Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises.— Goneralauzeiger für den Kreis Hörde. Verbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Dolkszeitung Schwerter Dolksblatt Amtliches Kreisblatt für den Kreis Hörde. Westhofener Zeitung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung Die„Schwerter Zeitung" erscheint werktäglich. n Hauptgeschäftsstelle, Druck und Verlag: Carl Braus. Celegr. Adr.: Braus, Schwerteruhr. Cel. 62. Dostscheck. Dortmund 2852 Verantwortiiche Schriftleitung: Kar! Richte:; Stadt und ProvinzSriedi. Kraas; sämtlich in Schwerte. Regelmäßige Beilagen: Schwerter Hausfrau und Mutter. Aus dem Reiche der Mode. Heimatblätter. n Lustiges Allerlei. Kinderzeitung: Unser Blatt. n Unterchaltungs- u. Romanbeilage. u Spiet, „Sport und Curnen. m Lebenebild. Runst u. Wissen. u Gartenratschläge. Nr. 111 Freitag, 12. Mai 1922. 55. Jahrgang Zum Geleit. Es ist schwer, den Gedanken zu ertragen, daß drei oder vier französische Advokaten das Schicksal von vierzig bis fünfzig Millionen Menschen entscheiden und, weil auch wir die gute Zeit, wo wir uns hätten helfen können, verschlummert haben, uns in unserer gewohnten Lebensordnung zu stören und, wie jener alte Räuber, mit Gewalt in ihr eisernes Bett zu legen und so lange an uns zu stümmeln und zu recken, bis wir so kurz oder so lang sind, als sie uns haben wollen. Wieland Gespräche unter vier Augen, IV(1798). Für eilige Teser. Neuigkeiten aus Nah und Fern. Der Papst nimmt in einem Brief an die Konferenz in Genua Stellung zur russischen Frage und ersucht um Aufnahme von drei bestimmten Forderungen in das Abkommen mit Rußland. * Der Präsident des Beard of Traide gibt bekannt, daß Deutschland seinen Verpflichtungen, die ihm der Vertrag von Versailles hinsichtlich der Ablieferung von Schiffen auferlegte, in zufriedenstellender Weise nachgekommen ist. * Wie italienische Blätter bereits mitteilen, wird Italien in das zwischen England und Frankreich in San Remo abgeschlossene Petroleumabkommen eintreten. * In amerikamischen Kreisen verlautet, daß nach der Konferenz von Genua eine wirtschaftliche Konferenz zwischen England, Holland und Rußland stattfinden werde, wo die Verteilung der Petroleumkonzessionen im Gebiet von Baku neu sgeregelt werden soll. * Ein französisches Büro in Wiesbaden wandte sich kürzlich an die Gemeindevertretung der Bazeorte Sylt und Juist wegen„möglichst billiger Aufnahme“ der in Deutschland weilenden Franzosen. Beide Gemeinden haben nun in ihrer Antwort sehr deutlich zum Ausdruck gebracht, daß ihnen französische Kurgäste nicht erwünscht seien, da ihre Anwesenheit nicht zur Erholung der abgearbeiteten Deutschen beitragen würde. * Auch die Schöpse werden immer teurer. Auf der letzten Bock=Auktion in Berlin wurden für 85 Zuchtböcke über vier Millionen Mark erzielt. Der Durchschnittspreis betrug 4000 cl. Die teuersten Tiere gingen für 150000, 160000, 175 000 und 190000 ck in andere Hände! * Nach dem Jahresbericht der Allgemeinen Ortskrankenkasse in Berlin für 1920 betrugen die Einnahmen rund 120 Millionen A gegen 48,5 Millionen in 1919. An Krankengeldern usw. wurden gezahlt 93.6 Millionen gegen 35 Millionen in 1919. Das Honorar der Aerzte betrug 14 Millionen gegen 5,2 Millionen, die Verwaltungskosten aber 15,9 Millionon gegen 6,8 Millionen. Das Vermögen der Kasse stieg um 22 Millionen gegen 5 Millionen in 1919. Es lassen sich allerlei Gedanken an diesen Rechnungsabschluß knüpfen. In Sondershausen wurde ein dreijähriges Mädchen von einer Ratte so sehr gebissen, daß es bald darauf starb. * Auf die Note der Botschafterkonferenz vom 14. März 1922, die den von Deutschland gestellten Antrag auf Tragung der Aufstandsschäden in Oberschlesien durch die Alliierten ablehnt und die Bezahlung durch örtliche Einnahmen fordert, hat Deutschland den Kabinetten in London, Rom und Paris eine neue Note zugehen lassen, in der zu einer erneuten Prüfung der Angeleheit aufgefordert wird. Heute beginnt die Tagung des Völkerbundrates mit einer öffentlichen Sitzung, in der das albanische Problem und die Danziger Frage zur Erörterung kommen. Auf Antrag des Landwirtschaftsministers wies das preußische Staatsministerium zur Beschaffung einer ausreichenden Menge von Futtermitteln für das notleidende Eifelgebiet und den Hunsrück Kredite bis zu 20 Millionen Mark an, die sofort zur Verfügung stehen. Zwischen England und Italien soll ein allgemeines Abkommen geschlossen sein, welches hauptsächlich die Interessen Italiens im Mittelmeer sichert. * Eine Reichsausstellung für kalonialwaren und Lebensmittel veranstaltet in diesem Jahre vom 5. bis 12. August in Hamburg der Reichsverband Deutscher kolonialwaren= und Lebensmittelhändler. * Neue Verhandlungen zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten sind angebahnt, die darauf hinaus gehen, nunmehr endgültig Mexiko von den Vereinigten Staaten anerkennen zu slassen. Es werden Mexiko verschiedene Bedingungen auserlegt, durch die man hofft, den Streit aus der Welt schaffen zu können. * Die Flucht des Oberleutnants zur Sec Boldt aus dem Gefängnis am 17. September 1921 beschäftigte am Montag das Hamburger Landgericht. Drei Gefängnisbeamte, zwei Gefängniswachtmeister und ein Bureaugehilfe waren beschuldigt, Boldt aus Fahrlässigkeit die Flucht ermöglicht zu haben. Sie wurden freigesprochen und die Erstattung der ihnen erwachsenen Auslagen der Staatskasse auferlegt. * Ueber 600 Vertreter der plattdeutschen Verbände in den Vereinigten Saaten werden zu einem Besuch der deutschen Heimat am 18. Mai mit dem Dampfer„Hansa" in Cuxhaven eintreffen und von einer Abordnung des Hamburger Senats und der Bürgerschaft empfangen werden. * Die„Daily Expreß" berichtet in einem Telegramm, daß der britische Bechamtrust Rechte erwarb, um in Moskau Häusergruppen zu mieten und wiederherzustellen. Genua. Lloyd George will die Konferenz zu Ende führen. London, 11. Mai. Dem Berichterstatter des „Daily Chronicle" zufolge muß die Genueser Konferenz erledigen: 1. Das Uebereinkommen mit Rußland, 2. dieegelung der östlichen Grenzen und 3. den Pakt.Man könne von einer Regelung oder einem Frieden in Europa nicht sprechen, bevor nicht die Anerkennung und die Festsetzung der Grenzen im Osten endgültig durchgesetzt sei. Der Korrespondent fährt fort: Lloyd George beabsichtige, die Konferenz unter allen Umständen zu Ende. zu führen. Lloyd George sei nicht allein in seinem Entschluß, sondern habe die Führer des größten Teiles Europas auf seiner Seite. Der Anleiheplan. Paris, 11. Mai.„Chicago Tribune“ schreibt: Nach dem Plane, der von der Entschädigungskommission günstig aufgenommen wurde, erhalte Deutschland möglicherweise eine Anleihe von 5 Milliarden Goldmark, die ihm die Möglichkeit gebe, sicheseiner am 31. Mai und in den nächsten Jahren fälligen Verpflichtungen zu entledigen. Der Plan sehe vor, daß die Kommission und alle Länder, die sich an der Anleihe beteiligen werden, Obligationen für 10 bis=20 Jahre erhalten, die Deutschland garantiert. Deutschland werde den Zinsendienst der Obligationen mit Hilfe der starken Industrietätigkeit und neuer Steuern gewährleisten. Man nehme an, daß die französische Regierung mit dem Plane einverstanden sei. Um die russische Antwortnote. Berlin, 11. Mai. Aus Genua wird gemeldet, daß die Russen mit ihrer Arbeit an der Antwort auf das englisch=italienische Memorandum noch nicht zu Ende gekommen sind. Sie arbeiten noch immer an der Glattung verschiedener Stellen, von denen zu befürchten wäre, daß sie bei den Empfängern der Antwort Anstoß erregen könnten. Hieraus darf der Schluß gezogen werden, daß man den Weg für weitere Verhandlungen nicht verbauen will. Keine Verwicklungen am 31. Mai. Paris, 11. Mai. In der gestrigen Sitzung der Senatskommission für auswärtige Angelegenheiten wurde zum Ausdruck gebracht, daß durch die deutsche Antwort alle Komplikationen, die man zum Verfalltage am 31. Mai vorausgesehen hatte, vermieden werden. * Russen ist da!“ Soeben erreicht uns noch folgende Drahtnachricht(nach Schluß der Redaktion eingegangen): TU. Genra, 12. Mai. Gestern nachmittag wurde die russische Antwort veröffentlicht. In der italienischen Delegation ist man von der Antwort nicht gerade sehr entzückt, einige Punkte könnten aber als Verhandlungsbasis angenommen werden. In französischen Kreisen ist man empört und sieht in der ganzen Antwoct nur eine gegen Frankreich und Belgien gerichtete Spitze. Lloyd George hat in der Antwort einen sehr wichtigen Punkt entdeckt, der befriedige, nämlich, daß Rußland den Frieden wünscht. Sobald die Delegationen mit der Prüfung der Note fertig sein werden, wollen de Facta, Lloyd George, Schanzer und Barthou konferieren und wenn diese Besprechungen abgeschlossen sind, auch die Vertreter der anderen Signatarmächte des Memorandums zu den Verhandlungen hinzuziehen, wahrscheinlich auch die russische Delegation. Feuergefährliches Petroteum. I. Ein Streitobjekt in Genua. Von den Franzosen ist bei den Streitereien in Genua viel Aufschen von dem angeblich hinterlistigen Verhalten Englands, das heimlich die Gesamtausbeutung der russischen Petroleumquellen in Batu zu erhalten suche, gemacht worden. Zu diesem Streit, auf den auch der belgische Widerstand gegen das russische Memorandum zurückgeführt wird, behauptet der Genueser„Secolo", daß zwischen England und Rußland kurz nach der Beendigung der Konferenz ein Abkommen unterzeichnet werden soll, für das schon jetzt alle Einzelheiten vorbereitet worden seien. Danach soll die Zone von Baku=Großny von zwei Gesellschaften des englischen Shelltrustes übernommen werden, der sich den Ausbau der Rohrleitungen und die Absatzhäfen gesichert haben soll. Die Russen würden das Recht auf 25 Prozent der Produktion erhalten, während das verbleibende Petroleum auf Rechnung des Trustes verwendet und verkauft werden soll. Dagegen dementierte der in Genua weilende Vertreter des angegriffenen Shelltrustes, Oberst Boyle, bereits mehrere Male, daß die Shell=Company einen Vertrag mit Rußland abgeschlossen habe. Uebrigens handele es sich nicht allein um die Petroleumfrage, sondern auch um die Manganerzfrage. Diese sei mindestens ebenso wichtig wie die Petroleumfrage. Die Shell=Company habe vor dem Kriege 30 Prozent Oel= und Manganerzfelder in Rußland besessen und sie verlange nicht nur dieses Eigentum zurück, sondern auch noch eine Entschädigung für die Zerstörungen. Es sei klar, daß die Shell=Company aus diesem Grunde ein Interesse daran habe, welches Abkommen die englische Regierung mit Rußland abschließen werde. Deswegen sei er in Genua. Sobald ein mit Rußland abgeschlossenes Abkommen vorliege, das die gefahrlose Wiederaufnahme der Beziehungen ermögliche, sei die Shellgruppe vorbereitet, auch ihrerseits sofort die Beziehungen zu Rußland wieder aufzunehmen. Im übrigen sind in dieser Beziehung auch die Franzosen und Amerikaner am Werke. Vertreter der amerikanischen Standard=Oil=Company, an der auch französische Interessen beteiligt sind, und die schon sowieso fast den gesamten Weltpetroleummarkt beherrscht, weilen gleichfalls in Genua. Im übrigen hat sich diese amerikanische Gesellschaft genügende Beteiligung bei den Nobelwerken, denen bekanntlich die Quellen von Baku im Grunde genommen gehören, gesichert. Es hat also eigentlich keine der beiden streitenden Parteien der anderen etwas vorzuwerfen. Dutschlands Petroleumansprüche. TU. Genua, 12. Mai. Stark beachtet wurde gestern in Entenkreisen der Konferenz die Ankunft des deutschen Petroleumsachverständigen Direktor Lehnert. Tazu kommt auch, daß Italien einen 15prozentigen Anteil an der Petroleumausbeutung beabsichtigt. Es treten jetzt immer deitlicher einzelne Vorteile des Bertrages von Rapallo in den Vorbergrund, benn es ist allen Konserenzteilnehmern klar, daß die deutschen Aasprüche zur Deckung des deutschen Petroleumbedarfs in erster Linie berücksichtigt werden müssen. * II. Niesenbrand auf den Petroleumfeldern von Bakn. Berlin, 11. Mai. Nach Meldungen aus Konstantinopel ist auf den Petroleumfeldern von Baku ein Riesenbrand ausgebrochen. Es sind übermenschliche Anstrengungen notwendig, um eine Ausbreitung auf den gesamten Distrikt von Surockbanski zu vermeiden. Mehrere Brunnen sind bereits vollständig zerstört. Man glaubt, daß die revolutionären Sozialisten den Brand verursacht haben. das Streikrecht der Beamten. Deutscher Reichstag. Berlin, 12. Mai. (Sitzung vom 11. Mai.) Das Reichsparlament setzt die 2. Lesung des Reichsverkehrsetats fort. Geheimrat Dr. Quaay von der Deutschen Volkspartei bringt zahlreiche sachliche Beanstandungen des gegenwärtigen Zustandes der Eisenbahnen vor und glaubt, daß in diesem Jahre die Bahnen ein Defizit von einigen 20 Milliarden haben werden. Er teilte also durchaus nicht den Optimismus Groeners. Das deutsche Verkehrswesen sei seiner Aufgabe im vorigen Winter nicht gerecht geworden. Die Verwaltung müsse nach kaufmännischen Grundsätzen reformiert werden. Ihm wie den anderen Kritikern tritt der Reichsverkehrsminister Groener entgegen. Er betont nochmals seinen Optimismus, den er dem Pessimismus seiner Vorredner entgegenstellt. Der Zustand der Reichsbahnen sei bisher nicht rosig. Aber berücksichtige man, daß die einzelnen Wagen infolge der Valutaverschiebung und der Ablieferungen auf Grund des Friedensvertrages bedeutend mehr leisten müßten. als früher, berücksichtige man bei einer Gegenüberstellung auch die Gebietsverluste, die wir erlitten haben, so seien die Vorkriegsleistungen erreicht. Das Defizit von 16,5 Milliarden habe das Reich von den Ländern übernommen. Der Minister meint, das Jahr 1922 werde günstiger abschneiden. Der Minister kommt dann auf die Personalpolitik zu sprechen, die die größten Schwierigkeiten mache. Durch das Eisenbahnfinanzgesetz solle die Verwaltung selbständiger gemacht werden. Ein neuer Entwurf hierzu werde jetzt ausgearbeitet. Die Verhandlungen über die Dienst und Ruhezeit schweben und werden hoffentlich zu einem befriedigenden Ergebnis führen. Ein Streikrecht der Beamten besteht nicht. Dr.=Ing. Wieland(Dem.) bringt gleichfalls wie die übrigen bürgerlichen Redner zahlreiche sachliche Leschwerden und Beanstandungen vor, die sich auf die mangelhafte Bewältigung des Verkehrs, auf technische Mängel, auf die andauernden Tariferhöhungen usw. beziehen. Von größt möglicher Sparsamkeit und von der dazu gehörenden richtigen Regelung der Arbeitszeit erhofft er Besserung. Auf einzelne Beschwerden des Vorredners ein gehend, erklärt Reichsminister Groener, daß täglich mindestens 3000 Wagen zur Abfuhr der Haldenbestände des Ruhrreviers gestellt werden sollen. Er erklärt ferner, daß für die Reisezeit die Personentarife nicht erhöht werden, und spricht für die gemischt=wirtschaftliche Betriebsform. Abg. Aufhäuser(US.) wende sich gegen die Versuche, die„Eisenbahnen dem Privatkapital auszuliefern“. Er bespricht dann Personalfragen, wendet sich gegen Disziplinierungen und bejaht das Streikracht der Beamten. Ziemlich spät erst vertagt man sich auf Freitag. Freispruch im Prozeß um die Eisnerschen Fälschungen. München, 11. Mai. In dem Beledigungsprozeß des früheren Privatsekretärs Eisners, Felix Fechenbach, gegen den Herausgeber der„Süddeut schen Monatshefte“, Prof. Coßmann, den Schrift leiter der„Münchener Neuesten Nachrichten", Emanuel Müller, den Schriftleiter des„Bayeri schen Kuriers". Oberhuber, und den Schriftleiter des„Bayerischen Vaterlandes", Dr. Adelmaier, wurde durch Urteil des Schöffengerichts die ersten drei Beklagten von der Anklage des Vergehens der üblen Nachrede freigesprochen, während Adelmaier, bei dem das Gericht die Absicht der Beleidigung als erwiesen erachtet, zu einer Geldstrafe von 500 Mark bezw. 10 Tagen Gefängnis verurteilt wurde. Der Privatkläger Fechenbach hat die kosten des Verfahrens gegen sich zu übernehmen. Das Urteil gegen Adelmaier kann der Privatkläger auf Kosten des Betlagten im„Bayerischen Vaterland“ veröffentlichen. In der Urteilsbegründung wird hervorgehoben, daß die Veröffentlichungen Eisners als Fälschungen im wahren Sinne des Wortes zu betrachten seien, was sich auch aus den Ansichten der ver schiedenen Sachverständigen ergebe. Auch Professor Guidde halte die Veröffentlichungen in höchstem Maße für anfechtbar, ebenso hat der Anwalt des Klägers zugegeben, daß es sich um eine Fälschung im objektiven Sinne handle. Die Veröffentlichungen Eisners seien eines der Hindernisse im Kampf gegen die Behauptung von Deutschlands Alleinschuld am Weltkriege, einer Behauptung, die auch der Privatkläger nicht aufrecht erhalten kann. Die Aeußerungen von Professor Cotzmann, Müller und Oberhuber seien sachlich gehalten gewesen. aber, den Streik vorbereitet zu haben. Wie Menne in der Verhandlung erklärte, sei der Vorstand der Reichsgewerkschaft von den Beamten im Reiche aufgefordert worden, den Streit zu organisieren, alls diese nicht selbst Teilaktionen unternehmen sollten. Erfurt, 11. Mai. In dem Disziplinarverfahren gegen Menne usw. fällte heute die Disziplinar lammer nach langen Beratungen das Urteil dahin, daß den drei Angeklagten der gute Glauben nicht beigemessen werden könne, daß der Streik für sie berechtigt sei. Durch Verfügung der Regierung und des Reichsverkehrsministers habe kein Zweifel darüber bestanden, daß jeder beabsichtigte Streik verboten sei. Bei der schweren Schädigung, die das Reich durch den Streik erlitten habe, sei es nicht möglich, auf eine andere Strafe als auf Dienstentlassung zu erkennen. Die drei Angeklagten werden deshalb ohne Zugeständnis irgendwelcher Ansprüche aus dem Staatsdienst entlassen. Schwerte, 12. Mai. Erinnerungen. 1796 Auflösung der Republik Venedig nach 1350jährigem Bestehen. 1845 Der Dichter Aug. Wilh. von Schlegel gest. 1881 Tunis wird Vasallenstaat von Frankreich. ** Der Witterungsumschlag ist durch eine Um gestaltung der Luftdruckverteilung verursacht. Der kern des Hochdruckgebietes hat sich nach den bei tischen Inseln verschoben, während gleichzeitig ein über den skandinavischen Inseln oefindliches Ti.f sich südwärts ausbreitet. Dies fuhrte gestern zu einer Abkühlung der Temperaiut. Wie die Weterdienststelle Essen mitteilt, ist in den nächsten Tagen Nachtfrostgefahr nicht ausgeschlossen. Das sind ja schöne Aussichen! Die Maiglöckchen tommen zur Blüte! Aus dem Staatsdienst entlassen. Erfurt, 12. Mai. Heute vormittag begann in Erfurt das Disziplinarverfahren gegen die beiden Vorsitzenden der Reichsgewerkschaft deutscher Eisenbahnbeamter Ernst Menne und Louis Thieme, sowie gegen den Vorsitzenden der Fachgewerkschaft (technische Beamte) Diblik. Die Anklage legt den drei Beschuldigten zur Last, daß sie die ihnen obliegenden Pflichten gröblich verletzt und den Ausbruch des Eisenbahnerstreiks verursacht haben und für die Verlängerung des Ausstandes eingetreten sind. Die drei Beschuldigten geben zwar zu, an dem Streik beteiligt gewesen zu sein, bestreiten imssauneeneeersenennent Martin Salander. Roman von Gottfried Keller. 75.(Nachdruck verboten.) Im Geschäftshause angekommen, unterhielten sie sich zuerst mit den Angestellten, die Arnold fteundschaftlich grüßte, und besprachen im allge meinen dies und jenes, was der Tag brachte oder in letzter Zeit ausgeführt worden. Dann begaben sich Vater und Sohn in Martins besonderes Zimmer, um in ausführlicher Unterredung Stand und Zukunft des Hauses gründlicher zu erörtern, als es in Briefen geschehen konnte. Neues trat hier bei nicht viel zutage, wenn es nicht etwa die Schlußfrage war, ob nicht die Geschäfte, die Unter nehmungen bei so befriedigendem Gange auszu dehnen und ein gewisser Aufschwung zu wagen sei? Es war Martin, der die Frage aufgeworfen und den Sohn aufmerksam und mit vollem Ver trauen ansah. Arnold bedachte sich oder hielt vielmehr mit der Antwort zurück, welche er nicht zu suchen brauchte. Er spielte indessen mit dem Muster einer neuen Goldwage, die man auf des Vaters Tisch gestellt hätte. „Es hängt von dir ab, lieber Vater!“ sagte er endlich,„ich arbeite gern mit unter deiner Lei tung!“ „Nein, von dir hängt es ab!" erwiderte Mar tin,„du bist der Sohn und Erbe, dessen die Zukunft ist!“ „Der Nachdruck der Frage liegt in dem Worte „wagen“, das du gebraucht hast; ob eine Ausdehnung zu wagen sei!“ fuhr Arnold fort,„wir stehen hart an der Grenze, wo dies ganz richtig gesind noch zierlicher als die Schneeglöcklichen und als Sträußchen sehr beliebt und begehrt. So schön sie auch sind, eins ist nicht zu vergessen: das Mai glöckchen enthält Gift! Man soll es daher nicht in den Mund nehmen, das Gift in den Stengeln rufr Bläschen oder Ausschlag auf den Lippen hervor. ** Die Zahl der Erwerbslosen. Nach dem Stande vom 10. April empfingen in Westfalen und Lippe insgesamt 136 Personen Erwerbslosenunterstützung. Hierin ist die Zahl der Erwerbslosen, die Unterstützung auf Grund des Tabaksteuergesetzes beziehen, nicht enthalten. Erwerbslose, die keine Unterstützung veziehen, waren bei din öffentlichen Arbeitsnachweisen insgesamt 3863 Personen gemeldet. Davon entfällt etwa ein Drittel auf die ungelernten Kräfte. ** Preuß. Staatslotterie. Das große Ereignis bildet die völlige Neugestaltung der Staatslotterie, deren neuer Plan Riesengewinne aufweist. Ueber 360 Millionen Mark werden in der 20.(246) Lotterie ausgespielt. Sie hat sich damit der fortschreitenden Geldentwvertung angepaßt, um den Ansprüchen der Spieler Rechnung zu tragen. Die außerordentlich starte Nachfrage nach Losen erforderte eine abermalige Vermehrung der Lose wodurch die Preuß. Staatslotterie nunmehr insgegesamt 720000 Lose mit 325000 Gewinnen und 4. Prämien umfaßt. Dieser enorme Riesenerfolg, wie ihn keine andere Staatslotterie aufzuweisen hat, wurde durch den außerordentlich geschickten Aufbau des Spielplanes erreicht. Höchstgewinne: 2 Prämien zu 750000, 2 Prämien zu 250000, 4 Gewinne zu 500000, 4 Gewinne zu 300000 Mark, 4 Gewinne zu 200 000, 4 Gewinne zu 100 000. Künftige Höchstgewinne; 2 Prämien zu 1000 000, 2 Prämien zu 500000, 4 Gewinne zu 1000000, Gewinne zu 500000, 4 Gewinne 300000, 4 Gewinne 200000, usw. Höchstgewinn im günstigsten Falle auf ein Doppellos: bisher 3 Millionen, künftig 5 Millionen Mark. Es ist selbstverständlich, daß sich auch der Lospreis dieser Geldentwerlung anpassen mußte, der aber im Vergleich zu anderen Staatslotterien immer noch ein recht mä ßiger zu nennen ist. ** Der Wirt und seine Gäste. Des öfteren besteht in den Kreisen der Gäste die Ansicht, und diese wird dann in schärfster Form vertreten, daß der Gastwirt unter allen Umständen verpflichtet sei, jedem Gast Speisen und Getränke zu verab folgen. Das trifft nicht zu, Das Mitteilungsblatt des Deutschen Gastwirt=Verbandes schreibt dazu:„1. Ein Gastwirt ist nicht verpflichtet, einem Gaste, den er in seinem Lokale nicht dulden will, Speisen oder Getränke zu verabfolgen. 2. Der Gastwirt kann diesem Gaste das Lokal verbieten. Verläßt letzterer darauf die Räume nicht, so macht er sich des Hausfriedensbruchs schuldig und kann mit Gefängnis bis zu 3 Monaten oder Geldstrafe bis zu 300 Mark bestraft werden. Natürlich darf die Ausweisung nicht in beleidigender Form geschehen.“ ** Umsatzsteuer von möblierten Zimmern. Ueber die Umsatzsteuerpflicht bei Vermietung ein gerichteter Räume durch Privatpersonen hat der Reichsfinanzhof ein wichtiges Urteil gefällt. Der Gerichtshof billigt die Rechtsauffassung, daß die geldliche Vermietung eingerichteter Räume durch Privatpersonen eine gewerbliche Tätigkeit im Sinne des Umsatzsteuergesetzes darstellt, wenn sie auf die Dauer berechnet ist. Sie unterliegt auch dann grundsätzlich der Steuer, wenn die Vermietung durch die Zwangswirtschaft veranlaßt ist. Es kommt dabei nicht darauf an, ob ein Gewinn erzielt werden soll. Die Dauer, auf die die Tätigkeit gerichtet ist, braucht nicht unbegrenzt zu sein, vielmehr kann sich die Absicht, tätig zu sein, auf eine ganz bestimmte Gelegenheit von vornherein unbegrenzten Zeitdauer stellen, z. B. auf die Dauer der Wohnungszwangswirtschaft. Weil er den Steuerbeamten beleidigt hatte! Vei der Abgabe seiner Steuererklärung beleidigte der Friseur S. von hier den Beamten des Finanzamtes mit einem Schimpfwort. Auf Antrag des LandesFinanzamtes Münster war gegen S. ein Strafbefehl von 300 A ergangen, wogegen der Angeklagte Einspruch erhoben hatte. In der Verhandlung vor dem Schöffengericht versuchte der Beschuldigte glaubhaft zu machen, daß er nicht den Beamten, sondern das Steuersystem habe mit dem beleidigenden Ausdruck treffen wollen. Das Gericht verwarf den Einspruch und erkannte auf die im Strafbefehl festgesetzte Strafe von 300 K. ** Die Viehseuchen in Westfalen. In der Zeit vom 15. bis 31. März ist die Zahl der in Deutschland von der Maul= und Klauenseuche befallenen Gehöfte von 1654 auf 1773 gestiegen. Prozentual bedeutend mehr gestiegen ist sie in der Provinz Westfalen, wo die verseuchten Gehöfte am 31. März 92 betrugen gegenüber 52 am 15. März. Von den 92 verseuchten Gehöften entfallen auf den Reg.=Bez. Arnsberg 51, darunter Altena 13, Hagen1, Schwelm 1, Siegen 3, Witten Stadt 2. Die Räude der Einhufer ging in Deutschland von 584 auf 576 verseuchte Gehöfte zurück. Im Reg.=Bez. Arnsberg waren davon 9 verseucht. Die Schweineseuche und Schweinepest hat wieder zugenommen und zwar betrugen in Deutschland die davon betroffenen Gehöfte am 31. März 542 gegenüber 494 am 15. März. Ganz gewaltig zugenommen hat diese Seuche in der Provinz Westfalen, und zwar stiegen hier die verseuchten Gehöfte von 24 auf 92, im Reg.=Bezirk Arnsberg allein in der Berichtszeit von 10 auf 77. ** Aplerbeck, 11. Mai. Eine Protestversammlung gegen die Anstellung eines besoldeten Amtsbeigeordneten fand im Saale Offenberg statt, die außerordentlich stark besucht wak. Schon längere Zeit war die Notwendigkeit anerkannt worden, den mit Amtsgeschäften überbürdeten Amtmann zu entlasten und es wurde daher die Stelle eines besoldeten Amtsverordneten geschaffen, die später dem Amtsverordneten Dimieck übertragen wurde, dessen Wahl in diesen Tagen die Bestätigung der Regierung gefunden hat. Nach längerem Referat Conradis aus Witten, in dem die Notwendigkeit der Anstellung eines besoldeten Amtsbeigeordneten bestritten und für Beibehalung der unbesoldeten Stelle eingetreten wurde, gelangten auch Verreter gegnerischer Ansicht zum Wort. Schließlich brachte der Vorsitzende eine Resolution zur Verlesung, über die aber nicht abgestimmt wurde, sondern zu der Unterschriften gegeben werden können. Stadtverordnetensitzung. Schwerte, 12. Mai. Wiederwahl des Herrn Bürgermeister Rohrmann. Ein für die Entwicklung unserer Stadt äußerst wichtiger Gegenstand beschäftigte unsere Stadtväter und=Mütter in ihrer heuigen Sitzung: Die Wahl des Stadtoberhauptes. Da die zweite Amtsperivde des Herrn Bürgermeister Rohrmann mit dem 15. März nächsten Jahres abläuft, mußte das Kollegium schon jetzt zu der Neuwahl Stellung nehmen. Wie nicht anders zu erwarten war, hat die Stadtverordnetenversammlung dem bisherigen Leiter unseres aufblühenden Gemeinwesens erneut das Vertrauen aller Fraktionen des Rathauses ausgesprochen und ihn mit 23 von 24 anwesenden Vertretern der Bürgerschaft wiedergewählt. Die fast einstimmig erfolgte Wiederwahl wird sicherlich in allen Kreisen der Bürgerschaft größte Befriedigung auslösen. Herr Bürgermeister Rohrmann, von Herrn Jöckel von seiner Wiederwahl in Kenntnis gesetzt, dankte dem Kollegium für das ihn erneut bewiesene Vertrauen und schöpfte daraus den Mut für weiteres ersprießliches Arbeiten zum Wohle der Stadt. Er klebe, wie er ausführte, nicht am Amte, sondern suche nur in der Arbeit seine Befriedigung. Gewiß habe es hin und wieder Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und dem Kollegium gegeben, aber immer habe man sich zu sammen gefunden auf dem Boden der Sachlichkeit und zum Wohle der Stadt das Beste erstrebt. Daß dieses auch in Jukunft der Fall sein möge, sei sein sehnlichster Wunsch. Die übrigen Puntte der Tagesordnung wurden schnell erledigt. Zum Vertreter des preußischen Städtetages am 26. und 27. Mai in Goslar wurde Herr Frage gewählt und zu Vertretern auf dem Reichsstädtebund, der am 31. Mai und 1. Juni in Oeynhausen stattfindet, die Herren Otten, Fabisch und Möhle. Mit der Niederschlagung des an die Sozialrentner gezahlten Vorschusses und dem Verzicht auf Rückerstattung der den Kleinrentnern gewährten Beihilfen erklärte sich das Kollegium einverstanden. sagt ist, d. h. wo man, um Mehreres zu tun, einen Teil des Gewonnenen, vielleicht schließlich alles aufs Spiel setzen muß. Für meine Person, muß ich gestehen, habe ich drüben, jenseits des Wassers in stillen Augenblicken mehr als einmal nachgedacht, wie weit wir denn eigentlich gedeihen wollen in unserm Erwerb? Wollen wir in der Tat kleine Nabobs werden, die entweder ihr Leben ändern oder den weit über ihre Bedürfnisse reichenden Mammon ängstlich vergraben müssen und in, beiden Fällen vor sich selbst lächerlich sind? Zudem bist du ja Politiker und Volksmann, ich bin meines Zeichens Geschichtsfreund und Jurist; es steht also uns beiden besser an, wenn wir in schlicht bürgerlichen Verhältnissen und Gewohnheiten bleiben, wie du es bis jetzt so musterhaft getan hast. Vergib, das ist mein Gefühl! Ich empfinde auch einiges Heimweh nach meinen Büchern und müßte bei allfällig rapidem Anwachsen des Geschäfts mehr Zeit mit dem Kurszettel in der Hand und auf der Börse zubringen, als mir lieb wäre!" „So laß uns“, sprach Salander,„das Geschäft so lassen, wie es jetzt ist, laß uns aber in dieser Stunde geloben, daß wir das Land und Volk nie verlassen wollen, es mag beschließen, was es will.“ „Das kann ich wohl geloben!“ antwortete der Sohn, den Handschlag des Vaters erwidernd,„höhere Gewalt immerhin vorbehalten!" „Was meinst du damit?“ „In diesem Fall zum Beispiel eine völlige Ent artung!" „Das kann ja die schönste reservation mentalis werden!" „Nun, also hhne Vorbehalt! Es würde doch chez nous vomint partont sein!“ „Und was das Geschäft betrifft,“ fügte er bei, „so lassen wir es einstweilen veim alten!“ Kaum waren diese Dinge abgetan und die Männer im Begriff, jeder an eine Beschäftigung zu gehen, so klopfte es, und der unglückliche Wohlwend trat herein, die schöne Myrrha am Arnie führend. „Verzeih, alter Freuno,“ rief er,„deß wir d.ch so unvorgesehen überfallen! Da mache ich mt meiner Schwägerin einen Gang durch die Stadt und vernehme plötzlich, daß der Herr Sohn heimgekehrt sei. Und wie wir hier a# oar Haus kommen, sag' ich,wir wollen eines Sprung hinauf tun, du kannst immer mit tommen, und den Herrn in frischer Tat begrüßen! Se#en Sie auch uns bestens willkommen, Herr Arnold, so heißen Sie ja doch?“ Vater und Sohn waren wie vom Blitz getroffen. Keiner ergriff die dargebotene Hand, aber keiner wußte ein Wort zu sagen, noch weniger brachten sie es über sich, den Mann in Gegenwart des so rührend schönen Frauenzimmers schroff abzuweisen. Endlich ermannte sich Martin Salan der, indem er den alten Freund sachte beiseite zog und leise zu ihm sagte: „Sie entschuldigen, Herr Wohlwend, daß wir Sie jetzt nicht sprechen können] Wir sind, wie Sie leicht begreifen, dringend beschäftigt!“ „Sie?“ murmelte Wohlwend stutzend, und trat sogleich weiter zur Seite,„was soll das heißen?“ „O nicht even viel!“ versetzte Martin verlegen und doch sonderbar gereizt, daß der böse Geist die gefährliche Person vor die Augen des Sohnes brachte.„Die Verhältnisse ändern sich zuweilen; ein geeigneter Aufschluß wird sich wohl finden la sen, für heute, wie gesagt, müssen wir Entschuldigung verlangen, wir sind wirklich sehr beschäftigt!" Er hätte tein härteres Wort über die Lippen gebracht, weil Myrrha, nach welcher er einmal hinschielte, ein inniges Mitleid von neuem erweckte. In seiner Verlegenheit schritt er neben Wohlwend an der Wand auf und nieder, während er seine abgebrochenen Worte sprach, und Wohlwend schritt beharrlich neben ihm her, schweigend, böse Blicke schießend, auch nach den jungen Leuten spähend und den Aufbruch nicht wagend, weil er nicht wußte, wie der sich gestalten würde. Indessen war Myrrha verlassen im Zimmer gestanden, ratlos blickend und zuletzt zitternd, als Arnold sie überrascht betrachtete. Nun bat er sie gefällig, sich zu setzen, und nahm selbst einen Stuhl. „Sie sind aus Ungarn, mein Fräulein?" fragte er sie mit unwillkürlicher Teilnahme, um etwas zu sagen. Wiederum zitternd schaute sie ihn an und erwiderte mit erwachendem Vertrauen: „Ja wahrlich aus Ungarn, Königreich! Aber Schwager Volvend=Glavicz hat nicht wahr gesagt, nicht jetzt auf der Straßen, schon gestern abend hat gewußt, daß gnädiges Herr angekommen sind! Aber entschuldigen Sie, er hat nur vergessen!" „Und wie lange leben Sie schon hier?“ „Glaub' ich, zwei Jahr', oder eines, bitt' ich um Vergebung, ich weiß es nicht sicher!“ „Und wie gefällt es Ihnen denn in der Schweiz?“ fuhr er etwas verblüfft fort und sah sie genauer an. (Schluß folgt). Aus den Dortmund, 11. Spielhölle. In d nachts eine Spielhöll men wurde als Leiter mann. Dortmund, 11. Ma Vereinsbau. Wi westfäl. Kohlensyndita Gesangverein 1 Milli lehen auf 99 Jahref Eintracht=Hauses auf Dortmund, 11. 2 Das jetzt Gebotene reich, auch gegen die me. Marrder und E lungen mit ihren gut in Farbe und Lebei humoristische Akrobat Leistungen am Reck. dem Kontrabaß, erfre Fraß, sächs. Humoris keit die Lachmuskeln Ganz besonders sei bewunderungswürdig vorgehoben. Einen Abend durch Clown Hunden und Affen. Waltrop, 11. B Pferd. Der Ber aus Henrichenburg besitzer in Ickern ein sich auf dem Heimw Waltrop nach Oberw er plötzlich von dem Pferde und fiel geg fährender Kraftwag werten schleunigst wo er kurz nach der littenen schweren in ist. Gevelsberg, 10. 2 Auto. Der Fabrik wegen fahrlässiger 2 kammer zu verantwe traurigen Fall im am Strandbade, bei arbeiters Schmidt auf der Straße m von D. selbst gefü Schmidt bei Seite umriß. Die Kinder wurden getötet. A sich auch vor der S# Aus dem Im Bereich Synode Berlin April 1922 465 evangelische Lan Im Bereich! neuerdings 126 senen und Kinde Landeskirche zu gestellt wurde, Kirchengemeinde gerade in letzter Der 2. 9 der nach Geneh von Paderborn Katholikentag lich in diesem Gelsenkirch gedanke„Die E für Erneuerung Volkes“ zugru mittag des Soi der Männer= ur Industriebeztrht Uhr mehrere schließen werde S getreten ist i Oberkirchenrat in Schweri: Gebiete der Theologie fach 290 Jahr=FAm 17. Brüdergemein Als Jubiläum: gedacht. Den nur die Tre Milsionsorbei Aus den Provinzen. Dortmund, 11. Mai. Ausgehobene Spielhölle. In dem Hause Burgwall 9 wurde nachts eine Spielhölle ausgehoben. Festgenom men wurde als Leiter des Unternehmens ein Kauf mann. Dortmund, 11. Mai. 1 Million für einen Vereinsbau. Wie verlautet, hat das Rhein.= westfäl. Kohlensyndikat dem Dortmunder Männer= Gesangverein 1 Million Mark zinslos als Dar lehen auf 99 Jahre für den Umbau des früheren Eintracht=Hauses auf dem Ostwall gegeben. Dortmund, 11. Mai. Odeon=Varietee. jetzt Gebotene ist wohltuend abwechselungsreich, auch gegen die vorhergegangenen Programme. Marrder und Spencer eröffnen die Vorstel lungen mit ihren gut gelungenen Riesengemälden in Farbe und Leben. Drei Original Thomas, humoristische Akrobaten, fesseln besonders mit den Leistungen am Reck. Louis Winsel, Meister au dem Kontrabaß, erfreut mit seinen Weisen. Paul Fraß, sächs. Humorist, läßt durch seine Natürlichkeit die Lachmuskeln nicht zur Ruhe kommen. Ganz besonders sei Madame Fregolia in ihrer bewunderungswürdigen Verwandlungskunst her vorgehoben. Einen würdigen Abschluß findet der Abend durch Clown Peppo's Dressur=Akt mit Hunden und Affen. Waltrop, 11. Mai. Todessturz vom Pferd. Der Bergmann Hermann Haumann aus Henrichenburg hatte für einen Rennpferdbesitzer in Ickern ein Pferd zugeritten und befand sich auf dem Heimwege. Unterwegs, auf der von Waltrop nach Oberwiese führenden Straße, stürzte er plötzlich von dem in scharfem Tempo gehenden Pferde und fiel gegen einen Baum. Ein vorbei fährender Kraftwagen brachte den Bedauernswerten schleunigst in das hiesige Krankenhaus. wo er kurz nach der Einlieferung infolge der erlittenen schweren inneren Verletzungen gestorben ist. Gevelsberg, 10. Mai. Kinderwagen und Auto. Der Fabrikbesitzer Denninghoff hatte sich wegen fahrlässiger Tötung vor der Hagener Straf kammer zu verantworten. Es handelt sich um den traurigen Fall im Sommer vergangenen Jahres am Strandbade, bei dem zwei Kinder des Fabrikarbeiters Schmidt getötet wurden. Schmidt fuhr auf der Straße mit dem Kinderwagen, aks das von D. selbst geführte Lastauto herankam, das Schmidt bei Seite drückte und den Kinderwagen umriß. Die Kinder gerieten unter die Räder und wurden getötet. Wie das Unglück entstand, ließ sich auch vor der Strafkammer nicht feststellen. D. Fassmgu den Tod. Samstag am Kinder den Nrzug zum ht mehr Witwe erzielte, wie beim Schwelmer Schöffengericht, auch vor der Strafkammer Freisprechung. Buer, 11. Mai. Vom Spiel in Ein Unglücksfall ereignete sich am Bahnhof Buer=Nord, wo eine Anzah Bahndamm ertlettert hatte, die sich ein Vgen daraus machten, auf vorüberfahrende mit Steinen zu werfen. Einige der Kinde ren dabei zu weit vorgegangen, auf die# gestiegen und hatten in ihrem Spieleifer de annahen eines Personenzuges überhört. De führer versuchte im letzten Moment den Zu Stehen zu bringen, was ihm aber nich gelang. Das sechsjährige Söhnchen der Schira geriet unter die Räder des Zuges und konnte nur noch als Leiche gevorgen werden. Eickel, 11. Mai. Schließung der Liste der Wohnungssuchenden. Dem Beispiel anderer Städte und Ortschaften folgend, hat sich auch der hiesige Gemeindevorstand gezwungen gese hen, vorläufig die Liste der Wohnungssuchenden zu schließen. Am 1. April betrug die Zahl der unerledigten Wohnungsgesuche 1473, darunter befanden sich 96 dringende-Gesuche. Um nur die dringlichen Gesuche zu befriedigen, sind, da monatlich durchschnittlich 16 Wohnungen zugeteilt wer### den, sechs Monate erforderlich. Köln, 11. Mai. Gestörte Gerichtsverhandlung. Der Metzger Theodor Zimmermann, der mit ungefähr 30 Jahren Zuchthaus bestraft ist, wurde, an Ketten gefesselt, dem Schöfbeue war auf einer Dienstreise und hatte eine Unterredung mit dem Abt des Benediktinerklosters, als er plötzlich unwohl wurde Alsbald trat Herzlähmung e Der Streik im Ruhrgebiet beendet. TU. Berlin, 12. Mar, Die Revientonserenz beendet. Die Wied heute erfolgen Spreugung des TU. Leipzig deutschen Bau hatte, die Kommuni auszuschließen, ssationen hat in Essen die Einigungsgrundsätze angeik im Ruhrgebiet ist damit ranfnahme der Arbeit soll Bauarbeiterkongresses 1 Lipzig. at Der Aussichtsrat des rkongresses, der beschlossen isten von den Verhandlungen m Mittwoch nach Stürmung Berliner Börsenkurse vom 11. Mai 1022 mitgeteilt vom Barmer Bank=Verein, Schwerte Kommunisten ges fengericht als Zeuge vorgeführt. Als er seines früheren Verhältnisses im Saale ansichtig wurde, sprang er über die Schranke des Gefangenenraumes, schlug das Mädchen mit der Schließtette über den kopf und riß ihm die Kleider vom Leibe. Unterdessen entsprang der Kellner Krekel, der sich mit seiner Schwester, der Ehefrau Wilhelm Jansen und zwei weiteren Frauen wegen Hehlerei zu verantworten habe, und der, nebenbei bemerkt, für etwa 2 Millionen Mark Teppiche gestohlen haben soll, und konnte trotz sofort ausgenommener Verfolgung nicht wieder eingefangen werden. Frau Jansen, die ebenfalls floh, wurde sofort wieder ergriffen. Eine weitere verhaftete Frauensperson, die auszurücken versuchte, brach an der Tür bewußtlos zusammen. Die Verhandlung mußte vertagt werden. Lchir Prühzemeirungen. Obespräsidenk der Rheinprovinz+ Koblenz, 11. Mai. Oberpräsident von Groote ist gestern nachmittag in Maria Laach infolge eines Schlaganfalles verschieden. Der Verstordurch die worden. Rücktritt des österreichischen Finanzministers. Wien, 11. Mai. Der Finanzminister Dr. Gürtier hat dem Bundeskanzler Dr. Schober seine Demission überreicht. Der Bundespräsident betraute den Bundeskanzler Schober mit der vorläufigen Leitung des Finanzministeriums. Mmimmmm Handel und Börse: ! In Norwegen wurden auf verschicdenen Strecken Versuche gemacht, das Automobil im Eisenbahnbetrieb zu verwenden. Zur Benutzung kam ein besonders konstruierter Opel=Wagen. Es handelt sich darum, eine billige Zugkraft für leichtere Züge auf kürzeren Strecken zu ge winnen, wo der Lokomotivbetrieb unlohnend ist. Die Versuche haben durchaus befriedigt. In Amerika sind Autos auf den Schie nen schon längerer Zeit in Betrieb und haben sich als betriebssicher und wirtschaftlich sehr bewährt. In den Norddeutschen Kabelwerken wurde ein Arbeiter, der Familienvater ist, vom Obmann der Betriebsräte schwer miß handelt, weil er am 1. Mai vorübergehend zur Arbeit gekommen ist. Die Direktion kündigte deswegen dem Obmann, worauf sämtliche 500 Arbeiter das Werk verließen. Und willst du nicht mein Bruder sein.... Die bekannte Briefmarken=Groß handlung Paul Koh in Chemnitz wurde in eine 5% Deutsche Reichsanleihe..... Barmer Bank=Verein Deutsche Bank Diskonto Dresdner Bank Hamd.=Amer.=Pak. Allgem. Elektr.=Ges. Saroper Walzwerk Bochumer Guß... Iösperde Walzwerk Daimler Motoren.... Deulsch=Luxemburg Deutsche Kaltwerhe.... Dynamit lbeif Fardw. Essener Steinkohlen...... Gelsenkirch Bergw Gasmot. Deutz....... Harpener Bergw. Hoesch Humbold! Masch. Mannesmann Oberschles Eisenb-Bed. Orenstein& Koppel........... 1055 Phönix Bergbau 1090 540 995 505 625 395 77½ 257 595 432 318 387 654 1030 1005 750 405 920 1720 . 6 4 0 676 1030 . 9 4 4 685 1805 1130 . 6 0 1 1225 . 8 0 0 Peisholz Pap. Rhein. Stahlwerke. Rombacher Schuckert Siegen=Solingen Ver. Dt. Nickelwerke..... 960 Wesis. Drahl=Ind. 510 Westf. Eisen, Lagendreer.......... 535 Auslands=Wechselkurse der Berliner Börse (Devisenkurse) Man zahlte deutsche Mark: für am 10 5. 2382.— 6142,40 1264,40 2601.40 Altiengesellschaft mit 2 Millionen Mark umgewandelt. 100 belgische Franken. 100 dänische Kronen.. 1 englisches Pfund. 100 französische Franken 100 holländische Gulden 100 italienische Lire... 100 polnische Mark.. 100 schwedische Kronen. 100 schweizerische Franken 5480,60 100 tschechische Kronen.. am 11. 5. 2384,50 6062.49 1265,90 2614,80 10936,30 10936,30 1513,10 1518.10 7.30 7, 7305,85 7290,85. 5533,05 Ein Dollar........ 283,14 284.30 cn 3ür Zeitung Aus dem Leben der Kirchen. Zurück zur Kirche. Berlin. Im Bereich der evangelischen GeneralSynode Berlin sind vom 1. Januar bis 1 April 1922 4650 Personen wieder in die evangelische Landeskirche zurückgetreten. Leipzig. Im Bereich der Ephorie Leipzig Stadt sind neuerdings 1265 Wiedereintritte von Erwachsenen und Kindern in die evangelisch=lutherische Landeskirche zu verzeichnen, wobei noch festgestellt wurde, daß in den meisten Leipziger Kirchengemeinden die Wiedereintriltsbewegung gerade in letzter Zeit bedeutend zunimmt. Der 2. Diözesan=Katholikentag der nach Genehmigung des von Paderborn mit dem dritten Märkischen Katholikentag verbunden wird, findel bekanntlich in diesem Jahre am 2. und 3. Juli in Gelsenkirchen statt. Es ist ihm der Leitgedanke„Die Segenskräfte des Kalholizismus für Erneuerung und Aufgabe des deutschen Volkes" zugrunde gelegt Für den Nachmittag des Sonntags ist ein großer Festzug der Männer= und Jünglingsvereine des ganzen Industriebeztrks vorgesehen, dem sich um 5 Uhr mehrere öffentliche Versammlungen anschließen werden. In den Ruhestand getreten ist im Aller von 72 Jahren der Oberkirchenrat Dr. theol. h. c. Ernst Haack in Schwerin. Er ist besonders auf dem Gebiete der systematischen und praktischen Theologie fachliterarisch hervorgetreten. 290 Jahr=Feier der Herruhuter Brüdergemeinde. Am 17. Juni begeht die Herrnhuter Brüdergemeinde ihr 200jähriges Jubiläum. Als Jubiläumsgeschenk ist eine Missionsspende gedacht. Den Aufruf dazu unterstußen nicht nur die Träger der gesamten deutschen Missionsorbell, sondern auch dse Leiter der anderen arbßen Liebeswerke und die führenden Persönlichkeiten der deutschen evangelischen Wissenschaft und Hochschule. Zum Abteilungsvorsteher am bolanischen Instilut der Universität Münster Professor Dr. Emil Hannig, ebenda, ausersehen Dem Assistenten an der anatomisch=physiologischen Abteilung und Tierklinik des landwirtschaftlichen Universitätsinsttiuts in Halle a. S., Tierarzt Dr. med. vet. Max Gebhard, ist die kommissarische Verwaltung der Kreistierarzistelle in Monschau(Regierungsbezirk Aachen) übertragen worden Der Direktor der städt. Kunstsammlungen in Düsseldorf, Prof. Dr. Karl Koelschau ist zum Honorarprofessor an der philosoph. Fakultät der Universität Bonn ernannt worden Der bekannte Kunsthistoriker, geb. 1868 zu Ohrdruf bei Gotha, hat früher als Vorstand der Kunstund Allerlümersammlung der Veste Koburg, 1902—1906, als Dirigent des Historischen Museums in Dresden, Direktor der Weimarer Museen und am Kaiser=Friedrich=Museum in Berlin gewirkt. Koelschau ist Herausgeber der Fachzeitschrift„Museumskunde". Für das beste medizinische Werk der Welt stiftete ein französischer Millionär 100000 Francs. Es gelangen alljährlich nur die Zinsen zur Auszahlung, und auch nur dann, wenn ein wirklich bedeutendes Werk vorliegt. Ist dies nicht der Fall, dann werden die Zinsen zum Kapital geschlagen. Die Entscheidung liegt in den Händen der Pariser Wachsnt.. Aune uanr. Die Hauplversammtung###. Kallbesteht darin,„die Quellen der Kraft und der Freude, die er spendete, in weite Kreise zu ergießen, und seine Persönlichkeit, die Zahlosen in Stille Richtung und Weg gewiesen. uns als vorbildlich und liebenswert zu bewahren. Gründung einer ungarischen GoeiheGesellschaft. schluß an das Goelhe=Museum in Budapest rischen G Gesellscha Kultus st *„„*** Gesellsenschaft URE V. für 1922 wird als allgemeiner deutscher Philosophenkongreß an der Universität Halle vom 6. bis 8. Juli stattfinden. Unter anderem behandelt Graf Keyserling die Wege des wahren Fortschrikts, Geheimrat Trölisch=Berlin das Wesen der Geschick,isphilosophie. Zu der Versammlung der Kant=Gesellschaft, die heute die ausgedehnleste philosophische Vereinigung der Welt ist, werden Hunderte von Gelehrten des In= und Auslandes erwartet. Kunstnachrichten. Eine Cäsar-Flaischlen=Gesellschaft (Sitz Berlin W 35, Kurfürstenstraße 51) hal sich gebildet. Ihre hauptsächlichste Aufgabe urde die Gründung einer ungathe=Gesellschaft beschlossen. Die hat die Aufgabe, den Goelhedie deutsche Literatur zu pflegen. 30000 Jahre alle Zeitschriften, die eine überraschende Aehnlichkeit mit den Buchstaben des chinesischen Alphabetes haben, wurden kürzlich an Lavafelsen in einer abgelegenen Gegend im südwestlichen Idato in Amerika entdeckt. Die vielerlei Schriftbilder und Sinnbilder scheinen die Theorie zu bestätigen, wonach die Urbewohner Nordamerikas von einer Rasse abstammen, deren Angehörige über die Behringstraße aus Asien eingewandert sind. Der„Blue boy“, das berühmte Gemälde von Gainsboraughs, das von dem Hunsingion vor einiger Zeit für einen enormen Preis aus altem englischen Besitz erworben wurde, ist von dem Käufer der amerikanischen Nation zum Geschenk gemacht worden. Bühnenschau. Das Hallesche Stadttheater schließt die Spielzeit mit einem Defizit von 1726000 Mark ab. Für das nächste Jahr macht sich ein Zuschuß von über 3,5 Millionen Mark nötig Von einer erst beabsichtigten Schließung des Theaters will der Theaterausschuß vorläufig jedoch noch absehen. Die Oberammergauer, die bisher nie zu bewegen waren, ihre Passionsspiele auch anderweil als nur in ihrem Dorfe aufzuführen, haben sich nun doch entschlossen. eine Gastspielreise nach Kopenhagen, Stockholm und Christiania zu unternehmen. Es werden sich jedoch nur die Darsteller der Hauptrollen an der Reise beteiligen. Für 4000 Statisten werden Kostüme mitgenommen Pros. Max Reinhardt wird im Mai, Juni und im Herbst an je 20 Abenden im Redoulenthealer der Wiever Hofburg mit einem eigenen Ensemble Gastspiel=Aufführungen veranstalten. Die Halberstädter Schauspieler haben sich an die Oeffentlichkeit gewendet, um ihre Notlage zu schildern. Während ein enarbeiter monatlich 2700 Mk. bezieht, Söchstgehalt des bestbezahlten Schauspielers nur 2400 Mark, die übrigen verdienen noch weniger. Dabei sind die Areiter ständig das ganze Jahr über angestellt, während die Künstler im Sommer über brotlos werden. Die Schauspieler bitten, sie wenigstens wie Arbeiter zu bezahlen, trotz ihrer bedeuienden Mehrausgaben für Garderobe usw, und eine Theatergemeinde zu gründen. Streik in der Filmindustrie. Die Filmindustrie steht vor der Gefahr eines Streiks, da die Gewerkschaften sehr weitgehende Forderungen gestellt haben. Vom Büchertisch. Alle unter dieser Rubrik besprochenen Bücher sind in der Buchhandlung Carl Braus In der Schnell'schen Buchhandlung (C. Leopold) in Warendorf erschien soeben ein originelles Heimatbuch: Kinnerriemels von Ernst Lorenzen. In 11 Unterabteilungen geordnet: Eie popeja; Kille, Kille, Kill: Hlolt hü; Dans, Kinneken, dans; Langstäper, Ulenkopp; Aowendraut gued Wiäder baut; Dats geluagen; Giewis us wat: Ene bene Dintenfalt; Nu rahet mave; en Graps— sehen wir hier die urwüchsigste heimatliche Volkspoesie, die uns fröhlich lachen läßt und uns manches zu sagen hat Ein anhängendes Wörterverzeichnis dient zum besseren Erfassen etwa unverständlicher Ausdrück:, ein Quellenverzeichnis ergänzt das vortreffliche Buch, reicher, dem Inhalt voll angepaßter Schwarzschnitt=Bildschmuck und auch sonst beste Ausstattung macht es zu einem sicherlich gerngesehenen Geschenkband. Eine Kostprobe aus dem Abschnitt:„Dets geluagen „De Aesel trock Pantussel an, Kam üowert Dack gestiegen, Dao sall de Kauh int Swalwenneß Mit twintig junge Sigen. Smit se rut, smit se rut, Dal se us kein Schaoden kul!“ kGott dem Allmächtigen hal es in seinem unerforschlichen Ratschluß gesallen, heute Nachmittag meinen herzensguten Mann, unseren lieben, treusorgenden Vater. Schwiegervaler, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel, den Schneidermeister im fast vollendeten 63. Lebensjahre zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Im Namen aller tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Wilhelm Ortmann. Schwerle, Chemnitz, Iserlohn, den 11. Mai 1922. Die Beerdigung findet am Sonnlag, dem 14. Mai, nachm. 4 Uhr, vom Trauerhause. Mährstraße, aus stalt. Trauerfeier daselbst eine halbe Stunde vorher. . ne S. 8T.B „eate Um den Wünschen unserer Kundschaft entgegen zu kommen, haben wir ein Laver in der ehemaligen Ostermann'schen Brauerei eingerichtet und halten dort ständig vorrätig: Fassbier, Flaschenbier, Medina(Stifts-Blonde) Viktoria-Brunnen(Oberlahnstein) in Flaschen und Fassern, (bestes natürliches Mineralwasser) Silisbrauerei A. G., Körde Abtl. Lager in Schwerte: 24 Fosncuf Amt Schworte 519.11 Hesciche Reingewaschene Lumpen Seitungsbotin als (Grösse 40x50 cm) Putzlappen gesucht: Schwerter, Zeltüng.n auch Invalide, für den Bezirk Schwerte Jofor! gezicht Meldungen nimmt entgegen der Zettungs=Vertricb Heukel, Schwerte, Bahnhofstraße, gegenüber „Hotel Kaise hof“. Mittwoch morgen 8¼ Uhr entschlief sanft nach langem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden, unser lieber Sohn, Bruder, Schwager, Onkel, Neffe und Vetter, der Hillsschallner Hermans-Hormann im blühenden Alter von 26½ Jahren. In tiefer Trauer Famile Hörmann. Holzen, den 10. Mai 1922. 2130 Die Beerdigung findet am Samstag, dem 18. Mai, nachm. 4¼ Uhr vom Sterbehause, Holzen, Luisenstr. 20 aus statt.— Sollte, jemand aus Versehen keine besondere Nachricht erhalten haben, so diene diese als solche. S. geanensonsenbensnsenneneenaneneenrennnn 1 Br der Schwerter Curnverein aff“ Mitglies der Deutsch, Curnerschaft veranstallel am Sonntag, dem 14. Mai, auf dem slädt. Sportplatz am Schützendof einen Werbetag der Zugendabtellungen. Ansang nachmittags 2½ Uhr. Eintritt 3 Muh., Schüler 1 Mh. Hierzu laden derzlichst ein Die Jugendturnwarte. Sonnlag, den 14. Mai 1929 Tageswanderung## Bei schlechlem Weiter finden die Vorführungen Felsenmeer, Baloerwald,: im Vereinslokal Specht statt. Balve, Hönnetal. Abfahrt: 8.36 vorm. nach Iserlohn. Rückfahrt: 9.30 labends vom Klusenstein, über Menden, Fröndenberg. Ankunft: 10.29 abends in Schwerte. Rucksackverpflelgung. Liederbücher mitlbringen. Dauer der Wanderung: 6 bis 7 Stunden. Führer: Herr Norder! Kaufhold. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Frisch auf! Der Wanderausschuß. Arnzueitaxe. Die vom 1. April 1922 ab geliende vierte Ausgabe der Deutschen Arzneitoxe 1922 ist in der Weidmann'schen Buchhandlung erschienen. Arnsberg, 13. April 1922.. 8124 Der Regierungspräsidenk. Bad königsdoernbel lang Eröffnung des Badebetriebes am 18. Mai. Leinöl la., dopp. gek.(keine Mischware) Baseansiscbobelac farbe über Nacht glashait und dauerhaft, sowie sämtliche Lacke, Farben, pinsel, Schablonen, Bohnerwachs usw.- Streichfertige Gelfarben unde Lackfarben aller firt liefert zu konkurrenzlosen Preisen in guter Qualität direkt aus dem Lager=Verkaufsraum! Kein Laden! * Garde= und Landwehrverein. Vom 15. bis 31. Mai und vom 1. bis 30. Septemder gelten für sämtliche Besucher des Bades ermäßigte Bäderpreise. 1 Solbad Mk. 12.— slalt Mb. 15.— 1 Thermal= oder Dampfbad Mk. 15,— stalt Mü. 18.— Das Badehaus ist säglich mit Ausnahme der Sonn= und Feierlage vorm. von 8-12 JUhr und nachm. von 2—6 geöffnet. Die Badewäsche ist mitzubringen. Haueisen, Lack= und Farben=Industrie, Dortmund Fernauf 3836, Brunnenstraße 16, im Hof, Gegr. 1907 Zu erreichen durch Linie Nc. 6 (Haltestelle Heroldstraße). 1118 Generalversammlung am 14. Mai, vorm. 10½ Uhr. Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gegeben. Der Vorstand. vom 21. Mai ab finden regelmäßig jeden Sonntag große Sonder=Konzerte E statt. Die Bade=Verwaltung. „Homöopathische: Samstag, den 9. Mai. vormittags 9 Uhr, wird auf der Freibank das Kranken- Behandlung Empfeble für diese Woche: Prima junges Fleisch, lz. Gehacktes, z. Wurstwaren. sch einer Kuh 9# verkauft. 2136 Preis a Pfd. M. 10.— Schlacht hofverwaltung Sprechstunden jeden Mittwoch von 9—1 Uhr In Schwerte im Gasthof „Zum Schwau“, Häslogstrasse. Elly Hensel, Heilkundige, Hörde, Schulstr. 21. Kause lausend Schladlpferde zu höchsten Tagespreisen. Johann Arlini, Roßschlächterei, Telef.305 2 Hindewagen zu verkaufen. 2134 Hörderstr. 12 III. Wir retten Ihre Haare! Verlangen Sie kostenlos Prospekt. Kur- und Hellanstalt Schloß Falkenberg bei Grünau 980(Mark). 5863 Bedeutendstes Institut für Haarwissenschaft. Gemischter Chor „Harmonie' Schwerre. Ouigent: Herr Karl Slempl. Sonntag, den 14. Mai 1922, ##nachmittags 4 Uhr, im Freischütz: Teahsahes=konzert # Mitwirkende: Konzertsängerin Fräulein Rubel, hagen, Sopran Fräulein M. Strack, Schwerte, Dortmunder Trio:„ Herr Bunk, Herr van Kempen, Herr Roser## Am Flügel: Herr Gerard Bunk. Nach den Darbietungen: Gemütliches Beisammensein. Programm berechtigt zum Eintritt. Im Vorverkauf 8.— an der Kasse erhöhte Preise. Vorverkaufsstellen: Zigarrenhandlung Thomas, Friseur Strack, Buchhandlung Neumann, Vereinslokal Klempt, sowie bei den Mitgliedern. X□ Eine hochtragende zu verkaufen. Wwe. Weißmann, Hohensyburg. Celluloid=Schutzhüllen no für Monatskarten empfiehlt Buchhandlung Carl Braus. easche cn Pach krchtri. # wünscht Bekanntschaft mit nur gebildeter Dame bis 33 Jahr zwecks Heirat, auch Witwe m. wünscht volle Figur, Vermögen nicht erforderlich. Nur ernste Ang. an Dortmund 1 Schließsach 527. braves Mädchen für den Haushalt bei hohem Lohn und guter Behandlung. Frau Jos. Küster. Schnientostene unge Käbchelt für Kartonagenfabrikalion in dauernde Siellung gesucht. Bald& Krüger Gasstr 8 (Brauerei Ostermann). Alle Sorten Flaschen kauft Specht, kath. Vereinshaus. Erhalte heute eine Sendung Faselschweine und. Schaftammer! herman Mann, Ergste. Für Bäcker Sund conditoreten: [Tortens Papiere verschiedener Größen wieder eingetroffen. Buchhandl. Carl Braus I Als schönste Gabe für Angehörige unserer gefallenen Krieger empfehlen wir: Heldenbuch und Kriegschronik der evangelischen Gemeinde Schwerte Herausgegeben von Pastor Ohlig. ca. 220 Seiten Großquart, mit 286 Bildern und Porträts. In Halbleinen geb. ca. 50.— Mk., auf gutem Papier in feinem Geschenkband ca. 65.— mk. Der Titel des Buches sagt, was es sein will: ein Heldenbuch, ein schlichtes, einfaches Denkmal, das die dankbare Gemeinde ihren treuen, tapferen Söhnen setzt. Es steht nicht auf ragender Höhe oder am Markte, dafür aber kann es jeder daheim haben und in stiller Stunde zu sich. sprechen lassen. Mehr als Namen sind in dies Denkmal hineingeschrieben: die Bilder unserer Helden schauen uns an und ihr Leben geht in kurzen Zügen an uns vorüber. Nicht sollen dadurch alte Wunden wieder bluten— sie sollen heilen durch die Gewißheit: unsere Toten sind nicht vergessen und werden nicht vergessen werden. Wenn an uns keiner mehr denkt: lebt ihr Bild weiter bei Kind und Kindeskind. Das Heldenbuch enthält die Bilder aller Gefallenen der evangelischen Gemeinde Schwerte, die zu erhalten waren, ferner einen kurzen Lebenslauf auch derjenigen, deren Bild nicht eingesandt wurde. Damit ist jeder trauernden Familie und Angehörigen unsrer gefallenen Söhne sowie auch Vereinen und Schulen Gelegenheit gegeben, unsern schlafenden Helden ein dauerndes Ehrenmal in ihrer Mitte zu setzen. Kinder und Kindeskinder wollen's lesen und werden gerne darach greifen. nur eine kleine Auflage vorgesehen, werden Bestellungen schon jetzt angenommen.— Das Heldenbuch erscheint in Kürze. veragsbuchhandlung Carl Braus, Schwerte(Kuhr), Große Marktstraße 3-5 Regelmäßige Schwerter Hausfrau Aus dem Reiche Heimatblätter. u Lu# Kinderzeitung: Unser? Haltungs- u. Romand„Sport und Curnen. Kunst u. Wissen. u Gar Nr. 112 Zum Der Lenz braust au Deutschland liegt sch Wir haben Sturm u Deutschland darf ni Der Väter Hut, der Darein wir Wurzein Dir angelobt zutiefst Wir müssen Deutsch Für ei Neuigkeiten Der Hauptausschuß im Haushaltsgesetz haltserhöhunge daß nunmehr die Ka den, den Beamten die zahlen. Die Neuwahlen netenversammlu Vierteljahr 1923 stattfi In Berlin wurdee mens Anspach ver! liche, politische und mi fälschte und sie an Amerika verkaufte. Die Reparation der deutschen Ani friedigt und erklärt,? chungen ermöglicht. Zwischen dem Vat land ist die Verständi Punkte der päpstlichen ligionsübungen, Großbritannien un werden einen Vertr abschließen bezügl Vertrag erkennt das b Großbritannien garani kanischen Rechte. Aus den Verhandl schen Freistaat u blikanern ist kei Uebereinkommen hervo Mitteilungen von darauf hin, daß die durch die Japaner schoben worden ist. Eine Batterie im vorigen Sommer Waldbrand verursacht 11½ Millionen Mark Reich zu ersetzen hat. Zu einer eigena sind die Leisniger Ae bekannt, daß sie künfti mühungen nach de Als Grundlage dient tes.(15 Pfg. für 1 norarsatz(3 Mt. für Sprechzimmer=Beratun teurer ist als 15 Pfg., Honorasatz von 3 resp Nach einem Beric tes hat die Sterb Reiche seit Mitte hingegen haben einz weniger stark zugenon zur Anzeige: 63018 F 43.288 Scharlach, 188 Kindbettfieber, 696 G