 Jahre alter aus Görlitz gebürtiger Hans Iste ist nach Unterschlagung von 6000 Dollar. nach dem heutigen Wert etwa 8 Millionen deutsche Papiermark, flüchtig geworden. Briefkasten. H. L., Hagener Straße. Sie haben alle vier Rätsel richtig gelöst und daher Anspruch auf ein Frei=Inserat in der Größe von vier Zeilen. Wie bitten um Einsendung des Tertes. W. H. E. Unter„Dumping“ versteht man den Verkauf von Waren ins Ausland unter Inlandpreisen, um dort die Konkurrenz zu schlagen Vobach=Schnitte sind zu haben im Verlage dieser Zeitung Wetteraussichten für einige Tage im voraus. 24. Aug. Wenig verändert. 25. Aug. Wollen, Sonne, zieml. kühl, strichweise Regen. 26. Ang. Kaum verändert. — Vobach=Schnitte sind zu haben im Verlage dieser Zeitung Die die Wahl der Braut= und HochAbd. 1. Schleierstoffkleid, mit halblangen9 mein, Biesen, gesicten Punter und Hleteinsägen.(Tyveumuser dem Schnitt, beigeraltet.) Hierzu., Vorach Schnit A;: Giöße 1 oder II, für M. 19 N. 3.— fiur Vois und Versand erzättich. Dieitskleider sowie besonders die Zusammenstellung der Brautausstattung ist heute eineschwierige. Die Preise klettern, man wird wählerischer nicht nur im Material, auch die Form soll so sein, daß sie zum wenigsten leicht zu verändern ist. Eine große Erleichterung bietet hier der Ausschnitt, der ja jetzt überall, sehr oft am unrechten Ort, zu finden ist. Ich kann im Hause mein Kleid so tief ausschneiden, als ich es mit meiner eigenen Auffassung vereinigen kann. Auf der Straße, im Gewühle der Menschen, dem Blicke eines jeden preisgegeben, sollte nur der kleine Ausschnitt statthaft sein. Allerdings kann man über die Dehnbarkeit des„kleinen Ausschnittes“ streiten. Klein bedeutet der geringste Teil von etwas. Wenn also ein gleichmäßig runder oder ein ebensolcher eckiger Ausschnitt die halbe Schulter frei läßt, dann kann man eigentlich nicht mehr gut von einem kleinen Ausschnitt reden. Dagegen kann der tiefere und größere Ausschnitt auch am Nachmittag getragen werden, allerdings nur im geschlossenen Raum. Zu einem solchen gehören aber nicht öffentliche Restaurants usw. Die Erleichterung, die also der Ausschnitt bei der Wahl eines Kleides gewährt, besteht darin, daß wir ein Hochzeitskleid, das also den tieferen Ausschnitt zeigen darf, auch zu einer Festlichkeit am Nachmittag tragen können, sobald das Material den Forderungen nicht widerspricht. Bei der heutigen Bevorzugung glatter und leichter Stoffe ist dies eigentlich weniger der Fall. Nur schwere Samte, groß gemusterte Seidenstoffe schwerer Qualität, alle mit Flitter und Perlen reich bestickten Tüllstoffe sind ausgesprochenes Abendmaterial. Man wird also bei der Wahl der Stoffe derartiges vermeiden und man wird nie unpassend gekleidet sein, denn auch am Abend sind glatte Stoffe immer modern und vornehm. Von diesem Standpunkt aus wird auch die Braut ihr Ehrenkleid wählen. Heute, da das Brautkleid vv. 2. Brautkleid aus Schleierstoff oder weicher Seide mit Fiedermansörmeln, Biesen und vorn lose ausliegender geschweister Schützenbahn. Hierzu Bodach, schnitt A; Sröße II oder II1, fü. M. 18.— sebs N. 3.— für Porto und Versand erhältlich. ganz in den modernen Linien gearbeitet wird, ist das sofortige Verändern nicht mehr notwendig. Die Schleppe wird auch jetzt nur noch vereinzelt angewendet, trotzdem der Rock bedeutend länger geworden ist. Im Höchstfalle läßt man den Schleier schleppenartig ausfallen. Als Material dienen neben dem fast klassischen Chinakrepp alle anderen weich fließenden Stoffe, wie Crépe marocain, Créperomain undähnliche. Die duftigen Voilestoffe verlangen eine reichere Garnierung von Säumchen und Spitzen, wenn sie nicht selbst bestickt sind. Unter einem sehr feinen Voilestoff, der aber reich bestickt ist, sollte nur ein glattes Anterkleid getragen werden, um die Stickerei nicht zu beeinträchtigen. Zum weißen Brautkleid gehören natürlich Brautschleier und Kranz. Neben dem schmalen, reifenartigen Kranz sehen wir die Diademform. Zu beiden Formen wird der Schleier schlicht arrangiert. In Anlehnung an die dem Mittelalter entlehnten Modeformen sucht man auch den Brautschleier hochstehend und haubenartig zu ordnen. Zum Standesamt wählt man den flottesten Straßenanzug Kostüm oder Mantelkleid.Schließt sich an den standesamtlichen Akt ein Frühstück an, wird man einem einfachen Nachmittagskleid, das auf der Straße durch den flotten Mantel oder den Amhang gedeckt wird, den Vorzug geben. Tritt man eine Reise an, dann muß das Kleid mit dem schlichten Reiscanzug vertauscht werden. And was soll der Koffer noch alles enthalten? Niemals vergesse die junge Frau ein hübsches, modernes, vielleicht auch etwas elegantes Hauskleid, das sich die sparsame Frau cus einem vorhandenen glatten Abendkleidchen oder einem Sommerkleidchen und mit Hilfe von etwas neuem Material, das sogar recht phantastisch sein kann, selbst schneidert. Gerade auf Reisen hat man das Bedürfnis, am Abend sich umzuziehen. Das Kostüm wird, wenn es gemustert ist, aus dem einfarbigen Jumper und einer schlichten Seidenbluse in einer im Rock vorhandenen Farbe ergänzt, während dem Rock aus Tuch, Gabardin oder ähnlichem glatten Material sich die elegante, auch bestickte und zweifarbige Bluse zugesellen kann. P. Gr.3. Abd. 3. Kleid aus Changeanttaft mit breiter Auschnittblende und Stoffroseite. Der weite Rock ist unten bogig und mit gleichem Stoff eingefaßt, Hierzu Bobach=Schnitt A. 380. Größe 1 oder II, für M. 18.— nedst N. 3.— für Porto und Versand erhältlich. bobachs Modenalben, Frauenzeitschriften und Schnittmuster empfiehlt und besorgt die Buchhandlung Carl Braus in Schwerte. Bekanntmachung. Auf Grund des§ 4 des Gesetzes über die Regelung des Verkehrs mit Gelreide aus der Ernte 1922 vom 4. Juli 1922(R. G. Bl S. 549 fl) wird hiermit folgendes öffentlich bekannt gegeben: Die glückliche Geburt eines gesunden Nädchens zeigen hocherfreut an Bürgermeister Berensmann u. Frau Hildegard geb. Hawerkamp. Laasphe l. UU., den 21. Rugust 1922. Fuesers Kaffee Dülken, Hamburg, Mannheim, Cassel. Niederlage Schberter Shorsereinhgng be. 3 I. Die im Landkreise Hörde ermittelte umlagepflichlige Getreideanbaufläche beträgt 2357 Hektar. Das aus diese Gesamtfläche umzulegende Gelreide=Liefersoll ist auf 18.827 Doppelzentner festgesetzt worden. II. Die Listen über die Getreideanbauer, die Größe der Anbauflächen und das für den einzelnen Betrieb festgesetzte Liefersoll liegen vom 25. bis 31. 8. 1922 einschließlich wie folg! aus: für den Stadtbezirk Schwerte: Rathaus Schwerle, Zimmer 2 für den Amtsbezirk Annen: Amishaus Annen, Zimmer 9 für den Amtsbezirk Aplerbeck: in den einzelnen Gemeindebüros ür den Amsbezitkh Borop: g. Gimmer 9/44### 0. Amlshaus Barop, Zimmer 2 Bezirks=Verlretung und Fabrik hornbruch& Co., G. m. b. h., Schwerte Markt 9. Verkauf nur an Konditoreien u. Wiederverkäufer Samstag, den 26. Rugust, abends 8 Uhr in den Gartonanlagen und sämtlichen Räumen des Hotels zur Host: Sommernachts Mitwirkende: Fräulein Henny Sonapp.(Mezzo=Sopran Ruhrtaler Sängerverein.(Doppel=Quartetl) Kapelle Heine Einfübrungen gestaltet. Der Vorstand. 4• vermindere ich die Kosten! WIelj, Schuhrearaturen Nur dadurch, daß ich„schwarze] Schien“ verwenden lasse. Dieselben sind zu haber bei H. HItzograd, Schubmachert - Genpinaswer 26.— Spezialltät: Anfertigung von orthopädischen Schuhen für Kriegsbeschädigte. Zugelassen vom Versorgungsamt Dortmund für den Amtsbezirk Kirchhörde: Amishaus Kirchhörde, Zimmer 10 für den Amtsbezirk Wellinghofen: im Amtshaus Wellinghosen für den Amtsbezirk Westhosen: in den einzelnen Gemeindedüros. Hörde, den 21. August 1922 Der Kreisausschuß des Landkreises Sekanmmagung. Die von der Gemeindevertretung von Wellinghosen unterm 5 August 1922 vollzogene Wahl des Bergmanns Wilhelm Braune in Bittermark als 1 stellvertretenden Gemeindevorsteher habe ich bestäligt. Hörde, den 18. August 1922. Der Landrat RORRGHGOHHGGGE der Gemeinde Holzen verbunden mit Et schwerter Hoppel-Quartetts Leiter: Herr Willy Peters * * * # am Samstag, den 26.% und Sonnlag, den 27. August## den Räumlichkeiten und Anlagen X 4 des Wirls Hosang unter Mitwirkung ∆ der Holzener Gesang= und Turnvereine * Anfang der Feier:* X Samslag 5 Uhr, Sonnlag 2 Uhr X Zu zahlreichem Besuch ladet freundlichst# S ein ∆ Der Festausschuß. in ist die beste helt. * Kaufen Sie Ihren Bedarf schon heute echte Richters Kurer Steinsaurästen —(Friedensware)— Das beste was Sie Ihrem Kinde geben können. * Buchhandlung C. Braus. Surzunnumnuumnmmozuununsumamamuumzmmmimmmuung Handel und volkswirtschaft n un ugtig Berliner Börsen kurse vom 23. August 1922 mitgeleill vom Barmer Bank=Verein, Schwei am liebslen von außerhalb, zum 1 September gesucht Bagenerstraße 7. Wohnungstausch. Eine 3 Zimmer=Wohnung mit Stad, elekt: Licht und Wasserleitung in Berg###en gesen eme gleiche in Schwerte oder Schwerterheide zutouichengsluch. 5 2, Deutsche Reichsanleihe Zuerstragen bei Llng. Panl, g# ime, Bank=Verein Berghofen, Müglennraße 1. Barr 1 Eig Preiswert zu verkaufen: 4 77 24 64 50 1 Kinderbetichen für Neugeborene. Adresse in der Geschäftsst. d Zig Nehme heute nach überstandener Krankheit meine 60 Sonntag, den 27. August, nachm. 4 Uhr: * im Saale des Freischutz. Mitwirkende: Quariett=Verein Hagen=Delstern Leiter: Herr Fritz Wienbrauck Herr Willy Pelers, Bariton am Flügel: Herr Fredi Peters Nach dem Konzert: Gemütliches Beisammensein!+ C) Eintriltspreis 7 Mk einschließl. Steuer. E Vorverkauf: Zigartengeschäst Winkelmann, Friseurgeschäft Gräse, Vereinslokal Klempt sowie bei den Mitgliedern. Mee Ansichtskarten vom Grüntal zu habei bei Carl Braus, Schwerte F. W. NIPPUS oiemstr.10(u Geles Ereugpisse erster Frnen, Aertust uur an Miedertetthster au Fahrtoreisen. Bicder aud. 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(Devisenkurse) Man zahlte deutsche Mark: für 100 belgische Franken 100 dänische Kronen.. 1 englisches Pfund.. 100 französische Franken 100 holländische Gulden 100 italienische Lire... 100 polnische Mark. 100 schwedische Kronen. 100 schweizerische Franken 24793,95 27565,5 100 ischechsche Kronen 3995.— 30666 am 22. 8. am 28. 9737,80 10886, 28064,85 31260,8 5817,70 6466.9 10362.— 11435.6 50586,65 56329.5 5817,70 6466,9 15.— 34406,90 38352, Ein Dollar. 1298,35 1438,20 Soeben erschien als schönste Gabe für Angehörige unserer gefallenen Krieger: Heldenbuch und Kriegschronik der evangelischen Gemeinde Schwerte Herausgegeben von Pastor Ohlig. Ueber 240 Seiten Großquart, mit 286 Bildern und Porträts. Zwei Rusgaben Der Titel des Buches sagt, was es sein will: ein Heldenbuch, ein schlichtes, einfaches Denkmal, das die dankbare Gemeinde ihren treuen, tapferen Söhnen setzt. Es steht nicht auf ragender Höhe oder am Markte, dafür aber kann es jeder daheim haben und in stiller Stunde zu sich sprechen lassen. Mehr als Namen sind in dies Denkmal hineingeschrieben: die Bilder unserer Helden schauen uns an und ihr Leben geht in kurzen Zügen an uns vorüber. Nicht sollen dadurch alte Wunden wieder bluten— sie sollen heilen durch die Gewißheit: unsere Toten sind nicht vergessen und werden nicht vergessen werden. Wenn an uns keiner mehr denkt: lebt ihr Bild weiter bei Kind und Kindeskind. Das Heldenbuch enthält die Bilder aller Gefallenen der evangelischen Gemeinde Schwerte, die zu erhalten waren, ferner einen kurzen Lebenslauf auch derjenigen, deren Damit is seder trauernden Famiie und Angehörigen unster gesalenen Söhne sowie auch Vereinen und Schulen Gelegenheit gegeben, unsern schlasenden Helden em dauerndes Ehrenmal in ihrer Mitte zu setzen. Kinder und Kindeskinder wollen's lesen und werden gerne darnach greifen Da nur eine kleine Auflage gedruckt wurde, sichere sich jeder Schwerter dieses Heldenbuch.— Es kann von heute ab in Empfaug genommen werden. verlagsbuchhandlung Carl Braus, Schwerte(Kuhr), Große Marktstraße 3-5 S: 9 * *** G 8 * S 8 32 S STSS S 2Sä S S 2. S a 5 S Sgg S S 8 9 M 90 00 n Schcs S.Oc D En S S..* S1SE S 9.* E9 en. 0.. 2• aSogaon PSUUORNS -&a L-OMn NOMT D OEnIISIS 98-aSS: 3 ÖPADOT SOLOSO CÖCGODS — S 8 .**-. 0— Otg S 11 weißen Gartenhut auf ihr im Sonnengolde schimmerndes Haar. „Erst seit gestern, Herr Förster. Ich— ja— ich bin— hm!— die— die Kammerjungser der Frau Baronin von Finkenbach."„ „Ah!“— sagte Hans von Dahlen verdutzt. Für eine„Kammerjungser“ erschien sie ihm merkwürdig vornehm. Indes plauderten sie bald wie zwei alte, gute Bekannte. Sie hatten das zur Strecke gebrachte Wild, den seisten Hirsch, betrachtet, und Hans von Dahlen führte „Viola“— so hatte sie sich ihm genannt— durch den dichtesten Forst. Die reizende, goldlockige„Kammerjungser" verstand es vorzüglich, Hans von Dahlens Vertrauen zu gewinnen, daß er ihr rückhaltlos alles erzählte, wonach sie ihn fragte—— und sie fragte viel. Mit ersichtlicher Teilnahme hörte sie von seiner Familie: von der teuren Mutter, die er so zärtlich liebte— von dem flichtgetrenen Vater, dem geliebten, verehrten, dem die Ehre und sein Wald über alles gingen. Er erzählte ihr von Herta, der lieblichen, aufblühenden Schwester, von Kurt und Lotte, und von dem Nesthälchen, dem kleinen Friedel, seinen lieben Geschwistern. Und endlich erinnerte sich Hans von Tahlen doch auch, daß es die höchste Zeit sei, sich zum Grafen Morrisson zu begeben— obwohl ihm der Gang nach Rodann jetzt noch viel abscheulicher vorkam. „Ja, wir Wilden sind doch bessere Menschen.“ Mit diesen Worten wandte sich ein Herr an seine Nachbarin, nachdem jemand zwischen Fisch und Braten eine endlose Rede gehalten hatte. „Wie meinen Sie das?“ fragte die Tame. „Das will ich Ihnen sagen, in Afrika gibt es einen Negerstamm, bei dem es Gesetz ist, daß jeder Redner auf einem Bein stehen muß, und dieser darf nur so lange reden, wie er dies aushalten kann. Finden Sie nicht, daß es trotz unserer vielgerühmten Zivilisation immer noch Punkte gibt, in denen die Wilden uns über sind?“ fürs ha Uincent. Weiße Lederschuhe, die noch ganz, aber nicht mehr sehr ansehnlich sind, kann man noch sehr gut als Baltschuhe verwenden, wenn man sie mit Goldbronze überstreicht, da vergoldete Schuhe modern sind und zu jeder Kleiderfarbe passen. Man mischt etwas Goldbronze mit Wie gern hätte er noch so stundenlang mit der der bekannten Bronzetinktur und bestreicht damit die Schuhe schönen Viola geplandert— indes mußte er fürchten, bei dem längeren Verweilen den Besitzer des Schlosses Rodaun nicht anzutressen. „Ah— sie gehen zum Grafen Ernest von Morisson?“— fragte, stehenbleibend, seine hübsche Begleiterin. „Ist denn der Graf auf Schloß Rodann anwesend? an Und wird die neue Bahn wirtlich gebaut—— „Sie wissen——?“ fragte Hans von Dahlen erstannt. „Hm!— von meiner Herrin. Ich glaubte den Grafen in Italien? Seine Güter sind ungemein verschuldet— es wundert mich, daß er hier ist.“ Hans von Tahlen begriff nun, warum der Bau der Zweigbahn in kürzester Zeit beginnen und mit allen Hebeln in Bewegung gesetzt werden sollte. Am Ujer der blauen Dirnitz trennten sich ihre Wege. Hans getraute sich nicht einmal, die reizende„Kammerjungser“ um ein Wiedersehen zu bitten— so vornehm und unnahbar erschien sie ihm. Unter einer jungen Linde, deren Blätter noch nicht vollständig entwickelt waren, blieb Viola stehen. Sie nahm einen zierlichen Ring mit blinkenden Opalen von ihrem tleinen Finger, reichte ihn ihrem Begleiter und lächelte freundlich. „Tragen Sie ihn zum Andenken an mich! Und führt uns der Zufall wieder zusammen, dann wollen wir wie alte Freunde plandern— nicht wahr? Nochmals wärmsten Dant!— Noch eines: Wenn Sie den Grafen Morrisson heute sprechen, dann grüßen Sie ihn bestens von der„Nachteule, die nicht weit von ihm haust!“ Er glaubte nicht recht zu verstehen. „Wie—? Von der„Nachteule"?“ fragte Haus erstaunt. „Ganz recht— von der Eule!“ Und ehe er noch fragen konnte, war sie, ihm freundlich zunickend, lächelnd im Tannendickicht verschwunden. (Fortsetzung folgt.) 12 recht gleichmäßig. Wenn man die Arbeit recht vorsichtig macht, sehen die Schuhe wie neu aus. Bier= und Weinflaschen u. dgl. sollten immer gleich, nachdem sie geleert sind, gut gereinigt werden. Es ist dann viel leichter, als wenn die Reste des Inhalts erst den Wänden der Flaschen angetrocknet sind. Das Reinigen von Flaschen, die lange ungesäubert gestanden, ist oft sehr schwierig, und es muß zu besonderen Hilfsmitteln gegriffen werden. Vielfach nimmt man zu diesem Zweck Schrot oder verdünnte Salzsäure. Beides beseitigt auch sehr schnell die Unreinlichkeiten, aber dennoch ist die Anwendung dieser Mittel nicht ratsam, da sie beide giftig sind, und bei nicht genügender Vorsicht leicht kleine Teilchen dieser; Gifte in der Flasche zurückbleiben und verderblich wirken tönnen. Es ist daher zu empfehlen, unschädliche Reinigungsmittel zu wählen, als da sind: zerbrochene Eierschalen, rohe Kartoffelschalen, klein zerpflücktes Zeitungspapier, Asche, Sand mit Essig angefeuchtet u. dgl. m. Sind die Flaschen sehr schmutzig, so stelle man sich eine Lösung von zwei Gramm Chlorkalk auf ¼ Liter Wasser her, schüttle diese solange in der Flasche, bis sie rein ist, und spüle dann mit etwas Essig und zuletzt mit reinem, kaltem Wasser nach. Humur. Der kluge Hund.„Ja,“ sagte Schulze,„ich habe einen ganz außergewöhnlich klugen Hund. So kam ich zum Beispiel heute morgen zum Frühstück herunter; ich hatte schlecht geschlafen, war infolgedessen nicht besonders guter Laune und vergaß, ihm, wie gewöhnlich, seinen kleinen Auteil zu geben. Was tut der Hund? Er läuft in den Garten, reißt eine Pflanze aus und legt sie mir zu Füßen.“ „Und was war das für eine Pflanze?“ „Vergißmeinnicht!“ K 3 2* *# 0 S a 60— S 9— „— Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises. General=Anzeiger für den Kreis Hörde. Haupt-Annoncenblatt. Gundula. era dagegen erschien als Modedame in einer weißen Chiffontoilette, die mit schwarzer Gaze drapiert war. Ihre stolze Schönheit kam in dem engen und doch lose wallenden Gewande zur Roman von A. von Crrstedt. (21. Fortsetzung.) Sach dluck verbolen.) temperamentlosen Menschen, zu denen ihr, du und dein Onkel gehört, überhaupt nicht leiden, sie wird nervös, wenn sie dich nur in ihrer Nähe weiß. Wir sind lebhaft, sagen jedem frei unsere Meinung heraus und fühlen uns nur zu offenherzigen Menschen hingezogen, selbst und doch lose wallenden Gewande zur Uns um zu offenherzigen Menschen hingezogen, besten Geltung. Eine Perlenkette legte wenn wn nicht einer Meinung mit ihnen sinv.“ „ H l I h r P a p a g e h ö r t a b e r d e m A n s c h e i n n a c h daß er Mama und mir ertauor, noch einmal dorthin zurückzukehren. Ich habe ihm doch auch den Gefallen getan,“ fügte sie halb schmollend hinzu,„und bin mit hierher gekommen. Mama zog es vor, zu ihrer Freundin, der Baronin Elsen, inzwischen zu gehen— verdenken kann ich es ihr nicht.“ Sie gähnte. „Wenn Sie nur gesehen hätten, mit welcher Freude Sie hier erwartet worden sind, würden Sie anders sprechen,“ bemerkte Stefany mit einem Seitenblick auf Gundula, die heute ein wenig leidend aussah und in ihrer stillen Lieblichkeit einer weißen Rose glich. „Ja, ja, ich weiß, daß Gundel, das kleine Schaf, immer noch anhänglich ist, trotzdem wir es um sie eigentlich nicht verdient haben,“ sagte Vera rücksichtslos, „aber gerade diese unverwüstliche Sanfstmut— nimm es mir nicht übel. kleine Schwester— ist uns nicht in wir nicht einer Meinung „Ihr Pupa geholt über dem Anschein nach auch zu denen, welche, um mit Ihnen zu sprechen, nicht temperamentvoll sind,“ äußerte der Baron. Gundula hatte den Blick tief gesenkt. Man konnte glauben, sie höre gar nichts von der UnterPaltung...„ 3, einer Nameaung ele „Papa—“ sagte Vera mir einer Bewegung, als verschlucke sie eine Pille—„ist immer gut und rücksichtsvoll gegen uns, und mehr verlangen wir von ihm O inte der Paran mit halb “# l o m a t i s c h!“ m e i n t e d e i B a r o n m i r h u t d e m demnach überhaupt nicht mit. Sie sind dazu da, um den Töchtern alle Wünsche zu erfanen, kommen sie vieser heiligen Pflicht nach, so läßt man sie gelten. Andernfalls—“ „Nun ja, gewiß! Und Sie glauben nicht, wie angenehm es ist, einen bequemen und nodlen Papa zu haben.“ 9 6. Gundula tat das Herz weh bei diesen Aeußerungen, die ihr recht herzlos vorkamen. Unauffällig blieb sie sich um den blendend weißen Hals, eine lange, goldene Kette war für das Lorgnon bestimmt, am Ausschnitt des Kleides, der den Hals freiließ, war eine vollerblühte Zentifolie begestigt. Schon in der Kleidung verrieten sich die grundverschiedenen Charaktere der beiden jungen Mädchen. Es haftete Gundula etwas lieblich Hausfrauliches an, während Vera die stolze Weltdame repräsentierte. „Wie gefällt Ihnen dieser stille Erdenwinkel, gnädiges Fräulein,“ wandte Stefany sich an Vera, nicht.“ „möchten Sie nicht längere Zeit, sagen wir bis zum„Sehr biptomalsch!“ me Herbst, hierbleiben? So einsam, wie es vielleicht den Lächeln,„Papas rechnen den Anschein hat, ist es nicht bei uns. Es werden Wald= Sie sind dazu da, um den partien arrangiert, lange Autofahrten unternommen, erfüllen; kommen sie dieser und auch die Vergnügungen auf dem Wasser sind nicht so übel.“ Vera hatte schon, während der Baron sprach, ein entsetztes Gesicht gemacht.„Nicht um die Welt möchte ich länger als einen Tag in dieser Einöde verbringen," entgegnete sie in komischem Entsetzen,„nein, eine solche die ihr recht herzlos vorkame.„#ig zurag Ratere Zumutung weise ich mit aller Entschiedenheit zurück, ein paar Schritte zurück. Der Anblia me### Schon jetzt ist es mir, als müßte ich ersticken in der hatte ihr Tränen erpreßt. Er sah leidend und stark Einsamkeit. Ich brauche die Menschen, geräuschvolle gealtert aus. Sie kannte ja sein weiches, liebebeAbwechslung. In Ostende, von wo wir soeben dürftiges Herz und wußte, daß er darbte an der Seite kommen, ist mein Platz. Es war entzückend, himmlisch, der beiden oberflächlichen Geschöpfe, die nur das Leben dort, und vermutlich kann ich es Papa abschmeicheln, genießen, nur prunken und überall eine hervorragende ** sw: f ht nach einme darthin Rolle spielen wollten. Was fragten sie danach, ob der Vater in seinem Herzen befriedigt war oder nicht!? Bei der nächsten Wegbiegung kam Eicke ihr ent„Ich bin hocherfreut, dich allein zu treffen, mein Liebling,“ sagte er zärtlich,„nun führe mich solche Wege, wo wir vor einer Begegnung mit den anderen sicher sind. Eine kurze Plauderstunde wird uns ja wohl vergönnt sein.“ Gundula legte den Arm um ihres Vaters Nacken und schmiegte ihr blondes Köpfchen an seine Schulter. „O mein lieber Papa, wie wollte ich dich hegen und pflegen, dürfte ich bei dir sein,“ sagte sie weich; daß wir so getrennt dahinleben müssen, ist doch gar zu „Es ist unser Verhängnis, Gundel. Was sollte ich es mir nicht übel, kleine Schwester— ist uns nicht.„Es ist unser Verhägguis, Lundet., und der Haussonderlich sympathisch. Mama kann diese ruhigen, damals beginnen, als ihr a##der ttein wart und der 90 G S E ### S— — S•□ S##S S 81 a0 G S E halt jeder Aufsicht entbehrte? Sollte ich mich zum dritten Einzug in mein Heim halte, da konnte ich ihren Bitten nicht widerstehen, ich war sogar froh, daß sie gekommen und die Versöhnung angebahnt hatte; hoffte ich doch, daß sie schon aus Dankbarreit gütig gegen dich sein werde. Aber da befand ich mich in einem großen Irrtum. Wie könnte auch ein harter, egoistischer Sinn ihre Herrschsucht und ihr Egoismus zum Durchbruch. Sie begann, dich zu vernachlässigen, wurde immer Gundula seuizte in der Erinnerung an all die erlittene Unbill.„Damals glaubte ich immer, du sähest ichts, Papachen,“ sagte sie mit leisem Vorwurf in der Stimme,„weil du absolut nichts zu meinem Schutze „Dadurch hätte ich nur noch mehr Unhell auf dein Eugenies Haß geweckt. Da war es noch besser, zu schweigen und durch gelegentlich erwiesene Aufmerksamkeiten deiner Stiefmuter Konzessionega ge pgg Zug Trotzdem war es damals hohe Zeit, daß Onter O# dich befreite. Ich habe dich ja schmerzlich genug vermißt, aber das Bewußtsein, dich glücklich und geborgen zu wissen, hat mich stets getröstet. gug 1. „Ja, ich habe dem Onkel unen#lich viel zu banten. Aber nun sag' mal, Papa, ist Vera ebenso— böse und oberflächlich wie ihre Mutter?“ 16 15 „Nein. Vera ist allerdings heillos oberflächtnh und borniert, das Ergebnis von Eugenies Erziehung. Aber das Mädel ist zu beeinflussen. Wenn sie zum Beispiel längere Zeit in deiner Nähe lebte und du ihr Vertrauen zu gewinnen wüßtest, so wäre es nicht ausKern in ihr. Sie ist weder verschlagen noch gerloggg, sechit ein 9utes Vorbi,, nur den dußeren Essekt: „Eo wie du Vera schilberst, beurteile ich sie gleigfalls.“ Gundula machte eine Pause, als brauche sie Zeit, einen Aufruhr in der eigenen Brust zu be„So laß Bera doch ein paar Monate bei uns: sagte sie dann mir ruhiger, klarer Stimme,„gern will ich auf sie einzuwirken suchen, ohne daß sie es bemerkt, vielleicht gelingt es mir, die Goldkörner, die auf dem Grunde ihrer Seele ruhen, zu finden und von allen „Zu bist ein gutes, edles Herz, die echte Tochter meiner unvergeßlichen Klara,“ murmelte alles, an meiner Seite geblieben, um wieviel schöner Zu einem luftigen Vorkenhäuschen nahm Gundula mit ihrem Vater Platz. Einen großen Teil des altertümlichen Gartens konnte man von hieraus übersehen. Weite Rasenflächen boten sich dem Auge und Rosenbeete in großer Fülle; denn Düren liebte die Rosen Kein Ton drang hierher, es sei denn der Ruf eines Vogels oder das Summen der von süßem Blumensaft „Ach, wer auch in diesem köstlichen Frieden dahinI leben dürfte,“ sagte Eicke, die Stille unterbrechend,„du i bist zu beneiden, Gundel, diese Abgeschiedenheit ist köstsise Eirkt wie ein Märchenreich, Hier müssen Herz gesunden. Wie gern bliebe ich ein paar Aber was würde ich dann zu hören bekommen! Nein, stand, ist mir schon teuer genug zu stehen gekengnen. Ich bekam es bis zum Ueberdruß zu hören,..— dich bevorzuge und du mir lieber bist als alle anderen. „Und ich möchte auch nicht zureden zum Bleiben, liebster Papa, es ist richtiger, wir tragen dem Vorurteil und der bösen Laune der Stiefmutter Rechnung. Was Vera hierbleibt?“ „Von Herzen gern. Nur furchte ich, oaß Vera an deiner Idylle wenig Gefallen findet; sie ist an das laute, geräuschvolle Treiben der Großstadt gewöhnt und liebt „Ich will sie herzlich bitten, mir längere Zeit Gesellschaft zu leisten, vielleicht tut sie mir den Gefallen!“ meinte Gundula zuversichtich, gzehsing. Aber hite „Mir soll es recht sein, mein Liedting. Aber hule dich vor Vera. Sie duldet keine anderen Götter neben sich.“ Eicke zögerte, dann aber fuhr er entschlossen fort: „Vera ist eine Intrigantin. Ich kann dich nicht genug vor ihr warnen. Wenn du denjenigen gefunden hast, Gundel, welchem du fürs Leben angehören möchtest, dann halte deine Stiefschwester fern von dir; denn sie würde ohne Bedenken die Hand nach deinem Glück ausstrecken und es dir zerstören.“ Gundula hatte das liebliche Gesicht tief geneigt. Es erschien noch leidender im Ausdruck als vorher, die zarten Lippen hatte sie fest zusammengepreßt, als fürchte sie, es könne ihnen ein Laut entschlüpfen, der verriet, „Ich glaube nicht,“ sagte sie endlich,„daß wahre Liebe durch die bösen Einflüsterungen anderer einen Wandel erfahren kann. Jedenfalls würde ich es darauf ankommen lassen; denn eine Liebe, um die man beständig zittern muß, kann nicht tief und treu empfunden sein. Doch um mich handelt es sich hier gar nicht. Allem Anschein nach ist Baron Stefany unserer Vera sehr zugetan. Ob sich aus diesem warmen Interesse eine ernste Neigung entwickelt, muß der Zeit überlassen bleiben.“ Eicke lächelte ungläubig.„Was ihr jungen Mädchen euch manchmal einbildet, es ist nicht zu sagen! Der Baron und unsere Vera! Nein, Gundel, da hast du falsch gesehen! An diese Liebe glaube ich nicht. Es wäre ja auch geradezu tragisch; denn Vera würde dem Baron in keiner Weise genügen und ihn kreuzunglück„Du selbst gibst zu, daß sie bildungssähig, bei weitem nicht so oberflächlich ist, wie ihre Mutter—“ „Bildungsfähig bis zu einem gewissen Grade, liebes Kind. Der Baron aber braucht eine sanfte, zärtliche und feinsinnige Frau, und die kann ihm Vera nie„Darauf kommt es nicht an, Papa. Ich glaube, wer liebt, sieht die Fehler des anderen gar nicht.“ „Dann handelt es sich um einen Rausch, der alsbald verfliegt. Der Baron wäre im voraus zu beklagen, wenn ein solches Schicksal ihm beschieden wäre.“ wußte, was ihr Vater gezehieser, andeutete: sein eigenes, unseliges Geschick. Er hatte den Wert Eugenies weit überschätzt, als er sie zur Gattin nahm. Die Folge war ein beklagenswertes, versehltes Leben.„ 744 In ernster Stimmung begaben Vater und Tochter sich wieder ins Haus. Nur eine knappe Stunde blieb ihnen noch, dann sollte die Weiterreise des Bankiers und seiner ältesten Tochter erfolgen. Vera und der Baron hatten gesehen, wie Gundula sich zärtlich an ihren Vater schmiegte. (Fortsetzung folgt.) un. III Wochen! c 2 9 02 □ GEE S S S B. 5 e 42 5E 2 . 3. T S 0 G Denkspruch. Es muß ja immer besser werden: und beingt nicht alles im Augenblick Füchte, lo ist ja schon das bewußttein, sich ethalten zu haben, das Beseligenäste. Schumann. zur Forstmeister Dählen. Novelle von Mara Markov. (Nachdruck verboten.) Eigentlich begann diese wahrhaftige Geschichte schon Maienzeit, als Mandelstrauch und Kirschbaum in voller Blütenpracht standen. Ganz recht— damals hub es an, als der frische, grüne Wiesenteppich mit zahllosen, rotgeränderten Gäuseblümchen übersät war, und die tleine Lerche ihr jauchzendes„Tirri—tirreliri“, hoch über der Ackerfurche in den blauen Himmel schmetterte. : Ein warmer, klarer, blauer Morgen stieg über dem Zillbacker Tale auf, als ein noch junger Mann in kleidsamer Jägertracht durch den Wald schritt, der sich von Eisenach zu den Basaltkuppen der Hohen Rhön hinzieht. Die Waldvögel lärmten schon lange, die Sonne aber goß Ströme flutenden Lichtes über die Wipfel der Eichen und Buchen, welche in schimmerndem ersten Grün An einem schönen Waldplatze— ein kleiner Hügel, von dem man weithin aussehen konnte— hielt Haus von Tahlen, des Forstmeisters Theo von Dahlen ältester Sohn, eine kurze Rast. Der üppige Duft taufrischer Farreniräuter und Zyklamen wehte erfrischend um seine heiße Stirn, die, hoch und weiß, von der gebräunten Farbe seines hübschen, offenen Gesichts tüchtig abHans von Dahlen hatte einen recht unangenehmen Gang für seinen Vater zu machen. Er sollte dem Grafen von Morrisson auf Schloß Rodaun, zu welchem das Forstamt gehörte, das Theo von Tahlen der Aeltere verwaltete, Rechnungen und Plänc vorlegen. g. Mi un„ Ja leider— Vorschläge und Pläne, wie ein Teil der schönsten Forsten zu lichten und auszuroden sei, um eine Zweigbahn quer durch den prächtigen Wald Eine Eisenbahn— ein schnaubendes, pustendes, rasselndes und donnerndes Ungetüm, das Funten spie und die Kronen der prachtvollen Bäume meilenweit, mehr noch das Gras der saftigen Wiesen verdorren machte. Eine Eisenbahn bauen zu wollen— eine Eisenbahn. in einen Gehaniz, sehuhggv“, istehrisigten, grh Schon der Gedanke an vas Falten und Autoven der tausenden von Buchen, Eichen und Föhren ging ihm wie ein spitzes Messer durchs Herz. Und sein Wildstand— sein prächtiger Wildstand! Meilenweit werden die Singvögel und das Getier des Waldes verscheucht werden— meilenweit— nicht ein Eichkätzchen wird sich mehr zeigen. Und was die Hauptsache war: Jeder Manlaffe von Städter, mit der Büchse in der Hand, wird daherkommen und ihm den seistesten Rehbock wegschießen— seine Rehböcke, die er gevilegt, wie ein Vater seine Pläne— haha!— wie man ihm, dem Forstmeister von Dahlen, seinen Wald, den er nun fünsunddreißig Jahre betreute, ruinieren und völlig zugrunde richten Nein! Diese Vorschläge und Pläne machte er nicht! Es war gerade genug, daß ihn seit dem letzten Herbste das greulichste Reißen im linken Beine quält# Mochte der Herr Graf sich doch Sachverständige, mochte er sich doch Feldmesser kommen lassen. Mit seinem, Theo von Dahlens Willen, würde keine Eisenbahn durch seinen Wald gebaut werden, das geHaus, sein Sozn, der die Vorstakadense, besicht hatte und Reservelentant war, hatte einstweinen den Vater im Amte vertreten, bis dine geeignetere Stellung 9 dlich er kannte izu, und wie liebte er ihn, den Reiz des grünen Waldes— schon von den Tagen der Testgats zuiste er nur zu, Her Bige vem Sater der ganzen Familie—— was sollte er nun dem Ueber die Zweige einer weißblinkenden Buche neben seinem Ruherlätzchen sprang ein Eichkätzchen— und von Dahlen sah seinen Kletterkünsten mit demselben Vergnügen zu, wie in seinen Knabenjahren. Plötzlich hörte er den Gesang einer weiblick Den Waldpeg herauf, der ein wenig bügelis, war, kam eine hohe und schlanke Frauengestalt in einem helblanen Sommerteide, Gartenhut schlenkerte Den breitrandigen, weisen Gatanzu, zgeuer sie an breiten und langen Bändern neben sich einher. Das zierliche Frauenlöpschen war von einer Aureole goldglänzender Fiechten gekrönt und von einem blutvien Schtrue ahlen war diese Die Dame ging schnell und sang mit wunderbar Kinderlied vom„Mäng. wer mag wohl das Männlein——“... Noch ehe sich Hans von Dahlen aus seiner negenden Stellung ganz erhoben hatte, brach das Liedchen plötzlich ab K.— die schöne Frau. schrig hell auf. starten Hirsch, den der Hans sah einen großen, starten Pirsch, de Gesang und der rote Schirm wild gemacht haben mochten, sich aus jener Gegend der Fahrstraße in gewaltigen Sätzen nähern, woher er, Haus, soeben gekomDie Büchse angelegt und dem Zehnender eine Kugel ins Blatt geschossen, das war das Werk eines AugenHoch ausspringend, fiel der Gewaltige nach links, als Haus von Lazten sch der Unfegeneige iher suwandte, stand sie fost dicht vorhnale, weiße, Reine mit bezauberndem Lächeln die schmm, w##e, kleine Hand und sagte mit ihrer wohltönenden Stimme: Sie haben mir das Leben gerettet, Herr Förster! Ich wäre ohne Ihre Hilfe, ohne Ihr sicheres verloren gewesen. Nehmen Sie meinen wärmsten Dank! — Wie konnte ich auch ahnen, daß ein Spaziergang in frühester Morgenstunde Haus von Tahlen sah ganz verblüfft, aber auch .“ in, die großen, meergrünen Augen und besichtes. ame— das war sicher etwas Eieinstädterinnen, wenn er sich je und die Ausdrucksweise der vordaß ein Spaziergang in in den grünen Hallen des ganz ent in die# Das Feincres auf die nehmen er konnte denn diese Schönheit sein?# Sie sehen, mein verehrtes Fräulein, daß es selb im Walde Gefahren für einsam wandelnde Damen gibt. Pollen Sie mit erlauben, Sie Lie. Eie sind doch Aufenthaltsortes zu bringen—? Ss. Eie lächelte schelmisch und setzte behende den 5 Schiler