Beilagen: Schwerter Hausfrou und Mutter. Aus dem Reiche der Mode. Heimatdlätter. u Lustiges Allertei. Kinderzeitung: Unser Blatt n Unterdaltungs- u. Nomandeilage. n Spiel, Sport und Curnen. u Ledensbüd. Kunst u. Wislen.n Gartenratschläge. Oerdunden mit: Schwerter Cagedlatt und Anzeiger Schwerter Oelkszeitung Schwerter Velksblatt Deschotener Opterbeche Langscheder Zeitung Zeitung Zeitung Amtliches Kreisblatt für den Kreis Börde. botzwickeder Zeitung Erstes und ättestes Cogesorgan des Kreises.— Generolanzeiger für den Kreis Hörde. De„Schwerter Zeitung! verktäglich. a Hauptgeschäftsstelle, Druck und Verlog: Corl Braus. Celegr. Adr. Braus. Schwerterudr Cel.62. Postscheck. Dortmund 2852 Verantwortliche Schriftleitung: Karl Nichter; Stadt und Provinz Friedr. Kraas; sämtlich in Schwerte. Nr. 183 Montag, 7. August 1922 55. Jahrgang Zum Geleit. Das ist der Fluch der sündigen Natur: Nie wird sie satt, ein Dämon äfft sie nur Nie wird sie froh, und spürt doch sonnenklat, Was groß und herrlich sei, was echt und wahr. Mm. Neueste politische Nachrichten. In Bayern kam die Rechtskoalition aus Bayrischer Volkspartei, Mittelpartei. Deutscher Voltspartei und Bauernbund zustande. In Wien kostet jetzt ein Laib Brot 2190 Kr.; die Postgebühren wurden in Oesterreich vom 21. 8. ab vervierfacht. In London sind die Vorbereitungen für die am Montag beginnende Konferen; beendet. * Poincaree enthfing den italienischen und belgischen Botschafter, wobei die italienische Regierung erklären ließ, daß sie allen Zwangsmaßnahmen feindlich gegenüberstehe. Der englische Außenminister Lord Curzon st völlig geheilt wieder nach London zurückgekehrt, um sein Amt wieder anzutreten. * Lloyd George hat im Unterhause die Erklärung abgegeben, daß während der Palamentsferien England darauf achten werde, daß Griechen land Konstantinopel unter keinen Umständen besetzt. Die spanischen Blätter bringen ein Gerücht über den Verlovungsplan des italieni schen Kronprinzen mit der ältesten Tochter des spanischen Königspaares. * Der polnische Seim sprach nach der Regierungserklärung dem neuen Ministerpräsidenten Nowak und der Regierung das Vertrauen aus. Die Polizei in Warschau verhaftete bolschewistische Agitatoren. Die Regierung ließ durch die Gesandtschaft in Moskau der Sowjetregierung eine 4. Note betreffend Ueberfälle von Banden der Sowjettruppen auf polnisches Gebiet überreichen. In Italien ereigneten sich blutige Zwischenfälle zwischen Sozialisten und FasO„„ TUI. Berlin, 7. Aug. In politischen Kreisen] Ultimatum abgelaufen. Der französische MinisterSnnahend Mittag weist man darauf hin, daß die deutsche Antwortnote an Poincaree nicht die Zusicherung enthalte, die in ultimativer Form verlangt war, weil es bei dem gegenwärtigen Stande unmöglich vorauszusehen war. ob Deutschland zu dem verlangten Termin seine Verpflichtungen einlösen kann. In Verlin hat man noch keine Anhaltspuntte dafür, mit welchen französischen Mainahmen Deutschland zu rechnen haben wird. Der Beginn der Sanktionen. TII. Paris, 7. Aug. Das Echo de Paris schreibt: Poincaree, der die unnachgievige Haltung Deutschlands vorausgesehen, hat die Durchführung der Santtionen angeordnet. Zu diesem Zwecke hatte er eine wichtige Unterredung mit dem Minister der besetzten Gebiete. Man glaubt in Finanz= kreisen zu wissen, daß die Deutschen in den letzten 10 Tagen ihre Guthaben in Elsaßz=Lothringen ins Ausland geschafft haben, hauptsächlich nach der Schwei 3. Das Interesse Amerikas. zisten. Spatzenprämien gibt es jetzt in Halverstadt, wo die Spapzenplage ungeheuer zugenommen hat. Der Magistrat zahlt 50 Pfennige für jeden tot oder lebend eingelieferten Spatzen. * Man kehrt zum Tauschhandel der Urvölker zurück. In Calbe a. d. Mulde wurde jetzt die Gemeindesand verpachtet, aber— man verzichtete auf Barzahlung sondern forderte den Pachtpreis in Hasen! Erschienen waren 14 Vieter, deren Gebote zwischen 16 und 52 Hasen schwankte! Da kostet zu Weihnachten ein Hasenbraten sicher 1000 M und noch mehr! Eine drahtlose Verbindung zwischen Indien und England will die indische Regierung, herstellen. Die Ausführung ist bereits ein. indischen Privatgesellschaft übertragen worden. * Gelegentlich des 3. Kongresses der Deutschen Radfahrer=Anion in Krefeld wurde die 100 Kilometer=Meisterschaft auf der Strecke Köln Krefeld und zurück ausgetragen. Sieger unter 11 Startern blieb der Radfahr=Verein Pfeil in Hannover mit großem Vorsprung in 3 Std 19 Minuten. TII. Paris, 7. Aug. Die hiesigen ameritanischen Blätter melden, daß man in Newyork die Resultate der bevorstehenden Konferenz von London mit großem Interesse abwarte. Man glaubt, daß sie eine Basis gebe, oder wenigstens den Weg für eine neue Finanzkonierenz vorbereiten lönne, an der auch die Vereinigten Staaten leilnehmen könnten. Die Frin, die Heer Poincaree für die Annahme seiner Forderungen der deutschen Regierung gestellt hatte, ist ohne die Unterwertung unter das Die Londoner Konferenz. Herr Poincaree hatte den Plan, mit dem er nach London reisen wollte, schon fertig in der Tasche. Der Wunsch, diesen Plan in London vorzulegen u. England dafür zu gewinnen, wuchs in der letzten Zeit mehr und mehr zur Ungeduld. Einzelheiten dieses schönen Planes drangen schon seit einiger Zeit in die Oeffentlichkeit. Jetzt steht die Besprechung vor der Tür und nun fallen auch die Schleier von der Rechnung, die man in Paris vorläufig noch ohne den Wirt— gemacht hat. Danach scheint Frankreich gewillt zu sein, die in Bar festgesetzte deutsche Entschädigungsleistung herabzusetzen, und zwar auf 50 Milliarden Mark eine für Deutschland natürlich ganz unerschwingliche Summe—, vorausgesetzt, daß die Milliarden, die Frankreich England und den Vereinigten Staaten schuldet, gelöscht werden. Auch einem Moratorium scheint Frankreich nicht abgeneigt zu sein. Es rechnet dabei auf die Bezahlung der deutschen Entschädigungsraten mit Hilfe einer internationalen Anleihe und hat die Absicht, sich die Sicherheiten und die Bürgschaften in Deutschland zu beschaffen. Am interessantesten ist, daß sich unter den Pfändern auch der deutsche Attienbesitz befindet. Das deutsche Aktienkapital soll um ein Drittel erhöht werden und dieses Drittel der Entente zur Verfügung stehen. Eine scharfe Finanz= und Verwaltungskontrolle und weitere Pfandabsichten sind mit diesem schönen Plane verbunden. Die edlen französischen Absichten stoßen jedoch in zweifacher Hinsicht auf Schwierigkeiten. Zunächst hat die sprunghafte Entwertung der deutschen Mark einen Strich durch die gesamte französische Rechnung gemacht. Denn das sieht auch der „Temps“ ein: Was soll alle Bereicherung an deutschem Besitz, wenn die deutsche Währung jeden Grund und Boden verliert. Leider scheint aber dem „Temps“ noch nicht die Einsicht aufgegangen zu sein, daß im Grunde genommen Herr Poincaree selbst seine ganze Rechnung über den Haufen geworfen hat. Er spielt hier dieselbe Rolle, die der gesamten französischen Politik zukommt. Frankreichs Wünsche, aus der deutschen Wirtschaft Nuven zu ziehen, werden immer wieder durch die Widersinnigkeit der französischen Politik präsident hat damit seit Sonnaveno Mittag 12 Uhr den erwünschten Vorwand, um seine Saziktionen in Kraft zu setzen. Wie völlig rechtswidrig das französische Vorgehen auch diesmal ist, muß der Außenwelt immer wieder laut bekräftigt werden. Den Nachweis dafür zu erbringen, kann man sich aber in diesem Augenblick ersparen, da die letzte deutsche Note noch einmal dem französischen Ministerpräsidenten vorgehalten hat, ein wie schreiendes Unrecht Frankreich durch den Uebergang zur Gewalt begeht. Die Maßnahmen, die der französische Ministerpräsident jetzt anwenden will, sollen angeblich nur dazu dienen, die Frankreich geschuldeten Ausgleichszahlungen— die erst am 15. August fällig wären! auf jeden Fall sicherzustellen. Aber wenn die Rechtlosigkeit des französischen Vorgehens handgreiflich wird, so darf man den finanziellen Zweck zum mindesten hüchst fragwürdig nennen. Auch mit Gewalt durchgeführte Erpressungen bleiben bei dem gegenwärtigen Zustand der deutschen Finanzen ein sehr zweifelhaftes Unternehmen. Darüver wird man sich wohl auch in Paris keiner Täuschung hingeben. Wenn die französische Regierung trotzdem mit ihrer Sanktionspolitik von neuem ein frevelhaftes Spiel treibt, so nimmt sie dabei die Ausgleichszahlungen ganz gewiß une zum Vorwand. Der eigentliche Zweck bleibt deutlich sichtbar im Hintergrund. Er läuft sicherlich auch in diesem Falle darauf hinaus, die deutsche Regierung unter Druck und Zwang zu halten. Aber das höhere Ziel sucht die französische Politik diesmal doch wohl bei den bevorstebenden Verhandlungen in London zu erreichen. dasselbe Frankreich steht heute noch vor der Tür Freie, wenn es sich weigert. politische Vernunft anzunehmen. In demselben Augenblick, in dem die französische Regierung sich einer vernünftigen Regelung der Schuldenfrage— einschließlich Deutschlands zugänglich zeigt, wird die Welt von dem Alpdruck der wirtschaftlichen Katastrophenentwickelung befreit sein. Das ist allein des Rätsels Lösung. Wenn Herr Polncaree Gewalt gegen Deutschland ins Werk setzt, wenn er die Hand nach deutschem Psandbesitz ausstreckt, so wird er damit die Lösung nicht bringen. Solange bleiben eben England und Amerika Gläuviger, die genau ebenso Zahn um Zahn fordern, wie Poincaree es tut. Die Kardinalfrage von London wird sein, ob er jetzt endlich angesichts der deutschen Finanzkatastrophe und unter dem Eindruck der englischen Note eines Besseren belehren läßt. Der Konslikt im Orient. Die Griechen bestehen auf der Besetzung von Konstantinopel. Trotz der Opposition der Alliierten will Griechenland auf die Besetzung Konstantinopels nicht vereitelt, die alles tut, um die deutsche Wirtschaftskraft zu lähmen. So auch im vorliegenden Falle wieder, in dem Herr Poincaree durch seine Drohungen, wenn auch nicht Deutschland, so doch die deutsche Mark nahezu in den Abgrund gestoßen hat. Die zweite Schwierigkeit liegt in den Wirtungen, die die englische Note über die Bezahlung der Kriegsschulden bervorgerufen hat, zum Teil auch in der Note selbst. Denn anstelle der Hoffnung auf den Nachlaß der Kriegsschulden setzt England die Forderung, daß in der nächsten Zeit nicht nur die Zinszahlung, sondern auch Rückzahlungen auf das Kapital erfolgen sollen. Die Möglichkeit einer anderen Lösung sieht es allerdingsdarin, daß Amerika seinerseits auf die Rückzahlung der von ihm gewährten Kredite verzichtet. Einen solchen Weg aber haben, wie es scheint, die ameritanischen Rückäußerungen auf die englische Note einen Riegel vorgeschoben. Infolgedessen betrachtet der„Temps“ die Lage jetzt auch als sehr schwierig. Denn er meint, wenn die Wirkung der englischen Note zugleich mit der Stundung der deutschen Entschädigungszahlungen eintrete, so könne man erleben, daß England nichts verliere Deutschland nichts bezahle, während Frankreich von deutscher Seite her verliere und nach der englischen Seite hin bezahlen müsse. Die„Times“, die die Lage ähnlich auffaßt, spricht von einem Kreislauf, bei dem man von einem Fehler in den anderen gerate. Ein solcher liegt allerdings nach dieser französisch=englischen Betrachtungsweise vor. Daß man aber diesem Kreislauf nicht zu entrinnen vermag, liegt einzig und allein an Frankreich. Den Schlüssel der ganzen Lage hat Amerika in der Hand. Wenn die Regierung der Vereinigten Staaten das Schuldtonto streicht— was an sich ein Ding leichter Möglichkeit wäre— so ist der Kreislauf geöffnet und alles andere folgt von selbst. Warum aber- tut Amerika diesen Schritt nicht? Die amerikanischen Aeußerungen lassen es auch diesmal wieder klar u. deutlich erkennen: Weil Frankreich durch seine politische Unvernunft den Weg ins Freie immer noch versperrt. Dasselbe Frankreich, das die an sich so aussichtsvolle Besprechung der internationalen Finanzleute in Paris um ihr Ergebnis gebracht hat verzichten. Die„Central News“ lassen sich aus Athen melden, daß im Laufe eines Ministerrats, der gestern stattfand, beschlossen wurde, den Alliierten eine dritte Notr zuzusenden, worin ausgeführt wird, daß Griechenland zwar niemals die Absicht hatte, ohne Zustimmung der Alliierten zu handeln, daß es aber betonen werde, daß die setzung von Konstantinopel eine absolute Notwendigkeit sei, wenn man der unhaltbaren gegenwärtigen Lage ein Ende machen wolle. Der minister Stratos gab einem Athener Blatt eine in diesem Sinne gehaltene Erklärung. Die griechische Armee wird jedenfalls ihre Stellung beibekalten, um eventuell Konstantinopel bedrohen zu können. Dasselbe Athener Blatt ertlärt ferner, daß; die Vertreter der Großmächte den Wunsch ausgedrückt hätten, daß die von den griechischen Truppen an der thrazischen Grenze besetzte Front in der Weise berichtigt wird, daß jede Möglichkeit eines Kouflittes mit den alliierten Truppen vermieden werde. Um dieser Forderung Genüge zu leisten, hat der griechische Oberkommissar gemäß den Instruktionen seiner Regierung den Befehl an alle Unterabteilungskommandanten gegeben, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um Konflitte zwischen griechischen und alliierten Truppen zu vermeiden. Die Unterkommandanten werden persönlich für jede Verletzung dieser Vorschrift verantwortlich gemacht. der Kommandant der alliierten Streitkräfte hatte in Tschataltscha eine Zusammenkunft mit dem griechischen General Hasianstin. Während die griechische Regierung auf ihrer Absicht zu bestehen scheint, Konstantinopel zu besetzen, verharren die Alliierten auf ihrer Haltung. dessen besetzten die englischen Truppen gestern den Küstenstrich vor Stambul von San Stefano und Makriköi. Ihre Stellung liegt hinter der der französischen Truppen, die sich in Tschataltscha befindet. Stadt und Land. Schwerte, 7. August. Erinnerungen. 1106 Kaiser Heinrich IV., der Büßer von Canossa gestorben. 1814 Papst Pius 1°11. erneuert den Jesuitenorden. 1831 Der Erfinder des nach ihm benannten Webstuhls I. M. Jaiquard gestorben. 1885 Hissung der deutschen Flagge in Angrä Pequena. 1911 Lüttich im Sturm genommen. 1911 Kriegserklärung Montenegros an Oesterreich. * Die Ernte=Aussichten. Gegenüber vielfachen Klagen aus Verbraucher= und vor allem aber aus landwirtschaftlichen Erzeugerkreisen über schlechte Ernten oder gar Mißernten hören die P. R. N. an der zuständigen Stelle des Reichsernährungsministeriums, daß auf Grund der Berichte aus den verschiedenen Gebieten Deutschlands die Ernteaussichten für Kartoffeln als günstig zu bezeichnen sind. Auch die Hadfruchternte wird ebenshus nichl ungünstig beurteilt. Ausfälle an Ernte sind höch stenfalls in einzelnen Gevieten des Reiches, so Schlesien, für Getreide zu befnrchten. Doch auch hier, allgemein deurteilt, die Lage keinesweg als ungünitig zu betrachten. ** Ein schweres Morgengewitter ging heute Montag früh in der fünften Stunde über unsere Stadt darnieder. Ein schwerer Donnerschlag nach dem anderen lösten sich ab, gewaltige Wassermengen wurden herniedergeschüttet. Hier und da verschlammten die Straßen. Nach 6 Uhr erfüllte ge reinigte Luft die ganze Atmosphäre und die zur Arbeit eilenden tonnten das schon wieder im Trol tenen besorgen. Nach dem gestrigen schönen Son neutag, der naturgemäß große Scharen Wanderlustiger in die Wälder lockte, schadete diese Gewit terabkühlung nichts. Im allgemeinen wäire ja eine heiße und trockene Erntezeit jetzt wirtlich zu wünschen. Aber im Bezug auf die Gestaltung des Weiters sind wir Menschen von„höherer Gewalt abhängig. Und das ist gut so. ** Der Steuerabzug. Nachdem das Eintonimensteuergesetz in seinen Bestimmungen Steuerabzug vom Lohn mit Wirkung vom 1. August ab geändert worden ist. treten folgende Arnderungen ein: Einzubehalten sind nach wie vor Prozent des Arbeitseinkommens. Hiervon sind abzuziehen: l. als Eristenzminimum für den Seuerpflichtigen und seine Ehefrau monatlich je 40 wöchentlich je 9,60 K, täglich je 1,60 M, zwei stündlich je 0.40 M 2. Als Kinderprivileg für jedes minderjährige Kind im Hausbalt monatlich se 84 M. wöchentlich se 19,20 M. täglich je 3.20 c, zweistündlich se 0,80 M. 3. Als Werbungskosten gemäß§ 16, Avsatz 3, monatlich je 90 J, wöchentlich je 21,60 M, täglich je 3.60 M, zweistündlich se 0,90 M. ** Siegreiche Sänger. Unsere Voraussage daß der M.=G.=V.„Cärilia“ siegreich aus dem Sängerkrieg in Neuenrade hervorgehen werde, ist eingetroffen. Unter Hanemanns unübertreff licher Leitung ersang sich der Verein in der ersten Klasse mit 165 Puntten den ersten Klassenpreimit 103 Puntten den ersten Ehrenpreis, mit 1 Puntten den ersten Hauptehrenpreis und mit.77 Punkten den ersten Dirigentenpreis. Musitdireltor Haselhoff, der mit dem Altenhagener Quartettverein in der 3. Klasse an dem Kampf teilnahm, konnte gleichfalls zwei Preise und einen Dirigentenpreis mit heimbringen. Als Preisrich= ter waren die Musitdirettoren Prof. Schwart, Otbegraven und Neumann tätig.— Den Sängern und ihren Leitern zu den schönen Erfolgen unsern besten Glückwunsch. ** Unliebsame Zugverspätung. Am gestrigen Sonntag konnten die Schwerter Ausflügler, welche den Sonntagszug 9,03 nach Dortmund venuten wollten, erst nach mehr als einstündiger Verspätung abfahren, da der Zug von Iserlohn erst nach 10 Uhr in Schwerte eintraf und abfuhr. Schon der Frühzug von Dortmund hatte in Hörde etwa 44 Std. Verspätung, sodaß der Verkehr nach Iserlohn ebenfalls hier stockte. Für beide Teile, Bahn und Publikum, sind derartige Zwischenfälle gleich unliebsam und sollten doch möglichst vermie den werden. Die Anschlüsse in Dortmund wurden natürlich auch nicht erreicht. Ebenso die hiesigen nicht. Das gav viel Aufregung beim Publitum und höhnisches Lachen beim Bahnpersonal in Dortmund.— Noch schöner war es mit dem Zuge, der gestern morgen turz nach 9 Uhr von Frönden denberg nach Neuenrade fuhr. Bis Klusenstein ging alles gut, dann aber ging dem„Klingelbähn= chen“ die Puste aus; auf jeder Station gab es längeren unfreiwilligen Aufenthalt und bedurfte es erst immer gütlichen Zuredens seitens des Lokomotivführers, ehe das störrische„Pferd" wieder 1 anzog. Mit reichlich einstündiger Verspätung Hingte man schrießlich in Neuentndr un. In, e geht gemütlich, auf der Eisenvahn! Deutscher Lebensfruhling. Heutefinden unsere Lrser, die Umschlagnummer unserer E iehunge##eilagt:„Deutscher Levenefrühling" als Beigabe. Die bisher erschienenen drei Nummern werden nun in diese heutige eingelegt und eingebestet oder eingetlevt. Dann ist das erste Useitige Monatsheft fertig. Unser Buchbinder ist auch gern bereit, durch leichte Heitung und Beschnitt das Heft ganz sander herzustellen gegen geringen Arbeitslobn. Wir bitten Interessenten, deshalb mit den Nummern bei uns vorzusprechen. Ebenso können fertig gebundene Heite auf stärferem Papier gedruat und mit schönen Kopf leisten versehen in grünem Umschlag(als Geschentheft usw.) getauft werden. Preis 10 MK. ** Feuerwehr=Uebung. Imlaufe dieser Woche wird unsere Feuerwehr eine Nachtübung der anstalten. Wir machen unsere Bürgerschaft schon jetzt auf diese Uebung aufmerksam, damit niemand erschreckt, wenn in einer der kommenden Nächte die Signale der Wehr die Mitglieder zur„Bran stätte“, rufen. * R e i c h s k r o n e. A l l e F r e u n d e e i n e s w i r k l i c h guten Films seien auf die heutige letzte Vorführung des mit so großem Beifall ausgenommenen Wertes „Da. indische Grabmal“ mit Mia May in der Hauptrolle aufmerksam gemacht. Kein Verehrer des Lichtbildes sollte versäumen, sich diesen Film anzusehen. ** Die Gewitter. Man unterscheidet drei Arten von Gewittern: die lotalen sommerlichen Wärmegewitter, die Frontgewitter und die Wintergewitter. Bei den Wärmegewittern verdichtet sich die von einem aufsteigenden warmen Luftstrom mitgeführte Feuchtigkeit zu den bekannten Hanfenwolken. Ueber den Haufenwolken bildet sich dann ein Schirm aus Eiskristallen, und in diesem Grenzgebiet zwischen Haufenwolken und Eiskristal len entstehen die hohen elektrischen Spannungen Gewitters. Die Frontgewitteer dagegen sind vonner besonderen allgemeinen Wetterlage, einer besonderen Luftdruckverteilung abhängig. Laufgeschwindigkeit der Frontgewitter, die meist von West nach Ost lausen, beträgt etwa 37 Kilometer in der Stunde, ihre Breite 10 Kilometer, während sich ihre Länge über ganz Deutschland in die Kolge vieser Hochstpreesseitsetzung, duß auf dem lerten Wochenmartt nur verschwindend wenig twurde, desto nlandsgemüse zum Vertauf gestent n.50, mehr aber das teuere Anslandsgemüse. Witten, 5. August. Wegen Beamtende jlechung wurde die Ehefrau Klara Möller an Vormhol; vom hiesigen Schörsengericht zu 3000 Geldstrafe oder 20 Tagen Gefängnis verurteilt. Die Angetlagte hatte einem Beamten der hiesigen Wohnungsamtes 300 M angevoten, um ihn zu einer Verletzung seiner Amtspflicht zu bewegen. Möge dieser Fall manchen zur Warnung dienen! Werl. 5. August. Neue Sovlquelle. An einer von einem Rutengänger bezeichneten Stelle ist in einer Tiese von 97 Metern eine starte Sool quelle ervohrt worden. Gelsenkirchen, 5. August. Jugend von heute. Hier verschafften sich schulpflichtige Kin der Einnahmequellen dadurch, daß sie Frauen aus den Markt= und Handtaschen in rassinierter Weise die Geldtaschen stahlen. Es handelt sich um eine ganze Reihe von Schülern, die zur Anzeige gebracht worden sind. Gelsenkirchen, 5. August. Vom elektrischen trom getötet. Auf der Zeche Zollverein geriet der Elettrotechniter Paul Brandt einer elel trischen Stromleitung zu nahe. Er wurde auf der telle getötet. Linz, 5. Aug. Frecher Postrauv. Auf der Eisenbahnstrecke Linz Leutesdorf wurde ein sogenannter Sackwagen von Bahnräubern gewalt sam gebifnet. Die Nerle warfen eine Anzahl Postpatete in die Getreidefelder und holten sie am nächiren Tage mit einem Ponywägelchen ab. Landwirte, die sie wegen Betretens der Getreideselder zur Rede stellten, erklärten sie, daß sie die Palete wegen einer Antopanne dort kätten niederlegen müssen. Wegen der äußeren Gestaltung der Feier im einzelnen TAnsprachen, gegebenensauls auch musi tatische oder deilamatorische Darbietungen oder dergleichen, wiro den nachgevidneten Behörden weileitgebende Handlungsfreiheit gelassen, da die Verschiedenheit der örtlichen Verhältnisse eine ein heitliche Regelung ausschließt. Von dem Tait der mir unterstellten Behörden erwarte ich, daß sie aller vermeintlichen Schwierigleiten twie zum Bei spiel Rang=, Raumfragen usw.) Herr werden, so daß auch nicht der Schatten eines Mißverständnisses oder einer Verstimmung zurückbleibt. 1. Die Bedeutung des Tages läßt es gevoten erscheinen, daß an den Festatten sich nicht nur Vertreter der Zivilbehörden beteiligen, sondern daß auch Vertreter der Bevölterug hinzugezogen werden. Ich bestimme deshalb, daß besondere Einladungen zur Teilnahme an den Festatten auch an die Spitzen der Militär= und Polizeibebörden, die Organisationen der Arbeitgever= und Arbeitnehmerverbände, Innungen, Beamtenorganisationen und. ergehen. Die Feier des 11. 5. Sämtlichen Beamten der allgemeinen und der inneren Verwaltung ist, soweit sie nicht durch unaufschiebbare dienstliche Opliegenheiten in An frruch genommen sind, und soweit die räumlichen Verhälmisse es zulassen, auf ihren Wunsch die Teilnahme an den Feiern zu gestatten.“ Buntes Das Emporschnellen der Teuerung. Berlin, 5. Aug. Die auf Grund der Erhebung sratistischen Reichsamtes für Aufwendung von Ernährung, Heizung, Beleuchtung und Wohnung berechnete Reichsinderziffer für Lebensmittelhaltungskosten im Durchschnitt des Monats Juli in auf 1999 gestiegen, gegenüber 3779 im Juni. Die nordfüdlicher Richtung erstrecken kann. Die Wintergemitter gleichen den Frontgewittern, nur tre ten geringere Spannungen auf. Zwar weiß wohl ein jedes Kind, daß der Blitz ein elettrischer Vorgang und daß der Donner nur eine klangliche Nebenerscheinung ist, aber das hindert nicht, daß Unzählige Angst vor dem Gewitter haben und sich beim entferntesten Donnergrollen schon die Ohren zuhalten. ** Pilligst, 5. Aug.(Flurwache.) In let ter Zeit mehren sich die Haus= und Felddiebstähle. Aus diesem Grunde haben sich die Einwohner der Gemeinde Villigst veranlaßt gefühlt, wie in den Vorjahren, so auch in diesem Jahre die Flurwache einzurichten. Es ist ein regelrechter Wachdienst für Tag und Nacht organisiert, der bereits seine Tätigkeit ausgenommen hat. Hoffentlich wird den Spitzvuben ihr lichtschenes Handwerk gründlich gelegt. Eine Besprechung zwocks weiterer Eintei lung der Wache findet am Montag, 7. August, abende 8 Uhr. im Lotale Grave statt.(S. Anzeige. Aus den Provinzen. Der preußische Minister des Innern hat unter dem 1. August folgenden Erlaß an die Ober= und Regierungspräsidenten herausgehen lassen:„Die Reichsregierung und das preußische Staatsministerium haben beschlossen, den 11. August zur Erinnerunig an die vor drei Jahren vollzogene Ver sassung des Deutschen Reiches durch Veranstaltung von Festatten nicht nur in der Reichs= und Landeshauptstadt, sondern auch im ganzen Lande in angemessener Weise zu begehen. Wenn auch das Reimsgesetz über die Einführung eines Nationalfeiertages noch nicht verabschiedet ist, und deshalb der 11. August in diesem Jahre noch nicht von der gesamten Bevölterung als allgemeiner National= feiertag begangen werden kann, so ist es doch So che aller Behörden, der Bedeutung des Tages der Wiederberstellung der deutschen Einheit in würdiger Weise zu gedenten. Zu diesem Zwecke wird folgendes angeordnet: 1. Sämtliche Dienstgepäude der inneren und der allgemeinen Verwaltung sowie die Gebäude der Selbstverwaltungskörper haben am 11. August entsprechend den Verfügungen vom 22. Juli 1922 usw. in den Reichs= und Landesfarben zu flaggen. Soweit einzelne Gemeinden oder Gemeindever hände im Besitz von besonderen Flaggen z. V. in den Stadt= und Provinzfarben sind, habe ich nichts dagegen einzuwenden, daß neben den Reichs= und Landesflaggen auch jene Farben gezeigt werden. 2. An allen Orten, die Sitz eines Overpräsidiums oder einer Regierung sind, haben die VorSteigerung ist außerordentlich hoch. Sie beträgt 7 v. H. gegen 9.2 v. H. von Mai auf Juni. Der Brief 4 Mark. TI. Berlin, 5. Aug. Die Reichspostverwaltung wird im September dem Verkehrsbeirat und dem zuständigen Reichstagsausschuß ihre neue Portoerhöhung zur Begutachtung vorlegen, um das Desizit und die neuen Gehaltszahlungen zu decken. Es ist beabsichtigt, vom 1.##tobei ab den Brief in: Inlande auf 4#, den Brief für das Ausland auf 9M zu erhöhen. Postkarten sollen 2 J oder 2,50 M kosten. Ortsbriefe und Ortstarten werden nur wenig niedriger taxiert, wahrscheinlich 1,25 bis 1,50 für den Brief oder für die Karte. Die niedrigste Drucksache soll 75§ kosten. Fernsprechgebühren und Telegranimgebühren werden im größeren Ausmaß erhöht. Nähere Einzelheiten sind noch nicht zu melden. Die Verwaltung steht auf dem Standpunkt, daß eine durchschnittliche Erhöhung um 50 Proz. das Mindestmaß sei, wenn man nicht alle paar Wochen neue Tarise ausarleiten wolle. Das Desizit nähert sich bereits der 13. Milliarde. Dortmund, 5. Aug. Höchstpreise, und ihre Folgen. Die hiesige Preisprüfungsstelle hat seit einigen Tagen belanntlich Höchstpreise für inländisches Gemüse festgesetzt. Da andere Städte sich dieser Maßnahme bisher nicht anschlossen haben(nur im benachbarten Hörde sind heute auch Richtpreise für Gemüse festgeletzt worden), so war stände dieser Behörden sich mit den dort vertrere nen anderen Landes= und Reichsbehörden unver züglich ins Benehmen zu setzen, um möglichst gemeinsame Bestimmungen über eine würdige äußere Gestaltung der Feier herbeizuführen. Insbesondere empfehle ich, auch mit den Spitzen der Komminalbehörden wegen Veranstaltung gemeinsamer Feiern Fühlung zu nehmen. blutige Sireikende in Italien. TII. Mailand, 5. Aug. Der letzte Tag des Generalstreits in Italien hat in vielen Städten zu ernsten Zwischenfällen geführt. In Livorno wurden bei einem Zusammenstoß zwischen FasSs Dir wirds se leicht gemarh! Dein Hser schuppensein, schön und gesund zu erWe hetten burch wrgeimähge Pflege mit dem Kräuterhaarwasser Javol.: Belebt und eririscht Koplhant und Nerven, macht das Hamf weich dultig u. gesund. Javol ist in allen Apotheken, dre#enen Partimerien p. bei Frissuren erh#lt##ch Vrrrnde Carfiziernin“. 64) Roman von Reinhold Ortmann. (Nachdruck verboten.) Sprich nicht so, Hubert!“ bat sie inständig.„Ich habe erst heute erfahren, daß du krank bist, und ich bin, unverzüglich nach München gejahren, um dich zu pflegen. Dazu bin ich hier, nicht um von vergangenen Dingen zu reden. Dazu werden wir Zeit genug haben, wenn du wieder gesund bist. Er hustete mit schwerer Anstrengung, und ein namenlos schmerzlicher Zug kam in sein Gesicht. Aber er war stark genug, die körperliche Pein rasch zu unterbrücken. Na. wer weiß, wie das hernach mit dem Plandern aussehen wird,“ sagte er, sobald er wieder zu Atem gekommen war, mit einem abermaligen Versuch, den leichten, fast scherzenden Ton der ersten Begrüßung festzuhalten. Dann aber, nachdem er die Augen zu Helgas marmorweißem Antlitz erhoben, wurde er plötzlich sehr ernst, und die gemütliche Dialektfärbung war aus seiner Redeweise verschwunden, da er fortsuhr „Gehen Sie, Schwester, und lassen Sie mich eine Weile mit meiner Frau allein. Ich entbinde Sie feierlich von allen etwaigen ärztlichen Geboten.“ Die Pflegerin gehorchte, aber noch von der Schwelle aus sandte sie Helga einen langen, mahnenden Blick zu, einen Blick, in dem die junge Frau deutlich noch einmal die stumme Wiederholung der schrecklichen Worte las „Seien Sie vorsichtig— Ihr Mann ist sehr krank.“ Kaum hatte sich lautlos die Tür hinter ihr geschlossen, als Hubert wiederum mit beiden Händen Helgas Rechte ergriff: Dank für alle deine Liebe, mein Weib! Denn es war doch einmal Liebe, nicht wahr? Damals— in der fernen, glücklichen Zeit, wo wir beide noch nicht inne geworden waren, daß wir zwei verschiedenen Welten angehörten. „Hubert!“ brachte sie mit Anstrengung hervor.„Wenn doch jetzt nur an dich und an demne Pflichten gegen dich du selbst denken wolltest. Du darfst nicht von Dingen sprechen, die dich aufregen— du darfst nicht.“ Kann ich mich vielleicht auch zwingen, nicht an sie zu denken! Glaubst du, es gäbe in meinem Leven noch einen Augenblick, wo ich mich von aufregenden Vorstellungen loszumachen vermöchte? Da ist's immer noch besser, sich's vom Herzen zu reden, vorausgesetzt, daß es zu einem geschehen kann, der einen versteht. Und daß du mich jetzt verstehst— das weiß ich. Sonst wärst du ja nicht gekommen. Als ich dich eintreten sah, da wußte ich, daß du mir vergeben hast. Und das war das letzte und einzige gewesen, was ich mir noch gewünscht hatte.“ Hubert, ich habe dir vergeben— von ganzem Herzen. Und wenn die Welt sieht, daß ich dir vergeben habe— ich, die ganz allein unter allen Menschen ein Recht gehabt hätte, dir zu zürnen— dann, ja, dann wird sicherlich niemand mehr wagen, einen Stein auf dich zu werfen. Du wirst deiner Kunst zurückgegeben sein, und wir werden ein neues Leben anfangen— hier oder irgendwo, wo es dir gefällt.“ Was ihr diese Worte eingegeben hatte, sie selber wußte sich keine Rechenschaft darüber zu geben. Nur über das eine vielleicht war sie sich vollkommen klar, daß es nicht wiedererwachte Liebe gewesen war, die ihr solche Verheißungen zugeflüstert. Die einzige Empfindung, die sie beherrschte, war ja das Gefühl einer namenlosen Angst— der Angst, daß hier vor ihren Augen etwas Schreckliches geschehen könnte, und damit zugleich das heiße, inbrünstige Verlangen, dies Schreck liche zu verhindern, sei es auch durch die Aufopferung ihrer Persönlich seit, ihrer Zukunft und der unbestimmten Glücks träume, die während dieser letzten Monate zuweilen als holde, nebelhafte Gebilde durch ihre noch immer junge Seele gezogen waren. Alles, alles wollte sie hingeben, und alles wollte sie tun, um dies bedrohte Leben zu erhalten. Der da in verzehrenden Fiebergluten und in heldenhaft ertragenen Schmerzen vor ihr lag— er war ja doch ihr Gatte, und sie hatten einander geliebt. Durfte sie zandern, sich selber hinzugeben, wenn sie ihm damit die Kraft verlieb, sich die Erhaltung seines Daseins zu erkämpfen? Niemals in den Tagen seiner Craft und Gesundheit war Aurrii Anirollem. Wrirnruneiger gewesen— hier aber, Hubert Almröder ein Seelenkund auf dem Leidensbette, zu dessen Füßzen er seit vierundzwanzig Stunden mit voller Deutlichkeit den Mann mit der Sense Stunden mit voller Deutlicht........ stehen sah, hier wurde er schärtsichtig und seinfuhrens wie ein Visionär. Er sah und las alles, was in dem Herzen dieses zitternden, jungen Weibes vorging, und ein Schimmer unirdischer Güte, wie Helga ihn nie zuvor auf einem Menschenantlitz gesehen, verklärte seine Züge. „Helga— meine liebe Helga!“ flüsterte er.„Ich nehme dein grotzmütiges Gnadengeschenk an, wie wenn ich noch Zeit genug hätte, Gebrauch davon zu machen. Komm'— lege deine Hand auf meine Stirn, um mich ganz zu entsühnen. Und habe Dank— Dank— Dank!— So glücklich sollst du ein ganzes, langes Leben hindurch sein, wie du mich noch vor meinem Ende gemacht hast.“— Tiefer sank sein Haupt in die Kissen zurück, und wie ein langes, befreites Aufatmen hob es seine eben noch ängstlich kenchende Brust. Von einem furchtbaren Schrecken ergrissen, fuhr Helga auf und eilte zur Tür. Noch ehe sie sie erreicht hatte, erschien die Schwester auf der Schwelle, diesmal in Begleitung des der jungen Frau wohlbekannten, alten Arztes. Er grüßte sie stumm, und nachdem er einen Blick auf den Kranten geworfen hatte, trat er raschen Schrittes an das Lager. Als er sich über Hubert Almröder neigte, schlug der Maler die Augen wieder auf, und seine lächeinden Lippen flüsterten: „Mir ist wohl, Doktor— ganz wohl!— Meine Frau ist gekommen, und sie hat mir vergeben.— Ah— nun werde ich einen guten Schlummer haben.“ Er streckte sich wie einer, der sich mit Behagen zu langer Ruhe anschickt. Doktor Asam wandte den Kopf und winkte der in statuenhafter Erstarrung inmitten des Gemaches stehenden jungen Frau mit den Angen. Sie verstand den Wink und den traurigen Ausdruck auf seinem Gesicht. Aufschluchzend warf sie sich neben dem Sterbenden in die Knie und küßte den letzten Atemhauch von seinen ertaltenden Lippen. zisten und Kommun letzte gezitlt. An wurde Bomben an den anzurichten. nen anderen bter stößen. Tehle Ar Das Flaggen Berlin, 7. 91 Preußischen Finar Ministers des In richten aus den## bebörde, entgegen den Verhalten, Reichs=, teils der staltet hat. A Konstantinopel, hereschte vollständ biet von Tschatal sich zurück. verstärkt. San Louis Zusammenstoß 31 einem Personenzu 10 Personen iele Personene zugslokomotive e Bruhwunden London, A ses ist hofinungs gen Mutter werk täglich Gebete f# geschäftsführende vell Stuart hat ver züglich abgebi henden Ableben= land zurückbegene 8 IS s * Ve. schöpft a Am Vom Das mu Von In Und wa So nutz Und den Beleh Denn 2 Besond Die für In den heißen Wenn so lau Muß der Men Wieder in die Und der Freil Längst sich re Weckt die fro Und er rüstet So war’s frü In der ganz Haben ja die Zum verreise Nur, um übe Gibt man he Und muß mi Sonst'ger 28 Zwar der S# Wundertätig Zephierlüfte, Wiesengrün Früchte reise Doch die Me Macht sichs Statt die A (Fortsetzung folgt.) Turch die# Zog manch Statt daß f Regt sie die zissen und Kommunisten 2 Tote und etten letzte gezäblt. Auf der Bahnlinie Verona Triest wurde Bomben auf die Züge geworfen dene den anzurichten. Auch in Genna und verschiede nen anderen Anten tum es zu ernsten Zusammen stößen. Eingesandt. Lehlr Brühimeidungen. Das Flaggen im besetzten Gebiet gestattet. Berlin, 7. Aug. Aus einer Verfügung des Preußischen Finanzministers und des Preußischen Ministers des Innern geht hervor, daß nach richten aus den besetzten Gebieten die Besatzung bebörde, entgegen ihrem bisherigen ablehnenden Verhalten, neuerdings das Hissen teil der Reichs=, teils der preußischen Landesflagge ge staltet hat. Rückzug der Griechen. Konstantinopel, 7. Ang. Während 24 Stunden hereschte vollständige Ruhe an der Grenze im Ge biet von Tschataldscha. Die Griechen zogen sich zurück. Die alliierten Truppen wurden verstärkt. Schweres Eisenbahnunglück. San Louis Missouri1, 7. Aug. Bei einem Zusammenstoß zwischen einem Schnellzug und einem Personenzug bei Sulphur Springs wurden 60 Personen getötct und 100 verlent Viele Personen erlitten durch den aus der Schnel zugslokomotive entströmenden Dampf so schwere Bruhwunden, daß sie daran starben. Hoffnuugsloser Zustand Lord Northaliffes. London, 7. Aug. Der Zustand Lord Nortbelif ses ist hofinungslos. Auf Wunsch seiner 86jähri gen Mutter werden in der Pfarrkirche von Barnet täglich Gebete für den Tottranten gesprochen. geschäftsführende Direttor der„Times“ Sir Camp bell Stuart hat seinen Aufenthalt in Amerika un ver züglich abgebrochen und angesichts des bevorstehenden Ablebens Lord Northeliffes sich nach land zurückbegeben. er (Für Artikel unter dieser Rubrik übernimmt die Redattion nur die preßgesetzliche Verantwortung., Nochmals die Wertzumachssteuer. In Nr. 177 der„Schwerter Zeitung" befindet sich ein unterschriftloses Eingesandt, welches sich mit dem Vorgang bei Beratung der Wertzuwachsteuer beschäftigt. In diesem Eingesandt sucht sich der Einsender, vermutlich Herr Schulte, in ein gutes Licht zu stellen, mir dagegen eins auszuwischen. Die Angelegenheit der Wertzumachssteuer hat die Kon missionen und StidtverordnetensVersammlun, wiederholt beschäftigt, sodaß eigentlich die Sa#he geklärt war. Ich habe nur darauf hingewiesen. daß im Falle das Reich die Steuer erheven wür## wir einen entsprechenden Anteil haben würden. Es ist für mich mnach dem Einsender ja sehr schmei chelhaft, daß meine Ausführungen das Schicksal der Vorlage entschieden haben. Eine Frage:„Weiß Herr Schulte nicht, da die höhere Wertzuwachsfreuer fast in allen Städten schon längst beschlossen ist?", daß auch in Schwert mehrere Obsette in turzer Zeit mehrmals den Besitzer gewechselt haben, stets mit gutem Gewinn? Daß der Verkäufer sehr selten die Steuer trägt. Damit fällt das letzte Argument der Notvertäuie in sich zusammen. Noch ein turzes Wort zu dem Goldwert. Ja, Herr Schulte, werden die Hypotheken nicht alch in Parier gezahlt? Desgleichen die Zinsen? Ist an diesem Zustand vielleicht die Zentrumspa: tei schuld, oder sogar meine Person? Haben die früher eingezahlten Spargroschen heute noch Gold wert? Damit beweist man garnichts. Jedoch gestatte ich mir, eine Bitte an Herrn Schulte zu richten, seine freie Zeit einmal in den Dienir der Allgemeinheit zu stellen, und Steuerprojekte aus zutiefteln, wie den Finanznöten abzuhelfen, ohne den Steuernzahlern läntig zu fallen. Ich nehme für meinen Teil in Anspruch, die allgemeinen In teressen, wozu auch der kleine Hausbesitzer und das Gewerbe gehört, nach Möglichkeit wahrgenommen 8% a. Vpor! 8 Fußball. Schlagball. Von der gesundheitlichen Wirtung des Fußvallspiels bekamen beim Spiel der„Alten Herren" von perte 006 und S. C.„Preußen"(Werl au ir Zuschauer etwas mit. Das Treffen war rei an erheiternden Kampfbildern und da das Lachen die beste Medizin ist, so wurde die Veranstaltung undestritten auch nach der getennzeichneten Seite hin wertvoll. Sportlich zahlenmäßig lautete das rgehnis 4 0. Die hiesigen alten Sportpioniere waren den Werlern technisch ziemlich überlegen, brückten das bis Halbzeit durch 1:0 aus und er höhten die Torzahl nachher auf 4. In Werdohl spielte eine komb. Mannschaft von Hagen 1860 gjegen Jahn=Werdohl Anf dem Kreistage des Kreises Sauerland bmann Lenz=Hüsten .. den in den Gau Nehein wurde der bisherige einstimmig wiedergewählt. Für Fußball=Ausschuß eingetretenen Beisitzer Oventron Hagen, wählte man Becter(Hagen=Eppenbausen Ltmann des Kreis=Sommerspiel=Ausschusses ist Niopus Schwerte, der ermächtigt wurde, die Besetzung der Posten des Geschäftsführers und des Beistters durch greignete Perfonen vorzunehmen. Hiermit ist für mich die Sache erledigt. Kemmerling. (Wir können die Atten über den Fall, da beide Parteien zu Worte gekommen, wohl schlie ßen. Scpriftl. Die Kreismeisterschaft des Kreises da der D ist nunmehr entschieden. Am Sonnavend stan den sich in Hamm die Schlagvallmannschaften von zngen 1860 und Arminia Vielefeld, gegenüver. Der vorjährige Meister Hagen 1860 wurde auch viesmal mit einem Punkt Vorsprung Sieger und kommt damit in die Zwischenrunde zur deutschen Reinerschaft. Leichtathletik. Am nächsten Sonntag vorm. 9 Uhr findet in Ergste der Bezirtstag des Bezirks Iserlohn im W S. V. statt. Die Tagung, die mit einer Athletenund einer Jugendleiter=Tagung verbunden wird, hat sich hauptsächlich mit der durch die Beschlüsse der Vervandswahlversammlung erforderlichen Umwahl der Ausschüsse zu beschäftigen. Der Bezirts=Athl.=Ausschuß mußte das Bezirksfest wegen Platzbesetzung von Menden nach Ergste verlegen. Hier werden also im Anschluß an die ovigen Ta gungen um 11 Uhr vorm. die leichtathletischen Beir kswettkämpfe VVortämpfe vor sich gehen. Für nachmittags 2 Uhr ist der Beginn der Endtämpfe angeserzt. lugust: Sonne, teils Wollen, angenehme Luft, später Strichregen. 11. August: Wolken, vielfach Regen, Wind, ziemlich fühl. 12 August: veränderlich, angenehm. Wetteraussichten für einige Tage im voraus. 7. Auguir: wenig verändert. 8. August: veränderlich, start windig, meist mäzig warm. 9. August: Wollen, windig, strichweise Gewitter. ** Humorbeilage zur ** C Dereyrung schöpft aus Seebär's Witz Am Meeresstrand der kleine Fritz, Vom Fischefang mit Hindernissen. Das muß der Junge alles wissen; Von Indien, von Amerika, Und was man am Aequator sah.— So nutzt der Fritz die Ferienzeit Und denkt:„Jetzt bin ich erst gescheil!"— Belehrung braucht der Mensch gewiß, Denn Dummheit ist ein Hindernis, Besonders in der Gegenwart, Die für uns alle ist so hart. Drum bringt die Zeitung jedermann Belehrung, die man brauchen kann, Aus Welt und Zeit, aus Land und Sladt, Wo sich was zugetragen hat, Von Polilik und Kunst und Wissen, Und was man sonst tut wissen mussen. Zum Beispiel von dem Dollarstand, Und vieles mehr und allerhand. Voraussetzung natürlich ist, Daß man die Zeitung wirklich niest, Sie abonniert und dann studiert, Bis sie noch wo verwendet wird. Nun schweigt des Sängers Höflichkeit. „Belehrung" macht sonst zu gescheil! Die neue Reiche. Frau Knietschte hat es erreicht: sie ist bei Geheimrats zum Tee eingeladen worden. Sie erzählt:„Also neulich hab' ich meinen Franz, den sechzehnjährigen, beim Rauchen über rascht. Ich war empört!" „Natürlich! Ein sechzehnjähriger Junge braucht noch nicht zu rauchen!" „Nee, deswegen nicht“, sagt Frau Knietschte, „aber er rauchte billige 30 Pfg.=Zigaretten. Damit blamiert er ja die ganze Familie. Na, den habe ich schön schamponiert! „Wie, bitte?“ fragt die Frau Geheimrat,„wozu haben Sie ihn denn schamponiert?" „Na ja, meint Frau Knietschke überlegen,„in besseren Kreisen sagt man doch nicht gerne den Kopf waschen!" * Der Erfolg. „Ist das Haarfärben wirklich so gefährlich, wie wan tagt““ „Und ob!„Mein Ontel hat sich voriges Jahr mal das Haar gefärbt und drei Wochen später war er mit einer Witwe mit vier Kindern verheiratet! Worträtsel. Mit F bezeichnet es einen Mann, Der sich vom Geld nicht trennen kann: Doch dient es auch zur Kleidung Dir. Mit M findst du's bei Mensch und Tier. Ist es mit P recht gut geraten. Ißt man's gekocht und auch gebraten. Schach=Aufgabe. Schwarz. Zur Preis= Aufgaben: Verierbild. „Wo ist der Waldhüter? In den heißen Sommertagen, Wenn so lau die Lüfte weh'n, Muß der Mensch nach all den Plagen, Wieder in die Ferien geh'n; Und der Freiheitsdrang, der leise, Längst sich regt in seiner Brust, Weckt die frohe Wanderlust, Und er rüstet sich zur Reise. So war’s früher, aber heute In der ganz verdrehten Welt, Haben ja die meisten Leute Zum verreisen kaum noch Geld; Nur, um überhaupt zu leben, Gibt man heute alles hin, Und muß mit betrübtem Sinn, Sonst'ger Wünsche sich begeben. Zwar der Sommer gab, wie immer, Wundertätig nett und hold, Zephierlüfte, Rosenschimmer, Wiesengrün und Sonnengold; Früchte reisen, Saaten sprießen, Doch die Menschheit, mehr und mehr, Macht sich selbst das Leben schwer, Statt die Wunder zu genießen Turch die Politik, die böse, Zog manch Sturmgewölk herauf, Statt daß sie die Welt erlöse, Regt sie die Gemüter auf; Ierrer Ach, sie stört den Sommerfrieden Und so kommen wir, o Graus, Nicht aus der Misere'raug, Neues Leid ist uns beschieden. Freude ist dem Wurm gegeben, Der geringsten Kreatur, Doch wir Menschenkinder leben Heutzutag in Sorgen nur, Und in Drangsal und Beschwerden, Selbst der schönen Ferienzeit Fehlt es an Beschaulichkeit, Kann das garnicht anders werden? Kann die Welt sich nicht begeistern Für des Friedens Zaubermacht? Sollte die Vernunft nicht meistern, Was die Leidenschaft entfacht? Mög der Menschheit sie gebieten, Laßt den Streit, der euch entzweit, Und bedenkt,'s Ferienzeit, Und die sordert Ruh und Frieden. Nur der Frieden ist die Quelle, Draus allein das Heil entspringt, Und wenn jetzt die Teurungswelle Tausend Uebel mit sich bringt, Sie verebbt und kann nicht weiter, Und es sinkt des Dollars Stand, Wenn erst Eintracht herrscht im Land, Frieden nur ernährt! Ernst Heiter. Aritmogryph. Die Anfangsbuchstaden von oben nach unlen und die Endbuchstaben von unten nach oben gelesen ergeben den Namen des Entdeckers einer furchtbaren Krankheit und diese selbst. 1 2 3 4 5 5 6= ein Genußmitlel, 6 2 7= eine Naturerscheinung, 8 6 5 9= römischer Kaiser, 10 4 2 8— biblischer Name, 6 11 11 2= weiblicher Name, 5 4 12 13 14= eine Folgeerscheinung, 15 6 16 2 13= eine Stadt in Mexiko, 5 4 13 13 9 8 2 3 2= ein Königsschloß Bilderrätsel. 11 ieh *· □2 Weiß. Weiß ziehl und setzt mit dem dritlen Juge matt Rustösungen der Rätsel in voriger Nummer. Auflösung der Schachausgabe. I S 1 4- e 2, D e 8 X g 8, 2. Se2Xc3 matl. A. l. 13Xe2, 2. Dg8-g2 malt. B. I...., St5 beliebig, 2. Se2-g3 malt. C. I. Des bis c4, 2. Dg8-et malt. D. 1.... D beliebig. 2. Se2Xc3 mall. Auflösung des Verierbildes. „Wo ist der Gendarm?" Bild rechts drehen, dann links unten zwischen Sträuchern und Blättern. Auflösung des Bilderrälsels. „Gar leicht gehorcht man einem edlen Herrn.“ Auflösung des Logogriphs. Kapland— Kaplan. Auslösung der Arühmelischen Aufgabe 11— 77 Statttbesonderer Anzeige. Heule Nacht 12½ Uhr entschlief nach langer, schwerer Krankheil mein innigstgeliebter Mann, unser herzensguter Valer, Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Sallh Weinterg im Aller von 50 Jahren. Namens der lrauernden Hinterbliebenen: Rosa Weinberg geb. Windmüller. Schwerle, Hannover, Göllingen, Rheda, Soest, den 6. August 1922. Die Ueberführung findet am Dienslag 12½ Uhr vom Trauerhause aus statt. Hausandacht ¼ Stunde vorher. Trauerfeier und Einäscherung nachmiltags 4½ Uhr im Kremalorium zu Hagen i. W. Kondolenzbesuche dankend verbeten. Dr. Hellmuth zur Nedden Klara zur Nedden geb. Fiedlerst#.### „Vermählte Sterbesaus halber bleibt, mein Geschäft bis Dienstag abend geschressen! SUNN.. 2 F. W Datenote id zum ftete) S e0 Heute, Montlag. Fortsetzung des mit so großem Beifall ausgenommenen Films n e S ce a 1400 Dos ikdische Erarmal. ernuf 468 Ko as! Samslag abend verschied nach langem, schweren Leidenkder 1. Vorsteher unserer Gemeinde here kulig Weinrerg. Tiefbewegl stehen wir an der Bahre dieses mit so sellenen Geistesgaben ausgestaltenen Mannes. Lange Jahre hal er mil Liebe und Umsicht unsere Gemeinde geleilet. Wir werden ihn nie vergessen! Der Vorstand und die Repräsentanten der ist. Gemeinde Schwerte. Erzeugnisse erster Firmen. Verkauf nur an Wiederverkäufer zu Fabrikpreisen Ein 1 bis 3 Jamilienhaus wenn möglich mit Garten, in Schwerte oder Um gegend zu kaufen gesucht. Angebote unter Nr. 3369 an die Schwerler Zeitung. HAI Vertretung und Fabrik Niederlage. Verkauf zu den jeweiligen Tages-Fabrikpreisen Hornbruch& Co., G. m. b. H. Schwerte(Ruhr). Markt 9. Verkauf nur an Bäcker und Wiederverkäufer. — Wern DerEiger von Eschnupm! = Drama in 6 langen Akten mit Mia May als Haupldarstellerin., = Der deri Imptesneir! = S Lustspiel in 3 Akten. immmmMimmmmmmmmmmmmmmm r — Homoopathische= Kranken- Behandlung Sprechstunden jeden Mittwoch von 9—1 Uhr In Schwerte Im Gasthof „Zum Schwan“ Hüsingstrasse. Elly Hensel, Heilkundige, Hörde, Schulstr. Dag.... für 21 an Heule Nacht entschlief nach langem, schweren Leiden unser verehrler Chef heer lung Wemnlerrg im eben vollendelen 50. Jahre seines, von unermüdlicher Arbeit ersüllten und von Erfolgen reichen Lebens. Mit liesem Schmerz beklagen wir den so frühen Verlust unseres stels wohlwollenden und gerechten Vorgesetzten und werden wir sein Andenken stets in Ehren hallen. Schwerle, 6 August 1922. Das Personal der Firina: L. Weinderg. Versanmnung aller Gartenpächter Kontorreinigung einem Tage der Woche gesucht. 3374 Zu erfr. in d. Geschst. Alle Schreib- und Zeichen-Ltenlilien für Schule u. Haus kauft man billig bei CARL BRAUS Befreiung sofort. Alter und Geschest angeben. Auskunft umsonst. Versank sanitärer Artibel. Gg. Englbrecht, Münchse C 344. Kapuzinerstr links oder rechts der vertängerten Königsstraße dis Kirschbaumsceg und Dort. munderweg ab Villa Heppe um Dienstag: dem 8. August, adends 8½ Uhr im Gasthof zum Rathalls Hörderstraße Villigst. Am Montag, dem 7. August cr., abds. 8 Uhr findet im Lokal Grave eine Versamt“ 1 „zwecks Einteilung der Flur##wache statt. Die Interessenten werden hierzu dringend eingeladen. Reisegepäck. Versicherung#* Policen fertigt aus Wagenfette Maschinenfette Huffette Lederfette Autofette Maschinenöle Motorenöl Centrifngenöle Fahrradöle Autvöle Fußbodenöle Lack u. Oelfarben Carbolineum liefern Engros und Detail Chemische Werke H. Giesderg Sch werte Ostenstraße 19. S Strebsames, intelligentes Fräulein erfahren in Buchführung, mit guter Handschrift, in komplett, mit Holzwoll — Vertrauensstellung für leichte Büroarbeiten per sofort gesucht. Bewerbungsschreiben mit Lichtbild unter 3355 an die Expedition dieser Zeitung Größerer Posten holzkisten und Wellkartons packung, umständehalber äußerst preiswert abzugeben. Wo, sagt die Expedition dieser Zeitung. Suche zum. Sepiember oder fräter Stellung als Filialleiterin oder 1. Verkäuferin in besserem Kölonial=,Delikaleßz= od Kafsee Geschäft Angedote unter G. 3323 an die Geschältsstelle der Schwerter Jettung. Tächliges 8377 Aarchen gegen hoben Lohn nach Köln gesucht Vorzustelldei 337• Dr. Emmerich Bahnhofstt 7 Anruf Telephon 320 Vollkomm enster Versicherungsschutz. Billige Prämien „Wari zu emdfehlen iR Zucker's Patent-MedizinalSelle gegen unreine Haut, Miteiser. Knötchen, n usw. Spezialurzt Dr. W.“ Dazu Zuckooh-Creme(nicht settend u. fetthaltig) In allen Apoth. Drogerien, Parfümerie= u. Friseurgeschäften erhältlich, In Westhofen in d. Drogerie Engels Ein braves fleißiger Mädchen für sofort gesucht. 3370 Frau Gust. Heermann Lüdinghausen, Münsterstr. 86 G Auhunger aus Eisenblech für FrachtLgutsendungen vorrätig Carl Braus. Anmnammmmanmmmeisenkirch. Bergi *-„, Infe s Gasmot. Deußz Handel und Orrst; Volkswirtschaft Atresesreieiimmmmmmemmnngum Die Direttion der Diskonto=Gesell schaft, Berlin, deren Kapital und Reserven sich auf 1 238 000 000 belausen, hat in Hagen i. W., Concordiastr. 5, eine Filiale eröffnet. Die Bank, welche auch im Besitz des gesamten Aktien=Kapi tals der Norddeutschen Bank, Hamburg(Kapital ud Reserven 90000 000) und des A. Seha hausenschen Bant=Vereins, Cöln(Kapital und Reserven 150 000 000 M) ist, hat an allen größeren Platzen Deutschlands Niederlassungen. 1490 3450 Harpener Bergw. Hasper Eisen.............— Hoesch 1510 Humboldt Masch. Mannesmann Oberschles. Eisenb.=Bed. Orenstein& Koppel. 1109 Phönix Bergbau Reisholz Pap. Rhein. Stahlwerke. Rombacher 575 Schuckert Siegen=Solingen Ver. Dt. Nickelwerke Westf. Drahl=Ind. 545 Westf. Eisen, Langendreer.... 645 Die Sarotti raffinerie Genthin, beitet, in Antanß G. steht mit der Zuckerdie mit 12 Millionen A arVVerhandlungen, um sich den Bedarf an Zucker für ihre Schokoladenfabriken sicher zu stellen. Genkhin liefert jährlich rund 1,5 Millionen Zentner Verbrauchszucker. Berliner Börsenkurse vom 4. August 1922 mitgeteill vom Barmer Bank=Verein, Schwerke 5% Deutsche Reichsanleihe....... 77½ Barmer Bank=Verein 210 Deutsche Bank Diskonlo 382 Dresdner Bank 28 Hamb.=Amer.=Pak. 515 Allgem. Elektr.=Ges. 770 Baroper Walzwerk 1025 Bochumer Guß 1485 Bösperde Walzwern 980 Daimler Motoren 422 Deutsche Kaltwerke 1980 Deutsch=Luxemburg 1365 Donamit.................. 750 Elvecs. Farbw. Essener Sleinkohlen 1398 Auslands-Wechselkurse der Berliner Börse (Devisenkurse), — Man zahlle deutsche Mark: für SLam 4.77.; am 5. 8. 00Tbelgische Franken F. 5902,60 6087,60 1000dänische Kronen.. 16304,50 16946,20 Zenglisches Pfund. 3375.25 3514,40 100 französische Franken. 6142,03 6383,— 100 holländische Gulden;129363,30 30438.— 100 italienische Lire.... 3455,40 3604,50 100 polnische Mark.. J.—— 100schwedische Kronen. 19675,30 20625,75 100 schweizerische Franken 14132,30 14808,50 100 tschechische Kronen.. 1797,75 1907,40 Ein Dollar........ 761,04 789,99 Kohlenbericht Elektrizitätswerk„Mark“. Lagerbestand: Graflwerk Herdeche Eloerlingsen Siesel 1. 8. 1922 2 8. 1922 3. 8. 1922 720t 726 t 713 t 1370 t 1438 t 1403 t 544 t 344 t 544 Neues vom Büchertisch. Jugendnot und Jugendhilfe. Viele Eltorn befällt heute schwer die Sorge um ihre Kinder im Hinblick auf die großen sittlichen Gefahren. Sie halten mit Verlangen Umschau nach Hilfe bei der Aufklärung und Erziehung zur Sittlichkeit. Es ist deshalb nicht unwichtig, wenn einmal hingewiesen wird auf die wertvolle Arbeit, die nach dieser Richtung hin das kleine Schriftchen leistet: „Was jeder Junge wissen sollte!“ Worte der Belehrung und Warnung für unsere Knaben. (15. Auflage. 65. Causend.) Das Büchlein kann man unbeschadet, ja muß man der männlichen Jugend rechtzeitig in die Hand geben, um sie vor der ihr jetzt drohenden sittlichen Not zu schützen, in der schon ein großer Ceil unserer deutschen Knabenwelt schmachtet, weil von Eltern und Erziehern nicht rechtzeitig gewarnt wurde. Hier sind einfache Worte niedergeschrieben, die jeder Vater seinem Jungen selbst sagen müßte, die er aber oft nicht sagen kann. Der billige Preis(Mark 1:—) erleichtert die Anschaffung des schon so stark verbreiteten Büchleins. Bei Massenabnahme tritt noch eine größere-Verbilligung des Preises ein. Geschäftsankündigungen, Bücheranzeigen, Anzeigen von Bädern und Pensionaten.— gen allor Art! Stlugesshuchen.=poehote uso, faden durch den„Deuschen Ledensftühings witzelgelrattereert. samste verdreitung im Pudikum:: anzeigenpreis: Die fünfgespaltene Petitzeile 3 Mark. Mandnihnsbenun bnnhnn Aus: Vom Lebensweg Wohin, o Wandrer, in der Flucht der Zeiten, Wohin im Strome der Vergänglichkeit? Wohin, o Fremdling, dessen Jahre gleiten, Wie Wellen in das Meer der Ewigkeit? Zum alten Gott, dem Lenker der Geschicke, Dem Fels der Creu, der unverändert bleibt, Zu ihm erhebe mutig Herz und Blicke: So wirst Du bleiben, wenn die Welt zerstäubt. A. Natorp. Die Buchhandlung Carl Braus, Schwerte, empfiehlt aus der Bücherei Montanus, Barmen: Vom Lebensweg In feiner, gediegener Ausstattung bieten wir unter obigem Citel ein brauchbares Geschenkbändchen von bleibendem Wert an. Der bekannte Dichter, A. NatorpRadevormwald, gab herzerquickende Leitverse für jeden Monat, die mit niedlichen Federzeichnungen von Elsbeth Girndt-Neuköln geschmückt sind. Der Druck erfolgte auf holzfreiem Papier in zweifarbiger Ausführung. Zwischen jedem Monat sind eine Reihe Blätter freigelassen zu Eintragungen jeglicher Art. Also ein Gedenkbuch für alle Tage und für Jung und Alt. Wozu dient nun das Geschenkbändchen„Vom Lebensweg"? Es ist gedacht als Gedenkbuch für frohe und erhebende Zeiten für alle, die es der Mühe für Wert halten, solch köstliche Erinnerungen festzulegen. Es ist gedacht als Gedenkbuch für unsere Kinder, von denen wir manch Wörtlein aufschreiben, was ihr kleiner Plappermund uns kündete. Also eine feine Gabe für junge Mütter. Es ist gedacht als Poesiealbum und Spruchbüchlein für unsere heranwachsende Jugend, und wer sich kurz fassen kann, dem mag es wohl auch als Tagebuch dienen. Es ist gedacht als Gästebuch, zu bewahren die Zeiten froher Gemeinsamkeit im gastlichen Hause. So legen wir für alle festlichen Gelegenheiten ein Geschenkwerkchen auf den Büchertisch— Geburtstag, Verlobung, Vermählung, Weihnachten, Konfirmation, Abschied, Reise und andere Veranlassungen— so mag es einem langgehegten Wunsche Erfüllung bringen und uns als Schenkende und Beschenkte zur Freude dienen. Preis in feinem Batikumschlag gebunden 36.00 Mark. AMg gnggmgggng Druck von Ca'l Braus in Schwerte=Ruhr. SeutscherTrret Monatsschrift für Erziehung und Jugendwohljahrt Schule und Elternhaus Verantwortliche Schriftleitung: Kar Nichter Juli 1922 Verlag:, Neue Kraft“,(I. Braus), Schwerte Inhalt dieser Nummer: Zum Geleit. Von Mulford. Zur Selbsterziehung. Von Otto v. Leixner. Zurück zur Familie! Von Ingeborg Schwarzenberger. Mein Junge. Gedicht von E. K. Zum Wachstum der Kinder. Von H. M. Heidrich. Pestalozziliebe. Von Franz Mahlke. Aphorismen. Von Friedrich Kaußler. Gedicht. Von Elisaheth Kolbe. Die heranwachsende Jugend und die Familie. Von Margarete Berlin Laßt die Kinder Fragen stellen. Von.. Gedicht. Von Geibel. Wiegenlied. Von Ludwig Achim v. Arnim. Erziehende Strafe. Von Karl Neinhardt. Das Kind und das Wunderbare. Von.“. Die Mutter als Erzieherin. Von Dr. E. Brincker, Studienrat. Die Lehrerpersönlichkeit im Religionsunterricht. Soll man den Kindern bei den Schularbeiten helfen? Von Erika Menzel Leben. Von W. o. Goethe. Neues vom Büchertisch;„4, Zur Güick ekuns Der erste Almanach des Volksvervandes der Bücherfreunde. Woher kommt der Mensch? Von Pfr. Paul Schmidt. Ehebüchlein. Von Hermann und Ilse Werdermann. Das Buch der Erziehung, herausgegeben von Dr. Max Epstein. „Strafanstalt oder Lebensschule“, herausgegeben von Paul Oestreich. Inhalt des Umschlags: Rede nicht viel. Geduld und Demut in der Kindererziehung. Gegen die Vergnügungssucht unseres Volkes. Führung. Mutterschmerz. Von A. Heinen. Das Cischgebet. Anzeigen. Bezugspreis vierteljährlich(3 Nrn.) 25 Mk. Einzelnummer 10,00 Mk. Zu handlungen und Postanstalten. Anzeigen kosten die fünfgespaltene Petitzeile 3 2U., bei Wiederholung Rabatt. nicht viel! Eine der allerweisesten Erziehungsregeln lautet: „Rede nicht viel, verlange nicht viel, verbiete nicht viel!“ Es gibt Eltern— eigentlich machens die meisten so!— die den ganzen Cag an ihren Kindern herumdoktern, ohne doch die geforderte Ruhe, die geforderte Eintracht den geforderten Gehorsam zu erzielen, im Gegenteil, sie selbst werden mit unruhig, werden nervös und jammern über die viele Plage, die„man“ mit Kindern hat. Am Abend sind sie dann matt und abgespannt, und wenn der Vater nach Hause kommt, findet er kein wonniges Paradies vor, sondern ein Heim voller Arger und Mißmut. Überlasse man doch die Kinder soviel als möglich sich selbst, sie sehen nichts als die liebe Sonne und wollen sich tummeln im Sonnenschein. Nur Spiel ist ihre Arbeit. Gebt ihnen nicht allzuviel Arbeit, sie sorgen schon selbst dafür! Und wenn's welche hat, wenn's im natürlichen, angeborenen, oft so köstlichen Nachahmungstrieb eurem eigenen Tun und Creiben in dis Quere kommt, euch am Ende belästigt, so duldet es still und laßt das Kind nur ruhig gewähren oder lenkt es unbemerkt ab, es läßt die Sache dann sicher bald von selbst sein, ohne daß es erst Schelte und Zank und Unruhe gegeben hätte! Verbotene Früchte locken eben immer wieder zum Naschen. Und woraus entsteht der Crotz? Aus ungerechten Befehlen, aus allzuviel Verboten! und Demut in der Kindererziehung. Werden wir bei der Erziehung unsrer Kinder von der Demut beherrscht, dann werden wir bei einem schwer zu erziehenden Kind die nötige Geduld haben und so bewahrt bleiben, ihm Unrecht zu tun. Wir werden uns sagen, daß unste Eltern mit uns auch ähnliche Schwierigkeiten gehabt haben und daß schließlich das Kind an seiner Veranlagung nicht schuld ist, sondern, wenn man überhaupt Schuld aufsuchen will man zuerst diese bei sich selber suchen muß. Damit stellen wir uns nicht hochmütig über unser Kind, um es niederzudrücken, sondern in Demut und Liebe unter dasselbe, um es zu heben; zwar nicht in dem Sinne, daß wir das Kind über uns herrschen lassen, wohl aber so, daß es merkt, ich werde mit all meinen Mängeln und Gebrechen von der Liebe meiner Eltern dennoch täglich getragen und gehoben und nicht niedergedrückt oder gar niedergetreten. Die Demut wird uns lehren, solch einem schwer zu erziehenden Kind die Kindheit dennoch so sonnig wie moglich zu machen. Auch hier ist uns Geduld nötig, damit wir den Willen Gottes tun und die Verheißung erlangen. Gegen die Vergnügungssucht unseres Volkes muß etwas geschehen. Überall sieht man jetzt, besonders des Sonntags, vergnügungssüchtige und betrunkene Jugend. Selbst in den Nachten wird man nicht in Ruhe gelassen. Betrunkene Menschen wanken taumelnd durch die Straßen und stören die Schläfer. Kein Schutzmann hindert sie daran. Auch am Cage sieht man sehr oft ekelerregende Straßenbilder. Die Polizei muß heute mehr betrunkene Menschen in Schutzhaft nehmen denn je zuvor. Es kommt auch heute wieder mehr zu Schlägereienz, Die, Johl der Likörstuben wächst beständig. Die Plakcie in Bahnhöfen, Eisenbahnabteilen und an den Litfaßsäulen preisen immer mehr neue Arten von Zigaretten an. Der Ausländer hat den Eindruck, als ob in Deutschland nichts anderes getrieben würde als Likörtrinken und Zigarettenrauchen. Während junge Arbeiter, die zu viel verdienen, taumelnd durch die Straßen wanken, muß die kinderreiche Familie des fleißigen und sparsamen Arbeiters Hunger leiden. Wit fordern von der Negierung, daß sie hier scharf zugreift und daß sie den Alkohol- und Nikotinmißbrauch auf gesetzgeberischem Wege hemmt. Die Jugend, die den Alkohol bekampft, und die es Gott sei Dank auch jetzt noch unter uns gibt, verdient unsere stärkste Unterstutzung. Kommen wir nicht aus der Vergnugungssucht der Gegenwart heraus und verstehen wir nicht besser den Ernst der Zeit, so gehen wir sicher dem Untergange entgegen. An all dieser Vergnügungssucht sind letzten Endes die Volksverführer schuld, die mit Errlehren unsere Jugend immer mehr vom Jenseitsgedanken und Idealismus wegziehen. Führung! Der Ruf nach wirklicher, zielbewußter Führung ist allgemein. Und man fühlt es in den Kreisen der Besten und Einsichtigsten, daß der hohe Name des Führers nicht dem zukommt, der immer erst von der Masse zu erlauschen sucht;was er wohl zu sagen und zu tun habe, sondern nur dem geistig=seelisch Starken, der nach ganz persönlicher Überzeugung zum Guten und Höheren geleiten will. Führung in solch tiefstem und eigentlichstem Sinne ist im Blick auf das gesamte öffentliche Leben not, aber auch für das menschliche Einzelleben kommt sie als ein Hochwichtiges in Betracht. Führende Erzieher oder erzieherische Führer! Wie können sie einem jungen Menschenkinde Halt und Richtung geben, vielleicht so eindrucksvoll, daß davon auch noch im spätesten Lebensalter vieles nachwirkt! Mit herzlicher Dankbarkeit hat sich wohl schon manches dieser Art Führung erinnert, wo liebende Strenge klarbestimmte Hochziele bedachte, und wo sie dementsprechend handelte. Und wer es ernst mit seinem Leben nimmt, der weiß recht gut, wie man sich selbst allezeit kraftvoll, nach bestimmten Grundsätzen führen muß, wenn von einem wahren Lebensglück die Der religiöse und zumal auch der christliche Mensch spricht auch von höherer Führung. Es ist ein Vorsehungsglaube, der es sich garnicht anders denken kann, als daß eine höchste, ewige Macht regiert, die— Liebe ist, auch dann, wenn wir ihre Wege einmal nicht begreifen. In seiner„Erziehung des Menschengeschlechts“ hat Lessing das schone Wort geprägt, das wie heiliger Gebetston klingt:„Geh deinen unmerklichen Schritt, ewige Vorsehung! Nur laß mich dieser Unmerklichkeit wegen an dir nicht zweifeln, wenn selbst deine Schritte mir scheinen sollten, zurück zu gehen. Es ist nicht wahr, daß die kürzeste Linie immer die gerade ist.“ Ein wahrlich tröstendes Wort! Causende und Millionen von Menschen mögen schon etwas Ahnliches empfunden haben, und es war dann immer ein besonderes Frohgefühl. Mutterschmerz. Aus Mutterfreud und Mutterschmerz von A. Heinen. Wieviel stilles, sonniges Glück mag wohl das Häuslein zu Nazareth gesehen haben, wieviel frohes Schaffen in der Gemeinschaft zwischen Pflegevater, Mutter und Kind, wieviel Freude am Feiertag, wieviel Gottinnigkeit am heiligen Sabbat! Aber das Häuslein hat auch genug der Crauer gesehen: harte, schwere Sorgentage; sogar einen dunkeln Codestag. Und Maria hat ihrem Mann die Augen zugedrückt zum letzten langen Schlaft und ist eine Witwe gewesen.“ Sie hat am Grabe geweint und hat den tiefen Schmerz der Trennung gekostet. Sie hat sich still zurückgezogen und dem Joseph nachgetrauert, hat ihm ein Blümlein aufs Grab gepflanzt und es mit ihren Cranen benetzt; ist gar oft hinausgepilgert zu der stillen Grabstätte, wo ihr treuer Beschutzer und Ernahrer schlief. Da ist ihr Sohn ihr Tros#, ihre Hoffnung und ihre Freude gewesen.. Easgrath, E. # Aber ihr Sohn blieb nicht bei ihr in Aaza## er folgte dem geheimnisvollen Baterrufe. Maria in mit Ihm gegangen, ist seine erste treueste Jüngerin gewesen, hat Ihm gedient, hat seinen Worten gelauscht, hat seine Wunderwerke gesehen, ist Jeugin gewesen, wie das Volk Ihm folgte, Ihn rühmte und pries. Dann aber ist der schreckliche Karfreitag gekommen, und bittres Leiden hat begonnen und sich vollendet am Kreuz. Beinahe haben alle Ihn verlassen, Judas hat ihn verraten, Petrus hat ihn verleggngr. g Spge Mutter aber ist Ihm treu geblieben. Aufrecht hut sie gestanden unter dem Kreuz, und seinen toten, zerrissenen Leichnam hat sie in ihren Mutterschoß genommen, wo dereinst auch im Stalle zu Bethlehem zm ersten Male das zarte, liebe, weinende Kindlein geruht hatte. Ei ja, sie hat es bis zum letzten, bitteren Wie hat sie nur das Furchtbare ertragen können, daß sie noch leben möchte, als sie Jeugin des Entsetzlichen war. Daß sie nicht verzweifelte an Gott und am Leben? War dies nicht das Geheimnis der Kraft mütterlichen Glaubens und Vertrauens und mütterlicher Liebe? Sie glaubte an Gott und an ihren Sohn Jesus Christus. Sie sah Ihn nicht. nur sterben, sie sah hinter seinem Code das große Geheimnis der Ewigkeit aufleuchten. Als alle untreu sie öhm doch treu. Da der Cov Ihn verschlang, glaubte sie an sein Leben. Wie hätte sie auch anders gekonnt!. Sie war ja seine Mutter! Uno sie hat sich nicht getauscht. Die Auferstehung ihres Sohnes brachte ihr die Erfüllung ihrer mutterlichen Hoffnung. Wann mag Jesu Mutter nun eigentlich großer und geheimnisvoller erschienen sein, als sie ihr lebendiges, neugeborenes Kindlein im Schoße trug, oder als sie den zerrissenen Leichnam umsing auf dem Berge Golgatha? Sie war selbstredend gleich groß als freudenreiche wie als schmerzerfüllte Mutter; aber ihre Größe erschien und offenbarte sich auf Golgatha mehr als in Bethlehem; wie sich ja in Leid und Schmerz die Größe der Menschen mehr offenbart als in der licher und anmutiger mag die Blüte erscheinen als die Srucht, der Frühling als der Herbst, und so mag uns das Bild der freudenreichen Mutter mit ihrem Kinde lieblicher und anmutiger erscheinen als das Bild der Schmerzensmutter. Aber größer, ergreifender und majestätischer ist dieses als jenes. Mag von jenem mehr stilles, sonniges Familienglück in die Welt ausgestrahlt sein, dieses ist das Bild des vollendeten Mutteropfers, das Bild der Mutter, die dadurch am Leben der öffentlichkeit und am Weltgeschick teiluimmt, daß sie ihren geliebten Sohn dahingibt in Kampf und Leiden und Cod. Und das ist ja das Höchste, was eine Mutter der Menschheit leisten und geben kann, Wbie vielen Mlüitern mag setzt seit wei Jahrtausenden die Schmerzensmutter Vorbild gewesen sein und Kraft und Crost, wenn das rauhe Leben auch ihnen das Kind vom Herzen riß und hineinwarf in sein Getriebe, ja, wenn es dasselbe grausam zermalmte! Wie viele mogen dann mit ihr die Hilfe gefunden haben, daß ihre Seele nicht in Verzweiflung zusammenbrach und auch gegen alle Menschenhoffnung noch hoffte und vertraute. Wieviele denselben Lichtblick in die große Ewigkeit, den Glauben an Gott, den Vater, und die Kraft, die auch ihr Bestes und Ceuerstes dahingibt, wenn Gottes unerforschlicher Ratschluß es so will! Liebe Mutter, wenn einmal von deinem Herzen sollte ein Opfek gefordert werden, so groß und gewaltig wie von Maria: Die Welt kann dich über ein solches Opfer nicht trösten und dir nicht die Kraft geben, es mit breitem Herzen zu bringen. Wende dich still an den großen Gott, den Heiland der Welt. Da findest du jene gewaltige Kraft, den Glauben und die Liebe, die allein dich bewahren kann vor dem Jusammenbruch und befähigen zu solchem Opfer. Auch von dir wird ein solches Opfer nicht vergeblich verlangt. Neif durch Opfer und Leid— das ist des Lebens tiefster Sinn. Wer reif ist durch Opfer und Leid, der hat des Daseins Höhe erstiegen, wo ihn schon hier auf Erden die Morgenstrahlen der Ewigkeit umleuchten. * Das Cischgebet. Ein Gefängnisgeistlicher an einem großen Zuchthaus sah, wie ein zum Code verurteilter Mörder zu Cische betet.„Hast du immer gebetet?“ fragte er ihn.„Nem; war die Antwort,„von zu Hause hin ich es gewöhnt, aber später habe ich es gelassen und damit begann mein Unglück. Ich bin ungefähr in 29 Sgisgr, grpgion, aber in keinem einzigen betete man zu Tisch, wir gingen an die Arbeit wie die Tiere, und mit der Zeit wird man dann selbst zum Cier. Hätte ich nicht aufgehört zu beten, stände ich jetzt nicht vor der Hinrichtung.“— Merke: Wer beim Gebet bleibt, bleidt bei Gott und wer bei Gott bleibt, hat einen mächtigen Schützer gegen die Sünde— und die Sünde ist und bleidt der Und dazu: Deine Gleichgültigkeit gegen das Geb kann manchem, der an deinem Tische sitzt, oder mit du sonst umgehst, zum Verderben werden. Die Scherenschnitte sind entnommen aus Eia=popei-a Schluckerchen schlaf“. 25 alte Wiegenlieder aus der Heide von Cheodor Krausbauer; Klaviersatz von Weiche. Auch eine Ausgabe für Singstimme ist erschienen. Zu beziehen durch die Buchhandlung Carl Braus, Schwerte=Ruhr oder vom Oranien-Verlag in Hervorn. Sslmäßige werter Hausfrau und Mutter. Aus dem Reiche der Mode. matdlätter n Lustiges Alleriet. derzeitung Unser Blatt nUnietungs- u. Romandeilage n Spiel, ort und Curnen. u Lebensbild. ust u. Wissen.m Gartencatschlage. Oerbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Velkszeitung Schwerter Velksblatt Autliches Kreisblatt für den Kreis Hörde. Deltholener Zeitung Opierbecker Zeitung Langscheder Zeitung botzwickeder Zeitung Erstes und ältestes Tagesorgan des Kreiles.— Generalanzeiger für den Kreis Hörde. Die„Schwerter Jeitung“ werklaglich n Haupigeschäftsstelle, Druck und Verlog: Carl Braus. Celege. Adr.: Braus, Schwerteruhr. Cel.62. Postscheck Dortmund 2852 Verantwortsiche Schriftleitung: Karl Nichter; Stadt und Provinz Feiedr Kraas; sämtlich in Schwerte. 184 Dienstag, 8. Rugust 1922 55. Jahrgang Zum Geleit. Regierung ist für das Landesinteresse so wie eine schwache. Eine Regierung muß Dingen fest und energisch sein, nötigen ar mit Härte vorgehen. Das ist zur Er Staates nach außen wie nach innen eine Regierung, die an der Neigung krankt, en auszuweichen, notwendige Kämpfe zu en und sogar ausländischen Wün nachzugeben, verfällt unrettbar gelangt sehr bald dahin, sich ugeständnisse erhalten zu ten das eine das andere nach sich der Staatsgewalt über haupt nichts schule fürlieb nehmen! merfort ergung. st ntur von den von rig is1. Bismarck. ua In Düben bei Coswig i. A. sand kürzlich die sochzeit des reichsten Bauernsohne: im Orte mit der Tochter eines fast ebenso reichen Bauern im Orte statt. Allein der Polteraben=d dauerte drei Tage. Geschlachtet wurden zur Feier des Festes: 1 Bulle, 2 Kälver, zwei Hammel, zwei Schweine und 50 Hühner! Das sind nach Börsenkurs rund 60000 Mart allein für Fleisch!! Vor kurzem erließ jemand im Arbeitsmarkt eines großen Berliner Blattes eine Anzeige, durch die er zum sofortigen Antritt einige Laufbur schen gegen eine wöchentliche Vergütung von 200 A. suchte. Auf diese Anzeige meldeten sich 10 junge Leute, unter denen nur ein einziger bloße Volks schulbildung auswies. Die übrigen neun waren Setundaner und Primaner Berliner hö herer Schulen und stammten durchweg aus Fami lien des gebildeten Mitterstandes. N78 mrhter“? ste politische iberaten Klub zu Orford sprachen sich der Aoqnith und der WirtschaftKennes gegen die hisherige Poder Entehte aus. maßgebenden Spitzenverbände haben der eichsversehrsminister geplanten Rege er Arbeitszeit des Eisenvahn: und Vertehrspersonals zugestimmt. verkehrsminister hat die Dienstvorerlassen. * hiten Freitag finden auf Veranlassung chen Gesandtschaft in Wien ein evangeein iatholischer und ein israelitischer Ge isgollesdienst für die im Weltfrieg en deutschen Soldaten statt. Zusammenhang mit der durch den Sturz arischen Krone bewirkten bedeutenden Ver ung aller Lebensmittel und in en Erzeugnisse hat der Magistrat in Buda iedereinführung des Kartensystems cker, Salz und Kohle beschlossen. al: Mitwisser und Begünstiger des Ananf den früheren Ministerpräsidenten Da ten sind nach mehrmonatiger Unter freigelassen worden. teralmafor v. Schlieffen trat von der ien Volkspartei zur Deuten der. Ein Staat von Korfantys Gnaden. . RSLFEE-TMEE R 8u Re, i az H aa. oner i. i u e Sre K San aag # lort#0 Sotie, r un## c seri#.) 2 0 9 .— Sonbern de 9 O 0 SiDE Marschau S#### o 1 Lowcz 4 o% 0 Neier) Prhihos 5 * C U 0 Gobog C uomer i# 9+ — O ehe Hosp * 43 a, bra aer e hn ∆ 5 ** Ging TSCHECHO · SLOWAKE 30 uud 110,, KK. 6 S# Polen und das Aufstandsgebiet in Ost-Galizien itional indten handlul die Mi je baher sten In. chen fanden eingebende Bespreden Konflikt mit dem Reich statt, r dem Ministerpräsidenten u. a. auch von Preger teilnahm; zu den weitingen begeben sich als Vertreter des einister Geßler und Fehr nach Münerische Kommission begibt sich in den sagen nach Berlin, um dort weiter zu vermischte Kunde. Flertrisierung ganz Lurem s90 jetzt, energisch durchgeführt („ handelt sich um Lieferung 11 für daes ganze Großherzogtum, und f1 für alle Straßenbahnen, auch um Kraft industrie und für die Eisenbahnen. Die zu wird auf 30 Jahre vergeben. 15 Anbereits eingegangen, darunter zwei er cg, 150000 Einwohner zählenden Stadt besteht u. a. ein Lyceum und ein asium, die beide auch von vielen Kinländlichen Umgebung besucht werden. Der es nicht metzr möglich, die hohen Lasten Schulen aslein aufzubringen. Alle Been. eine Verstaatlichung derselben oder uschüsse zu erlangen, waren ergebnisie Regierung erklärte: Die Entente te dem Reihe und den Ländern, die me jeder derartigen Last. Nun müssen ulen eingehen, eine Menge Lehrkräfte wer 7II. Breslau, 8. Aug. Einer oberschlesischen Meldung aus Tarnowitz zufolge, verlautet dort gerüchtweise, daß Korsantn mit seinen Parteifreunden einen autonomen Bundesstaät Schlesien-Posen bilden will und zwar unter polnischer Overhohert. Biekonsereith iLondon. TII. London, 8. Aug. An zuständiger Stelle wird ertlärt, die Lage in Mitteleuropa ist so kritiseh geworden, daß die beginnende Konferenz eine außerordentliche Wichtigkeit annimmt. Der frarte #turz der Mark und der Stundungsantrag Teutschlands, das nicht in der Lage sei, seine Zahlungen weiter fortzusetzen, habe es nötig gemacht, dil gesamten Reparationsfragen zu besprechen, die sich unlösvar mit der Frage der interalliierten Schulden verknüpfen. Die Entscheidung der frasizösischen Regierung, die deutsche Bitte um eine Stundung der monatlichen Ausgleichszahlungen abzuneisen, stehl im Widerspruch mit dem Stand unt der verschiedenen verbündeten Regierungen un.d bal das Problem noch verwickelter gestaltet. Die bereits von Frankreich verhängten Sanktionen, um die Ausgleichszahlungen zu sichern, sind ein neuer sehr wichtiger Rattor in der an und für sich schon cmmerigen Frage. Der Aussand in Galizien, der sich gegen die vol nische Wirtschaft richtete, scheint immermehr abzuslauen. Allzuwohl scheint man sich nirgend= unter der polnischen Herrschaft zu fühlen. Große Schwierigkeiten. Poincarees Empfang. TUI. London, 8 Aug. Hier herrschte der Eindruck vor, daß infolge der Differenzen zwischen dem französischen und englischen Standpuntt wenig geschehen kann, um die Wirtschaftslage Europas zu retten und daß Lloyd George möglicherweise daran denlt, diese Aufgabe einem konservativen Ministerium zuzuschieben und es ihm zu überlassen, den Knoten des Revarationsproblems zu lösen. In gewissen Kreisen spricht man sogar von= unmittel bar bevorstehenden allgemeinen Wahlen. London, 8. Ang. Der Empfang Poincarces inondon soll nicht sehr außerordentlich gewesen sein. Llord George war erschienen, um die Gäste Cngiand= zu begrußen. Der König hatte sich aber eertreten lassen, nur das Persoal der französischen und italienischen Botschaft war vollkommen der sammelt; aber es jehlte das Publikum. Der Jug hielt auf der Abfahrseite, um den ankommenden Mininern den Zutritt zu den Empfangszimmern zu erleichtern. Es war deshalb außer den essiziellen Persönlichkeiten kein anderer Mensch am Bahnsteig erschienen. Poincaree selbst mag etwas überrascht gewesen sein, weil ihn keine begeisterten Zurufe empfingen, Der Einmarsch ins Ruhrgebiet. Berlin, 8. Ang. Der„Tag“ bringt zum fran gösischen Einmarsch ins Ruhrgebiet folgende Kölner Meldung: Die französischen Besatzungskommandos in Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort ha len sich bereit zu halten, um gemeinsam mit den französischen Truppenteilen in Bonn und den dahinterliegenden besetzten Gebieten, die insgesamt einem General in Düsseldorf unterstellt sind, es erforderlich sein sollte, die Polizeiaktion ins Ruhrrevier zu übernehmen. Diese Aktion soll sich zunächst auf Essen und Mülheim erstrecken und von Quisburg ausgehen. Der englische Obertommandierende in Köln ist offiziell von der geplanten französischen Altion unterrichtet worden und wurde aufgefordert, einen Offizier zu den mit führung beauftragten französischen Venteilen zu lommandieren, um sich davon zu überzeugen, das; die Altion nicht über den Rahmen einer einfachen Polizeialtion hinausgehe. Der englische Oberkommandierende hat die sranzösische Aufforderung abgelehnt mit dem Bemerten, hier zu keine Anweisung zu haben. der Weg bergab. Das langsame Zusammensacken der deutschen Wirtschaft. Den drohenden Niedergang der deutschen Wirtschaftslebens schildert in leider nur zu bahrer Deutlichkeit ein Artikel A. Heinrichsbauers in der„Deeutschen Industriezeitung". Es heißt da u. a. wir uns die wirtlichen Verhältnisse nicht tlar machen, rührt grögtenteils daher, daß der wirtschaftliche Zusammenbruch, von dem seit Jahren die Rede ist. in der früher geglaubten Gestalt nieht eingerreten in. Man dachte sich ihn als einen allgemeinen Staat=- und Wirtschaftsbank rott, der eine unvermittell und plotzlich eintretende VBerelendung aller Schichten der Bevölkerung und #losigkeit größten Unsanges zur haben müßte. Ein prötzlicher Zusammenbruch ist eingetreten, dafur aber ein allmählich und lannsam sich vollziehendes Zusammensacken, das noch viel schlimmer ist. Die Scheinblüte der deutschen Industrie. Wie weit dieser Prozet, auh bei äußerlich noch glänzend dastehenden Gewerben gediehen ist, mag die Lage der rheinisch westfälischen Eisenindustrie zeigen. Bei ihr beträgt die Ausfuhr nur noch 25 Proz. der Vortriege#zeit, während die Einfuhr ausländischen Eisens idie früver, abgesehen von einigen ganz unwesentlichen Spezialartikeln, überhaupt nicht in Betracht lam im letzten Monat zum ersenmal größer al die Ausfuhr gewesen ist. in den bisherigen Zeiten des ständigen Fallens kark haben wir davon gelebt, daß wir die Rohloffe verhaltnismäßig„billig“ einführten und nach weiterer Verschlehterung der Mart„teuer" ausirten. Zerner haben wir auf Goldmarkwerte erhaltniemäßig sehr niedrige Papiergeldgewinne ausgeschüttet(große Werte zahlen Dividenden von weniger als 1 Proz. des Goldtapitals), oder wir haben die Gholdmarllapitalien allmählich durch Umwandlung in Papiergeld ausgezehrt(bei Deutsch= Luremburg z. B. betrug das Friedensital 120 Mill. A, während es jetzt nur 18 Mill. Mark ausmacht, oder wir haben Goldhypotheken in Pavie: zurückge ahlt und dadurch unsere Konjunttur hochgehalten usw. Das alles hat aber schließlich einmal ein Ende, sobals dnr Vermien des einzelnen und die Volksirtschaft aufgezehrt sind, was in Gestalt der allmäihlichen Umwandlung des Kapitals in Papierzeld erfolgt; vollzogen in dieser Prozeß bereits bei den Leuten, die nur über verhältnismäßig geringfügige Kapitalien verfügten, bei denen dieser Prozeß also verhältnismäßig schnell vor sich gehen zte 03. B. Pensionäre, Rentner, freie Berufe usw.); bei allen anderen Schichten wird er eines Tgge, auh zum Abschluß kommen, wenngleich die dazu erforderlihe Zeit etwas länger dauert..“ Deutschlam on diesem Wege zum unausbleiblichen Abgrund aufzubalten, gibt es aber nur ein einziges Mittel, das ist die Revision des Versailler Friedenevertrages. Solange dieser Vertrag in seiner jenigen Form besteht, ist jedes andere Retungsntitet aufühietes. Aus Stadt und Land. Schwerte, 8. August. Erinnerungen. Zerstörung der spanischen Armada. 115 Der Tonfünstler Thomas Koschat geb. ** Die diesjährigen Ernteaussichten werden von maßgebender landwirtschaftlicher Seite folgendermaßen begutachtet: Die Aussichten der Hackfrüchte sind günstiger als im Vorjahre. Der erhöhte Produktionsaufwand wird sich in bezug auf die Brot getreideernte nicht bezahlt machen. Am günstig