Regelmäßige Beilagen: Schwerter Hausfrau und Mutter. Aus dem Reiche der Mode. Heimatdlätter u Lustiges Allerlei. Kinderzeitung Unser Blatt. u Unterhaltungs- u. Romanbeilage. u Spiel, Sport und Curnen. u Lebensbild. Kunst u. Wissen. u Gartenratschläge. Verbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung Schwerter Volksblatt Westhotener Zettung Apierdecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung Amtliches Kreisblaut für den Kreis Hörde. Erstes und ättestes Cagesorgan des Kreises.— Generalanzeiger für den Kreis Hörde. Die„Schwerter Jeitung“ erschegnt Celegr P, Praus, Schwerzgugg Postscheck: Dortmung 29#92 Verantwortliche Schriftleitung: Karl Richter; Stadt und ProvinzFtiedr Kraas; sämtlich in Schwerte. Nr. 164 Samstag, 15. Juli 1922 55. Jahrgang Zum Geleit. Das eigentliche, einzige und tiefste Thema der Welt= und Menschengeschichte, dem alle übrigen untergeordnet sind, bleibt der Kampf des Glaubens und Unglaubens. Alle Zeiten, in denen der Glaube herrscht, in welcher Gestalt er auch wolle, sind glänzend, herzerfrischend und fruchtbar für Mitwelt und Nachwelt. Goethe. Neueste politische Nachrichten. Als Nachfolger des Reichswehrmi nisters Dr. Geßler wird der Kommandant der Berliner Schutzpolizei, Kaupisch genannt. * Nach dem Matin soll es Maxim Gorki, den die Moskauer Regierung verhaften lassen wollte, gelungen sein, über die russische Grenze nach Deutschland zu flüchten. * Der Reichswirschaftsrat tritt am Ende dieser Woche in die parlamentarischen Ferien. Die Ausschüsse vertagen sich bis Ende Septemver. Die nächste Vollsitzung des Reichswirtschaftsrates findet voraussichtlich Mitte September statt. Nach der Kreuzzeitung fällte das Reichsgericht eine Entscheidung, daß der Bußtag nach wie vor gesetzlicher Feiertag sei, und die Arbeiter eines Fabrikbetriebes nicht ermächtigt seien am Bußtag zu arbeiten. Ministerialdirektor von Stockhammern begab sich zur Fortführung der deutsch=polnischen Verhandlungen nach Warschau. Der diesjährige Parteitag der deutschen demokratischen Partei wird laut Beschluß des Vorstandes vom 11. Juli in Elberfeld stattfinden. Vermischte Kunde. Auch bei den Zulukaffern herrschen teure Zeiten. Wie der dänische Schriftsteller Olaf Linck, der ein Jahr im Jululand zugebracht hat, erzählt, nimmt dort die Vielweiberei ab. Die Grüde dafür sind jedoch nicht moralischer Natur, sondern müssen auf das Konto der Teuerung geschrieben werden. Eine gute Frau kostet jetzt acht Ochsen, und der Markt liegt so fest, daß viele Väter ihre Töchter auf Abzahlung verkaufen. Der Mann bezahlt bei der Uebernahme einen Ochsen und dann wöchentlich einen weiteren. Wenn der Käufer die Ratenzahlungen nicht pünktlich leistet, holt der Vater seine Tochter zurück. Ob er auch die Anzahlung zurückgibt, darüver wird nichts gesagt. bedurfte des Eingreifens der greisen Mutter des ermordeten Ministers, um dies zu verhindern, denn Rathenau war mit dem Hohenzollernhause befreundet. Aus Londonwirdberichtet, daß der Hoflieferant des Königs von England, der für den königlichen Haushalt Butter, Milch u. Eier zu liefern hat, zu einer Geldstrafe von 20 Pfund verurteilt wurde, weil er anstatt Butter Margarine für den königlichen Haushalt geliefert hatte. * New York Times meldet aus Chikago: Edward Morris, der Morris=Transport=Gesellschaft habe die Verschiffung von über 1 Million Pfund Nahrungsmittel nach Deutschland im Werte von 1¾ Millionen Dollar übernommen. Der erste Transport von 35 Eisenbahnwagen geht morgen ab. zeitweisen Höhe von fast 550 stürzte die Mark in schwindelnde Tiefen. Die Reichsregierung hat in einer soeben veröffentlichten Note um eine Stundung für die Mitte Juli fällige Reparationsrate ersuchen müssen, eine Bitte, deren Berechtigung unter den heutigen Verhältnissen auch bei der Entente nicht verkannt wird. Es handelt sich jetzt nur noch um die Bedingungen für diese neue Stundung. * Das deutsche Oberschlesien ist jetzt wieder vollständig von unseren Truppen besetzt. Wünschen wir, daß ein verstärktes Aufblühen dort Platz greift und die Verbindung mit unseren Landsleuten im entrissenen Gebiet doch nach Möglichkeit aufrecht erhalten bleibt. vor den Ferien. Aufruf Von den in Deutschland bestehenden Zementfabriken sind wegen Kohlenmangels 30 außer Betrieb und die übrigen können nur bis zu 60 Proz. ausgenutzt werden. Eine Besserung in dieser Industrie läßt sich erst erwarten, wenn die durch Ueberstunden im Ruhrrevier erhoffte Förderungssteigerung durchgeführt ist. * Das größte Wanderheim des Harzes befindet sich in Wernigerode im Neuen Schützenhause, mitten in herrlichster Umgebung. Es ist sowohl als Durchsgangs= wie als Standquartier zu empfehlen, da auch die Preise so gering sind, daß sie jeder jugendliche Wanderer aufbringen kann. * Vier neue Welt=Höchstleistungen hat letzthin wiederum der bekannte amerikanische Schwimmer John Weißmüller aufgestellt. Den Rekord über 100 Yards verbesserte er von 53 auf 52,8 Sekunden, evenso die Retords über 440 und 500 Yards und über 100 Meter um 1 bis ½ Sek.. * Die Ausschmückungskommission des Reichstages beschloß bekanntlich, das große Standbild Kai ser Wilhelm I. während der Trauerfeierlichkeit für Rathenau zu verhüllen. Es Die Not der alten Leute, die bisher von ihren Renten lebten, wird immer ergreifender. Fortwährend gehen solch Bedauernswerte freiwillig in den Tod, im vorigen Monat waren es in Deutschland zusammen 86!! In Paren hat sich jetzt eine 80jährige Greisin das Leben genommen, da sie ihren Kindern, obwohl sie treu für sie sorgten, nicht zur Last fallen wollte. * Der tägliche Verbrauch von Streich hölzern beträgt in Deutschland, auf jeden Kopf der Bevölkerung berechnet, zwischen 4 und 5 Stück. oder auf Familien von je vier Personen umgerechnet in jeder Famtlie 16 bis 20 Stück! Das weiß man genau erst seit Einführung der Zündholzfteuer. Das Statistische Reichsamt veröffentlichte bezügl. Angaben. nach denen in Deutschland jährlich rund 93 Milliarden Streichhölzer in 65 Fabriken hergestellt, 19 Milliarden vom Ausland eingeführt und 2 Milliarden ausgeführt werden. Die Zündbolz-Industrie gibt zirka 5000 Arbeitern Lohn und Brot. die letzte Woche. Seit Monaten standen wir so oft in Tagen der Entscheidung. Und wenn es dann so weit war, daß der letzte Zweifel gelöst und die Zukunft festgelegt erschien, dann tauchten wiederum neue Fragen auf, die noch zu beantworten waren und abermals Entschließungen forderten. Es war wieder keine Entscheidung gewesen, wenigstens nicht die erwartete. Aber der Schicksalspfad des Deutschen Reiches hatte sich unter den einander folgenden Ereignissen doch mehr und mehr verengt, der Augenblick ist näher gekommen, wo uns ein Halt gegeben werden muß, wenn wir nicht in die Tiefe stürzen sollen. * Gegen den Abgrund des Bürgerkrieges soll diesen Halt das Gesetz über den Schutz der deutschen Republik bilden, das in diesen Tagen im Reichstage zur zweiten Lesung gelangt ist. Bayern und Württemberg und die bürgerlichen Parteien hatten die Fassung als einseitig, die sozialistischen Parteien als nicht weitgehend bemängelt. Auch in der Erörterung um die Lebensfrage Deutschlands herrschte also noch Meinungsverschiedenheit, obwohl hier die Einigkeit und die Verständigung Selbstverständlichkeit ist. Es dauerten auch die Versuche fort, der Reichsregierung eine breitere Grundlage zu geben, und der Gedanke an Neuwahlen machte sich immer stärker geltend, wenn dies nicht gelingen sollte. Dann lautete die Parole wieder Vertagung des letzten Wortes bis zum Herbst. Die Fassung, die das Schutzgesetz in der am Mittwoch in später Abendstunde abgeschlossenen zweiten Lesungs'erhalten hat, hat indessen die Gewerkschaften aufs neue ihre Forderungen nach Umbildung der Regierung und Verschärfung des Schutzgesetzes erheben lassen, so daß die Krise, die für den Augenblick schon überwunden schien, in voller Schärfe fortbesteht. Oberschlesien ist deutsch und muß deutsch bleiben. Aber die Aufgaben sind riesengroß, die uns die Abwehr der polnischen Bestrebungen stellen. Nur dann können sie durchgeführt werden, nenn dies Deutsche Reich den Oberschlesiern nicht nur moralisch, sondern auch materiell Hilfe leistet. Es gilt. die Finanzierung aller Organisationen auf lange Zeit sicher zu frellen, die der Stärkung des Deutschtums in Overschlesien, der Befestigung des Rückhaltes der Entrechteten an einem treudeutschen sten dien Zu Die kurze Zeit, die seit dem unheilvollen Johannistage, an dem Rathenau ermordet wurde, verstrichen ist, ist uns politisch wie finanziell teuer geung zu stehen gekommen. Die politischen Wirren haben das Vertrauen zu uns und unseren Kredit weiter geschmälert, der Aufstieg des Dollars bis zur iesem Zwecke ist der „Oberschlesische Hilfsbund“ gegründet worden. Auch wir begrüßen auf das wärmste die Gründung dieses „Oberschlesischen Hilfsbundes". dessen Aufgabe die Aufrechterhaltung und Förderung deutscher Kultur in Oberschlesien, insonderheit aber der Schutz des deutschverbliebenen Teiles von Oberschlesien gegen die gewaltig berandrängende polnische Propaganda ist. Wir fordern, mit Rücksicht auf die allen Deutschen„gemeinsamen, hohen vaterländischen Ziele, die der Oberschlesische Hilfsbund verfolgt, alle unsere Leser ohne Unterschied der Partei auf. den Oberschlesischen Hilfsbund in geeigneter Weise dauernd zu sördern und nachdrücklich zu unterstützen. Der Oberschlesische Hilfsbund ist, wie der kürzlich veröffentlichte Aufruf des Oberpräsidenten von Oberschlesien bekanntgab.„nach Entscheidung des Wohlfahrtsministeriums vom 24. Februar 1922, die einzige Stelle, die jetzt die alleinige Sammelerlaubnis für diese Aufgaben im deutschen Obrschlesien erhalten hat, womit jeder Zersplitterung der in Oberschlesien tätigen Kräfte, sowie der für diese Zwecke zu sammelnden Gelder ein für allemal vorgebeugt ist.“ Es ist die Ehrenpflicht eines jeden Deutschen, zu seinem Teile dazu beizutragen, daß die durch das Genfer Diktat zwar entschiedene, aber nicht gelöste oberschlesische Frage in der deutschen Oeffentlichkeit und in dem Herzen eines jeden Volksgenossen dauernd denjenigen Widerhall findet, auf den sie im Hinblick auf ihre kulturelle, wirtschaftliche und weltpolitische Bedeutung Anspruch hat!— Wir weisen ausdrücklich darauf hin, daß alle für den Oberschlesischen Hilfsbund bestimmten Zahlungen ausschließlich an die Haupgeschäftsstelle in Breslau oder an die Konten der Geschäftsstelle Berlin: Postschock=Konto Berlin Nr. 10899; Beiträge von Mk. 20000 an aufwärts an das Bankhaus Mendelssohn& Co., Berlin W., Jägerstraße 49/50, oder an die Bank für Landwirtschaft. Berlin SW., Dessauer Straße 26, Konto:„Oberschlesischer Hilfsbund" zu leisten sind. Wer noch an der Notwendigkeit der Rettung des deutsch gebliebenen Teiles von Oberschlesien zweifelt, der rufe sich unauslöschlich die Worte ins Gedächtnis, die Korfanty in Posen gesprochen hat: „Die Entscheidung des Botschafterrates ist niht die endgültige Lösung der Frage. Wir müssen der Bevölkerung, die unter deutschem Joch geblieben ist, etfrigste Fürsorge zuteil werden lassen, damit sie weiß, daß der starke polnische Staat hinter ihr steht, daß der polnische Staat über sie wacht und ihr rechtzeitig zu Hilfe kommen wird.“ Deutscher Reichstag. Berlin, 15. Juli. Sitzung vom 14. Juli. Die Freitagssitzung begann mit einer kloinen Seehafenerörterung. Kiel will jetzt Handelshafen werden. Das liegt zweisellos im Interesse des ganzen Reiches. Redner aller Parteien traten für den Antrag ein, der auch einstimmig zur Annahme gelangte. Der Antrag. den 11. August, den Tag der Verabschiedung der Weimarer fassung als Nationalfeiertag festzusetzen, wurde dem Ausschuß Außerdem wurde der Antrag betreffend die Maßnahmen gegen die wirtschaftliche Notlage der Presse einen Ausschuß überwiesen. Wehrmachtfragen schäftigten dann den Reichstag, dazu der Entwarf eines Disziplinargesetzes für die Wehrmacht. Der Sozialdemokrat Hünlich behauptet, daß in der Wehrmacht die Disziplinargewalt wieder nach dem alten Muster gehandhabt werde und der Nadavergehorsam wieder eingeführt sei. Dem widersprach der deutschnationale Abg. von Gallwitz und ein Vertreter des Wehrministeriums. Im Ausschuß werden die Einzelheiten Vorlage geprüft werden. Am Schluß nahm das Haus Stellung gegen die Preistreibereien und den Schleichhaudel. Eine Regierungsvorlage will, wenn Verurteilung wegen Preistreiberei und unzuverlässigen Handel zu mindestens 3 Me#en Gefängnis oder 50000 4 Geldstrafe erfolgt ist, daß ein Anschlag dieser Strafe, ein Aushang im Geschäft und die Veröffentlichung in einer Tageszeitung erfolgt. In einer Ausschußentschließung wurde eine klare Kennzeichnung der Tatbestandsmerkmale des Preiswuchers gefordert. Ein Kompromißantrag will dazu die Feststellungen treffen, daß der Preis kein übermäßiger Gewinn und keine unzulässige Preissteigerung darstellt, wenn er der Marktlage entspricht. Vor allen sollen auch bei Gerichtsentscheidungen Sachverständige gehört werden. Damit erklärt sich auch der Reichsjustizminister einverstanden. In der Aussprache wurden die Nöte unseres wirtschaftlichen Lebens klar gekennzeichnet. Allgemein wurde der Wunsch laut, mtt der festen Handhabung des Gesetzes zu warten und auf die Bedürfnisse des ehrlichen Kaufmanns Rücksicht zu nehmen. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Am Sonnabend wird das Reichskrimmnalgesetz und das Beamtenpflichtgesetz auf der Tagesordnung stehen. Am Dienstag geht das Haus dann in die Sommerferien. Die neue Diätenvorlage gewährt den Reichstagsabgeordneten monatlich 8000 Mark. Aus Stadt und Land. Schwerte, 15. Juli. Erinnerungen. 1291 Kaiser Rudolf von Habsburg gest. 1792. Letzte Kaiserlrönung im Römer zu Frankfurt a. M.(Franz 11.) 1870 Frankreich beschließt den Krieg mit Preußen. Sonntagsworte. In jedes Menschen Leben gibt es Ereignisse, die tief in sein Dasein hineinragen und große Wirkung für die Zukunft haben. Manch einer der nach einem langen Leben voll Sünde und Schande schon gänzlich verstockt war, wird durch ein ernstes Eingreifen Gottes in sein oder seiner Mitmenschen Leben plötzlich anders. Mancher, der in dumpfer Interesselosigkeit und Stumpfheit einherzog, kommt plötzlich zur Einsicht und erglüht in Eifer für Jesus. So mag es auch mit Petrus gewesen sein bis zu jenem Tage des wunderbaren Fischzuges, als der Herr zu ihm sagte:„Von nun an wirst du Menschen fangen.“ Davon sagt uns das Evangelium des Sonntags. Wir wissen, wie Petrus diesen Auftrag des Heilands erfüllt hat. Ebenso wie Paulus hat er dem Herrn einen Teil der damalr betannten Welt zu Füßen gelegt und rasttos für die Ausbreitung des Evangeliums gearbeitet. Was Petrus im großen für seinen Heiland geleistet, das tann und soll jeder christgläubige Mensch auch in den kleinsten Verhältnissen in entsprechendem Maßstabe tun. Wenn Eltern ihre Kinder, Leyrer die Schüler, Geistliche ihre Konfirmanden in herzlicher Weise auf Jesus aufmerksam machen, was tun sie anders, als„Menschen für den Heiland fangen"? Wenn sturmerprobte Männer im scharfen Kampfe der Tagesmeinungen die Tatsachen der Ewigkeit betonen und die Fahne Jesu nicht in den Staub ziehen lassen, dann sind sie auch Menschenfischer. ** Postkreditbriefe. Auf die Einrichtung der Postkreditbriefe wird erneut aufmerksam gemacht. Sie erleichtern bei Reisen den Zahlungsverkehr wesentlich. Der besondere Vorteil der Postkreditbriefe besteht darin, daß der Inhaver seinen Geldmittel bei jeder Postanstalt des Deutschen Reiches in einfachster Weise ergänzen kann. Bestellungen auf Postkreditbriefe nimmt jede Postanstalt entgur7. ** Vermeidung von Strafporto Ein Erlaß des Reichspostministers an die Postanstalten besagt:„Es erscheint dringend geboten, ungenügend freigemachte Briefsendungen bis auf weiteres den Absendern nach Möglichteit unter entsprechender Benachrichtigung zur vollständigen Freimachung zurückzugeben. Ein Zwang zur Ergänzung der Freimachung darf dabei freilich nicht ausgeübt werden. Auch kommt eine derartige Behandlung nur insoweit in Betracht, als der Absender auf der Sendung genannt ist und die durch die Anfrage verursachte Verzögerung umbedentlich erscheint.“ ** Mangel an Papiergeld. Reichsbanknoten zu 500 Mark kommen nach einer neueren Mittei lung des Reichsbankdirettoriums spätestens Mitte August zur Ausgabe. Die Vorbereitung ist soweit gediehen. Auch die Ausgabe von 100= und 1000 Marknoten wird nach Möglichkeit noch weiter gesteigert. Eine Vermehrung der 1000=Markscheine ist aber wegen der Schwierigkeit ihrer Herstellung nur sehr begrenzt möglich. Man hofft aber dem Mangel an diesen S cheinen dadurch zu begegnen, daß seit dem 31. Mai 10000=Marknoten in immer steigendem Umfange ausgegeben werden und daß Mitte August die 500=Martnoten dazu kommen, so daß der Mangel an 1000=Marknoten einigermaßen behoben wird. Der Deutsche Industrie= und Handeletag bittet seine Mitglieder, bei Lohnzahlungen von der 500 Martnote in weitestem Umfange Gesrauch zu machen. Eine 100=Martnote wird vom Lohnempfänger meist am gleichen Tage gewechselt, so daß eine unverhältnismäßig große Menge von Roten nötig sind. ** Der Hausbrand. In diesen Wochen wurde sonst von den Haushaltungen der für den Herbst und Winter nötige Vorrat an Briketts und Kohlen eingekauft, denn es herrschten die billigen Sommerpreise, die eine wohltuende Erleichterung für den häuslichen Etat bildeten. In diesem Sommer ist es leider sehr, sehr anders. Die Kobbenforderungen der Entente, die Kohlensteuer, die Lohnerhöhungen, der Eisenbahntarif haben die schon im Juni hohen Preise vom 1. Juli ab der maßen erhöht, daß man schon Kapitalist sein muß, um einen größeren Posten Heizmaterial einkaufen zu können. Die Briketts kosten schon in Gegenden, nach denen ein bequemer Transport möglich ist, gegen 80(A. In entfernteren Gegenden sind sie schon über 100 Mark für den Zentner hinaus. Was bei diesen Heiz= und Kartoffelverhältnissen im Winter werden soll, ist schwer abzusehen. Und von diesen waysenden Sorgen ist im Reichstage fast gar nicht die Rede, der doch allen Anlaß hätte, sich darum zu kümmern. Einen lustigen Nachmittag bereitele genern nachmittag der Zirtus Barum den über 2000 Kindern Schwertes, die von ihren Lehrern und Lehrerinnen geführt gegen kleine Eintrittspreise von 3—5 Uhr eine Ertravorstellung betamen. Das war ein Leben, ein Lachen, ein Klatschen, Schwatzen und Strampeln, bis alles beschaut und angestannt war, was das„fahrende Volk“ darvot.— Interessant war's noch auf dem Nachhauseweg. Der „gesunde Wahrheitssinn" der Kinder untersuchte lephaft(und zum Teil enttäuscht) an den ausgehängten Bildplataten in der Stadt,„o b auch alles gemacht worden war“, was die Bilder aufzeigten und es ergab sich, daß es jedermann anzuraten ist, sich vor„Uebertreibungen" zu hüten und nie mehr zu versprechen, als gehalten wird; besonders gilt das Kindern gegenüber. Sie haben noch ein gutes Unterscheidungsvermögen von„Schein" und„Sein" und noch einen unverdorbenen Sinn für„Wahrheitsliebe" Manchem Kinde merkte man auch nach dem„Schluß der Vorstellung" deutlich an, wie in tiefsten Grunde all der bunte Flitter das Menschenherz nicht befriedigen kann. Wir sahen auch„unbefriedigte Gesichter.“ Das mag für alle die Kinder ein- Trost sein, denen es gestern nicht erlaubt worden oder sonst nicht möglich war,„in den Zirkus" zu gehen. Es gibt noch größere und reinere Freuden als solche, die ein bunter Nachmittag im Zirkus bringen kann und die Euch eure Eltern nicht vorenthalten werden. ** An die 35jährige Jubelfeier des M.=G.=V. „Liedertafel", Schwerterheide am heutigen Samstag im Vereinslotal und morgen Sonntag 4 Uhr als„Festkonzert" im Freischütz möchten wir noch einmal erinnern.(Näberes im Inseratenteil). ** Neue D=Zugwagen. Die Deutsche Reichsbahn hat bei den verschiedensten Fabriken neue D=Zugwagen bestellt, deren Ablieferung bereits begonnen hat. Nach Erledigung der Provefahrten dürften sie bald im Verkehr auftauchen. Im Gegensatz zu den bisherigen Wagen sind sie vollständig in Eisenkonstruktion ausgeführt, wodurch sie eine größere Sicherheit für die Reisenden bieten. Das Wagengewicht beträgt über 12000 Kilogr., was einen ruhigen Gang gewährleistet. Die neuen Wagen zeichnen sich durch gefälliges Aeußeres und gediegene innere Ausstattung aus, obwohl in allen Teilen zeitgemäße Einfachheit gewahrt ist. Sie sind mit elektrischer Beleuchtung anstelle der bisher üblichen Gasbeleuchtung ausgerüstet und mit kräftigen Heizkörpern versehen, die an die Niederdruckdampfheizung angeschlossen sind und eine wirtungsvolle Durchwärmung der Abteile bei talter Witterung ermöglichen. Die geräumigen Abteile eines 3. Klasse=Wagens bieten bequeme Sitzplätze für insgesamt 68 Personen. ** Fahrpreisermäßigung nur für Handwerks=, aber nicht für kaufmännische und Banklehrlinge. Eine Fahrpreisermäßigung will der Reichsverkehrsminister wohl für Handwerkslehrlinge, nicht aber für kaufmännische und Banklehrlinge gewähren. Bei der ungünstigen Wirtschaftslage der Reichsbahn könne eine derartige Vergünstigung nicht deren Aufgabe sein. Die jungen Leute wären wohl in der Lage, das Fahrgeld für ihre Berufsausbildung selbst aufzubringen. Die Reichsbahn könne nicht eine Vergünstigung gewähren wie bei den Schülermonatskarten, bei denen eine Ermäßigung bis zu 84 Prozent stattfindet. Wenn die Nachweise des Deutschen Industrie= und Handelstages zu einer anderen Beurteilung der wirtschaftlichen Lage der verschiedenen Lehrlingsgruppen führen sollte, so bittet der Minister, sie ihm zugänglich zu machen, um die Frage von neuem zu prüfen. ** Der Handelsminister gegen Reklame. Die Empfehlung und Begutachtung von privaten Lehrmitteln durch Leiter. gewerblicher Unterrichtsansntalten hatte der Handelsmininer schon im Jahre 1900 beschränkt. Jetzt hat sein Nachfolger bestimmt, daß außer den Leitern auch die Lehrer und sonigen Stellen, die mit der Schulverwaltung befaßt werden, zu vermeiden haben, Aeußerungen über Wert und Brauchbarteit von Lehrmitteln in prinate Hände zu geven, wenn diese zu Reklamezwecten verwendet werden können. Dieses Verbot gilt auch für Gemeinde= und Schulvorstände usw. Der Minister will die Anordnung nicht nur auf die Lehrmittel angewendet wissen, die im Buchhandel erschienen sind, sondern auch auf alle übrigen, insbesondere auch auf Schreib= und Nähmaschinen. ** Pilze. Neben den Erd= und Heidelbeeren sind es jetzt die eßparen Schwämme oder Pilze. als Steinpilze, Pfifferlinge und Champignon=, die gesan melt und gern gegessen werden. In der Zeit der teuren Fleischpreise sind die Pilze ein doppelt willkommener, nahrhafter Fleischersatz. Vielfach werden sie schon jetzt nach warmen Regen gefunden. Leider vergeht aber kein Jahr ohne Pilzverg## tungsfälle! Aus diesem Grunde möge die Warnung beherzigt werden, daß man Pilze, die man nicht genau tennt und nicht genau von giftigen Schwämmen zu unterscheiden vermag, lieber stehen läßt als sammelt. Ehe man sich Schaden zu fügt, sollte man lieber das Geld für ein kleines Pilzbuch nicht scheuen. Jede Buchhandlung wird hiervon etwas auf Lager haben oder schnell besorgen. Das Beste aber ist, man unternimmt die ersten Pilzfahrten in Gemeinschaft mit einem Pilzkenner. Da lernt man mitunter mehr als aus Büchern. ** Eine beherzigenswerte Mahnung kann man an einem Abkürzungswege bei Waldheim auf einer Warnungstafel eines Gutsbesitzers wie folgt lesen: Liever Leser, merk' dir das: Geh auf dem Weg und nicht ins Gras; Damit man leicht und ohne Müh Dich unterscheiden kann vom Vieh. ** Kinder in Not. Vom Zentralverband deutscher Kriegsbeschädigter= und Kriegshinterbliebener Landesgeschäftsstelle Bochum, Wörthstraße 2, werden wir um Aufnahme nachfolgenden Aufrufs gebeten. „Kinder in Not.“ Landwirte der Provinz Westfalen. Der Zentralverband deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegerhinterbliebener, Landesverband Westfalen, wendet sich heute an die gesamte Landwirtschaft der Provinz um Hilfe und Mitarbeit in der Unterbringung von Kriegerwaisen auf das Land. Die Not unter den Kriegerwaisen in allen Industriestädten der Provinz, ob klein oder groß, ist ins grenzenlose gestiegen. Der Krieg, seine Nachwirkungen und die geradezu sämmerlichen Renten der Kriegerwitwen haben unter den Kindern eine furchtbare Unterernährung hervorgerufen. Eine erschreckende Zahl von Kindern konnte nicht zum Schulunterricht zugelassen werden, weil die Kinder zu schwach und teilweise nicht genügend geistig entwickelt waren. Westfälische Landwirte, die ihr selbst den Krieg mitgemacht habt, zeigt hier einmal Kameradschaft. Landwirte, die ihr selbst Familienväter seid, versetzt euch einmal in den Zustand einer Kriegerwitwe, welche täglich dem Verfall ihrer# Kinder in hilflosem Jammer zusehen muß. Frauenz der westfälischen Landwirte, die ihr selbst Mütter' seid, ihr, die ihr am besten den Jammer einer Mutter verstehen könnt, die ihr selbst glückliche und gesunde Kinder habt, zeigt, daß ihr deutsche Mütter seid. Vergesset nicht, daß es sich um Kinder handelt, deren Väter das Leben auch für eure Kinder opferten. Herzlichst bitten wir darum, nehmet eines dieser armen Kleinen während der Ferien im Monat August und September zu euch und helfet hierdurch den Kindern das Leben zu geben, den armen Müttern aber das Leid zu lindern. Alle Kinder sind von ansteckenden Krankheiten frei und gut erzogen. Jeder: zeige sein Mitgefühl und schreibe noch heute an: Landessetretär Eugen Arends, Bochum, Humboldstraße 24, unter Angabe, wieviel Kinder und ob Knabe oder Mädchen gewünscht werden.— * Beachtenswerte Gesundheitsregeln entnehmen wir einer Schweizer Veröffentlichung. Danach hat Dr. Stephan Smith in New Yort, der im letzten Februar 100 Jahre alt wurde, seine gesund. heitlichen Ansichten und Ratschläge auf Grund seiner Erfahrung in die Worte gefaßt:„Ganz wenig Fleisch essen, soviel Milch wie möglich trinten, nach Mittag= und Avendessen 10 Minuten Ruhe, kein Tavat, keine Leckereien, keine geistigen Getränke, keinen Tee und andere Reizmittel. Mangel an Arbeit in der erste Schritt zum Grabe.“ Aus den Provinzen. Menden, 14. Juli. Raub. Ein junger Mann aus Fröndenberg lernte auf dem Schützenfeste hier junge Leute kennen, die ihn nachts begleiteten. Einer nahm ihm die Briestasche mit 2000 Mt. ab. Der Täter wurde ermittelt und festgenommen. Mengede, 12. Juli. Hier wurde Ende voriger Woche ein jugendlicher Arbeiter verhaftet, der Mit glied einer sogen. Mörderzentrale sein sollte. Die Vernehmung ergav, daß der Verhaftete tatsiichlich der Brigade Ehrhardt und der Orga nisation C angehörte. Auch aus seinem Geständnis, das, wie die„Rh.=W. Ztg. sagt, aus Zweckmäßigkeitsgründen noch nicht veröffentlicht werden kann, geht hervor, daß die Mitglieder der Organisation C sich zu unbedingtem Stillschweigen und zu unbedingtem Gehorsam verpflichtet. Wortbrüchige würden versehmt, das heißt, es wurde ihnen Todesstrafe in Aussicht gestellt. Die Aussagen des Verhafteten führten zur Vernehmung eines 20jährigen Dortmunder Bankbeamten, der sich durch Schießübungen auffällig gemacht hatte. Mülheim(Ruhr), 14. Juli. Ein teurer Salattopf. Eine Gemüsehändlerin bot am 6. Mai auf dem Wochenmarkte einen Kopf Salat für 18 Mi. an, obwohl er ihr nur 8 Ml. getostet hatte. Die wucherische Gemüsefrau hatte sich jetzt vor dem Schössengericht in Mülheim zu verantworten, das sie zu einer Geldstrafe von 1500 Mark verurteilte. Der Anklagevertreter hatte sogar zwei Wochen Gefängnis und 3000 Mk. Geld strafe beantragt. Düsseldorf, 14. Juli. Ein kurzer Streik. Im städtischen Gaswerk stellten die Arbeiter vormittags neue Lohnforderungen und legten die Arbeit nieder. Die Arbeitseinstellung wurde von den Gewerkschaften nicht gebilligt. Als die Besatzungsbehörde von der Arbeitseinstellung Kenntnis erhielt, forderte sie die sofortige Wiederaufnahme der Arbeit. Darauf wurde die Arbeit wieder aufgenommen. Wiegdorf, 12. Juli. In der Dunggrube ertrunken. Das zweijährige Töchterchen eines Oberfeuerwehrmannes aus Mantorf fiel in eine Dunggrube und ertrant. Der sofort hinzugezogene Arzt hatte mit den angestellten Wiederbelebungsversuchen keinen Erfolg. Tecklenburg, 14. Juli. Während des Schützenfestes in Lotte hörten die Tellnehmer plötzlich einen Schuß. Man fand ein Mitglied des Schützenvereins auf dem Kirchhof tot in seinem Blute liegend vor. Es wird angenommen, daß der so jäh aus dem Leben Geschiedene durch Dir wirds so leicht * gemacht Dein Haar schuppenrein, schön und gesund zu erhalten: durch regelmälge Mliege mit dem Kränterhaarwasser Javel.“ Belebt und ertrischt Kopfhaut und Nerven, macht das Haar weich, dultig u. gesund. Javol ist in allen Apotheken, Drogerien. Parfumerien u. bei Frissaren echällnch. Gallikle.Stut. 46 Roman von Reinhold Ortmann. (Nachdruck verboten.) „Es tut mir leid, daß du dich durch das Erscheinen meiner Angehörigen belästigt fühlst: aber du kannst versichert sein, daß diese Belästigung sich nicht wiederholt.“ Das wäre allerdings zu wünschen. Die Hamburgischen Herrschaften und ich, wir passen nun mal nicht zueinander— namentlich, soweit der Herr Konsul Frederiksen in Frage kommt. Er hat sich bereits verabschiedet, Helga?“ „Er ist gegangen, um den Münchener Aufenthalt meines Bruders ausfindig zu machen.“ „So? Ist die Liebe mit einem Male so groß? Vor anderthalb Jahren war davon nicht eben viel zu merken.“ „Cäsars Teilnahme für Heury war damals vielleicht nicht minder warm und lebhaft als heute. Auch an jenem Tage hat er sicherlich so gehandelt, wie es ihm für meinen Bruder am besten schien.“ Huberts Mundwinkel verzogen sich zu einem spöttischen Lächeln. „Dein Wohlwollen für den Herrn Konsul ist wirklich unerschöpflich. Ich glaube, er könnte überhaupt nichts tun, was dir nicht im Lichte einer großartigen, über jedes Lob erhabenen Handlung erschiene.“ „Hast du mich rufen lassen, nur um deiner Abneigung gegen meine Verwandtschaft Luft zu machen?" „Nein. Aber ich werde doch wohl noch ein Recht haben, meine Meinung zu äußern. Was ich mit dir besprechen wollte, ist etwas anderes. Du äußertest an diesem Morgen die Avsicht, auf einige Zeit zu verreisen. Wie ich vermute, vist du darüber inzwischen anderer Ansicht geworden.“ „Nur insosern, als der Tod meiner Großtante selbstverständlich meine Anwesenheit in Hamburg fordert.“ „So? Ist das so selbstverständlich? Aber ich enthalte mich gern jeder Einmischung in Angelegenheiten der Pietät. Wann gedachtest du zu fahren?" h w e i ß e s n i c h t. E s w i r d d a v o n a b h ä n g e n, w i e s i c h meine Aussprache mit Henry gestaltet.“ „Was für eine Aussprache?“ „Es ist notwendig, daß ich volle Klarheit über seine geschäftliche Lage erhalte und über seine nächsten Absichten beruhigt bin.“ „Das verstehe ich nicht. Die geschäftliche Lage deines Bruders scheint doch viel günstiger zu sein, als es dem Herrn Konsul beliebte, sie darzustellen. Und nachdem er das erhaltene Darlehen zurückgezahlt hat, dürftest du überdies kaum noch ein Recht haben, dich in seine Angelegenheiten einzumischen.“ „Von einer Annahme dieser Rückzahlung kann nicht einen Augenblick die Rede sein. Seine brüderliche Liebe hat Henry da offenbar zu einem Schritt getrieben, den er nach Cäsars Ueberzeugung vor seinem kaufmännischen Gewissen nicht verantworten könnte.“ Seinen Vorsatz unerschütterlicher Selbstbeherrschung schon wieder vergessend, fuhr Almröder heftig auf: „Cäsar— Cäsar— und immer wieder Cäsar! Der verehrte Herr möge sich gefälligst um seine eigenen Geschäfte kümmern, nicht um die von Leuten, für die er nicht einen Finger gerührt hat, als i###en das Messer an der Kehle saß. Dein Bruder ist doch kein neugeborenes Knäblein. Er wird schließlich selber am besten wissen, was er vor seinem Gewissen verantworten kann. Und wie auch immer es um ihn bestellt sein mag, das Geld, das er mir heute übergeben hat, wirst du jedenfalls behalten. Da du es doch wahrscheinlich vorhin an dich genommen hast, ersuche ich dich, es mir auszuhändigen, damit ich es noch in dieser Stunde auf der Bank deponieren kann.“ „Ja, ich habe es an mich genommen; aber du gestattest wohl, daß ich damit nach meinem Ermessen verfahre.“ „Nein, das gestatte ich nicht. Als dein Mann bin ich dafür verantwortlich, daß du keine Torheiten begehst. Bist du vielleicht so reich, um ein Vermögen einfach zum Fenster hinauswersen zu können?“ „Es wäre mir lieb, wenn du eine Antwort darauf erst verlungtest, nachdem ich mit Heury gesprochen habe.“ „Und nachdem du vielleicht etwas getan hast, das nicht mehr ungeschehen zu machen ist. Nein, meine liebe Helga: diesmal muß ich mich denn doch in deinem eigenen Interesse der Rechte bedienen, die mir das Gesetz über dich gibt. Du weißt, daß ich nichts besitze— daß ich im Gegenteil recht erhebliche Schulden kontrahieren mußte, um uns eine Lebensführung zu ermöglichen, wie sie deiner Erziehung und deinen Gewohnheiten entsprach— nein, unterbrich mich gefälligst nicht! Ich kenne die schönen, hochtrabenden Redensarten ja nun zur Genüge, mit denen du dich aller Verantwortlichkeit für unsere Lage zu entziehen glaubst. Und wenn ich dir damit einen Gefallen tue, will ich dich sogar mit Freuden ausbrücklich von solcher Verantwortung freisprechen. Aber die Tatsachen selbst werden dadurch leider nicht aus der Welt geschafft. Und sie sind nicht von der Art, daß ihnen gegenüber eine Vogel=Strauß=Politik am Platze wäre. Ich kann heute oder morgen sterben. Und ich möchte dies irdische Jammertal nicht gern mit dem Bewußtsein verlassen, daß du als Bettlerin darin zurückbleibst.“ „Ich bitte dich, dir darüber keine Sorge zu machen. Da ich arbeiten kann, würde ich auch dann nicht betteln müssen, wenn nach deinem Tode nichts für mich bliebe.“ „An und für sich scheint die Vorstellung, daß es mit mir ein plötzliches Ende haben könnte, ja nicht gerade viel Erschreckendes und Aufregendes für dich zu haben.“ „Findest du nicht, daß es müßig ist, diese Frage noch weiter zu erörtern?" „Oh, durchaus nicht. Man kann niemals wissen, was geschieht. Und es hat schon mancher, der ebenso robust schien wie ich, in noch jüngeren Jahren ins Gras beißen müssen. Außerdem ließen sich ja auch noch andere Eventualitäten denken. Kurzum, ich will, daß du diese dir rechtmäßig zustehende Summe behältst, und ich verweigere einer etwa beabsichtigten erneuten Hergabe an deinen Bruder oder an sonst jemanden rundweg meine Zustimmung.“ „So werde ich eben ohne deine Zustimmung handeln müssen. In dieser Sache, bei der es sich vielleicht um die Ehre meines Bruders handelt, kann ich mir von niemandem Vorschristen machen lassen als von meinem eigenen Gewissen.“ (Fortsegzung folat.) Ki Selbstmord geendet hat. So sand das Fest ein tranriges Ende. Lemgo, 11. Juli. Bei ihrem Vil sturm im hiesigen Rathause haben die auch die Büste des griechischen Dichters Homer vernichtet. Der alte Kunde hat nämlich vor zwei einhalb Jahrtausenden viel über„zeptertragende Könige“ und sonstige Fürsten geschrieben. Schwerter Wochennachklänge. Die vergangene Woche ließ allen für ihr Volk, für dessen Kinder und deren Zukunft sich verantwortlich Fühlenden mit eindringlicher Deutlichkeit zur Gewißheit werden, daß wir alle jetzt einen Kampf ganz besonders und mit ganz aufrichtigem Ernst führen müssen: den Kampf gegen das Mißtrauen gegeneinander! Es kann einem das Herz bluten, wenn man sieht, wie dieses Mißtrauen unser schwer geprüftes Volk zermürbt und entzweit. So tann und darf das nicht weitergehen! Wo sollen wir hin kommen, wenn sich jeder berufen fühlt, hinter die ehrlichen Ausführungen seines „Gegners“, ein Fragezeichen zu setzen? Die traurigste Erscheinung unserer Tage ist entschieden die Tatsache, daß wir innerhalb unseres Volkes mehr vom Gegner als vom Bruder und Landsmann sprechen! So bauen wir unser deutsches Vaterland nie und nimmer auf, sondern liefern es in die Hand derer, die uns zu ihren Lohnsklaven machen wollen und dies zum Teil schon erreicht habe. Was wir jetzt brauchen ist ein großes, tiefes Grab, in das wir all das fluchwürdige Mißtrauen begraben und zwar so tief, daß es für alle Ewigkeiten erstickt. Und dann heißt es, sich offen in die Augen zu schauen, Herz und Hand zu einem Willen verbinden: alle Kraft dem Aufbau unseres Vaterlandes, alle Liebe unserm Volke und tiefste Verachtung allen Bestrebungen, die im Trüben für eigene egoistische Zwecke fischen wollen. Während wir diese Zeilen schreiben, meldet der Fernsprecher: Dollar 540! Das beleuchtet besser als ein spaltenlanger Leitartikel den ungeheueren Ernst der Situation, in der wir uns befinden. Die Wirkung dieses ungeheuren Steigens des Dollars ist heute in ihren Einzeheiten gar nicht abzusehen. Dennoch darf es auf keinen Fall eintreten, daß unsere führenden Männer und daß wir alle die Ruhe verlieren, denn dann ist alles verloren. Der Juli ist beherrscht von der Ferienstimmung. In solchen freien Tagen findet man auch mehr Zeit und Gelegenheit zu stillem Rückdenken. Und da kann man das Gefühl der Trauer über die zunehmende Entfremdung der einzelnen Kreise. unseres Volkes nicht los werden. Die Politik soll an dieser Stelle schweigen, aber leider reichen ihre Fühler so weit ins rein„lotale“, daß man sie hie doch nicht übergehen kann. Manch rein politisches Geschehnis wirkt sich am verhängnisvollsten in den kleinen Kreisen der einzelnen Gemeinden aus und wirkt hier als der zersetzende Spaltpilz, wo wir doch nichts nötiger haben als Einigkeit, einmütiges Zusammenstehen, gegenseitiges Vertrauen und gegenseitige Achtung. Es hat keinen Zweck, die dunklen Tage des ersten Halbjahres von 1922 hier wieder aufzuzählen. Lassen wir das Vergangene vergangen sein und lassen wir uns nur von dem einen Willen bescelen: den klaren Blick nach vorn. die Herzen offen für alles Edle und Gute im Dienste der Allgemeinheit. Mit diesem eisernen Willen zur Tat für uns selbst und für die Zukunft unseres Volkes wollen wir die zweite Hälfte des Jahres durchwandern. Noch begleitet uns eine vielfältig blühende Natur und ein lachender Sonnenschein auf unseren Weg. Behalten wir beide Bilder als gute Begleiter in unseren Herzen auch für den Weg in die kurzen Tage! Die zweite Hälfte des Jahres ist da. Zahlenmäßig an Monaten und Tagen gerechnet, geht es vereits mit dem ersten Tag des Monats Juli wieder„vergad". In Wieklichkeit aber merken wir nicht viel davon. Noch steht des Jahres schönste Zeit auf der Höhe ihrer sonnigsten Pracht, noch feiert die Natur ihre größten Triumphe! An Jugendfrische hat das Bild, das Wiesen und Wälder und Felder in diesen Tagen zeigen, gewiß eingebüßt; dafür hat es aber an Kraft und mutiger Lebensbejahung gewonnen. Aus goldgelben wogenden Aehrenfeldern, grellbunten Blumengärten und dunkelgrünen Baumkronen leuchtet des Sommers gebräuntes Antlitz dem Wanderer lachend entgegen, im lauwarmen Abendwind umschmeichelt der süße Balsam der blühenden Linde seine Sinne. Die Bezeichnung„Heumonat“ führt der Juli dieses Jahr„wieder mit Recht. Bald wird die Sichel durch die Aehrenfelder rauschen, so daß die„Roggenmuhme“, die bekanntlich in der Mittagshitze vor den Erntetagen über die Felder zittert, kein allzulanges Leven mehr haben wird. Die Heuernte brachte auch das Ende der buntfarbigen Wiesenteppiche. Desto schöner leuchtet es jetzt in den Aehrenfeldern. Blaue Kornblu* men, roter Mohn und duftende Winden grüßen freundlich die nickenden Aehren, bis sie eines Tages mit ihnen der Seuse des Landmannes oder einem blumenhungrigen Ausflügler zum Opfer fallen. Erneut sei davor gewarnt, der Kornblumen wegen nicht die Felder zu zertreten, sondern nur die Blumen vorsichtig abzuschneiden, die man am Wegrande bis zur Armeslänge ins Feld hinein erreichen kann. Der baldigen Sommerferien wegen ist der Juli bei der Schuljugend mindestens ebenso beliebt wie der Weihnachtomonal, aber auch für die Ermachsenen bedeutet das Wort Ferien eine Glückseligleit. Das ganze Jahr ist erfüllt von dem Sehnen nach den Wochen, in denen man das Groß, der Alltags= und Berufssorgen einmal an den Nagel hängen kann. Glücklich der, dem es beschieden ist, die Ferientage„weitab vom Schuß.“, an der See oder in den Bergen verleben zu können. Aengstlich blickt man dann an solchen Tagen nach dem Himmel, von dem allgemein das richtige Ferienwetter erwartet wird. Auf all die hänglichen Wetterfragen gibt der berühmte „Hundertjährige“, für den Monat Juli folgende Antwort: 7. bis 13. windig, 14. Regen, darauf schön bis zum Ende. Der Regen, oder vielmehr das Nichtregnen, spielt im Juli eine besonders große Rolle. Fast alle Bauern= und Wetterregeln halten vom Regen im Juli nicht viel, denn„im Juli muß vorbraten, was im September soll geraten". Dagegen heißt es:„Juliregen nimmt den Erntesegen". Von den„Hundstagen“, die im Juli bekanntlich ihren Anfang nehmen, haben wir im Juni schon einige Kostproben bekommen, so daß wir auf den Geschmack gut vorbereitet sind und davon gern mehr in Kauf nehmen wollen als naßtaite Rezentage. e Die Spielnachmittage am heutigen Samstag und morgen. Sonntag. 5 bis 8 Uhr, seien noch einmal der Beachtung empsohlen.(Siehe gestrige Nummer unter„Lokales"). Die Spiele finden auf dem Schützenplatz statt. Ferner wird morgen, Sonntag, ein sehr interessantes Handball=Werbespiel hier stattfiden. Schwerte 06 hat als Gegner für seine Handball=Elf den Turnerbund Eickel der über eine erfolgreiche Handballmannschaft verfügt, eingeladen. Spielbeginn 5 Uhr, Platz hinter der Töchterschule. SpielverGan=Reisterschaften 85 4 Schwerter Filmkritik □ Leichtathletit. Morgen werden im Wendeutschen bande die leichtathletischen ausgetragen, für den Gau Berg=Mark in Düssel dorf. Schwerte 06 entsendet dazu einige kampferprobte Leute. Fußball. Die Schlußbezirtsspiele des Bez. Iserlohn sind nunmehr für die nächsten Sonntage angesetzt. Aus den verschiedenen Gruppen der C= und D=Klasse haben die Spipenführer gegeneinander anzutreten. Morgen spielt u. a. Union Schwerte 2.(Spitzenübrer der Nordgruppe) in Hohenlimburg gegen Oestrich 2. Turnfest. Turnverein„Teutonia“. Bezirk des Märk. Turngaues hält sein diesjähriges Bezirkswetturnen am Sonntag. 16. Juli, beim Turnerbund(ermania Hagen=Eilpe ab. Der Wettlampf für Männer beginnt um 7,30 Uhr vormittags, für Turnerinnen um 1 Uhr nachmittags. Die und Kampfrichter fahren mit dem Zuge 632, die Turnerinnen und sonitigen Festtetinehmer um 11,56 ab Westhofen. Der neue Spielplan brachte zuerst das als„Kriminal=Sittenfilm" und als„Drama" bezeichnete Schauftück„Nur eine Nacht".— Es handelt sich dabei um ein lebenswahr und lebensfrisch dargebrachtes fünfattiges Schaubild aus dem reizvollen Leben des heimatlosen Zigennervolkes. Es ist uns unverständlich, wie man einen im allgemeinen so schönen Film als„Sittenfilm" und„Kriminalfilm" bezeichnen kann mit dem anrüchigen Titel:„Nur eine Nacht.“ Gewiß werden in diesem Film auch einzelne Schäden aufgedeckt, die der„Alkoholmißbrauch“ der modernen„Lebemenschen“ leider zeitigt, aber es überwiegen doch die schönen Szenen aus dem Zigennerleben, Kinderbilder, Zigennerfreuden, Hochzeitsfest und dergl. Ists auch kein Film. den Kinder zu sehen brauchen, so ist's doch auch auf keinen Fall ein Film mit dem üblen Beigeschmack der sogenannten Sittenfilme, die meist„Unsittlichkeitsfilme“ sind. Wer übrigens einmal in beschaulichen Stunden sein Herz erguicken möchte an den Obensschicksalen und Eigenheiten des seltsamen Zigeunervolles, dem empfehlen wir herzlich die ganz ausgezeichneten hübschen kleinen Bücher von Kristina Roy(Verlag Urban, Striegan), einer begabten Schriftstellerin, die das heimatlose Zigeunervolk eingehend studiert und geschildert hat. Die Buchhandlung Carl Braus besorgt die Roy'schen Schriftten sofort oder hat sie als reizende Eigenlektüre oder als Geschenkbücher auf Lager zu billigem Preis. Uns haben diese eigenartigen Levensgeschichten tief ergriffen. z. B.„Ohne Gott in der Welt,“ ein ebenso packendes, wie preiswertes Buch. Das Lustspiel gestern abend war sehr drollig: Ein unerlaubt genossener Kaninchenbraten findet seine„heilsame Strafe". Alle Sbuld rächt sich auf Erden! ½10 Uhr ist dies Lustspiel beendet. Dann kann jeder nachhause gehen, denn es wird nun noch der„24. bis 30. Akt“ eines aufregenden Riesensilms gezeigt:„Der glühende Kristall". Wir halten es für gut, wenn dieser bandwurmartige Film bald sein Ende erreicht, denn der unglaublichsten Uebertreibungen sind so viele, daß eigentlich nur ganz urteilslose Leute Geschmack daran finden können. Wer allerdings das„Quantum“ der „Qualität“ vorzieht, der findet sich hier auch befriedigt.„Sensation“ häuft sich auf„Sensation". Wer sich das sparen will, schaue sich den schönen Zigeunerfilm an und das Lustspiel, denke darüber nach und buche den Gewinn.— Die Leitung der „Schwerter Lichtspiele“ machte uns gestern die erfreuliche Mitteilung, daß sie den„Friedericus Rer"=Film für Schwerte abgeschlossen habe. Das zeigte uns, wie sich die„Reichskronenleitung" bemüht, auch„Bestes" zu bieten. Die Musik muß pünktlicher sein und sich der Filmdarstellung noch mehr anpassen lernen. Hier zeigen sich oft noch starke Mängel. Das reichlich anwesende Publikum war gestern anfänglich recht unruhig; daran war wohl„der kleine Max“ schuld?, der sich im„Kino“ von seinen Zirkusleiftungen erholen wollte?— Das„Zigeunerleben“ des ersten Filmes gewann aber bald die volle Aufmertsamkeit aller Anwesender. während bei„Goliath Armstrong“ die widersinnigen Szenen oft naturgemäß„Spottbemerkungen“ herSotto Lehle Brührmeidungen. besprechungen der beiderseitigen Vorstände in getrennten Sitzungen einen übereinstimmenden Beschluß gefaßt, zu einer Arbeitsgemeinschaft der sositzalistischen Reichstagsfrattion sich zusammenzuschließen. Dieser Beschluß wird im Laufe des Sonnabends der Regierung und den Reichsparteien offiziell mitgeteilt werden. Wieder zwei Mordverdächtige. TII. Brauschweig, 15. Juli. Nach einer Meldung aus Königslutter sind gestern abend auf dem Bahnhof in Lulm=Braunschweig durch einen Landjäger 2 Männer verhaftet worden, auf die die Beschreibung der Mörder des Ministers Ratbenaus paßte. Die Verdächtigen bestritten jede Beteiligung an dem Mord. Sie wurden in das Amtsgesängnis in Königslutter gebracht, wo die weiteren Untersuchungen abgewartet werden müssen. Ein Attentat in Paris. Paris, 15. Juli. Freitag vormittag wurde auf den Präsidenten der Republik Millerand als er von einer Parade zurückkehrte, ein Attentat verübt. Der Angreifer feuerte drei Revolverschüsse auf den vermeintlichen Wagen Millerand's ab, in dem sich jedoch Millerand nicht befand, sondern der Polizeipräsident. Die Menge stürzte sich auf den Angreifer, der arg zugerichtet wurde und wandte sich dann dem Wagen Millerand's zu. Der Urheber des Attentats auf den Präsidenten Millerand, der Zeichner Gustav Bonvet, war längere Zeit Sekretär einer anarchistischen Gruppe und Mitglied der Kommunistischen Jugend. Naudin blieb unverletzt. Der Täter wurde verhaftet. Er hat eingestanden, daß er beabsichtigt habe, den Ministerpräsidenten Poin care zu erschießen. Eine Raudmörderin zum Tode berurteilt. TU. Leipzig, 15. Juli. Nach zweitägigen hier am Orte noch ein Theaterverein tagt, der eine bedeutend längere Eristenz zu verzeichnen hat! Da ich aber ausschließlich nur im Sinne der Sängerbewegung gesprochen habe und hierselbst schon drei weitere Gesangvereine bestehen, die aber alle brei schon längst vergessen sind, so fühle ich mich zu diesem Ausdruck wohl berechtigt. Außerdem sind mir an einem Sängerfesttage andere Vereinstategorien vollständig Null. Auch sind selbige nicht Gegenstand meiner Ausführungen gewesen. Aus meiner wahrheitsgemäßen Wiedergabe der Tatsachen werden die Leser der Schwerter Zeitung ersehen, daß die Opposition des oder der Herrn Einsender eine willkürliche Entstellung der Wahrheit bedeutet und meines Erachtens nur von jugendlichen, aber leider schon egoistisch veranlagten Elementen stammen kann. Für mich gilt die Angelegenheit hiermit als erledigt, eventuell werde ich weitere Verleumdungen an anderer Stelle veröffentlichen. Vorstehendes möge den Herrn Artikelschreivern zur Lehre dienen. Baumöller, Vorsitzender des Arb.=Gesangvereins„Freiheit" Schwerter=Heide. Auslands=Wechselkurse der Berliner Börse (Depisenkurse) Man zahile deutsche Mark: für 100xbelgische Franken 100 dänische Kronen.. 1 englisches Pfund.. 100 französische Franken 100Pholländische Gulden 10OZitalienische Lire... 100 polnische Mark 100gschwedische Kronen. 100 schweizerische Franken 8589.25 100 tscheische Kronen am 13 3425.70 9313,30 1935.05 3615.45 16529,03 1925.— 11186,0 am 14. 7. 3570,50 9997.45 2052.40 3755,30 18177,14 2067.40 12084,8 8813,95 1048.75 Verhandlungen verurteilte das Schwurgericht in 100 tschelische Kronen.. Leidzig die 4: Jahre altre Witne Hofnann wegen Eita Dollan. 489.45 456.92 Raubmordes zum Tode. Die Angeklagte hatte am, Vona........., Korfauth polvischer Ministerpräsident. Warschau, 15. Juli. Nachdem der Staatschef auf Bildung einer neuen Regierung verzichtete, versammelte sich am Vormittag der Hauptausschuß des Seim zu einer Sitzung und veschloß, seinen Randidaten zum Ministerpräsidenten zu designieren.„Gewählt wurde Korfanty mit 219: 206 Stimmen. TU. Bertin, 15. Juli. Die sozialdemokratische Fraktion und die Reichstagsfraktion der unabhängigen Partei haben am Freitag abend nach Vor2. März d. Is. in ihrer Wohnung einen 57 Jahre alren Feldarbeiter aus Lindenthal durch Schläge auf den Kopf betäubt, dem noch Lebenden mit dem Rasiermesser den Kopf abgeschnitten und den Rumpf nach mehreren Tagen auf dem Leipziger Hauptbahn= hof zu einem Zuge nach Halle aufgegeben. Der abgeschnittene Kopf wurde gerade noch während der gestrigen Gerichtsverhandlung in einem Gewässer gefunden. Zeitungsberbet. Berlin, 15. Juli. Nach dem„Berl. Tagebl.“ wurde das Erscheinen der kommunistischen„Neuen Zeitung" in München auf drei Tage verboten, wei sie Graf Lerchenfelds Rede üver Bayerns ablehnende Haltung zum Schutzgesetze start abfällig kommentierte. Aus dem gleichen Grunde wurde die „Munchen Augsburger Abendzeitung“ für die gleiche Jeit verboten. (Für Artikel unter dieser Rubrik übernimmt d# Redaktion nur die preßgesetzliche Verantwortung Zur Belehrung! Unter Eingesandt in Nr. 157 der„Schwerter tg.“ wurde mir in unverantwortlicher Weise die Wahrheitsliebe abgesprochen und in einem auf Lügen aufgebauten Artikel behauptet, am 2. Juli in einem Konzert des Arb.=Ges.=Vereins„Freiheit" im Freischütz die Zuhörer durch Ansprachen in lange Weile versetzt und hierdurch den Eindruck der guten Darbietungen verwischt zu haben! Demgegenüber stelle ich fest, daß nicht ein Konzert, sondern eine 15jährige Grün dungsfeier des gent. Vereins, wie diese auch im Anzeigenteil betitelt war. stattgesunden hat. zu Beginn dieser Feier hieß ich die teilnehmenden Vereine und Festgäste, dies als eine moralische Pflicht, betrachtend, Willkommen und streifte in einer taum fünf Minuten dauernden Ansprache das verflossene Vereinsleben. Wie die Herrn Einsender zu der Entstellung dieser Tatsachen gekommen sind, entzieht sich meiner Kenntnis. Ebenso widersinnig ist es, zu behaupten, ich habe hervorgehoben, andere Vereine seien nicht in der Lage, eine 15jährige Existenz aufzuweisen. Ich vin alt und konsequent genug, um zu missen, daß Kohlenbericht Elektrizitätswerk„Mark“. an Soschat ie. Sel. Große Kirche. 9,30 Uhr: Pastor Ohlig. 11 Uhr: Kindergottesdienst Kleine Kirche. 8 Uhr: Pastor Ohlig. 10 Uhr: Pastor Florin. Evangel Krankenhaus. 9 Uhr: Pastor Florin. Westhofen. 9,30 Uhr: Pastor Klinker. Kath Pfarrkirche. 6 Uhr: Stille hl. Messe, BKaplan Winter. 7½ Uhr: Frühmesse mit X Predigt(Monatskommunion der Mütter). 58¾ Uhr: Schulmesse mit Predigt, Pfarrer #Schnurbus 10 Uhr: Hochamt mit Predigt, 7. Pfarrer Schnurbus 2½ Uhr: Andacht. 9 In der Pfarrkirche sind an den Werktagen zwei hl. Messen: 6 Uhr und 7,10 Uhr(Schulmesse). In der Krankenhauskapelle sind zwei hl Messen: 6 und 6,30 Uhr. Westhofen 8 Uhr: Stille hl. Messe mit Predigt, Kaplan Schleep. Holzen. 9,30 Uhr: Hochamt mit Preoigt, Kaplan Schleep Lichtendorf. 7 Uhr: Frühmesse mit Predigt und gemeinschaftlicher hl. Kommunion der Jungfrauen und der Kinder der Hl Schule 10 Uhr: Hochamt mit Predigt 2,30 Uhr: Andacht mit Segen. Evangel Stadtmission, Kuhstraße 7. Sonntag nachm 4 Uhr: Bibelstunde; abends 8 Uhr: Gemischter Chor 8,30 Uhr: Gemeinschaftsstunde bei Braus, Gr. Marktstraße 31, Mittwoch nachm 4 Uhr: Missionsverein; abends 8,30 Uhr: Gebetsstunde.— Der Gemischte Chot am Donnerstag abend fällt aus. Christlicher Männerchor: Sonnabend, 22. Juli, abends 8 Uhr: Uebungsstunde im Gemeindehause. Wrrderaneschirn für jünige Tage im voranf 10. Juli: veränderlich, mäßig warm, Wind. Bekanntmachung. Die unserm 7. April 1921 für den Stadtbezirk Schwerte erlassene Wohnungsmangelund Mielerschutzverordnung wird auf Grund des Reichsgesetzes vom 28. Juni 1922(Reichsgesetzbl. S. 529) sowie Anordnung des Ministers für Volkswohlfahrt vom 27. Juni 1922 wie folgt geändert: Die im§ 5 der Mieterschutzbestimmungen obiger Verordnung enthaltene Beschränkung, welche mit dem 30. Juni 1922 abläuft, wird bis zum 31. März 1923 verlängert. Schwerte, den 13 Juli 1922. Der MaoiPral. Statt Karten. Wilbelmine Kollmann Ernst Nockelmann Verlobte Schwerte im Juli 1922.8 #8 Weue M.-G.-V.„Lledertate!“ Schwerterheide Leiter: Herr Lehrer Voss Hote Sonntac Erstk 16 Höchstpreise für Brot und Mehlsd Ungesbiu auf Grund des 8 34 Abb 9 d.s Gesetzes über) Schuerig auf Grans des" 37 dof. 2 bis Gesehe. I#rl die Regelung des Verkehrs mit Getreide vom 21.6.1921 (R G. Bl S. 737) und der Verfügung des Herrn Regierungspräsidenten zu Arnsberg vom 10.7.1922 wird unter Aufhebung der Anordnung des Kreisausschusses des Landkreises Hörde vom 15. 6 1922 betrefsend Höchstpreise für Brot uno Mehl folgendes bestimmt: a) Graubrot: mit einem Verkaufsgewicht vonl 6 Pfd. 23,60 M mit einem Verkaufsgewicht von 3 Pfd. 11,90„ im Anschnitt für 500 Gramm(1 Psd.) 4,10„ im Unschnitt für 250 Gramms(½ Pfd.) 2,05„ d) Kasselerbrot oder Stuten mit einem Verkaufsgewicht von 6 Pid. 23,80 M mit einem Verkaufsgewicht von 3 Pfd. 12,00„ ; i m A n s c h n i t t f ü r 5 0 0 G r a m m( 1 P s d.) 4, 1 0„ im Anschnitt für 250 Gramm(½ Pld.) 2,05„ c) Schwarzbrot:. 16 mit einem Vertaufsgewicht von 6 Pfd. 22,30 M. mit einem Verkaufsgewicht von 3 Psd. 11,20„ im Anschnitt für 500 Gramm(1 Pfd.) 4,—„ im Anschnitt für 250 Gramm(18 Pld) 2,—„ II. Diese Anordnung tritt mit dem 15 Juli 1922 in Kraft. Hörde, den 13. Juli 1922. Der Kreisausschuß des Landkreises Hörde. Bekanntmachung. Der Plan über die Herstellung einer unterirdischen Telegraphenlinie an der Holzenerstr., Regenbogenstr., verläng. Senningsweg in Schwerte und an dem Gemeindeweg Schwerte— Sommerderg in der Gemeinde Holzen liegt bei dem Postamt in Schwerte(Ruhi) von heute ab oier Wochen aus Juli 1922 KONZERT/S Begion 5 Uhri Rei günstigem Wetter findet das Konzert Im Garten statt. Eis! KCSSSSSSGEES : Hotel Jöcker é Kalfee-Restaurant. . Sonntag, den 16. Jali 1922: * * Erst Besetzung: Gelge, Klavier, Cello. "— Anfang 4 Uhr.— * Eintritt frei! Eintritt frei X Gutgepflegte Blere und Weine. 6 Sonntag, den 16. Erstkl. Künstlerkonzert 38 X8 6 85 26 150 88 2 * * * * * * * : 4— Tabon. und Sejänriges-Bestönen am Soinntag, Idem 16. Juli 1922, nachm. 14 Uhr 0 im Freischütz. 94.550 Sänger.# Grodes Garten-Konzerig der Kapelle Mohrgunter pers. Leitung. # Grosser Fest-Ball!# Eintrittskarten im Vorverkauf:5.— Mk., an der Kasse erhöhte Preise.— Ehren- und passive Mitglieder herzlichst eingeladen. veor wauseebenbensssen Ze slaogend ailgensrien kaufen Sie Herren-Stolle: Damen-Stofte zu Anzügen Ueberziehern Kostümen Mänteln allen Farben und Qualitäten bei J. Kreitz Aachen. Tuchlager Bahnhofstraße 18. Lichlspiele„Zur Reichskrone“ Geitern nachmittag 7 Uhr entschlief infolge Heizschlages unser iunigstgeliebter guter Vater. Großvater, Bruder, Schwager, Schwiegervater und Onkel, der Invalide Wilhelm Gerling im Alter von 73° Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Wilhelm Gerling. Holzen. Rheinen. Hennen und Holzminden. den 14. Juli 1922. Die Beerdigung findet Montag. den 17. Juli, nachm. 4 Uhr vom Trauerhause, Roonstr 2 und 4½ Uhr auf dem egangel. Friedhof in Schwerte statt.— Sollie jemand aus Versehen keine besondere Nachricht erhalten, so diene diese als solche. Minnn Samstag— Montag! Der fünfte Teil des großen amerikanischen Sen sations films Der glühende Krüstal!! Goliath Armstrong 2. Teil 5. Episode: Der Herr der Wüste! Sensationsschauspiel in 6 Akten. Der große Kriminal=Sitlensilm: Nur eine Nacht! Drama in 5 gewaltigen Aklen aus dem Leben einer Zigeunerin. Wir liefern wasche-Aussleuer alch einz. Leib- u. Hauswäsche, Berufs- u. Arbeiterkleidung noch billig,fanjsichere Leute, auch gegen bequeme Abzahlung. Reichhaltige Preisliste gratis gegen 2.— Mk. Rückporto. F. OLDEHUS Neumünster i. Holet. Schleußberg 58. Kühe Pein Seho„euel! Klops auf Königsberger Art Schmeckt vorzüglich und apart * Und ist ein Gericht für alle. — Ratsam ist in jedem Falle. 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Teil s# 0.d:e: : Darietee-Palast : Dortmund Brückstraße 39/41 : Teleson 3047 u. 4900 Sensationsschauspiel in sechs Akten? mit Katl auen in der Laupttolle e:— * — ∆ Lustspiel=Einlage. zahle ich demjenigen, der mir meine Brieftasche die ich am Montag verlor, zurückerstaltek. Dieselbe enthielt für mich##n ihrer Sensauop: sehr werlvolle Papiere, die aber für jeden andern völlig werklos sind. Näheres in der Geschäftsst. der Schwerter Zeitung Thrannei des Jodes. Reichs-Jugendbetturnen. in füni gewaltigen Akten.! Die Jünglinge und Mädchen, die an 0 Thiunnn kr. Kr! X#Erorensendes Drama in suf gewutigen uklen. Die bungungt und Mädchen, die am 27. August sich an den Wellkämpfen beteiligen wollen. müssen dies bis zum 25. Juli beim 85 Voranzeige! Geschältseröllnung. ∆ Chemiker F. Protz, Eisenindustriestr, 1, 2 Trp. mündlich oder schristlich anmelden unter Angabe des Namens und des Gebuttslages. Vereine geben eine Liste ihrer Teilnehmer ab. 3056 I. A.: F. Protz. Tuchlager Westfäl. 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Ausenminister Dr. Rathenau wotr gund g.st Montag hat aue buugen ur Her gesazten Beschlüsse bereits lichsten Bestimmungen des Gesetzeutznziez wieder, wie sie ser au eiuer Verehou gegört, Müglieder einer republi1 beret, Boestrobungen;„eiches oder eines Landes durch tische, Beg, Buchthaus nicht unter den Too zu beseitigen, wird mit. 9.„ Zuchthaus bestraft. 0 Jahreu uder wit pmitz teßen glangem Zuchtzur Zeit der Ausführung einer Tötung ist, sper iu Kenntnis dieser Bestrebungen Teilnehmer 8 1a. Wer au einer Gebensger ezuhzhgt iu. S 128 Strafo duches bezeuchneten utr nummt, wird mit Zuchthaus bestroft, ngan die Verbindung ein in§ 1 Abs.1 ei, wenn er der Behörde oder der bedrohten Person so“..:##, Vereinigung,„Verabredung oder Vervou ben Hoch gekannten Reitgliedern und ihrem Verbleib Kenntnis gibt, bevor in Verfolgung der Ziele der Vereinigung, Verabredung oder Verbindung eine Tötung § 1e. Dem Teilnehmer an einer in den§§ 1, Vereinigung, Verabredung oder Verbindung steh " wer die Vereinigung oder Verbindung oder einen mit Rat oder Tat, ins§ 14. Wer einen guderen begünstigt(8 257, des Straf1 A b s.“ 1 g e n a n n t e P e r s o n, e o r esectuuche, de eue ieu versucht hat oder der au einer sbich gechte; gat, wicd mit Zuchthaus bestraft. 9 8 le. Ater von dent Tasein einer in den§S 1, 1a geVereinigung, Verabredung oder Verbindung oder ein Plan, eine in§ 1 genannte Person zu töten, bestimmte Kenntnis hat, wird mit Zuchthaus, bei mildernden dem Siestchen der Vereinigung, Verabredung oder bindung, von den ihm bekannten Mitgliedern, ihrem Verbleib oder von der geplanten Tötung und der Person des Täters der Behörde oder der bedrohten Person unver: Diese Vorschrist sindet keine Anwendung, wenn die Anzeige von einem Geistlichen in Asehung dessen, was ihm bei Ausübung der Seelsorge anvertraut worden ist, hätte erstattet werden müssen. Ferner findet die Vorschrift keine Anwendung bei Verwandten auf= und absteigender, Linie und ei Ehegatten, wenn sie sich nach Kräften bemüht haben, den Täter von der Dat ab zuhalten. § 2. Mit Gefängnis von drei Monaten bis zu fünf. Jahren wird, soweit nicht andere Vorschriften eine schwerere 1. wer gegen Mitglieder der republikanischen Regierung des Reichs oder eines Landes(unter Ausschluß der fruheren Mitglieder) eine Gewalttätigkeit begeht oder mit einem anderen verabredet, oder wer zu einer solchen Gewalttätig keit auffordert oder auswiegel:;„mizgtag einen ranug 2. wer einen anderen, der als Mitgliev einer kepnonkanischen Regierung des Reichs oder eines Landes durch eine gegen ihn gerichtete Gewalttätigkeit getötet worden ist, öffentlich oder in einer Versammlung verleumdet oder 3. wer öffentlich oder in einer Versammlung ein brechen gegen§ 1, einen begangenen Hochverrat(§§ 81, 82 des Strafgesetzbuches) oder Gewalttätigkeiten, die gegen Mitglieder der republikanischen Regierung des Reiches oder eines Landes begangen worden sind, verherrlicht, ausdrücklich billigt oder eine solche Tat belohnt oder den „„„ Rpen Stuio. buches); bind 5 sung den Zweck hat, die versassungsmäßige tt Staatsform des Reiches ooer eines Lundes zu unlergraren. In besonders schweren Fällen ist die Strafe Zuchthaus. Neben Freiheitsstrafe ist auf Geldstrafe bis zu fünf Millionen Mark zu erkennen. 8 § 2a lautet: Mit Gefängnis bis zu fun Jahren, neben dem auf Geldstrafe bis zu einer Million Mark erkannt werden kann, wird bestraft: 1 wer öffentlich oder i einer auf Tienstentlassung, dauernde oder zeitweilige teisweisen, den Zußegegalts erkannt werden. öffentlichen Wahlen hervorgegangenen Rechte erkannt den kann, behält es dabei sein Bewenden. 16 Außerdem wurde die Einfügung des folgenven## Das Strafgesetzbuch wird dahin geändert: Als S495 uie eiuen aulderen Hiser Vendedung aule Ge verabredet, witrd schon wegefuf Zahren oder, wenn eine fängnis von einem bis zu funf In, oder, wenn ein Person aus Gründen, die in ihrer Stellung Bu,gaug Leben liegen, ermardet werden soll, mit,(zesggrafe b straft. Neben der Freiheitsstrafe kann auf Gele##r##se bis zu fünf Millionen Mark erkannt werden. Straffrei wird, wer freiwillig das Vervrechen verhindert oder seine Verhütung durch eine Anzeige bei 2 Satz 1 erhält folgenden Zusatz: Bar die Aufforderung auf eine Töttguggtzeichtgegen wandte sich die Aussprache der Zusammensetzung des Staatsgerichtshofes zu. Beschlossen wurde, daß dieser Gerichtshof, aus. Mitgliedern des Reichsgerichts, die im Einvernehmen mit dem Reichsgerichtspräsidenten ernannt werden, und aus fünf Laieurichtern bestehen i-Putrag der sozialdenokratischen A/t#ger eigom issh Psein sotle###e r#c. Dann wandten sich die Verhandlungen der Frage der Die diesbezüglichen§§ 7, 8 und 9 wurden, nachdem den im wesentlichen Text der Regierungsvorlage angeeriücher, Guftbhestimnte Teile oder Orte des Reichs ihr Mecklenburg, am 7. Juli in Neu=Katies und am 8,„Juli in Lenzen a. E. aufgehalten haben. Alls sie im letzig nannten Orte von der Polizei erkannt wurden, früchteren sie über die Elbe auf Hannoversches Gebiet in den Kreis Lüchow hinein. Ein starkes Aufgebot von Berliner, amten mit Kraftwagen und Polizeihunden, die auf die Spur der Täter gesetzt wurden, stellte fest, daß die Täter nach Süden, nämlich nach Gartowv-Zorsthaus=Wirn=3reude see=Packebusch allgemeine Richtung Gardlegen######et Am Sonntag früh gegen 3 Uhr waren die Flüchtzebusch, in der Nacht, vom Connabend zum Sonntag haben sie bei Ziemendor(nahe Ahrendsee) eine Generalstabskarte verloren, die von Berliner Polizeibeamten bustern Peo erbeit epegen sich nur des nachts vorwärts. junge Leute verhaftet. dem Neiche. + Schwere Minenexplosion. Nach einer Meldung burg ereignete sich Dienstag nachmitrag um 1/3 gen der Republik wurde schließlich auf fünf Jahre vom Tage der Verkündung ab festgesetzt. Täter oder Teilnehmer begünstigt(§ 257 des Strafgesetz4 wer an einer geheimen oder staatsfeindlichen Vervindung(§§ 128, 129 des Strafgesetzbuches) g oder sie durch Zuwendung unterstützt, wenn die V#####ndung den Zweck hat, die verschssungsmaßige republikanische „ 2 9%# c h e s„ o r e L a n d e s z u u n t e r g r a b e n. kannt werden kann, wird bestraft:... 1. wer bfsentlich ooer in einer Versammtung die verissungsmäßige republitanische Staatsform des Reichs oder eines Landes beschimpft oder sie dadurch herabwürdigt, daß er Mitglieder der republikanischen Regierung des Reichs oder eines Landes verleumdet oder beschimpft; 2. wer öffentlich oder in einer Versammlung die Reichs= oder Landessarben beschimpft; § 3. Neben jeder Verurteilung wegen Hochverrats oder wegen eines Verbrechens gegen die§§ 1 bis le ist auf Geldstrafe zu erkennen; die Höhe der Geldstrafe ist nicht beschränt., Jtuf 4—, W Senthalt Dem Verurteilten kann im urteil der Aufenthalt in bestimmten Teilen oder an bestimmten Orten des Reichs auf die Dauer bis zu fünf Jahren angewiesen werden; gegen Ausländer ist auf Ausweisung aus dem Reichs gebiet zu erkennen. Zuwiderhandlungen gegen diese An ordnungen werden mit Gefängnis bestraft. § 4. Die Verurteilung zum Tode oder zu Zuchthaus wegen Hochverrats oder einer in den§§ 1 bis 1e, 2 bezeichneten strafbaren Handlung hat außer den in§ 31 des Strafgesetzbuches genannten Folgen den Verlust,#e, g öffentlichen Wahlen hervorgegangenen Rechte un er: amten und Militärpersonen den Verlust des Gehalts und wenn sie nicht mehr im Amte sind, des Ruhegehalts Nechts wegen zur Folge,„., pannten Kufbaren Wird wegen der in Nos. 1 genannten Rund um Berlin. + Schwere Besorgnis wegen der Volksernährung. Der Magistrat von Berlin hat am 7. Juli nachstehendes Schreiben an das preußische Staatsministerium ger#### Der Magistrat sieht mit ernstester Besorgnis der weiteren Entwicklung der Ernährungslage entgegen, da ange der zunehmenden Markentwertung der Zeupankt nic fern zu sein scheint, an welchem die große Masse der Bevölkerung die Preise für ausländische Lebensmittel nicht mehr bezahlen kann. Dadurch würde die Ernährung der Einwohnerschaft Berlins, der selbst die notwendigsten Lebensmittel durch die hohen und immer noch steigenden Frachtkosten besonders verteuert werden, aufs äußerste ge fährdet. Wir richten daher an die Staatsregierung das dringende Ersuchen, unverzüglich alle geeigneten Maßnahmen zu treffen, um die landwirtschaftliche Produktion im Inland und namentlich in der Nähe der großen Städte zu vermehren und zu diesem Zwecke vor allem die Frage der Melioration des in der Umgebung der Stadt Bernn noch in weitem Umsang sorhandenen verbesserungsfähigen Oed= und Moorlandes mit allem Nachdruck zu fördern. + Ende des Berliner Buchdruckerstreiks. Nach einem Schiedsspruch, der von dem Tarifamt in Leipzig gefällt wurde, ist eine Einigung mit den Berliner Buchdruckern zustandegekommen. Die Arbeit wurde Mittwoch früh wieder ausgenommen, nachdem die beteiligten Organisationen sich am Dienstag mit dem Schiedsspruch einverstanden ernart hatten. Der Schiedsspruch besagt u. a.: Vom Zeitpunkt der Wiederaufnahme der Arbeit ab gelten die Teuerungszulagen, die der Tari ausschuß am 11. Juli festsetzen wird. Bei Wiederaufnahme der Arbeit erhalten die männlichen Arbeiter 300 9, die weiblichen Hilfsarbeiter 250 96, die Jugendlichen unter 17 Jahren 150 M. Wo Zahlung nicht sofort möglich, kann, nach Vereinbarung mit dem Betriebsrat, auch in zwei naten gezahlt werden. Die Sonderforderungen der Rotationer sind zuruggezogen. Ueber Sonderzulagen für Berlin hat nur der regelungen fuden beider)/(Gereifünterbrectung nicht statder liegengebliebenen Arbeit unter Berücksichtigung der gesetzlichen und tariflichen Bestimmungen zu leisten.“ + Die Rathenau=Mörder. Von den drei an der Ermordung Dr. Rathenaus beteiligten Mördern konnte a E. Erwin Kern, nuf die Spur gelommen zu sein. Die aus Banng#. 0—....“ aiue Uhr im Minendepol Groden bei Cuxhaven eine# waltige Explosion. Bei der ersten Errigste g lungapen selet Gewalt der T# schädigt wurde und auch der Zugverkehr ins Stocken gePersonen durch Glasscherben verletzt. Die Explosionsgefahr ist noch nicht ganz behoben. 1 Die Gattin einee Medarten Hage Ahriseteiteng## Manne gelten sollte. e der Tat in Marienburg eingetroffen. Dr. Reis acht Tagen Marienburg zu verlassen. In der Nacht vom chens der Zündschnur nicht erpiodiezezg zrschtlich p Regierungspräsident und Dr. Reis haben auf die Ergreifung des Täters je 10000 9 Belohnung aus#t, Mißglückter Gasarbeiterstreik in Düsseldgr, Im vertschasten nicht gebitigt. A9 Hofortige Weherauftgaghung der Arbeit an. Daraufhin wurde die Arbeit wieder aufgenommen. Aus aller Welt. verlangte Wiedenaufnahme des Verfahrens gegen Holtz abgelehnt hatte, wurde schließlich Anfang dieses dem 192, Beschuldigten gestattet, im Zuchthaus zu Caen zur Besprechung weiterer Schritte endlich ihr Justiverbrechen eingesetzen und dem unschudig Verurteilten die Freiheit gegeben. Vermischtes. Ein ganz modernes Heiratsgesuch erschien letzter Tage in einer Weimarer Zeitung. Tort ließ sich eine junge „Junge, hübsche Dame, die berufstätig ist und Familie eines jungen Herrn, der kochen, haushalten usw. kann, eventuell aus der Schokoladenbranche.“ Da man annehmen kann, daß nunmehr, nachdem einmal der Bann gebrochen ist, derartige Heiratsgesuche öfter auftreten werden, um schließlich die Regel zu bilden, ist es vielleicht angebracht, rechtzeitig Schillers„Glocke“ entsprechend abzuändern. Selbstredend müßte es nun heißen: „Die Frau maß hinaus ins feindliche Leben, Muß wirten und streben“ usw. „Und drinnen waltet der züchtige Hausmnechr Und ducket sich weise im häuslichen Kreise, Hätschelt die Mödchen, verprügelt die Knaben, Ulnd reget ohn Ende die fleißigen Häude“ uim. 4 Sn — : : Wie das Ruhrtal entstanrenist. Wer heute das Ruhrial durchwandert, frem sich an den Schönherten unseres heimatlichen Tales, hat wohl aber kaum eine Ahnung davon, daß dieses Tal erst im Lause einer längeren Umwälungsperiode entan den is Einst floß die Ruhr in einer höheren Lage dahin, bis sie sich nach und nach bis zur heutigen Lage„heruntergewaschen“ hat. Die Umälzung ist an den Ruhrterrassen links und rechts des Frusses nachweisbar. Dort findet man heute noch die Flußablagerungen, wie sie in der jetzigen Tiefenlage der Ruhr zu finden sind. Uebersieht man das Ruhrtal in seiner heutigen Breite, so kann man sich ein Bild von der gewaltigen Naturarbeit machen, die hier geleistet worden ist. Erne erstannliche Menge von Steinmaterial haben die Wasser der Ruhr wegwaschen müssen.. Die Arbeit in aber noch nicht beendet. Immerfort noch findet eine Veränderung in dem Flußlaufe statt. Die Auswaschung des Flußbeites und die Bildung der sogenannten Rührterrassen wird von Fachleuten in die Zeit des Diluviums verlegt, in jenen Abschnitt der geologischen Neuzeit, in dem das Norddeutsche Flachland, das bis an den Nordrand des Ardengebirges reicht, mit Ablagerungen nordischen Ursprung= bedeckt wurde. Im Hinblick auf das hohe Alter des Ruhrgebirges— schreibt Karl Haarmann in einer Studte über die neugeschichtliche Vergangenheit der Amgegend von Witten— int es beme kenswert, daß die Entsehung des Ruhrtales zu den Vorgängen der jüngsten erdgeschichtlichen Vergangenheit geyört. Die Ruhrterrassen bezeugen, daß die diluviale Ruhr mehr ach ihr Nireau durch lange Zeiträume beibehielt, während deren die transportierten Bestandteile in der ganzen Talbreite angehäuft wurden. An jede dieser Zeiten schloß sich eine Periode tieferer Einfurchung des Flusses, sodaß bei der Bildung des Ruhrtales offenbar Zeiten verstärkter und abgeschwächte: Erosionstätigkeit mehrsach auseinanderfolgten. Einst ist also die Ruhr in der Höhenlage des Ruhrgebirges dahingeflossen, jenes Gebirgszuges, der durch die Abwanderung des Gesteins aus füdlicheren Gegenden erfolgte. Daß die Bildung der Gebirgszüge an der Ruhr durch Ablagerungen erfolgte, die durch Wasser in unserer Gegend angeschwemmt wurden, ist aus dem„Lesebuch der Erde“. deutlich erkennbar. Das Rittergeschlecht von Altenbochum. Das Geschlecht derer von Altenbochum ist heute— mit Ausnahme bei den Forschern heimatlicher Geschichte— kaum noch belannt. Das mag da an liegen, daß irgendwelche Denkmäler nicht mehr vorhanden sind, die uns das Bestehen dieses Adelshauses in die Erinnerung zurückruft, wie es bei anderen Geschlechtern der Fall ist, etwa beim Hause Strünckede beim Schloß Grimberg, eim Fau Rechen und anderen Es ist bieher auch noch nicht gelungen, beim Rittegeschich von Altenbochum das Stammhaus auf leimatlichem Boden nachzuwelsen. Man vermutet wohl im Hofe Friemann den einstigen Schulzenhof 1454 ist ein Joh. Feymann als Freigraf der trummen Grasschaft urkundlich verzeichnet. Die Entsehung des Namens Feymann in Vervindung mit dem Geschlecht derer von Altendochum 18 s zu erklären. 1342 erscheint ein Everhardt von Aldenbuchem, der„de Bryge(der Freie) v. Brylinchusen“ genangt wrde Das Geschlecht onn Altenwchum tettte sich namisch in Freie(Freigrasen und in Ritter(Ade!). Erstmang in den urkundlichen Ueberlieferungen tritt die Ri terfamine von Aldenbockum im 14. Jahrhundert auf. Aldandochem selbst erscheint schon um 930 als Bauerschaft, aus der zum Teil das Kloster Werden Einkünfte bezeg. Die Rit er von Altenbochum wa en besonders bei der S#taatsverwaltung angesehen, viele von ihnen waren in der höheren Staatsverwaltung von Cleve=Mark tätig, die andere Linie erscheint istet Zwischen den Aeckern. Von Wilhelm Lennemann. Julitag und tiefe Mittagstille, Schwer auf Halm und Plüten liegt die Giut, Fernher zittert leis ein Lerchensingen Turch der Sommersonne goldne Flut. Einsam steh' ich zwischen Aeckerstreifen, Die sich wie zu Feier und in Glanz Leuchtend, schimmernd aneinander reihen Wie des Himmels schönster Sternenkranz. Alles ist im tiefsten Grund zu schauen, Ist so frei von Neid und jedem Spott, Ach dies Land hat seinen eignen Himmel, Und so menschlich=nahe seinen Gott. Ja, ich weiß, geht Gott nach Tagesmühen Abends ruhend durch dies stille Land, Seqnet Katen er und Roggenicker, Trückt er manchem Bauer leis die Hand. Und ihr Städter, dieses Landes Seele Und sein Segen sind euch sternenweit; Tenn den Odem, den die Schollen atmen, Fühlt ihr nicht in seiner Heiligkeit. Laßt dem Bauer Pflug und Saat und Acker, Haltet lieb, was euch die Mauer deckt: Jeder strebe seinem Pol entgegen Und dem Ziel, das ihm sein Leben steckt! glt als Drosten und Schulgen. Sybert von Aldenbohchem war von 1319—1342 Freigraf zu Bochum, 1342 wird dann der oben schon an geführte Everhardt von Al enbuchem genannt. Dieser Zweig der Famiti# stellte auch die Freischöffen, die vor den übrigen Zeugen verzeichnet waren, die Mitglieder des Zweiges waren freie Wehrfester von dem Haupthofe der Bauerschaft. Aus dem Rittergeschseche wird als erster(1321) Wenemar von Altenbochum genannt. Nach Darpe hießen die Ritter von Altenbochum auch von Grimberg als Besitzer des adligen Hauses Grimberg. Von 1373 ab besaßen sie auch die Hälfte des Gutes Viting zu Rechen, im 15. und 13. Jahrhundert das Haus zur Wische im Kirchspiel Harpen. Auf dem Galenschen Gute in Altenbochum saß um 1420 Albe t von Allenbochum, der 1439 starb. Nach einer Urtunde vom Jahre 1484 war das Galensche Gut der Hof Frische. 1535 wird ein Johann von Altenbochum genannt: ein Namensretier au dem Zweig der Ritter wurde 1484 von den Herren von Limburg mit dem Gute in der Becke belehnt. Bis zum Ausgang des 15. Jahrhunderts waren die Ritte. von Allenbochum und die Freigrafen in der Altenspochumer löegend anfffite Loge S. verioren gegangen. Heute erinnern nur noch einige Namen an sie, u. a. auch Havkenscheid, einst ein anfehnlicher Rittersitz, zunächst ein ssenburger, dann Limburg=Strumer Lehen Die Heiren von Haveken=seede saßen do im 14. und 15. Jahrhundert. 1340 trug Die rtrich von Haveken=seede die Halfte des Glites von den Rittern von Limburg zu Lehen. 1592 brachte die unmündige Elitabeth von Havkenscheid das Gut ihrem Gemahl Gotwin v. Düngelen zu. Bemerkenswert in Verbindung mit dem Altenbochumer Rittergeschlecht ist noch das ehemalige Haus Goy, dessen Platz der Kotten „die alte Goy“ einnimmt. Das Haus Goy hatte einen eigenen Gerichtsbezirk, den 1450 noch die Ritter von Altenbochum besatzen; es heißt darüber, 1450 hatte„Hugo von Altenboichem dat gelichte onder, dat by der Goye steyt.“ Das Mindener Abendläuten. An einem prächtigen Sommertage, als glänzender Sonnenschein über der Stadt und den sie eng einschließenten Wätern lag, derten zwei Edelfräulein aus dem Stift von Minden zum Tole hinaus, um einen Nachmittag in Sonnenschein, bei Vogelsang und Blumenduft zu verbringen. Es gab damals noch keinen Wesergebirgsverein, der alle Wege durch die meisenweiten Urwälder fein übersichtlich bezeichnet hätte; auch kannte man noch keine Taseln, die ankündeten, daß das Betreten von Wiesen. die Benntzung dieses oder jenes besonders schönen Weges, das Pflücken von Blumen verboten sei. Denn das, von dem hier erzählt wird, ereignete sich vor beinahe tausend Jahren. Die beiden Jungfrauen waren froh und überglücklich, für einen Tag der strengen Aussicht ehrwürdiger Stifteschwestern entronneu zu sein. Sie sangen, lachten, tollten sich nach Herzenslust aus und begannen schließlich, Blumen zu pflücken. Ihre Woynungen waren ja so dürftig und nüchtern ausgestattet, und sie durften nur so selten die Schönheiten der Natur genießen. Da war es kein Wunder, daß die beiden kein Ende finden konnten. Sie sammelten ganze Arme voll köstlicher Blumen und frischer Zweige und merkten in ihrem Eifer immer noch etwas Schöneres zu finden, garnicht. daß sie tief in die Gründe der Wä der hineingerieten und daß die Sonne sich anschickte, zur Ruhe zu gehen. So wurden sie von der hereinbrechenden Dunkelheit in dem unwegbaien Urwalde überrascht. Aus den Sumpfgebieten der Weser und der Bastau stieg dicker Nebel auf, der in drohenden Schwaden und unheimlichen Fetzen über den Boden zu kriechen und durch die Aeste zu schweben begann. Schaurig klang das Geheul der Wölfe und anderer Ungeheuer durch die immer handgreiflicher werdende Dunkelheit. Da irrten nun die armen Jungfrauen ohne Schutz durch den unheimlichen Wald. Sie suchten verzweifeit nach einem Wege, der zur Stadt führte, schrieen Gott und die Menschen um Hilfe an und benetzten ihr Mißgeschick und die verhängnisvollen Blumensträuße mit einer reichlichen Tränenflut. Und Gott hatte Erbarmen mit den Unglücklichen. Er gab den Stiftsleuten, die durch das Ausbleiben der Jungfrauen in große Aufregung versetzt worden waren, sen guten Gedanken ein, die Glocken der Kirchen zu läuten. Die Verirrten herten das GeGute, fabten neuen Mut und fangen,#n * erteingen hör e, Wint sich mit sich die Die Pflege der Gartenhecke. Wenn der Wandersmann die Gegend an der mittleren Ruhr mit ihren prächtigen Beigen und wiesenreichen Tätern mit hellen Augen und nachdenklichen Sinnen durchstreift, dann findet er, daß unsere Vorfahren— Kötter und Landwirte— sehr fleißige und atbeitssame Leute gewesen sein müssen. Sie haben nicht nur den Wardboden ausgekodet und urbar gemacht, feste Häuser aus starkem Eichenfachwerk darauf errichtet, sondern auch noch Zeit gefurrden, prächtige Baumhöfe anzuiegen, die vielfach zum Schutze gegen feindliche Menschen und Tiere mit Mauern eingesaßt sind. Die Gärten aber zeigen als Einfliedigung meistens Weißdornhecken. Leider wird denselben von den jetzigen Besitzern vielfach nicht mehr die nötige Pflege und Behandlung im Schnitt zuteil, sodaß der Heckenboden voller Gras und Unkraut prangt, das den Wurzeln der Hecke die nötige Nahrung ranbt—, die Bildung von Seitentrieben am Boden verhindert, sodaß überall in der Cinrisdigung die segenannten„toten Löcher entstehen, wodurch die Hecke nach und nach zum Absterben kommt. Durch richtige Pfiege und regelrechten Heckenschnitt kann das Eingehen der Hecke leicht verhindert werden. Zunächst ist der Boden unter der Heke sorgam zu lockern und vom Untraut, das leich: nacwächt, sorgfästig zu befeeten. Auch für eine Düngung mit verrottetem Dünger oder schwache: Jauche ist die Weißoornpilanze sehr dankoa, anzesei#t durch das Erscheinen käftiger Seiten- und Höhentriebe. Die untern Teile der Hecken müssen zum Leben selbstverstätdlich hinrei hend Luft und Licht haben. Um dies zu ermöglichen, schneide man die Hecke von unten bis oben nicht senkrecht, wie das mei##ens überal geschieht, sondern so, daß die Grundbreite etwa 40 Zentimeter beträgt, die Seitenflächen aber nach oben hin sich immer mehr nähern und in etwa 20 Zentimeter Höhenbreite oben keilförmig aus aufen. Durch die oben geschilderte Heckenpflege und den keil örmisen Hekken schnitt erhält die Einftiedigung neue Kraft und frisches Leben und wird noch recht lauge zur Zierde und zum Schutze des in unserer teuren Zeit so hochge chätzten Gartens dienen.„ E—g. nen Wittshause Geigentön betrat er die Gaststube, wo der Wit Geigenspiel ergötzte. Dann entwrickelte folgendes Zwiegespräch:„Wollen Se Geige verkaufen?"—„Warum nicht!“ „Wieviel fordern Sie?“—„1510) Mark.“— „Das ist reichlich viel, ich biete 1200) Mark.“ —„Rein, das ist niyt genug, unter 17 000 Mark gebe ich die Geige nicht ab.“—„ich gebe 15009 Mark, gilt das Geoot?“—„Nein, wenn Sie die Geige haben wollen, so zahlen Sie 20000 Mark, dann gehört sie Ihnen.“ —„Gut, ich will sie behalten,“ sagte der Amerikaner, und damit war der eigenartige Handel, der auf steigenden, statt auf nachlassenden Forderungen beruhte, beendet. den zurück. Das war eine wunderbare Rei= nen ausflug nach Dievholz unternommen. tung, denn in de: Nacht würden die beiden sicherlich von wirden Tieren zereissen war den sein: und das wäre doch wirklich eine zu hohe Steuer für den einen Tag der heit und die Freude des Blumensammelns gewesen. Die Väter der beiden Jungfrauen waren Männer, die anscheinend das besaßen, was sich leider nur in svärlichen Resten bis auf den heutigen Tag erhalten hat: Verständnis für die Bedürfnisse und Nöte der Volksgemeinschaft, gepaart mit der Berntwilligkeit, aus eigenen Stücken für das Wohlergehen der Mitmenschen Opfer zu bringen. Und das ist das Schönste und Wichtigste dieser Erzählung: Die Väter der Geretteten machten eine Stiftung und bestimmten, daß jeden Abend um zehn Uhr die Glocken der Martinikirche in Minden geläutet werden sollten, damit Wanderer, die sich wie die beiden Jungfrauen in den Wäldern verirrt hätten, trotz der Dunkelheit den Weg zur Stadt finden könnten. Seit beinahe tausend Jahren schwingt das Geläute der Mindener Glocke nun al abendlich über das westsälische Land. Schreckliche Stürme und Erschütterungen hat der alte Brauch überstanden; Kriegen, Aufständen, Krankheiten und anderen Nöten hat er standgehalten. Die Mindener Abendglocken tönen heute noch. Sie erzählen immer noch Abend für Abend von tängst überstandenem Leid und Schrecken. Und ihr erzener Schall mahnt heute noch, daß es Pflicht jedes Einzelmenschen ist, erwiesene Güte und Hilfe nicht selbstsüchtig zu ve gessen, sondern ihrer dankbar zu gedenken und ihre Wohltat auch den Mitmenschen angedeihen zu lassen. Reinhard Koch. schreiten. An ernem Sonntage fuhr er knAls er aus einem an der Landstrahe gelege=skeguito nach dem Dorfe. In einem schi Die alte Schule. Mit dem Ränzel auf dem Rücken Ging zur Schule Jahr um Jahr Täglich durch die alte Gasse Eine frohe Kinderschar. Als ob's seine Enkel wären, Schaute jedes alte Haus Nach den Buben nuch den Mädchen, Mit dem Aug' der Liebe aus. Heute stehr nicht mehr die Schule. Auch, kein Ränzel sieht man mehr. Und die weißgetünchten Häuser Blicken trüb und sorgenschw.r. All die Buben, all die Mädchen, Sind zerstreut. Wer weiß wie weit? Und das Leben ließ vergessen Sie die schöne Jugendzeit. Nur zuweilen sehn im Traume Sie sich auf der Gasse stehn. Mit dem Ränzel auf dem Rücken In die alte Schule gehn. Dr. Hünnebeck. Wie der Graf von der Mark seine Schäftein zum Kirchenbesuch erzog. Ernst Lindemann=Herne. Nicht nur jetzt, in den Zeiten der äußeren und inneren völeischen Umwälzungen, sieht man die Kirchen zuwei en leerer als die Wirtshäuser, nein, auch vor hunderten von Jahren konnte man hie und da die gleiche trübe Beobachtung machen. Vornehmlich in einigen Orten der Mark hieiten vor mehr wohl als 400 Jahren die Bauern es bedeutend lieber mit dem Branntweinkrug als mit dem Gebetbuch; statt am Sonntag in die Kirche zu gehen, zogen die Bauern geschlossen zur Schenke, um sich am Schnape gütlich zu tun. Da hat nun einst ein Graf von der Mark ein recht probates Reezpt angewandt, um seine Pflegebefohienen wiere: auf den rechten Weg zu leiken. Ob der Graf nun Johann hieß oder Adolf, das tut nichts zur Sache, jedenfalls soll er den Beinamen„der Fromme“ geführt haben und besonders schaif darauf gewesen sein, daß andere fromm waren. Kurz, als in diesem Teil der Grafschaft Mark alle Ermahnungen der Preiiger nichts fruchteten, ja die Bauern den Prerigern Hohne jetzt stets an den Pfaerhäusern vorbei zur Schenke zegen, wenn der Gottesdienst eingeläutet wurde, wandten sich die Predi ger an die Landesregierung. Diese ließ selbstverständlich sofort einen strengen Erlaß ergehen, in der Sonntagsfeier energisch aufgeforder! wurde. Ja, hatten die Bauern bisher getrunken, taten sie es jetzt erst recht. Vor allen Dingen in einem Dorfe nahm der Unfug die schärfsten Formen an. Am nächsten Sonntag nach der Verkündigung des Erlasses stellte sich der Prediger dieses Ortes nämlich, als zum Gottesdienste geäutet wurde, in seine Haustür, um durch seinen Anblick die Vorübergehenden an ihre Pflicht zu erinnern. Spöttisch grüßend gingen die Bauern an dem Prediger vorbei, schnurstracks der Schenke zu. Tief gekränkt durch solchen Hohn berichtete der Prediger eingst an das Konsistorium und schilderte die Widerspenstigkeit seiner Pflegebefohlenen in den glühendsten Farben. So gam die Angelegenheit auch vor den übhecker Kreichlatt! Schneibt unldngs a. Lhrofen und dieler beichloß Jaihs „Sprunghafte Preissteigerung“ Ein Deutschamerikaner, der sich in Wagenfeld zum Besuch aufhält, hatte, wie nan dem ten, bis an das Kinn zugeknönsten Lb##recke trat er kurz vor Beginn de: Gottesdleuse: in das Gasthaus ein, wo ein langer Tisch in der Trintstude die Gäste erwartete. hatte der Graf an dem oberen Ende des Tisches Platz genommen, als die Glocken erschallten und— wie auf Kommando— die Stube sich mit Bauern füllte. Ein großer, vierschrötger Landwirt. der infolge vieljähriger Praris im Bier= und Branntweingenuß hochrot im Gesicht gefärbt war, und der gewöhnliche Präsident der#echgesellschaft zu sein schien, näherte sich dem Grafen und musterte ihn mit geringschätzigen Blicken: es schien ihm nicht zu passen daß ein Fremder seinen Ehrenplatz eingenommen hatte. Indessen schwieg er doch, ließ sich aber mit einer lümmelhaften Gebärde auf einen Stuhl neben dem Grasen fallen. Die übrigen Bauern reihten sich an und füllten bald den ganzen Tisch. Nun trat der Wirt herein und setzte einen großen Henke krug voll Schnaps— wie es früher in Weütfalen Mode war— vo den „Präsidenten“ hin. Dieser ergriff des Krug an beiden Henkeln, blickte den Frensen so recht wegwersend von der Seite an und rat dann einen kläftigen Zug. Dann reichte er das Gesäß seinem Nachbar zur Rechten hin und sagte:„Gif et wieder“,((eb es weiter.) Der Krug ging herum bis zu des Grasen Nachbar zur Linken. Dieser trank, gab dem Fremden durch Blick und Miene zu verstehen, daß er sich keine fonderliche Hoffnung auf einen Trunk zu machen brauche, und ließ den Krug wieder zurückwandern, mit den Woren:„Nu lat et weddr sau be Umgain!“ Nun laß es wiede. so herumgehen. Und das Gefäß ging wieder links herum bis zu des Grafen Nebenmann zur Rechten. Dieser trank, gab es wieder zurück, mit schnalzender Stimme sprechend:„Nu lat et wedder sau herümgahn!“ Da sprang der Graf auf und zeigte sich in Uniform mit dem Stern auf der B Mit donnernder Stimme gab er sich den erschrockenen Bauern zu erkennen, hielt ihnen eine derbe Strafpredigt über ihre Liederlichkeit und drohte mit streuger Strafe, wenn die Bauern nicht von ihrer Unmra und ihrem Ungehorsam ablassen würden. Und dann schlug der Graf seinem Nachbar zur Rechten eine saftige Kna#tschote herunter, daß diesem die Zähne wacketten und sprach: et wiede:!" Dieser gehorchte; aber der Folgende zögerte. Da zog der Graf den Degen und rief:„Weiter gegeben, wer lässig is, dem greife ich mit dem Degen unter die Arme!" Diese entswiedene Sprache und der blitzende Degen ersülte die guten Leute mit wunderbarem Eiser, den Berehl des Geasen zu vollziehen. Die Ohrfeigen wanderten kiatschend herum bis zu den Nachbar des Grafen zur Linken, und kaum hatte dieser die seinige auf die linke Backe erhalten, so anplizierte ihm der Graf eine zweite auf die rechte Backe und gav ihm die Weisung:„Nu lat et wedder sau herümgahn!" Die Ohrfeigen wanderten nun zurück zu de: Grasen Nachbarn zur Rechten. Da sch ug der Graf diesem zum zweiten Mae hine: die Ohren und sprach mit großem Gleichmute:„Ru lat et wedder sau herümgahn!“ Nachdem der Graf dieses Ererzitium ein halbes Dutzend Ma. wiederholt hatte. stand er auf, wiederholte seine Ermahnungen und ging von dannen, seine Untertanen in tiefster Rührung zurückassend. Ihle glühten in der schönsten Purpurtöte, schöner als. der reichste Genuß des Schnanse: sie hätte malen können. Die walleer Leute wurden fortan die fleißignen Kirchengänger. Auch ein Dichter. Gar Mancher dichtet Tag und Racht Und schmiedet Neim an Reime. Und war er bann zurecht gedacht, Entstieg dem Reich der Träume. Iich aber bin in Wirklichkeit Ein Dichter con amdre: Ich dichte schon seit langer Zeit Die— Wasserleitung:rohre. H G. 111 + % S STSTTE 2 5 % 25 55 95 S„GSa # 8 g S 1 5 25S2S S SygSg SSa E ##S S SSR S S S„ „ „OSSSES S 9GESSESESS = Bng #m##. A#ggs ** = A#Se *#ngs S S•Sug“ Ee#eans SSg =TRTPSE * FSETNE # SW:.a0a ##7 SokSSS S.9 SEE H u go SS g. n 1 F 8 9 — gam pnwWT B m SEES R. S#g W NES S SSS SOETSS SGLPSSSR-Epg, n PaE S EgSSPpS E LABPSgLDESTRED: 5—PS- PSSOESSE S#PSg, OPE * Se% mlSpgsnSb#rnnasesslade# 4 S 2. J59! S GS SSOE SBTNSSLg“#gg###p SSgS *SE S-PTTgTG DDBSR“ EHDgLOFSR U„EnzngP#ch# #p# P- Gp.mgg S SPGSEPATESS SGS S SSS SSpgBTGSEEg: #SSSMDE R! 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