.— BBegelwäßige Beilagen: Schwerter Hausfrau und Mutter. Aus dem Reiche der Mode. Heimatblätter u Lustiges Allerlei. Kinderzeitung Unsr Blatt uUintershaltungs- u. Romanbeilage. u Spiel, Sport und Turnen. n Lebensbild. Kunst u. Wissen. u Gartenratschläge. Verbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung 8 Welthofener Zeitung Aplerdecker Zeitung Langscheder Zeitung Schwerter Oolksblatt Amtliches Kreisblatt für den Kreis Hörde, Holzwickeder Zeitung Erstes und ältestes Tagesorgan des Kreiles.— Geueralanzeiger für den Kreis Hörde. Die„Schwerter Zeitung" erscheint werktäglich.n Hauptgeschäftsstelle, Druck und Verlog: Carl Braus. Celegr. Adr.: Braus, Schwerteruhr. Cel.62. Postscheck: Dortmund 2852 Verontwortliche Schriftleitung: Karl Richter; Stadt und ProvinzStiedt. Kraas; sämtlich in Schwerte. Nr. 163 Freitag, 14. Juli 1922 55. Jahrgang Zum Geleit. Alles vergehet, Gott aber stehet Ohn alles Wanken; Seine Gedanken, Sein Wort und Willen hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden, die nehmen nicht Schaden, Heilen im Herzen die tödlichen Schmerzen, Halten uns zeitlich und ewig gesund. Neueste politische Nachrichten. Die Verhandlungen zwischen dem Zechenverband und den Bergarbeiterorganisationen scheinen zu einem guten Ende gelangen zu sollen, worauf auch die Abreise des Reichsarbeitsministers von Essen hinweist. * Der neugewählte Landesrat für das Saarrevier wird am 19. Juli zum ersten Male zusammentreten. Die Eisenbahnjahrpreise, sollen ab 1. Oktober erneut um 50 Proz. erhöht werden. * In Zweidorf an der Elbe wurden durch eine Explosion 10 Personen getötet. In der Sitzung der Reparationskommission forderte der Engländer Bradbury ein mehrjähriges Moratorium für Deutschland. Bei Valencia stieß ein Expreßzug mit einem Postzuge zusammen; man zählt bisher 35 Tote. * Die beiden flüchtigen Mörder Rathenaus haben den Polizeikordon durchbrochen; ihre Spuren werden nach verschiedenen Richtungen weiter verfolgt. * Der politische Berichterstatter der Daily Mail glaubt man versichern zu können, in ministeriellen Kreisen werde von der Möglichkeit einer internationalen Wirtschaftskonferenz in Washington gesprochen. * Der deutsche Botschafter in Washington Wiedfeld, der mit dem Dampfer„Heliance" nach Deutschland reiste, sagte, er verlasse Amerika dienstlicher Obliegenheiten wegen und kehre im September nach Amerika zurück. * Die Blätter melden, in Cork sei von den Irregulären die Republik erklärt worden. Man glaubt, daß sich De Valera dort befindet. * In der ungarischen Nationalversammlung erklärte vorgestern Graf Andrassi namens der christlichen Opposition, in ganz Ungarn herrsche nur ein Scheinparlamentarismus. Die Reparationskommission hat sich auf englischen Antrag für ein mehrjähriges Moratorium ausgesprochen. * Auf die Ergreifung des früheren Oberleutnants. Ankermann, der den Anschlag auf Harden verübte, ist jetzt eine neue Belohnung von 100 000 Mark ausgesetzt worden. Vermischte Kunde. Die sozialistischen Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung von Neustadt a. d. H., dem Geburtsoxk Helfferichs, haben beantragt, Helfferich das Ehrenbürgerrecht abzuerkennen. * Die sozialistische Mehrheit der Neuköllner Bezirksversammlung hatte im vorigen Jahre beschlossen, der Kaiser=Friedrich=Straße in Neukölln den Namen Bebel=Allee zu geben. Der Berliner Polizeipräsident, der für die Straßennamen in Groß=Berlin zuständig ist, hat die Umbenennung in Bebel=Allee abgelehnt. An Stelle des von privater Seite geschaffenen oberschlesischen Kreuzes, dessen Tragen verboten ist, hat das polnische Kriegsministerium ein Abzeichen zur Erinnerung an den Aufstand in Oberschlesien in Gestalt eines zwei Zentimeter breiten, blau=weißen Bandes, das auf der Uniform im zweiten Knopfloch zu tragen ist, bestätigt.— Damit hat die polnische Regierung oie Mitverantwortung für die oberschlesischen Aufstände in einer aller Welt sichtbaren Weise übernommen! * Von Warschau geht die Anregung aus. alle holzindustriellen Verbände Polens und Pommerellens in einem Spitzenverbande zu vereinigen. Die Vorarbeiten stehen nahe vor dem Abschluß. Ursache sind die lebhaften Klagen der Sägewerksbesitzer über die Benachteiligung bei der Robholzversorgung aus den polnischen Staatsforsten. * Die Mannesmann=Röhrenwerte haben, in Komotau ein Tochtergesellschaft mit einem Kapital von 30 Millionen tschechischer Kronen gegründet. In Baden sind bis jetzt 50 Jugendherbeigen errichtet worden, die eine nahezu kostenlose Uebernachtungsgelegenheit in dem ausgedehnten Wandergebiet des herrlichen Schwarzwaldes bieten. Je nach Raum können auch Altwanderer ausgenommen werden. * In der Rheinpfalz fanden einige Wein versteigerungen statt, bei denen ganz erstaunliche Preise erzielt wurden. Je 1000 Liter kosteten 52000 bis 70000 Mk.! Das macht auf je 1 Liter 52 bis 700 Mk. am Ursprungsland! * Die Zuckerfabrik Glauzig erzielte im letzten Geschäftsjahr, einen Reingewinn von 25 849000 Mt. gegen 9329000 Mk. im Jahre vorher. Diesmal werden 25 Proz. Dividende verteilt, aber auch noch eine Sondervergütung von 25 Prozent. Die Herren Aktionäre verdienen also, ohne irgend eine Arbeit geleistet zu haben, 50 Prozent ihres Kapitals. Jurau fur slapenpontir: Von Legationsrat Frhr. v. Rheinbaben, M. Nach der Revolution erhob sich in weiten Kreisen des deutschen Volkes und ganz besonders In denen, die sich der Führung des Staates bemächtigt hatten, der laute und immer wiederholte Ruf: „Eine neue Außenpolitik ist uns not, wir müssen sie einleiten, betreiben und entwickeln, mit ihr und durch sie werden wir dem deutschen Volke eine neue und bessere Stellung unter den Völkern der Welt verschaffen.“ Was haben wir anstatt dessen erlebt? Die Außenpolitik geriet völlig in Abhängigkeit von inneren parteipolitischen und das zunächst in so hohem Maße auf internationale, moralische und rechtliche Faktoren gesetzte. Vertrauen wurde schmählich getäuscht. Die Folge war eine noch größere, gründlichere und schnellere Abkehr von wirklicher außenpolitischer Betätigung, und erst in allerletzter Zeit schien im Zusammenhang mit der Konferenz von Genua und in Verbindung mit dem Vertragsabschluß mit Rußland ganz allmählich ein größeres Verständnis für die Möglichkeiten außenpolitischer Betätigung zu erwachen. Der Mord an Rathenau hat auch diese Entwicklung wiederum fast völlig gehemmt und Ansätze zur Besserung zerstört. Die Führung der PMassen stand völlig unter dem Banne des klagenswerten Ereignisses, und wiederum wannen sehr bald die radikalen Elemente Oberhand. Auch heute noch werden zwecklose Demonstrationen veranstaltet, und um unsere Sorge oll zu machen droht der Generalstreik im Ruhrgebiet. Das Nichterscheinen der großen führenden Berliner Zeitungen gerade während der Krisis hat. weiter dazu beigetragen, das Interesse an den großen außenpolitischen Fragen erlahmen zu lassen. Wir haben wohl den größten Tief stand unseres politischen Lebens seit dem sammenbruch des alten Deutschlands und 1 162 655 # ae# Kautg Fulda Ludwig Zum 60. Geburtstage(15.7) Der jüdische Schriftsteller Ludwig Fulda wurde 1862 zu Frankfurt a. M. geboren. Er schrieb in talentierter Vielseitigkeit Gedichte, Lustspiele, schauspiele, dramatische Märchen„Der Talisman" usw. Auch als feinsinniger Uebersetzer aus dem Französischen hat sich Ludwig Fulda einen Namen gemacht. Zu den„Großen" im Reiche der Geister zählt er nicht. seinen unmittelbaren Folgeerscheinungen erreicht. Aus ihm müssen wir uns wieder erheben, sonst ist das Chaos da. Der Reichskanzler hat sich ein unbestreitbares Verdienst dadurch erworben, daß er unmittelbar nach der Ermordung Ratheaus einem französischen Journalisten gegenüber offen aussprach, was jeder fühlte und wissen mußte, der den Dingen auf den Grund sah: Die Ermordung Rathenaus war nur ein Symbol für die immermehr, der Verzweiflung sich nahenden Stimmung weiter Kreise des deutschen Volkes. Der Versuch der Erfüllung der Lasten des Londoner Ultimatums näherte sich deutlich materiell und zeitlich seinem Ende und schleunige Maßnahmen unserer Kriegsgegner sind notwendig, wenn unabsehbares Unheil innerhalb aber auch außerhalb der deutschen Reichsgrenzen vermieden werden soll. Bei diesem gelegentlichen Hinweis des Kanzlers nach Außen ist es nicht geblieben. Mit dem gerade in diesen Wochen in Berlin weilenden Garantiekomitee, sind andauernde Verhandlungen gepflogen worden, deren Ziel ein weiteres Moratorium in erster Linie für die jeden Monat fälligen Goldleistungen ist. tung dieser Verhandlungen hat noch durch Rathenau persönlich stattgesunden. Es ist bekannt geworden, daß er noch in der Nacht vor seinem Tode mit dem hiesigen Vertreter der Vereinigten Staaten eine besonders wichtige Unterredung gehabt, hat, die in dem Hinweise schloß, daß Deutschland— schon bei dem damaligen Stande der Mark trotz besten Willens weitere Barzahlungen nicht leisten könne, daß es die durch seine Ausfuhr erzielten Devisen zur Beschaffung von Lebensmitteln und Rohstoffen ganz dringend benötige und deshalb von den Barzahlungen entbunden werden müsse, wenn nicht schwerste innere Krisen eintreten sollten. Inzwischen hat sich der Wert der Mark noch weiter, fast auf die Hälfte des Standes vom 24. Juni vermindert. Was in der Nacht zum Tode Ratheaus notwendig erschien, ist es heute sehr viel mehr! Die Frage erhebt sich also. Wie stellt sich das Ausland zu diesen deutschen Forderungen? Die englische Oeffentlichkeit hat, von vereinzelten Ausnahmen abgesehen, die Ermordung Rathenaus richtig gewertet, und die Londoner Re gierung scheint bereit, der öffentlichen Meinn ihres Landes Rechnung zu tragen. Der italienische Außeminister hat infolge der letzten Ereignisse in Deutschland eine erneute Zusammenkunft des Obersten Rates beantragt, um eine Milderung der deutschen Leistungen herbeizuführen. Ausschlaggebend für eine solche Entwicklung wird— wie immer— die Haltuing Frankreichs sein. Am Montag sind in Paris Senat und Kammer bis zum Herbst vertagt worden. Ein Rückblick auf ihre Tätigkeit zeigt ein recht dürftiges Ergebnis. Die uns am meisten interessierende Debatte über die französischen Finanzen hat nicht stattgefunden, und die letzten Abkommen mit Deutschland über Ausführung der Sachleistungen haben nach endloser Verschleppung die Zustimmung des französischen Parlaments nicht gefunden. Auf der anderen Seite ist jedoch nicht zu verkennen, daß schließlich auch in Frankreich ein allmählicher Umschwung in der Beurteilung der deutschen Leistungsfähigkeit eingetreten ist. Selbst Herr Poincaree hat kürzlich im Senat erklären müssen, daß die gerade von ihm immer wieder geforderten Sanktionen gegen Deutschland nicht das geeignete Mittel seien, um Frankreichs finanzielle Lage zu bessern. Ueberblickt man die letzte Entwicklung in der Reparationsfrage, so gewinnt der Eindruck an Boden, daß die Dinge zwangsläufig einer sehr viel schnelleren Regelung zutreiben, als dies noch vor wenigen Wochen vorauszusehen war. Soll das deutsche Volk bei dieser Lage der Dinge noch die letzte Dummheit begehen? Soll die Auflösung des Reichstages und ein Wahlkampf von unerhörter Schärfe die Regierung der letzten Möglichkeit berauben, durch weitere Verhandlungen außenpolitischer Art die bevorstehende wirschaftliche und finanzielle Katastrophe zu vermeiden? Ist es nicht reine Demagogie, wenn in diesen Tagen Herr Scheidemann wieder einmal laut nach Neuwahlen ruft, obwohl auch er, und gerade er, diese Zusammenhänge genau kennen muß. Ich will die Hoffnung nicht aufgeben, daß in aller letzter Stunde die Vernunft zurückkehrt, und die deutsche Regierung wieder aktionsfähig in außenpolitischer Beziehung wird. Dazu müssen alle Wünsche radikaler Tendenz zurückgestellt werden, damit die Bahn wieder frei wird für das Eine, das uns mehr als alles andere bitter not tut, d. h. eine Außenpolitik, die den deutschen taat und die deutsche Wirtschaft vor dem Zusammenbruch rettet. Das Amnestiegesetz. Deutscher Reichstag. Berlin, 14. Juli. Sitzung vom 13. Juli. Die Interpellation Hergt(Dutl.) über Straßendemonstrationen und Stillegung von Verkehrsmitteln im Reiche von 4. Juli 1922 soll in der geschäftsordnungsmäßigen Frist beantwortet werden. Zur Beratung steht die zweite Lesung des Gesetzentwurfes über Ermächtigung zu Zollerhöhungen. Die Vorlage wird auf Antrag Dr. Gildemeister(D. V.) mit der Aenderung angenommen, daß ein besonderer Reichstagsausschuß von 28 Mitgliedern dafür gebildet werden soll. Es folgt die Beratung des von den Abgg. Müller=Franken(Soz.), Marx(Z.) und Erkeenz(Dem.) eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über Aenderung der Reichsversicherungsordnung, der angenommen wird. Der dann zur Beratung stehende Entwurf eines Gesetzes über die Amnestiegesetze(Straffreiheit für politische Straftaten) sieht die Amnestierung für hochverräterische Vergehen gegen das Reich vor, soweit diese im Jahre 1920 nach dem 4. August und im Jahre 1921 begangen worden sind. Ausgenommen sind Straftaten, die sich in das Jahr 1922 fortgesetzt haben. Den von Sondergerichten im Jahre 1922 verurteilten Personen soll dann Straffreiheit gewährt werden, sofern die mit hochverräterischen Unternehmungen gegen das Reich im Zusammenhang stehenden Handiungen nicht lediglich auf Roheit, Eigennutz oder anderen nichtpolitischen Beweggründen beruhen. Ausgenommen sind die Fälle: Tötung, schwere Körperverletzung, schwerer Raub, Brandstiftung, vorsätzliche Eisenbahntransportgefährdung, Vergeheu gegen das Sprengstoffgesetz. Die Sozialdemokraten fordern, die Amnestie auch auf den Eisenbahnerstreik auszudehnen. Diesen Antrag lehnte der Ausschuß ab. Dagegen wird eine Entschließung angenommen, in der die Eisenbahnverwaltung aufgefordert wird, beim Disziplinarverfahren Milde walten zu lassen. 9 Abg. Schmidt=Meißen(S.) hält die Vorlage für nicht ausreichend. Die Amnestie muß auf politische Straftaten ausgedehnt werden. Von Bayern sei auch diesmal kein Entgegenkommen zu erhossen. Deshalb müsse das Reich eingreifen. Die Amnestierung muß auch auf die Münche ner Rätezeit ausgedehnt werden. Während in Niederschönefeld die Gefangenen die schimpflich sten Behandlungen erdulden müssen 11), lebt Graf Arco, der Eisnermörder, auf seinem Gute zur Erlernung der Landwirtschaft.(Hört, hört!) Reichsjustizminister Dr. Radbruch: Die Amnestie mußte auf die Zeit bis zum 4. August 1920 beschränkt werden, weil die früheren Taten unter die Kappamnestie fallen. Das Jahr 1922 wurde ausgeommen, weil sonst auch die Attentate gegen Erzberger und Scheidemann und Rathenau darunter gefallen wären. Reichsverkehrsminister Gröner erklärt sich mit denAusschußentschließungen einverstanden. Er will auch, wo bereits Entlassungen erfolgt sind, beim Reichspräsidenten die Wiedereinstellung im Gnadenwege empfehlen, kann aber einer Amnenie auf die Straftaten beim Eisenbahnerstreit nicht zustimmen. Abg. Dr. Bell(3.) tritt für Wiederherstel lung der Regierungsvorlage ein. Der Eisenbahnerstreik habe mit dem Schutze der Republik nichts zu tun gehabt. Abg. Läuthäuser(D. V.) lehnt die Vorlage ab. Eine allgemeine Amnestie wäre ein Frei brief für künftige hochverräterische Unternehmungen. Abg. Dr. Barth(Dut.) ist grundsätzlich ge gen die Amnestie. Sollte die Vorlage aber angenommen werden, müßte die Frist bis zum 1. August 1920 gestrichen werden, damit auch die Führer des Kapp=Putsches unter die Amnestie fallen. Abg. Schücking(Dem.) will trotz mancher Bedenken der Vorlage zustimmen. Der Redner weist dann unter stürmischem Protest der Linken die Versuche der Gewertschaften zurück, das Parlament zu veeinflussen. Abg. Höllein(Komm.) empfiehlt Anträge seiner Partei, die Straffretheit für politische Verbrechen der Jahre 1919, 1920, 1921 und 1922 verlangen. Auch für die vom bayerischen Volksgericht Verurteilten. Von der Amnestie ausgeschlossen sein sollen diejenigen, die sich an Versamm lungen zur Wiederaufrichtung der Monarchie oder der Offiziersherrschaft beteiligt haben. Sämtliche Aenderungsanträge werden abgelehnt. Dir einzelnen Paragraphen in der Ausschußfasfung werden angenommen, ebenso die Entschlietung, gegen die Eisenbahner Milde walten zu lassen. Auch das Arbeitsnachweisgesetz wird dann in dritter Lesung mit gewissen Aenderungen an genommen. Freitag 3 Uhr: Kleinere Vorlagen, darunter' Notlage der Presse. Aus Stadt und Land. Schwerte, 11. Juli. Erinnerungen. 1789 Erstürmung der Bastille in Paris. 1850 Der protest. Theolog August Neander gest. 1884 Deutschland esgreift Besitz von Kamernn. 1887 Der Großindustrielle Alfred Krupp gest. 1904 Der Transvaal Präsident Paul Krüger gest. 1909 Fürst Bülow tritt zurück, Bethmann=Holl weg wird Reichslanzler. 1917 Bethmann=Hollweg tritt zurück, Michaelis wird Reichslanzler. ** Die kalten Nächte und die Nebelmorgen mit ten im Juli, von denen wir gestern schon schrieben sind etwas ganz seltenes. Wir erhalten dazu gerade folgende Nachricht. In den letzten Wochen hatte auch die Schweiz unter großer Hitze zu lei dach ein plötzlicher Wettersturz ein, der in der schweizerischen Nordebene 20 Grad Celsius in einer Nacht betrug. Auf den Vergen ist darauf dichter Neuschnee gefallen. Der Wettersturz kam in seiner Plötzlichkeit völlig uner wartet. Auch in den Schweizer Bergen ist zur jetzigen Jahreszeit Neuschnee etwas durchaus Außergewöhnliches. ** Beginn der Getreideernte. In unserer Feldmark hat die diesjährige Getreideernte mit dem Mähen der Gerste begonnen. Diese Getreideart verspricht, vorausgesetzt, daß sie gut hereinkommt, eine mittlere Ernte. Dazu ist uns aber andauernd warmes Wetter notwendig, umsomehr, als auch der erste Grasschnitt empfindlich unter der naß kalten Witterung der letzten Wochen gelitten hat und das Heu erst teilweise unter Dach und Fach ist. Hoffentlich besinnt sich der Sommer umgebend auf seine Pflicht als heiße Zeit. Ob die diesjährige Roggenernte mit dem Jakobustage— 25. Juli an welchem Tage nach alt=westfälischer Bauernregel unserer Gegend„die erste Sense auf das Rogenfeld geht" beginnen kann, erscheint infolge dei Ungunst der Witterung mehr als fraglich. ** Eine neue Eisenbahn Iserlohn Finnentrop zur Ruhr—Sieg—Bahn. Schon seit Jahren bemübten sich zahlreiche Städte und verschiedene Handelskammern um einen kürzeren Schienenweg zwischen dem rheiniscbewestfälischen Industriegebiet und dem Siegerlande. Auch die Eisenbahnverwaltung selbst hat eine solche kürzere Verbin dung durch das Sauerland bis zu einem Punkte von der Ruhr=Siegbahn, etwa bei Plettenberg befürwortet. Bei der Beurteilung der Not wendigkeit eines kürzeren Schienenwegs zwischen den genannten Gebieten, fällt auch die Entlastung der Ruhr=Siegbahn sehr ins Gewicht. Den Wünschen der Kreise Hamm, Arnsberg und Siegen entspricht ein Bahnbau von Hamm über Werl, Neheim und Allendorf nach Finnentrop. Die Bahn würde den Schienenweg zwischen Hamm und dem Siegerlande um 17,5 Kilometer abkürzen, aber die Ausführung des Bahnvaues wird an den Kosten scheitern. Sie hat auch keine 10 den. Gegen Ende der vorigen Woche trat dann ungebeuren Bedeutung für das eigentliche Kohlenrevier. Für das Kohlenrevier und besonders für Dortmund. Hörde und Iserlohn ist eine Verbindung von Iserlohn über Garbeck, Aulendorf nach Finnentrop am zweckmäßigsten. Sie wird von Iserlohn sehon seit Jahren angestrebt. Wenn schon, wie oben gesagt, der Ausbau der projektierten Bahn Live Kreuzthal nicht ausgeführt und der Bahnbau Hamm. Finnentrop der hohen Kosten wmegen nicht in Frage kommt, so kann, wie die „Dortmunder Zeitung“ betont, nur der Bahnbau ##erlohn=Kinnentron Berücksihtigung finden, da die Netwendigkeit der Entlastung der Ruhr=Siegbahn besteht. Dann müßten allerdings die in Betracht kommenden Städte. Gemeinden und Handelskammern jetzt durch die Eisenbahndirettion Elberfeld an die Eisenbahnverwaltung herantreten, bevor der Haushaltsplan für das nächste Jahr fertig. gestellt ist. Dieser Wink von Dortmund ausgehend ist sehr wichtig! ** Jugendspiele. Am gestrigen Nachmittag begannen auf dem Schützenhausplatz die Uebungen und Vorführungen der von den Kreis= und Ortsausschüssen für Jugendpflege in Schwerte und Westhofen angesetzten Spielnachmittage. Leider war der Kreis der Beteiligten und der Zuschauer nicht groß, da auch keine öfsentliche Einlade=Retlame gemacht worden war. Immerhin konnten die interessierten Kreise mancherlei sehen: Tambourinball, Stablausen, Faustball, ausgeführt von Kna ben und Mädchen und Erwachsenen unter exakter und zugleich freundlicher Leitung von Frl. Richter. Lehrer Honsalef und Lehrer Banse. Am Samstag, 15. Juli, ab 5 Uhr bis 8 Uhr nachmittags sollen weitere Uebungen folgen. Der Kreis Jugendpfleger Rektor Henkel aus Hörde wird dabei anwesend sein und erwartet zu einer Besprechung auf dem Spielplatz alle Spiel= und Jugendleiter der angeschlossenen Jugendvereine, dazu aber noch weitere Damen und Herren, die Interesse an der körperlichen, geistigen und sitt lichen Ertüchtigung unserer Jugend beiderlei Geschlechts haben. Er bittet, sich auf dem Spielplatz bei ihm zu melden. Der Sonntag soll dann noch eine öffentliche Veranstaltung bringen, bei welcher auch altdeutsche Voltstänze gezeigt wer den sollen, die ja bekanntlich von besonderer Anziehungstraft sein dürften. Unseres Erachtens sollten diese Jugendspielbewegung und die Jugendpflegebestrebungen in hentiger Zeit allseitig interessieren. Auch die kon sessionellen Vereine dazu alle Turnund Sportvereinigungen gehören in diesen gemeinsamen Kreis. Für unsere Jugend ist das Beste grade nur gut genug. Schenten wir ihr unser volles Interesse. Wie uns der Kreisjugendpfleger Rektor Hensel soeben noch mitteilt, haben sich dem Kreisverband für Jugend#flege, der die Spielnachmittage am Samstag und Sonntag veranstaltet, bereits folgende chwerter Vereinigungen und Leiter angeschlossen: 1. Schwerter Turnverein(Chemiker Protz), 2. Schwerter Sportvereinigung(Afm. Otto Homel, 3. Turn= und Ballspielverein(Maschinist her, l. Ev. Verein junger Männer 1. und 2. P. Wischnath), 5. Kath. Jünglingssodalität(Kaplan Winter und Hesse), 6. Ev. Verein junger Mädchen 1. und 2.(P. Ohlig), 7. Jugendabteilung der Ortsgruppe Schw. des rb.=westf. Frauenverb. Apoth. Renter), 8. Jungk.=Kongregation(Pfr. Schnurbus!, 9. Marienverein(Pf. Schnurbus), 10. Jugendausschuß d. soz. Fraktion(Gesch. Scharse. 11. Kath. Gesellenverein(Lehrer Hömberg), 12. Schwerter Schwimm=Verein 06(Rechtsanw. Dr. Strathmann. ** Reichs=Jugendwetturnen. Die Jünglinge und Mädchen, die am 27. August sich an den Wetttämpfen beteiligen wollen, müssen das bis um 25. Juli bei Chemiker. F. Protz, Eisenindustriestraße Nr. 1, kurz mündlich oder schriftlich annelden unter Angabe des Namens und des Geburtstages. Vereine geben eine Liste ihrer Teilnehmer ab. * Das Sonntagsblatt für die evangel. Gemeinde bringt in seiner letzten Nummer folgenden abschließenden Artitel in der Angelegenheit des Spiels von der heiligen Elisabeth. Wir bringen denselben gern auh hier zum Abdruck. Er lautet: „Zwei Fragen sind es, die uns von der Schwerter Zeitung nun noch einmal vorgelegt worden sind; die erste lautet: Ist es evangelisch und recht, Gebete und Gottesworte auf einer Bühne darzu stellen? Vom Standpunkt der Kunst aus betrachtet, ist das gar keine Fräge; wer die Frage verneint. verneint damit alle religiöse Kunst. Vom Standpunkt des Christentums aus betrachtet, sollte es dem evangelischen Christen, der frei ist von Gesetzlichkeit auch keine Frage sein. Paulus sagt ein nal im Philipperbrief: Daß nur Christus vertündigt werde allerleiweise; er freut sich sogar über eine Verkündigung„aus Zank“,„zum Vorwand“, sogar über eine Verkündigung, die„nicht lauter“ ist. Er ist also sehr weitherzig, wenn es sich um die Verkündigung Christi handelt. Im 1. Korinther= brief sagt er: ich habe es alles Macht, es frommt aber nicht alles. Es kommt ihm also darauf an, ob etwas frommt, ob etwas andern dient und nützt. Wir sind der Ansicht, das aufgeführte Spiel hat den Zuhörern gefrommt u. der Innernen Mission. Es wäre ein großer Segen für unser Volk, wenn durch unsere„Theaterstücke“ etwas mehr:„Gebet und Gotteswort“ ginge und wir halten es nicht für evangelisch und auch nicht für recht, solch weite Gebiete einfach dem Teufel zu überlassen. Soll unsere Bühne wieder eine„moralische Anstalt" werden, wie es unsere größten Dichter verlangten, muß sie religlöses Leben darstellen. Wir antworten also auf die erste Frage: es ist evangelisch und recht, Gotteswort und Gebete darzustellen. Auf die zweite Frage: Hat es eine innerlich lebendige Gemeinde nötig, durch solch äußere Mittel Geld für christliche Zwecke flüssig zu“ machen? antworten wir: wir haben Geld flüssig zu machen versucht an allerlei Weise: durch zwei besondere Gottesdienste, durch unser Sonntagsblatt, durch die Zei tung und schließlich durch das„Spiel"; alle diese Dinge kann man„äußere Mittel“ nennen— für uns ist das„Wort“ in jeder Form kein äußeres, sondern ein inneres Mittel; daß diese verschiedenartige Wortverkündigung die Herzen erfaßt hat, wird das Resultat der Sammlung beweisen. Gott sei Dank hat es bisher die Kirche, die man von verschiedenster Seite so gerne für tot erklärt, immer noch fertig gebracht, die Herzen innerlich so lebendig zu erhalen, daß selbst das Geld flüssig wurde. So halten wir die Kritik der„Schwerter Zeitung" nach wie vor für recht überflüssig und hoffen, sie wird ihren tritischen Maßstab den Dingen zuwenden, die wirtlich oft weder evangelisch noch recht sind; wir empsehlen dagu: Wohltätig teitsvazare, Auswüchse der mudernen Vergnü gungslebens etc. etc. Damit würde sie wirtlich helien, Gottse meich zu bauen, tei sie offenbär gerne will. Wir schließen unsererseits die Dehatte über diesen Gegenstand. ** Vermißt wird seit Sonntag vormittag gegen 9 Uhr der Kaufmann Hermann Duhme aus Dort mund, Märkischestraße 62. Da er bisher nicht zurückgetehrt ist und der betreffende Herr nerventrank war, wird angenommen, daß, ihm eventuell ein Unglück zugestoßen ist. Der Vermißte ist 10 Jahre alt, mager, hat krankhaftes Aussehen, kurz= geschorenes, graumeliertes Haar, spitze Nase. Er trug einen grangestreiften Anzug mit Untschlaghose, gelbe Schnürstiefel, schwarze Strümpfe, bun tes Faltenhemd mit grünen Streifen, eine goldene Uhr mit Kette. Monogramm H. D., und ein Schlüs: selbund mit Kette. Die letzten Spuren seines Verbleibs führen nach Schwerte. Hier ist er auf dem Wege zur Ruhrbrücke gesehen worden und zwar am Sonntag vorm. gegen 11 Uhr. Angaben können den hiesigen Polizeibeamten mitgeteilt werden oder nach Dortmund, Märkischestraße##2 an Wilhelm Böhmer, Telephon Nr. 320, 321 oder 1920 Otmd. Seitens der Angehörigen ist eine Belohnung von 5000 M ausgesetzt. ** Der grüne Salat, der in den warmen Tagen eine so angenehme Zugabe zum Mittagstische lieferte, ist unter dem Einfluß der sommerlichen Temperatur zum Leidwesen der Hausfrau so schnell in die Höhe geschossen, daß er nicht immer hat verzehrt werden können. Der betreffende Platz im Garten muß also geräumt werden, doch ist Zeit genug, nochmals Salat— oder Gemüse— anzupflanzen. In der Julihitze wollen die Gemüse beete Lockerung des Bodens und kräftige Düngernabrung, denn von nichts lommt nichts. Aus den Dr Hagen, 12. Juli. Wer andern eine Grube gräbt! Der Arbeiter Sch. erstattete eine Anzeige, daß ihm von einem Metzger die Brieftasche mit 1200 Mark aus der inneren Rocktasche gestohlen worden sei. Er veranlaßte seine 82 nur rechtzeitig denutzt!— so flagt setzt mancher Kahlkopfige. Laß es nicht soweit kommen, sondern pfiege Dein Haar regelmäßig mit JAVOL Kopfschuppen und Schinn werden beseitigt, das Haar wird und bleibt schön, duftig, seidenweich und gesund. In allen Apolheken, Drogerien, Parfümerien umnd bei. Friseuren zu haben. zierblüt. Roman von Reinhold Ortmann. 45)(Nachdruck verboten.) Was sie ihm da zeigte, schien ihm wie ein Ausblick auf alle Herrlichkeiten des Paradieses; aber es geichte doch nicht hin, ihn auss neue in jenen wilden Tanmel zu versetzen, der ihn vorhin alles hatte vergessen lassen. Er konnte seine Augen nicht mehr verschlietzen vor dem Dasein der Schranke, die unerbittlich trennend zwischen ihnen stand, und er kämpfte um die Seligkeit, nach der sein Herz dürstete, nicht wie ein Held, der sich sieghaft zum Herrn seines Schichsals macht, sondern wie ein eigensinniger Junge, hinter dessen hartnäckigem B gehren doch immer die heimliche Furcht vor der Zuchtrute lauert. „Ich verlange ja nicht, daß wir unser Glück verstecken sollen, Pola,“ flehte er.„Aber du mußt Nachsicht haben— mußt mir Zeit lassen, einen Weg zu finden, den auch du gehen kannst, ohne deinem Stolz etwas zu vergeben. Sieh, es ist doch ein Unterschied zwischen deiner Lage und der meinigen. Du bist durch keine äußere Fessel gebunden, während ich Fast geringschätzig warf sie den Kopf zurück. „Es gibt keine unzerbrechlichen Fesseln für den, der den Willen und den Mut zur Freiheit hat. Und ich liebe die Schwächlinge nicht, Hubert! Nie— nie würde ich einem Schwächling gehören.“ „Muß man ein Schwächling sein, weil man zögert, mit dem Kopf gegen die Wand zu rennen? Es ist so leicht gesagt: den Willen und den Mut zur Freiheit haben.“ „Glaubst du nicht,“ fuhr Hubert fort, daß es den meisten, die hinter Gefängnismauern schmachten, weder an dem einen noch an dem anderen fehlt? Aber man kann ein Eisengitter nicht mit den Händen zerreißen und einen Quaderstein nicht mit den Zähnen zerbeißen.“ „Doch! Es hat Leute genug gegeben, die das fertig gebracht haben— und schweieres als das.“ „So sage mir, was ich tun soll. Es gibt nichts, das ich um den Preis deiner Liebe nicht versuchte.“ „Pah! Wenn du so blind bist, nicht einmal das Nächstliegende zu sehen— was sollten dir da meine Ratschläge nutzen!“ „Das Nächstliegende? Du meinst also, ich sollte vor meine Frau hintreten und ihr sagen: Ich habe aufgehört, dich zu lieben. Gib mich frei, damit ich einer anderen angehören kann?" „Was du deiner Frau sagen oder nicht sagen willst, hat für mich keine Bedeutung. Wenn du eine Auseinandersetzung fürchtest, warum willst du dann nicht einfach die Tatsachen sprechen lassen? Der Weg nach dem Süden ist offen für dich wie für mich. Wer kann dich hindern, morgen mit mir an die Riviera zu fahren?" Das leicht hingeworfene Wort jagte ihm einen Glutstrom durch die Adern. Aber zugleich fühlte er eine Beklemmung auf der Brust, deren er sich mit einem tiefen Atemzuge zu entledigen suchte. Er empfand den ganzen Zauber der lockenden Versuchung, aber es war doch etwas in seinem Innern, das sich dagegen zur Wehr setzte. „Und mein Haus?“ fragte er leise.„Meine Kunst?“ Pola Wassilewska zuckte die Achseln und erhob sich brüsk. „Mir scheint, mein Freund, daß wir uns ineinander getäuscht haben, und daß schon viel zu viel Worte gewechselt sind über eine Sache, die nichts schlechter verträgt als leere Worte. Wenn ich dir jetzt noch einen Rat geben soll, kann es einzig der sein, so rasch als möglich an deinen häuslichen Herd zurückzukehren und die Erinnerung an diese Stunde aus deinem Gedächtnis zu tilgen, wie ich sie daraus zu tilgen suchen werde.“ „Wenn du dazu jetzt noch imstande bist, Pola——“ „Ih, ich kann alles, was ich ernstlich will. Wahrscheinlich ist es gerade das, was uns voneinander unterscheidet.“ Sie hatte einen über einen Sessel geworsenen Seidenschal ausgenommen, und sie hüllte ihre nackten Schultern darin ein, wie wenn sie ein Frösteln empfände. Mit tiefgesurchter Stirn sah der Maler ihrem Beginnen zu. Dann, indem seine Hände sich zu Fäusten zusammentrampften, sagte er: recht: es wäre nicht gut für unser Glück, jetz zu machen über das, was geschehen soll „Du hast noch viele Worte Laß mich gehen.“ Pola kehrte sich ihm zu mit einem ungewissen Blick und mit einem lauernden Glitzern auf dem Grunde ihrer Augen „Ich halte dich nicht zurück. Wann werde ich dich wiedersehen?“ Er verschlang sie mit seinem Blick, aber er zauderte zu antworten. Endlich da sie eine ungeduldige Bewegung machte, sagte er: „An diesem Abend— oder——“ „Nun— oder—?“ „Oder niemals.“ Die Gräfin zuckte zusammen, als ob er ihr statt des Wortes einen schweren Gegenstand zugeschleudert hätte. Aber sie hatte nicht mehr Zeit, ihm zu antworten; denn im nächsten Augenblick schon hatte sich mit lautem Krachen die Tür des Zimmers hinter ihm geschlossen. 16. Kapitel. In ein einfaches dunkles Straßenkostüm gekleidet, trat Helga aus dem Zimmer, in dem sie soeben eine kurze Unterredung mit der weinenden Margarete geführt hatte. Das Mädchen hatte ihr gesagt, Herr Almröder erwarte sie im Atelier, und sie hatte nicht einen Augenblick gezögert, dem Ruf ihres Mannes Folge zu leisten. Ihr erster Blick beim Betreten des prächtigen Raumes fiel auf das weit vorgeschrittene Porträt der Gräfin Wassilewska, das sie heute zum ersten Male sah, und das in der Tat eines von Hubert Almröders besten Werken zu werden versprach. Ihre Augen glitten darüber hin, wie über irgendeinen anderen gleichgültigen Gegenstand, und sie ging ruhig bis zu dem Tische, an dem Hubert mit über der Brust verschränkten Armen lehnte. „Entschuloige, daß ich dich hierher bemüht habe,“ sagte er mir erzwungenem Gleichmut.„Aber man weiß heute ja wirtlich nicht, wo man in diesem Hause miteinander reden kann, ohne eine Störung von seiten deiner Verwandtschaft befürchten zu müssen.“ (Fortsetzung folgt.) Liece hter verlangten, Wir antworten wangelisch und ustellen. Auf nerlich lebendige Mittel Geld für sen? antworten machen versucht esondere Gottest, durch die Zeipiel"; alle diese “ n e n n e n— f ü r m kein äußeres, diese verschiedenrzen erfaßt hat, g beweisen. Gott he, die man von für tot erklärt, erzen innerlich so das Geld flüssig k der„Schwerter t überflüssig und Naßstab den Dinweder evangelisch dagu: Wohltätigodernen Vergnü irde sie wirtlich ## sie offenber sererseits die Deg vormittag gegen Duhme aus Dort er bisher nicht zude Herr nervendaß, ihm eventuell r Vermißte ist 10 es Aussehen, kurzspitze Nase. Er ug mit Untschlagzze Strümpfe, bunreisen, eine goldene D., und ein Schlüs: Spuren seines Vere. Hier ist er auf sehen worden und 1 11 Uhr. Angaben deamten mitgeteilt Märkischestraße#2 lephon Nr. 320, 321 Angehörigen ist eine setzt. den warmen Tagen m Mittagstische lieder sommerlichen Hausfrau so schnell nicht immer hat verbetreffende Platz im den, doch ist Zeit ge: Gemüse— anzuwollen die Gemüseind kräftige Düngernit nichts. andern eine eiter Sch. erstattete einem Metzger die us der inneren RockEr veranlaßte seine cric unser Glück, jetz as geschehen soll wissen Blick und nde ihrer Augen de ich dich wiederr er zauderte zu ldige Bewegung er ihr statt des udert hätte. Aber orten; denn im utem Krachen die gekleidet, trat ne kurze Unterrt hatte. Das rwarte sie im gezögert, dem ster Blick beim is weit vorgesie heute zum in Hubert AlmIhre Augen n gleichgültigen Tische, an dem i lehnte. ht habe,“ sagte weiß heute ja einander reden Verwandtschaft Festnahme, ging aber selbst auch mit zur Wache, entsprechende Anschuldigungen vorbringen zu #onnen. Der zuständige Kriminalbeamte, der den angeblichen Diev vernahm, traute der Sache nicht Iso recht, zumal dieser seine Unschuld beteuerte. Aus diesem Grunde drehte er den Spieß um und nahm bei dem angeblich Bestohlenen eine Leibes durchsuchung vor. Der Scharssinn des Beamten #bewies sich auch hier wieder, der Bestohlene hatte das Geld im Innern seines Rockfutters vervorIgen. Während der des Diebstahls bezichtigte Metz#ger sofort entlassen wurde, wies man dem Gauner seine Zelle an. Er wird sich nun wegen wissentlich Pfalscher Auschuldigung zu verantworten haben. Hohenlimburg, 12. Juli. Das Krieger dentmal bleibt erhalten. In unserer Stadt wurde seitens der Linkspartei un längst eine Umgestaltung des Kriegerdenkmals im nenzeitlichen Sinne beschlossen und für diesen Zweck von ihnen ein Ausschuß eingesetzt. Die Arbeiten verlangten einen Kostenauswand von 60 000 Mk. Gegen diese Bestrebungen protestierten die hiesigen Kriegervereine. Nun hat auf #Veranlassung der Regierung der Denkmals=Kon Vservator der Provinz Westfalen eine Besichtigung des Denkmals vorgenommmen mit dem Entscheid, daß das alte Kriegerdenkmal in seinen wesentlichen Teilen erhalten bleibt. Unwesent#liche Einzelheiten, wie die Kanonenrohre und die metallenen Adler, könnten entfernt werden. Zugleich kann zur Ehrung der Gesastenen des Welt frieges ein neues Ehrenmal von der Stadt errichtet werden. Aus dem Sauerlande, 11. Juli. Erntekaussichten. Die diesjährige Getreideernte wird hier im Sauerlande nicht so gut aus Ifallen, als in den letzten Jahren. Mit dem erstenschnitt kann in den nächsten Tagen begonInen werden. Gerste und Roggen stehen sehr dinn. so daß der Körnerertrag geringer sein wird, als bei einer Mittelernte. Das ungünntige Resultat ist auf das trockene Wetter bei der Aussaat und auf die harten Fröste des vergangenen Winters zurückzuführen. Dagegen steht der Roggen in den Haubergen vorzüglich. Unter der gelockerten Humuserde konnte das Saatgut besser aufgehen und im Laufe des Herbstes sich so weit heranbilden. daß er den ganzen Winter besser überdauern konnte. Die Heuernte hat eingesetzt, auch hier hatte der Landwirt einen besseren Ertrag erwatet Auf die geringe Heuernte sind denn auch radezu ungeheuerlich hohen Preise bei Grasverpachtungen zurückzuführen. Entschädigt wird Landwirt in etwa durch die in Aussicht stehende gute Kartoffelernte. Ohne Ausnahme ist der Stand der Kartoffeln gut. Großebohnen und Erbsen haben sich in den letzten Wochen gut entWickeli. Die Hauger Konferenz aufgesiogen. London, 11. Juli. Renter erfährt aus dem Haag: Der Präsident der Konferenz teilt mit, daß es infolge der von Rußland angenommenen Haltung nutzlos sei, die Verhandlungen fort zusetzen. Schwere Bedingungen. Paris, 11. Juli. Der„Celair" teilt mit, daß nach seiner Erkundigung die Reparationstommis sion Deutschland einen Zahlungsaufschub unter folgenden Bedingungen gewähren werde: 1. Einrichtung einer alliierten Finanz kontrolle in Deutschland. 2. Gewährung einer Zahlungsfrist für die äußeren Schulden Franfreichs; 3. Ausgabe einer internationalen Re parationsanleihe für Deutschland. Das Komitee Morgan wird von neuem eingeladen werden, sich zu versammeln, um über die Anleihefrage zu beraten. Jagd nach den Mördern. Wie der Staatsrat für Anhalt mitteilt, befinden sich nach einer Bekanntmachung des Regierungspräsidenten in Magdeburg die beiden flüchtigen Mörder Dr. Rathenaus, Fischer und Kern, in Auhalt. Die Anhalter Sicherheitspolizei hat umSassende Mannazuen gettossen, iin das Land abzu. sperren. Presse und Publikum werden ausgefordert, die Fahndungsarbeiten nach den Mördern zu unter stützen. Beide Täter benutzen noch Fahrräder. Aulerlei Falschspuren sind aufgesunden und mehrere Verhaftungen vorgenommen worden, so zuletzt in Genthin. G. Eine neue TU. Boitzenburg(Elbe), 13. Juli. Gestern der Gesellschaft für Verwertung von Heeresgut in Zwecdorf ein furchtbares Explosionsunglück. Es flogen aus bisher noch nicht aufgeklärter Urjache eine Anzahl Minen in die Luft, wodurch das ganze ände. in dem sie ausbewahrt wurden, vollständig vernichtet wurde. Der Betriebsleiter, ein Meister und sieben Arbeiter wurden in Stune zerrissen, 10 bis 15 Arbeiter verletzt. Der Betriebeschaden wird auf vier Miltionen Mart geschätzt. Der Außenschaden ist- infolge günntiger Windrichtung gering. Eine spätere unbestätigte Meldung spricht von 12 Pulbermagazin in die Luft gestegen. Warschau, 14. Juli. Bei Czeszow(Galizien) flog ein Pulvermagazin in die Luft. Projektile fielen in die Stadt und explodierten. Czeszow litt wenig. Das Dorf Powiczua wurde vollkommen zer stört. Die Zahl der Opfer und der Umfang des Schadens ist noch nicht festgestellt, die Ursache ist Eitcmmmmmmmmmmmmmm Handel und Börse; olkswirtschaft Berliner Börsenkurse vam 13. Juli 1922 mitgeteill vom Barmer Bank=Verein, Schwerle 5%, Deutsche Reichsanlelhe....... 7 Barmer Bank=Verein............ Deutsche Bank............. 308 Rlekone 100 Dresdner Bank........... Hamb.=Amer.=Pak. Allgem. Elektr.=Ges. 60 Baroper Walzwerk Bochumer Guß... 930 Daimler Motoren Deutsch=Luxemburg Deutsche Kaliwerke Dynamit 691 Elberf Farbw. Essener Steinkohlen Gelsenkirch. Bergw Gasmot. Deutz..... Harpener Bergw. Hoesch Humdoldt Masch Mannesmann Oberschles. Eisenb.=Bed. Orenstein& Koppel.. Phönix Bergbau........ Reisholz Pap. Rhein. Stahlwerke. Schuckert Siegen=Solingen Ver. Di. Nickelwerke Westf. Draht=Ind. 550 Westf. Eisen, Langendreer 708 1290 1141 765 2060 1290 590 1050 901 1030 120 Auslands-Wechselkurse der Berliner Börse (Devisenkurse) Man zahlle deutsche Mark: für 100 belgische Franken 100dänische Kronen.. 1 englisches Pfund.. 100xfranzösische Franken 100sholländische Gulden 100 italienische Lire... 100 polnische Mark... 100schwedische Kronen: 11 100kschweizerische Franken 8589.25 100 tschechische Kronen am 12. 7 3488,10 9563.— 1977.50 3640,80 17178,50 2027.45 11485,60 am 13. 7. 3425,70 9313,30 1935,05 3615.45 16529,03 1925.— 11186,0 8439,40 Ein Dollar.... 446,94 439,45 Kohlenbericht Elektrizitätswerk„Mark“. Lagerbesand: Krafiwerk: Herdecke Elverlingsen 11. 7. 1922 12. 7. 1922 1242 t 1069 t 94 477 t Siesel 965 t 915 t U ur hwerter Seitung — Gerce Aus dem Leben der Kirchen. Vater. Seitz; Der in ganz Deutschkand bekannte ehrwürdige Greis Johannes Seitz, Vater des„Reichsbrüderbundes", aus dem sich die deutsche Gemeinschaftsbewegung entwickelte, ist am letzten Dien tag heimgerufen worden. Er war längere Jahre in Palästina missionarisch tätig und lebte zuletzt in Teichwolframsdorf als Leiter eine kannten Erholungsheims. Unzählige verdanken ihm ihr inneres geistliches Leven und körperliche und seclische Wiedergenesung. Vater Seitz war ein bevorzugtes göttliches Werkzeug. Wenn man seine„Erfahrungen und Erinnerungen" liest, bekommt man einen tiefen Eindruck von dieser wahrhaft„geistlichen“ Persönlichteit. * Wissenschaft und Hochschule. 1 Ein Reichsinstitut für Erdbebenforschung in Jena. Die vom Reich geplante Anstalt für Erdbebensorschung in Straßburg treten, deren Forschungsarbeiten schon jetzt in der Sternwarte der Universiät Jena fortgesetzt werden. Die Geldmittel stellt vor allem die Karl=Zeiß=Stiftung bereit. * Zum Ehrenbürger der Technischen Hochschule Karlsruhe wurde der frühere Reichsminister v. Raumer, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Zentral" v e r b a n d e s d e r d e u t s c h e n e l e t t r o t e c h n i s c h e n I n d u s t r i e in Berlin, ernannt. Ein Forschungs=Expedition begibt sich am 27. Juni nach Konstantinopel, um von dn aus zu Pferd und Kamel Aravien und Turtestan botanisch, zoologisch und ethnographisch erforschen. Auch zahlreiche Kinematographische Aufnahmen sollen gemacht werden. * Professor Steinach hat nach langer mühevoller Arbeit die wesentlichsten Resultate seiner betannten Forschungen und Verpflanzungs=Erverimente an Tier und Mensch in einem Film festgebalten. eiiger Zeit der Leifentlichteit vorgeführt werden. Grziehung und Unterricht. Die Gesellschaft für Volkobildung hielt in Nürnberg ihre 52. Hauptversammlung ub. Die Mitgliederzahl ist auf über 13.300 gestiegen; darunter befinden sich 6985 Körperschaften. Im 16 e nn e Schloß Lobeds in Thüringen, das für 1 Million Markangekauft wurde und zueinem Kautmanns-Erhalungsheim umgebeut wird Verjahre wurden 2273000 für Mark=Volksbüchereien, Vorträge, Wanderbühnen, Lichtbilder usw. ausgegeben, für dieses Jahr wurden die Ausgaben hierfür auf 1 Millionen berechnet und bewilligt. Ersreulich ist, daß die Bevölkerung den Darbietungen des Vereins allenthalben dankbar entgegenkommt. Die Gesellschaft will deshalb emsig wei terstreben und ihre Einrichtungen noch ausbauen und erweitern. Kunstnachrichten. Die Leipziger Messe=Künstschau. Die für die Leipziger Herbitmesse geplante Ausstellung des Vereins Leipziger Jahresausstellung(Lia), wird durch die Beteiligung führender auswärtiger Künstler bereichert werden. Mit neueren Werken werden vertreten sein unter anderen: Ahlers=Hestermann, Corinth, de Fiori, Haller, Heckel, Hofer, Kirchner, Kokoschka, Marie Laurenein, Rudolph Levy, Matisse und Purrmann. der sein Mißfatten durch' Pseifen bekundet es Stückes eigenhändig aus Saale hinaus! Die gesamte Kritik bezeichnet s Vorgehen als höchst unwürdig. Bühnenschau. Die (er Reichsdruckerei in Berlin hat in ihrm Lichthof eine Ausstellung getreuer Nachbildungen von hervorragenden Kupferstichen und Holzstichen Albrecht Dürers und seiner Zeitgenossen eröffnet. Ein Schauspieler=Austausch zwischen Berlin u. Wien ist jetzt zustande gekommen durch den Abschluß einer Interessengemeinschaft zwischen Direktor Vernau vom Deutschen Volkstheater in Wien und Felir Holländer vom Deutschen Theater in Berlin. * Einen beträchtlichen Zuschuß, nämlich Mark, erfordert für das laufende Jahr das städtische Opern= und Schauspielbaus in Hannover, die Leipziger städtischen Thetaer erfordern nahezu: 6 Millionen Mark Zuschuß. Ein Schubert=Manustript, die Ballade„Ritter Toggenburg“, wurde auf der AntographenVersteigerung von Henria in Berlin Mark bezahlt. Eine kleine Musikhandschrift von Mendelsfohn ging für 13000 Mark in anderen Besitz. Der Schillerstiftung wurden im vergangenen 62. Geschäftsjahr 665 000 Mark gespendet, die zum größten Teil aus Amerika samen. Zum Vorfivenden wurde an Stelle des orstordenen Staatsministers Rothe Prof. Dr. riedrich Lienvard gewählt, zum Stellvertreter Oberbürgermeister Dr. Donndorf. Musik. Ein eigenartiges Vortommnis wird vom Düsseldorfer Tonkünstlerfest lerichtet. Der Dirigent Generalmusikdirettor. Panzer beförderte einen Hörer aus dem Publi Schrifttum. Alle unter dieser Rubrik besprochenen Bücher sind in der Buchhandlung Carl Braus zu haben. Der zweite Band. Mächtig regt der deutsche Geist seine Schwingen; des ist auch der soeben erschienene zweite Band I K des neuen Brockhans ein überzeugender Beweis. Er steht vor uns reich mit trefflichen chwarzen und bunten Bildern und Karten ausgeWenn man den Band aufmerksam durchblättert, ist man immer von neuem erstaunt über die ReichNanhstgewrter artei, einer Geinesrichtung dringen. Im zweiten Band finden wir in allernächster Nähe beisammen die größten Gegensätze:„Kapitalismus",„Kollektivismus",„Kommunismus“. Sehr zu begrüßen sind die zahlreichen wirtschaftlichen Artikel mit ihren trefflichen Ueversichten. Wir nennen nur: „Frauenfrage",„Genossenschaften",„Gewerkvereine“",„Jugendbewegung". Man ist geradezu erstannt, welche Masse lebendigen, anregenden Stoffes in diese Uebersichten hineingearbeitet ist. Natürt der Handel voll gewürdigt, man kann ihn soger bildlich in seiner Entwicklung aus grauer Vors zur neuesten Leipziger Messe verfolgen. Ein besonderes Eyrenblatt des Brockhaus bilden die beleyrenden medizinischen Artitel, wie z. B. Infekrankheiten. Soll man über die Behandlung der Naturwissenschaft und der Technit im Brocksaus etwas sagen? Es ist altbekannt, daß er darin sicts vorzüglich ist, wie auf dem Gebiet der Geographie mit den reichhaltigen Karten, denen obenAnsichten der interessantesten Orte beigegeven sind. Auch die Hausfrauen werden den Brockhaus liebgewinnen, denn er nimmt sich ihrer in jeder Richtung an. Er sagt nicht nur, was„Flammeri' oder„Ham ad eggs“ ist sondern führt in bunten u. arzen Tafeln die interessantesten Erscheinunge" der Mode alter und neuer Zeit und der wichtigsten Kondarbeiten“ vor, der praktischen Liste der„Fleckmittel" nicht zu vergessen. Der Sport ist heute tief in alle Vollsschichten gedrungen:„Fußball" und Hockey“ mit Spielplänen. Spaß macht die Tafel atur“ in der ein Bild zeigt, daß auch die alten Aegypter im Spott nicht vor ihren mächtigen Herrichern haltmachten. Man lernt, daß„Göttereiimmerung“ ein schiefer Ausdruck ist, aus falscher Uebersetzung entstanden, daß„Frosch" und„Hund“ asselbe bedeuten können nämlich einen Wagen. In ie Gauersprache, das Rotwelsch, werden wir eingeniht, wenn z. B. der„Fleppenmelochner“ mit inem„Klingelfahrer“ im„Kaff“ beim„Kümmelittchen“ sitzt; und der parlamentarische„Ham melprung“ mit vorausgegangenem„Kuhhandel" wird uns klargemacht, ebenso wie der heilige Ursprung es Namens„Riater". Selust das Kinderlied Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ fehlt nicht, und zu unserem Erstaunen erfahren wir daß die Meloie auf einen alten germanischen Springtanz zu#goht. Die Firigleit des neuen Brockhaus ersieht man daraus, daß Ministerpräsident de Facta schon ausgenommen, und daß auch der Todestag des vor wenigen Wochen gestorbenen Kaiser: Karl von Oesterreich angegeven ist. Wir können sagen, daß der neue Brockhaus auch mit dem zweiten Band den Vogel abgeschossen hal. Unser Urteil über den neuen Brockhaus können wir zusammenfassen in ein Zitat aus dem zweiten Band:„Er versteht seine Sache us dem ff.“ Und der Preis? Bei der inzwischen eingetretenen starken Geldentwertung und der Vermehrung des Notenum laufs hat sich das günstige Verhältnis eines Bandes ist man immer von neuem erstaunt baltigteit, mit der jede Regung der neuen Zeit des neuen Brockhaus zu Speiheit# lichen Bedaris mie Brverzeichnet ist. des Geistes, ei Der Brockbaus oient läßt sich nicht in den den Gegenständen des tägder Freiger, tnnen bedaris, wie Brot, Butter, Fleisch, nicht zu Dienst einer seinen Ungunsten verändert im Gegenteil. A Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Otto Plath Martha Plath ged. Brinkhoff Schwerte=Ruhr, 14. Juli 1922 ##ee M.-G.-V. Liedertafe!“ Schwerterheide““. 2 Leiter: Herr Lehrer VOss Lichlspiele„Jurs Reichskrone Freitag.— Montag! 1 Der fünfte Teil des großen amerikanischen i L. Sensations films Der gluhende Kristalt. Goliath=Armstrong 2. Teilz.) 5. Episode.„Der, Herr der Wuste! Sensationsschauspiel in 6 Akten. Der große Kriminal=Sittenfilm: Nurreine=Nacht! Drama in 5 gewaltigen Akten Laus dem Leben einer Zigeunerin.# Lustspiel,(Einlage! Sabcheiel und Sejanriges-Bestönen am Sonntag, dem 16. Juli 1922, nachm. 4 Uhr „ 2 i m F r e i s c h ü t z. 5 5 0 S ä n g e r. Grones Garion-Honzert „„„ Schwerter Turnberein Samstag, 15.Juli, abends 8½ Uhr Generalversammlung im Vereinslokal. Tagesordnung daselbst. Der Vorstand. Ordentlicher, ehrlicher Leinbl la., depp. gek.(keine Mischware) Bernsteinfußbodenlackfarbe über Nacht glashart und dauerhaft, sowie sämtliche Lacke, Farben, Pinsel, Schablonen, Bohnerwachs usw.- Streichfertige Gelfarbenl und Lackfarben aller Art liefert zu konkurrenzlosen Preisen in guter Qualität direkt aus dem„Lager=Verkauf draum! Kein Laden! H. Haueisen, Lack= und Farben=Industrie, Dorstkmsund Fernruf 3836, Brunnenstraße 16, im Hof, Gegr. 1907 Zu erreichen durch Linie Nr. 6 (Haltestelle Heroldstraße). 1118 F. WNIPPUS Leitung. 8 ler Kapene Mohrkunter pers. Grosser Fest=Ball! 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Er trug eine goldene Uhr(Monogramm H. D.) mit Kette und Schlüsselbund mit Kelte. Unter Ausschallung des Rechtsweges sichere ich obige Belohnung denjenigen zu, die mir über den Verbleib des Herrn Duhme Angaben machen, die seine Auffindung ergeben. Wühelm Böhmer, Dortmund Märkischestr. 62. Telef Nr. 320.321,1920, 2958. Nach 6 Uhr abends Nr 321 oder 1920 anrusen. Schokoladen- u. ZuckerwarenGroßhandlung Hornbruch& Co., G. m. b. H., Schwerte(Ruhr) Markt 9 Billigste Bezugsquelle für Wiederverkäufer. stets reichhaltiges Lager in den Erzeugnissen der ersten deutschen Fabriken. Verkauf zu Fabrikoreisen. M Jeht ist die beste del.8 * Kaufen Sie Ihren Bedarf schon heute chte Richters —(Friedensware)— Das beste was Sie Ihrem Kinde geben können. Buchhandlung C. Braus. g Alobr. Einnier mit Pension für zwei Herren gesucht. Ang. u. 3058 an die Geschst. der Schwerter Zeitung. STARKER AS DIE STARKTE TIPNE G oete Wertpratse. 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