Regelmäßige Beilagen: Schwerter Hausfrau und Mutter. Aus dem Reiche der Mode. Heimatdlätter. u Lustiges Allertel. Kinderzeitung: Unser Blatt. n Unterdaltungs- u. Romanbeilage. u Spiel, Sport und Curnen. n Ledensdüd. Kunst u. Willen. u Gartenratschläge. Verbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung Schwerter Velksbiatt Delchotener Zeitung Avierbecher Zeitung Langscheder Zeitung Amtliches Kreisblatt für den kreis Börde. Holzwicheder Zeitung Erstes und ältestes Togesoraau des Kreiles.— Generalanzeiger für Ssss s Die Schwerter Zeitung“ erscheint werkläglich. n Hauptgeschäftsstelle, Druck und Verlog: Carl Braus. Celegr. Adr.: Braus, Schwerteruhr. Cel. e2. Postscheck- Dortmund 2852 VBerantwortsiche Schriftleitung: Kar Richter; Stadt und Proot## Friedr. Kraas; sämtlich in Schwecte. Nr. 192 Donnerstag, 17. Rugust 1922 55. Jahrgang Zum Geleit. Nicht Kunst und Wissenschaft allein, Geduld will e ur Gocie to. 96c8 Neueste politische Nachrichten. Berliner diplomatischen Kreisen glanbt man an die Möglichkeit eines Moratoriums. * An Pari# herrschi große Erbitterung gegen Lloyd George. * Die rumänische Regierung hat unter Berufung auf die Friedensverträge die Domänen des Erzherzogs Joses, welche 30000 Joch umsassen, konsisziert. Die Gerüchte von der Erkrankung des Papstes ermangeln jeglicher Grundläge. Vermischte Kunde. Während eines hestigen Unwetters schlug gestern ein Blitz in den Schuppen der Maischinenfabrik Lanz u. Co. in Mannheim ein. Der : S c h u p p e n, d e r m i t f e r t i g e n M a s c h i n e n g e s ü l l t w a r, wurde vollständig zerstört. Von einem Fassadenkletterer wurden der Berliner Zeitung zufolge in einem Hotel am Kurfürstendam aus dem Sekretär des brasilianischen Gesandten Schmucksachen im Werte von Millionen Mark gestohlen. Der 26jährige Kaufmann Jakob Prom Schlanski aus Valu erschwindelte sich etwa 20 Millionen Mark dadurch, daß er Wert. papiere beleihen ließ, sie dann aus dem Depot zurücknahm und zum vollen Werte verkaufte. Außerdem löste er einen ungedeckten Scheck über 23.000 Dollar und einen ihm zur Ueberweisung andertrauten Barscheck über 4,6 Millionen Mark ein und verschwand schließlich aus Berlin, nachdem er seinen Kraftwagen verlauft hatte. * Der Bund deutscher Architetten wird auf der diesjährigen Baumesse in Leipzig eine besondere Baukunstmesse veranstalten. * Eine 71 Jahre alte Dame, Jane Rederca Williams, die bereits fünf Männer gehabt hat, trat dieser Tage in Portsmouth zum sechsten Male den Weg zum Altar an, und zwar wurde sie mit einem 20 Jahre jüngeren Manne getraut.„Ich weiß nicht, was die Männer an mir haben“, sagte sie,„aber ich bin niemals lange Wit we gewesen, sondern hatte immer sofort viele„Anträge. Ich habe immer gute Männer gehabt und lin in allen Ehen sehr glücklich gewesen; ich hofse es auch in meiner sechsten Ehe zu sein.“ Der zweite Bürgermeister in Aschers leben wurde zu 20 000 d Strafe verurteilt wegen „passiver Bestechung.“ Im Jahre 19.90 führte er die Verhandlungen mit der Thüringer Gasgesellschaft wegen Uebernahme des Aschersle= dener Gaswerks. Später hatte er gedroht, die Verträge rückgänig zu machen, wenn er nicht eine leitende Stellung in der Verwaltung der Gasgesellschaft erhalte! * Eine Hygiene=Messe soll auch im kommenden Herbste im Rahmen der Leipziger Mustermesse stattfinden. Sie wird auf dem Gelände der technischen Messe untergebracht. Die gesamte Hygiene=Industrie sowie der Verband der Aerzte Deutschlands hat eine großzügige Mit workung muagtogt. Was nun? Ein eigenartiges Heiratsgesuch stand kürzlich in einem Lörracher Blatt:„Netter Junggeselle mit Lebenserfahrung, in behaglicher Stellung, an Mit hilfe im Haushalt gewöhnt, Besitzer einer schönen Junggeselleneinrichtung und von 75 gefüllten Einmachgläsern, sucht energische, aber liebevolle, bessere Lebensgefährtin. Es wird mehr auf gute Behand lung als auf Vermögen gesehen, da sol hes ausreichend vorhanden.“— Dieser nette Junggeselle mit den 75 gefüllten Einmachtöpfen dürfte nicht umsonst an die Herzenspforte einer energischen, aber liebevollen Jungfrau pochen. Ganz wohl scheint ihm dabei aber doch nicht zu mute zu sein, da ihm eine„gute Behandlung" wichtiger als Hab und Gut erscheint! Der Hauptausschuß der Deutschen Turnerschaft, hat seine Bereitwilligkeit zu nemen Verhandlungen mit den drei Sportve: bänden ausgesprochen, sosern diese mit einem Verrlangen danach an die Turnerschaft berantreten. Im Hinblick auf die MeisterschaftsEinikichtungen bewahrt sich die Turnerschaft vollkompnene Selbständigkeit und Freiheit vor. Die zu einem unrühmlichen Ende geführte Kon serenz von London trug in der Zahl ihrer Geschwister die ominöse Ziffer 13 und abergläubige Gemüter konnten daraus von vornherein ihr Schicksal entnehmen. Im allgemeinen jedoch bedeutet das anscheinende vorläufige Scheitern eine erhebliche Ueberraschung, denn es wird wohl in und außerhalb Deutschlands wenige. Leute gegeben haben, die nicht damit rechneten, daß schließlich wieder einmal ein saules Kompromiß auf Kosten Deutschlands das Ergebnis sein würde. Die ganze Welt hatte sich allzu sehr daran gewöhnt, daß die Franzosen vor jeder neuen Beratung oder Zusammenkunft ihr schwerstes Geschütz auffuhren, daß Lloyd George schöne und klingende Reden dawiderhielt und daß sich schließlich beide Teile in einer vorläufigen Lösung zusammensanden, um auf der nächsten Konferenz den unmöglichen Versuch fortzusepzen, das Problem von der Quadratur des Zirkels zu lösen. Wider allgemeines Erwarten also ist zum ersten Mal seit dem Dittat von Versailles eine Konferenz der Alliierten mit dem ossenen Eingeständnis auseinander gegangen, daß eine Cinigung über die Reparationen als den Kernpunkt des gesamten uns alle bewegenden Fragenkompleres nicht möglich gewesen ist. Unter solchen Umständen mutet es ganz besonders eigen tümlich, trotz des gewaltigen Ernstes der Stunde eigentlich komisch an, wenn Franzosen und Engländer der ganzen Welt versichern, sie hätten einander mit größter Höflichkeit behandelt und der Fortbestand der Entente sei nicht gefährdet. Da erhebt sich denn doch die Frage, was für einen Zweek die Entente überhaupt noch haben soll, wenn ihre beiden Hauptglieder in der wichtigsten Angelegen heit in offenkundigem schroffsten Widerspruch zueinander srehen? Gerade diese Erklärung, die bemänteln soll, zeigt am dentlichsten, wie gewaltig und unüberbrückbar die Kluft ist, die sich schon seet geraumer Zeit zwischen England und Frankreich aufgetan hat. Für uns und die gesamte Welt steigt in diesem Augenblick die bange Frage auf: Was nun? Es ist uns amtlich mitgeteilt worden, daß die heute fällige Entscheidung über das deutsche Gesuch um Beenglischen Auffassung, während Belgien mehr auf der Seite Frankreichs steht, allerdings sind bei diesen beiden Mächten Schwankungen hervorge treten, die das Endergebnis noch unsicher erscheinen lassen. Offenbar setzt Poincaree seine ganze Hoffnung daraus, daß es ihm abermals gelingen wird, das belgische Pferd vor den französischen Wagen zu spannen und dann würde bei Stimmengleichheit der fränzösische Vorsitzende Dubois mit seiner Stimme zu Gunsten der französischen Vorschläge, also eines schroffen Vorgehens gegen Deutschland den Ausschlag geben. Daß man in Geschäftstreisen einen solchen Ausgang erwartet, spiegelt sich in dem neuerlichen gewaltigen Kurssturz der Mark wieder, die gestern Morgen bereits ihren bisher erreichten tiessten Stand noch weit überschrit#en hat: der Dollar stand weit über 1000! In Amerika, wo man äußerlich mit verschränk ten Armen, aber innerlich mit steigender Unruhe die Entwicklung der Dinge verfolgt, wird man nun wohl endlich einsehen, welchen schweren Fehler die amerikanische Regierung begangen hat, als sie ihre Vertreter aus den in Versailles eingesetzten Organen zurückgezogen hat. Und hier eröffnet sich der einzige Ausweg, den es zurzeit überhaupt noch geben dürfte. Wenn die amerikanische Regierung entschlossen die Folgerungen aus der plötzlich geschaffenen Lage zieht und sofort einen amtlichen Vertreter in die Reparationskommission entsendet, kann mit Hilfe Italiens Frankreich überstimmt u. das größte Unheil verhütet werden. Dem amerikanischen Einfluß dürfte es dann auch vielleicht gelingen, Belgien mit herüberzuziehen und die Vereinsamung Frankreichs zu vervollständigen, was zwar zunächst kaum in Frankreich selbst, aber doch in der ganzen übrigen Welt tiefen Eindruck machen müßte. Wie so oft schon, kann Amerika auch diesmal in letzter entscheidender Stunde der Retter aus der Noi werden, und seine eigensten Interessen würden ihm jetzt gebieterisch die Pflicht auferlegen. aus seiner Zurückhaltung herauszutreten. Nur hat sich leider die amerikanische Regierung so festgelegt, daß sehr ernste Zweifel berehtigt sind, ob sie imstande sein wird, die notwendige Entschlußkrast zu finden. Ist das nicht der Fall, dann nimmt das Unheil immer schneller seinen Lauf und ist dann unaufhaltsam. Wird die Schicksalsstunde der gesamten Weltwirtschaft in Washingion die klaren Köpfe und mutigen Herzen finden, die allein imstande sind, die Rettung zu bringen? Oder muß erst das ganze künstliche Gebäude von Versailles zusammenbrechen wie ein Kartenhaus, um die Erkenntnis reifen zu lassen, wenn es zu spät Aller Angen sind gespannt nach Wastington richtet. Die bayrische Krise. Das bahrische Belk willigung eines Moratoriums für die Reparati onszahlung der Reparationskommission in Paris übertragen worden ist. Diese Mitteilung bedentei natürlich einen Aufschub von wenigen Tagen, bis die Reparationskommission in die Lage versetzt worden ist, zu einer Entscheidung zu gelangen. Frankreich will kein Moratorium ohne die berüchtigten„Pfänder", also Beschlagnahme der in staat lichem Besitz besindlichen Bergwerke und Forsten auf dem linken Rheinufer und Uebergriff auf das Ruhrgebiet. England ist sich der verhängnisvollen Folgen wohl bewußt, die ein solches gewalttätiges Vorgehen für das Wirtschaftsleben der ganzen Welt nach sich ziehen muß, und wird sich auch in der Reparationskommission wie in London dem mit allen Kräften widersetzen.. Der in London unen: schieden geführte Kampf zwischen beiden Mächten wird somit im Schoße der Reparationskommission seine Fortsetzung finden. Nach dem Verlauf der letzten Tage darf man annehmen, daß beide versuchen werden, Belgien und Italien auf ihre Seite zu ziehen. Im allgemeinen neigt Italien zu der soll um seine Meinung befragt werden. TII. München, 17. Aug. Der bayerische Ordnungsblock i an den Ministerpräsidenten Graf Leichenfeld ein Schreiven gerichtet, mit der Ausforderung. in dem Konflikt mit dem Reiche durch Volksabstimmung das bayerische Volk um seine Meinung zu befragen. Außerdem hauten der bauerische Ordnungsblock und andere Verväl de für gestern abend 8 Uhr zu einer großen Kundgebung aus dem Königsplan eingeladen, die sich gegen die in Berlin getrofsene vorläufige Vereinbarung wenden sollte. An dieser Kundgebung gegen da? Berliner Abkommen nahmen über 00000 Menschen teil. Es kam zu keinerlei Zwischenfällen. Drohende Ministerkrise in Bahern? TU Munchen, 17. Aug. Der Bayerische Bauernbund hat bereits seine Zustimmung zu den Berliner Vereibarungen gegeben. Die„Münch. N. N.“ sehen für den Fall der Ablehnung des Berliner Protokolls durch die anderen Parteien eine ernste Krisevoraus und schreiben, daß dann srohl der Bauernbund nicht mehr mitmachen werde und daß eine Ministerkrise die Folge. sein würde. Markentwertung und Der fnrchtbare Markfturz der letzten Tage(Dolkar über 1010 hat der ohnehin sretig freigenden Teuerung einen neuen Impuls gegeben. Erhöbungen der Löhne und Gehälter werden sich nicht umgehen lassen, wodurch amrdings der mühsam ins Gleichgewicht gebrachte Haushalt der Reichsbeiriebe von neuem in Unordg geraten wird. Man hört denn auch bereits schon wieder, daß die Tarise von Post und Eisenbahn nicht unwesentlich heraufgesetzt werden müssen. Die Gewerkschaften ihrerseits verlangen nicht nur Lohnerhöhungen, sondern auch die teilweise Rücklehr zur Zmangswirtschaft. Ganz irder sich aber die„Rote Fahne". Diese fordert die Arbeierschaft auf, zu„handeln", und verweist auf die von den freien Gewerkschasten im 921 aufgestellten zehn Punkte, die der vor einigen Wochen in Leipzig tagende Gewerkschaftskongret einstimmig billigte. Die zehn Punkte verlaigten belanntlich die Uebertragung von 25 Prozent des Aktienlapitals auf das Reich, die Sozialisierung des Kehlenvergbaues, schärfste Erfassung der Exporidevisen usw. Die Gewerkschaften scheinen sich dazu treiben zu lassen, diese Forderungen erneut aufzustellen. Hierzu ist zu bemerken, daß es verhängnisvolle Folgen haben muß, wenn man in der gegenwärtigen, für unsere Wirtschaft so kritischen Zeit mit Experimenten beginnt, deren Ausgang nach den bisberigen Erfahrungen mit Reichsbetrieben eigentlich nicht mehr zweiselhaft sein tann. Die Durchsetung dei zehn Puntte der Gewerkschaften würde vermutlich niemandem mehr Freude machen alt Herrn Poincaree, denn sie würde den Ruinder deutschen Industrie bedeuten. Die wirtschaftliche und politische Zertrümmerung Deutschlands ist ja aber gerade das A und O der französischen Politik. Die gewerkschaftlichen Forderungen haben aber neben der wittschaftlichen auch noch eine schwerwiegende außenpolitische Bebeutung. Das Ausland muß das letzte Verrrauen in eine Gesundung Dentschland. verlieren, wenn bei jeder Krisis die wir d. rchmachen, von unberufener Seite eine Art Nebenregierung unsgemacht wird, wenn die Gewertschaften durch Anwendung ihrer wirtschaftlichen Mernt die Regierung zur Durchführung so weittragender Maßnahmen zwingen wollen, wie sie die Wiederennführung der Zwangswirtschaft, die Sotialisierung des Kohlenbergbaues usw. darstellen. Die nene Jeuerungswelle macht neue Lohn und Gehaltserhöhungen selbstverständlich ersorderlich. Die iber zu führenden Verhandlungen dürfen aber nicht mißbraucht werden. Teuerungsberhandlungen. TUI. Berlin, 17. Aug. In einer stattgehabten weieezen Zusammenkunft der freigewerkschaftlichen Spirenverbände wurde beschroffen, auch die Verbände der christlichen und irsch. Dnnckerschen Richrung in die Teuerungsaktion lii der Reichsregierung hineinzuziehen. Zwischtendurh wollen Vertreter der freien Gewerkschaften bereits mit der Regierung Fühlung nehmen in der Nichlung aus Dueckführung der zehn Forderungen des Leittiger Gwertschaftslongresses. In den Kreisen der Christlichen ist man über den Erfolg eines folchen Schlittes vorerft noch sehr skeptischer Ansicht, tält jedoh eine Verarung zur Besserung der Wirtschaftsinge für durchand nötig. * Ti. Berlin, 17. Aug. Wie die TU. hört, haben gestern im Reichsfinanzministerium zur F#rage der unmittelvar bevorstehenden Teuerungsaltionen der Gewerkschaften Besprechungen zwischen den Vertretern der Länder und der Ressorts stattgefunden. Die einschlägigen Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern selbst sollen heute, Donnerstag, vor mittag 10 Uhr ihren Anfang nehmen. Aus Stadt und Land. chworte, 17. August. Kurhessen, a. M. n 1021 Fess Schunte. u. Erinnerungen. Friedrich der Große gestorven. Einverleibung von Hannover, Hessen=Nassau und Frankfurt Preußen. König Peter von Serbien gestorven. ** Ein gutes Pilzjahr. Infolge der vielen Niederschläge trifft man in den Waldungen des Sauerlandes einen solchen Reichtum von Pilzen an. wie seit vielen Jahren nicht. In der Hauptsache es Steinpilze, Birtenpilze und Pfifferlinge, die einen vollwertigen Ersatz für Fleisch liefern. Man sielt heute, was in früheren Jahren nicht obachtet werden konnte, ganze Scharen von Sammlern in die Wälder ziehen. Auch im angrenzenden Siegerlande ist die Pilzernte äußerst ergievig; dort werden die Pilze nicht allein für den eigenen Haus halt, wie hier im Sauerlande gesammelt, sondern die Pilze werden auch auf dem Markt zum Kanf wschen. *“ Die Ferientinder auf der Reichsbahn. Der Beförderung erholungsbedürftiger Kinder will Reichsverkehrsminister besondere Sorgfalt u. Aufmerksamteit zugewandt wissen, gleichviel ob es sich um deutsche Kinder, die nach dem Auslande gehen. um ausländische Kinder, deren Eltern in Deutschland wohnen oder die in Deutschland verpflegt werden, oder um Kinder fremder Staaten handelt die Deutschland im Durchlauf berühren. Es sollen dafür nur bequeme und für den Zweck besonders geeignete Wagen, die sich in durchaus einwann freiem Zustande befinden, verwendet werden. Die Bahnbeamten sollen wirksame Unterstützung leisten bei der Sammlung der Kinder auf den Ausgangsbahnhöfen und beim Umsteigen auf Unterwegsstationen. Nötigenfalls sind geeignete Räume be reit zubalten. Die Beamten sollen auch den Führern und Helfern zur Hand gehen. Die Beförde tung soll sich in glattester Weise und zur friedenheit der Beteiligten vollziehen. ** Die neuen Fünfhundertmartscheine stellen nicht gerade das Ideal künstlerischer Banknoten dar. Sie sind nur auf der einen Seite in einfachem Buchdruck mit Worten versehen, während die andere Seite hübsch weiß geblieben ist, so daß Spaßvögel die neuen Scheine mit„Notizzettel“ getauft haben. Die freie Rückseite ist in der Tat eine so ungewohnte Sache, daß sich folgendes Geschicl chen, für deren Echtheit verbürgt, wird, zutragen konnte: Ein großes industrielles Werk hatte zur Reichsbank um Lohngelder geschickt. Es erhielt 2 Millionen i in den neuen Notizzetteln ausgehändigt, sondte das Geld jedoch umgehend zurück mit dem Bemerten, die Scheine seien versehntlich nur einseitig bedruckt... ** Strafbares Schweigen bei der Steuer. Ueber Vorsatz beim Verschweigen von Vermögen hat der Reichsfinanzhof ein bemerkenswertes Urteil gefällt. Nach diesem kann ein Vorsatz nur dann in Frage kommen, wenn dem Pflichtigen sich Zweifel über die Richtigkeit seiner Ansicht oder die Belehrung derart aufdrängen, daß er sich der Pflicht, der gegenteiligen Ansicht als der richtigeren den Vorzug zu geben, bewußt würde, und wenn er trotz die ser Erkenntnis, die vorgeschriebene Angabe unterläßt. Das vorsätzliche Verschweigen von Vermögen kann nicht bloß bei Abgabe einer Steuererklärung oder einer anderen, sondern auch durch Unterlassung einer Steuererklärung erfolgen. Auch eine selbst auf grobe Fahrlässigkeit beruhende unrichtige Auffassung der steuerlichen Verpflichtungen schließt einen Vorsatz aus. Das Betriebsvermögen ist in seiner Gesamtheit zu einem bestimmten WectBetsg alzueben Ein Sommernachts Liederabend soll am Samstag, dem 19. August, von 8½ Uhr ab durch die Rubrialer Sängervereinigung am Freischütz geboten werden. Neben den bewährten und unter Fr. Auf der Horst's Leitung wohlgeschulten bekannten Chormitgliedern sind als Soloträfte Frl. Hennn Schnapp(Sopran) und Heir Willy Loos mit seinem Piston gewonnen worden. Günstiges Wetter wird Unzählige in die Freischützanlagen locken, die beliebten„Ruhrtaler" zu hören. Aver auch der Saal wird sich füllen, falls es regnet und die Veranstaltung dort sein müßte. Bisher wurden freilich die Ruhrtaler immer mit gut Wetter begünstigt. Nach dem Konzert soll eine estpolonaise durch den Wald und ein gemütliches Beisammensein sich anschließen. Ueber eins wundern wir uns: daß die Ruhrtaler für so einen „Sommernachtstraum“ nur A 6.— Eintritt verlangen(im Vorverkauf).— Wer Gutes bietet, kann sich's auch bezahlen lassen. * Die Ingenieur Prüfung an der Staatl. Höheren Maschinenbauschule zu Hagen bestanden u. a. die Herren Bernhard Burdewick, Siegfried Protz und Karl Roeber von hier. *“ Zur Brotversorgung im Reisevertehr ist den Gemeinden vom Minister für Landwirtschaft, To mänen und Forsten soeben folgender Erlaß zuge gangen: Nach Aufhebung der Reisescheine und der Reisevortmarken ist das reisende Publikum für die Zutunft ausschließlich auf martenfreies Brot an gewiesen. Abmeldung aus der Brotversorgung des Wohnsitz=Kommunalverbandes ist nur noch bei endgültiger Verlegung des Wohnsivzes zulässig. So sehr auch zuzugeben ist, daß diese Neuerung für die minderbemittelte Bevölkerung, die sich eine Erholungsreise, wenn überhaupt, nur bei gröfter Einschräntung gestatten tann, eine gewisse Härte bedeutet, so muß doch davon Abstand genommen werden, weitere als die bereits für Insassen von Krankenhäusern und Strafanstalten bestehenden Ausnahmen zuzulassen, weil sowohl die praktische Durchführung solcher Ausnahmebestimmungen nicht möglich erscheint, als auch eine gerechte Auswahl der durch sie zu begünstigenden Personenkreise äußerst schwierig sein würde und vielleicht zahlreichen Vernfungen nicht begünstigter Personen oder Personenkreise führen könnte. ** Weitere Erhöhung der Margarinepreise. Die niederrheinischen Margarinefabrikanten haben, wie aus Essen gemeldet wird, die Margarinepreise um 15 cje Pfund heraufgesetzt. Die billigste Sorte kostet jetzt 105, die teuerste 125 MA für das Pfund. uind das Ender 8 ** Zur Preisgestaltung des Bohnenkaffees wird aus Fachkreisen geschrieben: Vom 26. Juli ab beträgt das Goldaufgebot für Zölle 10 100 Proz. Wie verteuernd dieser enorme Zuschlag wirkt, soll folgendes Beispiel zeigen: Der Grundzoll für 1 Kilo Rohkaffee beträgt 1,30 A. Hinzu kommt der jetzige Zuschlag von 10.100 Proz., so daß sich der Zoll für 1 Kilo Rohkaffee auf 136,50 M stellt. Bei einem Dollarstand von etwa 500 kostet unter Berücksichtigung des obigen Zollsatzes heute ein Pfund Bohnenkaffee für den Verbraucher 260 bis 280.ch. Die heute noch in den Detailgeschäften vorhandenen billigen Kaffeeforten sind zu einem niedrigeren Zollsatze und bei einem besseren Markkurse eeingeführt worden. Infolge der großen Geldknappheit sind jedoch die Vorräte von billigem Kaffee äußerst gering, so daß sich in ganz kurzer Zeit der obengenannte Preis im Kleinhandel zeigen wird. *: Kriegsgräberfürsorge. Den meisten Angebörigen von Gefallenen ist noch unbekannt, daß der Volksbund Deutsche Kriegsfürsorge. e. V. ebenso wie in den westlichen Ländern auch in den östlichen. südöstlichen und übrigen Ländern an vielen Orten gute Verbindungen unterhält, auf Grund derer es ihm möglich ist, besondere Wünsche für die Auslunstserteilung über ein Kiegergrav oder für die Schmückung eines Graves zu erfüllen. Der Volksbund legt im Juni=Heft seiner Zeitschrift„Kriege gräberfürsorge“ ausführlich Rechenschaft über seine umfangreiche Tätigkeit auf diesem Gebiete ab. Er führte einen Schriftwechsel bisher mit vier= vis fünstausend ausländischen Orten. Er wirkte hierdurch selbst auf kleinste und entlegenste Ortschaften ein und trug den Gedanten der Erhaltung unserer Kriegsgräver in alle in Frage kommenden Länder. Die zahlreichen Berichte des Juli=Heftes der Zeitschrift zeigen besonders eindringlich, wie notwendig diese Arbeit ist. Für die Schmückung der Itriegergräber zu Allerseelen und Totensonntag trifft der Völksbund schon jetzt Vorbereitungen Die Ficdhöfe, auf denen Kränze oder Blumenspenden niedergelegt werden können, werden im Septemverheft der Zeitschrift„Kriegsgräberfürsorge" bekanntgegeben. *“ Ein Wort für die Zeitung der Heimat. Der Evangelische Landespreßverband für Sachsen schreibt: Durch die gewaltige Steigerung ihrer Herstellungslosten haben sich die Zeitungen genötigt gesehen, ihre Bezugspreise zu erhöhen. legt manchem Leser den Gedanten nahe, auch seine Ortszeitung abzubestellen. Es ist bekannt, mit welchen geringschätzigen Namen oft die kleinen 1 Zeitungen belegt werden, aber nicht genügend besanmt ist, welch bedeutsamen Kulturfaktor sie bil den. Sie bringen durch ihre Nachrichten aus der Um gebung die Mitbürger, die Stadt= und Dorfge nossen, die Gemeinden des Bezriks einander nahe: sie pflegen Heimat= und Nächstenliebe. Es würde etwas vom Nötigsten und treflichsten aus unserem Gifentlichen Voltsleven verschwinden und die Verwurzelung in der Heimat, ohne die der Mensch innerlich krant wird, würde in einem wichtigen Stück zerschnitten, wenn unsere kleine örtliche Presse aufhören müßte oder durch Allerweltsblätter aus Berlin ersetzt würde. Diese verhäugnisvolle Entwicklung wirst du nicht wollen herbeiführen helfen; darum spare lieber an Tabak und Zigaretten, trinke ein paar Glas Bier in der Woche weniger und bleibe deiner Zeitung treu! * Lilligst, 16. August. Wegesperrung. Der Gemeindeweg Gerlingen=Rotbehaus=Villigst wird von der Grenze der Stadt Iserlohn bis zur Grenze des Kreises Hörde und umgekehrt für den durchgehenden Lastkraftwagenverkehr und für den Lastkraftwagenverkehr überhaupt gesperrt. Die innerhalb des Landkreises Iserlohn liegende gesperrte Straßenstrecke ist am Ein= und Ausgang durch Tafeln und Kennzeichen kenntlich gemacht. ** Ergste, 17. Aug. Immer wieder Ge flügeldiebstähle! In der letzten Nacht wurden dem Gutsbesivzer Ph. Baum 8 schwere Gäuse aus dem Stall gestohlen. Das Diedesgut ist anscheinend nach Dortmund geschafft worden. Da in letzter Zeil die Geflügeldiebstähle in hiesiger Gegend fast überband nehmen, wäre es sehr zu wünschen, wenn dem gefährlichen Treiben der wohlorganisierten Bande recht bald Einhalt getan werden könnte. ** Refflingsen, 17. Aug. Diebesfrechhei: Vorgestern nachmittag hatte der Invalide Heinrich Möller den Besuch eines Spipbuben. Der Bursche hat in dem Zimmer des M. die Kommode erbrochen und einen größeren Geldbetrag aus derselben genohlen. Als M. sein Zimmer betrat, ergriff der noch anwesende Spitzbube mit seiner Beute die Flucht und ist er leider unerkannt entkommen. Aus den Provinzen. Dortmund, 16. August. Der Prozeß des chemaligen Kaisers gegen den Dortmunder General=Anzeiger wird am hiesigen Schöffengericht nach den Gerichtsserien beginnen. handlungstag ist noch nicht bekannt. Die Antlage erfolgt auf Grund der Paragraphen 185 und 18# des Reichsstrafgesetzbuches, und zwar wegen eine: am 26. Januar 1922 mit der Ueberschrift„Aus dem Leben eines getrönten Tollhäuslers“ veröffenttichten Aufsatzes. In dem Aussatz hieß es am Schluß: „Oberleutnant von Hahnke hatte während einer jener Gasttage, die die Majestät aus dem Schiff verbrachte, wie gewohnt an der Vordtreppe gestanden, einer jener Witze des Kaisers als Angriff auf seine deutsche Ehre empfunden und mit einem Faustschlag ins Gesicht Wilhelms II. veantwort.t und aus dem hieraus entstehenden Konflitt mit der Offiziersehre angenblicklich den Weg in den Selost mord gesunden. Ehre seinem Andenten! Er war der einzigste Mensch. der mit Withelm II. die Sprache gesprochen hat, die Wilhelm verstand Hätten sich 20 Jahre später so mutige Männer gefunden, das große Reich stünde noch heute überragend da und es wäre uns vieles erspart geblieben.“ Die Antlageschrift sagt, daß der Oberleutnant von Hahnke am 11. Juli 1897 auf einer Radtour bei Odde tödlich verunglückt sei. Die dem Aussatz erwähnten Vorgänge hätten sich auf der„Hohenzollern“ beim Abnehmen der Ramn segel ereignet, wobei dem Kaiser ein Stück Leine ins Auge flog und er einen Bluterguß erlint. Oberleutnant von Hahnke stehe mit diesem Vorgang nicht im geringsten Zusammenhang. verleutnant von Hahnke habe vielmehr am 11. Juli mit Ka pitänteutnant v. Levepom eine Radpartie nach dem Laatesoß gemacht. Beim Betrachten Wasserfalls sei ein Rad ins Wanten gekommen und er selbst abgefrürzt. Erst am 31. Juli sei das Fahrrad, am 28. August have man die beiden aogebrochenen Füße und am 1. September den Leichnam Hahntes gefunden, der am 7. Soptember na: Deutschland übergeführt wurde. Menden, 16. Aug. Drei Personen vom Tode des Ertrintens gereitet. Im Hönnetale lippte vor einigen Tagen ein Wagen, in dem sich zwei Kinder befanden, um, und die Kinder stürzten in das Wasser der Hönne. Eine Frau, die das sah. eilte zu Hilfe. Sie konnte aber die Kinder nicht retten, da sie schon untergegangen waren. Der zufällig die Straße fahrende Chauffeur des Sundwiger Messingwerkes fuhr schnel zur Unglücsstätte. Es gelang ihm, alle dr: glücklich aus Land zu bringen. Bocholt, 16. Aug. Folgenschwerer Sturz von der Treppe. Gestern abend stürzte der ledige Arbeiter Nienhaus infolge Fehltrin## die Treppe hinunter. Der herbeigerufene Arn stellte neben anderen Verletzungen einen Schäderbruch fest, an dessen Folgen der Verunglückte gestern morgen nach der Ueberführung ins Krankenhaus gestorben ist. Recklinghausen, 16. Aug. Seine Frau Tode mißhandelt. Wie die Kriminalpoltzei des Amtes Recklinghausen mitteilt, ist der Bergmann Paul Stobinsky aus dem benachbarten Scherlebeck festgenommen worden, weil er dringend verdächtig ist, am 25. Juli seine Frau derart mißhandelt zu haben, daß sie zwei Tage später gestocben ist. Der Angeschuldigte ist geständig, seine Frau an einem Tage schwer mißhandelt zu haben. weil sie dem Trunke ergeben gewesen sei und ihm fortgesetzt Geldbeträge entwendet habe. Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft in Bochum ist die Leiche der Frau ausgegraben“ und obduziert worden. Diepholz, 16. August. Ein 83jähriger Radrennfahrer. Eine ganz erstaunliche Leistung vollbrachte gestern aus dem Sommerfest des hiesigen Radfahrervereins„Germania“, der als guter Radjahrer betannte und im 81. Lebensjahre stehende Rentier H. Behrens. Er beteiligte sich an dem Altersrennen und belegte mit einer Länge Vorsprung bei acht Konturrenten, von denen der jüngste genau die Hälfte der Levensjahre von Herrn B. zählte, den ersten Platz. Er fuhr die 1 Kilometer lange Strecke in 11 Minuten 10 Sek. Salzuflen, 16. August. Schreckliche Angenblicke vor dem Tode. Der Rangier= meister Hagemann gerier beim Abspringen von Art läht nicht von Art. Roman von H. Hill. (Nachdruck verboten.) unter wudebione„At szein, wegan du dich hüdsch lage befand sich in Aiu geicheaigseg, wiche er Bon venz, ue. ug in duer Aageschostisget, ein sehr eintsdenden Miägten e zicht aus der Tür geben werde: für Leute, die aus irgendmelchen Gründen den Wunsch hegten, Ich verspreche,„daß ich nicht aus der Lur gegen, werde,“ sich allzu neugierigen Blicken zu entziehen. Die Herrschaften, erlärte der hunge Mann im Tone der Entschlossenheit, und die nach dem unangst beendeten Diner drinnen au den der alte Herr nickte befriedigt. Whisttischen saßen, hätten auch mit den schärfsten Gsisern konzertlangerin!„Darf ich nicht erfahren, was für ein Märchen du dem nicht mehr erspähen können, was hier hinter dem Schuz der Poaviouente, die Grasen aufzubinden gedentste: fuhr er dann neugzerig fort, distreten Taxusbecken vorging, und es mochte wohl mit Rig Beuich iui Biadenr Voerichiuast geteirnter vost. als er gewahrte, wie ernt und gedauteugl sein Baer vot, scht auf diesen beizgndren Antaud geighesen, sein. Jot es diu für möglich gehalten, daß solche sich hinblickte.„Eigentlich beunruhigt es mich ein bißchenz,„Jaß Komtesse Edith und Doktor Rudolf Odemar auf ihrem e ene auen Log, anberzg ds udven Bongen du ihon beute ut dou eresen üsk, Würde es uichz weche pazengaung die Schite gende Penter asean healten. ns eue aun, asgn ahe sa ande ur Setr ür De Aandaenngag, u. ueadhent, Basauten de die un Besen usgenne sich bereits in seine Lektüre vertieft eion Zun das uasgengen asht 3h gurde uich her Autsguag lacz nr Setisgeas enaist. eie en uaete. bringen. Und ich hofsg, zuggrstzise-zreggmi.Zausie, Sherzgeve. scheinlich halte, trotz deines ehrlichen Gesichts.“ Obgleich die auf die Famine Bregow=Dollnersgeg ve: Der Major lächelte wieder— ein mildes, gütiges Lächeln, züglichen Angaben nicht mehr als eine halbe Seite des Taschen: das ihm sehr wohl anstand, und hinter dem wahrlich kein buches füllten, brauchte der Masor doch mindestens zwanzig Meuisch etwas von Arglist oder Verschlagenheit hätte vermute Minuteg, ehe er mit seizen, Stapium zu Ende gekommen Zönnen. dos Nich Aulaoppte, wushte efr dohz der—„ich desle niein lieder Rast. du Sountest bos gerost meine Sorge sein lassen. Es ist eines von den vielen Dingen, die du ganz und gar mir wirst überlassen müssen. Noch stehen wir nicht auf festem Boden, und es dürfte noch viel Kopfzerbrechen kosten, ehe wir dahin gelangt sind. Das Kopfzerbrechen aber ist noch nie deine starke Seite gewesen, und wozu willst du deinen Kopf mit Dingen belasten, bei denen deine Mitwirkung weder zweckmäßig noch erwünscht Sei versichert, daß ich im entscheidenden Augenblick weder eine einleuchtende Geschichte noch— wenn es nottut— die erforderlichen Beweise in Verlegenheit sein werde.“ sten, ehe er mit seinem Studium zu Ende gekomme war. Lls er dann das Buch zuklappte, wußte ek, daß Graf Rüdiger Bredow=Donnersberg zurzeit fünfuph, Jahre alt war, daß seiner ersten Ehe mit keiner Silbe Erwähnung geschah, und daß als seine Ehefrau die Gräfin Harriet, geborene Vanderzer, bezeichnet war, Tochter des Senators Vanderzee aus Neuyork. Das einzige Kind des gräflichen Ehepaares war nach der Angabe des Taschenbuches die jetzt zwanzigjährige Komtesse Edith. Aus den Rotizen ging hernor, daß bei dem Fehlen eines direkten männlichen Nachkommen, als nächster Anwärter auf das Maigrat Donnersberg der Regierungsassessor außer Dienst Freihert Kurt von Reckenburg, ein Nesse des Grasen, anzusehen sei, der gegenwärtig in seinem zweinnddreißigsten Lebensjahre stand. 4. Kapitel. Die weiche Lust des Junighende war schwer von den süßen Düften, mit denen sie gesättegt schien. Wenigstens hier, Dur Moior zig dos Bucz pralich an beinen Bopz burig ui, weiche Lust des Juniakend= ees eug i gag Sazloh Domernberg üuben Disten, mit denen die gerez1 3e, Pohinersteicter se verhalten und nichts zu unternehmen, was die allgemeine wahrlich alle spaziergang die Schritte gerade hierher gelenkt hatten. Wenigstens benahmen sie sich in diesen, Augenblick so. als ob sie sich vor jeder Beobachtung vollkommen sicher wüßten. Der dunkle Kopf des jungen Mädchens ruhte an der Schulter ihres Begleiters, und sie sah mit einem Blick zu ihm auf, der über die Natur ihrer Empfindungen wahrlich nicht den allergeringsten Zweifel lassen konnte. In der Tat handelte sich's hier um nichts anderes, als um ein glückseliges junges Liebespaar, dessen Glück allerdings bis zur Stunde noch niemandem bekannt war als ihn selbst. Diese Heimlichkeit war der Gegenstand des recht ernsthaften Gespräches, das sie eben miteinander führten. „Liebste,“ sagte Daktor Odemar,„willst du mir wirklich noch immer nicht gestatten, mit deinem Vater zu sprechen? jetzige Zustand kann doch nicht bis ins Unendlichze, fortzangen. Ich empfinde es immer wie eiwas Peinliches und Unwürdiges, daß du, meine stolze, kleine Königin, vor den Deinigen ein Geheimnis haben sollst, das dich zu allerlei Ausflüchten und kleinen Notlügen zwingt. Ich weiß wohl, daß nach den Anschauungen deiner Familie ein gewaltiger gesellschaftlicher Unterschied zwischen uns beiden besteht, aber ich kann mir nicht denken, daß das Hindernis ganz unüberwindlich sein sollte. Es ist wahr, ich bin von schlicht bürgerlicher Hertunst, und meine schriftstellerische Tätigkeit hat mir bisher noch keine Reichtümer eingebracht; aber ich habe mir bereits einen geachteten Namen erworben, und ich hoffe, daß berühmter Name sein wird. Darum schrecke ich nicht vor der Kühnheit zurück, um dich zu werden.“ (Vortjetzung folgt.) einem Wager konnte sich n einem nachro so schwer per Bochum, Gelegentlich Juni wurde Knidelmann. der Feldstraß laß von sein delt, wobeie er ins Kran der Zwischen mal Operati aber die ärz ihm das Leb jährige jung erlittenen P Ohlige, liches St tung Ohligs wegen Zahl barkeitssteue auf dem M Aachen, Gestern aber hof eine B 9.39 Uhr n0 reits 10 Mi sich auf den Auffordern Zug schoni die Räder Der Am öffentlicht Eindrücke in diesen kulturellen französische bildet habe er auf Ver auf Befehl Bordelle## mals übe werde, war Re 65 Wie muniere seits au stille K spielen Mitteln wollen ihnen a ßung, stille 8 Einsam und! ihnen zuviel recht v Anklei käuslic elwas sie der fortk und d lce nur 3 sich Haup begre bring Nach nicht raffen berechk arbei den spazi usw. selige die 2 zurü wirk — es am Schluß: während einer us dem rdtreppe gestan als Angriff auf und mit einem II. beantwort. Konflikt mit der g in den Selbst denten! Er war Lilhelm II. die lhelm verstand tige Männer ge ioch heute überles erspart ge1, daß der Ober1897 auf einer lückt sei. Die in hätten sich auf nen der Raun ein Stück Leinen Bluterguß erlirt. i1 diesem Vorgang ing.L verleutnan 11. Juli mit Ka Radpartie nach Betrachten eines ken gekommen und 1. Juli sei das lan die beiden anpiember den Leich7. Soptember narn Personen vom gereitet. I Tagen ein Wagen, den, um, und die der Hönne. Eine Hilfe. Sie konnte sie schon untergedie Straße fahrend. kessingwerkes fuhr selang ihm, alle dri olgenschwerer bestern abend stürzte infolge Fehltrins herbeigerufene Arzi igen einen Schäderder Verunglückte rführung ins KranSeine Frau zu die Kriminalpoltzei itteilt, ist der Bergus dem benachbarten den, weil er dringend ine Frau derart mißei Tage später gestorist geständig, seine mißhandelt zu haben. gewesen sei und ihm ndet habe. Auf Verhaft in Bochum ist die ben“ und obduziert Ein 83jähriger ganz erstaunliche Leidem Sommerfest des „Germania“, der als nd im 81. Lebensjahre Er beteiligte sich an egte mit einer Länge renten, von denen der der Levensjahre von slatz. Er fuhr die u 11 Minuten 10 Sck. Schreckliche An ode. Der Rangier= zeim Absoringen von zu eingefaßte Anim Schlosse und dendes Plätzchen n Wunsch hegten, Die Herrschaften, drinnen an den chärfsten Glüisern er dem Schug der te wohl mit Rückchehen sein, daß auf ihrem Partnit hatten. ein Augenblick so. dollkommen sicher zens ruhte an der inem Blick zu ihm gen wahrlich nicht ichts anderes, als essen Glück allerannt war als ihm ud des recht ernstr führten. st du mir wirtlich zu sprechen? Der ndliche fortdauern. inliches und UnKönigin, vor den is dich zu allerlei Ich weiß wohl, ilie ein gewaltiger beiden besteht, aber rnis ganz unübervon schlicht bürgerTätigkeit hat mir aber ich habe mir und ich hoffe, daß sein wird. Darum im dich zu werden.“ einem Wagen mit einem Fuß in die Weiche und konnte sich nicht mehr befreien. Er wurde von einem nachrollenden Wagen erfaßt, überfahren und so schwer verletzt, daß der Tod sofort eintrat. Bochum, 16. August. Eintranriger Fall Gelegentlich der Rathenau=Demonstration am Juni wurde nachm. der Elektrotechniker Alois Knickelmann, als er beruflich, unterwegs war, auf der Feldstraße von rohen Burschen ohne jeden An laß von seinem Motorrade gerissen und mißhanndelt, wobei er so schwere Verletzungen erlitt, daß er ins Krankenhaus gebracht werden mußte. In der Zwischenzeit hat sich der Bedauernswerte vier mal Operationen unterziehen müssen; leider ist aber die ärztliche Kunst nicht imstande gewesen, ihm das Leben zu erhalten. Jetzt ist der erst jährige junge Mann an den Folgen der seinerzeit erlittenen Verletzungen gestorben. Ohligs, 16. August. Ein kaum glaub siches Stücchen leistete sich die Stadtverwaltung Ohligs, die einem kleinen Fußballspielverein wegen Zahlungsunfähigtkit einer geringen Lust barkeitssteuer zwei Fußbälle pfändete und diese auf dem Marktplatz öffentlich versteigern ließ! Nachen, 16. August. Vom Zuge zermalm:. Gestern abend geriet auf dem hiesigen Hauptbahn hof eine Belgierin aus Sothaim unter den um 9,39 Uhr nach Herbesthal abfahrenden D Zug. Bereits 10 Minuten vor Abgang des Zuges befand sie sich auf dem Bahnsteig, überbörte anscheinend die Aufforderung zum Einsteigen und sprang, als der Zug schon in Bewegung war, auf, geriei aber unter die Räder und wurde vollständig zermalmt. sehen habe“, schreibt Villard.„Das eine Bordell war ein neues Haus, das von der ohnehin hart geprüften Stadt hatte errichtet werden müssen; zufällig liegt es neven einem Friedhof, auf dem deutsche, russische und französische Soldaten ruhen. In dem Bordell, das einen verschiedenen Eingang für Zivilisten und einen für französische Soldaten hat, werden 15 deutsche Mädchen gehalten. Als ich kort war, standen mehr als 60 fardige Franzosen in Linie und warteten darauf, daß sie an die Reihe tommen sollten. So unglaublich, wie es erscheint. so ist es doch wahr, daß diese deutschen Dirnen oft von 60 bis 100 Männern am Tage besucht werden. Ungeachtei der ärztlichen Untersuchung sind Geschlechtskrankenheiten natürlich unvermeidlich. Die deutschen Frauen, die meine Aufmerksamteit auf dieses Haus besonders gelentt hatten, erzählten mir, daß niemals irgend etwas die öffentliche Meinung und die Empörung der Bevölkerung in ihrer Stadt so erregt hätte, wie diese Zustände. Bühnenschau. Derdneue Dortmunder Theaterdirektor. Dortmund, 17. Aug. Mir Zustimmung inszeniert von Direktor Diedrich, zur Aufführung. John Roever beherrscht die Titelrolle vorzüg lich. besonders gesanglich. Die Bewegungen sind zum Teil enwas zu tänzelnd. Erna Bocy lan als Brieschristet gefiel von Anfang an bis um Schluß. Eise Zesewitz#Kurfürstin wirkte ebenso sehr durch ihr anmutiges Spiel, wie durch ihre angenehme Stimme. Meisterhaft gib: Frivi Schwer die Baronin Adelaire Baron Weps wird durch Adolf Kürzn erstklassig virgesteut. Fritz Meißemann als Graf Stanislaus. Maufried Scheiste und Ernst Riebold als Professoren hoben sich noch angenehm hervor. Die anderen Rolten waren auch get besetzt. Unter straffer Führung des Diri genten Herrn Barihmuß nahm die Vorstellung einen flotten Verlauf und der reichliche Beifall zeugle von einem guten Treffen im Olympia. der Zeitbilder. Der Amerikaner Oswald Garrison Villard veröffentlicht in der Wochenschrift„The Nation" die Eindrücke seiner jüngsten Europareise und bringt in diesen Briefen u. a. auch eine Schilderung der kulturellen Zustände, wie sie sich im Zeichen der französischen Herrschaft heute am Rhein herausgebildet haben. In zuuri verschiedenen Städten hat er auf Veranlassung von Unparteiischen zwei der auf Befehl der Besatzungsbebörde eingerichteten Bordelle besucht.„Ich weiß, daß ich innerlich nie mals über den Eindruck desserr hinwegkommen werde, was ich mit meinen eigenen Angen dort ge Theaterdepniation und des Vorstandes der Stadt verordnetenversammtung wurde heute der Cver regisseur der Leipziger Tper, Karl Schäfser, zum Direttor des hiesigen Stadthralers gewählt. Der Vertrag soll auf zwei Jahre abgeschlossen werden. Schäffer steht im 39. Leveitsjahr ist in München gevoren und begenn seine Regietätigkeit an der Oper am lndttheater in Augsburg, war dann Regisseur an der Komischen Oper in Verlin unter Hans Gregor,# vpernregisseur am Stadttbea ter in Bremen, Overregisseur an der Oper d.# Stadtihentere Danzig und sechs Jahre in glei echer Stellung am Stadttheater in Essen. Seit 197 ist er Oberregisseur und Dramaturg der ver einigt Stadttbeater in Lei zig unter dem vernircttor Lohse, als dessen rechte Hand er gili. dußer Schaffer standen in engerer Wahl Neudeck Rostock= und Pauli und Runge Breslau Der Vogelhändler. Das Ilhmpia=Treater in Dorrmund bringt setzt allabendlich Carl Zeller's wundershöne reite„Der Vogelhändler“ wohlgelunge Lehir Brahtneirungen. Schweres Anglück auf dem Anhalter Bahnhof. XU. Berlin, 17. Aug. In der Halle des An halter Bahnhofes stürzte genern vormittag un dem Handwerter zum Ausbessern der Falle beschäftigt waren, zusammen und begrun die Arbeiter unter sich. Die 10 Meter hobe Halle ist Z1. unterhalb ihrer Bedachung mit einem großten Gerüst umtleidet, da dort Anstreicherarbeiten vorgenommen werden, die von erwa 30 Mann ausge fuhrt werden. Vormittags gegen 11 Uhr wur wie stets, das Signal für die Mittagspause gegeben. Da eilten die Beschäftigten schleunigst über das Laufbrett. Als sie in der Mitte des Riesengerüstes ankamen, ertömte plötzlich ein Krach. Im gleichen Angenblick gav ein Teil des Gerüstes nach und mit lautem Aufschrei stürgten 12 Mann in die Tiefe. Die Körper der Heravgestürzten schlugen auf den Bahnsteig, zum Teil auf die Dächer de dol nebenden Dresdener Zuges. Nach den letzten Meldungen beirägt die Zahl der Torenn in der Nähe von Weimar. Der Maurer Marni. ein Kriegsteilnehmer, der im Felde erhevliche Verletzungen davongetragen hatte, erlitt einen Wahnsinnsanfall und fenerte in diesem Zustande aus einer Armeepistole auf offener Straße mehrere Schüsse ab. Darauf lief er in sein Haus und erschoß hier seinen 6jährigen Sohn und seine 4jährige Tochter. Das dritte Kind entging dem Tode nur dadurch, daß es sich unter dem Bett versteckte. Dann lief der Wahnsinnige auf die Straße und schoß auf den ihm begegnenden Lievold, der heute maichmittag seinen schweren Verletzungen erlag eerner verwundete er den Lehrer Schmidt durch einen Schuß in die Schulter. Der Wahnsinnige erhängte sich dann in seinem Hause. Polnische Fliegerbombe in eine 800 köpfige Menge. Danzig, 17. Aug. Auf dem polnischen Flugplatz bei Putzig sollten im Rahmen eines militäri ichen Sportfestes Bomven von einem Flugzeuge abgeworfen werden. Ein Flugzeug ließ eine rei 1 0. Schreckenstat eines Wahnsinnigen. FII. Weimar, 17. Ang. Ein schweres Unali eeignere sich am Montag abend im Dori Oeneen Pombe fallen, als es sich über einer 8Mtöpfigen zauermenge befand. Die Bombe erplodierte inminen der Menge und tötete 5 Personen auf der Stelle. Weitere 50 Personen sind teils schwer. teits leicht verletzt in die Krantenhäuser von Putzig. Neusiadt, Zoppot und Danzig gebracht worden. Großzügiger Beamtenschub in Thüringen. Berlin, 17. Ang. Lant Gerger Meldung sin' vom Thüringer Ministerium in Weimar eine große Anzahl von Beamten im Justiz= und Verwaltungs= dienst, sowie Lehrer nach Vollendung ihres Dienstjahres„unter Anerkennung ihrer dem Staat geleisteten Dienste" zum 1. Oktover in den Ruhe stand versetzt. Der thüringische Staat steht auf dem Standpunlt, daß einem Beamten, der 10 Jahre litig gewesen ist, in seinem eigenen, sowie in esse des Staates Rubestellung zu gewähren sei. Die Mehraufwendung für Pensionierungen werde durch Einsetzen junger frischer Arbeitskräfte für den Staat wieder ausgeglichen. Juternationaler Esperanto-Kongreß. Helsingfors, 17. Aug. Der Esperanto Kongref; wurde heute beendet. Die Einladung, die nächste Konferenz in Nürnverg abzuhalten, wurde mit levhaftem Beisall angenommen. Regelmäßige Frouenbeilage Schwerter Zeitung Echwerter=Hausfrau uns klüdler Modenberichte Erziehungsfragen, Humo: Haus und Küche Worte für Frauen Das tieue Herz. Wenn du einzHerz gefunden,s Das treu mit dir es meint. In gut und bösen Stunden Bleib eng mit ihmsvereint! ## Hörst du's an deinem schlagen,# Nichts Schönres hörst du se,###### Auf Händen mußt dus tragen. Und nimmer tu ihm weh! Heut darfst du dein noch neunen, Was du in ihm erfaßt; Willst du's zu späl erkennen, Wenn du's verloren hast? Alber! Träger. Die Frau in der Oeffentlichkeit Minna Cauer eine bekannte Führerin der Frauenbewegung und Potitikerin ist am 3. August im 81. Levensjahre in Berlin gestorden. Als Tochter eines evangelischen Geistlichen in der Mart geboren, verheiretete sie sich sehr jung mit einem Arzt, der jedoch nach kurzer Ehe starb. Sie besuchte darauf das 1 70 Mutter und Kind Trödelkinder. Wie es gesunde, flinke, furchtlose, allezeil muniere, springende Kindersgibt, und andererseits auch wieder ewig träumende, sinnende. stille Kinder, die sich kaum zu einem Mitspielen anregen lassen, so gibl's auch eine Art Mittelwesen: Die trödelnden Kinder. Diese wollen gern heiler und lustig sein, es fehll“ ihnen aber an Uebermut,an schneller Entschließung, an Gewandtheit, ohne jedoch, wie das stille Kind, Gefallen an Absonderung und Einsamkeit zu finden. Sie sind zwar munter und beweglich, aber keinerlei Arbeit gehi ihnen slolt von den Händen, sie lassen sich; zuviel ablenken und kommen deshalb nie recht vorwärts, ob sich's nun um das tägliche# Ankleiden, um die Schularbeiten, um kleinen# käusliche Dienste, um Besorgungen oder sonst etwas handell. Selbst beim Essen bleiben sie den andern gegenüber zurück, weil immerfort krauses Zeug durch ihr Köpfchen gehl und das Mundwerk nicht stille stehen kann. Wies soll man so ein Menschlein wohländern? Mit Schellen und Strafen ist nichts gelan; nur zu leicht zieht sich dann so ein Kind in sich zurück und wird mürrisch und scheu Die Hauptsache ist, daß man trödelnden Kindern begreiflich macht, wie sehr die Eile Vorleile bringt, daß man ihnen zeigt, wie mancher Nachteil ihnen entsteht, wenn sie mit der Zeit nicht rechnen lernen, wenn sie sich nicht aufraffen, sich nicht konzentrieren. Die Mutter berechne, wieviel eine häuslichekoder Schularbeit Zeit in Anspruch nimmt und verspreche den Kindern, dann mit ihnen zu spielen, spazieren zu gehn, ein Märchen zu erzählen usw. Sie beginne damit unweigerlich zur festgesetzten Zeit, so daß der Trödelfritz oder die Trödelsuse, sobald sie gebummelt haben, zurückbleiben müssen. So eine Art Strafe wirkt nachhaltig und bessernd. Frau Minna Cauer die bekannte Fuhrerin der Frauenbewegung in Deutschland., starb i Alter von 81 Jahren Seminar und nahm, als sie das Lehrerinnener amen bestanden hatte, eine Stelle als Erzieherin in Paris an. Später kehrte sie nach Deutschland zurück und ging als Lehrerin an eine Mädchenschule nach Hamm. Dort vermählte sie sich zum zweitenmal mit dem Gymnasialdirektor Eduard Caner. Nach vierzehnjähriger Ehe wurde sie wieder Wit we. Seitdem stellte sie ihre ganze Kraft. ihr großes Organisationstalent und ihre eigenartige Beredsamkeit in den Dienst der Frauensache, mit dem Ziel, die Frau ale vollverechtigte Bürgerin, das heißt mit aktivem und passivem Wahlrecht, in den Staatsorganismus einzugliedern. In der von ior berausgegebenen Zeitschrift„Die Frauenben gung“ kämpfte sie mehr als ein Menschenalter für die volle politische Gleichberechtigung der Frau. Im hohen Alter von 77 Jahren sah sie in der Wermarer Verfassung ihre Forderungen verwirklicht. Margarete Pochhammer, die 1. Vorsitzende des deutschen Schriftstellerinnen=Bundes, konnte am 5. Aug. ihren 75. Geburtstag feiern. Sie ist bekannt geworden durch ihre Bestrebungen zur Verbesserung der Frauenkleidung, zahlreiche Aufsätze, auch durch gute Erzählungen und mehrere erfolgreiche dramatische Arbeiten. Ihr Galte war der Danteforscher Dr. Paul Pochhammer. Eine Studentin von 71 Jahren besucht neuerdings die Colombia-Universttät in New Vork. Die alle Dame ist Mutter von sechs Kindern. Sielgab zur Begründung ihres selisamen Entschlusses, trotz ihres hohen Allers noch die Universität zu besuchen, an, daß sie das Bedürfnis empfinde, ihre geistige Frische zu bewahren. Seitdem ihre Kinder sich verheiratet hätten, wäre es einsam um sie geworden, und sie müsse sich jetzt, wo sie keine weiteren Pflichten mehr habe, aufirgendeine Weise beschäftigen. Die Ehescheidungen in Deutschland haben nach der amtlichen Statistik in den letzten Jahren eine gewallige Zunahme erfahren. Schon im Johre 1920 wurden drei mal mehr Ehepaare geschieden als 11918. Leider berechnet die Statistik die Zahl der Ehescheidungen nicht im Vergleich zu der Zahl der Ehen, sondern auf je 100 000 Einwohner. Die größte Zahl erreichte Sachsen mit 68.6 Ehescheidungen auf 100 000 Einwohner, danach folgt Preußen mit 58.8, Braunschweig mil 51,9 usw. bis herab zu Hessen, wo die Zahl nur noch 49,1 ausmacht. Das sind zweiffellostnoch die Folgen der übereilt geschlossenen Kriegsehen. Demgegenüber ist bemerkenswert, daß als Folgen der grenzenzlosen Wohnungsnot die Zahl der Eheschlie=4 ißzungen von Jahr zu Jahr beträchtlich abnimmt. Die Kriegsopfer der Frau ssind nach den Ergebnissen wissenschaftlicher; Zund statistischer Untersuchungen noch viel beträchtlicher als man bisher annahm. Jetzig swerden einige Angaben für Ostpreußen bekannt In der Provinz allein beträgt der Aussall an Geburten für die Jahre 1910, bis 1920 über 100000. die Jahl der Fehlkentsprechend oder nehme einen Mantel mit, wenn man Spaziergänge oder Wasserparlien macht, die sich bis in die späten Abendstunden zausdehnen. Dasselbe gilt bei Konzertbesuchen sin Gartenlokalen. Hier hat sich schon mancher serkältet. Sobald man das geringste fröstelnde Gefühl empfindet, ist doppelte Vorsicht geboten. Für Küchekund haus Die neue Einmachekunft. geburten stieg von 15 auf 37%; die Kindersterblichkeit von 2 auf 10%. Nicht ziffermäßig neue Einmachekunft Wer die Tugend der Vorsorge für die winterfliche Zeit und der Verwertung seiner Gartenzerzeugnisse huldigt, weiß, daß alle diese Arbeiten sehr viel Zeit und Mühe in Anspruch (nehmen. Dabei fehlt niemals die Sorge, ob alles wohl gelingt, und ob der Verschluß der (Glas- und Stein= und Blechbüchsen gut und fest bleiden wird. Zudem gibt's auch noch „Anschaffungskosten für neue Gläser, Büchsen, „Gummiringe usw. Das alles ist, wie gesagl ksehr umständlich und kostspielig. Man kann die Konservierung im Haushalt sehr bebeulend einfacher und billiger vornehmen, wenn man sich das Verfahren der Fachgelehrten der bakteriologischen Wissenschaft zum Vorbild nimmt.„Lustabschluß“ ist nämlich gar nicht nötig, denn es ist nicht die Luft, welche die Früchte, Gemüse, Säfte, Fleischwaren usw. verdirbt. sondern slediglich die in der Luft enthaltenen Pilzsporen und Bakterien rufen die chemische Zersetzung hervor. In den Laboratorien wird der Verschluß von Flaschen und Büchsen. deren Inhalt oft jahrelang vor dem Verderben geschützt werden soll, einfach Waus festgewickelten Stopfen von geruchloser dauerd krank wurden. Auch die Fälle von Kindbettfieber erfuhren eine beträchtliche Zunahme, am meisten aber stieg die Zahl der [Geschlechtskrankheiten bei Frauen. Gesundheitspflege. Sommer=Rheumatismus. Kleine Rheumalismen, die der Erfahrung zufolge durch Erkältung herbeigeführt werden, verschonen gar manchen auch im lieblichen Sommer nicht. Denn auch an warmen Tagen, wenn viel Wind herrscht oder kühle. Abende folgen, kann man sich natürlich erkälten. Es ist daher gar nicht so überflüssig. immer wieder vor allzu großer Nachlässigkeit zu warnen. Ein Herenschuß, ein steifer Hals, ist ja nicht weiter vom Uebel. aber doch auch sicher nicht angenehm, und wenn der Schmerz sich oft an der gleichen Stelle wiederholt, liegt die Gefahr vor, daß chronischer Muskelrheumatismus entstehl. Man sei also immer hübsch vorsichtig! Besonders kleide man sich erbichtel von Sou o, giegen u. GietsVerbandswalle oder Salichiwale vergesell. ferlig zu kochen, wodurch zugleich die innen befindlichen Keime und Bakterien getötel werden, und mit einem fest zusammengelegten Wattépropfen den Verschluß vorzunehmen. Bei Büchsen mit weitem Halse kann man auch einen durch Auskochen in Salzwasser desinfizierten, trockenen Spundkorken zwecks Ersparung von Material in die Watte einwickeln Auf diese Weise hat die Lust zwar nech Zutritt, aber sie wird zuver gewissermaßen durch die Watte hindurch siltriert, so daß keinerlei schädliche Bakterien in das Innere eindringen können, weil diese eben durch die Watte zurückgehalten und abgetötet werden. Zur größeren Sicherheit kann man dem Verschluß aber auch noch eiste Bedeckung mit einer Pergamentpapier=Haube geben, bevor man die Flaschen und Gläser an einem kühlen und trockenen Ort zur Aufbewahrung aufstellt. Versuche man es einmal mit dieser denkbar bequemen Arl des Einkochens, und man wird über den Erfolg erstannt sein! A S. Kuhrtaler H E Sänger=Verein g Sspere Chorleiter: Herr Fr. Auf der Horst. Samstag, den 19 August, abds. 8½ Uhr: # W. En Scht Schusde im Freischuß Schwerte(8) Mitwirkende: S Frl Henny Schnapp(Sopran Herr Willy Loos(Piston=Solist) Nach dem Konzert: Gemütliches Beisammensein mit Canz. Polonaise durch die Waldanlagen. Eintrittspreis 6 Mt. inkl. Steuer.( Vorverkauf: Zigarrenhandlung Hr. Wintelmann Friseur Gräbe, im alten Freischütz, im Vereinslokal Klempt und bei den Mitgliedern. Die Gönner und Freunde des Vereins sind zu dieser Veranstaltung herzl. eingeladen. e Wir suchen zum 1. Oklober eotl. früher einen zuverlässigen, durchaus erfahrenen älteren Herrn für Lobnbucbbaltung. Bedingung: Gute Handschrift und slolles, zuverlässiges Arbeiten. Vorläufig nur schriftliches Angebot und ausführlichen Lebenslauf unter Einsendung eines Lichtbildes erbiltet Stahlwerk Ergste Akliengesellschaft Ergste i. W. 2521 Die Zimmerarbeiten, zu 4 Viersamilienwohnhäusern ucbst Stallgebänden der Siedlung Kreinderg dei Schwerte sollen vergeben werden. Angebolshefte werden. so lange der Vorratreicht. zu 11,— M. je Heli abgegeben. Die Angebole sind in verschlossenem Briefuwschlag mnit entsprechender Ausschrift dis zum Elössnungslermin. Donnerstag. den 24. August. vorm 11 Uhr hier einzureichen Die Arbeiten werden gegebenenfalls in 1 Lose geseilt. Zuschlagsfrist 2 Wochen. Schwerte. d, 10 August 1922 Eisenbahn= Banabteilung 1. FTandslimmungen Rep sr aluren werden prompt u. gewissenhaft criedigt. Roin& Junius lofpianofabrik Hagen i. W. Tel. Nr. 184 G):O:d:e. o. n barietee-Palast Dortmund Brückstraße 39•41 : Teleson 3047 u. 4900; Ausger. Haul kauft nach Gewicht Strack, Damen= und Herrenfriseur Schwerte, Hüsingstraße 16 LE. HG! WIOIä, Schuhreparaturen“ Nur dadurch, daß ich„schwarze Schlen“ verwenden lasse. Dieselben sind zu haben bei H. HItzugrad, Schuhmachermelste: — Sanningswer 26.— Spezialltät: Anfertigung von orthopädischen Schuhen für Krlegsbeschädigte. Zugelassen vom Versorgungsamt Dortmund. Vom : 16. 31.August 1922; : 10 neue Sensations: 10 Debdis : Drei Lriginal=Har=: : tinis, die poänomenalen: : Dradientsdasler..: Hanny Romano, der: : drillante Dressur=Adt.: : Z w e i O t t m a r s, d i e: komische Jander#r. : Magarete Loube und: s ihr drolligexsomiker, die: : entzückende Künstlerin auf: dem Rade.: : Zwei Riedl's, Hand: : und Schleuderdiett=Vol=: : tigeure.: : Olga Reois, oas eia: snische Wundec.: Ludwig Clermont,: Meinler=Humorist und: Schriftsteller.: : Lilly und Forel, das: ungleiche Paar.: Willy Eberhard, Kam.: mermusiker und Pision=: : Virtuose prolongiert.: : Ellen Martino und: : Partner, der Mann in: : der Wanne.: Ein Riinder wagen preiswerl zu verkaufen. Westhofen, Hörderstr. 49. Lichlspiele„Zur Reichskrone“ Atlllltlll. Nur noch heute! Die Nachl ohne Moigen! 6 ergreisende Akle aus dem Leben eines Zirkusarlisten mit Hans Mierendorf und Hanni Weise in den Hauplrollen. Nach dem Loman von Paul Rosenhayn. Aus den Momorien einer Filmschauspielerin! 5 lustige Akle mit Lya Mara in der Hauptrolle. Die Verlobungswessel Filmschwank in 2 Aklen. Voranzeige! Ab Freitag der große historische Film: jeht ist Gelt. Kausen Sie Ihren Bedars schon heute chte Richters Steinbaurasten —(Friedensware)— Das beste was Sie Ihrem Kinde geben können. Buchhandlung C. Braus. Gebrauchter weißer Rüchenher d mit Kohlenwagen zu verkaufen. Zu erfr. in der Geschäftsstelle, Zwan der Zum 1. oder 15.9. einsache, erfahrene Stüthe : Karten sind an der Kasse; : von 10—1 Uhr und ab: “ 4 Uhr ununieebrochen: inm gesucht, welche mit Morgenmädchen Küche und Hauehalt selbständig führen kann. Gehalt 600 Mark. Zu erfragen vormittags bei Frau LehrerKohlmann Hörderstraße 43. Aus Rußlands vergangener Zeit. Tausende Mitwirkende. Achtung! Nur einen Tag! Kaufe und zahle ausehenerregend hohe Preise für Aiekäinsiche Gebise bis Mr. 30 einzeine Zühne brauchbar bis Mr. 60 3488 Brennstifte bis Mt. 300. Ankauf am Freitag, dem 18. August, von 9-4 Uhr im Hotel„Zur Post“, bier, Bahubofstr. Nom 1. Soomder Halbtagsmädchen über Mittag gesucht. Pros. Feldhügel, Hagenerstraße 511. J.W. Rippus, Ostenstraße 26 (Jur Helle) Fernruf 468. Schokoladen und Zuckerwaren en gros. Erzeugnisse erster Firmen. Verkauf nur an Wiederverkäufer zu Fabrikpreisen. Geschslsnorn socht in Schwerie möbl. od. lecres Ossert. u. 5. 3519 g. d. 6es6st Custin ist ein sehl felner SpelsestärkePuder, der in keiner Küche fehlen darf, um Mich Früchte. Suppen, Saucen Gemüse, Fette usw. sämig zus machen odet au vordiechon e Mi Gustin bereitetgnehk. Senue Puddings, Cremes, Suppen, * S a u c e n, K u c h e n, T o r t e n, ! Milch- u. Frucht-Flammeris, - Ideale Kinderspeisen, Krankenspeisen aller Art. in Versuch wird jede Haustrau### G Ge beljedigen. k. Rezepte umsonst in den meisten Geschätten. Wenn nicht zu haben, schreibe man eine Postkarte an Dr. A. Oetker, Bielefeid. Fuesers Kaffee Kinderloses Ehepaar. sucht möbl. Zimmer m. Kochgelegenh Bettwäsche und Herd können gestellt werden, evtl. für leeres Zimmer sämtliche Sachen ung.u G 3528 ad Geschst Metallbetten Stahlmatratzen, Kinderb di eht an Private, Katal 26.1 frei. 3897 Eiseamöbelichr ik Sch!(Tühr.) Berioten! Sonntag früh im Freischütz oder auf dem Wege vom Freischütz nach Wandhofen goldene Brosche verloren. Wiederbringer erhält hohe Belohnung.“ Frau Allthoff, Hagenerstr.23. Tiken Hamburg, Mannheim, Cassel. Bezirks=Vertretung und Fabrik=Niederlage hornbruch& Co., G. m. b. h., Schwerte Markt 9. Verkauf nur an Kondiloreien u. Wiederverkäufer JareirPirhheit! pilze der heimat von Gramberg 2 Bände i. halbleinen 180, mk. Kleine Pilzkunde mit 32 fardigen Cafeln 22,— Mark Buchhandlung Carl Braus A Handel und Hörse = Volkswirtschaft e Berliner Börsenkurse vom 16. August 1922 milgeleill vom Barmer Bank=Verein, Schwerke 5% Deutsche Reichsanleihe....... 77½ Barmer Bank=Verein 229 Deutsche Bank 525 Diskonto 408 Dresdner Bank 324 Hamb.=Amer.=Pak. 590 Allgem. Elektr.=Ges. 797 Baroper Walzwerk 1210 Bochumer Guß..... 2100 Bösperde Walzwerk 1110 Daimler Motoren 520 Deutsche Kaltwerke 2500 Deutsch=Luxemburg 1990 Dynamit 843 Elberf. Farbw. 920 Essener Steinkodlen 2450 Gelsenkirch. Bergw 2200 Gasmot. Deuz............... Harpener Bergw 5150 Hasper Eisen 2300 Hoesch 2500 Humboldt Masch 780 Mannesmann 1740 Oberschles. Eisend.=Bed 1100 Orenstein& Koppel........... 1390 Phönix Bergbau... 2500 Reisholz Pap............... 600 Rhein. Stahlwerke............ 2385 Rombacher 1160 Schuckert 1015 Stegen=Solingen............. 495 Ver. Di. Nickelwerke........... 1730 Westf. Drahl=Ind. 700 Wesis. Eisen, Langendreer......... 838 Auslands-Wechselkurse der Berliner Börse (Devisenkurse) Man zahlle deutsche Mark: für 100 belgische Franken 100 dänische Kronen.. 1 englisches Pfund.. 100 französische Franken 100 holländische Gulden 100 italienische Lire... 100 polnische Mark... 100 schwedische Kronen: 27166,— 100 schweizerische Franken— 100 tschechische Kronen..“— am 15. 8, am 16. 8. 7890,10 7640,40 22272,10 22022,40 4634,20 4574.25 8089,85 40249,06 40149.75 4719,05 4606.70 26466,85 19325,80 Ein Dollar. un d 101 Soeben erschien als schönste Gabe für Angehörige unserer gefallenen Krieger: Heldenbuch und Kriegschronik der evangelischen Gemeinde Schwerte Herausgegeben von Pastor Ohlig. Ueber 240 Seiten Großquart, mit 286 Bildern und Porträts. Zwei Rusgaben je nach Russtattung. Ruf gutem Papier in seinem Geschenkband. Der Titel des Buches sagt, was es sein will: ein Heldenbuch, ein schlichtes, einfaches Denkmal, das die dankbare Gemeinde ihren treuen, tapferen Söhnen setzt. Es steht nicht auf ragender Höhe oder am Markte, dafür aber kann es jeder daheim haben und in stiller Stunde zu sich sprechen lassen. Mehr als Namen sind in dies Denkmal hineingeschrieben: die Bilder unserer Helden schauen uns an und ihr Leben geht in kurzen Zügen an uns vorüber. Nicht sollen dadurch alte Wunden wieder bluten— sie sollen heilen durch die Gewißheit: unsere Toten sind nicht vergessen und werden nicht vergessen werden. Wenn an uns keiner mehr denkt: lebt ihr Bild weiter bei Kind und Kindeskind. in stiller Stunde zu sich sprechen lassen. Das Heldenbuch enthält die Bilder aller Gefallenen der evangelischen Gemeinde Schwerte, die zu erhalten waren, ferner einen kurzen Lebenslauf auch derjenigen, deren Bid nicht engsiondt wurde. n n am ime amn Damit ist jeder trauernden Familie und Angehörigen unsrer gefallenen Söhne sowie auch Vereinen und Schulen Gelegenheit gegeben, unsern schlasenden Helden ein dauerndes Ehrenmal in ihrer Mitte zu setzen. Kinder und Kindeskinder wollen's lesen und werden gerne darnach greisen Da nur eine kleine Auflage gedruckt wurde, sichere sich jeder Schwerter dieses Heldenbuch.— Es kann von heute ab in Empfang genommen werden. Verlagsbuchhandlung Carl Braus, Schwerte(Kuhr), Große Marktstraße 3-5 8 8 9 58 GHGSE S* S 25• 2K 888 8oS8nS 9 S bEE. GiD Soo — 00 DC 888R888 ### 88 —— Saddes, DAODT 90 0• 00.. Hpc: D AOLNNgOTSugg2 8835-M009P985S — 22— GSE. S 0030s999995! ** E u: 9919::-—Pgmeg 999„ 8 m 69 SSRSSSSBSSSJSKGGL=“ S Summmmmmah „Wollt ihr ein Liedchen hören, das mir heute ganz unversehens in die Feder geilossen ist?“ fragte er wie scherzend.„Nachher könnt ihr mir vielleicht helfen, einen Titel dafür zu finden.“. Ohne eine Antwort abzuwarten, griff er in die Tasten, und seine Stimme, die sich noch immer ihren herrlichen metallischen Wohllant bewahrt hatte, wenn er sie auch schon seit Jahren nicht mehr öffentlich hören ließ, erfüllte warm und iunig den Raum: ##t„Wenn dein Mittag glüht, Sinkt auf mich die Nacht; Trg. Wenn dein Sommer blüht, Ist mein Jahr vollbracht. All mein heißes Glück War ein Spätherbsttraum— Letzter Sonnenblick An der Wolle Saum. Aus dem Blütental Geht's ins dunkle Land— Drum zum letztenmal Gib mir deine Hand! Noch am Ufersteg : Magst du bei mir stehn—., Meinen letzten Weg Laß mich einsam gehn!".. Kurz, ohne Nachspiel, hatte er mit dem letzten Wort des Liedes abgebrochen, und ehe die beiden in tiefster Seele Ergriffenen zu fassen vermochten, was ihnen geschah, stand er bei ihnen und fügte ihre Hände ineinander. „Rehmt euch und seid glücklich!— Mein müder Herbst soll deinen Frühling nicht vor der Zeit zum Wetten bringen, Lisa! Gib mir noch einmal deine Hand — und deine Lippen! Auch ein flüchtiger Sonnenblick ist am Ende Glücks genug in den grauen Tagen, da die Blätter fallen.“ Als sie imstande gewesen wären, ihm etwas zu erwidern, war er schon aus dem Zimmer. Und keines von ihnen hätte den Mut gehabt, ihn jetzt in seiner Einsamkeit zu stören. Reimar Gerhoffs„Spätyerbst“ aber war seine letzte Tichtung und das letzte Lied, das er gesungen. Clavier accompaguiren, das Manual oder die Tastatur des Klaviers mit einem Tuch gänzlich verdecken, und auf dem Tuche so gut spielen, als ob er die Klaviatur vor Augen hätte; er wird ferner in der Entfernung alle Töne, die man einzeln oder in Akkorden auf dem Klavier oder auf nur denkbaren Instrumenten, Glocken, Gläsern En Uhren usw. anzugeben imstande ist, Deummst benennen. Letzlich wird er nicht nur auf dem Flügel, sondern auch auf einer Orgel(solgnge man zuhören will, und aus allen, auch den schweesten Tönen, die man ihm benennen kann) vom Kopf phantasieren, um zu zeigen, daß er auch die Art, die Orgel zu spielen, versteht, die von der Art, den Flügel zu spielen, ganz verschieden ist. Die Person zahlt einen kleinen Thaler. Ran kann Billetts im goldenen Löwen haben.“ Hier hörte ihn auch Goethe.„Ich habe ihn als siebenjährigen Knaben gesehen," erzählt er Eckermann,„wo er auf einer Durchreise ein Konzert, gab. Ich selber war vierzehn Jahre alt und erinnere mich des kleinen Rannes in seiner Frisur und Degen noch ganz deutlich.“ N Für unsere Frauen. Rus vergangenen Tagen.) oeoenereenenseeneenensenr Den obereensenere Eine Erinnerung an Mozart. Am 30. August 1763 traten die„Wunderkinder". W. A. Mozart und Rannerl Mozart zum ersten Male in Frankfurt a. M. auf. Die Konzertanzeige lautete:„Die allgemeine Bewunderung, welche die noch niemals in solchem Grade weder gesehene noch gehörte Geschicklichkeit der zwei Kinder des hochfürstl. Salzburgischen Kapellmeisters Herrn Leopold Mozart in den Gemütern aller Zuhörer erweckt, hat die bereits dreimalige Wiederholung des nur für einmal angesetzten Konzerts nach sich gezogen. Ja, diese allgemeine Bewunderung und das Anverlangen verschiedener großer Kenner und Liebhaber ist die Ursache, daß heute, Dienstag, den 30. August, in dem Scharfischen Saal auf dem Liebfrauenberge abends um 6 Uhr aber ganz gewiß das letzte Konzert sein wird; wobei das Mädchen, welches im zwölften, und der Knabe, der im siebenten Jahr ist, nicht nur Konzerten auf dem Klavessin oder Flügel, und zwar ersteres die schwersten Stücke der größten Meister spielen wird, sondern der Knabe wird auch ein Konzert auf der Violine spielen, bei Synfonien auf dem Die Intellektualität der Frau im Vergleich mit der des Mannes. Es ist im Lauf der letzten Jahre zu wiederholten Malen zum Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen gemacht worden, ob die Inteklektualität der Frau derjenigen des Mannes gleichkommt oder ihr etwa gar überlegen ist, und da diese Untersuchungen nicht immer mit der nötigen Objektivität geführt wurden, ist die Frage bis zum heutigen Tage noch nicht ganz gektärt. Fast alle bedeutenden Piychologen weisen unn darauf hin, daß es saß unmöglich ist, an die Beantwortung derartiger Fragen mit theoretischen Untersuchungen heranzutreten, um so mehr, als diese Untersuchungen in allen Fällen unter starken individuellen Beeinflussungen zu leiden hätten. Der einzige Beg, Beobachtungen anzustellen, aus denen dann halbwegs ernst zu nehmende Schlüsse gezogen werden lönnen, ist die Praris, und eben in der Praris ist es doch nun schon zu Hunderten von Malen erörtert worden, in welchem Grade die Intellektualität der beiden Geschlechter voneinander verschieden ist. Es ist durchaus falsch, Begabungen und Leistungen der Geschlechter mit dem gleichen Maßstabe zu messen und dadurch zu einem kleineren oder größeren Wertunterschied zu kommen, sondern man muß berücksichtigen, daß es sich eben um zwei Individuen von großen und zahlreichen Verschiedenheiten handelt, deren Begabung gar nicht anders als ungleich sein kann. Ein Wettstreit der beiden Geschlechter auf denselben Gebieten kann auf die Dauer nicht zu guten Resultaten führen, und es bleibt schließlich immer noch am besten, an dem Grundsatz unserer Väter festzuhalten, in dem es hieß:„Nicht Mann oder Weib, sondern Mann und Weib“; denn erst durch das gemeinsame Zusammenwirken wird Gutes geschaffen. 95 Da liegt en Sechser uff de Erde, Schade. Ede: Lude, siebst'n nich?“ Lude:„Ick seh ihm schon, schade nur, det wir beede die Hände in de Tasche haben.“ „ Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises. General=Anzeiger für den Kreis Hörde. Haupt-Annoncenblatt. 9 ## S Gundula. Roman von A. von Crrstedt. (18. Fortsetzung.)(Nachdruck verboten.) er Italiener hatte Gundula einen köstichen befriedigt durch Dürens Vereitwilligkeit, ges igent ich, Blumenstrauß überreicht und ihr zuge von ganzem Herzen, daß das Auto, erniger Weuner. In langt; denn es ist mir lieb wie ein vier#emige# Kenner, d in die andere übergehen sehen nur flüstert: „Süße Gundula, darf ich Sie wenige Minuten allein sprechen?“ Ehe das junge Mädchen antworten konnte, sagte Frau von Ransow: vergessen, Gundel, daß deine Klavierlehrerin wartet?" Das junge Mädchen blickte die mütterliche Freundin dankbar an, dann verneigte sie sich vor den Herren: „Da hören Sie es, Comte, nicht der kleinste Spaziergang ist mir vergönnt.“ Leichtfüßig eilte sie hinaus, die Hausdame folgte ihr, Bethoni biß die Zähne zusammen und murmelte etwas, das einem Fluch nicht unähnlich klang. Die Herren waren allein. Düren rieb, um seiner Verlegenheit Herr zu werden, so angelegentlich seine Hände, als sei es eisiger Winter und nicht blühender Sommertag. Er verwünschte die Situation. Es war ihm unsagbar peinlich, Bethoni persönlich die Mitteilung machen zu müssen, daß seine Werbung zurückgewiesen werde. Anderseits mußte Bethoni aus Gundulas Verhalten doch wohl bereits seine Schlüsse gezogen haben. So schien es auch. Er kam auf die Werbung gar nicht zurück, sondern sagte, den ihm angewiesenen Platz einnehmend: „Sie hatten ja wohl die Absicht, ein Auto zu kaufen, Herr Düren?“ Und als dieser bejahte, fuhr der Italiener fort: „Ich habe vor wenigen Wochen mir einen Kraftwagen zugelegt, und zwar einen Welsenhagen, ein wahres Prachtexemplar, an dem ich meine helle Freude habe. Trotzdem möchte ich das Auto wieder verkaufen, da ich es in dieser Zeit absolut nicht benutzen kann. Ich würde mir an Stelle des Ungetüms gern ein paar ließ 1 Reitpferde zulegen. Wollen Sie mir die Gefälligkeit erweisen, Herr Düren, und mir das Auto abkaufen? Ich würde Ihnen wirtlich Dank wissen, wenn Sie mir das Fahrzeug abnehmen, selbst wenn ich einen Verlust dabei erleiden sollte.“ „Aber ich bitte Sie, davon kann keine Rede sein!" rief Düren, erfreut über die Gelegenheit, sich dem Italiener gefällig erweisen zu dürfen.„Natürlich bin ich Käufer des Autos, welches mir ja nicht unbekannt ist, da wir verschiedentlich in demselben spazierengefahren sind.“ „Nun, das freut mich!“ bemerkte Bethoni sichtlich und es von einer Hano in zu müssen, würde mir fatal sein.“ In diesem Moment vernahm man das Nahen des Kraftwagens. Er fuhr seitlich am Hause vorbei in den Hofraum hinein.(9 „Die Besichtigung kann sogleich erfolgen,“ sagte Bethoni,„und der Kaufvertrag noch heute abgeschlossen werden, wenn Sie nichts dagegen haben, Herr Düren. Ich möchte zunächst ein paar Tage verreisen und vorher diese Sache erledigt wissen.“ „Aber gewiß, mein bester Comte. selbnivernandlich! Die Kaufsumme steht zu Ihrer Verfügung. Ich werde Ihnen sogleich einen Scheck ausstellen.“ „Die Quittung habe ich bereits geschrieben,“ sagte lächelnd der Italiener.„Sie bezahlen zwölitausend, verehrter Herr. Mich hat das Ding fünfzehntausend Mark gekostet. Der Chauffeur steht nicht in festem Dienst bei mir. Ich pflege ihn nach Bedarf zu engagieren. Aber kommen Sie, vor allen Dingen ist es doch notwendig, daß Sie Ihren Einkauf besichtigen.“ Es war tatsächlich ein prachtvolles Fahrzeug mit allen Vorzügen dieser Firma, und Düren beglückwünschte sich im stillen zu dem vorteilhasten Kauf. Ebenso war es ihm sehr angenehm, daß Bethoni es mit seiner Abreise eilig zu haben schien. Bis zur Rückkehr desselben konnte man gleichfalls verreist sein. Und kam der Comte später auf seine Werbung zurück, so war die Sache bei weitem nicht mehr so peinlich, wie eben jetzt. Das Auto fand seinen Platz in einer geräumigen Remise, dann begaben die Herren sich ins Haus, um den Kauf zum Abschluß zu bringen.....„ Eine Viertelstunde später verabschiedete sich Bethoni, sich dem gnädigen Fräulein angelegentlich empsehlen und sprach die Hoffnung aus, daß es ihm rer; gönnt sein möge, bald und zu glücklicherer St wiederzukehren. Diese letzten Worte waren die einzigen, Bethoni auf seinen Antrag hindeutete. Düren hütete sich, etwas darauf zu entgegnen. hate seine Bank bereits telephonisch, pezggzichzze,at der Italiener ein Guthaben von abheben werde, und war froh, als auf liebenswürdige Manier hinauskomptimentiert hatte Drüben im Musikzimmer, wo von einer Kidoler lehrerin nichts zu sehen noch zu hören war, umarmt ** 65 5 S. 69 5 5 Gundula stürmisch Frau von Ransow.„O wie danke ich dir, Tonichen, daß du mich von dem widerwärtigen Menschen befreit hast. Denke nur, er hat um meine Hand beim Onkel angehalten, trotzdem ich mich ihm gegenüber außerordentlich kühl und reserviert verhalten habe, wie aufdringlich er sich auch benahm.“ „Ich bin überzeugt, daß dein Feingefühl dich richtig geleitet hat, Gundel,“ sagte die ältere Dame nachdenklich;„denn gründlicher hat mir nie ein Mensch mißfallen als dieser Italiener, der sich Comte Bethoni Das junge Mädchen sah überrascht auf.„Wie sonderbar du das sagst, Tante! Du hältst diesen Ausländer doch nicht etwa für einen Abenteurer?“ „Das nicht, Kind, aber doch für einen moralisch heruntergekommenen Menschen, und schon oft schwebte mir eine Warnung auf der Zunge. Aber dein Onkel schien so eingenommen von dem Italiener zu sein, daß ich nichts zu sagen wagie, aus Furcht, Herrn Düren durch eine abfällige Bemerkung über Bethoni zu ver„Da scheint der eine vor dem anderen Versteck gespielt zu naben,“ lachte Gundula;„denn Onkel glaubte, interessiere mich für den Comte und war in tausend Aengien, daß ich ihn schon jetzt verlassen könne, um die Gaitin des Italieners zu werden. Und zum Schluß kommt es nun heraus, daß er uns allen dreien gleich unsympathisch mar.“ Sie lauschte.„Da fährt doch sein Auto auf unseren Hof. Was soll das nun wieder heißen? Hat Onkel erwa versprochen, eine Tour mit ihm zu machen? Dann muß er mich aber dispensieren, ich komme in keinem Falle mit“..4 54 „Dein Onkel wird dich ja auch nicht zwingen, Gundula wäre gern in den schattigen Garten hinausgelaufen, aber die Furcht, daß der Comte ihr folgen könne, hielt sie im Zimmer zurück. ilm sich zu zerstrenen, begann sie Etüden von Rubinstein zu spielen, und es dauerte nicht lange, so kam ihr Oukel herein. „Den sind wir los, Kind, er verreist auf unbestimmte Zeit. Mit keinem Worte ist er auf seine Werbung zurückgekommen. Der hat gewittert, daß ein Korb seiner wartet, und ist auf und davon. Wer weiß, ob er je sich wieder blicken läßt. Eine Erbschaft hat er uns hinterlassen, sein wunderschönes Auto. Ich habe es ihm für zwölftausend Mark abgekauft.“ „O du bester, goldigster aller Onkel!“ jubelte Gundula, ihren Verwandten stürmisch abküssend,„das herrliche Auto! Ich hatte es mir sehnlichst gewünscht. Wußtest du das, Onkelchen?" „Nun, das wäre ja noch besser, wenn ich von solch einem jungen, offenen Gesicht nicht ablesen sollte, was ich wissen möchte!“ „O du schlimmer Onkel,“ schmollte Gundula,„da ist es nur zu wünschen, daß ich niemals Geheimnisse vor dir habe. Was sollte sonst werden! Morgen machen wir eine richtige Autotour, was? Es soll herrlich werden!“.. 619 in Len G. Sie lief wie ein frönlches aino in den Garten hinaus. Ihre Wangen glühten. Alles in ihr war in Aufruhr. So leicht und glücklich hatte sie sich nie zuvor gefühlt; so, als sei sie nahe daran gewesen, in 'I einen Abgrund zu stürzen, und nun das Leben mit II au seiner Lust und seinen tausend Reizen ihr von II neuem geschenkt. Mit ihrer glockenhellen Stimme sang II sie laut in den strahlend schönen Tag hinaus, es war, als habe ihre Brust sich geweitet und ihre Stimme an Unfang gewonnen......n mar Ar: simfith Zwischen zwei alten Kastanten war eine ziemuch primittve Schaukel angebracht; ein Tau, auf dem sich ein Sitzbrett mit einer Lehne befand. Wenige Minuten später saß Gundula in der Schaukel und brachte sich in Schwung. Höher, simmer höher hinauf ging die lustige Fahrt, bis in die grunen Iim Nachbargarten hatte sie eine Zuschauerin, ein kleines Mädchen von fünf Jahren, welches auf einen Stuhl gestiegen war und aus leuchtenden Augen zusah. Das Gesichtchen glühte, und die langen. blonden Löckchen drängten sich bis an die heißen Wangen. Aber erst, als sie in die Hände klatschte und im Eifer laute Freudentöne ausstieß, wurde sie von Gundula bemerkt. Diese nickte dem Kinde freundlich zu und stellte die tolle Fahrt ein. Nach wenigen Minuten hatte sie die 1 Schaukel zum Halten gebracht... K 9 „Du, laß mich auch mal,“ sagte bruven die Kleine, vor Eifer auf dem Gartenstuhl herumhüpfend,„darf ich kommen? Weiter unten bei der großen Tanne ist ein Loch, da kann ich bequem durch!" „Das hast du schon heraus?" lachte Gundel,„na, komm nur, hoffentlich wirst du nicht schwindlig.“ „No,“ nicht im geringsten, unsere Friedrike sagt immer:„Der Irrwisch hatte Gummiglieder, die kann sie wenigstens nicht brechen“!“ Dabei flatterten die blonden Locken schon in einiger Entfernung, und schelmisches Gelächter tönte zu dem jungen Mädchen herüber. Mit einer Gewandtheit, die darauf schließen ließ, daß das kleine Mädchen diesen Weg nicht zum ersten Male machte, kroch sie durch die Hecke und flog dann mit ausgebreiteten Armen auf Gundel zu. „Ich hab' dich lieb,“ sagte sie, das schöne Mädchen umfassend,„furchtbar lieb, und möchte dich küssen.“ Es war ein reizendes Geschöpf, und Gundula so entzückt, daß sie sich niederbeugte und jede Liebkosung der Kleinen zärtlich erwiderte. „Wie heißt du?“ fragte sie dann. Hilde von Gronwald," antwortete die Kleine, und alle Tage habe ich schon auf dich gelauert, aber niemals kamst du bis zur Schaukel. Heute bist du wohl sehr versnügt?“„eg 44# m. 9. „Ja, sehr, meine süße, keine Hilde, ich tonnte die ganze Welt umarmen!" rief Gundula,„komm, gib mir noch einen Kuß und dann setz dich in die Schaukel! Halte dich aber ja recht fest, damit du nicht hinunter„Ich falle nicht,“ sagte Hilde ungeduldig,„los!“ Gundula war sehr vorsichtig und dachte nicht daran, die Kleine hoch zu schaukeln. Hilde aber war sehr wild und wurde unartig. Sie riß gewaltsam an den Stricken und brachte sich plötzlich so in Schwung, daß Gundel nicht ausweichen konnte und die scharfe Kante der Rücklehne hart gegen ihre Schulter stieß. Es tat weh, und sie konnte einen Schmerzenslaut nicht unterdrücken. In demselben Moment tauchte auf der anderen Seite der Hecke im Nachbargarten das dunkelbärtige Gesicht des Barons Stefany auf. Er mochte dort schon längere Zeit gestanden haben und ungesehener Zuschauer des lustigen Treibens gewesen sein. Nun drohte er, die Stirn finster gefaltet, herüber. „Bitte die Dame sofort um Entschuldigung, und dann komm!“ rief er barsch. Das Kind gehorchte ohne weiteres, scheu huschte es davon, nachdem es eine Entschuldigung gestammelt. „Es war ja nicht so schlimm," beschwichtigte Gundula, „und die Kleine konnte nichts dafür.“ „Verteidigen Sie die Ungezogenheit nicht noch!“ widersprach Stefany streng,„Fehler muß man bei der Wurzel ausrotten, sonst wachsen sie mit dem Menschen, Ungezogenheiten arten in Untugenden aus. Dann ist es zu spät zur Umkehr.“ (Fortsetzung folgt.) 1 Bse S 2 S 2 5 G 2•2 S 0 S S G 5 * *2 5 2 □ C Denkspruch. der Das Schicklal führt den Wiltigen und schleppt den, lich sträubt. Kleantbes. Spätherbst. von Helmut ten Mor. (Nachdruck verboten.) Lange hatte der grauhaarige Arzt gesprochen, nun war der Klang seiner milden, gütigen Stimme verstummt, und in dem von goldenem Herbstsonnenschein durchfluteten Arbeitszimmer des einst so hoch gefeierten Konzertsängers war tiefe Stille. Weit in den vor den Flügel gerückten Sessel zurückgelehnt, saß Reimar Gerhoff schweigend da und blickte unverwandt in die Farbenpracht hinaus, mit der sich die sterbende Natur geschmückt hatte. Er war noch immer schön und stattlich trotz seines stark gelichteten Scheitels und trotz der Silbersäden in seinem langen, dunklen Barte. Ein feierlich ruhiger Ernst lag auf seinem durchgeistigten Gesicht, und nur die kleine Falte zwischen seinen Brauen gab Kunde davon, daß es wehmütig schmerzliche danken waren, in die er sich verloren. Aus einem unsern gelegenen Raume des Landhauses klangen gedämpft die Töne eines Klaviers zu ihnen herein, und der Gesang zweier reiner, jugendfrischer Menschenstimmen, die sich bestrickend harmonisch in einem altbeiannten Duett zusammenfügten. „Ach, wie so bald verhallet der Reigen! Ach, wie so bald!“ schlug es an Reimar Gerhoffs lauschendes Ohr, und mit einer energischen Kopfbewegung wandte er sich plötzlich gegen den alten, ärztlichen Freund. „Ich danke dir für deine Aufrichtigkeit, Rudolf! — Noch ein bis zwei Jahre also— das heißt, im günstigen Fall. Daß meine arme, kleine Lisa so bald zur Witwe werden würde, ich hätte es doch nicht gedacht— trotz mancher trüben Ahnung. Aber ich habe nun wohl um so mehr Veranlassung, den Termin der Hochzeit zu beschleunigen. Denn für eine kurze Zeitspanne— schilt mich darum immerhin einen Egoisten, Rudolf!—, für eine kurze Zeitspanne noch möchte ich in vollen Zügen aus dem Becher des späten Glückes trinken, den ein gnädiges Schicksal für mich bereitet Pot„„ 18 M „Niemand wird dir einen Vorwurf daraus machen, Reimar!— Denn noch bist du ja imstande, ein anderes Wesen zu beglücken— ein Wesen, das dich liebt, wie du es von deiner jungen Braut doch wohl als gewiß vorausseten darst.“. 6 Ga6t trat 66s „Ja, ich glaube, daß sie mich nievt,— troßz bes Unterschieds der Jahre. Seit zwanzig Monaten ist sie meine Schülerin— ich habe ihre schlummernde Begabung geweckt und ihre Stimme gebildet. Sie geht einer großen, künstlerischen Zukunft entgegen, und weil sie, wie sie meint, das alles mir allein zu danken hat, liebt sie mich mit der ganzen Kraft ihres jungen Herzeus.“ „Und niemals— vergib, wenn ich auch darin ganz offen gegen dich bin—, niemals ist dir die Befürchtung getommen, daß sie selbst sich über die Natur ihrer Empfindungen täuschen, daß sie für Liebe nehmen könnte, was doch in Wahrheit nur Dankbarkeit und kindliche Verehrung des großen Meisters ist?“ „Nein,“ erwiderte er nach kurzem Zandern.„Nein, ich fürchte es nicht. Brauche ich ihr doch nur in die Augen zu sehen, um darin zu lesen, was sie für mich empfindet..... W4 nigt n„ „So solltest du in der Tar nicht zogern, sie zu deinem Weibe zu machen, und solltest dich ohne Skrupel deines Glückes freuen.“ „Meines leider recht kurzen Glückes,“ ergänzte der Künstler mit einem trüben Lächeln.„Meine kleine Lisa|1 ahnt wohl nicht, welche prophetische Bedeutung es für mich hat, wenn sie da drinnen mit Boris Rasumin singt:„Ach, wie so bald verhallet der Reigen!“ „Sie musiziert sehr viel mit diesem jungen Maune — nicht wahr? Noch fast bei jedem meiner Besuche habe ich sie in seiner Gesellschaft gesunden.“ „Wie sollte es anders sein?— Er ist mein rieb I lingsschüler— ein musikalisches Genie und ein trefflicher Mensch. Daß sie sich in Freundschaft zueinander fanden, ist nur natürlich, und es gereicht mir zur Ees war, als ob der alte Arzt eine Erwiderung auf den Lippen hätte, aber er mußte sich doch wohl rasch eines anderen besonnen haben; denn er sprach sie nicht aus, sondern stand auf, um sich zu verabKräftig schüttelte Reimar Gerhoff ihm die Hand. „Fürchte nicht, mich mit deiner Prophezeiung melancholisch gemacht zu haben, mein Alter!“ sagte er fast heiter.„Am Ende hätte ich mir's ja auch seider sagen können, daß ich meines Lebens Frühling. Sommer hinter mir habe, und daß ich minn becilen muß, die letzten Früchte des Herbstes zu genießen.“ Als der andere gegangen war, blieb der Musiker eine kleine Weile lauschend am Flügel stehen. Aber der Gesang war verstummt und tiese Stille war um thn her. Da erfaßte ihn plötzlich ein heißes Verlangen nach der, die seines Herbstes Wärme und Sonnenschein sein sollte, und raschen Schrittes ging er über den weichen Teppich des Nebengemaches bis zu der Tür des Zimmers, in dem er die beiden wußte. Sie war nicht völlig geschlossen, und geräuschlos öffnete sich der angelehnte Flugel unter dem Drua seiner Hand. Sein Fuß aber haftete wie angewurzelt am Boden; denn was er da mit raschem Blick erfaßt hatte machte für einen Moment den Schlag seines kranken Herzens Lisa, seine geliebte kleine Lisa, lehnte das blasse, tränenüberströmte Gesicht an die Schulter seines schönen sarmatischen Lieblingsschülers, dessen Arm ihre schlante Gestalt so fest umschlungen hielt, als ob er sie nimmermehr freigeben wollte, und deutlich klang ihr schluchzendes Geflüster an des Lauschinden Ohr: „Es kann ja doch nicht sein, Boris— es kann nicht! Ich verdanke ihm alles— alles! Und er ist so gut! Nie— nie, auch wenn ich darüber todunglücklich werden muß, werde ich es über mich gewinnen, ihn durch einen Treubruch zu betrüben.“ Leise, unhörbar, wie er geöffnet worden war, hatte sich der Türflügel wieder geschlossen. Gefenkten Hauptes und mit merkwürdig müdem, altem Gesicht kehrte Reimar Gerhoff in sein Arbeitszimmer zurück— vorsichtig auf den Fußspitzen, damit die beiden da drinnen nicht durch die jähe Furcht vor einer Entdeckung aus ihrer schmerzlichen Wettvergessenheit aufgeschreckt würden. Lange saß er gedankenverloren in dem Sessel vor seinem Schreibtisch, bis seine Finger halb mechanisch ein Blatt Papier herangezogen und seine Feder in raschen, kaum leserlichen Schriftzügen über die weiße Pann stand er auf und trat au den Flügel, das beschriebene Blatt in der Hand und hier und da wie in träumerischem Sinnen ein paar Akkorde greisend. Ein schwerer, tieser Atemzug noch, und mit einer ruschen Bewegung schloß er das Instrument.— So laut war der Klang seines Schrittes und so vernehmlich Reimar Gerhoffs Räuspern gewesen, daß die beiden jungen Menschenkinder im Musikzimmer Zeit genug gehabt hatten, einen weiten Abstand zwischen sich zu bringen, ehe der Meister eintrat. Er grüßte sie freundlich wie immer, aber ohne sich aufzuhalten, schritt er auf den kleinen Flügel zu. *