Mark horst, Tel. 437 n ustr. 33 — imer. sote unter aus indstück eschäftsst. I• diel Im enten, n sne Mk. rhenc ** 185 it das lanne, durch abung 1. bis t, und wird. st daan die inellsten: C. Braus er Börse am 24. 5. 2441,90 6277,10 1302.35 2651,65 11385.75 1503.10 7,13 7565,50 5602,95 555,30 292.63 Regelmäßige Beilagen: Schwerter Hausfrau und Mutter. Aus dem Neiche der Mode. Heimatdlätter. u Lustiges Allerlei. Kinderzeitung: Unser Blatt. n Unterhaltungs- u. Nomanbeilage u Spie, Sport und Curnen. u Lebensbild. Kunst u. Wissen. u Gartenratschläge. Verbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Dolkszeitung Schwerter Oelksblatt Welthofener Zeitung Apierbecker Zeitung Langscheder Zeitung Belzwicheder Zeitung Amtliches Kreisblatt für den Kreis Hörde. und altestes Cagesorgan des Krries.— Generalanzeiger für den Kreis Hörde. Dir Schontin Schmet echert Druck und Verlag: Car BrauCelegr. Adr. Braus, Schwerteruhr. Cel.62. Postscheck: Dortmund 2852 Verantwortliche Schriftleitung: Karl Nichte:; Stadt und Provinz Ftiedr Kraas; sämtlich in Schwerte. Nr. 123 Samstag, 27. Mai 1922. 55. Jahrgang Zum Geleit. Und Liebe hat der Sterne Macht, Kreist siegend über Tod und Nacht, Rein Sturm, der sie vertriebe! Und blitzt der Haß die Welt entlang, So wandelt ihren alten Gang Hoch über den Wolken die Liebe. Herwegh. Für eilige Leser. Neuigkeiten aus Nah und Fern. Den Beamten der overschlesischen Abstimmungspolizei ist zum 25. Juni gekündigt. * Der amerikanische Finanzmann Kahn nannte die Friedensverträge verkehrt, kurzsichtig und verhängnisvoll; Amerika wolle die Verantwortung für das klägliche Ergebnis nicht mitübernehmen.— * Die Unwandlung auch der Warenhäuser in Aktiengesellschaften nimmt einen raschen Fortgang und steigert die wirtschaftliche Macht dieser Unternehmungen. Im Vorjahre wurden vier neue Warenhaus=Aktiengesellschaften in Köln, Frankfurt a. M., Düsseldorf und M.=Gladbach mit insgesamt 30 Millionen Mark gegründet. * Der Illustrierte Führer, den der Verband Deutscher Nordseebäder seit nunmehr 10 Jahren herausgibt, ist soeben in neuer Auflage erschienen. Der Preis beträgt 10 Mark. Im 1. Teil des Führers befindet sich eine wissenschaftliche Abhandlung über die Wirkung eines Nordsee=Aufenthaltes auf Körper und Gemüt. * Ein neuer Dampfer der Hamburg=AmerikaLinie, die„Baden“, ein Schwesterschiff der„Bahern" und„Württemberg“ hat jetzt seine Probefahrten unternommen. Es ist für den Skdamerika=Dienst bestimmt, für Kohlen= oder Oelfeuerung eingerichtet, 142 Meter lang, 12 400 Tonnen groß. Außer umfänglichen Frachten kann der Dampfer 820 Fahrgäste aufnehmen. * Die Jenaer Transportarbeiter sind am Mittwoch früh in den Ausstand getreten. Sie verlangen einen döchentlichen Grundlohn von 900 Mark, die Arbeitgeber wollen aber nur 800 Mark mit Zuschlag für besondere Dienstleistungen bewilligen. Der Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses wurde von beiden Teilen abgelehnt. * Wie uns aus Dresden gemeldet wird, hat das sächsische Gesamtministerium beschlossen, die Rüe kaufspreise für Opden und Ehrenzeichen, die nach dem Tode des Inhabers an sich abzugeben wären, um 100 Prozent zu erhöhen. * Der Direktor eines bulgarischen Oppositionsblattes, Grikow, früher bulgarischer Geschäftsträger in Paris. Bern und Stockholm, ist ermordet worden. Die Beweggründe des Attentats sind noch unbekannte. Die Mörder sind entkommen. * Die Sitzungen der Londoner, Wiener und Moskauer Internationale, die am Dienstag im Reichstage in Berlin stattfand, endete damit, daß der eingeleitete Verständigungsversuch ergebnislos abgebrochen wurde. In der französischen Kammer begann die große politische Aussprache über die Genueser Konferenz mit Angriffen Tardieus gegen Poincaree. * Der Anleiheausschuß der Reparationskommission hat in Anwesenheit Morgans in Paris seine sitzungen begonnen. Generalfeldmarschall von Hindenburg ist in Pillau eingetroffen. Im Hafen hatten sämtliche Schiffe geflaggt. Bei der Landung wurden dem Generalfeldmarschall begeisterte Kundgebungen bekeitet. Der Reichsverband der deutschen Industrie hatte sich in Hamburg zu seiner vierten Tagung versammelt. Wenn man zu diesem Zwecke die alte Handelsstadt gewählt hat, so ist das sicher nicht ohne tiesere Absicht geschehen. Denn Handel und Industrie sind zwei Wirtschaftskräfte, die voneinander zehren und die ohne diese gegenseitige Ergänzung nicht leben können. ing. he. Kurt Sorge, M d.R. Fras.n Reichsverband. def Deufsch industr. Der Vorsitzende des Reichsverbandes, Abg Dr. Sorge, vertrat in seiner Elöffnungsansprache die Auffassung, die von allen ernsthaften Wirtschaftskennern vertreten wird: Daß die drutsche Industrie an dem Ausgange einer kurzen vorübergehenden Scheinblüte steht- und daß sich die einstesten Schwierigkeiten vor ihrer weiteren Entwicklung häufen. Die Verarmung des deutschen Volkes liegt schwer auf den Absatzmöglichkeiten des inneren Marktes Und auf dem äußeren Markt hat die deutsche Industrie damit zu kämpsen, daß in manchen Industrien die Weltmarktpreise erreicht, zum Teil sogar überschritten sind, so daß der Tiefstand der deutschen Währung keinen Anreiz für den ausländischen Käufer mehr bletet Nachmittags sprach Rudolf Blohm über das Thema Industrie und Verkehr Er betonte: Eine Umwandlung der Eisenbahnen in ein gemischtwirtschaftliches Unternehmen könne erst dann ins euge gefaßt werden, wenn sicher feststeht, daß diese Umwandlung der Volkswirtschaft nützen könne. Die Verreichlichung der Wasserstraßen und die Einheitlichkeit der Verwaltung sei erst anzustreben. An dem Neubau der deutschen Schiffe nehme das ganze deutsche Volk teil. Dr Sorge schloß die Tagung mit einer Ansprache, in der er das Ergebnis von Hamburg für die deutsche Industrie zusammentaßte. Wir bringen heute das Blo des Präsidenten des Reichsverbandes der Deutschen Indunrie, Dr Sorge, und bitten im übrigen die verschiedenen kurzen nussätze über die wertvolle Tagung des Industrie=Verbandes in unseren Rubriken:„Aus dem Reich“ zu beachten. Die Himmelfahrtswoche. Der Feiertag, der zugleich den Beginn der Pfingstzeit bedeutet, hat seinen Einfluß. Zugleich forderte die Abspanrung von Genua eine gewisse, wenn auch nur vorübergehende Entspannung. So lagert denn über Europa eine Ruhe des Abwarteus, und die vom Strande des Mittelmeeres heimgekehrten Diplomaten fragen sich im stillen:„Was soll nun eigentlich werden?" Lloyd George spricht nach seiner Heimkehr nach London vom Frieden, der trotz aller Widerwärtigkeiten durchgesetzt werden muß, Poincaree deklamiert wieder vom sogenannten Recht, das Frankreich ebenso wie seine Sicherheit gegen Deutschland, dem er noch immer nicht traut, verfechten müsse. Das sind alte Melodien, nur keine hoffnungsvollen Frühlingslieder. Und ob der Amerikaner Morgan mit seinen praktischen Anleihepro=jekton für Deutschland dazu gelangen wird, uns wirklich die Milliarden, die wir brauchen, auf den Tisch— der Entente zu zahlen, können wir nur hoffen, wissen es aber noch nicht. Vielleicht besinnen sich die Franzosen doch etwas, wenn Morgan ihnen die Tausend=Dollar=Noten hinhält. Bei der Anleihe soll nur vom Geschäft die Rede sein. Aber völlig lassen sich wirtschaftliche und politische Angelegenheiten niemals von einander trennen. Die wirtschaftlichen Beziehungen bedeuten so etwas wie eine tönende Harfe. Aber kann die Politik nicht darauf spielen, zerreißen die Saiten. * Nachdem die Konferenz von Genua ausgegangen ist wie das Hornberger Schießen, hat der deutsche Reichstag kaum noch einen Anlaß, hinterher den Teilnehmern eine akademische Vorlesung über die mancherlei Notwendigkeiten der Zukunft zu halten, sondern wir haben kurz und entschieden unseren Standpunkt zu vertreten. Wir habe in dem Vertrage mit Rußland doch wenigstens etwas aus Genua mitgebracht, dessen vollen Nutzen für die kommenden Jahre wir allerdings nicht bestimmt voraussagen können. Aber unter Anwendung einer rechten deutschen Politik wird sich schon Gutes erreichen lassen. Namentlich durch die Einfuhr landwirtschaftlicher russischer Produkte. Die Ernährungsfrage, über die der Reichstag wieder ausführlich gesprochen hat, ist nichts anderes, als eine Multiplikation der Mehlzufuhr auf den deutschen Markt. Billig wird nur das, wovon viel da ist. Die Schwindsucht der deutschen Mark ist immer stärker geworden, der Dollar stand bis auf 315. Er hat leider keinen Respekt vor allen Ausschüssen und Kommissionen, die zur Prüfung der Valutafrege eingesetzt worden sind. In der Kürze liegt die Würze. Deutscher Reichstag. Berlin, 27. Mai. Sitzung vom 26. Mai. Der Reichstag, der rach der Pause des Himmelfahrtstages heute 1 Uhr wieder zusammentrat, bewies, daß er auch schnelle Arbeit zu leisten vermag, ohne daß hierzu langatmige Reden gehalten werden. Die Tagesordnung wurde in einer guten Stunde erledigt. Nach einem warm empfundenen Nachruf des Präsidenten Löbe für den gestern plötzlich verstorbenen Abg. Nacken(B.)— wurden zunächst kleine Anfragen erledigt. Auf. die Aufrage des deutschnationalen Abg. Dr. Philippi über den Ankauf immer weiterer Grundstücke durch valutastarke Ausländer konnte eine befriodige. de Antwort nicht erteilt werden. Ein Vertreter des Reichsarbeitsministeriums erklärte, reichsgesetzliche Abwehrmaßnahmen seich durch die notwendige Rücksichtnahme auf die Bestimmungen des Versailler Vertrages erschwert. Die Interpellation Hergt(D. N.) über die Forderungen der interalliierten Kontrolliommission betr. die Organisation der Schupo wird demnächst erörtert werden. Im schnellen Tempo, meist ohne Aussprache wurden dann eine Reihe von Gesetzentwürfen meist in allen 3 Lesungen angenommen: so der Gesetzentwurf betr. Verlängerung der Geltungsdauer der Pachtschupzordnung; betr. die Neuprägung von Ersatzmünzen von 1, 2, 3 und 5 K. Besteuerung der Dienstwohnungen der Reichsbeamten und über die Erhöhung von Preisen bei Belieferung von elektrischer Ar beit, Gas= und Wasserlektungen. Der Haushalt des Reichstages wurde in 2. Beratung erledigt, dazu eine Entschließung des Abg. Morath(D. V.) angenommen, die Mittel zur Verfügung zu stellen, um den Angestellten des Reichstages in ihrer Ueberführung in das Beamtenverhältnis, einen Ausgleich in Höhe ihres etwaigen Einnahmeausfalles zu geben. Ohne Ekörterung angenommen wurde auch der Entwurf des Gesetzes betreffend Feststellung des Reichshaushaltes für das Reichsfinanzjahr 1922. Dann vertagte sich das Haus auf Samstag 1 Uhr. Die Wohnungsnot. Preußischer Landtag. Berlin, 27. Mai. Sitzung vom 26. Mai. Im Landtag herrschte bereits Ferienstimmung. Das Haus zeigte eine bemerkenswerte Leere. Man setzte die Beratung des Volkswirtschaftshaushaltes beim Kapitel Wohnungs= und Siedlungswesen fort. Im Mittelpunkt stand das Reichsmietengesetz mit seinen Ausführungsbestimmungen für Preußen. Während die Linke und das Zentrum dem Volkswohlfahrtsministerium ihre Anerkennung aussprachen, übte der Redner der deutschnationalen Volkspartei eine scharfe Kritik an der ganzen Wohnungspolitik und wies auf die traurige Lage des Hausbesitzerstandes hin. Minister Hirtsiefer erwiderte, daß der Mieterschutz dem Gebot der Stunde entspreche. So recht zufrieden sei wohl keiner mit ihm. Für absehbare Zeit könne man aber die Zwangswirtschaft nicht missen. Auch der Redner der deutschen Volkspartei Abg. Münchmeier gab dem Gedanken Raum, verlangte eber für den Wohnungsbaumarkt kräftigeren Anreiz und suchte das Privatkapital dafür zu gewinnen. In der weiteren Aussprache waren besonders die Aus ührung des Demokraten Oeser, der bekanntlich Landeshauptmann in Sachsen ist und der als solcher die Verhältnisse im mitteldeutschen dustriegebiet aus eigener Anschauung kennt, interessant. Er wies darauf hin, daß dieses Gebiet ein zweites Rheinland=Westsalen zu werden scheine und daß dort die Wohnungsnot am besten dadurch getennzeichnet würde, daß von 22000 Arbeitnehmern 19000 an der Arbeitsstätte wohnen. Deshalb forderte er, für diese außergewöhnlichen Verhältnisse auch außergewöhnliche Mittel zur Verfügung zu stellen. Nachdem für die Wirtschaftspartei Abg. Labdorfer die Schiebungen auf dem Wohnungsmarkt stark kritisiert hatte und für sie die Zwangswirtschaft verantwortlich machen wollte, stimmte Staatssekretär Scheidt den einzelnen Anregungen des Hauses zu. Er hob hervor, daß die Wohnungsabgabe besonders die Bautätigkeit auf dem Lande stützen solle. Wenn die Grundsteuer lomme, werde die Mietsteuer auf neue Grundlagen gestellt werden können. Die Verschiebung von Grundstücken an Ausländer sei außerordentlich bedeuerlich. Ein entsprechendes Verbot mache der Friedensvertrag unmöglich. Das Haus verabschiedete zugleich den Entwurf über die Gewähning von 10 Miltionen aus Staatsmitteln für Arbeiterdarlehen. Weiterberatung Sonnabend 10 Uhr. Vorher kleine Gegenstände. Westfälischer provinzial-Landtag. In der fünften Sitzung wurde zunachst über die Eingemeindung der Gemeinden Langerfeld und Nächstebreck aus dem Kreise Schwelm nach Barmen verhandelt und folgender Beschluß gefaßt: Der Provinziallanots, beschließt, an den preußischen Landtag und Siantsrat den Antrag zu richten, eine etwa von der Stoatsregierung unterbreitete Vorlage Lei##e Emngemeindung von Langerfeld und Nächstebreck nach Barmen abzulehnen. Es folgte sodann die Beschlußfassung über den Haushaltsplan und die Höhe der Provinzialsteuer. richterstatter ist der Abg. Gerbaulet(Z.). Er begründet die folgenden Beschlüsse des Haushaltsausschusses: Provinziallandtag wolle den zur Herbeiführung des Gleichgewichts zwischen den Einnahmen und Ausgaben des Haupthaushaltsplanes erforderlichen Betrag auf 150 217000 Mark festsetzen und den Provinzialausschuß beauftragen, diesen Betrag auf die einzelnen Stadt= und Landkreise zu verteilen, und zwar zur einen Hälfte nach den den einzelnen Kreisen zusammen mit - e den zugehörigen Gemeinden und Gutsbezirken im Jahre 1920 zugewiesenen Anteilen an der Reichseinkommen=, Lohn= und Körperschaftssteuer(§ 2 2 Ziffer Nr. 1 des Kreis= und Provzzial abgabengesetzes), zur anderen Hälfte nach dem maßgebenden Realsteuersoll(§ 25 Abs. 2 Ziffer 2 des Kreis= und Provinzialabgabengesetzes), im übrigen nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen, und beschließen, daß der Steuerbedarf für in Höhe von 52329 711 M endgültig nach den Bestimmungen des§ 25 des Kreis= und Provinzialabgabengesetzes Absatz 2 zu 1 und 2 in. der Fassung vom 26. August 1921, d. h. zu einer Hälfte nach dem Verhältnis der gewährleisteten Mindestbeträge im Sinne des§ 56 des Landessteuergesetzes in Verbindung mit§ 3 des preußischen Ausführungsgesetzes und zur anderen Hälfte nach dem maßgebenden Realsteuersoll auf die einzelnen Stadt= und Landkreise zu verteilen ist. Nächster Punkt der Tagesordnung war die Wahl von Landesräten. Landessyndikus Pothmann und Kayser, Mitglied des Vorstandes der Landesversicherungsanstalt, werden durch Zuruf einstimmig wiedergewählt. Zur Wahl des Geh. Regierungsrats Althoff, Vorsitzenden des Vorstandes der Versicherungsanstalt, beantragt Abg. Mehlich(Soz.), die Wahl durch Stimmzettel vorzunehmen. Abg. Schöbel (Soz.) bittet, die Wahl zu vertagen. Der Antrag Schöbel auf Vertagung wird gegen die Linke abgelehnt. Es wird zur Stimmzettelwahl geschritten. Abgegeben werden 126 Stimmen, davon sind zwei ungültig. 78 Zettel lauten auf ja, 46 auf nein. Geheimrat Althoff ist also ebenfalls wiedergewählt.(Beifall.) Die Wahl des Regierungsrates Dr. Zuhorn zum Landesrat wird einstimmig durch Zuruf getätigt. Die Entfernung aller Fürstenbilder verlangt ein kommunistischer Antrag. Abg. Windthorst(Vag.) erklärt namens seiner Fraktion: Die Bilder, die wir, in diesem Saale sehen und die sich noch in den=Amtsräumen und Anstalten befinden, sind für uns Zeichen der Erinnerung an eine große Zeit.(Hurrarufe bei den Kommunisten.) Die Fassung des kommunistischen Antrages empfinden wir als eine Provokation unserer Gefühle Ich hätte wünschen dürfen, der Antrag wäre in eine Form gekleidet worden, die anständig gewesen wäre.(Beifall und Lärm.) Abg. Oettinghaus(U.): Ich beantrage, daß die Kriegervereinsrede stenographisch ausgenommen und nach Holland geschickt wird. Avg. Stolzenburg(K.) polemisiert gegen die Rechte, die geschlossen den Saal verlassen hat. Abg. Cuno(Dem.) erhebt der Form halber Widerspruch dagegen, daß der Berichterstatter im Anschluß an seine Ausführungen als Vertreter der Partei gesprochen habe. In der Sache selbst sei er der Ansicht, daß die Form des Antrages geeignet sei, weite Kreise in ihren Gefühlen zu verletzen. Abg. Weiler(U.) bezweifelt den künstlerischen Wert der Bilder.(Gelächter.) Bei umgekehrten Verhältnissen würden Bilder des Präsidenten nicht einen Tag hängen geblieben sein. Wir haben nichts dagegen, wenn Sie die Oberpräsidenten samt und sonders im Saale aufhängen.(Große Heiterkeit.) Abg. Herold: Ich brauche nicht zu versichern, daß wir voll und ganz auf dem Boden der Republik stehen. Das hindert aber nicht, daß wir an den früheren Königen, welche Preußen regiert haben, doch noch mit ehrfurchtsvollem Andenken hängen. Die Könige haben für Preußen und Westfalen Großes geleistet.(Bravo! Nach dem Schlußwort des Abg. Stolzenburg wird der Antrag mit den Stimmen der Rechten, des Zentrums und der Demokraten abgelehnt. Hiermit war die Tagesordnung erschöpft und wurde der Provinziallandtag mit einer Ansprache des Oberpräsidenten Gronowsli geschlossen. Aus Stadt und Land. Schwerte, 27. Mai. Erinnerungen. 27. Mai 1265 Der italienische Dichter Dante Alighieri geb. 1564 Der Schweizer Reformator Joh. Calvin gest. 1840 Der Geigenvirtnose Nicolo Paganini gest. 28. Mai 1869 Der protestantische Theologe Ernst Wilhelm Hengstenberg gest. 1871 Ende des Kommune=Aufstandes in Paris. 1902 Der Mediziner Adolf Kutzmaul gestorben. Sonntagsworte. Aus dem„Rogate": Bittet! ist mit dem vor uns liegenden Sonntag das„Eraudi“ geworden: „Höre“— nach dem Wort des Pfalm 27, 7:„Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe.“— Aus der Rogate=Mahnung ist also die Erandi=Willigkeit derer geworden, die sich bewußt sind, daß sie solcher Kräfte bedürfen, die„über unsere Kraft“, gehen. Wer Exaudi recht feiert, der besitzt genug Demut, daß er gegenüber seinen mannigfaltigen Schwächen göttlicher Stärke, gegenüber vielfacher Irrungen der Zurechtbringung bedarf, kurz gesagt, mit altem Wort: Der Gnade sich zu öffnen bereit ist. Betende Leute sind vor der Welt dann längst nicht die Schwächeren, nicht die Unweiseren. Wer Gebetserhörungen erlebt, wird im Gegenteil ein sieghafter Mensch, freudeerfüllt, stark im Geiste! Vor Menschen ein Adler, Vor Gott ein Wurm.— So stehst du fest im Lebenssturm. Das lehrt Exandi. Der städt. Haushaltsplan für 1922 der gegenwärtig im Rathause zur Einsichtnahme der Bürgerschaft ausliegt, schließt ab in Einnahme und Ausgabe mit 13675 149,34 M gegen 4 763258,80 im Vorjahre. Die einzelnen Positionen des 97.639,26 44 471,66 1311833, A 9100.— 11 740 013,83 301372,21 31 500.— 25 345.— 110874,38 5 60 Etats setzen sich wie fölgt zusammen: Einnahme: Grundeigentum u. Berechtigungen Kapitalvermögen Allgemeine Verwaltung Polizeiverwaltung u. sonstige Einrichtungen z. öffentlichen Sicher heit Steuerverwaltung Gemeindeanstalten und Einrichtungen mit Ausschluß der Schulen Staats=, Provinzial= und Kreiszwecke Insgemein und zur Abrundung Durchlaufende Einnahmen Ausgabe: Grundeigentum u. Berechtigungen Kapiralvermögen Allgemeine Verwaltung Polizeiverwaltung u. sonstige Einrichtungen zur öffentlichen Sicherheit Gemeindeanstalten und Einrichtungen mit Ausschluß der Schulen Schulanstalten Staats=, Provinzial= und Kreiszw ecke Schuldenwesen Insgemein und zur Abrundung Durchlausende Ausgaben ** Fahrpreisermäßigung für mitglieder. Der Gesamtverband der Krankenkassen hat an den Reichstag eine Eingabe gerichttt, in der die seit dem 1. August 1921 aufgehobene Fahrpreisermäßigung für Mitglieder von Kransens 19,167,05 7 855,05 2672 724,23 823 762,34 966675,20„ 3159 722,83„ 1 309000.—„ 96 998,51„ 3 508 369,75„ 110 874,38„ Krankenfassenkassen wieder rückgängig gemacht werden soll. Die Preisermäßigung soll an Mitglieder von Kronkenassen und an Versichen#e von Versicherungsanstalten zum Besuch auswärtiger Aerzte, Miniten, Heilanstalten usw. bewilligt werden. Nochdem alle Bemühungen bei Behörden erfolglos geblieben waren, ist nunmehr vom Di reitor des Reichstags dem Gesamtvervand der Uransenlassen mitgeteilt worden, daß der Reichstag in seiner Sitzung vom 7. April dieses Jahres beschlossen hat, diese Angelegenheit der Reichsregierung zur Erwägung zu überweisen. Damit dürfte der Antrag eine wesentliche Stütze gefunden haben. ** Ein„Bunter Abend“ findet am heutigen Samstag am„Freischütz" statt. Das reichhaltige Programm— Konzert, Varietee usw.— wird von Mitgliedern des Dortmunder Stadttheaters und ersten Filmdarstellern bestritten. Auch die tanzfrohe Welt wird auf ihre Kosten kommen. Im übrigen verweisen wir auf die Anzeige in heutiger Nummer. Der Wohnungsmangel. Eine Berliner Zeitschrift unternimmt es, Zahlen des Wohnungsmark. tes von 1913 mit heutigen zu vergleichen. Danach betrug der Wohnungsmangel Ende des Krieges 273000 und heute ca. 400000 Wohnungen. Um diese ungeheure Ziffer zu tilgen, müßten wir 10 Jahre lang jährlich 40000 Wohnungen mehr herstellen, wie die Bautätigkeit von 1913, die damals hoch entwickelt war, sie schuf.— Nette Aussichten! ** Das Institut für praktische Psychologie in Dortmund(Leiter: Dr. I. Wever) Abt.„Wirtschaftspsychologie“(Franziskusschule, Sölderstraße 91) veranstaltet am 29., 30. und 31. Mai 1922 einen Psychotechnischen Kursus zur praktischen Einführung in die Aufgaben und Arbeitsmethoden der wirtschaftlichen Psychotechnik. Interessenten erteilt nähere Auskunft der städtische Arbeitsnachweis, Rathaus, Zimmer 4. * Im Silberkranz. Am morgigen Sonntag können die Eheleute Wilhelm Eichmann und Frau von der Schützenstraße das schöne Fest der silbernen Hochzeit feiern. Wir sprechen dem Jubelpaare unseren besten Glückwunsch aus und hofsen gern, daß sich das jetzige Silber dereinst in Gold verwandelt. ** Aus der evangelischen Gemeinde. Die Aufnalme der Katechumienen in den kirchlichen Unterricht soll am Mittwoch, dem 31. ds. Mts. erfolgen. Es finden sich die kinder aus dem BeZirk von Pastor Ohlig um 3 Uhr im Konfirmanden saal in der Kötterbachstraße ein, die aus dem Bezirk von Pastor Nell um 3 Uhr in dem Konfirmandensaal in der Westenstraße, und die aus dem Bezirk von Pastor Wischnath um 3 Uhr in der großen Kirche. Die Aufnahme der Kinder aus dem Bezirk von Pastor Terberger soll erst erfolgen, wenn der neue Pastor sein Amt angetreten hat. Es wird darüber noch Mitteilung erfolgen. Die Eltern werden darauf aufmerksam gemacht, daß nur diejenigen Kinder ausgenommen werden können, die vor dem 1. Oktober d. Is. 12 Jahre alt geworden sind. Die ungestempelte Postkarte. Die Preise für verkäufliche ungestempelte Vordrucke hat die Reichspost soeben bei einfachen Karten auf 10 Pfg. für das Stück erhöht. Es gilt dies für Postkarten, Paketkarten, Postauftragskarten zur Annahmeeinholung und Postanweisungen, auch für das Ausland. Doppelkarten. Nachnahme=Paketkarten und Nachnahmekarten mit anhängender Postanweisung sowie Zustellungsurkunden kosten 20 Pfg. Künftig werden auch die Vordrucke zu Postkarten mit Freimarkenstempel den Aufdruck„Papierpreiszuschlag 10 Pfg.“ erhalten. Die Vorräte zu 5 Pfg. werden aber nicht umgezeichnet. Schweinezählung. Am 1. Juni findet im sanzen Reiche eine Zählung der Schweine statt. Sie soll nicht der Beschlagnahme, sondern lediglich allgemein volkswirtschaftlichen Zwecken dienen. Es ist daher jeder Besitzer von Schweinen verpflichtet, die ihm in diesen Tagen zugehenden Zählformulare auszufüllen und sie an die Behörden zurück** zugeben.: 11# ** Sommerberg, 26. Mai. Heimgefunden. Der jugendliche Arveiter Wilh. Heimann, von dessen Verschwinden wir am Dienstag berichteten, hat sich am Mittwoch abend wieder in seiner Wohnung eingesunden. ** Ergste, 27. März. Ein Waldbrand entstand gestern abend in den Waldungen des Gutes Halstenberg zu Bürenbruch. Dasselbe ergriff eine Fichtenschonung und nahm großen Umfang an, sodaß es eines großen Aufgebotes von Hilfskräften bedurfte, das entfesselte Element zu betämpfen. Der angerichtete Schaden ist ziemlich groß; die Entstehungsursache ist noch nicht bekannt. Ein weiterer Brand entstand gestern nachmittag in einer Waldung unterhalb der Hohensyburg, das Feuer konnte hier jedoch bald gelöscht werden. ** Geisecke, 27. Mai. Ein Opfer der Ruhr wurde gestern der 19jährige Dreher Karl Schmidt von hier, der in Fröndenberg beschäftigt ist. Der junge Mann benutzte die Mittagspause, um in der Ruhr gegenüber den Atlantitwerken ein Bad zu nehmen. Er war kaum ins Wasser gegangen, als er einen Schrei ausstieß und vor den Augen seiner Freunde in den Fluten verschwand. Da die Ruhr gerade an der Stelle sehr starkes Gefälle hat, konnte die Leiche bis jetzt noch nicht geborgen werden. Aus den Provinzen. Lippstadt, 26. Mai. Roheit. Ein hiesiger Metzgermeister fand vor einigen Tagen eine wertvolle Stute verendet im Stalle liegen. Bei der tierärztlichen Untersuchung stellte sich heraus, daß dem armen Tiere ein scharfer Gegenstand in den Unterleib getrieben war, was eine innere Zerreifzung und Verblutung zur Folge hatte. Essen=Ruhr, 26. Mai. 4 Personen ertrunken. Die Ruhr hat in den beiden letzten Tagen vier Opfer gefordert. Beim Baden ertranten der Sohn des auf Schloß Hügel beschäftigten Angestellten Schlosser und auf der Kettwiger Seite bei Schloß Oefte ein junges Mädchen. Unweit der Papiermühle in Werden stürzte beim Spielen der neunjährige Sohn des Werkmeisters F. Pieper ins Wasser und ertrank. Das vierte Opfer wawn ein unbekannter Mann, der bei Schloß Oefte im Rausche in die Ruhr sprang und nicht wieder zum Vorschein kam. Duisburg, 26. Mai. Großes Warenlager niedergebrannt. Im Stadtteil Meiderich ist das Lagergebäude des„Westkauf", Beugsvereinigung des westdeutschen Lebensmittelhandels G. m. b. H., niedergebrannt. Den Flammen fielen 70 bis 100 Zentner Tabak, 200 Zentner Zucker, über 100 Zentner Mehl, 100 Zentner Salz, ferner große Mengen Kaffee, Puddingpulver usw. zur Beute. Der Schaden ist sehr bedeutend. Man nimmt an, daß das Feuer durch Kurzschluß entstanden ist. Köln, 26. Mai. Explosion in einer Dynamitfabrik. Heute vormittag 11 Uhr fand in der Dyngmitfabrik Schlebusch eine Explosion statt, wobei von den dort beschäftigten Arbeitern 5 tödlich verunglückten. Einer wurde leichter verletzt. Die Zerstörung griff nicht weiter um sich. Die Ursache der Explosion ist noch nicht festgestellt worden, da kurz vorher bei der Revision noch alles im ordnungsmäßigen Zustand war. Köln, 26. Mai. Schmuggler festgenommen. Das Wucherkommissariat der Krimiualpolizei nahm auf dem Hauptbahnhof vier gewerbsmäßige Gold= und Brillantenschmuggler aus Galizien fest. Die bei ihnen gefundenen Gegenstände Dall ierr In.. 8 Roman von Reinhold Ortmann. (Nachdruck verboten.) „Wie fühllos du sein kannst, Helga!— Mit dem GeSanken abgefunden—!— Als wenn man sich mit so etwas überhaupt jemals abfinden könnte! Natürlich werde ich daran llerben— und je eher ich sterbe, desto besser ist es für mich. Ich habe Henry doch so lieb gehabt, so unaussprechlich „Wenn es so ist, hast du deine Großmutter dann nicht wenigstens gefragt, weshalb sie einer Bewerbung meines Bruders so bedingungslos ihre Zustimmung verweigern müßte? Und hast du gar keinen Versuch gemacht, dein Glück zu „Das hätte ich wagen sollen?— Der Großmama gegenüber?— O Helga, ich verstehe dich heute gar nicht.— Du kennst sie doch ebensogut wie ich. Würdest du vielleicht den Mut haben, ihr zu widersprechen?“ „Was ich in einem solchen Fall wagen oder nicht wagen würde, kann für dich nicht bestimmend sein, liebe Margarete! Denn ich bin von meiner Großtante ja in viel geringerem Maße abhängig als du. Und ich denke nicht daran, dich zum Ungehorsam aufzuwiegeln, wenn der Geyorsam kein allzu schweres Opfer für dich bedeutet. Irgendeinen Auftrag für Henry hast du wir unter solchen Umständen wohl nicht mehr zu geben Margaretes Tränen flossen noch reichlicher, und ihr schlanker Körper erzitterte in verzweifeltem Schluchzen. Sie antwortete nicht, und erst als Helga willens schien zu gehen, gewann sie es über sich, stoßweiße zu erwidern: „Mein Himmel, ich— was sollte ich— ihm— ihm denn sagen lassen?— Ich— für mich— ist ja nun doch alles „Gut— ich werde es ihm ausrichten.“ Helga löste sich beinahe unsanft aus der Umarmung der Weinenden. Aber als sie ein paar Schritte gegen die Tür hin gemacht hatte, rief Margarete mit flehend erhobenen Homden: „Nein— geh' nicht fort— geh' nicht so von mir fort, Helga!— Sage mir doch, was ich tun soll!— Siehst du denn nicht, wie elend ich bin, und daß— daß ich daran sterbe?“ Man stirbt nicht an dergleichen, liebe Marga— zumal, wenn man eine Frederiksen ist. Und nicht von mir darfst du einen Rat erwarten, den dir in solcher Lage niemand geben kann als dein eigenes Herz.“ „Ach, du bist gerade so grausam wie alle die anderen. Wenn ich nur wüßte, warum ich jetzt mit Gewalt unglücklich gemacht werden muß!— War Henry nicht hier immer wie ein Kind des Hauses? Und hat er mich nicht oft genug an meinem Geburtstag oder wenn er von einer Reise zurückkam, in Gegenwart der Großmutter geküßt, ohne daß sie Einspruch dagegen erhoben hätte? Was hat er denn nur verbrochen, daß sie jetzt mit einem Male so verächtlich von ihm spricht wie von irgendeinem hergelaufenen Menschen?“ Hat sie das getan, die Großtante?“ fragte Helga mit aufwallender Bitterkeit.„Nun, vielleicht kann ich dir über die Veranlassung Aufschluß geben.— Mein Bruder hat schwere Verluste gehabt. Sein Geschäftsteilhaber hat sich an fremdem Gute vergriffen, und Henry wird als ehrlicher Mann für den angerichteten Schaden einstehen müssen. Es mag wohl geschehen, daß die Katastrophe ihn sein ganzes Vermogen kostet. Margaretes braune Augen wurden größer vor Ueberraschung, aber ihre Tränen waren mit einem Male versiegt. „Und das sollte alles sein, Helga?— Weiter hätte er „Rein, weiter nichts!— Scheint dir das noch nicht des „ach, Unsinn! Verluste kann Cäsar doch ebensagut erleiden. Und davor, daß einer seiner Angestellten mal eine Unredüchkeit begeht, ist er auch nicht sicher. Wenn es weiter „Es kann ihn sein ganzes Vermögen kosten,; widerholte Helga mit Nachdruck; aber Margarete bewegte ungeduldig die Schultern.„„ Nun, und wenn schon—!— Das ware ein Unglau, aber kein Verbrechen. Wenn man von Haus aus so wenig besitzt wie der arme Henry, kann man es naturlich auch leichter verlieren, als der Großvater seine Millionen verlieren konnte. Als ob ich nicht ganz genau wüßte, daß Cäsar schon mehr als einmal Hunderttausende aufs Spiel gesetzt hat. Und dabei hat er ein altes, angesehenes Geschäft, das ganz von selbst geht, während sich Henry mit seinem kleinen Kapital erst in die Höhe arbeiten wollte.“ „Es ist ungerecht und abscheulich," fuhr Margarete fort, „ihm einen Vorwurf daraus zu machen, daß es schief gegangen ist.“ Ihre Verzweiflung hatte sich vorübergehend in hellen Zorn gewandelt. Und für eine Hamburgerin legte sie in ihrem Aussehen wie in der Lebhaftigkeit ihrer Rede erstaunlich viel Temperament an den Tag. Aufmerksam und forschend ruhten Helgas klare Augen auf ihrem erregten Gesicht. „Einen armen Mann aber könntest du doch nicht heiraten. Marga!“ „Warum denn nicht?— Bin ich nicht reich genug?— Meine Mitgift ist doch gewiß viel, viel größer als alles, was Henry jemals besessen hat. Und wenn er gerade jetzt das Geld so gut brauchen kann, wäre es jedenfalls das einfachste und richtigste gewesen, man hätte mich so schnell als möglich mit ihm verheiratet.“ „Was hält dich ab, liebe Margarete, deiner Großmutter diesen Vorschlag zu machen?“ Das bewegliche Mienenspiel des rosigen Kindergesichts wurde plötzlich starr. „Der Großmama?— Ich?— Pfui, Helga, es ist nicht hübsch, ein unglückliches Geschöpf wie mich auch noch zu verspotten.“.. „Ich dente nicht baran. uno wenn deine ungst vor der Großmutter wirklich so unüberwindlich ist, deinem Bruder gegenüber solltest du doch etwas weniger furchtsam sein.“ Die braunen Augen starrten ein paar Sekunden lang auf die weite Wasserfläche hinaus, und es ließ sich unschwer erraten, welcher Art die Gedanken waren, die sich währenddessen hinter der weißen Mädchenstirn jagten. (Fortsetzung folgt.) „löhlche Piingsen dusch eine Verlobungs-Anzeige in der Pfingst=Nummer der„Schwerter Zeitung" bereitei man allen Freunden und Bekannten. Wir bitten, die Anzeigen schon setzt aufzugeben. WDas„* machr soichlreuide mrundinm. Esistder Zukunff-Druchknopf m an Gold und Brillanten im Werte von einer Million Mark wurden beschlagnahmt. Köln, 26. Mai. Ein Ehedrama vor Ge richt. Eine Kölner Anstreicherfrau hatte versucht, sich selbst und zwei Kinder, einen 10jährigen Knaben und ein 2jähriges Mädchen, aus Ehezwistigkeiten durch Leuchtgas zu vergiften. Während die beiden Kinder den Tod erlitten, konnte die Frau gerettet werden. Sie wurde wegen ihrer Tat vom Schwurgericht zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Zelle, 26. Mai. In die Mosel gestürzt. Beim Uebersetzen über die Mosel wurde die vor ein Fuhrwerk des Winzers Adam Bauer gespannte Kuh plötzlich scheu. Das Tier zog das Fuhrwerk von der Fähre ins Wasser und riß den Bauer mit, der ertrank. Die ertrunkene Kuh wurde ans Ufer gebracht. Die Leiche des ertrunkenen Winzers ist noch nicht gefunden. Gronau, 23. Mai. Ueber Nacht zum Millionär gewörden ist ein hiesiger Schuhmachergeselle, der eine Erbschaft von 7500 Dollar machte. Nach deutschem Gelde sind das augenblicklich 1 115000 Mark. Lehle brühimeldungen. Eigener Depeschen dienst. Eine Aussprache. TU. Berlin, 27. Mai. Heute vormittag phat sich der Reichsminister Dr. Hermes in das Reichskanzleramt zu einer persönlichen Aussprache mit Dr. Wirth begeben. Es herrscht Spannung zwischen beiden Herren. 0 S Apnommmammamen Handel und Börse olkswirtschaft Altuummmmmmmmonuunnuisiummem Auslands=Wechselkurse der Berliner Börse (Devisenkurse) Man zahlle deutsche Mark: für 100 belgische Franken 100 dänische Kronen.. 1 englisches Pfund 100 französische Franken 100 holländische Gulden 100 italienische Lire... 100 polnische Mark... 100 schwedische Kronen. 100 schweizerische Franken 5602,95 100 tschechische Kronen.. 555.30 am 24. 5. 2441,90 6277,10 1302.35 2651,65 11385.75 1503,10 7,13 7565,50 am 26. 5. 2426,95 6332.95 1298.35 2646,65 11235,90 1508,10 7.67 7455,65 5449,30 543.80 u Wirth oder Hermes? TU. Berlin, 26. Mai. Die Führer der Koalitionsparteien wurden heute nachmittag durch den Reichstanzler über die gegenwärtige politische Lage informiert. Um 5 Uhr trat das Kabinett zu einer Sitzung zusammen, in welcher der Finanzminister Hermes seinen Bericht über seine Verhandlungen in Paris fortsetzte Es ergab sich, daß die Mehrheit des Kabinetts, bis auf den Reichskanzler, dem Verfahren des Ministers Hermes zustimmte. Um 6 Uhr nahm der Auswärtige Ausschuß des Reichstages seine um die Mittagsstunde unterbrochene Sitzung wieder auf. Neue Zusammenkunft Lloyd Georges mit Poincaré. TU. London, 27. Mai. Dem Norttheliff=Blatt Evening News zufolge soll eine neue Zusammenkunft zwischen Lloyd George und Poincaree Anfang Juni in Calais oder Boulogne stattfinden. Bei dieser Zusammenkunft sollen alle die in Genua offen gebliebenen Fragen und der gegenwärtige Stand der Entente diskutiert werden. Der Preußische Städtetag. Goslar, 27. Mai. Der 9. preußische Städtetag begann Freitag vormittag seine Verhandlungen in dem an geschichtlichen Erinnerungen reichen Saal des Kaiserhauses. Etwa 500 preußische Städte sind vertreten. Der Bund der deutschen Landeskirchen. Am Himmelfahrtstage vollzogen die 40 anwesenden Vertreter sämtlicher 28 deutschen Landeskirchen die Unterschrift unter die Bundesverfassung, den Bundesvertrag und das Vollzugsprotokoll, wodurch der deutsch=evangelische Kirchenbund rechtsgültig geschlossen wurde. Wetter=Aussichten für mehrere Tage im voraus. 28. Mai: Sonne, teils Wolken, angenehme Luft. 29. Mai: Heiter, warm, Nachts kühl, strichweise Gewitter. Gottesdienste am Sonnlag, dem 28 Mai. Große Kirche. 9 Uhr: Beichte, Pastor Wischnath. 9½ Uhr: Pastor Ohlig, hl. Abendmahl. 11 Uhr: Kindergottesdienst. Kleine Kirche 8 Uhr: Pastor Ohlig. 10 Uhr: Pastor Terberger. Evangel. Krankenhaus. 9 Uhr: Pastor Terberger. Kath. Pfarrkirche. 6 Uhr: Stille hl. Messe, Pfarter Schnurbus. 7½ Uhr: Frühmesse mit Predigt. 8¾ Uhr: Schulmesse mit Predigt, Kaplan Schleep. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt, Kaplan Schleep 2½ Uhr: Christenlehre Mittwoch 7¾ Uhr: Schluß der Maiandacht. Westhofen. 8 Uhr: Stille hl. Messe mit Predigt, Kaplan Winter. Holzen. 9½ Uhr: Hochamt mit Predigt, Kaplan Winter. * Evangel. Stadtmission, Kuhstraße 7. Sonntag 4 Uhr: Bibelstunde; abends 8 Uhr: Gemeinschaftsstunde— Mittwoch abends 8 ½ Uhr: Gebetsstunde.— Donnerstag abends 8 Uhr: Gemischter Chor.— Freitaß abends 8½ Uhr: Bibelbesprechung für Jünglinge. „„* Lies Curnen kelegramm-Adresse: Zeitung, Schwerte Deutscher Staffellauf. Die Bedeutung der Leibesübungen für die Gesunderhaltung des menschlichen Organismus kann nicht mehr verkannt werden. In zahlreichen Sportund Turnvereinen finden sie ihre Pflege. Sie müßte aber noch viel mehr allen zuteil werden. Für die Jugend ist ja während der Schuljahre durch den Turnunterricht gesorgt. Aber nach der Schulentlassung sind die meisten Deutschen leider geneigt, auf die Stählung ihres Körpers— die beste Gewähr gegen Krankheit— zu verzichten. Die Zeit für regelmäßige Gesundheitsübungen gilt es zu erübrigen. Unter diesen kommt dem Lauf eine erste Rolle zu. Die Laufspiele erfreuen sich darum auch stets wachsender Wertschätzung. Sie zu fördern sollen die Straßenstaffelläufe dienen, die für das ganze deutsche Reichsgebiet zur Austragung angeordnet sind. Als größte StraßenstaffelVeranstaltung im Westen gilt die„Rheinstaffel" (von Düsseldorf nach Neuß). Bei den heutigen hohen Reisekosten sind von den entfernteren Vereinen nur die größten und gutgestellten zur Teilnahme in der Lage. Aus Südwestfalen startet nur Hagen 1860. Ein kleineres Gegenstück haben wir in unserer Gegend in der Hoheysyburg=Staffel, veranstaltet von den Bezirken Iserlohn und Hagen im Westdeutschen Spielverbande. Sie führt(für Erwachsene) von Hohensyburg(Denkmal) über Westhofen nach Schwerte zum neuen Rathaus an der Hörderstraße. Die Gesamtstrecke von 8,6 Kilometer ist in Teilstrecken von 1500, 1200, 1000, 800, 800, 600, 500, 500, 400, 300, 300, 200, 200, 100, 100 Meter eingeteilt. Zu jeder Mannschaft gehören also 15 Läufer die nach Zurücklegung ihrer. entsprechenden Teilstrecke einen Stab von Mann zu Mann übergeben. Der Jugend ist eine leichtere Aufgabe gestellt. Sie läuft mit je 11 Läufern und nur ab Amtshaus Westhofen in der Streckeneinteilung von 800, 600, 600, 500, 400, 300, 300, 200, 200, 100, 100 Meter, zusammen 4,1 Kilometer.— Am Ablauf der Jugend(Amtshaus Westhefen) und am Zielpunkt für beide Staffelläufe(Neues Rathaus Schwerte) werden um 2.30 Uhr Ansprachen gehalten. Die Läufe sind Wetttämpfe und den Bestimmungen der DSBfL. unterstellt. Nach den Ansprachen erfolgt die Aufstellung der Staffeln. Wenn dann um 3,30 Uhr kraftvolle junge Männer von der sagenumwobenen Wittekind=Vergeshöhe in windendem Laufe zum T##streben, mögen sie ein Stück vom Kompfesgeist der Altvordern mitbringen. Beilage zur Schwerter Zeitung kernsprech=Anschluß Schwerte Nr.#2 Vorschau: Die Frage nach dem voraussichtlichen Sieger in der Erwachsenen=Staffel ist bei glattem Verlauf durch den Start der Mannschaft der Schwerter Sportvereinigung von 1906 ziemlich gelöst. Ernstlich bedrängt werden könnten die Schwerter Grün= weisen in erster Linie durch Sportverein Iser= lohn, Polizeiverein für Leibesübungen, Hagen (Schupo) und Turn= und Sportverein 1872 Eckesey weiter aber auch durch Turn= und Sportv. Gevelsberg und Jahn=Hagen. Auh Union=Schwerte sollte nach dem Erfolge von voigem Sonntag nicht schlecht abschneiden. Bei der Jugendstaffel ist der Ausgang ziemlich offen. Ueberraschungen sind nach keiner Seite ausgeschlossen. Ein Programm mit Verzeichnissen der teilnehmenden Vereine und Mannschaften wird auf den Straßen verlauft. Die zusammengehörenden Läuser einer Mannschaft tragen die dem Vekein im Verzeichnis vorgesetzte Nummer auf dem Rükken. Am Rathaus in Schwerte wird der Stand der Läufer bei verschiedenen Teilabschnitten durch Aushang der Nummern bekannt gemacht. Die Zuschauer sind herzlich gebeten, die glatte Durchführung der Veranstaltung durch Befolgung der Anordnungen-der Ordnungsmannschaften zu ermöglichen. Hohensyburg=Staffellauf am 28. Mai in Schwerte—Westhofen. Die Meldungen zu den Pflichtstaffelläusen sind erfreulich ausgefallen. Nur wenige eine haben den Meldeschluß versäumt. Alle Vorbereitungen für die glatte Durchführung der Veranstaltung sind getroffen. An den Vereinen liegt es jetzt, durch genaue Beachlung der Bestimmungen, pünktliches Antreten und strenge Befolgung der Anordnungen des Renngerichtes und der Ordner die großzügige Veranstallung zu einem Werbemittel 1. Ranges machen zu helfen. Dringend zu empfehlen ist den teilnehmenden Vereinen zum eigenen Wohle die Entsendung von je 2 Herren zur Sitzung des Renngerichtes und der Ordner am 28. Mai, vormittags 10 Uhr im Hotel Jungesblut in Schwerte. Dort werden alle Vorbereitungen für die Durchführung der Läufe genau bekannt gegeben und jede etwa noch gewünschte Auskunft wird bereitwilligst erleilt. Die Herren Kampfrichter und Ordner(6 von jedem Verein des Rasensportverbandes Schwerle und 2 von allen übrigen Vereinen!) müssen pünktlich um 10 Uhr zur Kampfrichtersitzung im oben genannten Lokal erscheinen. Die Herren sollen dort mit ihren Obliegenheiten vertraut gemacht werden, gleichzeitig erfolgt Verteilung der Aemter. Von der Zusendung eines Streckenplanes ist wegen der hohen Kosten abgesehen. Der Renn=Ausschuß gibt noch folgendes bekannt: Die ersten 6 Läufer der Staffel für Erwachsene(1500, 1200, 1000, 800, 800, 600 Meler=Strecke) sowie die ersten 2 Läufer der Staffel für Jugendliche(800, 600 MeterStrecke) müssen spätestens 1½ Uhr am Bahnhof Westhofen eintreffen. Sie werden um 1¾ Uhr zu den Umkleidelokalen geführt Alle übrigen Läufer und zwar von der Staffel für Erwachsene die letzten 9(600, 500. 400 300, 300, 200, 200, 100, 100 Meter=Strecke) und von der Jugendstaffel ebenfalls die letzten 9 Läufer(Einteilung wie vor!) müssen sich bis nachmittags 1½ Uhr in der Wirtschaft Wilkes, Schwerte, Bahnhofstraße einfinden. Diese Läufer fahren also, wenn von auswärts, bis Station Schwerte. Folgende Umkleidelokale sind vorgesehen: 1500 m=Leute bei Königsfeld=Syburg. 1200 mLeute bei Westarp=Husener Mühle, 1000 mLeute, bei Weiberg=Westhofen, 800 m(1. Teilstrecke) bei Schulte, Wirtschaft Amtshaus, Westhofen, 800 m(2. Teilstrecke) bei der Rettelmühle=Westhofen, 600 m(1. Teilstrecke) desgl. Bis hierher die in Westhofen einzustellenden Läufer! Dann für die bis 1 Uhr in Schwerte zu stellenden Läufer: 600 m (2. Teilstrecke) Wirtschaft Kleff=Wandhofen, 500 m Wirtschaft Frank, Hagenerstr., Schwerte, 400 m Wirtschaft Walter, Hagenerstr, Schwerte, 300 m, 300 m. 200 m, 200 m, 100 m, 100 m Wirtschaft Wilkes, Schwerte, Bahnhofstraße. Erwachsene und Jugendliche kleiden sich in den gleichen Lokalen um. Umkleidung muß bis spätestens 2¼ Uhr erfolgen. Abmarsch zu den Starl= und Wechselstellen punk 2½ Uhr. Ablauf der Erwachsenen=Staffel (je 15 Läufer) punkt 3½ Uhr vom Hohensydurg=Denkmal, der Jugendstaffel(je 11 Läufer) ebenfalls 3½ Uhr vom Amtshaus Westhosen. Von 2—4 Uhr gibt der Schwerter Musikverein am Rathaus in Schwerte ein Konzert. Starinummernausgabe erfolgt in den Umkleidelokalen Die Zahl der Auszeichnungen soll der Beleiligung entsprechend reichlich bemessen werden. Es kann nur in Turn= oder Straßenschuhen gelausen werden Nach den Läufen ist Siegerverkündung im Hotel Jungesblut(5 Uhr).— Und nun ein verzliches Willkommen am 28. Mai in Schwerte bezw. Westhosen zur Hohensyburg staffel. Wie wir hören, sind 50 Siaffelmannschaften mit 664 Läusern gemeldet. Fußball. Ergebnisse der Spiele am vorigen Sonntag und Himmelfahrt: 2. Jug.„Westfalia“=Herne—2. Jug. SSV. 06 1: 0 Eckenv. 2: 4. Schwertetratam Donnerstag gegen den Bezirksmeister„Westfalia“(Gelsenkirchener=Bez. Abt. B, nicht wie irrtümlicher Weise gemeldet wurde, Abt. A Linder SC. 07 Gelsenkirchen) an und konnte obiges Resultat erzielen. Es war ein schönes, faires Spiel und reich an spannenden Momenten, besonders zeigte der Torwart von SSV. hervotragendes Können. Gleich im Anfang konnte Herne ihr Tor schießen. Gegen Ende des Spieles lief der Herner Sturm zu voller Form auf, konnte aber dank der Hinterreihe kein Tor mehr erzielen. Ferner ist es der 2. Jug. gelungen, am Donnerstag, dem 1. Juni 1922 ein Freundschaitsspiel gegen die gleiche Jug. vom Sportverein 08 Dortmund vor dem großen Spiele Stullgurler„Rieckers" fest zu bekommen. Die Stuttgarter„Rieckers“ ist eine sehr brillante Mannschaft und es ist ihr gelungen, die Meisterschaft der Gruppe 1 von Württemberg an sich zu reißen. Auf eine neue Nachricht im„Ful“ soll sie für Weihnachlen von dem erstklassigen spanischen Verein„San Sebastian“ und Irene verpflichtet sein. Sport=Klub„Alemannia“ Schwerte hatte am vergangenen Sonnteg eine kombinierte 1. Mannschaft des Sportv.„Rheinermart“ zu Gaste geladen. Der Verlauf de. Spieles zeigte, daß die Alemanen immer mehr Fortschritte machen. Trotz= dem die schwarz=roten zeitweilig scharf angriffen, en sie sich eine Niederlage'von 9:3 aufbürden . E c k e n v e r h ä l t n i s 1 2: 2 f ü r S.= K. A l e m a n Nach, dem Spiel waren die Gäste noch einige Stunden bein Linzenwirt gemütlich vrreinigt. Die 2. Ingen#nan schaft spielte gegen die gleides Sportv.„Schwerterheide“ 1:2 für Schwerterheide. vor den Spielen sand die am letzten Sonntag angeschobene Monatsversammlung stett, in der nar Aufnahme von mehreren neuen Mitgliedern noch u. a. beschlossen wurde, am 1. Sonntag nach ingsten einen Vereinsausflug nach dem Seilersee zu machen. Ferner wurde beschlossen, in nächeer Zeit einen Vereinswettkampf zu veranstalten. Statt jeder besonderen Anzeige. Heute nacht 12 Uhr entschlief nach kurzer, schwerer Krankheit, plötzlich und unerwartet, im Bad Lippspringe, wo sie seit 14 Tagen zur Erholung weilte, meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Tochter und Schwägerin Freu Annd Fenngheil geb. Zängerling im fast vollendeten 45. Lebensjahre. In tiefem Schmerz: Die trauernden Angehörigen. Schwerte, den 26. Mai 1922. Die Beerdigung findet am Sonntag nachm. 2 Uhr in Lippspringe statt. Heute morgen 3 Uhr entschlief sanft infolge Altersschwäche unser lieber Vater, Schwiegervater und Grossvater Aaguet Kurtzke im Alter von 75½ Jahren. Im Namen der trauernden Angehörigen: Familie Georg Kalter. Hörde, Hermannstrasse 80, Brühl, Dortmund, Columbus-Ohie, Walldorf, Schwerte, den 26. Mai 1922. Die Beerdigung findet am Montag. dem 29. Mai, nachmittags 3 Uhr. von der Leichenhalle des Marienhospitals Schwerte aus statt. Waderariole liefert schnellsten Druckerei C. Braus 0•d:e:o:n barietee-Palast Dortmund : Brückstraße 39/41 : Teleson 3047 u. 4900 : Abeads 7“ Uhr: : Vom 16—31.Ma1 1922 : Gaslspiel des welldek. sBroadway Quartett A it idten bumorislischen SBa. Tagesgespräch vor :! Dortmund bildet s Elwino, der indische „„Fakir, der sich lebendig * begraben läßt. s Carlo Fernandé, dei s weltberühmte Entfesse : tungskünstler und Auss brecherkönig in seine : Scene„Sträfling Nr 69“ # Pla& Coco Truppe, s in ihrer Neubeit„Flies gende Musik“ PI Mon 8 Mog, Ddie bernor: #;rag. 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Es ist nicht nur ein absonderlicher Zug des deutschen Wesens, wie man ofr sagt, in die Ferne zu schweisen und das Nahe und Nächste unerkannt, ungewertet und unbenutzt zu lassen, sondern eine all emeine menschlicha Eigenschaft, gegen die nich der sittlichen Seite schon Rousseau in seinem„Emil“ sich wendet mir lden Worten:„Mißtrauet jenen Kosmopoliten, welche in ihren Büchern in der Ferne Pflichten suchen, die sie in ihrer Nähe nicht erfüllen mögen, Solche Philosophen lieben die Tartaren, um von den Pflichten gegen ihre Nachbarn entbunden zu sein.“ Auch Goethes bekanntes Wort: „Willst du immer weiter schweifen, sieh, das Gute liegt so nah. Lerne nur das Glück ergrei en, denn das Glück ist immer da“, mahnt uns, an die Gegenstände und Menschen unserer Heimat uns zu wenden und dort uns fest zu verankern. Und das Glück, sich in dem Seinen und Zugehörigen wilderzufinden, ist in„Wilhelm Tell“ in den bekannten Worten von Rudenz: „Ich soll das Glück in meiner Heimat finden? Hier, wo der Knabe fröhlich aufgeblüht, wo tausend Freudenspuren mich umgeben, wo alle Quellen mir und Bäume leben", ti#f eterisend ausgedrückt.— E. gibt unzählige Menschen, insbesondere in den nicht durch die bil#e#e Notwendigkeit an das Nach ste gebundenen Schichten, di von dem Shönen und Besitzenswerten ihrer nähhsten Umgebung wenig oder nichts wissen, die sich lebenslang dagegen abschließen und all ihr Glück, alle Befriedigung ihrer höheren Anliegen„jenseits der Berge",„jenseits der Wasser", bei fremden Menschen, in fremden Ländern suchen. Aeußere Verhältnisse beengen und beschneiden dieses Bedürfnis in verschiedener Weise. Dem einen ist nur ein Avstecher in die nächste Großstadt, dem andern eine öftere Reise in das Ausland möglich und domit dringendes geistiges Bedürfnis. Es bleibt darum nach wie vor eine wichtige Aufgabe aller Jugend u.d Volk bi dung, die Schätze der Heimat entdecken zu heifen und zum tiefempfundenen geistigen Besitze zu bringen. Die Pflege der Heimalkunde durch Vereine und Gesellschaften, insbesondere auch durch die Volksbidungsvereine, durch Wanderungen, durch Pflege von Erinnerungen, durch Anlage von Denksteinen und sonstigen Erinnerungszeichen, Einrichtung von orts= und beimatgeschichtlichen Sammrungen usw. soll bier nicht näher bespr chen werd n. Die Aufmerksamkeit sei nur auf einen einzigen Punkt gelenkt, der wie es sch int, fast ganz vernachlässigt wird und doch für die Pflege des Heimatsinnes, der Heimatliebe und Heimatkunde von großer Bedeutung ist. Vom Gegenstand zum Bilde, das scheint der gegebene Weg für alles Erkennen und Erfassen zu sein. Und doch geht der Weg oft umgekehrt vom Bilde zum Gegenstande, insbesondere bei der Erfassung alles Schönen und Erhabenen in der Natur. Ganze Völker leben inmitten der großartigsten Naturformen, der üppigsten Pflanzenwelt, umrauscht von Seen und Strömen, ohne von der Großartigkeit und Schönheit ih er Umgebung einen Begriff zu haben, ohne dis, was sie umgibt, zu empfinden. Das Gefühl für Naturschönheiten hal sich viel später entwickelt als andere Gebiete unseres höheren Empfindungs= und Gefühlslebens, und man kann überall die Tatsache verfolgen, daß die Darstellung der Natur im Bilde für die Mehrzahl der Menschen erst der Weg zu den Naturschönheiten selbst war. Wir werden der Bevölkerung in ihren breiten Massen, den Volksschichten, die mit der Heimat lebenslang verbunden sind, für die es vielleicht flüchtige Reisen über das nächste Gebiet hinaus gibt, aber keinen längeren oder dauernden Aufenthalt jenseits der Grenzen ihrer Heimat, das Schöne und Große, was sie mit ihren Augen erreichen und in kurzen Feiertagen erwandern und befahren können, nicht anders ersch ießen a's dadurch, daß wir ihnen eben diese Heimat im Bilde vor Augen stellen und sie dadurch zur Erjassung der Natur selbst führen. Die Lich= bildkunst hat uns hierfür Mitte! und Möglichkeiten geboten, die vorher nicht vorhanden waren. So wird ein Bilderschatz der Heimat entstehen, in dem alles enthalten est, was Munangungunuunuuununuumnnuununumn Maisonntag auf dem Dorfe. Von Willi Lindner. Die Sonne lacht heller heut in den Tag, im Walde Drosel- und F##enschlag. Die Mädels geben ins grüne Revier, die Burschen spielen den Kavaier. Bedächtig umwandeln die Ehegatten im Gärtchen die frischen Salatrabatten. Der Krämer Möller mit Hund und Pfise macht durch die Kneipen eine Streife. Gar ernsthaft plauschen sich was vor fachsimpelnd Lehrer und Herr Pastor. Hemdärmelig liegt auf dem Fensterbreit der Postbriefträger Mückensett. Die Handwerksmeister kegeln und skaten, auf Täuflings Woy sein tlinken die Paten. In den Höfer gackert das Hühnervieh, aus der Schenke cuillt blecherne Tanzmeld#e. die Kinder lärmen in allen Gassen, Grostmütter klappern mit Kaffeetassen. Stolz schreitet der Bauer durch Korn und * Klee, die Kirschbäume prangm im B.üten chnee. Purpurn verblu et die Sonne in Fluß, der Küster läutet zum Angelus. Ueber die Felder weht das G bei der Nacht, es schläft das Dorf— de: Mond hät Wacht. Mmnsununguguuguneuunn das Auge entzücken kann, ohne daß man auf Reisen geht. Die Heimat entdecken und erobern— eine Notwendigkeit für unsere Tage im besonderen. Wir werden uns noch langje darauf einrichten müssen, unsere Levensbedürfnisse mehr als vor dem Kriege aus der Heimat zu beziehen und alles das auszunützen, was der heimatliche Boden hervororingt. Aber auch in unsern geistigen Bedürfnissen wirden wir uns auf das Nahe und Nächst ieglnde oft beschränken müssen. Es soll eine engherzigen und engbrüstigen Pfahlbürgertunn damit wahrhaftig nicht das Wort geredet werden. Es wäre z. B. töricht, den in die Weiten hinausstrebenden tüchtigen Menschen ausnahmslos in seinem heimatlichen Verbande zurückhalten zu wollen. Kein Prophet ist angenehm in seinem Vaterlande, und dem Talente wird nur zufällig der Heimatort den genügenden Raum zur Entfaltung und Betätigung seiner Kräfte geben. Nicht nur dem Mutigen, sondern auch dem Tüch igen gehört die Welt. Aber mehr ist die Heimat für alle diejenigen, die in ihr lebenslang leben und chafsen. Daß sie das Glück, das Schöne das Mrkwürdige und Groß: immer auf dem andern Ufer suchen und an dem, was sie umgibt, was sie Tag für Tag erreichen können, vorübergehen, ohne davon zu wissen, das ist die große Krankheit, von der uns nur die Entdeckung und Eroberung der Heimat befreien kann. Und je mehk Menschen von der Schönheit ihrer Heimat wissen, je mehr Menschen in ihrem Gemüt mit dem Nächsten aufs iunigste verbunden sind, umsomehr werden sie auch ihre Heimat gemeinnützig fördern und umso tiefer und wurzelechter ist auch der Zusammenhang mit dim größeren Ganzen, in dem wir leben, mi: dem Bolk und Vaterlande. Die Heimatliebe, der Heimatsing, die Heimalkunde, sie sind der Mutterboden der Vaterlandsliebe, für das volle und ganze Aufgehen im Volk und Staat en guten und bösen Tagen. Hochzeitssitten und Unsitten in Westfaten. Von Ernst Lindemann. Vielfach ist die Auffassung verbreite, daß das„geflügelte" Wort von der guten altm Zeit höchst proble natisch zu bewerten sei; denn auch in früheren Jahren hätten die Leute ihr ehrliches und rechtschaffenes Kratzen gehabt. Gewiß, es gab auch vor Jahrhunderten nach Mißernten und Kriegen hi: und da große Teuerung u. d cuw i en Hu ger'not. weil die da nalig#en Verkehrs er.ällnin,: einen schnelen Ausgliich und eine rasche H.ranbeförderung, von Nahrung. mitteln und dergleichen nicht gestatteten. Aber das waren meist nur kurze Uebergänge, und in gu en Tagen haben es insbesonder; auch di Westfalen gar nicht übel verstanden, sich das Leben so angenehm wie mög ih zu g stalten. Vor allen Dingen wenn es galt, Hochzeiten oder Kindlausen zu besehen, ode: ceim Hausbören(Hausheben) standen die Westfalen nicht l.diglich au dem löblichen Standpunkte, daß mon die Feste feiern müse, wie sie fi#len, sond in verira en auch die ü. Gannen und Magen nützliche Ansich, diese Feste gründlich zu friern. Zwar ganz so sionig wie bei der Hoch eit des Wilheim ron Rosenberg in Böhmei, die im Jahre 1.7° gesalten wurde, mag es in Westfalen woh. nich zugegangen sein; denn während dieser Hochzeit wurden(wie der Chronist sich vorsch ig ausdrückt:„unter anderm“) 150 gemästete Ochsen verzehrt, ferner 20 geräuchere Ochen, 150 gemästete Schweine, 20 wild: Sch veine, 40 Hirsche, 50 Gensen, 50 Fässer eitgesalzenes Wildbret, 450 gemästete Hammel, 35 Zentner Butter, 7 Zentner neue Bu ter, 29 Zentner Schmalz und 15 Zentner Honig. Verbacken wurden„nur“ 490 Scheffel Weizen und die Pferde fraßen 37033 Scheffel Hafer, also rund 1033 400 Liter. Daß natürlich auch für ein genügendes Anfeuchten der Keble gesorgt worden ist, braucht nicht eindringlich b##euert zu werden. Immerbin, hat der Leser erfahren, was gegessen wurde, mag er auch wissen, was an flüssigem Stoff draufgegangen ist. Es wurden also getrunken: 903 Fässer Weizen= und Gerstenbier und— 1100 Eimer Wein. Es ist zwar zur Hochzeit ein etwas deploziertes Thema, das ich hier anschneide, aber. wie gesagt, auch in Westfalen wußte man damals ganz anständig zu leben. Sollte eine Hochzeit gefeiert werden, so gingen zunächst die Bitter herum, die die Hochzeitsgäste einluden. Man kann sich leicht denken, dast *#. SSESEENUG FS S ASGE een Drüddel för Serbien un da för Montenegro. Mer Grieich am Unnerhanneln. Een woll ok noch dran sitten! maut de Bie en plücken, wann düese vertrackten Tie„Met de Mule lött De Geschichte mer de ganz nett an, ower glötll nümmes, Forschepiepe! —“ Lülamm drahte sick ec üm, de met iswise gar nir sagit ir't villichte en gedd Forschepiepe eß verkann. Wat he alles Bulgaren, leßte Drüddel for chenland sin ick nech Brunen sall do woll Ja, Junge, me maut de se riepe sin!" „Plückt sick wat in ten“, knurrt Lülamm. sick allerhand masen. Lusekämme hört wen sall Di de —— Oewerhaupt—“ noh Schaulmester Büxenstrieler am Disch sat un utnahmsloise badde—„bewerhaupt wö Deel interessanter, wann tellen woll, wat be nich ka kann, heww wi all so fake hört, dat do nix dran is. Forschepiepe kann alles, nich könnt!“ zwer kürt un sago Forschevi##e,„Jedenfas wat ick nich tann, oat kaß Du op’n Disch.„Dat wör ?“ hissen Forschepiepe. üm twintig Mark!“ schon hierbei die Straßen der bereffenden Stadt oder des Ortes in leohafte Zwwegung gerieten. Während die Bitter nun ging.n. ließen Braut= und Braungun oder deren Eltern auf die Hoch ei zuricht n. rere Ochsen und eine Menge Sch keine, mel und Kälter mußten auch bir: Prg#eiet lassen und daß auch anl Wi dere., und Fischen kein Mangel sein durfte, erüorigt sich besonders zu beronen. Je mehr eingeschlachtet wurde, desto mehr freuten sich der Neisterkoch und die sogenannten selmädchen; denn ersterer bekam alle Häute und File, letztere alles Fert, was in der Sagenkranz. De Violine des Hexenmusikanten. Ein Mann kommt einmal am ersten Maitage des Weges von Rinteln. Da sieht er einen Mann liegen, der ist halb trunken und hat eine Violine neben sich liegen, die verblendet ihm die Augen so, daß er heimlich zuschleicht und sie ihm wegnimmt. Nicht lange ist er gegangen, da beginnt's ihm übel zu riechen, und wie er genau zusieht, ist die Violine zu einem faulen Pferdeschinken geworden und er wirft sie von sich, soweit er nur werfen kann. Nach einem Weilchen kommt der Mann, den er gesehen, ihm entgegen, zeigt ihm die wohlbehattene Violine und lacht ihn aus. Das war ein Musikante, reineweg alles, wat de annern nich woant Lülamm hadde sick wahne in Iw#### tür schnappen noh Locht. „Stemmt!“ sagg is sieger; wat ganz siecker nich!“ Lülamm schlaug doch wat!“ Büxenstrieker mog dürschlohn un as Unparteiischen fungeeren. „Gut“, sagg de Schaulmester,„wenn's Ihneu recht ist, werde ich die Wettregeln ausstellen, denn es kann billiger Weise nicht erwartet werden, daß der eine Teil das zustande bringt, was der andere nicht kann. Wir kämen dann ja auch nich zu Ende. „Nee, nee, stemmt!“ reipen de Beiven. „Recht so. Um die Sache kurz zu machen, bestimme ich, etwas Dewer'n Liäppel balweert. De Reiseonkels sin im allgemeenen Klunkertöppe; de cene kann noch biätte gen as de annere;; dat brengt dar Gso mer sick. Ower ick schepiepe, de Reisende van Itzig un Kars steen, schsött se alle. Forschepiepe is van dejenigen, de geschmacvull könnt: he het Grütte im Kopp un bedri Leigerie met Schwung un Grazie. Lülamm, de för Meyer un Cohn in w Söcken un Uennerburen reist, is tieger schepiepe men en ganz klein Dötzken. daß Herr Forschepiepe uns as nennt, was er nicht kann—“ „Ganz recht so!“ sagg Lülamm. — und Sie, Herr Lülamm haben es auszuführen. Bringen Sie ins Lot, was Herr Forschepiepe nicht kann, sind Sie der Gewinner und bekommen Ihre deponierten zwanzig Mark zurück. Na, und umgekehrt: einer muß den Beutel lappen und der verlorene Einsatz wird uns einen feuchtfröhlichen Abend machen!“.ux Einen Insat De Beiden laggen jeder stenen Insuß hen. En Deel kreeg fortens de Ossenweert, üm ennige Pullen tolt te stellen, den anneren nahm Bürenstrieker in Verwahr. „Nun, Herr Forschepiepe, nennen Sie uns etwas, das Sie nicht können!“ Forschepiepe besun sick ne Tietlang; gong ein Lüten öwer sien Gesicht. Froge, Här Schaulmester!“ „Ich denke, ick bewwe Ink recht verstohn. Wann Lülamm nich deiht, wat ick nich kann —— „Dann hat er verloren und Sie bekommen Ihren Einsatz zurück.“ 1„Ganz recht, ganz recht. Also: vör länlgere Tieten heww ick mie die Schnieder Mick line Winterpellerine maken loten; de kost vettig Mark un düese vettig Mark kann eck nich betahlen!“ 4chig 5. Bürenstrieker kraßte##a achler de Ohren. „Hm, hm, Lulamm, gewettet ist gewettet. Da bleibt Ihnen wohl nichts ül Schneider Mick zu gehen und—“ „Ick well den Düwel dauhn „Ist das Ihr letztes Wort, freig de Schaulmester.. 6mmn mögg jo Dinte suoppen heiwen Ich frage, ob das Ihr letztes Wort ist.“ „Dann habe ich auf Grund der Wettformel als Unparteitscher zu erklären, daß Sie die Wette verloren haben. Hier,####0 Forschepiepe!" Domet schow Bürenstrieter Forschepiepe de twintig Mark trügge. Lülamm waß kein Spaßverderwer; he leit fiewe grade sien un de Owend worde autleßte noch ganz fidel. As de beiden un de Schaulmester en biettken late nob Huse gongen— Büxenstrieker hadde Gummibeene kriegen— do meinen Lülamm to Forscheviepe:„Eent is, wa—wa—wat mie freit, würklich fra—fra—freit, U— un dat is, dat Du Diene— Diene Pe— Pellerine nich betahlen kaß, Forschepiepe!“ „Dann heß Du Di ümsüß freit", lachen Forschepieve, indem be den Schlüettel int Lock stak un int Hus krop,„de Pellerine is längst betahlt.“ „O, ick Schopskop!“ jammern Lülamm, ##s he met Bürenstrieker födder gong. I W. Oschmann(Bochum). dann „Heille jede Sorte—— hm, is de Rede nich wect. Wann it mie nich biätter göng, hädde ick it1 Geschäft längst an'n Nagel bangen un mie obie. Nee, do sitt ick doch anners dotüschen. Du weeß jo, Lülamm, dat ick in Landesprodukten allemol van Mondag büs Soterdag miene dreihunnertdusend Mark umsette; bedütt för mie i'ne Prowision van praeter, propter dreidusend Mark, afgeseihn van de Wiehnachtsgratifikazion; na, un de fällt, as Du weeßt, bie miene Firma nich all te tnapb ur. Gäamm Herhret 4 „Mag sien“, brumme Lutamm vervrei lick. „Lwer wat dauh ick met de paa: Dusend Mark“, holl sick Forschepispe tegange.„UemImer tiv=rov in Kife, alle föihern, in de nobelsten Holels loscheeren, so as sick dat för in Reisenden erster Flasse päßt, ja, ja, dat kost, wahn vüeli Geld. Na, un do heww ick mie neilich noch so in kleinen ErtraArlikei taulaggt un domer bannig Geld re.deint. Zi fd#send Mir. o, Lülamm! Na. na!“ schmeet Lülamm in,„1 all te dull!“ „Fiefdusend Mark, spitz op'm Kop met? Met ganz gevönlicke Luser „Nu holl ower de Locht an, Forsch Sake is denn doch to stniepig!“. „Worüm to striepig? Bie im Obje tertdusend Mark? Op Li e dicke Prozente. Dar is en dem nümmes gähne wal te dauhr Owe: wat dauh ick domet nich, hewwei all dä ollen G Oi sin kt de ollen Römer we worde vernienig.„Vitlich bielöinig huni me giäte mer wen wei stinkt saggt. Lülamm me frogen“, sagg he spitz,„wo de vüelten Lusekämme alle hen gohn sind!“ Foischepiepe schmee sick in de Berst.„Worüm nich! Geschäfte, de ick im Dräigen hewwe, sin keine Geheemnisse meh. De Lusekämme sin noh im Balkan gohn, een Drüdde! för de Nummer 123 ** Anterhällungs=Benage zur„Echwerker=Feituug Samstag, 27. Mai 1922 S K 4 Fortsetzung. erwies sich der junge Kaufmann nicht nur als ein tenntnisreicher und scharfer Beobachter, sondern auch als ein mit Humor begabter Reiseschilderer. Bei der Besteigung zweier Vulkane und einer Streife durch den Urwald hatte er Abenteuer erlebt, die er anschaulich und frohlaunig erzählte. Wie gut es ihm gelang, Melita zu fesseln, entging ihm nicht, denn bald schaute sie, seinen Worten lauschend, verträumt durch„der Wimpern dunkle Schleier", bald blickte sie ihn groß und verwundert an. Die Folge davon war, daß er in trunkener Selbstvergessenheit sich allmählich nur an sie wendete. Als er aber bei der Schilderung eines Erdbebens, Zustimmung heischend, zum Hausherrn hinübersah, begegnete er dessen lauerndem Blick. Das befremdete ihn. Nach einiger Ueberlegung nahm er an, der über sein Kind wachende Vater fürchte wohl den Einfluß männlicher Beredsamkeit auf ein noch unberührtes Mädchenherz. An der Abendtafel, deren Silbergeschirre im Scheine der elektrischen Lichter flimmerten, saß Fries neben Melita, und diese sagte ihm mit einem warmen Dankesblick, sie denke oft an die gemeinsam verlebten Stunden auf dem „Conquistador“ mit Vergnügen zurück. Die liebevolle Sorgfalt, die er ihrer leidenden Mama erwiesen, habe, werde sie nie vergessen. Fries sog diese Anerkennung wie einen süßen Trank ein. Er fand keine Erwiderung, aber das Leuchten in seinen Augensternen war so beredt, daß sie errötend und verwirrt die Augen schloß. Von der Tafel begab sich die Gesellschaft ins Musikzimmer, dessen Mitte ein kostbarer Flügel einnahm. Der Konsul bemerkte, den Melita. Roman von Rudolf Elcho. denn er sah, daß dessen Lied in Melitas Herz Funken warf, die zur verzehrenden Flamme werden konnten. Vor der reichen Begabung und sonnigen Siegfriederscheinung dieses Dichters und Sängers mußte er, der nüchterne Kaufmann, in den Schatten treten. Und jener entsprach dem Verlangen der Damen nach weiteren Liedergaben gern. Melita übernahm am Flügel die Begleitung. Mit der Arie aus Kreutzers„Nachtlager von Granada“:„Ich muß sie einem andern geben; mir blühet diese Rose nicht", schloß Preyl ab. Diesmal fand Fries, daß der Vortrag seines Rivalen seelenlos sei. Hätte dieser nur einen kleinen Teil des brennenden Entsagungsschmerzes gefühlt, der ihm selber das Herz zerriß, in welche ergreifenden Töne würde er die wehmütigen Verse gekleidet haben! Ihm hämmerte das Blut in den Schläfen und wilde Eifersucht lohte in seinem Innern auf, als er sah, wie Melita mit dem Sänger warme Blicke und Lobsprüche austauschte. Es wurde ihm klar, daß auch diese Arie gleich einem magnetischen Strom das Mädchen angezogen und bezaubert hatte. Er verwünschte„die Kupplerin Musik“, und ließ sich nur widerwillig in ein Gespräch mit Frau Laurens ein, die augenscheinlich das Bedürfnis hatte, ihn über die glänzende Rolle zu unterrichten, die sie in der Gesellschaft gespielt habe. So wohlig ihn Melitas natürliche Anmut berührte, so sehr tieß ihn das freie, fast burschikase Wesen der schönen Witwe ab. Diese bestätigte nur den Erfahrungssatz:„Es hindert nichts so sehr natürlich zu sein, als der Wunsch, es zu scheinen.“ Als Fries das gastliche Haus des Konsuls Arm um seine Tochter legend:„Im Drang der verließ, geschah es in Begleitung Preyls und Geschäfte hab' ich mich noch gar nicht erkundigt, seiner Schwester. Draußen lag das silberne nie es um deine musikalischen Fort““ sta#42 Mondlicht auf der Rasenfläche und beschien auch wie es um beine musiratischen Fortschritte steht? Hoffentlich hast du das Klavierspiel nicht vernachlässigt.“ „Unbesorgt, Papa!“ Ich fand in Ryde eine ausgezeichnete Lehrerin und habe fleißig geübt.“ „Nun, so beweise uns das.“ „Gern.“— Melita setzte sich vor den Flügel und erklärte, sie werde Chopin spielen. Sie begann mit einer Mazurka, durch deren Vortrag sie Temperament und weitgediehene Technik zeigen konnte, und fügte eine Nocturne hinzu, in der ihr weiches poetisches Empfinden völlig mit dem des Komponisten im Einklang stand. Die Wirkung wurde durch die Grazie ihres Spiels noch erhöht, und als sie sich erhob, erntete sie von allen Seiten Lobsprüche. Julian Preyl rief:„Erlauben Sie, daß ich Ihre von der heiligen Cäcilie gesegneten Hände küsse!“ Lachend überließ sie dem kecken Burschen ihre Rechte, auf die er andächtig seine Lippen preßte.„Mein Klavierspiel sollte nur die Einleitung zu einem Liederabend bilden, dessen Kosten hoffentlich Sie tragen werden, Herr Preyl.“ „Wer könnte einer so liebenswürdigen und ermutigenden Aufforderung widerstehen.“ Preyl wandte sich dem Flügel zu. „Was werden Sie zuerst singen?“ „Ein Lied, dessen Text und Musik meinem eigenen Genius entflossen sind,“ scherzte der Sänger.„Ich bitte aber die Damen, sich mir gegenüber zu setzen, denn ich bedarf der Inspiration.“ Belustigt entsprachen Frau Laurens und Mekita seinem Wunsche und sahen erwartungsvoll zu ihm auf. In seiner eleganten, an die vollen Körperformen sich anschmiegenden Kleidung und der vornehm=nachlässigen Haltung bot er eine bestrickende Künstlererscheinung. Er schüttelte leicht den Kopf, ließ die Tasten aufrauschen und sang in gedämpften, schwermütigen Tönen: „Es naht der Herbst auf rauhen Schwingen, Die Blätter fallen leis im Walde; Verklungen ist der Vögel Singen, Der Rauhreif glänzt auf Berg und Halde. Als nun verschwand des Sommers Pracht, Ging durch mein Blut ein kalt Erschauern. Trübsinnig hab' ich mir gedacht: Ach, nun beginnt ein langes Trauern." Jetzt erhob der Sänger den stolzen Blondkopf, schaute Melita groß an, und während sein Gesicht erstrahlte, fuhr er fort: „Doch seht, in unsern frost'gen Tagen Hat noch ein Wunder sich vollzogen: Zur Heimat wurde hingetragen Ein sonnig Kind auf Meereswogen, Es ist so hold und anmutsreich— Ich weiß nichts Schön'res hier auf Erden, Schau ich es an, so mein' ich gleich: Jetzt muß es wieder Frühling werden.“ In schmetternden Tönen und völlig jauchzend wiederholte er die Worte:„Jetzt muß es wieder Frühling werden.“ Für Melitas Ohr klang ungestüme Leidenchaft aus des Sängers letzter Strophe heraus, und da es sonnenklar war, daß die poetische buldigung ihr galt, so stieg ein flammender Rot in ihre Wangen und sie senkte in holder Verwirrung den Kopf. Aber auch die übrigen hörer empfanden die hinreißende Kraft des Vortrags und den einschmeichelnden Reiz der yrischen Barttonstimme. Sie umringten Preyl und baten um eine Wiederholung. Er ließ ich nicht lange bitten und sang das Lied diesnal noch mit mehr Sicherheit und Schmelz als beim ersten Mese., Eo kostete Wolfgang Fries schwere Uebervindung, in den Beifall mit einzustimmen. der Triumph des Sängers wurde ihm zur Qual, Mondlicht auf der Rasenstache nnd beschien nuch Melitas jugendliche Gestalt. Von der Marmortreppe aus winkte sie den Scheidenden noch Grüße zu. Ach, daß ihre Gedanken doch mir folgten und nicht jenem, wünschte Fries, auf den Sänger blickend. Er empfand es als eine Belästigung, Frau Laurens den Arm bieten und sie zur benachbarten Villa geleiten zu müssen. Hier bemerkte die schöne Frau beim Abschied mit kokettem Lächeln, daß sie mit Sicherheit seinen Besuch im Laufe der nächsten Tage erwarte. Auf dem Wege zur Straßenbahn fragte Fries seinen Begleiter, ob er nicht bei seiner Schwester wohne. „Nein, davor hat mich der Himmel bis heute gnädig bewahrt. Wir lieben beide unsere Freiheit. Ich habe Martha gern, aber sollte ich nur ein Jahr lang mit ihr zusammenwohnen, dann ginge unsere Geschwisterliebe unbedingt flöten.“ Als die beiden jungen Männer im Zentrum der Stadt die Straßenbahn verließen, wies Preyl auf ein hellerleuchtetes Restaurant und sagte:„Da ist meine Stammkneipe. Kommen Sie mit mir, ein Glas Weihenstephan wird uns wohltun. Wir finden sicher lustige Gesellschaft.“ Fries sträubte sich, denn er hatte Verlangen nach Einsamkeit und Stille, Preyl aber zog ihn lachend und scherzend ins Bierlokal hinein, dessen Besucher in eine Rauchwolke gehüllt waren. Der Wirt begrüßte Preyl mit devoter Freundlichkeit. Von einem Rundtisch aber erhoben sich die Zuhörer und riefen: „Julian, Julian Apostata! Endlich, endlich ist er da! Wenn er auch zu spät gekommen, Sei er doch gut aufgenommen,Hurra, hurra, hurra!“ Mit dem Hurrarufen mischte sich das Rasseln der aufgeschlagenen Biergläser. Preyl ließ, um seinen Hut zu schwenken, den Arm seines Begleiters frei, und dieser entwischte. Um keinen Breis hätte Fries jetzt einem Gelage beiwohnen nögen. Er begriff nicht, wie ein Mensch, der einter den Eindrücken der letzten Stunden stand, n etwas anderes denken könne, als an Melita. Ganz der Erinnerung an die Ergebnisse des Tages hingegeben, wanderte Fries wie ein Träumender durch die Straßen dein Vorort zu. In süßem Nachempfinden gedachte er der wonigen Augenblicke, da er das holde Kind in keinen Armen gehalten, da sie aufmerksam einer Erzählung gelauscht und er in ihren eelenvollen Augen einewarmes Aufleuchten gesehen hatte. Aber dann war der mit verührerischen Gaben ausgestattete Sänger sieghaft ber seine Hoffnungssaat weggeschritten, und die Eifersucht lohte in seinem Innern auf..... ( Er mußte es erfahren, daß die Liebe uns isicht nur in den Himmel erheben, sondern auch in die Hölle versenken kau#. ** * Die von ihrem Senior Oldenpurg zu einer Beratung einberufenen Gesellschafter der„Ham1zonia“ waren alle, bis auf den Konsul Wismar rechtzeitig erschienen. Die geschäftskundigen und zim Teil an der Börse hochangesehenen Männer sonnten die nach der Flucht des Kassierers aufjjedeckten Verluste leicht verschmerzen, allein sie singen am Golde und verargten es dem Konsul ehr, daß er die kaufmännische Leitung der Aantagengesellschaft übemommen hatte, und (5 dann versäuntte, die Kassengeschäfte streng in kontrollieren. Da dieser nun bei der wichtigen Berrechung auf sich warten ließ, machten Spottistige ihrer seindseligen Stimmung durch bissige emerkungen Luft. Fries, der zur Versammug geladen war, sich aber bescheiden im ntergrunde hielt, vernahm aus einer beiseite henden Gruppe die Frage:„Weißt du er schon, Marx, daß der Konsul sich ein Automobil für fünfundzwanzigtausend Mark gekauft hat?“ Und Marx erwiderte:„Das mußte er auch haben, denn er will nicht pleite gehen, sondern so rasch wie möglich fahren." Ein höhnisches Lachen folgte dem boshaften Witz, und als der Konsul endlich erschien, begegnete erspöttischen und vorwurfsvollen Blicken. Leichthin entschuldigte er seine Verspätung mit der sorglosen Miene eines Mannes, der sich seiner Ueberlegenheit bewußt ist. Oldenpurg eröffnete die Sitzung durch die Mitteilung, daß in seinem Auftrage der bisherige Leiter seiner Filiale in Shangbai, Herr Wolfgang Fries, die Besitzungen der Plantagengesellschaft besichtigt habe und bereit„sei, den Anwesenden Bericht zu erstatten. Erwartungsvoll blickte die kleine Versammlung auf den ernsten, jungen Mann, der in ruhiger Haltung vor sie hintrat und der Aufforderung seines Chefs entsprach. Der streng; sachliche Bericht war, dank seiner klaren anschaulichen Darlegung, so fesselnd, daß Oldenpurgs Erwartung, Fries werde die Hoffnung der Gesellschafter neu beleben und deren Achtung und Gunst gewinnen, in Erfüllung ging. Nachdem der Bericht erstattet war, stellten einige Gesellschafter Fragen, die Fries prompt und sicher beantwortete. Nachdem der Vorsitzende festgestellt hatte, daß die Wißbegierde der Versammtlung béfriedigt sei, dankte er Fries und bat ihn, nebenan den Schluß der Beratung abzuwarten. Nachdem dieser sich zurückgezogen hatte, wollte Oldenpurg den Versammelten seinen Vorschlag unterbreiten, Konsul Wismar aber kam ihm zuvor, bat ums Wort und schlug dann zur Verwunderung aller vor, für die kaufmännische Leitung der Gesellschaft und Kassenführung einen Direktor zu ernennen und diesem ein ansehnliches Gehalt zu bewilligen. Für ein solches Amt, so führte er aus, müsse eine tüchtige, vertrauenswürdige Kraft gewonnen werden, und er glaube, daß diese schon gefunden sei. Der rechte Mann dafür wäre nach seiner festen Ueberzeugung Wolfgang Fries. „Sie werden mir zugeben, meine Herren,“ so rief er mit schallender Stimme,„daß ich Costa Rica und die Ertragsmöglichkeiten inserer Besitzungen genau beurteilen kann. Nun, ich erkläre jetzt, daß mir der Bericht, den wir soeben gehört haben, gewaltig imponierte, und daß ich die scharfsinnige Beurteilung der wirtschaftlichen Verhältnisse des fernen Landes, sowie die durch sorgfältige Untersuchungen gewonnenen Angaben über die Bewirtschaftung unserer Plantagen ausnahmslos bestätigen kann. Ich bewundere die Schnelligkeit, mit der dieser kenntnisreiche Herr sich ein richtiges Urteil gebildet hat. Was nun die wichtige Frage der Vertrauenswürdigkeit betrifft, so habe ich durch Erkundigungen bei meinem verehrten Geschäftsfreunde Oldenpurg, ferner durch eine längere Unterredung, die ich mit Herrn Fries selber hatte, die Ueberzeugung gewonnen, daß er Charakterfestigkeit besitzt. Sie alle werden gleich mir durch seine Berichterstattung und Fragebeantwortung günstige Eindrücke gewonnen haben, was mir persönlich aber verheißungsvoll erscheint, das ist das Zutraueu, welches sein Chef in seine rechnerischen Fähigkeiten setzt. Ich habe es längst eingestanden und wiederhole es mit Beschämung, daß ich einen Menschen für die Stelle des Kassierers empfahl, der sich als ein Schurke entpuppte. Im Hinblick auf meine Vertrauensseligkeit werden Sie jetzt— das muß ich befürchten— meiner neuen Empfehlung Mißtrauen entgegenbringen. Ich bitte Sie aber zu bedenken, wie sehr ich nach einem—— wie soll ich ihn gleich nennen— nach einem Revisor von unbestechlichem Charakter schmachte, durch dessen Klarstellung mir endlich die Wafsen in die Hand gegeben werden, um schmähliche Verdächtigungen und Verleumdungen wirksam zurückweisen zu können. Um der Gerechtigkeit willen bitte ich sie, meine Herren, Wolfgang Fries zum Geschäftsleiter zu ernennen und die Buchführung sowie die Kasse in seine Hände zu legen. Des Konsuls Ansprache fand beifällige Aufnahme selbst bei denen, die ihm erallten. Er verfügte als Redner über einen deren Ton und die Haltung eines herzhaf...., den Kampf nicht scheuenden Mannes. Oldenpurg erklärte in scherzhaftem Tone, die Zuvorkommenheit des geehrten Vorredners habe ihn aus dem Konzept gebracht, aber doch ersreut, denn so sei ihm die Mühe erspart worden, einen eigenen Antrag zu stellen und zu begründen. Er wolle nur noch bemerken, daß er keinen jungen Kaufmann kenne, der sich des in ihn gesetzten Vertrauens würdiger gezeigt habe und der seiner Firma bessere Dienste geleistet habe, als Wolfgang Fries. Er bitte dringend, den soeben gestellten Antrag anzunehmen. Dies geschah einstimiig. auch wurde nach Oldenpurgs Vorschlag das Gehalt des neuen Leiters bemessen. Als dieser wieder in die Versammlung trat und deren Beschluß erfuhr, wurde sein gebräuntes Gesicht bleicher, aber er antwortete mit fester Stimme:„Ich nehme das Amt mit herzlichem Dank für das mir geschenkte Vertrauen an und verspreche ihnen, meine Pflicht zu tun.“ Bei der Untersuchung des Defizits der Gesellschaft zing Wolfgang gründlich zu Werke. Um eine feste Grundlage zu gewinnen, forderte er von Dr. Brendel, dem technischen Leiter der Plantagen, noch eine genaue Aufstellung der Jahresproduktionen und ihrer Verwertung. Nachbrutt verboten. Bis zum Eintreffen dieser Auskünfte aus Costa Rica übernahm er die auslündische Korrespondenz der Firma Oldenpurg. Der alte Handelsherr wies ihm ein Arbeirszimmer neben dem seinigen an. Dahin ließ er auch die Geschäftsbücher und Kasse der Plantagengesellschaft überführen. Fries hatte sich im Auslande Sprachkenntnisse erworben, die es ihm ermöglichten, jeden Auftrag seines Chefs zu dessen voller Zufriedenheit auszuführen. Durch die gemeinsame Arbeit aber bildete sich in kurzer Zeit ein intimer Verkehr zwischen dem durch seinen Patrizierstolz etwas vereinsamten alten Herrn und dem bescheidenen, Uernbeglerigen jungen Kaufmann heraus, dem es bald gelang, durch kluge Beurteilung schwieriger Fragen die Wertschätzung seines Chefs zu steigern. Eines nur befremdete diesen, und das war der tiefe, an Trauer streisende Ernst seines jungen Freundes. Eines Tages legte er seine Hand auf bessen Arm und sagte:„Was fehlt Ihnen eigentlich, lieber Fries? Ihre Stimme klingt matt, und das Lachen scheinen Sie ganz verlernt zu haben, dabei arbeiten Sie mit einem Eiser, als wollten Sie Gefahren abwenden. Haben Sie vielleicht — etwas Liebes in China zurückgelassen?" Errötend schüttelte der junge Mann den Kopf.„Nein, Herr Oldenpurg. Ich bin— Naturstimmungen leicht zugänglich. Hab' so lange unter einem heiteren Himmel gelebt, daß mich die nordischen Herbstnebel bedrücken. Mir fehlt die Sonne. Ein Strahl iener Sonne, die der verlegene Fries in Wahrheit vermißte, fiel acht Tage später in Gestalt eines duftigen Brieschens auf seinen Schreibtisch. Er kam von Melita und lautete: „Lieber Reisegefährte! Sie enttäuschen mich und Mama schmerzlich. Wir hatten gehofft— nein, sogar bestimmt erwartet—, unsere auf dem Wasser angeknüpfte Vekanntschaft werde sich auf dem Festlande zu einem Freundschaftsbunde entwickeln, statt dessen meiden Sie uns wie sengendes Feuer. Auch unsere liebe Nachbarin, Frau Laurens, wundert sich über Ihr Fernbleiven. Hat Sie etwas in unserm kleinen Kreise verstimmt, oder verletzt? Sind Sie am Ende gar erkrankt? Ihre Zurückhaltung beunruhigt mich, und ich bitte Sie herzlich, meine Befürchtungen durch Gewährung folgender Bitte zu zerstreuen: Papa wollte Frau Laurens und mich morgen in die Oper führen. Verdis„Aida“, die ich noch nicht kenne, wird aufgeführt. Nun ist soeben ein Telegramm eingetroffen, das Papa zu einer Reise nach London zwingt. Mama kann uns statt seiner nicht begleiten, weil sie die Theaterluft nicht verträgt. Da dachte ich mir, vielleicht wird unser gütiger Reisegefährte uns chaperonieren und uns durch sein Erscheinen von allen Befürchtungen befreien. Bitte, bedienen Sie sich des beiliegenden Logenbillets und treffen Sie uns im Vestibül des Theaters, sosern Sie es nicht vorziehen, uns aus der Villa abzuholen, und meiner Mama, die Sie sehr schätzt, guten Tag zusagen. Auf freundliche Erfüllung meiner Bitte zählend, grüßt Sie herzlich Ihre treuergebene Melita Wismar." Das Schreiben setzte den Leser in Verwirrung. Er fragte sich: Hat die Eisersucht dich so verblendet, daß du in jenen Blicken, die Melita mit Preyl austauschte, ein Liebesgefühl zu erkennen glaubtest, während vielleicht nichts anderes daraus sprach, als jugendiiche Mädchenschwärmerei für die Gesangskunst oder Dankbarkeit für Preyls poetische Hutdigung?— Wie aber, wenn dieser Brief nur ein Spiel der Koketterie einleitete?— Er rief sich Melitas ehrliche Augen und ihre sein Herz so warm berührende Sprache in die Erinnerung zurück, und sofort schwand dieser Verdacht. Nein, verteidigte er sie vor sich selber, ein Weib, das arglo= wie ein Kind in die Welt blickt, dessen ganzes Wesen Reinheit und Edelsinn atmet, kann nicht falsch sein! Zweifelnd lauschte er auf die geheimen Regungen seiner Seele, und seine Hoffnung richtete sich wieder auf, wie die junge Saar nach schweren Regengüssen. Ja, er wollte um ihren Besitz kämpfen, denn ohne sie war sein Leben wertlos. Telephonisch beantwortete er sofort den Brief mit einer Danksagung und der Angabe, daß er rechtzeitig in der Villa eintressen werde. Den Anstoß zu ihrem Entgegenkommen hatte das junge Mädchen aber durch ihren Vater erhalten. Dieser hatte eine Stunde vor der Abreise sein Töchterchen im Musikzimmer aufgesucht und sie an Preyls Seite gefunden. Das junge Paar war in eine so trauliche Unterhaltung verstrickt, daß es bei des Konsuls Eintritt erschreckt auffuhr. Der junge Mann entfernte sich bald, und der Konsul nahm seinen Platz ein. Mit ironischer Gelassenheit stellte er die Frage:„Wie weit sind— wenn ich fragen darf— deine Beziehungen zu diesem schönen Sänger und Mädchenfänger gediehen? Hat er dir bereits Herz und Hand angetragen?“ Melita schlug errötend die Augen nieder, überwand aber bald ihre schämige Verlegenheit. „Aber Papa! Julian ist doch kein Mädchenfänger. Er liedt mich— mich aulem.“ * Der Konful zog das Wörtchen sehr in die Länge:„Und welche Zukunft dai er dir in Aussicht gestellt?“ „Zukunst?“— Sie geriet abermals in Ver wirrung.„Um ehrlich zu sein, Papa“— jetzt glitt ein sorglosev Lächeln über ihr rosige: Gesicht—„betress der Zukunst du verstehft darunter wohl eine gesicherte Lebensstellung — haben wir uns noch nicht den Kopf v## ##.(Fortsetzung solgi * Ein politischer Prophet. Zu den verkannten Deutschen hat lange der berger Politiker und Volkswirt Friedich List gehört. Im Kampf gegen eine Welt, die seine weit vorausschauenden Ideen nicht begriff, ging er tragisch zugrunde. Heute hat seine Stunde geschlagen, und wir erkennen die Weite seines politischen Seherblickes. Seine üverail zerstreuten und vergessenen Aufsätze werden nun wieder neu gedruckt. Eine Abhandlung, die sein Prophetentugz,. peguper lich offenbart, sein letztes Wert„Ueber den Wert und die Bedingungen einer Allianz zwischen Großbritannien und Deutschland“ hat Dr. Otto Jöhlinger in den für staatsbürgerliche Bildung“ herausgegeben, die seit einiger Zeit im Rahmen von Reclams Universal-Bibliothek Es ist das Vermächtnis eines der größten und Edelsten des deutschen Volkes, das hier der Allgemeinheit zugänglich gemacht wird. List, der lange Zeit gegen England gekämpft hatte, beschreitet hier am Ende seines Lebens einen neuen Weg, indem er die Größe seines Vaterlandes durch eine Verständigung mit England erreichen will. Obschon damals— die Arbeit erschien erst nach Li Tode 1849— Deutschland für Greßbritannien kein solcher Wirtschaftsrivale war wie stäler,„so bestand Zechfang gewisse Konkurrenz, und List erkannte als Englaner Streben, daß es„Deutschland in den Rang einer englischen Agrarkulturkolonie zurückwerfen wolle.“ Er wollte sein Land aus der wirtschaftlichen Abhängigkeit von England befreien, und die Fortschritte in der Verkehrs= und Handelspolitik eröffneten ihm neue Ausblicke. 1864 war zum ersten Mal ein Dampfschiff zwischen Bremen und Neuyork gefahren; zu gleicher Zeit ging England damals zum Freihandel über. Da reisen in List Probleme, die der damaligen Zeit um ein halbes Jahrhundert vorauseilten. Er will den Landverkehr zwischen England und Indien über Deutschland führen; ih schwebte bereits das Anfangsstück der Bagoaobahn vor, deren Endstück er ebensalls vorausgesehen hat. Weil nach seiner Ansicht die höchsten Interessen beider Nationen zusammenfielen, sollten die beiden Länder miteinander gehen, und zu diesem Zweck entwarf er eine Denkschrift, seine letzte Arbeit, in der er eine Allianz zwischen Großbritannien und Deutschland vorschlägt. Stark betont er die jetzt wieder so sehr zutage tretenden feindlichen Absichten Frankreichs gegen Deutschland. 60 Jahren innerer Bewegungen und äußerer Kämpfe für Freiheit und Nationalgröße“, schreibt er,„ist der politische Organismus Frankreichs nichts weiter als eine Maschine, erbaut und zusammengesetzt zu dem Zweck, in dem europäischen Kontinent den Krieg zu machen, und sogar ihre letzten Eroberungen in Afrika sind von ihnen nur geschützt und genützt als Uebungsfeld, um Heerführer und Armeen zum Behuf künftiger Eroberungen auf dem Kontinent großzuziehen. Die Franzosen haben nie aufgehört und werden nie aufhören, den Rhein zur Grenze zu begehren. Die Annäherung zwischen Frankreich und Rußland, die für Deutschland so gefährlich ist, sieht List voraus, und es klingt direkt wie aus dem Jahre 1914, wenn er schreibt:„Frankreich und Rußland sind zueinander hingezogen, schon durch das Gefühl der Unzulänglichkeit ihrer Nationaleigenschaften, die zu ergänzen sind, indem sie den Kontinentalanteil der deutschen Rasse in sich aufnehmen.......... gf.un: 46. Tci. Das erste Ziel dieser Allianz isr kein anderes als das,— Deutschland zu unterdrücken oder doch es so weit zu unterwerfen, als es erforderlich ist, um die Deutschen dem gemeinschaftlichen Zweck der Allianz, der Bedrohung der englischen Suprematie in Europa wie in Asien, dienstbar zu machen.“ Aus diesem Grunde ist nach seinen Ausführungen Deutschland auf England, aber auch England auf Deutschland angewiesen.„Die Kraft Deutschlands ist die Kraft Englands, und die alte Regel, man soll teilen, um zu herrschen, ist nie auf eine falschere Weise angewendet worden, als von England in Beziehung auf Deutschland, weil England dadurch nur diejenigen schwächt, deren Stärke es dermaleinst zum Beistand zu rufen haben wird.“ List fand für seine Ideen die Unterstützung des damaligen preußischen Gesandten in London, Bunsen; er schickte auch seine Denkschrift an Friedrich Wilhelm IV., aber schließlich erfolgte auf seine Vorschläge nichts. Und das Ende vom Liede war der furchtbare Weltkrieg mit seinen verheerenden Folgen für Deutschland und die unheimliche Stärkung der Macht Frankreichs, das— Genua hat es wieder gezeigt— nicht ruhen und rasten wird, bis es die Ziele seines Sadismus und seiner maßlosen Eitelkeit erreicht hat. Interessant ist es jedenfalls zu sehen, wie ein klaver Kopf das alles schon Jahrzehnte vor dem Weltkrieg erkannt hat. haben den Wahlspruch:„Deutsches Lied und deutsche Kehle, klingen in des Volkes Seele, klingen in des Volkes Mark, macht es einig, frei und stark.“ Wir sind, seitdem wir in Deutschland reisen, viel mutiger geworden in unseren Nöten, denn überall sehen wir deutsche Arbeit, deutschen Fleiß und deutsche Kultur einsetzen, und so wollen wir gern in die deutsche Arbeit einklingen und mit deutschen Freunden das Lied singen, das ein österreichischer Dichter uns gesungen hat: Blut und Eisen mögen trennen, Was im tiessten Wesen gleich, Aber freie Geister kennen Keine künstlich=irdisch Schranken, Und im Reiche der Gedanken : Sind wir doch ein Volk und Reich. Die Reven wurden mit Aöhnstem Tetsall aufgenommen. ie Reden wurden mit lebhaftem Beifall ausge Die Wiener Gäste erfreuten die Anwesenden durch Darbietungen ihrer Kunst.— Abends gab der Wiener Männer= gesangverein in der Philharmonie sein erstes öffentliches Konzert unter Leitung seines Chormeisters Karl Luze. Der große Raum war bis auf den letzten Platz gefüllt und feierliche Stille herrschte, als die herrlichen Lieder eines Schubert, Reiter, Bruckner, Hegar ertönten, als „Litzows wilde Jagd“ durch den Saal brauste und innige alte Volkslieder die Herzen der Tausende mit Wehmut erfüllten. Prinz Eitel Friedrich hat gegen alle Zeitungen, die über die Zeugenvernehmung seiner Gemahlin, in dem vor einiger Zeit verhandelten Ehescheidungsprozeß Plettenburg unwahre Tatsachen behauptet haben, eine Beleidigungsklage angestrengt. Der Prozeß wird in allernächster Zeit vor dem Amtsgericht Potsdam beginnen. einem Besich der Stcter, Ostoraufens und der Schlachtfelder verbunden werden soll, ist Generalfeldmarschall v. Hindenburg in Pillau eingetroffen. Der Generalfeldmarschall, dem bei Empfang auf ostpreußischem Boden begeisterte Huldigungen dargebracht wurden, begab sich zunächst nach Schloß Preyl bei Königsberg. + Weitere Verschärfung im süddeutschen Metallarbeiterstreik. Bei den Verhandlungen zwischen den Gewerkschaften und dem Verband der Metallindustriellen für Hessen=Nassau, Hessen und die angrenzenden Gebiete wurden am Montag die Vorschläge der Arbeitgeber von den Gewerkschaften abgelehnt. Das deutet die Aussperrung von über 40000 Metall= arbeitern im Bezirk Frankfurt a. M., wozu auch Offenbach, Hanau, Darmstadt usw. gehören. Die Aussperrung sollte Montag abend bezw.. Dienstag früh in Kraft treten. Streikende Bäckermeister. In Stettin sind die Bäckermeister in den Streik getreten, weil der Magistrat den Preis für Markenbrot von 10 I nur auf 10,75§ heraufgesetzt hat, während die Bäckermeister 11 K forderten. Die Bäckermeister haben daraushin die weitere Herstellung von Markenbrot abgelehnt. Aus dem Neiche. + Der Reichsverband der deutschen Industrie hielt am Akonlag in Hamburg seine 4. Mitgliederversammlung ab, die aus allen Teilen des Reiches reich besucht war. Unter den Erschienenen bemerkte man neben den namhaftesten Angehörigen der deutschen Industrie u. a. Vertreter der Reichsregierung, der Reichsbank, der Länder, die führenden Mitglieder des Senats und der Bürgerschaft Hamburgs, Mitglieder des Reichstages, ferner Vertreter der deutschen Arbeitgeberverbände, des Deutschen dustrie= und Handelstages und zahlreicher Organisationen, sowie eine große Reihe von Ehrengästen. Der regierende Bürgermeister, Dr. Diestel, hieß in kurzer Ansprache die staatliche Versammlung mit herzlichen Worten im Namen des Senats der Stadt Hamburg willkommen. Nach der offiziellen Begrüßungsrede des Vorsitzenden des Präsidiums des Reichsverbandes der Deutschen Industrie, Dr. Sorge, der in längeren Ausführungen die wirtschaftliche Lage Deutschlands nach innen und außen beleuchtete, überbrachte Staatssekretär Müller die Grüße der Reichsregierung, die der Tagung alles Gute wünsche. Die Umstellung aus der Kriegswirtschaft in die Friedenswirtschaft sei so gut wie beendet. Von einer Kriegswirtschaft innerhalb der deutschen Industrie könne keine Rede sein. Die Produktion von Orieasmaterjal habe vollkaminen aufgehört. Aus aller Welt. + Zur Krise in der böhmischen Metallindustrie. Montag nachmittag fand in Prag eine Beratung der Fachzentralen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber der Metallindustrie statt. Es wurde einmütig beschlossen, die Verhandlungen zur Beilegung des Konfliktes in der Metallindustrie am 24. Mai unter Teilnahme von Vertretern der beiderseitigen Fachzentralen zu beginnen. + Michael Mayr, der ehemalige österreichische Bundeskanzler, ist am Sonntag in Waldneukirchen einem Schlaganfall erlegen. + Zum Untergang des englischen Dampfers„Egypt“ wird aus Brest weiter gemeldet, daß das Schiff an einer 119 Meter tiefen Stelle gesunken ist. Es beförderte eine beträchtliche Summe in Goldmünzen. Das Gepäck und die Schiffsbücher sind verloren, ein einziger Postsack nach Indien wurde gerettet. Kanonenboote und Schlepper befinden sich in der Gegend, wo der Dampfer gesunken ist. Die Exkaiserin Zita, ihre Kinder, ihre Mutter und das Gefolge, im ganzen etwa 38 Personen, trafen am Montag au Bord des Dampfers„Infantin Isabella“ in Cadix ein, wo die Exkaiserin von dem Flügeladjutanten des Königs, Obersten Obregon, empfangen wurde, der sie nach Madrid geleitete. Im Madrider Bahnhof erwarteten der König, die Königin, die Infantin Isabella und alle Kinder des königlichen Hauses die Extaiserin, die sich nach dem ihr eingeräumten Prado begab. dem Gerichtssaal. der deutschen Industrie könne keine Rede sein. Die Pi Burkion von Kriegsmatertar hade Vorriommen ausgehort. Der Wiederaufbau im Innern sei, wenn auch noch nicht abgeschlossen, so doch in gutem Fluß. Was die Beteiligung Tautschlands an der Waltwirtschaft hetreffe so syrach Pe Dentschlands un der Welrwirtschäft beiresse, so sprach Redner die Ueberzeugung aus, daß es der Tatkraft des hanseatischen Kaufmanns gelingen werde, Deutschland die alte Geltung wieder zu verschaffen. In Genua sei ein bemerkenswerter Fortschritt auf dem Wege der Befriedung Europas erzielt, und Genua sei ein bedeutungsvoller Meilenstein auf dem Wege dieses Wiederaufbaus der wirtschaftlichen Beziehungen. Nach weiteren Begrüßungsansprachen wurde im Curiohaus in die Verhandlung eingetreten. Freihändige Holzabgabe durch Oberförster. Der Landwirtschaftsminister hat mit Rücksicht auf die gesunkene Kaufkraft des Geldes mit rückwirkender Kraft vom Forstwirtschaftsjahr 1921 an verfügt, daß die Oberförster bis auf weiteres unter bestimmten Voraussetzungen befugt sein sollen, an einen Käufer im Laufe eines Jahres Holz bis zum Kaufbetrage von 3000 u(statt wie bisher 100 J6) freihändig zu überlassen. Ferner wird die durch eine ältere Verfügung den Oberförstern erteilte Ermächtigung dahin + Zur Ermordung Erzbergers. Die Ver andlung gegen den wegen Beihilfe zum Mord an Erzberger angeklagten Kapitänlentnant a. D. Manfred von Killinger ist, nach einen Meldung aus Offenburg, auf den 7. Juni festgesetzt. In den letzten Tagen ist noch die Frage geprüft worden, ob der Prozeß vor dem Schwurgericht oder vor der Strafkammer verhandelt werden sollte. Wenn er vor der Strafkammer verhandelt worden wäre, hätte die Anklage, wie die„Offenburger Zeitung“ meldet, nur auf Begünstigung lauten können. Den Vorsitz im Prozeß führt Landgerichtsdir gau, eeegsetlänger, + Im zweiten Reuhaldenslebener Lauofrievenvoruchprozeß wurde am Montag das Urteil gefällt. Es lautet gegen die Angeklagten Herrmann, Dörre und Schulz wegen einsachen Landfriedensbruchs auf drei Monate Gefängnis. Den Angeklagten wurde gegen eine Geldbuße eine dreijährige Bezfrist gewährt Der Angeklagte Tasemann wurde währungs gsfrist gewührt. Der Angerlagte Tasemann wurde Zubilligung mildernder Umstände wegen schweren Landfriedensbruchs und wegen Nötigung zu neun Monaten und einer Woche Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte Wiechmann erhielt zehn Monate Gefängnis. Die übrigen Angeklagten wurden freigesprochen. * Oberförstern erteilte Ermächtigung dahin erweitert, daß die Oberförster an unbemittelte Personen, die eine Armutsbescheinigung ihres Gemeindevorstehers vorlegen, Stock= und Reiserholz zum eigenen Brennbedarf bis zum Taxwerte von 100 56 für die einzelne Person und bis zu 20 v. H. unter der Taxe, jedoch nicht unter den Werbungskosten, selbständig abgeben können, wenn sich die Regierungen die Genehmigung zur Abgabe von Armenholz nicht ausdrücklich vorbehalten. + Einfuhr von Auslandszucker freigegeben. Mit * R ü c k s i c h t a u f d e n a u ß e r o r d e n t l i c h e n M a n g e l a n Z u r k e r, nt unter dem die Bevölkerung seit einiger Zeit in zunehmendem Rund um Berlin.# Maße leidet, hat das Reichsministerium für Ernährung und Ntaud um Terten. 5 Landwirtschaft die Einfuhr von Auslandszucker + Die Wiener Sänger beim Reichspräsidenten. bis auf weiteres freigegeben und den Herrn Reichskommissar ontag nachmittag empfing der Reichspräsident den Wiener: für Aus= und Einfuhrbewilligung ersucht, die Zollstellen zu tages, Loebe, als Vorsitzender des Oesterreichisch=Deutschen sicher erfreut rufen:„Es ist erreicht!“ Der deutsche Kons Volksbundes mit zahlreichen Freunden dieses Bundes, der ment aber muß nun den verschobenen deutschen Zucker, verösterreichische Gesandte, Riedl, Mitglieder des Reichsrates' teuert um die Schiebergewinne und um den Valutaaufschlag, und des Reichstages, sowr Vertreter der Literatur, Kunst,; zurückkaufen. Musik und der Presse. Der Reichspräsident hielt eine.. Erleichterungen im deutsch=polnischen GrenzMusik und der Presse. Der Reichspräsident hielt eine J. Erleichterungen im deutsch=polnischen Grenzlängere Ansprache, die er mit den Worten schloß:„Möge verkehr? Avi 29. April ist in Posen von dem deutschen Ihr Besuch das uns umschließende Band fester knüpfen Gesandten, Dr. Eckardt, und dem polnischen Vertreter, und zeigen, daß wir als Träger deutscher Kultur, Arbeit Grafen Szembek, ein deutsch=polnisches Abkommen über und Kunst weiter zusammen den Weg gehen wollen, der Erleichterungen des Grenzverkehrs unterzeichnet worden, durch das Dunkel der Gegenwart uns einer schöneren; das mit Austausch der Ratifikationsurkunden in Kraft tritt. führt.“— Der Präsident, des„Pgrcins. Das Abkommen stellt die Neufassung eines bereits im verGerichtsadvokat Dr. Krückl, dankte im Namen der Wiener; gangenen Jahre unterzeichneten gleichartigen Abkommens Sänger dem Reichspräsidenten für den freundlichen Will-(Har, gegen dessen Ratifizierung auf polnischer Seite Schwiekommen und führte aus: Seitdem wir 1906 in Berlin vigkeiten entstanden waren. paren, haben wir das deutsche Lied nach Amerika getragen, Pisteuen eusunren waren. an Weimars Fürstengruft, in Rom, und zuletzt Vermischtes. Himmelfahrtsblümchen. Während bei den ländlichen Freuden der Frühlings= und Sommerfesttage die Buben und jungen Burschen die Hauptrolle spielen, haben vor allem in den oberrheinischen Landstrichen— insbesondere in Baden in der sog. Markgrasschaft— die Mädchen an den Bräuchen des Himmelfahrtstages, der in diesen Gegenden„Uffarts“= oder„Uffertstag“, genannt wird, ausschlaggebenden Anteil. Sie führen in manchen Orten die weißgekleidete, bekränzte„Uffersbrud“(braut) durchs Dorf. Aus Eiern, Mehl und Aepfeln, die man ihnen dabei zum Geschenk macht, werden gemeinsam Kuchen gebacken. Neben den„Uffertsbräuten“ zeigen sich in anderen Gemeinden kleinere Mädchen mit Kränzen und Sträußen aus neunerlei Blumen, unter ihnen Sternblumen(Narzissen) und Vergißmeinnicht, die sie in die Kirche mitnehmen, um sie dann zum Schutz gegen Blitz und Unwetter unterm Dach des Hofes aufzuhängen. Auch in der Pforzheimer Gegend sichern„Himmelfahrtsblümchen“ das Haus vor Feuer. Die schwäbischen Mädchenscharen pflücken in der Frühe des Himmelfahrtstages, oft schon zu noch nächtlicher Stunde, die rötlichen und weißlichen Blüten des„Mausöhrles“, des Frühlingsruhrkrautes und flechten aus ihnen Kränze, die in Stuben und Ställen aufgehängt werden. In Graubünden waren es Glinzen (Ranunkelblumen), mit denen sich die Mädchen am Himmelfahrtstage schmückten. Die Auffahrtstagskränze wurden vielfach auch in der Kirche aufbewahrt und sollten Fruchtbarkeit bewirken. Die„Uffersbrud“ ist, wie Prof. Meyer in seinem Buche über das Volksleben ausführt, die niederdeutsche„Mai= oder Pfingstbraut", das elsässische„Maireseli“, die französische„Reine de Mai“ oder„de prin temps“. In der Zeit des Himmelfahrtstages werden vielfach Flur= und Bittgänge unternommen. Verdorren die an Christi Himmelfahrt der Prozession auf den Weg gestreuten Blumen oder Blätter, so rechnet man mancherorts auf einen guten„Heuet“(Heuernte). Besondere Bedeutung hat der Hagelfreitag, der Freitag nach dem Himmelfahrtstag, an dem da und dort nicht gearbeitet, sondern zu einer Kapelle in der Nähe gewallfahrtet wird. Vom Jungvolk wird ter alten Liebe zurückkehrt, haben wir auch mit München unsere Reise ins Reich wieder begonnen. Nach Deutschland( gedruckt.„—64 Baprenther Feßtfuiele nach dem Kriege og uns das Herz, und im deutschen Lied zeigt sich auch die: Die ersten Bahrenther Feuspiele nuch## 103, ikturgemeinschaft beider Länder, denn Zelter in Berlint werden nicht, wie beabsichtigt, 1923, bestimmt aber 1924 es gewesen, der zuerst die Sänger versammelt hat zu, stattfinden. Zur Aufführung werden„Parsisal“,„Meisterertaseln“, und in Oesterreich, in Salzburg, hat singer“ und der„Ring“ gelangen. das Männerquartett gegründet. Beide Stromes Besuch Hindenburgs in zusammen in ein und demselben Geiste Wir Sönger der Himmelfahrtstag selbst vielfach zu fröhlichen Wanderungen benützt. In Bürgeln, in der Gegend von Müllheim, ledertaseln“, und in Oesterreich, in Salzburg, hat singe ihdu uus Mannerquartett gegründet. Beide Stromes###ezuch Emdenburgs in Ostpreußen. Zu einem Beheu gufummen in ein und vemselben Geiste. Wir Sunger) such in Verwandten= und Bekanntenkreisen, der zugleich mit versammelte man sich vordem zu einem allgemeinen Morgengang, an dem auch Leute teilnahmen, die sonst das ganze Jahr hindurch nicht aus dem Dorf herauskamen. Bei allen Bräuchen nahmen die Mädchen nicht nur an den kirchlichen Feiern, sondern auch an den Lustbarkeiten des Tages teil, sich in erster Linie der„Himmelfahrtsblümchen“ von Herzen erfreuend, Wetun S B Regelmäßige Schwerter Hausfrau Aus dem Reiche Heimatdlätter. u L# Kinderzeitung. Unser haltungs- u. Nomand Sport und Curnen. Kunst u. Wissen.u Ge Nr. 124 Zum In wenig Wort Ist das Geheimn Für eil Neuigkeiten a Die deutsche Schutzp ibergeben. Lloyd George erhielt ertrauensvotum von Stimmen. Der italienische Au nach London fahren, u. as Uebereinkommen z ritannien zu Ende zu Chamberlain teilte Anfrage mit, daß die# lands in den Völkerbu den Wünschen und der selbst abhänge. Die Lage in Irland n Dublin herrscht gre Nach einer Meldung Präsident Harding den #ldt. Dieser überreis treiben. Der deutsche Reichst ach München begeben, hau zu besichtigen un assionsspiele in Overa Der erste Kongreß her Beamten= und An käule des Deutschen im gestrigen Sonntag. er Saalbau zu Esser klegerwald a. D. eröffr Außer in Deutschlar n jetzt unter Defizits ahnverwaltung #n z. B. hatten bis En einen Verlust von n. In Holland beträ Millionen Gulden, 20 sogar 3000 Millio In dem Städtchen ##t für jeden Luxu#ettenhund 100 M( bben eine„Schal Klassen von 800 bir ter der Gewerbest liges Glas Bier verl sigt die Schankkonzes 9000 4 Ausländische 31. August außer v der inländischen I sind eingeführt werd bis für rund eine Mi hangen. Der Zwisch Ar ausländischer Koh In Berlin wurde e her Eisenbahnt sre“ gegründet, der d Eisenbahn=Assistent en lassen will. Ministerialdirektor im preu. Landtag Rdwohlfahrt": Die le behandeln die dagogisch ein B. jüngere Schi bese.