Regelmäßige Schwerter Hausfrau und Mutter. Aus dem Reiche der Mode. Hehmatblätter u Lustiges Allerlei. Kinderzeitung: Unser Blatt. n Unterhaltungs- u. Romanbeilage. u Spiel, Sport und Curnen. u Lebensbild. Kunst u. Wissen. u Gartenratschläge. Verbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Dolkszeitung Schwerter Velksblatt Welthofener Zeltung Apierbecker Zeitung Langscheder Zeitung Amtliches Kreisblatt für den Kreis Börde. Delzwickeder Zeitung Erstes und ältestes Tagesorgan des Kreises.— Generalanzeiger für den Kreis Hörde. Die„Schwerter Jeitung“ werksägsich n Haunigeiche! Druck und Verlog: Carl Braus. Celegr. A0;; Braus, Schwertern ds. Cel.62. Postscheck: Dortmuno2852 Verantwortliche Schriftleitung: Parl Nichter: Stadt und Pooim. Freitag, 23. Juni 1922 55. Jahrgang Zum Geleit. Viele haben die Schwachheiten und Fehler großer Männer nicht an sich; das macht, sie haben den Verstand derselben gemieden. Chr. v. Kleist(Berlin, 1782). Neueste politische Nachrichten. Der Reichsbankpräsident beriet mit dem Reichskanzler über die finanzielle Situation. * In Jüterbog wurde durch Kriminalbeamte ein großes Waffenlager ausgehoben. frühere rumänische Ministerpräsident Take Jonescu ist gestorben. * Daily Herald zufolge erklärte der bekannte britische Finanzmann George Peish in einer Rede in der Handelskammer zu Cardif, die Staatsmänner, die sich weigerten, Rußland heute beizustehen, seien vollkommen verrückt, und die Länder, die solche Staatsmänner untersrützten. führten die eigene Vernichtung herbei. * Nach einer Mitteilung der Westminster Gazette ist der vormalige Präsident der Vereinigten Staaten, Taft, vom Könige und der Königin von England vorgestern im Buckinghampalast empfallgen worden. * Chicago Tribune meldet aus Washington, die Regierung sei mit der Aufstellung von Plänen betr. die Rückgabe des während des Krieges beschlagnahmten deutschen Eigentums beschäftigt. Die amtliche Trauung des japanischen Regenten, Kronprinzen Nagaka, eist vollzogen worden. * In der gestern nachmittag in Gegenwart des Bundeskanzlers, des Finanzministers sowie der Vertreter der österreichisch=ungarischen Bank abgehaltenen Sitzung der Banken, Bankiere und Zahlkassen wurde im Einvernehmen mit der Regierung die Gründung einer Notenbank für die Republik Oesterreich endgültig beschlossen Das Aktienkapital der neuen Bank soll 100 Millionen schweizerische Franken betragen. * Die ungarische Nationalversammlung wurde gestern mittag vom Reichsverweser Horthy durch die Verlesung einer Ansprache feierlich eröffnet. Das Gesamtergebnis der Eintragungen für das Volksbegehren auf Auflösung des sächsischen Landtages hat nunmehr rund 826000 Eintragungen betragen, während die erforderliche Zahl nur 296000 Stimmen beträgt. „„* Vermischte Kunde. Ein Wettersturz verursachte in den bayrischen Bergen eine Temperatur von 12, in München eine solche von 16 Grad. In den Bergen liegt bis 1700 Meter herunter Neuschnee. In Köln wurde ein Kaufmann zu 3 Monat Gefängnis und 1½ Millionen& Strafe vom Wuchergericht verurteilt, weil er deutschen Zucker in holländische Säcke umgefüllt und dann als Auslandszucker zu bedeutend höheren Preisen verkauft hatte. Liebeskummer hat gleich drei Dienstmädchen eines Krankenhauses in Frankfurt a. M. in den Tod getrieben. Sie sprangen eng umschlungen in den Main; nur eines der Mädchen konnte gerettet werden. In Berkau hat sich ein Schüler aus Scham vor seinen Mitschülern durch Erhängen das Leben genommen, weil er eines Uhrendiebstahls bezichtigt worden war. hae rn niehste ZUerrerrgen. „Hag Ples ehenmecm mithr benrichnen! Die lieere u Welt#mmsimschen kragsgioisterlung.# 1570000 Nam 221000 2 000 168.500 W500 E 300 D0000 KATLZ sndmn Spadim fürte Aunbir####c X760 30000 J000 290000 20000 Wa T SKK Snzet- Aoieng Chas Hosurd Austomn Vfnf. Deum vots Doin grienen. Dr. Rathenau über die Oeffnung der deutschen Archive. Auf einem anläßlich des Erscheinens der ersten sechs Bände der diplomatischen Akten des Auswärtigen Amtes von der Deutschen Gesellschaft veranstalteten Empfangsabend nahm Reichsminister Dr. Rathenau das Wort zu einer Ansprache, in der er u. a. ausführte: Wir wissen alle, daß seit dem Weltkriege die dunklen Mächte des Hasses, der Verdächtigung, des Mißtrauens, der Anklage und der Beschuldigung die internationale Atmosphäre vergiften. Wir Deutsche haben es ganz besonders stark erfahren müssen, daß diese dunklen Mächte in die Ziele der gegen uns gerichteten Politik bestimmend eingegriffen haben und ihre böse Wirtung auf diese Weise zu verewigen drohen. Das gerade ist, was im Namen der Menschheit verhindert werden muß. Man spricht heute überall von der grundlegenden Bedeutung des wirtschaftlichen Wiederaufbaues von Europa. Hierin muß aber eine vielleicht noch schwierigere und sicherlich nicht minder wichtige Aufgabe gelöst werden, die des geistigen Wiederaufbaues von Europa. Sie besteht in der allmähligen Ueberwindung jener Mächte des Hasses, der Verdächtigung, des Mißtrauens, der Anklage und der Beschuldigung, die ich erwähnt habe. Das Bestreben der Besten muß darin bestehen, daß wir wieder in einer reinen Luft atmen können. Es ist aber klar, daß dieses Ziel nur erreicht werden kann, wenn jeder rücksichtslos mit sich selbst ins Gericht geht und dadurch seinen Beitrag zu der gewaltigen Arbeit des geistigen Wiederaufbaues leistet. Das deutsche Volk, das durch das Diktat von Versailles auf die Antlagebank gezwungen wurde, hat mit dem Werk, das nun erscheint, den Anfang gemacht. Es hat verschmäht, sein Geheimnis zu verstecken und hat seinen restlosen Willen zur Wahrheit bekundet. Die ersten sechs Bände bilden ein Ganzes für sich. Sie umfassen den Zeitraum von 1870 bis 1890, also jene Epoche, in der die Leitung der politischen Geschicke des deutschen Volkes in der Hand des ersten Reichskanzlers Fürst Otto von Bismarck lag. Damals stand Deutschland auf der Höhe der Machte. Wir sehen aus den veröffentlichten Akten, daß es diese Macht niemals mißbraucht hat, um den Frieden in Europa zu gefährden, sondern sie im Gegenteil dazu verwandte, um ihn überall, wo es nötig erschien, zu erhalten. Das ganz. Bündnissystem Bismarcks war auf diesem Grundgedanken Bismarcks aufgebaut und bietet— unter diesem Gesichtspunkt betrachtet— das Bild eines einheitlichen Kunstworkes, Parteigezänk. Deutscher Reichstag. Berlin, 23. Juni. Sitzung vom 22. Juni. Am zweiten Tag der großen politischen Aussprache im Reichstag ging es erheblich levhafter zu, als am Vortage. Das Haus war allerdings nur spärlich besetzt. Auch am Regierungstisch tauchten die Minister mit dem Reichskanzler nur hin und wieder auf. Der Sozialdemokrat Stampfer, der Leiter des Vorwärts, eröffnete die Beratung mit einem scharfen Vorstoß gegen die Rechte. Er hatte einen Brief aufgefunden, in dem im Jahre 1915 sich Herr von Oldenburg=Januschau über die vielen Verordnungen beschwerte und erklärte, er werde 500 Morgen Land überhaupt nicht mehr bestellen. Stampfer bezeichnete eine solche Handlungsweise in der damaligen Blockadezeit als Landesverrat. Es kam zu stürmischen Auseinandersetzungen mit der Rechten. Stampfer forderte schließlich die Landwirte auf, bei der Getreideumlage nicht in die bleiche Sabotage zu treten. Auch der Demotrat Gothein ging zu Angriffen gegen die Rechte vor. Er bedauerte, daß alle politischen Auseinandersetzungen im Reichstag in ein Parteigezänk ausarten. Er machte dem Deutschn. Abg. Reichert zum Lorwurf, daß er die Not des Landes zur Stimmungsmache benutze. Die Rechte legte dagegen entschieden Verwahrung ein, sodaß die Wogen der Erregung zeitweilig hochgingen. Der Abg. Emminger(Bayer. Volksp.) wies die Behauptung zurück, als ob in Bayern Stimmung vorhanden wäre, die eine Trennung vom Reiche zum Ziel hätte. Bayern halte treu zum deutschen Vaterland. Der Redner richtete dann an den Kanzler zweimal die Frage: Wie lange er seine Erfüllungspolitik noch fortzusetzen gedenke und ob er auch bei einem Dollarstand von 500 A noch Devisen kaufen wolle. Er sage voraus, daß wir dann bald zu östereichischen Zuständen gelanwerden. Der Kanzler hörte diese Frage nicht, denn er weilte gerade nicht im Saale. Nur der Finanzminister Dr. Hermes saß freundlich lächelnd auf seinen Platz. Er verlangte das Wort nicht. Darauf erklärte der Abg. Ten Hempen, die Erörterung nicht allzu umfangreich zu gestalten, da die Verträge nun einmal abgeschlossen seien. Auch der unabhängige Abgeordnete Breit scheid verwarf den französischen Annektionis= mus, die Abkommen billigte er. Der Volksparteiler Dauch kritisierte abfällig das Wiesbadener Abkommen, daß unsere Katastrophe nur hinauszögere und unseren Gegnern Gelegenheit gebe, sich inzwischen die Taschen zu füllen. Damit hatte der zweite Tag sein Ende gefunden. Am Freitag wird die politische Aussprache ihr Ende finden. Die Schuld am Weltkrieg. Preußischer Landtag. Berlin, 23. Juni. Sitzung vom 22. Juni. Der preußische Landtag setzte die große politische Aussprache fort. Ministerpräsident Braun eröffnete die Aussprache mit einer ausführlichen Rede, in der er zu den Hauptfragen, die berührt wurden, Stellung nahm. Die eindrucksvollen Worte, mit denen er die Lüge von der Alleinschuld Deutschlands am Kriege zurückwies, wurden im ganzen Hause mit lebhafter Zustimmung aufgenommen. Der Ministerpräsident entbot den Oberschlesiern die herzlichsten Grüße der Staatsregierung und sprach sich auch über die Provinzialautonomie aus, die so gestaltet sein müsse, daß das Staatsganze nicht gefährdet werde. Er fand auch versöhnliche Worte für eine gedeihliche Zusammenarbeit mit dem Staatsrat. Es ist nötig, am Wiederaufbau unseres Vaterlandes zusammenzuarbeiten. In der weiteren Aussprache gab der Abgeordnete Schwering vom Zentrum das Gelöbnis ab, in ruhiger und sachlicher Arbeit das ihrige zur Aufklärung der Frage der Kriegsschuld zu tun. Abg. Rippel(D. N.) entfesselte mit seiner Kritik an der Arbeit der Koalition einen regen Meinungsaustausch unter den folgenden Rednern. Bei diesen machte ganz besonders Eindruck die Rede des Demokraten Dr. Preuß mit seinen sachkundigen Darlegungen, die immer von feinen Humor durchzogen sind, ohne dabei an ernster Auffassung zu verlieren. Besonders was er über die wahre Aufgabe einer Koalition zu sagen hatte wurde durch lebhafte Zustimmung bei den Regierungsparteien unterstrichen. Auch der Marburger Prof. Dr. Bredt lieferte einen Beitrag zur Koalitionspolitilk. Ministerpräsident Braun griff noch einmal in die Debatte ein und wies den Vorwurf von Möbelschiebungen in der bekannten Angelegenheit der Möbelverkäufe in der früheren preußischen Gesandtschaft in München als unberechtigt zurück und erklärte, den Wünschen Großhamburgs durch Landabtretungen so weit entgegenzukommen, als es zur Erhaltung der Lebensfähigkeit des Hamburger Hafens nötig sein. Eingehend beschäftigte sich auch der Sozialdemokrat Heimann mit dem Thema der Kriegsschuld für das schließlich auch noch der letzte Redner der Abg. Dr. Kalle(D. V.) treffliche Worte fand, indem er zu der Notgemeinschaft aller Deutschen, gerade in dieser Kardinalfrage, aufforderte. Am Freitag wird voraussichtlich diese Aussprache zu Ende geführt werden. Fußballwettkampf Westdeutschland—Berlin 2: 0. TU. Berlin, 23. Juni. Nach schönen technisch überlegenen Spiel schlägt Westdeutschland in dem ersten Zwischenrundspiel um den Kampfspielpokal die Berliner Mannschaft. Berlin zeigte zwar eine große Schußfreudigkeit, war aber sehr unsicher. Stadt und Land. Schwerte, 23. Juni. Erinnerungen. 1881 Der Botaniter Matth. Jak. Schleiden gest. 1891 Der Physiker Wilh. Ed. Weber, Erfinder des elektromagn. Telegraphen gestorben. ** Sommersanfang. Am gestrigen Donnerstag hat der heurige Sommer seinen kalendermäßigen Einzug gehalten. Astronomisch betrachtet nimmt der Sommer seinen Anfang, wenn die Sonne sich vom Aequartor am weitesten nach Norden entfernt hat, also am Wendekreis des Krevses steht, mithin immer um den 21. Juni herum, und endigt, wenn dieselbe zum zweiten Male im Jahre den Aequartor erreicht, also immer um den 23. Sept. herum. Genau berechnet dauert dis Sommer 93 Tage 13¾ Stunden. Uns ist der Dommer aber mehr als ein astronomisches Rechenexempel. Er ist uns, und das gerade seit dem Beginn des unseligen Krieges, die Zeit der Reife. Wir wissen, vom Sommer hängt unsere Ernährung ab und mit ihr das Wohl und Wehe unseres Vaterlandes. Ein guter Sommer, der Korn und alle anderen Früchte des Feldes und des Gartens reifen läßt, das ist der heiße Wunsch eines jeden. Freilich, in der Zeit vor dem Kriege, da interessierte uns diese Seite des Sommers weniger. Da war uns der Sommer die Zeit des Urlaudes, der Ferien und des Vergnügens. Möge doch die Zeit bald wiederkommen, wo er uns beides ist, die Zeit der Reife und die Zeit der Freude, wo aus des Weltfrieges blutiger Saat wieder Friede und Wohlfahrt, Recht und Einigteit erwächst. ** Die Urlaubszeit naht herau. Mehr als je empfindet in unserer heutigen Zeit sowohl der Hand- als der Kopfarveiter das Bedürfnis nach Erholung und Ausspannung. Die teuren Eisen bahnfahrpreise jedoch verbieten von Jahr zu Jahr einer größeren Anzahl Erholungsbedürftiger das Reisen nach auswärts. Daß man dem bisher nu dadurch abzuhelfen versucht hat, daß man für Besuch von Bädern- den sich heute nur der Wohl habende leisten kann, Fahrpreisermäßigungen bewilligt hat, scheint uns nicht der richtige Weg zu sein, den wirklichen Bedürfnissen Rechnung zu tra gen. Durch die Fertensonderzüge nach Bädern und Gebirgskurorten usw. wird der kleine Mann, der heutzutage einen billigen Landaufenthalt sucht, nach wie vor nicht in die Lage versetzt, sich die Fahrkoften zu verbilligen. ** Große deutsche Kundgeebung gegen die Schuldlüge. Am 28. Juni jährt sich zum dritten Male der Tag, an dem uns der„Friedensvertrag“ von Brsailles aufgezwungen wurde, der in seinem Artikel 231 Deutschland als Urheber des Welt krieges hinstellt und uns aus diesem Grunde für alle Verlaste und Schäden, welche die ebemaligen Feindstaaten während des Krieges getroffen haben, allein verantwortlich macht. Selbst bei unseren ehemaligen Feinden beginnt jetzt die Einsicht zu wachsen und mehren sich die Stimmen derjenigen Kreise, die bekennen, daß die Folgerung aus Artitel 231 der Berechtigung entvehrt und eine Durch führung des Schanddokuments von Versailles wirt schaftlich und politisch unmöglich ist. Am 28. Juni findet nunmehr im ganzen Deutschen Reiche eine einheitliche Kundgebung gegen die Schuldlüge statt. Alle vaterländischen Verbände werden sich daran beteiligen. Auch der Deutsche Reichskriegerbund„Kyffhäliser“ hat seine drei Millionen Mitglieder zur Teilnahme an den Kundgebungen aus gerufen. Deutsche Männer und Frauen aus allen Ständen. Schichten und Parteien werden sich am 28. Juni an allen Orten Deutschlands zusammen finden, um einhellig Protest einzulegen gegen den Vertrag von Versailles, unter dem mit Deutschland Europa, ja die Welt in Fesseln hält. Ein Ruf nach Gerechtigkeit soll durch die Welt gehen! ** Ein Fritz Reuter=Avend steht uns in den nächsten Tagen bevor und zwar ein Gastspiel des zurzeit besten Ontel Bräsig=Darstellers Anton Melzer(Wiesbaden).„Etwas noch nicht Er lebtes!“ So schreibt die Tübinger„Chronik“ über das Gastspiel Anton Melzer's, welches im dortigen Musenmssaal stattfand.— Wie wir nun erfahren, wird Herr Melzer auf seiner Durchreise am Donnerstag 29. Juni auch bei uns im„Westfälischen Hof“ ein einmaliges Gastspiel geben, mithin steht auch uns ein großer künstlerischer Genuß in Aussicht, dem wir mit großem Interesse entgegen sehen dürfen.— Ausführliches folgt in unseren nächsten Ausgaben. ** Margarine Preiserhöhung. Die niederrhei nischen Margarinefabrikanten haben den Preis für Margarine bester Sorte um 3 J auf 44 4 für das Pfund erhöht. In den Preisen für die übrigen Sorten tritt keine Aenderung ein. ** Turnfest. Der hiesige Turn- und Sportklub veranstaltet am Sonntag eine größere Feier im Lotale der Wwe. Köster durch Konzert, tur nerische Aufführungen und Tanz. An der Feier werden eine ganze Anzahl Turnvereine aus dem Stadt= und Landtreise Hörde teilnehmen, sodaß sich die Veranstaitung jedenfalls sehr imposant gestalten dürfte. Wir wünschen dem Verein ein recht vrlles Haus und einen guten Verauf seiner Feier. ** Die Leitung der Reichstrone vittet uns unter Bezugnahme auf unsere gestrige Notiz mitzuteilen, daß der Ringtämpfer Erlenkamp persönlich die fragl. 1000 M der Armenverwaltung habe zustellen wollen; wenn er dieses noch sticht getan habe, so treffe die Leitung der Reichskrone kein Verschulden. Die Verwaltung der„Reichskrone" bekam nach Aufrage bei Herrn Erlenkamp von ihm die Antwort, er habe die bewußten 1000 M nicht der Ar menverwaltung der Stadt, sondern den Armen der Stadt Schwerte versprochen und die Verteilung des Geldes an dieselben schon längst selbst vorgenomnen. ** Schont das Papiergeld! Zu einer sorgfäl tigeren Behandlung des Papiergeldes will eine Handelskammer das Publitum erziehen. Die klei neren Scheine, besonders die zu 1 und 2 M. sind meist nach turzer Zeit in schlechtem Zustand, wäh rund in anderen Ländern, in denen das Papiergeld schon früher in großem Umsange gebraucht wurde. die Scheine bedeutend besser gehalten wurden. Bei rührt dies von der allgemeinen Unsitte, die cheine zusammenzulegen, her. Als Mittel werden Platate in Banten, öffentlichen Zahlstellen usw. empfohlen, in denen das Publitum aufgefordert werden soll, die Geldscheine nicht zu brechen usw. Das wird wenig helfen. Das Zweckmäßigste wird der Ersat durch Hartgeld sein. ** Der Elisabeth=Verein kath. Frauenverein zur Unternürung der Armen hielt gestern nach mittag im Vereinshause eine sehr gut besuchte Ver sammlung ab. N. a. wurde beschlossen, am 20. Juli einen Ausflag nach der Ludwigslust am Schwerter Walle zu unternehmen. In den nächsten Tagen wird bei den Mitgliedern eine Liste rund gehen, um die Zahl der Teilnehmerinnen an der gemeinsamen Rauectarel festzustellen. ** So geht's, wenn man keine Zeitung liest! Aus Mühldorf in Bayern wird berichtet: Ein hiesiger Händler kam auf seinem Wege zu einer Gittlerin, die ihn ersuchte, ihr doch 20 A zu wechseln. Sie legte dem erstaunten Händler nicht etwa 20 Papiermart, sondern ein blankes Goldstück zum Wechseln hin. Wunschgemäß erhielt sie dann 20 Papiersetzen. Daß sie sich selbst um Hunderte von Papiermark betrog, davon ahnte sie nichts. Hätte die Frau ihre Lokalzeitung gehalten, dann wäre sie vor einem derartigen Schaden bewahrt geblieben. Wer die Zeitung jetzt abbesrellt, der spart am „letzten Ort.“ * Der Spiegelglasscheiben=Verein hatte seine Mitglieder vorgestern abend zu einer Generalversammlung in das Kordeck sche Lokal einverufen, in der nach längerer, sehr eingehender Beratung der Beschluß gefaßt wurde, in anbetracht der ver änderten Verhältnisse die Genossenschaft auf zu lösen. Trotz der großen Wichtigkeit der zur Verhandlung stehenden Beratungsgegenstände war die Versammlung äußerst kläglich besucht. ** Der„Westfälisch=Lippische Handwerkerbund“ hielt in Soest eine Sitzung des erweiterten Vorstandes ab, in der außer den Vertretern der Parteien, sowie der Stadt und des Landtreises Soest eine große Anzahl von Handwerkervertretern aus dem Provinziallandtag, den Kreistagen, sowie den Gemeindevertretungen teilnahmen. Geschäftsführer Bölenkamp Dortmund berichtete über die Stellungnahme des Handwerks zu den bevorstebenden Gemeindewahlen. Die Versammlung sprach sich für den Schutz der Selbständigkeit in der Wirtschaft sowie für den Schutz des Berufsbeamtentums aus und lehnte jeglichen Versuch, schon jetzt irgend welche Bestimmungen über Kommunalisierung etc. in die Städte= und Landgemeindeordnung hinein zu bringen, scharf ab. Der Vorsitzende des In nungsausschusses Münster berichtet über den Bundestag 1922, der in der Zeit vom 9.—11. Septem ber in Münster abgehalten, werden soll. Am 9. September, nachmittags 4 Uhr, werden Fachverhände, Handwerkslammern und der Vorstand des Bundes tagen. Am Sonntag, dem 10. September, vormittags 11 Uhr, wird in 3 Massenversammlungen zu den Tagesfragen Stellung genommen wer den. Nachmittags 2 Uhr wird ein Umzug durch die Stadt veranstaltet, der durch historische Grupden verschönt wird. Am Montag, dem 11. Septemder, wird ein Vertretertag abgehalten werden, auf dem innere Angelegenheiten des Bundes, sowie Handwerterfragen ihre Erledigung finden sollen. Zu der gleichen Zeit wird in Münster eine große Gewerbeschau veranstaltet werden. ** Westhofen, 23. Juni. Geflügeldiebe haben heute nacht dem Fabrikarbeiter Fritz Neu haus in der Friedensstraße einen Besuch abgestat tet. Die Spitzbuben sind durch eine Bodenluke in den Stall eingedrungen und haben eine schwere Gans, eine indische Laufente und sieben Hühner gestohlen. Die lebend fortgeschafften Tiere haben einen sehr hohen Zuchtwert. Aus den Provinzen. Dortmund, 22. Juni. Neue Pläne unse rer Industrie. Der neueste Plan des Groß industriellen Hugo Stinnes geht dahin, in Dort mund=Huttarde einen großen Rangierbahnhof zu hauen. Wetter will er ein neues großes Union Werk in der Bauerschaft Ellinghausen bei Deusen errichten. Das hierfür vorgesehene Gelände ist zum großten Teil bereits gekauft. Es handelt sich um Milliarden-Projekte. Neven dem neuen Werke sollen auch umfangreiche Arbeitersiedlungen erstehen. Weiter wird hier bekannt, daß das Eisen und Stahlwerk Hoesch und die Eisenbahn planen, die Zinthütte in Körne, die der Aktiengesellschaft für Bergbau, Blei= und Zinkfabrikation zu Stolberg und in Westfalen gehört, zu taufen; ersteres, um sich nach dort auszudehnen, letztere, um in Körne einen großen Rangierbahnhof ähnlich wie in Tortmunderfeld, anzulegen. Dortmund, 22. Juni. Kindesaussetzung. Heute morgen wurde in einer Pappschachtel an der Tonnenstraße ein neugevorenes Kind gefunden, dus wohlauf war. Das Kind wurde ins Säuglingsheim gebracht. Bochum, 22. Juni. Folgenschwerer Einsturz. Beim Einsturz von Erdwänden im Rauchkanal der Zeche Dannenbaum zu Laer wurde der Sohn der Maurervoliers Zwingmann getötet. Die Arbeiter Müller und Samorei erlitten levensge fährliche Verletzungen. Buer, 21. Juni. Sich selbst bestohlen. Aus einem Geschäftsraum eines Kaufmanns in der Ewaldstraße in Buer=Resse wurde nachts für eine halbe Million Mark Anzüge und Stoffe gestohlen. Die polizeilichen Ermittlungen haben ergeven, daß der bestohlene Kaufmann selbst der Dieb war. Dieser hatte in betrügerischer Weise die Waren heiseitegeschafft, die restlos bei einem seiner früheren Bediensteten in Oer bei Recklinghausen wieder vorgefunden wurden. Odenkirchen, 20. Juni. Auf der Eisen bahn verunglückt. Heute früh wurde unweit der hiesigen Eisenbahnstation ein alter Arbei ter von hier zwischen den Geleisen tot aufgefunden. Ihm war nur ein Finger an der Hand abgefahren worden. Anscheinend ist der Mann durch den Räumer der Lokomotive beiseite gedrückt worden und hat dabei den Tod gefunden. Ob ein Unglücks. fall vorliegt, konnte noch nicht feftgestellt werden. Habinghorst, 22. Juni. Fünf Bärenfüh rei(Türken) wurden von der hiesigen Polizei über die Grenze gebracht. Sie veranstalteten auf dem hiesigen Marktplatze Ringkämpfe mit Bären, ohne Steuer für das eingenommene Eintrittsgeld zu zahlen. In der Nacht hierauf brachen die Bärenführer in Ickern ein und entwendeten drei Schweine und ein Rinv. Letzteres wurde geschlach tet im Felde aufgefunden. Die Bevölkerung wird auf die Bärenführer aufmerksam gemacht.: In der Hauptsache wolle die Polizei ein wachsames Ange haben. Am besten wäre es, derartiges Gesindel würde aus dem Lande verwiesen. Warendorf, 22. Juni. 18 Millionen für das Kraftwerk. Das hier zu errichtende Cmskraftwerk erfordert 18 Millionen; von den Stadtverordneten mußten infolge der Steigerung der Baukosten noch 11 Millionen Mark nachbewil ligt werden. Padervorn, 22. Juni. Streitender Ei senbahner freigesprochen. Acht Eisen bahner, die sich an dem Streik beteiligt haben, hat ten sich hier vor dem Gericht zu verantworten. Der Lotomotivführer Ziemer sollte zum Streif aufge sordert haben. Das Gericht kam zu der Auffassung. daß den Beamten das Streikrecht nicht zustehe, diese aber die Ansicht gehabt haben und auch hätten ha ven können, es stünde ihnen doch zu. Bezüglich des Lokomotivführers Ziemer kam das Gericht zu einem Freispruch; gegen die übrigen Angeklagten soll ein neuer Termin anberaumt werden. Minden, 22. Juni. Flammentod. Als die 19jährige Verwaltungsanwärterin Hilde, Dauer mittags die Speisen auf einem Spiritustocher an richten wollte, fiel dieser um. Der brennende Spiritus ergoß sich über ihre Kleider, die gleich lichterloh brannten. Die Aermste stürzte auf die Straße, wo Nachbarn die Flammen löschten. Im Automobil wurde die Verunglückte gleich ins Krankenhaus geschafft, sie ist dort ihren surcht baren Verletzungen erlegen. Bielefeld, 22. Juni. Aus Furcht vor Strafe. Zwei Kinder, die sich in einem fremden Garten an Stachelbeeren gütlich getan hatten und dabei erwischt worden waren, krochen aus Angst vor Strafe in den verdeckten Luttertanal. Als man sie abends vermißte, wurde die Feuerwehr zur Befreiung der Kinder aus dem selbstgewählten Verließ ausgerufen. Bei deren Eintreffen stellte sich aber heraus, daß inzwischen ein beherzter Mann die verängstigten Kinder aus dem Kanal geholt hatte. Lehle Brohtmeldungen. Georg von Hülsen+. Berlin, 22. Juni Grai Georg von HülsenHäseler, der letzte Königlich preußische Generalintendant, ist gestern in Berlin gestorben. Er ist einige Wochen vor seinem 64. Geburtstage einem zu frühen Tode erlegen. Die schwarze Schmach. TU. Idstein, 22. Juni. Der am 11. Juni an der 19 jährigen Frida Kuckes begangene Lustmord ist, wie nunmehr festgestellt wurde, durch zwei marokkanische Rekruten verübt worden, die erst vor etwa drei Wochen direkt aus Afrika herübergekommen sind. Schwerer Unfall in einer Opern=Aufführung. * Berlin, 22. Juni. In der gestrigen Abendvorstellung der Staatsoper, in der Ritter Blaubart gegeben wurde, erlitt der Sänger Leo Schützendort, der den Ritter sang, im zweiten Aufzug bei der Beerdigungsszene plötzlich einen Ohnmachtsanfall und stürzte in die Versenkung. Die Vorstellung wurde sofort abgebrochen. Bevorstehender Besuch des spanischen Königspaares in München. ZU München, 23. Juni. König Alsons von Spanien und seine Gemahlin werden Mitte Juli die Passionsspiele in Oberammergau be suchen. Ein Vetter des Königs, Don Alsons, wird Anfang kommender Woche zum Besuch der Gewerbeschau und ebenfalls der Passionsspiele in München eintreffen. Galsizierbiat. Roman von Reinhold Ortmann. 28(Nachdruck verbotch.) „So werde ich am wenigsten Gefahr laufen, deinen Unwillen herauszufordern, wenn mir die Notwendigkeit derartiger Begegnungen überhaupt erspart wird.“ *„Kommst du wirklich wieder auf dein törichtes Verlangen von vorhin zurück? Muß ich dir erst ausdrücklich sagen, daß davon nicht die Rede sein kann? Gerade um der Gräfin Wassitewska willen kann davon nicht die Rede sein. Sie hat schon beim ersten Zusammentreffen den Eindruck gehabt, daß ihr Besuch in meinem Atelier dir unangenehm gewesen sei. Und ich will nicht, daß dieser peinliche Eindruck jetzt noch eine Verstärkung erfahre. Wenn du morgen dem Feste fernbleibst, ja, schon, wenn du mich heute nicht begleitest, nachdem ich davon gesprochen habe, daß ich dich mitbringen werde, so gibt es dafür natürlich keine andere Erklärung, als die einer kindischen Eifersucht. Alle Welt wird es so deuten, und die Gräfin wird es als einen Assront empfinden, unter dem am letzten Ende kein anderer zu leiden hat als ich. Wenn das deine liebenswürdige Absicht ist—“ Heiga hatte sich erhoben, und durch eine müde Handbewegung hinderte sie ihn, weiterzusprechen. „Wenn es sich wirklich darum handelt zu beweisen, daß ich nichts von Eisersucht gegen diese Frau empfinde, so bin ich bereit, dich zu begleiten. Gedulde dich nur fünf Minuten; dann bin ich zu deiner Verfügung. Sie gitg hinaus, ohne seiner bunten Schönheit noch einen Blick zu gönnen, und Hubert Almröder ging bis zu ihrer Wiederkehr in söchst verdrießlicher Stimmung auf un nieder. Er konnte die plötzliche Nachgiebigkeit seiner Frau durchau: nicht als einen Triumph seiner eheherrlichen Ueberlegenheit einpfinden, und die geringschätzige Art, in der sie den Verdacht der Eisetsucht von sich gewiesen hatte, reizte seine männliche Eitelkeit. Wenn das nicht am Etide doch nur eine Maske gewar— und er konnte sich nun einmal Helga nicht als Heuchlerin vorstellen,— so bekundete es ein Selbstgefühl und eine Besitzsicherheit, die ihn ärgerten und die seinen Trotz aufstachelten. Vielleicht würde sie künftig etwas eifriger als bisher bemüht sein, die Glut seiner ehelichen Liebe zu nähren, wenn ihre Ueberzeugung, seiner unbedingt gewiß zu sein, einmal ein wenig ins Wanken gebracht wurde. Ein Mann, dem seine Frau ins Gesicht hinein erklärt, daß sie niemals und unter keinen Umständen eifersüchtig sein würde, spielte seiner Ansicht nach ja schon eine beinahe lächerliche Rolle. 65— Helga kam zurück. Sie hatte es wirklich verschmaht, ih# vornehm einfaches Straßenkleid mit einem anderen Kostüm zu vertauschen, und ihre Miene war so ruhig, daß Hubert sich davon nur noch stärker gereizt fühlte. Schweigend hüllte er sich wieder in seinen Mantel und führte sie zu dem wartenden Wagen hinunter. Auch während der Fahrt war von dem Gegenstand ihres vorigen Gespräches mit keiner Silbe mehr die Rede. Helga selbst hatte ein anderes, unverfäng liches Thema angeschlagen, und sie hatte es festgehalten, bis sie ihr Ziel erreichten.„8 1. Lum graßen S esagl Sie waren spät gekommen, und in dem größen. Festsant, der schon die phantastisch prächtige Dekoration einer mit echt münchnerischer Geschicklichkeit hervorgezauberten Nillandschaft trug, herrschte ein buntes Durcheinander lachender, plandernder und ungezwungen flirtender Menschen in den vielfältigsten Kostümen. An den Langswänden waren ein paar Stuhlreitzen für die Zuschauer ausgestellt; aber nachdem sie von der Tür aus einen Blick in das Gewühl geworfen hatte, bat Helga ihren Gatten, sie auf die kleine Galerie zu führen, wo sie sich vor etwaigen Annäherungsversuchen sicherer glaubte als hier unten. Er nickte zerstreut, und seine Augen wanderten untuhig suchend umher. „Willst du die Gräfin nicht wenigstens erst begrußen: fragte er.„Ich sehe sie nicht, aber ich zweifte nicht, daß sie bereits da ist. Und sie würde ein sreundliches Wort von dir jedenfalls sehr angenehm empfinden.“ „Später vielleicht, Hubert! Jetzt möchte ich mir zunächst einen Platz suchen; denn ich komme mir in meintem nüchternen Ailtagskostüm zwischen all diesen theatralisch geschmüclen Menschen sast ein wenig lächerlich vor.“ Er widersprach nicht weiter, sondern geleitete sie auf die Galerie hinauf, wo sich bereits einige ältere Damen, zumeist die Gattinnen und Schwestern bekannter Künstler, befanden. In ihrer Gesellschaft war Helga jedenfalls wohl aufgehoben, und da der für den Beginn der Probe angesetzte Zeitpunkt schon um ein erhebliches überschritten war, ließ er sie mit der Versicherung, daß er bald wieder nach ihr sehen würde, allein. 10. Kapitel. Eine bunte Reche prächtiger und malerischer Bilder war es, die drunten im Saale an den entzückten Augen der Zuschauer vorüberzog. Die Künstlerschaft von Isar=Athen hatte ihrem alten Rufe, sich meisterlich auf das Arrangement solcher Feste zu verstehen, wieder alle Ehre gemacht, und ein bewunderungswürdiges Geschick offenbarte sich namentlich in der Art, wie man die Handlung der kleinen Pantomime aus dem feierlichen Pomp ruhig ernster Aufzüge und gravitätischer Gesten heraus allgemach bis zu bacchischer Ausgelassenheit zu entwickeln und zu steigern gewußt hatte. Eine Fülle schöner Frauen und Mädchen, von denen jede einzelne ihr Kostüm mit der natürlichsten Anmut zu tragen wußte, schmückte das Spiel mit allem poetischen Zauber, den weiblicher Liebreiz zu üben vermag. Die von diesen berückenden jugendlichen Gestalten ausgeführten Reigentänze mußten in dem hier geschaffenen Rahmen auf jeden schönheitsfreudigen Zuschauer wirken wie feuriger Wein, und es war kein Zweisel, daß der dianysische Rausch, der nicht schon während dieser Probe der Mitwirkenden mehr und mehr bemächtigte, morgen eine unwiderstehlich ansteckende Wirkung auf die Scharen der Festgäste üben würde.„ 66264 Den strahlenden Mittelpunkt des Spiels bildete natutlich von Anfang bis zu Ende die ägyptische Königin, aus deren reizumwobenen Namen es getauft war. Vom begeisterten Jubel der zu malerischen Gruppen vereinigten Menge begrüßt, hatte sie auf einer von sechzehn Sklaven getragenen prächtigen Sänfte ihren Einzug gehalten. Als die Königin dann die Stusen des hochragenden Thrones hinausstieg, war das Gemurmel der Bewunderung, das bis zu den Plätzen der Zuschauer hinüber den Saal durchlief, un zweifelhaft viel mehr der Ausdruck eines ullgenteinen Empfindens als vorbereitete SchauA. wielerei. Gos#etung tolgt.) Ein russischer Sensationsprozeß in Berlin. Auf Kosten der deutschen Sti nerzahler. (Von einem gelegentlichen juristischen Witgrbeiter) Wie soeben gemeldet wurde, wird demmt, Biexggug berliner Vericht ein Vertecheg,xohzigstepationiren Partei kommet, den der Führe. ve.—. Zusenblattes„Golos rschernop ens verantortlichen Rergiteur Posi“ Tiche„# gegen. dez m etvor., ellung owh der ehemaligen Sowjet ofsiziosen Herliner Dd Zigiem GergMir“ angestrengt hat. Die Veraulassurzgir, in dem anist ein Artitel des Blates„Nowy)," xichernom die läßlich des Moskauer. Pwozesses gegen Lschernen###e gleichen Beschuldigungen erhoben wurgrschzernow hat diese sund der Mostauer Auy,Zerleuundungstlage beantwortet. beschtioungen vu): Gericht, werden als dieselben Fragen Verhandlung stehen, die die Gzuggelage seikland und dem sonftigen Austeage auszausagen.= Die Nachricht von dem zahler wir überrascht sein, daß deutsche Gerichte sich tberhaupt in einen Prozeß einlassen, bei berzn ung fangreicher und kostspieliger Apparat mit guiz, und anderen ausländischen Zeugen„ausgehotergeer###i# e wird sich von dem peinlichen Gefuhr nic ees##e#en können, daß innerpolitische russische Händel auf seine Kosten Nach dem augenblicklichen Stande der deutschen Gesetzgebung sind die deutschen Gerichte verpflichtet, auf Anzeigen von Ausländern, die in Deutschkand leben, einz schreiten, denn das deutsche Gesetz bestraft alle in land begangenen Vergehen ohne Rücksicht darauf, von Deutschen oder Ausländern beganges Du die beleidigende Notiz in einem in Berlin Vlatte veröfsentlicht worden ist, so ist Verspon Fschernom und die Angelegenheit mus auf die Anzeigetzagsen, gas die hin als Privatklage das Schöffengericht befasse, eur die Gründe und die Berechtigung der Verdachtigungen nachzuprüfen hat. Nicht zu vermeiden ist dabei, daß ein Teil der Kosten dem Fiskus zur Last fällt, ohne daß er ein Ersatz dafür zu beanspruchen hat, denn nach dem deutschen Gerichtskostengesetz sind die Gerichtslosten für die Strafverfolgung ein für allemal, ohne Rücksicht auf die Länge und den Umfang der Vechandlung, festgesetzt. Die Parteien sind nur verpflichtet, die ein für allemal feststehender Gerichtskosten zu zahlen und außerdem diejenigen baren Auslagen zu ersetzen, die der Fiskus für Zeugen und Sachverständige geleistet hat. Die Gerichtskosten sind unabhängig davon, ob der Richter wenige Stunden oder icht Tage oder noch länger mit der Streitsache besaßt worden ist, und wenn der Prozeß noch solange dauert, muß sich eben das andere Recht suchende Publikum in diese Beeinträchtigung seiner Interessen fügen. Es ist selbstverständlich, daß die deutschen Gerichte in derartigen Fällen nicht von Amtswegen einschreiten, ondern, da es sich um eine Beleidigung handelt, bleib die Strafverfolgung nur der Initiative des Beleidigten überlassen. In Fällen von Beleidigung greift die Staatsanwaltschaft nur dann ein, wenn es sich um eine Angelegeheit des öffentlichen Interesses handelt, d. h., wenn der Staat als solcher ein Interesse daran hat, die Tatsachen, die Gegenstand der Beleidigung waren, festzustellen, und den Beleidigten zur Verantwortung zu ziehen. Im allgemeinen sieht die Staatsanwaltschaft ein öffentliches Interesse dann gegeben, wenn ein Beamter beleidigt oder wenn die Zustände in einer staatlichen Anstalt in herab würdigender Weise geschildert wurden. In allen sonstigen Fällen muß der Beleidigte eine einer gewöhnlichen Zivilklage nachgebildete Privatklage einreichen, und das Gericht ist verpflichtet, auf diese einzugehen. Der Beleidigte hat es also in der Hand, einen- Streitstoff möglichst breit zu gestalten, wenn er die Unbegründetheit der Beleidigung dartun will und der Richter es an der nötigen Energie fehlen läßt, die Verhandlung auf das Wesentliche zu beAlso können wir uns bei dem fraglichen Prozeß der Sozialrevolutionäre auf eine tagelange Verhandlung mit allem denkbaren politischen Einschlag gefaßt machen, und das Waschen der russischen Schmutzwüsche kann dem deutschen Steuerzahler unter Umständen einen stattlichen Batzen Geld kosten. gestohlen. Dar Wert dieser Teppiche ist vorläufig schätzen. Für Herbeischaffung des gestohtenen##les wurde volaufig eine Belohnung von 50000 M ausgesetzt. Aus dem Reiche. Das Ende des Kartenbriefes. Bekanntlich hat sich der 1897 von Staatsjekretär v. Podbielski eingeführte Kartenbrief in Deutschland zu keiner Beizzalge des Zuterliebtheit erfreut. Anfänglich wurde er lo Mangceiten esses, welches das Publikum an allen e.-s1g Iutargzt ziemlich gut gekauft. Aber bald schwand diesen Inre wieder. Nun sollen immerhin noch erhebliche Bestände vor handen sein, die nunmehr die Post, Pressemeldunge folge, ohne Papiergeldzuschlag zu verkaufen beabsichtigt, um damit zu räumen. Neue Kartenbriefe sollen nicht mey bergestelt werden. Werten zu 25, 40, 50, Neue Flugpostmarken in den berzepzart sollen der 60 und 80 Pfennig sowie zu 1, 2, 3 und g. gzzg Jamg.“ D. A. Z.“ zufolge ausgegeben werden. Die„enni sind in einfarbigem Buchdruck hergestellt und zeigen folviolett. 60 Pf.: Rund um Berlin. violett, 60 Pfi: wot, 80 Pf.: hellgrin.„auhen bersind in zweifarbigem... m Jolgesgterru# 6. gestellt: 1 96: grun mit hellgrünem unterbruck, 2 Jé: rot mit grauem Unterdruck, 3 9: blau mit grauem Unterdruck, 5 I6: orange mit gelbem Unterdruck.— + Jubiläum der Landwirtschaftlichen Hochschule in Hohenheim, IKaftsithen, Hochschules 1ährigzuesgen der Landwirtschaftlichen Hochschule in Hohenheim(Wi temberg) überreichte auf einem Festakt Staatspräsident Dr. Hieber der Hochschule eine neue Verfassung, die das Direktorialsystem beseitigt und das Rektoratssystem einführt. Der Senat der Hochschule ernannte zwölf um die Landwirtschaft verdiente Männer zu Ehrendoktoren, darunter den Staatspräsidenten Dr. Hieber, den Ministerialdirektor Gauger und Prof. Dr. Hausen=B Geheimrat Dr. Wilhelm Hallwachs, der hervorragende Professor für Physik an der Technischen Hochchule zu Dresden und Direktor des Physikalischen, stituts— er wirkte seit 19 Jahren in Dresven— ist am 20. Juni dort gestorben. Dem im Jahre 1859 in Darm stadt geborenen Gelehrten sind auf physikalischem Gebiet eine Reihe wertvoller Entdeckungen zu verdanken. Ein Diebstahl hervorragender Gemälde, der bei Ausbruch der Revolution im November 1918 ausgeführ wurde, wird erst jetzt durch eine Bekanntmachung des Frankfurter Polizeipräsidiums der Oeffentlichkeit mitge eilt: Am 8. und 9. November 1918 wurde aus einem Eisenbahnwagen der 2. Gardedivision, der von Brüssel nach Deutschland gehen sollte und u. a. auch mit Eigentum deutscher Flüchtlinge beladen war, eine Gemäldesammlung geraubt. Diese Sammlung enthielt u. a. das Portrait eines spanischen Insanten von Velasquez, zwei Werke von Rubens,„Die Entführung der Dejanira und ein Portrait seiner Frau, einen Männerkopf von van Dyk, einen„Paolo Verdnese“ von Adrian Brouwer und vierundzwanzig andere Gemälde alter Meister. Auf die Wiedererlangung der Gemälde, deren Gesamtwert mindestens zehn Millionen Mark angegeben ist, wird eine Belohnung von einer Million Mark ausgesetzt. + Zum Kentern des Dampfers„Avare“. Aus dem im Hamburger Hafen gesuntenen brasilianischen Dampfer Avare“ wurden bis Dienstag vormittag weitere zehn Leichen, eine weibliche und neun männliche geborgen. Zwei davon wurden durch Taucher aus dem Schiffsinnern gehoben, die übrigen durch offene Luken herausgetrieben und längsseits ausgenommen. Die Toten gehören der brasilianischen Besatzung an.— Nunmehr sollen noch die unteren Räume des Schiffes nach Opfern durchsucht werden — Durch die behördlichen Nachforschungen ist festgestellt worden, daß das Kentern des Dampfers„Avare“ 37 Men schenleben gefordert hat. Nach der Bergung von zwölf Toten fehlen somit noch 25 Personen, die größtenteils der brasilianischen Mannschaft angehören dürften. Opfer des Schneesturmes. Beim Ueberschreiten der Ostwand des Watzmann bei Berchtesgaden ist eine Partie von zwei Berchtesgadenern und zwei Münchnern in einen heftigen Schneesturm geraten. Zwei von ihnen starben an Herzlähmung, während die beiden anderen das Münchener Haus erreichen konnten.— Eine andere Partie von drei Münchener Bergsteigern, die den Watzmanngrat von Sankt Bartholomä aus noch erreichte, wird seitdem vermißt. Man nimmt an, daß die Leute im Schneesturm umgekommen sind. 176 Mirs Zum Unglück beim Schwimmfest in Durrenverg wilo ch. gemeldet, daß dem Unfall im ganzen fünf Perefallen sind Die in der Autregung opfer sind zu beklagen, deren Zahl nock nicht festgestellt ist. Das Aumener hatte insbesondere in Kriva Palanta katastro u Oharatter, da es nach, Mitternacht niederging, während die Bewohner schliesen. 58 eingestürzte Häuser Nutzland und die deutschen Herbstmessen. Das nhandelskommissariat der Sowjets des Gouvernements n des russischen Hausgewerbes, das freilich schwe darniederliegt, in gewissen wichtigen Zweigen sogar wegen nangelnder Rohstafferzeugung ganz abgestorben ist, zu beschicken. Gleichzeitig sollen Pläne zur Verdrängung=der englischen Einfuhr vom nordversischen Markte durch Aushr hauptsächlich von Leder und wegen de nicht vorher bestimmbar, er beträgt zurzeit das füns= bis ov Der König von Italien befindet sich zurzeit auf einer Reise an den dänischen Königshof. Am Dienstag passierte er dabei den Frankfurter Bahnhof, wo er von italienischen Generalkonsul, einem Vertreter des pol präsidenten und verschiedenen Herren der italienis Kolonie empfangen wurde. Längere Zeit unterhielt er sich mit den Herren recht eingehend. Ueberschwemmung. Nach mehreren Tagen heftig Regens wurde ein Teil der Stadt San Salvador durch Ueberflutung infolge Durchbruchs der Flußdämme zerstört. Tausende haben ihr Hab und Gut verloren. Man fürchtet, Riesentreit. Wie aus Kaltuta gen=sehizes Gee. Oesen Boch wdisgzsen liegenden Streikes liegt in der Befürchtung, daß die Lohnsätze der Zeit vor dem Kriege wieder eingeführt werden. Aus dem Gerichtssaal. Der Grotzmann=Prozeß. In der Strafsache gegen den des mehrfachen Mordes beschuldigten Großzmann ist nunmeh der Termin zur Hauptverhandlung vor dem Schwurgericht des Landgerichts 1 auf den 1. Juli und folgende Tage angesetzt worden. der Fülle der Verdachtsmomente, die in zahlreichen Fällen, in denen bei dem Angeklagten tätig gewesene Wirtschafterinnen verschwunden sind, gegen den Angeksazizt worzege z. grh.ub dre Fälle übrig geblieben, die nun zur Mordaullage geführt haben in deren Folge da:; Kind Da in der Verbandlung viele geradezu hautsträubende schmutzige Sachen zur Erörterung doch größtenteils während der Dauer der Verhandlung ausMatics wegen Spionage standrechtlich zum Tode durch gesetzten Einbrich und entwendete dort wichtige Dokumenie Verbrechens in das Gebiet des betr. Der Mord in der Mulackstraße. Vor dem Schwurgericht sgespr vu, Gage, gshclutt veruuw per Arbeiter Fauz Einer, der sich zum Straßenraub„verpflichtet" Endlich der Viermarktarif. Endlich ist die Zeit da, nach der sich die Berliner Bevölterung schon so lange schmerzlich gesehnt hat, daß sie vier Mark für eine Straßenbahnfahrt zahlen darf. Am Dienstag haben die Stadtverordneten mit 105 gegen 60 Stimmen den neuen Tarif, der bereits vom Donnerstag an in Kraft tritt, bewilligt. Angenommen wurde auch ein Antrag der die Ermäßigung um die Hälfte für Kinder von 6—14 Jahren auf Schüler und Handwerkslehrtinge ausgedehnt wissen will. Diese Frage soll man im Ausschuß so schnell beraten, daß diese Ermäßigungen bis zum ersten Juli eingeführt werden können. Innerhalb des Vorortverkehrs verbleibt es vorläufig noch beim Dreimarktarif. Auch die Monatskarten bleiben unverändert..... S, Parliner Kri s. Grauenhafter Kindesmoro. Die Berimer Arimnnalpolizei verhaftete die 23 Jahre alte Stütze Luise Mösch, Tochter wohlhabender Bauersleute in Faulbrück(Schlesien). Das am 10. Mai nach Verbüßung einer einjährigen Strafe aus dem Zuchthaus zu Sagan entlassene Mädchen hatte dort einem Kind das Leben gegeben, das bei ihrer Entlassung vier Monate alt war. Die Mösch wandte sich zu ihren Eltern, die sie aber aus dem Hause wiesen, da sie bereits ein zweijähriges uneheliches Kind der Tochter aufziehen. Die Mösch begab sich darauf mit ihrem Kinde nach der nahen Faulbrücker Weidung, wo sie das Kind gegen einen Baum schlug, bis es tot war. Die Leiche scharrte sie dann ein. Die Verbreckerin begab sich nunmehr nach Berlin, wo sie nach Entdeckung ihrer grausamen Tat in Haft genommen wurde. Riesige Teppichdiebstähle. Bekamntlich werden im Charlottenburger Schloß die aus den übrigen Königlichen Schlössern gesammelten Möbel und Teppiche verwahrt. Wie nun jetzt bekannt wird, haben Einbrecher in der Nacht vom 15. zum 16. Juni die Abteilung, in der die Teppiche aufbewahrt werden, heimgesucht und zwölf tostbare Teppiche noch gemeldet, dan dem Unfall im ganzen fünf. sonen zum Opfer gesatten sind. Die in der Auftegung als vermißt gemeldeten Personen, in der Hauptsache Kinder, sind, den„Leipz. N. Nachr.“ zufolge, zum Teil am gleichen Abend, zum Teil am andern Tage bei ihren Angehörigen wieder eingetrossen. Lubenstreich Aufedem a:#of Niederträchtiger Bubenserig. Auf dim Friedhof in Hademarschen im Kreis Rendsburg(Holstein) wurden nachts von 150 Grabsteinen die Kreuze abgeschlagen und neben die Gräber geworfen. Auf einem Grab wurde ein halbes Hundert der abgeschlagenen Krenze aufgestapelt. Vom Vlitz erschlagen. In der Nähe von Mühlhausen in Thüringen flüchteten sich vor einem Gewitter sech Schullnaben unter eine große Linde. Ein Blitz schlug in die Linde ein und tötete auf der Stelle einen elfjährigen Knaben und verletzte zwei sehr schwer. Volkswirtschaftliches. + Bevorstehende Aufhebung des Verbots der Lichtreklame. Die Bundesratsverordnung vom 11. Dezember 1916 über die Ersparnis von Brennstoffen und Beleuchtungsmitteln wird in Kürze ausgehoben werden. Damit treten die reichsrechtlichen Bestimmungen über die Lichtreklame außer Kraft, die Zuständigkeit der Länder auf diesem Gebiete wird wiederhergestellt. Die Lander werden ihrerseits Anordnungen erlassen, um Auswüchse der Lichtreklame oder im sonstigen Beleuchtungswesen entgegenzu treten. Den beteiligten Kreisen wird empfohlen, aus diesem Grunde kostspielige Neuanlagen zu vermeiden, da deren Ausnutzung etwaigen späteren Verboten der Länder zu neiderlaufen oder solche noch sich ziehen könnte. Aus aller Welt. + Wolkenbrache in Südservien. In der Umgebung von Kumanovo und Kriva Palanka in Südservien richteten Woltenbrüche großen Schaden an. Auch Menschen fühlt. Vor dem Dessauer Schwurgericht hatte sich der Arbeiter androhung Lohngelder in Höhe von 70000 M. geraubt. Während slehen, Eisleben, Mansfeld und Magdeburg zubüberfall und andere ähnliche Ueberfälle geplant worden waren. Nach Ansicht der Ronzuzsgietegättegt deße der #artige Ueberfalle erlaubt. Die kommumnsch.## habe die Pflicht, der Indu#rie ihre Gelder wegzunehmen. Vermutlich haben also auch die Ke umunisten,„die Pflicht“, die von der dustrie beschäftigten Arbeiter brotlos zu machen. Meyer wur Jahren 8 Monaten Zuchthaus verurteilt. Ein Aktendiebstahl. Belanntlich erregte es seinerzeit großes bei dem Staatsauwoat und uverb ubzinem. 2, Jahre alten Kausmann Senger, den er in einen Cafs habe verhaften lassn, zum hatte sich nun Senger vor dem Schöffengericht BerkinMitte zu verantworten. Im Laufe der Verhandlungen gestand der Angeklagte, daß er von zwei elegant gekleideten Männern in einem Case am Kurfürstendamm zu der Tat verleitet worden sei. Die Namen der Personen nannte er unter keinen Umständen, doch vermutet man, daß der eine von ihnen der Lirzlich Gentleman=Einbrecter Vernotat gewesen Vt, verinteill. Wiegen einem Jahr Gefängnis und 3 Jahren Ehrverlust erunene.—gen Fluchtverdachtes wurde er sofort wieder verhaftet. Vermischtes. Alkohol und Geisteskrankheit. Dr. Dolloch, Mitglied der Neuyortor Krankenhausverwaltung, zeigt in seinen Ausführungei, daß die alloholischen Geisteskrankheite.. 108 Prozent der Eixgelieferten imt Jahr,ggenachen 1920 aber nue 1.9 Prozent in derselben im Staate Neunork 1917 allein 994 Falle dem zuzuschreiben waren, sind 1920 nur 122 Fälle dieser Art vorgelommen. Ein Zeichen dafür, wie„Freund beiträgt, das Heer der Unglücklichen zu vermehren, die jährlich hinter den Toren der Irrenanstalten uun Neuyork geborgen werden, gehr aus den Starmn der letzten 12 Jahre hervor. Die Geamtzahl der Eingelieferten beträgt 72699, von dieser sind. 15625(12371 Männer und 3248 Frauen) bestimmt dem Altohol zum Opfer gefallen. Der große Rückgang in der Zahl wegen Alkohol Erkrankten seit der Einführung des Verdots zeigt, daß die Trunksucht nachgelassen, wenn nicht gänzlich aufgehört hat. K A K M 0 Die Nachträge zu den Ordnungen die Erhebung einer Hundesteuer in den Gemeinden Westhofen, Holzen und Wandhofen haben die behördlichen Genehmigungen gesunden und können bei, den Herrn Gemeindevorstehern eingesehen werden. Die Gemeinde=Hundesteuer beträgt hiernach vom 1. April 1922 ob:. Jund 39.— Bu. für in Westhofen: für den ersten Huno 50.— M., für den zweiten 60.— M., und für jeden weiteren 300 M. Für die Ortsteile Bucholz, Kückshausen und Wanne betragen die Steuersätze 10.— M., 20.— M., und 100.— M.,„ für d in Holzen: für den ersten Hund 75— M., für den zweiten 150.— M., und für jeden weitern 300.— für das Jahr. Jund 20.— 00 in Wandhofen: für den ersten Hule 20.— M., für den zweiten 40.— M., und für jeden weiteren Hund 80.— M., für das Jahr. Wenthosen, den 20. Juni 1922. 2776 Der Amtmann. Bekanntmachung über Anmeldung der Tabakpflanzungen. Die Anmeldungen bepflanzten über die mit Tabak Grundstücke haben bis zum 15. Juli zu erfolgen. Lichlipiele„Zur Reichskrone“ Suntiasesseassaactrernanunenhsluriaatismihn Freitag bis Monlag Der zweite Teil des mit grotzem Beisall ausgenommenen Sensationssilm glühende Kristall I Golialh Armstrong 2. Teil.(C # 2. Episode Unter den Krallen der Löwen. Auch wer den ersten Teil nicht gesehen hat, kann sich in dem zweiten leicht zurecht finden, da jedesmal eine Wiederholung des vorangegangenen Teils erfolgt. * Die junge Mama Eine lustige Erzädlung ia fünf Aklen mit Eoa May in der Haupirolle. * Auf allgemeinen Wunsch verlängertes Gastspiel des Universal=Krastkünstlers Schäffera genannt der Könia der Schmiede in seinem Sensations=Kraftakt mit Bomden und Granaten. Vordrucke hierzu sind auf hiesigem Amtsdüro(Zimmer 2) erhältlich und können auch die Erklärungen dortselbst abgegeben werden. Westhosen, den 19. Juni 1922. Der Amlmann. Haus= und Geundbesihzer=Verein ##* Schwerle. Freitag, den 23. Juni 1922, abends 81 im Holel Jungesblut Uhr Gemeinde verordnetenwahl am 2. Juli 1922 Mitglieder=Versammlung. Ueber die Zulassung der eingegangenen Wahl“ Unter anderem Vortrag des Herrn vorschläge und ihre Verbindung wird am Sonntag= Conradi Witten über das Reichsmielengesetz dem 25. dieses Monats, vormittags um 11 Uhr im, und die preußischen Ausführungsbestimmungen. Putshautsgungssale in Sstenticher Stzung vont. E. i Pilscht eines jeden Hausbestzers. 2774jauch die noch nicht Mitglied sind, an vieser Versammlung teilzunehmen. Zur Deckung der 1.— Mark Eintritt erhoben. Der Vorstand. öffentlicher Sitzung von dem Wahlausschuß entschieden werden. Wellinghosen, den 20. Juni 1922. Der Gemeindevorsteher von Welinghofen, Unkosten wird Krlegerverband Schwerte u. U. Sonnabend. 24. Juni, abends 8½ Uhr Versammlung sämtlicher Mitglieder (nicht nur Vorstand und Abgeordnele) im kath. Vereinshaus(Spech!). Der Vorstand. Medizinische und Coilette=Geifen hautcremes haarwässer etc. Jahnpasten echt in der Medizinal=Drogerie Wilhelm heppe, Ostenstraße 3. Klorgen SLus zu verkaufen. Näheres in der Geschst. d. Itg. Heilungsvotrn (Stadlbezirk) sofort gesuchl. Jos. Enste, Haselackstr. 5. Drees. Bekanntmachung Bilanz Aktiva Die Gemeindevertretungen von Hacheney, Lücklem=— derg. Niederhosen, Wellinghofen und Wichlinghofen Cassa-Konto haden auf Grund des Gesetzes vom 11. Aprll#l#. G. S.S. 80— beschlosser, daß für das erste Halvjahr 1922 dis zur endgüitigen Veranlagung die für das Rechnungsjahr 1921 erhodenen Realsteuern(wrundGedäude= und Gewerbesteuern) weiter zu zahlen sind. Besondere Zahlungsaufforderungen werden zugestellt. Die vorläufig gezahlten Steuerbeträge werden auf die endgültig veranlagten verrechnet. Bleidt die endgültige Veranlagung hinter der Veranlagung des Steuerjahres 1921 zurück, so werden die übergezahlten Beiräge den Sleuerpflichtigen erstattet. Welinghofen, den 18. Juni 1922. Der Amtmann: Dresing. 31. Dezember 1921 Passtv Kees 88 Anteil Konto ReservefondsKonto Betriebsrück. lage-Konto Konto-Korr.Konte Gevinn 1450— 8969 51 1816 95 2420— 2391 88 K 18 18 SLESTEN! SerfehwTosVER Samstag, den 24. Mai, vorm.9 Uhr wird auf der Freibank das Fleisch eines „Schweines verkauft. s Schlachthofverwallung. Gefunden auf dem Wege von der Wanne nach dem Höchsten eine Geldlasche mit Inhalt. Aug. Hötter, Wannestraße17 b Hobensyburg Angehieferintkkei in erprobter Wirkung empfiehlt Medizinal=Drogerie Wilhelm heppe Ostenstraße 3. Eucht. Alabuhen für Küche u. Haushalt bei hohem Lohn gesucht. Zweitmädchen vorhanden. Frau Herm. Schäfer, Hagen i. W. Elberseiderstr 33 1. Tel. 2287. Ein Morgenmädchen für sofort gesucht. Frau Fritz Becker „Jum Stadtkeller“ Brückstraße 10. Rsthma kann geheilt werden. Sprechstunden in Hagen, Körner=, Ecke Karlstr. (Rest. Hopfenblüte) jeden Donnerstag von 9-1 Uhr. Dr. med. Alberts, Spezialarzt, Berlin SW11 erhältlich bei 11048 34 80 Gewinn- und Verlust-Konto ats b. 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Ilummmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmie # Berliner Börsenkurse vom 22. Juni 1922 mitgeleill vom Barmer Bank=Verein, Schwerke 5% Deutsche Reichsanleihe....... 77½ Barmer Bank=Verein 215 Deutsche Bank 550 Diskonto 416 Dresdner Bank 316 Hamb.=Amer.=Pah. Allgem. Elektr.=Ges. 683 Baroper Walzwerk 925 Bochumer Guß......... 1020 Bösperde Walzwerk............ 895 Daimler Moloren... 405 Deutsch=Luxemburg 959 Deutsche Kaliwerke........ 2175 Dynamit 605 Elderf. Farbw. 640 Essener Steinkohlen 1173 Gelsenkirch. Bergw 795 Gasmol. Deutz— Harpener Bergw. 1792 Hasper Eisen.....— Hoesch 1130 Humboldt Masch 525 Mannesmann 990 Oberschles. Eisenb.-Bed........790 Orenstein& Koppel.. 1000 Phönix Bergbau.......... 1165 Peisholz Pap. 460 Rhein. Stahlwerke...... 980 Rombacher 487 Schuckert 531 Siegen=Solingen.............. 380 Ver. Dl. Nickelwerke......... 1178 Westf. Drahl=Ind. 481 Wests. 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