F#eVr Sug Regelmäßige Beilegen: Schwerter Hausfrau und Mutter. Aus dem Reiche der Mode. Heimatdlätter n Lutiges Allerlei. Kinderzeitung Unsor Blatt nlinterhaltungs- u. Nomanbellage n Spiel, Sport und Cunen. n Lebensbüd. Verdunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Velkszeitung Schwerter Velk: Dekthoiener Avlerdecker Langscheder Leitung Zeitung Zeitung Amtliches Kreisblatt für den Kreis Hörde. holzwickeder Zeitmg und ältestes Cagesoraan des Kreiles.— Generalanzeiger für den Kreis Hörde. u nichemnt r gee Dre Lhssen½ urbtächt, s Toaptee bethe Druch und Berlog Cerl Braus. Cetoge Dor DDram Schmertgahr C o1.#2 Poltsch##: Oorhmms 28 32 Vergutwer#uche set Prage Hmich Nr. 170 Samstag, 22. Juli 1922 Zahrgang Zum Geleit. Nur eines, was ich heische, Sei mir noch hier gewährt: Hilf, daß der Welt Geräusche Nicht meine Seele stört! Doch kommts nach deinem Willen, So laß mich kindlich, klein, Auch dann dein Bild erfüllen Durch Harren und Verzeih'n! J. Fr. v. Meyer. Neueste politische Nachrichten. Der auswärtige Ausschuß des Reichstages trat unter Vorsitz des Abg. Stresemann zu einer Sitzung zusammen. An der Sitzung nahm auch der Reichskanzler teil. Die Reparationskommission soll beschlossen haben, Deutschland versuchsweise ein turzes Moratorium zu bewilligen; die Franzosen verlangen dafür strengste Kontrolle der deutschen Finanzen. * Korfanty gelang es endlich, eine Ministerliste zusammenzubringen; die Sozialisten führten gegen ihn einen Proteststreik durch. * Die englischen Vergarbeiter erklärten sich gegen den Anschluß an die 3. Internationale. Auf der Zugspitze erfroren fünf Augsburger Touristen, die von einem Schneesturm überrascht wurden. Der Russe Litwinow sprach in einer Unterredung die Hoffnung aus, daß nach Wochenfrist eine neue Konferenz die unterbrochene Arbeit im Haag zu Ende führen könnte. * Die„Chicago Trivune“ meldet aus Peting: Das chinesische Kabinett ist zurückgetreten, der Präsident lehnte es jedoch ab. die Demission anzunehmen, bevor das Parlament zusammentrete. Der Reichsrat stimmte den vom Reichstag beschlossenen Steuervorlagen und den mit dem zum Schutz der Republik zusammenhängenden Gesetzen zu. Die Arbeitslosenunterstützting in Oesterreich wurde mit 3200 Kronen täglich festgesetzt. * Der Präsident des Syndikats der Bergarbeiter kundigt an, daß der Eisenbahnerstreik fortgesetzt werde, trotz der vom Präsidenten Harding angedrohten Maßnahmen. Vermischte Kunde. In Breslau hat sich eine„Schlesische Wirtschaftsgemeinschaft“, gebildet, die sämtliche In teressenvertrelungen von Landwirtschaft, Handel, Industrie und Ge werbe zusammenschließt. Die Schlafwagenpreise sind mit sofortiger Wirtung erhöht worden. Eine Bettkarte 1 Klasse kostet künftig 300 M. 2 Klasse 150 Klasse 80 M. Die Vormerkgebühren betragen 30, 15 und 8 M. Aus der gesamten Maschinen=Indu strie wird eine wesentliche Absschwächung der Nachfrage gemeldet, besonders leidet der Absatz nach dem Ausland. Recht ungünstig liegen die Verhältnisse namentlich für landwirtschaft. liche und Werkzeugmaschinen, Nähmaschinen und chreibmaschinen. Die Vermögensavgabe, die in Polen erhoben wird, betrug bis 30. Mai d. J. über 50 iIllarden polnische Mark. Jungst hat sich in Friedrichobafen ein„Verband oberschwäbischer Zeitungoverleger“ gebildet. den 20 Zeitungen angehönen. Alle diese 20 Einzelunternehmungen werden nun verschmolzen. Die Zeitung wird nach den Richtlinien der zentrumspartei unter Berücksichtigung des landwirtschaftlichen Leserkreises redigiert; in den 20 verschiedenen Orten wird nur der jeweilige Zitel eingedruckt und ein kurzer lokaler Teil an gehängt. Nach solcher Schablone werden jezt Zeitungen gemacht! Wieviele Buchdrucker. Angestellte und Redakteure müssen nun ihr Bündel schnüren! Die Hauptschuld trägt das Publikum. das die Lotal=Zeitungen abbestellt, weil sie zu teuer seien, während man für andere Dinge das Geld hergibt. * In der Nähe von Peronne in Frantreich macht man jetzt Versuche mit einem ganz neuartigen Versehrsmittel, mit Luitbahnen oder Luftfähren. Es sind dies flugzeugartige Kabinen, die an einem Drahtseil hangen und einen Propeller besitzen, der das Gefährt ganz so fortbewegt, wie ein in freier Luft befindliches Flugzeug. Nur ist eben der Weg durch das Drahtseil genau vorge schrieben. Die Versuche werden mit alten Flugzeugen vorgenommen. Befriedigen sie, so will man einen Luftfähren=Vertehr in Paris einrichten. Die letzte Das Schicksal schlägt ofi seltsame Wege ein. Das Ratbenau=Drama aus dem Grunewald bei Berlin, das gan; Deutschland in Aufregung versetzte, hat mit der Selbstentleivung der beiden Mörder in der Ruine Saaleck unterhalb der vielbesungenen Rudelsburg, an der Saale hellem Strande, seinen Abschluß gesunden Das ist ein Fleck Erde. poesievoll und romantisch wie nur einer in Deutschland, an dem die deutsche Ju gend wer weiß wie oft von des Vaterlandes Macht und Herrlichkeit geschwärmt und gesungen hat Mit dem Ausruf, ihren Idealen treu bleiben zu wollen, sind die Attentäter in den Tod gegangen. Das war eine Farce in der Tragödie. Solche Ideale retten Deutschland wahrlich nicht. Ideale sind zu verteidigen, aber nicht in den Staub treten, wie es hier geschehen ist. Gut, daß der Vorhang über diesem blutigen Akt vom Johannistage niedergegangen ist. * Der deutsche Reichstag ist in die Sommerie rien gegangen. nachdem er das Schutzgesetz für die deutsche Republik, dicse Fol.;e des RathenauZwischenfalles, endgültig angenommen bat. In der Volksvertretung ist damit wieder größere Bedaahtsamkeit eingezogen, die Wogen des Parteikampfes haben abgeebbt. Zum Zeichen ist auch die Umbildung der Reichsregierung. dieser Plan. der soviel Stand aufgewirbelt hatte, bis zum Herbst vertagt worden. und man kann annehmen, daß sich dann die inneren und auswärtigen Verhältnisse so weit geklärt haben werden, um die Notwendigkeit einer geschlossenen Fronr festzustellen. Die Gegner in Paris scheinen wieder ernitlich anvancieren zu wollen, und wir haben uns zur entschiedenen Defenive bereit zu halten. Vor seiner Vertagung hat der Reichstag unter anderen Gesetzen die neue Zwangsanleihe und die Erleichterung der Einkommensteuer, sowie die Erhöhung der Diaten seiner Mitglieder angenommen. Es wäre sehr erfreulich, wenn mit diesen Maßnahmen eine Entsnannung der Lage allen deutschen Familien nach und nach anzubahn. begänne. Satiere in der Weltgeschichte bedeutet die Wahl des oberschiesischen Agitators und früheren deutschen Reichstagsabgeordneten Korfantn zum polnischen Ministerpräsidenten in Warschau. Die besonnenen Polen selbst sind es, die darüber die Köpfe schütteln. Ein Agitator, dem alle Mittel zur Unterdrückung seiner Gegner recht find, paßt nicht zum leitenden Minister eines Staatswesens. in dem die polktischen Verhältnisse nichts an Ver worrenheit zu wünschen übrig lassen. Die Geschichte wird wohl mit einem tüchtigen Krach endigen. Dr. Simons derfrühers Reichsaußenminister wurde Reichsgerichtspräsidend Dr. Simons, der gegenwärtig 60 Jahre alt si, trat 1882 in den Justizdienst ein, 1907 wurde er in das Reichsjustizamt berufen, von wo aus er 1911 in die Rechtsabteilung des Auswärtigen Amtes übertrat Hier war er Direttor bis zum Dezember 1919. Dann begann seine Nachkriegslaufbahn, die ihn noch mehr in die Oeffentlichkeit brachte: Im Mai 1919 war er Generalkommissar der deutschen Friedensdelegarion in Versailles, von Juni 1920 bis Mai 1921 Reichsaußen minister. Als solcher führte er die Londoner Verhandlungen.— Nun hat der Reichsrat dem Vorschlage eines dazu berufenen Ausschusses, Dr. Simons zum Reichsgerichtspräsidenten zu wählen, zugestimmt, so daß die förmliche Ernennung durch die Regierung in Kürze stattfinden wird. Krisis in der Deutschnationalen volkspartei. Die so lange. man kann ruhig sagen zu lange. aufgeschobene Auseinandersetzung in der Deutsch= nationalen Volkspartei hat begonnen. Abgeordneter Henning, der Vertreter des deutschvöltischen Flügels. ist aus der deutschnationalen Reichstagsfraktion ausgeschlossen worden, Abg. Düringer, der Vertreter einer gemäßigten Tonart. ist aus ihr ausgetreten. Inzwischen haben haben sich die Abgg. Wulle und v. Gräse mu Heening bliderisch und der Partei den Rücken gekehrt. Das„Deutsche Avendblatt“ kündet bereits die Bildung einer Deutschvölkischen Frai tion im Reichstage an. Auch der Spritt Düringers wird kaum auf dem linken Flügel der Demschnationalen Volkspartei vereinzelt beiver So ist denn die Klärung innerhalv der Deutsch= nationalen Volkspartei in vollem Gange. Es hat nicht den Anschein ulz ob berre Flügel bei baieen Maßregeln stehen bleiben und durch ein Kompremiß die äußere Einheit der Partei wieder her stellen wollen. Die Krisis inner### der Deutschnatienien Volkspartei ist gekommen, weil sie kommen muf te. EEine Auseinandersetzung zwischen den gemäßigten Elementen um Düringer und den Vertretern schärfster Tonart um Henning und Wulle. ließ sich nicht länger vermeiden. Es ging wirklich nicht an. daß eine große Partei. die etwas auf sich hält, einmal als Fraktionsredner den Abg. Düringer versthickt, der eine gemäßigte, wohl abgewogene staatsmännische Rede hält, und ein: ge Tage später Herrn Bazille leidenschaftlud=er regte Szenen hervorufen läßt. Die Art. wie die ertremen Kreise, die meist der deutschvölkischen Richtung angehören. polemisierten, war für alle die, die die Möglichkeit des Wiederaufvaues nur ruhiger. zielbewußter Arbeit sehen. nicht länger tragbar. Einen Gesamtüverblick über die Verhaltni in der Deutschnationalen Volkspartei wird man wohl erst gewinnen können. wenn auch die ein zelnen Wablkreise zu der Entwicklung der Politik der Partei Stellung genommen haben. Darüver, ob die Abgeordneten Düringer und Henning nach ihrem Austritt resp. Ausschluß aus der Deutschnationalen Volksvartei ihr Reiche tagsmandat niederlegen werden, ist noch bekannnt. Abg. Henning. der Major a. D., früherer aktiver Offizter ist, wurde inr kreis Weser=Eme gewahlt. Abg. Duringer, aus der Richterkatriere hernargegngen ist und im letzten Kriegsjahre hadischzer Jusr zmmister ar. ist als Vertreter des Wahlverseg Brden in den Reichstag eingezoger Stadt und Land. Schwerte, 22 Erinnerunge: 22. Juli 1909 Tetleo v. Liltenkron gestorben. * 1511 Juli 1562 Der Ritter Gor Verlichungen gest. 1721 Schleswig tomart an Dinemark. 1783 Aufhevung der Leibeigenschaft in Sonntagsworte. Man hat ven Eingr##l. ale er#a# leben jert andere Grundsätze mahenend seien, als chedem. Das:„Ueb' immer Treu und Redli#keit“, schein: vielen eine gan; unbekannte geworden zu sein. Verklungen iit das hohe Lied n der deutschen Treue Erne gan; neue Bevollerungsschicht ist ausgekommen, und der Erfolg Leint den Neulingen Rechr zu geden. Aber täuschen wir uns nicht: Gott ändert seine heiligen Gesetze nicht. So oft der Mensch es auch versucht. in Auflebnung gegen gottliche Richtlinren der Lebens Gbeschick merstern und das Glück erzmmn gen zu wollen, am Ende behält doch Gortes Wort immer Recht. Wer nicht mit Gott in Verbindung steht. nicht verionlich n den Heiland glrubt, ifr im Sinne der Schrift gottlos. Die Er###lge aber, welche ein Gottofer im beirer Falle erzielt, find immer nur vorübergebender Art. An Gottes Segen irr alles gelegen das gilt uemgterterr vorüber. Ihn immer noch erau des gäbtliche Gesen mach einem aus. Oft kommt der J turzen Glücksrausch und anderen Fall vollzieht sichts der herannabenden scheinbar hier auf Erden Augenblickserfulg. Im K#rrarroohe angegkeit. Wo aber gut geht und die soll ein Abstecher burg. nach Rau Rudelsburg gena der Auskunftvoger Gottlosigkeit zu treump#ieren scheint, da mng die Ewigkeit in er##tutternder Weise offenbaren der Gottlosen Weg vergeht. ** Voltsbochschule. Die 5. und letzte Stumenfahrt der Voll=bo####hule soll wiederum nach Eisenach, Weimar und Jena führen. Von Jena Dernvurg, der Leuchten#### er. d. Stale und nach den erden. Einzelheiten gibt in. der für 2 Mark im Verkehrsverein zu haben ist. Die Fahrt ist miedeum 10=tagig vorgesehen und beginnt am Donnerstag, dem 31. August. Da eine Hochstvon 3 Teilnehmern nur in Frage kommen kann. ist baldige Bescharfung des Auskunftbogens erforderlich. In Dortmund meldet man sich unmittelvar im Verfehrsvernin an. während die Mitglieder auswärtiger Volkshochschulabtunlungen sich bei den Vertrauensmännern melden wollen. Für diese gilt ganz besonders die Aufforderung, sich ungesäumt anzumelden, um din Fahrt mitmachen zu können. Es fei nochmals auf die heute. Samstag ebend Ubr im Lyceum stattfindende Hörerverfammlung hingewiefen. * Für Fernsprechteilnehmer. In Dortmund ist am 9 Juli ein neues Fernfprechanet mit Zantralvatterie eöfnet worden. Versuche beefigen Fernsprechteiknehmer das Auet Dorturund mit der Kurvel anzurufen, sind zwecklos und müssen künftig unterdleiben. Der gewünschte Teilnehmer ist nicht erst bei Dortmund, sondern schon veim diefigen Amt mit seiner Nr. anzumelden. In Dortmund wird jert der Teilnehmer dunh einen alle 5 Sekunden abgedenden und eine Sekunde dauernden Rufstrom selbsttätig in vesonders wirksamer Weise angerufen Wenn also eine Verbindung mit Dortmund win schrell#### nug zustande kommt, so kann das, wenn das hie sige Amt keinen anderen Grund angibt, nur dar an liegen, daß der Teilnehmer nicht zu Hause ist. der nicht gestört sein will. Das Kurbeln in einer bestehenden Verbindung mit Dortmund muß unbedingt ausbören. Für die dadurch etwa ein tretenden Gesundheitsstörungen der Beamtinnen muß von jetzt ab der Teilnehmer haftbar gemacht werden. ** Was bringt uns das neue Reichsmietengesetz? Ueber dieses so außerordentlich wichtige Thema hielt gestern nachmittag auf Veranlas# sung des deutschen Gewerkschaftsbundes der So zialsetretär Schirmer aus Dortmund einen auftlärenden Vortrag im Kasinosaale des Vereinshauses. An Hand, der einschlägigen Bestimmungen erläuterte er die Einzelheiten des neuen Gesetzes, welches sich bemüht, einen Mittelweg zwischen den widerstreitenden Interessen der Vermieter und Mieter einzuhalten. Die Abschnitte: Gesetzliche Miete, Grundmiete#letztere ermittelt nach dem Stand der Friedensmiete al züglich 20 Prozent Zuschläge, Instandsetzung arbeiten, Mietervertretungen usw. wurden in den Kreis seiner Betrachtungen gezogen und eingehend behandelt. Nach Schluß des Vortrages, der sehr aufklärend gewirkt hat und dem Red. ner den lebhaftesten Dank der Versammlung eintrug, setzte eine rege Aussprache ein, in der noch eine ganze Reihe von Fragen aufgeworfen wur den.— Wir werden in nächster Zeit den genauen Worklant des wichtigen Gesetzes in unserer „Schwerter Zeitung" veröffentlichen. ** Das Ende der Germaniamarken. Infolge der häufigen Postgebührenerhöhungen der letzten Jahre und der Ueberlastung der Reichsdruckerei ist es nicht möglich gewesen, die jeweils erforderlichen neuen Martenwerte stets rechtzeitig herstellen; einige Werte der Germani#ansgabe haben daher aushilfsweise im Verkehr belassen werden müssen. Der Verkauf der noch vorhan denen Germaniamarken, es handett sich in der Hauptsache um solche zu 75 Pfg., 1¼ Mk. und Mark, wird nunmehr mit Ablauf des Monats September bei den Postanstalten eingestellt werden. Sämtliche Germaniamarten verlieren mit dem 31. Oktober ds. Is. ihre Gültigkeit. In den Händen des Publikums vefindliche Stücke können bis zu diesem Tage gegen andere Postwertzeichen zum Nennwert umgetauscht werden. ** Einen Liederabend gibt heute der Ruhrtaler Sängerverein in den Gartenanlagen des Herrn Jungesblut. Herr Auf der Horst, der bekanntlich den Tattstock über die Sänger schar schwingt, hat eine sehr reichhaltige und geschmackvolle Vortragsfolge zusammengestellt, s# daß jeder Besucher von dem Abend befriedigt sein dürfte. Als Solist ist Herr W. Loos(Piston verpflichtet. ** Die Kinderbeilage„Unser Blatt“, um derentwillen wir in vergangener Woche im Laden und auf der Straße bestürmt worden sind, liegt nun heute wieder bei. Wir freuen uns, daß das Blatt so vermißt worden ist. Es geht hier, wie immer:„Erst wenn man etwas nicht mehr hat, erkennt man seinen Wert." Technische Gründe allein ließen das Blatt am vorigen Samstag feh len und der Redasteur mußte es büßzen. Auf efsener Straße wurde er von fragenden Lippen in aufrichtigem Vertrauen bestürmt:„Sie! Sie! wo ist„Unser Blatt?! Heute sucht ihr nicht vergeblich und saubere Rätselbriefe können als dantbare Antwort wieder eingereicht werden. ** Einziehung sämtlichen Notgeldes hat der Reichstag beschlossen. Nach dem Gesetzentwurf ist alles Notgeld, wie immer es auch geartet sein möge, ohne Rücksicht auf die Gültigkeit, die Art und den Inhalt der Verpflichtung aus der Ur kunde bis zum Ablauf von drei Monaten nach Vertundung des Gesetzes einzulösen. Nolgeld dari weder als Zahlungsmittel noch zu Sammelellen ausgegeben werden. Ausnarmen kann der Reichsminister der Finanzen im Einvernehmen mit der oversten Landesbehörde zulassen. insoweit das Verkehrsbedürfnis sic erfordert. widerhandlungen gegen das Gesetz werden mit einer Geldstrafe bestraft, die dem Nennbetrage der ausgegebenen Urkunden gleichkommen kann. mindesten: aber 10000 Mart beträgt. * Warum der Zucker so teuer ist. Die Zuckerfabrik Glanzig erzielte im letzten Geschäftsjahre einen Reingewinn von 255 819000 Mark, gegen 9329000 Mart im Jahre vorher. Diesmal werden 25 Proz. Dividende verteilt, aber auch eine Sondervergütung von 25 Proz. Die enorme Dividende ist nachweislich nur herausgewirtschaftet worden durch die enorme Preiserhöhung zum Schaden der Konsumenten, nicht durch Mehrproduttion. Aehnlich lauten die Vilanzen fast aller anderen Zuckerfabriken. * Feuerwehr=Verband. Der Provinzial=Verbandstag der Feuerwehr=Vereine tagte am 15. u. 16. Juli in Minden. Auf der Tagung wurde bekanntgegeben, daß der bisherige erste Vorsitzende, Fabrikbesitzer Franken=Gelsentirchen, sein Amt niedergelegt habe. Einstimmig wählte man ihn zum Ehrenvorsitzenden. An seine Stelle wurde Stadtvanrat Verfürt=Münster, gewählt. Wegen der veränderten Staatsform war die Dienstauszeichnung für längere Feuerwehr Tätigkeit nicht mehr verliehen worden. Es wurde mitgeteilt, daß das Reich eine neue ErinnerungsMedaille für Verdienste in der Feuerwehrtätigkeit herauszugeben gedenke. Der nächste Verbandstag soll in Arnsberg stattfinden. * Die starke Benutzung der 4. Klasse. Auf der Eisenbahn benutzen in leuzter Zeit in Norddeutschland von etwa 100 Reisenden etwa 60 die vierte, 30 die dritte und 10 die zweite Klasse. In Süddeutschland, ganz besonders in Bayern, sind diese Ziffern 90:8:2. In vielen Zügen läuft die ganze zweite Klasse auf großen Strecken leer. Die dritte Klasse ist gleichsfalls so schlecht benutzt, daß sie nur die Betriebskosten erhöht. * Wer ist bestohlen? Am 2. Pfingstfeiertag 1920 ist in der Nähe der Hohensyburg eine sil herne Damenuhr mit Goldrand, arabische Zissern, Fabriknummer 118 339 0 Reparaturnummer 19001) gefunden. Die Eigentümerin der Uhr wolle sich im Rathans Schwerte, Polizeibüro, immer 8 melden. * Zur Erinnerung für Briefschreiber. Seit 1. Juli kostet im Ortsverkehr eine Postkarte 75 Psennig, ein Brief bis zu 20 Gr. 1 Mk., bis 100 Gramm 2 Mk., über 100 250 Gr. 3 Mk. Im Zernverkehr kostet die Postkarte 1,50 Mk., der Brief bis 20 Gr. 3 Mk., 20100 Gr. 1 Mf., 100 250 Gr. 5 Mk.. Drucksachen im Orts= und Fernverkehr; bis zu 20 Gr. 50 Pfg., 20—50 Gr. 75 Pfennig, 50—100 Gr. 1,50 Mk., 100—250 Gr. 3 Mk. Ins Ausland kostet eine Postkarte 3.50 Mark, ein Brief bis zu 20 Gr. 6 Mk., jede weiteren 20 Gr. 3 Mk. Drucksachen je 50 Gramm 1.25 Mk. Es ist notwendig, den Absender auf den Postsendungen anzugeben, damit nicht ausreichend franlierte Sendungen postseitig an den Absender zwecks Nachfrankierung und Vermeidung des hohen Strafportos zurückgegeben werden können. Die Betriebslage im Ruhrgebiet blieb auch in der vergangenen Woche unverändert günstig. Die Leerwagenbestände sind noch recht erheblich, so daß den sämtlichen Verfrachtern der volle Bedarf an leeren Wagen gestellt werden konnte. Für Kohlen, Koks, Briketts sind in der vergangenen Woche im arbeitstäglichen Durchschnitt einschl. der nachträglich gestellten Wagen 20353 Wagen(gerechnet zu je 10 Tonnen) angefurdert und auch gestellt worden. Höchstgestellung am 11. Juli 20 119. Im gleichen Zeitraum der Voriahres betrug die Durchschnittsgestellung 7:1 dagen. Nuch bei der Rheinschiffahrt war insoige des anhaltenden günstigen Wasserstandes die Verlehrslage zufriedensteuend. Die Kipperleistung in den Quisburg=Ruhrorthäfen bezifferte sich auf 21 176(22 4361 Tonnen, der Gesamtum schlag in den Kanalbäsen der Zechen auf 24063 20 156 Tonnen. Die Lagerbestände an Kohle. Kots und Britetts beirugen am Ende der Betriebswoche 216 710 Tonnen. * Westhofen, 22. Juli. Volksfest. Am molgigen Sonntag findet im Lotale der Herrn Fritzentötter hierselbst ein großes Volksfest statt mit Konzert, gesanglichen und turnerischen Darbietungen und anschließendem Ball. Mehrere Vereine werden an der Feier teilnehmen und durch ihre Mitwirtung das Programm recht abwechselungsreich gestalten. Aus den Provinzen. Haspe, 21. Juli. Alkoholverzi##lung eines Sechzehnjährigen. Vorgestern abend erschien in einer hiesigen Wirtschaft ein laum sechzehnjähriger Junge, der sich zunächst ein Glas Bier und einen Wachbolder bestellte. Er chüttete den Schnaps in das Bier, trank das Zeug in einem Zuge aus und bestellte sich sogleich eine neue Auflage, die er ebenso rasch leerte. Nun machten erwachsene Gäste den Jungen darauf aufmerksam, daß er wohl genug habe, er solle wenigirens langsamer trinken. Als Antwort bestellte sich der Junge, der natürlich schon betrunten war, ein neues Glas Bier und dazu einen Cognac, einen Genever, einen Wachholder und ein Glas Kirschwasser. Die vier Schnäpse schüttete er wiederum ins Bier und ließ sich durch keine Warnung abhalten, das Gebräu rasch auszutrinken. Wenige Minuten später verließ der nun schwer Betrunkene das Lokal. Vor der Wirtschaftstür wurde ihm übel, er verlor das Bewußtsein und war' kurze Zeit darauf eine Leiche. Spest, 21. Juli. Einen guten Fang machte die städtische Polizei, indem sie den Bank lehrling Otto Schuhmacher aus Hamm und den Schreiberlehrling Fritz Spelsberg aus Hamm festnahmen. Schuhmacher hatte infolge Fälschung eines Schecks 250000 Mk. von der Reichsbank abgehoben und hatte schon mehrere größere Anschaffungen von dem Gelde gemacht. In Soest, wo sie im Begriffe waren, sich ein Motorrad Iu laufen, um damit zu fliehen, erreichte sie ihr Schicksal. Es wurden noch 217 425 Mk. in bar, ferner eine Browingpistole, zwei neue Lodenmäntel, Ledergamaschen und Mützen bei ihnen vorgefunden und beschlagnahnit. Boßzwinkel, 21. Juli. Auch ein Zug kann einmal etwas verlieren. Wird da gestern plötzlich die Notleine gezogen, so daß jeder glaubt, in Fahrgast sei abhanden gekommen. C. war indessen nur ein Kinderwagen, der gegen jedes Eisenbahnreglement aus dem Packwagen gefallen war. Ein Mann in Uniform springt heraus, der Zug fährt ein Stück zurück, nimmt den Beamten mit dem zerstoßenen Kinderwagen wieder auf, und es geht nach Neheim weiter. Cleve, 21. Juli. Zwei Arbeiter ge totet. Die Arbeiter Groenewald und Remy von der Oelfabrii Spuck waren damit beschäftigt, einen Wasserbehälter zu reinigen. Anstatt Sodawasser verwandten sie hierzu Benzin. Um besser sehen zu können, bolten sie sich, da eine elektrische Lampe nicht sofort zur Steile war, eine Petrolennilampe, hängren dleie aber so unglücklich auf daß sie vom Nagel herabstürzte, das Benzin entgündet- und die Arbeiter, die sich in dem Behälter befanden, buchstäblich in ein Flammenmeer gernntnrden. An den schweren Brandwunden sind beide Arbeiter dann im St. Antonine Haspital in Eleoe narh einigen Stunden gestorten. Düsseldorf, 20. Juli. Vom Valton ge stürgt. An der Ecke der Helmholtz= und Bunsenstraße betrat eine Bewohnerin des ersten Stocwerkes, da in ihrer Wohnung geschellt worden war, einen kleinen Eckbalton. Als sie sich über das Geländer beugte, brach ein Teil der Prüstung ab. Die Frau stürzte so unglücklich auf das Pilastes, daß sie nach turzer Zeit starb. Köln, 21. Juli. Verhäugnisvoller Irrtum. Eine Dame aus Lenden(Holland wollte vom Kölner Hauptbahnhof aus nach Godesberg fahren. Sie stieg aber in den falschen Zug und merkte ihren Irrtum erst, als sich der Zug schon in Bewegung befand. Sie sprang aus dem fahrenden Zug heraus und geriet dabei zu Fall und lam unter die Räder. Sie wurde so schwer verletzt, daß sie nach kurzer Zeit starb. Kempen(Niederrhein), 21. Juli. Folgen schwerer Leichtsinn. In einem Eisenbahnzuge, der von Kiefeld nach hier fuhr. kletterte eine Junge durch das Abteilfenster und turnte inn Dache herum. Dabei stürzte er ab und wurde tödlich verletzt. Vingen, 21. Juli. Teuerungskrawall. Auf dem Binger Wochenmarkt lam es infolge des Anziebens der Preise zu einem Teuerungs= krawalt. Ein Lehrer wurde bei dem Versuch, die Tumultanten zu beruhigen, schwer, mißhandelt. Erst der Polizei gelang es. die Ordnung wieder herzustellen. Dann, 20. Juli. Im großen Wirbel sturm. Das in der Eifel gelegene Dorf Müng ist von einem Wirbelsturm heimgesucht und fast zerstört worden. Der Schaden beläuft sich auf viele Millionen. Nicht eine Familie wurde von dem Unglück verschont. Die Dächer sind von den Häusern ganz oder teilweise abgehoben worden. Die Manern, selbst massive Steinmauern, fielen in sich zusammen. Eine Anzahl Scheunen ist üverhaupt verschwunden und ein Trümmerbausen liegt an ihrer Stelle. Bäume wurden entwurzelt oder wie Streichhölzer abgetnickt und meterweise fortgeschleudert. Schwerter Wochennachklänge. Die vergangene Woche mar wieder eine kühle, nasse, regnerische, in der man sich so recht nach einem warmen Sommerstrahl sehnte. So ähnlich, mie die sorgenerfüllten Gemüter sich nach Erlösung von allem Druck sehnen. Heutzutage leben viele Millionen in Sorgen, und daneben gibt es viele, die keine, wenigstens keine materiellen Sorgen haben. Diese können das Leben mit ganz anderen Augen betrachten, können glücklich und heiter sein, und wenn's ihnen in anderer Beziehung auch durchaus nicht an allerhand schweren Gedanken fehlt, gerade in der so trüben Gegenwartszeit, so wissen sie doch nicht entfernt, was wirkliche Sorgen sind. Die anderen aber jammern. Könnte man den Ursachen der vielerlei Sorgen nachgeben, mit denen die Menschheit lämpft, so würde man ganz gewiß oft auf ungeordnete Verhältnisse stoßzen, die der einzelne hat über sich kommen lassen. Wie wertvoll ist es, wenn man in geordneten Verhältnissen lebt! Schiller nennt die Ordnung eine„segensreiche Himmelstochter, die das Gleiche frei und leicht und freudig bindet.“ Goethe freilich warnt vor den „engen, kleinen Verhältnissen“, in denen man sich nicht lange herumdrücken dürfe, wenn Geist und Charakter darunter nicht leiden sollen. Das ist richtig, aber ebenso richtig ist, daß ein Mensch in geordneten Verhältnissen am ebesten in der Lage sich befindet, sich frohen Herzens über die Galtizierslat. Roman von Reinhold Ortmann. 921*(Nachdruck verboten.) verstehe immer weniger. In einem solchen Augenblick, wo du auf eine sofortige Regelung aller Verbindlichkeiten vorbereitet sein müßtest— in einem solchen Augenblick kannst du eine Summe entbehren, wie Helgas Gatte sie heute von dir empfing?“ „Es handelte sich wohl weniger darum, ob ich sie entbehren konnte, als darum, daß Helga sie nicht verlieren durfte. Sie mußte jedenfalls die erste sein, deren Anspruch bei einer Liquidation zu berücksichtigen war.“ „Sofern es geschehen konnte, ohne die berechtigten Interessen anderer straflich zu schädigen— gewiß.“ Henry Frederitsen sah Cäsar für einen Moment starr an; dann richtete er sich hoch auf und trat dicht vor ihn hin. „Sie halten mich also für einen Dieb und einen gemeinen Betrüger, Herr Konsul Frederitsen?" Er war dunkelrot im Gesicht, und seine Lippen zitterten. Da, obwohl er eine Bewegung machte, sich dagegen zu sträuben, legte ihm Cäsar beide Hände auf die Schultern und sagte in einem Ton, wie ihn bisher wohl nur wenige aus dem Munde des immer beherrschten Hamburgischen Großkaufmanns gehört haben mochten: „Ich halte dich vorläufig für nichts anderes, Henry, als für einen guten Menschen, einen liebevollen Bruder und einen schlechten Kaufmann. Einem vermeintlichen Dieb und Betrüger würde ich sicherlich anders begegnet sein, als ich dir in dieser Stunde begegnete. „Nach allem, was ich aus zuverlässigster Quelle über deine Lage erfahren habe,“ fuhr Cäsar fort,„stehe ich vor einem Rätsel. Und unter herzlichster Berufung auf unsere alte Freundschaft, die in meiner Erinnerung wahrlich noch nicht verblaßt ist, bitte ich dich, mir dies Rätsel zu lösen. Kann es nur unter dem Siegel der Verschwiegenheit geschehen, so verpfände ich dir das Wort eines ehrenhaften Kaufmanns für mein unverbrüchliches Schweiden.“ Nicht so sehr der Inhalt als der Klang seiner Worte hatte ersichtlich einen tiefen Eindruck auf Henry gemacht. Der Zornesausdruck war längst aus seinen Zügen gewichen, und es war nur noch eine tiefe, hoffnungslose Traurigkeit auf seinem Gesicht, als er nach kurzem Zögern erwiderte: „Es freut mich, Cäsar, daß ich dich wenigstens noch zu guter Letzt von dieser Seite kennen gelernt habe. Und ich will dir meine Dankbarkeit beweisen, indem ich dir die Sorge vom Herzen nehme, daß der Schandfleck betrügerischen Bankrotts auf einem Frederiksen haften könnte. Durch die Rückzahlung des von Helga gegebenen Darlehens wird keiner meiner anderen Gläubiger auch nur um einen Pfennig geschädigt. Die Barmittel, um die Liquidation glatt durchzuführen, liegen in meinem Berliner Kontor bereit. Der Schurke, desten spitzbübischen Machenschaften mich ohne Helgas Warnung diesmal um ein Haar in dieselbe Situation gebracht hätten, wie damals die Unterschlagungen meines Sozius Thiele, hat den Betrag, der mir zur Regelung meiner Verbindlichkeiten gefehlt hätte, herausgezahlt, als ich ihm mit der Anzeige beim Staatsanwalt drohte.“ „Das ist eine Wendung, zu der ich dich von Herzen beglückwünsche. Aber wenn es so ist, was zwang dich dann, die Flinte ins Korn zu wersen? Helga hat dich doch wohl nicht um die Rückgabe ihres Geldes gedrängt. Und wenn dir noch so viel flüssige Mittel blieben—“ Der andere unterbrach ihn mit einem Kopfschütteln. „Ich kann dir das nicht erklären— wirklich, ich kann nicht. Und ich wiederhole: nach Verlauf von zwei oder drei Tagen wirst du alles verstehen.“ „Gut denn: da du leider nicht Vertrauen genug zu mir hast, dich mir zu offenbaren, so will ich nicht weiter in dich dringen. Aber ich werde mich jetzt nicht mehr hindern lassen, deiner Schwester meine Vermutungen und meine Besorgnisse mitzuteilen. Ihr stärkerer Einfluß wird dann hossentlich fertig bringen, was mir zu meinem innigsten Bedauern nicht gelang.“ Henry Frederiksen schien heftiger erschrocken, als eine so harmlose Drohung es erklären konnte. „Deine Vermutungen?“ fragte er.„Dars ich nicht erfahren, welcher Art diese Vermutungen sind?“ „Warum nicht? Du hast vor anderthalb Jahren dein Leben mit hundertundachtzigtausend Mark versichert. Und du hast vor zwei Tagen ein Darlehen in gleicher Höhe ausgenommen, das nach Ablauf einer Wache zur Rückzahlung fällig wird. Ich habe das ganz zufällig erfahren, und ich weiß auch, daß du deine Versicherungs=Police als Unterpfand hergegeben hast. Es hat mich interessiert, heute vormittag im Kontor des Münchener Geschäftsfreundes, der dir die Gefälligkeit erwies, die Bestimmungen des Versicherungsvertrages durchzulesen, und davei bin ich auf einen Absatz gestoßen, der die Auszahlung der Versicherungssumme auch dann gewährleistet, wenn der Versicherte nach Ablauf des ersten Jahres durch Selbstmord aus dem Leben scheiden sollte. Das ist es, was ich Helga jetzt mitteilen werde.“ Während er sprach, hatte sich Henry Frederiksen auf einen Stuhl fallen lassen und hatte das Gesicht in den Händen vervorgen. Seine Schultern beblen, und wie ein schmerzliches Stöhnen kam es aus den Tiefen seiner Brust. „Mein Himmel! Soll denn alles umsonst gewesen sein? Was, um des Himmels willen, hat dich getrieben, mir nachzuspüren wie einem Verbrecher?“ „Nicht wie einem Verbrecher, Henry, sondern wie einem Menschen, dem ich von Herzen zugetan bin, und an dem ich ein beklagenswertes Unrecht gut zu machen hatte.“ Der junge Bautier machte eine schwach abwehrende Handbewegung. „Laß uns nicht noch einmal auf das Vergangene zurückkommen, Cäsar— ich bitte dich darum. Ich habe dir's ja schon ausdrücklich bestätigt, daß du keine Ursache hast, deine damalige Handlungsweise zu bedauern. Du hast recht gehabt— tausendmal recht. Und wenn ich dir einen Vorwurf zu machen habe, so ist es einzig der, daß du dich jetzt unberufen in meine Angelegenheiten eingedrängt und meinen Absichten nachgespürt hast. Dazu gebe ich keinem die Besugnis— keinem, auch dir nicht. Auf welche Sicherheit hin ich mir dies Geld verschafft habe, und was ich zu tun gedenke, um seine Erstattung zu ermöglichen, kümmert niemanden außer mir." (Fortsetzung folgt.) zu erhehen, auch wenn die Verhält nisse noch so einfach und bescheiden sind. „Bleide nicht am Boden haften, Frisch gewagt und frisch hinaus! Kopj und Herz mit heitern Ueberal sind sie zu Haus; Wo wir uns der Sonne freuen, Sind wir jede Sorge los. Daß wir uns in ihr zerstreuen, Darum ist die Welt so groß.“ Wenig fragt das Glück danach, Ob der alten Heimat Dach Ueber dir sich breite, Oder ob sich, klar erhellt, Eines blauen Himmels Zelt Wölbt in sonniger Weite. Wenn dein Herz es recht versteht, Wird es frühe oder spät, Hier wie dort dein eigen; Wandre suchend, hoffend fort, Blüht doch Glück an jedem Ort, Grüßt aus allen Zweigen. Im übrigen ist es mit den Frenden des Lebeus nicht übermäßig üppig bestellt. Kaum, daß wir uns des 3 Mark=Portos für den einfachen Brief„erfreuen", da kommt schon wieder die schonende Ankündigung, daß seine Zeit reichlich kurz bemessen ist, und daß es ab 1. Oktober durch eine höhere Zahl abgelöst wird. Und wenn alles steigt, kann natürlich auch die Bahn nicht fallen: ab 1. Oktober beißt es 50 Proz. mehr zahlen oder zu Hause bleiben. Es hat nach gerade keinen Zweck mehr, diese Sachen besonders zu registrieren: es kostet einfach so und so viel und das wird bezahlt! Wer regt sich heute noch dar über auf, daß ein alter Dreierkäse 2 Mark tostet? Niemand, höchstens die Käserei, die noch mehr haben will! Und dann die Volksbutter, die Margarine. Die steigt wie ein Kautschutballon aus früheren Zeiten immer himmelwärts, vis sie einstens nur noch für die„höchsten Kreise“ sichtbar ist; drunten im Unterland aber erzählt man den Kindern von Margarine, wie uns die gute Großmutter Mär. chen von Tausend und einer Nacht erzählt hat Erschütternd wirkte in letzter Woche die Nachricht, daß sich die jugendlichen Rathenau=Mörder selbst gerichtet haben. Mord erzeugte Mord. Das ist der Fluch der bösen Tat, daß sie fortzeugend Böses muß gebären. Und ausgerechnet an der Rndelsburg, auf Saal eck, den Zeugen so vieler Lebensfreude hat der Tod diesmal sein grausig Opfer gefordert im Doppelselbstmord. Wie wehmütig klingt da der alte Sang vergangener schöner Zeiten: „An der Saale hellem Strande Stehen Burgen ftol, und kühn, Ihre Dächer sind zerfallen Und der Wind streicht durch die Hallen Wolten ziehen drüber hin. Lehir Lrühlintdungen. Soif und Wiedtfeld auf der Heimreise. TII. Berlin, 22. Juli. Der deutsche Botschafter in Japan, Dr. Solf. ist in England eingetrof fen. Er erklärte, es sei unwahr, daß er Nachfolger Rathenaus als Außenminister sein solle. Ferner traf noch der deutsche Botschafter in Amerika, Wiedtfeld, hier ein. Wechsel im Kölner Polizeipräsidium. TII. Köln, 22. Juli. Wie wir erfahren, wird der Polizeipräsident Runge demnächst Köln ver lassen. um an anderer Stelle im Staatsdienst Verwendung zu finden. Als sein Nachfolger ist der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Zörgiebel in Köln=Kletten beig in Aussicht genommen. Keine Neuwahl des Reichspräsidenten. TII. Berlin, 22. Juli. Wie der Lokalanzeiger bört, beabsichtigt die demokratische Fraktion einen Antrag einzubringen, die Amtsdauer des Reich Prasidenten um 2 Jahre zu verlängern. Die demotratische Frattion hat sich bereits mit der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft in Ver lindung gesetzt und voraussichtlich werden dees entrum und die deutsche Voltspartei den demokatischen Antrag. unterstützen. Friedericus Rex wird richt verboter. 7U. Berlin, 22. Juli. Die Verhandlungen ider den von der Landesprüfstelle Hessen gestell ten Antrag auf Wiederverhot des Film streisens„Friederiens Rer“ fanden gestern vor der Oberprüfstelle im Beisein verschiedener Sach verständigen statt. Es wurde entschieden, daß der Antrag auf Wiederverbot abzulehnen sei. Orlando italienischer Ministerpräsident. TUI. Rom, 22. Juli. Orlando in mit der Ka binettsbildung betraut. Er durin nur die De motraten und die Volfspartei heranzie hen und sowohl die Rechte ale auch die Sozial demotraten außerhalb des Rabinetts lassen. Generalstreit in Italien Rom, 22. Juli. Der enrs#n Arbeiterverbandes hat einen oeneralstre:: ganz Italien beschlossen. Die Rucrit= und Stra senarbeiter in Mailand haben bereits gestern den Streit begonnen. Heute wird in Mailand der Gasarbeiterstreit einseven. Gestern wurdein Mailand der Setretär der Faszistenpartei auf der Straße von Kommunisten ermordet. In Turin dauert der Ausstand fort. In Vimervato zerstorten Faszisten wegen der Ermordung ihres Führers das Gebäude der Ar beitstammer und zündeten es an. Herabsetzung der Kohlenlieferungen. Paris, 22. Juli. Der„Matin“ weiß, daß die Reparationskommission, die gestern die französi schen Sachverständigen üver die deutschen Kohlen lieferungen hörte, heute eine Entscheidung über die Höhe der lünftigen Kohlenlieferungen Deutsch lands trifft. Die Reparationstommission werde Deutschland im Hinblit auf die Lage eine leichte Herabsetzung der verlangten Lieferungen bewilli gen. Eingesandt. (Für Artikel unter dieser Rubrik übernimmt die Redaktion nur die preßgesetzliche Verantwortung Da die Berichte in der„Schwerter Zeitung" stets zuverlässig sind, sehe ich mich veranlaßt, die Lokal=Notiz in Nr. 167 der„Schw. Ztg.":„Auf Wunsch des Wasserwertsarbeiters Krüger“ ent sprechend zu ergänzen bezw. richtig zu stellen: Der Kreiswege=Aufseher Hering hat im Frühjahr die Grasnutzung an der Kreisstr. Villigst Rheinen im Auftrage des Kreises öffentlich verpachtet. Pächter der Böschung unterhalb des Ohls sind die Herren Fr. Kleinhaus, H. Vonhof und W. Haumann. Der Wasserwerisarb. Krüger hat hier, das sei ausdrücklich festgestellt, nichts gepachtei, trotzdem aber twie er am Donnerstag persönlich erklärte im vorigen Jahre dort unberechtigterweise ständig Gras geschnitten. Wenn dieser Herr Krüger nun behauptet, der Tortm. Wasserwerksbeamte Koch have ihm den Weg an der„Schafhude“ verpachtet, so muß hier ausdrücklich festgestellt werden, das, Herr Rent meister Niederstadt die Felder auf der„Schafhu de“ einschl. des betr. nebenher führengen Grasweges, der als Zufahrtsweg dient, bereits seit 19 18 von der Stadt Dortmund gepachter hat. Als Grenze wurde Herrn Nieder##art s. Zt bei der Verpachtung von Herrn Ober=, ng. Froebe: aus drückl. der Stacheldrahtgann unterhalb des Ohls bezeichnet, also gebört der letr. Grasweg zu den gepachteten Aeckern. Unter Jagrundelegung die ser Tatsachen ist es wirklich nicht zu verstehen, wie Herr Koch da auf einmal diesen Grasweg on geblich an den Wasserwert erberter Krüger„per pachtet“ haben soll. Was sagt Herr Koch hierzu: Herr Niederstadt hat doch wahrend der ganzen Pachtzeit berechtigter Weise une: diesen Grasweg verfügt und wird auch wonterhin varüber verfügen. Da nun die Brüder Kr. mehrmals auf dem 1 Wege Gras geschnitten haben, wie Herr Krüger selbst zugiht, ist die Angelegenheit der znständigen Polizeiverwaltung Westhofen ungezeigt und wird somit bald ein gerichtliches Nachspiel haben. Die dreiste Behauptung Krügers, auch nur an dieser Böschung ses ist übrigens ein gerader Weg Gras geschnitten zu haben, in sehr gewagt und die zahlreichen Zeugen werden in der kommenden Gerichtsverhandlung gern aussager, wo überall Gras geschnitten wurde. Den Gehr Krüger rate ich, das Grasschneiden an bezeichnrten Stellen unterbleiben zu hassen, denn es dürfte sehr teuere: Zutter werden. Ein Interessent. Leichtuthletik. Am 6. August findet in Enschede(Holland ein leichtathletischer Länderwettkampf Holland Westdeutschland statt, für den der Athletit=Aus buß des Westdeutschen Spielvervandes seine 19 besten Leichtathleten ausgewählt hat. In der Liste finden wir u. a. Dr. Schlünder Schwerter Sportvereinigung 06, Dickel und Baltes Dort munder Sportklub 95 und Hühner Turnverein Eintracht=Dortmund. Außer den genannten ge hören noch weitere 5 Westsalen der Auswahlmannschaft an. zum nationalen Sportfest in Lüdenscheid ent sendet die Schwerter Sportvereinigung morgen einige Leichtatbleten. * Arbeiter=Turn= und Sportbund. In den Tagen vom 22. bis 25. Juli feiert der Arbeiter=Turn= und Sportbund, dessen Mitgliederzahl auf fast 1 Million herangewachsen ist, in Leipzig sein erstes Turn= und Sportfeft. Außer 60000 Teilnehmern aus Deutschland und Oester reich sind noch 11 150 Teilnehmer aus dem Aus land und zwar aus Amerika, England, Frankreich, Belgien, Schweiz. Servien, Finnland, Dänemark, Tschecho(slowatei, Norwegen und Rußland gemeldet. 132 Ertrazüge werden die Turner und Sportler zur Feststadt bringen. Gekämpft nied auf 35 Sportplätzen der Stadt Leipzig. Alle Arten der Ballspiele, des vollstümlichen Sports. Geräteübungen und Massenfreiütungenind im Weitlampsprogramm vorgesehen Gewaltige Süingerchöre sollen zur Verschönerung des Feites beitragen. Fußball. T. V. Oestrich 1.— Union 1.(1: 2). Auf Anordnung des Bez. Iserlorn sollten sich beide Vereine in der Schlußrunde um die Bezirksmeisterschaft treifen. Zum Spiele war Sportvereinigungsplatz(hinter der Töchterschule ausersehen. Der Platzverein 06 sollte nun für die Herrichtungen pp. seinen Verdienir haben, da doch z. Zt. die Futzballsperre für Verbandsvereine besteht. Aber wenn man mit dem sportlichen Geist der 06er gerechnet hatte, so hatten beide Vereine sich sehr getänscht, denn der Platz wurde zwecks Bespielung seitens der Leitung verboten und nur wegen dem Verluste einer größeren Einnahme. Der Verband bekommt nämtlich von den angesetzten Pflichtspielen 40 Prozent#. Die be den Vereine fanden das Vorgehen der Gesch. Leitung, der doch der Zwischenfall in Hohenlim burg bekannt war tsiehe Fußb. u. Bew. in der ersten Juni=Nr.) sehr unsportlich und besonders, da der hiesige Platzverein„Liga" ist oder sein uill und wie vorgenannte Vereine dem Verbande ungehört. Es erüprigt sich weiter auf den Verlan einzugehen, aber im Interesse des Sports und nicht des„Geldes“ hatte man eine andere Handlungsweise erwartet. Es kommen auch noch segentage und dann ist es wahrscheinlich mit der reundschaft ani anderen Plätzen, wo Arbeitshände nach Feierabend geschafft haben, auch aus. Beide Mannschaften führten nun ein Gesellschaftespiel vor, welches von Union mit 2:.1 geen wurde. Die Mannschaften waren flink nur der guten Schulung verdankt Union den Sieg Die Ersatzleute führten sich gut ein, sodaß Union getrost große Spiele entgegen nehmen kann und die Ehre auch gut verteidigen wird. Die 2. Mannschaft konnte nicht spielen, da auf dem angesetzten Platz eine größere Festlichkeit statt#fand.(Nachricht war ergangen. Für den Monat August sind vereits größere Gegner, u. a. ein Berliner Verein verpflichtet. ch. * Jum 2. Bez.=Meisverschaftsspiel treifen sicht in Iserlohn„Union“ 2.„Jahn“. Menden 2. Beide Mannschaften verfügen über einen guten Sturm. Jedoch darf man„Union“ den Sieg wohl zusprechen. Schiedsrichter werden euf die heutige Sinung 5 Uhr im Hotel Jöckel aufmerksam gemacht. Es ist ein Erscheinen dringend erforderlich. Der Obmann. Schwimmen. Schwimmfest. Der Schwimmverein 96, Schwerte. M. d. T. S. veranstaltet am 30. dieses Monats ein größeres Smimmiest, zu dem bereits 100 Meldungen vorliegen. Da sich unter den Teilnehmern hervorragende westdeutsche Schwimmer und Springer berinden, so dürfte ein Schwimmsport geboten werden, wie er in Schwerte noch nicht gezeigt ist. Die Wettkämpfe beginnen pünktlich morgens um 10 Uhr und werden nach Mittag um 3 Uhr durch die 4##50 Meter Brusrstaffette wieder eröffnet, die der San. Schwimmverein Dortmund Witten gewinnen dürfte. Die vollziehen sich programmmäßig. Zeit wird am Schluß der Wettkämpfe ein Wasserballspiel zwischen den 1. Jugendmannschaften des San. Schwimmvereins Dortmund und SchwimmAlun Witten ausgetragen. Schwimmklub rigen Kämpfe ei genügender Ainmmmmmmemnmmm Handel und Börse; Berliner Börsenkurse vam 21. Juli 1922 mitgeleilt vom Barmer Bank=Verein, Schweri# Hoesch Humboldt Masch. Mannesmann Oberschles. Eisenb.=Bed. Orenstein& Koppel........... 1050 Phönix Bergbau 1400 Reisholz Pap. Rhein. Stahlwerke. Schuckert Siegen=Solingen Ver. Di. Nickelwerke.... 1250 Wests. Drahl=Ind. 660 Westf. Eisen, Langendreer 400 Auslands-Wechselkurse der Berliner Börse (Devisenkurse) Man zahlle deutsche Mark: ü: am 20. 7 100 belgische Franken. 3957,50 100 dänische Kronen.. 10786,50 1 englisches Pfund... 2237,20 100 französische Franken. 4194.75 100 holländische Gulden 19675 35 100 italienische Lire 100 polnische Mark 100 schwedische Kronen FUNTU 2287,10 8.55 1298375 am 21. 7. 3890,10 10337.— 2152.30 4169.75 18377.— 2267,15 wedische Kronen: W#rer, 12467,40 100 schweizerische Franken 9612.95 9488,10 100 tschechische Kronen 1133,55 5% Deutsche Reichsanleihe Barmer Bank=Verein Deutsche Bank Diskonto Dresdner Bank Hamb.=Amer.=Pak. Allgem. Elektr.=Ges. Baroper Walzwerk Bochumer Guß... Bösperde Walzwerk Daimler Motoren Deutsch=Luxemburg.. Deutsche Kaltwerke Dynamil Elbers. Farbw. Essener Sleinkohlen Gelsenkirch. Bergw Deutz Harpener Bergm 77½ 215 450 390 290 443 742 980 1165 927 425 1150 1900 676 738 1324 1243 Wetter Aussichten für mehrere Tage im voraus. 23. Juli: Wollen, teils Sonne, warm, strichm Gemitter, Regen. 2* Ini: verändetlich, ziemlich fühl. 25. Juli: veränderlich, unternormale Tem;a tur. 16. Juli.: wenig verändert. Juli: kaum verändert, meist trocken. 28. Juli; Wolfen, teils heiter, angenerm. 29. Juli: Sonne, Wolten, angenehme Luft, strich weise Gewitter, Regen, Wind. Sporttlub„Alemannia“. Am Sonntag weilte liemannia auf dem Sportfeste zu Bürenbruch, wo er sich den 3. Preis in der 1000 Meter Staffel holte. Besser schnitten die Fußballspieler ab. Diese errangen unter starker Konturrenz, knapp hinter Sportverein Haspe, den 2. Preis im Fußvallwettspiel. Außerdem holte sich W. Vogel noch den 4. Preis im Vierkampf. Gottesdienste am Sonntag, 23. Juli. Große Kirche. 9,30 Uhr: Pastor Nell (Abendmahl, Beichte 9 Uhr) 11 Uhr: Kindergottesdienst Kleine Kirche. 8¼Uhr: Pastor Florin (Jugendgottesdienst). ½10 Uhr: Pastor Wischnath„ Evangel. Krankenhauss. 9 Uhr: Pastor Wischnath. Westhofen. 9,30 Uhr: Pastor Klinker. 10¾4 Uhr: Kindergottesdienst. Kath Pfarrkirche. 6 Uhr: Stille hl. Messe, Kaplan Schleep. 7½ Uhr: Frühmesse mit Predigt(Monatskommunion der Jungfrauen und der schulpflichtigen Kommunikantinnen) 8¾ Uhr: Schulmesse mit Predigt, Kaplan Winter. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt und Segen, Kaplan Winter. Kollekte für den Dom in Paderborn) 2½ Uhr: Andacht. In der Pfarrkirche sind an den Werkragen zwei hl. Messen: 6 Uhr und 7,10 Uhr(Schulmesse). In der Krankenhauskapelle sind zwei hl Messen: 6 und 6,30 Uhr. Westhofen 8 Uhr: Stille hl. Messe mit Predigt, Pfarrer Schnurbus Holzen. 9,30 Uhr: Hochamt mit Predigt, Pfarrer Schuurbus Lichtendorf. 7 Uhr: Frühmesse mit Predigt und gemeinschaftlicher hl Kommunion der Männer und Jünglinge und der Kinder der Schule Sölderholz 10 Uhr: Hochamt mit Predigt 2,30 Uhr: Andacht mit Segen * vangel Stadtmission Kuhstraße 7. Sonntag nachm 4 Uhr: Bibelstunde; abends 8 Uhr: Gemeinschaftsstunde. Mittwoch abends 8,30 Uhr: Gebetsstunde.— Donnerstag abends 8 Uhr: Gemischter Chor Christlicher Männerchor: Sonnabend, 22. Juli, abends 8 Uhr: Uebungsstunde im Gemeindehause. ubereh un ute 80 elsen ectenennsunne Ban Dir wirds so leicht gemacht Dein Haar schuppenrein, schön und gesund zu erbelten dusch eerinitgg Pllege mit dem Kräuterhaarwasser Isvol. Belebt urst ertrischt Kopfhaut und Nerven, macht des Haar weich, dulli u. gesund. Javol ist in allen Apotheken, Droverien Paciumerien u bei Frissure echlltäich. - Dem Nuchlulich 1.xPkriGGh wurze achte man darauf, dass die Würze aus Maggl'’s grosser Originalflasche gefüllt wird; denn in diesen Flaschen dart gesetzlich nichts anderes als MAGGIS Würze fellgehalten werden. Ve Kuhe dein Ieroseller! Dicke Bohnen, Räucherspeck, Aiermit kommst Du schnell vom Fleck, And wie kräftig ist das Gssen! Eins nur sollst Du nicht vergessen: Rimm zu Nutzen und Komfort : Deine Wäsche“) gleich mit vor. *) Persil, das selbsttätige WDaschmittel, reinigt, 6leicht und desinfiziert die Wäsche in einmaligem kurzen Jochen und bringt durch Mitbenutzung des täglichen Ierdjeuers für die TDäsche größte Kehlenersparais. Fersil weischt seibstiatt 28 Jungesbial Schwerle Sonntag, 23. Juli 1922: Erstklassiges KÖNZERT Begion 5 Uhr! Pe günstigem Wetter findet das Konzert im Garten statt. Eis! Sonntag, den 23. Juli im Saale des Herrn Venghaus Aplerbeckermarck Tanz=Kränzchen Die Musik wird ausgeführt vom Bandoneon Musik=Verein„Mit klingendem Spiel". g Anfang 4 Uhr. Hotel Jockel Kattes-Rostausant. 4" Sonntag, den 23. Juli 1922: : Erstkl. Künstlerkonzert Besetzung: Gelge, Klavier, Cello. 3— Anfang 4 Uhr.— § kintritt frei! Eintritt trei : Gutgepflegte Blere und Weine. Lichlspiele„Zur Reickskrone“ Nur' 4, Tagel, Samstag— Montag! Das große Abenleuer=Sensationsprogramm Die Bettelgräfin vom Kurfurstendamm oder Das Mädchen eus d. dunklen Gasse! Ergreisendes Drama in sechs Aklen mil Lie Parry als Haupldarstellerin. Der letzte Teil des großen amerikanischen Sensationsfilm Der glühende Kristall! Goliatb Armstrong 2. Teil 6. Episode: Unheimliche Mächte! in sechs gewaltigen Akten. Gras-Verkauf Der vorzügliche Graswuchs von ca. 25 Morgen bei Theile’s Fabrik. Chaussee Schwerte-Ergste, wird am Dienstag, dem 25. ds. Mts., nachmittags 3 Uhr nummerweise, gegen sofortige Barzahlung zum Verkauf ausgesetzt. Gräfl. von Fürstenberg'sche Renteiverwaltung Dahlhausen. Tüchnige k. Puharbeiterich (Meisterin) oder eine angehende 1. Arbeiterin, welche auch in Pelzarbeiten bewandert ist, zum baldigen Eintrilt gesucht. 3166 E. Gillkötter,„Schwerte, Kampgasse 1. LSITEISSTO RONSSINISSSO Mit lechnischer Niesse, Baumesse, Schuh-und Ledermesse, Entwburfs- und Modellmesse“ vom 27. August bis 2. September 4922. Die alloemeine intemationale II! Die erste und größte Wiesse der WeltFür Aussteller und Einkaufer gieich wichtig. Auskunft artalen die Ilandelskammern in Bochum, Fernspr. Nr. 520, 321, u. Dortmund, Fernspr. Nr. 309, das Niessamt für die Musiermessen in Leiptig wid der elirmanitliche Vrtreter des Nlesamts: g.Langelittig, Witten-Ruhr, Fern#spr. Nr. 423. Nießabzeichen bei Voranmeldung zu Vorzugspreisen durch den eirenamtlichen Vertreter und das NIESSANIT FUIR DIE NIUISTERNIESSEN *-IN LEIPZIG Weier 15 Gerslo elche Näcksel ferner von eigener Mahlung Weanch eshne Gersienmehl Roogenschrot, Keosgenen. Welzenmen empliehlt gE. Weinberg gnn Papier-und Papier Großhandlung ernbruch& Co., G. m. b. H., Schwerte( Sämtliche Papiere und Papienwuren für alle Geschäftszweige. 10:d:e:o:n: varietee-Palast: Dortmund: Brückstraße 39/41: : Telefon 3047 u. 4900: 3 S : Trotz des Mustkerstreiks: s wird gespielt! I: vom 16.-31. Juli:: : Das neue Sen: sations- Programm: : Mo-Su Fa, Compagnie: : in ihrer Sensaliov:s :„Die Flucht aus der: : Kisle“: : ZweiAlbrechts. aparte: s akrobatische Neuheit : 4 Teuberts, wellbe: rühmle Marionetten 3 : Rlblos Wanderbunde: : vornehmster Rokoko=: : Dressur-A51# : Olly Brams,„Im Bou: : doir einer Künstlerin" is : Feitschle, der unge: e soickte Hausknech!" 3 : Geza Varady, der sin: : gende lanzende Charak=: : ter=Komiker : 6 Bajuwaros 6, ahro-: : datisoes Tanz=Ensemble; prolongiert 3 : lohn Mack& Gorda.: e Frühlingsspiele auf dem: : Tennisplatz: : Clava Weise& Part-: : ner. Sensations= Equili=: drislen. 3 — Karten sind an der Kasse: von 10—1 Uhr und ab: 4 Uhr ununterbrochen: zu haben. 3 ebendener „Er“ und die P Lustspiel in einem Akt. Voranzeige! Ab nächsten Freilag der Welt größter Film Das Jubische Grabmal! Tüchtiger Ungr Araun für dos Büro einer Akliengesellschaft zum baldigen Eintritt gesucht. Schriftl. Ang. unter F. 3126 bef. die Geschäftsst. d. Itg. S: B. Ripbus, Ostenstraße 26 (Sur Helle) Hernruf 468. koladen und Zuckerwaren en gros. Erzeugnisse erster Firmen. Verkauf nur an Wiederverkäufer zu Fabrikpreisen. Lichtspiele„Zum allen Ralhaus“ Nur zwei lage! Samstag- Sonntag! das Geheimnis der sechs Spielkarten S. Leil: Herz=König! Sensations= u Abenteuerfilm in sechs Aklen mit Karl Auen und Toni Edärg in den Hauptrollen. herztrumpf! Drama in 5 Aklen mit Hans Mierendorf in der Hauptrolle. die Gefangennahme Rquinaldos! Original amerikanisches Wild=West=Drama in zwei Akten. Hühneraugen werden Sie sicher los durch Hühne: augen=Lebewohl Hornhaut an d. Fußsohle beseitigt Lebewobl=Ballen Scheiben. Kein Verrutschen, kein Festkleben am Strumpf. In Drog u. Apotheken. Drogerie Carl Trog Allen denen, welche an 9.. 90 Einume seillr Taas.)“ve beiden, kann Obermever's! aufs dehte empfoblen werden. Hocherl, Deining. Zur ist Herda=Creme bei zu ao“; Zu hoben in allen Apoiheken. und Verfumerien. Waderurteke liefert schnellstene druckerei u. braus SRUCRCACITEN WERDEN TEURER Besiellen Sie unverzüglich Ihren Bedarf an Geschäftskarten, Briefbogen, Rechnungen Mitzellungen, Quittungen, Wechseln Pakctadressen, Briefumschlägen Lieferscheinen, Kladden Geschäftsbüchern Poltkarten Moderne Ausführung bei mäßigen Preisen Mit Angeboten stehen wir gern zu Diensten! Buchdruckerei C.Braus, Schwerte Große Marktstraße z-; Fernsprecher Nr. 62 Ectaniche ädchen mit guten Zeugnissen gesucht. Gute Behandlung, hoher Lohn. Zu erfr. in d. Geschäftsst. UO O„„„F.„mogiigugn buuig Prugn Dari Braus. Schwerte, Ge. Maralsstr. 6-g. 4/161 möglichst mit voller Pension von seldständigem GeschäftsImann gesucht Angedote unter Nr. 3158 an die Schw. Iig. „3Sagenfette #aschinenfette Huffette Lederfette Antofette Maschinenöle Motorenöle Centrifngenöle Fahrradöle Autoöle Fußbodenöle Lack u. Oelfarben Carbolincum liefern Engros und Detail Werke Giesberg Schwerte Junger Handwerker 3165 sucht Logis-Zimmer Angedole unter K. K. an die Gelchältesselle o. Bl. Wir liefern seise elsciene auch einz. Leib- u. Hauswäsche, Berufs- u. Arbeiterkleidung noch billig, an sichere Leute, auch gegen bequeme Abzahlung. Reichhaltige Preisliste gratis gegen 2.— Mt. Rückporto. F. OLDEHUS Neumünster i. Holst. Schleubberg 68. Doere gedrangte hauft sleis Ludwig Hagemann Kampstraße 29 Tel 161.2 Größ Mengen werd, abgeh. — berrichtet beritäshres Seppeltterh. as Speihehm und Dragerim : Zu siaunend aligenreisen kaufen Sie Herren-Stolle: Damen-Stolle . zu Anzügen Ueberzieh ern Kostümen Mänteln allen Farben und Qualitäten bei J. Kreitz Aachen. Tuchlagor Bahnhofstraße 13. „ Eine hochtragende Kut, hat abzugeben. Zu erfahren i. d. Geschäftsst. In= und Ausländer uchen sof. Grundbesitz. gleich welch. Art, auch Hotel, Wirtlschaft, Muhle, Fabrik oder Landwirtsch. eo. Beteiligung. Besitzanged. erd. u Fa.4909 an Heinr. Eisler, Hamburg 3. kann geheilt werden. Sprechstunden in Hagen, Körner=, Ecke Karlstr. (Rest. Hopfenblüte) jeden Donnerötag von 9-1 Uhr. Dr. med. Alberts, Spezialarzt, Berlin SWI! Sommersprossen! Ein einfaches wunderbares Mittel teile ich gern jedem kostenlos mit. Frau M. Polon, Hannover L 204, Schließfach 106. Nr. 170(2. Blatt) Schwerter Zeitung Samstag, 22. Juli 1922. der eine Das„Haus der Wunder“. Eine aussehenerregende Botschaft lommt aus Amerika. Nan könnte sir wie manches, das aus dem Lande der unegrenzten Möglichkeiten stammt, mißtranisch beiseile chieben, wenn nicht ein Mann wie Upion Sinelair, der berühmte amerikanische Publizist und Dichter, als Zeuge aufträte. In einer Broschäre, die demnächst auch in deuticher Sprache erscheinen wird und aus der uns schon jetzt einige Proven vorliegen, erklärt der berühmte Antor, daß in San Franeiske lebende Arzt Dr. Albert Abrams die ganze Medizin revolutionierende Entdeckung gemacht habe, die in weiterer Folge alle Schrecken der drei fürchterlichsten Krankheiten: Tubertulose, Syphilis und aus der Welt zu schaffen vermag. Sinelair schreibt, daß der Dichter Sterling ihm seit Jahren vom„Haus der Wunder“ erzählte und immer wieder erklärte, daß er keine Krankheiten fürchte, seitdem er Dr. Abrams kenne. Diese phantastisch klingenden Beteuerungen hätten auf Sinelair wohl keinen tieferen Eindruck gemacht, würde ihm nicht ein Artikel des Präsidonten der British Medical Association Sir James Barr zu Gesicht gekommen sein, worin dieser englische Arzt die Fahne vor Abrams senkt. Da machte sich denn Sinelair auf den Weg und suchte Dr. Abrams auf. Ueber seine Erfahrungen auf der Klinik des Wunderdoktors berichtet er nun in begeisterter Weise. Was aber ist die Entdeckung des Arztes? Er stellt vermittels Radivaktivilät des Blutes fest. nach Sinclair in folgender Weise:„Ein, Wand stühlen sitzen 20 oder Reattionen des Körpers festhält, vielleicht vermitlels der etwas erhöhten Temperatur an der dumpfen Stelle, oder der etwas größeren Menge Feuchtigleit. Kann ein derartiges Instrument ersunden werden, so kann die Methode jede Probe bestehen.“ Weiterhin schildert unn Sinelair noch in begeisterter Weise noch einige der gerabezu wunderbaren Kuren des amerilanischen Rimes, die selbst in vorgeschrittenen Fälten zur Gesundung geführt haben sollen. Wie weit sein Bericht Glauden verdient, wird die Zulunft erweisen müssen. Allzugroßer Optimismus ist vorläufig jedenfalts nicht am Platze, da die leidende Menschheit schon allznoft durch derartige sensationelle Mitteilungen zu Hoffnungen verleilet und nachher um so schwerer enttänscht worden ist. R. Pr Aus dem die Diagnose Das geschieht, nac, Sinclair in folgender Weise: medizinisches Lavoratorium, an der einen Seite der A erhöhte Sitze. Auf diesen Stühlen sitzen 20 oder. + Zum Selbstmord der Rathenaumörder werden noch solgende Einzelheiten betannt: Am Sonntag abend meldeten in Halle zwei an Burg Saaleck vorbeigelommene Ferientouristen, daß sie im Turm der Burg Licht bemertt hätten, und daß nach ihren Feststellungen sich dort die Mörder Rathenaus aufhalten müßten, olwohl der Schriftsteller Dr. Stein, der auf der Burg ein Einsiedlerleben führe, verreist sei. Kriminalbeamte aus Halle begaben sich sofort nach Bad Kösen und versuchten am Montag den Zutritt zu dem abgeschlossenen Turm zu erzwingen. Während Verstärkungen herbeigeholt wurden, erschienen die beiden Mörder auf der Balustrade vor dem Turm, vomtten den an dem Turm Vorüberiommenden zu und brachten ein Hoch auf Ehrhardt aus. Als die Kriminalbeamten um 6n=###27 Uhr abends zurücktehrten und die Tür mit Arthieven #zertrümmert hatten sanden sie die beiden Mörder nit erzögerungen. Im Fernsprechverkehr nach dem Auslande sehlt die Verbindung nach Wien, Prag, Budapest, Kopenhagen, Stockholm, Malmö, Christiania und Mailand. Durch anhattenden Regen wurden mehrere Eisenbahn= strecken in Tirol und Voralberg unterbrochen. Der Verkehr auf der Strecke Feldtirch-—Buchs mußte ebenso wie auf der Montefoner Bahn eingestellt werden. Auch die D=Züge Innsbruck—Bregenz sind ausgefallen. + Schneefälle im Schwarzwald. Infolge des starken Temberaturrücganges ist auf dem Feldberg und in den höheren Lagen des Schwarzwaldes am Sonntag und Montag Schnee gefallen. Vorgeschichtliche Funde. Bei Torgau wurde bei Ausgrabungen im Vorort Zinna eine große Anzahl Urnen ansgesunden. Die älteren davon stammen aus dem Jahre 200 v. Chr.— Bei Oermingen im Saargeviet wurden gewaltige Reste eines Steppen Mammut gefunden und nach Straßburg gebracht. Dieses Tier besaß zwei Stoßzähne von eineinhalb Metern Länge und Fußtnochen Montag Schnee gefallen. erhöhte Sitze. Auf diesen, Stühlen##... Ahrgmgegegttihmre zmen, janden sie die beiden Mörder mist Aerzte, die aus alten Gegenden gelommen sid, um eerumeg#gopsschüssen tot auf. Beide trugen die bezeichnete KleiArbeit zu studieren.„In der Mitte des Raumes befinder S##ung— Ucher die Personlichkeit Dr. Steins teilt der sich ein Tisch, daraaf ein elektrischer Apparat. Einer der Pext. Lok. Anz.“ das folgende mit: Dr. Haus Wilhelm Drähte des Apparates endet in einer Elektrode. Vor dem Tisch steht auf einer Jsolierplatte ein junger Mann, nacht bis an den Gürtel, die Elektrode an die Stirn gepreßt: ihm gegenüber sitzt Dr. Brams, beklopft mit dem Finger Leib des jungen Mannes, verkutiert ihn. Um jeder unnötigen Verwirrung vorzubengen, will ich gleich erklären, daß der junge Mann teineswegs ein Patient, sondern das„Subjekt“ ist, eines der Werlzeuge, deren sich Abrams bei seiner Untersuchung bedient. Der Patient befindet sich in Toronto oder Boston, oder Meriko=City, und Dr. Abrams besitzt von ihm bloß ein halbes Dutzend Blutstropfen auf weißem Löschpapier.“ Sinclair gibt dann eine Schilderung, in welcher Weise die Untersuchung der einzelnen Blutstropfen vollwiederzugeben über den verfügbaren Raum Es sei nur erwähnt, daß Dr. Abrams mit magnetischen Erdströmungen arbeitet, durch die er in dem vor ihm stehenden Subjekt bestimmte Reaktionen hervorAuf diese Weise kann der Arzt nicht nur Stein ist ein Mann, sich zieht, die hier wier hinausgehen würde. ruft. an der Hand der ihm vorliegenden Blutstropfen das Geschlecht der Patienten und ihre Krantheit genau erkennen, er merkt auch sofort, wenn er irre geführt wird. So schickt man ihm z. B. häusig Blutsproben von Tieren ein, um ihm lächerlich zu machen. Abrams ist aber seiner Sache so sicher, daß er sich nach der Prüfung der Blutstropsen mit der einfachen Feststellung:„Schaf!“ oder„Rind!" oder„Esel!" begnügt. „Bis zum heutigen Tage,“ schreibt Sinclair,„hat Dr. Abrams über 12000 Blutproben untersucht, und die Tatsache, daß er täglich neue erhält, kann nur eines bedeuten, nämlich, daß die Aerzte seine Diagnose als richtig erkannt haben. Auch sah ich in seiner Klinik über hundert Patienten, die nach seiner Methode behandelt wurden. Immer wieder und wieder beobachtete ich, wie Dr. Abrams vermittels der Blutprobe eine Diagnose aufstellte, dann den Patienten hereinrief, einen Spezialisten aufsorderte, die Krankheit festzustellen. In einem Fall war es eine Drüsenerkrankung, im anderen ein Geschwür an der Hüfte, im dritten Tuherkulose, im vierten eine Erkrankung der Schleimhäute.“ Von größter Wichtigkeit sind die Urteile der Aerzte, mit denen Sinclair sprach. Der erste antwortete: „Ich sandte Dr. Abrams einige Blutproben, und seine Diagnose traf in allen Fällen zu.“ Ein zweiter und ein dritter Arzt gibt die gleiche Antwort, der dritte fügte hinzu:„Er stellte bei mir, während ich mich in Illinois befand, Krebs fest und heilte mich. Ich kam, um seine Methode zu studieren.“ Die meisten der anwesenden Aerzte sind von Dr. Abrams geheilt worden, etliche befinden sich eben in seiner Behandlung. Auch einen Blinden führte Dr. Abrams vor, den er geheilt hatte, und einen Schauspieler, der an einem Tumor im Gehirn litt, und die Sprache verloren hatte und nunmehr wieder seiner schauspielerischen Tätigkeit nachgehen kann. Auf welchem Prinzip basieren nun alle diese Wunder? Jedes Molekül besteht bekanntlich aus Millionen und aber Millionen Elektronen. Kein Auge hat je die Elektronen der sich besonders durch seine Verdienste um die Pflege des deutschen Burgenwesens einen hervorragenden Namen gemacht hat. Er ist Vorsitzender der Burg= und Waldgemeinden Thüringens. Anhänger der Deutschnationalen Partei, bestreitet er auf das Allerentschiedenste, von dem Aufenthalt der beiden etwas gewußt zu haben, wie er denn überhaupt mit den beiden nin etwas zu tun gehabt habe. Am Donnerstagabend sei Dr. Stein Kmit seiner jungen Frau nach Berlin gereist. Als er Montag Fabend zurückkehrte, sah er in der Burg Saaleck Licht. Zunächst glaubte er, daßt wieder einmal, wie schon wiederholt geschehen, Vagabunden eingebrochen seien, und er war aufs höchste überrascht, als er in der Burg Schutzpolizei vorsand. Man verwehrte ihm den Eintritt in die Burg und ließ auch nicht zu, daß er in seinem Schlafzimmer übernachtete. In diesem Zimmer hatten sich die beiden Mörder erschossen. Dr. Stein mußte mit seiner jungen Frau nach Saaleck hinunter gehen und bei einer befreundeten Familie Nachtunterkunft suchen. Dienstag früh wurde er mit seiner Frau zur Staatsanwaltschaft nach Naumburg berufen, wo er einem Verhör unterzogen wurde. — Nach einer weiteren Meldung wurde Dr. Stein wegen Verdachts der Begünstigung festgenommen. Er wird nach Berlin übergeführt. Die Ermittelungen der Berliner politischen Polizei erstrecken sich jetzt weiterhin darauf, ob noch weitere Personen der Begünstigung schuldig sind. Es wird festzustellen sein, welche Helfershelser die Flucht von Fischer und Kern in den Tagen vom 9. bis 17. Juli unterstützt. haben. In dieser Hinsicht ist folgendes bemerkenswert: Die Leiche von Kern weist am Oberschenkel halbverheilte etwa acht Tage alte Schußwunden von Schrotschüssen auf. Wer in den letzten acht bis zehn Tagen mit Schrot auf verdächtige Personen geschossen hat, wird gebeten, dem Berliner Polizeipräsidiums Abteilung IA Mitteilung zu machen. Waffenfunde. Die Interalliierte Militär=Kontroll= kommission hat in einer Polizeitaserne zu Stuttgart 500 Maschinengewehre entdeckt.— Ferner fand man auf dem Gute Westerburg in der Nähe von Halberstadt zehn Stück 9er Gewehre und zwölf Kisten Maschinen= gewehrmunition. Die Polizei ist mit der Aufdeckung beschäftigt. + Verbotene Tagung. Das Oberpräsidium für HessenNassau teilt mit, daß die von den auf antisemitischer Grundlage stehenden Gruppen der deutschen und österreichischen Studentenschaft für Ende Juli nach Marburg einberusene Studententagung auf Grund des Allgemeinen Landrechts und auf Grund der Verordnung des Reschspräsidenten zum Schutze der Republik verboten wurde. (die zentralen Aemter, Betriebsdirektionen, Aemter, Inspettionen usw. und die Dienststellen)bei denen die Zuandere Arten festzustellen. Diese Elektronen, sind in sich selbst ein Universum, die winzigen elektrischen Kräfte kreisen um einen Mittelpunkt, wie die Planeten um die Sonne. Etliche dieser Elektronen werden abgestoßen und dies wird Radioaktivität genannt. Dr. Abrams hat durch seine interessanten Experimente bewiesen, daß der menschliche Körper ein komplizierter elektronischer Apparat sei, mit einer ungeheuren Verschiedenheit von Radioaktivitäten. Jeder Schuljunge weiß, daß das Wasser aus zwei Molekülen Wasserstoff und einem Molekül Sauerstoff besteht; weicht es von dieser Zusammensetzung ab, so ist es kein Wasser mehr. Von dem gleichen Prinzip ausgehend, hat. Dr. Abrams entdeckt, daß jede Krankheit ihre eigene Radioaktivität besitze, die immer gleich bleibt. Er nennt dies die„Vibrationskraft“ der Krankheit. Tuberkulöse Fasern, Tuberselbazillen und jeder Tropsen Blut von einem Körper, der Tuberkelbazillen enthält, bewirken eine Reaktion, wenn der Rheostat auf 42 steht. Daß diese Tatsache äußerst verblüffend klingt, ändert nichts daran, daß dem wirklich so ist. Bis jetzt war es noch unmöglich, die unendlich kleinen Vibrationen zu messen, die von unseren Sinnen nicht wahrgenommen werden können. Es fehlte dazu das geeignete Instrument. Nun hat Dr. Abrams entdeckt, das geeignetste Instrumen sei der merschliche Körper, und dies erklärt auch, weshalb er sich eines„Subjektes" bedient. Es müßte aber ein Instrument erfunden werden, das automatisch die Rund um Berlin. Wegen Totschlagsverdacht verhaftet. Vor Jahresfrist wurde belanntlich der 16 Jahre alte Lehrling Otto Larse, ein Sohn des Obstzüchters Larse aus(eltow in einem Gebüsch, bereits stark verwest, als Leime aufgesunden. Man nahm zunächst Selbstmord an. Dann aber stellte sich heraus, daß der Tote einen Schuß durch das Vein und in die Schläfe hätte, die beide aus größerer, Entfernung abgefeuert sein mußten. Vor einigen Tagen hat infolgedessen die Potsdamer Staatsanwaltschaft für dir Auftlärung dieses Leichenfundes eine Belohnung von 100 0 Mark ausgesetzt. Am Montag erschien nun der 21 Jahre alte„Baubandwerker Kurt Rehfeldt aus Glindow bei dem Vater des erschossenen Larse und erklärte ihm, daß der wegen verschiedener Schießaffären wiederholt in der Oeffentlichkeit bekannt gewordene Rintergutsbesitzer Karl von Kähne auf Schlaß Petzon den Tod des jungen Larse herbeigeführt habe. Der Zeuge habe mit dem jungen Larse Lietzeneier gesucht, dabei seien sie auf Kühnesch Gebiet gekommen. Plötzlich sei ein Schuß gefallen und der junge Lar#e sei mit einem Aufschrei zusammengebrochen. Der Zeuge habe sich zunächst in das Schilf des Scwielow ses geflüchtet. Später habe er dann von Kähne getrossen, der ihn gefragt habe, ob er Lietzeneier gesucht und einen Schuß sowie Schreie gehört habe. Als er alles verneinte, habe ihn von Kähne laufen lassen. Am Dienslag sand nun im Beisein von Vertretern der Potsdamer Staatsanwaltschaft, der Berliner Kriminalvolisei, des Obstzüchters Larse, des Zeugen Rehfeldt und des Beschuldigten Karl von Kähne ein Lokaltermin statt, bei dem sich von Kähne in starke Widersprüche verwickelt haben soll. Er wurde infolgedessen am Dienstagabend in Haft genommen. + Einheitliche Bezeichnung der Bahnbehörden. Um die einheitliche Bezeichnung der Behörden und sonstigen Stellen der Reichsbahn unter Hervorhebung der Zugehörigkeit zur Reichsbahn durchzuführen, führen die EisenbahnGeneraldirektionen und Eisenbahndirektionen nunmehr die Bezeichnung„Reichsbahndirektion“(abgekürzt R. B. T.), z. B. Reichsbahndirektion Berlin. Die übrigen Stellen gesehen, die millionenmal kleiner sind als das kleinste unter dem Mikrostop sichthare Eiwas. Tennoch gelang es, die gehörigkeit zur Reichsbahn nicht ans der Bezeichnung herWirkung ihrer Altivität zu Photographieren und auch auf u/t, führen vor ihrer bisherigen Bezeichnung die Rorte Aus aller Welt. vorge „Deutsche Reichsbahn“, also z. B. Deutsche Reichsbahn, Eisenbahnbetriebsamt 1. Auch die Gebäudeanschriften, Siegel und Stempel werden diese Bezeichnung führen. Die Germania=Briefmarken. Die Germaniamarken verlieren mit Ablauf oes 31. Oktobers d. J. ihre Gültigkeit. In den Händen des Publikums noch befindliche Stücke werden bis zu diesem Tage gegen andere Postwertzeichen umgetanscht. + Von der mitteldeutschen Ausstellung. Die volkstümlichen Tage am 15. und 16. Juli brachten der Mittel„deutschen Ausstellung in Magdeburg einen Massenbesuch. Am Sonntag belebte das ausgedehnte Ausstellungs= gelände eine Zahl von rund 50000 Besuchern. Die Lichtbild= und Filmvorführungen der Mitteldeutschen Landlichtspiel A.=G., Magdeburg, im Freien erweckten das regste Interesse. Wie wir erfahren, sind von der Ausstellungs= leitung derartige volkstümliche Tage mit niedrigen Eintrittspreisen für die Folgezeit des öfteren vorgesehen. Unwetter und Ueberschwemmungen. Jetfolge der stürmischen Witterung ist eine Anzahi der von Berlin ausgehenden Fernsprechseitungen, insbesondere nach Insterburg, Allenstein, Königsberg(Pr.), Anklam, Neustrelitz, Karlsruhe(Baden) und Kattowitz gestört. Der Verkehr wird nach Möglichkeit durch Umleitung der Gesprüche aufrecht erhalten, doch erleidet er unter den gegebenen Verböltnisen Schwere Opfer der Himalaya=Forschung. Nach einer Meldung des„New York Herald“ aus Simla wurden während des dritten und letzten erfolglosen Versuches, den höchsten Erdgipfel, den Monnt Everest im Himalta, zu ersteigen, sieben Träger durch eine Lawine getätet, während eins der euronäischen Mitglieder der Expedition nur mit Mühe dem gleichen Schicksal entgehen konnte. Dieser letzte Versuch wurde, der„B. Z.“ zufolge, unter der Leitung des Generals Bruce in Begleitung einer Anzahl belannter Alpinisten vorgenommen, die mit Sauerstoffmasken für den letzten Teil des Aufstieges versehen waren, aber trutzdem das Ziel nicht erreichen konnten. Ein Jubiläum des Islams. Die muhammedanische Zeitrechnung, die von dem Kalifen Omar festgesetzt wurde, beginnt mit dem 16. Juli 622 u. Chr., an dem angeblich Muhamed seine Flucht(Hedschra) von Mekka nach Medina beendete. Mit diesem Tage begann dort der„Prophet“ seine eigentliche Religionsgründung. Der Islam konnte also dieser Tage auf ein 1300jähriges Bestehen zurückblicken. Schweres Automobilunglück. Auf der Straße von Rabat nach Casablanca stieß ein großer Automobikomnibus auf der Brücke über den Ued Mellah beim Bremsen gegen die Brüstung, so daß die Insassen in den Fluß geschleudert wurden. Dabei wurden sieben Personen getötet und elf verletzt. + Verurteilte Attentäter. Die beiden Irländer Dunn und O' Sullivan wurden wegen Erschießung des Feldmarschalls Wilson in London zum Tode verurteilt. Gedichte aus der Geisterwelt. Ein Band Gedichte, die von einer Dichterin mehrere Monate nach ihrem Tode diktiert wurden, das ist die letzte Neuheit auf dem Pariser Büchermarkt. Vor etwa drei Jahren starb Indith Gautier, die Tochter Theophike Gautiers, die selbst eine Reihe eigenartiger Dichtungen, die aber kaum populär geworden waren, hinterließ. Eine ihrer besten Freundinnen, ein junges Mädchen, das seit ihrer Kindheit ihr nahegestanden hatte, hatte nun ein Jahr nach dem Tode der Indith Gautier eine Vision; sie tränmte, das Indith zu ihr spreche, und sie stand aus dem Bett auf, nahm Feder und Papier und schrieb nieder, was der Geist ihr diktierte. Diese Erscheinung kehrte Nacht für Nacht wieder, bis sie nach einige: Zeit verschwand. Unterdessen hatte die Freundin aber Hunderte von Seiten Gedichte geschrieben, die jetzt unter dem Titel„Die Herrlichkeit der Illusion“ von Mile. S. Meyer Gundel veröffentlicht worden sind. Die Herausgeberin erklärt feierlich, daß die Verse tatsächlich von dem Geist der Indith Gautier gesprochen worden seien. Bis zur Veröffentlichung dieses großen Gedichtsbandes hat sie selbst nicht eine Zile Dichtung geschrieben. Die Gedichte sind aber nach dem Urteil eines Kritikers ganz ausgezeichnet in der Form, wenn sie sich auch nicht gerabe zu einer besonde rn Höhe des künstlerischen Ansoruckes erheben. Technisch sind diese Verse vollkommen einwandfret. Ihr Inhalt spricht viel von der Erinnerung an eine tiefn Trauer und furchtbare Einsamkeit, die scheigend und gu buldig getragen wurde. Heimaterde. Ich möchte mit euch singen Und klingen so manches Mal, Hör' ich das feine Geläute Aus eurem Heimattal.— Ich steh' in die tiefen Register Versenkt der hastigen Stadt, Und draußen donnert die Straße Und macht mir die Seele matt. Und draußen eilen die Leute, Und draußen jagt Gier und Not Und stürmen und brausen die Stunden Früh an vom Morgenrot. Und draußen strahl'n viele Lichter, Drin taumeln die Menschen einher, Lieden und tanzen und— sterben, Fragt niemand nach ihnen mehr. Ruht keiner im Heimatboden, Seligen Friedens froh.— Hart poltern die fremden Schollen,— Heimat liegt irgendwo. Laßt lauschen mich euren Glocken, Wenn Feierabend mir naht.— Mir is's dann, als wachse die Erde Und keime die deutsche Saat. Dann schau ich die Wälder wieder, Durch die der Sturmwind rauscht Dasselbe Lied, dem so gern ich A Kind schon hab' gelauscht. Dmn schließ' ich sacht die Augen Und fühl mich stark und groß.— Gönnt mir's.— Wenn ich sie öffne, Bin wieder ich heimatlos. M. Rogge. Schleswigs Holsteins Grenzkampf. Seit der Abstimmung im Frühling 1920 ist SchleswigHolstein nicht zur Ruhe gekommen. Weniger wegen des innenpolitischen Hin und Her im Reiche: eenn das läßt den richtigen, ruhigen Schleswig=Holsteiner ziemlich alt: er will große Linien sehen, aber nicht den Schwingungen und Schwankungen der Tagespolitik folgen. Nicht nach Berlin schaut der Schleswig=Holsteiner, sondern nach Norden, wo heute wie vor 75 und 500 Jahren der Erbseind sitzt und lauert. Die Geschichte der Schauenburger Grafen in Holstein und die Geschichte der Oldenburger Könige in Danemark ist unvergessen: Das Pleviszit von 1920 infolge des Versailler Dittates bedeutete nur ein neues hestiges Aufflamnen des tausendjährigen Kampfes um Deutschlands Nordmark und Nordarenze.— Friesentrotz und niedersächsische Zähigkeit booten ein Vollwerk. gegen das dänische Geschichtsklitterei und die Killionen valutastarker däuischer Kronen nichts vermochte. Unter dem Schein des Selbstbestimmungsrechts sind uns deutsche Bedte und Dörser entrissen. Die Wunde brennt hüben und drüben. D Betrug gegen deutsches Volkstum, den die Dänen im Vertrauen zu den strken Arm der Entente riskierten wird sich einmal bitter „Schen. Ihnen fehlte im entscheidenden Augenblick die nationale Seldubeherrichung und die Erinnerung an ihren eigenen 50 jährigen Ranst uns Volkstum. Sie begnügen sich nicht mit den überwiererchen däuischen Distrikten im Grenzgebiet Nordschleswigs, sondern treckten begehrlich ihre Hand aus nach deutschen Menschen und leutschem Land. ihre Forderung der Clausenlinie machte die Abtmuntung em 10. Februar 1920 zur Farce. Die Wunde brennt nicht nur in den Herzen derer die aus Nordschleswig, ihrer Heimat, südwärts ziehen mußten, sie brennt überall, wo die blaueweiß=rote Flagge Symbol der Heimat des meermschtungenen Landes ist. Um Deutschland stünde es besser, wenn diese Wunde im Herzen jedes Deutschen brennen würde. Vor 75 Jahren ist am nationalen Erwachen und Erleben SchleswiaHolsteins Deutschland seiner selbst bewußt geworden. Kann das wieder so werden? Die Deutschen Nordichleswigs kämpfen ihren Kampf um Recht und Existenz. Nach zwei Jahren der Tammlung stehen sie heute fast ston wieder im Angriff, in der Ausdehnung. Die Deutschen in Mittel= und Tüdschleswig streiten den Abwehrkampf gegen erneute dänische Anmaßung: landhungriger Chauvinismus möchte die Grenze Tänemarks noch weiter nach Süden verschieben, als England und Frankreich 10.0 gestatteten; er arbeitet mit jedem Mittel, um zu den paar tausend wirklichen Dänen, die südlich der Grenze verblieben sind, noch einige tausend Anhänger mehr zu fangen und damit däniiche Ansprüche auf das Land bis zur Eider und Schlei zu dokumentieren, wenn die Entente eines Tages wieder Deutschland neue Stücke Land wegreißen will. Die Dänen pochen auf ein paar toie Zahlen der Vergangenheit, in der Dänemark mächtiger war als heute, und meinen die lebendige Wirklichkeit, deutsches Bauerntum und niedersächtische Sprache ungestraft mißachten zu können. Die starke dänische Valuta macht sie für die Menschen, die nur das Wort kennen„ubi bene, ibi patria gefährlich. In Wirklichkeit leisten die Dänen mit ihrer historischen und finanziellen Agitation zwischen Ladelund und Eider dem Deutschtum ebenso unschätzbare Diensie, wie in der Abstimmungszeit; denn sie schärfen die Wachsamkeit der Friefen in der Marsch, der Angliter an der Ostsee; sie lehren jeden Tag aufs neue: kein Mensch gedeibet ohne Vaterland, sie erzeugen stäckere Heimatliebe bei Zehntausenden, wenn sie schon vereinzelt andere verführen. Der trotzige Glaube Schleswig=Holsteins, daß einst die Stunde schlagen wird, wo Dänemart mehr oder weniger von dem 1920 erworbenen„Neu=Dänemark“ wird herausgeben müssen, wurzelt in Heimat und plattdeutscher Sprache so fest, wie in dem Glauben an Großdeutschlands einige Zukunft. Kaum ein Teil Deutschlands war in der Geschichte und ist bis heute so sehr ein einheitliches Ganzes, wie das meerumschlungene Schleswig=Holstein. Als Deutschland darniederlag, haben hier wie im Osten ungezählte Tausende mit dem Stimmzettel ihren Glauben an Deutschland bejaht. Möchte Deutschland in diesen Tagen der Not und des Zwiespalts etwas haben von dieser innerlichen Staatsauffassung und Pflichterfüllung, wie sie den Grenzdeutschen Schleswig=Holsteins selbstverständlich geworden ist. Theodor Storms ernstes Wort ist Wirklichkeit geworden, im Grenzkampf gegen Norden: Der eine fragt: was kommt danach? Der andere fragt nur: ist es recht?— Und also unterscheidet sich Der Freie von dem Knecht! Dr. Rudolf Muuß, Tating i. Schleswig. Unsere Heimak Von Friedrich Lienhard. Unsere Heimat Elsaß=Lothringen halten wir im Herzen fest— nicht im Sinne des französischen Rachegedankens, wie er dort nach 1870 gezüchtet wurde sondern durch eine natürliche innere Zugehörigkeit. Dort ist Blut von unserem Bint. Wir haben den Duft jener Felder und das Rauschen jener Forste in unser Fühlen und Denken ausgenommen und können sie nie verleugnen. Unserer Heimat treu bleiben, heißt unserem Wesen Treue halten. Was auch die Fremdherrschaft dort versuchen mag, diese Stimmen des Blutes kann sie nicht unterdrücken. Die Elsässer jenseits und diesseits des Rheins werden sich durch diese Kraft der Zusammengehörigkeit immer wieder zueinanderfinden. Wird die deutsche Kultur in neuer Reinheit erstarken, so muß und wird sie ganz von selber auch über den Rhein hinüberwirken, wo verwandtes Blut antworten wird. Das ist auch in dieser düsteren Zeit unsere feste Zuversicht. von Oberschlesien. Von einem Oberschlesier Am 16. Juni 1922 wurde die letzte Vereinbarung zwischen Polen betr. Oberschlesien unterzeichnet und an diesem Tage ist die Sonveränität über den Teil des Landes, der an Polen fallen sollte, auch an diesen Staat übergegangen. Seit dem 17. Juni marschierten die polnischen Truppen in unser von Deutschland der Zivilisation und der Kultur erschlossenen Heimatland ein und brachten die angeblich von uns Oberschlesiern so sehr ersehnte„Befreiung". Hiermit wurde ein Unrecht besiegelt, das mit den Verhandlungen in Versailles begann. Ursprünglich wollte man ja das gesamte Oberschlesien den Polen schenken, und es gelang dem deutschen Einspruch, wenigstens insofern eine Milderung zu erzielen, als dem Lande eine Abstimmung zugebilligt wurde. Während dieser ganzen Zeit, länger als 1½ Jahre, hielten Ententetruppen das Land besetzt. Wir Oberschlesier, auch die Polen, wissen ein Lied von dem Benehmen, namentlich der Franzosen, zu singen. Die Abstimmung am 20. März 1921 ergab bekanntlich eine überwiegende Majorität für Deutschland. Da aber doch einzelne Teile des Landes eine Mehrheit für Polen hatten, war es nach der Abstimmung klar, daß das Land geteilt werden würde. Alle Proteste von deutscher Seite, alle unsere Wünsche, ja selbst die oft genug geäußerten Besorgnisse der Polen halfen nichts, und dieses Land, das durch seine Industrie, seine Bodenschätze und seinen Verkehr so ineinander verflochten ist wie kaum ein anderes, wurde durch einen Gewaltspruch auf Befehl der Siegerstaaten zerrissen. Man hat die Teilung natürlich so vorgenommen, daß nicht die schlechtesten Teile des Industriegebietes an Polen fallen, und an Polen ist es jetzt, das Land wenigstens in seinem wirtschaftlichen Wohlstande zu erhalten. Schon ist in Oberschlesien die Frage aufgetaucht, ob die Polen dazu in der Lage ein werden, und die Frage wird allgemein verneint. Die Polen werden an ihrem unrechten Raub und an dem Geschenk der Entente wenig Freude haben. In allen großen Verwaltungs= zweigen können sie die deutschen Beamten nicht ersetzen. Das überaus rege wirtschaftliche Leben, das Oberschlesien und Deutschland bisher verbunden hat und auch weiter verbinden soll— denn die Wirtschaftsbeziehungen sollen ja nicht abgebrochen werden— wird zweifellos unter der polnischen Wirtschaft leiden, denn Eisenbahn und Posnvesen liegen in Polen recht im argen. Auch das Schulwesen können die Polen, obwohl sie sich überallher volnische Lehrer borgen, nicht sofort übernehmen, und sie sind gezwungen, die oberschlesischen Schulen auf drei Monate zu schließen. Mit großer Besorgnis sahen namentlich die im Lande gebliebenen Deutschen der polnischen Herrschaft entgegen, denn Polen war immer das klassische Land der Unterdrückung der Minderheiten. Trotz alledem muß man den Deutschen dort auraten, im Lande zu Von der Heimat Segenswalten. Von Otto Riebicke. Als wir einst— wie lange scheint es uns heute schon her— noch draußen an der Front standen, Seite an Seite, Männer eines Landes, Söhne eines Volkes, da geschah es oftmals, daß in den stärksten Trommelorkanen— dann, wenn man wußte, daß die Stunde des Sturmes gekommen war irgendein Kamerad die Weise seiner Heimat anstimmte ein schweres, sehnendes Lied. Und wenn wir dann vorangingen oder wehrten, wenn Stahl und Eisen um uns hackten und die Bajonette sich klirrend voranstießen auf Tod und Leben, wenn unsere Hirne an der Grenze der Gedanken standen und ausschalteten, was war und was kam, dann lag ein Ton, ein Wort dieses Liedes noch auf den Lippen, unbewußt mischte es sich in den Kampfruf, der im Zorn der Kraft hinloderte: es gilt um Haus und Hof, es gilt um die Heimat. Und wenn die Schlacht geschlagen war, der Blutrausch fiel, und hier und drüben zogen die Kämpfer, zerschlagen vom Uebergroßen, ermattet rückwärts in die Quartiere, dann wachte nicht das Lied vom Vaterlande zuerst auf, sondern wieder die Weise der Heimat. Schwer und sehnend lief es durch die Quartiere, hellwach stand vor den Soldaten Acker und Hof, Haus, Weib und Kind: Heimat.— Dafür hatten wir gekämpft. Aus dem Ringen des Einzelnen für seine Heimat wurde der gemeinsame Kampf für die Gesamtheit: Das Vaterland. So war es bei uns, so war es dort drüben. Und die erdfesten Bauern, die Heimatengstverbundenen, die klar umrissen, was sie schirmten, sie waren mit die Besten unter den Kämpfern, denn sie hatten ein Ziel greifbar in Form und Inhalt, herztief verknüpft durch die Geschichte ihres Geschlechtes. Vaterland war ein Begriff— Heimat aber Se#ele. Ist es nicht seltsam, daß gerade dort im Schützengraben das große Sehnen zur eigenen Scholle aufwuchs, das den Siedlungsgedanken trug? Nein, es ist nicht seltsam für den, der draußen dabei war! Denn hier lernten die Männer der großen Städte den knorrigen Stamm des Bauernschlages, den Stolz und das Glück des eigenen Erdbesitzes kennen und verglichen damit bleiben und an deutscher Kultur zu erhalten und zu erretten, mas zu retten ist. In Deutschland selbst wird man der r in Kulen sichlerlich nicht vergessen. Es dürfte auch für Polen einmat eine Zeit kommen, in der sich die Erkenntnis Bahn brie#, daß die Zerreißung eines Wirtschaftsorganismus, wie ihn Oberschlesien darstellte, ein Verbrechen war und man wird vielleicht auch einmal da, genau wie beim Friedensdiktat von Versailles, zu einer Revision kommen müssen. Bis dahrn werden wir Oberschlesier Deutschland und es uns Oberschlesiern weiter Treue halten— und wenn die Welt voll Teufel wär Dr. O. Guttmann. Die oftpreußische Heimatbewegung. Die ostpreußische Heimatbewegung, die den meisten ähnlichen Bestrebungen als Vorbild gedient hat, ist entstanden in der ersten Häifte des Jahres 1919 als Abwehr gegen die polnische Gefahr. Es ist den Männern, welche die Heimatvereine in Maiuren und Ermland ins Leben riefen, von vornherein klar gewesen, daß die Parole. unter der die nationale Einheitsfront gegen polnische Raubgelüste gebildet wurde, unbedingt das altbergebrachte Schlagwort vermeiden mußte, das durch einseitige innerpolitische Abnutzung den linksgerichteten Bevöllerungskreisen wertlos und verdächtig geworden war.„Patriotisch“,„völkisch“,„national“ und ähnliche Bezeichnungen hätten nur einen Sinn gehabt, wenn man sich ausschließlich an das Bürgertum wenden wollte „Heimat“ aber war ein frischer neuer Klang, der ohne Mißton in jedem deutschfühlenden Grenzbewohner seine besten und stärksten Instinkte wachrufen mußte. So gelang es denn auch, in strenger Durchführung einer ganz vorsichtigen und überparteilichen Politik alle politischen Richtungen bis in die Kreise der U. S. P. hinein zu einer gewaltigen, in sich geschlossenen Organisation zusammenzufassen, an der zur Abstimmungszeit der Ansturm der polnischen Propaganda wirkungslos zerschellte. Es muß als ein besonderer Glücksfall angesehen werden, daß dort zur entscheidenden Stunde sich Männer zusammenfanden, die der leisesten Versuchung, parteipolitische Vorteile aus ihrer überaus einflußreichen Stellung herauszuschlagen, widerstanden und alles an die gemeinsame Sache setzten. Die Heimatparole hatte sich als ein so glücklicher Griff erwiesen, daß sie bald nachgeahmt und von anderer Seite leider auch innerpolitisch ausgenutzt und dadurch auch zum Teil entwertet wurde. So ist z. B. der jüngere ostpreußische„Heimatbund“, eine ausgesprocher rechtspolitische Organisation und vom„Ostpreußischen Heimat= dienst“, der die Heimatvereine des Masuren= und Ermländer Bundes umfaßt, wohl zu unterscheiden. Cine völlige Analoginicht nur dem Namen, sondern auch dem Wesen nach bilder zu der echten ostpreußischen Heimatbewegung wohl nur noch die Verbände heimattreuer Oberschlesier. Eine große Schwierigkeit lag für den Ostpreußischen Heimaldienst darin nach dem erfolgten Abstimmungssiege seine Organisation zusammenzuhalten und ihr weiterhin neben dem politisch neutralen Charatter einen Sinn zu geben, der ihre Daseinsberechtigung erweist. Die Daseinsberechtigung wurde nun freilich durch die unablässige Wühlarbeit der Polen alsbald einleuchtend gemacht; die Bewegung erschöpft sich aber nicht in der bloßen Abwehr, sondern treibt außerdem positive aufbauende Kulturarbeit durch Vertiefung des Heimatbewußtseinin Vorträgen, Bildungs= und Aufklärungsbestrebungen aller Art. Die Sozialdemekratie beteiligt sich an dieser Arbeit zwar nicht offiziell, greift sie aber auch nicht politisch an, während sie zu dem oben erwähnten„Heimatbund“ in schärfster Kampfstellung steht. Es wäre zu wünschen, daß der ursprüngliche Heimatgedanke in seiner schlichten unvolitischen Form auch bei zukünftigen Neubildungen ebenso rein und unverfälicht erhalten bliebe, wie hier, denn dies scheint vorläufig der einzige Weg, um die auseinandergerissenen Schichten uiseres Volkes zu gemeinsamer aufbauender Arbeit zu vereinigen. Dr. Martin Roehl. W S die Oedheit der gleißenden Steinstraße, die sie ihr Zuhause nannten. Und hier spürten sie noch ein anderes: wenn die Bauern von ihrem Feierabend erzählten, von der Ruhe und Gemächlichkeit ihres Tages, dann schien es ihnen, als sei die hastende Stadt ein Dieb ihrer Zeit, als kürze sie das Kostbarste des Menschenbesitzes: Das Leben. So wuchs das Sehnen zur eigenen Scholle, wuchs wie die Erinnerung an Längstverlorenes. Erst später mischte sich in dieses rein Ideelle das Materielle, der Vorteil der Selbstversorgung, der damit zusammenhängt. Liebe zur Scholle, Stolz auf Erdbesitz— der Krieg hat es neu in uns wachgerufen. Es empfand der Bauer das Glück der Heimat; er, der kaum seinen Fuß über die Nachbarschaft gesetzt hatte, lernte in fremden Ländern, unter fremden Zungen, das große Heimweh kennen, das, was sich nicht abschütteln läßt wie der Staub des Landes. Und die andern, die Heimatlosen in der Heimat, die im Steinmeer der großen Städte Eingekapselten, spürten aus ihm das Wunderbare, Kraftströmende des Heimatgeistes, den Wurzelballen im Vaterlande, und sie lernten den dürftigen Baum in ihrem Hofe lieben, der pulsenden Straße des hastenden Lebens dennoch ein Stück Eigentums abgewinnen, schufen sich, wo sie es konnten, Gärten hinter dem Steinmeer, Erdbesitz wenigstens für kurze Jahre. Aber das Sehnen wandert weiter, wandert hinaus auf das Land, das Blut unserer Ahnen treibt in uns, der Geschlechter, von denen wir uns lösten, als sich um Industrien Städte ballten. Es kommen Stunden auch über uns Menschen der großen Städte, da hören wir das Blut singen von alten Tagen, fühlen wir, daß dennoch Wurzeln unseres Ichs in einem Heimatboden ruhen— irgendwo, vielleicht schon halbvergessen — und es geht ein Ziehen durch unsere Seele, ein Sehnen nach dieser Heimat, ein stilles, segnendes Glück. Solche Stunden sind rein und verklärt, sind ein Insichgehen und Rechenschaftlegen, sind der Heimat heiliges Segenswalten. Du, der du auf eigener Scholle stehst und täglich siehst, was deine Heimat ist— aber auch du, der du dich träumend versenken mußt, ehe dir dieses Bild ersteht: vergesset nicht, daß Heimatliebe Urkraft ist, Heimalerde das Schönste, was wir besitzen könnten. Ehret sie durch eures Geistes Glauben, curer Hände Arbeit! K Daus 110 1hat an a 1: bupachtun. S## TO#g S S 45 2 ToTT „= 9-*•— * SE SSESTSTESS S S Sg## S S ASS#SESSSTSEE # STS. S S-- SSpgige S „*** ToS TE "••*•T..• *„*„„ S STSSS 5 OEn Anterhältungs=Benagt zut„Schiberter= Gellung“. SI Wc Albert Lortzing in Westfalen Von Walter Kaulfuß. Die heimischen Bühnen haben schon so manches Stück von Albert Lortzing zur Aufführung gebracht. Da sei es ver stattet, einmal einem weiteren Kreise davon Kenntnis zu geben, daß westfälische Bühnen es waren, die das eine und andere Werk Lortzings aus der Taufe hoben. Hat ja doch auh Lertzing einige Jahre lang in Westfaeie Schauspieler gevirkt und viele Lorbeeren im Lande der roren Erde gepflückt. Schon in jungen Jahren war Lortzing nach Westdeutschland gekommen, zu einer Zeit, als das Theater in Westfalen noch sehr im arhen lag. Mit dem Thespiskarren o en die konzes ionerten Theaterdirettoren luch Wstiaens Gaue, spiesten einige Zeit in dieser, dann wieder in jener Stadt. Auf Rosen war keiner von ihnen gebetiet. Wer d.e Bochumer Theater zeschichle von dem Ve: faiser dieier Zeisen gelesen hat, wird darin gefunden haben, wie mannigfach die Schwier### ei#en der ersten Theaterdirektoren in Wstsaen waren. Ener der fähzigsten Theaterd rektosen vor hundert Jahren ro zing hatte in diesem Jahre ein Jubiläum, der Tag seiner Gelurt jähre sich zum hunder en Male— war unzweifelhaft August Pcher, der von 1813 bis 1848 die Teaterkonzession in Westsalen besaß. Er spielte in Purmont, Waldeck, dann vor allem in Mänster, in Hagen. Bochum und einigen ande er Städten. Nach stebenjührige: Tütigkeit berichtete er:„Ich habe seik 7 Jahren ein ledeutendes Kapital zugesetzt, die Anforderungen des Publikums steigen von Jahr zu Jahr höher und der Besuch wird gesinger.“ Picher war dem Verzaen nahe. Da kam Rtung aus Detmo d. Der Detmolder Fürst hate ein eigenes Hofthealer errichtet und derief Pichler zum Leiter. Drei Monate mußte Pichler in Detmold spielen, während der übrigen Zeit konnie er Westfalen bereisen. Zu dem Verbande der Detmolder Hofbühne gehörte nun auch Lortzing und zwar seit dem Jahre 1826. Zueifellos hat Pichier auf den jungen Schauspieler und Sänger einen großen Einfluß auszeübt— Lortzing bildete sich folgendes Urteil über ihn:„Pichler ist ein sehr lieber, stiller, einnehmender Mann.“ Lortzing verstand es sehr bald, das Publikum für sich zu gewinnen. I. Ch. Stlüter schrieb über Lortzing:„Er ist jung, hülsch, schlank, bewezt sich leicht und frei, und da er mit diesen empfehlenden Eigenschaften viel Routine verbindet, so ist er im Lustspiel an seiner Stelle.“ Auch die Presse sältte ein günstiges Urtell. Der„Westfaliste Merkur“, so rieb:„Her: Lortzing hat als Carl Ruf in der„Schachmaschine" Proben seines nicht unbedeu enen Talentes für die Bühne an den Tag geegt. Eine ausgezeichnete Bühnensewandtheit, eine angenehme Leich tigkeit im Vortrag, und ein jugendlich angenehmes Aeußere sind die verzüglichsten Lichtse##en dieses Künstiers. Er hat es in der Kunst dahin gebracht, sein Organ gehörig zu beherrschen, und bei der, wie wir glauben, ihm nicht fehlenden Bildung, den Ceist einer Rolle richtig aufzufassen, wird er mit der Zeit einen ehrenvollen Platz unter Thaliens Priestern einnehmen.“ Diese Erfolge mögen den jungen Künstler an espornt haben, sein Glück auf einem ganz anderen Geviee zu versuchen. Lortzing war mehr Sänger und Musiker, denn Schauspieler. Schon nach zweljähriger Tätigkeit in Detmold und Westfalen kam er mit einer eigenen Oper heraus. Sie war betitelt„Ali Bascha“ oder„Die Franzosen in Albanien.“ Tur. kische Oper in einem Alt. nach einer wahren Aneldote. Die Öper erlebte am 1. Februar 1828 in Münster ihre Uraufführung.„Von G. A. Lortzing, Mitglied des hiesigen Theaters“, stand auf dem Theaterzettel. Lortzing selbst sang die Hauptpartie. Nach Münster ward die Oper nur noch in Osnabrück und Detmold aufgeführt. War der Erfolg auch nur bescheiden, so ließ sich Lortzing doch nicht entmutigen. Schon einige Wochen nach dieser ersten Uraufführung folgte in Münster eine zweite. Am 24. März 1828 kam heraus:„Hochfeuer, ein lyrisches Spiel von Dr. Sachs, Musik.von Herrn Lortzing.“ In dem gleichen Jahre konnten die MünM ggigzuumngiss Wir wandern weit—— Wir wandern wet, der Lärm der Stadt ist hinter uns verklungen. Die ersten Sterne beu ten matt durch fahle Tämmerungen. Der Nachtwind harst im hohen Korn sein Lied, die Nevel steigen. Aus Gettes heilgem Wundeihern sätlt andatsvollee Schweigen. W•r wandern weit mit uns allein und unseres Blutes Singen heit sich ins Sternenlicht hinein auf trunkner Träume Schwingen. Willi Lindner. ggst sterianer noch eine dritte Komposition von Lortzing entgegennehmen, das Oratorium „Die Himmelfahrt Jesu Christi“. So wuchs Lortzing mehr und mehr in seinen eigentlichen Beruf als Opernkomponist hinein. In erster Linie pflegte er die deutsche komische Oper, als deren Meister er bezeichnet wird. Seine eigenen Erfahrungen als Schauspieler werden ihm dabei wertvolle Dienste geleistet haben. Dr. Schwermann urteilt über Lortzings Gesamtschaffen in einer längeren Aohandlung über dessen Bühnentexte:„Und immer wieder staunen wir über den unversiegbaren Quell seiner köstlichen Laune. Wie ein belebender Heich durchzieht srohsinnizer Humor all seine Se. öpfungen, aber in seinem harmlosen Scherze nie verlerend. Denn heiter und rein war sein Gemüt. Im sonnigen, glücklichen Lächeln stehn die Gestalten seines Frohsinns da, von Frivolität und Anstößigkeiten weiß des Dichhters tindlicher Sinn nichts.“ 140 Jahre fahrende Post in Westsalen. Von Ernst Lindemann, Herne. „Und von„flinken“ Rossen vier, Scholl der Hufe Schlagen... Wer jeden Tag seinen persönlichen Aerger haben muß und ihn als unerläßliches Lebensbedürfnis anspricht, der wird gewiß in dieser Zeit der Sorgen und Not in ungeahnter, nie erträumter Füllle auf seine Kosten kommen; denn wo gäbe es jetzt etwas, über das man sich nicht zu jedrr Zeit rechtschaffen ärgern könnte. Wer sich aber auf dieses Steckenpferd nicht kaprizier# wird jeder Erscheinung dieses Lebens zwei Seiten, also auch eine gute Seite abgewinnen wonnen und seinem Wahispruch getreu bleiben: Des Lebens Unterstand mit Wehmut zu genießen, ist Tugend und Begriff. Als Schmerzenskind aller Schmerzenskinder wird wohl zu zeit urfr Verkehrs=, insbesondere das Postwesen be.rachtet, über das man sich hinreichend ärgern kann. Abgeeehen von den hohen Portosätzen, die nun bald auf mehr als das dreißigfache seit den Vortriegsjah en gestiegen sind, neiß die Post jetzt auch allerlei andere kleine Liebenswürdigkeiten auszuhecken, die den sehnlichst auf die Post wartenden Menschen zuweilen Nadelstich auf Nade stich beibringen. Gewiß, die vielen Postdiebstähle haben stark nachgelassen, und man kann wieder mit einiger Sicherheit sein bißchen Hab und Gut diesem Institut anvertrauen. Mit der früher so viel geühmten Finldigkeit und Firigkelt der ost in es aber gesenwärtig nicht besonders wbeit her, und wenn man es früher als Aostverständlich betrachtete,„so und so viel ma.“ des Tages seine Postsachen„pünktlich" in: Haus gebracht zu bekommen, so ist das hsute auch in gewisser Hinsicht nur noch Erinnerung. Daß wir uns bei alledem aber geradezu a’änzender postalischer und verlehrstechnischer E.nrichtungen ge ei## er unseren Vorfahren zu erireuen haren, dü fen wir dabei nicht vergessen. Seten wir auf die Anfänge des Post= und Beförderungswesens hin, so kann einem schier eine Gänsehaut überlausen. Dabei braucht man nicht einmal gleich an den monströsen Thomas=Wagen zu denken, der einst den Verkehr zwischen Bochum und Herne re esie, und Lokomotive. Ten er sowie Perione=Alteil zug eich war. Diese: zweistöckige Wagen soil seinen Namen deshalb erha ten haben, weil kein Mensch, der ihn nicht selbst gesehen, hätte glauben wollen, daß es solch ein Ungetüm geben Wine. Nach langwierigen Verhandlun en, vor allem mit Thurn und Taris und Kurtöln wurde endlich im Jahre 1782, also vo: gerade 140 Jahren, in der Grafschaf: Mark eine fahrende Post von Hamm über Kamen, Könizsborn, Unna, Sywerte, Iserichn, Liburg, Hagen und Schwelm nach Elverfeld eingerichtet. Se berührte also dei jetzigen eigentlichen Industriebezirk nicht. Ten fahrenden Posten veraufgegangen waren Betenposten und Rettsosten, die zunächst den postalischen Verkehr von einem Orte zum anderen und dann auch schließlich zwischen mehreren Orten„befriedigten". Als nun der große Kerfürst diese fahrende Post eingerichtet hatle, hätte man annehmen können, daß die Bevöllerung ob dieses eminenten Ku#tur'ortsch itte: hocherfteut gewesen wäre. Im Gegenteil. Be. der vermaledeiten Kleinlaate ei sener Zel ar es nicht zu vernelden, daß die fahrende Po# alle paar Minuten die Grenzen eines anderen Polentaten passieren mußte. Ob sosch unerhörter Respeltlosigkeit gegenüler den Hoheitsrechten der ein elnen Staalen des heiligen römischen Reiches deutscher Nation mußte man ja empört sein, und so wurde denn damals das — wohl scher#zhaft=ironisch gemeinte— Wort geprägt:„De Grenz is nich dortau dar, dat sei von dem Utlandsverkehr niederpedo ward.“., 4m#. Tchr, Nun waren aber auf einmal die Fahrposten da und konnten benutzt werden. Man darf sich allerdings diese Fahrposten in allzu kühner Pyankasie nicht als elegante, auf Federn ruhende Kutschwagen vorstellen, in deren Inneren es auf schwellenden sich behaglich hinüberträumen ließ zum ersehnten Ziel. O nein, es waren liche Kastenwagen, in und auf gedörig dur heinandergeschüttelt wurde. S gen? Jawohl, au dem Wagen: denn die ernen Posten hatten inwlern noch einen beonderen Vir ug, daß sie gleichzeitig als Au s. k:„Po#en“ benntzt werden konnten. s mußten die Wagen nämlich mit Letter senllegen we den: und das konnie auh nicht einmal ein jeder. Ein lanniger Cyronist seiner Zeit schreibt:„Artige Frauenzimmer konnten sich unmöglich auf einen solchen Wagen setzen, wenn sie sich nicht in der Jugeno im Zauntiettern, Elsterneuerausnehmen und Apeipflücken umgesehen hatten: denn der Schwung über die Seitenleuer erforderte eine besonder Gewandtheit, und wenige konnten ihn tun, ohne die unten steheuhen Wagenmeister und Staitinechte zum Lachen zu bringen.“ Auch andere wenig beliebte Tücken hatten diese primitwen Postwagen bei der„bodeulosen Schle###tigleit“ der Wege oft an sich. So es vorgekommen sein,„daß Paisagiere und Ponillion bei schlechten Wegen durch die Stöße des Wagen; an die Erde geschleudert wurden“ auch„daß die Passagiere vor lauter Packereien und üblen Gerlich im Wagen kaum hätten sitzen können, und daß die Portwagen zur nicht geringen Blamage de. Post selost, ganz steben geolieben wären.“ Harmlos waren zum Teil die Gründe, aus denen sich die Poster ab und zu verzögerten. Wenn zum B Herren auf einer Station das Marn mal ganz besonders gut erschien, dann war auch der Postillion kein Unme sch, zumal er vielleicht auch einen Krug diese: eden Gebräues zu bewerten wußte. Da kam es dann aus eine halve Stunde nicht an. Weniger angenehm für den besagten Postil ion war eine andere Versäumnisurjache, die, wie der Cyronist trocken erzählt, darau entland, weil„ein Hausen Bauern den Postittion, da er über ihren Acker gefahren war. erst abprügeln mußte.“ Mit der Zeit besserte sich dann aber manches. Kurbrandenburg führte das Posthorn ein, auf dem die Postillione fleißig blasen mußten, und sich so bald in die Herzen des Volies und vor allen Dingen in die Herzen der Dichter einschmeichelten. Die Tichter übersahen dafür, wie Lenau, freundsichn kleine Uebetstände und sangen „von flinten Rossen vier". Schließlich wur. den auch die Pontwagen verbeisert. So bekamen die ein Berdeck von„gewächseter Leinwand". Aufstiegteitte und Laternen; Verbesserungen, von denen man hosste,„daß sie einen Haufen Passagiere auf die Posten ziehen“ würden. Auch die Wege wurden nach und nach immer besser. Das gesiel aber, so komisch wie es klingen mag, den Anliegern der Poststraßen garnicht. In unübertroffener Menschen= und Tiersreundlichkeit wandten sich die Anlieger der Poststraßen derhalb mit Vorste lungen an die Regierung, in denen diese darauf hingewiesen wurde, daß ein großer Teil der Berölkerung der an der Haurtstraße liegenden Städte und Ortschaften eeist dach die der eir Sachatcte urtr Aarce. In hunzsomertüre taßten. [ Vom önlichen Himmel her landen nun1 mehr leise, lanngedehnte, wundervolle Attorde. Ein Hände sches Largo schwebt in breiten Goldgreifen über den Horizont. mer mehr fliefen die Faroen in die Breite und ver ünden die Stelle, wo die alles Ueberstrahtende sich erbesen wird. Durch den wach gewordenen Wald huscht es wie ein scheues Geflüßter. Der Flötenspie'er sind nun Hunderte. Verschlafen dehnt sich die müde Ackerscholle. Von der Odeborn her steigt Weihrauch feierlich empor. Das Feuerband brennt am ganten Ost. Dar Largo schwillt in brausenden Akkolden zu einer gewaltigen Jubeisymphonie. Darüber erzittern die Wellen im unermeßlichen Aether. Immer feuriger jubelt das Largo. Die Piccoloftöten der Vögel durchwirten wie zartes Blürengerank die breiten Ströme der Farben und Harmonien. Alles ist Freude. Erwartung: alles ist Frische und Kraft. Reine und Jugend. Da hebt sich die göttlich Strahlende den Horizont. Ich nehme meinen Wanderhut in die Hand und erlebe bebend das heitige Geschehen. Mir ist zumute wie in einer gnadenreichen Weihestunde, wie bei einem erhabenen Gotesdienste im Kristallbau des in dem die Morenröte wie eine Monstranz die goldflutem#e Hostie de: Sonnenballs weithin sichtbar der hatrenden Natur offenbart. Nun schütteln die stolzen Waldbäume die Nacht vollends ab. die auf ihren noch laublosen Zweigen hockre. Nun strecken sie die — jo tom Plsseer Aeste wie erlöst, fre dig dem jubelnden Morgen entgegen. der merndem Gewande schreitet. told= und silberschimdurch den Walddom Wemenia morl. (Nach Michelangelos letzter Zeichnung) Auf ödem Weg. mit müdem Schritt, Wantt eine alte Frau. Die Furchen in ihrem bleichen Gesicht. sprüht das Auge trübslackerndes Licht, Vom Leben rauh. Da, plötzlich bleibt die Greisin stehn Und söhnt ein„Gettelbarm.“ Es reckt sich heraus aus der Erde Schoß Vor ihr auf der Straße mit jachem Stoß Ein wucht'ger Arm. Die Hand zeigt ihr ein Stundenglas. Nur stärlich rinnt der Sand. Da wußte die Alte, nah ist der Tod, Und das ist sein Gruß, den er mir entbot, Aus seinem Land. Dr. Hünnebeck. een. dde Sare dröwer! Stolt un vörnehm klaterte use Stiepelaner in de twedde Klasse. Hm. wat sich dar in de weelen Posster vermost sat! Grade ar in en richtiget Saupha. Mei ehm fötherten dier Studenen, de op Ferigen west wassen un nu noh Bonn trünge wollen, lustige, junge Lür. de Baudme ten fründlick begrüßten, siet vorstal#ten un ehm freigen, wo he hen woll. Ern Wort gaw ei annere un so wir bolle de schörrste Unvervoltung im Gange. Wat Baui werten an siene Reiselumpane gan; besonners gesoll, dat waß, dat se ehm in eenem „Herr von Sterer neimten.(He hadde sick nämlick as Schulte=Baukweiten van Stiepel vörstaltt. Düese Uemquarteerung in i Adelsstand leit sick Bautmeiten ad en Mann, de kör sien cegen Piäleer reist, gärne gefallen. A. de Zug en Endien ächter Essen waß, meinde eenen van de Studenten, de Locht Kupee wör wal dömpsch. Schulte Baukte schm öitt bekanntlic Cromers Strang. stater Se. Herr von Stiepel, daß ich etwas Lu#t mache?" nich? Mit'n größten Plae Spaß macht!“ sagg BankW#ten wohlwallend. De junge Mann stonn op un gaw sick an 'm langen Hiren te trecken, de unner de Decke bong.„Notbremse" stonn op dem Dings schrierten.: Lwer so faste de Jüngling ot trock, e tree, dat Dinges nich los.„Schwächling“, sagg de twedde Siudent.„laß mich mal ran; ich werde die Coose schon deichseln!" Men blos, he kam mei dem vertrackten Isenprötel ok nich torrchte. Grade so gong ei dem drüdden Studenten. He trock ertra siene Juppe ut un spinaete in de Pooten. Holp alles nir. Dat D.:es sat fast. Atteßie kreen ei Schulte=Bankweiten met de Un eduld.„Ja, ja“, sagg he öwerlegen, „för A#denten is dat nir. Ink sittet et im opp: ick hew et in de Füste. Wat en Minsche nich kennt, do sall he van denne bliewen!" Domet stonn he op. trock. un— bums!— stonn de Zug met eenem Ratsch still. „Ranu?“, freig de Schulte verwünnert, „wat is denn nu los?“ „Das werden Sie gleich hören!" saggen de Studenten un lachten sick en Ast. Et duerte ok nich lange, dann kam de Zügführer in dat Kupee.„Hier ist die Bremse gezogen worden!" sagg he scharp. „Allerdings“, ga cenen van de Studenten tor Antwort.„Herr von Stiepel war so frei. Der dicke Herr dort in der Ecke!“ Un he wees mel'm Dumen op Baulweiten. De Fall worde to Protekoll nommen un de Schutte moch tiehn Daler afladen— wegen unbefngter Betätigung der Notbremse, as de Beamte sagg. Dat waß en verdreitlick Geld, ower Schulte=Baukweiten beet in den suren Appel as en Mann, de för sien eegen Plaseer reist. durch eine Veroesserung der Wege dem Hungertode ausgelieterr würde, da ihnen die bisherige Einnahme, die ihnen aus ihrer Beswärtigung ale Feldschere(1!h, Hufschmiede und Wagenbener entsprungen sei, entzogen werden würde. Richt minder beklagten sich die Pierdezüchter und Pfe.dehändler, da der bisherige starte Verbrauch an Pserden bei beisserer Beschafsenheit der Wege sich stark vermindern würde(29. Wat dem einen sin Uhl. is dem annern sin Nachtigall! Ein jedes Ding hat eben wei Seiten. Sonnenaufgang in Hoheleye. aus„Predeek, Heimlant“. Noch beim fahlen Lichte des verfinlenden Mondes, ganz in der unberührten Frühe des kindlichen Tages, krieche ich frierend aus meiner Hütte ins Freie. Ich finde die heilige Frühe schon bei der Vorbereitung für das Wunder deSonnenaufgangs. Sie spannt einen Dom aus blaßblauen Gläsern, löscht die marten, ungezählten Lichter der Nachtweihe eines nach dem andern und weckt im schiafenden Walde einige Flötisten, die bald darauf mit einem süßen Vorspiel einfallen. Es sind nur ein paar winzige Bruchstücke von dünnen, aber seinen Melodien, die aufgeschreckt und abge*, Heimland, ein Sauerländer Wanderduch von Fran; Predeek, Verlag von. J. Stahl, Arnsberg i. W.(50 Mark.) Schulte=Baukweiten un de Studenten. Schulte=Baukweiten ut Stiepel is en ümgänglicken Minschen: men blos de Studenten kann he nich utstohn; wann me blos dovan türt. spigget he Gift un Füer. Uewelniemmen kann ehm dat nümmes, denn de Art hei ehm eene Kär schlecht merspiellt. Dat waß im Herwest. Opm Felle waß alles dohn, un nu woli sick de Schulte en klein Provatpläseer för sienen eigenen Kopp zünnen.. Sen Nohwer Schulte=Kump hadde ehm so vüe lran Köln un vam Kölner Dom vörpramt, der he am Enne beschloot, de Gröschen für de Reise eß drau te setten un Köln mer ceenen Oogen antekieten. Worüm oi nich? Wat Schulte=Kump kann, dat kann Schulte=Baukweiten ganz siecker! Et waß noch fröih am Dage, as Baukweiten mer siene Rumpellutsche, Modell achtundettig, in Bautem op'm Bahnhof ankam. Am Billjetschalter waß noch so recht ken Bedreiw. En ollen Reiseontel, de taufällig ot not Köln woll, leit sick grade en Billjet drüdder Klasse giewen. De Schulte trock sienen Geldbüel un reip im vörnehmsten Hochdütsch:„Dasselbe in grün!“ Un de Beamte gaw ehm en Billjet twedder Qualität. Dar waß för en Mann, de süs gewönnt is,„erste Klasse van unnen“ te#öihern, en klein Mallör, ower Schulte=Bauk= weiten keit sick nir merken, denn de woll „Ja. ja“, böhnen eenen van de Studenten, „för Buern is dat nir. Git hewwet et woll in de Füste. ower im Koppe fehlt et. Wat en Minsche nich tennt, do fall he van denne bliewen!" W. Oschmann, Bochum. Heimatbücher. ind. Ein Sauerländer Wanderbuch von Fran; Predeek. Mit zwanzig Federzeichnungen von Josef Schwermer. Schön gebunden Mk. 50.- zuzüglich 10 Proz. Teuerungszuschlag. Verlag von J. Stahl, Arnsberg i. W. E.n Wanderbuch! Mit Künstlerangen, die alle Schönheit trinken, die seierliche, die schwermütige, die liebliche und die verträumte, und mit Herzen, die alle Regungen der Natur aufs innigste mitfühlen, haben Verfasser und Illustrator dieses Buches von Arnsberg aus das obere Ruhrtal und seine weitere Umgebung bis Winterberg und Medebach durchwandert. Was sie an goldenen Sonnentagen und in silbernen Mondnächten, in der heiligen Früh' und im geheimnisvollen Abenddämmern, auf einsamen Höhen und in verschwiegenen Tälern, in Regen= und Schneestürmen, unter Bäumen, Biumen und Menschen innerlich erlebt, ist tief und 9.## und findet in der seinen Sprache Prer::ks und in den stimmungsvollen Federzein gen Schwermers einen Ausdruck, der je#es natur= und heimatfrohe Hecz ergreisen und hoch über den Alttag beben wird.