RRegelmäßige Beilagen: Schwerter Hausfrau und Mutter. Aus dem Reiche der Mode. Heimatblätter u Lustiges Allerlei. Kinderzeitung Unser Blatt uUnterhaltungs- u. Nomandellage n Spiel, Sport und Curnen. n Ledensbild. Kunst u. Wissen. n Gartenratschläge. Verbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Dolkszeitung Schwerter Volksblatt Delthotener Zeitung Apierbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung Nr. 177 Schwerter Dastsblatt Amtliches Kreisblatt für den Kreis Hörde. Erstes und ättestes Cagesorgan des Kreises.— Generalanzeiger für den Kreis Hörde. Montag, 31. Juli 1922 Die„Schwerter Jettung“ erscheint werktäglichn Hauptgeschäftsstefle, Druck und Verlog: Cor! Braus. Adr.:Braus, Schwerteruhr. Cel e2 Potscheck- Dortmund 2832 Verantwortliche Schriftleitung: Karl Richter; Stodt und Prooinz Friedr Kraas; sämtlich in Schwecte. 5S. Zum Ein ehrlicher Mann kann, indem er Notwendigkeit nachgibt. der Republik Treue und Gehorsam schwören, ob er gleich, wenn es von ihm abhinge, beides lieber einem Könige schwören möhte; aber seine Meinungen von Republit und Königtum hängen nicht von seiner Willtür ab; er kann nicht schwören, daß er glaube, was er ncht glaubt; er kann aber beschwören, daß er sich der jetzt bestehenden Regierung unterwerfen und nichts gegen sie unternehmen wolle, und mehr kann man mit Recht von ihm nicht fordern. eta ee e ne et Neueste politische Nachrichten Morgan soll sich bereit ertlärt haben. in September zu einer Konferenz der Bankiers in London zu kommen. Die Berliner politische Polizei entdeckte Wasfenlager in einer Villa in Lichterfelde und bei einem Berliner Schanfwirt, der kommunistischer Bezirtsinnttionär ist. Frankreich beschwerte sich in Berlin darüber, daß in München die Beziehungen zwischen Dard und Leoprechting in öffentlicher Sitzung des Landtages besprochen wurden. Die Vertreter der alltierten Aus gleichsämter empfahlen ihren Regierungen die Ableinung des deutschen Ersuchens um Herabsetzung der monatlichen Zahlungen von zwei Millionen auf 500000 Pfund Sterling. * Vor dem Schwurgerichtshof in Brügge beginnt der Prozeß gegen zwei frühere deutsche Iffiziere, Baron Gagern und Prinz August von Stollberg, von denen der erste des Mordes während der Besetzung beschuldigt ist, der andere der Beihilfe zum Mord. Vermischte Kunde. Ein Großfeuer hat in der Nacht zum Freitag den größten Teil der Hammer=Brooker Reiswerke in Hamburg eingeäschert. Die Höhe des Schadens läßt sich zur Stunde noch nicht übersehen. * Wie der Deutsche Handelsdienst erfährt, hat das Direltorium der Reichsbank den Bant diskont von 5 auf 6 Proz. erhöht. Von Einbrechern heimgesucht wurde die Witwe des ermordeten Talaat Pascha in ihrer Wohnung in der Hardenbergerstraße in Berlin. Die Diebe erbeuteten Schmucksachen von großem Wert. * Die Berliner Polizei nahm nach dem Lokalanzeiger den 36jährigen Direttor der kleinen Privatbank Sale Ellener fest, der eine andere Bank um mindestens 60 Millionen Kronen schädigte fest. Nach dem Berliner Tageblatt wurde die in Mailand gelegene Wohnung des Sozia listenführers Toratti am hellen Tage ausgeraubt. Den Dieben fielen für 100000 Lire uwelen, darunter zwei lostbare Perlen halsbänder, in die Hände. * Ungeheure Mengen von Kohle werden setzt aus England eingeführt. Vom 1. bis 11. Juli lamen im Hamburger Hafen wieder 92 Schiffe mit 190000 Tonnen Industrietohle an! Das Deutsche Derby ist vom Vorstand des Hamburger Rennklubs für 1921, voraussichtlich aber auch schon für 1923, um 100 000 auf 600 000 Mark erhöht worden. Tem Sieger sollen 500 000 Nart Zujalen. W— Nach einer amtlichen Berechnung betrugen die Baukosten eines einfachen Wohnhauses Ende April das 5tjache des Friedensstandes. Seitdem sind aber die Kosten noch ganz beträchtlich größer geworden. Sie lassen sich jetzt überhaupt nicht mehr talkulieren, weil Baustoffe. Kohlen, Frachten, Arheitslöhne und allgemeine Spesen" noch immerfort steigen. Wittert Frankreich Morgenlust? Die Pariser Zeitungen verfolgen mit gespann tem Interesse de Auseinandersetzungen zwischen der bayrischen und der Rechsregierung. Darüber nird sich in Deutschland niemand wundern. Denn der Weizen des Auslandes hat noch immer geblüht, wenn die Deutschen gegenseitig in Fehde lagen. Iudem geht Frantreich offenkundiges Bestreben darauf aus, den Zerfall des Deut l schen Reiches herbeizuführen. Erst wenn der Reichsbau in Trümmer gegangen ist, glanbt man im franzäsischen Nachbarbause aller Zukunitssorgen überhoben zu sein. Das Ziel der französischen Politit tritt ebenso tlar und deutlich im Rteinland zutage, wo die Herren Torten und Smeets die französischen Agenten spielen, wie n München, wo der französische Gesandte Dard und der Hochverräter Leoprechting Hand in Hand ar beiteten. In der Hauptsache kreisen die Gedanten der französischen Politit heute nicht so sehr um Mün chen und Verlin, als um London. Und wir hätten in Deutschland allen Grund, uns von der inneren Fehdesucht einmal ganz zu befreien und den Gang der internationalen Politil mit größter Aufmerksamleit zu verfolgen. Denn es bietet sich hier ein ganz mertwürdiges Bild. Bisher war es sast, immer so, daß Franlreich sich von der englischen Politit umwerben ließ und danei die Spröde spielte.. Wie oft hat Po nearee dem englischen Ministerpräsidenten zu verstehen gegeben, daß er auf persönliche Besprechungen leinen so großen Wert lege und daß sie alles viel besser auf dem üblichen diplomatischen Wege erledigen ließe. In dieser Beziehung jetzt alles vertauscht. Das französische Kabinett hat nach der Versicherung des„Matin“ einen Reparationsplan fix und sertig ausgearbeitet und Herr Porncarce brennt förmlich vor Verlangen, dieses Produtt der französischen Politik in London vorzulegen und dafür das englische Ja und Amen zu erhalten. Die Spröde aber sitzt diesmal in London, Llond George zuckt bedauernd die Achseln. Es. tut ihm sehr leid, er bedauert außerordent lich— aber leider kann er sich der Unterhaltung mit Herrn Poincarce noch nicht widmen. Denn deeomal liegt ihm garnichts daran, mit Herrn Poincarce„endlich allein“ zu sein. Er legt vielmehr auf die Gegenwart von Zeugen großen Wert. Und da Italien noch keinen Ministerpräsidenten stellen lann, so muß die Besprechung eben noch verschoben werden Zum großen Leidwesen der Herrn Poininree und der Pariser Presse. Woher kommt dieser Szenenwechsel? Es erscheint kaum noch einem Zweifel zu unterlegen, daß man in Paris Morgenluft wittert— Morgenluft, die von Amerika herüberweht und den schlaffen. Segeln der französischen Finanzen neue Spannkraft verletht. Morgan ist offiziell eingeladen worden, eine neue Anleiheberatung in Par's zu eröffnen und er soll seine sagen bereits erteilt haben. Der amerisanische inanzmann hat ja bei seinem Scheiden aus Par: weiteren Rat und Tat versprochen, wenn man ihn rufen sollte. Und so hat sich— wahrscheinlich durch andere Zeichen verstärkt— in Paris die Uebetzeugung gebildet, daß die internationale Anleihe für Deutschland diesmal zustandekommen werde. Dieses Goldschäfchen aber will Frankreich ins Trockene bringen, ehe andere zugreifen können. Es will mit dem erhofften amerikanischen Dollarsegen die eigenen Taschen füllen und zu diezem Zwecke durchsetzen, daß die französischen Entschädigungsansprüche allen anderen vorangehen. In dem französischen Revarationsplan wird das wohl alles schon fürsorglich festgelegt sein. Fehlt nur noch die Zustimmung der Ententegenossen und da mit eben hapert es. Denn weder England noch Pelgien und Italien denten daran, Frankreich die einz'ge Nutznießung einerinternationalen Anleihe überlassen. Daher die herbe Enttäuschung, die in Paris über die Hinausschiebung der Konferenz mehr und mehr Planz greift. An allem sind wir nicht ganz unbeteiligt. Er handelt sich für uns in erster Linie darum, daß im August endlich die vollständige Zahlungsstundung eintritt, um die wir dringend geung nachgesucht haben. Können sich aber die Ententemächte nicht verständigen, so wird voraussichtlich auh die Augustrate wieder fällig werden, da die sogenannte Reparationslommission wahrscheinlich ihre GEntscheidung nicht vor der Londoner Konferz s ä l l e n w i r d. D e s h a l b m ü s s e n a u c h w i r s a g e n. daß Eile not tut. Ein unheimlicher französischer Vorstoß. Eine scharte Entgegnungsnote, durch die Frankreich eine Herabsetzung der Ausgleich zahlung ablehnt, in jetzt an die deutsche Regierung eingegangen. Es ergivt sich daraus mit großer Deutlichtest, daß die französische Regierung ihre Ablehnung auy in die dentvar schroffste Form getieidet hat. Es ist wirtlich ein startes Stück. der deutichen Regierung zuzumuten, daß sie ihre Hand für eine internationale Brandmarkung deutscher Staatsangehöriger leihen soll, die nach Ansicht Frantreichs ihren ausländischen Schuldverpflichtungen nicht in der richtigen Weise nachkommen. Die deutschen Staatsbürger, die Schuldverpflichtungen in den Ententeländern haben, sind, zum größten Teil schon vor längerer Zeit ihrer Zahlungspflicht der deutschen Regierung gegenüber nachgelommen. Bei der ungeheuer raschen Entwertung der deutschen Valuta ist aber inzwischen Summe, die die deutsche Regierung an den ausländischen Gläubiger weiter zahlen muß, gan erheblich gewachsen. In einer Zeit, in der der eutsche Finanzzusammenbruch vor der Türe steht, sollte man für die Schwierigteiten einer solchen Lage auch in Frantreih Verständnis haben. Es handelt sich ja dabei keinesweg um einen Verzicht auf die Ausgleichsforderung, sondern um ein wenger rasches Tempo des Ausgleichs, wie es nach allgemeiner Auffassung dem deutschen Zahlungsvermögen entspricht. Die französische Regierung hat ihre Entscheidung obne jede Fühlungnahme mit den andern in Betracht kommenden Mächlen getroffen. Denn für die Ausgleichszahlungen kommen auch Belgien, England und Italien in Betracht. Von diesen andern Ländern scheint Belgeen für die deutschen Gründe volles Verständnis zu haben. Frank reich sehrt sich daran nicht. Soll dies ein Vorspiel des eigenmähtigen gebens sein, mit dem man in Paris wieder ein mal droht? Wll man namentlich einen Druck auf London ausuben, um es den französischen Won schen gefügig zu machen? Es wäre ja nicht das erste Mal. daß man innerhalb der Entente einen Streit auf unserem zerpeitschen Rücken austrägt. * In der Reichskanzlei fand eine Besprechung über die franzüösische Note statt, in der in ultimativer Form der Stundung der Ausgleichsraten abgelehnt wird. Dollar 610! Die scharfe französische Note, und anschließend hierau sehr umfangreiche Käufe der Industrie, als aluch vor allen Dingen der Spekulation, führten an der Börse zu einer eraltierten Devisensteigerung. Der Doller erreichte Samstag den Stand von 610 M. Man will auch u. a. bemerkt haben, daß das Ausland Abgeber von großen Markbeträgen ist, die besonders in Amsterdam in großem Umfange angestellt werden. Die Nôte der Zeitungen. Die außerordentlichen Steigerungen der Pavierbreise und der übrigen Betriebsstoffe sowie erforderlich gewordene Lohnerhöhungen machen es wieder einmal nötig, einen Ausgleich zwischen Einnahmen und Ausgaben zu suchen. der beim Zeitungsverleger sich leider nur aus den Bezugsund Anzeigenpreis beschränken kann. kleinen Verlegern ist dabei eines vollkommen klar: Die Anzeigenpreise tönnen nicht mehr söht werden, da sich dann der Anzeigenschwund zum Anzeigenserben auswächst. Sieht man heute eine kleine Zeitung an. so beseht der Anzeigenteil zum weitaus größten aus„Füllern". Also die Einnahmen sind hier ganz geringe und decten noch nicht einmal den notwendigsten Lebensbedarf einer Familie. Also tann sich der kleine Verleger nur durch eine Erhöhung der Bezugspreise helfen i ein recht kräftiger Ruck sein, der sich den Durchschnittspreisen des übrigen Levensbedarfes mehr nähert, als es bisher der Fall gewesen ist. nachstebende Tahelle lättt ertennen, wie sehr die Zeitungsverleger sich ruckständig gezeigt haven, es ist damit aber auh tlar zum Ausdruck nebracht, daß die Zeitungen bis heute nicht in der Lage waren, an der allgemeinen Kostensteigerung im entsprechenden Grade, wie fast alle übrigen Gewerbe, teilzunehmen. Leider haben die regierenden Stellen dies viel zu spät erlannt, so daß eine durchgreisende Hilfe für die Zeitungen kaum mehr idtich es-hcts. Es kosteten = das vielf. 100 Kg. Weizen 100 Kg. Kartoffeln 1 Kg. Rindfleisch Kg. Schweinefleisch 1 Ka. Hammelsleisch 1 Kg. Brot markenfrei 1 Kg. Butter Ei 1 Herren Ulster 1 Herren=Anzug 1 Flauschmantel 1 Paar Herrenstiefel 1 M t r. r e i n w o l l. C h e v i o t 1 Wirtschaftsschürze, 1 Paar Herren Socken Monats=Bezug unserer 20 60 Zeitung Der Durchschnitt beträgt hiernach rund 100%. iß eine täglich erscheinende Zeitung im Umsange von 21 Seiten pro Monat mindestens 50 Mark kosten miste. Die Kölner Zeitungen Köln. Ztg. kostete Juli 52 ¾, Köln. Bzlg. 50 A pro Monat) haben bezun 1. August ihre Bezugs= und eigenpreise um 3. 5 Proz. zu erhöhen. Die in tagende Bezugspreis-Festsetzungskommission sprach einstimmig die Erwartung aus, daß alle rheinischen Zeitungsverleger sich dem Kolner Beschluß anschließen. Die dreimal wöchentlich ereinenden Zeitungen sollen ihren Bezugspreis auf mindenens 50 Proz. des Bezugspreises der sechsmal wöchenlich erscheinenden Zeitungen erhöhen. 1552 Aus Stadt und Land. Schwerte, 31. Juli. Erinnerungen. Friede zu Passau, Kaiser Karl V. gewährt volle Religionsfreiheit. Der Stifter des Jesuitenordens Ignatius von Loyola gest. 1886 Der Komponist und Panist Franz Liszt geit. 1917 Beginn der Großen Schlacht in Flandern. Die neuen Reichsflaggen. Wie der amtliche Preußische Pressedienn meldet, ordnete der Minister des Innern unter Bezugnahme auf die betannten Beschlüsse des Staatsministeriums über die Beflaggung der Staatsgebäude in einer Verfügung an, daß nunmehr die erforderlichen Flaggen nit Rücksicht auf die Feier des 11. August mit größter Beschleunigung und sowett es in der Kurze der Zeit möglich ist, unter Berücksichtigung der in mmrmmcer 100 sind. Der Minister ersuchte linien zu beschaffen die zuständigen Regierungs- und Overpräsidenten, dem Berliner Polizeipräsidium bis spätestens 10. August zu berichten, ob die erforderlichen Reiche slaggen vorhanden sind. ** Noch weiteres Regenwetter? Wie der amt liche Wetterbericht seitstellt, wird das Wetter nächst weiter veränderlich bleiben. Das letzte Regenwetter war zurückzuführen auf ein Tief druckgebiet, das sich lange Zeit über der Ostsee ge halten hat. Das hat sich zwar nach Nordwest urßland verzogen, reicht aber doch noch so weit nach Westen, daß wir von den Regenfällen noch er reicht werden. Der Höhepunit des Regenwetters ist aber schon überichritten. Es stehen uns einige Sonnentage bevor. Dagegen wird dieses trockene Wetter nicht von langer Dauer sein; denn ein neues Tief vom Atlantischen Ozean nähert sich unseren Küsten. Damit wird ach wenigen Tagen neues Regenwetter verbunden sein, wenn es auch nicht zu so ergiebigen Regenfällen kommen wird, wie im Verlauf der letzten Tage. Hoffentlich haren sich die Wetterkundigen gründlich geirrt. ** Weitere Erhöhung der Postgebühren. Das Reichspostministerium hat an die Mitglieder Verkehrsbeirats ein Scyreiben gerimtet, wona die Reichspontverwaltung beabsichtigt, vom 1. Otto ber av die Briefgebühr auf 1##, die Patetgebühr in der Nahzone auf 10 und in der Fernzone an 20 M als Grundgebühr zu erhöhen. Die Tele grammgebühr soll auf 2 M für das Wort zu steh kommen, und der jetzt ab 21. Juli um 160 Prozent erhöhte Zuschlag zu den Fernspre verdoppelt werden. Die Begründung ist sehr ein fach: Es fehlt sowohl für die am 1. Mai wie für die am 1. Juli vorgenommene Befoldungserhöhung, wie für die nach dem 1. April eingetretene Er höhung der sachlichen Ausgaben an Deckung. Der Fehlvetrag macht zur Zeit etwa 11 Milliarden Mark aus und erhöht sich jetzt durch die weitere Besoldungserhöhung noch mehr. Nie wieder Krieg! In über 250 Städten Deutschlands sanden gestern Demonstrationsversammlungen statt, die von der Friedensgesellschaft und den auf dem Boden der Republik stehenden politischen Parteien und Gewerkschaften einbernfen waren. Auch in unserer Stadt tagte gestern vormittag unter dem Vorsitz des Herrn Bildhauers Look eine derart ge von vielen Hunderten besuchte Versammlung auf dem Marktplatz. Herr Staderat Weindorf=Iserlohn, sprach in längerer, ein drucksvoller Weise über Völterverbrüderung und Völkerfrieden. Zum Schluß der Kundgebung wurde eine Resolution angenommen, die sich gegen na nartionalistische Verhetung, gegen Reattion und politischen Meuchelmord richtet. Auch in Frank reich, England. Holland, Standinavien, in der Schweiz und in den Vereinigten Staaten von Ameriku haben die gleichen Demonstrationen statt gefunden. ** Durchführung von Kuren für Kriegsbe schädigte. Nach dem Reschsversorgungsgesetz tann das Reich unter gewissen Voraussetzungen Kuren in Badeorten und Lungenheilstätten gewähren. Zu diesem Zwecke hat es Plätze in 51 bekannten Kur1orten und 72 Lungenheilstätten zur Verfügung u. kann somit allen Anforderungen genügen. Auch ist Vorsorge getroffen, daß den Kuranträgen in kurzer Zeit entsprochen werden kann. Der Kriegs beschädigte muß sich, wenn er eine Kur beantragen will, an sein Versorgungsamt wenden; denn nur auf diesem Wege kann er eine kostenfreie Kur erhalten. Für Kuren, die ohne Genehmigung der Versorgungsbehörden durchgeführt werden, wird kein Kostenersatz geleistet. Erfahrungsgemäß ist hauptsächlich im Sommer der Andrang zu den Bä dern und Heilstätten sehr stark, während in den übrigen Jahreszeiten die Kurgelegenheiten in viel geringerem Grade benunzt werden, obwohl in vielen 1 1000 K ME gei Lselheien außerhalb der Sommerszeit die gleichen Erfolge erzielt werden können; es ist daher dringend zu empfehlen, die Kuranträge auch zu anderen Zeiten zu stellen. Eine Badetur lann nur dann von den Versorgungsbehörden gewährt werden, wenn die Ertrantung des Kriegsbeschädgten den Gebrauch bestimmter Kurmittel erfordert und ihre Anwendung ständig ärztlich überwacht werden muß. Ein gewöhnlicher Erbolungsaufenthalt Landaufent= halt, Aufenthalt in einem Luftkurort, Aufnahme in ein Erholungsheim) ist einer Badetur nicht gleichzuahten. Er kann erforderlichenfalls bei der zuständigen amtlichen Fürsorgestelle beantragt werden. Das gestrige Morgenkonzert der„Cäcilia“ hatte sich eines ungemein zahlreichen Besuches In erfreuen; der Saal des Vereinshauses war bis au den allerletzten Platz besetzt, trotzdem das Konzert vor Stuhlreihen stattfand. Bekanntlich besucht die Fäcilia" am nächsten Sonntag einen Gesangwettstreit in Neuenrade u. die gestrige Veranstaltung war gewissermaßen als eine Art Generalprobe gedacht. linter Reister Hanemanns zielsicherer Stahsührung wartete der alte Verein, der aus zahlre chen Kämpsen bereits siegreich hervorgegangen ist. auch gestern wieder mit hocherfreulichen Leistungen auf und ersang sich mit jedem Liede den immer jubelnder werdenden Beifall seiner begeisterten Zuhörer. Neumanns ungemein schwieriges Chorwerk „Der Feuerreiter“ erfuhr eine Wiedergabe, die auch den hochgespanntenten Erwartungen entsprach, desgleichen Hegars Ballade„Rudolf von Werdenberg". Von tiefer Wirtung war Silchers ergreisende Tonschöpfung„Der tote Soldat"; die Schönheiten der Partitur wurden restlos erschöpft und dem Hörer übermittelt. Wenn die„Cäcilia" am Sonntag in Neuenrade so singt, braucht sie um den Ausgang des Kampfes nicht besorgt zu sein. vorausgesetzt, daß die Gegner mit ehrlichen Waffen tämpfen. Dem Verein und seinem Leiter ein Auf! Sehr bereichert und ab gestaltet wurde das Programm reh die Einzelvorträge der Herren Rathol Bariton) und Baa der(Tenor), die, von Herrn Hanemann in sein sinniger Weise begleitet, mit Liedern von Wagner, Löwe u. a. aufwarteten und äußerst lebhaften Beijall des Publitums ernteten. Der lünftige Brotpreis. Wie von zuständiger Stelle angeblich verlautet, wird sich von Mitte August ab nach dem Inkraftreten der neuen Getreidenmlage der Preis für Markenbrot pro Pid. nicht unter 7 M stellen, so daß das übliche 1 Psd.=Brot 28 M kosten dürfte. ** Reichstrone. Allen denen, die sich an einem wirklich guten Film— dem Besten, den das Reichskronen=Kino bisher gevoten, erfreuen wollen, sei der Besuch der heutigen Vorstellung„Das in dische Grahmal" bestens empfohlen. Keiner wird unbefriedigt das Theater verlassen. herzliches Glück wechselungsreich des Konzertes di Cwald(Baß), Mace# Tchhe ian mit der Hülie de Normalbetrages. Rumänien scheint große Ernteerfolge erzielt zu haben, um so wichtiger, als er fahrungsgemäß gerade die ersten Monate nach der Ernte in Mitteleuropa der Bedarf von rumänischem Getreide gedeckt werden muß. Desgleichen gut lanten die Nachrichten aus Südslawien. Die Preise haben sintende Tendenz. Enorm ist der Getreidebedarf Oesterreichs. ** Schun gegen Gartendieve. Die Besitzer und Pächter von Gärten am sogen.„Birtenwäldchen“ bei Beckensträter an der Schützenstraße werden zu einer wichtigen Besprechung auf heute(Montag abend 8 Uhr in das Kath. Vereinshaus echt eingeladen. Es liegt im eigensten Interesse aller Beteiligten, an der Besprechung teil zunehmen. ** Spinbuben haben in der Nacht zum Sonntag die Fabrik von Schwerdt am Ostentor heimgesucht. alle Behälter, Schränke und Pulie erbrochen und Diamantziehsteine, die einen außerordentlich hoben Wert darstellen, gestohlen. Leider fehlt bis jetzt von den Dieben noch jede Spur. * Ein Sonnet zum Ruhme der Buchdruckerkunst. In einem Aussatz über den schwedischen Buchdrucker Johann Kantel(geb. 1614 zu Wolgast in Pommern teilt die Nordist Tidskrift auch ein Sonnet mit, das folgendermaßen lautei: „Jst irgend etwas bie, so rühmlich zu erkennen, So wert ist, daß man's auch bei den Nachkommen preis Und die Posterität davon zu sagen weiß, Sr sr's die edle Kunst, so wir Buchdrucken nennen: Die teure Druckerei! Derselben tu ich gönnen (Und zwar auch nach Gebühr ihr'n Ruhm und hohe Ehr, Daß ihrer Nutzbarkeit und Wirkung nimmermehr Bei uns vergessen werd'. In mir tut gleichsam brennen Die große Lieb' und Lust, und sast wie angeboren: Denn sie ein Mittel ist, da mancher durch ertoren Zu hohen Ehren wird, der sonsten immerhin Ich auch, durch Eltern, Gott und sie bin, was ich Der Schriften Aguter Art eine solcher kann genesen. Ich auch, durch Eltern, Gott und sie bin was ich bin.“ Die diesjährige Welternte. Die letzten Berichte aus den Vereinigten Staaten lauten gün stiger als vor einigen Wochen. Die Preise sind in New=York und Chieago aber befestigt. Während in Indien und Australien die Ernteaussichten ebenfalle günstiger bewertet werden, wird über die argentinische Ernte pessimistischer geurteilt. Auch aus allen nordafrikanischen französischen Kolonien liegen ungünstige Meldungen vor im Gegensatz zu den guten Berichten aus Aegypten, wo das Ernteergebnis vor allem auf Grund vermehrter Anbauflächen erheblich höber erwartet wird als im Vorjahre. In Europa wird der Ertrag der Ernte in Großbritanien, Frankreich und Italien nicht hinter den Erträgnissen des vorigen Jahres zurückblei den. Die Sowjetregierung Rußlands, prophezeit das Ernteglück selbst, doch muß den„offiziellen" Nachrichten mit mehr Vorsicht nähergetreten werden. Es fehlen noch jegliche Privatmeldungen. In ** Avlerbeck, 29. Juli. Shaufensterdieve gesaßt. Von der Kriminalpolizei in Dortmund sestgenommen wurden der Zögling Karl Fröde aus Aplerbeck, der Bergmann Anton Jaretzti und der Schlosser Walter Wenzel, ohne feste Wohnung, weil sie als Täter für die in letzter Zeit hier ausgeführten Schaufenstereinbrüche bei den Firmen Schneidermeister Gildenhaus, Balkenstraße 18; Firma Müller, Hobestraße 21; Firma Wüster Co., Markt; Firma Bergmeier, Litgebrückerstraße 11 sowie Pelzhaus Seiedel, Brückenstraße, usw., bei denen Kleiderstoffe und Pelze von hohem Wert gestohlen wurden, in Frage kommen. * Holzwickede, 29. Juli. Tödlicher An gung eines Streites. Gestern mittag gegen 1 Uhr geriet der auf Zeche Karoline beschäftigte Bergmann Otto Fälter aus Unna mit seinem Arbeitskameraden Emil Korten von hier auf der Arbeitsstelle in einen Wortwechsel. Im Verlauf desselben trat Fälker angreisend auf Korten zu, der seine Hacke erhob und in der Abwehr den F. derart an der Stirn traf, daß derselbe sofort tot zu Boden stürzte. Beide sind verheiratet. zum Mltrinken eingeladen hatte, mit großem Wohlbehagen verzehrte. Als der Wirt die Berappungarie spielen lassen wollte, stellte sich heraus, daß der Genießer seinen Pfennig Geld bei sich hatte, ebenso wenig die Freunde. Einer hatte sich aus die gefüllte Brieftasche des andern verlassen. Das Hagener Schöffengericht erkannte gegen H. wegen Zechenprellerei auf 100 JA Geldstrafe. Wetter, 29. Juli. Hohe Geldstrafe für Milchsünder. Vorsätzliche Milchversälschung führte die Frau des Landwirts Dickermann und deren Tochter Elfriede aus Esvorn, denen in ihrem Betriebe die Ueberwachung der Milchwirtschaft obliegt, auf die Anklagevank des hiesigen Schöffengerichts. Von den entnommenen Proven ergab die Stallprobe Milch von guter Beschaffenheil, währ. end die Uebergangs= und die Molterieprove er lennen ließen, daß die Milch entrahmt und 10 15 Prozent Wasserzusatz erhalten hatte. Nur weil es sich um eine Lieferung in kleinen Mengen han delte, ließ es das Gericht bei 3000 M Geldstrafe lewenden, die gegen jeden der beiden Angetlagten vertündet wurde. In einem zweiten Falle mußte sich der schon bejahrte Landwirt August Köster aus Esborn wegen de: gleichen Vergehens verantworten. Er hatte die Milch entrahmt und sein Geschäft so geschickt betrieben, daß es mit den üblichen Meßinstrumenten gar nicht einmal nachzu weisen war. Auch her ergaben die Stallproben erstilassige Ware. Das Gericht ertannte auf 1000 M Geldstrafe. Wattenscheid, 29. Juli. Verhungert. In einem Kornfelde bei Sevinghausen wurde beim Roggenmähen die Leiche eines bisher noch nicht ermittelten älteren Mannes gesunden, die bereits ark verwest war und schon mehrere Monate vor gelegen haben muß. Der Körper ist vollständig abzemagert. Da die Leiche keine Verletzungen aufweist, wird angenommen, daß der alte Mann vor' Hunger zusammengebrochen und so gestorben ist. In der einen Hand wurde ein Rosentranz gefunden, woraus geschlossen werden dürfte, daß der Mann sich betend auf seinen Tod worbereitet hat. Die in der Tasche vorgefundenen Ausweispapiere waren vom Regen vollständig durchweicht und unleserlich geworden. (ssen, 29. Juli. Ein ansgebrochener Raubmörder. Die Erinnerung an die berüchtigten Ranbmörder Gerhard und Werner Fleischer wird wieder wach durch eine überraschende Meldung aus Münster, die bei der hiesigen Kriminalpolizei eingelaufen ist. Der dreifache Raubmörder Gerhard Fleischer ist aus dem Zuchthause in Münster ausgebrachen, nachdem er die Eisen stangen seiner Zelle nächtlicherweile durchfägt hatte. Die letzte Erinnerung, die sich in der Oefsentlichkeit an dieses abgeseimte Mörderpaar fnünfte, das die Bevöllerung im Ruhrgebiet lange Zeit hindurch in lebhafter Erregung gehalten hat, bildete die Begnadigung der beiden Mörder. Sämtliche Behörden des In= und Auslandes sind unverzüglich von dem Ausbruch verständigt worden. Bislang haben die Behörden tron aller Nachforschungen keine Spur von dem flüchtigen Raubmörder entdecken können. Kleve, 29. Juli. Einem eigenartigen Zusall zum Opfer gefallen ist ein Ein wohner des benachbarten Grietbausen. Auf der Aus den Provinzen. Hagen, 29. Juli. Ein mittelloser Schlemmer. Der Arbeiter Joh. Hippel bestellte sich eines Tages in einer hiesigen Wirtschaft eine Flasche Sett zum Preise von 380 M, die er, dann in Gesellschaft von zwei Freunden, die er klagen des österen über Schwierigkeiten beim Einholen der Bezugsgelder. Der zu Monatsbeginn zu entrichtende monatliche Preis ist eine verhältnismäßig geringe Summe, daß sie in den meisten Fällen ohne Schwierigkeiten entrichtet werden kann. Wir stellen nochmals fest, daß nur die Bezugsquittung zum Bezug berechtigt, d h. nur, wer sein Blatt(wie bei der Post) im Voraus bezahlt hat, hat Anspruch auf regelmäßiges Zubringen. Wir bitten daher, unseren Boten, deren Zeit auch kostbar ist, das Einziehen der Bezugsgelder nicht unnötig zu erschweren. Verlag der„Schwerter Zeitung". Sairizierbiall. Roman von Reinhold Ortmann. (Nachdruck verboten.) Henry Frederissen hatte als Bankier in lebhaften geschäftlichen Beziehungen zu der Firma gestanden, und der alte Emanuel Deiter, seit dem Tode seines Kompagnons der alleinige Inhaber des Hauses, war bei seinen häufigen Reisen in die Reichshauptstadt niemals an dem Frederitsenschen Kontor vorübergegangen, ohne ein Viertelstündchen mit dem ihm besonders sympathischen jungen Hamvurger zu verplandern. Er war ein Kaufmann von der altmodischen Art, Hagestolz und ein wenig Sonderling. Seitdem Henry den Teilhaber verloren hatte und an der Bürde des Alters wie an allerlei körperlichen Gebresten immer schwerer tragen mußte, wollte es mit seinem bisher hochgeachteten und recht einträglichen Geschäft nicht mehr recht vorwärts gehen. Eine neue kaufmännische Generation mit rascherer Initiative und kühneren Wagemut machte dem alten Herrn das Leben sauer; überall blieb er mit seinen bedächti abwägenden Entschließungen im Hintertreffen, und mit Sorge sah er seinen einst so stattlichen Kundenkreis kleiner und kleiner werden. Ein Ungefähr hatte es gefügt, daß er sich einmal in einer für ihn wichtigen Angelegenheit bei dem jungen Frederiksen Rat gehalt hatte, und daß die. Befolgung dieses Nates über alle Erwartung hinaus zu seinem Vorteil ausg schlagen war. Seitdem setzte er in Henrys Tüchtiskeit ebenso großes Vertrauen wie in seine Ehrenhaftigkeit, und als er von der Liquidation der Firma Frederitsen gehört hatte, war er unverweilt nach Berlin gefahren, mit der ganz bestimmten Absicht, die frei gewordene jugendfrische Kraft für sich zu gewinnen. Ehrlich und unumwunden hatte Heury Frederiksen ihm seine Situation dargelegt und rund heraus erklärt, daß ihm nennenswerte Summen ür eine Kapitalbereiligun, nicht zur Verjügung ständen. Aber war jeden anderen fintzig gemacht oder gar abgeschreckt hätte, dus war für Emandel Deiters nul ein Grund mehr gewesen, die Erfüllung seines Wunsches mit allem Nachdruck zu betreiben. „Ich brauche kein Kapital,“ hatte er gesagt,„sondern ich brauche einen gescheiten, tüchtigen, arbeitsfreudigen Mann und vor allem einen redlichen, wahrhaftigen Menschen. Ich bin bereit, Sie als Teilhaber in meine Firma aufzunehmen, ohne eine andere Einlage als die Ihrer vollen Arbeitskraft, und mit dreiunddreißig Prozent Anteil am Gewinn. Millionen werden dabei nicht zu verdienen sein; aber wenn Ihnen ein anständiges Auskommen genügt, so sollten Sie unbedingt einschlagen.“ Und Henry hatte sich nicht lange besonnen. Der Mann gefiel ihm, und wenn sich auch bei der Einsicht in die Bücher ergab, daß die letzten Jahre für die Firma-Deiters einen Stillstand, wenn nicht einen Rückgang bedeutet hatten, so sah er doch in dem unerschütterten Ansehen des Hauses Bürgschaft genug für die Möglichkeit, nicht nür das verlorene Terrain zurückzugewinnen, sondern auch neue Absatzgebiete zu erobern. Er war, nachdem alle seine Berliner Verbindlichkeiten mit Ehren erfüllt waren, mit Helga nach Leipzig übergesiedelt, hatte im Deitersschen Hause eine kleine, nach der Meinung des alten Herrn fast zu bescheidene Wohnung bezogen und sich mit wahrem Feuereifer seiner neuen Ausgabe gewidmet. Die ersten Anfänge freilich waren nicht allzu ermutigend gewesen. Trotz seines Vertrauens in die Fähigkeiten des neuen Kompagnons zeigte sich Emanuel Deiters wenig geneigt, irgendwelchen Vorschlägen zuzustinemen, die für ihn ein Abweichen von altgewohnten Prinzipien und Gepflogenheiten bedeuteten. Und es wäre vermutlich sehr bald zu ernstlichen Differenzen gekommen, wenn nicht Helga die Vermittlerin gespielt hätte. Sie nahm die freiwillig übernommene Aufgabe, fortan der gute Geistihres Bruders zu sein, heilig ernst, und Henry hatte von vornherein die vollkommenste Bereitwilligkeit gezeigt, sich ihrer Führung zu überlassen. Nicht nur in den kleinen Fragen des häuslichen Lebens, sondern auch in geschäftlichen Angelegenheiten. Denn in demselben Augenblick, da sie mit diesen Dingen besaßt wurde, offenbarte sich auch der stark ausgeprägte kaufmännische Geist, den Helga in ungleich höherem Mage als ihr Bruder von den Vorfahren ererbt zu haben schien. Henry war auf das äußerste überrascht von der Klarheit ihres Blickes; der Sicherheit ihres Urteils und der Fähigkeit, sich mühelos auch auf den fremdesten Gebieten zurechtzufinden Als es zwischen ihm und dem älteren Teilhaber eine besonders lebhafte Auseinandersetzung gegeben hatte, deren Ausgang sich kaum noch von einem wirklichen Bruch unterschied, übernahm es Helga, die ihrem Bruder recht gab, die Verständigung herbeizuführen. Und wenn auch Emanuel Deiters anfänglich große Augen machte, als die schöne junge Frau bei ihm eintrat und mit ihm von seinen Geschäften zu reden begann, so verwandelte sich sein Befremden doch sehr bald in die ar##tigste Bewunderung. Er ließ sich durch ihre ruhige, se hliche Art viel leichter überzeugen, als durch das temperamentvolle Ungestüm seines Kompagnons, und erteilte die Zustimmung, die er vorher mit hartnäckigster Entschiedenheit verweigert hatte, nicht bloß aus Galanterie. Der Erfolg hatte bewiesen, daß er recht daran getan, und von jenem Tage an war Helga gewissermaßen zur Würde eines dritten Teilhabers aufgestiegen. Es wurde keine bedeutsamere Entschließung gesaßt, ohne daß die Angelegenheit mit ihr besprochen worden wäre, und wenn der alte Deiters, was noch immer vorkam, Miene machte, einen hoffnungsvollen Plan Henrys durch seine ahmodischen Bedenklichkeiten zu vereiteln, so brauchte nur Helgas Unterstützung angerufen zu werden, um das gejährliche Hindernis zu beseitigen. Aber wie sie ihm in allen Unternehmungen beistand, die sie für vernünftig und wohlüberlegt ansah, so setzte die junge Frau auch ihren ganzen Einfluß auf den Bruder dafür ein, ihn von übereilten Schritten und waghalsigen Experimenten abzuhalten, für die er in seinem Eiser und in seiner noch immer nicht ganz auf das richtige Maß zurückgeführten Vertrauensseligkeit manchmal eine gewisse Reigung zeigte. Ge rade dies letztere war es, was ihr in den Augen des alten Deiters ein immer bedeutenderes Ansehen verschaffte, und mit mehr Ernst als Scherz hatte er eines Tages erklärt, daß sie bei weitem der beste von allen Kaufleuten sei, die er m seinem langen Leben kennen gelernt. (Fortsetzung folgt.) einem Frennde. ##ch einer anderen Lesart ging; er mit diesem ###m iy Arm eine Wirtshaustreppe hinab, als bide zu Fall kamten und sich des Freundes Kuie ggen den Leib des Unterliegenden drückten. Nach nau beschwerdelosem Heimweg stellten sich bei dem gerunglückten Erbrechen und Schmerzen ein, di n Ueverführung nach dem Hospital in Kleve not rendig machten. Es wurde ein Darmriß festge zellt, an dessen Folgen der 61 Jahre alte Mann ##ld darauf genorden ist. occum, 29. Juli. Ein Unmensch. Ein Zohling drang nachts in die Stallung einer hie igen Einwohnerin ein und schnitt zwei schweren Schweinen Rüssel, Ohren und Schwanz ab. Die ziere mußten geschlachtei werden, um sie von ihren Qualen zu befreien. Siegen, 29. Juli. Unwetterschaden. sever das Siegerland geng ein schmeres Unwetter gieder, das besonders in Betzdorf, Bruche und scheuerfeld großen Spaden an Garten= und. Feld stüchten anrichtete. Lehir Beahemeirung. leues Drängen Poincarees auf baldige Konferenz. Paris, 31. Juli. Der„Petit Parisien" meldet koincaree ließ gestern die englische Regier nissen, daß es nach seiner Ansicht besser wäre, wenn die geplante Zusammenkunft vor dem 15. Au gust stattfinden würde. Italiens Wnusch auf Verschiebung. Rom, 31. Juli. Die Konfulta verlangt in Paund London die Verschiebung der inter ellierten Zusammenkunft auf September. Absturz eines Postslugzeuges. Voitzenburg, 31. Juli. Das Postflugzeng dr Deutschen Luftreederei ist 6 Kilometer von Loitzenburg entfernt, verunglückt. Der Führer Vrtrab und dre. Passagiere, anscheinend Ameritaner, haben sämtlich Schädelbrüche erlitten. Leichen wurden geborgen. Die Ursache des UnfallDer Mörder der Herforder Bürgermeister hingeriuhtet. TII. Bruchsal, 31. Juli. Nachdem der badische Landtag in seiner Montagssitzung es abgelebnt hatte, von dem Begnadigungsrecht gegenüber dem Doppekranbmörder Leonhard Siefert aus Oflen im bessischen Odenwald, der am 29. Juni vorigen Jahres die Herforder Bürgermeister Wasse und Werner ermordet uind beraupt hatte, Gebrauch zu mahen. wurde heute früh 1 Uhr das Todesurteil Hofe des hiesigen Zuchthauses vollstreckt. Siefert leugnete noch bis zum letzten Augenblick seine Schuld, trotzdem lein Zweifel darüber besteht, daß er tatsächlich der Mörder ist. Ein' deutscher Schriftleiter gewaltsam berschleppt. Sondershausen, 31. Juli. Nach einem aus Köln hat der seit Wochen vermißte, nun wieder aufgefundene Schriftleiter Schüren aus Sondershausen sich tatsächlich in den Händen der Fremdenlegion besunden. Er wurde in der Nordhäuser Gegend auf der Landstraße überfallen, betäubt und in ein Auto geschleppt. Man fuhr irn in die Gegend von Metz, dort nahm man ihm alle Ausweise ab. Trotzdem, gelang es ihm, zu entssiehen. Nach langen Futzmärschen landete er im Dorfe Walbach Kreis Weplar#. Dort verhaftete man ihn sogar als vermeintlichen Rathenau nör der, da ihm jegliche Ausweispapiere fehlten. Was gedenkt die Reichsregierung zu tun? Ein ungetreuer Postbeamter. TII. Lübeck, 31. Juli. Der Postschaffner P. T Arnolt, am 24. April 1895 in Stockelsdorf gevoren, ist nach Unterschlagung von 4 Millionan.. K Ein gutes Hausmittel bei Hautansschlägen, Flechten, Hautjucken, äußerlichen Entzündungen, Pickeln, Mitessern und dergleichen ist die bekannte Zucker's Patent=Medizinal=Seife, deren hervorragende Eigenschaften in dem unserer heutigen Auflage beiliegenden Prospekt von sachkundiger Feder gewürdigt werden. Unsere Leser seien auf dentebenso lehrreichen wie interessanten Inhalt Diees Prospektes hingewiesen. Parhausch MeM geuen. 1.0 Der Tefrandant ist 174 Zentimeter groß, blond, artlos, ziemlich hageres Gesicht und hintt auf dem linken Vein. Befleidet war er mit einenn granen Militäranzug. So gibt die Kriminalpolizei de kannt. Annmmm Handel und Börse Bimmmmmeimne Auslands-Wechselkurse der Berliner Börse (Devisenkurse) Mansszahlle deutsche Mark: ür am 28. 7. 100 belgische Franken. 4334,50 100 dänische Kronen.. 11765,20 1 englisches Pfund. 2441.40 100 französische Franken. 4569,25 100 holländische Gulden 21173.— 100 italienische Lire.... 2526.80 100 polnische Mark— 100 schwedische Kronen: 14272,10 100 schweizerische Franken 10436,30 100 tschechische Kronen.. 1241,40 am 29. 7 4730.95 13066,35 2708.40 5026.30 23679.60 2778,50 15869,85 1639.55 426,80 Wa 00 eine Mehrhert von 1 Stimme. Weiche Folgen diese Ordnung bringt, das werden die Haus und Grundbesivzer und die Gewerbetreibenden in Zutunft schon sehen. Die Steuer fängt an mit 10 vom Hundert des Vertznmachses bei einer Wertsteigerung bis zu 20 om Hundert des Erwerbspreise; zuzüglich der Anrechnungen, sie steigt auf 10 vom Hundert bei einer Wertsteigerung von 310 v. H. und mehr. Die Steuer erhöht sich 606,76 Ein Dollar........ 550,31 Eingesandt. Für Artikel unter dieser Rubrik übernimmt die Redaktion nur die preßgesetzliche Verantwortung. Die erhöhte Wert zunmachssteuer, Eine für den Haus=, Grundbesitz und Gewerbe#etrier äußerir wichtige Ordnung betr. die Er hebnng einer erhöhten Wertzuwachssteuer für die Stadt Schwerte ist in der letzten Stadtverordneten=Stung beschlossen worden. Während der Stadtverordnete Schulte eine sagung der neuen Ordnung um 1 Jahr Leantragte. setzte sich der Stadtverordnete Kemmerling für die Annahme der Ordnung ins Zeug hätte aber auch diesen Personen noch einige Progente mehr aufbürden tönnen. Aver dein kleinen Haus= und Grundbesitz und dem Generbebetrieb, die oft auch Verfäufe aus Not tätigen müssen, denen werden diese Steuern an: Leben gehen. War heißt heute Wertzuwachs er der ungeheuren Geldentwertung? Wenn man den Friedensgoldwert annimmt, dann ist in keinem einzigen Falle eine Wertsteigerung vorhanden. Die Steuerbehörde berechnet aber den Wertzumachs nach dem früheren Erstebungswert und dem jerigen Papiergeldwert. In allen Fällen, in denen ein Haus oder Grundbesiver oder Geschäftsinhaber den Erli; ans dem Vertauf zu seinem Lebensunterhalte nötig h Abladung der St# Vertaufe bei der ird und bei allemal b a Den durch die* nen Schritt wird die zigen nissen der Vertäufer nach nern und Untosten nach dem heutigen Paviergeldwirtschaft es Papiergeldes hen, wie vorher. nternommeem geringen Kaufwerle 10. send zu wür*** ∆ Humorbeilage zur Schwerter Zeitung ist es schier. Was man sieht im Bilde hier. Das leidet keine wilde Katze. Wozu bätte sie die Tatze Und des Löwen starte Kraft Sich denn sonsten angeschafft Doch nicht nur in Aftika Sind Unwahrscheinlichteiten da, Die gibts auch bei uns dahier, Mehr beim Menschen als beim Ist es nicht ganz unwahrscheinlich Und auf alle Fälle peinlich, Alles das noch zu erfüllen. Was verlangt des Feindes Willen ier. Auch wenn wir uns Mühe geben, Unmahrscheinlich bleibt es eben! Unwahrscheinlich ist der Trick. Bayerns mit der Republik. Unwahrscheinlich noch viel mehr Bleibt es, liever Leser, sehr, Daß der auf der Höhe ist, Der jetzt keine Zeitung liest. o der sie gar abbbestellt, Weil sie koste zu viel Geld. Wer da spart auf solche Art Am verkehrten Ende spart. Die Zeitung lehrt das Publikum, Wer sie nicht hält, der bleibt dumm, Weil die Zeit verwickelt ist, Wenn man nichts darüber liest. Denn es gibt auf allen Seiten Tausend Unwahrscheinlichkeiten! Drum, der Schwerter, welche Freud' Liest die„Schwerter Zeitung" heut Und er will sie allezeit. Dns ist„Die Wahrscheinlichkeit!" Ein Mißverständnis. Der Joseph Gäuseschmalz erscheint vor Gericht in einem fürchterlichen Aufzuge: Viel zu langen Hosen, viel zu weitem Rock usw. Der Rich ter fragt ihn, wie er so vor Gericht erscheinen ne.„Aber entschuldigen Se“, ruft Gäuseschmalz.„Se haben mir doch ausdrücklich geschrieben. ich soll erscheinen„In Sachen Ihres Vaters.“ S Zur- Kurzweil. Preis= Aufgaben: Arithmetische Aufgabe. Von zwei Zahlen ist die eine um 66 größer als die andere. Dividiert man die durch die kleinere, so ist das Ergebnis der 121 te Teil des durch Mulliplikation beider Zahlen erzielten Resultates. Wie heißen die Zahlen? Verierbild. „Wo ist der Gendarm". Bilderrätsel 5 a % 2ecr Herrlich sind die Juli=Tage, Wenn sie licht und sonnig sind,* Loch ihr Reiz steht sehr in Frage,* Wenn dak kühler weht der Wind: Wenn an Tür und Tor er klopft, Wenn dazu der Regen tropft, Und von solchen bösen Tagen Muß ich singen heut und sagen. Tenn in diesen Juliwochen Blieb die Hundstagshitze fern, * Hat die Sonne sich verkrochen Oder streikt der Hundstagsstern? G'rade wie Novembersturm Brauste es um Ficht und Turm, iIst der Sommer übersprungen, Und der Herbst schon eingedrungen? Wirbelnd trieb der Wind die Blätter 1 Und zerzaust' den Rosenstrauß, bei solchem Hundewetter man kaum den Hund hinaus. Hundstagehitze keine Spur, Tieser sank die Temp'ratur, Täglich mit Geschimpf, Gezeter Blickt der Mensch aufs Barometer. Rissen uns den Hut vom Kopf, Lösten auch manch blonden Zopf, Und die Uebermützen flogen Durch die Straße, hoch im Bogen. Wetterstürme sondergleichen Brausten durch der Heimat Gau'n, Und am Himmel sind die Zeichen Böser Stürme längst zu schaun. Teurungsfolgen weit und breit, Wirtschaftskrisen, Streik und Streit, Stürme selbst im Parlamente, Und nun Sturm der Elemente. Das ist nun die Zeit der Reisen, Ist die schöne Ferienzeit, Heuer wird sie keiner preisen, Wer verreiste, dem tut's leid. Aus Verzweiflung drischt er Skat Und die Gattin, desperat, Ruft: da gibt er nun die vielen Gelder aus, um Skat zu spielen! Darum helft ihr Wettergötter, Spendet endlich Sonnenschein, Ja, wir bitten um gut Wetter, Auch die Ernte soll gedeihn. Und dieweil die Hundstagsglut Gar so dringend not uns tut, Möge der August gescheiter, Als der Juli sein! Ernst Heiter. 8 e Logogriph. Ich liege fern in Aftika Als Englands Kronland alle Zeit. Doch streichet ihr den Fuß mir ab Gehör ich gleich zur Geistlichkeit Schach=Aufgabe. Schwarz. S 10 * Ke 8 01•3 K 1eNn * Rustösungen der Kätsel in voriger Nummer. Auflösung des Problems „Die Schwalben". Man liest nach der Zahl der Schwalben auf den Dächern erst den 3 ten, 1ten, 4 ten. 2 ten, 5 ten Buchstaben in der Gruppe und erbdlt Vo.., binen Sommatt „Eine Schwalbe machl neinen Sommer“. Auflösung des Anagramms Elba— Abel. Auflösung der Skal=Aufgabe. A halte: c A, c D, tr 10, tr K, tr 9, kr 8. tr 7, p 10, p 9. p S. C halie: c 10, p A. p K. p 7, car 10 car K, car D, car 9, car 8, car 7. 1.2 Slich: tr 10, kr A. c 10— 31; 2.„ car 10, c A, car A— 63. Den Rest erhält V. Wenn B(richtig) ein As und eine Dame in den Skat legte, so war sein Spiel unverlierbar Bei der gegebenen(ungünstigen) Sitzung z. B. wären die Gegner Schneider geworden, wenn B tr A und eine Dame gedrückt hälte. Auflösung des Ziffernräisel. Herr— Ehre. Auflösung der Zerschuilt=Aufgabe. B Weiß ziehl und setzt mit dem zweiten Zuge mait schäl das halt Verf kein! Al hau dern übrik gerir 38 kurnen 2 u. Sport# Von der Reise zurüch Dr. Strossen, Westhofen Habe meine Sprechstunde nach Bahnhofstr. 40 in das Haus des Landwicls Sieberg verlegt. Eine in jeder Hinsicht vorbildliche sportliche Veranstaltung waren die d esjährigen wentdent schen Leichtatbletit=Meisterschaften. Nur wenige der Benten sehlten beim Wetttampfe um die sportliche Meisterwürde. Den stolzen Titel erwarben diesmal: Honben=Krefeld 1100 und 2000 Meter!, Most Bochum 110 Meter, Böcher=Siegen(840 Meter Ufer=Bonn 11500 Meters, Walvert Kassel (5000 Meter), Kastenholz=Siegburg 100 00 Meter Hoffmann=Köln 110 Meter-Hürdenlauf, Wever=Dusseldorf(Weitsprung, Balfes=Dort mund. Stapbochsprung. 3.51, 5 Meter), Quait M.=Gladvach 1,77 Meter, Schröder=Waltrop(Kugelstoßen. Hoffmeister=Münster Disluswerfen Abelei Roln###m Meter=Hürdenlauf, Gruhn=Essen#Speerwersen, Rodenbücher Dursburg 1500000 Meter Gehen, Frl. Schmidt=Krefeld##100 Meter Frl. Grahl=Quisburg Speerwersen, Frl. FleiterMunier Distuewerfen, Frl. Höppner=Krefeld Kugelstoßen, Frl. Pieper Munnter Weitsprung, Frl. Schmäling=Munster Hochsprung, AbelerKoln Zehnlampf: Die Staffeln wurden gewonnen von: Köln 90# 100 Meter), Aleman nia=Aachen 1000 Meter1, Krefeld 10. Meter Tamen. Dr. Schlünder und Roebe: Schwerte nehmen nicht teil. Fußball. In den Endkämpfen um die Bezirks Reister schaft der Echlasse fiel gestern eine Entscheidung. Union=Schwerte und Valve standen sich in Menden mit den 1. Mannschaften gegenüber. Die Hiesigen konnten mit 10 als Sieger den Platz verlassen. Halbzeit 1: 0. Eckenverhältnig 12: 00. In der 2. Halbzeit war die Ueberlegenheit der Jonier erdrückend. Schiedsrichter Neuleven=Menden hatte die Leitung des Spiels. Um das Bezirksdiploni der 2. Mannschaften spielten in Ergste UnionSchwerte und Cestrich. Hier war Union gleichfalls erfolgreich, 3: 0 lantete das Ergehnis, als das Spiel wegen Ausscheidens zweier Oestricher Spieler abgebrochen wurde. Oestrich war nur mit### Mann angetreten. Der Guntag des Gaues Südwestfalen in Werdohl wählte vorgestern folgende Ausschüsse Gan Vornand: Torr=Arnsberg, Vors., VorbergVorhalle, Geschäftsführer, Lunten=Weidenau, Beisitzer. Gau=Fußball=Ausschuß: Ludwig=Siegen, Obmann, Bosch=Siegen, Geschäftsführer, Oventrop=Hagen, Beisitzer. Gau=Atbletik=Ausschuß: Homel=Sywerte, Obmann. Dr. Sälter=Hagen, Geschäftsf., Kirchsträßer=Eiringhausen, Beisitzer. Der Gau Athletik=Ohmann gebört gleichzeitig zum Verbands=Athl.=Ausschuß. Schwimmen. Bei dem unter starker Konturrenz ausgefachte nen gestr gen Schwimmwettkämpfen waren folgende Mitglieder des Schwerter Schwimmvereins siegreich: Stegemann 2. Kranz im Zweikampf für Herren über 35 Jahre. Schäfer 2. Kr. im Springen für Vereine ohne Winterbad. Bierhoff 3. Kr. im 5 Meter Brustschwimmen für Vereine ohne Winterband, 41. Kr. im 150 Meter Haupt=Brustschwimmen, 10. Kr. im Schwimmen 50 Meter, beliedig. Köster 3. Kr. im Tauchen. Buschhaus 5. Kr. 19 50 Meter Brustschwimmen für Vereine ohne Winterbad, 6. Kranz im Erstschwimmen. Kebetus 8. Kr. im Erntschwimmen. Erich Brandt 8. Kr. im Jugendschwimmen, 50 Meter beliebig. Müller 9. Kr. im Jugendschwimmen. 50 Meter, beliebig. Hellwvig 6. Kr. im Jugendwettschwimmen, 50 Meter beliebig. Johanna Schmoll 2. Kranz im Mädcbenschwimmen. Einige Schlosserlehrlinge für Maschinenbau stell! ein. 3236 Wo sag! d. Geschst. Kurteh Nur noch heute! Der Wellt größter Fillm BarindischeGradmal. Tuwtakyss= 1 Len. Die Eenbnng des Goghl. mun Heute morgen 3 Uhr entschlief sanft nach längerem, mil großer Geduld ertragenem Leiden, unser lieber Valer, Schwiegervaler. Großvaler, Bruder, Schwager und Onkel, der im Aller von 66 Jahren. In lieserk Trauer Heinrich;Linnigmann und Trau Ida geb. Pelersmann Adolf# Petersmann und Frau Anna geb. Ebbero Heinricb Petersmann und Frau, Aenne geb Hohenschwert heinricb Westermann und Frau Emma geb. Petersmann. Rheinen(Kr. Iserlohn), Celle, Ueberruhr, Willen. den 30. Juli 1922. Die Hausandacht ist im Trauerhause in Rheinen 'am Dienslag, dem 2. August, nachmittags 412 Uhr. alsfe Veisehzung Hosel an Donerzlag, den 3. Augus, nachmitlags 4 Uhr, in Langerfeld(Kr. Schwelm) malt. 3250 Buchhalter (kt) sofort oder später gesucht Seldige müssen, mit der doppel“. an e ikon schen Buch führung vollständig vertrau sein, selbständig arbetter können und abschlußside sein. Angebote mit Bld und Zeugnisabschriften. Argabe der Gehaltsansp#sch und frühellen Einte itstermin unter F. 3249 an die Geschll 2. 316. Wir suchen zum 1. Oklober eine junge Dame mit guter Schulbildung die vollständig sicher in de Kurzschrift und im Maschinenschreiden###. Die Dame muß in der Lagin umfangreiche Distate undedingt sicher wiedeezugeben und soll in einer Vertrauensstelle verwende# werden Ana bote unter F. 3247 an die Geschältssl. d. Itg bei bequemen Abzahlunges Herren- und Burschen-Anzüge Culaways Paleloss Gum mi-Mäntel Höcke, Blusen Damen-Kostümg Damen-Mäntel H. Seidemann Fasen Altenhag Brücke 3. 2 Minuten vom Hauptbahnhof Bequeme Ab zahlung S Krätzurgan beseit schnell. Bettjuck. Aussch Krätze, Flecht, bei Erwachs. u. Kind. ohne Berufsetör. 1 000 0MK lach bewährt. Orogerie Mehlhose Auch Versand Drama in sechs gewaltigen Aklen und einem Vorspiel nach dem gleichnamigen Roman von Thea vonHarbon. In den Hauptrollen Mia May, Olas Erna Morena, Konrad Veidt. Lya de Bernhard Götzle und Paul Richler. Schauplatz der Handlung zum Tcil Europa zum Teil Indien. Am Hose des Fürstensvon Eschnapur. 1e uls Goteldoh. &a. Lustspiel Die dritte Auflage des Trauerbriele grucherai C. Brass F. W NIPPUS ieicaste 18 dur 11418) Seht sen Zuc RE kerW S S Erzeugnisse erster Firmen. Verkauf nur an Wiederverkäufer zu Fabrikpreisen. Margarine Vertretung und Fabrik Niederlage. Verkauf zu den Jeweihgen Tages-Fabrikpreisen Hornbruch& Co., G. m. b. H. Schwerte(Ruhr), Markt 9. Vrkauf nur an Bäcker- und Wiederverkäufer. Wagenfette Maschineufette Huffette Lederfette Autofette Maschinenöle Motorenöle Centrifngenöle Fahrradöle Antvöle Fußbodenöle Lack u. Oelfarben Carbolineum liefern Engros und Detail Chemische Werke H. Giesberg Sch werte Ostenstraße 19. Wäsche zum Waschen u. 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März 1922 II 2. 1919 werden nach Anhörung der Ortsschulbehörden und im Einvernehmen mit den Herren Kreisschulräten die Sommerferien in den Landgemeinden des Kreises, sowie der Schule zu Schwerterbeide, jedoch ausschließlich der Millel= und Volksschulen des Schulbezirks Annen=Rüdinghausen und der Ortschaft Hombruch, für die durch Verfügung der Regierung zu Arnsberg die Ferienordnung für die höhe ren Schulen eingeführt ist, so festgesetzt, sie am Donnerstag, dem 10. August, 1922,(1. Ferientag) beginnen und am Mittwoch, dem 6. September 1922 lletzter Feriertag) endigen. Der Anterricht wird am Donnerstag, dem 7. September 1922 in vollem Umfange wieder aufgenommen. Für die kalh. Schule in Wandhofen beginnen die Sommerferien am Donnerstag, dem 10. August 1922(1 Ferientag) und endigen am Mittwoch, dem 20. September 1922 (letzter Ferientag). Der Unterricht an der katholischen Schule in Wandhofen wird am Donnerslag, dem 21. September 1922 wieder ausgenommen. Hörde, den 25. Juli 1922. 3248 Der Landrat: gez. Hansmann. Rsthma kann geheilt werden. Sprechstunden in Körner=, Ecke Karlstr (Rest. Hopfenblüte) jeden Donnerstag von 9 1 Uhr. Dr. med. Alberts, Spezialarzt, Berlin SW11 T. Braus. Feine Lederwaren: Brieftaschen Geldtaschen Portemonnaies Taschenetuis Bachhnublang Cur: Kraus. Fregenfanger Empfiehn nachm. 4 Uhr 9— S 2. 8—* K. S 2 9 8— PS S— S 585 S S SSER SaoSS E S— 2.** „** „SSEGE S S = B•5• S• „ S TTNSE 2.— S 9.—* S•—SE S•50• S 5— S98 K 2 S 9E 3 — geschlachtet. In der Küche begann ein Quirien und Rühren und Kneten. Den ganzen Tag roch es nach Schmalz und guten Dingen. Ludwig und Kilian waren unzertrennlich. Sie lachten und freuten sich, aber auf dem Untergrund ihrer Seele lag ein tieser, stiller Ernst. Der trug sie dem Tag entgegen, an dem sie vor dem Altar koufirmiert werden sollten. Als dann der Sonntag kam und die geladenen Gäste, da standen die zwei Buben in ihren seinen schwarzen Anzügen, den bunten Strauß wie üblich auf dem Hut und das kleine Myrtenkränzchen im Knopfloch, in der Stube, hübsch und schmuck.„Wie zwei Hochzeiter,“ lachte die Lisel, die ihren guten Humor wiedergefunden hatte und der Base eine tüchtige Hilfe gewesen war. Ludwig trug Uhr und Kette, die man dem diebischen Fritz abgejagt, aber Kilian hatte beides auch. Ja, Lisel hatte ihm noch dazu einen hübschen Anhänger geschenkt„als Schmerzensgeld“, wie sie sagte. Ganz steif und feierlich standen sie dort und redeten nicht viel. Wenn aber die Mutter den Gästen erklärte: „Das ist unser Ludwig,— und das unser Kilian,“ setzte der erläuternd hinzu:„der Kleintnecht“. Und als solchen verlassen wir ihn nun in der Hoffnung, daß er einst ein tüchtiger Großtnecht, des ten und des jungen Bauern rechte Hand werden wird, id daß der Ernst und der Segen der ersten Versuchung fur ein ganzes langes Leben nachwirken möchten. 1 K Aus vergangenen Cagen. Ee oseesseonsenroneee onenenoneenennen erneerennners Das Heringsbraten in Nürnberg. In den meisten unserer alten deutschen Reichsstädte sind aus den Sitten und Bräuchen des mittelalterlichen Volkslebens noch einzelne Züge auf unsere Zeit herüber vererbt worden, die vom Volke mit einer gewissen Pietät noch festgehalten werden, auch wenn sie ihren Sinn verloren haben oder über ihre Entstehung nichts Zuverlässiges mehr bekannt ist. In diese Kategorie von Volksbräuchen und volkstümlichen Festen gehörte auch ein alter Brauch, der bis vor wenigen Jahrzehnten in Nürnberg im Schwange war, nämlich das sogenannte Heringsbraten ober die Heringsmesse, die ehedem gewissermaßen den Weihnachtsmarkt einleitete. Um die Adventszeit nämlich hüllten sich lange Reihen hölzerner Buden, die um die Frauenkirche herum aufgeschlagen waren, in Rauch und Qualm von den Kohlenfeuern, auf welchen Männer und Frauen Heringe über der Glut rösteten, um sie an das bereits sehnsüchtig harrende Publikum von jedem Alter, Geschiecht und Stande zu verkaufen. Es war allzemein Sitte, daß jedes ehrbare Nürnberger Kind um it sich seinen gebratenen„Rogner“ oder„Milchner“ kaufte, von den Heringsbratern in ein Stück Papier einschlagen ließ und damit entweder in die erste beste Bierschenke, wo es ein gutes„Braunes“ gab, oder in seine gewohnte Biergesellschaft eilte, oder an seinen häuslichen Herd zurückeilte, um daraus und aus einem Gericht gesottener Kartofseln ein einfaches Abendbrot zu bereiten. Wann und wodurch dieser originelle Brauch entstand, der den landesüblichen Bierdurst seir vermehrte, darüber fehlen uns die Quellen der Geschichte. Taß aber um die Zeit der „Heringsmesse“ ein besonders gehobener Ton und eine angeheiterte Stimmung sowohl auf den Straßen als in den Schenklokalen herrschte, wo dem scharfduftenden Bratfisch gar reichliche Libationen von dem kräftigen, reisen Winterbier gebracht wurden, das ist konstatiert. Ein ganz eigentümliches Stück Volksleben gestaltete sich während dieser Heringsmesse um die Frauenkirche herum und auf Odstmarkt, namentlich in den Abendstunden, wenn die ehrwürdigen Mauern der Kreche und der umstehenden Häuser bis zu ihren Giebeln hinaus vom rötlichen Glast der Kohlenfeuer beleuchtet wurden, wenn die Brater und Braterinnen mit dem Gäuseflügel oder Flederwisch die Kohlenglut anfachten und den Hering über ihr schwarzbrann rösteten, wenn der Widerschein der Glut die träge dahinziehenden Wolken von Rauch und fettem Qualm rot besäumten und die Gesichter derer bestrahlte, welche hier auf ihren Bratfisch warteten, vom Appellationsgerichtsrat. und Patrizier herab bis zum Soldaten und Laufburschen durch alle Stände hindurch. 15 An die falsche Adresse. Der Dorfschmied fühlte sich nicht ganz wohl und ging zum Arzt im nächsten Städtchen. „Na, wo fehlt's denn?" fragte der Doktor freundlich. „Wie ist der Appetit?“ „Ich esse wie ein Wolf, Herr Toktor,“ war die Antwort. „So, so. Und schlasen Sie gut?“ „Jawohl, wie ein Dachs.“ „Also, dann lassen wohl die Kräfte ein wenig nach?“ „Ach wo, Herr Doktor, ich bin stark wie ein Pferd.“ „Ja,“ meinte nun der Doktor lächelnd,„da ist der beste Rat, den ich Ihnen geben kann, gehen Sie zu einem Tierarzt!“ Rebus K K Se S A SSSE -e ier d#c s Be 95 (Auflosung folgt in nächster Nummer.) Dumer. Der Kleinstädter.„Berlin ist augenblicklich sehr belebt,“ meinte der freundliche Verkäufer, als er dem biederen Provinzler das Palet mit dem kleinen Einkauf über den Ladentisch reichte,„die Straßen wimmeln förmlich von Menschen.“ „Ja,“ erwiderte der andere,„das ist auch begreiflich, heute früh ist doch ein Extrazug aus Icksheim gekommen!“ Im Schwimmbad. Kurtchen war zum erstenmal mit ins Schwimmbassin genommen worden und plätscherte nach Herzenslust im Wasser herum. Plötzlich aber näherte er sich seinem Vater mit ängstlichem Gesichtsausdruck. „Papa,“ flüsterte er,„ich habe ein bißchen Wasser verschluckt. Glaubst du, daß man's gemerkt hat?“ —.„ Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises. General=Anzeiger für den Kreis Hörde. Haupt=Annoncenblatt. 35 Schaata. — 9 Roman von A. von Crrstedt. (12. Fortsetzung.) ürchte nicht, daß ich dir lästig falle," fuhr Eugenie fort,„aber was in meiner Macht liegt, das soll geschehen, um dir um dir den schweren Verlust, der dich, ich sehe es wohl, wie ein Schlag getrofsen hat, tragen zu helfen... Lange Wochen, W die mir zu Ewigkeiten wurden, ließ ich vergehen, um dich nicht in deinem ersten, gewaltigen Schmerz zu stören, und erst jetzt, wo es gilt, für die Kinder das Weihnachtsfest vorzubereiten, komme ich, um dir meine Stütze, meinen Rat anzubieten.“ „Du hast mich vollkommen überrascht,“ entgegnete der Mann ernst,„du hast dir alles überlegt, ich aber bin ganz unvorbereitet. Ich will gern an deinen guten Willen glauben und danke dir, daß du gekommen bist, um mir in meiner Seelennot zu helfen. Aber so im Moment kann ich zu keinem Entschluß kommen. Laß mir Zeit, ich will alles überlegen und dir dann Nachricht geben, dir schreiben.“ „Du darfst nicht glauben,“ fuhr die Frau fort, „daß du die heftige, launische Eugenie von einst vor dir hast, Wilhelm, ich gebe dir nochmals die Versicherung, daß ich eine ganz andere geworden bin. Dankbar und im tieisten Herzen froh, werde ich das Glück empfinden, wieder an deiner Seite leben, deinen Kindern Mutter sein zu dürsen. Weise mich nicht zurück, ich bin von ernstem, guten Willen bescelt, in deinem Sinne will ich hier wirken und schaffen, will dir nach den Augen sehen, um jeden deiner Wünsche zu erfüllen.“ Eicke sah nachdenklich vor sich hin. So ganz abgeneigt war er nicht mehr, sich mit Eugenie wieder zu vereinigen. Im Laufe der Jahre hatte er viele ihrer Fehler, viele Kränkungen, die sie ihm damals zugefügt, vergessen. Und daß sie es aufrichtig mit ihren Versprechungen, ihren guten Vorsätzen meinte, glaubte er schon. Auch darin hatte sie recht, daß er ohne Hausfrau nicht bleiben konnte. Und eine Fremde— schon der Gedanke war ihm unerträglich. Wer weiß, welch ein zänkisches, anmaßendes Element dann in sein Haus kam. Eugenie bemerkte sein Schwanken recht wohl, und sie schöpfte neue Hoffnung, die unnatürliche Spannung in ihren Zügen ließ ein wenig nach. „Sieh,“ suchte sie ihn zu überzeugen,„eine Fremde würde immer nur aus Berechnung deine Frau werden, nur das Wohlleben, welches ihrer in deinem Hause wartet, könnte sie locken. Denn der Gram hat dich vernichtet, deine Person kann nur mich fesseln, wo ich dir unab(Nachdruck verboten.) dein edles Herz, die Fülle deiner guten Eigenschaften kenne. Eine Fremde würde zunächst Zuneigung heucheln und dich dann schmählich enttäuschen. Dann stecktest du mitsamt den Kindern erst tief im Unglück, dann hättest du erst Ursache zum Seufzen und Klagen. Mir aber ist daran gelegen, begangenes Unrecht gutzumachen, ich komme als Bittende und beuge mich vor dir und will dir die Hand küssen, wenn du mir den ersehnten Platz in deinem Hause zugestehst.“ Eicke nickte.„Ich muß dir in allem recht geben, Eugenie, und danke dir, daß du gekommen bist. Von deinem guten Wollen bin ich überzeugt—“.„„ „Und auch die Versicherung kann ich dir geben.“ unterbrach sie ihn,„daß ich nicht aus Eigennutz zu komme. Ich habe meine Existenz, lebe völlig hängig in sicherer Position. Aber ich gebe doch gern die Kunst auf, um wieder ganz Hausfrau und Mutter zu sein und in den kleinen und großen Pflichten einer bichen aufhugeben, zg, ftürmisch schf mshrend Wie iyr Herz so sturmisch schlug, wahrend sie Muskel in ihr straffte! Fast hatte aber ein Zufall konnte doch noch Um ihre furchtbare Erregung zu verdie dunkien Augen tief gesenkt. „Je länger ich mir die Sache überlege, um so mehr bin ich geneigt, deinen Wunsch zu erfüllen, Eugenie. Nur mache ich dich darauf aufmerksam, daß du einen sehr ernsten, zurückhaltenden Mann an mir haben wirst. Wie es früyer war, so kann es nie wieder Isch weiß es,“ hauchte sie, gich rechne nicht „Gut, dann gib mir ein paar Tage Bedenkzeit, ich möchte nichts überstürzen.“ M. Wiste, Eugenie richtete sich energisch auf.„Nein, Wilhelm, so darfst du mich nicht heimschicken,“ sagte sie bestimmt,„du bist ganz dein eigener Herr und kann dich sogleich entschließen. Wenn du geneigt bist, dei Leben mit dem meinigen wieder zu vereinen, so gib mir dein Wort, daß es geschehen soll. Wir schließen einen Bund, dessen Hauptzweck ist, daß die Kinder zu ihrem Recht kommen.“ Eicke war aufgestanden und ging, die Stirn tief geftucht, rostos auf und av.„ploser Haushalt in Was sollte er tun? Ein frauemoser Haushalt ist eine unmögliche Sache. Er war gezwungen, sich wieder zu verheiraten. Warum sollte er da den Bitten seiner ersten Frau nicht nachgeben? Es war eine unglückliche Ehe gewesen. Wer aber sprach, wie sich sie gewonnenes Spiel, alles vereitein. bergen, hielt-sie SH UFSUE ua BUG S S 10 G 5 4 5 65 **"** 9 5 G 8 Geschöpf, wie Klara es gewesen, gab... Geschor, Die Klara es gewesen, gab es nicht leicht Freilich, als er sich der verschiedenen schrecklichen Szenen erinnerte, die Engenie ihm damals bereitet, konnte er sich eines Schauders nicht erwehren. Eugenie war älter und vernünftiger geworpgzg un scheiden ler geworden zagz Ziele,„Dse, Ingegge fe cge. Unvergleichliche, konnte burch keine undere Fra setzt werden. Aber so wie Eugenie jetzt ihre Ausgabe würde sie das in sie gesetzte Vertrauen rechtfertigen und ernstlich bestreb. sein, alle an sie heran tretenden Anforderungen mit der notwendigen Einsicht Er wendete sich rasch und unvermittelt nach ihr um. Sie saß mit gebeugtem Kopfe, ihr Gesicht war erschreckend blaß, die Lippen beweglen sich, als spreche Eicke sah sie mit mildem, freundlichen Lächeln an. Willst du mir versprechen, Eugenie, stets liebevoll es unsere Vera nie fühlen lassen, daß sie keine Mut hatte. Beras Kinderjahre waren sonnenhell, ihr kleines e Gugenie sah wieder die Szene von vorhin vor sich, wo Gundula auf dem Schoß des Vaters saß und Bera in der Nähe der Tür hockte. Ein Blitz des„ ses schoß aus ihren Augen, doch sie hielt dieselben tier gesenkt, und Eicke konnte dieses einzige Warnungszeichen Als die Frau dann aussah, schimmerten ihre Augen feucht.„Fürchte nichts für Gundula, sie scheint ja ein ruhiges, liebes Kind zu sein, welches sich leicht erziehen „Ja, das ist sie,“ bestätigte Eicke mit zuckenden Lippen,„ein selten liebes, bescheidenes und anschmieI gendes Geschöpfchen, das Ebenbild ihrer unvergeßlichen Eugenie vergaß für Minuten alle Feindseligkeit. War sie nun am Ziel? Zitternd rangen sich ihre wir alles, was Awiegepegigg, zu vergessen suchen und ein neues Leben 2rg sagte Eicke mit feierlichem Ernst. Eugenie erhob sich wie elektrinert, und in überwallendem Gefühl streckte sie ihrem Manne beide Hände Isch danke dir, oh, ich danke dir tausendmal, und nie sollst du es bereuen, daß du verzeihst und vergißt. Ich werde dich nie wieder enttäuschen, durch mich soust du keinen Schmerz mehr erfahren." Eicke drückte warm die Hände seiner Frau und küßte sie auf die Stirn und dann auf den Mund. „Ich werde gleich morgen die nötigen Schritte zu unserer Wiederverheiratung unternehmen und hoffe daß der Alt in wenigen Tagen vollzogen werden kann.“ bemerkte Eicke zuversichtlich,„jedenfalls werde ich alles aufbieten, um die Sache nach Möglichkeit zu beschleunigen. Da es nun einmal sein soll, so ist es mir lieb, wenn alles recht bald ins Gleis kommt.... Wir haben traurige Winterabende durchlebt. „O Gott,“ flüsterte Eugenie,„wer mir einst gesag daß ich mit solcher Wonne zu dir zurückkehren werde! Ich bin ja glücklich, überglücklich, es ist, als hätte ich mir das Himmelreich erobert Eicke öffnete die Verbindungstür und winkte die Kinder hecein.„Das ist eure neue Mama,“ sagte er, „küßi sie und seid immer artig und gehorsem, dann Vera stürzte sosert auf ihre Mutter zu, umarmte und Eugenie fand daß sie kein Verlangen trug, in gleicher Weise gekost dem Voter aber Zzign seinen. Liebling immer so Er sah wie in einer Viston semen Eirenng immer so und zur Seite geschoben, ene Du Slucge owe fzefer, schnerzscher Mehmut legte Schweigend, in heser, auster neigte sig ut letzie er den Arm um Gundels Schutter, neig sich über und küßte ihren goldigschimmernden Scheitel. Da kam es Eugenie zum Bewußtsein, was sie v absäumt hatte. Sie wollte aber nicht, daß ihr n Leben mit einem Mißton begann. Sanft sch „Verzeih,“ bat sie, ihren Mann mit Augen ansehend, die voll Tränen standen,„verzeih, daß ich seeheng an Vera dachte. Aber“— ein erschütterndes rang sich aus ihrer Brust—„ich habe um meine Kinder zuviel gelitten, zuviel! Und nun das füße Körperin meinem Arm zu halten, berauschte mich, ich hatte Sie zog unn Gundel herzsich zu sich heran, sie wußte sich zu beherrschen und zu verstellen. „Was wünschst du dir vom Christkindchen?“ sagte sie schmeichelnd, ich es beim Christkind bestellen kann. Alles. was du dir wünschest, sollst du zu Weihnachten haben.“ „Ach,“ entgegnete Gundel zutraulich, ihr Li köpfchen an Eugenies Brust schmiegend,„dann bitte, daß es mir meine Mama wiederbringt, meine liebe Mama, ich habe immer so große Sehnsucht nach ihr.“ Eicke wandte sich erschüttert ab, unfähig, zeine schmerzliche Bewegung zu verbergen. Eugenie aber strich lächelnd über die blonden Locken der Kleinen.„Deine Mama ist im Himmel bei den Engeln, Gundel, und sie kann niemals wieder zu dir kommen. Da mußt du schon etwas anderes wünschen.“ „Es geht wirklich nicht? Ich möchte meine Mama gar zu gern wiederhaben,“ äußerte Gundel. „Ich will deine Mama sein, tröstete Eugenie. „Eine Stiefmama!“ rief Vera dazwischen, und indem sie Gundel unsanft anstieß, fuhr sie mit dem Spott, der Kindern zuweilen eigen ist, fort:„Nun du eine Stiefmutter, siehst du wohl, und ich bekomme meine rechte Mama, die mich heimlich auf den Schoß nimmt und abtüßt!“ Sie lachte, saßte ihre beiden Hände zusammen und tanzte in der Stube herum, indem sie rief:„Meine Mama, meine Mama ganz allein!" Gundel sah ihr ruhis Arzugnig Potr ziur güiesle lauten Neußerungen kein Verstu., r6z, Ab:(Gelsichichen. licher Ausdruck war in ihrem losigen Beschiihen Fragend schaute sie Eugenie an. „Höre nicht auf den kleinen Wildfang,“ sagte diese cheln), s guich siezheben, nicht wahr 3. wirt ben gicte gunz erihelg iehelse,-elis b sich, ihre kleine Hand wieder in die ihres Vatere Fußspitzen und küßte ihre z Er strich über ihren Scheitei und schickte dom ohne weiteres beide Kinder hinaus. Engenie hatte inzwischen ihre Boa wieder umgelegt und bot ihrem Manne abschiednehmend die Hand. (Fortsetzung folgt.) Denkspruch. ue vier er ich guhos uu,— uc uut. Wenn wirs jetzt mit durchegt unen Ailan stieß ihn rauh beiseite und entsloh, daß u.#,woanders errucht durch den Garten. Eigentlich schöne neue Uhr bei ihm gesunden um Wenn du gestorben bilt, wer denkt noch deiner? Im er#ten Jahre vielleicht ein Heer. In zehn Jahren vielleicht noch einer! In zwanzig Jahren keinet meh:! Friedrich Halm. 915 Die Uhr. Erzählung von Ad. Elisabeth Rohn. (Schluß.)(Nachdr. verboten.) Lisel hatte das Blättlein entfaltet, das die Neuigkeiten des Distrikts enthielt. Zerstreut las sie.„ Wirst froh sein, wenn on iyn tos haft, u sie hin.„So was geht weiter. Jetzt ist's die h#, später das Geld, das er aus dem verschlossenen Schranr Ein unartikulierter Laut ließ sie aufsahren. Unter der Tür stand Kilian. Er hatte die letzten Worte gehört. Einen Augenblick stand er, als wollte er sich au das Mädchen sürzeu, enige uläglsch einen S schvrcheu Zuhoigevley, Sotin, eitefge. sonst so laungNu war Tubwig an seiner Eri, der#### so langsame, bedächtige Ludwig.“(.63 uit— in ii „Killan, kief er,„I., gland““ nir, Aber hatte er Hausarrest, aber wos vugägett gez uädchens, des Bauern Verbot. Die harten Wo######s Maochens, die am ersten Tag mit ihm gescherzt und gelacht hatte, hatten ihn bis ins Herz getroffen. Der Bau zwar tieserust von ihm gegangen, aber so bitter getränkt, so ganz verstoßzen und verachtet hatte er sich nicht gefühlt. Nun saß er in der leeren Gartenlaube, legte den Kopf auf den Tisch, und in ihm Nacht geworden,— ganz Nacht. Wie lange er so gesessen, wußte er Gedanken umbransten und umwogten ihn wie die wilden Welten. Auf dem Herzen da lag der eisermneif, der schwere Sorgenstein. Er hemmte ihm den Atem. Er preßte ihn ganz ein: Jetzt bist du gerichtet, bist in aller Augen der Dieb, der Räuber, stehst in Schau den da vor allen Leuten. Man stößt dich hinaus ins Verderben,— man läßt dich salien und sterben. Nie mand nimmt sich deiner an. Niemand: us ee „Ludwig,— o Ludwig,“ stöhnte er.„Sie weroen auch dir immer wieder vorsagen, bis dü's glaubst.“ Und doch war eine Art von Besänstigung darinnen sich den treuherzigen Buben vorzustellen, wie er zu ihm getreten war:„Ich glaub's nit.— ich n Haß= und Rachegedanten wollten davor nicht standEs war kalt. Kilian erschauerte. Dann erhob er Zurück ins Haus? Rein. Fort wollte er in die Mochten sie immerhin weite Leeit, wie einst seit gtu.... nichls tange. s als neuen Veweis annchnen, 897 v. u zux im Lielleicht gab es irgendwg doch ein Eettein wo er frei von dem schmahlichen Verdacht sein verdienen könne. Er war ja gesund und fräftig konnie arbeiten.„ Da hörte er seinen Namen rufen. Ludwigs Stimza. Der Juchie ihn. Argunt. ch Liebe, die er bisher nicht getann du Guter,“ sagte er leise. zu, was du an mir getan o bist Belümmernis auf dem gutmätigen Gesicht. Und nun trat auch Lisel aus der Scheunentür. Du bist schuld,“ rief Ludwig iyr zu..„ „Aber wir haben's doch alle glauben mussen, verteidigte sie sich.„Hätt' er halt seinen Mund aufeton, ut hat zeien Beuder nit hineinstosen wollen. Er hat für ihn gelitten. O Kilian, und jetzt bist fort, und wir finden dich vielleicht nimmer, und der Vater lann dir's nit sagen, wie leid es ihm ist, und daß du von ihm eine ebenso schöne Uhr kriegen sollst und von der Mutter die Kette dazu.“ Mehr hörte Kilian nicht. Die Aufregung der letzten Tage, die gewaltige Anspannung seiner seelischen Kräfte, Kummer und Mangel an Nahrung— denn er hatte nicht mehr essen mögen— alles wirkte zusammen. Er sank zu Boden. Und so fanden sie ihn. V. Lug war er wohl blitzte doch hie und Vertrauen geschenkt?“ mir doch ruhig sagen und du Der Kleinknecht. Er war nicht krank geworden, wie man im Stachelbeerhof gefürchtet. Am anderen Fableich und in sich gekehrt. Aber es en da schon das alte kecke Wezen durch. „Warum hast mir nit u Vertrichen uud u Prozung, us alle zu wecken. Wenn wir's jetzt nit durchs Blätle erfahren hätten, der Frin woandern einimn unnn ist und eine com nim liheh.„eunden murbe, dann wäre dir haften geblieben, und das wäre ein Unglück. Hast du für deinen Bruder die Schande auf dich nehman wollen?". „Nein, Veiter, so edel vin ich hab mich es nicht. sagte er ich nit, sondern ich hab auch gedacht, man glaubt mir nit. Und— ich hab noch.„#n bekennen. Dar hat mich schwer gedrückt. Dir Base “ fragte sie und sah ihn ermutigend an. „Ich hab euch doch angelogen. Einfaßband und das Feverweiß nit so viel. Aber der Fritz hatte abgenommen. Da hab ich mir Ihre braunen Augen sahen ihn nieder, den sie bis jetzt noch Etwas Mütterliches lag darinnen. tum. Larst uns alleweil alles sagen. Wir, Len gam Hamn zurcht, und wenn won Dir u. guctzustegen und leise.„Die die Hennen kosten in der Schlucht gehalten einem Blick auf h1 für ihn gehabt. „Mustt's nit wieder heisen dir zwei as war des Kilian regte hast.“ sich eine wohl, dir's vergel „Jitian,“ rief es wirder. doch. Du bist unschuldig. Lich, er ist fer Bub. Er kam näher. Kihau barg sich hinter der „Iich wollt, ich könnte Komm wäscht, das schadet nichts. Jetzt sei laß es deine letzte Lüge gewesen sein!“ „Und ich werd tonfirmiert?“ fragtc er. Ist vielleicht ganz gut gewesen für euch Ruben, daß ihr auch einmal ernste Tage gehubt habt,“ „Uind ich darf bei euch bleiben als kleiner Kuecht, v und fleißig bist, „Aber, erigsel nimmt dich auch, dasf dateitens lächelte Lilau. 135., Die damals, als ihn der Bauer geholt, träufelten in die Tränen die Wange herab. Das rührte die Herzen uen Aen h dachte die Bäuerin, und aus. Wie werden die hit ie beich,„unzund seinr doutder dicht an ihm uug Ur 5 jammerte und vorüder, uiese gab's gewaltige Und er gehörte zu ihnen. Das emp#an sein ContN. 5 r. 5 r. 2 5r E SSEEEZESS GSE F. Eer as 8 S e#kross ShrSSSSEs! 8