Noburrt 22 itiker n Musik reis Mk. 48.— eutschen Musik“ ehner, Lortzing, Liszt, Wagner, Valter Nohl in , d i e s i c h n i c h t n verlieren, sonfzeigen, die die ik der Klassiker er ist das Bild In Musiker dieser lie Bereicherung, Lebenswerk ercher und fesselnden. Manmutummünmmmmmtt enkurse 1922 keVerein, Schwerke *** *** 77½ . 2 1 7 . 5 1 0 . 3 9 6 . 296 . 550 . 8 9 3 1910 1875 1100 520 2350 1770 825 . 9 3 0 2180 2000 5308 2350 .770 1745 1130 1349 2100 . 6 1 4 2380 1005 . 9 8 0 . 4 9 0 1695 . 6 2 0 . 685 der Berliner Börse irse) Rark: am 11. 8 am 12. 8. 6641.65 6067.40 18526,80 16825,90 3875.15 3495.60 6991.25 6367.— 33458,10 30362.— 3945.05 3585,50 22621,60 13508.05 16579,25 14881,35 2157,80 2072.40 868,91 781.52 erte ihr Leben bluten— nicht verindeskind. gen, deren eben 4tn 3-5 egelmäßige Beilagen: Schwerter Hausfrau und Mutter. Aus dem Reiche der Mode. Heimatblätter. u Lustiges Allertei. Kinderzeitung: Unser Blatt. nUnterhaltungs- u. Nomanbeilage. u Spiel, Sport und Curnen. u Ledensbild. Kunst u. Willen. n Gartenratschläge. Oerdunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung Schwerter Dolkebtatt Dettbeiener Zeitung Apierbecker Zeitung Langscheder Zeitung Hoizwicteder Zeitung Amtliches Kreisblatt für den kreis Börde. Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreiles.— Generalamzeiger für den Kreis Hörde. Die Schorten Zeshums uicher werktäglich. n Hauptgeschäftsstelle, Druck und Verlog: Car! Braus. Celegr. Adr.: Braus, Schwerteruhr. Cel. 62. Dostschec: Dortmund 2852 Verantwortliche Schriftleitung: Karl Nichter: Stadt und Provinz Friedr. Kraas; sämtlich in Schwerte. Nr. 190 Zum Geleit. „Was auch der Feind uns nehmen mag, doch soll er uns nicht rauben, die Hoffnung auf den bessern Tag und unsern deutschen Glauben! Lienhards. Neueste politische Nachrichten. In einer Sitzung des britischen Kabinetts wurde wie am Tage zuvor Poincaree vom französischen Ministerrat so Lloyd George von seinem Kabinett volles Vertrauen ausgesprochen. * Die deutsche Regierung richtete zwei neue #n nach Paris, die eine als Einspruch gegen die vertragswidrigen Anweisungen im Ausgleichsverfahren, die andere als Einspruch gegen die völkerrechtswidrigen Ausweisungen aus Elsaß=Loth= Wringen. Die Londoner Konferenz ist von dem toten Punkt noch nicht weggekommen. Der Kampf zwi#ichen der jestgebissenen französischen Zwangspol.#tit und der einigermaßen von wirtschaftlicher Vernunft ditierten Auffassung Englands und der üb##rigen Alltierten geht zäh und hartnäckig weiter. die Lage ist noch undurchsichtig, sicher ist aber auf jen Fall, daß Deutschland neue schwere Lasten zu ##tragen haben wird. Der Reichspräsident hat sich gestern von Breslau nach Glatz zur Besichtigung einer Anzahl industrieller Anlagen begeben, um von dort nach Hirschberg weiterzufahren. Graf Lerchenfeld hat am Samstag nach seiner Ruckkehr nach München dem bayrischen Ministersrat und den Führern der Regierungsparteien über die Berliner Verhandlungen Bericht erstattet; die endgültige Stellungnahme ist noch nicht erfolgt. * ie Spitzenotganisationen und Gewerkschaften der Reichs- und Staatsbeamten schickten am Sams##tag eine Abordnung an den Reichsfinanzminister mit dem Ersuchen, schon in dieser Woche mit ihnen über die Erhöhung der Beamtengehälter zu verhandeln er Vorsitzende des irischen Daileireann Artür Griffith ist plötzlich gestorben. Wie gemeldet wird, sind Lloyd Georges Memoiren für 90.000 Pfund Sterling angekauft worden; dieser Preis umfaßt sowohl die amerikanischen wie die britischen Rechte. vermischte Kunde. Die Erbschaft eines Korbflechters. Rund 35 Millionen Papiermark hat der in New=York verstorbene 72jährige Korbflechter Emil Ludwig Leo vold aus Kahla hinterlassen, der vor 40 Jahren lauswanderte. Er starb am 11. Juni. Ein Poligest fand ihn morgens um 1 Uhr im sterbenden Zustande sanj dem Bürgersteige. Als die Polizei das kleine Zimmer untersuchte, wo der„arme Leopold“ gehaust hatte, fand sie in einem Waschstand verborgen ein Vermögen von insgesamt 65000 Dollar. eine der nächsten Verwandten ist eine in Kahla slebende Nichte. Die Behörden sind bemüht, die anderen Erbberechtigten in Hamburg usw. zu ermitsteln, damit das Geld in die richtigen Hände tommt. * Auflösung eines Kreistages. In Sangerhaulen wurde der Kreistag durch Verfügung des Mimisters des Innern aufgelöst, da er sich als arsteitsunfähig erwiesen hatte. So hat er den Etat dank der Mehrheit, die die Linke im Kreistage hatte, abgelehnt. * zsw New=Yort soll ein neues Großkraft= kk für eine Leistung von 300000 Kilowatt erIchtet werden. Es liegt dirett am East River, so dic Ozean=Kohlendampfer bis an das Werk herangeführt werden können. 15. Rugust 1922 55. Jahrgang Der Vatikan in Rom, die päpstliche Regierung, leidet an einem Defizit, das auf rund 800000 Lire angegeben wird. Eine Kommission von Kardinälen ist eingesetzt worden, um dieses Defizit zu beseitigen. * Bei dem Internationalen Schwimmfest in Wien gingen in sämtlichen Konkurrenzen die Magdiburger„Hellenen" als Sieger hervor. Der Curopa=Meister im MittelgewichtsBoxen, der Engländer Lewis, wird am 18. Au gust in Berlin mit einem seiner Landsleute einen harten Trainingskampf ausfechten. Die Berliner haben damit zum ersten Mal Gelegenheit, einen der besten Nahtämpfer der Welt kennen zu lernen. Er wird nur noch von Carpentier übertroffen. K Das Ende in London. Poincaree Sieger. London, 14. Aug. Die Konferenz ist an den Reparationsfragen gescheitert. Die Vollkonferenz verhandelt jetzt über die Lage Oesterreichs. Wie der Berichterstatter von Havas dazu erfährt, scheint es nunmehr sicher zu sein, daß die Konfcrenz auseinandergehen werde: ohne einen gemeinsamen Beschluß über das Moraiorium gefaßt zu haben. Sitzung des britischen Kabinctts. Die Koffer werden gepackt. London, 11. Aug. Heute nachmittag um 3.30 Uhr sand eine Sitzung des britischen Kabinctts statt. an der alle in London anwesenden Minister teilnahmen. Abreise der Franzosen. Paris, 11. Aug. Die Londoner Kon ferenz ist abgebrochen. Die französische Abordnung reist morgen 11 Uhr vormittags nach Paris zurük. Heute nachmittag fand um 5 Uhr eine Schlußsitzung statt. Ueber das Moratorium wurde keine weitere Besprechung geführt. Man beschäftigte sich nur mit dem österreichischen Antrag wegen der Bewilligung von Krediten. Gerüchtweise wird Poincaree die Absicht zugeschoben, für Mittwoch vormittag eine Sitzung des französischen Ministerrats einzuberufen, der schwerwiegende Entscheidungen fällen soll. Man behauptet, daß die Einberufung der Kammer in Aussicht genommen sei, sowie daß Frankreich nach der durch den Friedensvertrag vorgesehenen Frist seinen Rücktritt aus der Reparationskommission anmelden werde. Was das Moratorium für Deutschland anlangt, so behauptet die französische Delegation in London, daß die Belgier mit Frantreich zusammen gegen das Moratorium stimmen werden, so daß vielleicht Stimmengleichheit herrsche und hiermit das Moratorium abgelehnt sein werde. Allerdings würde mit demselben Stimmenverhältnis auch die Feststellung der„absichtlichen Verfehlung" Deutschlands abgelehnt werden. Der Verlauf der Schlußsitzung. TU. Hang, 15. Aug. In der gestrigen Abendsitzung der Konferenz kam man zu dem Ergebnis. daß weitere Anleihen für Oesterreich un möglich sind. Frankreich war in der endgültigen Beschlußfassung über Deutschland isotiert. Die Schlußfolgerung der Konferenz läßt sich dahin zusammensassen, daß man dahin übereingekommen ist, daß man nicht einer Meinung sei. Die Sachverständigenkommission hat festgestellt und die Vollkonferenz hat beschlossen, daß die Zahlungen im Ausgleichsverfahren, die am 15. August fällig waren, in den nächsten 1 Wochen zu bezahlen sind, und daß dann die einzelnen Verträge mit Deutschland über die Ausgleichszahlungen beschlossen werden sollen. Es verlautet, daß bereits England und Itatien solche Verhandlungen darüber mit Deutschland begonnen haben. Die nächste Konferenz. TU. London, 15. Aug. Der englische Premierminister hat der französischen und der italienischen Delegation mitgeteilt, Sir Robert Horne werde Washington besuchen, um Besprechungen bezüglich der Konsolidierung der englischen Schulden durchzuführen, und daß, wenn er nach London zurückgekehrt sei, England eine allgemeine Konferenz zur Diskussion der Kriegsschulden einberufen werde. an der Amerika hoffentlich teilnehmen wird. Diese Konferenz wird voraussichtlich im November stattfinden. die Festsetzung der neuen Brotpreise. In den Verhandlungen des Reichstages über das Umlagegesetz ist bereits dargelegt worden, daß mit Beginn des neuen Getreidewirtschaftsjahres, also um die Mitte August, eine Erhöhung des Vrotpreises eintreten werde. Diese Erhöhung ist jept in den Kommunalverbänden durchweg angetündigt worden. Da es sich um eine beträchtliche Erhöhung handelt, so scheint eine Darlegung der Verhältnisse, welche die Erhöhung erforderlich machen, angezeigt. Zeit ca. 70. Bei der Festsetzung der Preise für dieses Jahr, im Juli, betrug der freie Marktpreis für inländischen Roggen etwa 13000 A für Weizen ungefähr 18000 e und der Dollar stand etwa 100. Der Preis für ausländischen Weigen lag noch höber. Mittlerweile sind die Preise noch stark gestiegen. Aus diesen Zahlen ergibi sich, daß der Mischpreis, der für Abgaben der Reichsgetreidestelle an die Kommunalverbände errechnet werden muß, eine sehr beträchtliche Erhöhung erfahren mußte. Dabei ist noch zu berücksichtigen, daß in dem Abgabepreis von 11000 die Umsatzsteuer en halten ist, ferner, daß die Reichsgetreidestelle das Getreide frachtfrei liefert, und daß die Frachtsätze seit Februar mehrmals beirächtlich erhöht worden sind. Die Erhöhung gegenüber dem im Februar sestgesetzten und bis jept durchgehaltenen Abgabepreise von 5172 M ist mithin über das unumgäng. lich Notwendige nicht hinausgegangen. Daß der Abgabepreis noch auf ca. 11000 cA gehalten werden tann, ist der Umlage zuzuschreiben, die es einmal ermöglicht, die Preissteigerung in mäßigen Grenzen und ferner den Abgabevreis wenigstens für einen gewissen Zeitraum auf gleicher Höhe zu halten und damit das Brot den großen Schwantungen der täglichen Marktpreise zu entziehen. Verarbeitung von Zuckergüben; Die kommende Kohlenkatastrophe. se0o F X Püte Milionen, Ddgpelzentner # ErZeugung von Rohrucker: Ssramse Milionen Doppelzenfnera.# Zückerverbrauch in Deutschland; bess#### Millionen Doppelzentner### Die Höhe des Brotpreises ist, abgesehen von den nicht unerheblichen Kosten, welche die Kommunal= verbände durch ihre eigene Verwaltung, den gesteigerten Ausgaben für Backen usw. entstehen in der Hauptsache abhängig von dem Preise, zu welchem die Reichsgetreidestelle das Getreide an die Kommunalverbände abgibt. Dieser Abgabepreis. der seit Februar eine Aenderung nicht erfahren und im Durchschnitt für die verschiedenen Getreidearten 5162 A betragen hat, ist jetzt auf 11000 d erhöht,(10 800 MA, für Roggen und 11300 el für Weizen, also reichlich verdoppett worden. Die Erhöhung hat vorgnommen werden müssen, weil die Preise für das in die öffentliche Hand gelangende Getreide, für inländisches Umlagegetreide und für das aus dem Auslande eingeführte Getreide, start gestiegen sind. Die Preise für das intändische Umlagegetreide betrugen im vergangenen Jahre für Roggen 2100 Ml. für Weizen 2300 e; alle sind jetzt erhöht worden auf 6900.e für Roggen und 7100 i für Weizen. Die Erhöhung gegenüber dem Vorjahre, die ihren Grund in der allgemeinen Preissteigerung und damit den gesteigernten Kosten der Produtte findet, ist also beträchtlich, bleibt aber weit zurück hinter den Preisen auf dem freien Markte oder gar auf dem Weltmarkte. Als im Vorjahr der Preis des Umlagegetreides mit 2100 Mart bezw. 2300 e in Kraft trat(Mitte August!, betrug der Preis im freien Handel, der damals zum ersten Male wieder einsetzte, 3400 M für Roggen und 1800 e für Weizen, um nach einiger Zeit verrächtlich zu steigen. Der Dollar stand zu jener Schon wenn man die Kohlengewinnungsziffer des Jahres 1921 zugrunde legt. fehlen für den innerdeutschen Verbrauch zurzeit nicht weniger als rund 35 Proz.; da aber in den letzten Monaten die Förderung immer mehr zurückgegangen ist, kann für absehbare Zeit der Fehlbetrag sogar auf rund 50 Proz. verauschlagt werden. Die Kohlennot tifft uns teilweise unverschuldet infolge der Zwangslieferungen an die Entente, teilweise ist sie jedoch verschuldet. Man brautzt sich nur klar zu machen, daß über 550000 Mitte 1922 im Ruhrbergbau tätige Bergarbeiter ¼ bis weniger leisteten als ungefähr 380000 Mann im Jahre 1913. Wenn man den Förderanteil der einzelnen Arbeiter im Jahre 1913 gleich 100 setzt. so ergibt sich, daß dieser in groben Zahlen ausgedrückt im Laufe der Zeit gesunten ist beim Hauer auf 79 Proz., beim Untertagearbeiter auf 70 Proz und bei der Gesamtbelegschaft auf 67 Proz. Während vor kurzem die tägliche Fördermenge im Ruhrgebiet 340000 Tonnen und darüber betrug. ist sie in den letzten Monaten auf unter 300000 Tonnen gesunken. Auf das Förderergebnis des Monat Juli haben besonders ungünstig gewirkt die wiederholten Demonstrationen aus Anlaß der Ermordung Rathenaus, die insgesamt eine Fehlziffer von rund 375000 Tonnen ergaben, zu deren Ausgleich nicht weniger als 375000 Wagen Kohlen im Werte von rund 7.—800 Millionen A aus England eingeführt werden mußten. Die Folgen der Kohlenkatastrophe zeigen sich in außen= und innenwirtschaftlicher Beziehung. Außenwirtschaftlich ist es unmöglich, die Kohlenausfuhr der Vorkriegszeit, auf die ein großer Teil unseres Woblstandes zurückzuführen war, auch nur im Entserntesten aufrecht zu erhalten. Während sie in der Vortriegszeit zwischen 410 und 50 Millionen Tonnen jährlich pendelte, beläuft sie sich jetzt nur— wenn man die Zwangslieferungen an die Entente und an Deutsch=Oesterreich, Polen usw. abzieht— auf rund 2,5 Millionen Tonnen jährlich die nicht einmal als Gegenwert für dringendst benötigte Rohstoffe ausreichen. Auch die Ausfuhr an anderen Erzeugnissen gebt zwangsläufig immer mehr zurück, da infolge der Kohlennot die Wirtschaft nur zu 60—65 Proz. ausgenutt werden kann. Mengenmäßig betrug deshalb die Ausfuhr in den letzten 12 Monaten nur 30 Proz. der Vorkriegsausfuhr, während ihr Geldwert nur auf rund Goldmilliarden gegenüber 10 Goldmilliarden in der Vortriegszeit zu veranschlagen ist. Binnenwirtschaftlich betrachtet wird von der mangelhaften Kohlenförderung jede Fabrik und jeder Haushalt betroffen. Beschränken wir uns auf zwei besonders wichtige Beispiele: Eisenbahn und Landwirtschaft. Die Eisenbahn ist nicht in der Lage, auch nur die nötigsten Mengen an Dienstfohlen sich hinzulegen, da der in den letzten Mona ten zu verzeichnende tägliche Förderausfall von rund 50 000 Tonnen den Tagesbedarf der ganzen Reichseisenbahn überschreitet. Die jetzt vorhandenen Dienstkohlenbestände konnten nur beschafft werden, weil die Eisenbahnverwaltung umfangreiche Aufkäufe an englischer Kohle vorgenommen hatte— Mitte Juli bestanden ¾/ des Dienstkohlen= vorrates aus ausländischen Kohlen die infolge der Markentwertung jetzt natürlich aufhören müssen. Die Eisenbahnkatastrophe infolge der Kohlennot wird in dem Augenblick sich besonders bemerkbar machen, in dem die Ernte abgefahren werden muß, was selbstverständlich stärkeren Kohlenverbrauch verursacht. Das Kartoffel=Elend des Vorjahres, aus dem wir bis jetzt nicht herausgekommen sind, ist in der Hauptsache nur deshalb entstanden, weil die Eisenbahnverwaltung im Vorjahre wegen des Kohlenmangels nicht in der Lage war, die angebotenen Kartoffelmengen abzufahren. Aehnliches scheint sich in diesem Jahre wiederholen zu wollen. Diesesmal würden aber die Folgen angesichts der schon ins Unendliche gestiegenen Teuerung noch viel verheerender als im Vorjahre sein. Die Vergarbeiter gegen Deutschlands Kohlennot. T. U. Bochum 14. August. Eine Revierkonserenz des Verbandes der Bergarbeiter Deutschlands nahm angesichts der aus der deutschen Koylennot entstehenden Gefahr eine Entschließung gegen das Abkommen von Spaa an und forderte sofortige Abwehrverhandlungen. Die 500 Ausgewiesenen. Bei Nacht und Nebel über die Grenze. Appenweiler, 14. August. Poincarees Ausweisungsbefehl ist prompt zur Durchführung getommen. Freitag und Samstag bis in die Nacht sind die 500 zur Ausweisung bestimmten Deutschen nebit ihren Familien über die Grenze nach Deutschland geflüchtet. Wer etwa nicht rechtzeitig fort war, wurde mit 6 Monaten Gefängnis bedroht. Die Ausweisieng war diesmal besonders hart. Sie war früh zwischen 5 und 6 Uhr angesetzt. Die Opfer dieser unerhörten Repressalien wurden aus ihren Wohnungen zohnsagen aus den Betten geholt und ins Polizeilotal geführt, wo ihnen die Ausweisungsbefehle in deutscher und französischer Ausfertigung überreicht wurden. Männer und Frauen bis in das hohr Alter von 75 und 80 Jahren, die meist 40 Jahre lang im Elsaß und in Lothringen ihre Heimat gefunden hatten, mußten binnen Stunden das Land verlassen. Es waren zumeist einfache Leute, die über die Rheinbrücken flüchteten, Arbeiter, Angestellte, Kontoristen und Kontoristinnen, kurz, Menschen, die sich um alles undere als um hohe Politik kümmerten und unmöglich jene deutschen Elemente sein können, deren Ausweisung allein nach der Aussage Poincarees in Betracht kommen sollte. Die Deutsch=Elsässer, die da in der Freitag= und Samstagnacht als Obdachlose über die Rheinbrükken getrieben wurden, werden Zeit ihres Lebens mit Gefühlen an den Repressalienakt Poincarces zurückdenken, die man verstehen kann. * TUI. Straßburg, 14. Aug. Die Ausweisung der 500 deutschen Familien, insgesamt mit den Angehörigen 1500 Personen, haben sich nach den bisher vorliegenden Meldungen überall ohne Zwischenfall vollzogen. In den Quartierstellen waren die Polizei=, Zoll= und Militärposten reichlich verstärkt worden, wozu aber keinerlei Veranlassung vorlag. Einzelne Ausgewiesene, die sich in ihrer Verzweiflung nach Paris oder ins Innere von Frankreich gewandt hatten, wurden abgefaßt und von dort ausgewiesen. Northeliffe 1. DA. London, 14. Aug. Der Zeitungsverleger Alfred Harmswortt, späterer Lord Northeliffe. Carl of Thauet, der Besivzer der„Times“, der seit längerer Zeit ertrankt war, ist gestorben. Er war einer der ärgsten Deutschenhasser in England und muß als der eigentliche Leiter der Welthetze bezeichnet werden, die 10 Jahre lang gegen Deutschland betrieven wurde, dann zum Krieg führte und zu Deutschlands Untergang. Während des Krieges war er Leiter der ge samten amtlichen deutschfeindlichen Werbung in und außerhalb Deutschlands, die er mit aller Meisterschaft und Schamlosigkeit, aber auch ebenso großem Erfolge betrieb. Noch vor wenigen Monaten machte er eine Reise in das besetzte Rheinland und wollte eine Reihe von Artikeln über diese Reise schreiben. Der erste ist erschienen und ließ die alte Northeliffesche Gemeinheit erkennen. Dann nahm ihm das gerechte Schicksal die Feder aus der Hand, er, der schon jahrelang ein schweres körperliches Leiden hatte, verfiel plötzlich auch geistig. Sein Name verdient in Deutschland als den des gehässigsten und niedrigsten Feindes, für alle Zeiten an den Pranger geschlagen zu werden. Wenn je ein gerechtes Gericht die Urheber des Krieges feststellen sollte, an der Spitze der Namen wird der des Lord Northeliffe stehen müssen. Lord Northeliffe ist nur 57 Jahre alt geworden Seinen Peerstitel führte er seit 1905 nach den ersten großen Erfolgen, die er durch die Begründung der„Daily Mail“ errungen hatte. Stadt und Land. Schwerte, 15. August. Erinnerungen. 1248 Grundsteinlegung zum Kölner Dom. 1869 Vollendung des Suezkanals. 1900 Einnahme von Peking durch die Verbündeten. ** Berusspädagogische Woche in Münster. Vom 11. bis zum 16. September findet an dem staatswissenschaftlichen Institut in Münster i. W. zusammen mit dem 4. akademischen Gewerkschaftskursus die 2. berufspädagogische Woche statt, die eine Einführung in die wichtigsten Fragen der modernen Wirtschaft und der Betriebslehre geben soll. Für die Vorlesungen sind u. a. vorgesehen: Prof. Plenge:(„Die bürgerliche Gesellschaft und ihre Wirtschaft. Der Markt. Volkswirtschaftliche Anschauungstafeln. Die amerikanische Volkswirtschaft. Weltbild und Gesellschaft.") Ingenieur Wold:(„Soziale Betriebslehre.“) Ingenieur Hellmich, Direktor des Vereins der deutschen Ingenieure(„Aufgaben der Normalisierung.") Direktor Dr. Ordemann:(„Der Abeitsmarkt.“) Geh. Regierungsrat Dr. Kühne:(„Arbeiterbildung und Berufsschule.“ Zu dem Kursus sind eine Anzahl Teilnehmer durch den Minister für Handel und Gewerbe einberufen. Darüber hinaus können Teilnehmer auf eigene Kosten zugelassen werden. Die Anmeldungen sind an das staatswissenschaftliche Institut der Universität Münster i. W., Johannisstraße 9, zu richten. * 60 Millionen Verfassungsgedenktags=Münzen. Wie auch früher werden jetzt die Gedenkmünzen des neuen Deutschland, die 3=AA=Gedenkmünzen vom 11. August, dem Verfassungstag, in der Anzahl hergestellt, die der Bevölkerungsziffer des Reiches entspricht. Eine Proveprägung von der vom Münzmedailleur Kullrich handarbeitlich hergestellten Urmatritze ist bereits vorgenommen worden. Auf Veranlassung des Reichskunstwarts stellt die Reichsdruckerei davon Photographien und Matern her zur Verbreitung des Bildes der neuen Münze in der Presse. Von der Urmatritze werden Abgüsse an sämtliche sechs Münzen des Reiches gegeben, so daß die Herstellung von wöchentlich etwa vier Millionen Stück insgesamt in den nächsten Tagen beginnen kann. Auch für die 1=44= und für die 5A=Stücke werden die Urmatritzen noch im Laufe dieses Monats hergestellt werden, so daß damit zu rechnen ist, daß auch deren Ausprägung noch im August beginnen kann. ** Zeutrumspartei. Unter dem Vorsitz des Stadtv. Kemmerling fand gestern abend im Kasinesaale des lathol. Vereinshauses eine gut besuchte Versammlung der Zentrumspartei statt, in der zwei hochinteressante Vorträge geboten wurden. Das Mitglied des Kreisausschusses, Oberlehrer Hülsewig, sprach des längeren über den diesjährigen Haushaltsplan des Kreises, diesen in seinen Einzelheiten einer kritischen Betrachtung unterziehend, während Stadtv. Cloidt sich in sehr eingehender Weise mit der Gewerbesteuer beschäftigte, über welche die nächste Stadtverordnetensitzung zu befinden hat. Der letztere Vortrag löste eine ungemein levhafte Aussprache aus, die viele neue Momente zeitigte. ** Lichtspiele zur Reichskrone. Auf das neue Programm, welches der Inseratenteil ankündigt, wird auch an dieser Stelle hingewiesen. ** Der Andrang des Publikums bei der Entgegennahme des„Schwerter Heldenbuches mit Kriesschronik“ ist in den Nachmittagsstunden in unserer Buchhandlung so stark, daß wir bitten müssen, den Einkauf doch möglichst auch ir den Vormittagsstunden vornehmen zu wollen, ebenso das Abholen der Photographien. ** Abgelehnte Anzeigen. Mit wachsendem Nachdruck wird von der Tagespresse selbst der Kampf gegen Schmutz und Schwindel im Inseratenwesen ausgenommen. Das wirksamste und immer häufiger angewandte Mittel ist die einfache Ablehnung der Inseratenaufträge zweifelhaften Inhalts. So hat der„Overbayrische Generalan= zeiger“ in der Zeit von 1½ Jahren nicht weniger als 107 Inseratenaufträge, Ankündigungen von Abtreibungsmitteln, schwindelhafte: Lotterieinserate usw. in Höhe von insgesamt 63000 M zurückgewiesen. Die„Zeitung für Hinterpommern“ hat im Jahre 1921 Anzeigen, deren Inhalt nicht einwandfrei erschien, im Werte von 23000 A die Aufnahme verweigert. Und die Wochenschrift„Landbund Provinz Sachsen“ hat allein in der ersten Hälfte Februar. d. J. Inserate im Betrage von 23000 abgelehnt. Schreitet die Presse, von der Leserschaft tatkräftig unterstützt, auf diesem mit materiellen Opfern verbundenen Weg fort, so wird auch der gewünschte Erfolg, die allmähliche Reinigung und Entgiftung des öffentlichen Lebeus, nicht ausbleiben. ** Für Auswanderungslustige. Da schon seit geraumer Zeit Gerüchte im Umlauf sind, daß die Firmen Stinnes und Thyssen für Bahnbauten in Argentinien deutsche Arbeiter unter besonders günstigen Bedingungen anwerben sollen, gibt die Zweigstelle des Reichswanderungsamtes in Düsseldorf. Ständehaus, hierdurch bekannt, daß derartige Gerüchte jeder Grundlage entbehren, da von vorgenannten Firmen weder Bahnen in Argentinien gebaut noch Arbeitskräfte dazu angeworben werden. Behnhof Schwekte, wo sie gestern nachmittag mil Musit abgeholt wurden, wird ihnen gezeigt hab: daß dir gesamte Bürgerschaft an diesen frendigen Anteil genommen hat. ** Syburg, 14. Aug. Ein schönes Zusammentreffen wandernder Jugend im Samstag abend in der Jugendherverge der Hohensyburg statt. Weit über 200 christliche Zung mannen aus Barmen(Leiter Kaufmann Bock. haus), aus Hochemmerich, Führung: Ret### Köhnen, früher Lehrer an der Feldschule## Schwerte), Duisburg, Meiderich, West, hofen und Schwerte füllten den großen Tagesraum des Jugend=Wanderhauses und feier ten einen geselligen Abend in ganz erhevenden Weise. Jugendfrisch packende Ansprachen wechsel. ten mit Grußworten und Liederklang. Dazwische# wirkte der Christlich 9 Männerchor. Schwerte unter Herrn Rothsteins Leitung, das gesprochene Wort zu vertiefen. Erst gegen 11 IIh. nachts war die seltene Jungmannenfeier zu End und die Schlafscle wurden ausgestcht. Am Son## lag früh kamen noch 100 christliche Jugendwan## derer aus Harpen bei Bochum hinzu. Am Dent mal und auf der großen Spielwiese sand die For setzung der gottgeweihten Bergfeier statt. Eindrücke, die jeder von dieser Höhentagung un fortnahm, waren ein Zeichen dafür, daß die strebende deutsche Jugend, die sich um Christi Ban ner schart, noch nicht ausgestorben ist, sondern Gegenteil zur Gesundung des lranken Volksleben### erfolgreich beizutragen vermag. ** Sommerberg, 14. Aug. Preisgekrönte Sänger. Der M.=G.=V. Lyra hat sich auf dem Gesangwettstreit in Halver einen Teil der ausgesetzten Preise errungen. Mit 174 Punkten erhielt er den 1. Preis, dann den 2. Ehrenpreis und den l. Haupt=Ehrenpreis und den Dirigentenpreis mit 471 Punkten. In der Doppel=Quartettklasse gegen 11 Vereine erhielt er den 1. Preis mit 15.) Punkten, den 1. Ehrenpreis und l. Haupt=Ehrenpreis und den Dirigentenpreis. Im besonderen Singen sämtlicher mit Haupt=Ehrenpreisen ausgezeichneter Vereine um weitere 5 Preise trug Lyra den 3. besonderen Preis davon. Den Sängern und ihrem Dirigenten, Lehrer Hefendehl, zu diesem Erfolge die besten Glückwünsche. Der Empfang am Aus den Provinzen. Wanne, 14. August. Die verbrannte Schweinshaxen. Montag abend wurde unsen Wehr von der Polizei zu einem Zimmerbrand rusen. Wie wir das gewohnt sind, waren unser Wehrleute nach kurzer Zeit zur Stelle. Aus Türritzen quoll mit Macht dichter Rauch. 2# Feuerwehrleute schnüffelten, rümpften die Nase schauten sich gegenseitig fragend an. Das roch gar nicht nach echtem Brand. Aber was fragen unsere Feuerwehrleute danach, ob's nach Kölmst Wasser oder nach sonstwas riecht. Wo sie gerufen erscheinen sie, und was brennt, das löschen sie. blieb nichts anderes übrig, wie die Zimmertür auff zubrechen. Das war bald geschehen. Und so schnel hai unsere Wehr noch keinen Brand gelöscht mit und ohne Minimar oder Total. Der Gaskah wurde geschlossen, das Fenster geöffnet und fer### war die Sache, aber nicht— die Schweinsharen Diese Dinger kennen die meisten Sterblichen nu noch dem Namen nach. Die Hausfrau des Zim mers war glücklich dran. Montag war sie zu ein# Spazierfahrt eingeladen worden. Um abends sic# stärken zu können, wurden die Schweinshaxen au den Gasbrenner gestellt und damit war die Sach gut. Das Wasser kochte, brannte sogar an. Haxen kochten und verbrannten bis zur Unkenn lichteit. Das war die Geschichte von dem Zimmer# brand in unserer teuren, fleischlosen Zeit. Gut do# daß wir eine Feuerwehr haben. Eine Wache muß auch noch Wache halten, bis die Frau heimkehrte. Bochum, 14. Aug. Die heutige Jugen Am Maarbach versammelten sich alltäglich jung Personen und übten sich im Glücksspiel. Schu knaben im Alter von 12 bis 14 Jahren haben bis 100 Mark gewonnen. Ein 16jähriger Bursch hat in einer Zeit von zwei Stunden in dem Spiel 17 und 1 720 A gewonnen. Oft sind in der Wien sechs bis acht Spielgesellschaften zu zählen. Schu. kinben, kaum der Schule entlassene Burschen un verheiratete Männer nehmen sich gegenseitig das Geld ab. Bis in die Dunkelheit wird gespielt. Gelsenkirchen, 14. Aug. Berichti Die von einem auswärtigen Korrespondenzbürg verbreitete Nachricht, daß der 24 Jahe alte Lehi# Hartmann, dessen Schulklasse kürzlich bei eine sich gern jedermann gefällig zeigte, und daß keine Menschenseele ihm etwas Uebles nachzusagen wußte. Daß er in Wahrheit ein Glücksritter im verwegensten Sinne des Wortes war, hatte sich bisher selbst denen nicht offenbart, die beständig auf das intimste mit ihm verkehrten. Diese seine näheren Bekannten durften allerdings zumeist wenig Anspruch darauf erheben, für erfahrene Menschenkenner zu gelten. Denn es waren in der Mehrzahl blutjunge Bürschchen aus der hauptstädtischen jeunesse dorée, die eben ihre ersten Schritte auf der schlüpfrigen Bahn des üppigen Lebensgenusses machten. Diesen jugendlichen Freunden wußte sich der liebenswürdige Major auf tausendfältige Art unentbehrlich zu machen. Sie hätten sich wahrhaftig keinen angenehmeren Lehrmeister und Mentor wünschen können als ihn. Er, der das Leben bis in seine geheimsten Tiefen kannte, war wie dazu geschaffen, Unkundige in dessen Geheimnisse einzuweihen. Wozu die wißbegierigen jungen Herren sonst wahrscheinlich Jahre gebraucht hätten, das lernten sie unter seiner Führung in ebensoviel Wochen, und es war nur natürlich, wenn sie ihm seine Aufopferung durch ein schrankenloses Vertrauen vergalten, und wenn sie ihn zum Mitwisser von Dingen machten, die sie schwerlich einem anderen offenbart haben würden. Dar allein aber war es, worauf es dem guten Major ankam, denn es bildete seine einzige Einnahmequelle. Der Major trieb den etwas anrüchigen Beruf eines Erpressers, aber er trieb ihn mit solcher Meisterschaft und mit so sänftlichen Manieren, daß selbst die Erpreßten meist gar nichts davon bemerkten. Nicht mit Drohungen, sondern als freundlicher Warner trat er ihnen im gegebenen Augenblick gegenüber. Es war immer irgendein großer Unbekannter da, von dem ihnen Gefahr drohte und dessen Stillschweigen sie durch die uneigennützige Vermittlung des Majors zu erkaufen hatten. So lange wußte der wackere, alte Herr sie dann in immer gesteigerter Angst und Unruhe zu erhalten, bis sie ihm schließlich noch von ganzem Herzen dankbar waren, wenn er ihnen mitteilen konnte, daß er den gefährlichen Unbekannten zum Schweigen gebracht habe. Und da der Herr Major nicht unersättlich war, sondern sich mit dem begnügte, dessen er zur Bestreitung seiner allerdings nicht gerade kün nerlichen Lebensführung bedurfte, so kam er auch nicht in die Gefahr, sich Art läßt nicht von Art. Roman von H. Hill. n(Nachdruck verboten.) Als er schon in dem offenen Fenster stand und im Begriff war, seinen Fuß auf die Terrasse zu setzen, hielt ihn der Graf noch einmal an, um sich die Adresse des Majors Brandenfels wiederholen zu lassen und um an den jungen Mann die Frage zu richten, ob er bei diesem seinem vermeintlichen Vater wohne. Erst als er eine bejahende Antwort erhalten hatte, verabschiedete er den nächtlichen Besucher mit stummem Gruß und zog sich bekümmerten Antlitzes in die Bibliothek zurück. Für den Rest dieser Nacht hegte er offenbar kein Bedürfnis mehr, sich schlasen zu legen. 3. Kapitel. pzer:. H ten machsen die sie sehr ernsten und anstrengenden Arbeit gewidmet. Leider nicht Wohnzimmer seiner ziemlich bescheidenen Behausung betrat und sich am gedeckten Frühstückstisch niederließ, war er bereits in tadellosem Straßenanzuge, und sah er nicht nur sehr elegant und wohlgepflegt, sondern auch so frisch, rosig und liebenswürdig aus, daß man an dem kltlichen Herrn wohl seine Freude haben konnte. Er mochte zwischen fünfzig und sechzig Jahre alt sein. Sein glattes Gesicht und seine beinahe kindlich blickenden, blanken, blauen Augen gaben Zeugnis für eine ausgezeichnete Gesundheit, und niemand wü de bei seinem Anblick den geringsten Zweifel gehegt haben, di eine große Herzensgüte der hervorstechendste Zug seines Wesens sei. Wo er gedient und zu welcher Zeit er seine militärische Laufbahn beendet hatte, wußte eigentlich niemand aus seinem großen Bekanntenkreise mit Bestimmtheit zu sagen. Aber man hielt es auch nicht für nötig, danach zu fragen. Es genügte, daß der Major ein Mann von vortrefflichen Manieren und angenehmsten Umgangsformen war, daß er verdächtig zu machen, indem er das Spiel in allzu kurzen Zwischenräumen wiederholte. Auf dem Frühstückstisch lag noch ein zweites Gedeck, aber der Major war schon beinahe fertig, als Rolf eintrat und sich ihm gegenüber niederließ. Vorwurfsvoll ruhten die Blicke des alten Herrn auf seinem blassen, verlebten Gesicht. „Du bist heute wieder die ganze Nacht fortgewesen, sagte er.„Ich fürchte, daß ich niemals etwas aus dir mache, wenn du dich nicht entschließen kannst, deine Lebensweise von Grund aus zu ändern. Ausschweifungen machen sich nicht bezahlt, mein lieber Sohn. Und zu einem Beruf gleich dem unsrigen muß man vor allen Dingen eine gute Gesundheit und ein repräsentables Aussehen haben.“ Während er diese kleine Standrede über sich ergehen ließ, hatte Rolf seinen Teller gefüllt und mit großer Hast zu essen begonnen. Nun sah er mit einem verschmitzten Lächeln zu seinem besorgten Lehrmeister auf. „Sieht ein solcher Appetit nach Ausschweifungen aus?“ fragte er.„Nein, teuerster Vater, ich habe diese Nacht nicht in leichtfertiger Gesellschaft vergendet, sondern ich habe sie einer sehr ernsten und anstrengenden Arbeit gewidmet. Leider nicht ganz mit dem gehofften Erfolg. Denn ich bin mit leeren Händen aus dem Schlosse Donnersberg zurückgekehrt, trotz der ausgezeichneten Vorbereitungen, die ich für meinen nächtlichen Besuch getroffen hatte, und trotz der Umsicht, mit der sch dabei zu Werke ding.. g hren geschah 2. Lem m.iar Zum ersten Male seit Jahren geschah es dem Masor, daß er für einen Moment völlig aus der Fassung geriet. „Was?“ schrie Major Brandenfels mit dunkelrotem sicht.„Soll ich das für Ernst nehmen? Du willst dich also wirklich zu einem gemeinen Verbrecher entwickeln? Dann magst du noch heute dein Bündel schnüren und dir ein anderes Heim suchen; denn mit solchen Gemeinheiten will ich nichts zu schaffen haben. Hörst du? Ich will nicht. Das fehlte mir gerade noch, daß ich aus solchem Anlaß mit der Polizei in Berührung käme— ich, der ich alles tue, um mir einen unbescholtenen Namen zu erhalten.“ (Fortsetzung folgt.) Ausflug bei Haltern von einem schweren Bootsunglück betroffen wurde, infolge der seelischen Aufregungen als geistesumnachtet in eine Heilanstalt überführt worden sei, entspricht nicht den Tatsachen. Wie von zuständiger Seite mitgereilt wird, hat er mit Ausnahme eines Tages, an dem er wegen einer familiären Angelegenheit keinen Dienst versah, bis die Ferien begannen, seinen Dienst ununterbrochen in vollster Gesundheit versehen. Buer, 12. August. Ein teurer Rausch. Einem Anwohner der Katharinenstraße, der dem Alkohol start zugesprochen hatte, wurde auf dem Heimwege von der Wirtschaft die Brieftasche mit 7800 M gestohlen. Lippstadt, 14. August. Vorbildliche soz: ale Arbeit. Vorbildliche soziale Arbeit für unsere bedürftigen alten Leute leistet, wie der „Patriot“ mitteilt, die in unserer Stadt gut organisierte Altershilfe, die in wenigen Wochen nicht weniger als 166 850 M gesammelt hat. Für unser kleines Gemeinwesen gewiß ein schöner Erfolg. Da mit weiteren größeren Beträgen zu rechnen ist, soll die Sammlung nicht eher eingestellt werden, als bis der Betrag von 200 000 M erreicht ist. Oelde, 14. August. Ein verwegener Raub wurde hier verübt. In der Nacht bemerk ten die auf dem Stellwert am Güterbahnhof beschäftigten Beamten eine 6= bis Sköpfige Bande, die mit Pferd und Wagen bei Remmert hielt und ungeniert aus einem auf dem Ladestrang stehenden Waggon Eisenbahnschienen und einen T=Träger holte und über die Gleise zu ihrem Wagen schleppte. Auf die Zurufe der Beamten antworteten die Kerle, sie schössen jeden nieder, der sich ihnen nahe. Schließlich fuhr die Räuberbande mit 15 Schienen und dem Träger in Richtung Ennigerloh davon. Die Eisenbahnbanabteilung hat auf die Ermittlung der Räuber eine Belohnung von 1000 A ausgesetzt. Münster, 14. Aug. Entlassung west fälischer Landräte. Die„Westfälische Tageszeitung“ will wissen, die Lundräte Graf Westphalen(Münster), von Hove(Coesfeld), von Mal linckrodt(Meschede), Graf Spee(Borken), Graf Westphalen(Lüdinghausen), würden demnächst entlassen. Die allgemeine Empörung über die Entlassung des Regierungspräsidenten v. Merveldt soll einen Aufschub bewirkt haben. Ahaus, 14. Aug. 44§ Steuer 8 4 Un kosten! Ein hiesiger Einwohner mußte 44 c. Steuer nachbezahlen. Da er es aber vergaß, diese „Riesen“summe rechtzeitig zu bezahlen, wurde der. Betrag eingezogen. Jetzt mußte er zu den 44# noch 8 M Einziehungskosten zahlen. Ein schönes Geschäft! Wenn man aber bedenkt, was für Zeit aufwendungen. Papier usw. in Ansatz zu bringen ist, so kann man es nicht verstehen, daß um 44 S heute noch ein so großer Apparat in Bewegung gesetzt wird. St. Bureaukratius regiert weiter! Engelskirchen, 14. August. Grabschän dung. Auf dem tatholischen Friedhofe wurde die Gruft der Grafen von Nesselrode von Einbrechern gewaltsam gesprengt. Die Täter haben von mehre ren Särgen die Beschläge abgeschlagen und einen vergolbeten Christuskörper entfernt. Die Zinksärge sind unversehrt geblieben. Von den Grabschändern hat man keine Spur. Gewerkschaftsfest. Am vorgenrieen Sonntag seierte der Deutsch. Gewerkschaftsbund schristlich=nationale Arbeit nehmerbewegung des Bezirkes Dortmund=Hörde unter zahlreicher Beteiligung sein erstes Bezirkssest in Dortmund. Auch unsere Stadt Schwerte war durch eine stattliche Anzahl christlich organisierter Arbeiter vertreten. Mittags 1 Uhr fand die Aufstellung des Festzuges am Hohen Wall statt, worauf sich der Zug durch mehrere Straßen der Stadt zum Fredenbaum bewegte, wo die Feier stattsand. Der Festzug, der über eine halbe Stunde im Vorbeimarsch in Anspruch nahm, dürfte der Bürgerschaft gezeigt haben, daß die christlich=nationale Gewerkschaftsbewegung auf dem Marsche Ab 3 Uhr nachm. fand in den Anlagen ein Konzert der Kuheschen Kapelle statt, das eine schöne Abwechselung durch mehrere Liedervorträge des unter der Leitung des Herrn Rochus Feit stehenden Sängerchors der christlichen Gewerkschaften fand. Zwischen 4 und 5 Uhr fand im großen Saale ein besonderer Festakt statt, der so zahlreich besucht war, daß nicht ein Apfel zur Erde fallen konnte. Nachdem ein gemischter Chor das Lied„Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" zum Vortrag gebracht hatte, hielt der Vorsitzende des Gewerkschaftsbundes, Herr Heinrich Mengelkamp, die Begrüßungsansprache. In klarer Weise schilderte er den Werdegang des Deutschen christlichen Gewerkschaftsbundes Dortmund=Hörde, dem heute rund 45000 Mitglieder angehörten. Nach einem gemeinschaftlich gesungenen Liede hielt der Ge schäftsführer des Gesamtverbandes des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Herr Sekretär Fecht aus Berlin, die Festrede, die einen überwältigenden Eindruck hervorrief. Seine Schlußworte gipfelten darin, daß Wege gefunden werden möchten, die zum Wohl des deutschen Volkes führten. Dem Redner wurde der wärmste Beifall zu teil. Nach dem Vor trag von Schäfers Sonntagslied hielt die Gewerkschaftssekretärin Frl. Hörmann aus Berlin noch eine Ansprache, in der sie hauptsächlich zum Ausdruck brachte, daß auch die Frauenbewegung bestrebt sei, am Wiederaufbau unseres deutschen Vaterlandes mitzuhelfen. Das Schlußwort sprach Herr Mengelkamp, indem er allen Mitwirkenden herzlichen Dank abstattete und zugleich noch die Mitteilung machte, daß vom Overpräsidenten Grononsti ein Schreiben eingegungen sei, in dem er zum Ausdruck bringt, daß die heutige Veranstat tung der christlich=nationalen Gewertschaftsbewe. gung zum Segen gereichen möge. Lehlr Brühimeidungen. D'Annunzio schwer berunglückt. TII. Rom, 15. Aug Nachrichten aus Gardone zufolge erlitt d'Annunzio gestern einen Schlagan fall. Sein Zustand in bedenklich. Nach einer an deren Lesart sog er sich infolge eines Sturzes aus dem Fenster infolge eines Schwächeanfalls schwere Verletzungen zu. Zeitungsstreik in Elberfeld. TU. Elverfeld, 15. Aug. Kurz vor Drucklegung der Abendausgabe verlangte das Personal der Vergisch=Märtischen Zestung eine sofortige Lohner höhung von 100 Prozent. Da die Geschäftsleitung diesen Forderungen nicht entsprechen konnte, ver ließen die Arbeiter den Betrieb. Mord in Fulda. T11. Fulda, 15. Aug. Die angeblich franke Ehfrau des 10jährigen Fabrikarbeiters Klüber Johannesberg bei Fulda mischte ihrem Gauten wiederholt Rattengift ins Essen. Nach mehrm ligem Genuß ertrankte der Mann und verstard un. ter großen Schmerzen nach einigen Tagen. Die Gattenmörderin wurde in Untersuchungshaft abgeführ: Ein„gewaliger“ Waffenfund. DA. Berlin, 15. Ang. Die Interalliierte Kom mission hat bei der Europäischen Film=Allianz „Efa") ca. 500 alte Steinschloßflinten mit Beschlag belegt, die die„Efa“ für die Aufnahme eines Film benötigte und die ihr von verschie denen Masken=Verleih=Instituten und dergl. leihweise überlassen worden waren. Trotzdem die zuständigen Stellen eindringlich darauf aufmerksam gemacht haben, daß es sich um gänzli#h unbrauhbare uralte Steinschloßflinten hau.dele, ist es nicht gelungen, die Beschlagnahme aufheben zu lassen. Man hai der„Efa“ jedoch bis nach Beendigung des Films die Gewehre leihweise überlassen und die Entente ist wieder einmal gerettet. A Handel und Börse; Summmmmeem Berliner Börsen kurse vom 14 August 1922 milgeleill vom Barmer Bank=Verein, Schwers5% Deutsche Reichsanleihe....... 77½ Barmer Bank=Verein 221 Deutsche Bank 510 Diskonto 400 Dresdner Bank 303 Hamb.=Amer.=Pak. 530 Allgem. Elektr.=Ges. Baroper Walzwerd 1220 Bochumer Guß 1950 Bösperde Walzwerk 1100 Daimler Motoren.. 500 Deutsche Kaliwerke 2250 Deutsch=Luxemburg..... 1760 Dynamit 813 Eldecs. Farbw. 900 Essenei Steinkohlen 2300 Gelsenkirch. Bergw 1950 Gasmot. Deutz Harpener Bergw. 5400 Hasper Eisen............ 1650 Hoesch........ 2455 Humbold! Masch 730 Mannesmann 165 Oberschles. Eisend.-Bed. 1075 Orenstein& Koppel........... 135 Phönix Bergbau....... 2300 Reisholz Pap... 600 Rhein. Stahlwerke........ 2275 Rombacher 1060 Schuckert 965 Siegen=Solingen 499 Ver. Di. Nickelwerke.... 1700 Wests. Drahl-Ind. 650 Westf. Eisen, Langendreer......... 700 Auslands-Wechselkurse der Berliner Vör (Devisenkurse) Man zahlle deutsche Mark: für am 12. 8. am 14. 8. 100 belgische Franken J. 6067,40 6342,05 100 dänische Kronen.. 16825,90 17627,90 Ei englisches Pfund 3495,60 3670.10 100xfranzösische Franken 6367.— 6741,55 100Pholländische Guldens 30362,— 31885,05 100Zitalienische Lire.... 3585,50 3745,30 100 polnische Mark.. J.— 100schwedische Kronen. 13508,05 21548, 100 schweizerische Franken 14881,35 15680,35 100 tschechische Kronen.. 2072,40— Ein Dollar........ 781,52 823,96 F K4 Leichtathletik. Das Bezirtsjen in Grgste nahm trotz ungünstigen Wetters, aber dank aule: Vorbereitung durch den Spiel= und Sporttlun Ergste einen guten und glatten Verlauf. Säm: liche Wettbewerbe wurden durchgeführt, nur litt die Teilnahme naturgemäß und auch der Besuch ließ zu wünschen übrig. Bezirtsobmann SteffenIserlohn begrüßte die erschienenen Ebrengäite, Teilnehmer und Zuschauer. Dann begannen die Endkämpfe, die nachfolgende Ergevnisse zeinigten Erstlinge: 100 Meter=Lauf: 1. Hemehe: Schwerte 06 12,8 Sel., 2. Schule. Spordtv. Iserlobn Handbreit zurück, 3. Reinold, Sportv. Iserlohn, Handbreit zurück; 500 Meter=Lauf: 1. Hemener, Schwerte 06 1,22,8 Min., 2. Reinhold, Sportv. Iserlohn 1,23.3 Min., 3. Hertel, Sportv. Schwerte### 23,7 Min. 3000 Meter=Lauf: 1. Hertel. Schwerte 00 10.58,2 Min., 2. Gable, Sportv. Iserlohn 11,13.1 Min., 3. Bohr, Union Schwerte 11,14,5 Min.; Weil iprung: 1. Schule, Sportv. Iserlohn 5.71 Meter, 2 Hertel. Schwerte 06 5.67 Meter. 3. Renzing Sportv. Iserlohn 5,15 Meter; Kugelstoßen: 1. Klaim, V. f. V. Westhofen 9.42 Meter, 2. Henschel, Holzen 9.07 Meter, 3. Rinzing. Sportv. Iserlohn 82 Meter. Anfänger: 100 Meter=Lauf: 1. Gördes, Schwerfe 06 12,3 Sek., 2. Lauvers. Sportv. Iserlorn Brustvr., 3. Schule Sportv. Iserlohn Meter., 800 Meter=Lauf: 1. Woeste. Union Schwer## 231,6 Min., 2. Henschel, Holzen 2,36 Min., I. Brünger. Ergste, 2.41,1 Min.; 1500 Meter=Laui: 1. Capellmann. Sportv. Iserlohn 5,11,2 Min., 2. Seifarth. Sportv. Iserlohn 5.14,5 Min., 3. Kleve, Sportv. Hohenlimburg 5.32 Min. Anfänger: Hochsprung: 1. Henschel, Holzen 1.60 Meter berr. Hertel, Schwerte 06 1,60 Meter ver., 3. Arnold. Ergste 1.55 Meter; Diskus: 1. Klann, Westhofen 27,83 Meter, 2. Pautz, Hohenlimburg 20.30 Meter. Heuschel, Holzen 25,68 Meter. Innioren: 100 Meter=Lauf: 1. Grote, Sportv. Iserlohn 123 Sek., 2. Neublum Schwerte 06 Brustbr. zurück. Graumann, Iserlohn ½ Meter. 100 Meter=Lauf: 1. Grote=Iserlohn 58 Sek., 2. Gördes, Schwerte 11# 58,2 Sek., 3. Lewe, Schwerte 06 58,1 Sek., 1000 M: ter=Lauf: 1. Glade, Union=Schwerte 3,09,1 Set., 2. Kurz, Sportv. Iserlohn 5 Meter zurück, 3. Schäfer.=Hennen weitere 5 Meter zurück; 5000 MetenLauf: 1. Pierschte. Union Schwerte 18,08,2 Min. Kapellmann, Iserlohn 18,46 Sek., 3. Appelt. Inion 830 Meter zurück. Stabhochsprung: Lauiers, Iserlohn 3 Meter, 2. Henschel, Holzen 2,95 Meter, 3. Brenne, Ergste 2,85 Meter; Speererfen: 1. Laupe, Holzen 37,60 Meter, 2. Lateabn. Schwerte 06 35,85 Meter, 3. Hertel. Schwerse 06 35.32 Meter. 381000 Meter Staffel Kl. 2: 1. Schwerte 06 9,23 Min., 1X 100 Meter Staffel Kl. Sportklub Hennen 53,8 Sek., 2. Union Schwerte 55,2 Sek., 3. Sportkl. Westig 61.2 Set. Für Alle: 600 Meter Staffel; 1. Schwerte 06 4.13.4 Min., 2 Sportv. Iserlohn 1.19 Min., 3. Sportel. Heun 1.25 Min., Damen: 100 Meter= Lauf: 1. Willmund, Hohentimburg 15 Set., 2. Frl. Lange## Hohenlimburg 15.1 Set., 3. Frl. Hülsmann, henlimburg 15.2 Set., Weitsprung: 1. Frl. Schma## Union, Schwerte 413 Meter, 2. Frl. Willmut Hobenlimburg 4,07 Meter, 3. Frl. Langen Hoh# limburg 3.75 Meter. Kugelstoßen: 1. Frl. Mülh Schwerte 06 6,9 Meter, 2. Frl. Kahle. Uni Schwerte 6.18 Meter. 3. Frl. Glade. Union Schwet 5.66 Meter, 1 100 Meier=Staffel: 1. Sportv.# hentimbung 165.. Sei., 2. Ulnion Schwerte 1. 20 68.4 Sef., 3. Union Schwerte 2. M. 71,8 Sel. Turnen. Der Schwerter Turnverein fciere am Sonntag nachmittag im Saale des Fi schünz sein 51. Stifrungsfest. Leider beeinträchti das Regenweiter den Besuch, doch nicht die Sti mung und Turnfreudigkeit der Turner und T nerinnen. Den Auftakt der turnerischen Darb tungen bildeten allgemeine Freiübungen der Mä ner=, Frauen und Jünglingsabteilung. Darc# felgten in bunter Reihe die Vereinsriege vom Ga#n turnfest in Unna am Barren mit vorgestellte Pierd. Turnen der Frauen am Varren und Pfetl Barren=Turnen der Zöglinge. Turnen der Altet riege am Barren, Stabübungen und Langstabübig gen der Frauen. Turnen der Männer am Dopp barren und am Red. alles immer durchweht vi Darbietungen der rührigen Musiker der Kap# Kümper. Zwischendurch wies der 1. Vors. H### Pötsch in seiner Festrede auf die Bedeutung# Turnens für das Volkswohl und die Entwickelu dei deutschen Turnerschaft hin, ani deren fernen# Wachsen und Gedethen er ein dreifaches„Gut Hel ausbrachte. Schließlihz wurden die Jubila des Vereins durch Verleihung von Diplomen ehrt; es erhielt die Ehrenmitgliedsurkunde# Turngenosse Adolf Hübental, die Urkunde für jährige Zugehörigteit zum Verein die Turngen sen Wilhelm Vielke. Karl Wagner. Otto Wagen Heinrich Schwalz und eine Ehrenurkunde der ven Turner Turngenosse Franz Protz; letzte strach den Dani der Jubilare an den Verein ab Nach getaner Arbeit trat Terpsichore in ihr Re# und noch manche Stunde drehten sich die Pach nach den Klängen der Musik. Das Fest war sch in allen Teilen wohlgelungen, die Turner Turnerinnen waren mit vollem Herzen bei schönen Arbeit und zeigten, daß die Vereinsart unter der rührigen Leitung des Turnwarts 1 Vorturner schöne Früchte gezeitigt hatte und### im letzten Jahre überaus gute Fortschritte erzt waren, auch das Interesse für den Verein bedil tend zugenommen hatte. Möge der Verein in# Sinne weiter arbeiten, so wird er weiter erstart und dem Volkswohl neue Käfte zuführen. Unbefugter Nachdruck dieser Artikel, auch im einzelnen, ist streng verboten. Es ist uns ein Anliegen, unseren Lesern nach jeder Richtung hin bestens zu dienen. Wenn möglich, wollen wir jedem auch den ihm zukommenden irdischen Besitz verschaffen. Nun liegen seit mehreren Jahren(etwa seit Beginn des Krieges) in Amerika viele Gelder von dort verstorbenen eingewanderten Deutschen und ähnl., deren Erben; oder Besitzer bis jetzt in Deutschland noch nicht gefunden sind. Wir haben uns bemüht, die lange, ausgiebige Liste der gesuchten Deutschen zu erlangen und wurde uns dieselbe nunmehr zur Verfügung gestellt. Darnach besitzen viele tausende unter uns, die selbst oder als Erben gesucht werden, Geld, ohne eine Ahnung davon zu haben. Die Register enthalten über 31.000 amtliche Erben-Gesuche! Wir werden die Namen dieser bisher noch unbekannten„Reichen" allmählich zum Abdruck bringen und bitten, unsere Veröffentlichungen stets zu beachten uns weiter zu empfehlen. Alle jenen, welche auf Grund, der nun folgenden Listen Ansprüche erheben können, wollen sich unter Beilegung von 5 Mark für Antwortporto und Schreibgebühren an die Geschäftsstelle unserer Zeitung wenden, worauf wir weiteres veranlassen Liste Nr. 10. 376. 60 Dol. ca. 18000 für Constantin Elener. 377. 47 Dol. ca. 14 100 für Max Bon. 378. 54 436 Dol. ct. 16 330 800 A für Hans Cron. 379. 1010 Dol. ca. 303000 A für R. A. Bruno. 380. 183 Dol. ca. 51 900 A für Joh. W. Grief. 381. 175 Dol. ca. 52 500 für Otto K. Frivie. 382. 11 Dol. ca. 13 200 M für Alfred Eichler. 1505 Dol. ca. 151 500 für Heiur. Gehri# 84. 21 Dol. ca. 7200 M für Rud. Bickert. 395. 110 Dol. ca. 33000 0 für Gust. Fettback. 86. 82 Dol. ca. 21600M für A. T. Fischer. 387. 110 Dol. ca. 33.000 4 für O. H. Gonzolla. 388. 105 Dol. ca. 121 500 M/ für Fr. W. L. Alb 389. 130 Dol. ca. 129 000 für Ant. Berschnei 990. 150 Dol. ca. 135 000 MA für Kurt Groth. 391. 1156 Dol. ca. 346 800 M für Alex v. Brand burg. 592. 683 Dol. ca. 201 900 i für Max Graeske. 393. 61 Dol. ca. 18 300 M für Heinr. A. Backen 591. 391 Dol. ca. 117300 M für Hani. W. Beg dorf. 295. 35 Dol. ca. 10 500. für Carl Cafran 9. 988 Dol. ca. 296 400 cl für G. F. W. R. A. 397. 360 Dol. ca. 108000 A für Friedr. Gran. 398. 87748 Dol. ca. 26324000 i für Carl Hem 399. 2630 Dol. ca. 789 000 für Herbert Kien 400. 14003 Dol. ca. 1381000 MA für F. A. Bo meister. 401. 1 601 4108 Dol. ca. 198 122 100 MA für A Pavensredt. 102. 1700 Dol. ca. 1 110 000 für Adolf Drey 103. 5316 Dol. ca. 1 591 800 Ml für Franz Dorl 104. 283 Dol. ca. 84 900 A für Wilh. Steinfor 105. 274 092 Dol. ca. 82227 600 M für E. K. Vie 406. 30 Dol. ca. 15000 e für Fritz Müller. 07. 15000 Lol. ca. 450 00 f für Paul Hagspibll * Zur Beachtung! Diejenigen unserer Leier, welche in der### vergangenen Woche Anfragen über ihnen zukommende Geld bei uns eingereicht ha können ihre Antworten in unserer Geschäftsst in Empfang nehmen, da dieselben von der ständigen Stelle bereits eingetroffen sind und meist nicht ungünstig lauten, sodaß weiterer Er gesichert erscheint, wozu wir beitens gratulie Verlag und Schriftleitun der„Schwerter Zeitung“ „* 9 Diehseuchenpolizeiliche Rnorönung ] Auf Grund des§ 17 ff des Viehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909(R. G. Bl. S. 519) wird hierdurch mil Genehmigung des Herrn Regierungs=Präsidenlen in Arnsberg für die öffentlichen Schweinemärkte im Stadtbezirk Schwerte folgendes bestimm!: Die Schweinemärkte im Stadlbezirk Schwerle werden auf dem Schweinemarkle an der Ostenstraße abgehalten. S 2. Die Märkle beginnen in den Monaten April bis einschl. August um 7½ Uhr vorm. und in den übrigen Monalen um 8 Uhr vorm. Der Austrieb hal bis 9 Uhr vorm; der Abhieb dis 12 Uhr mittags zu erfolgen. S 3 Das Marklvieh darf dem Markt nur von der Ostenstraße her zugeführt werden Solange der Zutrieb dauerl, dars Vieh nur durch den Ausgang zur Kampstraße abgelrieben werden#— § 4. Alles den Märklen zugeführle Vieh unterliegt bei der Ankunst der Untersuchung des Kreislierarzles oder seines Stellvertrelers. Die Untersuchung wird auf der Ostenstraße am Eingange zum Markl vorgenommen. Vor der lierärzllichen Untersuchung dürsen die Schweine nicht zum Verkaufstande gebracht werden § 5. Der gewerbsmäßige Handel mil Schweinen ist an den Marktlagen am Marktort außerhalb des Marklplatzes verboten. § 6. Zuwiderhandlungen gegen die vorstehenden Bestimmungen werden gemäß§ 76 des Viehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909 bestraft. Hörde, den 28. Juli 1922. Der Landrat: gez. Hansmann. Polizeiverordnung. “ Auf Grund der§§ 5 und 6 des Gesetzes über die Polizeiverwaltung vom 11. März 1850(G. S. S. 265) und der§§ 143 und 1441; des Gesetzes über die allgemeine Landesverwallung vom 30 Juli 1883(G. S S 195) Die glückliche Geburt eines gesunden Jungen geben in dankbarer Freude Gustav Neuwerth und Frau Luise geb. Klöhs. Schwerle, den 14. August 1922. Versammlung aller Gartenbesitzer hinter dem Schützenhof nach Geisecke Mittwoch, den 16. August bei Specht abends 8 Uhr. Der Vorstand. Statt Karten. Friedrich Schulte Mia Schulte geb. van den Bruck VERMAHLTE Schwerte Wesel den 15.-August 1922. Mutterberatung Schwerte Mittwoch, den 16. Aug. 1922 nachmiltags 2½ Uhr Schwerke, altes Rathaus, Brückstr. Nid Danksagung. Für die vielen herzlichen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen, sowie für die überaus reichen Kranzspenden, sprechen wir allen Beteiligten auf diesem Wege unsern innigsten Dant aus. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Heinrich Trompetter. Ergste, den 15. August 1922. 3488 Zurück Frauenarzt Dr. (Frauenklinik) Dortmund Südwall 11. Wentg Henkel“. und Bieich-Sod: für Wäsche und Hauspptz. 95 FNKEL OUSSELDOR CIE mitwoc, den 16. d. mis. vormittags 9 Uhr wird auf der Freibank das Fleisch einer Ruh verkauft. 3800 Schlacht hofverwaltung Der Wert der Sachbezüge der versicherten Personen für den Bezirk der Stadt Schwerte wird gemäß§ 160 Absatz 2 der Reichsversicherungsordnung vom 1. August 1922 wie folgt festgesetzt: Herufogruppen: 1— In der Land= und Forstwirtschaft beschäftigte Versicherte 3 In der Inoustrie mHandel, Gewerbe usw beschäftigte Versicherte Thrlinge, Lehr mädchen aller Berufe und Dienstmädchen männl weibl. männl. weibl 3.— 720,— 8610,— wanung vom 50. Jan 1000(G.S S. 1 Morgenkaffee sowie des Reichsgesetzes vom 21. Dezembergrupstück 1921(R. G. Bl. S. 1604 05) wird mit Iu-Mittagessen stimmung des Magistrats folgende Pollzeiver= Nachmittagskassee ordnung zur Regelung des Verkehrs auf dem abendessen Schweinemarkte erlassen.(Freie Wohnung einschl S 1.(Heizung und BeleuchDas Aufstellen von Wagen auf dem Schweine= 4446 markte an der Ostenstraße und auf dieser Straße Summa täglich selbst während der Marktzeit Mittwochs ist Summa monatlich verdolen. Die Wagen dürfen nur auf den von Summa jährlich der Vosgzetgerwalung belinmten Ploben au;) Vemeltlug, Für Baihekratele mit eigenem Haustad gelen mit Kuis Peci! gctch#2.(nahme des Satzes für freie Wohnung die gleichen Sähe. Der Wert der llien Schweine sind freien Wohnung wird für Verheiratete von Fall zu Fall festgesetzt. di e vo Beschassenhell unierzu= In besonderen Fällen bleibt beim Nachweis erheblicher Mehr, oder Minin Buchten, von bescher viz, ausbrechen oderlderwerte ei, audere Fessetzung vorbehalten. euen ur ue Kur ud Audue ueg atudh ur die un Auagsh ogaesehente eberiswpringen können. Junterwoesenenl Venusgeuppen genäß 8 2 Absayz 2 bes 8·3.; zsetzes. D. Pegeczstsetzung des Auf dem Schweinemarkle und den Schwerte(Ruhr), den 12 August 1922. Girrurkal daniwicken wieder vorrätig L. Wemberg Zun 1. oder I5. 9. einfache, erfahrene Stütze gesucht, welche mit Morgenmädchen Küche und Haushalt selbständig führen kann. Gehalt 600 Mark. Zu erfragen vormittags bei Frau Lehrer Kohlmann Hörderstraße 43. Lichlspiele„Zur Reichskrone“ A Nur 3 Tage! Dienstag-Donnerstag! Die Nachl ohne Adigen! 6 ergreisende Akle aus dem Leben eines Zirkusarlisten mit Hans Mierendorf und Hanni Weise in den Hauptrollen. Nach dem Roman von Paul Rosenhayn. Aus den Momorien einer Filmschauspielerin! 5 lustige Akte mit Lya Mara in der Hauptrolle. Die Berlddungseste Filmschwank in 2 Akten. voranzeige! Ab Freitags der große historische! Film: Zwan der Schremiche. Aus Rußlands vergangener Zeit. Tausende Mitwirkende. rungsgesetzes. Die frühere Fesetzung des Wertesder Sachbezüge vom 5 April 1922 an=/T. B. 750 ll wird hierdurch hinfällig. schließenden Straßen(Osten=, Kamp= und Helpothstr,) ii kerner verdolen:(Gschlaß vom 3 S 1332 9.0) 1. Alles Lärmen, Streiten, Pfeisen und Singen, Dax mggistrat:““ Rohrmann Zu Tageb Ne 1795 jede Belästigung anderer, sowie jede Störung der Ordnung. 2. Alle Fuhrwerke einschl. Molorwagen dürsen auf den angrenzenden Straßen während der Marklzeit nur im Schrili fahren. Das Knallen mit der Pettsche ist verbolen. S 4. Zuwidethandlungen gegen diese Verordnung werden mit Geldstrafe bis zu 300 cf an deren Sielle im Unvermögenssalle entsprechende Hast trill, bestraft. § 5. Vorstehende Polizeiverordnung trilt mit dem Tage der Verössentlichung in Kraft. Schwerle. den 21. Juli 1922. Die Polizeiverwallung: gez. Rohrmann. (Beschluß des Beschluß=Ausschusses des Vrs.=Amtes Schweite vom 3 8 1922 Nr. 3) Das Versicherungsamt: Der Vorsitzende: Rohrmann. Suche zum 1 Oktober ein zuverlässiges ..7. Teusarbeit hei ffür alle Hausarbeit bei igutem Lohn. 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Verblüfst schauten Werners einander an, dann aber lachten beide laut auf. „Reiche Leute, Liesel,“ rief der Oberlehrer, werden wir nun nicht, doch die Erbschaft bleibt wenigstens in der Familie, aber— an die Ferien werde ich mein Lebtag denten!“ —* □# 5—0 0 E 2 2 0 * * □ □ * 0 * 2 9 0 Se#s SHNN POES BSGT * S8 „. S in* 2 S— 9: 8 S S E2 P Sns 2 ** 2 c0 SS 22 * * Eine interessante Bibelstatistik. Ein Beamter der berühmten Britischen und Ausländischen Bibelgesetlschaft hat sich kürzlich die Rühe gemacht, die Bibel vom Standpunkt der darin geleisteten Schreib= oder Truckarbeit zu suchen, ist dabei zu folgenden interessanten Zahlen gekommen. Die Bibel enthält 2566 180 Buchstaben, die 773692 Worte bilden. Diese Worte sind zusammengesaßt in 31173 Versen. Die beiden häusigsten Wörter der Bibel sind erstens„und“, das 46 227 mal vorkommt, und naturgemäß das Wort„Gott“, das sich 6755 mal vorfindet. Ter Beamte brauchte zu seiner Arbeit drei Jahre und verwandte in diesen drei Jahren täglich nenn Stunden darauf. Interessant ist es, bei dieser Gelegenheit festzustellen, daß die Bibel von der britischen und ausländischen Bibelgesellschaft in mehr als fünfhundert Sprachen und Mundarten in aller Welt vertrieben wird. Unter diesen Sprachen und Mundarten befinden sich fast alle Dialekte der afrikanischen Negerstämme; denn es ist bei diesen auf so niedrigem Kulturniveau stehenden Völkerschaften nur möglich, Missionsarbeit zu leisten, wenn man ihnen die Bibel in ihrer Sprache und in ihrer Redeweise gibt. ## ven Laura Uinten.= eißen Pelz kann man gut selbst reinigen, ohne ihn zu waschen. Man benötigt dazu nur für ein paar Pfennige Kartofselmehl, das man in eine Schüssel tut und auf dem Herd heiß macht. Tann taucht man den Pelzgegenstand hinein und reibt jede einzelne Stelle tüchtig mit den Händen ab. Ist das ganze Stück so behandelt, dann schüttelt und klopft man es im Freien recht gut aus, daß nichts von dem Mehl mehr darau haftet. Weiße Reiher kann man in lauwarmem Seifenwasser durch Hin= und Herschwenken waschen. Tann spült man sie mehrmals und setzt dem letzten Spülwasser etwas Baschblau zu. Run schüttelt man den Reiher so lange, bis er trocken und lose geworden, und er ist dann so schön wie neu. Auch in Benzin kann man Reiher reinigen. Man erneuert es so oft, bis es klar bleibt, und fügt auch dem ierflecken aus dunkleu Wollstossen zu entsernen. Man legt die fleckige Stelle auf eine reine, weiche Unterlage. Tann taucht man ein Schwämmchen in eine Mischung von gleichen Teiten Spiritus und lauem Wasser und behandelt damit die Flecken, bis sie verschwunden sind. Nun bringt man den Stoff au einem warmen Ort möglichst schnell zum Trocknen., Roßhaar zu reinigen. Wenn man sich der Mühe unterziehen will, ist es gar nicht so schwierig, altes Roßhaar selbst zu reinigen. Vor allen Tingen muß es tüchtig geklopft werden, damit aller Staub daraus entfernt wird. Am besten verschafft man sich nun ein großes, aber feines Sieb, legt das Haar hinein und stellt das Sieb auf ein Gefäß mit kochendem Wasser, so daß der Tampf hindurchziehen kann, dem man es etwa 35—40 Minuten aussetzt. Ist kein Sieb zu beschaffen, so legt man das Roßhaar in einen reinen Eimer und gießt kochendes Wasser darauf, das mehrmals erneuert werden muß. Um das Haar zu trocknen, breitet man es auf einem reinen Tuch im Freien aus. Pflege der Pelze. Pelze halten, sich viel länger und schöner, wenn man sie jedesmal, wenn man sie ablegt, mit einem Stück Waschseide oder Seidenbatist abwischt und dann gleich fortlegt. Dieser Vink stammt von einem Pelzhändler und bewährt sich sehr gut. 322 74 Aus Tier- aud Pflanzenteich. b Eine Schachteihalm=Plantage. Daß der Schachtelbalm in gewissem Sinne zu den Nutzpflanzen gehört, dürfte nur wenig bekannt sein. Die westdeutsche Gemeinde Oppenheim ist im glücklichen Besitz einer Art Schachtelhalm Plantage, die ihr einen jährlichen Nutzen abwirft. Es handelt sich um den in Deutschland bekanntesten Schachtelhalm, das equisetum hiemale, das in den Niederungen am Rhein einen besonders guten Boden findet, da infolge der jährlichen Flußüberschwemmungen große Mengen von Nieselerde bzw. Kieselsäure abgelagert werden. Die Schachtelhalme weisen an ihrer Oberfläche, namentlich in den Gliederringen, große Mengen von solcher Nieselsäure auf. Jeder, der einmal versucht hat, einen Schachtelhalm abzureißen, wird die Erjahrung gemacht haben, daß man sich an den scharfen Spitzen leicht verletzt. Bei manchen Arten ist der Nieselgehalt so groß, daß in der Asche bis zu 97 Prozent gefunden werden. Diese lieselhaltige Asche bildet ein vorzügliches Putzmittel namentlich für Siibersachen seinerer Art. Ein findiger Unternehmer aus Wien hat der Gemeinde die alljährliche Nutzung des gemeindlichen Schachtelhalmbestandes abgepachtet und erntet jedes Jahr zirka 500 Kilogramm. Die Gemeinde erzielt daraus einen jährlichen Pachterlös von 400 Mark. Taß Schachtelhalm als Butreinigungsmittel vielfach in Form von Tee Verwendung findet, dürfte ebenfalls allgemein bekannt sein.„„„ # Bumur. Nach den Vorschriften. Alte Dame in der Elektrischen:„Wenn ich für den Hund bezahlt habe, darf er doch wohl auch einen Sitz einnehmen?" Schaffner:„Gewiß, znädige Frau, aber er muß sich nach den Vorschriften richten und darf die Füße nicht auf die Bank legen.“ 1pun * Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises. General=Anzeiger für den Kreis Horde. Haupt-Annoncenblatt. Gundula. #C Roman von A. von Crrstedt. b)(17. Jorsetzung)(Nachdruck verboten.) elch ein beruhigendes Gefühl wird es für deinen Papa sein, dich unter meinem seine Züge wider. Düren wggag der zu Zuerigg ausSchutz, in meiner zärtlichen Fürforge ständig ergragt, wohl eine I;, zugenguicget wirge ein wohlgeborgen zu wissen. Er wird auf= gestandenen Strapazen. um so jugendlicherm atmen, daß du dem Bereich der mißgünstigen, gehässigen Sippe entronnen ( bist. Ich habe soeben an Papa geschrieben und ihm den Vorfall in all seinen Einzelheiten geschildert. Er wird in zwei Stunden bei uns sein, und wir werden deinen Geburtstag festlich begehen. Dann nimmst du Abschied von Papa, und morgen in aller Frühe reisen wir ab. Das soll ein Leben werden! Stelle dir einmal vor, statt der ewigen Angriffe und Hetzereien wirst du Liebe empfangen, wohin du auch kommst. Und wenn du einen Wunsch hast, Kind, er ist dir im voraus erfüllt. Das gilt nicht nur für heute und morgen, sondern für alle Zeit.“ Es mochte dem Kinde langsam die Erkenntnis des unschätzbaren Glücksumstandes dämmern, der sie, die Geduldete, Mißachtete, mit einem Schlage zu einem beneidenswert glücklichen Menschenkinde machte. Sie schlang beide Arme um den Hals ihres Oheims und tüßte ihn in überwallender Dankbarkeit. „Du bist so gut und tlug, Onkel Otto, ich gehe mit dir und will auch immer bei dir bleiben.“ „So ist's recht, mein Liebling,“ sagte er, ihr goldiges Haar zärtlich streichelnd,„du sollst es nie bereuen, dich mir anvertraut zu haben. Wir gehen ganz fort von hier. In H., wo ich mir eine schöne Villa gekauft habe, wirst du leben wie eine Prinzessin.“ 11. Kapitel. Seit jenem denkwürdigen Tage waren volle acht Jahre verflossen. Wieder lachte ein warmer Sommertag, und die Sonne glühte am wolkenlosen Himmel. Otto Düren stand auf der blumenumwucherten Veranda, von der aus man den größten Teil des Gartens überschauen konnte. Aber wohin er auch ständig ergraut, wohl ehzg,selo, zlicher wirkte sein gestaudbenen Strapazen. um so jugendlicher wirkte, sein frisches, rotes Gesicht, das in blühender Gejundheit stieg die wenigen Stufen zum Garten und wandelte hier langsam auf und ab. Prsceuen; verloren ließ er die Jahre, wo Gundula Hause lebte, an seinem Geiste vorüberziehen. Es wi eine wolkenlos glückliche Zeit gewesen. Mit der war Inhalt in sein Leben gekommen, es ging mehr zwecklos dahin, die Leiden und Freuden Jugend nahmen ihn mit in Anspruch. Aber gerade heute war wieder so ein Tag. der wahrscheinlich einen Wendepunkt in ihrem gleichmäßigen Zusammenleben bedeutete. Ungeduldig wartete Düren auf das Erschei seiner Nichte. Er hatte ihr eine wichtige Mitreilung zu machen. Kam sie denn nicht? Sie war doch nicht etwa, ohne Adieu zu sagen, ausgegangen Doch da tauchte schon ihr weißes Kleid auf. Wie eine Zwölfjährige kam sie dahergerannt, mit ihrer Windspiel um die Werte! Julg Ziese wunderAber war das wirklich Gunouta, viese wunversame Schönheit mit dem blendend klaren Teint, der heiter strahlenden Augen und der wuchtigen Fülle Das war aus dem verschichterten kleinen bleichsüchtigen Mädchen geworden! Liebevolle Pflege der und des Körpers hatten ein Wunder vollbracht, Gundula hatte sich zu einer Schönheit ersten Ranges entwickelt. Mehr aber noch als ihr schlanker, und ihr bezauberndes Antlitz fesselle ihr reizendes, natürliches Wesen, der holdselige Ausdruck in ihren weichen, fast noch kindlichen Zügen. So wie ihr Oheim es prophezeit, war alles eingetroffen. Alle Herzen flogen Gundula entgegen, um im die über wohin er. aucg 9., sie kam, wecke und empfiung sie Liebe. s weiden Bleide wiche Vy Der, Reichtun ihres Oheins wob eine Glorie ot, und Dur galeig zu sezten Winter war sie erst in die Geselschast einge. So Hudere er sich eine Bgane an ud vih) voy Zagz Gudelsz iundich harmieiz, ees. uadert: odte er laut, ziucy, sie erkannten, daß Mierna bichte den Hern aus lugen Augen an Gteisczureggere gage“ 33tauer de guderen weit übertroffen und sich durch Gundulas und sprang dann in langen Sätzen davon. Mit tiefem Behagen rauchte Düren seine Zigarre, nicht abschrecken lassen, ein Italiener, welcher sich Comte Giovanni Bethoni nannte. Düren seufzte ein wenig. Denn mit heimlicher Angst dachte er an die Trennung von seinem Liebling. Doch fern lag es ihm, ihrem Glück hinderlich zu sein. Eines Tages würde sie ihn verlassen und dem Manne folgen, welchem sie ihr Herz geschenkt, das war der Lauf der Dinge. Düren hatte sich längst darauf vorbereitet. „Komm einmal her, Wildfang!“ rief er seiner Nichte entgegen,„und rate, was ich für dich habe, es ist etwas ganz Besonderes!" „Hoffentlich etwas Gutes!“ entgegnete Gundula, ihren Arm zutraulich in den ihres Ontels legend. „Selbstverständlich! Erfreulich ist es stets, wenn ein junges Mädchen einen Heiratsantrag bekommt. Der Comte Bethoni bittet um deine Hand. Willst du Contessa Bethoni werden?" Gundula wußte zunächst vor Ueberraschung nichts zu sagen. Aber aller Frohsinn war plötzlich aus ihren Zügen geschwunden. „Ist es dein Wunsch, Onkel, daß ich ihn heirate?“ fragte sie zagend. „Aber Gundel,“ äußerte Düren lächelnd,„was bist du noch für ein Kind! Wie kann es denn mein Wunsch sein, daß du den Comte heiratest. In dieser Sache hast du ganz allein zu entscheiden. Und wenn du Bethoni wirklich liebst, wirst du ihn heiraten, auch gegen meinen Willen." Das junge Mädchen hatte sehr beklommen zugehört. Nun aber atmete es auf.„Den sollte ich lieben?“ rief es kopfschüttelnd,„den unsympathischen, heuchlerischen Menschen?“ „So gilt er dir gar nichts?“ sondierte Düren,„du warst stets freundlich gegen ihn!" „Aber nur, liebster Onkel, soweit ich es dem Comte als deinem Gast schuldig war. Wenn du nicht zugegen warst, hat Bethoni manches Wort von mir zu hören bekommen, das wohl jedem anderen Kavalier das Wiederkommen verboten hätte.“ „So, so,“ äußerte Düren vergnügt,„du lehnst also Bethonis Antrag ab, denkst nicht daran, eine Contessa zu werden?“ „Jedenfalls keine Contessa Bethoni,“ lachte nun auch Gundula,„Himmel, wie du mich erschreckt hast, Onkel, ich glaubte schon, du wolltest mich zwingen, den Menschen zu heiraten.“ „Aber Kind, welch törichte Idee! Und nun du mir deinen Entschluß mitgeteilt, will ich dir auch offen sagen, daß ich sehr beunruhigt um deine Zukunft gewesen wäre, wenn du Bethonis Antrag angenommen hättest. Der Italiener ist auch mir in hohem Maße unsympathisch.“ „Das beruht auf Gegenseitigkeit, du kannst es mir glauben, Onkelchen. Er liebt nicht meine Person, sondern mein Geld. Schreib ihm so rasch wie möglich, daß er nichts zu erhoffen hat.“ „Das will ich schon tun, Gundel, für mich ist die Angelegenheit erledigt. Komm nun zum Frühstück, ich habe Hunger. Und sollte der Comte trotz der erfahrenen Abweisung seine Besuche wiederholen, so wirst du seine feurigen Huldigungen in Schranken zu halten wissen.“ Onkel und Nichte nahmen an dem reich gedeckten Tische Platz, und Gundula legte ihm vor. „Hast du unseren neuen Nachbarn, den Baron Stefany schon gesehen?" fragte Düren nach einer Weille „Ich sah ihn von weitem. Ein schrecklicher Mensch, vor dem man sich fürchten kann, solch einen großen, schwarzen Bart hat er. Schade, ich hatte mich sehr auf die neue Nachbarschaft gefreut, nun ist's wieder nichts damit. Wenn der Herr Baron bei uns Besuch machen sollte, laufe ich weg, so fürchte ich mich vor ihm.„ „Nun, er wird doch nicht allein commen, sondern seine junge Frau mitbringen. Ich hörte, daß er verheiratet ist.“ „Ach—!“ Dürens letzte Bemerkung schien eine ganze Gedankenskala in Gundula zu wecken. Doch sich dessen bewußt werdend, sagte sie rasch: „Nun, hoffentlich ist seine Frau weniger abschreckend als er selbst. Vorläufig werden wir ja nicht viel von den Nachbarn sehen und hören, da wir in der nächsten Woche reisen. Ich habe große Sehnsucht nach der herrlichen Nordsee. Weißt du noch, Onkelchen? Damals, vor acht Jahren, als du zu meiner Befreiung herangeschwirrt kamst, gingst du zum ersten Male mit mir an die Nordsee. Ach, Onkel, war das eine köstliche, unvergleichliche Zeit— einfach unvergeßlich! Wie müssen sie mich armes Kind eingeschüchtert haben; denn noch oft in der Nacht wurde ich munter, weil ich Erwins hämische Stimme zu hören glaubte!“ „Du warst so verstört, mein armer Liebling, daß ich anfangs fürchtete, du würdest dich nie ganz von den seelischen Qualen erholen, welche du unter der lieblosen Behandlung jener Menschen zu erdulden hattest. Aber zu meiner großen Freude wich alsbald der Druck von deinem Gemüt, du wurdest heiter, zutraulich und harmlos. Gottlob, ich war noch nicht zu spät gekommen!“ „Mir ist es nur unbegreiflich, daß Papa nicht zuweilen Sehnsucht nach mir hat. Wie selten habe ich ihn in der langen Zeit wiedergesehen, und bei unserer letzten Begegnung schien er sogar aufzuatmen, als es ans Abschiednehmen ging.“ „Ach, damals in Ems! Wie lange ist das her! Fünf Jahre! Eine lange Zeit im Leben eines jungen Mädchens! Du glaubst dich von Papa vergessen, Kind? Da bist du wieder einmal im Irrtum. Er scheut nur vor neuen Konflikten zurück, und die Gemahlin wird im Laufe der Zeit immer größeren Einfluß auf seine Entschließungen ausüben. Die Sehnsucht könnte ihn noch so arg mitnehmen, er verbirgt sie, womöglich gar vor sich selbst. Dein Vater führt kein beneidenswertes Leben, Gundula.“ und eben darum tut er mir oft so „Ich weiß es, leid!“ Düren drohte trüben Gedanken mit dem Finger.„Hänge mir nicht nach, du schadest dir dadurch und schaffst keinem Vorteil. Deinem Vater ist nicht zu helfen.“ In diesem Moment wurde der Comte Bethoni gemeldet, und Düren erhob sich, um dem Italiener entgegenzugehen. Giovanni Bethoni war eine schöne Erscheinung, in seinem Auftreten sehr gewandt und von tadellosen Manieren. Abstoßend wirkte freilich der stechende Blick seiner kleinen, dunklen Augen. Aber als er Düren und dessen Nichte so zuversichtlich, als gehöre er bereits verwandtschaftlich zu ihnen, begrüßte, konnten sich beide einer leichten Verlegenheit nicht erwehren. Es den Comte ohne weiteres fühlen zu lassen, daß seine Werbung abgewiesen werde, gewann Düren nicht über sich, dazu war er zu feinfühlend. Im Gegenteil, zeigte er sich vielleicht entgegenkommender als sonst, in dem Vorgefühl, daß er gezwungen war, dem jungen Manne Schmerz zu bereiten. Ein wenig hilflos bat Düren seinen Gast, Platz zu nehmen, und in diesem Augenblick gesellte sich Frau von Ransow, die Hausdame und mütterliche Beschützerin Gundulas, zu ihnen, und nun gewann auch Düren seine Haliung zurück. (Fortsetzung folgt.) K. 8 5 m 55 * 5 R 8 E 55 S 5 ** * — Denkspruch. Geteilter Schmerz ilt nicht mehr Schmerz, Geteilte Wonnen nur sind Wonnen.— Geteilte Fieude ist ganze Freude. Geicilter Schmerz geheilter Schmerz. Fr. Rückert. Ferienfreuden. Humoreske von Marie Scheller. (Schluß.)(Nachdr. verboten.) Der Oberlehrer sah mit Staunen und Grauen die mit der Leserin vorgegangene Verwandlung. „Lieschen, rasch ein Glas Wasser,“ rief er seiner ebenfalls bestürzt dreinschauenden Frau zu.„Tante wird ohnmächtig.“— „Papperlapapp, Dummheit, ohnmächtig! hätte gerade jetzt Zeit dazu, wo mir das Haus mit allem, was drin ist, abgebrannt! Die Papiere hab' ich, Gott sei Dank, ja der Bant übergeben, und das Haus ist hoch versichert, aber dennoch— ich muß gleich fort.“ „Aber Taute, Tante Auguste, was fällt dir ein!“ riefen die Gatten wie aus einem Mund und warfen sich bedeutungsvolle Blicke zu.„Uebergeschnappt, rein übergeschnappt,“ murmelte Werner vor sich hin. „Da, da, denkt wohl gar, ich bin verrückt!“ schrie die Tanie,„hier habt ihr's schwarz auf weiß.“ „Waldheim. Ein gewaltiger Brand ist auf noch unaufgellärte Weise in edem kleinen Ort Waldheim ausgebrochen und hat die Häuser des Marktplatzes fast alle in Asche gelegt; an Retten war bei dem herrschenden Wind nicht zu denken.— Eine in einem Hause alleinwohnende, ältere Frau soll in den Flammen umgekommen sein.“ lieke, meine alte, treue Riefe, sie ist verbrannt! t!“ jammerte die Tante;„schafft mir schuell meinen Koffer, pack' ein, Luise, ich muß fort, sogleich, wann geht der nächste Zug?“ „Aber, liebe Tante,“ hob beruhigend der Oberlehrer an,„jetzt in der Nacht kannst du doch unmöglich die weite Reise antreten! Wenn die Nachricht auf Wahrhett versthe. 4 7 „I, warum soll's denn nicht wahr sein! rief Tante Auguste erbost,„und wenn es mir im Grunde genommen auch recht ist, wenn ich für die alte Baracke das schöne Versicherungsgeld bekomme, dort sein muß ich doch, eine alleinstehende Frau wird gar zu leicht betrogen.“ Nach vielem Zureden ließ sich die Aufgeregte dazu bewegen, bis zum nächsten Morgen zu warten, und den Neunuhrzug zu benutzen, der den besten Anschluß hatte. Mit sehr gemischten Gefühlen begrüßte die tleine Familie den anbrechenden Tag: Tante Auguste, siebernd vor Erwartung, nahm ein Brausepulver nach dem anderen, um sich ruhiges Blut zu verschaffen; Oberlehrers mit einem Gefühl innerer Befriedigung, daß die Leidenszeit so rasch zu Ende, nur Fritzchen, der sich so sehr an das Wesen des Gastes gewöhnt, schaute trübselig drein, ganz früh war er schon in den Garten geschlichen und hatte aus Küchenkräutern, Blumen und Unkraut, was seine kleinen Hände gerade zu fassen betamen, einen großen Busch zusammengebunden, den er, indem ein paar Tränen über die dicken Bäckchen rannen, der Tante auf das Bett legte und ihr dabei ins Ohr flüsterte:„Die anderen sind dir gar nicht gut, aber ich, ich hab' dich eigentlich doch lieb,“ was ihm einen Kuß, eine unerhörte Liebkosung, von der Ueberraschten eintrug. Dann kam das letzte gemeinschaftliche Frühstück, bei dem die Frau Amtmann zum ersten Male vergaß, etwas zu tadeln, aber sie fragte wohl zum zehnten Male nach der neuen Morgenzeitung, um etwas Näheres über das Brandunglück zu hören, eine Frage, die der Neffe eben sanft mit einem„Unbegreiflich, wo die heute gerade bleibt,“ erwidern mußte.— So blieb denn nichts übrig, als ohne weitere Aufklärung und nach kurzem, kühlem Abschied von der Nichte— Fritzchen war einem solchen heulend aus dem Weg gegangen— mit dessen Ungeheuer von Strauß in der Hand— einen zweiten, kostbaren, den der Gärtner geliesert, hatte sie als unnütze Geldausgabe unwirsch zurückgewiesen,— mit dem Neffen in den harrenden Wagen zu steigen. Ein letztes Händeschütteln, und fort ging es dem Bahnhof zu. Nach einer halben Stunde kam der Oberlehrer von der Bahn zurück, und wie vor drei Wochen, trat er, den Hut schwenkend, zu seiner Frau.„Hurra, Liesel, sie ist fort, wirklich fort, und uns bleiben noch ganze acht Tage Ferien, wir Glücklichen!“ „Und da geht's nun doch noch auf den Berg, Mann, Hurra!“ Als sich der Freudensturm gelegt, an dem nun auch der Bubi regen Anteil genommen, reichte Frau Werner ihrem Mann die schmerzlich vermißte Morgenzeitung.„Aber, sag' nur, Karl, hier ist ja das Blatt, es lag in deinem Zimmer, mit einem Buch zugedeckt, du mußt es doch selbst dorthin gelegt haben?“ „Leugne ich auch gar nicht, Schatz! Denn sieh her, lies, und sage mir, ob du glaubst, daß die Ferienwoche zu retten gewesen wäre, wenn der gnädigen Tante diese Notiz zu Gesicht gekommen wäre.“ „Druckfehlerberichtigung. Der gestern berichtete große Brand fand nicht in Waidheim, sondern in dem nahe gelegenen Ort Feldheim statt.“ Erschrocken hatte Frau Werner diese Zeilen gelesen.„Karl, du bist ja ein ganz durchtriebener Kunde. Die Ferienwoche hast du allerdings gerettet, aber, aber — wenn du nur nicht die Erbschaft dadurch verloren hast!“— Prief Nach einigen Tagen traf von der Tante ein Frie folgenden Inhaltes ein.„Geehrter Nesse! Auf meiner Reise war ein Herr so freundlich, mir die Bertiner Morgenzeitung, die Du angeblich nicht erhalten haben wolltest, zu überlassen. Ich sah natürlich gleich, wo der Fuchs herausschaute. Du wirst Dich daher nicht wundern, wenn ich Dir sage, daß dies mein letzter Besuch bei Euch gewesen ist, und daß ich, dank Deiner freundlichen Behandlung, in meinem Testament eine kleine Aenderung habe eintreten lassen, nach welcher Du nicht den geringsten Anspruch auf meine einstige Hinterlassenschaft zu erheben hast. Deine Tante Auguste Schnorke.“ „Zum Kuckuck,“ schrie der Oberlehrer erbost,„wer hätte auch daran denken können, daß die Geschichte mit der Zeitung schief ginge, na, den Besuch der Tante Gustc sind wir, Gott sei Dank, los.“ „Und die Erbschaft auch,“ ergänzte Frau Werner betrübt. Es war kein Wunder, daß hiernach auch die letzte Ferienwoche ihren Rei; verloren hatte und der Oberlehrer froh war, als die Schulen wieder ihren Anfang nahmen, was sonst sein Fall gerade nicht war. Das Leben im Wernerschen Hause verstrich in gewohnter Weise, der Sturm, den die verlorengenungene Erbschaft erregt, hatte sich wieder gelegt, man suchte das Unvermeidliche mit Würde zu tragen, als abermals ein Schreiben aus Waldheim die Gemüter erregte. Notar Schmidt daselbst machte im Auftrag der Frau Oberamtmann Schnorke die Mitteilung, daß diese dem kleinen Fritz Werner, als dem einzigen der Familie, der sich aufrichtig zu ihr gezeigt, nach Voll—.—