Verbungen mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung Schwerter Volksblatt Deltholener Zeitung Avlerbecker Zeitung Langscheder Zeitung bolzwicheder Zeitung Amtliches Kreisblatt für den Kreis Börde. Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreiscs.— Generalanzeiger für den Kreis Hörde. Die„Schwerter Zeitung“ erscheint werktäglich. n Hauptgeschäftsstelle, Druck und Verlog: Carl Braus. Celegr. Adr.: Braus, Schwerteruhr. Cel.62. Postscheckr Dortmund 2852 Verantwortliche Schriftleitung: Verl Richter: Stadt#### Jried. Kluuo; samtlich in Schwerte. Aegelnätige Vellegen: Schwerter Hausfrau und Mutter. Aus dem Reiche der Mode. Hehmatdlätter u Lustiges Allertel. Kinderzeitung Unser Blatt. n Unterhaltungs- u. Romanbeilage.n Spiel, Sport und Curnen. m Ledensbild. Kunst u. Wissen.n Gartenratschläge. tlichen or# geührt Nr. 150 Donnerstag, 29. Juni 1922 55. Jahrgang Zum Geleit. Seiner Feindschaft nicht durch Gehässigkeit entweichen. Sich selbst auch darin achten, daß man den Gegner zu seiner besten Waffe zwingt. Georg Stammler. S Neueste politische Nachrichten. Bei der Verfolgung der Mörder Rathenaus wurden zahlreiche Verhaftungen und Hausdurchsuchungen vorgenommen, fast alle ergebnislos. * Lloyd George. Facta und Schanzer haben dem Reichskanzler Beileidstelegramme zum Tode Rathenaus gesandt. Die russischen Delegierten sind im Haag eingetroffen. Der Reichstag ratifizierte die Abkommen über den Uebergang Overschlesiens. In Hamburg kam es nach einer Massendemon= stration am Montag zu blutigen Zusammenstößzen mit der Polizei. Im Zusammenhang mit dem Mord an Rathenau wurde in Wansbeck der aus der Rosa Luxemburg Affäre belannte Leutnant Krull verhaftet. * Die französische Regierung soll die Absicht haben, die deutschen Gefangenen nicht in Oberschlesien zu belassen, sondern nach Polen abzuschieben, wenn die deutsche Regierung nicht zustimmt, daß sie in das besetzte Rheinland gebracht werden. * Luftschiffbau Zeppelin Staaken stellt in Abrede, daß die mutmaßlichen Mörder Rathenaus in einem Flugzeug die Flucht ergriffen hätten. Sämtliche Flugzeuge wären nach der Untersuchung durch die Luftpolizei fahrplanmäßig gestartet. * Auf Veranlassung der deutschen Gesandschaft nahm die Polizei in Helsingfors auf dem heute eingelaufenen Dampfer„Rügen“ drei unter dem Verdacht der Beteiligung an dem Mord an Rathenau stehende Passagiere fest, die sich für englische Matrosen ausgaben und sich nach Wivorg begeben wollten. Die Untersuchung dauert fort. * Der Vorstand der Deutschnationalen Volkspat tei erläßt eine Erklärung, in der die Behauptung zurückgewiesen wird, daß die Deutschnationale Volkspartei für den Mord verantwortlich sei. * Kunde. Der Streif der technischen Angestellten und Werkmeister in Frankfurt a. M. griff auch auf die chemische Industrie über. Heute wurden die Gummiwerke Peters Union stillgelegt. Ferner steht die Abteilung Innere Metallbearbeitung der Gold= und Silberscheideanstalt still. Der Eisenbahn= und Postverkehr in Wien ist gestern früh wieder in vollem Umfange ausgenommen worden. Die elektrischen Straßenbahnen verkehrten gestern vormittag nicht. * Der französische Minister für öffentliche Arbeiten Le Trogneur hat der Presse mitgeteilt, daß er in vollen Einverständnis mit Poincaree seit Beginn des Jahres einen Plan ausgearbeitet habe, um mit deutschen Arbeitern und deutschem Material außerhalb der ehemaligen Kampfzone öffentliche Arbeiten ausführen zu lassen. Nach einer Reutermeldung aus Moskgu haben anbaltende Regengüsse der Ernte ungeheuren Schaden zugefügt. Die Heu= und Getreideernte ist in den mittleren und dem nördlichen Provinzen Rußlands gefährdet. Nachdem sich Sowjetrußland schon mit dem Raub der Kirchenschätze ein besonderes „kulturelles" Verdienst erwörben hat, scheipt es guf den erworbenen Lorbeeren nicht ausruhen zu wollen und erfüllt die Welt mit Meldungen; über neue Schandtaten. So berichtet ein russisches Blatt aus Moskau:„Die Bolschewisten öffneten in der Kathedrale UIspien die Zarengräber und nahmen von der Brust des Zaren Paul den Maltheferorden. Im Sarge Alexanders I. fand man gar keine Leiche vor.“ Eine Heldengedächtnisfeier sand kürzlich in Oberhausen, einer Stadt, deren Bevölkerung zu 95 v. H. aus Arbeitern besteht, statt, die gleichzeitig eine machtvolle Kundgebung gegen die bedroblichen französischen Machensyaften am Rhein darstellte. Auf der finnischen Eisenbahn werden alle Lotomotiven mit Holz gefeuert, das aus Birken= und Nadelholz gemischt und in einhalb Meter lange Scheite gesägt und gespalten ist. 5 bis 6 Kubikmeter Holz entsprechen der Leistung von 20 Jentr. Steinkohle. Der Reichskohlenrat veröffentlicht ein reisausschreiben zur Schaffung eines in den Kohlergruben verwendbaren Druckluftmessers. Die beiden besen Ausführungen werden mit 75 000 und 25000 Ml. prämiert. Die„Internationale des Post=, Tele graphen= und Telefon=Personals“, hält ihren 2. Kongreß vom 17. bis 22. August diesmal in Berlin ab. Das Reichspostministerium veranstaltet bei dieser Gelegenheit einen Telegraphischen Wettbewerb. Die„Internationale“ will neben den wirtschaftlichen Standes=Interessen auch den Weltverkehrs-Interessen dienen. Die Londoner Untergrundbahnen sollen jetzt eine große Erweiterung erfahren. Die Kosten der Millionen=Projekte werden zum Teil von der englischen Regierung vorgeschossen, damit Arbeitslose Beschäftigung erhalten. K Ein schwarzer Jahrestag. Der gestrige 28. Juni war der Jahrestag des sogenannten„Friedensvertrages von Versailles“, der der Welt in den verflossenen drei Jahren mehr Geld gelostet hat, als der eigentliche Krieg. Er dürfte nicht gültig sein nach dem allgemeinen Völkerrecht, denn seine Grundlage, der Schuldbeweis für die deutsche Urheverschaft an dem großen Blutvergießen, ist doch Lüge, und er ist ungültig nach französischem Recht, das jedem Vertrage die Vervindlichteit abspricht, der erzwungen durch die Drohung mit erneuten Kriegsschrecken gegen Deutschland. Der beste Advokat für die deutsche Kriegsunschuld ist der englische Ministerpräsident Lloyd George gewesen, der am 22. Dezember 1920 wörtlich gesagt hat:„Keiner der leitenden Staatsmänner hat im Sommer 1914 wirklich den Krieg gewollt, sie sind in den Kampf hineingestolpert". Das steht für Deutschland jedenfälls unumstößlich fest, das bezüglich der Lebensmittel und des Schießbederfs gar nicht für einen solchen Feldzug gerüstet war, das wenige Tage vor der Kriegserklärung noch große Goldzahlungen nach Paris und London hatte gelangen lassen, dessen Handelsflotte in entfernten Meeren schwamm und somit der feindlichen Uebermacht preisgegeben war. Unter solchen Verhältnissen absichtlich Krieg anzufangen, wäre mehr als Dummheit gewesen. Die Entente war 1904 von Frankreich und England in der Absicht gegründet worden, nach erfolgter Gewinnung Rußlands die„Dinge in Europa“ neu zu ordnen. Möglich, daß König Eduard von England, der Vater der Entente, diese Neuordnung ohne einen Krieg herbeiführen wollte. Die Franzosen Delcassee und später Poincaree, die Russen Sasonow und besonders Ismolski waren zu allem entschlossen. Die Vollendung der Ententerüstungen war der Termin für den Kriegsbeginn. Hätte sich Deutschland nicht so stark, wie es in seinen Kräften stand, gehalten, so wäre schon früher vom Leder gezogen worden. Es ist ein unumstößliches Faktum, daß Rußland schon zu Ende des Frühjahres 1914 seine gewaltigen Truppenmassen aus dem fernen Often und aus dem Süden nach der deutschen Grenze in Bewegung zu setzen begann, und daß schon an der Schlacht bei Tannenberg vom 26. August 1914 sibirische Armeetorps beteiligt waren, die zu ihrem Transport mehrere Monate gebraucht haben mußten. Alle diee Tatsachen sind auch durch das Zeugnis des russischen Kriegsministers Suchomlinow beträftigt worden. England hatte seine gewaltige Flotte nicht im Mai und Juni 1914 mobil gemacht, um sie in der Nordsee spozieren fahren zu lassen, und erst recht nicht hatte sich der englische Admiral Beattie: absichtslos den Kieler Kriegshafen angesehen. Wenn nicht wegen des Mordes des österreichischen Thronsolgers in Serajewwo der Kriegsfall zwiscpen Wien und Belgrad entstanden wäre, so wäre eben ein anderer Zwischenfall von Petersburg aus hervorgerufen worden. Länger wollte und konnte die Entente die hohen Kosten der akuten Kriegsbe, reiis haft nicht aufrecht erhalten. Vier Wochen rüher oder spiter spielten ja doch schließlich keine Rolle. Der Vertrag von Versailles ist nicht nur ungerecht, er ist auch unklug, er läßt die Sieger mit den Besiegten leiden. Man hat in den verflossenen drei Jahren allerlei Mittel versucht, um ihn in seinem Haupteil, dem finanziellen, zur praktischen Wirtung gelangen zu lassen, aber es ist nicht gelungen. Im Gegenteil hat die Verschuldung Europas und die Belastung des Wirtschaftslebens überhand genommen. Der Vertrag, der nur Dcutschland vernichten sollte, beginnt auf ganz Europa zerstörend zu wirken. Europa geht ganz in Trümmer, wenn er noch lange bestehen bleibt so, wie er jetzt ist. Drei schwere Jahre liegen hinter uns, sie haben uns gezeigt, daß es nur ein Ziel bewußter deutscher Politik geben kann, das uns das Europa das Ziel wieder bringen kann: Die Revision des unseligen Versailler Vertrages an Haupt und Gliedern. Zum Morde an Kathenau. Feststellung der Rathenau=Mörder. (Drahtmeldung der„Dortm. Ztg.") Berlin, 29. Juni. Nachdem die Abteilung Ia des Berliner Polizeipräsidiums bereits den zur Ermordung des Ministers Rathenau benützten Kraftwagen ermittelt und im Polizeipräsidiung sichergestellt hatte, ist es gelungen, die Mordtat im vollen Umfang aufzuklären und die Täter festzustellen. Die Täter sind: 1. Ernst Werner Teschow. 2 Jahre alt, in Berlin geboren, zuletzt in Berlin wohnhaft, 2. Hermann Fischer, auch Vogel genannt, Spitzname Pecheur. nicht älter als 25 Jahre, früherer Aufenthalt in Sachsen; 3. Knauer, auch Kverner und Kern genannt, gleichfalls nicht älter als 25 Jahre, mecklenburgische Mundart. Knauer ist während des Kapp=Putsches bei der sogenannten Stabswache der damaligen Reichskanzlei tätig gewesen. Festgenommen sind die Täter noch nicht, sie haben sich aus Berlin entfernt. Da sie nach den polizeilichen Feststellungen zurzeit der Tat nicht über größere Geldmittel verfügten und auch keine Pässe hatten, ist damit zu rechnen, daß die Täter sich im Inland aufhalten. Teschow ist am Sonntag abend mit dem D=Zuge 8 Uhr 35 Min. erst nach Halle abgefahren. Die beiden andern haben vermutlich am Dienstag, Mittwoch Ber!. verlassen und sich nach dem Norden begeben. Eine Anzahl weiterer Personen, die der Mittäterschaft überführt sind, wurden von der Berliner politischen Polizei bereits festgestellt. Die drei Genannten gehören der Organisation Consul an und sind frühere Angehörige der Brigade Ehrhardt gewesen. Aufruf der K. p. D. TU. Berlin, 28. Juni. Die Zentrale der K. P.D. veröffentlicht heute in der Roten Fahne einen Aufruf, der wohl das plumpste und gröbste darstellt, was in den letzten Wochen an Hetze überhaupt geleistet worden ist. Wir entnehmen diesem Aufruf folgendes: Rathenau war nicht der Mann des Proletariats, er hat im Kampf die Politik des kapitalistischen Wiederaufbaus vertreten, den das arbeitende Volk mit Milliarden Steuern, mit Brotpreiserhöhung und Hunger täglich bezahlen muß. Rathenau war der Mann der ausgleichenden Illusionen, des Burgfriedens zwischen Kapttal und Arbeit, die die Deckung der Konterrevolution für ihren ungestörten Aufbau wurde. Der Feind tritt aus seiner Deckung hervor, der Kampf beginnt. Nicht einmal die gegenrevolutionären Zeitungen sind endgültig verboten. Richter der Klassen, Anhänger des alten Systems sind entscheidend im Staatsgerichtshof, der die monarchistischen Verbrecher aburteilten soll, und in Bayern soll Kahr die Verordnung gegen die Monarchisten durchführen. Schon schießt die Schupo in Hamburg auf wehrlose Arbeiter, schon verbietei diese Verordnung Versammlungen der sozialdemokratischen Arbeiterjugend. Sollen wir warten, bis wir noch mehr Beweise haben, daß nichts erreicht ist, außer gegen uns? Die Stunde drängt. Es ist notwendig, daß im Augenblick der Gefahr das ganze Proletariat in geschlossener Kampffront zusammensteht. In Vorbereitung und Mobilksierung der gesamten Macht des arbettenden Volkes zur entscheidenden Massenrevolution gegen die Konterrevolution. Tut Euch zusammen, richtet die geschlossene Kampffront her, damit Euch Eure Existenz gesichert sei. Jetzt kommt es darauf an, daß Ihr Euch täglich Machtpositionen erringt! Die Stunde ist ernst und fordert Taten. * Eine Kundgebung des Gesamtverbandes der erang. Arbeitervereine Deutschlands. Im Hinblick auf die Ermordung Rathenaus erläßt der Vorstand an seine Mitglieder folgende Kundgebung: Von neuem ist unser Volk durch das Attentat auf den Reichsminister Dr. Rathenau tief erschüttert worden. Wie der Gesamtverband der Evangelischen Arbeitervereine Deutschlands stets alle Gewalttaten entschieden verworfen hat, so verurteilt er auch diese gemeine Freveltat aufs schärfste; Daß wir als evangelische Christen solch feigen Mord unbedingt verwerfen, bedarf keines weiteren Wortes. Als deutsche Männer sind wir der Ueberzeugung, daß die nationale Wiedergeburt unseres armen von seinen Gegnern geknechteten Vaterlandes durch diese entsetzliche Tat auf das Aergste gehemmt wird. Als christliche Arbeitnehmer erfahren wir immer wieder, daß die Hände polittscher Mörder den linksradikalen Elementen nur Wasser auf ihre Mühlen leiten und sie anstacheln zu neuem unerhörten Terror gegen alle, die nicht ihrer Fahne Gefolgschaft leisten. Die gewaltigen Geisteskämpfe unserer Tage werden nicht entschieden mit Revolver und Handgranaten; sie müssen durchgefochten werden mit geiftigen und geistlichen Waffen. Wir fordern die uns angeschlossenen Verbände und Vereine, sowic alle, die es mit unserm Volke gut meinen, auf, daß sie mit aller Energie einen Damm aufwerfen gegen die Flutwelle der politischen Verhetzung, die unser Volk vergiftet. Wir bitten alle Vaterlandsfreunde, daß sie trotz aller Erregung die Ruhe dewahren und mit uns gemeinsam den Kräften des dangelischen Christentums und des evangelischsozialen Gedankens Bahn brechen, damit die höllische Mordatmosphäre aus allen Kreisen verschwindet. Deutsches Volk, vernimm die Mahnung, die angesichts des religiösen und sittlichen Abgrundes, den diese grauenvolle Tat offenhart, an dich ergeht: Zurück zu dem lebendigen Gott! halb empfiehlt, sich möglichst bald eine Karte zu sichern. Die Arbeitszeit im Bergwerk. Deutscher Reichsrag. Berlin, 29. Juni. Sitzung vom 28. Juni.) Der Reichstag arbeitet hastig, um möglichst rasch in die Ferien zu kommen. Die Mittwochsitzung eröffnete Präsident Löbe mit Worten der Teilnahme für die Familien, die durch das furchtbare Eisenvahnunglück in Trauer gesetzt worden sind. Er gab dann bekannt, daß das Pensions kürzungsgesetz und das Gesetz über Verwendung von Wartegeldern vom Reichsrat dem Reichspräsidenten nicht vorgelegt worden ist. Bei der Abstimmung blieven die Vorlagen in der Stimmenminderheit Wenn die Regierung auf ihre Erledigung Wert legt, würden neue eingebracht werden müssen. Ohne Aussprache wurde darauf ein Nachtrag zum Reichshaushalt angenommen, der die Erhöhung der Beamtenbezüge bringt. Es werden die Teuerungszuschläge um 40 Prozent erhöht. Die neue Regelung trat bereits am 1. Juni in Kraft. In einer Entschließung der Deutschnationalen, die einstimmig Annahme fand, wurde auch der Ausbau der Frauen= und Kinderzulagen gefordert. Drei deutsch=polnische Abkommen über Overschlesien finden Zustimmung. Es folgt die 2. Lesung des Gesetzentwurfes über die Arbeitszeit im Bergbau. Er läßt auch Ueberstunden zu. Der Kommunist Stöcker bekämpft die Vorlage, weil sie den 7 Stundentag im Bergvau besei tigen wolle. Er fordert die ausdrückliche Festlegung, daß die Schichtzeit 7 Stunden täglich nicht übersteigen darf. Der Arbeitsminister hielt an den Ausschußbeschlüssen fest. Das Haus stimmte ihnen in 2. und 3. Lesung zu. Ein wichtiges sozial=politisches Gesetz stand dann zur Verhandlung: das Arbeitsnachwetsgesetz, das öffentliche Nachweise als Einrichtungen der Gemeinden festlegt. Der Arbeitsminister bat, dem Gesetz keine Schwierigkeiten zu machen. Die Sozialdemokraten behielten sich ihre Stellung vor. Die Unabhängigen und Kommunisten lehnten die Vorlage von vornherein ab. Dagegen verteidigten die Redner. der bürgerlichen Parteien das Gesetz in der Fassung, wie es aus dem Ausschuß gekommen ist. Weiteiberatung Freitag. Der reaktionäre Finanzminister. Preußischer Landtag. Berlin, 29. Juni. (Sitzung vom 28. Juni.) Das Gesetz über die Erhöhung der Beamten bezüge wird in sämtlichen drei Lesungen angenommen. Hierauf tritt das Haus in die erste Beratung des Gesetzenwurfes über die Einführung einer Altersgrenze ein. Der Entwurf besagt, das Gesetz vom 15. Dezember 20 über Einführung einer Altersgrenze wird außer Wirksamkeit gesetzt. Dann wird die Aussprache über die Finanzverwaltung fortgesetzt. Abg. Dr. Berndt=Stettin(Dem.): Jetzt heißt es Republik oder Chaos. Rücksichtsloses Durchgreisen ist unbedingte Pflicht der Regierung. Ein Disziplinarrecht muß geschaffen werden, durch das die reaktionäre Beamtenschaft rücksichtslos beseitigt wird. Finanzminister Dr. Richter: Die Auseinandersetzung mit dem Hause Hohenzollern wird durch eine Vorlage geregelt und dem Landtag zugehen. Eine Enteignung kann der Landtag nicht einsei tig aussprechen. Abg. Ebersbach(D. V.): Bezüglich der Hohenzollern warten wir die Vorgänge ab. Das Besoldungssystem ist reformbedürftig. Die Rechtsstellung der Veamten ist durch die Zwangspensionierung usw. unsicher geworden. Abg. Ulmer(USP.): Wir haben heute das Schwanenreden des Finanzministers gehört, der sich als Reaktionär schlimmster Art gezeigt hat. Dem Königshause keinen Pfennig.(Zischen rechts.) Finanzminister Dr. Richter: Wir alle müssen zusammenstehen zum Schutze der augenblicklichen Zustände, die wir uns in der Verfassung gegeven haben. Es gilt jetzt die Interessen der Republik zu schützen. Gleichgültig ist, wie der Einzeine sich zu ihr stellt. Ich bin auch künftig bereit, das, was mich von Ihnen trennt, zurückzustellen im Interesse der Arbeit und des Gemeinwohls. Beifall bei der Volkspartei.) Nächste Sitzung: Montag nachmittag 2 Uhr. Aufvesserung des Diensteinkommens der Geistlichen beider Konfessionen und anderes. Aus Stadt und Land. Schwerte, 29. Juni. Erinnerungen. 1831 Der preuß. Staatsmann Freiherr vom und zum Stein gestorben. 1866 Kapitulation der hannoverschen Armee bei Langensalza. 1889 Erster internationaler Friedenskongreß in Paris. ** Der Landwirt in der Heuernte. Seit einigen Tagen ist der Landwirt mit der Heuernte beschäftigt, mit der infolge des langen Winters mindestens vierzehn Tage später begonnen ist als in früheren Jahren. Leider fällt die Ernte nicht günstig aus, weil es dem Boden an Feuchtigkeit gesehlt hat. Auch das Unwetter am Samstag vor Pfingsten hat den Wiesen dadurch erheblich geschadet, daß diese mit Schlamm, Sand und Steinen überschwemmt sind, und so den Grasschnitt teilweise unmöglich machen. Es ist sehr beauerlich, daß die Heuernte einen so ungünstigen Ertrag liefert, da das Heu den Hauptteil zur Fütterung des Viehes bedeutet. Nachdem nun aber der Boden genug Feuchtigkeit hat, hofft man allgemein auf einen günstigen zweiten Grasschnitt. Im Gegensatz zu den Wiesen liefern die Kleefelder einen besseren Ertrag. Im übrigen ist aber der Landwirt mit dem Stande der anderen Saaten, besonders der Kartoffeln, im allgemeinen zufrieden. ** 325 Prozent Wohnungsbauabgabe. In Verfolg der Kölner Verhandlungen über die Ausgestaltung der Wohnungsbauabgabe fand gestern in Duisburg eine weitere Besprechung statt, an der Vertreter der Verwaltungen und Stadtverordnetenversammlungen von Köln, Düsseldorf, Duisburg, Essen und Dortmund teilnahmen. Es bestand Einmüligkeit darüber, den Stadtverordnetenversammlungen vorzuschlagen, die Wohnungsbauabgabe für 1922 auf das zwölffache des staatlichen Satzes zu erhöhen, so daß also einschließlich des staatlichen Satzes von 25 Prozent insgesamt 325 Prozent der Friedensmiete zur Erhebung kommen. Gleichzeitig wurde ein Unterausschuß eingesetzt, der bezüglich der Anwendung des Härteparagraphen Richtlinien aufstellen und ein Gutachten zu Frage der unmittelbaren Erhebung der Wohnungsbauabgabe bei den Mietern und einer evtl. stärkeren Heranziehung von gewerblichen Räumen, insbesondere von Läden und Büros, abgeben soll. ** Auf das einmalige Gastspiel des erfolgreichsten Onkel Bräsig=Darstellers Anton Melzer=Wiesbaden, welches heute Donnerstag, pünktlich 8¼ Uhr im Westfälischen Hof stattfindet, sei nochmals aufmerksam gemacht. Das Interesse für diesen Abend ist ein sehr großes. Herr Melzer hat bereits eine Anzahl Zuschriften bezügl. dieses Gast spiels aus Schwerte und Umgegend erhalten. Es ist ein ausverkauftes Haus zu erwarten, pünktliches Erscheinen also zu empfehlen. ** Die Rückkehr der Kinder von Binz auf Nügen erfolgt am heutigen Donnerstag; der Transport trifft Freitag früh 8 Uhr auf dem Hauptbahnhof in Dortmund ein.— Infolge der am 1. Juni ds. Is. eingetretenen Aenderung des Fahrplanes kann der nächste Kindertransport nach Vinz erst mit dem Zuge 8,50 Uhr abends von Dort mund, Hauptbahnhof, befördert werden. ** Die Angestellten zur Ermordung Rathenaus. Die Gautagung Essen=Ruhr des Gewerkschaftsbundes der Angestellten G. D. A., an der sich Vertreter aus allen Gebieten Rheinlands und Westfalens zahlreich beteiligten, hat folgende Entschließung angenommen: Der am 25. Juni 1922 im Städt. Saalbau zu Essen=Ruhr versammelte Gautag nimmt mit dem größten Bedauern und mit Entrüstung Kenntnis von dem ruchlosen Mord an dem Reichsminister Dr. Rathenau. Er fordert die Mitgliedschaft auf, sich auf den Boden der Reichsverfassung zu stellen und verlangt von der Reichsregierung, die schärfsten Maßnahmen gegen alle Bestrebungen zu ergreifen, die geeignet sind, den Wiederaufban unserer Wirtschaft zu hemmen, umsomehr, als außer Zweifel steht, daß Rückschläge auf das Wirtschaftsleben nicht ausbleiben. ** Ev. Elternbund. Die ev. Elternbünde des Kreises Hörde sollen zu einem Kreiselternbund zu. sammengeschlossen werden. Am Freitag, 30. Juni, nachm. 5 Uhr findet im ev. Gemeindehause Hörde, Wellinghoferstr. 21, eine Vorstandssitzung der Ortselternbünde statt. Nach einem Vortrage des Herrn Rektors Kottenhoff über das Thema:„Was müssen wir zur Erhaltung und Vertiefung unserer ev. Jugenderziehung tun?" soll der Vorstand des Kreiselternbundes gewählt werden. Neben den Vorstandsmitgliedern des Elternbundes Schwerte. sind zu dieser Sitzung alle Freunde der Sache, insbesondere die neugewählten ev. Elternbeiräte freundlichst eingeladen. ** Falsche 50=Markscheine. Im Kreise Iser. lohn kursieren seit einiger Zeit falsche 50=Markscheine wieder in größerer Anzahl und wurden wiederholt an öffentlichen Kassen angehalten. Die Falschscheine sind bei einer Aufmerksamkeit gut von den echten zu unterscheiden. Bei den Falsch= scheinen ist das Papier dünner und weicher, die Umrahmung des Frauenkopfes tritt reliefartiger hervor und scheint mehr nach links gerückt. Das eine Auge des Frauenkopfes stiert und schielt etwas. Die Fasern im Papier sind nicht in diesem enthalten, sondern aufgedruckt. ** Ein Verbandstag der Frauenhülfe findet am nächsten Sonntag 4 Uhr im ev. Gemeindehause statt; die sieben evangelischen Frauenvereine von Schwerte, Schwerterheide, Holzen, Wandhofen, Villigst, Lichtendorf und Geisecke versammeln sich zu einer gemeinsamen Jahresfeier, um sich zu besinnen auf die gemeinsame Wurzel ihrer Liebestätigkeit und sich zu stärken zu dem Werk, das sie treiben. Die Zahl der Vereinsmitglieder, die sich da zusammenfinden werden, ist groß und es ist die Sorge gewiß nicht unbegründet, daß der Schwerter Mutterverein allen seinen herbeiellenden Töchtern nicht hinreichend Platz gewähren könnte, zumal die Aufführung des Spiels der hl. Elisabeth eine große Anziehungskraft ausüben dürfte. Daher mußte leider um des beschränkten Raumes willen die(Bestimmung getroffen werden, das nur die aktiven arbeitenden Mitglieder des Schwerter Vereins Zutritt haben. ** Auf das Spiel von der heil. Elisabeth im Gemeindehause wird nochmals hingewiesen mit dem Bemerken, daß nur soviel Karten ausgegeben werden, wie Plätze vorhanden sind und es sich des** Holzwickede, 27. Juni. Feuersbrunst. Vorgestern morgen in der Frühe um 6 Uhr wurden die Einwohner von Holzwickede durch Sirenensignale aus ihrm Schlafe geweckt. Es brannte lichterloh die Besitzung des Landwirts Wiencke an der Holzwickeder Chaussee. Da sämtliche Gebäude von dem Feuerherd ergriffen wurden, so ist der Brandschaden naturgemäß ein großer und wird, trotzdem die Geväulichkeiten versichert gewesen sind, noch ein sehr großer Schaden für den Besitzer zurückbleiben. Aus den Provinzen. Hörde, 28. Juni. Verhaftet wurde ein Gelegenheitsarbeiter wegen Diebstahls von Pferdegeschirren im Werte von 30000 Mark, zwei Personen wegen Diebstahlsverdachts und eine jugend liche Person wegen eines in Brücherhof begangenen Diebstahls, ferner eine Person wegen Betrugs und Urkundenfälschung. Hagen, 28. Juni. Heimlich still und leise...) Ein Drahtzieher aus Altena, der mit einer gespickten Brieftasche nach Hagen kam, um mal ein Abenteuer zu erleben, hatte bald die Bekanntschaft eines„lieben" Mädels gemacht, das so recht nach seinem Geschmack war. Er war denn auch recht freigebig und nannte bald seine eben erst gewonnene Freundin„Braut". Die Holde ertannte recht bald in ihm den Dummen und wickelte ihn so sanft ein, daß er mit einer Verlobung, die natürkich sofort gefeiert werden sollte, einverstanden war. Als der„glückliche" Bräutigam aus seinem Rausche erwachte, war seine Braut verschwunden und hatte„versehentlich“ seine Brieftasche mitgenommen, die nur die Kleinigkeit von über 19.000 Mark 1) enthielt. Haspe, 28. Juni. 10000 Mark Geld strafe für einen Hehler. Ein hiesiger Althändler hatte mehrfach von jugendlichen Burschen Metall, das diese auf ihrer Arbeitsstelle gestohlen hatten, gekauft. Das hiesige Schöffengericht verurteilte den Hehler zu 10000 Mark Geldstrafe; sein hohes Alter hat den Mann vor dem Gesängnis bewahrt. Langendreer, 28. Juni. 15 Millionenanleihe für Wohnungsbauten beabsichtigt die Gemeindevertretung bei der Landesbank aufzunehmen. Hamm, 28. Juni. Die gefährliche Schautel. Auf dem Bürgerschützenhof fiel am Sonntag ein Kind der Familie II. aus der Schaukel, wobei es derartige Verletzungen erlitt, daß es gestorben ist, Salzuflen, 28. Juni. Ein gutes Geschäft. Die vorläufige Abrechnung über das Salzuflener Notgeld hat für den Stadtsäckel einen Ueberschuß ergeben, der sich auf rund 75000 Mark beziffert. In erster Linie haben wohl die Sammlerkreise zur Erzielung des Ueberschusses beigetragen. Der kleinste Teil dürfte sich infolge des Umlaufs von selbst verkrümmelt haben. Olpe, 27. Juni. Die Quecksilberdiebe verhaftet. Vor einigen Wochen wurde in die hiesige Sprengkapselfabrik eingebrochen und für 59000 Mk. Quecksilber gestohlen. Jetzt hat man in Opladen 6 Personen ermittelt, die den Diebstahl ausgeführt haben. Vier wurden in Haft genommen. Bei den Haussuchungen sind noch viele andere Gegenstände, die aus Einbrüchen stammen, gefunden worden. Melbergen, 27. Juni. Tod in der Regentone. Das anderthalbjährige Töchterchen des im Ruhrbergbau beschäftigten Bergmanns Klostermeyer fiel, als die Mutter ins Haus gegangen war, auf dem Hose in eine Regentonne, in der es ertrank. Garkizierbialt. Roman von Reinhold Ortmann. 33)(Nachdruck verboten.) Der Glutstrom, der von dieser sinnbetörenden Frauengestalt ausging, der Duft ihrer ausgelösten Haarwellen, das verwirrende Spiel ihrer lockenden Augen hatten nur allzu schnell sein Blut in Flammen gesetzt, hatten ihn vergessen lassen, daß ja alles nur eine für neugierig lüsterne Zuschauerblicke berechnete Komödie sei, und daß von der Höhe der Galerie zwei schöne, ernste Frauenaugen jede seiner Mienen und Bewegungen verfolgen konnten. Was er, nur ihr vernehmbar, zu seiner verführerischen Partnerin gesprochen, waren heißatmige, verwegene Worte gewesen, die eine fremde, unwiderstehliche Gewalt aus ihm hervorzulocken schien. Er hatte ihre schlanken, feinen Finger in seiner Rechten gepreßt, wie wenn er sie zerbrechen wollte, und er hatte seine brennenden Lippen in ihr kühles, seidenweiches Haar gepreßt, als sie ihm einmal nach solchem Händedruck zugerannt hatte: „Sind Sie von Sinnen? Sie tun mir ja weh! Und dann— alle Welt muß es doch sehen.“ Hätte sie ihm gezürnt, hätte ihn nur ein einziger, unwilliger Blick aus ihren ausdrucksvollen Augen getroffen, vielleicht würde es hinreichend gewesen sein, ihn zu ernüchtern und ihn zur Erkenntnis seines Wahnwitzes zu bringen. Aber wenn sie ihn durch eine leise Bemnerkung zur Mäßigung Festen verstohienen Liebkosungen seine verstohlenen Liebkosungen entzogen hatte, so war es mit einem Läryeln geschehen, das ihn vollends##rasend machen mußte. Und immer— immer hatte sie nach jeder dieser scheinbaren Zurückweisungen eine Möglichkeit gefunden, iym durch einen Blick, ein Zeichen, eine flüchtige, schmeichelnde Berührung kundzutun, wie wenig ernsthaft die Abwehr gemeint gewesen sei. Mit seinen eisernen Fäusten hätte er die Unverschämten zurückdrängen mögen, die die Gräfin nach beendetem Spiel in huldigender Bewunderung oder in verzückter Anbetung umschwärmten; sie aber, die der Wolke auf seiner Stirn ohne Zweifel die rechte Deutung zu geben wußte, hatte sich noch einmal ganz nahe zu ihm geneigt, um ihm ins Ohr zu flüstern: „Sehen Sie nach Ihrer Frau! Ich will nicht, daß sie uns beargwöhnt.“ Und die Betonung eines geheimen Einverständnisses, die er aus dieser Mahnung herausgehört, hatte neue Feuerströme durch seine Adern gejagt. Nur mit den Augen hatte er ihr dafür gedankt; dann hatte er sich ohne Zögern angeschickt, ihrem Befehl zu gehorchen, willenlos, gedankenlos, wie ein Berauschter oder ein Hypnotisierter fremdem Willen Folge leistet. Er hatte sich weder überlegt, was er Helga sagen wolle, noch war er irgendwie darauf vorbereitet, etwaigen Vorwürfen zu begegnen. Er stieg zu der Galerie hinauf aus keinem anderen Grunde, als weil Pola Wassilewsia ihm befohlen hatte:„Sehen Sie nach Ihrer Frau!“ Und wenn er die Gesuchte dort wirklich noch zwischen den anderen Damen angetrossen hätte, so würdeihr vielleicht schon das erste seiner Worte verraten haben, wie es in diesem Augenblick um ihn bestellt war. Aber er hatte ihren Stuhl leer gefunden, und eine der ihm bekannten Damen hatte ihm mit eigentümlich ironischem Lächeln mitgeteilt, daß die junge Frau sich schon vor einer guten Weile entfernt habe, ohne ihren Bekannten Adieu zu sagen. „Ich fürchte beinahe, daß es der gnädigen Frau nicht ganz wohl war,“ fügte die freundliche Berichterstatterin hinzu, „aber sie entfernte sich so rasch, daß es unmöglich gewesen wäre, ohne den Anschein der Aufdringlichkeit eine Frage an sie zu richten.“ Wohl hatte die Kunde von diesem seltsamen Aufbruch Helgas für einen Moment ernüchternd auf ihn gewirkt und ihn etwas wie Schreck und Bestürzung empfinden lassen— wohl war er die Stufen der Galerietreppe wieder hinabgestiegen mit dem Gedanken, daß es doch wohl seine unabweisvare Pflicht sei, ihr sofort zu folgen, aber er hatte nur einen einzigen Blick auf die Gräfin zu wersen brauchen, um auf der Stelle wieder Herr zu werden über alle diese kleinmütigen Regungen, deren er sich mit einem Male beinahe schämte. Nein, wenn er jetzt nachgab, wenn er seiner Frau nur ein einziges Mal gestattete, ihn durch solche Mittel kleinlicher Weiberlist zu ihrem Sklaven zu machen, so hatte er ein für allemal seine Freiheit verwirkt. Und niemals war ihm der Besitz dieser Freiheit köstlicher und begehrenswerter erschienen als eben jetzt. Die Mitwirkenden vereinigten sich in den anstoßenden behaglichen Kneipräumen des Künstlerhauses zu einem fröhlichen Gelage, um den glänzenden Verlauf der Hauptprobe zu feiern. Die Gräfin Wassilewska aber lehnte lächelnd die dringenden Einladungen zur Teilnahme ab. „Ich darf mich nicht um meine Nachtruhe bringen lassen, wenn ich morgen frisch sein soll," erklärte sie.„Und meine armen Pferde warten auch sicherlich schon seit mindestens einer Stunde.“ In einen rasch übergeworfenen Mantel gehüllt, hatte Hubert ihr das Geleit bis an den Wagenschlag gegeben. Und niemand hatte versucht, ihm dies beneidenswerte Vorrecht streitig zu machen. Es war, wie wenn alle Welt Hubert stillschweigend die alleinige Befugnis einräumte, der schönen Frau die Dienste des anerkannten Günstlings zu leisten, und die Wahrnehmung. die ihn hätte zur Vernunft bringen sollen, erfüllte ihn in seinem augenblicklichen Zustande einzig mit einem Gefühl törichten Stolzes. Sie sprachen nichts, während sie den kurzen Weg bis zur Einfahrt zurücklegten. Die Gräfin stellte keine auf Helga bezügliche Frage, und er hütete sich wohl, ihr von dem verfrühten Aufbruch seiner Frau zu erzählen. Sie sollte nicht gekränkt werden dadurch, daß sie von dieser feindseligen Demonstration der Eifersüchtigen erfuhr— kein häßlicher Schatten sollte den leuchtenden Glanz dieses unvergeßlichen Abends trüben. Sie sprachen nichts, aber er preßte den weichen, nackten Arm, dessen verauschende Wärme er unter dem Mantel an dem seinigen fühlte, ungestüm an sich, und für einen Moment schmiegte sich die biegsame Gestalt der Gräfin so eng an ihn, daß er deutlich den raschen Schlag ihres Herzens spürte. 74616 Er war ihr beim Einsteigen vehilflich, und sie wehlle ihm nicht, ihre Hand zu küssen, wie eine Frau nur dann zu küssen erlaubt, wenn sie auf Erhörung hoffen lassen will. (Fortsetzung folgt.) Hattingen. 27. Juni. Anmutige Hochzeitsfeier. Gelegentlich eeiner Hochzeitsfeier entspann sich zwischen den Hochzeitsgästen und anderen Personen eine Rauferei, die die ganze Anwohnerschaft verärgerte. Einer der Beteiligten tobte, nur mit einem Hemd betleidet, auf der Straße umher. Schließlich hielt es die Polizei für geraten, den vom Scynaps beduselten Herrn Bräu tigam und dessen Bruder ins Arrestlokal zu bringen, wo sie Gelegenheit hatten, ihren Rausy auszuschlafen. Die Braut fühlte sich infolgedessen riesig vereinsamt. 28. Juni. Todesurteil. Die Bergleute Schusteck und Swuletzti, die am 13. Februar den Musiker Korbel auf bestialische Weise ermordet und beraubt hatten, wurden gestern vom Schwurgericht Essen verurteilt. Swuletzki ist zum Tode und Schusteck zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt worden. Der ärztliche Sachverständige Kreisarzt Dr. Mark=Gladbeck, der die Obduktion der Leiche vorgenommen hat, schildert die schweren Verletzungen, die sich an der Leiche vorsanden. I. a. war das Zungenbein mit Gewalt gebrochen worden. Vermutlich ist das geschehen, als Korbel am Halse mit starker Wucht gewürgt und besinnungslos gemacht wurde. Der Mann ist buchstählich zu Tode getrampett worden. Die Bauchhöhle war mit Blut gefüllt. Die Milz zerrissen, so daß schon die Verletzungen des Unterleibes genügten, um den Tod herbeizuführen, ganz abgesehen von den Verstümmelungen des Kopfes. Düsseldorf, 28. Juni. Zum Tode verur teilt. Das Schwurgericht verurteilte den Schlosser Heinrich Hoor, der am 20. Dezember vorigen Jahres nach einem Einbruch, den er mit mehreren Spießgesellen verübt hatte und bei die Einbrecher gestört worden waren, auf der Flucht den Polizeihilfswachtmeister Dietzel er chossen und ferner am 12. Januar d. J. auf dem Wege vom Bahnhof Küppersteg nach Wiesdorf den Bolizeibeamten Stadelbater, der ihn bei einem Zinbruch verhaftet hatte, hinterrücks durch einen Schuß in die Brust getötet hatte, zum Tode, zu ünf Jahren Zuchthaus und zu dauerndein Ehr#erlust. Lehle Brühimeidungen. Folgenschwerer Protest. Frantfurt a. M., 29. Juni. Gestern besetzten die Ausständigen die Fabrileingänge der wegen des Streits der Techniter und Wertmeister still gelegten Adlerwerke A.=G. vorm. Heinrich Kieper und nahmen eine drohende Haltung an. Der kaufmännische Direktor Wiegandt flüchtete mit seinen Kollegen über einen Bretterzaun. Er erlitt hierbei einen Herzschlag und brach tot zusam men. Wiegandt ist seit 30 Jahren bei den Adlerwerken tätig. Selbstmordversuch des Frauenmörders Grotzmann. TII. Berlin, 29. Juni. Der in dem Moabiter Untersuchungsgefängnis untergebrachte Frauenmörder Karl Großmann hat dort in seiner Zelle in der Nacht zum Mittwoch einen Selbstmordversuch unternommen. Heraufsetzung der Arbeitszeit in der Schweiz. TUI. Berlin, 29. Juni. Im Schweizer Nationalrat wurde die Frage über die Abänderung der 48 Stundenwoche in eine 51 Stundenwoche in Zeiten schwerer wirtschaftlicher Krisen mit 85 gegen 17 Stimmen angenommen. Allgemeine Wahlpflicht in Frantreich. TII. Paris, 29. Juni. In Frankreich werden scharfe Anstrengungen gemacht, um die obligatorische Wahlpflicht einzuführen. Ein Gesetzentwur ist bereits durch die Kommission für das allgemeine Wahlrecht ausgearbeitet und wird demnächst der Kammer zur Abstimmung vorgelegt werden. Berliner Börsenkurse vom 28. Juni 1922 mitgeleilt vom Barmer Bank=Verein, Schwerke 5% Deutsche Reichsanleihe....... 77½ Barmer Bank=Verein......... 212½ Deutsche Bank 510 Diskonio Dresdner Bank 311 Hamd.=Amer.=Pak. 394¼ Allgem. Elektr.=Ges. 650 Baroper Walzwerk 930 Bochumer Guß 1045 Bösperde Walzwerk..... 881 Daimler Motoren 395 Deutsch=Luxemburg 948 Deutsche Kaliwerke 1925 Dynamik 60 Elberf. Farbw. 658 Essener Steinkohlen........... 1175 Gelsenkirch. Bergw 1000 Gasmol. Deutz.......... 685 Harpener Bergw. 1788 Hasper Eisen.....— Hoesch Humboldt Masch 520½ Mannesmann 870 Oberschles. Eisenb.=Bed 822 Orenstein& Koppel............ 995 Phönix Bergbau............. 1165 Peisholz Pap. 470 Rhein. Stahlwerke..... 965 Rombacher 495 Schuckert 645 Stegen=Solingen...............1 Ver. Di. Nickelwerke 1160 Westf. Drahl=Ind. 486 Wests. Eisen, Langendreer......... 500 Auslands-Wechselkurse der Berliner Börse (Devisenkurse) Manszahlle deutsche Mark: Jfür 100 belgische Franken". 100 dänisches Kronen 1 englisches Pfund.. 100 französische Franken 100 holländische Gulden 100 italienische Lire ham 26. 6. am 28. 6.: 2769,—72796,50 7365,75287515,55 1533,55 1545.55 2903,85%2946,30 13338,30 13383,75 1612,952 1652.90 7.55 8913.80 8988,75 100 polnische Mark... 100 schwedische Kronen 100 schweizerische Franken 661 1,70686661,65 100 tschechische Kronen—.— 667,15 B RIErKASTEI. Anfragen aus unserem Leserkreise, denen deutliche Adresse u. Abonnementsqnittung des laufen den Monats beigefügt sein müssen und deren Beantwortung auf allgemeines Interesse Anspruch machen kann, werden sachgemäß und zuverlässig beantwortet. Briefliche Auskunft wird nicht erteilt. Die erteilten Auskünfte sind unverbindlich. Wir haften weder für Verlust noch für Beschädigung uns übersandter Urkunden. Leser W. Der Arbeitgeber kann Ihre Tochter nicht zwingen, länger als 8 Stunden zu arbeiten, vor allen Dingen nicht bis 11 Uhr abends, da sie dann auf dem späten Heimwege den Gefahren der Straße ausgesetzt ist. Wenn er sich schriftlich verpflichtet, für allen Schaden, der Ihrer Tochter zu. stoßen könnte, aufzutommen, könnte ihm die längerc Beschäftigung ausnahmsweise gestattet werden. Im übrigen muß der Mann even mehr Personal einstellen, wenn die Arbeit in 8 Stunden de. Tages nicht bewältigt werden kann. Abonnent K. W. Nach der hautigen Rechtsprechung ist ein Mieter nur dann verpflichtet, einer Kündigung Folge zu leisten, wenn dem Vermieter ein aus dem bürgerlichen Recht sich ergelender Kündigungsgrund zur Seite steht, und wenn die öffentlich=rechtliche Erheblichkeit des Kündigungsgrundes anertannt ist. Ueber die erste Frage entscheidet das Gericht, über die zweite nur das Mieteinigungsamt. Bernhard M. Ein Sprung mit dem Fallschirm aus einem Ballon dauert aus 1000 Metei Höhe ca. vier Minuten. Humorbeilage zur Seret Schwerter Zeitung Keur 587 ist das schlechteste nicht und ist der Weg, verkehrt gemachtes wieder in Ordnung zu bringen. Reue hat schon manchen erfaßt, der aus irgend einem Grunde beim Monatsende seine„Schwerter Zeilung“ nicht neu bestellte. Nach drei Tagen bereits wurde das Unterlassene als verkehrt erkannt und die, Nachbestellung eiligst vorgenommen. Wollen Sie in diesem Stück nichts zu bereuen haben, dann lassen Sie sich durch keinerlei Gründe bestimmen, die Weiterbestellung aufzuschieben Die„Schwerter Zeitung“ gehört zur Familie und auf den Junggesellentisch.(Alle Jungsern gibt es in Schwerte nicht, drum sind sie hier auch nicht erwähnt.) — Schmierendirektor.„Was, 15 Mark Vorschuß wollen Se haben? Sie hätten Astronom werden sollen, mein Lieber! Ihre Zahlenbegriffe sind unsaßbar!“ — Moderne Rechenaufgabe. Lehrer:„Nun rechnet einmal aus: Zu einer 2=Mark=Zigarre braucht man heute 23 Streichhölzer, um sie aufzurauchen. Wieviel Streich= hölzer braucht man, um drei Zigarren aufzurauchen?“ — Anerkennung. Sachse, in den Alpen!„Nee, so was Schönes! De reenste Sächs'sche Schweiz.“ — Aus einer Anzeige Der Angeklagte hieb so sehr auf den Ochsen ein, daß es der Unterzeichnete nicht mehr aushalten konnte. — Ein kleiner Gegenhied.„Aber Edgar, als Bräutigam hast du nie in meiner Gegenwart geraucht!"„Ganzp recht, meine Liebe, aber als Bräuligam habe ich dich auch nie mit aufgewickellen Locken gesehen!“ — Na, so was! A.:„Wat, der Müller will Arbeeler sin? Der arbeet ja den ganzen Tag! Das is doch keen Arbeeter!“ Zur Kurzweil. Preis=Aufgaben: Problem„der Strandräuber. Buchstabenscherzrätsel. nnn nnnn Skal-Aufgabe. B(Miltelhand) hat zu einem Ranisch folgende Karten: Cag=fund Nachlgleiche. Scherzbild in einem Juge. #Unser Rätselonkel, wie er über dem schweren Räisel grübelt, seine Einnahmen und Ausgaben in Einklang zu bringen— § 10 9 5 Tag und Nacht hält sich die Waage, Und es walten Zaubernächte. Strahlend sind die Junitage, Lieblich sind die Juninächte, Und der Schwärmer wird zum Dichter, Wenn des Abends letzte Lichten Und des Frührots erstes Glänzen Nahe aneinander grenzen. Wenn des Mondes Silberwelle Flutet durch das Laubgeäste. Und die Flur mit Märchenhelle Schmückt, als ginge es zum Feste, Wenn ein Leuchten und ein Prangen, Unser Sinnen hält umfangen, Dann trotz allem Leid und Wehe Stehn wir wieder auf der Höhe Mag uns vieles heut verdrießen, Soll der Trost uns neu etheben, Will man die Natur genietzen, Braucht man wenig auszugeben; Uns entzückt der Rose Blühen, Uns erfreut Glühwürmchens Glühen, Gratis liefert es sein Feuer, Ist der Glühstrunipf heut auch teuer. Die Natur treibt keinen Wucher Und das lindert unsern Kummer, Denn Auskäufer und Versucher Haben bei ihr keine Nummer; Flur und Part, die wir durchwandern, Liesern uns und allen andern, Ohne daß wir„zahlen“ müssen, Eine Fülle von Genüssen. Freude ward der Welt gegeben Mit dem lichten Frühlingsscheine, Doch da Sorgen uns umschweben, Ist die Freude keine reine. Deutschland kann noch nicht gesunden, Denn es hat noch nicht gefunden, Was es braucht auf dem Gebiete Der Anleihen und Kredite! Zwar ist unlängst eingetroffen aus Amerika Heir Morgan, Und wir glaubten schon zu hoffen Auf Befreiung von den Sorgen; Und wir waren voll Erwarten Und wir hofften und wir harrten Tag für Tag, von heut auf morgen, Ja, wir dachten stark an„Borgen“! Der Erfolg ist nicht zu loben, Denn wir haben nichts erhalten, Die Konf'renz hat man verschoben Und vorläusig bleibt's beim Alten! Große Worte, keine Taten! Fällig sind die Zahlungsraten, Und der Dollär klettert weiter, 's ist gar teild die Zeit! Ernst Heiter. Obwohl A 38 und C gar 49 Augen in der Hand hal, fängt doch B den Ramsch mit 83 Augen— Wie sind die Karten verteilt? Wie ist der Gang des Spiels? Sprüchworträssel. Aus jedem der nachfolgenden sechs Sprüchwörter ist ein Wort zu entnehmen Die gefundenen sechs Wörter ergeben wieder ein Sprüchwort. 1. Ein Jeder ist seines Glückes Schmied 2. Eigener Herd ist Goldes Wer! 3. Wer Pech ansaßt, besudelt sich. 4. Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein 5. Es hofft der Mensch solang er lebl. 6. Der gerade Weg ist der nächste Weg Ruflösungen der Rätsel in voriger Nummer. Auflösung des Vexierbildes „Wo ist der Torfbauer.“ Bild links drehen, dann rechts unten am Rande neven der Schippe. Auflösung des Bilderrätsels Nr. 4. „Wer langsam fährt, kommt auch ans Ziel.“ Auslösung des Homonyms. „Pusser." Auflösung des Kapselrätsels. Glogau— Gastein— Halle. Auslösung der Schachaufgade. I. Lbb-d4, Kb4-45. 2. De2-es, beliebig, 3. Das oder Da7 malt. A. I. K5443, 2. De2-c3, beliedig. 3. Das oder De 2 mall. B. I. 55X53, 2. De2--34, Ker.-3. 3. Das matt. ras Er De bezi non * Lionatsberichte der Schwerter Zeitung Der alte Friedhof an der Bahnvofstraße. Von Stadtn. Heinrich Otten. Auläßlich der in der Psingstwoche stattgesundenen Tagung des Reichestädtebundes= in Oennbausen datten die Vertreter unserer Stadt Geleaenheit, den nicht weit vom Kurvark in der sogenannten„Oeunhausener Schweiz“ gelegenen prächtigen städtischen sinderspielplan zu besichtigen. Inmitten der im Früblingsschmuck prangenden Anlagen war hier ein wahres Paradies für die Jugend geschaffen worden. Der in uns jege gewordene Wunsch, diesen Epielplas nach Schwerte verpflanzen zu können, ließ sich natürlich leider nicht in die Wirklick keit umsegzen. Ader von selbst tauchte dies Frage auf über die Pöglichkeit, mnnerhalb unserer Stadt einen Platz für die Irgend, der zugleich eine Erholungsstätte für das Alter sein könne zu schaffen. Ich sage innerhalb der Stadt: denn Odl und Schwerter Wald liegen, so sehr wir uns auch freuen, daß wir##e haben, doch reichlich weit von der Stadt und die Enrasendahnpreise bewegen sich naturgenäß in steigender Kurve. Die mit schattenspendenden äumen versedenen Hörder. Schützen= und Hagenerstraße worden durch Fuhrweiks= und Straßenbahnbetrieb, durch Last= und Personenautes mit ihren unvermeidlichen und viel vorwünschten S##ndwelken derartig in Mitleidenschaft gezogen, daß fie dadnie##r ihre Geeignetheit als Spazierwege erhebliche Einbuße erleiden. Wohin also vor allen Dingen mit denen, die eben ins Leden treten und denen, die sich anschicken, es in absehbarer Zeit wieder zu verlassen, mit den Säuglingen, Kleinkindern und Alten? Die Stodt hat zwar in den letzten zwei Jahren durch Schaffung des Spiel= und Sportplatzes am Schützenhof und den im Ausbau begriffenen Platz gegenüber der Wirtschalt Frank an der Hagenerstraße für Schul= und heraumachlerde. schulentlassene Jugend etwas Schönes im Rahmen der Moglichen geschaffen; allein ein schattiger Aufenthaltsort wadrand der schönen Jahreszeit ist im Stadtinnern nicht vordanden, läßt sich auch nicht anlegen. Die früheren städtischen Arlagen sind, der Entwicklung folgend, in dem maßennäßig Rurgebauten Westwall— Verbindung zwischen Melekesnate urd Wilbelaspsatz— aufgegangen und nur der descheidene Streifen neben der Besitzung des Herrn Homel ist geblieden. Nun ist aber die körpetliche Ertüchtigung des kommenden Geschlechis von allergrößter Wichtigkeit und im Interesse des Fortbestandes unsere: Volkes eine nateonale Pflicht. Und da muß mit den Säuglingen begonnen werden, umsomehr, als sie vielfach den Frühehen schlecht genährter Väter und Mütter entstammen. Wer Augen hatte, zu sehen, dem tat es wehe, wenn die Kinderwagen am Postplatz und dessen angrenzenden Straßen der heißen Sonne und der Wärme tückwurkung des Pflasters preisgegeben waren. Es soll an dieser Stelle von Betrachtungen darüber abgesehen werden, daß die Wahl genannten Platzes vielfach mit davon abhängig gemacht war, um Müttern und Kindermädchen einige Augenweide zu verschaffen; in diesen Fällen litten die Säuglinge und Kleinkinder doppelt Die eingangs geschilderten Wahrnehmungen und Erwägungen bestimmten mich, in der letzten Stadtverordnetensitzung die Frage anzuschneiden, ob nicht die Möglichkeit gegeben sei, den an Bahnhof=, Gas= und Beckestraße liegenden alten Friedhof mit seinen Büschen, Bäumen und Rasenflächen als städtische Erholungsstätte in Benutzung zu bekommen. In anderen Städten— ich nenne nur Hörde und Dortmund— sind alte Friedhöfe längst dem genannten Zwecke nutzbar gemacht worden Selbstverständlich muß alles geschehen um die Heiligkeit des Oltes und die Ehrsurcht vor dem Tode zu wahren. Die Pietät gegen die Verstorbenen und ihre Hinterblic. benen nuß bestin mie Garantien erhalten, daß der Platz nicht verschandelt wud Das Publikum wird daran zu gewöhnen sein, nichts zu zerstöten, Gräber und Grabsteine nicht zu beschädigen und dergl. mehr. Rechtzeitiges abendliches Abschließen von bramteter Seite wird Bedenken anderer urt zerstreuen. Die Schaffung einiger Wege läßt sich durchaus mit dem Sckutze und der Erhaltung der Famliengruten in Einklang bringen. Große Anlagen scheinen nicht erforderlich, da der Friedhof schon jetzt ein parkartiges Gemräge hat: einige Ruhebänke am Hauptwege werden genügen. Ich zweifle anch nicht daran, daß das große Publikum durchweg selbst die Annehmlichkeiten der Freigebung dankbar emnfinden und mithelfen wird, daß Angebörigkeiten tunlichst vermieden werden. Die Erfahrungen anderer Städte geben mir ein Recht zu dieser Annahme. Der Friedhof ist gemeinsames Eigentum der beiden evangelischen und der katholischen Kirchengemeinden. Zwischen ihnen und der Stadt bestehen freundliche Beziehungen, welche bei verschiedenen Anlässen— Krankenhäuser, Kleinkinderschulen, Ehrenfriedhot und Instandsetzung des Altars— für die Kiechengemeinden praktische Auswirkung hatten. nuch für die morgige Stadtverordnetensitzung steht als Punkt 9 und 10 die Bewilligung einer Beihilfe für die beiden Krankenhäuser und Kleinkinderschulen. Deshalb hoffe ich, daß die Verhandlungen über die Umgestaltung des Friedhokes in angeregtem Sinne, die schon vor Jahren ausgenommen sind, leider aber bisher zu keinem Ergebnis geführt haben, dieses Mal zum Abschluß gelangen. Die Stadt hat bereits eine aus Mitliedern des Magistrats und des Stadtverordnetenkollegiums bestehende Kommission gewählt, welche mit den Vorständen der Kirchengemeinden in Verhandlungen treten wird Hoffentlich wird die Sache geregelt sein, ehe der Sommer zur Rüste geyt. Die abgrlehnten Großstadt„Eingemeindungen. Nachdem schon im März die Eingemeindungen der beiden Städte Bochum und Gelsenkirchen, die sich im Aufteilen der beiden Landtreise Bochum und Gelsenkirchen„einig“ waren, vollständig gescheitert waren, kann man dasselbe nunmehr auch von dem Östervorstoß behaupten, den die 3 Großstädte Essen, Duisburg und Düsseldorf zwecks Ausdehnung ihres Stadtbereiches ebenfalls in„stolzer Einmütigkeit“ unternommen hatten. Von den ca. 60 Gemeinden, die von den nimmer satten Städten Bochum, Gelsenkirchen, Essen, Duisburg und Düsseldorf zu den bisher dort schon stattgehabten großen Eingemeindungen aufs neue geschluckt werden sollten, hat nur eine einzige Gemeinde in die Verschmelzung mit der Großstadt gewilligt, und zwar Rotthausen. Rotthausen beschloß mit knapper Majorität den Anschluß nach Essen, angeblich, weil es finanziell nicht mehr haltbar sei(?). Aber auch in Rotthausen bildet sich bereits eine sehr starke Gegenströmung gegen Essen, weil Stoppenbera, das zwischen Essen und Rotthausen liegt, die Eingemeindung verweigert und weil Essen die Eingemeindung von Rotthausen nicht erstrebt, um diese allerdings finanziell vollständig zerfahrene Gemeinde wieder auf den Damm zu bringen, sondern weil die Zukunftswerte von Rotthausen weit größer sind als die momentanen Schulden, die im übrigen in den Großstädten verhältnismäßig stärker sind als in den Mittelstädten und Landgemeinden. Rotthausen steht mithin unter 60 begehrten Gemeinden allein auf weiter Flur. Die scharfe Ablehnung der Großstadt=Expansion ist besonders glücklich in einer Denkschrift des Düsseldorfer Landrats von Beckerath begründet worden. Auch dieser stellt zunächst fest, daß die Eingemeindungswünsche der Großstädte auf der ganzen Linie einstimmige Ablehnung erfahren nicht nur, weil sie irreführend begründet sind, sondern weil die Darstellung der Großstädte sich zum Teil als bewußt unwahr herausstellt. Nachdem von den Gemeinden der Landkreise Bochum und Gelsenkirchen die Behaupttungen der Großstädte Bochum und Gelsenkirchen, sie bedürften der Gebietserweiterung zur Erschließung neuer Industrie und neuer Ansiedlungen, als durchaus verfehlt nachgewiesen worden sind, nachdem auch der Landrat in Essen dieselbe Behauptung der Stadt Essen als objektiv falsch zerpflückt hat, kommt auch der Landrat von Düsseldorf hinsichtlich der Großstädte Düsseldorf und Duisburg zu demselben Ergebnis. Duisburg z. B. gibt vor, es habe nur 8,4 Prozent anbaufähiges Gelände, der Düsseldorfer Landrat aber weist nach, daß es dessen 41 Prozent besitzt, also gar keiner Eingemeindung bedarf. Aehnlich liegt es bei Düsseldorf. Die Denkschrift bezeichnet die Eingemeindungsbestrebungen der Großstädte als selbstherrlich und trügerisch und wornt alle Gemeinden aufs dringendste, die Erfahrungen derjenigen Gemeinden zu teilen, die sich vor Jahrzehnten dem traurigen Schicksal großstädtischer Vorort=Gemeinden ergeben bätten. Er sagt wörtlich, es würde eine Vergewaltigung schlimmsterArt darstellen, wenn irgend eine Gemeinde gezwungen werden sollte, sich den verschuldeten Großstädten anzuschließen Auch weist der Landrat von Düsseldorf die Behauptungen von Düsseldorf und Duisburg, sie verlangten die Eingemeindung zur Ausdehnung ihrer Rheinhäfen, ebenso entschieden zurück, wie es der Kreisausschuß Gelsenkirchen und die Gemeinden Eickel und Wanne bezüglich ihrer großen Hafenanlagen am Emscher=Kanal getan haben, mit denen Bochum einen Zwang für seine Eingemeindung zu konstruieren versuchte. Dabei haben die fraglichen Großstädte, verschwiegen— wie sie so vieles verschweigen— daß sie schon bei Gründung der Hafenanlagen ihrer Nachbar=Lano, kreise die Beteiligung stolz und rücksichtslos abgelehnt haben. Auch hier handelt es sich bei den Großstädten mithin nur darum, Eingemeindungs vorwände zu finden und ihre Territorialgewalt zu erweitern. Wenn Düsseldorf eine„wohlwollende Prüfung“ des Verkehrswesens zu Gunsten der geforderten Gemeinden versprochen hat, so stellt auch hier der Landrat fest, daß Düsseldorf ernstlich nie daran gedacht hat. Diese Ablehnungen im Landkreise Düsseldorf werden unterstützt von einem als bervorragend bekannten Wirtschaftsorgan: dem Düsseldorfer Lokalanzeiger, in welchem auf Grund amtlichen Materials der Finanz= und Bodenreform=Sachverständige Thalheimer genau nachweist, daß die extensive Bauweise der Großstädte und ihre BodenSpekulation für das Volkswohl und das Staatsinteresse außerordentlich gefährlich ist. Die Gewerbesteuer in den Großstädten sei höher als irgendwo anders und werde noch gewaltig steigen. Verfasser warnt, daß irgend eine Gemeinde durch Verschmelzung mit einer Großstadt je ihre Kinder und Kindeskinder den übelsten Erscheinungen des Großstadtlebens preisgäbe, wie es bei den bisherigen Eingemeindungen in Großstädten leider der Fall war. Nicht die Bildung von Wasserköpfen und die immer mehr ins ungeheuerliche verstärkte Zentralisierung, die Ueberspannung der Macht eines Einzeloberbürgermeisters ist die Forderung der modernen Zeit, sondern eine gesunde Dezentralisierung der Verwaltung, des Verkehrs und des Städtebaues. Die Verfallerscheinungen der Großstädte werden ins grelle Licht gerückt. Zum Besten der Armen und Schwachen sei in Mittelstadt und Großgemeinde die Möglichkeit günstigerer Gestaltung des Lebens weit eher gegeben als in den Großstädten, wo sich alles fremd und feindlich gegenübersteht. Die Unruhe, die fortgesetzt von den Großstädten durch ihren Eingemeindungsbluff in das kommunale Leben der Nachbargemeinden getragen wird, wird auch von dem Landrat von Düsseldorf gegeißelt. Demgegenüber nehmen die Bestrebungen auf Verstärkung und Bildung von Großgemeinden und Mittelstädten, wie es sich auf dem von 1000 meistern und Städtevertretern besuchten preußischen Landgemeindetag in Oeynhausen einmütig herausgestellt hat immer mehr an Beachtung zu. S Vertretung und Fabrik Niederlage. Verkauf zu den jeweiligen Tages-Fabrikpreisen Hornbruich& Co., G. m. b. H. Schwerte(Ruhr), Markt 9. Verkauf nur an Bäcker und Wiederverkäufer. 3 Hühneraugen werden Sie sicher los durch augen=Lebewohl. Hornhaut an d. Scheiben. Feimnd Ledewohl.Balen= Kein Verrutschen, kein Festkleben am Strumpf. In Drog. u. Apotheken. Drogerie Carl Trog. :•Wir retten Ihre Haare! 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Die Beerdigung findet am Sonnlag nachm. 8 Uhr vom dath. Krankenhaus aus statt. Das Seelenamt ist Moniag morgen in der Pforrkuche Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die uns deim Heimgange unseres lieben Sohnes und Bruders zuteil wurden, und für die zahlreichen Kranzspenden sprechen wir diermit allen Verwandten. Kreunden und Bekannten unsern tiefgefühlten Dank aus. Familie Karl Geilhorn und Kinder. Schwerie, den 28. Juni 1922 Mehrere anföndige junge Damen, welche Lust und Liede zum Thealerspielen haben. werden von einem all. Schueiter Thealerverein gesucht. Refleklantinnen wollen sich ditte schrietlich meiden unter 2840 an die Schwerter Zig. Die Proden finden einmol in der Woche nott. Anonym zvchas □ sa vermindere ich die Kosten TfH, SChUhROparatarn Nur dadurch, daß ich„schwarze Schlen“ verwenden lasse, Dieselben sind zu haben bei H. HIsegrad, Schuhmachermeister —. Senntagrver 26.— Spezialltät: Anfertigung von orthopädischen Schuhen für Kriegsbeschädigte. 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Ihm schwebte unklar die Erkenntnis vor, daß heute er auf allen Linien der Geschlagene sei. (Schluß folgt.) ##### **** . EE, TIEE Schach. F r **** *** # Bearbeitet von E. Schallopp. Aufgabe Nr. 370. Schluß einer zu Wien gespielten Turnierpartie Schlechter(Weiß)— Kirschen(Schwarz). Der märkische Fleischer und die Franzosen. Es ist gewiß interessant, einmal zu erfahren, daß man in Preußen nicht erst im Jahre 1813, im Jahre der Befreiungskriege, den Mut fand, ossen gegen die französischen Unterdrücker aufzutreten, sondern daß es auch in Preußens schlimmster Zeit beherzte Männer gab, die sich von den Franzosen nicht alles gefallen ließen. So berichtet eine Chronik aus dem Jahre 1807 von einem unerschrockenen Fleischermeister in der Mark, dem die französischen Eindringlinge nicht imponieren konnten. Nach dem schmählichen Frieden zu Tilsit am 7. und 9. Juli 1807, welcher die bisherige Großmacht Preußen zu einem winzigen Lehnstaate herabdrückte, kamen nämlich auf dem Rückmarsche die französischalliierten Truppen durch ein märkisches Landstädtchen, und drei Chasseurs erhielten ihr Quartier bei einem Fleischer in der Vorstadt angewiesen. Die Hausfrau war gerade abwesend.„Schon wieder Einquartierung,“ rief der Fleischer unwillig,„und drei Mann auf mein kleines Haus!“ Er war auf dem Hofe mit dem Schlachten eines Ochsen beschäftigt, worin ihn zwei Gehilsen unterstützten, und befahl nun der Magd, die ungebetenen Gäste zu empfangen. „Setze ihnen Wurst vor,“ wies er sie an,„und dazu Brot und Schnaps; alles andere haben die verdammten Heuschrecken aufgefressen!“ Bald darauf entstand ein gewaltiger Lärm in der Stube, die Magd kam in vollem Schrecken zurückgelaufen und erzählte, die Franzosen hätten das Essen und Geschirr zur Erde geworfen und drohten, alles entzwei zu schlagen. Der Fleischer blieb ganz gefaßt, verließ die Schlachtbank, nahm ein großes Wurstmesser zur Hand und trat mit bluttriefenden Armen in das Zimmer. Seine beiden Burschen folgten ihm in gleichem Aufzuge und auf dem Fuße. Die übermütigen Franzosen sahen erstaunt empor, doch der Fleischer schwang das Messer und trat dicht vor sie hin.„Nun frage ich, ob ihr die Wurst aufheben wollt?!“, donnerte er ihnen zu und begleitete diese Aufforderung mit der entsprechenden Gebärde. Die Gäste zauderten nicht und begannen die Trümmer aufzulesen. Aber der Fleischer war noch nicht befriedigt.„Nicht genug!“ schrie er,„ihr sollt sie auch auffressen.“ Etwas zögernd gingen die Gäste aus Werk; der Hausfrieden war hergestellt und wurde fortan nicht mehr gestört. Bumur. Die Vadestu: die. Dame im Badeort zur Freundin:„Was, du gehst heut nicht baden?“ „Ich habe schon heute morgen gebadet.“ „Ja, da war doch aber niemand da, der dich sehen konnte!“ D e A a* Weiß: 10 Steine. 5 2gX8PS* 1031 480-9##8 ·8 2OXLPI 9 Wun un b goxegs...:.1 lun 2#XLP 1195—90JI e uccug ucscne ce i M svg gun 15—80.·8 10—201 80—9 J 3 Partie Nr. 373. Gespielt im Café Kerkau zu Berlin am 17. November 1913. (Nach dem„Deutichen Wochenschach".) Weiß: J. R. Capablanca, Neuyork. Schwarz: J. Mieses, Berlin. Unregelmäßige Eröffnung. Weiß: Schwarz: 1. 42—14 S.8—f6 2. Sgl—13 c7—05 3. 44—45 47—46 4. c2—04 g7—96 5. Sb1—c3 1./8—67 6. e2—e4 0—0 7. LiI—e2 e7—e6 Zwei Schritte sollte der 1 Bauer, wenn überhaupt, gehen. 8. 0—0 e6X05 9. e4X05 S16—e8 Mit diesen Springerzügen verliert Schwarz viel Zeit. Betracht kam Le8- g4 nebst Sb8—07—e5 und Das 10. TfI—el Lc8-g4 11. S13—g5 Lg7Xc3 Durch den Abtausch nimmt Schwarz seinem König den besten Schutz; aber er will wohl Platz für seine Springer haben. 12. b2Xc3 Lg4Xe2 13. DdlXe2 Se8—g7 14. Sg5—e4 f7—16 15. 1.c1—14 Sg7—e8 16. 1.14—56 Se8—67 17. Tal—d1 Sb8—a6 18. T•4l—43 16—152 Das Feld g5 durfte Schwarz dem Springer nicht preisgeben. 19. S 4—85 Sa6—c7 20. De2—e7 DasXe7 Erzwungen, da Sc7—es wegen 21. DeTXf8+ Ke8X t8 22. S:5—e6- nicht geht. 21. TelXe7 Sc7-e8 22. T03—53 f5—14 23. Lh6Xg7 Se8xg7 24. Th3Xh7 Sg7—s5 25. 7e7—eß 7•18—e8 26. Te6Xg6+ Aufgegeben. Erstes und ältestes Tagesorgan des Kreises. General=Anzeiger für den Kreis Hörde. Haupt=Annoncenblatt. Sahadia. Roman von A. von Crystedt. (1. Fortsetzung) (Nachdruck verboten.) ieder war es Erwin, der mit seinen großen, dunklen Augen Klara nachdenklich fixierte.„Eine neue Mama bist du,“ erklärte er endlich, nachdem er seine Mahlzeit beendet,„der Gärtner hat es gesagt, die andere Mama ist fort.... Wo ist sie denn?“ „Der Gärtner weiß es nicht ordentlich, Erwin, auf ihn mußt du nicht hören,“ beschwichtigte Klara,„aber weil du immer nach einer anderen fragst,“ fügte sie schelmisch hinzu,„ist es wohl am besten, ich reise wieder fort.“ „Nein!" rief Erwin trotzig,„bleib hier. Alle Jungen haben eine Mama, ich will auch eine haben.“ „O du schlauer Junge,“ dachte Klara lächelnd, „du denkst auch, irgendeine ist besser als keine. Verdenken kann ich dir's nicht, aber angenehm ist es für mich auch nicht.“. Gelt g i.8 Sie brachte die Kinder selbst zu Bett. Eine linde Glückseligkeit umsing sie, als sie Veras warmes Körperchen in den Armen hielt. Ein jedes fremde Kind war für sie eine Welt, die sie mit Schauern der Andacht und des Entzückens erfüllte. Und diese süßen Kleinen nun erst, Eickes Kinder, schon jetzt liebte sie alles an ihnen, auch ihre Fehler. Erwin war ihr nicht wohlgesinnt, das fühlte sie schon jetzt heraus, er würde ihr auch mehr zu schaffen machen als sein Schwesterchen, aber sie liebte ihn darum nicht weniger. Für Klara gab es nicht gute und böse, sondern glückliche und unglückliche Menschen, und dementsprechend handelte sie. Als die Kinder schliefen, ließ sie sich durch alle Räume führen und hatte ihre helle Freude an all dem Schönen, was sie zu sehen bekam. Eicke war offenbar ein kunstsinniger Mensch, die Ausstattung der einzelnen Zimmer war ebenso kostspielig wie geschmackvoll. Um irgendeine künstlerische Wirkung zu erzielen, war ihm sicher keine Summe zu hoch gewesen, das sah man an den einzelnen Arrangements. Ein süßer Rausch bemächtigte sich der jungen Braut. Eicke hatte sie vor fünf Jahren in einer sehr rücksichtslosen Weise verlassen, sie dem Gespött der Freunde und Bekannten schonungslos preisgegeben. Klara empfand jedoch keine Genugtuung darüber, daß er sich in seiner Gattin gründlich getäuscht, daß sie ihm nur Verdruß und Qual bereitet hatte. Im Gegenteil, sie beklagte sein Unglück von ganzem Herzen; es ihn vergessen zu machen, das sollte ihr höchstes Streben sein. — des Klara verabschiedete sich nun von der Bonne. Dann fuhr der Wagen vor, welcher die Braut Bankiers zu ihrer Herrin zurückführte. 2. Kapitel. Ein halbes Jahr früher. Auf einen ungewöhnlich heißen, trockenen Sommer war ein rauher, unwirtlicher Herbst gesolgt.„Seit Tagen regnete und stürmte es, und die letzten knospen kamen nicht mehr zum Aufblühen. Der Nachtfrost hatte sie zerstört. Die Kieswege des Parkes waren mit welken Blättern und abgerissenen Zweigen bedeckt. Kein Mensch traute sich hinaus. In der Villa Eicke herrschte dieselbe Stimmung wie draußen in der Natur. Es stürmte. Eigendünkel und Trotz zerstörten die Eintracht; zertraten unbarmherzig die zarten Blüten des Vertrauens und geheiligter Pflckten. Zimm 628# Vor seinem Arbeitstisch, dem Zimmer halb den Rücken zuwendend, stand der Hausherr, der Bankier Wilhelm Eicke, ein Mann von fünfzig Jahren, eine schlichte, unscheinbare Persönlichkeit. Er hatte die Rechte, wie um einen Halt zu gewinnen, auf die Tischplatte gestützt, in seinem blassen Gesicht arbeitete es heftig. „Wenn nichts anderes dich zurückhalten kann, so bleibe doch der Kinder wegen, Eugenie, sagte er in einem Ton, der seine Erregung, seine innere Zerrissenheit verriet,„sie hängen mit ganzer Seele an dir, und was soll aus ihnen werden, wenn die Mutter fehlt?“ Er wandte sich der reglos neben der Portiere stehenden Gattin zu.„Es ist doch unmöglich, Eugenie, daß du von den Kindern fortgehst, ihre schmerzliche Sehnsucht, ihre Tränen müßten dich ja Tag und Nacht verfolgen,“ suchte er eindringlich zu überreden,„hast du dir das alles auch richtig vorgestellt? Könntest du in der Welt des Scheins wirklich Ersatz für das finden, was du hier aufgibst, für meine treue Sorge um dein Wohl und für das Glück, welches die beiden wachsenden Kinder im besonderen dir, der Mutter, bereiten Die Frau, welche vor einer halben Stunde mit trotzig erhobenem Kopfe dies Zimmer betreten hatte, war unter den ernsten Worten ihres Mannes totenbleich geworden. Ihre Brust hob und senfe"; unter stürmischen Atemzügen, und ihre Stimme v. ils sie in abgerissenen Sätzen entgegurte: „Es ist mir sehr schmerzlich, mich von meinen Lieblingen trennen zu müssen, und noch weiß ich nicht, wie ich ohne sie fertig werden soll. Aber Aber meinen Ent schluß können auch diese Erwägungen, die ich mir zahllose Male vorgelegt habe, nicht ändern. Es zieht mich zur Bühne zurück, und ich gehe. Der enge Kreis hier ist eine Seelenmarter für mich, die ich viel zu lange ertragen habe. Was würde es meinen Kindern nutzen, wenn ich gezwungenermaßen bei ihnen ausharrte? Sie hätten vielleicht nur unter meinen Stimmungen zu leiden. Und auch du wirst aufatmen, wenn ich fort bin. Ich komme mir hier oft wie ein richtiger Störenfried vor.“ Eicke streifte mit raschem Blick die reizende, biegsame Gestalt seiner schönen Frau. In seinen Augen verriet sich nicht die leiseste Zärtlichkeit. Aber in mildem, nachsichtsvollem Ton wies er ihre letzte Bemertung zurück.. un9 Schmächen mi. „Du hast Vorzüge und Schwachen, wie jeder andere Mensch, Eugenie, und ich habe mich über deine Fehler niemals aufgeregt, sondern war stets bemüht, sie zu entschuldigen. So wie du bist, respektiere ich dich, vergöttern dich die Kinder. Du kannst nicht sagen, daß ich mich jemals über dich beklagt habe.“ Nein, gewiß nicht, Wilhelm. Dies ist ja auch alles nicht ausschlaggebend, aber verbiete doch dem Vogel das Fliegen—“ „Gut!“ unterbrach sie der Gatte rauh,„du sollst deinen Willen haben, du magst gehen. Aber das wisse: ein Zurück in mein Haus gibt es nicht für dich. In derselben Stunde, wo du dich von uns wendest, reiche ich die Scheidungsklage ein, und ich werde es durchetzen wissen, daß mir alle Rechte bezüglich unserer Kinder zugesprochen werden, sie sind dir für immer verloren.. J.. k. Ergani..78 44 „Das ist grausamt; fuhr Eugemie auf,„und ich kann nicht glauben, daß das Gericht ebenso despotisch urteilt, wie du. Ich lasse es darauf ankommen.“ Man sah es der verwöhnten Frau an, was diese Stunde sie kostete. Ihr ohnehin zartes Gesicht schien kleiner geworden, alle Farbe war daraus entwichen, großen, dunklen Augen glühten wie Kohlen unter der wheißen Stirn. Das schwarze, wellige Haar bildete einen so eigenartigen, pikanten Rahmen für das feine, wundervolle Gesichtchen, das schon durch seine Linien Unberechenbarteit, sprühenden Geist und Herrschsucht Aber in dieser Stunde war doch etwas Demütiges in ihrer Haltung. Es kam ihr voll zum Bewußtsein, welch eine Fülle von Glück sie aufgab, um ihren Neigungen folgen, ein ungebundenes Leben führen zu können, welches durch ein heißes Streben nach Vollendung auf künstlerischem Gebiet einen ernsten Inhalt erhalten solte.. 45 amansn Der Mann hatte sich wieder von ihr abgewender. Er wollte nicht mehr antworten, das sah man an seinen fest zusammengepreßten Lippen. In diesem Moment vernahm man laute Kinderstimmen und den Ruf: „Ich sag's der Mama!“.„ Kleine Füße kamen herangetrippett. Die Kinder mochten gehört haben, daß die Mama sich beim Papa befinde. Nun wollten sie zu ihr, trotzdem sie wußten, daß Mama sich nicht gern stören ließ. Eicke war mit wenigen Schritten an der Tür, die er nur spaltweit öffnete. „Ihr könnt jetzt nicht zur Mama,“ sagte er mit ernstem Nachdruck,„spielt artig weiter, der Weihnachtsmann horcht jetzt schon an allen Türen, ob gute Kinder im Hause sind.“ Erwin, ein stolzer Junge von vier Jahren, machte ein höchst betroffenes Gesicht, lachte dann aber glückselig auf. faßte das Schwesterchen bei der Hand und trollte mit ihr davon. Die Tür zur Arbeitsstube des Hausherrn schloß sch wieder. Eugenie stand noch auf demselben Fiea, einer Ohnmacht nahe. Die Tränen rieselten in großen Tropfen über ihr weißes Gesicht. Deutlicher konnte ihr nichts vor Augen führen, was sie aufgab, als diese Maßnahme ihres Mannes. 6 Er selbst war einer impulsiven Eingevung gefolgt, als er die Kinder so kurz und bündig vor der Tür abfertigte. Er baute auf die Wirkung dieses kleinen Vorganges seine letzte Hoffnung.„Sie kann sich von den Kindern nicht losreißen,“ dachte er,„sie wird und muß bleiben.“..... Mic„ Doch Eugenie hatte schon die weiche negung üverwunden. Was soeben geschehen, das hatte sie sich in schlaflosen Nächten oft genug vorgestellt. Es war alles wohl erwogen und überlegt in monatelangem, aufreibendem Kampfe. Sie konnte nicht bleiben. Mit jeder Faser ihrer Seele zog es sie hinaus. Daran konnte auch ihre Liebe zu den Kindern nichts ändern. Die schönen Augen noch feucht von Tränen, wandte sie sich ihrem Manne zu.....6. stammesns „Lebe wohl, Wilhelm,“ sagte sie fast stammelnd, in kaum verständlichen Lauten,„ich— kann nicht anders — ich— gehe...„: mmens Da erst brach der Mann zusammen; venn nun wußte er, daß er sie verloren hatte, für immer. „Geh,“ stieß er heiser hervor,„geh, ich halte dich nicht.“ Und als sie eine Bewegung machte, als wollte sie auf ihn zugehen und seine Hand erfassen, wandte er sich brüsk ab.„„ 666 Da eilte sie geräuschlos hinaus. Nur ein starter Luftzug verriet ihm, daß sie die Tür geöffnet und geschlossen hatte. Als er sich umsah, war er allein. Ein Stöhnen, als sei er auf den Tod getroffen, entrang sich der Brust des Mannes. Dann war alles still. Doch nicht lange verharrte er in der gebrochenen Haltung.„.,.n. Li, Ginael und Seine Hand beruhrte die Kungei, uno dem eintretenden Diener befahl er, die Kinder und auch das Spielzeug hierherzubringen. Wenige Minuten später tummelten sich die Kinder auf dem weichen, kostbaren Teppich herum, ihr Lachen und Jauchzen erfüllte den ganzen Raum. Nebenan aber schritt der Vater mit düster umwölkter Stirn unablässig auf und nieder, lange vergeblich bemüht, Ordnung in das Chaos seiner Gedanken und Empfindungen zu bringen. Es war eine unglückliche Ehe gewesen, und die beiden Menschen, welche gezwungen waren, in steter Gemeinschaft zu leben, hatten absolut keine gemeinsamen Interessen.„. 14ni, Warh hatte i5. Damals, als er um Eugenie warb, hatte ihre Schönheit ihn geblendet und verwirrt, ihn, den ernsten, bedächtigen und schlichten Mann vollkommen betört, so daß er Klara, seine Braut, vernachlässigte und nur noch Sinn für Eugenie hatte. Diese war in Begleitung einer älteren Verwandten eigens zu dem Zweck nach Berlin gekommen, um sich zur dramatischen Sängerin ausbilden zu lassen. Alle Herzen flogen ihr entgegen, diejenigen, welche mit ihrer Ausbildung betraut waren, prophezeiten ihr eine große Zukunst..... 369 41—4 Eicke hörte sie in verschiedenen Woyltanigkeitskonzerten und Fünfuhrtees. Schon beim ersten Sehen war er ihrem Zauber rettungslos verfallen. So wie sie ihm damals begegnet war, schwebte sie ihm auch jetzt noch vor, im schwarzen, langschleppenden Samtkleide, das die herrliche Figur in ihrem vollendeten Ebenmaß zeigt. Ein Brillantenkollier legte sich um den schlanken Hals, und aus dem tiefschwarzen Haar lugte eine frische Rose hervor. (Fortsetzung folgt.) — * S•8 S 85 6 * 8 2 8 K 00 Denkspruch. Des bili du, Glück? Ein Stern und Macht umher, Du bist ein Cropsen Süß im Meere Hitter. Du bilt dem Lebenskleide, schwarz und schwer, Am Saume eingewebt— ein gosdner Fltter. Leid ist des Lebens Stamm und du ein Spiitter. Was bilt au, Glück? Ein Schatten und nicht mehr. Friedrich halm Der Sieger. A. Hottner=Grefe. (Nachdruck verboten.) Sie standen beide seit geraumer Zeit wartend vor dem Schalter, an dem die Annoncen für die Morgenausgabe der großen Tageszeitung übernommen werden. Trotzdem sie sich seit langen Jahren kannten, war ihnen ihr Zusammentressen heute recht unangenehm, und der Größere von ihnen, ein sehr schmächtiger, dürftig aussehender junger Mensch mit einem ausdrucksvollen, scharsen Gesicht, hatte sich sogar einen Augenblick lang umgewendet, als ob er gehen wollte. Dann aber ging er doch nicht, sondern sah eine Weile nachdenklich vor sich hin, um endlich grüßend den abgegriffenen Hut zu lüften. Der andere, stämmig und im ganzen besser aussehend, erwiderte den Gruß nachlässig. Aus seinen hellen Augen glitt ein prüfender Blick hin über die Gestalt des alten Bekannten. „Hm!“ stieß er trocken hervor; es klang fast wie eine Befriedigung. Und er war auch befriedigt. Blitzschnell tauchte in seiner Erinnerung das Bild des einstigen Schulkollegen auf, der durch Jahre hindurch neben ihm gesessen, immer einer der vorzüglichsten Schüler und doch stets zurückgesetzt, denn er hatte kein bißchen jener Weltklugheit, die schneller als alle wirklichen Kenntnisse ein Ziel erreichen läßt. In dieser Hinsicht war entschieden er selbst, Egon Möller, dem llangen Fritz Hansen immer„über“ gewesen. Wenn er sich recht besann, so hatten sie ihn eigentlich alle nicht gemocht. Er war ihnen zu still, zu scheu, zu verschlossen. Und daß er wirklich dachte, wo die meisten der anderen nur büsfelten, das konnten sie ihm schwer vergeben. Zudem erschien er ihnen wie ein fremder Eindringling in der feinen Stadtschule, in der der arme, aus niederen Kreisen stammende Knabe durch Zufall einen Freiplatz erhalten hatte. Er paßte nicht zu ihnen, den gutgetleideten, äußerlich lackierten Kindern der„besseren Kreise“. Als Fritz Hansen gleich bei der ersten Prüfung durch seine glänzenden Antworten verblüffte, hatte Egon Möller nach der Schule eine Rede an die anderen Knaben gehalten: „Paßt einmal auf! Der Duckmäuser! Mag er immerhin der erste werden, wir, unter uns, wir triegen ihn unter, denn ich glaube bestimmt, daß der Kerl seig ist—“ „Loher weißt du das?“... 4u 8 Fritz Hausen hatte plötzlich mitten in dem Kreis gestanden. Sein scharfes Bubengesicht war sehr rot, seine Stimme heiser. Er sah einen nach dem andern ernsthaft an. „Was habt ihr gegen mich? Ich tne euch nichts—“ Die Jungen schwiegen verlegen. Aber Egon Möller war stets der lauteste unter ihnen und der keckste. Er rief dem Großen, der so linkisch dastand, ein häßliches Wort zu und steitte ihm dann so geschickt ein Bein, daß der lange Fritz, als er wütend auf den Kleinen losfahren wollte, darüber stolperte und kläglich hinfiel. Ein tolles Gelächter erhob sich, und Egon stürmte mit den übrigen davon. „Besiegt! Besiegt,“ riefen sie ihm noch aus der Ferne zu.....„ 4. Fritz Hansen hatte nun seinerseirs oft die Mitschüler zu einem Ringkampf herausgefordert, besonders den starken Möller. Aber seine geringen Körperkräfte reichten nie aus. Immer wurde er schließlich überrumpelt und verlor die Partie. Da ließ er es endlich sein und ging seine eigenen Wege. Egon Möller aber erhielt in der Klasse den Namen „der Sieger“, der ihm auch verblieb. „Hmn,“ machte der Kleine noch einmal und drängte sich ein wenig weiter nach dem Schalter vor, kräftige Rippenstöße nach rechts und links erteilend—„das dauert verdammt lange! Und die Hitze! Puh!“ Er sandte einen Blick zu Hansen hinüber. Dieser stand noch immer in der letzten Reihe; andere derbere Leute hatten sich längst vorgeschoben. Er hatte den Hut abgenommen und lehnte sich nun wie erschöpft gegen die Wand. Erst jetzt merkte Egon Möller, wie elend der einstige Kamerad aussah, wie fahl und müde. Nur die Augen, diese großen, grauen Augen blickten noch so klug wie einst; aber auch in ihnen lag etwas Fremdes, etwas Banges, etwas wie zitternde Erwartung. Ganz ähnlich hatte er damals ausgesehen, bei der Matura, als das Resultat verkündet wurde. Ja, da hatte er es ihnen allen heimgezahlt, in jener Stunde, da war er, der halbverhungerte, arme Teufel, der Sieger über sie und besonders über Egon Möller, der als letzter durchschlüpfte. Aber dann, als der Direktor eine Ansprache hielt, in welcher er das Ergebnis der Prüsungen vertündete, da hatten doch wieder die anderen ihren Platz behauptet, denn der lange Studeut da hinten war plötzlich lautlos zusammengesallen und vernahm von der ganzen schönen Rede, die hauptsächlich ihm galt, nichts. Ein paar Kameraden trugen ihn hinaus, ein Arzt war rasch da. Als sie, die Frischen, Gesunden, nun so neben dem ausgestreckten Körper standen, schüttelte manchen von ihnen das Mitleid. Und als der Doktor sich endlich erhob und leise sagte:„Es ist weiter nichts, nur Schwäche. Der arme Kerl ist ja halb verhungert,“ da dachte manch einer reuevoll daran, wie erbarmungslos sie dem Schwachen, Verarmten aus dem Wege gegangen. Egon Möller tat ein übriges. Er war immer voran, wenn es galt, sich und seine Mittel, die eigentlich weit kleiner waren, als er den anderen vorflunkerte, ein wenig zu zeigen. Protzig warf er einen Silbergulden auf einen Teller, daß es laut klingelte. Der blasse Student zuckte bei dem aufdringlichen Laut zusammen, öffnete die Augen und sah mit einem halb abwesenden Blick zu, wie die Kollegen in den Taschen kramten, bis schließlich Möller mit dem Teller angerückt kam. HHier,“ sagte er, gegen seine Gewohnheit ein bißchen verlegen.„Hier. Wir haben's zusammengebracht, ich und die übrigen.“..„ Fritz Hausen hatte sich schneul aufgerichtet, eine jähe Röte stieg ihm in das durchgeistigte Gesicht. „Zusammengebracht? Für mich?“ fragte er verständnislos. Der andere nickte selbstbewußt. „Ja, ich hab's gesammelt; ich—“... Ein Klirren, ein Rollen— der Teller lag in###erben am Boden, das Geld tlingelte nach allen Winteln. Fritz Hausen schritt ein bißchen schwerfältig und unsicher der Türe zu. „Nanu?“ machte Egon betrossen. Da wandte sich das leidvolle, blasse Gesicht noch einmal zurück: 2 ∆ 5