URTTTTE K Regelmäßige Beilagen: Schwerter Hausfrau und Mutter. Aus dem Reiche der Mode. Heimatdlätter. u Lustiges Allerlei. Kinderzeitung: Unser Blatt. n Unterhaltungs- u. Romandeilage. n Spie, Sport und Curnen. m Lebensbüld. Kunst u. Wissen.n Gartenratschlägs. Verbunden mit: Schwerter Cageblatt und Auzeiger Schwerter Velkszeitung Weschotener Zeitung Avierbecher Zeitung Langscheder Zeitung Schwerter Velksblatt Amtliches Kreisblatt für den Kreis Hörde. botzwicheder Zeitung und ältestes Cagesorgan des Kreises.— Generalanzeiger für den Kreis Hörde. De„Schwerter Jetung! verktäglich.n Hauptgeschöftzs## Druck und Verlag: Cor! Celegr. Adr.: Braus. Schwerter Cel. 62. Postscheck: Dortmund#2 Veraniwortsche Schrfttlecher Karl Nichter; Stadt und P# Friedr. Kraas; sämtlich in S Nr. 138 Montag, 12. Juni 1922 55. Jahrgang Zum Geleit. Der Väter Tugenden und Taten können nur als ferne Sterne über unserem Leben leuchten, zu denen wir mit Sehnzucht aufblicken müssen; können wir nichts weiter als sie anschauen und bewundern, so steht unser Leben unter ihnen still und wir werden ratlas in der Irte laufen, wenn Wolken einmal ihren Glanz verhüllen. E. M. Arndt. Neueste politische Nachrichten. Die Regierung hat dem Reichstagspräsidenten mitgeteilt, daß sie eine Erklärung zur Reparationsfrage wegen der noch schwebenden Verhandlungen in Paris vorläufig nicht abgeben könne. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft veroffentlicht im Reichsanzeiger eine Verordnung über den Handel mit Lebensund Futtermitteln, die den Handel mit Kartoffeln künftig nur noch gegen eine besondere Erlaubnis gestattet. Der Wiederherstellungsausschuß hat sich gestern mit den Sachlieferungen an Südslawien und Belgien beschäftigt. * Poincaree hat gestern vormittag den Vorsitzenden der Interalliierten Militär=Kontrollkom= mission in Berlin Nollet und den apostolischen Nuntius in Paris Monsignore Peretti empfangen. * Die belgische Kammer in Brüssel hat den Gesetzentwurf des Ministers für nationale Verteidigung, der die militärische Vorbildung der Jugend bezweckte, mit großer Mehrheit abgelehnt. Besonders die Katholiken und Sozialisten befanden sich in schwerer Opposition gegen das Gesetz. * Am Mittwoch fand im Buckingham=Palast die erste große Hofkour nach dem Kriege statt, die, wie gemeldet wird, die Rückkehr zum vollen Vortriegsglanze des englischen Hofes darstellt. Unter den geladenen Gästen befanden sich der deutsche Botschafter und Frau Sthamer mit den übrigen Mitgliedern der deutschen Botschaft. * Die italienische Kammer sprach gestern der Regierung für die auf der Konferenz von Genua befolgte auswärtige Politik mit 209 gegen 67 Stimmen das Vertrauen aus. *„* Vermischte Kunde. Die ehemaligen französischen Kriegsteilnehmer und Frontsoldaten erließen einen Aufruf gegen die Herabsetzung der deutschen Reparationen. ** In Erzbergerprozeß fand vorgestern eine Besichtigung der Mordstätte statt. * Raoul Amundsen will von Alaska aus den Nordpol nach Cap Columbia fliegen. * Die Industrie=Film A. G. hat einige neue Propagandafilme angefertigt, die im Ausland zeigen sollen, was Deutschlands Industrie zu leisten vermag und wie hier gearbeitet wird. Es handelt sich um Aufnahmen aus der Bleistiftfabrikation, um große Getreide=Hebevorrichtungen, Kohlenverlgdeanlagen usw. * Die Deutschen Spielwaren haben sich schon jetzt vollständig den englischen Markt wieder erobert. Von den ca. 300 neuen englischen Spielwarenfabriken, die die deutsche Konkurrenz vernichten wollten, sind bereits 82 wieder eingegangen. Da sie trotz aller Bemühungen und Bitten keine Wohnung erhielt, ließ eine Frau in Osterfeld auf dem Wohnungsamt ihr kleines Kind zurück mit dem Bemerken, sie werde es nicht eher wieder holen, als bis man ihr eine Wohnung gegeben habe. In Erfurt lebt ein Mann als Arbeiter, der früher Polizeibeamter der holländischen Kolonien war. Als solcher bezieht er von Holland aus eine jährliche Pension von 40000 Mark, in Erfurt selbst verdient er jährlich 80000 Mark, macht zusammen 120000 Mark, wofür ein Arbeiter schon recht anständig leben kann. * Die Nienburger Eisengießerei überwies an 50 ihrer Arbeiter je einen Viertel Morgen Ackerland. * Durch einen engen Mauerspalt im Transformatorenhäuschen der Ueberland zentrade bei Schöningen zwängte sich ein kleiner Junge. Er geriet in die Maschine und wurde furchtbar 118--— Die Anleiheverhandlungen in Paris gescheitert. Die Anleiheverhandlungen, die das von der Reparationskommission einberufene internationale Komitee der Bankiers in Paris führt, sind, dank der Bemühungen des ewig hetzenden Herrn Poincarees auf einen toten Punkt angekommen, sind vielleicht sogar schon als gescheitert zu betrachten. Man durfte es immerhin als einen Erfolg der Konferenz von Genua verbuchen, daß die zweite, die Finanzkommission, zu dem Schluß gekommen war, daß Deutschland seinen vielfachen Verpflichtungen nur nachkommen könne, wenn man ihm eine ausreichende Anleihe gewähre. Die weisen Iinanzfachleute in Paris sind, wie nicht anders zu erwarten war, zu ganz dem gleichen Beschluß gekommen. Da Finanzleute aber nun einmal Realpolitiker sind, wollten sie zunächst doch die Sicherheiten sehen, die Deutschland für eine solche Anleihe bieten kann und sie sahen die größte Sicherheit in erster Linie in einer Herabsetzung der Reparationsschuld. Jeder Politiker mit gesundem Menschenverstand hat sich seit Monaten gesagt, daß die Londoner Forderung von 132 Milliarden Goldmark für das ausgepowerte Deutschland eine unerträgliche und was— wichtiger ist— überhaupt nicht zu leistende Last bedeutet. Dieser Gedanke hat in England, in Amerika, ja selbst in Belgien— dem man große Deutschfreundlichkeit nicht gerade nachsagen kann— Fuß gefaßt und er wird auch von den Franzosen geteilt. Aber das „uneigennützige“ Frankreich verschanzt sich, wenn man so sagen darf, hinter seinen zerstörten Gebieten und stellt sich auf den für die Franzosen sehr praktischen Standpunkt, daß die anderen Staaten ja wohl auf ihre: Reparationsforderungen verzichten könnten, weil sie keine Wiederaufbauarbeit zu leisten hätten, daß aber Frankreich selbst voll und ganz auf seinen Forderungen bestehen müsse. Wenn Frankreich„nicht gewisse Vorteile erhält", dann, so erklärt man am Quai d'Orsay, ist an eine Herabsetzung seines Guthabens nicht zu denken. Vorläufig weiß man noch nicht recht, wie diese„gewissen Vorteile“ aussehen sollen, aber man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß damit der Erlaß der französischen Schulden an die Vereinigten Staaten von Amerika gemeint ist. In dieser Frage aber scheinen wiederum die Amerikaner sehr harthörig zu sein, sodaß man in Paris wieder einmal nicht vom Fleck kommt. Die Reparationskommission, die über die Herabsetzung der Summe beraten sollte, hat auf Betreiben Frankreichs ihre entscheidende Sitzung vertagt, obwohl England und Italien, die seit Genua zusammengehen, betonen, daß eine Herabsetzung der deutschen Schulden sofort ins Auge gefaßt werden könnte. Inzwischen hat die französische Regierung ihren Botschafter in Washington und in London angewiesen, bei der amerikanischen und englischen Regierung genaue Feststellungen vorzunehmen, inzieweit die beiden Regierungen einer allgemeinen legelung der interalkiierten Kriegsschulden geneigt sind. Während die Berichte aus London ziemlich günstig lauten, berichtet der Botschafter aus Washington, daß die amerikanische Regierung nicht geniegt sei, in eine Erörterung dieser Frage einzutreten. Infolge dieser Tatsache wird das Schicksal der Anleiheverhandlungen sehr pessimistisch beurteilt. Man glaubt selbst nicht mehr an ein Zustandekommen einer kleinen Anleihe, die für alle Teile unbefriedigend wäre, sondern glaubt, daß die Festsetzung der Verhandlungen einer neuen Konferenz vorbehalten bleiben wird. Würde das wirklich zutreffen, dann wären die anfangs so erfolgversprechenden Anleiheberatungen gescheitert und blieben einer neuen Konferenz vorbehalten, die— man weiß nicht wann— einmal zusammentreten wird. Wie dem aber auch sei, einmal wird man das gesamte Wiedergutmachungsproblem aufrollen müssen und daß das bald geschieht, liegt nicht nur im Interesse Deutschlands, sondern ganz Europas. * Das Anleihekomitee geht nach Deutschland. Die„Chicago Tribune“ will erfahren haben, daß das Anleihekomitee nunmehr sofort mit seinen Untersuchungen über Deutschlands Leistungsfähigkeit, die Reparationen zu bezahlen, beginnen wird, was als erster Schritt zur Auflegung einer internationalen Anleihe in Betracht kommt. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird das Anleihekomitee beschließen, Deutschland selbst zu besuche n, um an Ort und Stelle diese Nachprüfung vorzunehmen. * Vertagung des Anleihekomitees auf drei Monate. TUI. Paris, 12. Juni. Der Presse wurde von halbamtlicher Seite die Mitteilung übergeben, daß das Anleihekomitee zu dem Beschluß gelangt sei. im Augenblick angesichts der gegenwärtigen Lage sei eine Entscheidung über die Aufnahme einer internationalen Anleihe nicht zu treffen. Insolgedessen hat das Anleihekomitee beschlossen, sich auf drei Monate zu vertagen und dann seine Beratungen wieder aufzunehmen. Paris, 12. Juni. Die Verschiebung der Verhandlungen des Morgantomittes auf 3 Monate ist der Unmöglichkeit zuzuschieben, eine Einigung darüber zu erzielen, ob das Komitee Morgan nach der ablehnenden Haltung Frankreichs noch genügend Autorität besitze. Morgan erklärte, daß es ungerecht wäre, ohne die Zustimmung Frankreichs weiter zu verhandeln, das der hauptsächlichste Gläubiger Deutschlands sei. die Arbeit der Parlamente. Im Reichstag, der seine Arbeit wieder am morgigen Dienstag aufnimmt, sollte die Wiederherstellungsfrage zuerst behandelt werden. Da die Regierung dem Reichstagspräsidenten die Mitteilung zugehen ließ, daß sie wegen der in Paris schwebenden Verhandlungen vorläufig nicht in der Lage sei, dazu eine Erklärung abzugeben, wird sich der Reichstag zuerst mit Gesetzesvorlagen befassen. * Der preußische Landtag nimmt am Mittwoch seine Arbeiten mit der zweiten Lesung des Innenministeriums auf. Diese Beratung wird die aktuellen Fragen der preußischen Politik, wie Oberschlesien, Hohenzollernabfindung, Schutzpolizei, Besetzungsfragen usw. umfassen. Die neue Städte= und Gemeindeordnung soll dem preußischen Staatsrat noch in diesem Monat vorgelegt werden, damit ein Ausschuß während des Sommers Gelegenheit hat, die Materie vorzubereiten. * Deutsch=polnischer Handel. Warschau, 12. Juni. Der deutsche Gesandte Rauscher wird im Laufe der nächsten Woche wieder zur Berichterstattung aus Warschau nach Berlin zurückkehren, um dann seinen Sommerurlaub anzutreten. Beim Aufenthalt Rauschers in Berlin wird auch der Zeitpunkt der deutschpolnischen Handelsvertragsverhandlungen festgesetzt werden. Aus Stadt und Land. Schwerte, 12. Juni. Erinnerungen. 1815 Stiftung der Jenaer Burschenschaft. 1864 Einzug Kaiser Maximilians in Mexiko. 1878 Georg V., der letzte König von Hannover gestorben. 1917 König Konstantin von Griechenland zur Abdankung gezwungen. ** Vor dem Erntebeginn. Die fruchtbare Witterung, verbunden mit warmen Nächten, hat einen derartigen Einfluß auf die Vegetation ausgeübt, daß der Roggen in vergangener Woche zu blühen begonnen hat. Der Roggen hat an sich in diesem Jahre mit wenigen Ausnahmen schon jetzt eine bedeutende Länge und wächst während der ganzen Blütezeit noch fort, so daß er wohl besonders lang werden wird. Nun heißt es in landwirtschaftlichen Kreisen vom Roggen: 14 Tage braucht er zur Blüte, 14 Tage zur Körnerbildung und 14 Tage zur Reife der letzteren, dann ist Erntebeginn. Danach hätten wir auf den Erntebeginn gegen die Mitte ds Monats Juli zu rechnen. Das Ergebnis der Roggenernte verspricht bei weiterer guter Witterung sich heuer doch besser zu gestalten, als man ursprünglich annahm. ** Die Steigern, der Lebenshaltungskosten setzte sich im Mai weiter fort, wenn auch nicht im gleich scharfen Maße wie in den Vormonaten. Die vom statistischen Reichsamt auf Grund der Erhebungen über den Aufwand für Ernährung, Wohnung. Heizung und Beleuchtung einer fünfköpftgen Familie berechnete Indexziffer für Lebenshaltungskosten ist im Durchschnitt im Monat Mai auf 3462 gestiegen. Das bedeutet gegenüber dem Vormonat eine Steigerung von 9 v. H. Von März auf April betrug die Steigerung 20,3 v. H. Die Ernährungskosten zeigen im Mai eine geringe Steigerung für die gesamten Ausgaben, und zwar um 7,4 v. H. Die Reichsindexziffer beträgt im Durchschnitt des Monats Mai 4680. Zur Erhöhung der Lebenshaltungskosten trugen fast sämtliche in den Erhebungen einbezogenen Lebensbedürfnisse bei. Wesentliche Preiserhöhungen zeigen wiederum Brot, Nährmittel, Fleisch, Zucker und Fette, von denen ausländisches Schweineschmalz nur vorübergehend im April fiel, später aber wieder anzog. Karloffeln, Spinat und Schellfisch sind, wenn auch nicht überall, etwas billiger geworden. Brennstoffe, besonders Kohlen und Briketts, sind weiter stark im Preise gestiegen. Auch die Preise für Gas und elektrischen Strom sind fast überall heraufgesetzt worden, dagegen erscheinen die Wohnungsmieten nur vereinzelt höher als im Vormonat. ** Ehret das Alter! Unter dieser Devise stand die gestrige Veranstaltung des Allg. Arbeiter=Gesangvereins, der in Gemeinschaft mit dem Schwerter Orchester auf dem Postplatz um 11 Uhr ein Konzert gab, das viele bunderte Zuhörer angelockt hatte, Sowohl die Sänger unter Leitung des Herrn Peters, wie auch die Kapelle unter Herrn Heines anfeuernder Stabführung warteten mit erstklassigen Darbietungen auf, die beim Publikum begeisterte Aufnahme fanden. Das unsere Kapelle sogar den Triumphmarsch aus der Oper„Aida“ von Verdi unter Benutzung der historischen Tromben zum Vortrag bringen konnte, war eine Ueberraschung für die Zuhörer und wurde diese Nummer des Programms besonders freudig begrüßt. Während der Vorträge waren junge Damen eifrig tätig, Blumen für die Altershilfe zu verkaufen und bei dem regen Absatz, den die Kornblumen, Margeriten usw. fanden, dürfte der finanzielle Erfolg der Veranstaltung ein befriedigender sein. Allen denen, die sich gestern in uneigennützigster Weise in den dienst der guten Sache gestellt hatten, sei auch an dieser Stelle der herzlichste Dank abgestattet.— Die gestrige Veranstaltung hat erneut den Beweis erbracht, wie großer Beliebtheit sich derartige Platz=Konzerte, leider eine große Seltenheit in unserer Stadt, beim Publikum erfreuen. Könnte man hier nicht, vielleicht mit einer kleinen finanziellen Unterstützung der Stadt, aus diesem ersten wohlgelungenen Versuch eine dauernde Einrichtung schaffen? Die Stadtvertretung und auch die ka pelle dürften des herzlichsten Dankes der gesamten Bürgerschaft versichert sein. ** Raupenplage. Als Folge des vorjährigen trockenen Sommers macht sich in diesem Frühjahre an den Obstbäumen eine große Raupenplage## mertbar. Es ist die höchste Zeit, die Nester zu ver brennen und die Raupen nach Möglichkeit abzulesen. Bei den westfälischen Sparkassen wurden im „ gen 627 Willigne. ** Mannes“ wird auf Grund dieser Ueberraschung vielleicht ab und zu unfreiwillige Ferien haben. Denn der vorgenannte Termin bringt schon wieder eine recht bedeutende Erhöhung der Banderolensteuer auf Zigarren, Tabake und Zigaretten. Es wird also man muß dies sagen, auf die Gefahr hin, daß erschreckten Rauchern vor Schrecken der Stummel aus dem Gehege der Zähne rutscht— vom 1. Juli an eine Zigarre, die vor dem 1. Oitober 3—7 M kostete, vom 1. Juli an ungefähr 10 April an Spareinlagen der Minionen Mark ein gezahlt und 649 Millionen abgehoben. Der Gesamtbetrag an Spareinlagen beläuft sich auf über 5½ Miliarden K. Im Scheck= und Kontokorrentverkehr erhöhte sich die Zahl der Konten um 1200 Stück auf 62000 Konten. Die Guthaben im Scheckund Kontorrentverkehr betrugen Ende April 1,1 Milliarden A. ** Der Wohltätigkeits=Bazar, den der Verband der kathol. Vereine im Vereinshause(Specht) ver anstaltete, hat, nach jetzt erfolgter Abrechnung, einen Ueberschuß von 66 726,15 A ergeben, eine Summe, die auch die kühnsten Erwartungen weit übertroffen hat. Die Leitung des Bazar spricht auch an dieser Stelle allen Damen und Herren, die ihre Kraft in den Dienst der guten Sache gestellt haben und dadurch an diesem schönen Erfolge mit beteiligt sind, ihren herzlichsten Dank aus.— Für Mittwoch abend 8 Uhr wird der Verbandsvorstand und der Bazar=Ausschuß zu einer Sitzung in das Vereinshaus eingeladen. ** Wie soll man Sonnenbäder nehmen? Die Zeit des Badens, in der wir nun wieder leben, und und gern auch von denen, die zunächst im Wasser bis 50 M tosten, Zigaretten, von denen noch vor ihren Körper erfrischt haben, in ein Luft= und Sonnenbad erweitert wird, gibt Veranlassung, darauf hinzuweisen, wie am bekömmlichsten ein Sonnenbad genommen werden kann, da hierin gar zu viel gesüdigt wird. Dr. med. Rettburg führt in der Zeitschrift„Der Naturarzt“ als Beispiel über die beste Art der Handhabung die in dem bekannten Sanatorium von Dr. Lahmann im Welßen Hirsch bei Dresden gebräuchliche an. Dort liegen die Badenden auf Matratzen, der Kopf wird durch Bardetücher geschützt. Alle 5 Minuten schlägt eine Uhr, worauf die Badenden ¼ Wendung machen, sodaß in 4 mal 5 gleich 20 Minuten der ganzu Körper einmal von allen Seiten von der Sonne durchflutet ist. Länger wie eine halbe Stunde wird auf einmal nicht Sonne gebadet. Das hat sich als der bekömmlichste Durchschnitt herausgestellt. Am meisten muß, was man nach den Beobachtungen in den Freibädern immer wieder betönen muß, vor einem stundenlangen Braten in der Sonne gewarnt werden. Das halten wohl herzstarke Naturen eine Weile aus, herzschwache müssen sich aber unter allen Umständen vorsehen, da das Sonnenbad stets eine neue Herzvelastung besdentet. Aber auch für herzträftige Personen wird stundenlanges Sonnenbaden schließlich kein Gewinn mehr, da mit der zunehmenden Bräunung der Haut die Sonnenstrahlen in den Körper nicht mehr einzudringen vermögen, wie bei den Negern die schwarzpigmentierte Haut bekanntlich ein ausgesprochener Sonnenschutz wird. ** Evangel. Bund. Am Sonntag, 18. Juni gedenkt der hiesige Zweigverein des Evangel. Bundes im Gemeindehause seine Generalversammlung ab zuhalten. Außer der Berichterstattung und Rechnungslegung des Vorsitzenden ist ein Vortrag des Herrn Pfarrer Henrici=Dortmund vorgesehen über „Die religiöse Kindererziehung und das heutige Recht". Dann haben einige Schüler unseres Realgymnasiums im Verein mit vier Mitgliedern des weiblichen Bibelkreises ein Festspiel eingeübt:„Der Ritter von Wartburg als Sturmbeschwörer in Wittenberg". ** Das Rauchen wird Luxus. Den Rauchern wird am 1. Juli wieder eine unliebsame Ueberraschung werden, und das„Pseiflein des armen kurzem die billigste zu 40 bis 50§ zu haben war, losten schon heute beim Fabrikanten 1 bis 1,20 M und werden dann wohl unter 2,50 bis 3 A nicht zu haben sein. Der einzige' Trost ist, daß sich der Raucher nach Bedarf und Mitteln noch vor dem 1. Juli eindecken kann, da eine Nachversteuerung nicht stattfinldet.— Zweifollos wird es nach alledem noch genügend Tabakverbraucher geben, die, wie der Deutsche nun einmal ist, auch diese erhöhte Steuer Zzahlen lernen, ohne zu klagen. ** Westhofen, 10. Juni. Hühnerdiebe ha ben heute Nacht dem Geflügelhofe des Lehrers Schulte auf dem Buchholz einen Besuch abgestattet, den Stall erbrochen und 6 Hühner und 1 Hahn Zuchttiere— im Werte von 2000 M gestohlen. Die Spur der Diebe konnte bis zum Bahnhof Westhofen verfolgt werden, sodaß anzunehmen ist, daß die Spitzbuben mit der Eisenbahn oder Straßenbahn davon gefahren sind. ** Westhofen, 10. Juni. Erfindergeist. Die Firma Ruhrsandsteinbrüche und Dampfziegelei hat für ein Preßluftwerkzeug mit gesichertem Steuerkolben Gebrauchsmusterschutz angemeldet. ** Lichtendorf, 10. Juni. Eingestelltes Verfahren. In der Angelegenheit des Zugabfertigers Carl Dr. zu Ostberge hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren wegen Mangel an Beweisen eingestellt; die seinerzeit beschlagnahmten Sachen sind wieder freigegeben worden. den Provinzen. Sichtigvor, 10. Juni. Euf eigenartige Weise zu Tode gekommen. Der 13 Jahre alte Sohn des Drahtziehers E. Roderfeld trat beim Fußballspielen am Christi, Himmelfahrtstage in eine Schirmstange, die sich in der Erde festgesetzt hatte und mit ihrer Spitze dem Jungen entgegenstand. Der Draht drang unterhalb der Zehen in den Fuß, durchvohrte den Knochen und kam eberhalb der Ferse wieder zum Vorschein. Trotzdem der Junge sofort ins Krankenhaus gebracht wurde, ist der Tod später durch Entzündung bezw. Vergiftung eingetreten. Senne, 10. Juni. Lebendig verbrannt. Ein trauriger Unglücksfall ereignete sich hier. Das zweijährige Söhnchen des Arbeiters Heinrich Latzarus kam in vorübergehender Abwesenheit der Mutter dem Herde zu nahe. Plötzlich stand das Kind in hellen Flammen. Die auf das Schreien des Knaben herbeigeeilte Mutter riß ihm sofort die brennenden Kleider vom Leibe. Das Kind wurde später in das Krankenhaus Möllerstift in Brackwede überführt, wo es inzwischen seinen schweren Brandwunden erlegen ist. Flachsmeer, 10. Juni. Einen seltenen Vorgang aus dem Vogelleben konnte man vor einigen Tagen hier beobachten. Eine Lerche und ein Buchfink lieferten sich einen regeltan Kampf. Die Larche hatte am Grabensichts dieses Vorganges in der Tierwelt könnte man sich, so vemerkt das„Leerer Anzbl.“, den Betrachtungen hingeben, daß sich selbst bei den Vö. eln der Kampf um das Silber dreht, wie er gährend der letzten Jahre auch bei der Menschheit entbrannte und leider Heim und Herd zerschlug. Emden, 10. Juni. 83 Jahre in einer Familie wirkte die jetzt im Alter von 94 Jahren im Hause des Schiffskapitäns Herm. Frerichs in West=Großesehn(Ostfriesland) verstorbene Anna Sophia Rools Buß. Sie kam als 11jähriges Mädchen in das Haus des Kapitäns und Schiffsreeders Heinrich Lüppen Buß zu West=Großefehn. Emden, 10. Juni. Die Launen eines Blitzes. Bei dem letzten schweren Gewitter chlug der Blitz auch in den Schornstein des Landwirts Mennenge. In der Wohnstube schleuderte er zunächst den Ofenschieber und das Ofenrohr her us und riß große Stücke Verputz los. Der unter dem Tisch liegende Hund wurde sofort getötet; die daneben sitzende Hausfrau erhielt nur geringe Verletzungen an den Füßen, dem gerade von drau szen hereintretenden Besitzer wurde der eine Holzschuh vom Fuße gerissen und zerspäittert, und zwei Nachbarinnen erlitten Verletzungen an den Füßen. Solingen, 10. Juni. Durch Gasvergif tung starb eine alte Frau, die nur noch schwach sehen konnte und bei der Arbeit versehehentlich den Hahn der Gasleitung berührt hatte, so daß dieser aufgedreht wurde. Köln, 10. Juni. Briefunterschlagung. In der letzten Zeit sind hier wiederholt amerikanische Briefe abhanden gekommen, in denen Postbeamte Dollarinhalt vermuteten. Bei der Durchsuchung der Taschen eines Hilfsschaffners, der sich verschiedentlich auffällig benommen hatte, fand man zerknüllte ameritanische Briefe und Postanweisungen. Er gab auch die Unterschlagung von weiteren amerikanischen Briefen zu. Die Strafkammer setzte 2 Jahre Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust fest. Koblenz, 10. Juni. Ein Arbeitsvefehl. Bei der Straßenbahn hat ein Teil des Ausständigen auf Befehl der interalliierten Rheinlandkommission die Arbeit wieder aufnehmen müssen. Büro verhandelte, zwei Zentner Hafer gestohlen zu haben; Kr. sen, soll diesen Hafer verbraucht ha. ben. Weiter wird ihnen zur Last gelegt, beim Abfahren von Kohlen im hiesigen Ladestrang zwei Bund Stroh, welches als Deckungsmaterial für einen Waggon Kartoffeln gedient und Eigentum des B. war, gestohlen zu haben. Nach langer Verhandlung mußte das Gericht beide Angetlagte aus Mangel an Beweisen freisprechen. Der Landwirt Wilh. C. aus Holzen hatte einen Strafbefehl in Höhe von 1000 M wegen Verstoß gegen die Kohlenverordnung— es wurde ihm verbotene Zwischenlagerung zur Last gelegt— erhalten. Sein Antrag auf richterliche Entscheidung hatte insofern Erfolg, als die Strafe auf 500 cll herabgesetzt wurde. Dagegen traf ihn wegen Ungebühr vor Gericht— er hatte einen als Zeugen vernommenen Beamten der Kohlenpolizei beleidigt eine Geldstrafe von 200 M. Der Hehlerei angeklagt war der Fabrikarbeiter Walter M. von hier. Er hatte eine Flasche Sett, die sein inzwischen verurteilter Freund G. aus dem Keller des verstorbenen Wirts Möller gestohlen hatte, dem Wirt Gremme zum Kauf angeboten, der jedoch selbstredend ablehnte. Das Urteil lautete auf 300 M Geldstrafe. Weil er am Morgen des 6. Mai im hiesigen Bahnhof aus dem Dortmunder Zuge gesprungen sein sollte, ehe der Zug zum Halten gebracht war, hatte die Bahnpolizei den Fabrikarbeiter Heinrich Schn. von hier in eine Ordnungsstrafe von 100 K genommen. Sch. hatte auf richterliche Entschei dung angetragen mit der Begründung, der Zug habe, als er abgesprungen sei, einen Augenblick gehalten und sei dann noch einige Meter weiter gefahren. Die Aussagen des betr. Eisenbahnschaffners und der beiden Entlastungszeugen standen sich diametral gegenüber und mußte das Gericht den Angeklagten wegen Mangel an Beweisen freisprechen. dem Reich. rechten Kumgf. Die Terihe hatte un Einden rande einen blitzenden Gegenstand erspäht, scharrte, ihn aus der Erde heraus und wollte mit ihm davonfliegen. Das hatte der Fink bemerkt und er schien nichts Eiligeres zu tun zu haben, als der Nachbarin den Fund streitig zu machen. Im Handundrehen hatte sich ein heftiger Kampf um die Bente entbrannt, bei dem die Federn stoben. Im Verlaufe des Streites fiel das Fundstück eine blanke Silbermark wieder zur Erde. AngeLeiter der letzten Sitzung des hiesigen Schöfsengerichts war Herr Amtsgerichtsrat Dr. Alf sers; als Schöffen waren die Herren Meier ling=Schwerte und Rangierführer Peters Holzen tätig. Der Fabrikarbeiter Alfred Dr. hat am 9. Dezember v. J. in der Wohnung des Weichenstellers Jul. Hillebrand, die er mit einem Dietrich geöffnet hatte, einen Einbruchsdiebstahl verübt. Er hat aus einem Schrank eine Anzahl Kleidungs= stücke gestohlen, die er dann verkaufte. Das Gericht schickte den bereits vorbestraften Spitzbuben auf 9 Monate ins Gefängnis. In der Nacht zum 17. April sind die Arbeiter Dietrich Schn. und Josef F. von hier in die Ziegelei an der Hörderstraße eingebrochen und haben einen wertvollen Elektro=Motor gestohlen. Der Motor wurde zunächst in die Wohnung des Schn. gebracht und als man ihn dort nicht mehr sicher genug hielt, in einem Kanal an der Mühlenstraße versteckt, wo er von der Polizei aufgefunden wurde. Beide Spitzbuben, von denen Schn. bereits einschlägig vorbestraft ist, traf eine Gefängnisstrafe von je 6 Monaten. Der Fabrikarbeiter Anton Kr. und der Fuhrmann Anton Kr. aus Holzen, Vater und Sohn, standen des Diebstahls bezw. der Hehlerei ange klagt vor Gericht. Der jüngere Kr. ist beschuldigt, am 13. Januar gelegentlich eines Einkaufes aus dem Lager des Händlers Bährensmann, während der Vater mit dem Lagerverwalter Steinweg im Der Kartoffelhandel. Berlin, 12. Juni. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft veröffentlicht im Reichsanzeiger“, eine Verordnung über den Handel mit Lebens= und Futtermitteln, die den Handel mit Kartoffeln künftig nur noch gegen eine besondere Erlaubnis gestattet. Für Zuwiderhandlungen gegen die Verordnung sind Gefängnisstrafen bis zu 1 Jahr und Geldstrafen bis zu 100000 Mark vorgesehen. Neben der Strafe ann auch auf Einziehung der Kartoffeln erkannt werden. Streil eines Kirchenchores. Aschersleben, f1. Juni. In den Streik trat hier der Kirchenchor von St. Stephanie, und zwar, weil der Gemeindekirchenrat eine bis dahin offenstebende Nebentür der Kirche, durch die die Sänger zu Beginn der Predigt zu verschwinden pflegten,(!) von jetzt ab zuzuschließen beschlossen hat. Durch diese Maßnahme„verstimmt“, erschien der Chor nicht zu den Pfingstgottesdiensten und gedenkt so lange zu streiken, bis die Tür wieder geöffnet wird. Gegen die Schuldlüge. TU. München, 12. Juni. Gestern fand eine große Massenversammlung als Protestkundgebung gegen die Schuldlüge statt. Es wurde die Veröffentlichung des gesamten Materials zur Schuldlüge aus dem Eisnerprozeß und die Durchführung einer größtmöglichsten In= und Auslavospropaganda gesoroert. Haertzirl kiat. 19 Roman von Reinhold Ortmann. (Nachdruck verboten.) „Dann habe ich also vergessen, dir von ihr zu erzählen. Aber es wundert mich, daß du nicht schon von anderer Seite etwas über sie gehört hast. Seitdem sie vor acht Tagen wie ein glänzendes Meteor am Münchener Gesellschaftshimmel erschienen ist, überbietet man sich ja in der Erfindung und Verbreitung der abenteuerlichsten Geschichten. Eine millionenreiche junge Witwe von kaum vierungzwanzig Jahren, eine polnische Aristokratin vom blauesten Gehlüt und ein Weib dämonischer Schönheit! Es ist beinahe ein von geradezu Es ist.nh ein bißchen zu viel fur ein einziges menschliches Wesen. Ich habe sie vor drei Tagen auf der Soiree beim Grafen Freysing kennen gelernt, und es war sehr ergötzlich, zu sehen, wie sie da innerhalb der ersten fünf Minuten nicht weniger als allen anwesenden Männern die Köpfe verdreht hatte. „Allen, Hubert?“ P1 Licht Gugzumehmen „Oh, ich bin aufrichtig genug, mich nicht auszunehmen, lachte er, augenscheinlich schon wieder in der allerbesten Laune. „Wer vor diesem Meisterstück der Natur seine Kaltblütigkeit bewahren könnte, müßte wirklich aller Empfänglichkeit für Schönheit und Liebreiz bar sein. Daß sie ihr Versprechen gehalten hat, mir einen Atelierbesuch zu machen, bereitet mir die unbändigste Freude." Helga wandte ihr Gesicht wieder dem Fenster zu. „Dann solltest du sie jetzt nicht länger warten lassen,“ sagte sie mit eigentümlich gepreßter Stimme. Ihr Gatte aber beeilte sich nicht, der Mahnung zu gehorchen. „Gerade die großen Damen darf man als Künstler nicht zu sehr verwöhnen,“ erktärte Hubert übermütig.„Und es ist vielleicht ganz gut, wenn sie sich im Atelier erst ein bißchen unischaut, ohne durch meine Anwesenheit geniert zu werden. Sie soll sich nämlich von mir malen lassen. Ich habe sie seldstverständlich aus keinem anderen Grunde in mein Atelier eingeladen.“* gu. P „Sagtest du nicht erst gestern, daß vni ful vie nächsten drei Monate unter keinen Umständen irgendeinen we... Auftrag annehmen würdest?" „Einen, bei dem sich's bloß ums Geldverdienen hand würde— nein! Aber hier kommen ganz andere Verlockungen in Betracht. Erstens ist sie in der ausgesprochenen Absicht nach München gekommen, sich von Hellbach porträtieren zu lassen, und es würde mir natürlich diebisches Vergnügen machen, sie meinem weltberühmtten Kollegen wegzuschnappen. Und zweitens würde ich mich, glücklich schatzen, sie malen zu dürfen, auch wenn ich nicht einen Pfennig dafür erhielte. Auch wenn mir das Vild ganz und gar mißlänge, müßte es doch schon um seines Gegenstandes willen der Clou der nächsten Ausstellung werden. Alle Welt wird sich dazu drängen, das Porträt der schönen Teuselin zu sehen.“ Faufelin9 Wur auf ih „Warum nennst du sie eine Teusenn: Nur auf ihr o p ere- zielleicht würde schon das ausreichen, ihr diesen Ehrentitel zu verschafsen. Denn wenn es dem guten, Mephisto noch immer um den Seelenfang zu tun sein sollte, hätte er wahrhaftig keinen geeigneteren Werber ausschicken können als sie. Aber das Wort ist gar nicht von mir. Der Legationsrat von Hellen hat es geprägt, als er mir das Drama ihrer kurzen Ehe erzählte,“ fuhr„ugget gfert. „Am Tage ihrer Hochzeit vergiftete sich aus unglüa.be zu ihr der jüngere Bruder ihres Gatten. Und anverchalb Jahre später wurde dieser Gatte in einem durch sie heraufbeschworenen Duell erschossen. Man merkt ihr verdamm wenig von diesen tragischen Erlebnissen an; aber wenn man ihre Gestalt, ihr Gesicht, ihre Augen gesehen hat, versteht man sehr gut, daß sie allen Männern zum Verhängnis werden muß, die in ihren Bannkreis geraten. „Und es kann dich reizen, eine solche— eine solche Frau „Warum denn nicht? Was kümmern mich ihre Teufeleien? Ich sehe sie doch nur mit den Augen des Künstkers. Und du wirst mir ohne weiteres rocht geben, sobald du sie kennen geHelgag drehte den Kopf, und zwischen ihren Brauen war eine seine, aber scharf eingeschnittene Falte. „Ich? Niemals! Du wirst mir versprechen, Hubert, mich mit der Dame zusammenzubringen. Denn ich wäre nicht in der glücklichen Lage, sie nur mit Künstleraugen An dem Rot, das ihm ins Gesicht stieg, konnte sie erkennen, wie empfindlich sie ihn aufs neue verletzt hatte. Seine Lippen zuckten, wie wenn ihnen ein heftiges Wort entfahren wollte. Aber er wußte sich doch zu beherrschen.„ gufgeben daß „Ich muß also wohl endgültig die Hoffnung aufgeden, Laß wir uns in gewissen Dingen jemals verstehen werden,“ sagte er kalt.„Manchmal aber ist es mir wirklich ein Rätsel, wie du dich überhaupt entschließen konntest, meine Frau zu werden, Mit dem männlichen Ideal, das du im Herzen trägst, kann ich doch von jeher nur verzweifelt wenig Aehnlichkeit geEr riß die Tür auf und verließ das Zimmer, ohne eine Erwiderung abzuwarten. Aber auch, wenn er geblieben wäre, würde er wahrscheinlich vergebens auf eine Antwort seines jungen Weibes geharrt haben. 7. Kapitel. Helga vollendete den Brief nicht, den sie ihrem Bruder hatte schreiben wollen. Sie warf den zerrissenen Bogen in den Papierkorb, lehnte sich in ihren Stuhl zurück und drückte das Taschentuch an die Augen.„ 676 s 9 Es geschah ihr wahrlich nicht oft, daß sie weinte. Und es war das erstemal seit dem Bestehen ihrer Ehe, daß sie das Leid ihrer Seele in Tränen ausströmen ließ. Vielleicht war sie sich selber nicht klar darüber, warum sie sich gerade heute durch die Worte und das Benehmen ihres Mannes so im tiessten Herzen gekränkt und verwandet fühlte. Aehnliche Meinungsverschiedenheiten wie die heutige hatte es ja schon des öfteren zwischen ihnen gegeben.] Und so viel war trotz aller äußeren Kultur doch von seiner bäuerlichen Herkunft an Hubert Almröder haften geblieben, daß er in Augenblicken der Erregung sehr leicht die Herrschaft über sich verlor und sich zu heftigen, verletzenden Aeußerungen hinreißen ließ. Sie pflegten ihn jedesmal sehr bald zu gereuen, und noch immer hatte er den häßlichen Eindruck, den sie hinterlassen haben konnten, durch verdoppelte Zärtlichkeit schon in der nächsten Stunde wieder zu verwischen gesucht. Efortsetzung folgt.) Ein Gaunerstreich im Gerichtssaal. In dem großen Hause in Bertin=Moabit, in dem sich der Schlußakt so mancher Tragödie abspielt, belacht man augenblicklich einen lustigen Zwischenfall, der sich dieser Tage dort zugetragen hat. Mitten hinein in eine ernste Verhandlung man will gerade einem hartnäckigen Diebe den Prozeß machen— kommt plötzlich ein Mann in Monteurbluse mit einer großen Leiter, die er. leise an die Wand unter die Uhr des Gerichtssaales stellt. Erstannt drehen sich die Köpfe der Richter, der Verteidiger, des Angeklagten und der Zuhörer dem Störenfried zu. Der Vorsitzende unterbricht unwillig seine Rede und wendet sich mit scharfen Worten an den Eindringling: „Was wollen Sie hier? Wie können Sie es wagen, die Verhandlungen zu stören?" Der Mann mit der Leiter antwortet höflich und bescheiden: „Entschuldigen Sie, Herr Direktor, ich wollte bloß die Uhr abholen. Sie soll nachgesehen werdeh: „Aber nicht jetzt. Kommen Sie gefälligst zu anderer Zeit wieder.“ „Ach, Herr Direktor,“ sagt der Monteur,„ich war schon sechsmal hier. Immer wird hier verhandelt. Und ich muß die Uhr doch abnehmen, es dauert ja nur eine Minute. „So beeilen Sie sich,“ herrscht ihn der Vorsitzende an und trommelt nervös mit den Fingern auf den Tisch. Der Mann klettert, von allen Anwesenden mit Interesse beobachtet, auf die Leiter und nimmt die Uhr ab. Es dauert wirklich nicht länger als eine Minute, dann ist er mit der Uhr und Leiter wieder aus dem Zimmer entschwunden, und die Ver handlung kann ihren Fortgang nehmen. Der Gerichtsdiener wundert sich am Abend, als der Sitzungssaal leer ist, daß die Uhr nicht mehr an ihrem Platze hängt. Er forscht nach und erfährt schließlich den Sachverhalt. Aber gleichzeitig stellt er auch fest, daß die Verwaltung keinen Auftrag gegeben hat, die vollständig intakte Uhr reparieren zu lassen. Und nun kommt es heraus, daß der höfliche und bescheidene Mann, der die Uhr abgeholt hat, sich ein überaus dreistes Gaunerstück chen geleistet hat, vor den Augen hoher Justizbeamten und in einem Hause, das sonst von seinesgleichen nach Möglichkeit gemieden zu werden pflegt... So geschehen im Mai des Jahres 1922! Wochennachklänge. Für Träumer ist nicht Platz in dieser Zeit, Die rastlos ist und sparsam im Verschenken. Ihr Eisentritt aus rasselnden Gelenten, Er überdröhnt, was ihn nicht überschreit, Und schüttert die Gehirne, daß sie denken, so singt Arnold Wildgans in unseren Tagen und wahrlich, er hat recht. Besonders die letzte Woche war kurz. Sie hatte keinen Montag und der Dienstag war auch nur so— lala. Die Pfingsttage waren aber auch zu schön. Da konnte man wirklich mal viele frohe und dankvare Menschen sehen. Das Pfingstfest hat auch noch immer zu den wetterfestesten gezählt, und auch diesmal ist es unter eitel Sonnenschein dahingegangen, obwohl der Stern, unter dem wir am Sonnabend den Feiertagen entgegensteuerten, ein derart zweifelhafter war, daß man am Abend, dieses Tages auf ein glückliches Pfingüwetter kaum mehr rechnen konnte Glücklicherweise wurde man dann so angenehm wie möglich enttäuscht, und man kann wohl sagen, daß das Wetter schließlich alles, was i. seinen Kräften stand, zur Feiertagsstimmung beigetragen hat. Einen krasseren Wetterumschwung als in die sen Tagen konnte man sich kaum vorstellen. Am Sonnabend noch beispiellos heftige Gewitter, die von gleichfalls beispiellosen Wolkenbrüchen begleitet waren und schließlich in zahmen aber um so trübere Aussichten eröffnenden Dauerregen mündeten und am Sonntag und Montag dann das freundlichste Frühlingswetter ohne alle Un anehmlichkeiten einer übermäßigen Hitze. Die Abkühlung, die die Gewitter gebracht haben, wurde allgemein als Wohltat empfunden und trug nicht wenig zu einem lebhaften Ausflugsund Spaziergängerverkehr bei. Unendliche Menschenmassen tummelten sich im Genuß der prächtigen, klaron und frischen Frühlingsluft. Wenn irgend etwas die allgemein gehobene Stimmung beeinträchtigen konnte, so waren es die hohen Getränkepreise, die in den Ausflugslokalen anschei nend noch immer nicht eine Grenze nach dben finden können. Zu den besonders Glücklichen zählten die zahl reichen Neuverlobten der Pfingsttage. Die Zeitungen wimmelten nur so von schönen Verlobungsanzeigen, die immer sehr eingehend studiert werden und allenthalben eitel Freude bereiten, manchem bösem Gerücht den Mund stopfen, freilich auch wiederum anderswo böse Gerüchte erzeugen, bis der Brautschleier in Bälde alles so lieblich zudeckt und in seine lustige Hülle hüllt. Unzählige Verliebungen und Verlovungen werden diese Pfingsttage auch sonst gebracht haben, von den noch nicht mehr bekannt ist, als das Liedlein, das schon die Alten sungen: „Kein Feuer, keine Kohle, Kann brennen so heiß, Als heimliche Liebe, Von der niemand was weiß.“ Daß es auch heimlichen Haß gibt, sagte uns die letzte Woche auch deutlich. Ich denke an das Blausäure=Attentat auf=Oberbürgermeister Scheidemann, das ja noch glimpflich abgelaufen ist, bis auf den Schreck! Grade jetzt, wo der Casseler Oberbürgermeister Abschiedsgedanken hat und sich auf einen Posten in der Nähe Berlins gemel det hat, fällt das gemeine Attentat doppelt auf. Man kämpfe offen, wenn gekämpft sein muß und nicht heimtückisch. Heimlicher Haß ist häßlich, sehr häßlich. Wer etwas davon in sich spürt, es sei gegen wen es sei, der reiße diesen heimlichen Haß mit der Wurzel aus. Mit Pfingstgeist hat et aber auch gar nichts gemein und er richtet nur Schaden an, öffentlich oder sonderlich oder beides. Daß so wenig Gotteswehen in unseren Herzen ist, das ist eben der größte Schaden unserer Zeit, unserer so modernen Zeit. Wie modern sie ist, das zeigt besonders ein Blick in die Großstadt. In einer Plauderei„Kinderspiele im Frühling“ teilt Egon H. Straßburger folgende Abzählverse mit, die er auf dem Berliner Asphalt gehört hat und die sich ziemlich stark von dem guten Sprüchlein unserer Großeltern und Eltern—„Ich und 9 95 95 2. Die drohende Wirtschaftskrise. Reichswirtschaftsminister Schmidt empfing gelegentlich der Eröffnung der Jahresschau Deutscher Arbeit in Dresden die Vertreter der Presse und äußerte sich ihnen gegenüber über die schwebenden politischen und wirtschaftlichen Fragen wie folgt: Vom Standpunkt des Wirtschaftsministeriums, ist es sehr wichtig, daß wir über den 31. Mai hinweggekommen sind. Wie werden sich die Dinge weiter gestalten? Es ist kein Zweifel, daß in dem Augenblick, wo die Notenpresse stillgelegt wird, wo wir die Möglichkeit haben, den Etat in Ordnung zu bringen, die sinkende Tendenz der Mark aufhört. Nicht ohne Grund wird gesagt, daß die Regelung der Wiederherstellungsfrage auf längere Zeit möglichst endgültig erfolgen muß. Wir brauchen zunächst einmal für einige Jahre Bewegungsfreiheit Eine plötzliche Steigerung der Mark werde zweitello Schaden mit sich bringen, aber auch eine Verbilligung der Lebensmittel Vielleicht kommen wir nicht um eine solche Krisis herum. Der Zustand der fallenden Mark ist unhaltbar und für die große Masse nicht von Nutzen. fragt sich, ob die kommende Erschütterung beträchtlich sein wird. Ich sehe immer noch eine beträchtliche Spanne zwischen Inlands= und auslandspreis; aber in zollpolitischer Beziehung sind ewir in schwieriger Lage, weil wir fast nirgends Meistbegünstigung genießen und sich die hochwertigen Länder gegen die niedervalutarischen Länder durch Zölle wehren. Im Sinne der Verhand lungen von Genua glaube ich aber, daß wir diese Schwierigkeiten überwinden werden. Wir stehen in Verhandlungen über Handelsverträge mit Litauen, Polen und Spanien: Wir gehen jetzt daran, die Einfuhrsperte vollständig aufzuheven, doch sollen überflüssige Waren durch hohe Zölle abgedrosselt werden. Doch würde eine Erleichterung im internationalen Handelsverkehr eintreten Die Aussuhr können wir von einer Kontrolle nicht völlig befreien, weil wir an gewissen Erzeugnissen selbst Mangel leiden. Ganz traurig steht es mit unseren Kohlenverhältnissen aus. Wir müssen wieder viel englische Kohle einführen, um überhaupt weiterarbeiten zu können. Leider sind in letzter Zeit aus dem Bergbau zahlreiche Arbeiter abgewandert, im letzten Monat im Ruhrgebiet ollein 5000 Untertagearbeiter, weil in anderen Berufen höhere Löhne gezahlt werden. Man wird daher den Bergleuten höhere Löhne zahlen müssen, was höhere Kohlenpreise bedingt. Dagegen aber erhebt die Industrie schwere Bedenken, da die Grenze der Belastung der Kohle schon erreicht sei Im Herbst müßten wir auch mit einer neuen Erhöhung des Brotpreises rechnen, da der Preis für Umlagegetreide zweisellos erhöht werden müsse. An der Umlage für Getreide halte die Regierung unter allen Amständen fest. Das der Brotverteuerung weide vom Stand der Maik abhängen Auf die bekannten Auseinandersetzungen im Reichskabinett anspielend, erklärte der Reichswirtschaftsminister, daß Dr. Hermes nicht mehr zugestanden habe, alt im Augenblik zu verant worten gewesen sei Zum Schluß äußerte sich Minister Schmidt über die Hilfsaktion für die Presse. Der Wiverstand gegen eine Papierverbillilligung sei sehr stark, und er, der Minister, sei nicht allmächtig. Wir wollen auf die gefamte Papieraussuhr einen Zuschlag von 1½ Prozent erheben und dadurch die Papiespreise zu senken versuchen. Aber von entscheidender Bedeutung ist das nicht Am wichtigsten ist die Senkung der Holzpreise. Dagegen aver wenden sich die holzerzeugenden Stoaten, namentlich Sachsen und Bayern, während Preußen mit sich reden lasse Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Ueberall wird zur Zeit das Gespenst einer Arbeitslosigkeit an die Wand gemalt Ihre Behebung hängt von innenwirtschaftlichen und weltwirtschaftlichen Voraussetzungen ab Vom innenwirtschaftlichen Gesichtspunkt aus betrachtet ist zu sordern, daß die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit im positiven Sinne erfolgen muß durch stärkste Anregung und Förderung der Produktion und in negativem Sinne durch Unterlassung aller die Wirtschaftskraft hemmenden Maßnahmen Was den letzten Punkt angeht, so sei verwiesen auf die unglaublich törichte Erhebung von ausfuhrabgaben und Exportumsatzsteuern, die zur selben Zeit Deutschlands Industrie belasten, wo sämtliche anderen Staaten der Welt durch Exportprämien usw. ihrem Gewerbe Zuschüsse gewähren. Was die positiven Maßnahmen betrifft, so ist zu verlangen, daß sie in ihren Endzielen der Steigerung der Produktion dienstbar sein müssen. Wie das gemacht werden kann, sei an zwei Beispielen gezeigt. Infolge der mangelhaften Organisation unseres Eisenbahnwesens sind seit Jahren schwerste Verkehrsstockungen in allen Teilen Deutschlonds an der Tagesordnung, besonders auf den Strecken der verschiedenen Industriebezirke und auf den von diesen zu den Ausfuhrhäfen führenden Linien. In Zeiten sinkender Konjunktur, wo urbeiten anderer Art nicht so dringend sind, wäre es erwünscht, durch Ausbau der Verkehrslinien(z B Bau der Schnellbahn Köln—Dortmund, viergleisiger Ausbau der Strecke Ruhrrevier—Hamburg—Bremen) den Arbeitern, deren Verlegung möglich ist und deren Tätigkeit mit dem Bauwesen in Verbindung steht (Maurer, Tiefbauarbeiter, Transportarbeiter usw.) durch unmittelbare Tätigkeit an diesen Bauten Arbeit zu verschaffen, und den üngehörigen der verschiedenen Bahnhilfs=Industrien(Schienenwalzwerke, Brückenbauanstatten, Lokomotivfabliken usw) die Arbeitsgelegenheit zu erhalten. In ähnlicher Weise wäre es möglich, bis zu einem gewissen Grade Deutschland von der Notwendigkeit der Einfuhr fremder, teuerer Lebensmittel zu befreien. Im letzten Jahre haben wir vom Ausland rund 5 Millionen Tonnen eingeführt; nach dem Urteil Sachverständiger können wir durch Urbarmachung von 10 Millionen Morgen Moor und Sumpsvoden 3 Millionen Tonnen Lebensmittel im Lande mehr erzeugen als bisher. Auch die Durchführung dieses Programms würde indirekt dem Arbeitsmarkt der Industrieatbeiter zunutze kommen, da viele inoustrielle Werke (Ammoniakfabriken, Stickstoffwerke, Maschinensebriken usw) als unmittelvare Belieferer dieser Kulturarbeit in Frage kämen Binnenwirtschaftliche Maßregeln allein können aber nichts helfen, wenn nicht die Weltwirtschaft ihre Stütze leiht Es ist ersorderlich, daß die Industrie Frankreichs, das von Deutschland so viele Verarbeitungsbezirke„übernommen“ hat, daß es ohne die deutsche Kohle auskommen kann, endgültig ihre Finger vom Ruhrkohlenrevier läßt, damit Deutschland in Ruhe sein WiederaufbauProgramm durchführen kann. Des weiteren ist es notwendig, daß die internationalen Verkehrsverhältnisse von dem Haß der Kriegszeit gründ lich bereinigt werden; das soll besagen, das Hochschutzzollmaßnahmen, ungerechte Handelsverträge, Tarisschikanen, Schwierigkeiten in der Begebung von Reisepässen usw. zum alten Eisen geworfen werden. Die Hauptsache ist jedoch, daß die zwischenstaatlichen Schuldverhältnisse endgültig auf ein vernünftiges Maß zurückgeführt werden. Europa hat— um ein Beispiel von vielen an deren anzuführen— seit 19 4 seine gesamten Ersparnisse von 5 Jahren ei#iger Arbeit an die Vereinigten Staaten ausgeliefert. Diese gewal tigen Gummen fehken jetzt natärlich überal und □8 sie sind eine der wichtigsten Ursachen dafür, daß an Deutschland unerfüllbare Reparationsansprüche gestellt werden. Im übrigen tun wir gut daran, und übertriebenen Erwartungen durch andere nicht hinzugeben Hierzu gehört auch die Hoffnung auf große Gewinne durch den Wiederausbau Rußlands. Das Arbeitsnachweisgesetz ist im sozialpolitischen Ausschuß in zweiter Lesung angenommen worden. Nach den Beschlüssen des Ausschusses sollen die Landesbehörden das Recht erhalten, Arbeitgeber zur Meldung ihrer offenen Stellen an den zuständigen Arbeitsnachweis zu verpflichten. Die Landwirtschaft und die kleinen Betriebe mit weniger als fünf Arbeitnehmern bleiben von dieser Meldepflicht auf jeden Fall ausgeschlossen. Die Kostensrage soll so geregelt werden, daß zwei Drittel der„notwendigen Kosten“ von den Arbeitgebern und Arbeitnehmern aufgebracht werden, das letzte Drittel tragen die Einrichtungsgemeinden bezw bei den Landesämtern die Länder. Hinsichtlich der gewerbsmäßigen Stellenvermittlung wurde ein Antrag der Deutschen Volkspartei und der Demokraten angenommen, wonach die gegenwärtigen Konzessionnen„avsterben“ sollen. Neukonzessionen werden nicht mehr erteilt. Der Zeitpunkt des Inkrafttretens des Gesetzes wird dem Veschlusse des Plenums vorbehalten. Ein bemerkenswertes Urteil in Sachen der Ueberarbeit. Die zweite Strafkammer des Landgerichts Köln hat, wie die„Kölnische Zeitung“(Nr 304 a vom 30 April) berichtet, kürzlich in Sachen des Achtstundentages und der Ueberarbeit ein für Arbeitnehmer und urbeitgeber beachtenswertes Urteil gefällt Angeklagt war der Inhaber einer Fabrik, der zwar nach Ablauf der achtstündigen Arbeitszeit den Betrieb in der Fabrik und die mit Dampf betriebenen Maschinen stillgelegt, einer Anzahl von Arbeitern aber freiwillige Ueberarbeit gestattet hatte. Die Straskammer hat den angeklagten Arbeitgeber freigesprochen Sie ebezieht sich auf das Urteil des Reichsgerichts vom 6 Juli 1920, wonach Arbeitnehmer, die freiwillig die Arbeitszeit überschreiten, keine strafbare Handlung begehen. Nach Ansicht des Gerichts ist nun der Sinn und Zweck der Anordnung über den Achtstundentag der, daß Arbeiter nicht gegen ihren Willen durch irgendwelchen Druck veranlaßt werden dürfen, über acht Stunden zu arbeiten Dagegen soll ihnen das Recht der freien Verwertung ihrer Arbeitskraft nicht genommen werden Wenn aber Arbeitnehmer freiwillig Ueberarbeit verrichten dürfen, so gehört notwendig dazu ein Arbeitgeber, der die Ueberarbeit vergütet und so also zuläßt. Nach Ansicht des Gerichts ist es widersinnig, in einem solchen Fall, wo überdies nur einzelne Arbeiter überarbeiten und der Betrieb als solcher stilliegt, den Arbeitgeber zu bestrafen, dagegen den Arbeitnehmer nicht In der Strafandrohung besteht zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern kein Unterschied. Sollte man trotzdem den Arbeitgeber bestrafen, da dieser dann zu dem vom Arbeitgeber begangenen Vergehen Beihitfe geleistet hatte, so sei das ein Unsinn. Der Familienlohn der Vergleute. In einer Vertreterkonferenz des Gewerkverein christlicher Vergarbeiter Deutschlands für den Bochum=Hattinger Bezirk wurde nach einem Ver trage des Redakteurs Rütten=Essen in der Frage des Familienlohnes der Bergleute folgende Entschliepung angenommen:„Die Vertrauensleute der Bezirkskonserenz Bochum des Gewerkvereins christlicher Vergarbeiter stellen sich in der Frage des Familienlohnes vollständig auf den Stand spunkt der Gewerlvereinsleitung Sie erkennen san, daß dem wirtschaftlich mehr belasteten Familienernährer eine bessere Entlohnung zusteht. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Not, in denen sich die Teuerung in erschreckender Weise besonders in den kinderreichen Familien bemerkbar macht, muß ein weiterer Ausbau des Familien= lohnes erfolgen" Diechristliche Bauarbeiterschaft zum neuen Reichstarif=Vertrag für das Baugewerbe. Die 12 Generalversammlung des Zentralverbandes christlicher Bauarbeiter Deutschlands, die in diesen Tagen in Dortmund tagte, hat dem neuen Reichstarifvertrag für das Baugewerbe zugestimmt Als unbefriedigend wurde die Regelung der Ferienfrage bezeichnet; dennoch glaubt die Generalversammlung die Verantwortung für einen tariflosen Zustand im Baugewerbe mit seiner wahrscheinlichen Folge ernster wirtschaftlicher Störungen gegenüber der Volksgesamtheit nicht verantworten zu können. Die einste außenpolitische Lage erfordert dringend die Wahrung des inneren Friedens im deutschen Volke, wenn auch unter Opfern der einzelnen Volksglieder. Die Generalversammlung stimmte auch den neuen Reichstarifverträgen für das Fenerungs= und Schornsteinbaugewerbe sowie für das Isoliergewerbe zu Bezüglich der tarifvertraglichen Regelung für den Polier= und Schachtmeisterberuf spricht die Generalversammlung die bestimmte Erwartung aus, daß die Arbeitgeberverbände durch weitgehendstes Entgegenkommen in den noch strittigen Punkten den sofortigen Abschluß dieser Verträge ermöglichen(Der Veibandstag des freien Bauarb iterverbandes hat in der vorigen„ Woche mit einer knappen Mehrheit und entgegen der Willensmeinung des Verbandsvorstandes den neuen Reichstarisvertrag abgelehnt) Deutschlands Außenhandel im april." Wie das„Statistische Reichsamt“ mitteitt, hatte der deutsche Außenhandel im Aptil d Is. folgende Ergebnisse: Einfuhr 28.9 Millionen Doppelzeniner, m Werte von 28,3 Milliarden Papiermark; Au#fuhr 21,8 Millionen Dpztr im Werte von 22,90=Milliaiden Papiermark Gegenüber dem Monat März beträgt die Zunahme bei der Einfuhr 2,5 Millionen Dpztr. und 5,4 Milliarden Papiermark, bei der Ausfuhr 0,3 Millionen Opztr. und 1,7 Milliarden Papier= mark Da die Ein uhr sowohl der Menge als insbesondere dem Werte nach weit stärker gewachsen ist als die Ausfuhr, hat sich der Einfuhrwertüberschuß im April stark vergrößert, er beträgt 5,3 Milliarden gegen nur 1,6 Milliarden Papiermark im März. Die Zunahme der Einuhr beruht insbesonvere darauf, daß im April die Weizeneinfuhr wiederum stark einsetzte(1,3 gegen nur 0,1 Millionen Dpzir im März). Ferner weisen Kohlen, Eisen und Manganerze, Roheisen und Eisenhalbzeug sowie Thomasmehl erheblich größere Einfuhrmengen als im Vormonat auf. Mengenntäßig stark ins Gewicht fallende Rückgänge sind bei Mais, Reis, Oelfrüchten und Oelsaaten, Bau= und Nutzholz sowie Schwefelktes zu verzeichnen Die Entwectung der Mark kommt nun auch in den Einfuhrwerten immer stärker zum Ausdruck, so daß sich vielfach auch vort starke Marksteigerungen zeigen, wo die Einfuhrmenge zurückgegangen ist. Die Ausfuhr zeigt mengenmäßig namentlich bei den Fectigfabrikaten im allgemeinen eine Abnahine In den 12 naten Mai 1921 bis April 1922 yat betragen die Einfuhr 267,2 Millionen Dpzir im Werte von 154,9 Milliarden Papiermark, die Ausfuhr 218,3 Millionen Dpzer. im Werte von 140,1 Milliarden Papiermark, so daß sich für diese Zeit ein Einfuhrüverschuß von 4,8 Milliarden Papiermark ergibt. 20 950 905 tu du, Müllers Kuh, Müllers Esel, der bist du“— unterscheiden. Wir leben unter modernen Kindern. Sie zählen: Sechs und fünf und sieben, Eins und zwei und drei. Du bist Henny Porten, Du die Mia May, Du bist Bruno Kastner, Du der Harry Piel. gere Konfektionär die Kundschaft. Selbst Persönlichkeiten, die gar keine Blusen benötigen, greisen in seinem Laden zur Ware, wenn sie die hohen Preise der gegenüberliegenden Konkurrenz studieren. Was keiner weiß: der teuere Blusenhändler ist ein— Preisschautler. Er kennt sein Publikum, kennt die Zeit. Der Laden mit den billigeren Waren gehört ihm auch... So, ihr lieben Kinder, Aus ist nun das Spiel. Einstein, Stinnes, Ebert— Jeder etwas kann; Doch was sind sie alle Gegen Scheidemann? Einstein, Stinnes, Ebert— Philipp Scheidemann: So, du bist der Schlauste, So, du bist nun dran! Das ist kein guter Geist in der Kinderwelt. Und bei den Großen? Auch ein Bild aus Berlin: Ich kaufe in einem Warenhause Ansichtskorten. „Eine Mark,“ meint das Frautein. gehe weiter; höher im overen Stockwerk steht in der Papierabteilung ein anderer Kartenmsbang „Eine Mark fünfzig, meint das Frautein und zeigt auf die gleiche Karte. Da gehe ich hinunter auf die Straße. Ein fliegender Händler verkauft sie mir für 70 Pfennig... einem entstehenden Handgemenge waren die Truppen endlich gezwungen, von der Waffe Gebrauch zu machen. Dabei wurde ein Passant getötet und 4 Demonstranten durch Oberschenkelschüsse verwundet. Der Rückmarsch erfolgte ohne Reibung. Ablehnung des neuen Tarifes im Bergbau. TU. Bochum, 12. Juni. Die Konferenz der vier großen Bergarbeiterverbände hat heute nach neunstündiger Verhandlungsdauer, das in der Arbeitsgemeinschaft für den Bergbau unter Mitwirtung des Reichsarbeitsministers Dr. Brauns abgeschlossene Abkommen über die Lohnregelung, die Ueberstundenfrage und den Manteltarif mit 350 gegen 98 Stimmen bei zahlreichen Stimmenthaltungen abgelehnt. Die meisten Redner lehnten insbesonders die Ueberschichten ab und richteten heftige Angriffe gegen die Regierung. Ein Dollar........ 288,80 297.38 Ich brauche einen Hut.„Sechshundert!" näselt die Bedienung; wirft verächtlich die Unterlippe hoch, weil mir die Kopfbedeckung zu kostspielig erscheint.„Der Herr kann doch die Preise nicht beurteilen; das müssen Sie schon uns Fachleuten überlassen.“ Im nächsten Geschäft leuchtet der gleiche Hut der gleichen Marke mit 450 Mark; im dritten Laden kostet er nur 350 Mark. Schließlich nehme ich ihn in der sechsten Stelle ins Heim: 300 Mark. Das Fräulein hatte recht: ich vermag die Preise nicht zu beurteilen... Nun nichts mehr von diesen Nachklängen. Die neue Woche kommt heran, Sieben Tage, so ist sie getan. Die Tage haben kein gleiches Gesicht, Und ihre Stunden ähneln sich nicht. Du aber, wenn du sie durchschreitest Und mit ihnen dein Dasein weitest, Sollst dich an ihrem Wechsel nicht stören, Immer dem eignen Wesen gehören, Ihren Reichtum freudig schlürfen, Und doch nur des eignen Schatzes bedürfen. Dann bildest du aus fließender Zeit Ein Stückchen Unvergänglichkeit. Hinter uns liegt Trinitatis, das Fest göttlicher Vollkommenheit. Mit diesem ersten Sonntag nach Pfingsten beginnt die Trinitatiszeit, die bis zum Schluß des Kirchenjahres reicht und 23 bis 27 Sonntage umfaßt. Im Volksglauben und im Aberglauben legt man dem Trinitatistag mancherlei Wert oder Unwert bei, denn an diesem Tage sind sowohl gute wie böse Geister tätig. In Thüringen sammelt man gern Heilkräuter am Trinitatistag und hält an diesem Sonntag geborene Kinder für ganz besondere Glückskinder. In anderen Gegenden hütet man sich vor Abgründen, Flüssen und Teichen und geht auch nicht zu tief in den Wald hinein. Ueberall lauern hier böse Geister, die den Menschen zu sich locken und ihn verunglücken lassen. Das sagt der Aberglaube. Der Glaube betet an und kennt das Sehnen nach göttlicher Vollkommenheit, die alle Weltsünde ertötet und ein Leben des Lebens erweckt. * Curnen, Spiel und Spert * d och Schmorko" Sportverein=Iserlohn folgte in 11 0 Lehie Brühtnieirung.... So geht es heute mit fast allem. Wenn man sucht, so langt man noch aus irgendeinem verstaubten Fach einen bisher verschwundenen Gegenstand, dessen Preishöhe zu ändern vergessen wurde. Man muß sich nur die Zeit nehmen: es lohnt sich. ist irgendwo ein ganz schlauer Blusenhändler. Der Mann bietet in seinem Schaufenster Waren zu einem Preise an, die sein Gegenüber mit 53 Prozent Ermäßigung in seinem Konkurrenzladen feilhält. Natürlich hat der preiswerte billiSchwere Zusammenstöße zwischen Kommunisten und Reichswehr. TU. Königsberg, 12. Juni. Bei der gestrigen Kundgebung vor Generalfeldmarschall von Hindenburg kam es zu bedauerlichen Zwischenfällen. Von den Linksparteien wurde die angekündigte Gegenkundgebung veranstaltet. Beim Einmarsch kam es zu Zusammenstößen zwischen Linksradikalen und Reichswehrangehörigen. Mit Stöcken und Steinen wurden die Soldaten mißhandelt. Einem Unteroffizier wurde der Karabiner entrissen und mehrere Mannschaften erlitten Mißhandlungen. In Staffellauf„Runo burch Schwelle Die Nole„gut“ kann der zweiten Auslragung des im Vorjahre begründelen Straßenstaffellaufs„Rund durch Schwerle“ erteilt werden. Von 13 gemeldeten Vereinsmannschaften tratenk 9 mit je 10 Laufern zum sportlichen Wettkampf um den„Wanderpreis“ der Stadt Schwerte an. Am Rathaus richtete Herr Bürgermeister Rohrmann an die dort versammellen=Teilnehmer und an die Zuschauerkeine, der Bedeutung des Staffellaufs und der Leibesübungen gerecht werdende Ansprache. Dann wurde der Wanderpreis von der Verleidigerin des Preises und Veranstalterin des Laufs an das Stadtoberhaupt für den diesmaligen Wettbewerb zurückgereicht. Der Obmann des Bezirks Iserlohn im WSV, dankte der Stadt Schwerte für das schon wiederholt bekundete Wohlwollen und brachte ein dreifaches hipp=hipp=hurra auf die Stadt aus. Der Lauf begann. Am 1. Wechsel lag Sportverein=Iserlohn an der Spitze, UnionSchwerte, V.f.B.=Westhofen, Sportpog. Schwerte und Holzen folgen als nächste. Beim 2 Wechsel, in der Nähe des evgl Vereinshauses hatte Union den 1. Platz, der Polizeiverein f. Leibesübungen-Hagen war auf die 2. Stelle vorgerückt. Iserlohn, Schwerke 06 und Hennen schlossen sich in dieser Reihenfolge an. In der Ostenstraße führte Union noch, Schwerte 06 erschien jetzt an 2. Stelle, Iserlohn hatte ebenfalls die Schupo überholt. Vor dem Kaffee Heermann war die Folge unverändert. Jetzt setzte Schwerte 06 seinen besten Läuser ein. Störring entschied das Rennen zugunsten seines Vereins, bog als Erster in die Goelbestraße und gab beim 6 Wechsel, in die Bahnhofstraße bereilslmit etwa 80 Meler Vorsprung den Stab ab. Die nächsten beiden Wechsel brachten keine Veränderung, nur hatte sich Sportverein=Iserlohn durch Sondermann näher an Union herangeschoben. Schwerte 06 vergrößerte seinen Vorsprung noch etwas und Iserlohn überholle Union durch Schellhof. Am Ziel vor dem Rathaus traf die Schwerter Sportogg. 06 als Erste in 11 Minuten ein. Sxem n.r. Jan.. in 11 Min., 9 Sok. dann in kurzem Aostand Union=Schwerte 00r in 11 Min., 11 Sek. In elwas größerem Abstand erreichten hiernach die Schupo=Hagen (Polizei=Verein f. L.), Sportklub Hennen und V. f. B.=Westhofen als Erringer einer Auszeichnung das Band. Der Wanderpreis wurde dem 1. Sieger vom Stadtoberhaupt überreicht. Schwerte 06 vermochte ihn erfolgreich zu verleidigen. Die vorjährige Leistung ist mit einer besseren Zeit unterbunden. Als 1. Sieger in seiner—der 2. Vereinsklasse— errang der gleiche Verein eine Ehrenplakette. Dieselbe Auszeichnung fiel Union Schwerte als erster Sieger in der 3. Vereinsklasse zu. Die genauen Ergebnisse des sportlichen Wettkampfes, dem zahlreiche Zuschauer beiwohnten, lauten: 1. Schwerter Sportv. 06 in 11 Min., 2. Sportverein Iserlohn in 11 Min. 9 Sek., 3. UnionSchwerke in 11 Min. 11 Sek., 4 Polizei=Verein für Leibesübungen(Hagen) in 11 Min. 34 Sek., 5. Sportklub(Hennen) in 11 Min. 58 Sek., 6. V. f. B.(Westhosen) in 12 Min. 6 Sek., lieber die Veranstaltungen von Union zu seiner =Woche bringen wir in den folgenden Tagen Sonderberichte der Veranstalterin. Ringkämpfe in der Reichskrone. Großes Interesse üben die Ringkämpfe nach wie vor auf das hiesige sportliebende Publikum aus, das zeigt der gute Besuch, das Theater ist täglich ausverkauft. Die Resultate des gestrigen Tages sind folgende: Die beiden Draufgänger Gebhardt und Tom Jakson rangen 20 Minuten unentschieden; diese beiden Ringer traktierten sich gegenseitig mit verbotenen Griffen und artete dieser Kampf des öfteren in förmlichen Boxkampf aus. Das letzte Treffen Steinke, des Siegers im großen Preis von Berlin, gegen Romanoff, russ. Weltmeister, blieb leider auch unentschieden, in diesem Kampfe gab jeder sein Bestes und war Kraft und Tchnik zu bewundern. Es bleibt abzuwarten, wer im Entscheidungskampf als Sieger hen wird. Die heutigen Kämpfe siehe Anzeige. Bekanntmachung. Die von der Kreisstraße in Holzen abzweigende und rach Wandboten führende Wegestrecke(die sog. Holzstr.) wird infolge Einsturzes der im Juge dieser belegenen Wannebackbrücke für den Personen- und Fuhrwerksverkehr dis auf weiteres gesperrt. Westhofen, den 10. Juni 1922. 2607 Die Polizei=Verwaltung. Bekanntmachung. Im Auftroge des Herrn Begierungspräsidenten in Arnsberg üdertrage ich hiermit dem Tierarzt Falk in Witten die Ausödung der Sclachtoleh= und Fleischuntersuchung im umle Annen in den Fällen des S 7 A. B. J. unler dem Vorbehalte jederzeitigen Widerrufs. Hörde, den 31. Mai 1922. Der Landrat. I V.: gez. Dreves. Heute morgen 7 Uhr entschltef nach langem, schweren Leiden, gestärkt durch die heiligen Sakramente, unser lieber Sohn, Bruder, Schwager, Onkel, Better und Neffe Bernhard Kalli im blühenden Alter von 21 Jahren. Hoiseubennomene.“ M Shmort„ Lichtspiele Zur Reichskrone Schwerte. Die trauernden Hinterbliebenen. Schwerle, den 10. Juni 1922. Bekanntmachung * Die Grundsteuerordnung der Gemeinden Hacheney vom 2. März 1921, Lücklemberg vom 3. März 1921, Wellinghofen vom 27 Februar 1921, Wichlinghofen vom 2 März 1921, Niederhosen vom Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 13. Juni, nachmittags 4 Uhr, vom evangelischen Krankenhause aus statt. Heute, Montag, den 12. Juni 1922: Forlselzung d. proßen inlernalionalen Vgkuupes 26. Februar 1921, welche für 1922 die Genehmigung des Kreisausschußes Hörde am 7. April 1922—J ...„#. Zustimmung des Herrn Nr. I1 2499— und die Zastimmung des Gerrn Regierungspräsideuten zu Arnsperg vom 26. April 1922— 1 24— 812 gefunden haben und gegen die Einspruch seitens des Landesfinanzamtes zu Münster nicht erhoben worden ist, liegen hierselbst im Amtshause, Zimmer Nr. 12 in der Zeit vom 15. bis 30. Juni 1922 öffentlich aus. Wellinghosen, den 3. Juni 1922. 2572 Der Amimann: Dresing. ie ddien drndt eder Sotacher 9 meinem so herden Verluste sage ich hiermit allen Reingsen, den 11. Juni 1922. Heinr. Schöttler. Romanoff Weltmeister I. Grosskampftag. gegen Kitz'er Weltmeister Ove dick Rueinland Stichkampf: gegen Steinke-Bich Pommern Entscheldungskampf gegen Tom#chs00 Australien Erlenkamp Weltmeister Die Schweiter Zeitung wird auf Wunsch,während der Reise gleichviel wonin, nschgesandt. Bei kurzem Ortswechsel Bekanntmachung. Zwecks Aufbringung der Entschädigung für Viehverluste in den Fällen des§ 66 des ReichsViehseuchen=Gesetzes und des§ 5 des Preußischen Ausführungsgesetzes soll in diesem Jahre für jedes Pferd, jeden Esel, jedes maultier und jeden Maulesel eine Abgabe von 3.—Mark und für jedes Stück) Rindvieh(Ochsen, Bullen, Kühe, Rinder und Kälber), eine abgabe von 10.—Mark erhoben werden. Maßgebend ist der Viehbestand am 1. Juni 1922. Das Verzeichnis der beitragspflichtigen Tierbesitzer jeder Gemeinde und der von jedem zu entrichtenden Beiträge liegt vom 10. ds Mts. ab 14 Tage lang in der Wohnung(Amtsstube) der Gemeindevorsteher bezw. des Orksvorstehers in Brünninghausen öffentlich aus. Anträge auf Berichtigung des Verzeichnisses sind spätestens binnen 10 Tagen nach Ablauf der Auslegungsfrist bei dem Gmeinde, bezw. Oitsvorstande anzubringen. Wellinghofen, den 10. Juni 1922. 2608 StuIS Vertretung und Fabrik Niederlage. Verkauf zu den jeweiligen Tages-Fabrikpreisen. Hornbruch& Co., G. m. b. H. Schwerte(Ruhr), Markt 9. Verkauf nur an Bäcker und Wiederverkäufer. (weniger als 14 Tage) ist der Bezug der „Schwerter Zeitung“ per Kreuzband am vorteilhaftesten. Die Gebühren betragen nach deutschen Postanstalten wöchentlich Mk. 16.— bei einmaliger täglicher Zusteilung, nach dem Auslande monatlich Mk. 85.— bei täglich einmaliger Zustellung. Bei längerem Aufenthalt an einem Orte ist Postbezug zu empfehlen. Das Postabonnement mnß wenigstens für einen Kalendermonat genommen werden und beträgt Mk. 30.—. Bestellungen müssen 4 Tage vor Abreise bei dem Uerlag(aber nur innerhalb Deutschlands zulässig) oder sofort nach Ankunft bei dem Postamt des neuen Aufenthaltsortes aufgegeben werden. Postabonnenten beantragen die Nachsendung''der Zeitung bei Ihrem Postamt unter Belfügung von Mk. 2—. Dor Rückkehr ist die Rücküberwelsung wieder zu beantragen. Diese erfolgt kostenfrei. Zur Vermeldung von Rückfragen wird um genaue Adresse. Dauer des auswartigen Aufenthaltes und Vorauszahlung des Reiseabonnements gebeten, da diese besonderer Behandlung und Berechnung unterliegen. Hühnerangen. werden Sie sicher los durch zuhneraugen=Lebewohl. Hornhaut an d. Fußsohle beseitigt Lebewohl= BallenScheiben. Kein Verrutschen, kein Pickel, Mitesser, Flechten verschwinden meist sehr schnell,wenn man den Schaum von Zucker’s PatentMedizinal-Seile abends eintrockuen läßt Schaum erst morgens abwaschen und mit Zuckooh-Creme nachstreich. Großartige Wirkung ovon Tausenden bestätigt. In allen Apotheken, Drogerien, ParAmerie= u. Friseurgeschaften In Westhofen Se Schaben. Kein Verrutschen,„Vein in d. DrogerieErngels Festkleben am Strumpf In Brog in1 v. 612. u. Apotheken. Drogerte Carl Teog. her auch einz. Leib- u. Hauswäsche, Berufs- u. Arbeiterkleidung noch billig, an sichere Leute, auch gegen bequeme Abzahlung. Reichhaltige Preisliste gratis gegen 2.— Me. Rückporto. F. OLDEHUS Neumünster i. Holst. Schleußberg 58. Die Geschäftsstelle der„Schwerter Zeitung“ = Homöopathische= Kranken- Behandlung Der Metmann: Dresing. N W412 Rsthma Sprechstunden jeden Mittwoch von 9—1 Uhr In Schwerte Im Gasthof „Zum Schwan“, Hüsingstrasse. Elly Hensel, Heilkundige, Hörde, Schulstr. 21. kann geheilt werden Sprechstunden in Hagen, Körner=, Ecke Karistr (Rest. Hopfenblüte) jeden Donnerstag von 9-1 Uhr. Dr. med. Alberts, Spezialarzt, Berlin SWi! Laute und Guttarre billig zu verkaufen. Zu erfragen bei Muß. Gebrauchte, große Mags=Klaschen sowie Wein= u. Cognakflaschen kauft Kraumendahl, Westenort!