* Delthotener Apierbecker Langscheder Delzwichkeder Zeitung Zeitung Zeitung Zeitung Verbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Dolkszeitung Schwerter Velksblatt Die„Schwerter werktäglich. 2 Hauptgeschäftostelle, Druck und Verlag: Corl Braus. Celegr. Adr.: Braus Schwerteruhr. Cel.62. Postscheck Dortmund 2852 Regelwäßige Beilagen: Schwerter Hausfrau und Mutter. Aus dem Reiche der Mode. Heimatblätter u Lustiges Allerlei. Kinderzeitung: Unser Blatt. n Unterhaltungs- u. Romanbeilage. u Spiel, Sport und Curnen. n Lebensbild. Kuust u. Wissen. u Gartenratschläge. Amtliches Kreisblatt tür den Kreis Hörde. Verontwortliche Schriftleitung: Par# Nichter: Staht##f P####n. ried e. Kraus, samtlich in Schwerte. Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises.— Generalanzeiger für den Kreis Hörde. Nr. 144 Donnerstag, 22. Juni 1922 55. Jahrgang Deur„ Zeichenertisung. Nach dem Räumungsplan werden von deutschen Truppen besetzt: am 4 am ∆en 1# am 13 Eam#e r S Die Auffeilung und Nleubesekzung Oberschlesiens Nuch einer amtlichen Feststellung des preußischen Statistiihen Landesamtes ist in Preußen der jhrühe Flenmverbrauch gegen die Zeit vor dem Kriege um mehr als 10 Prozent zurückgegangen 1913 3,1 Milliarden, 1921 2 Milliarden Prund Fieisch). Nach dem jetzigen Gevietsumfange berechnet, entfiel 1913.auf den Kopf der Bevölkerung ein Jahresverbrauch von 92 Pfund, 1921 nur 56 Pfd. Diese Zahlen betreifen ja zwar nur Preußen, aber wer will behaupten daß es in anderen deutschen Bundesstaaten besser aussieht? Sie stellen in ihrer trockenen und unbeirrbaren Sachlichkeit fest, daß heutzutage der Durchschnittsdeutsche siy nur halb so viel Fleisch kausen kann, wie er vor dem Kriege zu verzehren gewohnt war. Der Durchschnittsdeutsche, d. h. Millionen givt es, die sich nicht einmal so viel leisten können. So geben diese scheinbar so trockenen Zahlen ein knappes. aber treffendes und erschreckend deutliches Vild davon, wie weit schon die Verarmung des deutschen Voltes vorgeschritten ist. Denn darüber besteht wohl kein Zweifel, daß nach Freigabe der Fleischwirtschaft die Ursache dieses Verbrauchsrückganges nicht etwa in dem zu geringen Fleischangebot liegt, sondern in den hohen Preisen. Fleisch ist genug da, es fehlt den Leuten nur an Geld, es sich in genügendem Maße zu kaufen. * Ein anderes Beispiel, das die wachsende Verarmung der großen Schichten des deutschen Volkes schlaglichtartig beleuchtet: Von den für die Reisezeit von der Eisenbahn in Aussicht genommenen Sonderzügen mit billigeren Fahrpreisen mußte der Zug, der am Sonnabend von Berlin nach Stuttgart und Karlsruhe fahren sollte, wegen zu geringer Beteiligung ausfallen. Die anderen Züge waren zwar ausreichend, aber nicht bis auf den letzten Platz besetzt. Das will besagen, daß der Mittelstind selbst diese„ermäßigten“ Fahrpreise für weitere Reisen nicht mehr aufbringen kann.„Neureichs" und Valuta=Fremde haben ja die Sonderzüge nicht nötig. In Schweizer Blättern war dieser Tage öfters folgende Notiz zu lesen: „Der Annahmekurs für österreichische Banknoten war am Freitag gleich Null und es dürfen solche Noten bis auf weiteres an Bahn= und Schiffskassenstellen nicht mehr angenommen werden.“ Mit anderen Worten: die österreichische Banknote hat auf dem Weltmarkt keinen Kurs mehr. Die deutsche Mark aber hat heute gerade den Wert. den die österreichische Krone vor nur einem Jahre auch noch hatte. Damals war auch die Krone 1.61 Schweizer Rappen gleich, damals erhielt man auch in Oesterreich ein Brot für 12 Währungseinheiten. Wir steuern also genau den gleichen Weg wie Oesterreich. Allerdings, wenn das Deutsche Reich, des immer noch das Wirtschaftszentrum ganz Mittel= und Osteuropas ist. in dieses Chaos gerät, in dem sich das von der Entente zertrümmerte Oesterreich jetzt befindet, so würde das für die Weltwirtschaft eine ungeheure Gefahr mit sich bringen. Das versinkende Deutschland würde einen Strudel erzeugen, in den auch mancher der „Siegerstaaten“, smit hineingezogen werden würde. Der einzige Weg, der zur Rettung führen kann, ist von dem wegen der Haltung Frankreichs vorerst erfolglos auseinandergegangenen Anleiheko= mitee aufgezeicht t worden. Er heißt: die Rückführung der Rep cationsbedingungen auf ein erfüllvares Maß od r, deutlich gesagt: Die Revision des Versailler Vertrages. Zum Geleit. In selbem Maß du willst empfangen, mußt du geben; Willst du ein ganzes Herz, so gib ein ganzes Leben! Rückert. Neueste politische Nachrichten. Im Auswärtigen Ausschuß ist nach längerer Ausspruche das Sachlieferungsabkommen zur Erfüllung der Reparationsverpflichtungen gegen die Stimmen der Deutschnationalen und der Deutschen Volkspartei angenommen worden. Die Bundesratsverordnung vom 11. 12. 1916 über die Ersparnisse von Brennstofsen und Beleuchtungsmittel wird in Kürze ausgehoben werden. * Die Gesamtzahl der für das Volksbegehren um Auflösung des Landtages im Freistaat Sachsen abgegebenen Stimmen stellt sich nach der vorläufigen Schätzung auf rund 820000. * * Beim Reichsminister des Innern fanden Basprechungen über Aenderung der Wahlkreise statt. * Dem Reichslage ging ein Gesetzentwurf äber die Schupo zu, der beschleunigt beraten werden soll. In London wurde„zwischen Lloyd George und Poincuree eine zwe Zusammen kunft für Ende Juli verabredet; bis dahin sind keinerlei Zwangsmaßnahmen gegen Deutschland heabsichtigt. Der englische Botschafter Lord Hardinge hat Paris verlassen und sich nach London begeben. „„* vermischte Kunde. In München steht, wegen Vergnügungssteuer zum 1. Juli die Schließung aller Lichtspielhäuser bevor. * Aus dem Dampfer„Avare" bei Hamburg sind bis gestern vormittag weitere 10 Leichen, eine weibliche und 9 männliche geborgen worden. * Nach einer Münchener Meldung der Deutschen Allgem. Ztg. wird die Feier des 450jährigen Bestehens der Universität München am kommenden Sonntag stattfinden. * Die britische Admiralität teilt mit, daß das Schiff Blusti(199 To.), das am 12. d. M. von Portsmouth nach Ingverneß abfuhr, mit der Besatzung von 3 Offizieren und 12 Mann als verloren angesehen wird. Die Einwohnerzahl von Groß=NewYorf hat jetzt diejenige von Groß=London überflügelt. New=Yort zählt nach der Zählung non 1920, wie soeben verössentlicht wird, 7820 000 Einwohner, während London nur 7476 168 Bewohner hat. Wieder einmal hat das unvorsichtige Fensterputzen ein Opfer gefordert. In Köthen verlor ein 17=jähriges Dienstmädchen, das von außen die Fensterscheiven reinigen wollte, das Gleichgewicht und stürtzte auf die Straße, wo es sehr schwer verletzt liegen blieb. An ihrem Aufkommen wird gezweifelt. In Kopenhagen wittet seit einiger Zeit eine wahre Mordepidemte. keine Woche vergeht, in der nicht ein Mord geschieht. Im April wurden fünf Mordtaten gemeldet, darunter ein Lustmord an einem vierjährigen Mädchen. Sie sollen ihn nicht haben, den freien deutschen Rhein! Deutscher Reichotag. Berlin, 22. Juni. Sitzung vom 21. Juni. Allmählich nur füllten sich die Bänke. Am Regierungstisch waren der Reichskanzler Dr. Wirth und Rathenau mit seinen Mitarbeitern, Zur Verhandlung standen das Reparations=Abkommen, das Wiesbadener, das Bemelmann und Gillestabkommen, die vom auswärtigen Ausschuß der Reichstages bereits gebilligt worden sind. Verbunden mit der Beratung dieser deutschfranzösischen Verträge wurden nicht weniger als 6 Interpellationen eingebracht. Fast alle Parteien des Reichstages waren mit diesen schweren Geschützen angerückt. Die Deutschnationalen erhoben Einspruch gegen die Wiesbadener Protokolle, weil diese ohne Zustimmung des Reichstages unterzeichnet worden waren. Die Deutsche Volkspartei fragte, ir an der Behauptung wäre, England und Frankreich wollten die Reichslande neutralisieren. Die Unabh. Sozialdemokraten erwarten Auskunft über das Ergebnis der Verhandlungen mit der Reparationskommission. Das Zentrum erhob Einspruch gegen die von der Entente verfügte Zerstörung von Eisenbahnbauten im besetzten rheinischen Gebiet und interpillierte ferner wegen der Zustände im Saargebiet, ebenso die kommunisten. Der Demokrat Dernburg berichtete eingehend über die Verhandlungen des auswärtigen Ausschusses des Reichstages, in welchem die beiden Rechtsparteien die Reparationsabkommen abgelehnt hatten. Darauf begründeten die Vertreter der Interpellanten ihre Anfrage an die Reichs gierung. Zunächst erhob der deutschnationale Abgeordnete Reichert Einspruch gegen die Wiesbadener Beschlüsse, bei denen man den Reichstag völlig ausgeschaltet hätte. Rathenau habe sich gehörig damit einseifen lassen. Dr. Moldenhauer(D. V.) behandelte die Gefahr der Neutralisierung der Rheinlande und gab ein Bild der seelischen und wirtschaftlichen Not der Rheinländer, die unter der fremden Besatzung seufzen. Der Redner wendet sich mit erfrischender Schärfe gegen die Separatiften im Rheinlande, die er der Hochveräterei beschuldigt. Wenn auch Frankreich nach der Rheingrenze strebe. daß Rheinland werde immer treudeutsch bleiben. Der unabhängige Sozialist Dr. Levi machte die Zustimmung seiner Freunde zur Erfüllungspolitik der Regierung von der besonderen Rücksichtnahme auf die Proletarier beim Erlasse neuer Steuern abhängig. Abg. Dr. Lauscher(Z.) erhob dann Einspruch gegen die Ententenote, die die Zerstörung von Eisenbahnbauten im besetzten rheinischen Gebiet fordert. Der Redner brandmarkte den brutalen Vernichtungswillen der Gegner und stellte fest, daß an der Reichstreue der Rheinländer nicht zu zweifeln sei. Nachdem Dr. Bell(Z.) noch der Not der Saargebiets gedacht hatte, wo ein Vernichtungsfeldzug gegen das Deutschtum eingesetzt hat, wandte man sich der eigentlichen Aussprache zu. Der Staatssekretär für Wiederaufbau, Müller, stellt zunächst fest, daß das Wiesbadener Abkommen einer besonderen Zustimmung der Reichstages nicht bedurft habe. Das sei auch die Ansicht des auswärtigen Ausschusses gewesen. Außenminister Dr. Rathenau ging dann kurz auf die anderen Interpellationen ein. Mit besonderer Wärme im Ton gedachte er der Rheinlande. Die Nachrichten über die Neutralisierung liegen der Reichsregierung nicht vor Sie würde auch niemals für eine Abtretung der rheinischen Gebiete zu haben sein. Der Außenminister besprach dann die Botschafternote: die die Zerstörung rheinischer Bahnbauten verlange. Er betonte, daß alle militärischen Bahnen zerstört sind und daß es gegen den Friedensvertrag sei, wenn die Vernichtung von Linien verlangt werde, von denen die Botschafterkonferenz nur glaube, daß sie einmal militärischen Zwecken dienen könnten. Dr. Rathenau gab der Zuversicht Ausdruck, daß die Botschafterkonferenz von ihrer Forderung zurücktreten werde. Der Minister besprach zum Schluß die unhaltbaren Zustände im Saargebiet, durch die der Friedensvertrag dauernd verletzt wird. Er gab den Saarländern die Zusicherung, daß Deutschland sie niemals vergessen werde. Der Finanzminister Dr. Hermes berichtet dann kurz über seine Pariser Reise, ohne auf ihre materiellen Einzelheiten einzugehen. Er teilte mit, daß er sich keinesfalls darauf festgelegt habe, und auch keine bindenden Zusagen hinsichtlich des Abbauer der sozialen Fürsorge und des Achtstundenarbeitstages gemacht habe. Die Anleihe frage sei nicht begraben, sondern nur vertagt. Was daraus werden soll, wenn sie nicht käme, zu dieser Frage habe die Regierung noch nicht Stellung genommen. Darauf vertagt sich das Haus, in der Weiterberatung auf Donnerstag. Brot und Kriegsschuldlüge. Preußischer Landtag. Berlin, 22. Juni. Sitzung vom 21. Juni. Im preußischen Landtag schloß Mittwoch die Ernährungsdevatte. Für die Demokraten sprach Abg. SchreiberHalle. Er legte zunächst Verwahrung ein gegen die Agitation, die von der Landwirtschaft gegen die Beibeyaltung der Getreideumlage bewirkt wird. Der Redner erkannte an, daß für den Fall der Beibehaktung der Umlage die Preise für die Umlage wesentlich erhöht werden müßten. Bemerkenswerte Worte fand er über die Zahl der Ausländer in Deutschland. So vorteilhaft die Anwesenheit der Ausländer in Deutschland gewissermaßen im wirtschaftlichen Interesse der Landwirtschaft auch sei, bedauerlich sei sie gerade im Bezug auf die Ernährung des deutschen Volkes. Ministerpräsident Braun antwortete sehr er regt, was ihm nachträglich eine leise Rüge des Präsidenten eintrug. Er betonte, daß er lediglich die Landwirtschaft verwarnt und auf künftige Zeiten hingewiesen habe, in der die Landwirtschaft vielleicht auf das Gesamtvertrauen der Bevölkerung mehr rechnen müsse. Dann wurde sie vielleicht noch zur Einsicht kommen, wie verfehlt ihre Politit gerade in der Ernährungspolitik gewesen sei. Die weitere Beratung brachte noch die allgemeine politische Aussprache. Verbunden wurde da gat die Frage der Kriegsschuld, die von den Deutschnationalen mit dem Ausgang des Eisnerprozesses in München zum Gegenstand weiterer Anträge an die Regierung gemacht worden 1665 Abg. Walkraff(D. N.) begründete in eingehenden Worten die Anträge. Für die deutsche Volkspartei sprach der Abg. Dr. Siemer. Er trat für das uns entrissene Oberschlesien ein und erklärte sich gegen die Rutonomie, da der Zusammenhang mit Preußen Oberschlesien nur nützlich sei. Der Mintister Brauuns machte Mitteiluungen über die Möbelverkäufe in der preußischen Gejandtschaft in München. Man fieht, der Aufklärung dieses Falles mit Spannung entgegen. Inmer wieder schiebt sich aber die Kriegs schuldfrage in den Vordergrund der Aussprache. Sogar ruft Abg. Leid(Unaph.): Auch wir verlangen eine Revision des Versailler Vertrages. Abg. Gottschalk(Dem.): Die deutsche Regierung hat es nicht verstanden, den Verdacht der Alleinschuld am Kriege von sich fernzuhalten. Wir brauchen einen neuen Geist der Verantwortung. Donnerstag 11 Uhr: Kleine Vorlagen. Hungersnot in Rußland. Weiterberatung. Etat des Finanzministeriums. Aus Stadt und Land. Schwerte, 22. Juni 1922. Erinnerungen. 1815 Napoleon entsagt dem Thron. 1887 Die Romanschriftstellerin E. Marlitt gest. 1919. Annahme des Friedensvertrages durch die deutsche Nationalversammlung. ** Das Sommerquartal der„Schwerter Zeitung" beginnt mit dem 1. Juli und der Briefträger kommt mit seiner Quittung. Die heimatliche Zei tung kostete in der Friedenszeit etwa so viel im Vierteljahr wie vier bis sechs Brote, und dieses Preisverhältnis besteht heute noch. Da der Brotpreis widerspruchslos anerkannt wird, so darf auch gegen den Zeitungspreis, der im gleichen Verhältnis wie früher ist, kein Einwand erhoben werden. Genau genommen ist der Zeitungspreis biltiger geblieben, denn zur Herstellung eines Blattes gehören viel mehr und viel teuere Materialien, wie zur Herstellung eines Brotes. Und so selbst verständlich wie der Genuß von Brot ist auch das Lesen einer Zeitung. Sie ist notwendige Geistesnahrung, jeder wählt sie sich aus, wie sie ihm zusagt. Der Mittel= und Kleinstädter wandelt mit beiden Füßen fest auf dem Boden des gesunden Menschenverstandes, und er trifft damit oft den Nagel aus den Kopf. In diesem Sinne bewegt sich auch die Heimatzeitung, die weiß, daß sie schließlich nur ein Erzeugnis ihres Lesertreises ist, dem sie dient und dessen Interessen sie nachdrücklich vertritt. Jeder Abonnent gehört durch die Unterstützung, die er seiner Zeitung angedeihen läßt durch den Bezug, mit zur Presse, und so soll es bleiven in beständiger Zusammengetzörigteit. Die fremde Weisheit mag sich auf ihrem eigenen Katheder niederlassen. In diesen harten Zeiten ist es wertvoll, wenn die Bezieher ihre Anschauungen der Redaktion mitteilen. Aus gutem Rat entsteht ein prattisches Werl zur Hilfeleintung und Erleichterung. Ehemalige 158er. Am 15., 16. und 17. Juli findet in Padervorn eine große Zusammentunft aller ehem. 158er anläßlich des 25jährigen Juviläums des ehemaligen Regiments statt. Das Fest verspricht einen glänzenden Verlauf zu nehmen, da mit einer großen Beteiligung von nah und fern zu rechnen ist. Alle Kameraden werden sich freuen wieder mal einige Stunden im Kreise ihrer alten Kameraden zu verleben und die Bande der Freund. schaft zu erneuern und zu befestigen. Nähere Auskunft, Platate und Festfolgen durch Fritz Pommer, Padervorn. * Gemeinden und Wohnungsluxusstener. Der preußische Minister des Innern und der Finanzminister weisen in einer gemeinsamen Verfügung darauf hin, daß die von der Reichsregierung über die Erhebung einer Abgabe zur Förderung des Wohnungsbaues erlassenen Grundsätze für Wohnungsluxussteuern der Gemeinden zwingende Vorschriften sind, von denen Abweichungen nicht zulässig sind. Der Ertrag der Wohnungslurnssteuer darf lediglich zur Förderung der Wohnungsbeschafsung und der Siedlung Verwendung finden. Ferner wird bestimmt, daß die Wohnräume für Hausangestellte denen des Haushaltungsvorstandes hinzugerechnet werden, daß aber Untermieter, die die häusliche„Gemeinschaft des Wohnungsinhabers nicht teilen, für den an sie untervermieteten Teil der Wohnung als eigene Wohnungsinhaber geiten und selbständig zu veranlagen sind. Hierbei ist die Steuerbefreiung vorgesehen für Räume, die gewerblich zur dauernden Untervermietung bestimmt sind, ferner für Räume, die dem Wohnungsamt zur Verfügung gestellt oder nach den Beschlagnahmeverordnungen in Anspruch genommen sind. Wohnungssteuern sind im allgemeinen nur in größeren Gemeinden angebracht, wo unter die Steuer fallende Wohnungen in solcher Zahl vorhanden sind, daß mit Sicherheit auf einen Reinertrag gerechnet werden kann, der in angemessenem Verhältnis zu den Veranlagungs= und Erhebungskosten steht und einen nennenswerten Beitrag zur Förderung des Wohnungsbaues und der Siedlung darstellt. ** Bismarckseier auf Hohensyburg. Wie uns die Straßenbahnverwaltung mitteeilt, werden anläßlich der Bismarckfeier am Samstag von Nachmittags 1 Uhr ab die Wagen von Hörde bis Wefthafen durchgeführt, das sonst notwendige Umsteigen auf dem hiesigen Marktplatz fällt daher fort. ** Niedrige Kirschenpreise werden aus RheinHessen gemeldet. An der obstgesegneten Bergstraße werden zurzeit die Kirschen von den Händlern mit 4.50 bis 5 Mk. das Pfund verkauft. Man rechnet dort angesichts des reichen Erntesegens mit einer weiteren Preissenkung. Und gegenwärtige Preis von 18 bi Ermäßigung erfahren wird? lieber Leser! ** Prüfungen Obersetunda kunft nur noch im Junge Leute, welche, ohne Lehranstalt zu sein, dieses len, haben, sofern sie durch den Wohnort der Eltern oder durch den Ort der zuletzt von ihnen besuchten öffentlichen Schule dem Amtsbereich des westsälischen Provinzialschultollegiums angehören, die Meldung zu dieser Prüfung spätestens bis zum 1. Jannar oder 1. Juli eines jeden Jahres einzureichen. Der Meldung sind beizufügen: 1. Ein Lebenslauf mit ausführlicher Darlegung des Bil. dungsganges seit Abgang von der öffentlichen Schule; 2. das letzte Schulzeugnis(Abgangszeug= nis von einer öffentlichen Schule); 3. etwaige Privatzeugnisse über nachher empfangenen Unterricht; 4. ausführliche Angabe des durchgenommenen deutschen und fremdsprachlichen Lesestoffes; 5. eine Angabe, ob, wo und wann schon früher der Ver such gemacht worden ist, das Zeugnis zu erwerven; 6. ein Ausweis von der Polizeibehörde über das sittliche Verhalten seit Abgang von der öffentlichen Schule. ** Ich bin ein Deutscher! Folgendes Bekennt nis zum Deutschtum verdient weiteste Verbreitung. In einem Aussatz in der„Deutschen Zahnärztlichen Wochenschrift“, kündigte Professor Reinmöller in Erlangen an, daß er in seine Vorlesungen Ausländer aus den Feindbundstaaten so lange nicht hineinläßt, als der Schandvertrag von Versailles bestehe. Möge dieses Vorbild im deutschen Bürgertum allgemeine Nachahniung finden. In den Feindbundstaaten fällt ein solcher oder ähnlicher Entschluß gegen die„Hunnen“ als selbstverständlich nicht besonders auf. Lerne von den Feinden das das deutsche Volk endlich Nationalstolz und völktsches Eigennutzgefühl. ** Zur Aufklärung! Wie uns das städtische Wohlfahrtsamt mitteilt, ist bis jetzt von der Leitung der Ringkämpfe der angeblich für die Armen der Stadt bestimmte Betrag von 1000. noch nicht überwiesen worden. Uns war die Notiz seinerzeil von der Kampfleitung mit der Bitte um Veröffentlichung zugegangen. ** Die Milch wird wieder teuerer! Nach einem Beschluß des westf. Milchpreisausschusses, der sich aus Vertretern der Landwirtschaft, der Molkereien, der Gemeinden und der Verbraucher zusammensetzt, wurde mit Rücksicht auf die allgemeine Teuerung beschlossen, den Erzeugerpreis für Milch auf 5.50 M zu erhöhen. Der Kleinhandelspreis stellt sich auf 8.80 M pro Liter ** Neue Zehnmarkmarke. Eine neue Briefmarke zu 10 A hat jetzt die Reichsdruckerei wenigstens in Rollenform hergestellt. Sie ist in Buchdruck nach dem Entwurf Szesstokat in roter Farbe mit rosafarbenem Unterdruck ausgeführt, zeigt also das bekannte Posthorn der Zweimartmarke, eine Zeichnung, die wohl am wenigsten von allen neueren Entwürfen Beifall gefunden hat. In Bogen sollen die Marken erst später geliefert werden. ** Schützet den Wald! Vom Verein preußischer Staatsförster wird uns geschrieben: Eine große Anzahl Waldbrände werden durch Unachtsamkeit und Leichtsinn hervorgerufen. Tausende von Hektaren wertvoller Waldfläche fallen ihnen alljährlich zum Opfer. Achtlos weggeworfene Streichhöl zer, Zigaretten oder Zigarrenreste sind zum größ ten Teil die Ursachen der Brände. Wenn außer dem Wandernde offene Feuer im Walde anzünden und dadurch Waldbrände perursachen, so ist dies sträflicher Mißbrauch mit dem Nationaleigentum des Volkes. Gewiß wird niemand der wandernden Jugend die Freude an den Schönheiten der Natur verkümmern wollen, verlangen kann jedoch die zu seinem Schutze beitragen. Es sollte genügen, sich an seiner Schönheit zu erfreuen, nicht notwendig ist aber, gedankenlos Zweige oder Blätter der Bäume sabzuschneiden oder abzureißen. Geschiehzt es trotzdem, so wird der Baum seiner wichtigsten Nahrungsquellen beraubt, denn er kann nicht leben ohne Nadeln oder Blätter. Jede Verminderung dieser zum Wachstum notwendigen Baumteile hat Verlust an Holzzuwachs im Gefolge und Wenige machen auch hier ein Viel. Ferner ist überflüsstg, Namen und symbolische Zeichen in die Rinde der Bäume zu schneiden und sie dadurch zu verschau deln. Die feinen Bastzellen werden zerschnitten und das Aufsteigen des Gaumsaftes wird zerstört. Jeder Besucher des Waldes halte sich daher stets vor Augen, daß alle Beschädigungen zusammenge rechnet Millionenwerte ausmachen, die gnnächst zwar Staat und Besitz, in Wirklichteit jedoch die Gesamtheit des Volkes belasten. ** Was ins Strafregister kommt. Die Strafregisterverordnung wird wieder verschiedentlich geändert. Verurteilungen zu Verweis oder zu Geld. strafen bis zu 150 A werden jetzt mitgeteilt, wenn die Verurteilung geeignet ist, bei Aburteilung einer späteren Straftat die Strafe wegen Rückfalles zu begründen. Verurteilungen zu Verweis od. Geldstrafen sind nicht mitzuteilen, wenn die Strafe wegen einer Uebertretung verhängt ist. Dem Strafregi ster ist serner Mitteilung zu machen, wenn der Verurteilte vorläufig entlassen worden ist, dabei ist der Tag der Entlassung anzugeben. Eine Mitteilung erfolgt auch, wenn die vorläufige Entlas sung widerrufen worden ist. ** Freiwillige Feuerwehr. Auf die heute (Donnerstag) abend 8 Uhr stattfindende Uebung seien die Ritter des Rauchhelms auch an dieser Stelle nochmals besonders aufmerksam gemacht; desgleichen auch auf die anschließende Generalversammlung im Lokale Kordeck mit sehr wichtiger Tagesordnung. Volkshochschule. Der Lehrgang des Herrn Lehrer Schluchtermann=Hörde findet von heute ab nicht mehr im Lyzeum, sondern im Realgumnasium statt.— Die Volkshochschule in Lüdenscheid lädt ein zum„Sonnwend=Volksboch= schul=Treffen“ von Hörern und Lehrern der Volkshochschulen Westsalens am 24. und 25. Juni 1922 (Samstag und Sonntag.) Für Freiquartiere werden die Mitglieder der Lüdenscheider Volkshochschule Sorge tragen. Sofortige Anmeldungen sind erbeten an: Wilh. Lösenbeck, Werdohlerstraße 10. ** Der Frechheit der Spitzbuben wird in letzter Zeit immer größer. So haben in einer der letzten Nächte Geflügelliebhaber dem Stall des Hausmeisters am Gymnasium einen Besuch abgestattet. Da die Stalltür ihren Angriffen widerstand, haben die unwillkommenen Gäste ihren Weg über das Dach genommen, haben eine Anzahl Dachziegel entfernt und sind in den Ställ eingedrungen, wo ihnen eine Anzahl Hühner zur Beute wurden. Leider fehlt von den Spitzbuben noch jede Spur. ** Die evangelischen Gemeinden unserer Provinz rüsten zur Notopfersammlung für die Anstalten und Werke der Inneren Mission, die seit Jahrzehnten den an Leib und Seele leidenden Gliedern der Gemeinden gedient haben. Ihre Liebesarbeit hat unendlich viel Not gelindert und viel Segen gestiftet. Je mehr unser Geld entwertet wurde, um so eindringlicher pocht Sorge und Not an die Pforten dieser Häuser und droht ihre segensreiche Arbeit zu lähmen. Schon manchen Bittruf haben wir in den letzten Wochen aus den BeM bei uns? Ob der s 20 Ml. wohl eine Hoffen wir das Beste, zwecks Erlangung der Reise für Schlußprüfungen) finden in ZuÖster= und Herbsttermin statt. Schüler einer höheren Zeugnis erwerben wol Allgemeinheit, daß sie ihre Mahlzeiten außerhalb des Waldes bereitet! Zudem ist Rauchen und Frueranzünden während des Frühjahrs und Sommers gesetzlich vervoten und wird bestraft. Bei die er Gelegenheit sei auch darauf bingewiesen,#aß bei Waldbränden jeder zur Hikfeleistung beim Köschen gesetzlich verpflichtet ist. Auch jeder anrer Besucher oder Nutznießer des Waldes kann Haltiziervial. Rontan von Reinhold Ortmann. 271(Nachdruck verboten.) „Es wäre auch schlimm gewesen, wenn ich gar zu kläglich hinter der bezaubernden Königin unseres Festes zurückgeblieben wäre. Ich wette, daß die Wassilewska morgen wahre Verheerungen unter den Männerherzen anrichten wird. Diese Frau,“ fuhr Hudert fort,„ist in ihrem Kleopatrakostüm von einer geradezu sinnverwirrenden Schönheit.— Nun, du wirst dich ja heute abend selbst davon überzeugen, denn ich bin gekommen, um dich zu unserer Generalprobe abzuholen. Besondere Toilette brauchst du nicht erst zu machen, und der Wagen steht vor der Tür.“ Die Ueberraschung war ihm jedenfalls gelungen, aber von der Freude, die er damit zu erregen gehofft hatte, zeigte sich wichte „Es ist sehr freundlich von dir, Hubert— aber du bist mir hoffentlich nicht böse, wenn ich lieber darauf verzichte.“ „Aber warum denn, Schatz?— Wenn du durchaus nicht im Straßenkostüm mitkommen willst, so warte ich eben noch eine Viertelstunde. Aber es wären wirklich keine Unstände nötig, denn es werden kaum zwei oder drei Dutzend Personen zum Zuschauen da sein.“ „Es ist auch nicht deshalb. Du weißt, die Toilettenfrage hat für mich nie eine besondere Bedeutung. Aber ich fühle mich etwas abgespannt, und man muß doch wohl in der richtigen Stimmung sein, um ein solches Schauspiel nach Verdienst zu würdigen.“ Verletzt und befremdet runzelte Hubert die Stirn. „Es macht dir also kein Vergnügen? Und warum nicht? Veimutlich nur deshalb nicht, weil du weißt, daß es mir Vergnügen macht!“ „Das war ein häßliches Wort. Aber muß denn wirklich alles, was dir Freude bereitet, auch mir zur Freude ereichen?“ „Na, da haben wir ja ein unumwundenes Zugeständuis. Jetzt fehlt weiter nichts, als daß du im letzten Augenblick erklärst, auch morgen lieber zu Haus bleiben zu wollen.“ Sie blickte zu ihm auf, und ohne sich durch seine finstere Miene einschüchtern zu lassen, sagte sie: „Es war allerdings meine Absicht, dich um deine Einwilligung dazu zu bitten.“ Es war angenfällig, daß er ein heftiges Wort auf den Lippen hatte, aber er besaß ausnahmsweise Selbstbeherrschung genug, es noch zu unterdrücken. Die nackten, muskulösen Arme über der Brust verschränkend, sah er ein paar Sekunden lang schweigend auf seine Frau herab. Dann, da sie ersichtlich gewillt war, auf jede mildernde Motivierung ihres Wunsches zu verzichten, erwiderte er endlich: „Du bist also eifersüchtig auf die Grifin?“ Ohne daß sich eine Linie in ihrem schönen Gesicht verändert hätte, schüttelte Helga den Kopf. „Ich kann auf ihren Triumph nicht eifersüchtig sein, da mir an solchen Ehren nichts gelegen ist und da ich ihr freiwillig den Platz abgetreten habe, auf dem sie morgen glänzen soll.“ „Nun, deine Eifersucht könnte ja am Ende auch noch eine andere Ursache haben als diese." „Das verstehe ich nicht, Hubert! Aber ich kann dir jedenfalls versichern, daß ich niemals und aus keinem wie immer gearteten Grunde eisersüchtig sein könnte auf eine Person, die ich verachte.“ „Ein großes Wort!“ höhnte er.„Würdig der Enkelin eines hamburgischen Senators! Also du verachtest die Gräfin Wassitewska? Und wodurch, wenn es erlaubt ist zu fragen, hat sie sich das Unglück deinet Verachtung zugezogen?“ „Ich glaube nicht, daß sie sie als ein nennenswertes Unglück empfinden würde. Damen dieses Schlages pflegen nach der guten oder schlechten Meinung anderer Frauen sehr wenig zu fragen.“ „Woran sie recht wohl tun, wie mir scheint. Aber ich ersuche dich nochmals uum eine Begründung deines wegwersenden Urteils über die Gräfin.“ „Was kann dir daran gelegen sein, Hudert?“ „Was mir duran gelogen ist?“ fuhr er alei.„7“f“e also ohne Widerspruch geschehen lassen, dan mein... 4 ohne jeden Anlaß eine Dame beschimpft, die ich aufrichtig verehre, und an deren Wohlwollen mir sehr viel— hörst du, Helga?— sohr viel gelegen ist? Fühlst du nicht, daß es eine Erbärmlichkeit wäre, wenn ich das dulden wollte?“ „Entschuldige! Ich konnte nicht voraussehen, daß meine Aeußerung dich so empfindlich verletzen würde— nach allem, was du selbst mir von dieser Gräfin gesagt hattest.“ Es war ihm augenscheinlich sehr unangenehm, an seine damaligen Mitteilungen über die Vergangenheit der schönen Polin erinnert zu werden. Und sein Unbehagen äußerte sich in einer gesteigerten Gereiztheit gegen Helga. „Was habe ich denn eigentlich von ihr gesagt? Daß sie das Mißgeschick hatte, als unerfahrenes, junges Ding auf das Machtgebot ihres Vaters in eine Familie von halben Idioten hineinheiraten zu müssen? Ist sie dafür verantwortlich, wenn ein paar degenerierte Narren in der Verrücktheit zur Pistole des Selbstmörders oder des Duellanten griffen? Nach meiner Ueberzeugung war es um den einen so wenig schade wie um den anderen.“ „Und doch nanntest du sie, als du hier zum ersten Male von ihr sprachst, eine schöne Teufelin?" „Ach, das war in einem ganz anderen Sinne gemeint, als du es jetzt zu deuten versuchst. Ist es denn schon dahin gekommen, daß ich vor meiner Frau jedes Wort auf die Goldwage legen und nach Tagen oder Wochen über jedes Wort Rechenschaft geben soll?“ „Nicht ich bin es, die Rechenschaft von dir verlangt, sondern du hast mich aufgefordert, mein Urteil zu rechtfertigen. „Was du dann auf echt weibliche Art getan hast. Nun, ich verzichte darauf, deine weiteren Gründe zu hören. Aber ich bitte dich sehr dringend, in deiner Kritik der Gräfin Wassilewska künftig etwas vorsichtiger und zurückhaltender zu sein.“ „Es muß dir genügen, von mir zu hören,“ fuhr Hubert fort,„daß die Frau ebenso wohlgegründeten Anspruch auf Achtung hat wie du, und daß ihre Freundschaft aus verschiedenen, sehr triftigen Gründen für mich überaus wertvoll ist. Ich würde es geradezu als einen Akt der Feindseligkeit gegen mich ansehen müssen, wenn du ihr anders als rückchiovoll und sreundlich begegnest.“ (Fortietzung folgt.) theler Anstalten, aus dem Krüppelheim in Volmarstein gehört. Das Wittener Diatonissenhaus. deren Schwestern der hiesigen evangel. Gemeinde sowohl im Krantenhaus, wie in der Pflege der Hauskranken und Hausarmen schon lange Jahre treue Dienste geleistet haben, steht infolge seiner wirtschaftlichen und seiner Personalnot vor schwerwiegenden Entschlüssen. Es muß Schwestern zurückziehen, vielleicht auch von hier. Wir können es noch gar nicht ausdenken, welche Folgen das für das evangelische Gemeindeleven haben wird. Es isr zunächst heilige Pflicht, diese Anstalten durch Gaben so zu unterstützen, daß schwerwiegende Folgen, wie die Einschränkung oder gar Aufgabe dieser Arbeiten der christlichen Liebestätigkeit abgewandt werden. Zu dem Zweck soll in unserer Provinz und Gemeinde am 3., 4. und 5. Juli eine Notopfersammlung veranstaltet werden. Alle, die dabei mitzuwirken bereit sind, werden auf Don nerstag, 22. Juni, ½6 Uhr, in das Gemeinoehaus eingeladen. Bei dieser Gelegenheit wird über die Notlage berichtet und die Durchführung der Sammlung mit den Helsern und Helferinnen näher besprochen. ** Sonderveranstaltungen der Voltshochschule. Der Ausschuß der Volksbochschule hat in seiner gestrigen Sitzung folgende Vorträge als Sonderveranstaltungen für das Winterhalbjahr in Aussicht genommen: Karl Wagenfeld, Münster: Westfälische plattdeutsche Dichtungen mit Proven. Prof. Ferdinand Gregori, Berlin: Fröhliche Dichtungen, Geh. Hofrat Dr. Martersteig, Gräfeling bei München: Spenglers„Untergang des Abendlandes", Anneliese Wintgens und Elisabeth Wolfram, Dortmund: Tanzavend mit einleitendem Vortrag von Dr. Kramer. Privatdozent Dr. Lukas, Münster: Wirkung des Friedensvertrages auf die deutsche Volkswirtschaft, Dr. med. Aigner, Charlottenburg: Oktultismus und seine Abarten. Näheres über diese Sonderveranstaltungen wird noch bekannt gegeben. ** Ueber das Reichsmietengesetz und die Ausführungsbestimmungen wird morgen(Freitag. abend 8½ Uhr der Syndikus Conradi=Witten in einer Versammlung des Haus= und Grundbesitzer vereins im Hotel Jungesblut einen aufklärenden Vortrag halten. Näheres über die Versammlung folgt noch durch Anzeige. ** Ein interessanter Lichtbildervortrag fand am Freitag abend in der Ortsgruppenversammlung der technischen Nothilfe statt. Der Landesunterbezirksleiter Herr Ober=Ing. Bendir verstand es, die anwesenden Mitglieder und Gäste durch seine Darbietungen bis zum letzten Augenblick zu fesseln. Die Anwesenden waren von den Darbietungen voll befriedigt.= Anmeldungen neuer Mitglieder werden beim Ortsgruppenführer entgegengenommen. ** Ein neues Buch. Im Herbst erscheint„Kaiser Wilhelm, II.“, Ereignisse und Erlebnisse aus den Jahren 1878—1914. Preis gebunden etwa 150 A. Das Buch, welches den Herbst= und Weihnachtsmarkt beherrschen wird, dürfte gewaltiges Aufsehen erregen und liegt die Gefahr nahe, daß es bald vergriffen sein wird. Es empfiehlt sich daher. Bestellungen auf dasselbe umgehend an die Buchhandlung C. Braus zu richten. Westhofen, 21. Juni. Sängerpreise. Auf einem in Iserlohn stattgehabten Gesangwettstreit konnte der M.=G.=V.„Eintracht“ in der 3. Klasse den 2. Klassenpreis und den 1. Ehrenpreis erringen. Wir gratulieren zu diesem schönen Erfolge. den Provinzen. Hagen, 20. Juni. Ein' schwerer Raub überfall ereignete sich gestern abend in Delstern. In einer Wirtschaft besand sich ein Arbeiter auf dem Abort, ale plötzlich die Tür aufgerissen wurde, und er zwei Schläge mit einem Hammer auf den Kopf erhielt. Der Räuver entriß dann dem Ueber fallenen die Brieftasche mit 600 K und die Uhr Trotz der heftigen Schmerzen war es dem Angegrifsenen noch möglich, dem Räuber nachzusetzen und um Hilfe zu schreien. Auf der Straße brach der Schlerverletzte jedoch besinnungslos zusammen. Durch die Hilferufe aufmerlsam gemacht, nahmen nun Vorübergehende die Verfolgung des Flüchten den auf. Mit vereinten Kräften gelang es die sen, den Räuber einzuholen und der Polizei zu übergeben. Unterwegs hatte der Räuber allerdings die Brieftasche des Beraubten fortgeworfen, doch konnte ihm die Uhr noch abgenommen werden. Der' Räuder, der Arbeiter Wilhelm Rumler aus der Riegestcaße, wurde dem Gerichtsgefänguis zugeführt. Lüdenscheid, 21. Juni. Ein Ueberschüsse erbringender Fuhrpark. Der Lüdenscheider städtische Fuhrpart warf im Monat April einen Ueberschuß von 16 000 M für die Stadt ab, im Mai einen solchen nach reichlicher Abschreibung von 49000 M. Neubeckum, 20. Juni. 200 Wagen Holz durch Feuer vernichtet. Vorgestern ist das der Grubenholzgroßhandlung Gustav Moll, Neubeckum, gehörige Hauptlager in Gentheim(Bez. Magdeburg) mit einem Vorrat von rund 200 Wag gon Grubenholz im Werte von mehreren Millionen Mark in wenigen Stunden total abgebrannt. Paderborn, 21. Juni. Grausiger Fund. Im Altenbekener Walde fand eine Frau beim Holzsammeln die Leiche eines unbekannten Mannes, die schon stark in Verwesung übergegangen war und mutmaßlich an der betreffenden Stelle schon ein halbes Jahr gelegen hat. An der Stirn des Toten. der offenbar den besseren Ständen angehört hat, war eine Schutzwunde nachzuweisen. Man nimmt an, daß der Unbekannte selbst den Tod. gesucht hat. In seiner Brieftasche fand man 100 Mark Geld und das Blatt eines Abreißkalenders vom 21. November 1921. Vielefeld, 20. Juni. Die Strafkammer verurtrilte die bei der hiesigen Spartasse angestellte Kassengehilfin Charlotte Zimmermann wegen Unterschlagung von 172000 M Sparkassengeldern zu 1 J a h r G e f ä n g n i s. S t r a f m i l d e r n d k a m i n B e tracht, daß die Sparkassenvenwaltung es an jeder Kontrolle hatte fehlen lassen Die Zimmermann# hat die große Geldsumme in 4 Monaten verjubelt, uo Korben W u. oport Sportliches Allertei. Die Deutsche Turnerschaft hälr eine Hauptausschußsitzung am 3. und 4. August im Jahnhause zu Freyburg a. N. ab. Die Stadt Leipzig hat für den Ausbau ihres Flugplatzes 10 Mill. A bewilligt. Auf dem Flugplatz Croydon in England wurde ein neuartiges Leuchtzeichen aufgestellt, mit dem man bereits die besten Erfahrungen gemacht hat. Es bestehl aus einrm mehrere Moter hohen weißzen Kegel, auf den das Licht nach unten geworsen wird. Dieser Kegel bietet selbst bei nebligem Wetter auf weithin eine sichere Ansteuermarke. Die langersehnte Einigung der Deutschen Turnerschaft mit den Deutschen Sportverbänden scheint sich zu verwirklichen. Alle Verbände haben sich bereit erklärt, den Konflikt einem Schiedsge richt zu unterbreiten und dessen Schiedsspruch an zuerkennen. Der belgische Aro=Club schreibt für den 23. bis 25. Juni einen Internationalen SportflugzeugWettbewerd aus. Er findet auf dem Flugplatz Cvere bei Brüssel statt.„Zugleich wird eine Ausstellung des Luftbildwesens veranstaltet. Die englische Regierung hatte einen Preis von 50000 Pfund Sterling ausgeschrieben für einen seg. Hubschrauber. Bedingungen sind: Das Flug zeug muß mit eigener Kraftquelle an Bord sich bis zu 620 Meter Höhe erheben, es muß ferner in einem Winde von 32 Stundenkilometer eine halbe Stunde lang an derselben Stille in der Luft stehen bleiben in demselven Winde ohne. Motorbewegung und ohne Vorwärtsbewegung sich wieder zur Erde begeben können, und endlich mn es auch die Fähig keit einer Horizontalgeschwindigkeit von 96 Stun denkilometer aufweisen. Das Straßenzennen„Rund um Italien“ hat zu einem Konflitt goführt. In der dritten Runde hat ein Teilnehmer ein weggeworfenes Rad mit dem Rad eines nicht beteiligten Fahrers vertauscht und wurde deshalb mit einer Straie von 25 Minuten einen ansehnlichen Teil hat ihr Bräutigam, der Ungestellte Ernst Ringsdorf, erhalten, der wegen Hehlerei mit 1 Mon. Gefängnis davonkam. Vielefeld, 20. Juni. Jagdsteuer. Der Landreis WVieicieto beabsichtigt eine Jagd eurer ühren, die 15 Prozent des Pachtpreises=betragen soll. Beckum, 21. Juni. Todessturz. Heute morgen gegen 11 Uhr ereignete sich am Schornsteinneubau auf dem Zementwerk Westfalia ein schwerer Unglücksfall. Der Bauhilfsarbeiter Matzmeier fiel aus einer Höhe von über 70 Meter vom Gerüst und war sofort tot. Der Verunglückte hinter läßt Frau und zwei Kinder. Bottrop, 20. Juni. Verhaftete Eisen bahnräuber. Aus dem hiesigen Güterbahnhof wurden nachts von der Kriminakpoltzei drei Bahnräuber verhaftet, die in der letzten Zeit wiederholt Güterwagen erbrochen und beranbt hatten. Buer, 21. Juni. In einem Kessel mit beißem Wasser verbrüht. Das drei Jahre alte Söhnchen der Eheleute Michalowsti, BuerResse, Ahrenstraße, fiel in einem unbewachten lugenblick in einen Kessel mit heißem Wasser. Das Kind starb bald darauf an den Folgen der erlittenen Brandwunden. Lehle Brühtmeidungen. Sozialdemekratie und Reichstagsauflösung TU. Berlin 22. Juni. Entgegen den beschwichtigenden Meldungen einiger Blätter stellte der„Vorwärts“ heute fest, daß der gestrige Tag keine Entspannung der inn erpolitischen Lage, sondern eine Steigerung gebracht hat. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion habe sich gestern in vielstündigen Beratungen mit der gesamten innerpolitischen Lage beschäftigt, über deren Ernst man sich nicht täuschen solle. herrscht volle Einmütigkeit in allen Fragen, vor allem auch varüber, daß die Sozialdemokratie die einzige Partei ist, die eine Reichstagsauflösung nicht zu fürchten hat. Ein neuer Friegsbeschuldigten=Prozeß. TU Leipzig, 22. Juni. Wie bereits gemeldet, beginnt am 28. Juni vor dem zweiten Strafsenat des Reichsgerichts ein neuer Kriegsbeschuldigten=Prozeß Angeklagt ist der Berliner Arzt Dr. Oskar Michelsohn, der von Frankreich beschuldigt wird, als leitender arzt des Lazaretts Effy Gefangenenmißhandlungen geduldet zu haben und den Tod von Zivilgefangenen verschuldet zu haben. Der Angeklagte bestreitet jede Schuld Für die Verhandlungen sind 60 Zeugen geladen, darnnter etwa 40 Franzosen Tote beim Hambuiger Schiff=unglück. TU. Hamburg, 22 Juni. Die Aufräumungsarbeiten an dem gekenterten Dampfer Avare sind soweit erledigt, daß der Taucher seine Arbeiten einstellen konnte. Die behördlichen Nachforschungen haben ergeben, daß das Unglück 37 Todesopfer gekostet hat. Es sind also somit noch 22 Leichen zu bergen. Eingegangene kommunistische Zeitung. TU. Stettin, 22 Juni. Der„Stürmer“, das Organ der Kommunisten in Stettin, hat wegen der ständig wachsenden Teuerung sein Erscheinen einstellen müssen Handel und Borse Auslands Wechselkurse der Berliner Börse (Devisenkurse) Man zahlte deutsche Mark: für zentzuflug belegt. Mit dieser Maßregelung waren die übrigen Konturrenten nicht einverstanden, sämtliche bekannten Fahrer traten nicht mehr zur vierten Runde an. Im Fußballkampf zwischen Westdeutschland und Norddeutschland in Essen trugen die Einhei mischen mit 5 zu 3 den Sieg über Norddeutschland davon. Der Schießklub Hamburg=Altona veranstaltete ein Internationales Wurftauben=Schießen, das die Deutschen nicht nur sicher gewannen, sondern bei dem sie auch einen neuen Weltrekord aufstellten. Die deutsche Mannschaft erzielte auf 600 Tauben 556 Treffer, Finnland brachte es auf 217, Oester reich auf 514, Holland auf 512, Bei den deutschen Kampfspielen steht eine Massenbeteiligung der Radfahrer bevor. Rund 700 Feilnehmer aus dem Reich u. aus Oesterreich sind gemeldet. An der Fernfahrt Hamburg=Berlin beteiligen sich über 200 Fahrer. Bei den 100 Km. Wanderfahrten, die als Auftaft zu den Kampfspielen am 25. Juni in allen Teilen Deutschlands stattfinden, rechnet man mit einer Beteiligung von 15 000 bis 20000 Wanderfahrern. * * T u r n u n d B a l l s p i e l v e r e i n. D i e S c h ü l e r a b teilung beteiligte sich am Sonntag an dem Bezirks ugendwetturnen in Hemmerde. Obwohl die Vorereitungen zu diesem Wettkampfe auf eine kurze eit beschränkt werden mußten, konnten die jugendichen Turner dennoch schöne Erfolge erringen, und war: Jahrgang 1904=05 Wilh. Kramer 5. Kr. mit 10 P., Erich Kirchhoff 7. Kr. mit 101 P.. Willi Schöne 14. Kr. mit 94 P., Jahrgang und dar unter: Erich Köster 25. Kr. mit 97 P., Kritz Koch Kr. mit 96 P., Werner Kramer 28. Kt. mit 91 Arthur Steinkühler 29. Kr. mit 93 P., Ferner onnte die Jugondstassel(Hanebaum, Kramer. Kirchhoff und Sator in der 4 mal 100 Meter=Staf iel inapp hinter„Eintracht“ Dortmund den 2. Sieg erkämpfen. volkswirtschaft 100 belgische Franken 100 dänische Kronen.. 1 englisches Pfund 100 französische Franken 100 holländische Gulden 100 italienische Lire... 100 polnische Mark... 100 schwedische Kronen. 100 schweizerische Franken 6042,40 90 tschechische Kronen.. 607.20 am 20 6 2601,70 6751.55 1400.70 2731,55 12209,70 1538.05 7.30 8124,80 am 21. 6. 2676.65 6941,30 1438.20 22205 12484.35 1593.— 7.30 8329.55 6157.25 620.20 Eingesandt. Für Artikel unter dieser Rubrik übernimmt die Redaktion nur die preßgesetzliche Verantwortung.) Zur Elternbeiratswahl auf der Schwerterheide. Unter den Eltern der Schwerterheide besteht große Erregung, denn anläßlich der vorzunehmen Elternbeiratswahl am vorigen Sonntag hat sich eine tolle Geschichte zugetragen. Die Wahl ist ämlich durch den Wahlvorstand in letzter Minute einsach nicht vorgenommen worden. Als um 12 Uhr der erste Wähler in Gestalt des SpitzenkandiLaten der Belennntnisschule, Herr Ritter, erschien, ertlärte der Wahlvorstand, die Wahl finde nicht statt. Ritter habe den Leuten nicht genug Aufklä rung über die Schularten gegeben, die von ihm an gesertigten Stimmzettel seien nicht vorschriftsgeläß, drittens habe er die Urne vom Rathause nicht geholt.(Das ist Sache des Wahlvorstehers.) Gründe für die Nichtabhaltung der Wahl waren nicht vorhanden. Die beiden Listen waren ordnungsmäßig eingereicht und veröffentlicht worden. Die Wahl hätte unter allen Umständen stattfinden müssen. Denn Ziffer 9 der Wahiordnung lautet: „Einsprüche gegen die Wahl sind binnen 2 Wochen nach Feststellung des Wahlergebnisses zulässig. Sie lönnen jede vor oder bei der Wahl vorgekommene Unregelmäßigkeit betreffen, haben aber keine aufschiebende Wirkung.“ Ueber die Einsprüche entscheidet die Schulaufsichtsbehörde. Givi sie dem Cinspruch statt, so setzt sie zugleich einen neuen Wahltermin fest.“ Da nach Ziffer 8 über die Wahlhandlung und die Fesestellung des Wahlergebnisses ein Prototoll aufzustellen ist, das von sämtlichen Mitgliedern des Wahlvorstandes unterschrieben werden muß, so ird die Schulaussichtsbehörde Licht in die dunkle Angelegenheit bringen und einen neuen Wahltermin festsetzen. Die Wahl ist offenbar unterlassen worden, weil bei den Hausbesuchen durch Herrn Ritter sechs Tiebtel aller Eltern sich für die Bekenntnisschule ausgesprochen, der Wahlvorsteher aber eine Gegenliste aufgestellt hatte. Die Nichtabhaltung der Wahl durch den ordnungsmäßig gewähln Wahlvorstand lann also nur als ein Akt der Willtür bezeichnet werden, und dabei sind die Elternbeiratswahlen durch Erlaß des Herrn Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung vor 2 Jahren selbst angeordnet worden. Wenn jemand ein Ehrenamt übernimmt, so muß man erwarten, daß der betreffende dieses Amt ordnungsmäßig ausübt. Wo keine Ordnung mehr herrscht, da muß er abwärts gehen. Wahrhaftig, die Zustände in Deutschland werden täglich schöner und interessanter. Studienrat Friever. nmm ntiie Berliner Börsenkurse vom 21 Juni 1922 milgeteilt vom Barmei Bank=Verein, Schwerke 5% Deutsche Reichsanleihe Barmer Bank=Verein Deutsche Bantz....... Diskonto Dresdner Bank Hamb.=Amer.=Pak. 382 Allgem. Elektr.=Ges. 626 Baroper Walzwerk 920 Bochumer Guß... 1000 Bösperde Walzwerk 861 Damnler Motoren 405 Deutsch=Luxemburg 957 Deutsche Kaliwerke. 2175 Dynamit 601 Elberf Farbw. 648 Essener Steinkohlen......... 1175 Gelsenhirch. Bergw 990 Gasmol. Deutz.. 680 Harpener Bergw. 1782 Hasper Eisen....... 2540 Hoesch 1098 Humboldt Masch. 521 Mannesmann 980 Oberschles. Eisend.=Bed. 775 Orenstein& Koppel............ 965 Phönix Bergbau 1440 Peisholz Pap. 45 Rhein. Stahlwerke 952 Rombacher 494 Schuckert 625 Siegen=Solingen..... 390 Ver. Di. Nickeiwerke........ 1132 Westf. Drahl=Ind. Wesif. Eisen, Langendreer......... 468 Sankt Vürotratius bei der Eisenbahn an der Arbeit. In der Woche nach Pfingsten beobachtete der Vorsitzende des Betriebsrates der B. W. Schwerte dem„Wege zur Arbeit, daß mehrere Arbeiter der Bahnmeisterei und Station Schwerte unter der Uinterführung an der Bahnhofstraße mit Aufräumungsarbeiten beschäftigt waren. Der Vorsitzende stug nun einen der Bediensteten, ob die Eisenbahn zu diesen Aufräumungsarbeiten verpflichtet sei. Die Wißbegierde dieses Kollegen zeitigte nun fol gendes bürotratisches Kunststückchen: Der Arbeiter hatte den Dienststellenvorsteher von dieser Frage verständigt. Der gute Mann hatte nun nichts eiligeres zu tun, als dem Betriebsamt von diesem Vorall Meldung zu machen und sich über den Fragesteller zu beschweren. Das Betriebsamt leitete die Beschwerde an das Maschinenamt weiter und dieses ordnete nun ein hochnotpeinliches Untersuchungsverfahren an. O. St. Bürokratius, was treibst du für schöne Blüten! Wir fragen nun das Maschinenamt Hagen, wieviel Porto. Papier und Zeitverlust über diese Sache noch verschwendet werden soll. Wenn auf diese Weise die Wirt schaftlichkeit gehoben werden soll, wird das Milli ardendefizit nie verschwinden. Wir machen zur Hehung der Wirtschaftlichkeit den Vorschleg. nan Steülc dieser Vürolrten Prattiter zu setzen, die den demotratischen Geist der Neuzeit erfaßt haben. Deutscher Eisenbahner=Verband Ortsgruppe Schwerte: K. Winkler. Stadttheater Dortmund. Donnerstag, 22. Juni 6 10¼-Uhr:„Die Walküre". Erster Tag uud dem Bühnenfestspiel „Der Ring des Nivelungen“. Handlung in drei Aufzügen von Richard Wagner. Sonnatuend, 24. Juni 6 1½ Uhr:„Peer=Gynt“. Dramatisches Gedicht von Hinrik Ibsen, Musik von Ervard Grieg. Bekanntmachung. In Abänderung der Bekanntmachung des Kommunalverbandes Hörde=Land vom 15. 4. 22 werden die Milchpreise ab heute wie folgt festgesetzt: a) Der Erzeugerpreis beträgt lt. Beschluß des Westsälischen Milchpreisausschusses vom 14. 6 22 ab Hof je Liter Mk. 5,50 der Molkereizuschlag beträgt„„„ 1.40 b) der Kleinvertaufspreis unmittelbar an die Verbraucher beträgt je Liter Mk. 8.80 Ueberschreitungen werden strengstens geahndet Im übrigen behält die Bekannimachung vom 17. 2. 22 siungemäße Anwendung. Hörde, den 20. Juni 1922. 2760 Der Komnnalverband Hörde=Land. Du warst so lieb, du starbst so früh; Wer dich gekannt, vergißt dich nie. Gott dem Allmächtigen hat es in seinem# unerforschlichen Ratschluß gefallen, gestern Abend 6½ Uhr unsern iunigstgeliebten Sohn, unsern guten Bruder, Vetter und Neffen Kar! Heute morgen 6¾ Uhr entschlief sanft und gottergeben nach langem, schweren mit großer Gebuld ertragenem Leiden unsere liebe, herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Ida geb. Niederschulte im sast vollendeten 60. Lebensjahre. Namen der trauernden Familie Wilhelm Dettmer. Overberge, Wandhofen, Wambel, Brakel, Harpen und Detmold, den 21. Juni 1922. Die Beerdigung findet am vom Trauerhause aus statl. Samslag, 24. Juni, nachm. 2½ Uhr, Hausandacht ½ Stunde vorher. im jast vollendeten 17. Lebensjahre nach schwerem Leiden und nach einem echt christlichen Lebenswandel zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Geilhorn und Kinder. Holzen, den 21. Juni 1922. Die Beerdigung findet am Freitag nachm. 31 Uhr vom Trauerhause, Rosenweg 52, aus statt. Das Seelenamt finder Samstag vormitlag 7,10 Uhr in der Pfarkirche zu Schwerte statt. FPrabararikie lieiert schnellsten: DFICHEFBI E. BFAUS Se teceh derch Schimmel i. Shrung! werden alle für den Wiater, eingemachten Früchte: sicher geschützt, veon man sie mitt Dr. Oetker’s 3 Frisch!: 28:Frommis Tee:###.###Se ss2#### * 4 Der Turn- und Sportklub: : S c h w e r t e 2 feiert am Sonntag, dem 25. Juni im Saale der X ? Witwe Kösler, Wilhelmstraße ein? unter Mitwirkung der Turnvereine des StadtLandkrei es Hörde. Programm: Konzerl, Schau=Turnen.(Herrenund Damenriegen, Aufmärsche * nschließend Ba und : * :R * 4 Kassenöffnung 3 Uhr. * Harten im Vorverkauf sind bei den Mitgliedern zu 4 haden. An der Hasse erhörte Preise. Jedes Mitglieo „ ist herzlich ein geladen und hat in Turrmüße zu erscheinen. : * * * * Ansang 4 Uhr 5 * * * * * * „„„„„ TFrochlch:. Der Vorstand.: Frei!= Einmache-Kulfe einmacht. Dies bist deis einfachste, billigste u. trotzdem ausgezeichnete Vertahren. 1 Päckchen von Dr. Oetker's Einmache-Hülfe genugt, um 10 Pld eigemachte Früchte, Gelee, usw. haltbar Marmetade Fruchtsätte, Surken zu machen. Rezepte zum Einmachen umsonst Wenn vergritten, schreibe man eine Postkarte an Dr. A. Oetker, Bielefeld. In den Geschäften! Jeder wünscht sich heute„Schwein“. Besonders, wenn es lebend, Drum kauf dir rasch ein Ferkeichen, die Aufzucht wirkt erhebend! 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Es empfichlt sich, neben der senauen Adresse auch ungefähr die Zeit des Ferienaufenthaltrs anzuseben. da wir für einen Aufenthalt von mindestens einem Kalender-Monst die RWZ. weil billisen, durch die Post über weisen.— Bei kürserem Aufenthaft, bei wiederholtem Aufenthaltswechsei sowte bei AucirrdsantenthaR. folgt die Zusendung der RWZ unser Kreuzband. Die tägliche Gebühr beträgt innerhalb des Deutschen Reiches Mk. 1.— und nach den ländern des Weltpostvereins die Lieferungs- und Zustellungsgebühr Mk. 150.— pro Monat. Verlag der Kheinisch-Westfälischen Zeitung Theodor Reismann-Grone, GmbH. Essen, Theaterplatz 8/10. Pernspr.: 6701—6708. (Sommerdulbsahtglozk) auf festem Karton zum Aushängen im Konlor, Laden, Treppenhaus ?* 4 ist erschienen. ummpimm. Preis 6 Mark ummmmmmmmm Bachhaublung Carg, Braus. C Tachbramersehriing Hefacht. Ein begabter, wohlerzogener Knabe kann zur Erlernung des Buchdruckerberufs in unserer Akzidenz=, Buch= und Zeilungsdruckerei sofort einlreten. Carl Braus. 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U Aund, Schwerie Duc and Kunsterameten Regelmäßige Frauenbeilage Schwerter Zeitung „ uns Kläller Modenberichte Erziehungsfragen, Humoe Haus und Küche vi# Ne. d n # 1.* 9•— ph din Ge cher; An. Dor vess Wi V. O's die g 59 al.? 9 05 Bes fo. 00 de de sta di bl. De A Worte für Frauen Norgengebet. O wunderbares, liefes Schweigen! Wie einsam ist's noch auf der Welt! Die Wälder sich nur leise neigen, Als ging der Herr durchs stille Feld. Ich fühle mich wie neugeschaffen. Wo ist die Sorge nun und Not? Was gestern noch mich wollt erschlassen, Deß schäm ich mich im Morgenrot. Die Welt mit ihrem Gram und Glücke Will ich, ein Pilger, frohbereit Belreten nur als eine Brücke Zu dir, Herr, überm Strom der Zeil Und buhlt mein Lied, auf Weltgunst lauernd, Am schnöden Sold der Eitelkeit: Zerschlag mein Saitenspiel, und schauernd Schweig ich vor dir in Ewigkeit. Josepd, Freiherr von Eichendorff. szumal in der Schule, durchkreuzt werden. Böse Beispiele verderben gute Sitten, so sagt das Sprichwort. Es ist deshalb eine ernste Pflicht für die Eltern, ihre Kinder den Einflüssen böser Beispiele zu entziehen und ihren Verkehr zu überwachen. Vielfach sehlt es freilich im Elternhause selbst an dem erforderlichen Vorbild der Wohlerzogenheit. an Harmonie, am guten Ton, an herzlicher Gemeinschaft. Eltern haben immer nur die Kinder, die sie verdienen. Verlange man doch von seinen Kindern nicht Tugenden, die man selbst nicht besitzt. Meistere man auch an sich selbst, lerne man von den Kindern, habe man Geduld beim Erziehungswerk, und vor allem— fange man ganz zeitig an mit der Erziehung zur Wohlerzogenheit! Schon das Kind von zwei Jahren muß wissen lernen, daß schmutzige Hände, schmutzige Kleider ein ungslebend mud ernen, arla, ordnungenoend zu sein, sich zu fügen, sich zu #oeherrschen, es muß den Trieb in sich fühlen, den Eltern Freude zu machen, muß durch zeinen einzigen Blick ihre Wünsche erkennen! Schwerter Frauenleben Die w-stiältsche Froueohülfe hal am 12. und 13. Juli in Hamm ihre Jahresversammlung. Eingeleitet wird diese Frauenversammlung, zu der aus allen Teilen der Provinz Westfalen Verlreterinnen kommen werden, durch einen Festgollesdienst, in dem Pastor Müller aus Soest sprechen wird. In der Mitgliederversummlung am 13. sprechen Sup. Meinberg aus Düsseldorf über„Frauenhülfe und Volksmission“. In der Hauptversammlung werden Studiendirektor Lic Zänker aus Soest, Frau Licealdirektorin Enke aus Düsseldorf und Generalsuperintendent D. Zoellner sprechen. Vorsitzende der westfälischen Frauenhulfe ist schon seil vielen Jahren Gräfin von Plettenberg=Heeren. Schlösser an Schranktüren Schubsächern usw. lussen sich oft nur schwe. schließen. Es empsiehlt sich, mit einem O.lkännchen öfter etwas Petroleum oder Näh maschinen= oder Fahrradöl einzutröpseln. Da„Schließen geht dann stels leicht und ohre Geräusch vor sich. ] Bei nicht waschechten Stossen 1“ (Eidoller ein treffliches Waschmittel. Es greizweder Stoff noch Farben an und nimmt alle Flecken fort. Gesundheitspslege. Für Küche und haus Die Frau in der Geffentlichkeit Mutter und Kind 9 Wohlerzogene Kinder zu besitzen ist gewiß der Wunsch aller Eltern. Die Ansichten über Wohlerzogenheit sind allerdings recht verschieden. Viele Eltern sprechen schon von Wohlerzogenheit, wenn die Kinder „aufs Wort gehorchen“, und groß ist die Freude, wenn man dann mit solchem Drill vor anderen paradieren kann. Wohlerzogenheit ist aber wirklich etwas ganz anderes als der doch selbstverständliche Gehorsam gegen die Anordnungen der Eltern. Sie ist vielmehr ein Gehorsam gegen sich selbst, gegen die inneren Regungen des Gutseinwollens, der sich offenbart in dem ganzen äußeren Benehmen, in dem Gefühl für Ruhe und Würde, ohne daß die heitere Seite des Lebens vernachlässigt zu werden braucht. Ein wohlerzogenes Kind wird vor Unsauberkeiten, Rohheiten, Tierquälereien, Schimpfworten usw. einen Abscheu haben. Leider muß aber zugegeben werden, daß die Bemühungen des Ellernhauses nach dieser Richtung hin allzusehr on dem Verkehr der Jugend untereinander, 4 Fräulein Hertzverg aus Gelsenkirchen er=, zhielt von der Universität Greifswald den Doktortitel verliehen, obwohl sie fkeine Abiturientenprüfung abgelegt hat. Dies kerst 23jährige Dame besuchte lediglich die höhere Mädchenschule, dann eine Handelskschule und als Hospikantin die Universität. Infolge ihrer hervorragenden Leistungen wurde sie dennoch zur Doktorpromotion zugelassen. 1 Den Einfluß des Krieges auf die Bevölkerungsverhältnisse in Deutschland zeigt recht deutlich eine statistische Feststellung, nach welcher der Frauenüberschuß im Jahre 1913 rund 840000 betrug, im Jahre 1920 aber gegen 2,8 Millionen. In Wilsdruff wurde eine neue landwirtschaftliche Schule für Mädchen eröffnet. Die Zahl der Schülerinnen beträgt 44. Die Mittel zur Errichtung der Anstalt in Höhe von rund 250000 Mark wurden zinslos von Landwirten zur Verfügung gestellt. In Belgien sind bei Eheschließungen durch Gesetz jetzt auch Frauen als Trauzeugen zugelassen. Hallbar Einmachen trotz Juckerkaapphett. Zu den vielen Hausfrauennölen unserer Tage gesellt sich noch empfindlicher als im Vorjahre die Sorge um den Einmachezucker, jdenn die Zeit der Obsternte steht vor der Tür und keine vorsorgliche Hausfrau möchte sie vorübergehen lassen, ohne reichlich für den langen Winter Früchle und Gemüse einzumachen, Obstmus, Gelees. Marmeladen, FruchtZweine, Essig usw. herzustellen. Wer sparsam Cund unbegrenzt haltbar ohne kostspielige Apparate einmachen will, findet in Rose Stolle=Schneiders illustriertem Einmacheouch 285 erprovte Rezepie mit wenig und ohne „Zuckerverbrauch. Preis nur 10 Mk. und 2 Mk. Porto für das bereits im 90. Tausend vorliegende Buch, das im Verlage von With. Möller, Oranienburg, erschienen ist und bei Carl Braus, Buchhandlung, käuflich Praktische Winke. Das Braten von Fischen geht Iviel besser vor sich, wenn man sie, bevor sie in Mehl gewälzt werden, sauber mit einem [Tuche trocknet Sie kleben dann nicht an „der Pfanne, und lassen sich deshalb leichter wenden, ohne zu zerbrechen. ] Die weißen Flecke, welche entstehen, zwenn man heiße Teller oder Gesäße auf einen polierten Tisch stellt, entfernt man leicht, indem man elwas Zigarrenasche mit Oel darüber verreibt. Geht ins Sonnenlicht! Es ist ganz allgemein bekannt, daß ein ksonniger Tag unser Gemüt erheitert und daß andererseits frohe Stimmung bei nebligen, düsteren Tagen arge Einschränkungen erfähr. wie ja auch keine Pflanze gedeiht, wenn ihr Sonnenlicht und=Wärme genommen werden. Worauf beruhl eigentlich die so auffallende Einwirkung des Sonnenlichts? Darauf, daß es die Hauttätigkeit anregt und mehr schädlich: Produkte durch die Haut ausscheidet als es sonst geschieht. Das führt zunächst zu einer Schonung der ohnehin so rastlos täligen Nieren. Wer viel im Sonnenlicht sich aufhält oder arbeitel— auch das Gehen ist bekanntlich eine Arbeitsleistung— merkt das selbst daran, daß er schwitzt. Aber auch die Prozesse des Stoffwechsels werden durch das Sonnenlicht erleichtert, weil sich die Blutgefäße erweitern. Wissenschaftlich erwiesen ist die bakterienlölende Wirkung der Sonnenstrahlen; unbewußt hal das schon Hippokrates erkannt. indem er da auf hinwies, daß an sonnigen Tagen die Zahl und Schwere gewisser Krankheiten abnimmt und daß durch Sonnenbäder die Körpernraft gesteigert wird, damit aber auch die Wiederstandsfähigkeit gegen Krankheiten. Die neuere Wissenschaft verordnel Sonnenbäder auch Nervenleidenden, ja, sie spricht den Sonnenschein direkt als ein Mittel gegen das Altern an Das ist natürlich die einfache Schlußfolgerung aus allen Vorteilen und Wirkungen des Sonnenlichtes. Wer also gesund bleiben will, kann nichts Besseres tun, als die Strahlen der Sonne möglichst intensiv und so oft auf sich einwirken zu lassen, soweit es eben seine Konstitulion zuläßzi. d * n 2 es Vobach=Schnitte sind zu haben im Verlage dieser Zeitung Veltt Relttse der ein ma K Während wir Modeberichterstatterinnen sonst immer dem Wetter 4und namentlich der Sonne vorauseilen müssen, und es in diesem Frühjahr direkt Anstrengung kostete, um sich vorzustellen, wie es bei der wärmenden Sonne sein wird, hat sie uns mit einem Male überholt, und sengend sendet sie ihre Strahlen zur Erde. Wer nicht klug vorgebaut hat, in der Erkenntnis, daß es noch jedes Jahr Sommer wurde, oder wer nicht noch etwas Tragbares vom vergangenen Jahr zur Verfügung hat, der kann vor die teure Notwendigkeit gestellt werden, sich etwas Fertiges zu kaufen, nur um schnell etwas zu besitzen. Der erste Sonnenstrahl weckt in uns vor allem das Verlangen nach der Ausübung des Sportes, dem ja in richtiger Erkenntnis seines Einflusses auf Körper und Geist heute jung und alt huldigen. Luft und Sonne sind die beiden Faktoren, die entscheidend in ein Menschenleben eingreifen können.— Das Tennisspiel und der Wassersport werden am meisten bevorzugt, weil sie den meisten zugänglich sind. Sport soll Erholung und Anregung sein. Das kann er aber nur, wenn die Kleidung zweckmäßig eingerichtet wird. Was man beim Sport trägt, ist heute bekannt; vielleicht zuviel, ist doch die Sportkleidung Allgemeingut geworden und auf die Straßen der Großstadt verpflanzt. All die hübschen, bunten Woll= und Strickjacken und all die ebensolchen Jumper, die ihr Dasein dem Sport verdanken, sieht man, man muß sagen leider, in den grellsten Farben auf den Straßen der Stadt. Wenn die Sonne scheint, dann verlangt das Auge auch die helle, ja E1TET ∆# 70 ## 1 sind zu haben im Verlage dieser Zeitung die bunte Kleidung, aber sie muß abgeeimmt und gut gewählt sein. Zu einem weißen Kleide paßt jede aber dann muß der Hut oder die Kappe dazu harmonieren. Zu bunten Kleidern sollte man der weißen oder wenigstens der modefarbenen oder grauen Farbe den Vorzug geben, denn ein mittelblaues Kleid und eine grüne Jacke mit rotem oder lila Streisenabschluß ist des Guten zuviel. Sehr hübsch ist der hellgestreifte Rock, dazu eine weiße Bluse, die Jacke einfarbig in einer Farbe des Streffens und dazu Besatzteile aus gestreistem Stoff. Während für das Tennisspiel jede helle Farbe zulässig und auch hübsch ist, gibt man doch wie zum Segelsport der weißen Farbe den Vorzug. Für das Wasser, wo man oft direkt der Sonne ausgesetzt ist, ist Weiß das allein Praktische. Und als Farbe kennt man das Blau der Matrosen.— Als Material kommen nur feste Stoffe in Frage, wie Leinen, Zephir, Flauell und vor allem Frotté. Letzterer hat den großen Vorzug, daß er nicht so leicht drückt und sich besonders leicht waschen und bügeln läßt. Die Form entspricht dem Material, leicht und einfach, und man macht auch hierin gern eine Anleihe bei der Marine und übernimmt den Matrosenkragen. Und schließlich ist der Jumper auch nur eine Variation der über den Kopf zu ziehenden Matrosenbluse.— Während wir uns selbst hell und luftig kleiden, befreien wir die Kleinen von allem Unnötigen und gönnen ihnen die große Wohltat, daß Luft und Sonne in direkte Berührung mit ihrem Körper kommen. Hier bilden die Spielhöschen die idealste und in jeder Beziehung auch praktischste Kleidung für die kleinen Knaben und Mädchen. Leinen, Drell, Kattun, diese festen und doch leichten Stoffe ergeben das Material, das schucht verarbeitet wird und in einer lustigen Stickerei, siehe Abb. 1, oder in einem bunten Blendenbesatz eine dem kindlichen Wesen nsprechende Garnitur erhält. Ob Pumphöschen oder das glatte Beinkleid, darüber entscheidet der persönliche Geschmack. P. Graß. L 11. ##7 e Abd. 1 Abb. 2 Abb. 2. Spielhöschen mit angeschnittenen, kurzen Aermeln, großer Tasche und gestickten Punkten. Hierzu Vobach=Schnitt 1.38942 für 1—2, 2—4, 4—6 oder 6—8 Jahre für M. 9.— nebst M. 2.— für Porto und Versand erhältlich. 6 Abd. 5 Abv. 6. Hut in orne e hstelige Suttonf ist weich. die Krempe leicht gesteift. Hierzu Bovach=Schnitt N7247 für 6—10 der 10—14 Jahre für M. 5.— neost M. 2.— f. Porto u. Versand erhältlich. der Abb. 1. Spielhöschen mit eingesetzten, kurzen nermeln und leichter Stielnichstickerei. Hierzu Vovach= Schnite 1.6528 für 1—2, 2—4, 4—6 oder 6—8 Juhre fur M. 9.— rebst M7. für Porto und Versand sowie nufvügelmuster 25504 1 erhältlich. Abb. 3. Sportkleid mit offen und geschlossen zu tragendem Jumper. Am Rock aufgesetzte Taschen. terzu Vovach Schnitt A7272. Gröne 1 oder II. für M. 12.— neost M. 2.— für Loris und Versand erhältlich. Ab. 4. Kittelkleid mit seitlich eingeschobenen Falten, Matrosentragen und einersenten Lännetauhen H erzu Pobach=Schuilt A7273, Wröße 1 ooer II. für M. 12.— neost M. 2.— für Potio und Versand erhättich. Adb. 5. Runde Mütze aus Stoff, am Rande in ein schmales Bündchen gesagt. Hierzu Bodach=Schritt N728 für 1-8 oder 8—12 ohre 6s1: M. 5.— nerst M. 2.— für Porto und Versand erhältlich. Ab#. 7. Jumper aus Tritotgewebe; auch in Häkel oder Strickardeit verzustellen. Hierzu Bobach=Schnitt H 4631, mit Beschreibung. für 10—12, 12—14 oder 14—16 Jahre für M. 9.— nebst M. 2.— für Porto und Versand erhättlich. Sen i Meterc8 Mobner-Oieinir#. eere 8 Wochenbeilage zur Die Maulwurfsgrille. (Nachdruck verboten.) Im Gemütsegarten äußert sich das Auftreten der Maulwurfsgrille oder Werre in dem plötzlichen Abwelken mit nachfolgendem Absterben einzelner Pflanzen. Doch findet man diese Erscheinung and, infolge Befall durch andere Insekten, wie etzva des Drahtwurmes, des Kohlgallenrüße kers und der Kohlfliege. Die Werre ertennt man aber sofort an den hier und dort manlwurfsartig flach ausgeworjenen Wühlgängen. Das ekeihafte Tier gehört zu den Grabheuschrecken, nährt sich haupt ächlich von den Insekten und deren Larven und wird dadurch auch wieder nützlich. Es frißt nicht ermn die Wurzeln, sondern beißt sie nur ab, insofern dieselben ihr beim Graben hinderlich sind. Sie in gewisser Beziehung dem Mautwurf, der ja auch Tierfresser ist, und nur durch seine unterirdische Wühlarbeit schäblich, wird. Die Werre erscheint während des ganzen Sommers. Das Männchen ist geflügelt, fliegt aber nur selten, das Weilehen trotz ihrer Flügel überhaupt nicht. Zeitig im Jahre, meist schon Ende April, verläßt die Werre ihr Winterversteck und beginnt dicht unter der Oberfläche zu mühlen. Alsbald baut das Weibchen in etwas größerer Tieje ein Nest, meist eine Höhle von reichlicher Größe des Tieres selbst, etwa 4 Zentimeter im Durchmesser. In einem solchen Nest findet man durchschnittlich 200—250 Eier, die in mehreren Sätzen abgelegt werden. Noch im Frühjahr schlüpfen die Jungen aus, die flügellos, anfänglich weiß sind, aber bald braun werden. Sie werden von der Mutter sorgfältig überwacht. Die Jungen wachsen schnell heran, häuten sich dreimal während des Sommers, beginnen aber erst nach der zweiten Häutung ein selbständiges Leben. Nach der dritten Häutung, im Oktober oder November, suchen sie ein Winterversteck im Boden auf. Bei der vierten Häutung im April oder Mai des nichsten Jahres erscheinen die Flügel, und erst nach einer weiteren Häutung ist das Tier vollkommen ausgebildet und reif zur Fortpslanzung. Un ben=Garteit Ratgeber zur Garten- und Jeldbestellung Das dunkelbraune Tier kommt in schiveren Böden selten, verhältnismäßig häufig dagegen in sandigen oder Moorböden und in humnsreichen Gärten vor. In manchen Gegenden tritt die Werre so häufig auf, daß sie zu einer nhren Landplage wird, in anderen Gegenden kennt man sie überhaupt gar nicht. Trockene kalte Winter, aber auch dürre oder sehr nasse Jahre sind ihre größten natürlichen Feinde. Unter den Tieren stellen besonders Maulwurf, Krähe und Star der Werre nach. Die Bekämpfung erfolgt am wirksamsten durch Ausnehmen der Nester, deren Lage man daran erkennt, daß die Oberfläche in weiterem Umkreise auffällig trocken, der Pflanzenwuchs vergilbt und abgestorben ist. Mit dem Spaten heot man das Nest aus und verrsichtet Eier und Brut. Im Garten habe man hauptsächlich auf Möhrenbeete ein wachsames Auge, da die Werre mit Vorliebe sich dahin verzieht. Legt man im Winter Pferdedunghäufchen aus, findet man sie nach einiger Zeit in diese verkrochen, dessen Wärme sie lieben. Außserdem stellt man Fallen her, indem man Blumentöpfe in das Erdreich einläßt, so daß der Rand in der Höhe der Gänge liegt. Die Werren fallen auf ihren Wanderungen hinein und können nicht wieder heraus. Die Abzugslöcher der Töpfe sind natürlich zu schließen.— Unsere zweite Abbildung zeigt die ungeflügelte Larve. Is. Obftbau. Der senkrechte Schnurbaum. (Nachdruck verboten.) Das ist eine der empfehlenswertesten Formen für den Kleingarten, die wir zur Verjügung haben, und zwar hauptsächlich als Apfelbaum, sofern er auf Paradiesapfel veredelt wird. Für Birnen eignet sich der senkrechte Schnurbaum weniger gut, weil die Zwergunterlage für Birnen, die Quitte, zu starkwüchsig ist. Es gibt manche Apfelsorten, die sich in dieser Form besonders bewähren. Ich nenne allen voran folgende: Weißer Klarapfel, Charlamowsky, Cellini, Kaiser Alexander, Winter=Goldparmäne, Conlons, Reinette, Engl. Spital=Reinette, Königlicher Kurzstiel, Schöner von Bosloop, Kanada=Reinette, Baumanns Reinette, Ripstons Pepping. Zweckmäßig ist der senkrechte Schnurbaum sowohl freistehend wie an Ständen. In ersterem Falle errichtet man gerne beiderseits eines Weges ein Gerüst und pflanzt an dieses die Stämme mit einem Abstand von etwa einen Meter. Man kann die Gerüste auch laubenartig über einen Weg schließen und dementsprechend die Bäume auheften und heranziehen. Die Erziehung ist sehr einfach. Man schnei# t a jährlich im Winter die Leittriebe in gewohnter Leise zurück, beläßt also die Leittriebe bei Sorten mit schwachem Wuchs kürzer, bei solchen mit starlem Wuchs länger. Im Mittel sollen die rankheiten und Feinde des Getreides. (Nachdruck verboten.) Großen Schaden erleidet der Getreidebau jährlich durch tierische und pilanzliche Feinde und dürfte es sich wohl sehr lohnen, diese näher kennen zu lernen, um womöglich wenigstens einen Teil derselben unschädlich machen zu können. Bekämpfen und unschädlich machen kann aber man einen Feind nur, wenn man ihn eingehend kennt. Ist auch die Wissenschaft bisher nicht in der Lage, uns ein Universalmittel zgegen die Feinde des Getreides zu geben, so ist sie doch imstande, uns auf Vorbeugungsmittel hinzuweisen. Erkrankungen können auf mancherlei Weise zustande kommen. Hitze und Kälte, Hagelschlag und schwerer Regen, zu große Nässe und zu große Dürre können die Pflanzen erheblich beschädigen und ihren Ertrag mehr oder minder beeinträchtigen, ja, ihn gänzlich in Frage stellen. Durch diese Stzädigungen wird gewöhnlich das ganze Getreidefeld betroffen. Anders ist das mit denjenigen Krankheiten, welche durch Schmarotzerpflanzen verursacht werden. Die Erreger dieser Krankheiten, welche alle der Gruppe der Pilze angehören, treten zuerst bei einzelnen Pflanzen auf und können sich dann durch Ansteckung auf weite Strecken hin über die Felder verbreiten. Diese Pilze unterscheiden sich in mertwürdiges Weise dadurch von anderen Pflanzen, daß sie in ihren Zellen keine Chlorophyllkörper oder Blattgrün enthalten. Hieraus ergibt sich die beachtenswerte Tatsache, daß sie nicht wir die höheren Pflanzen, durch Assimilation aus unorganischen Substanzen die organische Masse bilden können, aus der ihr Körper ausgebaut ist. Mit anderen Worten: Sie sind, wie die Tiere, auf die Beinahme organischer Stoffe von außen her angewiesen. Biete Pilze gewinnen ihren organischen Stoff aus den Zerfaltprodutten woter Pslanzen und Tiere, andere begnugen sich mit den organischen Stoffen, welche im Moder des Waldes oder im humnsreichen Grunde vorhanden sind. schkimmsten sind aber diejenigen Pilze, welche als Seonaroßzer andere Pflanzen befallen und ihnen bei lebendigem Leide Nührsteffe entziehen, wie die Brand= und Rostund der Mutterkornpilz unserer Getreidepflanzen. Dr. Horst Bredow. Leiktriebe um etwa die Hälfte gekürzt werden. Die Afterleittriebe werden ganz und gar entfernt und im übrigen alle Laubtriebe auf zwei Angen gekürzt, wohingegen alles Blütenholz ängstlich erhalten wird. So entstehen nach drei bis vier Jahren Bäumchen, wie sie unsere nebenstehende Abbildung zeigt. Von diesen ist der eine bereits beschnitten worden, wohingegen der andere noch das vollständige Winterbild zeigt. Benutzt man den senkrechten Schnurbaum zur Bekleidung von Wänden, so muß es sich um Mauern von mindestens drei Meter Höhe handeln. Sind sie niedriger, ist der schräge Schuurbaum vorzuziehen. Außerdem ist keine Form günstiger für die Betleidung schmaler hoher Wandflächen als eben der sentrechte Schuurbaum. Die schmalen Flächen zwischen Fenstern, Pfeiler und Säuten lassen sich nur günstig ausnutzen, wenn man diesen Schnurbaum pflanzt. Unter den künstlichen Formen nähert sich dies am meisten der natürlichen Bauform, und das macht sich sehr angenehm bemertbar in regelmäßigen reichen Erträgen. Sieht man vom schrägen Schnurbanm ab, gibt es keine zweite, die von so großer Dankbarkeit ist, wie iese. Fütterung abgesetzter F. kel. (Ra#### uek verholen.) * Wenn die Ferkel von der Mukter abgesent sind, Inmen sie in eine neue L####e#nchafe. Sie gleit, auf einen ganz neuen Ernährungsctat zu setzen, ist das verkehrteste, *Schwerter Zeitung Gartenbau. Etwas von der Erdbeere. (Nachdruck verboten.) Daß die Erdbeere eine äußerst wohlschmeckende und gesunde Speise ist, darüber gibt es wohl keine gegenteilige Meinung, wenn auch ihr Nährwert gerade kein hoher ist. Wie alle Nahrungsmittel, so ist auch die Erdbeere chemisch auf ihre Zusammensetzung und ihren Nährwert untersucht und es wird gewiß manchen Erdbeerzüchter interessieren, darüber einmal etwas Näheres zu hören. In erster Linie enthält die Erdbeere eine große Menge Wasser, nicht weniger als 90½ Prozent. Zum Vergleich sei hier die Milch genannt, die einen durchschnittlichen Wassergehalt von nur 88 Prozent ausweist. An Zucker enthält die Erdbeere 4,8 Prozent, also die Hälfte aller festen Bestandteile. Zusammen mit den ätherischen Oelen, auf welche 0,15 Prozent kommen, ist der Zucker das am meisten Nährende der Frucht; als Fruchtzucker ist er auch leicht verdaulich. Die ätherischen Oele geben der Frucht den lieblichen Duft und den angenehmen aromatischen Geschmack. Weiter werden in der Erdbeere 1,15 Prozent aufgelöste Salze und freie Säuren gefunden. Die Salze enthalten recht bedeutende Mengen an Kali, Phosphorsäure und Eisen, welche mit Recht der Erdbeere das Zeugnis blutreinigend und nervenstärkend geben. Einen Teil des Eisens finden wir in organischer Form in dem roten Farbstoff der Erdbeere. Weiter sind noch 0,14 Prozent Kalk und Eisensalze zu nennen. Die freien Säuren wirken blutreinigend und milde abführend und wirken Gicht und Steinbildung entgegen. Endlich enthält die Erdbeere noch 0,8 Prozent Eiweißstoff und 2,46 Prozent Cellulose oder Faserstoff. Letztere sowie die kleinen grünen Früchte, welche auf der Oberhaut der Beere aufsitzen, sind unverdaulich, wirken aber belebend auf die Verdauungsarbeit ein und haben somit auch für den Genuß ihre Bedeutung. th. Das Düngen der Rosen. Düngen soll man Rosen erst im Jahre nach der Pflanzung und zwar im Juni bis August. In Wasser ausgelöster Kuhdünger oder Abortdünger genügt. Der Boden muß öfters im Sommer gelockert werden. Ein tägliches Gießen ist nicht erforderlich, ein= oder zweimal in der Woche genügt zumeist in trockenen Zeiten. Dann muß aber soviel Wasser gegeben werden, daß dieses auch zu den Wurzeln dringt und nicht au der Oberfläche verbleibt. Ein allabendliches Ueberbrausen tut den Pflanzen wohl. Verblühte Blumen werden abgeschnitten. was man tun kann. Der Uebergang zu diesem muß allmählich vor sich gehen. Die süße Milch ist für die ersten Wochen als Ersatz für die Muttermilch nicht zu entbehren. Kann sie 4 bis 5 Wochen fortgesetzt verabreicht werden, um so besser. Damit gemischt, denn allein Vollmilch zu gebranchen, ist zu kostspielig, gibt man Häferschleim und nach und nach gekochte Wurzeln oder Steckrüben mit Kartosseln. Da das Schwein ein zgen. Omnivor, d. h. Allesfresser ist, so gilt dies namentlich für die Ferkel und Stangenschweine. Sie müssen also ein aus dem Pflanzen= wie auch Tier= und Mineralreiche zusammengesetztes, den Aufbau des Körpers am besten besorgendes Futter haben, dabei aber auch täglich, hinreichende Bewegung erhalten. Deshalb gebe man zu obigem Futter, wenn mit der Milch nachgelassen wird, etwas Fleisch= oder Fischmehl und die Lösung des chlorsauren Kalkes, der besser wie der phosphorsaure Kalk ist, der nur zum Teil in die Blutbahn übergeht. Anfangs gebe man süße, dann Halbz oder Magermilch oder auch dicke Milch. Nebenbei muß für die freiwillige Aufnahme von kleingeklopften Rotsteinen, Asche, Sand, Steinkohlen uspgesorgt werden. Ehlers. Gemeinnütziges. Das Waschen der Wäscheleinen. Will die Hausfrau saubere Wäsche haben, so ist es unerläßlich, daß sie wenigstens einmal im Jahre ihre Wäscheleine einer gründlichen Reinigung unterzieht. Wenn man bedenkt, wie oft eine solche Leine um staubige Balken oder Pfähle geschlungen wird, wie oft aus Unachtsamkeir und Ungeschicklichkeit die Leine mit dem Erdboden in Berührung kommt, endlich sogar ohne schützende Umhüllung aufbewahrt wird, oder von einer Wäsche zur anderen auf dem Boden hängen bleibt, kann man sich nicht wundern, daß die Wäsche gelbe Streifen bekommt. Eine Reinigung der Wäscheleine ist keine schwierige Arbeit. Man wickelt sie sorgfältig auf ein Brett, und zwar so, daß die Leine niemals doppelt übereinander zu liegen kommt. Dann bürstet man sie mit lauwarmem Wasser, dem man Seife und etwas Salmiak hinzugefügt hat, gründlich ab, und wiederholt dieses Verfahren solange, als sich das Wasser schmutzig zeigt. Dann spült man mit klarem Wasser nach, zieht die Leine im Freien oder auf luftigem Boden straff auf und läßt sie trocknen. Ist das geschehen, so wickelt man sie wiederum auf ein Brett und verwahrt sie in einem Sack. Sind ausgedrüselte Stellen vorhanden, so repariere man sie vor dem Waschen, indem man die schadhaften Stellen mit feinem Bindfaden fest umwickelt. M. T. Behandlung vom Blitz getroffener Personen. Man bringt den Verunglückten so rasch als möglich an einen kühlen Ort. Hier befreit man ihn von beeugenden Kleidern, bespritzt sein Gesicht mit frischem Wasser und nimmt eine kühle Abwaschung des Körpers vor, wobei man aber kein Tuch oder Schwamm gebraucht, sondern mit den warmen Händen die Haut reibt. Das wird bei Betäubung oder Ohnmacht genügen. Ist aber bereits Scheintod eingetreten, so versuche man in allererster Linie mit großer Beharrlichkeit mittels künstlicher Atmung die Lungen= und Herztätigkeit wieder zu wecken, bürste Handflächen und Fußsohlen. Auckh eine kräftige Abreibung ist von großem Nutzen. Die Wiederbelebung erfolgt gewöhnlich unter Konvulsionen und heftiger Pulsation am Kopf und Hals. Etwa sich einstellender Schlaf und Schweiß müssen ungestört bleiben. Bei der weiteren Genesung schuppt sich oft die Oberhaut ab. Doch sind diese wie auch noch eintretende andere, anscheinend ernste Erscheinungen in den meisten Fällen ohne Bedenken. Gr. Vom Drahtwurm. (Nachdruck verboten.) Er ist die Larve des Saatschnellkäsers, der seinen Namen von der Gewohnheit erhalten hat, hoch zu schnellen, wenn er sich in Gefahr glanbt, und Drahtwurm heißt die Larve wegen ihrer drahtharten Körperumkleidung. Ihre Färbung ist hellbraun, gelb bis— seltener— fahlgelb. Wer diesen Schädling kennen lernen will, gehe morgens seine Salatbeete mit kritischen Augen durch. Dort findet er ihn fast regelmäßig, denn der Drahtwurm, der freilich auch an den meisten anderen Gemüsearten, vormehmlich bei Kohl und Kohlrabi vorkommt, liebt den Kopfsalat vor allem andern. Findet das Auge Pflanzen, die welk zwischen den andern stehen oder am Boden liegen, hebe er die Pflanzen mit großem Wurzelballen aus und untersuche diesen. Er findet dann ein Bild, wie es unsere Zeichnung wiedergibt. Die gelbbraunen Würmer hängen oft in großer Zahl zwischen den feinen und feinsten Wurzeln die sie allfressen, so daß die Pflanzen absterben. Oft geschieht das so dicht am Wurzelhals, daß die Pflanzen vom Erdboden ganz und gar gelöst sind. Da der Drahtwurm vornehmih nachts frißt, wird der Schaden stets morgens, wenn die Sonne zu scheinen beginnt, am auffältigsten. Der Schaden ist oft sehr groß, dda dieser Wurm häufig massenhaft anstritt. Man wird seiner nur Herr, wenn man ständig an seiner Bekämpfung arbeitet. Solches geschiehzt, indem man an jedem Morgen die welkenden Pslanzen mit großem Ballen aushebt, diesen untersucht und die vorhandenen Tiere tötet.. Sie werden von den Hühnern gerne gefressen. Die Vorliebe für Salat wird bennrt. um die Tiere von andern Beständen fortzutocken. Man setze einige Fangpflanzen auf jedes Beet. Is.