Aegelmäßige Bellagen: Schwerter Hausfrau und Mutter. Aus dem Reiche der Mode. Heimatdlätter. u Lustiges Altertei. Kinderzeitung: Unser Biatt. nUnterhaltungs- u. Nomanbeilage.n Spiel, Sport und Curnen. u Lebensbild. Kunst u. Willen.n Gartenratschläge. Verbuncken mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Ceikszeitung Schwerter Velksbirtt Gestheiener Zettung Oeterbecher Langscheder Zeitzung Amtliches Kreisblatt für den Kreis Börde. beizwichener Zeitung Generckanzeiger für den Kreis Hörde. Die Schrater Schuer michef werktäglich. a Hanptgeschäftssteue, Druck und Verlog: Carl Braus. Telegr. Adr.:= Braus, Schwerteruhr. Cel. 62. Postscherk. Vortnund 2852 Verantwortliche Schriftleitung: Karl Richter; Stadt und Proom# Friedr. Kraas; sämtlich in Schwert## Nr. 188 Samstag, 12. August 1922 55. Zum Geleit. Und ob die Wolke sie verhülle. Die Sonne bleibt, am Himmelszelt. Es ist ein ewig=reiner Wille, nicht bloßem Zufall dient die Welt. (Joh. Friedrich Kind.) Neueste politische Nachrichten. Auf der Londoner Konferenz soll es zwischen Poincaree und Lloyd George zu einer Einigung gekommen sein. Höchstwahrscheinlich wird dir ganze Angelegenheit der Reparationskommission überwiesen werden. Die deutsche Schiffahrt nach Austra= lien wurde gestern wieder ausgenommen. Als erstes deutsches Schiff seit dem Kriege ist der Dampfer„Hauau“ in Australien angekommen. * Der Arbeiterzeitung zufolge fand in Naukirchen(Oesterreich) eine Teuerungskundgebung der dortigen Industriearbeiter statt, welche eine Abordnung zur Regierung entsenden werden. Wie das Blatt ausführt, sind die Lebensmittel in den letzten Tagen um durchschnittlich 50—70 Prozent gestiegen, wodurch die Lebenshaltung sich um etwa die Hälfte verteuerte. * In Insbruck fand ein Massenumzug der Arbeiterschaft statt, welche die schärffte Be kämpfung der Teuerung verlangt. * In Belgrad wurde der radikale Ang. Gaprilovic von Unbekannten aus polittschen Gründen ermordet. * Nach einer Reutermeldung aus Riga verurteilte der Moskauer Oberste Gerichtshof die 15 Hauptführer der Sozialrevolutio näre, darunter eine Frau, zum Tode. * Die Sowjetregierung hat es abgelehnt, den Erzbischof Bensamin aus Petersburg zu begnadigen, der wegen seines Einspruchs gegen die Enteignung von Kirchenschätzen durch die Sowjetregierung zum Tode verurteilt wurde. Vermischte Kunde. Reuter meldet aus Hongkong: Die Leichen von 2000 Opfern bei der Teisunkatastrophe von Gwatan sind geborgen worden. Eine umfangreiche Hilfsaktion ist im Gange. Britische und japanische Behörden führen den am Leben Gebliebenen Lebensmittel zu. * Nach einer Münchener Meldung des Berl. Lokalanzeigers wurden die Oberammer gauer Passionsspiele vom Prinzen von Wales und dem Herzog von Connaughi, König Eduard jüngstem Bruder, incognito besucht Gleichzeitig mit den englischen Prinzen war der englische Außenminister Lord Balfour in Oberammergau. Die Eiffel=Rundfahrt des Allgemeinen Deutschen Automobilklubs war ein Ereignis, wie es noch kaum erlebt wurde. Nach englischem Muster hat man dieser Veranstaltung den Namen„Deutsche Touristik=Trophäe" gegeben. Die Strecke betrug ömal 33 Klm. und bot unendliche Schwierigkeiten. Ein vieltausendlöpfiges Publikum wohnte den Fahrten bei. * Aus Wien wird die Verhökerung des österreichischen drahtlosen Tele graphen=Verkehrs an die englische Marcowi=Gesellschaft gemeldet, obwohl das Angebot der Deutschen Telefunken=Gesellschaft, die bisher zur größten Zufriedenheit den Dienst versah, mindestens so günstig war wie das der englischen Gesellschaft. Er hat eine heftige Opposition wegen dieser Auslieserung des Radio=Verkehrs an ein Entente=Uebernehmen eingesetzt, die haupts#chlich von der vielgelesenen„Arbeiterzeitung" ausgeht. EnL E RIMMANLS Kürzlich stießen einige Schulknaben bei einer Streife durch die Umgebung von Budapest auf Ueberreste römischer Denksteine. In den letzten Tagen hat eine Schar von ungarischen Pfadfindern das Gebiet durch Grabungen frei=gelegt. Dabei kam ein vollständiger römischer Kirchhof von beträchlichem Umfange zum Vorschein, der etwa aus dem 4. Jahrhundert nach Christi Geburt stammt. Die Stätte zählt mehrere hundert Gräber. In der Nähe befinden sich die Ueberreste eines römischen Tempels und anderer Gebäude. Auch sind große Mengen römischer Waffen und Rüfrungen zutage gefördert worden. Die letzte Die deutsche Reichsregierung hatte sich tedlich und unter allgemeiner Anerkennung bemüht, den Alliierten zu beweisen, daß es Deutschland unmöglich sei, die von uns verlangten Ausgleichszahlungen von 2 Millionen Pfund„Sterling monatlich zu entrichten, aber Poincaree hat nicht hören wollen. Wir hatten unseren guten Willen durch das Angebot von 10 Millionen Goldmark dargetan, aber auch das hat nichts geholfen. Denn in Paris herrscht der Grundsatz:„Annektieren bringt mehr ein als einkassieren.“ Deutscher Besitz ist den Franzosen wertvoller als deutsches Geld. So ist denn mit den rechtswidrigen Retorsionen begonnen worden, und andere sollen folgen, wenn wir nicht zahlen, was wir nicht haben. Aber es scheint doch, als ob die Bäume des Hochmuts an der Seine nicht in den Himmel wachsen sollen. Lloyd George ist noch niemals seinem französischen Kollegen so energisch gegenübergetreten, wie jetzt auf der Londonex Konscrenz, er hat offen ausgesprochen, daß von dem ruinierten Deutschland nichts Unmögliches verlangt und daß uns, die wir guten Willen gezeigt hätten und total entwaffnet seien, auch nichts Unbilliges zugemutet werden könne. Nach der Meinung des englischen Staatsmannes müssen wir im Interesse des europäischen Wirtschaftslebens die erforderliche Atempause bekommen, um uns zu erholen; aber nach wie vor ist nur von einer Stundung u. einer späteren Hilfe durch eine Anleihe die Rede, an einen Erlaß unserer Shulden ist einstweilen nicht zu denken. Alle Ententestaaten, nicht nur Frankreich, stimmen Klagelieder an, daß der Zustand ihrer Finanzen alles zu wünschen übrig lasse. Sic sind deshalb mit Lloyd George einverstanden, uns verschnaufen zu lassen, damit wir Kräfte zum Bezahlen gewinnen. * Die matcrielle Lage der Deutschen Republik wird durch den jammervollen Stand der Mark bis zum Ueberfluß an Deutlichkeit illustriert, aber Frantreich will sie doch nicht wahr haben. Poincarce beharrt gegenüber der Meinung aller anderen Staatsmänner bei seiner Anschauung, oder, genauer gesagt, bei seinen Vorwänden für seine Gewaltpolitik. Frankreich sei selbst bald bankerott, es wird von Deutschland bedroht. Deutsch= land müsse bezahlen, es könne zahlen, und wenn es eine Stundung haben wolle, dann müsse er hypothekarische Pfänder geben. Das ist der Weg zu den Annektionen, der aber Deutschland nicht etwa zahlungsfähiger macht, sondern unserem Kredit den letzten Vertrauensanspruch raubt. Das haben ja auch die Ententesachverständigen der Londoner Konferenz in ihrem Gutachten, wenn auch verklaufuliert, ausgedrückt. Poincaree wird also diesmal mit seinem dicken Kopf nicht mehr durch die Wand rennen können. Man wird „Kompromisse“ suchen und finden, die das Problem wieder auf die lange Bank schieben. Man scheint zu glauben, der Einfluß der Zeit muß die Franzosen allmählich lehren, was ihnen dienlicher ist. Frankreich hat zu wählen zwischen eine Goldzahlung aus der amerikanischen Anleihe oder einem Nichts von Deutschland, das nicht zahlen kann, weil es nichts mehr hat. Wenn Poincatee aber keine Vernunft annimmt, gibt es für Frankreich kein Geld. Ecs-ALKTTES IX ATNNEE In diese Woche fällt auch der dritte Jahrestag der deutschen Verfassung durch die Nationalversammlung in Weimar am 11. August 1919, die sich als Bindeglied für die deutschen Freistaaten bewährt hat. Daran sollen auch die bayrischen Vertreter denken, wenn sie jetzt in Berlin über die Ausführung des Gesetzes zum Schutze der Repu blik verhandeln. Die Londoner Tagung. TUI. Pacis, 12. Aug. Die für gestern vormittag einberufene Vollsitzung der Konferenz mußte verschoben werden. Eine Unterredung der drei Premierminister galt der Prüsung eines Kompromisses auf Grund neuer englischer Vorschläge, die aus 10 Puntien bestehen. Man neigt zu der Annahme, daß eine Verständigung erzielt werden wird. Die Sonderberatung der drei Ministerpräsidenten wurde nachm. um 4 Uhr bis in die späten Abendirunden fortgesetzt. Die französischen Blätter berichten, daß eine Verständigung auf gutem Wege sei. Die Verfassungsfeier in Die zur Feier des dritten Geburtstages der neuen Reichsverfassung von der Reichsregierung veranlaßte Veranstaltung im Reichstag begann um 12 Uhr. 10 Minuten vor 12 Uhr begann die Auffahrt der Reichsminister an der großen Freitreppe, wenige Minuten, später traf der Reichskanzler ein, der den Reichsprä sidenten Ebert um 19 Uhr empfing. Unter den Klängen des Liedes„Deutschland, Deutschland über alles“ das die Spielleute mit dem Präsentiermarsch begleiteten, schrin er die Front der Ehrenkompagnie ab. Dann begrüßte er die ihn auf der Freitreppe erwartenden Minister und betrat mit ihnen durch das weitgeöffnete große Portal das Volkshaus. Der große Sitzungssaal des Reichstages war nach den Entwürfen des Reichskunftwarts Dr. Redslob mit Eichenlaubgewinden und schwarz=rol=goldenen Tüchern schlicht, aber würdig geschmückt. Im Mittelfelde der Wandfläche war über dem Präsidialsitz der neue Reichsadler angebracht, unter ihm im Rahmen von Eichenlaub die Worte„Einig keit und Recht und Freiheit“ aus dem Liede, das heute zum Lied der deutschen Republik geworden ist. Unter den Brüstungen der Tribüne breiteten sich auch die Wappen der deutschen Länder zum erstenmal in der neuen Form aus. Der badische Staatsphäsident Hummel begrüßte in seiner Rede den Reichspräsidenten und den Reichskanzler als Badenser und überbrachte ihnen den Ausdruck des Vertrauens des badischen Volkes. Vor allem lägen in der Verfassung seelische Werte. Ihn demotra tischer und sozialer Inhalt sei ein unveräußerliches Gut des deutschen Volkes geworden. Die Verständigung zwischen Bayern und dem Reich werde begrüßt und als ein einmütiges Befennt nis Süddentschlands zum Reiche festgestellt. Die Rede schloß mit einem Hoch auf die deutsche Republik, das deutsche Volk und das deutsche Vaterland. U. a. sah man die Berliner Gesandten der Länder, am Regierungstisch zwischen dem Reichskanzler Dr. Wirth und Vizekanzler Bauer saß der badische Staatspräsident Hummel. Fast das gesamte diplomatische Korps war zugegen. In der früheren Hofloge saß der Reichspräsi dent zwischen dem Reichsminister Dr. Köster und dem preußischen Minister am Zehnhoff. Außerdem hatte der Schöpfer der neuen Reichsverfassung. Minister a. D. Dr. Preuß, als Ehrengast in der Loge Platz genommen. Kurz nach 12 Uhr begann die Feier mit der Beethovenschen Ouvertüre zu„Egmont“, ausgeführt vom Philharmonischen Orchester unter Leitung Leo Blechs Dann betrat der badische Staatspräsident Hummei die Rednertribüne und hielt obige Festrede. Nachdem Hummel geendet hatte, erhob sich die Versammlung und sang stehend„Deutschland, Deutschland über alles“. Telegrammwechsel zwischen Hardiug und Ebert Berlin, 11. Aug. Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika hat anläßlich des Versessungslages an den Reichspräsidenten folgendes Telegramm gerichtet: Präsident Ebert, Berlin. Zur Wiederlehr des Tages, an dem Deutsitzland die republitanische Staatsform angenommen hat, bin ich glücklich, Ihnen meine aufrichtigen und guten Wünsche und meine Hoffnung auszudrücken, daß die große deutsche Republik stets vorwärtsschreite auf den Wegen des Friedens, die zu einer guten Verständigung, zu Gedeihen und Glück führen. Unterschrift: Warren S. Harding. Der Reichspräsident erwiderte hierauf: Präsident Harding, Washington, Aufrichtig erfreut durch Ihr freundliches Gedenken des Verfassungstages bitte ich, mit herzlichem Danke meine Wünsche entgegenzunehmen für das Wohlergehen der Vereinigten Staaten. Deutschland hofft, das die gleichen Grundsätze und Ideale unserer gemeinsamen republikanischen Staatsform zu einer guten Verständigung und glücklichen Zukunft unserer Völker führen mögen. Unterschrift: Ebert. * Zur Verfassungsfeier im Reich. 21. Berlin, 12. Aug. Auch im Reiche sind die Versassungsfeiern ruhig verlaufen. An Weimarer Nationaltheater wurde eine schlichte Bronzetafel enthüllt mit der Inschrift:„In diesem Hause gab sich das deut# sche Voli durch seine Nationalversammlung dir Weimarer Verfassung vom 11. August 1919.“ Einigung mit Bayern. 2U. Berliu, 11. Aug. Die Verhandluagen zwischen der Reichsrezierung und der bayerischen Abordnung unter Führung des Ministerpräsidenten Grafen Lerchenfeld haben zu einer vollständigen Einigung geführt. Die bayerische Verordnung wird danach außer Kraft gesetzt und das Reichsschutzgesetz der Republik einschließlich des Reichskriminalgesetzes wird auch in Bayern zur Anwendung gelangen, jedoch mit weitgebenden Garantien seitens der Reichsregierung für die Wahrung der Hoheitsrechte der Länder. Das Ergelmis der Verhandlungen ist in einem Protokoll zusammengefaßt, das für die Reichsregierung vom Reichskanzler Dr. Wirth und für die bayerische Regierung von dem Minifterpräsidenten Grasen Lerchenfeld, unterzeichnet wurde. Die Vertreter der bayerischen Regierung sind wieder nach München abgereist. Die Rückgabe deutschen in Italien. Rom, 11. Aug. Ueber die Ausführungsbestimmungen des Abtommens über den Rückkauf deutscher Güter in Italien erfährt die Agentur„Volla“ folgende Einzelheiten: Die erste Rate von 135 Millionen Lire ist von der deutschen Regierung sofert nach der Genehmigung des Vertrages zahlbar. Nach dieser Anzahlung wird das entsprechende Morilar freigegeven. Der Gesamtbetrag ist innerhalb 8 Jahren zahlbar. Die italienische Regierung behält sich Beschlagnahme der Mobilien vor, falls Deutschland seine Verpflichtungen nicht einhält. Die Deutschen können die sofortige Rückgabe ihrer Güter gegen eine entsprechende Hinterlegung verlangen, bis ihre Regierung bezahlt hat. Verschiedenen Staatsangehörigen der Mittelmächte sind in Anbetracht besonderer Umstände ihre Güter von der italienischen Regierung zurückerstattet worden. Hierzu gehören der österreichische Botschafter von Lützow, das deutsche Institut für Kunstgeschichte und das österreichische Geschichtsinstitut. a ie Massenausweisungen im Berlin, 12. Aug. Der Reichsregierung ist die achricht zugegangen, daß in Paris eine Ver hal note der französischen Regierung übergeben purde, welche den Inhalt der bereits in der Erbreiteten Meldung über die Ausweisung deuther Staatsangehöriger bestätigt. Danach llen 500 deutsche Staatsangehörige aus ElsaßKothringen bis zum 12. August ausgewiesen wer. Jen. Es wird ihnen gestattet, Handgepäck, sowie #en Gegenwert von 10000 d für eine Familie und 5000 A für die unverheiratete Person mitKunehmen. Die Ausweisung weiterer 500 Deut her wird angekündigt für den Fall, daß die franisischen Forderungen nicht erfüllt werden. Der Kreislauf der Dinge beginnt von Aus Stadt und Land. Schwerte, 12. August durch den König Erinnerungen. ##009 Gottfried von Bouillon gewinnt Sieg bei Astalon Palästina. 714 Kurfürst Georg von Hannover wird von England. 848 Der Begründer des Eisenbahnwesens George Stephenson gestorben. B. August 1722 Gründung der Herrnhnter Brii dergemeinde durch Graf von Zinzendorf. ###06 Baden und Hessen=Darmstadt werden Groß herzogtümer. 4809 Sieg der Tiroler unter Andreas Hofer am Berge Isel. 4849 Ungarn unterwirft sich der österreichischen Herrschaft. 913 Aug. Bebel gestorben. 919 Die neue deutsche Reichsverfas sung tritt in Kraft. Sonntagsworte. Bei den einen ist es das Gespenst der Sorge, as sie innerlich nicht zur Ruhe kommen läßt, anVeren wird der betrügliche Reichtum zu einer chweren, religiösen Gefahr. Die Sucht und die Röorge um die Papiere raubt ihnen alle Sorge für Pas Heil der Seele. Das ist etwas Entsetzliches. senn was hülfe es dem Menschen, wenn er die anze Welt gewänne und nähme doch Schaden an einer Seele. Manchem ist da nur zu helfen. senn er sich innerlich selbst einen gewaltsamen Ruck gibt, einmal einen kräftigen Schnitt macht, burch welchen er abstößt, was ihm zur Gefahr bird und mit einem Stück seines Besitzes gründZich dort helfend eingreift, wo die Not und die Armut Gaben der Liebe erfordern. ** Die Verfassungsfeier ist in unserer Stadt ußerlich nur durch die Beflaggung der öffent Tichen Gebäude(Rathaus. Post, Bahnhof, AmtsFericht. Schulen), von denen die schwarz=rot=golde die Reichsflagge und vielfach auch die schwarzweiße Preußenflagge wehte, in die Erscheinung etreten. In den Mittagsstunden fand im Rar ause für die städt. Beamten und Angestellten ein beschlossener Festakt statt, bei welchem Herr Bürermeister Rohrmann in einer längeren An prache auf die Bedeutung des Tages hinwies. ** Der Haus und Grundbesitzerverein ladet keine Mitglieder für morgen(Samstag) vorm. Uhr zu einer wichtigen Versammlung in hen Kasinosaal des kath. Vereinshauses ein. zU. a. soll über die Festsetzung der Zuschläge zu ###er Grundmiete gemäß den Bestimmungen des „Reichsmietengesetzes Bericht erstattet werden. ** Der Brotpreis hat mit dem heutigen Frage einen ganz gewaltigen Ruck nach oben gePrommen; er ist für Martenbrot fast verdoppett Ffür markenfreies beträgt er 96 0 für ein 6 Pfd. ####schweres Graubrot. Auf die diesbezügl. Bekannt 4. zmachungen sei auch an dieser Stelle aufmerksam agemacht.(Und das Ende vom Liede: Neue LobForderungen, weitere Preissteigerungen auf allen Gebieten. neuem.) ** Bundestagung der westfälischen Handwer ker. Vom 9. bis 11. September wird in Münster die Bundestagung des Handwerks von Westfalen und Lippe abgehalten. Am ersten Tage, nachm. 4 Uhr. beginnt die Tagung mit einer Sitzung des Bundesvorstandes, mehrerer Fachverbände, sowie der westfälisch=lippischen Handwerkskammer. Am Sonntag vormittag werden drei Massenversammlungen abgehalten, an die sich um 2 Uhr ein historischer Festzug anschließt. Mit einer allgemeinen Aussprache der Vertreter am Montag endet die Tagung. ** Wohltätigteits=Konzert. Am heutigen Samstag abend gibt der M.=G.=V.„Edelweiß“ Wandhofen unter Mitwirtung des städtischen Orchesters Hagen und des Konzertsängers KochHagen(Bariton) ein großes Konzert am„Frei. schütz. Das reichhaltige Programm sieht Orchesterwerke von Beethoven, Schubert und Wagner und Lieder und Chorwerte von Bruch, Grieg Landerkennung), sowie Volkslieder vor. Ein Besuch ist umsomehr zu empfehlen, als der Ueber schuß der Blindenfürsorge zufließen soll. Die Notopfersammlung für die Anstalten der Inneren Mission kann annähernd als abgeschlossen gelten. Vereinzelte Gaben und ein Bezirk stehen noch aus. Das Ziel, das sich die hie sige evangel. Gemeinde gesetzt hatte, ist erreicht 100000 M hat die Gemeinde aufgebracht, ein schönes Zeichen für die große Opferwilligkeit, welche auch in jetziger Zeit noch in Schwerte herrscht. Auf das Ergebnis kann die Gemeinde mit Recht stolz sein. ie Quakerspeisung geht weiter. Die Speisung der Kinder durch die Quäker glaubte man mit dem Scheiden der Quäker aus Deutschland für beendet. Wie der Deutsche Zentralausschuß für die ** Westhofen, 12. August. Im Silber= kranz. Am heutigen Tage können die Eheleute Auslandshilfe mitteilt ist aber begründete Aussicht, daß die Speisung den Winter hindurch fortgesetzt werden kann, wenn auch voraussichtlich in verringertem Umfange. Die Mittel dazu werden wie bisher aus Sammlungen in deutsch=amerikanischen Kreisen und durch die deutsche Regie rung zur Verfügung gestellt. Die Fortführung in dem Zentralausschuß übertragen. ** Erhöhung des Milchpreises Wie uns soeben von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, ist der Milchpreis von morgen ab auf 14,50 K pro Ltr. erhöhl werden. ** Ruhe ist des Bürgers Pflicht! In de letzten Nacht wurden von der hiesigen Polizei wieder drei Personen festgenaommen, die durch Lärmen und Toben die nächtliche Ruhe in den traßen der Stadt störten. Hoffentlich wird das „Mandätchen“ nicht zu knapp ausfallen. ** Pilze in Hülle und Fülle. Die Pilzernte in der Provinz Sachsen und im ganzen Staate Braunschweig ist in diesem Jahre so gut, daß die Konservenfabriken nicht die ganze Ernte verar beiten können, die ihnen angeboten wird. Die Konservenfabriken haben den Ankaufspreis für den Zentner Steinpilze von 1300 auf 700 A heruntergesetzt.— Auch in anderen Gegenden Deutschlands, so in Westfalen und auch in der Mark Brandenburg ist streckenweise die Ausbeute außerordentlich groß gewesen. ** Ein Gerücht von der versuchten Entfüh rung eines jungen Mädchens durchläuft seit einigen Tagen unsere Stadt. Das Mädchen soll auf ziemlich gewaltsame Weise in ein Auto gebracht sein. In der Nähe der Ruhrbrücke wäre es dem Mädchen dann gelungen, aus dem Auto zu springen und mit Unterstützung eines gerade vor beikommenden hiesigen Einwohners den Heimweg nach bier anzutreten. Polizeilich ist die etwas mysteriöse Angelegenheit noch nicht gemeldet. Friseur Aug. Schlüter und Frau, Lina geb. Goßmann, das schöne Fest der silbernen Hochzeit feiern. Wir sprechen dem Jubelpaar unsern besten Glückwunsch aus; möge ihm noch ein weiteres Vierteljahrhundert gemeinsamen Erdenwallens beschieden sein. ** Rheinen, 13. Aug. Geflügeldiebe machen die hiesige Gegend unsicher. So wurden in der letzten Nacht den Geflügelställen des Gutspächters Droste und des Landwirts Wilh. Stricker hierselbst, unliebsame Besuche abgestattet bei ersterem drei Gänse und vier Hühner und bei letzterem zwei Gänse gestohlen. Hoffentlich gelingt es, der Bande bald habhaft zu werden. ** Ergste, 12. Aug. Sportfest. Anläßlich des morgigen Sportfestes findet im Hengstenberg schen Lokal eine kleine Feier mit nachfolgendem Ball statt. Der Beginn ist auf 3 Uhr festgesetzt und verweisen wir auf die Anzeige in vorliegender Nummer. ** Avterbeck, 12. August. Die neuen Bro: marten werden ausgegeven: Für die Gemeinde Aplerbeck in der Wachtstuve des Amthauses am Dienstag, 15. Aug., von vorm. 8 Uhr bis nachmittags 3 Uhr. Für die Gemeinde Holzwit kede im Gemeindevüro von vorm. 8 Uhr bis nachm. meinde HangsenC schaft Becker=Hengsen al nachm. 4 Uhr bis 5½ Uhr.. Sölde im Gemeindebüro Aug., von vorm. 8 Uhr bis bis 4½ Uhr in der Schule im Sölderholz. Für die Gemeinde Schüren in der alten Dorsschule am Freitag. 18. Aug., von vorm. 8 Uhr bis nachm. 1 Uhr. Für die Gemeinde Berghofen in der Wirtschaft Schwachenberg am Freitag, 18. Ang. von nachm. 2 Uhr bis 6 Uhr. Aus den Provinzen. für Hagen, 1I. August. Hohe Strafe einen Mehlschieber. Im hiesigen Güterbahnhof verschwanden während der Revolutionsmonate zahlreiche Waggons mit Mehl. Schließlich gelang die Festnahme der Diebesbande, doch konnte der Hauptschuldige nach Dänemark flüchten. Als er mittellos war, wurde er von dort ausgewiesen und hatte sich jetzt vor die hiesigen Strafkammer zu verantworten. Der Angeklagte Rangierer Wasielewski, ließ die Frachtbriefe verschwinden, änderte die Bezettelung usw. Das Gericht verurteilte ihn zu drei Jahren Gefängnis. Seine Helfer aus Düsseldorf, Velbert usw., die den Verkauf zu besorgen hatten, sind bereits früher abgeurteilt worden. Die Polizei kam damals dem Treiben in einer Schieberbörse in Düsseldorf auf die Spur. Lüdenscheid, 11. August. Grauenhafter Fund. Im Walde Bauckhagen bei Altenlüden scheid fand man am 5. August ein menschliches Skelett unter einem Baum liegend. An einem Baumaft befand sich ein Strick. Allem Anschein nach handelt es sich um eine männliche Person, die vor Jahren bereits ihrem Leben durch hängen ein Ende machte. Der Körper ist gänzlich vermodert. Teile eines Rockes und einer Weste waren noch zu erkennen. An den Füßen trug das Skelett 2 Paar Strümpfe, sowie Schaft stiefel, die trotz der fortgeschrittenen Vermoderung noch erkennbar waren. Ueber die Personalien ließ sich nichts ermitteln. Bochum, 11. August. Friedensstörer. In einer Versammlung des Kampfgefährtenvereins, der nach Art der Kriegervereine arbeitet und polizeilich angemeldet ist, erschienen zwei Unde kannte, die zwar Einladungen vorzeigten, aber dem Vorstande fremd waren. Einer von ihnen stellte eine schwarzweißrote Papierfahne auf den Tisch. die aber auf Anordnung des Vorsitzenden sofort enfernt wurde. Als die Teilnehmer der Versammlung das Lotal verließen, wurden sie drau ßen von 20 bis 30 Leuten, die in der Mehrzahl der KPD. angehörten, mit Holzknüppeln überfallen. Es entspann sich eine blutige Schlägerei, nach deren Verlauf der Kampfgefährtenverein das Feld behauptete. Unterwegs wurden die Mitlgieder des Vereins von den Angreifern beschimpft. Von des Ueberfallenen ist Anzeige erstattet worden. Haßlinghausen, 11. August. Schwierige Leichenbergung. In dem alten Steinbruch im Timmerscholl wurde die Leiche eines 20jährigen Mädchens von der hiesigen Feuerwehr nach vieler Mühe geborgen. nachdem man sich schon am Abend vorher vergeblich darum bemüht hatte. Es handelt sich um ein Mädchen von Recklinghausen, das hier zu Besuch weilte. Essen, 11. August. Schrecklicher Tod. In dem benachbarten Karnap stürzte der 2½ Jahre alte Knabe Max Abrott, als er eine Weile unbeobachtet war, in ein auf dem Hofe des elterlichen Hauses befindliches offenes Abwässerloch. Er and, da er nicht die Kraft besaß, sich aus dem Fäkalienschlamm herauszuarbeiten, einen schreck lichen Tod. Als die Angehörigen sich nach dem vermißten Knaben umsahen, war er bereits erstickt. Lippstadt, 11. August. Von den Puffern toigedrückt. Auf dem benachbarten Bahn hof Rüthen geriet der Hilfsschaffner Sauermann zvon hier beim Rangieren zwischen die Puffer zweier Güterwagen und wurde so schwer verletzt, daß er bald nachher gestorven ist. Münster, 11. August. 10000 cA Geldstrafe für Milchfälschung. Die Eheleute Land wirt Georg Kufe aus Ammeln bei Abaus hatten sich gestern vor der Strafkammer hier wegen Milchfälschung zu verantworten. Beide sollen Wasser und Magermilch in die Vollmilch hineingeschüttet haben. Kuse bestreitet dies, dagegen gibt die Frau zu, durch Magermilch die Milch verlängert zu haben. Der Staatsanwalt hielt beide Angeklagte für schuldig und beantragte gegen jeden 6 Monate Gefängnis und 20000 A Geldstrafe. Das Gericht verurteilte die Frau zu 10000. Geldstrafe. Der Ehemann wurde freigesprochen. Recklinghausen, 11. August. Attentat auf einen Personenzug. Unwert der Eisenbahnstation Recklinghausen(Hauptbahnhof) wurde gegen den um 6,27 Uhr abends in Gelsenkirchen eintreffenden Personenzug Haltern—Essen (Hbf.) aus dem Hinterhalt ein scharfer Schuß abgefeuert. Die Kugel durchschlug an einem Wagen beide Abteilfenster. Von den Insassen ist zum Glück niemand verletzt worden. Stadtlohn, 11. August. Ueberfahren und getötet. Ein recht bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich in der Eschstraße. Das dreijährige Söhnchen des Töpfers Joh. Erning geriet infolge scheuwerdens des Pferdes unter das Vorderrad eines Laftwagens und erlitt dadurch so schwere innere und äußere Verletzungen, daß es bald darauf verschied. Solingen, 11. August. Prämien für fre: willige Wohnungsabgabe. Die städtische Wohnungskommission hat beschlossen, denjenigen eine Prämie zu zahlen, die ihre Wohnung frei willig aufgeben, und zwar für zwei Zimmer bis 8000 Al, für drei Zimmer 12 000 und für vier Zimmer 16000. Düsseldorf, 11„Augu. Bronzediebstahl auf einem Friedbofe. In der Nacht vom 2. zum 3. August wurde auf dem Gerresheimer Waldfriedhofe von einem Grabdenkmal eine lebensgroße bronzene Frauenfigur gestohlen. Die Denkmalsanlage war erst vor einigen Monaten errichtet worden. Die Diebe hatten den Stacheldraht der Einfriedigung durchschnitten und die Art läßt nicht von Art. Roman von H. Hill. (Nachdruck verboten.) „Davon ist nicht die Rede,“=lautete die kurze Erwiderung. „Ich verspreche Ihnen ausdrücklich, daß ich Sie nicht verhaftes lassen werde. Sobald diese Unterredung zu Ende ist, gleichviel, welchen Ausgang sie nehmen und zu welchen Resultaten sie führen möge, so werde ich Ihnen gestatten, das Schloß unbehelligt zu verlassen. Da— um Ihnen die Zuverlässigkeit meines Versprechens zu beweisen, stecke ich die Pistole in die Tasche“—4Triscschteis mohl Das war eine Zusage, deren Underbrüchlichten Wohl nicht zu bezweifeln war, wenn sie aus diesem Munde kam. Der jugendliche Einbrecher atmete auf, und stärker als vorher regte sich in ihm die Hoffnung, daß die seltsame Idee des Grafen vielleicht noch mehr wert sein könnte als nur einen Freibrief auf Straflosigkeit. Davon, daß es sich nur um einen schwer verständlichen Irrtum handeln könne, war er nach wie vor fest überzeugt; aber es wäre gegen alle seine prinzipien gewesen, wenn er nicht wenigstens einen Versuch gemacht hätte, aus der günstigen Konsunktur Kapital zu Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit gehörten gewiß nicht zu seinen hervorstechendsten Tugenden. Aber eine kurze, Ueberlegung brachte ihn zu dem Schluß, daß sie in diesem besonderen Fall vielleicht die zweckmäßigste Taktik darstellten, um so mehr, als er einer Lüge bald genug überführt werden konnte, solange er dem Manne, der da vor ihm stand, gewissermaßen auf Gnade oder Ungnade überliefert „Ich bin Ihnen für das großmütige Versprechen sehr verbunden, Herr Graf,“ erklärte er, mit beneidenswerter Impertinenz einen leichten. Konversationston auschlagend.„Und unter solchen Umständen habe ich keine Veranlassung mehr zu verschweigen, daß ich Rolf Brandensels heiße. ehrenwerte Herr, den ich seit den Tagen der frühesten Kindheit als meinen leiblichen Vater anzusehen gewöhnt din, ist der Major außer Dienst Robert Brandensels, und er hat seinen Wohnsitz in der nahen Hauptstadt, Platanen=Allee 113.“ Der Graf, der ihm mit gespannter Aufmerksamkeit zugehört hatte, schüttelte mit einer Miene der Enttäuschung den Kopf. „Der Name sagt mir ebensowenig wie die angegebene Adresse. Ich kenne keinen Brandensels. Aber das ist schließlich nicht von besonderer Bedeutung. Ich bin nichtsdestoweniger überzeugt, daß Sie mein Sohn aus erster Ehe und demzufolge auch der dereinstige rechtmäßige Erbe des Majorats DonnersRolf Brandenfels starrte ihn erst eine Weile sprachlos an; dann lachte er laut auf.„., Gnde Ziag Cah „Ich bitte um Verzeihung. über ich sinde dies sehr komisch, und ich bewundere die Stärke Ihrer Nerven. Herr Graf. Wenn ich wirklich die Ehre habe, Ihr Sohn zu sein, so kann ich mir recht gut vorstellen, wie niederschmetternd es für Sie sein muß, daß das unverhoffte Wiedersehen unter so besonders gearteten Umständen stattfindet.“ „Ob es für mich niederschmetternd ist oder nicht, können wir füglich unerörtert lassen,“ klang es ruhig zurück.„Nehmen Sie meinetwegen an, daß ich alles, was ich jetzt erlebe, als die verdiente Strafe betrachte für ein vor langer Zeit begangenes schweres Unrecht. Hätte ich mich dieses Unrechts nicht schuldig gemacht, so wären Sie wahrscheinlich niemals dahin gelangt, wo Sie sich jetzt befinden. Und es bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als nach besten Kräften wieder gutzumachen, was noch gutzumachen ist.— Aeußerlich und formell, meine ich— denn daß ich vorläufig noch nichts von väterlicher Zärtlichkeit für Sie empfinden kann, brauche ich wohl nicht erst ausdrücklich zu versichern.“ Wahrhaftig, es wäre zu viel verlangt,“ sagte der junge Mann in seinem vorigen zynischen Ton. Dann aber atmete er doch tief auf und ließ seine Augen mit einem seltsamen Ausdruck umherwandern. Irgend etwas mußte ja doch hinter alledem sein. Der Graf war das Opfer einer Täuschung, das war unbedingt sicher; aber es war eine Täuschung, in der man ihn erhalten mußte, solange es nur immer möglich war. Und Rolf Brandenfels offenbarte plötzlich eine diplomatische Geschicklichkeit, die man ihm nach seinem bisherigen Benehmen kaum hätte zutrauen sollen „Ja, es wäre zu viel verlangt,“ wiederholte er mit verändertem Ausdruck, zumal lich eine solche Zärtlichkeit ja auch beim besten Willen nicht erwidern könnte.“ „Ich muß Ihnen nämlich erklären, daß mein Vater— mein wirklicher Vater, wie ich einstweilen noch annehme— einer der besten und ehrenwertesten Menschen unter der Sonne ist. Er hat mich nach den Grundsätzen der Tugend und Rechtschaffenheitegen, und er würde mir das Genick brechen, wenn er senials erführe, was ich in dieser Nacht zu tun beabsichtigte. Ihm gehören darum einstweilen noch alle meine kindlichen Gefühle. Wenn es einzig dies Muttermal gewesen ist, das Sie auf Ihre überraschende Vermutung gebracht hat, so ist es doch vielleicht zweckmäßig, daß Sie es erst etwas genauer in Augenschein nehmen, um vor einem unangenehmen Irrtum bewahrt zu bleiben. Sie laufen ja keine Gefahr dabei, Herr Graf! Denn meine Pistole haben Sie in der Tasche. Und die Chancen eines Ringkampfes zwischen uns beiden wären zu ungewiß, als daß ich mich auf das Wagnis einlassen möchte.“ Graf Bredow=Donnersberg say sich in dei Tai veranlaßt, dieser freundlichen Aufforderung Folge zu leisten. Er trat näher und musterte das Kennzeichen, das die Natur dem anderen wie ein Stigma aufgedrückt hatte, mit größter Aufmerksamkeit. Es war von dunkelroter Farbe und hatte ungefähr die Gestalt eines Pfeiles mit abwärts gegen das Auge hin gerichteter Spitze. Dieser Pfeil aber war nicht gerade, sondern ein wenig nach oben gekrümmt. Und wenn der Graf dasselbe Mal mit der nämlichen Eigentümlichkeit wirklich schon einmal vorher in einem menschlichen Antlitz gesehen hatte, so war es wohl begreiflich, daf er nicht an die Möglichkeit glaubte, die Natur könnte dasselbe Spiel bei einem zweiten Individuum wiederholt haben. „Nein, ich irre mich nicht,“ sagte er denn auch nach einem langen Schweigen.„Noch immer bin ich so gut wie überzeugt, daß Sie mein legitimer Sohn erster Ehe sind. es dazu beitragen kann, die Aufklärung zu erleichtern, so will ich Ihnen sagen, daß meine erste Gattin Vera Harras hieß, und daß sie Sängerin in einem Konzertlokal untergeordneten Ranges war, als ich sie ohne Vorwissen meiner Familie zum Weide nahm(Fortsetzung folgt.) #gur durch den angrenzenden Wald weggebracht. gestohlene Figur hat einen ungefähren Wert 17 000 A. Orson, 11„August. Vergistung. Insol In Fleischgenuß sind hier in den letzten Tagen Sifallende Vergiftungen eingetreten. Größere #nilien sind zum Teil schwer in Mitleidenschaft wogen. Todesfälle sind bis jetzt jedoch nicht zu Fzeichnen. Die Milchfrage. Im ganzen aber sieht man dran, Daß man doch immer lernen kann. Und sagt sich so zu gleicher Frist, Wie nützlich Zeitungslesen ist! Persilus. In Milcherzeuger= und Händlerkreisen ist vielb# die Auffassung verbreitet, daß nach dem 15. ##ai 1922 die Sicherstellung der bisherigen Milchferbeziehungen durch den Overpräsidenten auf Frund des§ 5 Abs. 2 der Verordnung über den v#rkehr mit Milch vom 30. April#/22. Juli 21 nicht ehr zulässig sei. Demgegenüver sei darauf hiniesen, daß der preußische Staatskommissar für Llisernährung auf Grund der Verordnung de Beichser nährungsministers vom 19. November 1921 Bl. S. 1369 die Overpräsidenten ermächtigt ### weiterhin die Milchlieferbeziehungen nach den berigen Frischmischempfangsstellen bis zum ai 1923 sicherzusrellen. Hiernach dürfen Molle #ien und alle kuhhaltenden Betriebe, welche an kammelstellen jeder Art und an sonstige Betriebe Rilch für den Frischmilchverkehr geliefert haben, serträge über lausende Lieferungen von Kuhmilch #ach einem andern als ihrem bisherigen Empfangs## nur abschließen, nachdem sie ihrem bisherigen #bnehmer von dem beabsichtigten Lieferungsve: sage Kenntnis gegeben haben und dieser den Gluß eines Vertrages zu entsprechenden Bedingunin abgelehnt oder eine Erklärung binnen zwei Pahen nach Kenntnis der Vertragsbedingungen sicht abgegeben, hat. Die Nichtbeachtung dieser Vorschrift zieht strenge Bestrafung gemäß§ 10 iffer 1 a. a. O. nach sich. Weigert sich nun eine Molkerei oder ein kuhhal#nder Betrieb mit einem in seinem bisherigen Empfangsort absatzberechtigten Empfänger zu eiem der Marktlage entsprechenden Preise einen ieferungsvertrag über eine der bisherigen Liefer#ng entsprechende Menge abzuschließen, so kann der Vverpräsident anordnen, daß die betreffende Milch hir die Zeit bis zum 15. Mai 1923 zu einem von em Schiedsgericht zu bestimmenden Preise an bisherigen Empfangsort weiter geliefert wird; #kann ferner die zur Durchführung seiner Anordung erforderlichen Maßnahmen treffen, insbesonsere auch verlangen, daß z. B. die bisher bei der Mischlieferung benutzten Molterei= usw. Einrichtun#en ihm zur Verfügung gestellt werden. Ferner können Molkereien und Geschäfte, deren Unternehmer oder Leiter sich in Befolgung der Pflichten, die ihnen durch obige Verordnung oder die auf Grund dieser Verordnung ergangenen Beimmungen auferlegt sind, als unzuverlässig ereisen, geschlossen oder durch Beauftragte geführt berden. Lehle Brähtmietrungen. Die Lage des Protestantismus in Europa. TU. Kopenhagen, 12. Aug. Der Kirchentongreß zur Prüsung der Lage des Protestantismus in Europa wurde gestern unter dem Vorsttz des Dekan Herold eröffmet. Vertreten sind aus 22 Ländern Kirchen mit 90 Abgcordneten, darunter deutsche evangelische Kirchen mit 4 Vertretern. Die Bedemung des Kongresses liegi darin, daß zum ersten Mal zur Lösung gemeinsamer Aufgaben protestamische Kirchenkörper miteinander in Fühlung treten. Für 400 000 Mark Wertdiamanten gestohlen. Halle, 12. Aug. Im Messingwert der Mans feloschen Wertstätte haben Dieve aus dem Fein drahtzug, der zur Bearbeitung des Messings dien: Diamanten im Werte von 400000 M entwendet. Der Diebstabl ein noch nicht ausgeklärt. Curnen 4 u.Sport vom Zeitunglesen. jeder Mensch, ob groß ob klein. schaut gern mal in die Zeitung rein Insonderheit wird mit Behagen Die Sonntagsnummer aufgeschlagen. Berade sie ist allezeit. ei größter Mannigfaltigleit. Die rechte Kost für Geist und Wesen. Vor allem steht auch drin zu lesen. das uns die Mutter liebevoll m nächsten. Mittag kochen soll! #nd zwar kann man dasselbe sehn Dort, wo die Inscrate stehn. Wie mian die Kohle nutzt beim Brennen, Was zweifellos in dieser Zeit Fur jedermann von Wichtigkeit. Blutiger Zusammenstoß zwischen Arbeitern und der Hamburger Polizei. 2UI. Hamburg, 12. Aug. Während der Auffüh rung des Kinoschauspieles:„Der Todesreigen in Rußland“ in einem Kino in der Lungen Reihe in Hamburg versammelten sich 5 6000 Personen infolge eines Aufruies der Kommunistischen [Volkszeitung vor diesem Kino und bestürm ten den Geschäftsführer, die Vorführung des Films abzusetzen. Da des Geschäftsführer eine Nötigung in diesem Ersuchen sah, rief er die Polizei zur Hilfe. Ein Aufgebot von mehreren 100 Polizisten kam zur Stelle und verhaftete u. a. den konmunistischen Abg. Levy, welcher kürzlich aus der Gefangenschaft entlassen worden war. Der„Todesreigen“ ist bislang in den Kinos der Unterstadt und in einem Kino des Hamburger Arbeiterviertels ohne Störung aufgeführt worden. Trovische Hitze im hohen Norden. Mit Erstaunen hört man, daß, während wir hier über den naßtalten Sommer jammern, in jenen Gegenden, in denen nach unserer Vorstellung kaum vor Juli die Eiszapfen schmelzen, die Be wohner über Gluthitze klagen. In dem vom nördlichen Eismeer umspülten fernsten Norwegen, um das Nordkap herum, herrschte, der Stockholmer „Politiken" zufolge, während der letzten Wochen eine tropische Hitze wie sie seit Jahrzehnten nicht da war. In Tromsö zeigte das Thermometer 6 Wochen hintereinander 35 bis 45 Grad Celsius. über Null. selbst mitten in der Nacht blieb die Temperatur auf 21 Grad. Viele Leute lagen, infolge der ungewohnten Hitze, erkrankt zu Bett. Auslands-Wechselkurse der Berliner (Devisenkurse) Man zahlle deutsche Mark für am 10 8 am 11. 8 100 belgische Franken 6541,803 6641,65 100 dänische Kronen.. 18601,70j18526,80 1 englisches Pfund... 3855,15; 3875,15 100 französische Franken. 6966,25) 6991,25 100 holländische Gulden[33458,10 33458,10 100 italienische Lire.... 3920,05 100 polnische Mark....— 9940, 100gschwedische Kronen: 22571,75 22621,60 100 schweizerische Franken 16779.—816579.25 100 tschechische Kronen..“— 9 2157,30 Fußball. Fußball. Die Liga=Mannschaft der Schwerter Sportvag. v. 1906 tritt nach 6 wöchentlicher Unter brechung morgen wieder mit einem Gesellschaft spiel an die Oeffentlichteit. Als Gegner erscheint die Gau=Liga=Mannschäft des Allgem. Hagener Turn= und Spielvereins v. 1860(Kreismeister in der Spielzeit 1921/22). Das Spiel sollte einen würdigen Auftalt zur neuen Spielzeit bilden. Es gilt, alte Freundschaftsvande fester zu knüpfen. Zwei in der ersten Reihe der Sportpioniere Südwestsalens stehende Vereine reichen sich die Hand zum Scheiden, denn 1860 Hagen und Schwerte 06 gehören hinfort auf absehbare Zeit wieder ver schiedenen Klassen an und der fußvallsportlich. Verkehr wird sich deshalb, abgesehen von er waigen gemeinschaftlichen Zuteilungen unterer Mannschaften auf seltenere Freundschaftsspiele, beschränken müssen. Das morgige, vorläufige letzte Treisen, ender zweifellos mit einem Siege der besseren Hagener Els. in der man die angen blicklicn wahrscheinlich spielstärtite Südwestfalens zu erblicken hat. Unter der Führung von Meister Schminte sollte den Zuschauern ein technisch hoch stehendes Spiel der Gäste aus der Folkwangstadt vorgeführt werden. Außer dem Ligaspiel, das um 3½ Uhr beginnt, gibt es auf dem Sportplatze hinter der Töchterschule um 2 Uhr ein Treffen Union=Haspe 4: S. S. V. 06 4; um 5 Uhr wollen ferner Union=Haspe 2 und S. S. V. 06 2 ihre Kräfte messen. Auf die morgigen Bezirkstagungen des Bezirks Iserlohn im WSr. Athletik= und Jugendleitertags, die um 9 Uhr vorm. im Saale Hengstenberg in Ergste beginnen, seien die Verbandsvereine hiermit hingewiesen. Jedes Verbandsmitglied ist zur Teilnahme berechtigt; die offiziellen Vertreter der Vereine müssen sich mit Vollmacht versehen. Es stehen wichtige Angelegenheiten zur Beratung und Beschlußfassung. letikzeit im Bezirt noch einmal Ausdruck erhalten. Ab 11 Uhr vormittags werden auf dem Sportplatze des Spiel= und Sportklubs Ergste(bei der Wirtschaft Hengstenberg) Wettkämpfe der männlichen Teilnehmer im Springen und Werfen Weit=, Hoch= und Stabhochsprung, Speer=" und Diskuswerfen und Kugelstoßen) stattfinden. Von 1— 2 U h r i s t M i t t a g s p a u s e. H i e r a u f b e g i n n e n a u c h die Damen mit ihren Wettkampfübungen. Ab 2 Uhr sind Laufwettbewerbe mit eingeschaltet. Gegen ¾4 Uhr tritt eine kleine Unterbrechung durch eine Ansprache ein. Bis dahin handelt es sich um Vorkämpfe(Ausscheidungskämpfe) zur Ermittelung der Besten. Punkt 4 Uhr werden in ununterbrochener Folge die Endkämpfe(28!1 der ermittelten Besten vor sich gehen. Davei gibt es neven den bereits benannten Sprung= und Wurfwettbewerben Läufe über 100, 400, 300, 800, 1000, 1500, 3000 und 500 Meter, sowie Staffelläufe über 100 Meter. 3 1000 Meter und 1600 Meter 1800, 200, 100 Meter). Damen und Herren, Erstlinge. Anfänger und Junioren sind daran bereiliat. Eine abwechselungsreiche, sehenswerte Wett lempffolge. Gegen 7 Uhr denki man sie gemeistert zu haben und eine Siegerehrung vornehmen zu men. Für heute nachmittag 3½ Uhr sind gleichartige Weitkämpfe der männlichen Jugendlichen unter 18 Jahren vorgesehen. Der ganzen Veranstaltung ist gutes Wetter und damit zahlrei her Besuch herzlich zu wünschen. Der leichtathl. Länderkampf Holland: Westdeutschland wurde von Westdeutschland mit 621:19½ Punkten gewonnen. Auf westdeutscher Seite siegten Houben. Gern, Walpert. Quast. Baltes. Paulus, Hoffmeister. Westdeutschland gewann auch die 4100 Meter=Staffel. Leichtathletik. 1 Turnen. Ergste hat morgen in sportlicher Hinsicht entschieden einen großen Tag. Der Bezirk Iserlohn im WSV. will dort vormittags durch die Vertreter der Bezirksvereine ernste Beratung pflegen. Dann soll sich das alljährliche Bezirksfest anschließen. Was sportbeflssene, begeisterte Jünger und gleichgesinnte Vertreterinnen des zarten Geschlechts in den verflossenen Sommer monaten auf grünem Rasen zur Stählung ihres Körpers, zur Erhöhung der Willenskaft und zur Schnellschulung des Geistes übten, soll in friedlichem Wettstreit vor der breiten Oeffentlichkeit dis otitcheler Atöchtot der desahtienen Sochuet Der Schwerier Turnverein, die älteste Pflegestätte der edlen Turnkunst in unserer Stadt, feien am morgigen Sonntag sein 54. Stiftungsfest in den Anlagen und Räumen des„Freischütz". Schon seit Wochen ist der Festausschuß eifrig mit den Vorbereitungen für die Feier beschäftigt und bei dem reichhaltigen Programm Konzert, turnerische Aufführungen und anschließendem Tanz- tönnen den zahlreichen Freunden des Vereins recht genußreiche Stunden in Aussicht gestellt werden. Hoffentlich hält Jupiter pluvius am Sonntag seine Schleusen geschlossen, damit die Vorführungen nicht in den Saal verlegi zu werden brauchen. Uhr:, 1Pastor Preestatten J. R. Rechtlich steht dem Milchhändler der hö here Preis für die verr. Tage nicht zu, aber vielleicht einigen Sie sich mit ihm auf einer mittle ren Linie Gottesdienste am Sonntag, 13. August Große Kirche. 9,30 Uhr: Pastor 11 Uhr: Kindergottesdienst. Kleine Kirche. 8 Uhr: Pastor# Nell. 10 Uhr: Pastor Florin. Evangel. Krankenhaus. Florin. Kath. Pfarrkirche. 6 Uhr: Stille hl. Messe, Kaplan Schleep. 7½ Uhr: Frühmesse mit Predigt(Monatskommunion der Jünglinge und der schulpflicht. Kommunikanten=Knaben). 8 ¾ Uhr: Schulmesse mit Predigt, Winter. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt, KaplanxWinter. 2½ Uhr: Andacht. Westhofen."8 Uhr: Stille hl. Messe, Pfarrer Sthautbos. Holzen. 9,30 Uhr: Hochamt mit Previgt, Pfr. Schnurdus. Lichtendorf. 7 Uhr: Frühmesse und gemeinschaftliche hl. Kommunion der Kinder der Geisecker Schule. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2,30 Uhr: Andacht mit Segen. Evangelische Stadtmission Schwerte, Kubstr. 7. Sonntng 4 Uhr: Bivelstunde; abends 3 Uhr Gemischter Chor.— Mittwoch, abends 5.30 Uhr: Gebetsstunde.— Donnerstag, abendt ur: Genischter Cter. Wetter Aussichten für mehrere Tage im voraus. August: Meist heiter, ziemlich warm, strichweise Regen. 1. August: Wolken, teils heiter, strichweise Regen. ziemlich tühl. 5. August: veränderlich, vielfach Regen, mäßig warm. 16. August: Sonne, Wolten, strichweise etwas P#. Nutze dein Herdfeuer! Frikadellen, zart und sein. WDerden oft willkommen sein, Und fürwahr zie sind ein Gegen Gelbst für ganz verwöhnte Mägen. — TOenn sie in der Psanne schott## Laß Persil“) der Wäsche nützen! *) Persil, das selbsttätige WDaschmittel, reinigt, bleicht und desinfiziert die Wäsche in einmaligen. rren Jochen und bringt durch Mitbenutzung des läglichen Jlerdjeuers für die WDäsche größte Kohlenerspafnis. s 7 Fersil weischt selbstiälig Bekanntmachung. u. Papier-und PapierwarenInfolge weiterer Kohlenpreissteigerung wird: 1#p1C.- UndPapierware unterm 26. 7. 1922 bekanntgegebene! Meu 26. 7. 1922 bekanntgegebene hasserpreis auf Mk. 4,38 je chm erhöht. Dortmund, den 10. Aug. 1922. betmunder Wasserwerks=Gesellschaft m. b. H. zu kaufen gesuchl. reisangebote unter„Klavier“ an die Geschäfts. #lle der Schw. Großhandlung Hornbruch& Co., G. m.b. H., Schwerte(Ruhr) Sämtliche Papiere und Papierwaren für alle Geschäftszweige. Oneheifn.... oure Graus,Hr. Amalsneis=9. Samstag und Sonntag! 2. Nur zwei Tage! Der große Abenteuer- und Detektivfilm Vie 1-Pen.e“ gepung der dieb seines eihenume Drama in fünf Akten Der große Michael Bohnen=Film Deportiert! Drama in fünf Akten mit Michael Bohnen als Hauptdarsteller Lustspiel=Einlage! dernichtet derblüssend o beppelstark, geruchtos, in Apotbenen und Dragerten Frischen Werstn zum Einlöschen vorräng. E. homel, Schwerte. Für mein Manusaktur=, Woll= und Weißwarengeschätt suche i# für sofort eoll. möglichst dald ein Lehrmädchen mit guter Schuldildung aus achlbarer: Familie. H. Rühnholz, Schwerte. Wagenfette Maschiuenfette Huffette Ledersette Antojette Maschinenöle Motorenöle Centrifngenöle Fahrradole Autoöle Fußbodenöse Lack u. Oelfarben Carbolineum liefern Engros und Detail Chemische Werke H. Giesberg Sch werte Ostenstraße 19. Sofort gesucht Grundbesitz, Stadt oder Land. einerlei wie beschaffen. auch Geschäft, gleich welcher ürt Eoentl. Beteiligung Melle, Bremen 4, Lahnstraße 16. Bettnässen Besreiung sofort. Alter und angeden. Auskunst umsonst. Versand lanitürer Artikel. Ge. Mlüschen C 244. Aapuzinerke. Zwei Freunde erhalten Schlafstelle.„ Zu erfr. in der Geschst. der Schwerter Ilg. Klarterstiaumer Gendrong Kleppingstrasse 1. Reparaturen an sämtl. la. strumenten. Ankauf von alten Instrumenten. Gestern nachmittag 3 Uhr entschlief sanst nach laugem, schweren Leiden mein lieder Mann, unser guter Vater. Schwiegervaler. Großvaler. Schwager und Onkel Kart Vorn im Alter von 66 Jahren. Um stille Teilnahme ditten Die trauernden Hinterbliebenen. Schwerte, Hörde, Holzen. Weslhosen, Ergste und Allendorf, den 11. August 1922 Die Beerdigung findel am Montag, d 14. d. Mis nachmittags 4 Uhr vom Trauerhause Dortmunderweg 14 aus slatt Sollte jemand aus Versehen keine besondere Nachricht erhalten haben, so diene diese als solche Kauururibte-Drückerei E. Braus Hochstpreise für Brot und Mehl Auf Grund des§ 35 Abs. a des Gesetzes über die Regelung des Verkehrs mit Getreide aus der Ernte 1922 vom 1. Juli 1922(R G Bl. S. 537) und der Verfügung des Herrn Regierungspräsidenten zu Arnsberg vom 8. August 1922 l 15 Nr 2422 wird unter Aushebung der Anordnung des Kreisausschusses des Landkreises Hörde vom 3. August 1922 betreffend Höchstpreise für Broi und Mehl folgendes bestimmt: I. a) Graubrot: mit einem Verkaufsgewicht von 6 Psd. 46,80 M mit einem Verkaufsgewicht von 3 Psd. 23,50„ im Anschnitt für 500 Gramm(1 Pid.) 7,9)„ im Anschnitt für 250 Gramm(½ Pfd.) 4,—„ ) Kasselerbrot oder Stuten: mit einem Verkaufsgewicht von 6 Pld. 47,— mit einem Verkaufsgewicht von 3 Pfd. 23.60 im Anschnitt für 500 Gramm(1 Pfd.) 7,90„ im Anschnitt für 250 Gramm(½ Psd.) 4,—„ c) Schwarzbrot: mit einem Verkaufsgewicht von 6 Pfd. 44,80 M mit einem Verkaufsgewicht von 3 Psd. 22,50„ im Anschnitt für 500 Gramm(1 Pid.) 7,90„ im Anschnitt für 250 Gramm(12 Psd) 4,—„ d) Zwieback: für 400 Gramm 20,— 2 für 200 Gramm 10.—„ e) Weizenmehl: für 500 Gramm(1 Pfund) 9.— M M Vorstehende Preise sind Höchstpreise im Sinne des Gesetzes über Höchstpreise. Diese Höchstpreise, treten am 12. August 1922 in Kraft Hörde, den 10. August 1922. 3332 Der Kreisausschuß des Landkreises Hölde. OSte SOi OOtete Laut Beschluß der Kalkulationskommission für den Reg.=Bezirk Arnsberg gelten ab 12. August folgende Preise für freie Backwaren und Backlöhne: Brotchen...... per Stck. 2.— Graubrotod. Stutena6 Pfd. 96.— „„„ a3 Pfd.48.— Schwarzbrot.... a6 Pfd. 84.— . 43 Pfd. 42.— PHfo.geschnntten 16.— Backlohn: 1 Platentuchen 20.— 1 Rodonkuchen 15.— 1 Stuten 12.-— mit Teigmachen das Doppelte. Es wird gebelen, Tüten und Einschlagpapier milzubringen, da es sonst berechnet wird. * Schwerle, den 12. August 1922. Freie Bäcker= Innung Schwerte u. Umgegeno OOOOOO d:e o.# n: varietee-Palast: Dortmund s Brückstraße 39/41 : T e l e s o n 3 0 4 7 u. 4 9 0 0 .444 4 P#ka Sesgperter Lurnderen Akiglied der Deutschen Turnerschaft Gestern abend 5¾ Uhr enlschlief sanft nach kurzer, schwerer Krankheit, versehen mit den heiligen Sterbesakramenten der kath. Kirche, meine liebe Frau. unsere gute Muller, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und * Das neue phänomenale: Angust-Programm : 10 Bensation. Debüts 10 * feierl am Sonnlag, dem 13. August, * nachm. 3 Uhr beg. in den Anlagen und 5 Räumen des Freischütz sein Tanke geb. Fingerhut im Alter von 58 Jahren. Um stille Teilnahme billen Ergste, den 11. August 1922. Die fräuernden Hinserbliebenen. Sie starb nach einem arbeitsreichen Leben. : Zwei Leitner's in ihrem: : Original=Akt :„Mysterium“= : Duros-Compagale, in: ihrer Neuheit„In den: Rädern eines Stahl: werks.“ : Vier Origioal Ottruds: * G e s a n g u. V e r w a n d l u n g s; : Sheisch. 3 Drei Hellas, phäno-: menale Meister=Gladia=: loren : LaMelanita, d.spanische: : Verwandlungskänzerin Artur Altmann, der urkomische Parodist und: Komiker : Willy Eberbard, : Kammermusiker und : Piston=Virtuose : Paul Atilla, der ele: gante Krafl=Jongleur s Lotte lanowsky, die s jugendliche Equilidristin * Willy Merley-Comp. : d i e d r o l l i g e n M u s i k a l * Exeniriker 84. Stiftungsund Sommerse bestehend in Konzert turnerisch. Rufführungen u. Jestbal Die Musik wird ausgeführt Schwerter Musikverein unter Leitung seines Dirigenten Herrn Osw. Kümper. a Eintritispreise im Vorverkauf 10 Mk., e an der Kasse erhöhler Preis. * Bei ungünstigem Wetter finden die * V o r f ü h r u n g e n i m S a a l e s t a t t. * Es ladet freundlichst ein 2 Der Fest-=Ausschuß. Der Vorstand. Schaet Die verge belklängen al Turm zu Tu Nann, w doch in den ihren Einflus daktör“ gelte Nur gen Weche diese Schulduben verschiedenes brachte nur sollen denn Und die da!“ Nun wus war jedenfa ganz gewiß : Karten sind an der Kasse: von 10—1 Uhr und ab 3 4 Uhr ununserbrochen: s zu haben. Die Beerdigung findet Sonntag, den 13. August, nachmitlags 4 Uhr, vom Sterbehause aus statt. dentrumspärtel Ichwerte 13 Lichspiele„Zur Reichskrone“ Montag, d. 14. August, abends 7½ Uhr im Kasinosaal des Stalt besonderer Anzeige Heute morgen gezen 11 Uhr entschlief nach kurzem, schweren Leiden meine innigstgeliebte Frau, unsere gute. unvergeßliche Muller, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Vereinshauses. Versämmlung. Frau Atarie Kunkter Alter von 64 Jahren. geb. Linscheid Schwerte, den 11. August 1922. Namens der trauernden Hinterbliebenen: Philipp Kunkler. Die Beerdigung findet am Moniag, dem 14. August, nachmitlags Uhr vom Sterbeause. Teichstr. 3, aus stakt. Hausandacht Stunde vorher. M 9 Ergsie! Sonntag, den 13. August#### (velegentlich des Bezirkssporliestes) ab 3 Uhr adomer-Hongutanberg, Ergatt 99906 Suche bis zum 15. Aug Das Ziel d. Sportleram Sonntag:: 1 Leichtathl. Wettkämpfe im Laufen Springen, Werfen, Staffelläufe. Damen und Herren als Teilnehmer. im Aller von 16 bis 17 Jahren. Frau Meyer Wasserwerk Villigst J. W. Rippus, Ostenstraße 26# (ur Hele) Jernruf 468 Schokoladen und Zuckerwaren en gros. Erzeugnisse erster Firmen. Verkauf nur an Wiederverkäufer zu Fabrikpreisen. nimm noch auf Weide. Gutsverwaltung Oberweg Reichsmark bei Westhofen Bauschule Raslede Olöbg. von C. Rohde. Vordereitung auf die Meisterprüfung und Polierkurse. Programm frei. 1. Vortrag des Kreisausschuß-Mitgliedes Oberlehrer Hülsewig 2. Vortrag des Stadtverordneten Cloidt über Gewerbesteuern 3. Verschiedenes. Allseitigen Besuch erwartet der vorstand. S. S. C.„Union“ Heute Abend ½8 Uhr. Außerordentliche Geueraldersammlung. Wegen besonderer Wichtigkeit der Tagesordnung ist allseitiges Erscheinen deingend gebolen. Der Vorstand Freunde des Radfahr=Sports werden gebeten, am Sonntag, dem 13. Aug., vorm. 11 Uhr beim Wirt Schotte„Zum Schwan“ zwecks Gründung eines Radfahrer=Vereins für Schwerle u. Umgegend zu erscheinen. Die Einberufer. : Zu Slaunend billigenPreisen! kaufen Sie Herren-Stolte Damen-Stoile Zu Anzügen Ueberziehern Kostümen Mänteln in allen Farben und Qualltäten bei J. Kreilz Aachen. Tuchlager Bahnhofstraße 13. Somlmer Wöhnung geg andere 3 ZimmerWohnung zu tauschen gesucht Ang. u.H 5458 an die Schwerler Iig. Heute bis Montag! Das auserwählte Programm! Drama in 5 Akten mit Edith Proska als Hauptdarstellerin. Artistendrama in 5 Akten mit der bekannten Filmdarstellerin Lie Parry als Hauptdarstellerin. Wennonzern=Klaute. Seit eini weg nur noch ben, sechs, fil nun sind sie jugendliche eigene Schul Leben zur A bummeln! Doch, um ist keine St. verdirbt un aber und ihr ein deutsche: eine frohe sröblichem erster Linie Herzen wä Mit großen Fällen etwa aufs Wan Gutes: 17 kennen und Augen offen wird baldf viel geben 1 Wem es eilen, der n Lustspiel in 3 Aklen. verstärktes Orchester! Roma " Hotel Jöckel * * " Sonntag, den 13. August 1922: Katteo-Restaurant. Hab's Kann Nahn Ja d Mocht Locke Konn Liebe Gold Still : Erstkl. Künstlerkonzert Besetzung: Geige, Klavier, Cello. * Eintritt frei: 2 — Anfang 4-Uhr. Eintritt frei! * Gutgepflegte Biere und Weine. Hole Jungesbiu Schwerle * Sonntag, 13 August 1922 Erstklassige KONZERT Beginn 5 Uh: eginn 5 Bei günstigem Wetter findet da Konzert im Garten statt. Freiwilliger Verkauf. Am Montag, dem 14. August, nachm. 3 Uhr ansangend, werde ich im Auftrage wegen Aufgabe der Hausdalts im Westhoferbruch bei Heus Ruhr folgend Sachen gegen baar versteigern: 2 kompl. Betten, 1 Kleiderschrank. 1 Kommode. 1 Sofa, 1 Sofabank, 2 eichene Kosser 2 Spiegel, 1 weißen Herd, 1 schwarzen Herd, 2 Küchenschränke, 4 Tische, 6 Stühle, 1 Milchschrank, 1 Zentrifuge, 1 Viehlopf, 2 Topfbänke, 1 Löffelblech, verschiedenes Porzellan und Emaille=Sachen, 2 Küchenwagen, 1 Waschmaschine, Einmachtöpfe, 2 Sägen, div. Lampen, 1 Gieskanne, 8 Enten und sonstige Haus= und Küchensachen. Die Sachen sind gebraucht, jedoch gut erhalten und können 1 Stunde vorher besichtigt werden. Heinrich Böcker, Schwerte, Versteigerer. für alle Hausarbeil bei guter Behandlung und guter Verpflegung sofort gesucht. Gehalt 500 Mk. monatlich. Frau Fabrikant Franz Brinkmann, Westhofen Ruhrstraße 20. Ga Turnberein zutschen Turnerschaft , d e m 1 3. A u g u s t, den Anlagen und reischütz sein VOX Mersest Konzert ingen u. Jestbal ausgeführt vom in unter Leitung rn Osw. Kümper. rverkauf 10 Mk., höhler Preis. Belter finden die n Saale statt. ndlichst ein Der Vorstand. Reichskrone“ A Montag! ie Programm! mit Edith Proska arstellerin. senntvounn 5 Akten mit der ellerin Lie Parry arstellerin. en Kiante. 3 Aklen. s Orchester! Schwerter Wochennachklänge. Die vergangene Woche war von fröhlichen In belklängen angeführt:„Nun laßt die Glocken von Turm zu Turm, durchs Land frohlocken. Nanu, wird der Leser fragen, so heiß war es doch in den letzten Tagen gar nicht, daß die Hine ihren Einfluß auf den Setzerkasten, bezw. den„Redaktör“ geltend machte? Nur gemach, mein lieber Leser. Als mir diese Weche diese seltenen Weisen aus der Kehle eines Schulduben ans Ohr klanigen, dachte ich aruch an verschiedenes und noch allerband dazu. Aufklärung brachte nur eine bescheidene Anfrage:„Warum sollen denn die Glocken frohlocken?" Und die Antwort:„Mensch, die„Großen“ sind da!" Nun wußte ich Bescheid. Mit dem„Mensch“ war jedenfalls ich, und mit den„Großen" waren ganz gewiß die großen Ferien gemeint! Seit einigen Tagen gabs früh auf dem Schulweg nur noch Zahlengespräche: Noch acht, dann sieben, sechs, fünf, vier, drei, zwei und einen Tag und nun sind sie da! Ist es da ein Wunder, wenn das jugendliche Herz frohlockt? Man denle an seine eigene Schulzeit und an das Gefühl, das einem das Leben zur Wonne machte, wenn es hieß: 6 Wochen bummeln! Doch, um in süßen Erinnerungen zu schwelgen, ist keine Stunde ungünstiger als die jetzige. Das verdirbt nur die Stimmung! Unserer Jugend aber und ihren Erziehern, die sich redlich bemühen, ein deutsches Geschlecht zu erziehen, sei dennoch eine frohe Ferienzeit von Herzen gewünscht. Iu fröblichem Genießen der freien Zeit gehört in erster Linie ein sonniges Wetter, das auch die Herzen wärmt zu ungetrübter Lebensbejahung. Mit großen Reisen wirde heuer in den seltensten Fällen etwas werden. Viel mehr wird man sich aufs Wandern legen. Und das hat auch sein Gutes: man lernt mehr als sonsr die Heimat kennen und schätzen. Wer bei solchen Wandern die Augen offen und Sinn für Naturschönheiten hat. wird bald finden, daß auch die engere Heimat uns viel geben und erfreuen kann... Wem es gelingt, der früheren Heimat zuzu eilen, der wird mit Joh. Lur singen: Wieder im Dörflein Hab's nicht lange ausgehalten, Kann nicht sagen, was ich litt, Nahm in meiner Seele Falten 6, Ja die Sehnsucht nach dir mit. Mocht' der Weltstadt mächtig' Rauschen Locken noch so süß und bunt, Konnt mit keinem Grüße tauschen. Liebes Wort von Mund zu Mund.— Golden sah die Sonn' ich heute Still im Dorfteich untergehn, * Alte, mir bekannte Leute"V J•6! Vor der Häuser Türen stehn. Schritt auf lang’ vertrauten Wegen Durch die grünen Wiesen hin Und mein Herz mit frohen Schlägen Jauchzt, daß ich zu Hause bin! Es gibt aber auch Leute, die fahren auf die Sommerfrische, um sich zu„erholen“. Durch die Fortsetzung aller ihrer Lebensgewohnheiten in der Stdat. Die Hauptsache ist, daß man seinen Belannten sagen kann, man wäre in Warnemün)e oder in Zoppot oder in Trippstrill auf Sommerfrische gewesen und man hätte sehr viel Geld ausgegeven. Im übrigen aber hat man mit dem Meer oder mit den Bergen oder sonst mit der Natur nicht viel zu schassen. Vormittags wird bis zur Mittagsmahlzeit geschlasen, hierauf steht man auf, dehnt die Glieder, sieht nach, ob die Sonne schon aufgegangen ist und wundert sich regelmäßig, daß sie vereits im Zimmer steht.(Nachher, wenn man aus der Sommerfrische zurückgekehrt ist, pflegt man natürlich bewundernd über die grandiosen Sonnenaufgänge zu sprechen, die man angeblich erlebt hätte.) Nach dem Essen ist man von der ungewohnten Anstrengung so ermüdet, daß man sich wieder zur Ruhe legt. Für diese Art von Sommerfrischler beginnt die Sommerfrische erst nach Sonnenuntergang. Dann geht es in die Diele oder sonstwo hin, wo die roten Ampeln blinlen und eine Jazzkapelle das Raunen der Natur überkreischt. Da setzt man sich dann hin, beutelt das Tanzbein, schlürft Eislimonade und schimpft auf die Republik, oder auf die Monarchie. Das geht bis spät nach Mitternacht. Das sind jene beneidenswerten Leute, welche auf Erholung fahren. Es gibt aber noch andere Menschen, die der Erholung wirklich bedürfen, aber sich leider nicht den Luxus leisten können, sich zu erholen. Es gibt schließlich Leute, die Erholung Frauchen und auch auf die Sommerfrische gehen können. Ihre Zahl ist nicht sehr groß, denn diese Spezies ist im Absterben begriffen. Meistens sind es kleine Veamte, Handwerker und ähnliche Berusesklaven. Manche unter ihnen leben in der Sommerfrische ein kurzes Traumdasein, ein zweites Leven, das den Winter über nur in ihrer Phantasie geschlummert hat, jetzt aber bei der Vorstellung zum Ausdruck kommt. Man setzt sich irgendwo hin in einen kleinen Ort, wo nicht die Gefahr befreht. von Belannten überrascht zu werden und läßt sich mit„Herr Geheimrat" oder„Herr Direktor“ oder sonst mit einem schönen Titel ansprechen. Nirgends gibt es so viel hohe Persönlichkeiten als in jenen kleinen Sommerfrischen, wo man für eine turze Zeit die höchsten Aemter bekleiden kann.. Inzwischen ist nun auch draußen auf den Feldern das Korn gelb geworden. Die schweren AehJöckel estaurant. 3. August 1922: istlerkonzert #e, Klavier, Cello. 4.Uhr.— Eintritt frei! lere und Weine. ntag, 13 August 1922 stklassige Kindertelefon. Sauber geschriebene richtige Lösungen der Preisrälsel aus voriger Nummer sandten nur 3 Kinder ein, nämlich die Geschwister Lina und Rovert Perkuhn, Geisecke, Bahnhofstraße 4 und Wilhelm Heimann, Hörderstraße 39, welche Preise erhalten. Die Ferienstimmung halle alles Rälselralen einsach weggeblasen. Nun sind die Ferien aber da. Hossen wir das deste für's nächste mal. Die neuen Preisrätsel UNZERL gion 5 Uh: ünstigem Wetter findet da lonzert im Garten statt. r Verkauf. k. August, nachm. 3 Uhl ustrage wegen Aufgabe der ch bei Heus Ruhr folgend ern: iderschrank. 1 Kommode. ink, 2 eichene Kosser, Herd, 1 schwarzen Herd, 4 Tische, 6 Stühle, Zentrifuge, 1 Viehlopf, öffelblech, verschiedenes ille=Sachen, 2 Küchenaschine, Einmachtöpfe, impen, 1 Gieskanne, haus= und Küchensachen. aucht, jedoch gut erhalten vorher besichtigt werden. swerte, Versteigerer. bei guter Behandlung sofort gesucht. Gehalt * „Bilder=Rätsel. Silben=Veränderungs=Aufgabe. Von Käte Kagon. Dialekt— Motie—. Falter— Heide— Elend— Karton Von den vorstehenden 6 Wörtern ist je die letzte Silbe zu streichen und dafür eine der folgenden zu setzen: le— log— mat— rich— ie— 10 Ist die Aenderung; richtig vorgenommen, so ergeben die Endbuchstaen der neuen Wötter von oben nach unten gelesen den Namen eines deutschen Dichters. ###Besuchskarten=Rätsel. K Von Erich Scheewe. Art. Luchs Der Herr ist Benmter dund im Unterrichts=Dienst tätig. Wie lautet sein Titel? Silden=Rätsel: Belgrod,“ Oere,1Salamander, Erwerb. Base Eugen, Ilsendung Scankau. Pennonat, Industrie, Cos, Lakai, Eckart, Piolett. Egge. Reger. BoBelspiee verderdem gute Sitten.— Müttel=Krage: Beim Monat wire die lette, beim Knadennamen ader die erste 4Stibe beiont. 4. PFE* abrikant inn, aße 20. Die Lösungen der Rätsel müssen bis Mittwoch, nachmittags 4 Uhr abgegeben sein. Genaue Anschrift. Vor== und Himame und die Husicherung durch die Eliern, daß die Lösung selbständig erfolgr ist. Schule und Klasse, Wohnung und Hausnummer aufschreiben. 96 ren neigen iht Haupt zur Erde und warten auf ihre Bestimmung. Die hohlen Köpfe gaffen begierig in die Luft als wollten ausgerechnet gerade sie dnnc Feld Leberrschen. Verschiedentlich sieht man auch schon die dicken Kornpuppen. Da ist es an der Zeit, Drachen zu bauen, die dann doch in den Lüften über die Stoppelfelder segeln als charafteristisches Zeichen dafür, daß der Sommer zur Rüste geht. Das gelbe Laub, das der Wind schon lange durch die Straßen treibt, ist auch ein mahnender Vorvote des Herbstes, der sich heuer allerdings sehr zeitig anmeldet. Hoffentlich macht er uns mehr Freude als der Sommer, der eigentlich gar leiner ist. Der schöne Brief. Von Alexander von Gleichen=Rußzwurm (Nachdruck verboten) Ist es nicht ein Genuß, alte Biiese zu lesen, ich in die Gefühls= und Tatsachenwelt verjangener Generationen zu versenken? Man zlaubt mit ihnen zu leben, man unterliegt dem Zauber ihrer Persönlichkeiten und träumt sich unwillkürlich zurück in eine Zeit, von der man verstandesmäßig sagt, sie sei überwunden und mbgältig vorbei. Mögen diese Briefe in bruckten Sammlungen vorliegen, vom Wollen mr Wirken des Berühmten erzühlen; empsindsame Liebespaare durch den Roman ihrer Seeie begleiten oder dem Einzelnen kleine Bilder aus der eigenen Familie enthüllen, es geht eine geheimnisvolle Lebenskraft von ihnen aus, die mit wirkender Liebe Vergangenheit und Gegenwart verknüpft. * W o r i n l i e g t d i e s e r Z a u b e r, d e r u n s e r e r h e u tigen, flüchtig geschriebenen und flüchtig gelesenen Korrespondenz nur selten innewohnt, der den gleichgültigen Postkartengrüßen der Reisezeit notwendig fehlen muß? Diese Postkarten— sie zeigen den Wohnungsmangel von Gefühl und Gedanken! Es ist dafür auf ihnen ebensowenig Platz wie für uns selbst in den Häusern. Was die Blütczeit des Briefschreibens aber ausmachte, waren Platz und die Kunst des Erzählens, die wir in unserem enggedrängten Leben im allgemeinen vergessen haben. Um hübsch zu erzählen, muß man sich Mühe geben, da gili es, den Stoff zu ordnen, einzuteilen, ihn mit dem Wesen seines Ich zu durchdringen, wie es die Klassiker iaten und die Frauen, die ihr Leben reich machten. wie es große Männer, wie Bismarck, wie Molike, wie Richard Wagner übten, die trotz der gewaltigen auf ihnen lastenden Arbeit wundervolle, inhaltreiche Briefe schrieben. Unser modernes Leben, dem so viel genommen wurde durch den Turck der eisernen Ereignisse, muß sich wieder auf sich selbst besinnen, der Innenwelt bewußt werden und sie nach außen wirken lassen. Das geschieht am besten im „schönen Brief“. Erinnern Sie sich der„Briese, die ihn nicht erreichten“: des prächtigen Briefromans, den=Elisabeth von Heyking uns schenkte? Da sind Beispiele, daß auch der moderne Mensch Briefe in sein Leben bedeutungsvoll zu stellen vermag. Vielleicht gibt es so Antrieb wirken würde. Diesen Antrieb sucht die weltbekannte Erzeugerin des M=KBriespapiers zu geben durch ein Preisausschrei ben für schöne Briefe, deren Inhalt die Som: merfrische 1922 ausmachen soll. Der Chef der Firma Mar Krause, der selbst daran teilnimmt. hat Frauvon Heyking, die Meisterin des Brieses, in das Preisrichterkollegium verufen, ihr gesellt sich Ludwig Fulda, dessen prächtige Erzählerkunst wir alle kennen und schätzen, dann der bekannte Dramaturg der Berliner Staatstheater August Törschel, und Ernst Growald, der das moderne Reklamewesen zu meistern versteht. Dies Kollegium harrt der schönen Briese, die von allen Seiten bis zum 15. September kommen werden und zeigen, daß man bei uns in harter Zeit weden gedanken= noch gefühlsarm geworden ist und die seine vornehme Kunst des Erzählensinich verlernt hat. Es ist der Mühe wert, wieder darauf zurückzugreifen und nicht so sparsam mit sich und seinem inneren Leben zu bleiben, wie man es in den Jahren geworden, da sich namentlich die Jugend ihrer besten Regungen allzuleich. schämte. Was man an Gemüt und Geist ausgibt, indem man sich mitteilt, ist ein Schatz für spätere Jahre, ist ein Hort der Erinnerungen, die sonst ohne Halt und Stütze in der Zeit vergehen, ohne die Kraft zu erheitern und zu trösten. Was wüßten wir von unseren Ahnen, besonders von ihrem persönlichem Dasein und ihren Arbeiten, hätten sie nicht wirkliche Briefe geschrieben, das ist, Mitteilungen, in denen sie vom Alltag erzählten und einen Genossen teilnel men ließen an Wollen und Wünschen, Sehnsuicht und Tranm. Soviel verlangt ja das Preisausschreiben nicht. Der schöne Brief soll von schönen Tagen berichten, in denen sich das Herz der Natur erschließt und die Blicke alle Wunder zu erfassen lernen, mit denen die Schönheit der Gotteswelt des Sehenden reichlich beschenkt. Dann lehrt der Briei die Augen aufmachen, denn man muß erleben, um erzählen zu können, man muß aus dem Reichtum des Inneren schöpfen, um nach außen zu geben. Wie mancher wird sich erst bewußt, daß innen, in Kopf und Herz, das Bessere des Lebens arbeliet und nach Erscheinung drängt, wenn er sich Rechenschaft gibt, indem er davon erzählt ohne falsche Scham, mit inniger Freude, daß er diesen Reichtum besitzt und ihn ausstrahlen kann au irgend jemand, der ihm nahe steht und als Gegengabe das eigene Herz in den Schilderungen des äußeren Daseins erschließt. Schöne Briese schreibt, wer Rast hält in sich selbst, und den andern teilnehmen läßt an solcher Feierstunde. Vielleicht ist das Preisausschreiben, das— so nennen die Fachleute den Chef des Hauses — der„Valer des Briespapiers“ erläßt, eine Anregung, die Kunst des feinen Briefes wieder zu beleben. Ich habe die Hoffnung und was man hofft, das glaubt man gern. N. 34— Kinder=helage zur„Schwerter Zeiltung.—11922 Der Wind und die Fliege. Von Elfriede Wendler. Burrte da eine Fliege lustig im Zimmer umher. Freute sich ihres Lebens, flog hierhin und dorthin. Bald saß sie im warmen Sonnenschein, bald im kühlen Schatten, putzte sich ihre zarten Flügelein oder freute sich behaglich der Ruhe. Da meldete sich der Hunger, und Fräulein Fliege besuchte im Nebenzimmer die Zuckerschale. Die großen Stücken Zucker darin wollten nicht unsteundlich sein gegen die kleine Fliege, und so erlaubten sie ihr, sich satt zu essen. Plötzlich ging die Tür auf und mit lautem Gebraus kam der Wind ins Zimmer. Eh man's gedacht, war er auch bei der hungeigen Fliege und jagte sie vom Futternapf:„Komm mit, wir wollen uns haschen!“ Fräulein Fliege war ärgerlich:„Ich will nicht, Du dummer Wind, laß mich zufrieden!" Da saße der lustige Geselle unter die leichten Flügel der kleinen Fliege und ja te sie mider ihren Willen im Zimmer umher. Endlich sand sie Ruhe in einer geschützten Ecke. Ganz atemlos war sie und schimpfte immerzu auf den häßlichen Wind. Als sie; sich ein menig erholt, war sie aber von dem wilden Fliegen durstig geworden und ganz vorsichtig, damit der Wind sie nicht sehe, flog sie zur Schale mit Früchten.„Aha, Fräulein Fliege, ein bißchen ausgeruht“— kam da schon wieder der lästige Wind; „das ist schön, dann wollen wir weiter spielen." „Sie sind ein ganz unausstehlicher Patron,“ polterte da das Fliegensräulein los,„lassen Sie mich in Ruhe, ich will mit Ihnen absolnt nichts zu tun haben.“ „Aber liebes Fräulein, warum sind Sie so unfreundlich zu mir, es ist so lustig, ein wenig Haschen zu spielen! Sie sollen sich ja aarnicht anstrengen, ich blase tüchtig los, dann können Sie Ihre zarten Kräfte sparen!“ Vobach=Schnitte sind zu haben im Verlage dieser Zeitung GObOE Vobach=Schnitte sind zu haben im Verlage dieser Di ∆ E# Die Frühjahr= und vor allem die Sommersaison mit ihren leichten * S t o f f e n b r a c h t e u n d d i e B i e s e n m o d e, d i e a l l e m A n s c h e i n n a c h i n d i e Wintersaison übernommen werden soll. Wit haben hier einige Modelle vereinigt, die mit Biesen verziert sind. Ungeübte werden Biesen nur in geraden Linien arbeiten, längs oder quer, doch kann man sie auch in Bogen= und jedek beliebigen Form ausführen. Für Wasch= und Gazestoffe kommen natürlich nur gerade Linien in Frage, da sonst der Stoff zu leicht ausgedehnt wird. Unter Biesen versteht man Säumchen, die strohhalmbreit abgesteppt werden. Hierauf bügelt man sie von links, und zwar kann man sie nach einer Seite oder flach bügeln, was man besondere bei sesten Stoffen tut. Biesen, Biesensänmchen sind eine Garnitur, die sehr gut in die schlichten, geraden, ja fast strengen Linien unserer heutigen Moderichtung passen. Sie betonen diese noch, wie an Abb.: wo der übertretende Vorderteil durchgehend in Biesen gesteppt ist. Der Biesenschmuck ist so recht das Kennzeichen unserer Zeit: er stellt eine angenehme Unterbrechung der glatten Flächen dar, bildet eine kleidsame Garnitur und ist doch billig in der Herstellung, da er kaum Stoff benötigt. Längs und quer ausgeführt, kann Karowirkung erreicht werden. Unsere Vorlagen bestehen alle aus leichten Stoffen, Schleier= und Kreppstoffe, und ergeben den Typ des einfach=vornehmen Sommerkleides. M G Farben, die schreien *in Gang am schönen Sommernachmittag durch die belebten Seiner Großstadt zeigt uns so recht, wieviel feiner und empfindsamer Straßen Seiner Großstadt zeigt uns das Ohr ist als das Auge. Laute Geräusche siören und machen nerwös, gegen schreiende Farben sind wir meistens unempfindlich. Man gebraucht so gern das Wort Farbensymphonie. Auch das Wort vom Dreiklang in der Mode ist geprägt worden. Wieviel Disharmonie und Mißklänge gibt es dann in der heutigen Frauengarderobe. Mißklänge können dadurch ungewollt entstehen, daß zwei je in sich abgeschlossene Kleider in kräftigen Farben, sagen wir mal Zitronengelb und helles Grün, durch Zufall nebeneinander gehen. Das sind Zufälle, denen man nur selten wird vorbeugen können. Nie aber dürfen Mißklänge in der Wahl der Farben eines Kleides entstehen. Wer eine hellila Stricksacke besitzt, die er als Kleidergänzung tragen will, darf sich kein kornblumenblaues Kleid zulegen, und wessen Jacke auch noch einen grünen Streifen zeigt, muß unbedingt jede weitere Farbe vermeiden. Man möchte sich tatsächlich manchmal wünschen, die Farben, die nicht zueinander passen, könnten schreien, um dadurch ihrem Unwillen Ausdruck zu geben und die Trägerin auf icen Mißgriff, auf die Sünde wider den guten Geschmack aufmerksam zu machen. P. Graß. b0 D Abb. 1 Abb.2 1. Kleid mit weißen Blenden, gleichsatvigem ten Aermelanjaß und Guppen schmater Bieserjäume. Schärvengurtel, mit schnilienem Hohliaum beronder Hierz, Lovach Schmit A 7300, Größe 1 oder II, für D. 18.— slede N. 3.1 für Vorto und Versand erhältlich. Abb. 2. Zartblaues Schleierste fftieid mit tief angeschnittenen Aermeln. Biesensäumen, durchzeleitetem Samtbandgürtel und abgesinsten Säumen am Rock. Hierzu„Revach=Schnit à 7299, Größe 1 oder II. für M.18.— nebs M.3.— für Porto u. Versand erbältlich. Abb. 3. Kittelkleid aus weißem Schleierstoff mnit durchgehenden Knoptschluß, langs lausenden Biesensäumen und kurzen, angeschnittenen Acrmeln. Hiersitt 4:301. Ghodse 11 oder 111, zür M. 18.— neost M. 3.— für Porto n. Versand erhältlich. Abb. 3 Arisecce vobachs Modenalben, Frauenzeitschriften und Schnittmuster empfiehlt und besorgt die Buchhandlung Carl Braus in Schwerte. „Ich habe Iynen schon einmal erklärt, daß ich nichts, gar nichte mit Ihnen zu tun haben will! Sparen Sie nur Ihre Kräfte für sich selbst auf, ich brauche Ihre Hilfe nicht! Meine Flügel sind so leicht, so sein, ich ereiche alles, wohin ich will, auch ohne Sie!— Sie haben hier im Zimmer überhaupt nichts zu suchen, machen Sie, daß Sie wieder hinaus kommen!— j34elind d., Mind. „Fräulein Fliege,“ erwiderte heimlich lächelnd der Wind,„wer weiß, wie sehr Sie mich noch einmal brauchen, aber, wer— weiß, Die Fliage lacte foötsch.„Alberner Bursche, dieser Wind, 14 und ihn herbei wünschen! Na, da wird er lange warten können!—“ Sie trank sich satt am süßen Fruchtsaft, naschte hier— naschte da, und sreute sich ihres Sieges über den eingehildeten Wind. Jetzt noch ein wenig von dem üßen Honig geleckt, aber— da kam eine Hand und jagte sie weg und in der Aufregung flog sie dirckt an den vs Run ging ein Gezapoel sosz.— Bald hatte sie ein Beinchen wieder frei, dann klebten die Flügel und hatte sie die Flügel nochmals los,— dann klebten die Beinchen!— „aae ies hehener rüsige Pind ein und sie bereute biter, ihn ie Ach bitte, ich bin jetzt ausgeruht, lassen Sie uns ein wenig Haschen kleine Fliege.— Aber der Wind schien nicht da zu sein.„ Der Wind war vorhin mirklich wieder ein Weischen hinaus as eals hich e chich Sescheche. Ja, jetzt habe ich mich im Garten müde gelaufen, ich mag jetzt „Ach, lieber Herr Wind,“ bat sie,„bitte, blasen Sie mal tüchtig los. sehen Sie, ich bin ja angeklebt und muß gewiß Der Wint mnck- hütmitilg und ließ mit sich reden. Er bies mi alen Krösten gegen Die Grage Felgensche mege der Hleinen Tliege zu hesen, aber guch lesräusegt tgt gezapbelt.— aus!, Bash hate sich das kleine Fliegenirhaiem, tgt gezapg.— Der Wind aber sanne bei nächster Gelegenheit zur Türe hinaus! “„Ja, das kommt davon,“ dachte er dabet.— Ferien=Preisaufgabe. W e sese ehe E 7 M # Das schöne Bild hier trägt keine Unterschrift. Diese sollt Ihr selbst wählen und einen kleinen Aussatz dazu schreiben. alles beachlet werden, was das Bild aufzeigl; kein Gegenstand soll vergessen sein und kein Umstand der Zeit, des Orles und dgl. darf übersehen werden. Es sind höchstens 259 Worle niederzuschreiben. Wer mehr herausbringt, muß unnötiges streichen oder das Ganze kürzer fassen.— Es werden Preise ausgesetzt für alle, die einen Aufsatz bringen. Die beste Arbeit wird abgedruckt. Schlußtag der Ablieferung ist der 25. August, 4 Uhr nachmittage. Das Papier darf nur auf der Vorderseite beschrieben werden mit deutlicher, schöner Schrift. Alter, Schule und Klasse und genaue Wohnungsangaben müssen auch aufgeschrieben sein. Dazu die Unterschrift des Vater oder der Mutter. Kommt nun mal ein Regentag, Neymt die Feder frisch zur Hand. Schaut das Bild mit stillen Blicken, Und dann Fleiß daran gewandt. Flugs Gedanken niederschreiben, Immer bei der Sache bleiben, Eine schöne Ueberschrift, Kurze Sätze, daß es trifft, Eine Reinschrift noch gemacht, Und das Werk, es ist vollvracht. □0 05 Beilage zur„Schwerter Zeitung“ Samstag, 12. Rugust 1922. Nr. 188(2. Blatt) Die zerstörte Finanzhoheit. Wie im einzelnen auch der Beschluß aussehen mag, durch welchen die Reparationskrise beendet werden wird,— tiefe Eingriffe in die deutsche Finanzhoheit werden nicht mehr ab. zuwenden sein. Das„Garantiekomitee“ hat bekanntlich einige Wochen in Berlin geweilt und mit der Reichsregierung Vorschläge vereinbart, wie künftighin die Verbandmächte die deutschen Finanzen kontrollieren können, ohne die Souveräni tät des Reiches allzu sehr einzuengen. Das Garanliekomitee ist ein Unterausschuß der Reparationskommission; diese letzt genannte muß nach dem Versailler Vertrag den leitenden Verbandsstaatsmännern die endgültigen Vorschläge über Lage der deutschen Finanzen, über die Zahlungsfähigkeit der Reiches und über die zu ergreifenden Kontrollmaßnahmen machen. Der Reparationskommission verdanken wir berei eine Fülle von Bestimmungen, die wir in der Schärfe und in der Eile, mit der sie von uns gefordert wurden, freiwillig kei nesfalls verwirklicht hätten. Hierzu gehören die jähe Verten sich überhaupt noch zu erhalten und die Massen seiner Arbeiter schaft zu beschäftigen und zu ernähren. Von eingen#ebg. schwemmung des Auslandes kann aber gar leing uig denn wenn man nur einen Blick ani oie Staamimr##, sieht man, wie sehr die Einfuhr von Deutschland in fremo# Länder zurückgegangen ist, abgesehn davon, daß natürlich die Gesamteinfuhr Deutschlands von heute im Vergleich mit der Vorkriegszeit bedeutend gesunken ist. Einige Einzelheiten aus der Einfuhrstatistik, der drei westlichen Nachbarländer Bel giens, Frankreich= und der S hweiz, seien angeführt, um di Behauptung der###landspre se zu widerlegen. Die Erzeug nisse der deutschen chemischer Industrie bedeuteten vor dem riege einen Hauptausfuhrar el. Vergleicht man die Zittern 1913 und 1921, so ergib. hfolggnbes Bild: die Ausfuhr nach Belgien ging zurück von 226·919 Tonnen auf 92826 T neu, d. h. um 64,1 Prozent, nach Frantreich von 335 911 T en auf 71 308 Tonnen, d. h. um 78,7 Prozent, nach der 666 Tonnen auf 57 250 Tonnen, d. h. um un, umeern, Aigen die Verhältnisse in der unter freinder Finanz Honeri. ∆ 8 Verteuerung Ae Schweiz von 38,8 Prozent. Belgstung des rung des Brotes aller öffentlichen stützung der Erw. des Vertehrs Lasten und der rbslosen oh obg) ee Volhes aut deig.# Kosten d brurche 1## die unerhörte Steigerung ung, fünstighin die Unter sientliche Zuschüsse, zu bewerkstelligen. Das beigefügte Vild ist in dem türzlich zu Verlg der Kulturtiga erschiene vertrag in Wort. Bild und Zahl“ enthalten und der Arm de: Roparationskommission aus Paris die L Kontrolbestimmungen auf das zulsammenbregzerPgeheutiche Volt türmt. Es wäre eitler Selbstbeirng, wenn wir Sehnurten wollten, die Einschaltung Reichsfinanzministerium und dem Reichstag sei keine„Beschränkung unserer Sonveränität.“ Es ist fi auch für den Kumpf um die B Friedensvertrages und seiner Ergänzungsbestimmungen besser, wenn wir uns die ungeschmintte Wahrheit vor Augen halten. Wir werden auch in der Welt nur Spott, nicht aber Sym pathie und Hilfe finden, wenn wir uns damit zu tröste suchen, daß wir die Dinge nicht beim rechten Namen nennen. Deutsche Waren überschwemmen das Ausland. Einer der beliebtesten Vorwürfe, den die ausländische Presse Deutschlands macht ist der, daß das Ausland, besonders die ehemals feindlichen Länder mit billigen deutschen Waren überschwemmt werden, und daß Deutschland somit die Schuld trägt, wenn die Industrien in jenen Ländern dar nieder liegen. Die Beschuldigung trägt die Unwahrheit in der Stirn, denn auch die Auslandspresse weiß, daß zunächst an der wirtschaftlichen Weltlage nicht Deutschland, sondern das Versailler Friedensdiktat schuld ist, und daß Deutschland selbst am allermeisten darunter leidet. Wenn wirklich aus Deutschland noch Ware in ziemlichen Mengen ausgeführt wird, so liegt das daran, daß die Spannung zwischen Inlandspreis und Weltmarktpreis für einzelne Warengattungen noch be steht. Nur diese Spannung gibt Deutschland die Möglichkeit, Wo liegt die Kriegsschuld? Von Titus Türk. Vor mir liegt die englische Zeitung„Daiiz, Feigegph, in welcher sich ein Nachruf für den am 23. London ermordeten englischen Generalfeldmarschall Sir Henry Wilson befindet. Einer dieser Artikel lautet wörtlich * Der große Krieg vorhergesehen. Der größte Ruhm, der sich an den Namen Sir Henry Wilson tnüpft, war, daß er sich frühzeitig die Wahrscheinlichleit eines Krieges mit Deutschland ver gegenwärtigte, und seine geradezu feurige Mitarbeit mit den Franzosen bei den Vorbereitungen für diesen Fall und die danach folgende Durchführung der Fefaßzten Als Direttox der Operationsabteilung nahm er die Arbeit, die durch seine Vorgänger Sir James Grierson und Sir Spencer Ewart begonnen war, wieder auf und setzte sie fort und förderte in weitem Maße den Abschluß der Pläne, welche für den Transport des Expeditionskorps nach Frankreich ent worfen waren. Er begleitete Sir John Freuch und viele andere britische und französische Offiziere auf den zierungen der Teile des Landes, die bestimmt waren, das gstheater zu bilden, und während der ersten Operationen betätigte er sich zusammen mit dem französischenncal Huguel als vortrefflicher Verbindungsossizier zwischen dem britischen Hauptquartier und General Joffre. Als Armee korpsführer nahm er nicht an einer der größeren Schlachten teil. Wohl aber begünstigte er die Kommandierung des Generals Nivelle zum Oberführer der französischen Armee, und als letztere nach der Schlacht im Abril 1917 in Schuictig, keiten gerieten, dehnte er seinen Einfluß bei Herrn und der französischen Regierung dahin aus, daß er die Ab lösung dieses Offiziers verhinderte. An anderer Stelle finden wir in derselben Zeitung eine Aeußerung des. französischen Marschalls Foch über seinen „alten Kameraden“ wie er ihn nennt:„Ich habe einen alten Kameraden verloren zu dem ich stets größte Achtung und Zuneigung hatte. Schon vor 14 Jahren betrat er mein Büro in der Kriegsschule, deren Kommandant ich war, und lud mich ein, diesen seinen Besuch in Kindersley, der britischen Kriegsschule zu erwidern, die er kommandierte. Seit der Zeit haben wir uns mindestens einmal jedes Jahr getroffen, und unsere Beziehungen haben stets den Charatter größten Vertranens Zueinander getragen.“ LEU DENNGEN Wilhelmstraße 24- Fernruf 478 Dampfbäckerei- Conditorei: anz ähnlich liegen ertilindustrie. Die entsprechenden Zahlen für Eischwgren sind: für Belgien von 679 783 Tonnen auf 124 2. 8 d. h. um 81,3 Prozent, für Frankreich von n Tonne auf 117 823 Tonnen. d. h. um 33.71 Prozent, für die Schwei von 359329 Tonnen, d. h. um 11,02 Prozent Rückgang. Die Zisfern beweisen also die Unwahrheit jener Behauptung gan dentlich. Wenn im Auslande die Kauftraft an sich zurüage gangen ist, so liegt das daran, das, alle Länder, auch die Sie gerstaaten, unter der Teuerung und unter der Minderungd aucherkraft leiden. Das darf man aber wichg, Teust, and in die Schuhe schieben; die Schuld daran ssig, gguhn und solange jener unsinnige Frirdensvertrag ung.„ wird, solange unter seinen Folgen die ganze Welt zu hat, solange wird auch der wirtschaftliche Niederggng Kurovas und der Welt nicht aufzuhalten sein. Die Ausland#####ge sollte Angenmerk darauf richten und für Beseitigung des Versailler Vertrages agstieren. Der Verkehr mit Die Schwierigkeiten, die sich durch die Abtrennung eines Teiles von Oberschlesien ergeben haben, häufen sich mehr und mehr. Sie liegen vor allem in dem Verkehr zwischen dem abgetrennten Gebiete und dem bei Deutschland verbliebenen Teile Oberschlesiens. Es fällt hierbei weniger ins Gewicht, daß ourch d Uebernahme der einzelnen Verkehrsämer durch polnische Beamte die schnelle Beförderung der 1 stsachen und der Frachtgüter illusorisch gemacht wurde und daß hierdurch eine glatte Abwicklung des Handelsverkehrs unmöglich geworden ist— einschneidender noch wirkt auch hier wieder der### sailler Friedensvertrag. Es handelt sich vor allem um den Artikel 268, sowie um die neuen Verpflichtungen durch das in Genf abgeschlossene deutsch=polnische Abkommen über Oberschlesien. In diesen Artiteln werden die Fragen der Eifuhrbewilligungen und die Zollfrage behandelt. Es. wird deutschen Wirtschaftskreisen außerordentlich bedauect, vuß diese Probleme trotz der langen Verhandlungen noch immer keine Lösung gefunden haben. Deutschland ist durch den Artikel 268 des Friedensvertrages nämlich verpflichtet, alle werbs= oder Raturerzeugnisse der ehemgig dzuschlzgenz ich hre; Wirtschaftskreisen, sondern auch von dem deutschen Kommisuscdkung ür Subutrie und Barde ger sien in Kattowitz und den Telegierten des Peischekoprpmissars. der die Anträge auf den Ursprungszeuguissen zu gene### hatte. Bei den jetzt einsetzenden deutsch####mihen Willschaftsverhe dlungen, die in aller Kürze zwischen den beiden Regierungen beginnen werden, ist die Regelung dieser Frage so vorgesehen, daß an Hand von Listen bestimmte Waren ohne vorherige Zustimmung der Regierungsstellen eingeführ werden dürfen. Es wird den Unterhändlern bei den Anschaftsverhandlungen nicht leicht gemacht werden, zu.... für Deutschland günstigen Einigung zu kommen, du der„unzösische Einsluß bei der polnischen Regierung sehr stark i und alle Winke von Paris her große Beachtung finden. Vorverhandlungen in Warschau haben jedoch gezeigt, eine geschickte Haltung der Vertreter manches Böse für dur deutsche Wirtschaftsleben abzuwenden vermag, wenn die nötige Energie vorbanden ist. Die Filmaktie. wirtschaftlicher Sonderberichterstatter schreibt uns: diese kursmäßig niedriger bewertet werden als die meisten anderen Attientategorien, so hat dies schon seine . ist Die Aouigung zu. ceuführen auf die zahlieichen Filmfirma abrichtigen für die vornemenen Roilen, G##chmack des Pubrunns, einige der Um nehmen, da ie Häfifung von wohl nirgends lebens. A1 wertunge dende entschied, Wenig erzinung Mehr als je mill Gewinne zur Kol nischeidend sind. Gewiß, e und dem Gieschmack des wägbarer Momente, r eine Filmbranche, gibt unseres Wirtschaftsei. in denen die Divind wotl nur bei ,„urefene aeien obaß die bentige u der Geldentwertung entbrenene mmnn„ uum reittose Freude bei den Aktieninhabern andlöst. u bei der Unsicherheit der Zeiten die olioierung eines Unternenmens verwund Rückneilung zur Schaffung vor ichtig geung sein. sind,(Atelkers, N auch nicht ausgeschaltet uns sehr wenntlich dara cten, ob es möglich si, em Buchwerte herauszu zu Abschreibungen, R Man kann hier garnie altien Pachtwer#e vor das spekulative Momen an , we wertung Gewinne gegeni durch die Aktien für den Aussicht auf Befriedig einzig und allein auf mal nichts weiter al. dir Aussichten, daß es seine Aktien nicht an liebhaber findet, die ih Privatsache. Wenn a Kapitalmarkt wendet, legenheit und unterliegt rzielten werden, nerer Reserven. enn bei Filmatine uw.) ist tei, so doch beauf aulommen. bei ihrer Ver olen und da nd 11 dar Imunternehmens durch en. Ein Fil amen basiert ist, daß an Bitroeinrichtung besitzt, vorwärtskommen wirs, no in Markt bringen. Wenn Geld zur Verfügung stelle er ein derartiges Unterne vird dieses Begehren eine der öffentlichen Kritik. ch die Soudieung isr dig Eicherzest einer Alie Sachnerte nicht die alteinge ewo)z, äftlichen und Küniterschen gitt, wenn auch aute Leitung iun, guch ein schlecht geleiteles Un ernehnen nicht uu,aun ssochzperte, u ergeneinen sucht ian eine olech gScäuung, das Euszgzehense Ungeahnte wirtschaftliche vflegen, haben gerade wegen der Zulunftsauss-Zzerzgung ge. Hier wird mit dürren Worten der Außenwelt verkündet, vor dem Kriege ganz offiziell antwortete die russische, diese Mannöver seien völlig bedeutungslos Dem halte ich gegenüber, das niemals, völtern stattgesunden haben. Das Geschrei unserer späteren Gegner und wohl auch eines großen Ohren gellen. Und im übrigen hat ja auch neben anderen sche Modimachung almgählich aucdh foden uichanizgristige, Geiste bewiesen, wie wenig wir auf den Krieg davon, daß es jemals Franzosen äumichen oder uihithrichen Iu zezichigungen in ihr Land d Gewissens nichts zu verbergen haben, in lopatster Weise fremdländische Offiziere aller Diensigrade unseren großen Manövern Jahr für Jahr zulighen, enannte General Grierson, ein mir persomenn bekannt gewesener, dialektfrei deutsch sprechender Mann, genoß in fassendster Weise dieses Vertrauen unserer Regierung und nahm Jahr für Jahr an größeren Uebungen unseres Hoeres teil. Wir sehen nun, wie wacker dieser„Gentleman“ sorch Vertrauen ausgenutzt hat. Wollen wir nicht endlich aufhören, angesichts solcher Beweise uns selber zu beschuldigen? Wollen wir nicht endlich aufhören, auch jetzt noch die Arbeit der Franzosen und Eng länder an uns selber zu tun? Wollen wir nicht endlich auf hören, uns selber in Varteien und Parteichen zu zerreiße „Seid einig. einig, einig.!“ Die Förderung des Wohnungsbaues. Man hatte für das Jahr 1921 von Staats wegen uug sche Gohnungznange abzudrückender fühlbar io A-Kestslöbue enorm war. Die Steigerang stellungstosten einer Kleinwohnung mit 70„Suahdreguggr Grundsläche bei sehr einfacher Ausstattung auf Zagugg 16 bis 12000 Mart veranschlagt. Im Laufe des g. uungr a stiegen die Kosten erheblich und heute betragen sie mehr uls das Doppelte der in Aussicht genommenen Summe. Da (orig von Landes= und Gemeindedarlehn gedeckt, von 42 75 0000 M Pohnung voraben, Ind Burch die Aotzfage, archöht worden. einer solchen Wohnung eine Beih Wenn man io ivariam wie möglich) vesitöhrz, einen Bohnun. Piugez, auf Bieie, gaürisch so wirschaftlich wie en uu orderv., Ss uHeug dig Zisehitlichen Mistel und leider e Beihilfesatz ist die Grenze ung-ben, Auionng des Materials und dem Steigen müsen einsechen, daß sie durch die ewigen Lohnerhöhungen etzten Endes nur sich selbst treffen, weil vielen von ihnen damit die Möglichkeit genommen wird, eine Wohnung zu erhalten. An irgend einer Stelle wird mit der Verteuerung einmal Halt gemacht werden müssen, und da man vorläufig mit einet Revision der euroväischen Wirtschaft, die von außer kommen und die bei Versailles einsetzen müßte, nicht zu rechnen hat, so muß darin eben von innen mit gutem Beispiel vorangegangen räglich Emar frische Morgens 8 Uhr. Nachmittags 3 Uhr. ff. Backwaren täglich frisch! BNUPOTTT Heutiges Auswandererschicksal. Tausende, ja Miltionen von Europfern tränmen heule davon, nach Amerika und besonders nach Südamerika auszuwandern. Aber wenn sie als lockendes Beispiel das Schickjal jener Answandererzüge vor sich jehen, die in der ersten Hilfte des 19. Jahrhunderts nach dem nordamerikanischen Westen wanderten und dort den„Amerikanismus“ schufen, so geben sie sich einer Täuschung hin. Es sind heute andere Menschen mit anderen Ansprüchen und anderen Levensformen, die in die Fremde ziehen. Auf diese Talsache weist Albert Haas in einer inhaltsreichen Abhindlung über die gegenwärtigen Verhiltnisse von Argentinien hin, die er in der„Deutschen Revue“ veröffentlicht.„Damals waren es in der Hauptsache Landleute,“ schreibt er,„denen es in den engen Verhältnissen der Heimat nie besonders gut gegangen war. Sie hofften, in Amerika dar zu erringen, was sie nie besessen hatten: eigenen Hof und eigenen Acker. Sie waren körperlich und geistig bedurfnielos. Sie natten derbe Nerven. Und am Ziele ihrer Wanderung angelangt, pastten sie sich zum größten Teile schnell den überaus günstigen Verhältnissen an. Die jetzigen europäischen Answanderer dagegen kommen meist aus den Städten. Sie haben den Krieg als Offizier oder als Soldat oder doch als„Schwerstarbeiter“ mitgemacht und ein starkes Selbstbewusetsein sowie hohe materielle Ansprüche erworben. Alle haben sie vor dem Kriege bessere Zeiten gesehen und verlassen ihre Heimat weniger aus Hoffnung als aus Verzweiflung. Sie gliedern sich deshalb einer neuen Umgebung nur sehr schwer ein. Früher nahm das„greenhorn“ alle neuen Eindrücke vor behaltlos zufrieden hin. Die Einwanderer dagegen, welche jeht aus Europa in der Neuen Welt anzukommen beginnen, nörgeln; sie stellen sofort Vergleiche zwischen daheim und der Fremde, zwischen einst und jetzt an. Da sie aber dabei meistens zu Ergebnissen kommen, wesche für die neue Umgebung wenig günstig ausfallen, so würde eine große Zahl von ihnen am liebsten sofort mit dem nächsten Dampfer umkehren. Sie sehnen sich alle nach Hause, wo das Leben bunter, wo die öffentlichen Einrichtungen ent wickelter, wo der Aufenthalt bequemer und unterhattender ist. Sie hängen trotz aller Not und alles ausgestandenen Elendes ungleich mehr an der Heimat, als die früheren Wanderer. Dazu kommt aber weiter, daß diese Leute, welche monate- und jahrelang dem Tode ins Auge gesehen haben, weder die Geduld, noch die Sparsamleit, noch die Fügsamkeit haben, welche früher den Ankömmlingen die Wege zu ebnen pflegten. Ein Bruchteil von ihnen, der größer ist als früher, neigt zu Gewaltlätigleiten. Manche wieder bringen die Erregung der wirtschaftlichen und sozialen Kämpfe Europas mit, so daß sie deshalb in der Neuen Welt sehr schnell auf Widerstand stosten. Es ist kein Zufall, das gerade jetzt die einstige Ungebundenheit des amerikanischen Daseins einer steigenden Flut polizeilicher Einrichtungen im Meldewesen weicht, daß jetzt jeder Monat eine Verschärfung der Paßkontrollen bei allen Grenzüberschreitungen mit sich bringt, und daß vor kurzem die jüdamerikanischen Regierungen einen internationalen Polizeiverband zwecks gemeinsamer Anschließung, Ueberwachung und Ausweisung „lästiger Ausländer“ begründet haben.“ Reißaus, doch konnte einer von ihnen eingehöltnnd der##k Verschiebeste Seübillgen bei Wieser Neustadt, in Ungars Polizei übergeben werden. und Bauern aur Montag erfolgt. Einzelheiten hieruber Schwere Bluttat in Caputh. Der Händler W. Müller besagen folgendes: Der von Major Oslar„Westover geeizung seines iingeren Sohnes, führte amerikanische Ballon„Army“ ist 1.00 Kilometer Rund um Berlin. Fahrpreiserhöhung der Hochbahn. Infolge der vor dem Demobilmachungskommissar beschlossenen weiteren Erhöhung der vom Schlichtungsausschuß Groß=Berlin für August festgesetzten Loynsätze sieht sich die Hochbahngesellschaft gezwungen, mit der erst für Ende des Monats in Aussicht genommenen Tariferhöhung sofort vorzugehen. Von Donnerstag, 10. August, an werden daher folgende Fahrpreise erhoben: Bis zum 5. Bahnhof in dritter Klasse K. in zweiter Klasse 4 M, darüber hinaus in dritter Klasse 4 K. in zweiter Klasse 5:K. Für Fahrten nach und von Dahlem ist, wie bisher, ein besonderer Zuschlag von 1. i zu zahlen. Neuer Lohnkonflikt in der Metallindustrie. In der Berliner Metallindustrie, in der es in den letzten Tagen verschiedentlich zu Teilstreiks gekommen ist, droht jetzt plötzlich ein neuer allgemeiner Konflikt zu entstehen. Wider Erwarten haben die Berliner Metallarbeiter in einer Urabstimmung die getroffenen Vereinbarungen über die neue Lohnregelung mir großer Mehrheit abgelehnt. Für Annahme wurden 27054, für Ablehnung 55 199 Stimmen abgegeben. Wie der„Tag“ meldet, werden folgedessen neue Verhandlungen notwendig sein, von deren Ausgang die weitere Entwicklung abhängen wird. Im chemischen Grophandel droht ein Streik der Trans portarbeiter, Packer, Portiers usw. Ein Schiedsspruch hat den Arbeitnehmern eine Lohnerhöhung von etwa 50 Prozent gebracht, doch ist diese Entscheidung von den Arbeitgebern abgelehnt worden. Es soll versucht werden, durch Verhandlungen vor dem Demobilmachungslommissar eine Einigung herbeizuführen. Meuterei im Brandenburger Zuchthaus. Dienstag mittag kurz vor 2 Uhr kam es im Brandenburger Zuchthaus zu einer Menterei. Acht Insassen fielen plötzlich über die Aufsichtsbeamten her, machten diese unschädlich und entkamen auf den Hof der Strafanstalt. Hier wurde ein anderer Beamter, der die Torschlüssel bei sich trug, überwältigt und unschädlich gemacht. Die Gefangenen verschafften sich dann den Eingang ins Freie und flüchteten über den Humboldthain der Havel zu. Die sofort aufgenommene Verfolgung führte zur Wiederergreifung von vorläufig sechs Flüchtlingen, der siebente wurde auf der Flucht erschossen, während-ein anderer noch nicht ergriffen werden konnte. Die von den Ausbrechern überfallenen Beamten wurden zwar von den Meuterern übel zugerichtet, sie beteiligten sich aber an der Verfolgung der Ausreißer, so daß schon daraus zu ersehen ist, daß die Verletzungen, die sie erlitten haben, nicht schwerer Natur sind. Die Beamten des Zuchthauses beschweren sich barüber, daß sie keinerlei Waffen bei sich führen dürfen. Ueberfall auf einen Kassenboten. Ein frecher Raubüiber all wurde in der Kiesholzstraße in Treptow auf einen Kassenboten der Firma Pohl u. Wagner verübt. Der Bote trug eine Geldtasche mit Lohngeldern in Höhe von einigen underttausend Mark, die er von der Bank abgeholt ha:: In der Kiefholzstraße sprangen plötzlich drei junge###en auf ihn zu, warfen ihn zu Boden und versuchten,n die Tasche mit dem Geld zu entreißen. Der Bole unte aber mit Aufbietung aller Kraft die Tasche festhaln, bis Passanten zu seiner Hilfe herbeieilten. Die drei. Burschen nahmen nun schleunigst aus Caputh wollte in Begleitung nimr gungeten Tohnes mit seinem Fuhrwerk nach Potsdam fahren. Er traf dabei mit seinem älteren Sohne Panl Mütter zusammen. Zwischen Vater und Sohn bestehen seit längerer Zeit ernste Disserenzen, und aus dem zufälligen Zusammentreffen entwickelte sich sehr bald ein sehr erregter Wortwechsel, der auch zu Tätlichkeiten führte. Der jähzornige Panl Müller, der seit der Kriegszeit ein schweres Nervenleiden hat, griff schließlich zum Revolver und feuerte diesen auf seinen Vater ab. Die Kugel drang dem Vater in die Brust, so daß er Elutüberströmt zusammenbrach. Der Schwerverletzte wurde der„Berl. Morgenpost“ zufolge von seinem jüngeren Sohne und Einwohnern von Caputh zunächst in seine Wohnung und dann ins Hermannswerder Krankenhaus gebracht. Seine Verletzungen sind zum Glück nicht lebensgefährlich. Paul Müller wurde von den herbeigerufenen Landsägern in Haft genommen. Festnahme einer Ladendiebin. Auf dem Wochenmarkt in der Borhagener Straße wurde eine gewerbemäßige Ladendiebin auf frischer Tat ertappt und verhaftet. Bei der Haussuchung fand man ein ganzes Warentager im Werte von 70= bis 80000 Mark gestohlener Waren. Aus dem Reiche. + Stapellauf in Danzig. Lloyd bei der Schiffswerft Schichan in Austrag gegebene Passagierdampfer„Columbus“, der seinerzeit beim Stapellauf nur zu einem Drittel zu Wasser gelangen konnte, ist nach wiederholten Abschleppungsversuchen in den letzten Wochen heute glücklich zu Wasser gebracht worden. Der Schissmapf ist unverletzr.„ 146anug in. 2. + Internationaler Vergarbenerrongren in Frankfurt a. M. In der Frage des nordamerikanischen Bergarbeiterstreiks schlug der Vorstand eine Tagesordnung vor, in der den ausständigen amerikanischen Bergleuten die Sympathie des Kongresses ausgedrückt und den Landesverbänden empfohlen wird, eine Unterstützung von 10000 Psund für die amerikanischen Genossen aufzubringen. nichtöffentlicher Sitzung wurde dieser Antrag mit einer redaktionellen Aenderung angenommen. + Der Direktor der„Schlesischen Volkszeitung“ gestorben. Der langjährige Direktor der„Schlesischen Volkszeitung“, Josef Boenigk, ist nach langem Leiden im Alter von 57 Jahren gesorbeng„.72 Mimimm t.s Zeitungsverbote. Das bayerische ministerium des Innern hat den„Völkischen Beobachter“, das Organ der Antisemiten und Nationalsozialisten, auf acht Tage wegen Beschimpfung der Reichsregierung und der bayerischen Regierung verboten. Ebenso hat in Brannschweig das Staatsministerium das Mitteilungsblatt der Deutschnatio nalen Volkspartei des Landes Brannschweig,„Volk und Vaterland“, auf die Dauer von sechs Monaten verboten. Das Verbot erfolgt mit Rücksicht auf den Artikel„Unsen ist die Zukunft“ in der Augustuummer 1922, in welchem der frühere Minister Käser öffentlich beschimpft wird. Ferner sind die„Mitteldeutsche Presse“ und das„Staßfurter Tageblatt“ für zehn Tage verboten worden. Der Grund zu dem Verbot bildet, wie die„P. P. N.“ hören, eine Planderei“, in der der Mord an Rathenau ausdrücklich gebilligt und die republikanische Verfassung verspotter wurde. Der Oberpräsident der Provinz Hannover hatte auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze der Republik das Erscheinen des„Göttinger Tageblatts“ auf die Dauer von einer Woche verboten. Die Beschwerde des Verlages und der Schriftleitung des„Göttin= ger Tageblatts“ gegen dieses Verbot ist vom Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik verworfen worden.— In Pommern hatte, wie der„Tag“ berichtet, die preußische Regierung eine Reihe von Blättern für vier Wochen verboten. Von diesen haben die„Greifswalder Tagespost“. und die„Schlawer Tagespost“ dem Oberpräsidenten Erklärungen dahin abgegeben, daß sie in Zukunft nicht mehr gegen das Reichsgesetz zum Schutze der Republkk verstoßen werden. Minister Severing hat hierauf das Erscheinungs= verbot schon jetzt, nach zweiwöchentlichem Bestehen, wieder aufgehoben.— Die Besatzungsbehörde hat das in Essen erscheinende Wochenblatt„Das Freie Wort“ für die Brückentörfe Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort dauernd ercotch A Nach ine Sapasme, + Waffenfunde in Neiße. Nach einer Havasmeldung sollen von der Interaltiierten Kontrollkommission in der Festung Neisie 1000 Tonnen Kriegsmaterial gefunden worden sein. Die sofort getroffenen Feststellungen haben ergeben, daß in der Tat in den Kasematten der längst geschleiften Festung Neiße in einigen von der Militärverwaltung nicht mehr benutzten Räumen Kriegsmaterial in größeren Mengen vorgefunden worden ist. Entdeckt wurden u. a. 513 Gewehre und Karabiner, sechs leichte und acht schwere Maschinengewehre, außerdem große Mengen von Pulver und Munition. Geschütze oder Minenwerfer sind nicht vorgefunden worden. Es ist anzunehmen, daß der größte Teil dieser Bestände von dem sogenannten wilden Selbstschutz in Oberschlesien während der früheren Unruhen dort versteckt worden ist. Der Umstand, daß außer dem Material auch Schrott vorgefunden worden ist, legt die Vermutung nahe, daß ferner aus gewinnsüchtigen Zwecken Material dort versteckt worden ist, um es bei Gelegenheit zu verwerten. Die Angabe der Havasmeldung, wonach deutsche Militärbehörden versucht hätten, die Nachforschungen zu erschiveren, trifft nicht zu. Reiße ist keine Festung mehr; es befindet sich dort auch keine Kommandantur. Die Kontrollkommission hat sich bei ihren Nachforschungen überhaupt nicht der Unterstützung militärischer Stellen, sondern der Polizei bedient. Die Untersuchung des Vorfalles ist im Gange. Von irgendwelcher militärischen Bedentung ist der Fund mit Rücksicht auf die geringe Zahl der vorgefundenen Wafsen nicht. Der Kommunist Unelmann beguadigt. Auf Grund des Reichsamnestiegesetzes vom 21. Juli hat, wie die„Rote Fahne“ berichtet, die Staatsanwaltschaft Halle a. S. die Freilassung des Utzelmann=Kempin angeordnet, der nach der Märzattion wegen Hochverrat, Aufruhr und Landfriedensbruch zur levenslänglichen Zuchthausstrafe verurteilt war. Utzelmann wurde am 4. August aus der Strafanstalt Sonnenburg entlassen. Aus aller Welt. + Vom Gordon=Bennet=Wettfluge. Von den am Soyntagnachmittag in Genf aufgestiegenen 19 Ballonen führir amerikänische Balton„Arih“ ist 1.00 Kilomeler südwestlich von Budapest, 50 Kilometer vom rechten Donaunser entfernt gelandet. Es ist dies die größte bis jetzt gemeldete Distanz. Ballon„Picardie“", Pilot Bienaimé, landete gegen 11 Uhr 26,6 Kilometer von Noer(?) in Ungarn. Der von Müller Schweiz geführte Ballon„Zürich“ landele, durch heftige und starke Schneefälle gezwungen, nördlich von Zell a. d. Moos bei Salzburg. Der von Major Barbanti geführte italienische Ballon„Trionphale VI“ landete am Monlag um 6 Uhr abends in dorf ungefähr 50 Kilomeler von Wien. An erster Stelle stehen der Franzose Bienaimé und der Italiener Barbantis + Tagung der Zweiten und Wiener Internationale. Die in Brüsset versammelten Vertreier der Zweiten und der Wiener Internationale beschlossen, die Untersuchung über die wirtschaftliche und politische Lage Deutschlands, mit der sie betraut wurden, an Ort und Stelle fortzuführen, und setztem die Punkte des Fragevogens für diese Untersuchung festSie geben allen Arbeitern bekannt, daß die Lebensbedingungen des österreichischen Proletariats täglich elender werden, und weisen darauf hin, daß seine Lage eine sofortige ausreichende Hilse erfordere. Ablieferung eines Trockendocks an Frankreich. AusNantes verlautet, daß dort von der Deutschen Regierung eeh„ ein Trockendock als Teil der Entschädigung für die in Der vom Norddeutschen Tcapa Flow versenkten Schiffe übergeben wurde. 4 Ruhe in Italien. Die Faszistenpartei gibt bekannt, daß der Generalsekretär der Partei alle Zweigverbände telegraphisch zur Abrüstung aufgefordert hat. + Gastspiel deutscher Künstler in Buenos Aires. Das Gastspiel der deutschen Künstler im Colon=Theater wurde mit Wagners„Ring“ unter der Leitung Weingartners und Kaisers mit größtem Erfolg beendet. Kirchhoff in den Tenorpartien. Schipper als Wotan, Brann in den Baßrollen, Wildbrunn als Brunhilde, Bandler als; Alberich und Bestein als Mime wurden in der Presse mit höchstem Lob besprochen. Das Publikum bereitete den Künstlern Ovationen. dem Gerichtssaal. " Verbot des Bismarck=Dramas. Vor der Ferien=Strafkammer des Landgerichts III Berlin wurde auf Antrag Wilhelm II. und der Gattin des früheren Staatsministers von Bötticher, dem Schriftsteller Emil Ludwig die Publikation und Aufführung seines Bismarck=Dramas„Die Entlassung“ einstweiligt untersagt. Das viel umstrittene Werk wird trotzdem als Buch erscheinen, da die einstweilige Verfügung nur den Autor, nicht aber den Verlag betrifft, auf den in der Zwischenzeit sämtliche Rechte übergegangen sind. Der Verlag glaubt, daß zu einem Einschreiten gegen ihn jede Handhabe sehlen dürfte, da sämtliche inkriminierten Stellen durch geringfügige Abänderungen von acht Sätzen und einigen [Worten aus dem nunmehr erscheinenden Buch entfernt sind, ohne daß die Gestalt des Werkes dadnich im mindesten berührt wäre.— Emil Ludwig hat gegen das ergangene Urteil Berufung anDie Vernehmungen des dreifachen Mörders der in Dresden krank darniederliegt, sind jetzt abgeschlossen und führten zu einem vollen Geständnis des Mordes an dem Geldbriefträger Lange im Hotel Adlon in Berlin. Nachdem er das durch die Ermordung der Frau Stubenrauch und des Geldbriefträgers Weber erbeutete Geld verjubelt hatte, kam er sofort auf den Gedanken, sich auf dem gleichen Wege neues zu verschaffen. Diesmal aber wollte er mehr erbeuten. Deshalb wählte er Unter den Linden ein Hotel erster Klasse. Weil er aber dort nicht ohne Gepäck einkehren konnte, kaufte er von einem Privatmanne drei Koffer, beschwerte diese mit Sand, fuhr nach Velten und gab sie von da nach Berlin auf. Als Rittergutsbesitzer von Gassen aus Steitin kehrte er in einem Hotel Unter den Linden ein. Dort passierte ihm das Unglück, daß einer der Kosser ausging und der Hotelhausdiener sehen konnte, daß der Inhalt nur aus Sand bestand. verließ das Hotel und zog nach dem Hotel Adlon. Dort mietete er mit der Begründung, daß seine Eltern noch nachkämen, unter dem Namen eines Herrn v. Winterfeld drei nebeneinander liegende Zimmer. Hier wollte er seinen Plan zur Ausführung bringen. Er bestellte einige Lotterielose, die ihm zugesandt werden sollten, um festzustellen, ob der Geldbriefträger Lange, der diesen Gang besorgen mußte, auch in sein Zimmer hineinkommen werde. Blume setzte den 2. Januar für die Ausführung des Verbrechens fest und ließ sich eine Nachnahmesendung zustellen. Als der greise Geldbriefträger Lange dann mit der Sendung kam, führte er ihn in das mittlere Zimmer und forderte diesen auf, Platz zu nehmen. Plötzlich zog er dann zwei Schußwaffen, trat vor Lange hin und forderte ihn auf, das Geld herauszugeben. Als sich Lange weigerte, warf Blume ihm eine Schlinge um den Hals. Der Ueberfallene sich heftig. Um ihn am Schreien zu verhindern, steckte ihm Blume ein nasses Taschentuch in den Mund und erdrosselte dann den alten Mann. Dann steckte er die Beute, Geld, Papiere und Schmuck, sachen in eine Aktentasche und ging fort. Im Tiergarten warf die Zimmerschlüssel weg, später auch alle Schmucksachen, da er sie nicht verwerten konnte, ferner verbraunig er die Wertpapiere, wein sie schon gesperrt waren, bevor er sie u Geld machen konnte. Der Hase und sein Heim. Die Ansicht ist viel verbreitet, daß Meister Lampe kein eigentliches Heim besitzt, sondern sich sein Lager immer wieder neu scharrt. Dem widerspricht eine Zuschrift im„St. Hubertus“, in der auf Grund eingehender Beobachtung allerlei Interessantes über die Häuslichleit der Hasen erzählt wird. Freund Lampe leistet sich allerdings den Luxus mehrerer Heime; er legt sich für die Hauptwindrichtungen zwei bis drei„Sassen“ an und sitzt oder liegt heute da und morgen dort, je nachdem der Wind streicht. Deshalb hat er aber doch Anhänglichkeit an sein Lager, und wenn er selbst eine Sasse aufgibt, so sitzt bald ein anderer Hase darin und tut sich gütlich bei gesichertem Stand gegen den Wind.„Schreiber dieses, heißt es da,„der in so glücklicher Lage ist fast alle Tage in das Revier links und rechts gehen zu können, so unglücklich aber, nur ganz kleine Revierchen sein. eigen zu nennen, kann zu jeder Stunde annähernd wissen, wo die wenigen Hasen, die da sind, liegen tönnten; denn das zeigt der Wind. Wenn man fast jede Sasse kennt und diese immer und immer wieder mit Lam,= besetzt so hat man es mit Hilfe des Glases oder durch die Nasedes Hundes in der Hand, leicht Hasen zu erbezeen,„## möchte behaupten, daß der Hase sogar sehr an der# hängt, wo sein Lager natürlich###bt. Tort, wo die Pflugschar sein Lager unter dem# urze umwirft, kann er selbswerständlich s keine Auhänglie keit haben.„Mag aber nur di Sücfen im Auge, die an Wie)t:, gundsraße. rainen Leltertez, 1.1 rsug, Don, sitte zichge jedes Johr Schmilesencgreh gristuden sind. Lort ug er gbinächug ein Hase un##. Windschutz darin. Nur der spielt die(### Rolle dabei.“ MAPRTTSAE ist der beste Kindernährzwieback, dem Kleinsten in die Flasche zu geben. Lager und Vertretung für Schwerte und Umgebung: LEU DENNTGEN Wilhelmstraße 24- Fernruf 478 Dampfbäckerei-Conditorei-Café