Ste4t Z CIRVVUE! Beilagen: Schwerter Houstrou und Muniar. Aus dem Reiche der Mode. Heimatdlätter. u Lustiges Allerlei. Kinderzeitung. Unser Blatt uUnterhaltungs- u. Nomande lage u Spiel. Sport und Curnen. u Ledensbild. Kunst u. Wissen. u Gartenratschläge. Oerbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung Schwerter Uelksblatt Delthotener Zeitung Avierbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung Amtliches Kreisblatt für den Kreis Hörde. Erstes und ättestes Cagesorgan des Kreiles.— Generalanzeiger für den Kreis Hörde. Die„Schwerter Jeitung“ erscheint werktäglich. n Hauptgeschäftsstelle, Druck und Verlog: Corl Braus. Celegr. Adr. Braus. Schwerterudr. Cel. 62. Postscheck: Dortmund 2852 Verantwortliche Schriftleitung: Karl Nichter; Stadt und Proomp Stiedr. Kraas: sämtlich in Schwerte. Nr. 173 Zum Geleit. Mittwoch, 26. Juli 1922 55. Jahrgang Trauer. Die Nachtigall singt nur im Dunkeln. So lernen wir die himmlische Melodie eines edlen Herzens nur kennen, wenn es trauert. Börne. Neueste politische Nachrichten. Das Reichskavinett ist gestern zu einer Sitzung zusammengetreten, um über die schwebenden Angelegenheiten zu veraten. Im Vordergrund der Beratung stand die bauerische Frage. In der politischen Lage in Bayern ist bis zur Stunde noch keineEntspannung der Lage eingetreten. Aus„Irlutsk wird gemeldet, daß der Prozeß gegen den russischen Erzbischof Anatolya, der der Begünstigung antivolschewistischer Banden angeklagt war. nunmehr beendet worden ist. Der Erz bischof Anatolna wurde zum Tode verurteilt. Die ganze Linie zwischen Limmerick und Watersforth befindet sich jetzt in den Händen der irischen Regierungstruppen. Die Truppen sino weiter im Vormarsch begriffen. Von den Aufständischen wird ihnen lein beträchtlicher Widerstand entgegengesetzt. Ruß Preiz berichtet, daß in Minsk Judenverfolgungen stattgesunden haben, die damit endeten, daß die judischen Geschäfte ausgeplündert wurden. Es gan mehrere Tote und Verwundete. Das Progrom wurde mit Hilfe sowjetrussischen Militärs unterdruckt. Wie von der preußischen Regierung mitgeteilt wird, ist der Seemannsstreit in Stettin als ein wilder Streit anzusehen und genießt keineswegs die Unternützung der Gewerkschaften. An ihm sind nur 3.—100 Mann beteiligt. Ueber einen Konflikt zwischen dem Verlag und den politischen Redatteuren der Deut schen Ailgem. Zeitung ist jüngst berichtet worden. Sämtliche politischen Redakteure des Blattes haben dem Verlag ihre Kündigung überreicht mif der Begründung, daß sie den neuen durch den stellvertretenden Chefredalteur Paul Lentsch eingeschlagenen politischen Kurs des Blattes nicht mit zumachen gewillt seien. * Daily Chroniele meldet: Nach Ansicht der Vertreter der amerilanischen Hilisorganisation ist die Hungersnot in Rußland so gut wie zu Ende. * Vermischte Kunde. Die Bibliothek von Lowen. die b# kanntlich bei den deutsch=belgischen Kämpfen in Brand geriet und in der Lügenprovaganda unferer Zeinde gegen Deutschland eine hervorragende Rolle gespielt hat, geht ihrer völligen Wiederverstellung entgegen. Sie besitzt bereits wieder 261000 Bände, gegenüber 500 901, die vor Ausbruch des Krieges dort angesammelt waren. Zu der Erneuerung der Bibltothef hat betanntlich nuch Deutschland sehr viel beigetragen. Ein neuartiges Bankgeschäft wird am 1. Ottover in Frankfurt a. M. unter der ma„Süddeutiche Kreditbank A. G.“ ins Leben treten, und zwar mit 50 Millionen Mark Kapital. Es ist geplant auch der Kundschaft eine Mitwirkung im Verwaltungskörper einzuräumen und ebenio eine Art Gewinnneteiligung. in Form einer Rückvergütung bei erzielten Gewinnen aus dem Kundengeschäft. Aus der gesamten Maschinen=Industrie wird eine wesentliche Abschwächung der Nachfrage gemeldet, besonders leidet der Ansatz nach dem Auslande. Recht ungünstig liegen die Verhältnisse namentlich für landwirtschaftliche und Werkzeugmaschinen, Nähmaschinen und Schreibmaschinen. Auf einem Rittergut bei Halle hat ein Oberinspettor den 71 Jahre alten Nachtwächter. neil ec ihn schlasend antraf, in der Erregung nit keinem Stock derart über den Kopf geschlagen, dan der Schädel zertrümmert wurde und der Tod eintrat. Der Inspettor ist geflohen, weil ihn die Arbeiterschaft lnnchen wollte. Wie sehr das Pfeischen zu Ehren kommt, lehr: eine Statistik über die Tabaksteuer Die außenordentliche Erhöhung der Zigarettensiener veranlaßt immer weitere Kreise, sih ihre Zigaretten selbst berzustellen oder den Zigrrettentavat aus der kleinen Pfeife zu rauchen. Im Jahre 1913 wurden insgesamt 12 989 Millionen Stück in= und ausländische Zigaretten versteuert, 1919 waren es 18 595 Millionen, 1920 19.633 Mil lionen. Seitdem ist der Jigarettenverlrauch stark zurückgegangen, der VerDrauch von Zigaretten Pseisentabat aber von 945 Dappelzentner in 1913 auf 13700 Doppelzentner in 1921 gestiegen. Als französisches ProvagandaLrgan soll in Berlin demnächst eine neue Zeitschrift in französischer Sprache erscheinen unter dem Titel:„Echo Curopcen“. Als Verleger zeichnet Hermann Rosenbaum. der während des Krieges Verleger des„Brurellois" war. Die Chefredattion übernimmt ein evenfalls in Brüssel bekannter Journalist namens Belvaur. Die Brauereien in Pilsen führen seit turzem für jeden Liter Vier 1 Heller an den tschechischen Schulverein ab. Es dürfte angebracht sein, dieses öffentlich zu brandnarten, damit die deutschen Viertrinter das Pilsener Bier ablehnen. Jeder Deutsche sollte es sich wohl merten, daß auf dem Pilsener Vier eine Steuer liegt, die einem das deutsche Schulelement rücksichtslos belämpfenden Vereine zugute kommt. Solches Bier hat einen Beigeschmack, den der wahre Deutsche nicht verträgk. Generaloberst,d' Elsa f. ∆ 0 in e11 Arrrse Vis dann sondern Leben. Die Geldberechnungen über die Beträge. die Neutschland an die Entente keisten soll, beschäftigen in zahllosen Sitzungen die Kommissionen in Paris und in Berlin. Immer wieder klingt es von der Seine her. Deutschland tann alles zahle. was verlangt wird. Ja, handelt es sich denn blos darum, Geld berzugepen? Die Art und Weise, in der die gewaltigen Summen entrichtet werden sollen, zermürben das deutsche Leben, ziehen ihm Blut aus den Adern. In Paris will man nichts davon wissen, daß die Kriegsverwüstungen in Nordfrankreich nicht allein von den deutschen Geschossen herrühren, sondern zum starken Teil von den französischen und englischen Vatterien verursacht wurden. Ebensowenig wollen die Frauzosen heute bekennen. wie es in Deutschland wirklich aussieht. Sie urteilen nach dem Treiben, das in den Prunkstraßen der Großstädte und in den Lurusbädern herrscht, in denen sich in und ausländische Spekulanten und Bummler breit machen, deren Existenzquellen vervorgen sino. Wenn Feierabend für die Arbeit ist, dann eilen die Leute nach derselben hinaus ins Freic, um ihr Stuck Pachtland mit Kartoffeln und Gemüse zu pflegen, denn die Preise der Lebensmittel sind hoch. Und dasselbe schaut man erst recht in den Mittel= und Kleinstädten. Und noch mehr. Als neulich durch den Sturm starker Windbruch in den Forsten und Anlagen hervorgerufen war, mühten sich zahlreiche Frauen ab, auf ihrem Rücken diese Lasten von Heigmaterial nach Haus zu bringen. Das war deutsches Volkslehen, das die Not der Zeit dartut. Die Unmengen von Paviergeld, die verausgabt worden sind, stellen keinen Beweis von verschwendeTun und Treiben der Bevölkerung, sondern PNTTEEN TN G Generalobersf d’elsa. e bekannfe sächsische Heerfulner) starb inr 73. Lebensjähre. Er war 181 in Dresden geboren. michte den Krieg von 1870,71 mit. durchlief denn die übliche militärische Lauibahn, wurde Generaladjutant des Königs Geoig und zog als Kommandierender General des 12. Armeekorps in den Weltkrieg Die Siege cieses Korps unter seiner Führung sind noch er Erinnerung. Schon gleich zu Beginn der verlo d'Ersa seine beiden einzigen Sohne. St# halte er die Führung des Roros und der 32. Division, von 19107 191 die der Armeeanteilung A in Lothringen. Andung 1917 wurde er zur Disposttion genellt. Er war Ritter des Pour le#mrerite und anderer hoher Orden. Zulent war er Präsident des Sächsischen Militärvereinsbundes. Ss von der teuren Lebenshaltung der 60 Millionen Deutichen dar. Mögen junge Leute in der überstrrmenden Laune der Jugend das Geld leicht ausgeben. Daß das Volk nichts vergeudet, das zeigen die Sparlassen, und daß ihm nichts an Lurus liegt, das geht daraus hervor, daß der Absatz von kostspieligen Dingen, auch unter den Lebensmitteln, sich von selbst verringert. Ueberall lann man es in Deutschland hören:„Lieder weniger Geld, aber billigeres Leben, wie früher!" Und in ihren Betrieben sitzen Tausende von Prinzipalen und überdenten sorgenvoll, wo das alles hinaus wolle. Wenn die Entente mit ihren Forderungen nur das Portemonnaie träse, das wäre nicht das ärgste. Aber was jetzt verlangt wird, das geht nicht nur an den Geldbeutel, sondern an die körperliche und geistige Kraft. Die Masse Papiergeld wird uns zum Vorwurf gemacht. Kein Deutsper ist in dieses Noutgeld verliebt, von dem er heute nicht weiß, was es morgen wert ist. Aber wer zwingt uns zu der Geldfabrikation? Der Vertrag von Versailles, der von uns Unmögliches fordert, der das Geldverlangen nur als Mittel betrachtet, dem Deutschen die Arbeitsfreude und damit die Frische für die Tätigleit mit Hand und Geist zu nehmen. Die ältere Generation siecht edabin, und die jungere wird vor der Zeit alt. Es ist Kulturpilicht, dieser Lage ein Ende zu machen. Wm. Die Notverordnung im baprischen Landtag. München, 25. Juli. Im bayerischen Landtag gab Ministerpräsident Graf Lerchenfeld heute nachmittag außerhalb der Tagesordnung eine Erklärung der bayerischen Staatsregierung über die Notverordnung zum Schutze der Republik ab. Die bauerische Vollopartei beantragte dann ein Vertrauenonotum. Abg. Held(Bayer. Ant.) wandte sich gegen die Beeinträchtigung der Hoheitsrechte Vayerns und meinte, bei ruhiger Ueberlegung werde man auch in Berlin einen Weg finden, der den Einzelstaaten gebe, was ihnen zutomme und dem Reise, was des Reiches sei Der Mehrheitssozialist Timm ertlärte sich gegen das Vorgehen der Regierung, ebenso der Unabhängige Niekisch und der Demotrat Dürr. desgleichen der Kommunist Auweck. Von der Bayerischen Mittelpartei trat Hilpert und vom Bayerischen Bauernbund Stävele für die Regierung ein Dagegen erklärte Burgherr für sich und seine pfälzischen Kollegen innerhalb der Bayerischen Mittelpartei, daß sie den Schritt der Regierung nicht billigen. In der Abstimmung wurde der Vertrauensantrag mit den Stimmen der Bayevischen Vollsyartei und des Baverischen Bauernundes, somie der Bayerischen Mittelpartei angenommen. aus Bahern. Berlin, 26. Ju.i. Dem„Vorwärts“ zufolge setzte aus Bavern seit Sonntag eine förmliche Flucht der Fremden ein, die sich im Laufe des gestrigen Tnges noch verschärfte. Sommergäste, die sim für August angesagt hatten, ziehen ihre Bestellungen telegraphisch zurück. Ein Prozeß Wilhelre II. gegen den Schriftsteller Berlin, 25. Juli. Wie die„Dema“ erfährt, findet am kommenden Dienstag 11 Uhr vormitlags vor dem Landgericht 3 Berlin, ein Termin statt in einer einstweiligen Verfügungssache des ehemaligen Königs von Preußen gegen den Schriftsteller Emil Ludwig. Der Antrag gebt dabin, die öffentliche Aufführung und den Buchverlag des Ludwig'schen Stückes„Die Entlassung" zu untersagen. Dieses Stück behandelt, wie bekannt. die gesamten Vorgänge, die zur Entlaffung des Fürsten Vismarck geführt haben. Kaiser Wilhelm II. und alle damils leitenden Persönlichteiten treien in diesem Stuck persönlich und handelnd auf, unter voller Namensnennung. In dam Prozeß werden rechtliche Fragen von größter prinzivieller Bedeutung erörtert werden müssen. die unter Umständen ausschlaggebend sein können für Festsetzung neuer Rechtegrundsätze. Insbesondere wird die Frage zu entscheiden sein, ob en sich jemand gefallen lassen muß, daß seine Person bei Lehzeiten auf die Bühne gebracht wird. Gleichzeitig kann der Prozez auch große politische deutung gewinnen, da voraussichtlich die Umstände. die zur Entlassung des Fürsten Bismarck führten. ausführlich behandett werden dürften. Der vormalige König von Preußzen wird vertreten durch die Rechtsanwälte Dr. Frantfurter und Artur Wolfs. Emil Ludwig durch den Rechtsanwalt Dr. Grünspach. Am gleichen Tage findet auh die Verhandlung eines Prozesses statt. den die Erben des Staatsministers von Boetticher durch die gleichen Anwälte gegen Emil Ludwig angestrengt haben. weil in dem genannten Stück auch die Person des Staatsministers von Boetticher in besonders herabwürdigender Weise auftritt. Aus Stadt und Land. Schwerte, 26. Juli. Erinnerungen. 15°1 Die Niederlande erklären sich unabhängig. 552 Erste Parsival=Aufführung in Bayreuth. ** Ueber die Höhe der kommenden gesetzlichen Wohnungsmiete einshließlich der von den Behörden festzusetzenden Zuschläge bestehen sehr verschiedene Meinungen und noch mehr Befürchtungen, die zum guten Teil wohl über das Ziel hinausschiegen. Es ist doh nicht zu vergessen, daß von der Vortriegsmiete noch 20—30 Prozent in Abzug zu bringen sind, daß erst der so ermittelte #etrug die gesetzliche Grundmiete darstellt, zu welcher dann die noh jestzusetzenden Juschläge binzutreten, die nach den ortluben Verhaltnissen der verschielenen Städte natürlich sehr weit auseinandergehen können. In Berlin und Hamburg, den beiden größten deutschen Städten, in welchen auch Hausuntosten am höchsten sind, hat man sich jetzt mit genauen Berechnungen beschäftigt. In Hamburg, wo die Miete vereits festgesetzt ist, sommt eine Friedensmiete von 2000 Mark auf fast 0000 M. also dort ist eine Steigerung auf rund das Dreifache zu verzeichnen. In Berlin, wo in einem mäßig großen Hause die Kehrichtabfuhr allein 200 Mark für den Monat ausmacht, hoft man bei einer Verdovvelung der Friedensmiete bleiben PA * FK 945 zu können und furchtet, an eine Verdrenachung hinaufgeschraudt zu werden. Die Entscheidung sreht noch aus. In Klein- und Mittelstadten dürste es im allgemeinen wohl bei einer Erhötung um die Hälfte vis auf da Doppelte au sein Bewenden haben, Ausnahmen natürlich vorbehalten. Zu beachten ist allerdings, daß die sehr unliebsa.n empfundene Bauabgabe überall noch ertra erhoben wird, die fällt bei den vielfachen Steigerungen seit dem 1. April 1922 sehr ins Gewicht. ** Der Antauf von Gold für das Reich durch die Reicsbant und Post erfolgt weiter zum Preise von 1900 M für ein Zwanzigmarkstück, 950 44 für ein Zehnmarfstück. Für ausländische Goldmünzen werden entsprechende Preise gezahlt.— Der An kauf von Reichssilbermünzen durch die Reichsbank und Post erfolgt bis auf weiteres zum 40fachen Betrag des Nennwertes. ** Amerikanisches Fleisch für Deutschland. Die Oeffnung der Grenzen Deutschlands für ausländisches, insbesondere für amerikanisches Fleisch hat größere Fleisch= und Viehsendungen nach Deutschland zur Folge. Nach der„Buenos Aires Handels=Zeitung“ liegt jetzt wieder ein zwischen argentinischen und deutschen Handelsfirmen abgeschlossener Vertrag den argentinischen Behörden zur Billigung vor. Der Vertrag sieht die Liese rung von 50000 Stück Rindvieh und 60000 Tonnen Fleisch nah Deutschland vor. Für das Fleisch sollen deutsche Fertigwaren, Maschinen und Eisen bahnoberbaumaterial usw. geliefert werden. Das amerikanische Fleisch wird sich voraussichtlich bil liger als das deutsche Fleisch stellen. Teiltrans potte von amerikanischem Fleisch nach Deutschland sind schon unterwegs. ** Ortstrantentasse. Am morgigen Donnerstag abend 8 Uhr findet im Lokale des Heren Schotte an der Hüsingstraße ein Sitzung der Ausschuß=Mitglieder statt. Die Höhe der Grundlöhne, nach der bekanntlich die Beiträge und Kassenlei sungen berechnet werden, soll neu geregelt werden. ** Reichhaltige Vielseitigkeit. Die Zeitung kostei Geld. aber man muß sie haben, wenn men in der Welt Bescheid wissen will. Ein paar Proz. der Auslagen lassen sich wieder heraussparen, wenn man die gelesenen Blätter nicht achtlos verkommen läßt, sondern prattish verwendet. Fensterscheiben und Spiegel werden blipzblank, wenn man sie mit einer leicht zertnüllten Zeitung, die man mit Spiritus angefeuchtet hat, abreibt: Wasserflaschen werden hell und klar, wenn man Zeitungsstückchen hineinstopft, Wasser dazu gießt und ordentlich schüttelt. Kleine Löcher in der Wand, durch Nägel usw. entstanden, lassen sich durch feuchten Zeitungsbrei(Zeitungsstücke in Wasser aufgelöst) leicht stopfen, der Brei verbinnet sich mit dem Mörtel und läßt den Nagel fester sitzen. Mehrfach zusammengefaltetes Zeitungspapier, nach der Schuhsohle geschnitten und in den Schuh gelegt, hält die Füße warm. Schwarze Shuhe lassen sich, wenn sie gereinigt sind, mit Zeitungspapier glänzend reiben, es erspart die Bürste und Wichse. Pelzwerk, Wollsachen, Federn, in Zeitungspapier gehörig eingewickelt, werden nicht von Motten heimgesuicht. Hat man viele Zeitungsblätter, kann man sie in eine Bütte mit Wasser stecken und weich werden lassen, aus drücken, zu Kugeln ballen und trocknen, sie ersetzen Briketts. Endlich empfielht es sich, schmale Streifen aus mehrfach zusammengelegtem Zeitung. papier zu schneiden und in einen Becher neben Gasrfen und Streichholzschachteln zu stellen und zum Anzünden zu benutzen. ** Diebstähle und kein Ende! Im Stadtbezirk Schwerte sind allein in den letzten Wochen 21, sage und schreibe: vierundzwanzig Hühner= und Gäusediebstähle vorgetommen. Die Zahl der Garten diebstähle ist noch bedeutend größer. Ein trauriges Zeichen der Zeit! Heilige Ordnung, wo bleibst du? Aus dem Reich der geflugelten Feder. IIn Lochum tagte der 17. Gautag des Rhein.=Westf. Gaues Arendescher Steungrapben. Die sehr nte Beschickung des Gautages zeugte von einem gloßen Eiser und großer Tätigteit in der Arendschen Bewegung. Mit dem Gautage war zugleich ein Wettschreiben in mehreren Klassen verbunden. E's erhielt in der 2. Klasse Herr Gustan Liesenhoff einen 1. Preis. Herr Heinr. Schwarz= li eine lovende Anerkennung, in der l. Klasse schön und korrelt Schreiben Herr Adolf Klodt eine lovende Anerkennung. Alle sind Mitglieder der hesigen Stenographischen Gesellschaft Arends. Schutzt unsere Wälder! Dieser Mahnruf kann nicht oft genug erschallen, jemehr es nottut, angesichte der fortschreitenden Abholzung im Privatbesitz beiindlicher Wälder für die Erhaltung und Pslege der verbleibenden Restbestände, energisch ein zutreten. Gegen das Rauchen im Walde ist schon oft genug geschrieben worden; aber diese Unsitte ist nicht einmal die schlimmste. Viel gefährlicher ist das in jungster Zeit so beliebt gewordene „Abtochen" im Walde. Es soll zugegeben werden, daß; unter wirklich sachkundiger Aufsicht auch beim Abtochen nichts passieren lann, aber in wie wen Fälllen ist solche wirklich sachtundige Aufsicht vor handen? Meistens wird einsach in edler Gedanken losigteit unentwegt drauflos getocht, ja man löscht schließlich beim Weggehen nicht einmal die glimmenden Reste aus. Die Folge sind große Waldbrände, von denen wir täglich aus irgend einer Gegend unseres Vaterlandes durch die Zei tung zu hören bekommen. Auch das Herumwersen von Papier im Walde ist eine üble Angewohn heit, die den Wald verschandelt. Nahe vor den Toren Berlins hat deshalb jüngst ein humnorisri scher Gutsbesitzer in seinen dem Wanderpublikum zugänglichen Waldungen mehrere Tasein mit der Inschrift aufstellen lassen: „Nimm nach jedem Schmauße Das Papier von Deinem Brot Wieder mit nach Hause, Du trägst Dich daran nicht tot!“ und wir rusen aus ehrlicher Ueberzeugung ein„Bravo" dazu. Krantheitostatinik. In der letzten Bericht woche sind in Kreise Hörde Stadt und Lands fol gende Fälle von übemtagbaren Krankheiten amtlich gemeldet worden: Ertrantungn an Divhtherie 1(Annen), Genickstarre 2(je 1 Schwerte. Annen d. Unterleibstophus 1(Annen), Hörde. Hombruch. Schwerte Scharlach 2(je 1 Schwer“e, Annen: Todesfälle durch Tubertulose 2(je 1 Hörde, Annens. Im ganzen Reg.=Bez. Arnsberg betrug die Zahl der Krankheitsfälle Todesfälle eingeklammert) bei Diphtberie 19(1), Genickstarre 4 13), Kindbettfieber 7(40, Ruhr 19, Tubertulose(6.), Scharlach 27(10, Unterleibstyphus 20(11, Paratyphus 14, Körnerkrankheit 1, Grippe 6(1). Aus den Provinzen. ** Menschenfresserei. Aus Reval wird uns geschrieben: Die fürchterliche Hungersnot, in Rußland hat bekanntlich dazu geführt, daß die Fälle von Menschenfresserei in einem Maße zugenommen haben, wie es selbst diejenigen Personen, die mit den wahren Zuständen in Sowjet=Rußland vertraut sind, nicht im entferntefren gedacht haben. So hat das Volkskommissariat für öffentliche Gesundheitspflege jetzt den Psychiater Dr. Rosenstein nach Samara abgeschickt, wo besonders viel Fälle von Menschenfresserei vorgekommen sind. Dr. Rosenstein hat 200 Fälle untersucht, in denen von der Gouvernementsjustizabteilung von Samara Menschen= oder Leichenfresserei festgestellt worden war. Hierbei wurden unter Menschenfresserei diejenigen Fälle verstanden, wo die Hungernden speziell Morde begingen, um an den Leichen ihren Hunger zu stillen, während in den Fällen der sogen. Lei chenfresserei die Hungernden die Leichen ihrer armen Mitbürger, die vor Hunger oder auf andere Weise gestorben waren, annagten. Nach den Untersuchungsergebnissen des Herrn Dr. Rosenstein ist Menschenfresserei in der Hauptsache ein Zeichen von Unbildung und Degeneration! Hierzu wäre zu bemerken, daß auch unter der Zarenregierung der größte Teil der Bauernbevölkerung vom „#sychologischen und sozialen Gesichtspunkt" des Dr. Rosensrein aus, zu den wenig wertvollen „Elementen“ gehörte, denn er verstand weder zu lesen, noch zu schreiben und die westeuropäische Zeitrechnung war für ihn zum guten Teil gleichfalls ein Buch mit sieben Siegeln, aber— zur Menschenfresserei hatte es damals noch niemand in Rußland gebracht. Hörde, 25. Juli. Unglücksfall. Gestern ereignete sich auf der Wellinghoferstraße ein bedauerlicher Unglücksfall. Der 7jährige Schüler Schäfer lief vor ein herankommendes Auto und wurde lebensgefährlich verletzt. Hagen, 25. Juli. Millionendiebstatl. Einer Amerikanerin, die sich auf der Durchreise besand, und einen Zug nach Kassel benutzen wollte, wurde die Handtasche mit einem Kreditbrief über 5000 Dollar und einem Scheck über 1500 Dollar entwendet. Der Kreditbrief ist an allen Großbanken einlösbar. Recklinghausen, 25. Juli. Zum Mord in Brambauer. In der vergangenen Nacht hat sich im benachbarten Marl ein blutiger Kampf zwischen den berüchtigten Gebrüdern Braß, die belanntlich start verdächtig sind, den Oberlandjäger Jastowski in Brambauer erschossen zu haben, und Polizeibeamten abgespielt. Da die Verbrecher sich in dieser Gegend schon wiederholt aufgehalten hatten, lenkte die Behörde ihre Aufmerksamleit auch dorthin. Mehrere Polizeibeamte, grüne und blaue, umstellten beine Nacht das Versteck, in dem die Verdrecher vermutet wurden. In dem sich entsponnenen Feuergefecht wurde Heinrich Braß erschossen, aber erst nachdem der Polizeibeamte Funle, der das blaue Poli zeikommando führte, durch eine Kugel dieser Verbrecher den Tod gesunden hatte. Cmil Braß ist leider abermals entkommen. Barmen, 24. Juli. Freie Lernmittel. Die Leitungen der Volksschulen sind durch die städtische Schuldeputation ermächtigt worden, bis zu 15 Prozent ihrer Schüler nach Prüfung der Bedürftigkeit der Eltern freie Lernmittel zu bewilligen. Die Kinder nachweislich durh öffentliche Mittel unterstützter Eltern erhalten ohne weiteres diese Vergünstigung. Werl, 25. Juli. Die Vierlinge. Die Mövelfabrik Lichte& Sprenger hat für die Vierlinge des Bahnsteigschaffners Redder ein Vierlingszimmer gestiftet. Eine Bettengroßhandlung spendete die Federbetten und die Bettüberzüge wurden durch eine Sammlung von mehreren Werler Geschäftsleuten gestellt. Die vier Knaben sind gesund und guter Dinge. Brilon, 25. Juli. Unangenehmes Er lehnis. In eine hiesige Wirtschaft waren dieser Tage zwei Touristen eingekehrt, um eine Erfrischung zu sich zu nehmen. Durch ihr Benehmen wurde der Verdacht erweckt, daß man es mir nicht einwandfreien Personen zu tun habe. Der Gendarmeriewachtmeister Fischer schritt zur Festnahme, da die Fremden keinerlei Ausweise besaßzen und da sie überdies eine gewisse Aebnlichkeit mit den Rathenaumördern hatten. Bei ihrer Vernehmung vor dem Bürgermeister verwickelten sich die beiden Leute wiederholt in Widersprüche. Auf die Meldung nach Berlin kam von dort die Anweisung: „Verhaftete festhalten!" Erst am anderen Tage traf ein weiteres Telegramm ein, in dem die Freilassung angeordnet wurde. So konnten denn die beiden Wanderer wieder friedlich ihrer Wege ziehen, um die Erfahrung reicher, daß es wenig ge raten ist, ohne Ausweis auf die Reise zu gehen. Vielefeld, 25. Juli. Wurstvergistung. In Oldungkausen bei Enger ist der Heuerling W. Barmeier einer Wurstvergiftung erlegen. Er hatte mit seiner Tochter, die noch schwerkrank darnieder liegt, seibstgemachte Wurn gegessen, die verdorden war. Bensheim, 25. Juli. Teures Kinderspiel In Abwesenheit der Eltern zog ein sechsjähriger Auirpg den Feuerwehrrock seines Vaters un, stülpte den Feuerwehrhelm auf den Kopf und zündete dann einen Schuppen an. Hierauf lief er auf die Straße und schrie„Feuer!" Den herbei eilenden Nachbarn gelang es zwar. die umliegen den Gebäude zu retten, jedoch wurde der Schuppen mit einem Wagen Heu ein Raub der Flammen. Münster, 25. Juli. Strasporto für ei nen 17 Jahre lausenden Brief. In diesen Tagen wurde einer hier wohnenden Familie eine Postfarte zugestellt, welche am 5. August 1905 mit dem Postsrempel Trier aufgegeben war. Sie trug auch den Stempel Münster 5.§. 05 5 6 9. und Münfter 11. 7. 22 9—10 muß also schon vor 17 Jahren im Besitz der hiesigen Post gewesen sein. Was die verspätete Bestellung veranlaßt hat, wiro wohl nicht aufzullären sein; sowohl Schr. der al: Abressat sind längst verstorben. Bei der Zustellung der Karte wurden 1,90 M Strasporto erhoben, statt, daß die Postverwaltung sich wegen der Verspätung um 17 Jahre(von 1905 bis 1922) entschuldigt hätte. Oberhausen, 25. Juli. Im Fieverwahn auf die Straße gestürzt hat sich ein an Lungenentzundung erkranktes 16jähriges Mädchen aus dem Fenster der im ersten Stockwerk gele genen elterlichen Wohnung an der Hochstraße. Es teug setwere innere Verletzungen davon, so daß es sofor:#s Krankenhaus eingelieferr werden mußte, wo es kurz noch der Einlieferung gestorben ist Juli. ie Rache des Ve Bonn, schmähren. Die 16jährige Tochter des Bantiers Goldschmidt wurde von ihrem Vetter, dem Musikstudenten Konrad Assem, auf der Veranda des elterlichen Hauses in der Poppelsdorfer=Allee durch mehrere Dolchstiche in den Hals ermordet. Der Täter stellte sich dann selbst der Polizei. Als Grund urd verschmähre Liede angegeben. Viersen, 22. Juli. Ermüttelte Eisenbahnräuber. Der Kriminalpolizei gelang es, den Eisenbahnräubern, die seit längerer##eit die Nachtgüterzüge zwischen Neuß; und Köln und um gekehrt beraubten, auf die Spur zu tommen. In die Angelegenheit sind hundert Perionen verwickelt, 35 wurden verlaftet. Kreuznach, 24. Juli. Französische In stiz. Die Frau eines hier wohnhaften pensionierten Beamten war vor längerer Zeit in Mainz von einem französischen Militärautomobil überfahren und so schwer verletzt worden, daß ein mehrmonatiger Aufenthalt in einer Privatilinik notwendig war. Der Ehemann stellte bei der französischen Besatzungsbehörde Schadenersatzansprüche in Höhe von 130000 M. Die interalliierte Rheinlandsom mission setzte eine Sachverständigenkommission ein, die den Schadenersatz auf 8000 Mart festsetzte. Der Antragsteller wurde nun wegen Betrugsversuchs zum Nachteil des französischen Staates angeklagt und vom Militärpolizeigericht Mainz zu 100 Geldstrafe verurteilt. Trier, 24. Juli. Eine russische Liebe. Eine Trierer Angestellte, die seinerzeit einer Trierei Bank 100000 M deutsches Geld und 60 000 Franken französischer Währung gestohlen hatte, wurde jetzt vom hiesigen Schöffengericht zu 2 Monaten Gesängnis verurteitt. Strafmildernd fam insbesondere in Betracht, daß die noch junge Angetlagte von einem ebenso jungen Russen, der ihr die Ehe versprochen hatte, und das Geld zur Gründung des Haushaltes verwenden wollte, zu dem Gaifizierslat. Roman von Reinhold Ortmann. (Nachdruck verboten.) Die Bahn ist vollständig frei. Alle meine Verbindlichkeiten sind geregelt. Aber die Sorge für die fernere Verwaltung deines Vermögens würde mich mit einer Mühe und einer Verantwortlichkeit belasten, die ich unter den obwaltenden Umständen wirklich nicht auf mich nehmen kann.“ „Und wenn ich dir nun keinerlei Verantwortlichkeit auferlegte— wenn ich dich recht von Herzen bäte, das kleine Kapital, das in deinen Händen bisher so gut aufgehoben war, und dessen ich ganz und gar nicht bedarf, in deinem neuen Unternehmen anzulegen— ohne jede Verpflichtung zur Rückzahlung innerhalb einer bestimmten Zeit?“ „Dann würde ich trotzdem bei meiner bestimmten Ablehnung verharren müssen. Ich bedauere aufrichtig, daß du dich darüber, wie ich annehmen muß, noch gar nicht gehörig mit deinem Manne ausgesprochen hast. Denn ich glaube, daß du dich in einem Irrtum befindest, wenn du annimmst, die Rückzahlung dieses Geldes sei etwas für dich ganz Bedeutungsloses. Hubert war, als ich am Morgen mit ihm sprach, keineswegs dieser Meinung. Und er kann eure augenblickliche Vermögenslage wahrscheinlich besser übersehen als du.“ „Nein, Henry, nicht ich befinde mich da in einem Irrtum, sondern du bist es, der von irrigen Voraussetzungen ausgeht. Mein Mann hat weder das Recht noch die Absicht, von diesem Gelde etwas für sich zu verwenden; denn es besteht keine Interessengemeinschaft mehr zwischen ihm und mir.“ Er sah sie betroffen an, und dann, als ihm das Verständnis für die Bedeutung ihrer Worte aufging, geriet er aufs neue in heftige Erregung. „Was ist das, Helga? Was soll das heißen? Keine Interessengemeinschaft? Willst du damit sagen, daß ihr willens seid, euch zu trennen?“ In ruhiger Zustimmung neigte Helga das Haupt. „Wir haben ein Uebereinkommen in diesem Sinne getrossen, „Ja, mein Himmel, wann denn— wann? Hubert erwähnte am heutigen Morgen diese Absicht nicht mit einem einzigen Wort.“ „Damals hatten wir uns auch noch nicht ausgesprochen. Aber du darfst mir glauben, daß es sich um feste und unabänderliche Entschlüsse handelt.“ „So hatte ich mich in der Deutung deines letzten Briefes also doch nicht getäuscht? Dieser Mensch hat nicht gehalten, was er dir versprochen? Er hat sich als ein Unwürdiger erwiesen? Statt dir einen Himmel auf Erden zu bereiten, hat er dich nglücklich gemacht— der Elende— der—“ Beschwichtigend legte die junge Frau ihre kleine, kühle Hand auf die Lippen des leidenschaftlich Aufgeregten. „Nicht so, Henry! Nicht so! Wenn wir nicht gefunden haben, was wir ineinander suchten, so ist die Schuld nicht allein bei ihm. Hubert hat sich gewiß lange Zeit rechtschaffen bemüht, mir ein Glück zu bereiten, so wie er eben das Glück versteht. Und ich bin nicht berechtigt, ihm einen Vorwurf daraus zu machen, daß seine Vorstellung eben eine andere war als die meinige. Ich kann dir das jetzt nicht deutlicher erklären. Und, nicht wahr, es ist dir genug, wenn ich dir aus tiefinnerster Ueberzeugung versichere, daß ich jeden Rest von Achtung vor mir selbst verlieren müßte, wenn ich nur noch einen einzigen Tag an seiner Seite und in seinem Hause bliebe. Nach dem, was zwischen ihm und mir gesprochen worden ist, gibt es keine Möglichkeit eines Selbstbetruges mehr— für ihn so wenig als für mich. Wir müßten jeden Schein eines liebevollen, ehelichen Einvernehmens als häßliche, unwürdige Lüge empfinden. Und ich bin Hubert viel zu dankbar für alles Gute, das ich von ihm empfangen, als daß ich ihm die Erniedrigung solcher Lüge zumuten könnte— auch wenn ich selber mich stark genug fühlte, sie auf mich zu nehmen.“ „Mein Himmel! Und von alledem ahnte ich nichts. Ich hielt dich für die Glücklichste aller jungen Frauen— bis zu deinem letzten Briefe.— Und was soll nun geschehen? Ihr wollt euch scheiden lassen?“ „Ich bin entschlossen, mich in dieser Hinsicht ganz dem Willen Huberts zu fügen. Für mich handelt es sich nur um die Lösung eines innerlichen Bandes. Die äußere Form bedeutet mir nichts.“ „Du könntest es also geschehen lassen, daß er auch weiter für dich sorgt, obwohl du körperlich und seelisch keine Gemeinschaft mehr mit ihm hast?“ „Kannst du mich solcher Erbärmlichkeit im Ernst für fähig halten, Henry? Es ist selbstverständlich, daß ich nichts von ihm annehmen werde, nicht einen Pfennig Geld und nicht einen Bissen Brot. Aber ich hatte bis zu diesem Augenblick gehofft, daß ich darum noch nicht hilflos und verlassen sein würde.“ „Habe ich denn nicht einen Bruder? Und war es vermessen, zu erwarten, daß er in seinem Hause ein Winkelchen für mich bereit haben würde?" Aufstöhnend barg Henry Frederiksen das Gesicht in den Händen. „An mir dachtest du eine Stütze zu finden?— An mir? O meine arme, arme Helga!“ „Was kann dich daran erschrecken? Und weshalb bedauerst du mich? Etwa weil du eine lange Reise vorhaft, die dich vielleicht in weit entlegene Gegenden führen wird? Nun wohl, warum soll ich dich nicht auf dieser Reise begleiten? Warum soll ich nicht teilnehmen an deiner Arbeit, oder— wenn es sein muß— an deinen Kämpfen und Sorgen? Glaubst du, daß es mir an dem nötigen Verständnis fehlen wird, iir, der Tochter eines alten Kaufmannsgeschlechts? Oder zweifelst du an der Stärke meiner schwesterlichen Liebe? Es wäre ein schlechter Lohn für das selsenfeste, unerschütterliche Vertrauen, das ich bis zu dieser Stunde in deine Bruderliebe gesetzt habe.“ Der Gefragte verharrte noch immer in der Stellung, die sein Gesicht ihrem Blick entzog. Und vergebens harrte sie seiner Erwiderung. Sie wollte von neuem zu ihm sprechen, da wandte Cäsar Frederiksen den Kopf und machte ihr ein Zeichen, sich in Geduld zu fassen. Und er mußte doch wohl ein guter Seelenkenner sein, der kühle hamburgische Großtaufmann. Denn nach Verlauf einer Zeit, die der jungen Frau freilich wie eine kleine Ewigkeit erichienen sein mochte, hob ihr Bruder plötzlich den Kopf und faßte, im Uebermaß der Erregung am ganzen Körper devend, ihre beiden Hände. Gortsetzung folgt.) ehr Di Angellag Beldstraf Einen Frige 91 #l zu S hann de ##agsmat Parbetra on aus Interschle lagten, Senwärti ### eine Fahrl eroronu andwirt ebank g bracht, d bei sich, #ung zu Gericht ###lagnat C In ichtspie #rie den Einste 2 #earbeit Landsche er nar ein hör Preis) n der Fast Merühmt Nr: 1901 Wem lie #er Ger Aatung #liche 63 Welter! Sgemeine nseller schreakli srie no Regime Beit. Angera Lassior ahre gund in und nergat Spiele rangen Die #pier zusehe Schwe ###atholi spiele" Schwie die lichen unsere mund durch mer e wohne deutsch heim. delsn jlogen her. daß es weninge die Reise zu gehen. Wurstvergiftung. ist der Heuerling W. tung erlegen. Er hatte schwerfrank darniedergegessen, die verdorden Fres kinderspiel zog ein sechsjähriger seines Vaters un, n a u s d e n K o p f u n d en an. Hierauf lief er „Feuer!" Den herbei es zwar. die umliegensch wurde der Schuppen Raub der Flammen. trasporto für ei den Brief. In dieer wohnenden Familie lche am 5. August 1905 aufgegeben war. Sie ünster 5. 8. 05 5 6 M. 10 V., muß also schon r h i e s i g e n P o s t g e w e s e n bestellung veranlaßt hat, n sein; sowohl Schr.# st verstorben. Bei der den 1,90 M Strasporto stverwaltung sich wegen dre(von 1905 bis 1922) Im Fieberwahn ürzt hat sich ein an es 16jähriges Mädchen ersten Stockwerk gelean der Hochstraße. Es ungen davon, so daß es ngeliefert werden mußEinlieferung gestorben e R a c h e d e s V e r rige Tochter des Banvon ihrem Vetter, dem ssem, auf der Veranda der Poppelsdorfer=Allee in den Hals ermordet. selbst der Polizei. Als Liebe angegeben. ermüttelte Eisenminalpolizei gelang es, jie seit tängerer eit die euß und Köln und umSpur zu tommen. In dert Perionen verwickelt, Französische In r w o h n h a f t e n p e n s i o n i e r gerer Zeit in Mainz von tärautomobil überfahren den, daß ein mehrmonaPrivatilinik notwendig te bei der französischen nersatzansprüche in Höhe ralliierte Rheinlandsomständigenkommission ein, 8000 Mart festsetzte. Der wegen Betrugsversuchs schen Staates angeklagt richt Mainz zu 100. te russische Liebe. die seinerzeit einer Triesches Geld und 60.000 brung gestohlen hatte, Schöffengericht zu 2 Moit. Strafmildernd kam daß die noch junge Anjungen Russen, der ihr und das Geld zur Grünewenden wollte, zu dem laß er auch weiter lisch keine Gemeineit im Ernst für ich, daß ich nichts Isennig Geld und zu diesem Augenslos und verlassen Und war es verise ein Winkelchen as Gesicht in den den?— An mir? Und weshalb benge Reise vorhaft, den führen wird? er Reise begleiten? er Arbeit, oder— sen und Sorgen? Verständnis fehlen mannsgeschlechts? vesterlichen Liebe? feste, unerschütterin deine Bruderder Stellung, die gebens harrte sie , d a w a n d t e C ä s a r eichen, sich in Geein guter Seelenstaufmann. Denn u freilich wie eine hr Bruder plötzlich egung am ganzen zehstahl verleitet worden war. Der Betrüger ist ##er mit dem größten Zeil des Geldes auf Nim verwiederieben verschwunden Schöffengericht. In der letzten Sitzung, die Herr AmtsgerichtsDr. Alffers leitete, während die Herren MaFr. Wittersbagen=Geisecke und Berginwaren, vige ##nist Salide Heinrich Braukhoff=Eichholz tätig atte sich zunächst der im jugendlichen Alter steBende Rangierer Fritz Pf. von hier wegen Diep ahl zu verantworten. Ihm wird zur Last gelegt. (zemeinschaft mit dem Rangierer M., der jeoch nicht aufzufinden ist, von einem im Ladegleise er Eisen=Industrie stehenden Waggon einen Zinnhock im Werte von§-9000i gestohlen zu haben. wertvolle Metall haben die Beiden denn an Sinem Althändler für 150 A verkauft. Die Anwen des Pf., der Block habe sich auf einem leeren er Eisen=Industrie zugestellten Wagen befunden, I handele sich daher um eine Fundunterschlagung, sentte das Gericht keinen Glauben, es nahm vielehr Diebstahl an. Das Urteil lautete, da der Ingeklagte noch nicht vorbestraft, auf 3000 A Peldstrafe. Einen schnöden Vertrauensbruch hatte sich der Arbeiter, frühere Kaufmann K. aus Aplerled zu Schulden tommen lassen. Als Vertrauensann der„Freien Arbeiter=Union“, hat er Bei##agsmarken in Höhe von 1500, ferner einen #arbetrag von über 1000 M, der zur Unterstützung hon ausgesperrten Bauarbeitern bestimmt war, interschlagen und für sich vervraucht. Den Angeklagten, der bereits erheblich vorbestraft ist und geenwärtig noch wegen 1 Straftaten verfolgt wird, raj eine Gefängnisstrase von 3 Monaten. Fahrlässiger Verstoß gegen die Kohlenpolizeiherordnung hat den Bäckermeister Fr. H. und den andwirt schaftsgeh. E. M. zu Sölde auf die Anklasebank gebracht. Sie hatten Koblen nach hier g; sracht, den Kohlenschein führten sie jedoch nicht ## sich, sondern hatten denselben in ihrer Woh##ung zurückgelassen. Gegen beide erlannte das Gericht aus eine Geldstrase von je 50 MA, die Beschlagnahme der Kohlen wurde jedoch aufgehoben. Den Justizfislus hat der Elektromonteur Wale H. von hier, zurzeit in Hagen in Haft, dadurch #m 105 M geschädigt, daß er sich diesen Vetrag als engengebühr auszahlen ließ, trotzdem er zur fraglichen Zeir gerade krank feierte und keinerlei Lohnsusfall gehabt hatte; er hatte sogar für 8 Stunden ine Entschädigung von 38 MA pro Stunde verangt. Das Urteil lautete auf 2 Wochen Gefängls. In der letzten Zeit haben die„ReichskroneLichtspiele" wohl keinen so schönen Film gezeigt. wie den gestrigen:„Der Stier von Olivera". Das Anste Shauspiel Lilienseins ist derartig gut umhearbeitet, das es in der Szenerie der spanischen Landschaft. im Aufvau der spaniseven Städte und der napoleonischen Heerlager ebenso schön wirkt ein hörbare: Stannen ging durch den Zushauersreis), als wie in der einzigartigen Handlung und in der Einzeldarstellung der Hauptrollen und in Eine Oberammergau. Ferienfahrt in die baverischen Hochalpen und an den Bodensee. en Massenszenen. Ein Kaiser Napoleon. ein Marqnise, insbesonders ein General Francvis Guillaume nehen Inanna sind so binge zaubert, daß; die snn wortlose Handlung überwältigend und mit reißend wirtt. Eine volle Natürlichkeit spricht aus allen Darstellungen der damaligen Kriegsevisode nie selten in einem Film. Alle Besucher werden uns darin Recht geben. Es wirten die stillen Liebesszenen ebenso wahr wie die Brutalität der Kriegsereignisse.„Ein schöner, überzeugender Film. Der Filmschauspieler Curt Schwarz füllte die längeren Pause mit seinem persönlichen Auftreten als Humorist. Er wußte einen großen Teil de: Publitums zu nehmen, erzeugte eine sehr ausgele### sene Stimmung und war schauspielerisch gut. Wir tonnten uns dennoch für den Inhalt seiner Darbietungen teilweise nicht begeistern und lehnen diese Teile des Repertoirs besonders für Jugendliche ab. Der Schlußfilm:„Galaor der Sieger" lehnt sich dem ersten und zweiten Teil dieses erniten Films würdig an und löst alle Spannungen und Fragen glücklich. Montepieus Roman allerdings liest sich doch noch angenehmer. Der Film regt besonders am Schluß unnötig auf. Wer mehr auf Qualität als auf Quantum sieht, läßt sich am„Stier von Olivera“ genügen und wird mit guten Eindrücken das Theater verlassen, ja mit Gewinn. Echie Brühtieldungen. Bestrafte Landesberräter. TII. Leipzig, 26. Juli. Wegen versuchten Landesverrats wurden vom Feriensenat des Reichsgerichts der ehemalige Polizeiwachtmeister Wilherm Hackenbach zu 1 Jahren Zuchtbaus und 5 Jahren Ehrverlust und der Schrankenwärter Jakob Spe ser und der Maler Otto Antner zu je 1 Jahre 3 Monaten Zuchthaus verurteilt. Die Angeklagten hatten der Entente Mitteilungen gemacht, wo eine bestimmte Polizeitruppe mehr Waffen zur Versügung habe, als ihr nach den Bestimmungen der Cntente zustehen. Hunger und Parteipolitik. TII. München, 26. Juli. Der Aerzievezirksverein hat eine Entschließung angenommen, die sich dagegen wehrt, daß man sich um parteipolitische Fragen streitet, während das Voli langsam verbungere. Die Hungerverhältnisie verschlechtern sich von Tug zu Tag. Die Tubertulosefälle und die Sterblichkeit der Säuglinge nimmt ständig zu. I. selbst Fälle von Skorbut treten auf. Graf Brockdorff-Rantzau russischer Gesandter. TUI. Berlin, 26. Juli. Wie die Telunion erfährt, steht die Entsendung des Grafen Brockdorf Rangau zum Botschafter in Moslau in den nächsten Tagen bevor. Die Oktobertagung der Demokraten. Berlin, 26. Juli. Nach einer Mitteilung der „Poss. Ztg.“ findet der l. ordentliche Parteitag der Deutschen demolratischen Partei vom§. 10. Oktober in der Stadthalle in Elverfeld statt. Amundsen vom Eis eingeschlossen. TUI. London, 26. Juli. Drahtlose Berichte von der„Mand“ vom 18. Juli melden, daß Amundsens chiff in der Nachbarschaft der Good Hope Bao, am Kopebne Sund, unmittelbar nördlich der Beringnraße, vom Eis gefangen gehalten nird. Schweden gegen das Moskauer Bluturteil. TII. Stockholm, 20. Juli. Schweden hat inn Namen der Sozialisten bei der Sowjetregierung gegen die vom Revolntionstribunal gefältten Todesurteile klammenden Protest eingelegt. Zu spät? In Oesterreich sind jetzt auf dem Papier die Vorbedingungen für die Errichtung einer Notenhant, und damit für eine günnige Wendung in der österreichischen Finanzpolitik, gegeven. Die Reparationslommission hat nämlich auf flehentliches Bitten der österreichischen Regierung beschlossen, die österreichiscten Pfänder, wie Staatsforsten, Salzbergwerke, Staatsdomänen usw., der Rotenvank zur Erlangung eines Kredites zur Verfügung zu stellen. Inzwischen ist auch die Vorlage über die Errichtung einer Notenbani vom österreichischen Parlament angenommen worden. Jetzt handelt er sich um die Hauptsache: die Beschaffung von Kapital. Bezeichnend ist, daß der frühere Vorsitzende der österreichischen Abteilung der Reparationsiummission, Sir William Good, auch jetzt noch die österreichische Finanzlage als trostlos betrachtet. Zur Gründung der Notenvank bemerkte er trotz Freigabe der Psänder nur zwei Worte: Zu spät! Eireemmmm Handel und Börse: mig Der heutige Wochenmarkt war ungemein gut beschickt der günstigeren Witterung frisches Gemüse und neue Fülle angeboten, sodaß die Sorgen unserer Hausstauen bezügl. des täglichen Speisezettels allmählig schwinden, vor allen Dingen für solche, die über eine gutgesüllte Geldbörse verfügen. Kartoffeln teiteten 6,50 M, und 7 M, grüne Stangenbohnen 1: MA. Erbsen 12 M. Großebohnen 7 M. Weißkohl 10 M4 das Pid., Möhren Bund 1 M. Salatgurken 12 MA pro Stück, Einmachgurken 15 und 20 A das Pid., Blumenkohl 35 d, Kohlrabi 2 A das Stück. Kirschen 12 J, Frühbirnen 15, Waldveeren 15 bis 18 M das Pid. Der Handel war sehr lebhaft und wurde der Martt ziemlich geräumt. Berliner Börsenkurse vom 25. Juli 1922 mitgeteilt vom Barmer Bank=Verein, Schwerle 5% Deutsche Reichsanleihe....... 77½ Barmer Bank=Verein 210 Deutsche Bank 470 Diskonto 389 Dresdner Bank 290 Hamd.=Amer.=Pak. 4422 Allgem. Elektr.=Ges. Baroper Walzwerk Bochumer Guß. Bösperde Walzwerk Daimler Motoren...... Deutsche Kaltwerke 1945 Deutsch=Luxemburg Dynamil Elders. Fardw. Essener Steinkohlen Gelsenkirch. Bergw 1360 Gasmol. Deutz............. 196 Harpener Vergw. 1320 Hasper Eisen..........— Hoesch.. Humbold! Masch. 579 Mannesmann 1148 Oberschles. Eisenb-Bed. 900 Orenstein& Koppel........... 1100 Phönix Bergbau 1430 Reisholz Pap. Rhein. Stahlwerke 1405 Rombacher 595 Schuckert 800 Siegen=Solingen Ver. Di. Nickelwerke 1300 Westf. Draht-Ind. 500 Wests. Eisen, Langendreer...... 622 Auslands-Wechselkurse der Berliner Börse (Devisenkurse) wohl eine Folge namentlich wurden Kartoffeln in reicher Man zahlle deutsche Mark: für 100 belgische Franken 100 dänische Kronen.. 1 englisches Pfund 100 französische Franken 100 holländische Gulden 100 italienische Lire.. 100 polnische Mark.. 100 schwedische Kronen. 13092," g8 100 schweizerische Franken 9488,10 9938.05 190 tschechische Kronen. am 24. 7, am 25. 7. 4019,95 3985, 10861,40 10761.50 2237.20 2232,20 4224,70 4222.20 19625,40 19525,50 2337,05 2322.05 13008,70 13008.70 Ein Dollar........ 502,37 499,37 Kohlenbericht Elektrizitätswerk„Mark“. Lagerbestand: Die Sommerhitze bringt große Gefahr für alle mit Milch ernährten Säuglinge, und Darmkrankheiten treten in erschreckender Weise auf. Wer seinen Liebling dieser großen Gefahr nicht saussetzen will, beuge vor und verabfolge dem Kinde eine gleichbleibende, die Verdauung nicht störende Nahrung. Die beste Gewähr bietet hierin das altbewährte Nestle's Kindermehl, weil dieses nur mit Wasser gekocht zu werden braucht. Illustrierte Broschüre über die Pflege des Kindes kostenlos erhältlich durch„Linda“=Gesellschaft m. v. H., Berlin W. 57. Fast 300 Jahre liegt die Begründung der weltFerühmten Oberammergauer Passionsspiele zurück. EEs waren schwere Zeiten, als im Jahre 1633 in dem lieblichen Ammerdörschen die zwölf Aeltesten der Gemeinde zusammentraten und nach kurzer Bestatung mit der ganzen Einwohnerschaft das feierliche Gelübde ablegten, die Leidensgeschichte des Welterlösers in dankbarer Erinnerung und zur allsgemeinen erbaulichen Betrachtung öffentlich darzustellen. Damals im Schwedenfrieg wütete eine sschreckliche Seuche im ganzen Gau, der ehemals wie noch lange in der Folgezeit unter dem milden ##legiment der Aebte von Etthal stand. Es war die West. In Oberammergan allein starben nicht wenger als 84 Personen. Im Jahre 1631 wurde das Passion=spiel zum erstenmal aufgeführt und in Jahre 1860 auf die Zehnerzahl verlegt. Zahlreich und mannigfaltig waren oft die Shwierigkeiten und Hindernisse, welche die Einwohner Oberam mergaus bei den jeweiligen Aufführungen der Spiele zu überwinden hatten. Doch immer wieder frangen die tapferen Leute sich durh. Dieses Spiel von dem„großen Versöhnungssepfer auf Golgatha“ an Ort und Stelle sich an zusehen, war auch der Wunsch einer Anzahl Schwerter Bürger, zu dem die Anfang Februar im latholischen Vereinshause dargebotenen„Passion= wpiele“ die ersten Keime gelegt. Trotz großer Schwierigkeiten wurde diese Absicht in die Tat umgesetzt, und an einem herrlichen Nachmittag zu Anfang Juli dampfte unsere Gesellschaft mit dem D=Zuge von Dort mund gegen Süden. Ueber Köln ging die Fahrt durch den lachenden Rheingau, den leider noch im mer ein haßerfüllter Feind besetzt hält, dessen Bewohner aber gerade darum immer fester an das deutsche Vaterland getettet werden, über Rüdesheim, Mainz nach Frankfurt, der mächtigen Handelsmetropole am Main; Nürnberg, Würzburg slogen im Duniel der Nacht an uns vorüber, im Mostggikt umern grüge uer Sshoftant die 8# nau in unser Abteilfenster und mit 1½stündiger Verspätung fuhr unser Zug gegen ½10 Uhr nach fast 17stündiger Fahrt in den mächtigen Mün chener Hauptbahnhof ein. Gewaitig beendete das Leben in der Halle und auf dem großen Platz und froh waren wir, als wir in einer stillen Privat=Pension landen und uns vom Stand der langen Fahrt reinigen tonnten. Leider konnten auf die Besichtigung der Hauptstadt, Bayerns nur einige Stunden verwendet werden, aber sie genügten doch, um der Frauenkirche, dem Ratbause, einigen Museen und dem Hofbräuhaus(die Maß zu 12 Mark) einen Besuch abzustatten. Gegen 5 Uhr führte das Dampfroß unsere Reisegesellschaft weiter dem Ziele entgegen; am herrlichen S tarnberger See entlang, in dessen grünen Fluten der unglückliche König Ludwig II. einen frühen Tod sand, ging die Fahrt weiter in das Gebiet der payrischen Alpen, dessen schne: bedeckte Gipfel von Ferne zu uns grüßten, um gogen 8 Uhr abends in Oberau, einem freundlichen Dörschen an der großen Straße nach Ober ammergan, zu enden. Nun hieß, entweder mit der Auto oder auf Scyusters Nappen. Angesichts des Fahrpreises in Höhe von 35 Mark für die halbstündige Fahrt entschloß sich unsere Gesellschaft für den Futzmarsh. Der Rucksack wurde ausg. schnallt und dann ging es hinein in den schönen Abend, der vertlärt wurde durch das wunderbare Alpenglühen, das man beovachten konnte. Der eg. anfangs even, stieg allgemach ganz gewaltig, zumal wir die gerade Fahrstraße vermieden, und mancher Schweißtropfen wurde vergossen. bis die Hühe erreicht war und Kloster Etthal, eine Benediktiner=Niederlassung. di. mit ihren gewaltigen Gebäulichkeiten eine kleine Stadt für sich bildet, vor uns lag. Das Kloster die bayrische Gralsburg unterhält ein Gymnasium mit Internat. welches von mehreren Hundert Schülern besucht wird; auch mehrere westfälische Knaben, daruntr 2 aus Herne, legen dort den Grundstein für ihr künftiges Wissen. Nach kurzer Rast ging es weiter und bald sat nued dar zatrrcen Sher#unedens den Kosel, einen steilen Bergfegel, auf dem ein Kreuz errichtet ist, austauchen. Noch eine halbstündige Wanderung an der ranschenden Ammer entlang und das Ziel war erreicht. Mit seinen hunt bemalten und mit Holzschnitzereien verzierten Häusern, seinen reinlichen Straßen, seinen reichen Viehstand, der an heißen Tagen Abend= auf die Vergwiesen getrieben wird, nacht der Ort einen überaus freundlichen Eindruck. Und dieser erste gute Eindruck wird noch verstärtt, wenn man mit einem der biederen Dörfler spricht. Das ganze, etwa 3000 Einwohner zählende Dörfchen ist auf die Passionsspiele eingestellt: Jung und Alt ist daran beteiligt, entweder als Darsteller oder als„Volk“, oder als Jeuerwehrmann, Sanitäter oder Türschließer u. Platzanweiser. Daß nur gevorene Oberammer= auer mitwirken dürfen, daß alle Darsteller natütliches Haar und eigenen Bart tragen müssen und daß nur unverheiratete Frauen zur Mitirkung zugrlassen werden, dürfte hinlänglich bekannt sein. Weniger bekannt sein dürfte, daß die vielen Gerüchte über die hohen Preise in P##erammergan übertrieben sind. Wer keine üvermäßig hohen Ansprüche an Komfort und Lurus stellt, kann für 50 Mart ein gute: Zimmer italten und für 40 15 Mart ein reichhaltiges Rittagessen. In den vornehmen Hotels und remdenpensionen sind die Preise allerdings der aluta entsprechend bemessen, aber uns hat es bei unserem Quartierwirt, dem ehrwürdigen Phairifär Andregs Albrecht, im Zivilieben Hol; shnirer, sehr gut gefallen und der Eierkuchen, den uns seine wackere Ehehälfte servierte, mundete umso besser, als sie das Ei nur mit 1 Mf. pro Stück berechnete. Teuer, sündhaft teuer sind nur die sogen.„Reiseandenken", die meise von Münchener Firmen feilgehalten werden; da ist is besser, man kauft derartige Gegenstände nicht in Oberammergan, sondern anderswo. Auch die hohen Vermittlungsgebühren, welche das offizielle Wohnungsbüro für seine Tätigseit verlangt, seben in keinem Verhältnis zu der geleisteten Arbeit. Wenn das Büro für jede vorher be11 besich, Semicihd usch id ste dehiche so lassen wir das noch hingehen, wenn man aber außerdem noch 30 Mari an Porto und Schreibgebühren für jede Karte berechnet, so ist das Wucher schlimmster Art und der Staatsanwalt #ürde sich ein großes Verdienst erwerben, wenn er einmal gründlich in die Kulissen dieses Büros hineinleuchten würde. Jedenfalls hat aber alles Gede von hohen Preisen, Mangel an Unterlunft iw. nicht vermocht, den Zustrom der Besucher sus aller Herren Länder merklich abzuschwächen und bis jetzt, sind die Plätze der 5000 Personen assenden Festitzielhalle noch zu jeder Auffühung voll besetzt gewesen. Deutsche, Franzosen u. Enssländer. Europäer, Amerikaner und Asiaten, Ehristen aller Konseisionen, Inden, Muselmanen und Heiden strömen herbei, um dem einartigen Schauspiel beizuwohnen. War nun die Aufführung selbst, anbetrifft, ist kein Wort des Lobes zu viel. Man weiß t, was man mehr bewundern soll. die edle Sprathe des von dem früheren Orrspfarrer Daiveiger versaßten Textes. die natürliche und datum dor###elt ergreifende Darstellung der Träger der Hauptrollen, die leichte Beweglichkeit der Massenszenen es lommen z. B. beim Einzug Obristi, in Jerufalem, bei den Verhandlungen dor Pilatus usw. etwa 1000) Personen auf die ühn: die prächtigen Leistungen des Chores u. ; 5 0 M u s i t e r s t a r t e n O r b e s t e r s, u n t e r L e i t u n g e. Oberammergauer Lehrers Wittmann, oder die herrliche Ausstattung der Bühne, die künfterish gestellten lebenden Bilder. die jeden Abritt vorangehen und auf denselben Bezug rhmen. Von tiefster Wirtung auf den Zuschauer sind besonders die Abendmahlsszene, die Begegnung Christi mit seiner Mutter und Indas Verzreiilung. Von einer zweistündigen Mittagspause unterbrochen, dauert die Aufführung beinahe acht Stunden und es ist fast 6 Uhr abends. al: der Vorhang sich zum letzten male öffnet und der verklärte Welterlöser gen Himmel auffährt. Schluß folgt). * Auf Grund der§§ 936 und 9362 der R.=V.=O.(R.=Ges. vom 11. 4. 1921 Art VII und VIll) wird der am 17. Oktober 1921 festgesetzte durchschnittliche Jahresarbeitsverdienst land- und forstwirt. schaftlicher Arbeiter im Bezirke des Oberversicherungsamtes Dortmund für die Zeit vom 1 Ottober bis 31. Dezember 1922 wie folgt geändert: Suche umständehalber per sofort ein lüchliges selbständiges um Ges. gesch. LOoltl Oester Keindr.Kanssloit suck Dem Kleinsten in die Flasche zu geben als Stütze. Selbige muß selbständig kochen können. Lohn 300 bis 350 M monatlich. Kleidung zum Einkaufspreis. Schrifll. Osserten unter F. 3197 an die Gesch dieser Zeitung. Dortmund, den 13. Juli 1922 B I. 386 22 Wird hiermit verössentlicht: Schwerte(Ruhr), den 22. Juli 1922 T. B. Nr. 1594 fI. Oberversicherungsomt J. V: gez. Kollmann Das Versicherungsaml Schwerse(Buhr) Der Vorsitzende: gez Rohrmann Zwiebock=Matken=Ausgabe. Die Ausgabe der Zwiebachmarken erfolg aus Zimmer Nr. 2 des neuen Rathauses hier selbst wie folg!: Donnerslag, den 27. Juli 1922. vorm. für Lebensmittelkarten 1—1006 Donnerslag, den 27. Juli 1922, nachm. für Lebensmittelkarten 1000— 200C Freilag, den 28. Juli 1922, vorm. für Lebensmittelkarten 2000—3000 Freitag, den 28. Juli 1922, nachm. für Lebensmillelkarlen 3000— Schluf. Es ist vorzulegen ärztliches Allest, Altersausweis, Familienstammbuch und Lebensmittelharte. Schwerle, den 25. Juli 1922. 3195 Der Megistrat. Bekannimachung.“ In Abänderung der Bekanntmachung des Kreisausschusses des Landkreises Hörde von 20. 6. 1922 nerden die Wilchpreise ab heute wie folgl festgesetz!: Frucht-Verkauf! Samslog, den 29 Juli d. Is, nochmittogs 5 Uhr, werde ich für Herin Fr. Benking zu Drüpplinasen ca. 18 Morgen sehr guten Beizen und ca. 18 Morgen sehr guten Hafer öffentlich meisthielend. nummerweise verkaufen. — Zusammenkunst am Hofe.— Kallhof. C. Benichmann. Lichlspiele„Zur Reichskrone“ Vertretung und Lager für Schwerte und Umgegend: Leo Denniger, Dampfbäckerei, Konditorei u. Café. Wilhelmstraße 24 Teleson 478. Spezialität: Täglich 2 mal frische Brötchen. Morgene 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr. erkalufsstellen: Heierhoff, Hüfingstr., Kaufhaus G. Nierhoff, Serges, Dortmunderweg, Fr. Nippus Nachs., Maikt, B. Knieriem, Sedanstr., Gieshold, Bahnhofstraße, Caf: Lippe, Bahnhofstraße. n) Der Erzeugerpreis beirägl laut Beschhf des Westsälischen Mischpreisausschusses vom 18. 7. 1922 ab Hos je Liter 7.20 M. der Molke#rcionsschlag bettäg! 1,60 M. b) der Kleinvertaufspreis unn illelbar an die Verbraucher belrägl.. 11,20 P. I. Ueberschreilungen vorstehenden Höchsspreises werden bestraft. II. Die Anordnung des Kreisausschusses des Landkreises Hörde vom 17. 2. 1922 über der Verkehr mit Milch bleibl im übrigen in allen Teilen in Kraft. Hörde, den 24. Juli 1922. 3189 Der Kreisausschuß des Landkreises Körde Zwangsversteigerung. Zum Zwecke der Aushebung der Gemeinschaft, diin Ansehung der in Schweile delegenen, im Grundbuch von Schweite Bd. XII Tlatt 811 zur Jeit der Kiniragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen 1. der Ehefrau des Schlackenmül ers Anton Hohl, Antonie Ida, ged. Werlhmann, in Hörde, 2. des Kiempnets Theodol Werlhmann in Schwerte, 3. des Klempnet: Hubel! Wertt mann in Schweile. 4. des Schleiters Friedtich Werthmann in Essen. 5. der Ehefrau Steiger Wilhelm Schmidt. Marta ged. Werthn ann in Rauxel. 6. der Ehesrau des Klempners Bernhard Verkenkop in Schweile. 7. des Graveurs August Werthmann in Schwerte, eingetragenen Grundstücke 1. Flur 14 Nr. 126.25 6394„ 2. Flur 14 Nr. 128.25 Ilur 14 Nr. 127/25 158 bestehl, sollen diese Grundstücke7 am 21. September 1922, vormillags 11 Uhr durch das unterzeichnete Gericht, an der Gerichtsstelle — Zimmer Nr. 6— versteigert weiden. Der Versteigerungsvermerk ist am 18. Juli 1942 1 das Grundduch ingenagen. Es ergehl die Aussorderung. Rechle. sowelt sie zur Zeil der Eintragung des Versteigerungsvermerkes aus dem Grundduce nicht ersichtlich warer, spalestens im Versteigerungsleimine vor der Aufforderung zur Adgobe von Gebolen anzumelden, und. wenn der Antragsteller widerspricht, gleubhast zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt und bei der Verleilung des Versteigerungserlöses den übrigen Rechten nachgesetzt werden. Diejenigen, welche ein der Versteigerung entgegenslehendes Rechl haben. werden aufgefordett vor der Erteilung des Inschlags die Aufhebung ober einstweil#e Einstel ung des Versadrens herbeizujuhren, midrigensalls# für das Begi der Versteigerungserlös an die Stelle des bersteig##en Begenstundes tritt. 8194 Sawerte, den 22. Juli das Zmisgericht. Allgäu Bayr. Hochlaud Diesden und dien sächs. Schweiz: Erzgebirge## Sränk. Schweiz Friedrichroda# Garmisch—parten= kirchen Harz Karlsbad Kissingen München? Oberammergau Oberhof 6#4 Ostseebäder Der Rhein Riesengebirge Rügen 6 Sauerlond Sc warzwald Taunus Temoburger, Wald Thürine en Nur 2 Tage! Mittwoch— Donnerstag Heute letzter Teil!— Heute letzter Teil! Das Geheimnis der Guilosine Galaor der Sieger. Dramatin sünf ergreisenden Akten. Nuch dem berühmten Roman von Gaviar de Monlepien. Der Siier von Olvera. Nach dem gleichnamigen Schauspiel von Heinrich Liliensein. In den Hauptrollen Emil Jannings und Hanna Ralph. Persönliches Auftreten des beliebten und bekannten Filmschauspielers Kurt Schwarz als Schauspieler und Kumorist— Alles lacht Tränen. Niemand versäume den Besuch. Nur noch heute und morgen! Sonderheft der Berliner Illuste. Zeitung'(Sommer 1922) ist kerschienen Jund bei unssvorrätig. # A 805 Lüneburger heide's Weserbeige Buchhandlung Carl Br Große Marktstraße 3 euperen Nur modern Neuheiten## Farben Oele Lacke) Qualität 77 Jos. Kölling Schwerte Markt 3. 1a Technikum Lemgo (Liope) Höhere lechnische Lehranstalt Staatskommissar. Leichtathletik, Fußball, Segeln, Rudern, Schwimmen, Tennis, Turnen, Fechten, Boxen, Radfahren, hockey, Golf. Jede Sportart wird in Wort und Bild behandelt. Jeder Sportler muß dieses 40 Seit. starke Heft kaufen. preisl 24.-Mark. * 9 be rrser PapierGroßhandlung atnbruch& Co., G. m. b.H., Schwerte(Ruren# Die Teuerung im Zeitungwesen (Vergleich Juli 14 und Juli 22 Papier 100 fach für a Papiere und Papierwaren s Geschäftszweige. Bracksachen für Perei lieseit schnelistens die Bischörnaerei, Cart Braus. Traverbriefe liefert schnellsten: DrUCHGFHI E. Braus Wageufet Maschinenfette Huffette Lederfette Autosette Masch nenöle Moturenöle Gentrifngenöle Fahrradöle Antoöle Funbodenöle Lack u. 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Erst die allerneneste Zeit hat dem Grundsatze von der Natürlichkeit der Männerherrschaft über die Frauenherr= schaft ein Ende gemacht. Heute muß es als wiesenschaftlich erwiesen gelten, daß im Laufe der geschichtlichen Enti## lung Männerherrschaft und Frauenherrschaft miteinander abwechseln, und daß zu Zeiten der Frauenherrschaft die Frauen über dieselben charakteristischen Merkmale hinsichtlich ihres Wesens, ihrer sozialen Stellung, ihrer Körperformen, ihrer Sitten usiv. verfügten, die wie im Männerstaate als charakteristische Eigentümlichkeiten der Männer anzunehmen gewohnt sind. Es ist das Verdienst des Gelehrtenpaares Dr. Mathilde und Mathias Vaerting, die Psychologie von Mann und Weib neu begründet zu haben, und in ihrem jüngsten Werke, in dem sie die„weibliche Eigenart im Männerstaat“ und die männliche Eigenart im Frauenstaat(Verlag G. Braun, Karlsruhe) behandeln, bringen sie ein wertvolles und hochinteressantes Material zu diesem Gegenstande bei. Die eingeschlechtliche Vorherrschaft ist auf künstliche Hervorbringung von Gegensätzen und Unterschieden zwischen Mann und Frau eingestellt, die Gleichberechtigung auf Erhaltung der von Natur vorgezeichneten Aehnlichkeit. Deshalb sehen wir in der Zeit der Gleichstellung sowohl gleichen Wuchs und gleiche Körperform bei Mann und Frau als auch eine ähnliche Tracht bei beiden Geschlechtern. Ein typisches Beispiel hierfür sind unsere Vorfahren, die, alten Germanen, bei denen eine Fülle von Anzeichen etwa' zu Tacitus Zeiten auf eine vorwiegende Gleichstellung von Mann und Frau hindenten. Ebenso wird berichtet, daß bei den Galliern als Folge der Gleichstellung der beiden Geschlechter die Weiber den Männern gleich waren, nicht bloß an Größe, sondern auch an Stärke. Eine fast vollständige Aehnlichleit beider Geschlechter im äußeren sehen wird noch von anderen Völkern berichtet. Amsvollkommendsten scheint sie von den Singhalesen erreicht worden zu sein, bei denen es dem Neuling unmüglich ist, nach ihrem Aussehen Männer und Frauen zu unterscheiden. Dasselbe gilt von den Pueblos, von den Botokuden, auch von den Eskimos, deren Männer ganz den Frauen ähnliche Gesichtszüge haben, so daß man die Geschlechter oft verwechelt. Heute können wir in der Praris veovachten, oaß# in der Phase der Gleichstellung der Geschlechter die-Tendenz auf Abschwächung der durch die eingeschlechkliche:Vorherrschaft geschaffenen Unterschiede in Körpergestalt und Tracht gerichtet ist. Wenn wir die weibliche Figur betrachten, wie sie z. B. noch vor 30 Jahren in Deutschland typisch war und sie mit dem heutigen Typ vergleichen, so ist idie Umvandlung geradezu außterordentlich zu nennem. Alle die künstlich gezüchteten und mit Nachhilfe von Korsekt ud anderen Hilfsmitteln konstruierten weiblichen Merkmale, die enge Taille, die breiten Hüften, der allzu üppige Busen, sind verschwunden. Das Schönheitsideal strebt bei der Frau nach kuabenhafter Figur hin. Der Mann strebt auf denselben Typus, was besonders in einer starken Neigung, zutage tritt, alle Barthaare zu entfernen; oder doch nur den Rest eines knabenhaften Bartanfluges auf der Oberlippe zu duden. Der Mann mit dem Vellbart, der noch vor dreißig Jahren der Typ des deutschen Vollbürgers war, ist anscheinend im Absterben begriffen. Bei anderen Völkern ist die typische Ueppigkeit der. weiblichen Figur bereits verschwunden oder stark im Zeichen der Abnahme. In Anerika, wo die Gleichberechtigung der Frau bereits weiter fortgeschritten ist, trak das Schwinden des sogeannnten weivlichen Typus schon 1910 zo starkgin Erscheinung, daß sich zu dieser Zeit bereits die Stünmen der Warner erhoben. Sargent und Alexander schrieben die Umbildung der Sportübung zu und prophezeiten, die Frauen würden sich in einigen Jahren in nichts mehr von den Männern unterscheiden. Auch=tritt= neuerdings bei zunehmender Gleichstellung der Frau eine Neigung zum Ausgleich der allzu starken Gegensätze und Unterschiede in Kleidung und Haartracht in Erscheinung. In Amerika besteht bereits ein Klub, dessen Mitglieder eine Einheitskleidung für Männer und Frauen tragen. Vor fast einem Jahrzehnt schon kam in Frankreich der Hosenrock und die kurz geschnittene Bubenfrisur auf. Sie vermochte sich aber damals gegen den Widerstand der männerstaatlichen Einstellung noch nicht durchzusetzen. Die Hose blieb als Kleidungsstück auf den Pyjama im Hause beschränkt. Heute liest man, daß die Engländerin bereits in kurzen Locken, in Beinkleidern und breiten Schuhen ihren, Geschäften nachgehen kann, ohne Anstoß zu erregen, sowie, die Amerikanerin in ihrer Einheitskleidung, zu der nach Belieben lange oder kurze Hosen gehören. Alle Widerstände vermögen die Zwangsläufigkeiten solcher Entwicklungen nicht aufzuhalten. Sie können den Lauf der Dinge nur verlangsamem: Es ist psychologisch interessant, daß die Widerstände gegenzeine Abünderung der Tracht im allgemeinen stärkerl vom, erkschenden Geschlecht auszugehen scheinen. So widersetz## sich heute die Männer am heftigsten einer„Vermännlichung". der Frauentracht. Ggo Zur Zeit des Ueberganges von der Eingeschlechtlichkeit der Herrschaft zur Gleichberechtigung der Geschlechter treten nun naturgemäß zwei Tendenzen in Erscheinung. Die größere Schlichtheit und Schmucklosigkeit des herrschenden Geschlechts ringt mit der beim beherrschten Geschlecht ausgebildeten Reigung zu Schmuck und Putz um die Erlangung der Vorherrschaft bei beiden Geschlechtern. Beide Tendenzeu scheinen die gleichen Aussichten auf Sieg zu haben. Denn der wachsende Einfluß der Frau steigert die männliche Erotik und regt mit ihr zugleich den Schmucktrieb an. Bei der Frau aber, welche in die außerhäuslichen Berufe eintritt, wird die Muße für Putz und Tand beschränkt und der Sinn für Schlichtheit und Zweckmäßtigkeit der Kleidung geweckt. Man darf deshalb vielleicht hoffen, daß die Tracht für die Zukunft in der Phase der Gleichbererhtigung der Geschlechter sich etwa in der Mittellinie dieser beiden Krüfte bewegen wird und für die Kleidung von Mann und Frau schmuckvolle Schönheit mit zwacknjäßiger Einfachheit einen wird. Aus dem Reiche. Die neuen Sätze der Augestelltenversicherung. Bekanntlich ist während der letzten Reichstagssitzung eine Abänderung des Angestelltenversicherungsgesetzes beschlossen worden, die mit dem 1. Juli in Wirksamkeit getraten ist, also mit den Gehaltszahlungen Ende Juli erstmals in Amvendung kommen wird. Dunck die Alciubenu# sind alle rochen stark nach Karpol. Es ist anzunehmen, daß es sich ionbescheintich um m oizinige Prärarate handelt. Nachsorichamgen#ei den in der in Frage kommenden Gegend :. uenden Medizinern waren bisher erfolglos. zahlung hat monatlich nach nachstehender Tabelle zu erfolgen: Jährlicher Arbeitsverdienst über 550 4 850 11.50 1 500 2 000 2.500 3 000 4 000 5 000 10 000 15 000 30 000 50 000 75 000 #. Betrag 3 20 M 4.—0" * 80 * 9.60„ 10.20„ 16.60„ 20.00„ 26 60 33 20„ 4000 48.00„ 60.00„ 80.00 11000„ Schloßeinbruch und Silberdiebstahl. Auf dem Rittergut Buschow(Bez. Potsdam), das dem Rittmeister von stnobloch gehört, brach in einer der letzten Nächte eine sechs Mann starke Diebesbande ein und stahl für ¼ Million Mark wertvoltes Silberzlug. Auf dem Wege nach Berlin trennte sich die Bande. Zwei Mann, ein 28 Jahre alter. polnischer Gärtner Lubasch, und der 27jährige polnische Arbeiter Kosich begegneten bei Nauen einem Landjäger, der sie nach ihren Ausweispapieren fragte. Da zog Lubasch soort seinen Revolver. Der Beamte kam ihm jedoch zuvor und streckte ihmn durch einen Schuß nieder. Dann nahm er auch Kvsich fest. Beide wurden nach Nauen gebracht. Lubasch wurde ins Krankenhaus gebracht, sein Genosse in das Amtsgerichtsgefängnis eingeliefert, aus dem er aber flüchtete. Bei beiden fand man einen geringen Bruchteil der gestohlenen Silbersachen. Der größte Teil soll in einem Walde versteikt sein. Von den anderen vier L lubern hat man keine Spur. Aus aller Welt. + 6 olerafälle in Rumänien. Amtlich wird aus Bukarest mitgereilt, daß au der Duiestrgrenze unter der IZiilbevölkerung zuei Cholerafälte und unter den Grenzstyntztruppen vier Cholerabazillenträger festgestellt worden sind. Bei den in der Umgebung von Butarest festgestellten Choterasällen handelt es sich um Einschleppung durch einen aus Bessarabien zugereisten Soldaten. Der Sanitätsrat hat die schirfsten Masznahnmen getroffen, um die Verbreilung der Seuche zu verhindern. + Verkehrsarbeiterstreik in Schweden.„Dagens Nyheter" zufolge hat das Personal der großen schweoischen Privateisenbahnen wegen Lohnstreitigkeiten beschlossen, in den Streik zu treten. Der Zeitpunkt für den Beginn des Ausstandes ist noch nicht bestimmt worden. In Stockholm und Gothenburg traten am Freitag auch die Telegraphen= beamten in den Ausstand. Ortsgespräche können nicht mehr statlfinden. Tagegen wird der Fernverkehr aufrechterhalten. + Generalstreik in Italien. Der Zentralausschuß des Arbeiterverbandes in Rom hat einen Generalstreik für ganz Italien beschlossen. Der Beginn des Generalstreiks wird später festgesetzt werden. Die Fabrik= und Straßenarbeiter in Mailand haben bereits am Donnerstag den Streik begonnen. Am Freitag setzte dort auch der Gasarbeiterstreik ein. Die Mailänder Faszisten bezeichnen den Streik als eine Herausforderung und drohen mit Repressalien.— Sie haben sich bewaffnet. In Mailand wurde der Sekretär der Faszistenpartei auf der Straße von Kommunisten ermordet. + Wieder ein russischer Erzbischof zum Tode verurteilt. Aus Irkutsk wird gemeldet; daß der Prozeß gegen Erzbischof Anatol, der beschuldigt war, mit Banden zur Belämpfung der Sowjets in Verbindung zu stehen, mit der Verurteilung des Erzbischofs zum Tode durch Erschießen geendet hat. Gegen das Urteil kann appelliert werden. Im Flugzeuge von San Franzisko nach Sydney. Der englische Flieger Morgan hat nach Amerika telegraphiert, daß er den Stillen Ozean von San Franzisko nach Sydney zu überfliegen gedenke. Der Flug soll in der ersten Oktober=Woche von San=Franzisto aus unternommen werden. Der Flug wird über Honolulu, Samoa nund die Fitschi=Inseln führen und ist 6970 Seemeilen lang. der Flieger wird von einem austratischen Militärftugzeuge + Frievericus Rex bleibt erlaubt. Die hessische Regierung hatte gemäß§ 4 des Reichslichtspielgesetzes bei der: Der Flieger wixd Fiknoberprüfstelle beantragt, die Zukassung des Films mit drahtloser Telegraphie begleitet werden. Friedricus Rex zur öffentlichen Vorführung im Deutschen Reiche, welche die Finnprüfstelle am 24. Jaunar 1922 ausgesprochen hatte, zu widerrusen und den Fülm zu verbieten.“Dieser Atrag gelangte Freitag nachmittag unter Vorsitzldes Leiters der Filmoberprüfstelle, Oberregierungsrat Bulcke, zur Verhandtung vor der Oberprüfstelle. Nach eingehender Verhandlung, in welcher die Sachverständigen, insbesondere der Reichskommissar für diesüffeutliche Sicherheit bekundek hatten, daß der Film nicht geeignet sei, die öffentliche Ordnung und Sicherheit zu gefährden, wurde der Antrag Hessens auf Verbot des Films Fridericus# zurückgewiesen. In der Begründung dieser EntscheiRez dung wurde ausgeführt, daß es Aufgabe der Polizei sei, Störungen der öffentliehen Ruhe und Ordnung zu verhindern. Es sei aber nicht Aufgabe der Filmoberprüsstelle, Aufgabe der Filmoberprüsstelle eine vorübergehende Störung oden, wie in vorliegenden, Falle, eine nur zu befürchtende Stürung zu verhindern#und einen Film zu verbietenbeksden zwar, Störungen, versucht würden, aus. Grunden jedoch, die außerhalb, seines. Ischalts= liegen. - Die„Kornblume“: Nach einer Mitteilung der Nachrichtenstelle der Hamburger Polizeibehörde wurde am 1. Juli gemäß§§ 1 und 2 der Verordnung zum Schutze der Republik der.Verband nationalgesinnter Soldaten aufgelöst und verboten. Der Polizeibehörde fiel darauf eine Mitteilung in die Hände, in der die Angehörigen des Verbandes von der Auslösung benachrichtigt und gleichzeitig die Mitglieder des Sparklubs„Kornblume“ zu einer Versammlung am Donnerstagabend eingeladen wurden. Eine jetzt erfolgte Kontrollierung ergab, daß die Anwesenden zirka 21 Personen, sämtlich Mitglieder des ehemaligen Verbandes nationalgesinnter Soldalen waren. Sie hatten zum Teil besagte schriftliche Einladung bei sich. Es handelt sich um Handlungsgehilfen, Bankbeamte und Handwerker.“ Der Einberufer der Versammlung, der angebliche Gründer des Sparklubs, bestreitet entschieden, bei der Gründung politische Ziele im Auge gehabt zu haben. „Raubmord. Auf der Landstraße zwischen Bentheim und Lindenfeld in der Nähe von Gadernheim(Hessen) wurde der 18 Jahre alte Bote Gerstner, der den Wochensohn der Firma Kreutzer und Boehringer von LindenAus dem Gerichtssal. " Das Kentern des brasilianischen Dampsers„Avare“ im Hamburger Hasen, bei dem 39 Perionen den Tod sanden, stand am Freitag zur Verhandlung vor dem Steamt im Hamburger Kriminalgericht. Es wurde nach längerer Verhandlung folgendes Urteil gesprochen: Der Unfall, bei dem 26 Leute der Besatzung und 13 Tockarbeiter zu Tode kamen, ist darauf zurückzuführen, daß die Toppelbodentanks nur zulänglich gesüllt waren. Die Schuld trifft zunächst den gasenlorsen Schmidt Ill, weil er ohne Beständigung mit der Schiffsleitung die Ausdockung eigenmächtig vergenommen hat. Was die brasilianische Leitung anbetrifft, so hat das Zusammenwirken des Kapiläns mit seinen Offizieren bedenklich viel zu wünschen übrig gelassen. Eine für den Unfall ursächliche Schuld kann dem Kapitän Prado nicht zur Last gelegt werden; woll aber trifft den stellvertrekendenersten Offizier ein Vorwurf, weil das verfrühte: Ausdocken bemerkte, es unterließ, Gegenmaßregeln zustreffen. Mängel bei der Bauart des Schiffes sind hei dem„Ungbück nicht im Spiel gewesen. „Vermischtes. Gummigräber.Von Goldgräbern hat man schon zur Genüge gehört; daß es aber auch Gummigräber gibt, und daß iyr Beruf nicht weniger rommntische Seiten ausweist wie nur die schönsten Seiten von Bret Hartes Abenteuerromanen, ist eine Tatsache, die viele überraschen wird. Auf der Nordinfel von Neusceland sind dabei Tausende von Männern in dieser Industrie beschäftigt, die in den letzten 20 Jahren, wie man berechnet hat, über 360 Millionen Goldmark dem Boden abgerungen haben. Der Beruf des Gummigräbers hat zwar nicht die Gefahren und auch kaum die Mühseligkenten des Lebens, das ein Goldgräber in einem neuerschlossenen Lande auf sich nehmen muß, aber im Auf und Ao der Glücksfälle hält er durchaus den Vergleich aus. Hat der Gräber das Glück, die Stelle eines alten Kaurnvaldes zu treffen, an der ein reicher Schatz von versteinertem Harz wenige Fuß unter der Oberfläche liegt, so kann er leicht ein vermögender Mann werden. Gummi hat auf dem Weltmarkt einen hohen Preis, und wenn auch andere Fundstätten im belgischen Kongogebiet, in Hollänseld nach dem Steinbruch der Firma bringen sollte, von: disch=Ostindien und in den Straits Settlements mit Neumübekannten Tätern ermordet und beraubt. Man fand die„seeland in Wettbewerb treten, so hertscht doch nach den Leiche in einem Kornfeld. Es fehlen 40000 M. In der Badewanne elektrisch getötet. Dieser Tage wurde in der Waldschmidtstraße zu Frankfurt a. M. das Schneidermeistersehepaar Drescher in seinem Badezimmer tot aufgefunden. Nach amtlichen Feststellungen ist der Tod dadurch eingetreten, daß die Leitungsschnur der elektrischen Tischlampe mit dem Wasser in der Badewanne, das bekanntlich ein vorzüglicher Leiter ist, in Berührung gekommen ist. Durch den elektrischen Strom wurde zuerst die Ehefrau und dann der ihr zu Hilfe konzmende Ehemann getötet. Rund um Bertin. Lohnverhandlungen mit den städtischen Arbeitern Berlins. Die Berliner städtischen Arbeiter haben kürzlich einen Antrag gestellt, ihren Stundenkohn wegen der Teuerung um 12 M zu erhöhen. Am Freitag begannen deswegen die Verhandlungen mit dem Magistrat, die zwar noch nicht zum Abschluß eines Abkommens führten, aber demnächst fortgesetzt werden sollen. Veremnbart wurde dagegen schon getzt, den#ädtischen Arbeitern einen Vorschuß von 1000 J auf die zu erwartenden Erhöhtungen bes zum nächsten Freitag auszujahlen. Meuschenknochen im Müllkasten. Eine Anzahl Menschenknochen, Schulterblatt, Oberarm, Unterarm und rechte Hand, fanden Arbeiter in Zehlendorf, als sie letzter Tage Müllkästen auf dem Ablabeplatz am Tahleiner Weg entleerten. Es ließ sich aber wurldrm Haurfechen iussellende noch nicht feststellen, aus i.. S##ten Nammnt.(ie Knachen— Oiteiitt 114i##. „verborgenen Schätzen der Kaurimoorländer von Auckland eine stärkere Nachfrage, und es werden höhere Preise dafür erzielt. Die Gräber, die in„Kolonien“ leben, führen ein freies Abenteurerleben unter blauem Himmel und arbeiten in offenen Gruben, die nur wenige Fuß unter die Oberfläche des Erdbodens führen. Das meiste Land ist Kronland, für das Konzessionen zu mäßigen Preisen abgegeben werden. Die Industrie begann hier im Jahre 1898; damals wurden Tausende von Dalmatinern, Oesterreichern und Iargoslaven herangezogen, von denen viele sich Vermögen erwarben, die ihnen die Rückkehr in die Heimat und ein behagliches Leben gestatteten. Als der Krieg ausbrach, wurden die meisten interniert und später abgeschoben, so daß die Industrie jetzt fast ganz in den Händen Einheiniischer liegt. Der Krieg hat den Markt auch sehr eingeschränkt; die englische Regierung legte Hand auf ihren Besitz, zan den Gummi zu ihrer Verfügung zu haben. Die meisten Gummiländereien, die jetzt bearbeitet werden, sind Torfstiche, die voll von wertvollen Ablagerungen der Kauri=Fossilien sind. Die Torslager ergeben die verschiedensten Erzeugnisse, besonders auch Oele für Farben und Lacke, die aus dem Harz gewonnen werden. Der Torf wird gewaschen und gesiebt, meistens mit kleinen Handsieben, und nur wenige grosse Anlagen werden mit Motorkraft betrieben. Das Produkt wird nicht nur für Firnis gebraucht, sondern spielt auch in der Herstellung des Linoleums eim grohn Rolle. In den Torffeldern von Auckland leben jetzt eine ganze Anzahl zurückgekehrter Sotdaten, für die die Arbeit in freier Luft und die Anslicht anf guten We######n seis ver— 1 13 34 118 A 3 250 4 • 45 94 95 90 A M Modenberichte Erziehungsfragen, Haus und Rüche Keitenlee Kehses und Hachsoniierkleieung G „in praktisches Reisekostüm zeigt die 9 dung 851231: aus Homespun, Loden oder masserdi htem Gabarein Gurberry gearbeitet, ist es auch als Wanderkleid zeeignet; ergänzt durch ein Beinkleid, 351242. Jumper aus korallen=rosa B11206 Kimono=Bluse aus weißem Knne* auch zum Bergsteigen tragen. Brecches oder Pumphosen, kann muan es auch zu Ein Vorzug unserer Vorlage ist, daß der Rock bei Regenwetter als Cape umgenommen werden kann. Die Jacke hat Paisenärmel, die am Hand gelenk Patten zum enger tnönfen haben; der Rücken ist glatt gehalten. Auf der Reise und im Sommer sind einer Dame Blusen unentvehrlich; wir geben heute einige hübiche, durch Handarbeit gezierte Modelle. Die Bluse, Abb. 11206, ist einfach im Schnitt und leicht nachzuarbeiten, da sie im Stil der rumanischen Bauernhemden gehalten ist. Auch die Schleierstoffbluse mit dem breiten Aufschlagkragen hat eine gefällige Form, die sich auch gut für ältere Damen eignet. Die breiten Aufschläge des Kragens sind rei.y mit Hohlsaum, Durchbruch und Plattstich bestickt, die Außenränder miit Hätelzäckchen abgeschlossen.— Nicht nur für die Schule und für sportliche Betätigung wird sich der Knabenanzug 44312 als bequem und praktisch erweisen, sondern mit einer Joppe auch als Reiseanzug. Sporthemden, wie das hier abgebildete, arbeitet man nicht aus Hemdentuch, sondern aus etwas derberen, porösen Geweben, z. B. Panama oder Krepp: man wähli jetzt auch vielfach farbige Stoffe, etwa gestreiften Zevhir, vielleicht blau oder grau mit Streifen oder kräftiges farbiges Leinen. Auch an die Radfahrerin ist heute gedacht; wir zeigen einen zweckmäßigen Radfahranzug, bestehend aus einem weiten, aber schlank fallenden Rock und einem gestrickten Jumper. Die rückwärts tief eingelegte Falte ermöglicht es, daß der Rock beim Sitzen auf dem Rade rückwärts lose zusammenfällt und dabei volle Bewegungsfreiheit läßt.. Mit 31206 bringen wir noch ein duftiges Hochsommerkleid. Himbeerfarbener Schleierstoff ist in Kimonoform zu diesem losen, faltigen Kleidchen verarbeitet, das in der Hüftlinie durch einen ziemlich breiten Gürtel gehalten ist: die Stickerei wird mit Seide und Perlen hergesellt. Zu diesen duftigen Waschkleidern passen Glasbatist oder Mullhute gut, die in diesem Jahre in seinster Putzmacherarbeit angeboten werden. Geschickte Hände können sie leicht selbst herstellen: ein Drahtrand gibt der Krempe Halt der Kopf ist weich gehalten. Schleierstoff: Besatz aus weißem, rosa Schleierstoff mit lila Krenzstich= und rstoff: Zemo weißer Lochstickerei. Stoff: etwa 1,20 m, 110 cm breit. gemustertem Taft. Stoff: etwa 1.80 m, 110 cm breit. Bever=Schnitte für 44 und 48 cm Oberwette. Veyer Schnitte für 42 und 46 cm Overweite. Beuer Adplättmuster#r. 90200 III, für 4,50 M. ∆ ∆ 0 %#0 18 851234. Reise- oder Sportanzug aus geme farbenem, blau, braun und weiß meliertem Homespun. Gürteljacke mit schmaler Herrenkragen, Passenärmel, aufgesetzten Tollfalten und Taschen.— Der Drei. bahnenrock, vorn durchgebend zum Knöpfen eingerichtet, kann auch als Umhang getragen werden siehe nevenan Abb. 51231). 6460 Stoff: etwa 4 m, 130 cm breit. = Schnitte für 42 und 66 cm S R B54242 32 B1#206u B14201a. Bluse aus weißem Schleierstoff. Breiter Aufschlagkragen mit Biesensäumchen, Hohlnaht, Durchbrucharbeit und slotter Plattstichstickerei: Häkelkänichen. Blaue Bandschleife. Stoff: etwa 1,75 m, 110 cm breit. Beyer=Schuitte für 46 und 52 cm Oberweite. Beyer=Applättmuster Nr. 30728/III, für 4,50 M. K 51206. Hochsommer=Kleid aus himbeerfarbenem Schleierstoff mit pastellblauer Seiden- und Perlstickerei: Kimonoleibchen mit neuem, geschlitztem Bündchenärmel; Faltenrock. 95 # M Stoff: etwa 3 m, 110 cm breit. Beyer=Schnitte für 42 und 46 cm Overweite. Bever=Ahnlättmußer Nr. 10849/11, für 9 M. 1232. Jumper, aus grauer Wolle gestrickt: Randölenden und Kragen im Streifenmuster mit bunten Fäden durchzogen. Beyer=Schnitte für 42 und 46 cm Oberweite. 151233. Radfahrrock aus grünem Loden mit Knopfschluß; rückwärts Falte; verstellbarer Schluß. Stoff: etwa 2 m, 130 cm breit. Beyer=Schnitte für 95 und 106 cm Hüftweite. K 54206 B 10849 VI KK 11312. Scul orer Sport anzug: weißes Blusenhemd, offen oder geschlossen zu tragen, Kniebeinkleid(breeches, aus brann=weiß kariertem Wollstoff. Brauner Lackledergürtel. * das bemd; 1 m. 120 am breit Veinkleid. Beyer=Schnitie für 8, 11, 12, und 16 Jahre. 13, 15 MK 11147. Kitlelkleid (Schlupfform mit Zugsaum) aus himbeerrotem Schleierstoff mit Passenärmel: Falteneinsatz in grau, grün und himbeerrot karierter Seide. Weißer Ledergürtel. 8 Ge FTFE 405 rait. e Stoff: etwa 2 m. 80 cm breit. Beyer=Schnitte für 6, 8 und 10 Jahre Esstehe K 34106 K34106. Mantelkleid Kittel=Schlunf form aus dunkelblauem Krepp mit schwarzem Tressenbesatz: Kragen mit weißer Lederbekleidung. Ston: Liwa 4.50 m. 100 em breit. Schnitte für 46 und 52 cm Oberweite. MK 44148. Kimono=Kittel= kleid Schlupiform aus leineublauem Waschkrepp mit viereckigem Aussehnitt: Blendengarnitur aus erdbeerrotem Krepp; Gürtel mit roter Kettenstichstickerei. Stoff: etwg 2.25 m, 30 em breit. Beyer=Schnitte für 9, 11 und 13 Jahr 20 50 K SKK MK 41117 S KKuN B 51232 Kt23 Beyer's Handarbeitsbücher, Beyer's Lehrbuch der Wäsche, Beyer's Buch der Kinderkleidung, Beyer's Modeführer und Beyer's empfiehlt und besorgl Carl Braus, Buchhandlung. Schaüchaller begi 1