8 W Regelmäßige Beilagen: Schwerter Hausfrau und Mutter. Aus dem Reiche der Mode. Heimatblätter. u Lustiges Allerlei. Kinderzeitung: Unser Blatt. u Unterhaltungs- u. Romanbeilage. u Spiel, Sport und Curnen. m Lebensbild. Kunst u. Wissen. u Gartenratschläge. Oerbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung Schwerter Oolksdlatt Westhofener Zeitung Apierbecker Zeitung Langscheder Zeitung Amtliches Kreisbiatt für den Kreis börde. Holzwickeder Zeitung Erstes und attestes Cagesorgan des Kreises.— Generalanzeiger für den Kreis Hörde. Die„Schwerter Jeitung“ werktäglich.n Hauptgeschäftestelle, Druck und Verlog: Carl Braus. Celegr. Adr.: Braus, Schwerteruhr. Cel. 62. Postscheck: Dortmund 2852 Verantwortliche Schriftleitung: Karl Richter; Stadt und ProvinzFriedr.Kraas; sämtlich in Schwerte. Nr. 106 Samstag, 6. Mai 1922. 55. Jahrgang Zum Geleit. Dasjenige Volk, welches seine besondere Eigenort am besten wahrt, wird es am weitesten bringen. Dasjenige Volk hat den größten Vorteil über die andern, welches aus seiner eigenen Vergangenheit am meisten lernt; jedes Volk wird am schärfsten durch seine eigene Geschichte kritisiert. Der Staat oder die Stadt, welche vorhandene geistige Kräfte nicht zu schätzen weiß, begeht eine Art von moralischem Selbstmord. „Rembrandt als=Erzieher“. Für eilige Leser. Neuigkeiten aus Nah und Fern. In einer Besprechung mit den Parteiführern läußerte sich Dr. Hermes hoffnungsvoll über eine internationale Anleihe. * Im Arbeitsministerium wurde ein Schiedsspruch für das Vaugewerbe im rheinisch=westfälischen Industrierevier gefällt, wonach die Arbeit am Montag wieder ausgenommen werden soll; die VerItrauensmännerversammlung der Bauarvoiterverbände in Bochum entschloß sich für Annahme des Schiedsspruches.— Die Straßenbahner des Ruhrreviers kündigten zum 15. Mai den eben erst ab#eschlossenen Gruppentarif. * In Throß im Staate Wiscoufin schentte eine Frau ihrem Ehemann binnen nur drei Jahren zum zweiten Male„Fünflinge". Alle zehn Kinder befinden sich wie auch die Mutter durchaus gesund und munter. Weil er eine Aufforderung zur Steuererklä#rung erhielt, hat sich der Postagent a. D. Bruer in Marienborn so sehr aufgeregt, daß er einen kervenschock bekam und starb. Um endlich in den Allein=Besitz der Wohnung Izu gelangen, wurde in Pergen bei Celle eine AlRenteilerin von ihrem eigenen Sohn ermordet. * Die Ausgaben für die notwendigen Lebensmit##el betrugen im Jahre 1913 in Deutschland 52.5 Proz. der durchschnittlichen Arbeitslöhne und stie##en bis 1920 auf 92 Prozent, sodaß nur 8 Proz. zur Deckung aller übrigen Ausgaben übrig blieben. Dennoch stehen die deutschen Arbeiter in dieiser Beziehung nicht vereinzelt da. Im Verhältnis um Jahre 1913 sind die Löhne gesunken, z. Bulgarien auf 62 Proz., in Ungarn auf 47 Proz., in Georgien sogar auf 25 Proz. Auf Zeche„Dorstfeld“ kam es zu einem Streik, weil ein Betriebsratsmitglied wegen tätlichen Angriffes entlassen wurde. Millerand hat Tunis verlassen und ist an Bord bdes=Edgar Quinet, begleitet von einem GeschwaVder, nach Paris abgefahren. Die bayerische Regierung hat den ReichspräLidenten Ebert zum Besuch der deutschen Gewerbeshau eingeladen. Der Reichspräsident hat die Einladung angenommen, sich aber die Bestimmung des Tages seines Besuches noch vorbehalten. * Der deutsche Botschafter für Washington, Wiedfeldt, ist mit dem Dampfer„Amerika“ abgev * Auf dem Kapitol in Rom wurde in Anwesenheit des Königs und des Kronprinzen, des KardiAnals Massi, des Unterrichtsministers und nahezu sämtlicher Leiter der großen Sternwarten der Welt der Kongreß der Interationalen Vereinigung Ifür Astronomie, Geodaesie und Geophysik eröffnet. * Ein Abkommen zwischen Rom und Moskau. Paris, 6. Mai. Der Berichterstatter des InAtransigeant in Genua telegraphiert: Alles deute datauf hin, daß ein gerechtes Abkommen zwischen Kom und Moskau vor dem Abschluß stehe. Abmachungen in Genua. on der Konrer ung in Htelien an ulrrenz in Gongn: Der Emngfang der Delegierten durch den Köngg en Bore des Kriegsschiffes, Dante Alighieri“. keine Reparationsberatungen vor 31. Mai. Genna, 6. Mai. Poincaree teilte Lloyd George mit, daß es ihm unmöglich sein werde, an einer allierten Beratung über das Reparationsproblem vor dem 31. Mai teilzunehmen, weil bis dahln ausschließlich die Reparationskommission ermächigt sei, über die Angelegenheit zu entscheiden. Lloyd George erwiderte, daß es ihm im Juni nicht möglich sein werde, an einer derartigen Tagung teilzunehmen. Man trifft sich beim Essen. Gerua, 6. Mai. Gestern abend gab die deutsche Delegation zu Ehren der italienischen Delegation ein Essen im Edenhotel. Von italienischer Seite waren anwesend Ministerpräsident de Facta Außzenminister Schanzer, mehrere Mitglieder der Consulta und Vertreter der provinzialen und lokalen Behörden. Deutscherseits nahmen teil Reichstandler Dr. Wirth, Dr. Rathenau, Wirtschaftsminister Schmidt, der deutsche Botschafter in Rom von Neurath und andere Mitglieder der deutschen Delegation. Nach dem Essen, das im Zeichen großer Herzlichkeit stand, reiste de Facta nach Rom ab. Lloyd George geht zu den Russen. Genna, 6. Mai. Bei den Franzosen und Belgiern geht das Gerücht, daß Belgien dem russischen Memorandum nicht beitreten werde und daß daher auch Frankreich sich von diesen Verhandlungen mit Rußland zurückziehen muß. In den englischen Kreisen wird dafür mit noch größerem Nachdruck erwidert, daß dies keinesfalls das Ende der Konferenz oder richtiger keinesfalls das Ende der neuen„deusch=russischen Verhandlungen bedeuten wird. Lloyd George wird dann aber unbedingt den Russen seinen eigenen Weg zu mehmen. Die Italiener teilen hierzu mit: Schanzer habe schon vor 2 Wochen darauf aufmerksam gemacht, daß mit den russischen Verhandlungen man zu einem Punkt kommen würde, wo man sich entscheiden muß, ob man auch ohne die Franzosen die Verhandlungen fortsetzen will. Es wird hier in Konferenzkreisen auch die Möglichkeit erörtert, daß die Konferenz vielleicht in den nächsten Tagen zu einem Ende kommen könnte. *Wirth und Rathenau bei Lloyd George. Berlin, 6. Mai. Die Unterredung fand um 11 Uhr in der Villa Quarto statt. Es herrscht über diese Einladung große Aufregung in Genua. Man meint, daß sich die Unterredung auf die Wirtschaftsfragen, vielleicht auch auf die Schuldenfrage und die nächste Außenpolitik Deutschlands beziehen soll. Einige glauben, daß Lloyd George in dem Bewußtsein, daß die bisherige englische Ententepolitik an einem Wendepunkt angelangt sei und sich über neue außenpolitische Möglichkeiten Englands gegenüber dem neugegründeten deutschrussischen Wirtschaftsblock unterrichten wolle. Von arderer Seite wird die Einladung Lloyd Georges an die Deutschen als eine taktische Drohung nach Paris hin aufgefaßt. Hermes in Paris erwartet. Berlin, 6. Moi. Nach dem B. T. wird Reichsfinanzminister Dr. Hermes in der nächsten che in Paris erwartet. Er wird, unterstützt durch den Staatssekretär Fischer, mit der Wiedergutmachungskommission über Gegenvorschläge verhandeln, die Deutschland auf die letzte franhösische Note gemacht hat. Der bissige Katz. Preußischer Landtag. Mai. Berlin, Sitzung vom 4. Mai. Das ist kein Kasusfehler. Es war nicht die Katz, sondern der Katz, der an Bissigkeit nichts zu wünschen übrig ließ. Die kommunistische Fraktion des preußischen Landtages hatte bereits am Mittwoch angekündigt, daß sie die angebliche Herausforderung durch die Schutzpolizei, wegen der die städtische Arbeiterschaft von ihren radikalen Führern zum Streik gezwungen worden ist, zum Gegenstand einer Anfrage im Landtag machen werde. Da der Präsident des Landtages damit rehnen mußte, daß nach den bisherigen Erfahrungen ein solcher Schritt die Ruhe und Ordnung des Hauses auf das schwerste gefährden würde, entschloß er sich, außerordentliche Maßnahmen zur Sicherung der Verhandlungen zu treffen. Vor dem Beginn wurden die wichtigsten Zugänge zum Hause mit Schupzpolizei besetzt. Die Maßnahme veranlaßte den Abg. Katz(A.) vor Eintritt in die Tagesordnung zu der Erklärung: Bewaffnete Spupg ist im Hause. Wir Kommunisten haben keine Neigung, Verhandlungen unter dem Schutz der Schupo vornehmen zu lassen. Wir haben hier dieselbe Herausforderung wie bei der Zusammenziehung der Schupo vor dem Berliner Rathaus. Man schafft hier einen neuen Angriff.„Es ist noch nicht genug Blut geflossen...“ Diese Worte, die der Abg. Katz in maßloser Erregung in den Saal hineinschrie, wurden von seinen Parteigenossen mit großem Lärm begleitet. Der Lärm steigerte sich zu einem ungeheuren Getöse, als Oberst Kaupisch von der Schutzpolizei den Saal betrat, sich zum Minister Severing wandte und ihn begrü te. Die Kommunisten stürzten zu dem Platze des Ministers unter dem Rufe:„Raus mit der Schupo.“ Im Augenblick war der Raum hinter der Ministerbank mit erregten Abgeordneten aller Fraktionen angefüllt. Minister Severing sprach lebhaft auf die Kommunisten ein, es schien bereits zum Handgemenge zu kommen, als Präfident Leinert, dem es nicht gelingen konnte, die Ordnung wiederherzustellen, den Saal verließ und damit war die Sitzung unterbrochen. Die Auseinandersetzungen hinter der Regierungsbank und um den Minister Severing herum setzten sich noch fort Nach einer halben Stunde wurde die Sitzung wieder aufgenommen und erklärte Leinert, daß sich keine Schupo im Hause befinde. Als er seine Pflicht betonte, die Vertreter der Regierung im Landtage schützen zu müssen, hatte er den Beifall des ganzen Hauses. Nur die Radikallen der Linken brachen in Entrüstungsschreie aus. Als dann von kommunistischer Seite die große Anfrage zu den Vorfällen am Dienstag eingebracht wurde, leerte sich das Haus. Minister Severing konnte auf die Anfrage antworten. Ich erkenne an, daß für die Anwendung von Schuß- und Hiebwaffen andere Bestimmungen erlassen werden können und bin zur Vornahme einer Einschränkung bereit.(Hört, hört! links.) Die Polizei muß Werkzeug und Freund der gesamten Bevölkerung sein. Die Kreise, die hinter der Roten Fahne stehen, handeln unehrlich, wenn sie von“2 Toten und 25 Schwerverletzten usw. sprechen. Tote hat es gar nicht gegeben. Das große Aufgebot der Schutzpolizei bestand darin, daß ein Hauptmann und 69 Mann, ein Leutnant und 12 Berittene aufgeboten wurden.(Zurufe links: Das ist vollkommen unwahr!) Das sind amtliche Angaben. (Zurufe links: Amtliche Lügen!) Als einer der bedrohten Unterbeamten an der Kehle gepackt wurde(Erregte Zurufe der Kommunisten: Das ist ja gelogen. Der Zurufer erhält einen Ordnungsruf), da hat er das Seitengewehr gezogen und darin erblickten dann seine kollegen das Signal zu energischem Vorgehen. Ich will die Versammlungsund Demonstrationsfreiheit nicht beschneiden, sie darf aber nicht auf Kosten anderer gehen. Abg. koch(D. N.) fordert, daß Zusammenrottungen, die dazu bestimmt sind, auf die Entschließungen der Berliner Stadtverordnetenversammlung durch Terror der Straße einzuwirken, in Zukunft verhindert werden. Wir bedauern das Sichbeugen vor den Forderungen der Straße.(Sehr rintig rechts, andauernde Ustterbrechung der Kommunisten.) Abg. von Eynern(D. V.) begründet die große Anfrage seiner Partei, auf Erlaß einer Reichsgesetzes hinzuwirken, welche die Befriedigung des Berliner Rathauses und gegebenenfalls der Rathäuser sonstiger Großstädte ermöglicht. ist grundfalsch, in erster Linie auf die Demonstranten Rücksicht zu nehmen und dann erst auf die übrigen Bürger.(Beifall rechts.) Wohin sollen wir kommen, wenn man alle Augenblicke die Massen auf die Straße treibt. Das Ansehen der Berliner Stadtverordneten muß tief gesunken sein, wenn man glaubt, ihren Entschluß durch solche Veranstaltungen beeinflussen zu können. Die Schießvorschriften werden immer schärfer werden müssen, je schärfer Ihre(zu den Kommunisten) Angriffe auf die Staatsgewalt werden. Den Offizieren der Schutzpolizei sprechen wir unseren tiefgefühlten Dank dafür aus, daß sie uns geschützt haben.(Rufe bei den Komm.: Das müssen die Arbeiter hören!) Wenn wir unsere parlamentarische Arbeit fortsetzen wollen, brauchen wir die Bannmeile. Nächste Sitzung: Freitag 12 Uhr: Weiterberatung. Die Nöte der Inneren Mission. Die wirtschaftliche Not der Anstalten der Inneren Mission hat eine solche Höhe erreicht, daß etwas Außerordentliches geschehen muß, wenn nicht eine ganze Reihe von ihnen dem Druck erliegen soll. Unter der Not leiden die großen Anstalten so gut wie die mittleren und kleinen. In manchen der mittleren und kleinen Anstalten aber steht es schon so, daß sie hier keinen Ausweg mehr. sehen. So berichtet das Frauenasyl in Wengern, das von der Frauenhülfe(nachgehenden Fürsorges: unterhalten wird, von Hypothekenschulden in. Höhe von 160000 cll, die offene Schuld betrug im Jahre 1921 50000 K, für unbedingt erforderliche Reparaturen braucht das Haus 200000 M. für Einrichtung einer sich immer mohr nöttgmachenden Handarbeitsstation 15000 ck. Dazu kommt wie von allen anderen Anstalten die Klage, daß der Bestand an Wäsche und Kleidung gänzlich aufgebraucht sei. Die Rettungsanstalt Overdyck, eine der ältesten in ihrer Art, im Jahre 1819 von dem Grafen Adalbert von der Recke=Volmarstein gegründet, hat ihren im Jahre 1919 als Jubiläumsgabe gesammelten Grundstock zur Er weiterung des Anstaltsgebäudes für die Deckung der notwendigsten Ausgaben aufbrauchen und dazu noch 20000 A anlleihen müssen, um ihre Schuld zu bezahlen, und im vorigen Jahre schloß die Rechnung wieder mit einem Fehlbetrage von über 47000+, und eine neue Anleihe wäre nötig gewesen, wenn die Anstalt nicht aus der Sammlung für das notleidende Kind eine besondere Unterstützung bekommen hätte. Nur etwas mehr als die Hälfte der Ausgaven werden durch die Pflegegelder wirklih gedeckt. Das Rettungshaus Schildesche, gegründet im Jahre 1852, steht vor einem Fehlbetrage von 100000 M und braucht für Reparaturen und Beschaffung von Kleidern und Wäsche für das laufende Jahr mindestens 150000 M. Auch diese Anstalt hat eine ganze Reihe von Zöglingen, zu deren Verpflegung von der Anstalt erhebliche Zubußen gegeben werden müssen. Die Kinderheime in Bochum, Herne, Gelsenkirchen, Hörde usw. seufzen gleichmäßig unter der immer drückender werdenden Schuldenlast. Besonders schwierig ist die Lage der Anstalten in der Diaspora; bei ihnen besteht zum Teil die Gefahr, daß sie in anderen Besitz übergehen. Um dieser großen Not zu steuern, werden unsere evangelischen Gemeinden aufgerufen, durch ein außerordentliches Notopfer unseren Anstalten der Liebe zu Hilfe zu tommen. Wir müssen erkennen, was für einen Schatz uns Gott damit anvertraut hat, daß er uns den Dienst an den Ar men, Verlassenen, Verwahrlosten und Elenden in unsere Hände gegeben hat, und daß es für das innere Leben unsere Kirche selber ein unersetzlicher Verlust sein würde, wenn sie darin nachlassen wollte, in solchem Dienst der Liebe die Kraft und die Echtheit ihres Glaubens zu bewähren. Gibt Gott uns neue große Aufgaben, so will er es an der Kraft zu ihrer Bewältigung auch nicht fehlen lassen. Die Glieder der evangelischen Gemeinde werden aufmerksam gemacht auf die Versammlung im Gemeindehause am Sonntag abend 8 Uhr, bei der Herr Direktor Hymmen aus Witten eingehend über die Nöte der Inneren Mission berichten wird. Da sollen die Herzen warm werden, mitzuhelfen an der Linderung der Not. Aus Stadt und Land. Schwerte, 6. Mai. Erinnerungen. 6. Mai 1796 Der Schriftsteller Adolf Freiherr v. Knigge gest. 1848 Eröffnung des Donau=Main= Kanals in Bayern. 1859 Der Naturforscher Alexander von Humboldt gest. 1882 Der frühere deutsche Kronprinz Wihhelm geb. 1904 Der Maler Franz von Lenbach gest. 7. Mai 1523 Der Ritter Franz von Sickingen gest. 1747 Die erste deutsche Realschule wird in Berlin eröffnet. 1915 Versenkung der„Lusitania“ durch ein U=Boot. Sonntagsworte. „Jubilate". Der Name des morgigen Sonntags fordert zum Jauchzen auf. Ach, viel näher liegt uns das Klagen und Jammern. Sorgen, Teuerung, Schwierigkeiten. Nöte überall, Aufregungen in der Politik, Zerrissenheit in unserm eigenen Volk. Wo bleibt da der Grund zu jauchzen? Und doch, das ist die eigentliche Not alles Schweren, daß es uns so leicht die Augen verdunkelt für das Gute, das uns doch auch bleibt. Horch einmal auf den Klang der Jubilateglocken, die uns zurufen: Und dennoch habt ihr Grund zu jauchzen! Sie läuten den Sonntag ein. Welch ein köstliches Gottesgeschenk ist ein recht verbrachter Sonntag. Da atmen wir einmal auf, schütteln die Alltagslasten ab und lassen uns von den Glokken einladen zur Stärkung auch unseres inneren Menschen zu Gottes Wort und Tisch. Wahnlich, Grund zum Fauchzen. Und auch der Werktag betommt durch den Glockenklang seine Weihe. Unsere Väter horchten noch auf beim Klang der Gebetsglocke morgens und abends. Sie sagt uns: Es gibt auch noch etwas anderes, als Erdenhasten und=lasten.„Jubilate!" ** Volkshochschule. Am Sonntag, 7. Mai, beginnt Herr Rektor Lecking mit den Wanderungen zur Einführung in die Pflanzenkunde. Die Teilnehmer werden gebeten, sich um 3 Uhr nachm. an der Töchtershule zu versammeln.— Es wird daran erinnert, daß zum Besuch schon der ersten Lehrstunde der Besitz einer Hörerkarte notwendig ist, die ordnungsmäßig ausgefüllt, der Hörer stets bei sich haben muß, um sie auf Verlangen vorzuzeigen. Sollte ein Lehrgang nicht zu Stande kommen, so sind die gekauften Karten beim hiesigen Studienleiter zurückzugeben. ** Aus der evangelischen Gemeinde. Der Kin dergottesdienst beginnt wieder am Sonntag, 7. Mai. *e Gemeindepflege. Um Mißverständnissen vorzubeugen, sei darauf aufmerksam gemacht, daß die Pflege der Schwestern natürlich nach wie vor unentgeltlich erfolgt. Wir bitten nur diejenigen, die es können, um eine freiwillige Beihülfe, die in die Kasse der Gemeindepflege fließt. *„Wohnungshanabgabe. Das Reichsgesetz über die Erhebung einer Abgabe zur Förderung des Wohnungshaues vom 26. Juni 1921(R. B. Bl. S. 776) ist durch das Reichsgesetzblatt S. 235 abgeändert. Die Abänderung gipfelt in der Erhöhung des Hundertsatzes des Nutzungswertes der staatlichen Abgabe und der gemeindlichen Zuschläge von fünf auf fünfunzwanzig mit Wirkung vom 1. April 1922 ab. Hieraus ergibt sich ohne weiteres, daß vom 1. April 1922 ab anstelle der im Artikel 2 der Preuß. Verordnung vom 22. November 1921(G. S. S. 549) mitgeteilt durch Versügung vom 12. Dezember v. J. 3. 5. 3939 3 vorgesehenen Zuschläge das fünffache dieser Zuschlä ge als staatliche Abgabe zu erheben ist. Soweit der Wortlaut der Verordnung und der hierzu ergangenen Ausführungsbestimmungen auf die Höhe der Zschläge Bezug nimmt oder durch diese beeinslußt ist, ändert er sich hiernach gleichfalls. Reichskrone. Die Vorführung des Lehrfilms über Säuglingspflege findet heute(Samstag) nachmittag 4 Uhr statt. Herr Kreisarzt Med.=Rat Dr. Polten wird einen aufklärenden Vortrag halten. ** Das Krankengeld der Kriegsbeschädigten. Sämtliche Kriegsbeschädigte, die an ihrem Dienstbeschädigungsleiden erkranken und ambulant ärztlich behandelt werden, erhalten für den Fall der Arbeitsunfähigkeit Krankengeld. Soweit es sich um Krankenkassenmitglieder handelt, wird ihnen das Krantengeld in der satzungsgemäßen Zeit neven der Rente ausgezahlt. Solche Beschädigte, die lediglich zum Zwecke der Heilbehandlung den Krankenkassen zugeteilt sind, ohne selbst versicherungspflichtig zu sein(Zugeteilte) und solche Krankenkassenmitglieder, deren Unterstützungsanspruch an die Krankenkasse verbraucht ist, also die Ausgesteuerten oder die noch nicht vollberechtigten Versicherten, erhalten im Falle einer Einkommensminderung durch die Erkrankung ebenfalls Krankengeld; seine Höhe richtet sich nach den Bestimmungen der jeweils die ärztliche Behandlung vermittelnden Krankenkasse mit der Einschränkung, daß Krankengeld und Rente zusammen den Betrag der Vollrente nicht übersteigen dürfen. Das Krankengeld wird wöchentlich nachträglich durch die Krankenkassen ausbezahlt. ** Wahl des Sparkassenrendanten. Unter dem Vorsitz des Herrn Bürgermeisters Rohrmann fand gestern nachmittag im Rathause eine gemeinsame Sitzung der Stadtverordneten und der Amtsverordneten des Amtes Westhofen statt. Es handelte sich um die Besetzung der durch den Uebertritt des Herrn Nehring in den Ruhestand erledigten Rendantenstelle der Sparkasse und um die Besoldungsordnung der Sparkassenbeamten. Für die Rendantenstelle waren 59 Bewerbungen eingegangen; gewählt wurde und zwar einstimmig der seit langen Jahren an der Sparkasse als Kassierer tätige Herr Heinrich Schmidt von hier. Die neue Besoldungsordnung wurde nach dem Vorschlage des Sparkassenvorstandes und Magistrats gleichfalls einstimmig angenommen. Im Anschluß an diese Sitzung erledigten die Stadtverordneten noch zwei Angelegenheiten. Dem Antrage der Finanzkommission und des Magistrats, stadtseitig auf die Rückzahlung der den Kleinrentnern gewährten Zuschüsse zu verzichten, wie Reich und Staat es gleichfalls tun, wurde grundsätzlich zugestimmt und der Beitritt zum Preußischen Städtetage, dessen nächste Tagung am 25. und 26. Mai in Goslar stattfindet, beschlossen. ** Wohltätigkeits=Bazar. Wie schon verschiedentlich kurz mitgeteilt, veranstaltet der Verband der kath. Vereine am 20. und 21. Mai in den Räumen des Vereinshauses einen Wohltätigkeits-Bazar. Das Ergebnis soll einem Fonds zur Beschaffung einer neuen Kirchenorgel, die unbedingt notwendig ist, zugeführt werden, ein Teil soll zur Renovierung des Vereinshauses dienen. Das Unternehmen ist mit großer Umsicht vorbereitet und verspricht vollen Erfolg. Für die Unterhaltung und Belustigung der Gäste ist in jeder Hinsicht bestens gesorgt, desgleichen für die leivliche Verpflegung mit Speise und Trank zu zeitentsprechenden Preisen. Auch die tanzfrohe Welt wird auf ihre Kosten kommen, desgleichen die Jugend, für deren Belustigung u. a. ein Karussell aufgestellt wird. Der Verband hofft auf die allseitige Unterstützung seitens der Bürgerschaft durch zahlreichen Besuch des Bazars. An die Geschäftswelt, vor allem an die Landwirte der kathol. Gemeinde, richtet der Arbeitsausschuß die dringende Bitte, das Unternehmen durch Darreichung von Lebensmitteln(Mehl, Eier, Fett, Fleisch und Wurstwaren) zu unterstützen. Gaben aller Art werden gern im kathol. Vereinshause bezw. im kathol. Pfarramt entgegen genommen oder auf Wunsch auch abgeholt.— Der Arbeits(eusschuß wird auf Dienstag abend 8 Uhr zu einer Besprechung in das Vereinshaus eingeladen. ** Ruhrtaler=Konzert. Auf das am morgigen Sonntag am„Freischütz", stattfindende Konzert des Ruhrtaler Sängervereins sei auch an dieser Stelle nochmals empfehlend aufmerksam gemacht. Das reichhaltige Programm, die allseits bekannte lünstlerische Leistungsfähigkeit des Vereins sowie die Namen der mitwirkenden Solokräfte bieten Gewähr für genußreiche Stunden. ** Zirkus Hermann Althoff, dieses altbekannte wahrhaft große Zirkusunternehmen, trifft demnächst zu einem kurzen Gastspiel hier ein. Der Zirkus„verfügt über ein geradezu prächtiges Pferdematerial, sowie über eine Gruppe dressierter asia tischer Kamele. Pferdedressur und Reiterei stehen im Zirkus Hermann Althoff an erster Stelle, ein exquisites Künstlerpersonal, darunter die 7 Kardinales, die beste Reiterfamilie der Gegegenwart! Eine Reihe von hier noch nicht gesehenen Sensationsnummern, sowie eine Schar von urtomischen Spatzmachern und dummer Auguste vervollständigen den Riesenspielplan.(Siehe Anzeige.) ** Westhofen, 6. Mai. Kirchensteuern. Die Vertretungen der hiesigen evangel. Gemeinde haben beschlossen, für die Rechnungsjahre 1921=22 5 Prozent der Reichseinkommensteuer und 35 Prozent der halben Grund= und Gebäudesteuer als Kirchensteuer zu erheven. ** Westhosen, 6. Mai. Kathol. Gottesdienst. Am morgigen Sonntag geht ein langgehegter Wunsch der Katholiken von hier und Umgegend, sowie von Holzen endlich in Erfüllung; in beiden Gemeinden wird jetzt an den Sonntagen regelmäßiger Gottesdienst abgehalten und zwar hier in einem zur Verfügung gestellten Raume des früheren Hotels Wittekind, in Holzen in der kathol. Schule. In Westhofen beginnt der Gottesdienst um 8 Uhr, in Holzen um 10 Uhr; letzterer dürfte sich durch die Mitwirkung des Kirchenchors Schwerte besonders festlich gestalten. Für den Sonntag nachmittag ist in Holzen im Mölder'schen Saale eine Nachfeier vorgesehen, für Westhofen findet eine solche Feier am Montag abend im Schulte'schen Lokal statt. ** Geisecke, 6. Mai. Evangel. Volksverein. Nach seiner Gründungsversammlung im Februar hält der Ev. Volksverein GeiseckeLichtendorf am morgigen Sonntag, 7. Mai, seine erste Frühjahrsversammlung um 4 Uhr im Saale des Wirtes Eichmann ab. ** Wellinghofen, 4. Mai. Groß=Gemeinde Wellinghofen. Durch Entscheidung des Ministers des Innern sind die Gemeinden Wellinghofen, Hacheney, Lücklemberg, Wichlinghofen und Niederhofen ab 1. Mai cr. zu einer Gemeinde zusammengelegt worden. Die Groß=Gemeinde führt den Namen Wellinghofen Baum, um die Katze einzufangen oder von dem Ast zu schütteln, auf dem sie saß. Als Sch. fast bis zur Spitze des Baumes getlettert war, lösten sich durch irgend einen unglücklichen Umstand die Hände, sodaß der Mann abstürzte. Er fiel zu nächst mit dem Rücken auf einen Ast und dann mit dem kopf nach unten zur Erde. Der Schädel wurde zertrümmert, sodaß der Tod auf der Stelle eintrat. Der tragische Unfall ereignete stch angesichts einer zahlreichen Menschenmenge, die sich bei dem Baume angesammelt hatte. Oberhausen, 5. Mai. Brudermord. In einem Hause am Schererhof kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen den Brüdern Josef und Wilhelm Weiler, die einen blutigen Ausgang nahm. Wilhelm Weiler begab sich in die Wohnung des Arbeiters Dröschel, während sein Bruder nach Hause lief und einen Revolver holte. Als er zurückkehrte, wollte er sich ebenfalls in das Haus begeben. Als ihm die Tür versperrt wurde, gab er durch die verschlossene Tür zwei Schüsse ab, die seinen Bruder trafen, der darauf ebenfalls schoß und seinen Bruder tötete. Beide Brüder waren verheiratet. Munsterlager, 3. Mai. Explosion, Auf dem Gasplatze Brehloh sollte eine neue Anlage zur Vernichtung von Rampfsprengstoffen ausprobiert werden, die hauptsächlich für die Unschädlichmachung des Teerstoffes Grünkreuz bestimmt ist. Es erfolgte eine Explosion, die so stark war, daß der eiserne Deckel eines Rührwerkkessels, der fest vernietet war, abgerissen und durch das Dach des Gebäudes hindurch etwa 100 Meter hoch und 500 Meter weit fortgeschleudert wurde. Sämtliche Rohrleitungen und Vorratskessel sind zerstört. Ein Arbeiter wurde getötet. Aus den Provinzen. Iserlohn, 6. Mai. Brahms=Konzert. Der hiesige Oratorien=Verein veranstaltet unter Leitung seines rührigen Dirigenten Musikdirektor Franz Hanemann d. J. am Montag, 8. Mai, abends 7½ Uhr, in der großen Halle der„Alexanderhöhe" ein Brahms=Konzert. Zur Aufführung gelangt die 2. Symphonie, vier ernste Gesänge für Schwerter Wochennachklänge. Baß und„Ein deutsches Requiem“ für Chor, Soli und Orchester. Als Solisten sind gewonnen Frl. Hedwig Siedenbühl=Dortmund(Sopran), Kammersänger Kasc=Leipzig(Baß), ferner ist das ganze städt. Orchester Dortmund für die Aufführung verpflichtet. Hagen, 5. Mai. Die Auslieferung des italienischen Attentäters Boldrini, über dessen Festnahme durch einen italienischen Kriminalkommissar wir s. Zt. ausführlich berichteten, ist nunmehr genehmigt worden. Boldrini, der hier im Polizeigefängnis saß, wurde gestern morgen durch einen hiesigen und zwei Berliner Kriminalbeamte nach Italien befördert. Hagen, 5. Mai. Verhaftung von Eisenbahndieben. Gestern wurden hier 10 Güterbodenarbeiter festgenommen die im Verdacht stehen, an ihrer Arbeitsstelle, im hiesigen Güterbahnhof, Diebstähle ausgeführt zu haben. Bei den vorgenommenen Haussuchungen wurden an verschiedenen Stellen aus diesen Diebstählen herrührende Gegenstände vorgefunden. Hagen, 5. Mai. Ein schwerer Einbruch wurde in der vergangenen Nacht in der Mittelstadt verübt. Spitzbuben zertrümmerten an dem Herrenkonfektionsgeschäft Heinecke in der Elberfelderstraße die große Spiegelscheibe, räumten die Auslage aus, zertrümmerten eine weitere Scheibe, die den Verkaufsraum mit dem Schaukasten verbindet und stiegen dann in den Laden ein. Hier wurde gründlich Umschau gehalten und etwa 35 Herrenanzüge, natürlich die besten, zusammengepackt und mitgenommen. Der der Firma zugefügte Schaden beläuft sich lt.„Westd. Vztg.“ auf über 100000 Mark; hat doch allein die zertrümmerte Spiegelscheibe einen Wert von vielen tausend Mark. Unverständlich ist nur, wie die Spitzbuben so in aller Ruhe an der Hauptverkehrsstraße arbeiten können. Fröndenberg, 5. Mai. Ueberfahren und getötet. Der Sextaner Lothar Kristen sprang auf einen fahrenden Zug. Er glitt vom Trittbrett ab und kam unter die Räder, die ihn faßten. Der Bedauernswerte wurde sofort getötet. Menden, 5. Mai. Jugend von heute. Hier mußte ein 15jähriger Junge dem Amtsgericht vorgeführt werden, der sich an einem 4jährigen Mädchen in unsittlicher Weise auf das schwerste vergangen hatte. Die Eltern können nicht genug ermahnt werden, doch stets ihre Kinder unter guter Aufsicht zu halten. Lüdenscheid, 5. Mai. Beim Fluchtversuch erschossen. Bei einem Fluchtversuch mit Widerstand wurde ein Fürsorgezögling, der im Verdacht stand, zahlreiche Diebstähle ausgeführt zu haben, von einem Polizeibeamten angeschossen und derart schwer verletzt, daß er gestorben ist. Münster, 5. Mai. Todessturz aus einem Baum. Eine verwilderte Katze hatte sich gestern vormittog bei der Verfolgung auf einen Baum in den Anlagen des Servatiplapzes geflüchtet. Man hatte versucht, sie durch Schüsse aus einem Teschin unschädlich zu machen, was aber erfolgles blieb. Der des Weges kommeride etwa 20 Jahre alte Dachdecker Scharf aus Albersloh stieg auf den Frühlingswind braust durch das Land, Jagt die Wolken, zaust die Bäume. Und wohin er ausgesandt, Bläst er fort die Winterträume. Jauchzend und mit Jugendlust küßt er stürmisch Mutter Erde, Froher Botschaft sich bewußt: Daß der Mai nun kommen werde! Auch durch meine Seele weht, Frühlingswind mit lauterm Mahnen, Und im Herzen aufersteht Frohes, holdes Frühlingsahnen! Ach, mein Herz war tief verschneit, Wie im Winter Mutter Erde. Doch nun ahnt es, schmerzbereit: Daß der Mai es heilen werde. Eine Woche im Mai ist schon vorüber, eine Woche, in der wir mit klappernden Zähnen singen mußten: „Stell an den Herd die schwarzen Anthracite, Den letzten Rest der Kohle trag' herbei, Und laß uns wieder von der Wärme reden, Wie einst im Mai— wie einst im Mai. Gib mir den Pelz, daß ich ihn fröstelnd trage, Das Grogglas hole, wirf es nicht entzwei, Laß uns vergessen dann die kalten Tage, Es ist nun Mai— es ist nun Mai!“ Es gab ja überall kalte und verregnete Tage und deshalb meist ruhige Mai=Feiern und einen schauerdurchfluteten Abschied vom April. Da fragt wohl mancher, mit den kalten und nassen Beine ungemütlich scharrend: „Wie wird der Mai 1922 überhaupt sein? Ein scheußliches Wetter! Wochenlang, nun schon Kälte und Regen und noch keine Besserung in Aussicht! Mai und Maistimm## Rechte kommen. Es ist et Maistimmung, sie wird w Monat noch so wenig wo mehr aber kühl und naß haben will. Denn„Me füllt dem Bauer S diesem Jahre erübrigen die Nässe, da wir darar gehabt haben, daß es gu guläre Maimonate ausre So viel wie Mai und in der Welt besungen u verknöchertsten Herzen er wieder an den Mai des wenn draußen alles wiel Auch der prallste Geld Auto durch die Welt sauf liches Rühren und er w bunte Blüten des Ruh schmücken. Die Jugend steht ar Maistimmung, Lachen 1 Weg und Steg, die G scheinen ausgeschaltet. Der Vögel Waldkonze Weise zu hören, freilich aus tausenden von Kehl Morgen, wenn die meist Zuerst, gleich mit So * Grasmücke ihr Liedchen, sel mit ihren Flötentön bald alle anderen gefie einander von süßen E wieder harmonisch abge konzert, bei dem der kürlich seine Schritte### den Liebesspielen, die schönt werden, zuzuscha ster Spatz, der Vagabn wickelt sich erst um 5 Es wird vielen unbekannt sein, daß gerade diese Witterung einen schönen weiteren Monatsverlauf des Mai und Juni verspricht. Suchen wir das an bisherigen Erfahrungen zu beweisen!— In den Jahren 1917 und 1919 war es zuletzt, daß der Winter wie auch in diesem Jahre seine Herrschaft bis Ende April ausdehnte. Die beiden folgenden Jahre jedoch war das Frühjahr ungewöhnlich milde und von schönem Wetter begünstigt, sodaß im April schon alles grün war und in Blüte stand. Aber im Mai und besonders im Juni nahm die Wetterlage einen unangenehmen Cha rakter an. Kurze Wärmeperioden wechselten mit vielen trüben und sehr kühlen Regentagen ab, der rauhe Nord wich nicht und nicht selten fror es nachts. Wieviel besser ist dagegen ein langer Winter wie 1917 und 1919, wo nach einem un freundlichen März und April, der noch fast jeden Tag Schnee und Eis brachte, ein gleichmäßig warmer Mai und Juni das Wachstum aller Feldund Gartenfrüchte förderte und die Versäumnisse der Vorgänger reichlich nachholte. Lassen wir darum denn auch in diesem Jahre den Frühling sich ruhig austoben, endlich wird die Sonne siegreich das Feld behaupten und wir werden dann mit Uhland singen: Die linden Lüfte sind erwacht, Sie säuseln und weben Tag und Nacht. Sie schaffen an allen Enden. Der Sauerläu hat auch im letzten Ausschwung genomm fast 220 Abteilungen in 35 Ingendgrupper vereinigt. Anfang 2 bereits 225 Abteilun gliebern. Ein Ehrenmal für plant der Sauerländ verein) in Gestalt Jugendherberge im Eine von der Ein! S. G V kürzlich zi von 20000 M., fern Hauptvereins vom bilden den Grundst den Abteilungen u Sammlung. Diese dige Ehrenmal so den Lebenden zur lande zur Ehre ge Ein Sonderzug nach Mül Der Deutsch= „Naturfreunde ur birgsverein gedenk einen Sonderzug Hagen—Frankfu: lassen, dem kurz o zug auf der gleich Durch Entgegenko tung ist mit einer ½ zu rechnen. E viele Freunde des Besucher der Mün Oberammergauer zug benutzen wer teilt die Geschäfts Hochstr. 8, gegen Marken. glänzt im Nu underhält die Schuh Burgfe Der Burgfestsp veranstaltet auch tagen in den Mo spiele(Freilichtau Burg Altena. A spiele ist der Dire Dr. Max Krüger Festspiele, denen schlossene Aufführ vorausgehen, sin klassischen Dichtur lichingen“ in der des Schauspiels von Barnhehm“. sein mit Hauptm von Hoffmannst sind die„Schnar „Die deutschen vorgesehen Be Aufführungen st beanspruchen: de Widerspenstigen“ dargestellt wird, damit zum erst Das künstlerische gerechtfertigt, de Burgfestspielbüh on dem sch. fast , lösten and die fiel zud dann Schädel r S t e l l e h angedie sich d. In er Aussef und Ausgang ie WohBruder Als er is Haus , gab er ab, die Us schoß r waren n. Auf Anlage ausproUnschädbestimmt ark war, ssels, der das Dach hoch und Sämtzerstört. Land, Mai und Maistimmung soll dann zu Rechte kommen. Es ist etwas besonderes um diese Maistimmung, sie wird wach, auch wenn der holde Monat noch so wenig wonniglich erscheint, um so mehr aber kühl und naß ist, wie ihn der Bauer haben will. Denn„Mai kühl und naß, füllt dem Bauer Scheun und Faß. In diesem Jahre erübrigen sich wohl die Kühle und die Nässe, da wir daran ja so viel im voraus gehabt haben, daß es gut und gern für zwei re guläre Maimonate ausreicht. So viel wie Mai und Liebe ist überhaupt nichts in der Welt besungen worden, und auch in dem verknöchertsten Herzen erwachsen die Erinnerungen wieder an den Mai des Lebens, an die Jugend, wenn draußen alles wieder jung und bunt wird. Auch der prallste Geldsack, der im prunkvollen Auto durch die Welt saust, fühlt dann ein mensch liches Rühren und er würdigt grüne Zweige und bunte Blüten des Ruhms, seinen Wagen zu schmücken. Die Jugend steht am höchsten im Bann der Maistimmung, Lachen und Lieder klingen auf Weg und Steg, die Gedanken an„mehr Geld scheinen ausgeschaltet. Der Vögel Waldkonzert ist jetzt in erbaulichster Weise zu hören, freilich am allerschönsten tönt's aus tausenden von Kehlchen ganz zeitig früh am Morgen, wenn die meisten Menschen noch schlafen. Zuerst, gleich mit Sonnenaufgang, beginnt die Grasmücke ihr Liedchen, gegen 3 Uhr setzt die Amsel mit ihren Flötentönen ein, dann kommen alsbald alle anderen gefiederten Sänger, ein Durcheinander von süßen Stimmchen, und doch auch wieder harmonisch abgestimmt, ein wahres Wald konzert, bei dem der einsame Wanderer unwillkürlich seine Schritte hemmt, um zu lauschen, und den Liebesspielen, die mit so viel Gesang verschönt werden, zuzuschauen. Der faulste ist Mei ster Spatz, der Vagabund unter den Vögeln. Er wickelt sich erst um 5 Uhr aus dem Neste, und man vermißt ihn auch gar nicht, denn wenn er eist da ist, gibts einen Spektatel, als ob er Ver säumtes nachholen müsse. Man braucht sich ihn durchaus nicht und in keiner Weise zum Muster zu nehmen und kann doch rechte Maienfreude haben und sei es nur in Erinnerung an glückliche frohe Tage der Vergangenheit. Den Alten, im grauen und weißen Haar steigen sie immer wieder auf diese Erinnerungen und sie möchten wieder jung werden. Aber wir wissen: Nur einmal blüht im Jahr der Mai, nur einmal im Leben die Liebe! Des Lebens Mai liegt hinter uns Alten. Aber dennoch wollen und sollen wir kein Griesgram werden. Alles neu macht der Mai möchte er auch uns neu machen, zu neuem Leben erwecken und zu neuer Tat an uns und in uns selber! Das lehre uns die erste vergangene Maienwoche, die am 2. Mai des Dichters Julius Sturm Sterbetag brachte, der uns in einem seiner Gedichte zuruft: „Still streut der Sämann seine Saaten, Ob sie gedeihen oder nicht, O, lasse dich von ihm beraten Und tue schweigend deine Pflicht. Sucht dich die Freude, grüße sie, Sie schmückt das Erdenleben; Gib Raum ihr und vergiß es nie, Daß Flügel ihr gegeben!" über, eine nen singen thracite, sei, reden, ai. nd trage, swei, 18 nete Tage und einen Da fragt ssen Beine erhaupt Lochenlang. keine Besdaß gerade n MonatsSuchen wir weisen!— zuletzt, daß seine Herrbeiden folungewöhnünstigt, sod in Blüte im Juni hinen Chahselten mit gen ab, der in fror es ein langer einem un fast jeden mäßig waraller Feldersäumnisse esem Jahre ndlich wird in und wir Nacht. Wetteraussichten für einige Tage im voraus. 7. Mai: Wolken, teils Sonne, strichweise Regen, milde, sehr windig. 8. Mai: Sonne mit Wolken, ziemlich warm. 9. Mai: wenig verändert, strichweise Gewitter. 10. Mai: Sonne, Wottenzug, warm, strichweise Gewitter. 11. Mai: wenig verändert. 12. Mai: Sonne, teills veränderlich, normal temperiert. 19. Mai: schön, angenehm. S a.*% TT Hinaus in die Ferne! Wanderziele Der Sauerländische Gebirgsverein hat auch im letzten Jahre wieder einen weiteren Ausschwung genommen Ende 1921 waren in fast 220 Abteilungen 32410 Mitglieder, außerdem in 35 Ingendgruppen noch 934 vereinigt. Anfang April 1922 zählte der SGV bereits 225 Abteilungen mit über 35.000 Mitglohern. Ein Ehrenmal für die gefallenen Mifglieder plant der Sauerländische Gebirgsverein(Hauptverein) in Gestalt eines Wanderheims mit Jugendherberge im Sauerlande zu errichten. Eine von der Einkaufsgen. Niederrhein dem S. G V kürzlich zugeflossene Spende in Höhe von 20000 M., ferner ein erstmaliger Beitrag des Hauptvereins vom S. G. V. von 5000 M. bilden den Grundstock zu der nunmehr unter den Abteilungen und Mitgliedern eröffneten Sammlung. Dieses den teuren Toten würdige Ehrenmal soll ihnen zum Gedächlnis, den Lebenden zum Heile und dem Sauerlande zur Ehre gereichen. Ein Sonderzug mit Fahrpreisermäßigung nach München und zurück. Der Deutsch=Oesterreichische Alpenvexein Naturfreundse und der Sauerländische webirgsverein gedenken in der letzten Augusthälfte einen Sonderzug von Dortmund aus über Hagen—Frankfurt nach München fahren zu lassen, dem kurz vor Ferienschluß ein Sonderzug auf der gleichen Strecke zurück folgen soll. Durch Entgegenkommen der Eisenbahnverwaltung ist mit einer Fahrpreisermäßigung von ½ zu rechnen. Es ist anzunehmen, daß recht viele Freunde des bayrischen Hochlandes, dazu Besucher der Münchener Gewerbeschau und der Oberammergauer Passionsspiele den Sonderzug benutzen werden. Nähere Auskunft erteilt die Geschäftsstelle des S. G. V. in Iserlohn, Hochstr. 8, gegen Voreinsendung von 2 M in Marken. gang der Anlage der alten Shakespearebühne außerordentlich ähnlich sind. Die Aufführungen werden eingeleitet mit dem im 13. Jahrhundert auf einer Ritterburg spielenden vieraktigen Verslustspiel„Die Schnapphähne“ von Walter Bloem. Die Aufführung dieses Stückes ist auf den 21. Mai angesetzt. Neue Wanderwege zur Möhnekalsperre. Die Abteilung Soest des S G. V. gibt allen Wanderfreunden bekannt, daß die zur Möhnetalsperre führenden Wanderwege wieder neu gezeichnet sind. Erster Weg: Soest— Jakobitor- Dreiringser Hohlweg— Westrich Haus Delecke— Sperrmauer. Dieser Weg hat von der Sperrmauer aus Anschluß an die Hauplwanderstrecke 24(Möhnetalsperre— Betzdorf), sowie zu dem Zugangsweg 30(Sperrmauer— Dicke Eiche— Niedereimeer) und zu dem Zugangsweg Sperrmauer— Neheim. Zweiter Weg. Soest— Uirichertor— Hidding sen Körbecke. Derselbe hat Anschluß an den Zugangsweg 25(Körbecke— Neuhaus— AltBreitenbruch— Arnsberg). Dritter Weg: Soest— Grandwegertor— Hillingsen— Tempekal— Brandholz—Stockum. Dieser Weg wurde neu als Zugangsweg zur Möhnetalsperre gezeichnet und ist für Spaziergänger besonders empfehlensweri, da die Hälfte der Strecke durch Wald führt und herrliche Partien und Ausblicke bielet. Von Stockum aus wurde der Weg weiter gezeichnet über den Stockumer Damm— Neuhauserstraße— Neuhaus— Schmalenautal— Freienohlerweg Laltenberg, so daß eine direkte Verbindung mit der Hauptwanderstrecke!(Hagen=Brilon) besteht. Außerdem wurde von Völlinghausen aus ein neuer Zugangsweg zur Hauptwanderstrecke 1 gezeichnet, und zwar: Völlinghausen— Hevetal— Schmalenautal— Laitenberg. Dieser Weg eignet sich besonders für Nachmittagswanderungen von Soest aus mit der Landesbahn bis Völlinghausen. Leichtathletik. Die Leichlathletik=Mannschaft von SSB ährt am Sonntag zum ersten Mal heraus und zwar nach Gütersloh. Dort wird auch die Damen=Abteilung von 06 in die Wettkämpfe eingreifen Union Schwerte entsendet seinen Langstreckenläufer Pierschke. lich können uns am Aontag Erfolge gemelde werden. Fußball. Die Sportvereinigung 06 hat für morgen nachmiltag die Ligamannschaft der Turn= und Sportgemeinde Hagen zu einem Gesellschaftsspiel nach hier verpflichtet. Aus einem Fußballspiel dürfte indessen nichts werden, sich der Platz inzwischen auf„Wasserbal. umgestellt hat. Darum findet das Entscheidungsspiel(Vorspiel) um das Bezirksdiplom zwischen der 1 Jugend von PfB=Westhofen gegen die 1. Jugend von Sportverein=Hohenlimburg um 4 Uhr in Kabel statt. Auf dem Sportplatz Schützenhof empfängt Union 1 die gleiche Mannschaft des BEBrambauer, B=Klasse, um 3,15 Uhr 4,45 Uhr spielen die zweiten Mannschaften dieser Vereine, während sich um 2 Uhr die 1. Jugendmannschaften messen wollen. Gästen geht ein guler Ruf voraus, sodaß ein interessanter Sport geboten werden dürfte In Langschede steigt ein Restspiel Lungschede 1—Kabel 1. Auf dem„Ebberg“ lreffen sich Bf2=Westhofen 2 und„Jahn=Hagen 3(Liga=Verein) In Ergste probiert Spiel= und Sportklub he Englisch=deutsches Rotommen? Paris, 6. Mai. Ueber die aufsehenerregende Unterredung gestern zwischen Lloyd George, Rathenau und Wirth in Genna bringt der Matin von Sauerwein einen ausführlichen, wenn auch sichtlich kombinierten und widerspruchsvollen richt. Sauerwein behauptet zuerst, die Unterhal tung wäre unpolitisch gewesen, hätte aber moralisch die Deutschen außerordentlich befriedigt und ihnen Hoffnungen auf nunmehr ausgezeich neten englisch=deutsche Beziehungen in Genua 966e. Aus London wird gemeldet: Die Nachrichten über die Verständigung Lloyd Georges mit den Deutschen sind soweit ausgelegt worden, daß von einem kommenden wirtschaftlichen Sonderabkommen zwischen England und Deutschland gesprochen wurde. Deutsch=brasilianisches Abkommen. Rio de Janeiro, 6. Mai. Brasilien und Deutschland haben ein Abkommen über die Brasilien zu getroffen dessen Text sydurg Staffellauf aus. Heute nachm. 4½ Uhr ist das Laufen für Erwachsene(2,5 km), anschließend daran um 5 Uhr ein Abendspiel und morgen mittag 1 Uhr das Laufen der Jugendlichen(1½ km) Weiter wird ein Staffellauf(4 mal 100 m) und ein Lauf über 200 m stattfinden. Um 2 Uhr tragen Hengsen 1 und Ergste 1 ein Gesellschaftsspiel aus; um 3.30 Uhr folgt ein Spiel Grüne 2—Ergste 2. Die Veranstaltung ist als Werbetag gedacht. Die Siegerverkündung findet um 6 Uhr im Vereinslokal Kirchhoff in Ergste statt. Eine seit langem gewünschle Begegnung soll es morgen in Hagen geben. Fußball=Club Eppenhausen und Hagen 1860 haben einen Vereins=Wettkampf vereinbart, den sie mit je 6 Stamm=Mannschaften und 2 Jugendmannschaften ausfechten wollen. Hier haben wir in 1860 einen allen Verbandskämpen und Fußball=Pionier auf der einen Seile, der lange in Fußball im Sauerlande der Tonangebende war, dis ihn im Kriege und in der Nachkriegszeit der aufstrebende Fußball=Club Eppenhausen eine sehr ernste Konkurrenz machte und ihm 1920=21 sogar den Rang ablief. Seither haben die Vereine sich nicht mehr gegenüber gestanden Nun wollen sie wieder einmal das Kräfteverhältnis feststellen. Was die Ligamannschaften anbelangt, so glauben wir, daß ein„unentschieden oder ein ganz knapper Sieg für die eine Partei herauskommen wird. Der besseren Technik der„Schminke=Elf“ steht der in scharfen Spielen erproble Kampfgeist der Eppenhausener gegenüber. Der Ausgang des Wettkampfes wird im Sauerlande mit größter Spannung erwartet. reits die Rückzugslinie des Gegners. Die Erfolge Wus veranlaßten den Gegner, um Einstellung der Feindseligkeiten zu bitten. Die Armee Chang=tsolins, die in der Nähe stand, ist zerstreut 9875. Stadttheater Dortmund. Sonntag, 7. Mai, 7½—10½ Uhr:„Undine". Große romantische Zauberoper mit Ballett in 4 Aufzügen von Albert Lortzing. Ailtemmmmnemmemmm Handel und Börse Auslands-Wechselkurse der Berliner Börse (Depisenkurse) kommenden Reparationen pelle###n, essen Man zahlte deutsche Mark: für Burgfestspiele in Altena. Der Burgfestspielverein e. V. in Altena i. W. veranstaltet auch in diesem Jahre an acht Sonn tagen in den Monaten Mai bis September Festspiele(Freilichtaufführungen) im Burghofe der Burg Altena. Als künstlerischer Leiter der Festist der Direktor des Stadttheaters Münster, Dr. Max Krüger, gewonnen worden. Für die Festspiele, denen jewells an den Samstagen geschlossene Aufführungen für die Gewerkschaftenvorausgehen, sind in Aussicht genommen; an klassischen Dichtungen: Goethes„Goctz von Ber lichingen“ in der Fassung der ersten Ausgabe des Schauspiels von 1773 und Lessings„Minna, von Barnhehm". Dramatiker sollen vertreten sein mit Hauptmanns„Elka“ und„Jedermann“, von Hoffmannsthal. An Untorhaltungsstücken sind die„Schnapphähne“ von Walter Bloem und „Die deutschen Kleinstädter“ von Kotzebue vorgesehen Besonderes Interesse dürften die Aufsührungen folgender Shakespearescher Werkeg beanspruchen: des Lustspiels„Die Bezähmung der Widerspenstigen“, das in altdeutschen Kostumendargestellt wird, und„Hamlet“. Hamlet erscheint damit zum erstenmale auf einer Freilichtbühnen# Das künstlerische Experiment ist dadurch besonders gerechtfertigt, daß die natürlichen Verhältnisse der Burgfestspielbühne mit dem eingebauten WehrVom Bücherkisch Alle unter dieser Rubrik besprochenen Bücher sind in der Buchhanstung Carl Praus zu haben. Führer dusch das Haupswegenetz Saue landes(amlliche Ausgabe des Sauerländischen Gebirgsvereins; 100 Seiten und große Wegekarte; Sauerland— Verlag, Iserlohn; 18 M) Nachdem mancherlei Verlegungen der 25 Hauptwanderstrecken in den letzten Jahren notwendig waren, hat sich auch das Bedürfnis ergeben, den schon in vielen Zehntausenden verbreiteten beliebten Führer durch das Hauptwegenetz des Sauerlandes neu aufzulegen. Bei der Gelegenheit erfolgte eine gänzliche Umarbeitung und bedeutende Erweiterung des handlichen Buches. Die Angaben bei den 25 Hauptwanderwegen sind ausführlicher geworden, eine zeihe wichtiger Verbindungs= und Zugangswege wurden hinzu genommen. Die Beschreibung der schönsten und bestbezeichneten Wanderwege des Sauerlandes ist nun derart, daß ein Verlausen nicht mehr möglich sein dürfte Kein Sauerlandwanderer sollle im Rucksack diesen, die wesentlichsten Angaben enlhaltenden Führer vergessen. Der Preis ist angemessen erst später der Presse übergeben werden wird. Barthou wieder nach Genua. Paris, 6. Mai. Barthou ist um 11,40 Uhr nach Genua abgereist. Der heutige Ministerrat, dem der Kammerausschuß für auswärtige Angelegen heiten volle Handlungsfreiheit zugebilligt hatte, prüfte vorher die Haltung, die die französische Abordnung in Genua einnehmen soll. Todessturz aus dem 18. Stockwerk. Newyork, 6. Mai. Die Mutter des in England und Amerika sehr bekannten Pianisten Percy Grainger stürzte aus dem 18. Stockwerk des Gebäudes des Aeolian Hall, während sie bei Freunden zu Besuch weilte. Die Unglückliche blieb vollständig zerschmettert auf der Straße liegen. Der verpuffte Proteststreik. Berlin, 6. Mai. Nach dem Urteil der bürgerlichen Blätter ist der Proteststreik der städtischen Arbeiter vollständig zusammengebrochen. In allen städtischen Werken meldeten sich die Arbeitswilli gen so zahlreich, daß die Notstandsarbeiten ausrei chend durchgeführt werden konnten. Der Selbstmord eines Diplomaten erregt in Paris. großes Aufsehen. Am 1. Maitage früh wurde in einer Anlage gegenüber einer wohl bekannten Restauration ein Selbstmörder ausge funden, der sich durch einen Revolverschuß getötet hatte, und der als ein Attachee der polnischen Gesandtschaft namens Bocenew festgestellt wurde. Ein Banklehrling mit erheblichen Werten durchgebrannt. Bei einer Bank in Nürnberg ist ein 16½jähriger Lehrling verschwunden, der folgende Werte mitgenommen hat: eine Tausenddollarnote, 17000 Franken belgischer Noten, 1000 Franken französi scher Noten, 15000 Lire italienischer Noten, 1 Mil lion Deutsch=Oesterreichischer Noten(Stücke zu 10.000 Kronen), 3060 Franken, schweizerischer Noten. Der chinesische Bürgerkrieg. Paris, 6. Mai. Die heute über den Bürger krieg in China vorliegenden Meldungen lassen erkennen, daß sein Ende bevorsteht. General Wu ist zur Offensive übergegangen und bedroht be100 belgische Franken 100 dänische Kronen.. 1 englisches Pfund 100 französische Franken 100 holländische Gulden 100 italienische Lire... 100 polnische Mark..“. 100 schwedische Kronen. 100 schweizerische Franken 5622,95 100 tschechische Kronen.. 559,30 am 4 5. 2419.45 6157.25 1283.35 2661,65 11136,05 1553.05 7.18 7480.60 am 5. 5 2392.— 6062.40 1268,40 2614,20 10961.25 1525,55 7,10 7390.75 5513,10 550,30 Ein Vollar 288,30 285,39 Gottesdienste am Soyntag, dem 7 Mai. Große Kirche. 9 Uhr: Beichte, Pastor Wischnath. 9½ Uhr: Pastor Ohlig, hl. Abendmahl. 11 Uhr: Kindergottesdienst Kleine Kirche. 8 Uhr: Pastor Ohlig. 10 Uhr: Pastor Terberger. Evangel Krankenhaus 8½ Uhr: Pastor Jehcger. P. 80 Kath Pfarrkirche 6 Uhr: Stiule hl. Wsse, Kaplan Schleep. 7½3 Uhr: Frühmesse mit Predigt. 8¾ Uhr: Schulmesse mit Predigt. S.10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2½ Uhr: Westhofen 8 Uhr: Hl. Messe mit Predigt, Holzen. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt, Pfr. Lichtendorf 7 Uhr: Frühmesse mit Predigt 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. 2½ Uhr: Sakraments= und Mai=Andacht. ∆ Evangel Sstadtmission, Kuhstraße 7. Sonntag 4 Uhr: Bibelstunde; aastschließend Stabinissionsversammlung; abends 8 Uhr: Gemeinschaftsstunde— Mittwoch 3 Uhr: Missionsverein; abends 8 Gebetsstunde— Donnerstag abends 8 Uhr: Semischter Cher. '#i Kopfschuppen Mld ove wote s Mastebelcergr Zeife. Deren Egaum mud dick aufgetragen. Nacht eigwicken kasten und am andern Mocuen durch die üdliche Waschung beseiligt. Auf diese Weise leinet die Seise gute Dienste, schreidl Or med.#0 in * 90 35 905 Rat viondaunr Gagher. Es hal Gott dem Allmächtigen und Allwaisen gefallen, heute morgen 11 Uhr unser herziges Töchlerchen Anneliese unser aller Sonnenschein. im zarten Alter von 1¾ Jahren plötzlich und unerwartet zu sich in den Himmel zu nehmen. 2055 In tiesem Schmerze: Rpotheker Wolff und Frau Familie Hüntenbeamter H. Mertens Familie Ziegeleibesither h. Wolff. Schwerte und Duderstadt. den 5. Mai 1922. Auf Grund der§S 149 bis 151 R. V. O. werden die Ortslöhne im Bezirk des Oberver sicherungsamts Dortmund für die Zeit vom 1.August 1922 bis 31. Dezember 1925 wie folgt geändert: Selntlotelte. ur Keitoran:: Auf Veranlassung des Wohlfahrtsamts Hörde findet heute nachmittag 4 Uhr die Vorführung des Films über: SäuglingsCAUSE , bei welcher Herr Kreismedizinalrat Dr. Polten einen Vortrag hält. Eintriltspreis 4.— M. Eintrittspreis 4.— M. Atttttlllltl Die Beerdigung sindet Montag nachmittag 3½ Uhr vom Trauerhause, Bahnhofstraße 40, aus statt. Hörde, den 2. Mai 1922. Veröffentlicht: Oberversicherungsamt: gez. Noetel. Versicherungsami des Landkreises Hörde: Der Vorsitzende. I. V.: gez Jesper. Danksagung. Für die vielen Beweise innigster Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen sowie für die vielen Kranzspenden sprechen wir allen unseren tiefgefühlten Dank aus. 2051 Heinrich Humme Familie P. Detter Familie W. Vornefeld. Krätzurgan beseit, schnell. 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Err lag des Herrn Liz. Hymmen über:3 se Rotlage der inneren Mission“ Sonntag 8 Uhr im evang. Gemeindehause. Alle Gemeindeglieder sind eingeladen. 2041 Das Presbyterium. Schwerte Leiter: Herr Fr. auf der Horst, Hörde „Sonntag, 7. Mai, nachmittags 4 Uhr beginnend, im„Freischütz": 8 Frühjahrskonzerts Mitwirkende: 6 Frau fnne Schmidt=Reinecke(harfe) Dortmund herr heinz Schmidt-Reinecke(Geige) dortmund herr Opernsänger Otto Nerz(heldentenor) Münster Nach den dardietungen: Gemütliches Beisammensein Eintrittspreis im Vorverkauf M. 3.-, an der Kasse M. 10.-. vorverkaufsstellen: Zigarrenhandlung Winkelmann, Friseure Stracke und Gräfe, Vereinslokal Klempt sowie bei den Mitgliedern; für Westhofen bei Karl wüsthof.( M 3 „ 00000fff000R 0003 Hotel ein Triumph der deutschen Medizin. Nur durch Einreiben der Hände beseitigt Barachol## I Sonntag, den 7. Mai: Erstklassiges Jungsseld KONZERL, Schuerte Begion 6 Uhrgräng sscesesesssssesessssssesserzcg ghige außer * mit Flesigen P. Transporien an Porsonal und vieren der alle Hermann KRN Gelreu der anen Krablachr! „I EIS wis e sein 801!“ Geschäftsplan über die Sinlenschauen im Jabte 1322. Die Slutenschauen finden slatt am 10. Juni. 8 Uhr, in Hagen, Tatiersall, für Kreis Hagen, 10.Juli, 2 Uhr, in Langschede, Deckstelle, f. Kreis Hamm, Jam 11. Juli, 9 Uhr, Freischütz, Wirtschaft, für Kreis Hörde, 18. Juli, 9 Uhr, in Kalthoff, Deckstelle, für Kreis Iserlohn. Richtlialen: I. Im Interesse der Stutenbesitzer liegt es, die Stuten mit Fohlen bezw. die weilere Nachzucht vorzustellen, damit der Zuchtweit der Hengste geprüft werden kann. Anderseits werden bewährte Zuchtstuten für Freideckscheine vorgemerkt. Saugfohlen, Jährlinge und vierjährige Stuten werden für Angeldprämien zur Erhaltung guter dodenständiger Pferde vorgemerkt. II. Abstammungsnachweise und die ordnungswäßigen Deckscheine, sowie die Stallbücher sind mitzubringen. Deckscheine, auf denen die Füllenscheine nicht ordnungsgemöß ausgefüllt und bescheinigt sind, können fortan als einpandfreier Abstammungsnachweis für Fohlen und einzutragende Sluten nicht gelten und kann dei Eintragung dieser Stuten die Abstammung in diesem Falle nicht sanerkannt weiden Vom Jahre 1924 ab werden nur noch Stuten eingetragen, der en Abstammung durch Vorlegung einwandfreier Abstammungsnachweise nachgewiesen werden kann; deshalb empfiehlt es sich, Stuten, deren Abslammung aicht nachzuweisen ist, in kommenden beiden Jahren zur Eintragung vorzustellen. Diejenigen Deckscheine, auf denen der Füllenschein vom Westfälischen Pferdestammduch noch nicht abgestempelt ist, werden auf der Stutenschau eingezogen und nach Uebertragung der Angaben bei der Mutter im Westsälischen Pferdestammbuch den Besitzern wieder zugestellt. Vom Jahre 1922 ab werden für die Fohlen aus eingetragenen Stuten„Fohlenscheine“ in besonderer Ausführung ausgefertigt, die Deckscheine alsdann eingezogen. Für Ausstellung dieser Fohlenscheine sind an Gebühren je Schein 50 Mk. zu zahlen, die bei Versendung der Scheine durch Nachnahme eingezogen weiden III. Die Pferde sind mit gut gepflegten Husen und in gutem Beschlag vorzustellen, da hierauf bei der Beurteilung besonderer Wert gelegt werden wird. IV. Es sind in diesem Jahre in den Schauterminen vorzustellen: 1. Siommbuchstuten mit Fohlen; 2. 3jöhrige und ältere noch nicht eingetragene Stuten 8. 1jährige Stutsodlen; die mit Angeldprämie ausgezeichneken Sluten und Fohlen müssen vorgestellt werden: 4. Jährlingshengste für die Erwerbung der Angeldprämie: 5 die angekörten Hengste zur evenkl. Aufnahme in das Pferdestammduch Es können gezeigt werden. 2jährige Hengste zur Beurleilung auf ihren Zuchtwert. V. Die Stutenbesitzer können ihre Stulen auf den hnen am günstigllen gelegenen Terminen vorstellen. VI. An Beitrag werden jährlich 20 Mk., für die zweite bezw. jede weilere eingetragene Stute(nach dem Bestande am 1. Oktoder jeden Jahres) je 5 Ma. mehr erhoden. Die Eintragungsgebühr deträgt für eine Stute 30 Md. für einen Hengst 250 Mtz und wird dei der Stutenschau sofort eingezogen. Krahe. Astona PDiele * Sonntag, den 7. Mai, nachmittags 5 Uhr: KünstierHotel Duisberg Kafteo-Restaurant. Sonntag, den 7. Mai 1922: Erstkl. Künstlerkonzert Besetzung: Geige, Klavier, Cello. — Anfang 4 Uhr.— Eintritt frei! Eintritt frei! Gutgapflegte Blere und Weine. Alltlllllllltltlllllllllllllll. Schmierkur die Desinsektion der Wäsche. haben in Schwerte: Drogerie Mehlhose. Jahrelange P E3 dabe ich durch Gebrauch von Obermeyer's Mediziral. ge*#., beseiligt, les 446234 N. 444A ad is hatin ale aut in Ner om MII b#ehlen. Zu haden in allen Morgen=Mädchen für sofort oder späterzwegen Erkrankung des jetzigen gesucht. 2057 Otto Möhling Hohenzollernstr. 25. Krankheitshalber Aushaffe für kl. Haushalt gesucht. Zu erkr. in d. Geschft. versagten. Josiois. in 9 In Bacht ist Heiva=Grei: Pregerien u. Pri Auchiager Belsch. 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Da zieht es uns mit Macht hinaus ins Freie, in Gottes schöne Natur. Die engen Stuben, die grauen Häuser, die öden Straßen wollen uns nicht mehr behagen ob die er sonnigen, wonnigen Welt. Wir wollen Farben sehen, warme, leuchtende Farben, die Auge und Herz erfreuen und erguicken. Nun, so folgt mir in das Zauberreich des Frühlings. Da steht ein Apfelbaum in voller Blütenpracht. Welch gütige Schöpfermacht hat ihn so verschwenderisch mit Blüten geschmückt: Und wie zart sie sind! Von außen rosig angehaucht und von innen weiß wie frischgefallener Schnee! Tazwischen aber stehen Staubgefäße und Stempel erwartungsvoll im Festtleide zum Empfang der Bienen bereit. Da bewundert man des Höchsten Weisheit, beschaut andlchtig des Baumes Blütenpracht und gibt dem Schöpfer Ehre. „Laßt uns ein Zweiglein brechen!" denkt ihr. Das wollen wir mitnehmen, das soll uns zu Hause die Freude verlängern. Kaum haben sich eure Hande ausgestreckt, da geht ein leises Zittern durch des Baumes blütengeschmückte Krone. Bangt ihn um seinen Schmuck? Ein Zweiglein nur! Es schmerzt ihn ja nicht, und— kaum merkt man den Verlust. Schämst du dich nicht, du Menn,enkind? Er gibt, und du beraubst ihn; er beglückt, und du verwundest ihn! Laß ihm das Zweiglein, sonst wird er bald verstümmelt und voller Wunden klagend dastehen.— Und er soll doch Schutz und Oodach dem lieblichen Volk der Sänger gewähren, das mit hellen Stimmen Lob und Preis dem Frühlingt singt. Da entdeckt mein Auge ein Vogelparchen in des Baumes Krone. Tas ist ein Gerlapper und Geschmatze da oben und dazu d.e füßflötenden Töne! Was mögen sie wohl einander zu sagzen haben? Ach, wer doch die Vogelsprache verstände! Leicht hüpfen die Sänger nun von Ast zu Ast, ihr Gefleder schiliert prächtig im hellen Sonnenschein, endlich breiten sie die Flügel aus, um in die Ferne zu fliegen. Allein sie lehren wierer, wenn ihr die lieben Vögelein nicht stört.— Welche Freude muß der gefiederte Sänger darüber empfinden, daß er seine Flügel gebrauchen kann! Denkt doch daran, ihr Wanderer groß und klein, wie wir uns sreuen, Herr unserer Glieder zu sein und sie nach Herzenslust bei Arbeit, Spiel und Sport oder auf der Wanderschaft in Gottes schöner Natur gebrauchen zu können. Da jubelt das Herz und reut sich der goldenen Freiheit; denn niemand mag gern in Gefangenschaft sitzen und Trübsal schwitzen. Kann sich nun der Sänger, der mit schnellem Flagelschlage im Nu weite Strecken durcheilt, wohl im engen Käfig seines Lebens freuen? Nimmermehr! Traurig und grausam ist es doch wohl, wenn böse Buben— wie im vorigen Jahre im Weitmarholz— den lieblichen Sängern Fallen stellen und für schnöden Mammon ihre Gefangenen an die Vogelhändler verschachern. Des Vögleins Klagelied vermochte das harte Herz der Vogelsteller nicht zu erweichen, da kam die heilige Hermandad und machte dem bösen Treiben der Rohlinge ein jähes Ende mit Schrecken. Darumi Schützt die lieben Sänger in Wiese, Wald und Feld! Laßt ihnen Menmnnmnmmnenimnun Lautenlied. Willi Lindner. hab mit dem blühenden Fliederstrauß dee Sehnsucht vom Baume gerissen, die will nun mit dir in die Welt hinaus, um ihre Standarte zu hissen! Ich aber, ich kann aus der Enge nicht fort, ich bin an den Alltag gebunden, der Mai wird vergehen, der Flieder verdorrt, und einsam sind all meine Stunden... Du aber, du wanderst durch duftendes Land, das nimmer mein Auge erschaute! Nur meine Sehnsucht flattert am Band deiner kleinen, klingenden Laute.. Miliunsusuuumnuungunguunguumnunmumnguummnn auch Nest und Ei, sonst ist's mit Gesang und Lust vorbei. Frühlingsnahen hebt die Brust Nach des Winters Macht und Tosen; Lenzeslüfte, welche Lust, Uns nun wieder mild umkosen; Alles wird ans Licht gebracht Durch der Sonne Wundermacht. Jedes Gräslein schaut hervor, An den Sträuchern Knospen sprießen, Und mit Wonne kann das Ohr O Natur, wie ist so schön Dein Erwachen, Auferstehn! Vögleins Frühlingslied genießen. Ist nicht die Wiese dort wie ein wundervoller Teppich über die Erde gebreitet? Man scheut sich fast, seinen Weg durch den schönen Wie engrund zu nehmen. Zu beiden Seiten des schmalen Wiesenpfades stehen die Blumen im Festgewande. Immen summen allüberall und saugen den süßen Nektar aus den Blumenkelchen. Viel Arbeit, Sorge, Mühe und Pflege hat das prächtige Wiesengewund gekostet. Da muß dasselbe doch wohl sorgsam verwahrt werden, damit es vor der Zeit nicht Schaden nimmt. Bedenkt doch, welche Lucken der reizende Teppich erhält, wenn ihr gelantenlos die prächtigen Blumen pflückt! Wieviel kleine Lebewesen gehen wahrscheinlich dabei zugrunde, die sich auch ihres Taseins freuen wollten.— Vergezt es nicht. Die schönsten Blumen mit den leuchtendsten Farben, sie locken nicht allein euch, sondern vor allen Dingen-ihre Freunde herbei, die ihnen einen Liel#esdienst zu erweisen haben. Bewundert die prächtigen Falter als da sind: Tagpfaue#lauge, Admiral, Trauermantel und wie sie alle heißen mögen, er, reut euch ihrer Farbenpracht, aber verfolgt sie nicht und ie Mahe Schme #t zerrissenen Frugeln und miit eingedruckten Brust im Sterven am Erdboden liegend können doch wahrlich kein Menschenherz erfreuen. Hier läuft ein Käfer über den Weg. Wi seine Flügel farbenprächtig glänzen! ihn! Steckt ihn nicht in eine dunkle Sch oder gar an eine Nadel. Bedenkt doch, diese tleinen Wesen sind mit Sinnen ausgestattet, die sein empfinden. Darum gönnt ihnen ihr kurzes Dasein und quält sie nicht heißt es doch im Sprichwort: „Quäle nie ein Tier zum Scherz; denn es fühlt wie du den Schmerz!“ Wir sind am Ziele unserer herrlichen Frühlingswanderung. Nun noch eine Bitde Nehmt euch der Tiere an, wo ihr sie leiden seht, wo ein Unrecht an ihnen verübt wir Schützt auch in Wiese, Feld und Wald Flora### schöne Kinder, vergeßt aber auch die nütz lichen nicht. Setzt euch über Schimpf und Spott der Rohlinge hinweg. Die Freund## der Natur werden euch dafür dankbar sein daß ihr mit Mut und Kraft für die Schwachen und Schutzlosen eingetreten seid. Dann werdet ihr das Wandern durch Gottes schöne Natur von einer höheren Warte betrachten und dem Dichter Ph. Spitta zustimmen, wenn er so schön singt: „Ueberall erschallt es deutlich: Leben ist vom Tod erwacht! Und die Erde schmückt sich brüntlich, Und der blaue Himmel lacht. Komm, dies Wunder anzusehen. Freu' dich, Seele, inniglich: Gott läßt seinen Odem wehen, Und der Frühling kommt für dich.“ fangt sie nicht mir negen. metterlinge De Büorgeschichte van Bautum un Aetglegrns II. Hamme, das aus Gold= und Hundhamme verwachsen ist, heißt heute Bochum V!?! Kaum ein Ortsname gibt so. viel Aufschluß über das Leben unserer Vonfahren wie„Huudhamme“. Goldhamme ist wahrscheinlich verderbt aus Holthamme, und Hundhamme ist nicht Rüen(— Rüden) oder Hundehamme, sondern die Vorsilbe.„Hund“ hat eine viel tiesere Bedeutung: Bei den Germanen*) herrschte seis Urbeginn die Einteilung des Volkes in die drei Stände der Eden, Freien und Hörigen. die mit aller Strenge durchgeführt wurde. Hundert freie Sippen bildeten mit ihrem Anhang die Hundertschaft oder die Hund## schaft. Den Namen Honschaft führen heut noch mehrere Gemeinden an der unteren Ruhr, zwischen Kettwig und Werden; dor# giot es 2-, 3 und 7=Honschaften, die heute zu einer Gemennde verschmolzen sind. Jede freic Sippe leaß einen ihr durch da. Los zufallenden Hof mit dem nötigen Geläude; das übrige Land(Feld, Wald, Wire, Berge und Wa#ser) war allgemeiner Beiz de. Hundtschalt, de Allmende. Die Bochume: Böde Kar z. B. früher eine Allmeide, d h. allgemeiner Besitz der Bürger, Uode(von al= ganz eigen) hießen die der Ebelinge und Frielinge.— Früher hör auch da: Allob zum allgemeinen Beder Hunbtschaft; dafür genoß der Edeling als Vorsteyer der Hundtschaft(d. 5# der Hundi, Hind. Kund, Kunig, King) besondere Freiheiten und Rechte. Damit übernahm er auch die Pflicht, in der Nähe des Hofes *) Vergl. von Weeus„Bedeutung den Ortsnamen“, Sey lig. Z''t. S uf der Macitäte, dan ß Buren den Thing, das Gericht(die Wenge) abzuhalten und über Krieg und Frieden „Rücksprache"(— Ruggesprache) mit ihnen zu nehmen.“) Hier wurden auch die Götter verehrt und ihnen Opfer gebracht. Auf dem nahen Tanzberge, der meist an der Scheide zwischen mehreren Hundtschaften lag, wurden Ernte= u. a. Freudenfeste gefeiert, daher auch der Name„Freudenberg". Zumeist waren die Malstätten zugleich die Hammen, auf denen später die Burgen und die Befestigungen zum Schutz und Trutz hegen feindliche oder räuberische Ueberfälle angelegt wurden. Zum Teil sind nach Einführung des Christentums auf ihnen die Kirchen entstanden und bilden so vielfach den Grundstein und den Mittelpunkt unserer alten Ortschaften und Städte, daher Städtenamen wie Hamm, Kamen, Gahmen, Hamburg und in England: Durham, Nothingham usw.— Selbst Bochum heißt in alten Urkunden Bockhem— Buchenhamme. Hamar bedeutet im altnordischen— Fels, Stein, also etwas Festes, Hartes. Im Gothischen bedeutet haimo so viel wie Dorf, im altniederländischen ist hem= Wohnort, angelsächsisch ham, englisch home; das deutsche „Heim“ ist mit diesen Wörtern verwandt. Aus dem Roman„Die Dithmarscher“ von Adalf Bartels erfahren wir, daß eine Hamme ein befestigter Platz war, den ein starker, meist runder Knüppeldamm und zu seinem weiteren Schutz noch 2—3 Wassergräben umgaben. Die Hamme lag genöhnlich an oder in der Nähe der Hauptwege bei den Höfen der Frielinge. Ein schmaler Steg führte über die Gräben und die Zugbrücke in die Hamme. Im Dithmarschen besaßen noch im Mittelalter mehrere Dörfer zu ihrer Verteidigung eine oder zwei größere Hammen. In zeder Hamme stand ein Hammhaus; dieses war?) ein zweistöckiger runder Bau mit sehr star en Miuern, Schießscharten und kleinen Fenstern. In der gepflasterten Halle des Erdgeschosses brannte auf einem rohgemauerten Herd das Feuer zur Bereitung der Speisen für die Wehrmänner. Aus dem Hammhaus ist hier und da später der Sitz des Edelings entstanden. In un erer Ggend nennt man diese Anlage heute noch„Haus so und so". Offenbar war das Gelände des früheren Hauses Overdyk die Stätte, an der in vorgeschichtlicher Zeit die Hamme der Hundtschaft gleichen Namens gelegen hat. Der Honsberg bei Marmelshagen war Allmende(— allgemeiner Besitz) der Hundtschaft Marmelshaaen. Marmel mergel une Hagen war“:) die mit Hagedorn oder Ha elstanben umhegte Masstätte. Hunscheid bei Rechen bedeutet die Scheide der Allmende zwischen zwei Hundtschaften. Hungalge seine Flurbezeichneig in Tahl ausen a. d. Ruhr) war die Gerichtsstätte der Hundtschaft mit dem Galgen. Diese wenigen Be.spele mögen genügen, um zu zei en, wie wertvoll die alten Ortsund Flurnamen für die Vorgeschichte und die Heimalkunde sind. Das hat auch vor einigen Jahren der preußische Landwirtschaftsminister dadurch zu erkennen gegeben, daß er durch eine Verfügung die Katasterbeamten anwies, bei sämtlichen Arbeiten(d. h. beim Vermessen, Aufteilen, Ansiedeln u. dergl.) die alten Flurnamen zu sammeln und in die neue.: Flurbücher und Karten einzutragen. Die Vermessungsbehörde mäßte jedoch beim Verteilen ihrer Beamten darauf achten, daß diese auch die Mundart der zu vermessenden Gegend gründlich kennen und verstehen, damit nicht aus einer kahlen Hardt eine kalte Hardt, aus einem Kahlenberg ein Kollmerg oder gar ein Kohlenbeeg, aus einem hliäven = Hügel) etwa ein Löwe aus Vormholt(= vor dem Holz) ein Wurmholz u. dergl. mehr werde. Mit den amtlichen Verfügungen ist aber die Wiedereinführung der alten Flurnamen noch nicht gesichert; diese müssen durch Belehrnug in Schule, Presse und Vorträgen wieder lebendig gemacht werden. Man schaffe bei Eingemeindungen keine wertlo en, nichtssagenden Neubenennungen, sondern greife unter allen Umständen auf die alten ehrwürdigen Namen zurück. *) Ein Thing wird genau beschrieben im „Kampf um Rom“ von F. Dahn; 4. Buch, Kav. 12/13. Der Hof, mit dem eine Malstätte verbunden war, hieß auch wohl der Tyhove, Thiehof; der Tymann oder Thiemann durfte an dem Thing teilnehmen. **) Nach A. Bartels a. a. O. ) Nach v. Wecus a. a. O4. K eine verdlenstrolle Arbeit leisten. Heimaltunde förkert Heimatliebe. M. I. D. Der Fund im Turmknauf. In der Nacht vom 8. zum 9. März wurde die Turmspitze des Nordturmes der Neustädter Kirche in Vielefeld vom Sturm umgebogen. In der Wertstatt des Schlossermeisters Flaßkämper ist der Knauf auseinandergenommen und dabei in seinem Innern eine angelötete Büchse aus Kupferblech gefunden worden. In dieser waren, wie man den „Westf. Neuesten Nachrichten“ schreibt, drei Stücke enthalten: 1. Ein in rotem Papierband gebundener kleiner lutherischer Katechismus, auf dessen Titelblatt steht: Jesus! Kurtze und einfältige Fragen mit deroselben Antwort aus dem kleinen Natechismo Herrn doet. Martini Luthers für die christliche Jugend zusammengezogen durch Herrn M. Joannes Sötefleisch weiland Superintendenten zu Göttingen. Lemgo gedruckt bei Henrich Wilhelm Meyer 1701. Auf der vorderen Leerseite sind aufgeschrieben: Prediger des Wortes Gottes P. T. Herr Matthias Dreckmann, Superintendens: Herr Johannes Christian Diepenbrock, Herr M. Theophilus Fuhrmann. Bilefelt 1704(Bemerkung: die beiden letztgenannten sind Prediger der Altstädter Gemeinde.) uf der hinteren Leerseite steht: M. P. T. Herr Peter Burgrafe Consul. Heer Doctor Franziskus Hoffbauer index. „„ Joh. Plöger Proconsul. 2. Dazu eine auf Pergament in Zierschrift ab gefaßte Urkunde des Inhalts: Regnante Friderico I. Borussiae rege, principe pio insto aeconstante senatuset populus Bieleseldien sis sibi voni curaverunt. (Unter der Herrschaft Friedrichs 1 Königs Preußen, des rommen gerechten und beständigen Fürsten, haben Senat und Volk Bielefeld für sich aufsteilen lassen.) Siebenhundert zehlte man über tausend neben drey Achter Tag December. Monts bracht herein ein groß Geschrey Wann der Himmel schreklich taht und man großes brausen hörte Auch bei ungemeinem Sturm mächtige Bewegung spürte; Bäume riß der Wind heraus, Häuser warff Er plötzlich hin, Thürme fielen hie und oa, schonte weder Holz noch St#in. Vor dem Sontag, da es heist: Zeichen werden bald geschehen, An dem Himmel und auff Erd', und vorn jüngsten Tag hergehen. Da ward dieses Gottes Hauß, das Lutheri reine Lehr Damals hegte, welche Gott segne immermehr und mehr. Eingeschlagen, alß der Thurm, der an Linker Seite stund Querstreichs umgeworffen ward von dem übergrossen Wind. Alß der andere, rechter Seits, von des grossen Windes Macht Eingeknickt, gefährlich stund, war mann fort darauff bedacht, Ferner Unglück abzukehren, nahm deswegen ihn hernieder, Wurde dießer neue Thurm, Gott zu Ehren auffgerichtet, Siebenhundert vierten Jahrs. Grosser Gott laß du das Licht, Leuchten in dein Gottes Hauß: laß die reine Lehre schallen Uns und unsern Kindern, und mit dem Hauffei, die da wallen, Laß uns feyren biß kir einst, aus der bösen schwere Zeit Insgesamt mit Freuden gehn, in die selge Ewigkeit. 3. Dazu eine auf vergilbten Aktenbogen gegebene Niederschrift. Bielefelt. 1703 ad 8 December Alß Gott der allerhöchste durch einen grausamen Sturmmindt diesen nebenstehenden Thurm aufs Kirchdag quer über geworffen, den Dag bis ans Chor gauß ruinieret, hat auch dieser Klockenthurm, soviel davon mit empfunden, daß man ihm auch hat abnehmer müssen. So sindt wir unten benahmte, Iu dieser Structur auß der Gemeinde allhier, dazu alß Bauherrn und Inspectores von hiesigem Magistrat bazu denomtnieret, haben auch durch die Gnade des Allerhöchsten solches in währenden Jahres, wiederum in guten Stand gebracht. Daß der Klockenthurm wie auch die Kirche wieder in Statu quo gebracht. Wir erkennen hier durch, den Schutz des Vaters im Himmel, der uns die Zeit über gesund, die Arbeiter für Schaden und Unfall behütet, wir statten schuldigen Dank ab für seine Gnade und Vaterzegen, die er uns in währender Zeit beigelegen. Wir bitten demütigst den Vater aller Gnaden, daß er uns und unsere Nachkommenden für solche Gefahr ferner wolle bewahren, und uns zu seiner Zeit einen sehligen Abschiedt aus dieser Trübseligkeit wollen bescheren zur ewigen Seligkeit. Amen Gott dank. Johann Jobst Bilstein Rathsverwandter Synbol: Johova jevabit beabit der große Gott wird helfen und seligmachen. Adolph Grotendyl. Zwölfherr hierselbst. Spobe uf daß Blut Jesu Christi des Sohnes Gottes macht uns rein von allen Sünden! Amen. Der Brand von Sankt Marien. „Hilf Himmel, Sankt Marien brennt!“ Der Ruf gellt durch die Stadt, Und Alles hin zur Kirche rennt, Was Zeit nur eben hat. Der Turm wie eine Fackel loht. Der Flamme greller Schein Liegt auf den Dächern purpurrot, Iirt zwischen Häuserreihn. Am Kirchplatz staut sich Alt und Jung. Auf den Gesichtern malt Sich Trauer und Bewunderung. Ein kleiner Bengel prahlt: „Ich hab' den Brand zuerst entdeckt, Als ich zur Schule ging.“ „Den Turm hat Jemand angesteckt,“ Meint Meister Tellering. Und jedesmal, wenn hoch vom Turm Ein Balken niedersaust, Durch altes Sparrenwerk der Sturm Rot züngelnd, prasselnd braust. Ein Schreckensschrei ringsum ertönt, Und:„Wo bleibt uns're Wehr?“ „Die kommt,“ ein Bürger grimmig stöhnt, „Wenn nichts zu retten mehr.“ „Wo ist der Herr Pastor nur gleich? Wo ist sein Ministrant?“ Der Küster stammelt schreckensbleich: „Die sind, sie sind verbrannt. Beim Tabernakel sah zuletzt Sie retten das Gerät. Ich schrie: Flieht! Flieht! Flieht ihr nicht jetzt, Dann, dann ist es zu spät!“ Die Menge steht vor Schrecken stumm. Da, aus der Kirchentür Mit Kelch, Monstranz, Ciborium, Der Priester tritt herfür. Gleich neben ihm sein Diener geht. Im Feuerregen knien Sie hin, Gott preisend im Gebet, Der ihnen Kraft verliehn. Und jeder in die Kniee sinkt. Und lobet Gott den Herrn. Ein Lobgesang zum Himmel dringt, Da, leise wie von fern, Die Orgel in die Weise fällt, Gespielt von Geisterhand. Des Ministranten Glöcklein schellt, Und alles lauscht gebannt. Die Flamme gierig weiter frißt, Und heult der Sturm sein Lied, Dann ist's, als ob der Organist Alle Register zieht. Laut, lauter schwillt des Chorgesang Gesungenes Gebet. Bang tönt darein der Glocken Klang. Am Seil kein Glöckner steht. Ein Krachen. Ein Entsetzensschrei. Der Turm wankt, bricht und schlägt Im Stürzen das Gebälk entzwei, Das Stuhl und Glocke trägt. Ein Bersten. Jäh die Orgel schweigt. Ein letzter Schmerzenslaut. Schwarz, hoch der Rauch zum Himmer steigt, Der trauernd niederschaut. Dr. Hünnebeck. S S5SE5H FHOSOSSBSSESOREHO-gSUESSSEEE5 E SpL5MEDSSSSTLER, A3S SS S5g%R 5Saax Cn,rg S S So#g-SBERSNS.“S S•* 8 5 55589 „Gesög. S5ö#gEn 5558 EASSSOSSSSHESSDSESSS * S#sts##ES 5 ** S-•88g •SSESRSE S 50 FSSxSSGE: S# DMTSEO „TAMETUNE =O-E.. SSTTN 9 5" 3— * S E SSgsgxg EgO3·PSrsoLSSSg SS5gg S S5D-ggg S 695— =" SS TBSEESSPDSTSEMSRSE SSxSEESSSSSTEgSSEE S SLSEESOSESE b SE. 5 u— 8 255SSSS SSSggPSSESSSSEEE RSRSSSSE a SESSabs SASäg- LERSE DSREG EEE- g SE SO # 55 grgggeöe. EE * SSgSLEESE SSSSMUE SEEUS TTMSSSD nahebringen“. Seit einem Jahrhundert etwa, seit der Zeit, die die Paläontologie und das Interesse an den Knochen vorsündflutlicher Tiere heraufführte, hat sich auch der Beruf des Knochenjägers ausgebildet, und unter den kühnen Vorgängern unseres Autobiographen befand sich auch ein junges Mädchen, Mary Anning, die mit Lebensgefahr wichtige Fossilienfunde machte. Unter den Knochenjägern der Gegenwart ist Sternberg wohl der erfolgreichste gewesen, ein wirklicher Pionier der Wissenschaft, der unter großen Entbehrungen und mühseliger Arbeit der Wissenschaft reiche Schätze zugeführt hat. Er erzählt von den vielen Monaten, die er in einsamer Wüste in einem primitiven Lager verbrachte, um die Knochen großer Wirbeltiere aus hartem steinigen Boden herauszuschälen, wobei er die Kräfte eines klopfers aufwenden mußte, während nachher die Geschicklichkeit eines Ingenieurs notwendig war, um die Knochenhausen aus der pfadlosen Wüste herauszubringen. Seine Tätigkeit als Fossilienjäger begann Sternberg vor mehr als vierzig Jahren, zunächst aus eingeborener Vorliebe an diesen Dingen heraus, indem er zusällig in den Sandsteinformationen beim Sammeln von Laub in Zentkalkansas Knochen fand. In dieser Zeit war das Kansasgebiet, das jeden Frühling von riesigen Büffelherden aufgesucht wurde, eben dem Verkehr erschlossen wörden, und die ersten Ansiedler litton unter den beständigen Angriffen durch die Indianer. Aber es waren die Indianer nicht allein, die damals das Land unsicher machten und auch dem jungen Fossilienjäger viele Gefahren bereiteten. Die Stadt Ellsworth, in der er sich aufhielt, war besetzt von einer Rotte von schurkischem Gefindel, und„der Totenkarren mußte jeden Morgen durch die Straßen fahren, um die Körper derer aufzulesen, die die Nacht vorher in den Vergnügungslokalen getötet worden u g! Jahre 1876 schrieb Sternberg an den gelehrten Professor Cope, der paläontologische Studien machte, und erbot sich, für ihn in den Kalkgebirgen des westlichen Kansas Fossilien zu sammeln. Sein Vorschlag wurde angenommen und nun stand Sternberg, solange Cope lebte, mit dem Gelehrten in enger Verbindung und vollbrachte, von dem großen Naturwissenschaftler ermutigt, die Entdeckung wichtiger Mosasaurier und anderer prähistorischer Tierarten.(Er machte eine Expedition nach Montana und sammelte dann in Oregon und Texas unter den schwierigsten Verhältnissen in wasserlosen Gegenden, so daß er seine Gesundheit schwer erschütterte. Seine größten Erfolge erzielte er in Texas, wo er unter einer erbarmungslosen Sonne, in größter Hitze allen Unbilden einer schrecklichen Witterung ausgesetzt, in den roten Zechsteinformationen arbeitete. Mit eiserner Energie führte er die Durchforschung dieser Felsen aus und brachte mehrere Fossilien von hohem wissenschaftlichen Interesse, so den Naosaurus und andere Pelycosaurier, ans Licht. Viele naturwissenschaftliche Museen Amerikas und Europas, besonders auch das Londoner Naturwissenschaftliche Museum, verdanken der „Knochenjägerei“. Sternbergs wichtige Gegenstände ihrer Sammlungen. Gestern und Heute. Elektrizität als Insektentöter. Um die Ueberhandnahme schädlicher Insekten zu bekämpfen, sind alle möglichen Mittel erdacht worden, und es ist eigentlich merkwürdig, daß man nicht auch schon früher darauf gekommen ist, die jetzt überall benutzte Elektrizität auch in dieser Richtung zu erproben. Jetzt beschreibt das Electrical Magazine eine Reihe von Versuchen, die ganz plaumäßig die Vernichtung von landwirtschaftlich schädlichen Insekten auf diesem Wege zum Ziel gehabt haben. Der II Ausgangspunkt war die gelegentliche Beobachtung eines Ingenieurs in Monaco, der eines Tages im Freien mit einer elektrischen Maschine arbeitete. Er beobachtete nämlich, daß Metallstäbe, die in den Boden gesenkt und dann mit einer Dynamomaschine von 110 Volt verbunden wurden, die Insekten in ihrer Nachbarschaft sichtlich aus ihren unterirdischen Schlupfwinkeln aufstörten. Alle Insekten kamen möglichst eilig an die Oberfläche des Bodes, in den der Strom geleitet worden war. Diese Wahrnehmung veranlaßte den Beobachter zu der Vermutung, daß die Elektrizität der Vernichtung von Insekten in großem Maßstabe dienstbar gemacht werden könnte. Wahrscheinlich werden für die verschiedenen Insektenarten auch verschiedene Stromstärken nötig sein Darüber müssen noch genauere Beobachtungen gemacht werden. Die Kerfen mit gepanzertem Leib dürften sich als die widerstandsfähigsten erweisen. Das Ideal würde natürlich darin bestehen, den Boden elektrisch derart zu behandeln, daß nur die schädlichen Insekten betroffen werden. Ferner wird ein Apparat beschrieben, der von dem Russen Lokuzejewski zur elektrischen Hinrichtung schädlicher Käfer erdacht worden ist. Ein Dynamo wird auf einem Handwagen so aufgestellt, daß keine Elektrizität erzeugt wird, solange der Wagen sich nicht in Bewegung befindet Der Strom geht in die Erde auf der einen Seite durch die eisernen Räder des Wagens und auf der anderen Seite durch die Spitzen von Bürsten aus Kupferdraht, die auf der Hinterseite des Wagens angebracht sind und sich einige Zoll über dem Boden befinden. Das Ergebnis soll sein, daß alle Insekten im Bereich der Bürsten sofort, wie vom Blitz getroffen, vernichtet werden. Kunst und Wissen. Ueber Schlangengifte und ihre Wirkung macht der Direktor des Institus Pasteur in Lille, Dr. Calmette, interessante Mitteilungen. Er teilt die Schlangengifte in zwei Klassen; die erste nennt er„neurotoxisch“, ihre Wirkung teilt sich sofort dem ganzen Nervensystem mit. Das ist die Wirkung des Gistes der Brillenschlange und anderer Reptilien, die vorwiegend im Osten leben; die zweite Klasse Gifte lokalisiert die Hauptwirkung auf die Bißstellen, wie die Gifte der Vipernschlangen, der Klapperschlange, der Hornviper und der Ottern. An einer Reihe von Beispielen weist Dr. Calmette nach, daß die allgemeine Vorstellung, nach der das Schlangengift nur tödlich wirkt, wenn es direkt in die Adern dringt, irrig ist; es bringt auch tödliche Wirkungen hervor, wenn es in genügend starker Dosis auf innerlichem Wege dem Organismus zugeführt wird. Das gewöhnliche Heilmittel, die Bißwunde auszusaugen, ist also nicht ohne Gefahr. Auch die Annahme, daß die Schlangen selbst gegen das Gift anderer Schlangen immun sind, hält einer genaueren Untersuchung nicht stand. Das Gift der Klapperschlange tötet z. B. die Brillenschlange. Nur das Gift der eigenen Art bleibt unschädlich. Als chemische Mittel gegen den Schlangenbiß erwähnt Dr. Calmette übermangansaures Kali, Chlorgold, Chlorkalk und Chromsäure, die alle die Wirkung des Giftes in mehr oder minder starkem Maße beeinträchtigen, wenn sie sofort nach dem Bisse eingespritzt werden. Als einzig sicheres Mittel aber erwies sich im Lauf der Experimente ein besonderes Serum, das von mehrfach geimpften Kaninchen und Meerschweinchen gewonnen wurde. Die beste Möglichkeit zur Kultur dieses Serums bieten übrigens die Pferde, wenngleich die Schilderung der Leiden, die die Tiere dabei zu erdulden haben, bei Tierfreunden lebhafte Entrüstung hervorrufen wird. Das Serum wird am besten in die Haut des Bauches oder der Schulterblätter eingeimpft; die Wirkung ist unfehlbar, wenn die Injektion spätestens zwei Stunden nach dem Bisse erfolgt. * u Wan Me d ir u t M cc ac ub ud u ua unc Wt on u aun a L MUf 1•N Mu W M n Mslun M id hnct(„umhzu m Wht zm(Sacklobönzg—)„Sacsp gun bg aun hntg ( M uh un un n#a zm“ M in rstes und ältestes Tagesorgan des Kreises. General=Anzeiger für den Kreie HördHaupt=Annoncenblatt. Samstag, den 6. Mai 1922 Reiterde. Roman von Fritz Gantzer. (28. Fortsetzung.) eberhaupt, Halm,“ hatten die Freunde gesagt,„warum hast du dir einen Stein aus Bein gebunden? Bist du verrückt gewesen oder hattest du gehofft, einen Goldfisch zu fangen? Es scheint, du bist hereingefallen; denn es sieht bei dir nicht glänzender aus Wozu Halm wenig sagte. Er war im Grunde seines Wesens auf diesen Ton gestimmt. Als Hemunis empfand er seine Frau weniger. Wenn es ihm baheim nicht gefiel, was schon nach Wochen nicht selten vorkam, suchte er das Kaffeehaus auf. Dieser und jener seiner Freunde verfügte ab und zu über geringe Summen, an deren Vertun er mithalf. Aber allmählich begann ihm gänzliche Mittellosigkeit seiner Frau zu mißsgn hatte vielleicht doch darauf gerechnet, daß sie ein ihr zugängiges Vermögen besitzen möchte. Einmal fragte er danach Als sie verneinend antwortete, meinte er, si solle sich an ihre Familie wenden. Das lehnte sie schroff ab. Es sei aussichtslos. Außerdem würde sie viel zu stolz sein, diesen Versuch zu unternehmen. Seit dem Tage bröckelte es an ihrem Glauben. Wenn ihr Gatte seine hochtönenden Reden hielt, biß sie sich die Lippen und fühlte sich zu einer scharfen Entgegnung versucht. Darnach kam eine Periode entsetzlicher Gleichgültigkeit, der eine Zeit grausamster Selbstvorwürfe folgte. Wie hatte sie es nur tun können, was sie getan? Sie sah ihr ganzes Leben zerbrochen und war ohne Hoffnung, es je wieder aufrichten zu können. der Stunde auf Wangerooge, die voller Leichtsinn gewesen. Auch heute. Sie sah sich in tiefer Entwürdigung. Sie betrachtete sich als eine Ausgestoßene, Verlorene, der die Rückkehr in die alten Verhältnisse zu einer Unmöglichkeit geworden.——(5inTigg Marts Rückkehr! Woher kam dies waynsiunige Wort? Oder war es ein stilles, gutes, erlösendes Wort? Sie schlug, erschauernd bis in die Tiefe ihrer Seele, die Hände vor die Augen und stöhnte auf. Sie fand zur Minute noch keinen Abschluß in diesem Denken. Halm beobachtete ihr eigentümliches Gebaren.„Was ist?“ fragte er.„Was hast Du?“ Sie fuhr zusammen.„Nichts“, sagte sie eisig. Er glaubte ihr nicht und bestand darauf, daß sie ihm die Wahrheit sage.„Hat Dich die Weite meines Ideenkreises erschüttert. Fürchtest Du etwa einen Ikarusflug Sie lächelte unnachahmlich spöttisch. Schüttelte den Kopf und sagte:„Nein. Ich befürchte nichts. Ich bin auch nicht erschüttert.“ dachte an die befinden. Und ruckartig vordenken kannst, (Nachdruck verbeten.) Er fuhr herum und sprühte sie an:„Hast Du über„Es beschäftigten mich andere Dinge,“ erklärte sie mit Ton reizte ihn.„So?“ flackerte seine Stimme auf.„Andere Dinge? Andere Dinge, wenn ich Dir meine Seele bloßlege? Wohin gingen denn Sie zauderte. Sie war nahe daran, ihm die Wehr heit ins Gesicht zu schreien. Ihm zu sagen: Dahin, woher ich kam. Zurück zum guten, blanken Lande des Friedens... Hinweg will ich aus dem ekelerregenden Sumpfe, in den mich das blinde Vertrauen zu dir geführt hat... Denn, wenn ich bleibe, gehe ich zugrunde... Alles war Aufruhr in ihr, glühend lodernder Aufruhr, ihm das zu sagen. Dennoch wich sie aus. Weil sie seine rohe Wut fürchtete. Und sagte:„Ich traurige, elende Lage, in der wir uns ich....“ „Halt!“ unterbrach er, seine Rechte werfend.„Solange Du an die Misere benten#1### ohne Dich von ihr ducken zu lassen, darfst Du es. Unterliegst Du aber im Kleinmut, mußt Du die Gedanken davon abwenden und das große, leuchtende Endziel meines Künstlertums ins Auge fassen, um Dich an ihm zu erheben. Nur so beweist Du Dich meiner würdig. Das Proletariat zersorgten Spießbürgertums darf die Tempel der Kunst nicht beflecken!" Er hatte sich zuletzt von ihr abgewandt und war an das Fenster getreten, das den Blick über das Gewirr schmutziger, düsterer Höse freigab, von denen wüstes Ges sich raufender Kinder und das keifende Gezänk unordentlicher Weiber verschwommen in die Höhe lief. Mit stolz in den Nacken geworfenem Haupte stand er. Sybille sah im Gefühl eines namenlosen Ekels zu dem Schwätzer hinüber. Die Hohlheit seines Wesens war ihr noch nie so aufdringlich zum Bewußtsein gekommen, wie in dieser Minute. Heimlich hob sie beide Hände gegen ihn, ballte sie zu Fäusten unb knirschte mit den Zähnen. O Gott, die abgründige Tiefe dieses Elends, das Bewußtsein in sich zu tragen, das Weib dieser— Mannes, nein, dieses elenden, weibischen Gesellen zu sein, der nichts weiter konnte, als sich an seinen Phrasen zu berauschen. Sie fuhr aus dem dunklen Winkel in die Höhe und trat, entscheidungsbereit, einen entschlossenen Schritt vor, hinein in die Mitte des Gemachs, wo sie hochaufgerichtet im schmalen Lichtstreif der letzten TagesEhe sie zu reden vermochte, sprach er, abgewandten A Peeeee eSe Pc! S * OS NL #S.s O 550 SEER 7. O S5 S Sc a S 5 85 9752 S.5050E S.= GA 68 6 3 2"* G * E 5 S 5 E S G 8 15 S E 2 5: 5 g S 8 9 95 E 5 Sa S S S 8 SEE G S• S H Tci S 9 85 □ 5 S 8# S 8 95 P• 5 2 * 2. B 2 2 S S 35 *** 85 8 S 8 * 2 S# SE * ETS. ( n 6 5 8 6= ——* *-="** + 6—*+—□ *=S 2 ½8 * 1„*"* * — b* 2 S 9•5R *"* 5 *** 5 **—** S N2•LE * 8—* .„* e" 3 S B 9 9 2 2 *.(S n * F. 8 Gesichts, die Stimme wie verschleiert, als finde er nicht den Ton, auf den er seine Worte einstimmen solle:„Ich hoffe, mit meinem Schaffen bald beginnen zu können. Wenn es Dir nicht möglich ist, Deine Sorge um das Brot so lange noch zum Schweigen zu bringen, bis ich glänzende Einkünfte habe, würdest Du gut tun, wenn Du sie mit einer Tak zum Schweigen brächtest!“ Sie wollte dem krausen, verschrobenen Sinn seiner rte gar nicht überdenkend nachgehen, sondern sofort en sprechen, wozu sie gerüstet stand. Aber sein Weiteri#en zwang sie zum Warten. Und nun vernahm sie: „#s ist überhaupt eine gute Idee, die mir da gekommen ist Wenn Du Dich zu ihrer Ausführung entschließen könntest, wäre ich imstande, das Ausreifen meiner Pläne in Ruhe abzuwarten, mich nicht voreilig und nicht genügend gesammelt und vorbereitet darauf zu stürzen, nur um dem Elend, der Größe jedes wahren Künstlers, eine Ende zu machen und zu verdienen...“ Er hatte für das letzte Wort einen besonderen Nachdruck aufgespart und unterstrich es, sich vom Fenster abwendend, mit einer seiner beliebten großzügigen Handbewegungen. Da stand seine Frau und hatte zur Abwehr seines Geschwätzes die Hände gegen die Ohren gepießt. Er verstand sie nicht vollauf, weshalb sie das tat. Schüttelte den Kopf, eigen lächelnd, und fuhr, lauter sprechend, fort: „Rämlich: ein mir persönlich bekannter Bildhauer, ein Meister, arbeitet an einem monumentalen Brunnen und sucht ein Modell zu einer Nymphe... und Sybille warf die Hände mit einem Ruck vom Kopfe, als schleudere sie etwas nicht zu ihr Gehörendes von sich und schrie auf.„Psui!" stieß sie in unsagbarem Abscheu heraus.„Schweig, Du Erbärmlicher!]... Als Modell willst Du mich verkuppeln?... O, mein Gott, hilf mir heraus aus diesem entsetzlichen Sumpfe!“ Sie taumelte und fuhr gegen die elend getünchte Wand. Stöhnend, dem Zusammenbrechen nahe, stand sie angelehnt. Er trat mit einem zynischen Lächeln hinzu.„Also wahrhaftig die Prüde, für die Dich meine Freunde längst erkannten. Und dazu eine vortreffliche Schauspielerin... Eine köstliche Naive. Wie eine vom Fach!“ Sie drehte ihr Gesicht zur Wand und schüttelte sich. Jäh sprang das Verlangen in ihr hoch: Fort! Fort zur Minute! Mühsam sammelte sie Kraft, um ihren Körper wieder in die Gewalt zu bekommen. Währenddessen traf der zischende Laut aus seinem Munde ihr gequältes Ohr.„Also das bist Du? So ist Deine Art? Vom Verkuppeln sprichst Du, wenn ich Dir einen von künstlerischen Beweggründen durchtränkten Plan als Vorschlag unterbreiten will? Und mit Dir hoffte ich im gemeinsamen Wandern zu Höhen hinanzukommen, die im Lande der Kunst ihre Gipfel strecken? Bitter enttäuscht stehe ich vor einem Scherbenhaufen...!“ Sie vermochte sein Sprechen nicht mehr zu ertragen. Die geistlose Oede seiner Phrasendreschereien machte sie stark, um ihr entrinnen zu können. Sie wandte sich um und richtete sich hoch auf. Ihr sprühendes Auge, ihr stolz geschlossener Mund zwangen ihn, vor ihr zurückzutreten. Stumm ging sie an ihm vorüber und nahm Mantel und Hut vom wurmstichigen Garderobenständer in der Zimmerecke. „Was willst Du?“ Sie schwieg und setzte den Hut auf, zog den Mantel an und knöpfte ihn mit nervös zuckenden Fingern zu. „Sprich, was Du vorhast!“ forderte er gebieterisch und stampfle mit dem Fuße auf. Ein kalter, verächtlicher Blick traf ihn. Hoheitsvoll warf sie den Kopf zurück und ging zur Tür. „Halt!“ schrie er sinnlos.„Du bleibst!“ „Nein, ich gehe!“ sagte sie einfach. Oeffnete die Tür und schloß sie vom Flur her mit harter Schärfe. „So gehe!“ rief er ihr volltönend nach.„Du kommst schon wieder... Und dann wirst Du doch das Modell sein.!“ Nur das Wort„Modell“ vernahm sie als letztes. Es traf sie wie ein jäher, blutrünstig reißender Peitschenhieb. Gehetzt, wie einen als Verfolger hinter sich fürchtend, floh sie die ausgetretenen, schmutzigen Stufen der steilen Treppe hinab. Der Schall ihrer eigenen Schritte, die sich dumpf an den Wänden brachen, ließen sie in ihrer entsetzlichen Aufregung vermuten, daß sie wirklich verfolgt würde. Einen Angstschrei ausstoßend, stürzte sie vorwärts. Ihre Füße verfingen sich in ihren Kleidern. Sie stolperte und schlug zu Boden. Die sinnlose Angst jagte sie troz des schweren Falls auf. Das brennende Schmerzgefühl empfand sie kaum. Als sie den Hof erreichte und der Torflügel hinter ihr zuschlug, preßte sie ein erleichtertes Aufatmen heraus. Sie floh über die Flure, über die Verbindungsgänge der Höfe und erreichte glücklich die Straße. Ein scharfer, eisiger Luftstrom blies ihr im daherfegenden Sausen in das heißgerötete Gesicht. Sie empfand ihn wie wohltuende Reinheit nach langem Be#ecktsein. Es war ihr, als wasche ein blankes Quellwasser Unrat und Schmutz, die ihr angehaftet, mit rührigem Rauschen hinweg. Tiefatmend verharrte sie augenblickelang. Dann hatte sie das Empfinden, als entzögen ihr unsichtbare Hände den Boden unter den Füßen. Ein feuchtes, warmes Rinnsal suchte sich von der Stirn den Weg über das Gesicht. Tastend ging ihre Hand in die Höhe...„Es muß Blut sein“, glaubte sie zu erkennen.. Sich zusammenrafsend, lief sie die Straße hinab, bog in die nächste Querstraße ein und kam noch fünf, sechs Hauser weit. Ein dunkler Toreingang gähnte ihr seitlich entgegen. Wie machtvolle Arme, die sie an sich zu reißen trachteten, schien es ihr aus der Dunkelheit des Hausflurs entgegenzuwachsen. Taumelnd wankte sie dem Wunderbaren entgegen und schlug bewußtlos zu Boden. Eine einzige, milde, tiese Stille breitete sich behutsam über sie wie ein schützender Mantel. Und die Stille war noch, als sie nach Stunden wieder zu sich kam. Eine matte Helle erfaßte sie als zweites. Tastend suchten sich ihre Gedanken zurechtzunnden. Die weiße Decke eines Zimmers leuchtete lächelnd zu ihr hinab. Und ihre Hände ruhten auf etwas Weichem, Warmem. Wo war sie? Sie versuchte, den Kopf zu heben. Aber er lag wie angeschmiedet. Auf ihrer Stirn schien ein ätzendes Feuer zu brennen.... Nun eine Bewegung neben ihr. Ein leises Rauschen von Kleidern. Dann beugte sich ein still lächelndes Frauenantlitz über das ihre und eine behutsame Stimme sagte ein wohllautendes:„Bitte, bleiben Sie ruhig liegen!" Es war so viel Gutes, Beruhigendes, Tröstliches in dieser Stimme, und es schimmerte so viel Gütiges in den Augen dieses Frauenantlitzes, daß Sybille der an sie gerichteten Aussorderung vertrauensselig nachkam und glücklich seufzend die Augen schloß.... Eine Stunde später trat der kontrollierende Arzt in das Zimmer des großen Krankenhauses. Nun, Schwester Renate,“ fragte er,—„wie stehts um die Kranke?“ Er nickte befriedigt über die sachliche Auskunft der schönen Pflegerin und sagte leise, ihr anerkennend in das Gesicht sehend:„Sie haben sich überraschend schnell eingearbeitet. Wir können mit Ihren Leistungen nur zufrieden sein und dürfen uns freuen, Sie für den schönen, wenn auch anstrengenden und entsagungsreichen Beruf einer Krankenpflegerin gewonnen zu haben. Sie walten mit einer Umsicht und einem Verständnis an den Krankenlagern, daß man glauben könnte, Sie seien schon seit Jahren in Ihrem Beruf tätig. Und doch sind Sie erst seit einigen Monaten bei uns. Nicht wahr, Sie kamnen im September zu uns?“ Schwester Renate bejahte.„Mitte September, Herr Doktor.“ Sie hatte das Gesicht scheu zu Boden gerichtet. Es tat ihr weh, wenn sie mit ihren Gedanken in die Vergangenheit geführt wurde. (Fortsetzung folgt.) Denkspruch. sern' ohne Klagen, Herz, ein brennend Weh ertragen! Der kerze brennt der kopf, doch hörft du sie nicht klagen. Soll rein die Mischung lein, Itill brennt sie, bis sie lischt: kein ist nicht Wachs, noch Docht, wenn es im Brennen zischt. Rückert. Tierverstand. Von Wilhelm Bretag. (Nachdruck verboten.) Instinkt bei den wilden, leise Verstandsspuren bei den Tieren in der Umgebung der Menschen: das ist die gebräuchliche Annahme über das Geistige im Tier. Wer scharf um sich schaut in der Natur, entdeckt selbst bei den wildesten Bestien Regungen, die weit über den Instinkt, den bewußtlosen Naturtrieb hinausgehen. Das Tier merkt sich ganz sicher Dinge, die es ein= oder zweimal gesehen hat, und zieht daraus seine Schlüsse. Jeder Jäger kann erzählen, wie klar die Krähe zu urteilen versteht. Sie sah einmal einen Mann, der ein bestimmt geformtes Rohr, die Flinte, an den Kopf nahm und eine Kameradin tötete. Das genügt, um sie zu belehren, vor einem ähnlichen Individuum die Flucht zu ergreifen, und zwar stets so zeitig, daß das Erlegen der Krähen im freien Felde fast zu den venatorischen Unmöglichkeiten gehört. Wir haben also hier in der Verstandestätigkeit der Krähe einen Schluß aus der Analogie, einen vollkommen korrekten induktorischen Beweis: ex pari ad par. Menschen, die eine Flinte— die Uebersetzung des Wortes in die Krähensprache ist bis heute noch nicht möglich gewesen— tragen, gehen darauf aus, mich zu töten; der dort trägt eine Flinte, also— mach' ich mich aus dem Staube. Nun versuche man einmal, eine Krähe zu täuschen, etwa indem man einen Stock wie ein Gewehr anlegt; sie wird sich nicht rühren, sie wird mit blitzenden Augen das Herankommen des markierten Feindes erwarten und dann mit einem höhnischen Aäh— ääh abstreichen. Nun ist es ja mit dem Verstande der Tiere wie mit dem der Menschen, es gibt überall Esel... Doch halt, zur Ehrenrettung unseres unfreundlichen, störrigen Grautieres. Der Esel ist gar kein Esel, er ist ein blitzkluger Bursche, und alle Dummheit ist nur Heuchelei. Er liebt Ruhe und Frieden, deshalb erscheint er dem Menschen so oft harthörig, hartmäulig und hartschlägig. Er begreift zum Beispiel viel leichter das Gehen im Geschirr als das Pferd, er ist viel vorsichtiger und scheut weit weniger. Das heißt, er sieht die Dinge, wie sie wirklich sind. Das Pferd, der „kluge Freund“, des Menschen, gerät bei dem geringsten Anlaß in die kopfloseste Furcht. Wenn ihm beim Bergabfahren der Wagen ein wenig dicht an die Hinterfüße kommt, stürmt es in rasender Angst vorwärts, obwohl es Kraft genug hätte, das rollende Gefährt durch einen plötzlichen Ruck zu stellen. Anders Bruder Langohr. Er kennt seine Kraft; ohne sich lange zu besinnen, stemmt er die Vorderbeine gegen den Boden, duckt den Kopf tief zur Erde und bringt den Wagen zum Stehen. Er kennt den Rummel ganz genau. Doch zurück zu den wilden Tieren: Beim Fuchsgraben im badischen Odenwald fielen uns neben den beiden Alten drei kaum sehend gewordene Welpen in die Hände. Die Arbeiter wollten sie mit dem Karst totschlagen, ich intervenierte und nahm die kleinen unschuldigen Dinger mit nach Hause. Zwei davon gingen in den Besitz eines Freundes über, das größte behielt ich mir. Es war scheu und bissig, weigerte sich, unter den Möbeln hervorzukommen, und in den Käfig eingesperrt bellte es unaufhörlich. Mit Milch versuchte ich das Tierchen zu zähmen, aber es nahm nichts an, obwohl ich die Schüssel dicht vor sein Versteck unter der Kommode gerückt hatte. Die kleine Füchsin beobachtete eine Zeitlang die Schüssel, der Geruch schien ihr zu behagen, und plötzlich streckte sie den Kopf hervor, packte die Schüssel mit der spitzen Schnauze und zog sie unter das Möbel. Das wiederholte sich von nun an mehrere Tage, bis sie allmählich zutraulich wurde. In der Wildnis ist dem geriebenen Gauner Reinecke außerordentlich schwer beizukommen. Von Jugend auf im Kampfe mit seinen Feinden, ist sein Verstand außerordentlich ausgebildet, und er überlistet seinen Jäger zum oftsten Male. In demselben Hochforst, wo wir die Welpen gegraben hatten, wohnte ein alter gefährlicher Räuber, der die Umgegend durch häufige Raubzüge belästigte. Der Jagdherr hatte schon auf alle mögliche Weise ihm beizukommen gesucht— vergebens. Das einzig sichere Mittel, Gift zu. legen, wies er als nicht weidgerecht entschieden zurück. So wollte ich meine Kunst versuchen. Wo sich der rote Schuft aufhielt, wußte ich genau, denn er hatte erst die Nacht vorher den Fangbrocken vom Eisen abgefressen, ohne den Mechanismus in Bewegung zu setzen. Man sah deutlich seine Fährten; er hatte sich auf drei Beine gesetzt und mit dem rechten Vorderlaufe das Eisen bloßgelegt und dann vorsichtig den Köder abgefuttert. Der Jagdherr besaß damals einen Bracken von seltener Intelligenz. Er hatte eine Kombinationsgabe, die frappierte, und verstand mit seinen braunen freundlichen Augen fast zu sprechen wie ein Mensch. Wir beide, Zampa und ich, machten uns auf, den Räuber zu suchen. Er war erst zu Bau gefahren, dann aber wieder abgeflattert und hatte sich vermutlich in einer Dickung niedergetan. Zampa hatte das sehr bald festgestellt, und ich war froh, wenigstens das Malperhaus des Räubers angeblickt zu haben. Die Gewohnheit Reineckes, wie ein liederlicher Ehemann erst am Morgen nach Hause zu kommen, sollte ihm verhängnisvoll werden. Ich baute mich so an, daß er mir nicht in den Wind kommen konnte, und hoffte sicher, mit einbrechendem Morgen zum Schuß zu kommen. Aber ich hatte die Rechnung ohne meinen Rotrock gemacht. Er kam richtig angetrabt, blieb in guter Deckung stehen und umschlich dann seinen Bau im Kreise. So mußte er in meinen Wind kommen. Kaum war das geschehen, warf er die schöne Rute in die Luft und ward nicht mehr gesehen. Von den Tieren in der Umgebung des Menschen ist es ja erklärlich, daß sie Verstand annehmen, sie gewöhnen sich an die Stimme ihres Herrn, sie verstehen gewisse Worte, befolgen strikte jeden Befehl— ausgenommen die Dächsel, die ihrem eigenen Kopf nachgehen. Das ist alles bekannt. Hunde und Katzen aber tun manchmal nuch Dinge, die auf eine logische Gedankenentwicklung schließen lassen. Bui=Bui, der Kater, entdeckte auf dem Kaffeetisch ein kleines Kännchen, in dem sich noch ein Restchen Milch befand. Zuerst versuchte er seinen dicken Kopf durch die Oeffnung zu schieben. Das ging natürlich nicht. Er überlegte eine Weile, dann tauchte er ganz vorsichtig eine Pfote in die Milch und leckte die benetzte ab. Das setzte er fort, bis das Kännchen leer war. Man muß sich überlegen, welch eine Kette von richtigen Gedanken dazu gehört, um einen solchen Entschluß zu fassen. Hier reicht der Instinkt nicht aus, wir haben es mit einer offenkundigen Verstandestätigkeit zu tun. Wer sich den Tieren liebevoll nähern und beobachten wollte, könnte die Beispiele leicht ins Ungemessene steigern; aber es geschieht leider so wenig zur Erforschung der Tierseele. Aus dem Leben eines„Knochenjägers“. In London erschien unlängst ein Buch, in dem mit schlichter Anschaulichkeit ein merkwürdiger Beruf und ein merkwürdiges Leben geschildert wird. Es ist das„Leben eines Fossilienjägers" von C. H. Sternberg, und der bekannte Neuyorker Paläontologe Professor Osborn hat dazu ein Vorwort geschrieben, das dieser„spezifisch amerikanischen Profession“, gegenüber der Tätigkeit jedes andere Jägers den Vorteil einräumt,„daß der Fossilienjäger immer ausgestorbene Tiere wieder ins Leben zu bringen sucht, während alle anderen Jäger lebende Tiere töten und dem Aussterben