S S 399 M9 E.5 555 55 " G auugs S 5* * 60#.* 0 3„ 2.558803 S Sachns ###### PSSEDDG S S 2 5 a S #5us S SSERES SpSra S# S 7869 S ES — 9 S#b:S8 9— S S 9.5 Sp#SS— S.5g. Sem S 8 55g 825 83 0 S GS □—.— .45 **• S•. 8 •.6 9 2 5 8 SES 5•9 # 9 7— # g S#T 9.5 : 27— 29 5 # EE □ 2. . S9s S#EE 5 8 585S 8. S 5g3 78 SS S BESC 57207 c•55 E 5• 7 S##ga 2 #### Gus *995S SESES GRUCNT R Regelmäßige Veilagen: Schwerter Hausfrau und Mutter. Aus dem Reiche der Mode. Heimatblätter. u Lustiges Allerlei. Kinderzeitung Unser Blatt.2 Unterhaltungs- u. Romanbeilage. u2 Spier, Sport und Curnen. u Ledensbild. Kunst u. Wissen.2 Gartenratschläge. Verbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung Schwerter Volksblatt Welthotener Zeitung Apierbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwicheder Zeitung Amtliches Kreisblatt für den kreis Börde. Erstes und ältestes Tagesorgan des Kreises.— Generalanzeiger für den Kreis Hörde. Die„Schwerter Zeitung" erscheint werktäglich. u Hauptgeschäftsstelle, Druck und Verlog: Carl Braus. Celegr. Adr.: Braus, Schwerteruhr. Cel. 62. Postscheck: Dortmund 2852 Verantwortliche Schriftleitung: Karl Richter; Stadt und Provinz: Sriedr. Kraas; sämtlich in Schwerte. Nr. 101 Montag, 1. Mai 1922. 55. Jahrgaug Zum Geleit. Es gibt keine einseitigen Pflichten und einseitigen Rechte. Pflichten und Rechte gehören zusammen, wie die obere und untere, wie die rechte und die linke Seite. Was hier konvex ist, ist dort konkav; und bleibt dieselbe Sache, derselbe Körper. Herder. Französische Besuche und Verhandlungen. Für eilige Leser. Neuigkeiten aus Nah und Fern. Ein Erdbeben richtete in der Hauptstadt Japans, Tokio, große Verwüstungen an. Der deutsch volksparteiliche Landtagsabgeordnete Dr. Rose ist zum Regierungspräsidenten von Stade ernannt worden. Die deutsche Delegation für wirtschaftliche Verhandlungen ist am Dienstag abend in Madrid eingetroffen. Mittwoch vormittag wurde sie durch den Botschafter dem Staatsministerium vorgestellt. Der Reichsrat bewilligte 5 Milliarden für die Aufbesserung der Schwerkriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen. Reichsminister Dr. Rathenau erklärte vor ressevertretern zu der Rede Lloyd Georgen: Hinter jedem Plan, der dem wirklichen Frieden der Welt dient auf der Grundlage wahrer Gerechtigkeit und gleichmäßiger Pflichten und Rechte aller Nationen, wird unbedingt auch Deutschland stehen und helfen, ihm Erfolg zu verschaffen. * In Ohio haben die Brenner, Brauer und Großhändler ein eigenes Vigilanzbüro gegründet, das mit Hilfe von zwanzig Geheimpolizisten alle Wirtshäuser im Staate kontrolliert. Man will die Wirtschaften ermitteln, die sich Uebertretungen der Gesetze schuldig machen, und dafür sorgen, daß ihnen die Licenz entzogen wird. Das merkwürdige Vorgehen geschieht, damit nicht neue Gesetze zustandekommen, die das Braugewerbe noch mehr schädigen könnten, als es schon geschieht. Zwei französische Panzerschiffe werden demnächst im Hamburger Hafen einlaufen. Die Schiffe standen allerdings schon 40 Jahre im Dienst und waren außer Gebrauch. Die französische Regierung verkaufte sie an einen Industriellen und dieser an eine deutsche Firma, die sie nach Hamburg bringen läßt. In Prag wurde ein 25jähriger Tischlergeselle erhängt aufgefunden. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, daß der Selbstmörder eine Frau war. Im Prag—Berliner Schnellzuge fiel der Grenzkommission ein Herr auf. Er wurde untersucht und man entdeckte dabei, daß der Mann lediglich ein Hemd, Strümpfe und einen Ueberzieher anhatte. Der Schlaue wollte den Tiefstand der deutschen Mark dazu benutzen, um sich erst in Berlin einzukleiden. Ein eigenartiges aber sehr wertvolles Feuilleton befindet sich jetzt in dem„Topeka Journal“. einer Tageszeitung, das in Kansas in den Vereinigten Staaten erscheint. In Haupt= und Unterartikeln veröffentlicht sie nämlich wortgetreu die Bibel! Der ehemalige Präsiden der französischen Republik Paul Deschanel ist gestorben. Die Vereinigten Staaten haben Aegypten formell anerkannt, unter dem Vorbehalte der territorialen und anderen Vertragsrechte. * Die interalliierte Kommission hat die deutsche ind die polnische Regierung ersucht, ihre Bevollmichtigten zill Tonnerstag, 4. Mai nach Oppeln zu verbetestenden Besprechungen betteffend de Fortgesetzt entschuldigt Poincaree sein Fernbleiben von Genug damit, daß Präsident Millerand noch nicht zurückgekehrt sei. Wo Millerand ist und was er zu tun hat, zeigt uns das heutige Zild. Man regt sich darüber künstlich auf, wenn Dis Französische Fropagands in Hordafriks: Präsident Millerand und der Sultan von Marokte in Casablancs wir Deutsche mit den Nachbarvölkern Fühlung suchen und wirtschaftliche Verhandlungen anknüpfen. Man tur natütlich dasselbe: Aber das ist doch ganz etwas anderes!—— Uebergabe und Ueberweisung der Deutschland und Polen zugesprochenen Gebiete zu entsenden. In Würzburg trat gestern die Konferenz der deutschen Finanzminister zusammen. Der Hauptausschuß des Reichstages wird seine Arbeiten am nächsten Mittwoch wieder aufnehnnen * Das Befinden Kapps hat sich nach der Operation wesentlich gebessert. Der Gesetzentwurf zur Erhebung der Zwangsanleihe ist fertiggestellt und geht jetzt den parlarmentarischen Körperschaften zu. * Zu neuerlichen Veröffentlichungen über ein angeblich geplantes bayerisch=tirolisches Königtum erklärt Dr. Heim, daß er jede Idee einer Donaumonarchie oder eines ähnlichen Gebildes mit aller Entschiedenheit ablehne. * Das preußische Handelsministerium hat eine auf genossenschaftlicher Grundlage beruhende Hilfe für Handwerker, Gewerbetreibende und Kaufleute im deutschverbleibenden Teile Oberschlesiens eingeleitet. Der neue deutsche Botschafter für Amerika, Geheimrat Wiedfeldt, wird in dieser Woche nach Washington abreisen. Krieg um den Frieden. Lloyd George will handeln. Genua, 29. April. Lloyd George hat in seiner Rede absichtlich das Programm von Cannes verlassen, um seinen eigenen politischen Zielen nachzugehen. Man glaubt, daß er es in der Frage der Zwangsmaßnahmen auf eine Machtprobe ankommen lassen will. In seiner Rede hat er mit klaren Worten die Erklärung abgegeben, daß der Versailler Vertrag, der angeblich der Welt den Frieden bringen sollte, in Wirklichkeit nur den keim zu neuen Konflikten gelegt habe. Die Rede Lloyd Georges soll die Stimmung vorbereiten, um seinen Burgfrieden=Plan zu einem Erfolg zu verhelfen, ohne dessen Verwirklichung Lloyd George die Konferenz nicht beenden wolle; selbst auf die Gefahe hin, durch die Konsequenz seiner festen Absichten mit Poincaree zu einem Bruch zt Scharfe Note Poincarees an Lloyd George. Genna, 30. April. Im Laufe des heutigen Vormittags hat Poincaree durch Vermittlung der französischen Abordnung dem englischen Ministerpräsidenten eine kurze versönliche Note überreichen lassen, in der er erklärt, daß er erstaunt und peinlich berührt sei, daß der englische Ministerpräsident die in Boulogne feierlich gegebenen Versprechungen umgangen habe und das Reparationsproblem in Genua habe erörtern lassen. Aus dem Quai d'Orsey erklärt man, daß es zum ersten Mal geschieht, daß ein französischer Ministerpräsident so energisch zu Lloyd George spricht. Was Rußland zugestehen will. Genna, 29. April. Rkkowski erklärte gestern abend, daß Rußland bereit sei, die Schuldverschreibungen bis 1917 anzuerkennen, und zwar in vollem Umfange. Weiter teilte Rakowski mit, daß das Erbrecht für Ausländer, die früher Besitz in Rußland hatten, entweder durch Rückgabe der Nutznießung oder durch Beteiligung an Aktiengesellschaften entschädigt werden. Rakowski erklärte schließlich, daß Rußland gewillt sei, dem Burgfriedensvertrag beizutreten. Abschluß zwischen den Verbandshauptmächten, Paris, 29. April. Der„Evening Standard" veröffentlicht eine Depesche seines Genueser Berichterstatters, daß eine Vereinbarung zwischen den Verbands=Hauptmächten getroffen wurde wegen eines europäischen Vertrages. In den Grundzügen ist dieser Vertrag fertiggestellt. Er wird aussprechen, daß alle bestehenden Friedensverträge anerkannt werden müßten und daß militärische Sanktionen, welche notwendig werden sollten, um den Versailler Vertrag durchzuführen, nicht als feindliche Absicht betrachtet werden dürften. So wäre also der französische und englische Standpunkt durch diese Grundlage des neuen Vertrages in Einklang gebracht(?). kleineren Teil der Ratenzahlungen dieses Jahres. Die Platerei könnte also in jedem Jahre von neuem beginnen, und wir kämen niemals aus den Schikanen heraus. Diese Zumutungen gehen zwar offiziell nicht von Frankreich allein aus, sie tragen die Unterschrift aller Ententestaaten. doch besteht der Unterschied, daß England und Itulien für den Fall der Nichterfüllung nicht ohne weiteres zu„Sanktionen“ übergehen wollen, während Frankreich und seine Trabanten entschlossen sind— wie Poincaree es ja in seiner letzte Rede ausdrücklich androhte— nötigenfalls allein mit der Okkupation in Deutschland(Ruhrgebiet) fortzufahren. Die Konferenz von Genua hat mit diesem Diktat für den 31. Mai nichts zu tun, wohl aber müßte sie seine Folgen in Rechnung stellen, die die politische und wirtschaftliche Misere in Europa sehr erheblich steigern würde. Lloyd George hat aus seinen Gesinnungen gegen die französische Regierung keinen Hehl gemacht, aber ob seinen energischen Worten sich Taten anschließen werden, bleibt nach allen Erfahrungen recht zweifelhaft. Er hat in Genua gesagt, daß er Frankreich gegenüber auch eine andere europäische Politik treiben kann, jetzt handelt es sich darum, ob er er tun wird. Es ist in den Wochen vor der Genueser Konferenz, als in London sehr eifrig von der Möglichkeit einer Ministerkrisis gesprochen wurde, Lloyd George sehr energisch zu Gemüte geführt worden, daß England Gefahr laufe, von seiner Weltautorität zu verlieren, und die großen britischen überseeischen Kolonien haben kräftig dagegen Einspruch erhoben, daß die Regierung in London sich von Paris aus ins Schlepptau nehmen lasse. Sie haben allmählich gemerkt, daß jeder Schlag, den Frankreich auf Deutschland führt, auch England treffe und dessen Prestige in der Welt verringern muß. Wenn die maßgebenden Männer sich nicht auf sich selbst besinnen, so muß der 31. Mai ein allgemeiner Schicksalstag werden. Auch für Amerika. Dort hat man ja schon sehr oft gesagt, Europa sei ein großes Narrenhaus, und die Vereinigten Staaten hätten keinen Anlaß, sich darum zu bekümmern, so lange es nicht wieder vernünftig geworden sei, aber wenn in diesem„Narrenhaus“ das Geld ausgeht, wenn dadurch die ganze Welt in Mitleidenschaft gezogen wird, dann wird auch Amerikas Gleichgültigkeit für den Zustand Europas beendet sein..... Was wird nun werden? Ein französisches Blatt hat geschrieben, wenn Deutschland sich nicht füge, so solle es der Teufel holen. Wenn er bei dieser Gelegenheit nur nicht Frankreich mitnimmt. Der 31. Mai. Am 31. Mai läuft die Frist ab, bis zu welcher wir die Garantien für die Stundung der fälligen Reparationen geben sollen. Die Entente verlangt von uns die Ausschreibung von weiteren (30 Milliarden jährlicher neuer Steuern und die Einräumung der Finanzkontrolle über die deutschen Ausgaben und Einnahmen. Mit diesen unerfüllbaren Forderungen sollen keineswegs alle Schulden gestundet werden, sondern zun zu dem die deutschen Zeitungen sind wiederum vom 1. Mai ab mit ganz ungeheuerlichen neuen Lasten bedrückt worden. Der Papierpreis wurde aufs neue um mehr als 25 Prozent erhöht. Dazu kommen wiederum erhebliche Steigerungen: erhöhte Tarife für Kraft, Licht, Fracht und alle sonstigen Materialien. Die unterzeichneten Zeitungsverleger Dortmunds und der umliegenden Städte sehen sich deshalb notgedrungen veranlaßt, den Abonnomentspreis vom 1. Mai ab monatlich um 7 4 zu erhöhen. Dortmunder General=Anzeiger. Dortmunder Zeitung. Tremonia. Westf. Allgemeine Volkszeitung. Hötder Volksblatt. Hörder Volksfreund. Hellweger Anzeiger und Bote=Unna. Westfälischer Anzeiger=Hamm. Westfälischer Volksfreund-Hamm. Soester Anzeiger. Soester Kreisblatt. Wittener Tageblatt. Pihme Vollsgetung :„Das spricht Bände.. Der Dresdener Lokalanzeiger sah sich gezwungen, am 1. April sein Erscheinen einzustellen. Die Westfälische Volksstimme Biele feld, hat ihr Erscheinen eingestellt. Die Mylauer Zeitung ist am 31. März eingegangen. Das Polziner Tageblatt veröffentlicht folgende Erklärung:„Mit der vorliegenden Num mer sehen wir uns leider gezwungen, das Erscheinen unseres Blattes einzustellen. Die sozialdemokratische Schivelheiner Freie-Peesse hat mit dem 1. Aprik ihr Er scheinen eingestellt. Der Tag(Berlin) mußte aus Ersparnisgründen vom zweimaligen zum einmaligen Erscheinen täglich übergehen. Das Lindenberger Tageblatt, das bisher täglich erschien, ist gezwungen, nur noch dreimal wöchentlich zu erscheinen. Zwei der ältesten Zeitungen Sachsens, die Mansfelder Zeitung und der Ermseber Anzeiger, waren gezwungen, vier Ausgabeigge in der Woche zurückzugehen. Der Roßweiner Anzeiger kann seit 1. Aprik nur noch dreimal wöchentlich herauskommer. Nachdem in Tilsit die Volksstimme bereits am 1. Januar ihr Erscheinen eingestellt hat, sind ihr am 1. April zwei weitere dortige Blätter gefolgt, eine Wochenschrift und die bereits im 32. Jahrgang erscheinende litauische Nauja Ceitunga. Ein Kilo Zeitngspapier kostete Juli 1914 20 4 Juli 1917 22§ Juli 1918 27 4 Juli 1919 51 6 Juli 1920 1,10 M Juli 1621 1,90 Oktober 1921 3,50 Dezember 1921 4,20 4 Januar 1922 7.— 4 Februar 1922 7,30 4 März 1922 8.25 4 April 1922 12,80 M Moi 1922 18.— 4 Liever Leser, verstehst Du nun, warum Deine Zeitung gerade in den letzten Monaten so tener werh? Noch ist es den Zeitungen nicht gelungen, ihre Preise auch nur annähernd der Teuerung, die Anfung April über sie hereinbrach, anzugleichen, und schon stehen sie wieder vor neuen noch ungeheuerlicheren Aufschlägen auf ihre Herstellungskosten. Von Seiten der Regierung ist bisher nichts geschehen, was die Lage der Zeitungen erleichtern könnte, und in absehbarer Zeit ist auch kaum mit einem irgendwie bedeutsamen Eingreifen zu rechnen. In dem kampf um ihr Dasein sind die Zeitungen ganz auf sich selbst gestellt— wollen sie sich nicht in die Hörigkeit fremder, finanzkräftiger Mächte begeben— und darum vor allen Dingen auf das Verständnis ihrer Leserschaft für die Notwendigkeit dieser Preiserhöhungen angewiesen, die, auch das möge betont werden, immer noch keineswegs so bemessen sind, daß dadurch das dauernde Fortbestehen der Zeitungen auch nut annähernd gewährleistet wird. Die„Schwerter Zeitung“ muß erhalten bleiben. Wir erhöhen deshalb für Monat Mai den Bezugspreis derselben um den Preis des Zeitungspapiers, also um 6 c für den MNonat. Verlag der„Schwerter Zeitung". Aus Stadt und Land. Schwerte, 1. Mai. Erinnerungen. 30. April 1790: Der Begründer des deutschen Taubstummenwesens Samuel Heinicke gest. 1825: Gründung des Börsenvereins der deut: s c h e n B u c h h ä n d l e r z u L e i p z i g. 1 8 3 5: D e r M a l e r Franz von Defregger geb. 1895: Der Dichter Gustav Freytag gest. 1908: Der Dichter Prinz von Schönaich=Carolath gest. 1. Mai 1673: Der Afrikaforscher David Living ston gest. 1890: Erster allgemeiner Arbeiterfeiertag. ** Gute Aussichten für die Obsternte im Sauerlande. Wohl selten haben während der letz ten Jahre unsere Obstbäume einen so reichen Blütenknospenansatz gezeigt wie im gegenwärti gen. Sofern uns also kalte Nächte im Mai keinen Strich durch die Rechnung machen, haben wir ein gutes Obstjahr zu erwarten, sowohl was kernwie auch Steinobst anbetrifft. Wir dürfen wohl Am so mehr Hoffnung darauf haben, als die Blü ten sich nicht allzufrüh erschließen. ** Haus= und Geundbesitzerverein. Unter dem Vorsitz des Herrn Graumann fand am Samstag, im Gasthof kordeck die gutbesuchte Jahreshauptversammlung des hiesigen Haus= und Grundbesitzervereins statt. Nach Aufnahme von 15 neuen Mitgliedern wurde der Vorstand ermächtigt, den wirtschaftlich bedrängten Mitgliedern, den 20 an betragenden Jahresbeitrag auf Antrag entsprechund, zu ermäßigen. Dann gab der Geschäftsfühver des Vereins, Herr Elleringmann, den Kassenbericht. Nach demselben betrug die Gesamtein nahme des verflossenen Vereinsjahres 3156,39 M. die Ausgabe 2601,70 4, mithin ein Bestund vo. 554,89 4. Wieder= bezw. neugewählt wurden di Vorstandsmitglieder Feit, Kremer, Walter un Otten. Letzterer berichtete sodann eingehend über den Provinzial=Verbandstag, der am vorigen Sonntag in Hamm stattfand und der das Reichsmietengesetz beschäftigte. In der anschließenden, ausgievigen Debatte, wurde allgemein darauf hingewiesen, daß der zeitige Mietszuschlag von 60 Prozent zur Friedensmiete angesichts der enor men Preissteigerung völlig unzureichend sei, zumal in ihm alle Nevenkosten eingeschlossen sind. Es wurde deshalb einstimmig beschlossen, bei der Stabt die Erhöhung des Zuschlages dringlich zu beantragen. Die Mitglieder seien besonders darauf hingewiesen, daß der Geschäftsführer Herr Elleringmann, der Rat und Auskunft erteilt, Hörderstraße 6(Reichskrone), täglich zu sprechen ist. Endlich wurde beschlossen, daß bis Ende Mai eintretende Mitglieder noch das bisherige, später zu erhöhende Eintrittsgeld bezahlen. ** Sonntagsfahrkarten können dereits am Tage vorher gekauft werden. Die Eisenbahndirektion hat, zahlreichen Wünschen entsprechend, unter Zurückstellung betrievlicher Bedenken in diesem Jahre versuchsweise angeordnet, daß in dem jetzt bestehenden Sonntagsfahrkartenverkehr soweit entfernter gelegene Stationen und deshalb voraussichtlich Uebernachtungen in Frage kommen, schon an den Vortagen der Sonn= und Festtage, von 2 Uhr nachmittags an, Sonntagsfahrkarten verausgabt werden können.—(Hoffentlich wird nian in diesem Jahre unsere Stadt nicht wieder von der Ausgabe von Sonntagsfahrkarten ausschließen, wie es im Vorjahre eine, engherzige Eisenbahnbürokratie fertig gebracht hat. Schriftl.) ** Frühjahrs=Konzert der„Cäcilia.“ gutbesetzten Freischützsaal führte am gestrigen Sonntag Meister Hanemann seine Mannen von der„Cäcilia“ zu neuen Erfolgen. Der alte Verein— die älteste Männerchor=Vereinigung unserer Stadt— hat in der letzten Zeit bedeutend an Mitgliedern gewonnen und konnte gestern mit etwa 80 Sängern die Bühne betreten. Das gute Material und die straffe Chordisziplin traten auch beim gestrigen Konzert wieder angenehm in die Erscheinung und schulen einen guten Resonanzboden für die vom Verein zum Vortrag gebrachten Chorwerke. Wenn hierzu dann noch sorgfältige Textbehandlung und verständnisvolle Phrafierung hinzutreten, dann kann der Verein auch das Wagnis unternehmen, die außerordentlich schwierige und große Anforderungen an die Sänger stellende realistische Neumann'sche Ballade „Der Feuerreiter“ aus sein Programm zu setzen, dessen Schwierigkeiten fast restlos bewältigt wurden, eine Frucht unermüdlicher Arbeit von Sängern und Dirigenten. Die Klangschönhei und die abgerundete Vortragsweise der„Cäcilia“ kam sowohl diesem Chor als auch vor allem der herrlichen Thelen'schen Komposition mit SopranSolo„Abendfeier in Venedig“(Ave Maria) sehr zu gute, welches, eine Glanznummer des Konzerts, unter der sicheren Stabführung Hanemanns eine in jeder Hinsicht einwandfreie Wiedergabe erfuhr; namentlich der dramatisch belebte Mitteksatz mit der stimmungsvollen Tonmalerei gelang dem Verein ausgezeichnet und brachte ihm den ljubelnden Beifall des begeisterten Publikums ein. Schade nur, daß man wegen der sast unerschwinglich hohen Unkosten auf die Mitwirkung eines größeren Orchesters und Verwendung einer Harfe, wiedes der Komponist wünscht, verzichten mußte. In zwei Liedern von Silcher und Hirsch bewies der Verein, daß er auch das deutsche Volkslied mit Verständnis und Lieb gepflegt, während in zwei weiteren Liedern heiteren Charakteis auch der Humor in der Tonkunst zu Worte kam. Das Publikum war für das Gebotene sehr bankbar und Sänger und Dirigent wurden außerordentlich gefeiert— Eine ,Größe“ auf dem Gebiet der edlen Sangeskunst hatte die„Cäcilia“ in der Konzertsängemn Frau Regina Rezoni aus Köln gewonnen, die einen glockenreinen, leicht an sprechenden und warm gefärdten Sopran ihr eigen nennt, der technisch hochkultiviert ist. Die Interpretation der Sängerin verriet geläuterten Geschmack und Stilgefühl; zu bewundern war auch der mühelose Uebergang von Brust= zu Kopfstimme und die Reinheit der Koloraturen besonders in der großen Arie der Leonore aus Flotows„Stradella“. Außer der umfangreichen Partie in der„Abendfeier“, in der sich die Stimme der Sängerin mühelos gegen die Tonwogen des großen Männerchores behauptete, sang Frau Rezoni weiter noch zwei prächtige Lieder von Altmeister Schubert, in denen die feine Schulung ihres Organs immer wieder von neuem die Bewunderung der Zuhörer erweckte und der Sängerin stürmischen Beifall einbrachte. Der Solo=Trompeter des Duisburger städt. Orchesters, Harry Königsberg, erfreute die Konzertbesucher durch einige hübsche Piston=Soli von Schmidt Brahms und Neßler und entzückte das Publikum sowohl durch den weichen, runden Ton seines Instrumentes, durch das wundervolle Ineinanderfließen der Akkorde, wie durch seine gediegene Technik ** Laufende Teuerungszuschüsse für Rentenompfänger für Mai. Wegen der weiteren Zunah me der Teuerung werden die Sätze der Teuerungszuschüsse, die für den Monat Mai zu zahlen sind, für die Rentenempfänger, deren regelmäßiges 1 Eineommen ohne die Versorgungsgebührnisse die z1 jeweiligen Höchstsätze der Erwerbslosenunterstützung nicht übersteigt, verdreifacht. Für Rentenempfänger, deren Einkommen diese Höchstsätze um z nicht mehr als ein Drittel übersteigt, werden die n Teuerungszuschüsse— wie in den Monaten März und April— auch im Monat Mai verdoppelt. Das Gleiche gilt hinsichtlich der zum Hausgeld zu zahlenden Teuerungszuschüsse. Sie werden also verdreifacht(270 c), wenn das regelmäßige Einkommen des Berechtigten neben dem Hausgeld die jeweils geltenden Höchstsäre der Erwerbslosenn unterstützung nicht übersteigt; sie werden verdope velt(180 4A), wenn das Einkommen diese Höchstdi sätze um nicht mehr als ein Drittel übersteigt. Der Kinderzuschlag zu den Teuerungszuschüssen beträgt im ersteren Falle 90 MA. sonst 69 ck. Von kleinlichen Erhebungen zur Ermittlung der Ein kommensgrenzen ist, laut einer jüngst ergangenen Verfügung des Reichsarbeitsministers, abzusehen. Notwendig werdende Ausgleube können gelegent. lich der gesetzlichen Regelung der Teuerungsmaßnahmen später erfolgen. ** Der B.=R. Werde= und Familienebend am Samstag gestaltete sich im Sanle des evangel. Vereinshauses zu einem Abend edler Freuden für die zahlreichen jugendlichen Besucher, deren Eltern und Freunde. Was der Bibelkreis für Schiiler höherer Lehranstalten in Schwerte auf dem Programm zu bieten versprochen hatte und was man auf Grund früherer ähnlicher Veranstaltungen des B.=K. erwarten konnte, ist erfüllt worden. Das Programm war reichhaltig, in sich selbst abgerundet und dot so ein harmonisches Ganze. Gute musikalische Darbietungen und Deklamationen bildeten den Rahmen. Im Mittelpunkt des Abends stand der Vortrag des Herrn Pastor Florin(Münster). Er sprach über„Wege und Ziele christlicher Jugendbewegungen" und zeigte auf Grund seiner Erfahrungen zunächst den Unterschied zwischen Jungend= Bewegung und Jugend=Pflege, ohne hier einen immer und allgemein gültigen Gegensatz feststellen zu können. Insonderheit zeigte er dann das Wesen der christlichen Jugendbewegungen, wie es sich zeigt in den Jünglingsvereinen, im christ lichen Verein junger Männer, im Jugendbund für entschiedenes Christentum und oben im B.=K. Des letzteren Ursprung und Fortschritt, seine Kämpfe und Schwierigkeiten, seine Wege und Ziele wurden klar gelegt. Schließlich wies der Redner deutlich und bestimmt darauf hin, daß die Kraft, die allein den christlichen Jugendbewegungen inneres Leben verleihen kann und die ibnen ohne viel lautes„Werben ein Aufblühen sichert (im Gegensatz zur idealistischen Jugendbewegung) das klare Bekenntnis zu Jesus Christus ist, als dem Führer und Helfer der Jugendlichen, deren Pflicht dann die volle Treue zu ihrer Sache und ihrem Ziel sein muß! Das war das Wertvollste des Abends! Im zweiten Teil pries wiederum die Treue die einaktige Aufführung:„Josef Heyderich“, ein Drama unseres großen Freiheitsdichters Theodor Körner. Sie war gut, obwohl es nicht zum Wesen der B.=K.=Bewegung gehört, Theaterstücke kostümiert aufzuführen. Wer die B.=K.=Sache seit Jahrzehnten auf dem Herzen trägt, der kenn; die Gefahr theatralischer Darstellungen bei aller Wertschätzung des Eifers der jugendlichen Kräine. An ifer hatte es auch diesmal nicht gezehlt. Mit guten Findrücken ging man deshall nach Hause Vermißt hat der Fersstehende kaum das, was sonst im echten ursprünglichen B.=K=Leben den Kernpunkt bildet. Forige setzt störend wirkte nur, wie auch sonst bei den ernsten Vereistaltungen im ev. Gemeinbehrufe das Quietschen und Scharten der Eingangstür zum Saal. Hier müßten Tischler, Schlosser oder Oeler helfend eingreifen und die Pünktlichkeit der Besucher. Ist doch gerade dieser Saal sonst wohl der schönfte in Schwerte, gefüllt mit blühender Jugend, die dem Besten sich weiht, doppelt schön Dem B.-K. wünschen wir einen guten Fortschritt auf herrlichem Wege im neuen Schuljahr! * Auskeihen von Heerespferden. Zur Frühjahrs= und Herbstbestellung werden an Landwirte und Siedlungsgenossenschaften sowie an Gewerbetreibende von der Marineverwaltung Heerespferde ausgeliehen. Die wirtschaftlich schwachen Bewerber sind bei gleichen Voraussetzungen hinsichtlich der Zuverlässigkeit und Gewähr für gute Pflege und Fütterung den besser gestellten vorzuziehen. Die Marineverwaltung hat das Recht, die Pserde jederzeit zurückzuziehen und zwar bei dringendem Bedarf auf Anordnung des Reichswehr ministeriums(Chef der Marineleitung), bei Vertragsverstößen und zur Deckung von Fehlstellen an der Sollstärke. Im ersteren Falle müssen die Pferde innerhalb 48 Stunden im Standort abgeliefert werden. Die näheren Bedingungen für das Ausleihen der Pferve setzen die mit den örtlichen Verhältnissen vertrinten Stationskommandos fest. Im Bedarfsfalle kann für die ganze Dauer des Ausleihens die Leihgebühr auf 1 Mk. pro Tag und Pferd festgesetzt werden. Eine gänzliche Freistellung von der Leihgebühr findet nicht statt. ** Das Margarinegesetz soll geändert werden. Die Regierung stellt dies jetzt in der Verfügung über das Einpressen der Inschrift„Margarine" in den Margarinenwürfel in Aussicht. Diese vorgeschriebene Rennzeichnung wird durch die Versendung, Lagerung und Berührung oft unkenntlich. Die Gerichte haben dann wiederholt freigesprochen. Man will deshalb auf diese Vorschrift verzichten, Margarine= und Margarinekäsewürfel würden dann nicht mehr beanstandet, wenn auf ihnen die Inschrift fehlt oder undeutlich geworden ist, aber die übrige Vorschriften für die Kennzeichnung erfüllt sind. *: Evangelischer Giternbund. Am gestrigen Sonntage fand im Gemeindehause eine Versamnrlung des evangelischen Elternbundes, der sich die Erhaltung der Betenntnieschule zum Ziel gesetzt hat, statt. Herr Paftor Wifchnath gab einleitend eine Uebersicht über den Erfolg der Werbetätig keit, welche dazu geführt hat, daß in Schwerte außer einzelnen noch ausfrehenden Bezirken sich 3440 Erziehungsberechtigte für die wangelische Bekenntnisschule in die Listen eingetragen haben, wozu noch rund 260 in Lichtendorf und Geisecke kommen. Dann wurde der bisherige vorläufige Vorstand als folcher endgüttig gewählt und durch Frau Dr. Deppe, Frau Thiem und die Herren Vertram, Korte und Studienrat Frieber erweitert. Letzterer wurde zum Vorsitzenden gewählt und wird in der nächsten Versammlung, welche am Sonntag, 21. Mai, stattfinden soll, einen Vortrag über die Schularten und die bevorstehenden Elternbeiratswahlen halten. * Schutz den Schwalben! Nun haben auch seit kurzem die Schwalben bei uns ihren Einzug gehalten und wie viele mögen darunter sein, die schon int vorigen und den vorherigen Jahren hier gewesen sind und ihre alte Heimat wiedergefunden haben und jetzt nach ihren alten Nestern suchen. Denn es ist hinlänglich bekannt, daß die Schwalbe, wenn sie aus dem Vorjahre zurückkehrt, das alte Nest, sofern es nicht von Menschenhand entfernt ist, wieder aufsucht und es dann für die neue Brut benutzt. Das liegt in dem bei diesen Tierchen besonders fest ausgeprägten Instinkt und macht es für den beobachtenden Menschen daher hochinteressant. Deshalb sollte man nach dem Fortzuge der Schwalben die an den Häusern von ihnen erbauten Nester ohne Not nicht entfernen oder gar zerstören und sich freuen, wenn die anmutigen Tierchen sie bei ihrer Rückkehr wieder aufsuchen und demnächst mit ihren Jungen darin wohnen. Im höchsten Grade verwerflich ist es aber, wenn Jungen mit Steinen nach den Nestern und sogar nach den sie umfliegenden Schwalben werfen, wie man das leider so oft beobachten kann und wie manches Tierchen mag dabei zu Tode getroffen oder schwer verletzt werden. Das sind Roheiten, auf die nicht genug aufmerksam gemacht werden kann und sollte ein jeder Junge, der bei solchen abscheulichen Taten und Tierquälereien betroffen wird, ernstlich zur Rechenschaft gezogen werden. Also mag man die Kinder unter Strafandrohung verwarnen. Die Schwalbe ist bekanntlich auch ein sehr nützlicher Vogel, da sie tausende und abertausende Insekten vertilgt, sich damit selbst nährt und ihre Jungen füttert. Also Schutz den Schwalbennestern und den Tierchen selbst. Aus dem Die Schwierigkeiten der kommunalen Kartoffelversorgung. Mit dem Hinweis auf Kunstdüngermangel in den östlichen Provinzen, auf Knappheit von Saatgut und geringe Neigung der Landwirte zum Kartofelbau werden die Vertreter der Städte und Werke schon jetzt mit dem Gedanken vertraut gemacht, daß sie an die Ergiebigkeit der Kartoffelernte im kommenden Herbst keine großen Hoffnungen zu knüpfen brauchen. Den Gründen im einzelzten machzugehen, hat erfahrungsgemäß keinen praktischen Wert. Die zur Versorgung verpflichteten Stellen können sich wieder auf reichliche Schwierigkeiten in der Kartoffelbeschaffung gefaßt machen, wenn sie nicht rechtzeitig Vorsorge treffen. Die Wiedereinführung des Umlangeverfahrens ist mindestens zweifelhaft und, wie man jetzt endlich wissen sollte, ist dieses Verfahren recht unzuverlässig. Am ehesten wird wohl ein Verfahren zur Sicherstellung der Kartoffelbeschaffung führen, wie es Dortmund voraussichtlich in diesem Jahre versuchen wird. Das Verfahren besteht in der Lieferung von Kunstdünger verbunden mit großen Lieferungsverträgen, die in einer kaufmännischen Hand vereinigt werden sollen. Vorbesprechungen mit den großen Werken haben in dieser Richtung schon stattgefunden. Ein Treugelöbnis der Rheinlande. Die unterzeichneten Parteien des Rheinlandes haben auf ihrer gemeinsamen Tagung folgende Entschließung gefaßt: Die neuerdings von Verbandsmächten geplante Neutralisierung der Rheinlande würde mit den Gefühlen und Ueberzeugungen der Rheinländer in denkbar schrofstem Widerspruch stehen. So sehr die Besetzung der Rheinlande uns drückt und belastet, auch um den Preis einer Verminderung oder Zurückziehung der Besatzung würden wir von unserer Treue zum deutschen Reich nicht um Haaresbreite weichen und auf die Zugehörigkeit zu Preußen nicht verzichten. Wir halten aus nationalen und wirtschaftlichen Gründen am Verbleiben der Rheinprovinz im Reich und in Preußen einmütig und unweigerlich fest. Königswinter, 27. April 1922. Zentrumspartei, Sozialdemokratische Partei, Deutsche Volkspartei, Deutschnationale Voltspartei, Deutsche demokratische Partei. * Der Brand in Malnga. Malags, April. Bei dem Brande im Zollgebäude sind bis jetzt ungefähr 50 bis 60 Tote zu beklagen. Stundung der Einkommensteuer. Abometiung vor wandtigen soirten. eine esngabe des Hansabundes, den Steuerpflichtigen dei Stundungsgesuchen weitgehendes Entgegenkommen zu zeigen, hat der Reichsfinanzminister geantwortet, daß die Finanzämter angewiesen selen, Stundungsgesuche mit Sorgfalt zu prüfen und den Verhältnissen des Einzelfalles Rechnung zu tragen. „Bei der Entsch suche"— heißt er Finanzämter einer Steuerpflichtigen it lang nur verhältn zahlt haben, und besserem Gelde er inzwischen entwert Auch wird im Ein Steuerpflichtige in derliche Summe fi zurückzulegen. An sichtigen, daß der die bisher entrichte und außerdem der Einkommensteuer entrichtet werden hung dieser Beträ den Steuerpflichtig solche Härte wird sein, wenn Steuerl sind, mit der die haben, also namen anlagung über da gebene Einkommen Die Finanzämt ten vorliegen, unt Gesichtspunkte Stu richtung in angeme ten.“ Lehle St Eigene 907 TU. Genua, 30 Abreise nach Par an die Russen fert Mon Sie wie e daß Sie im Zeitung" wiede Hausfreund zug Beiträgen ihrem Humor, und all' ihren und Mütter, T Kegel. Und w von Herzen, je nach bestem 2 Sie uns mit. Ach, wie haber Auf den Frühli Und nun kam Seine Herrscha Und wir hartei Daß er siegrei Leider doch er Was man sich Ja, wir haben Dieses Lenzes Doch die allge Bessert sich un Denn noch al Immer noch Immer noch? Die seit Jahre Immer bänge Jagt der Men Rirgends geh Zu, als auf d In ganz und Kleitern ständ Ob der Volla Wir bekomme An den groß Die man jetz! Kann nur de Der da sitzt mnd Geisecke vorläufige t und durch die Herren er erweitert. ewählt und welche am ien Vortrag den Elternhaben auch hren Einzug ter sein, die Jahren hier wiedergefunNestern sunt, daß die zurückkehrt, kenschenhand ann für die n bei diesen Instinkt und nschen daher n nach dem Häusern von ht entfernen venn die ankkehr wieder ungen darin rflich ist es den Nestern n Schwalben Wachten kann zu Tode geDas sind merksam gejeder Junge, ind TierquäRechenschaft Kinder unter walbe ist besogel, da sie vertilgt, sich füttert. Also den Tierchen en Kartoffelgermangel in eit von Saatidwirte zum r S t ä d t e u n d vertraut geder Kartoffelgroßen HoffGründen im gsgemäß keirsorgung verauf reichliche affung gefaßt sorsorge trefmlangeverfahwie man jetzt rfahren recht ohl ein Verfelbeschaffung lich in diesem ren besteht in erbunden mit einer kaufsollen. Vorken haben in llande. Rheinlandes sung folgende chten geplante irde mit den Rheinländer hen. So sehr rückt und beVerminderung irden wir von hen Reich hen und auf ßen nicht virtschaftlichen nprovinz im unweigerlich sche Partei, male VoltsPartei. ande im Zollis 60 Tote zu nsteuer. soarten. bundes, den uchen weitgeat der ReichsFinanzämter mit Sorgsalt 5 Einzelfalles „Bei der Entscheidung über die Stundungsge. suche"— heißt es in der Antwort„haben die Finanzämter einerseits zu berücksichtigen, daß die Steuerpflichtigen im allgemeinen fast zwei Jahre lang nur verhältnismäßig geringe Steuern bezahlt haben, und daß die Steuern von einem in besserem Gelde erzielten Einkommen mit einem inzwischen entwerteten Gelde bezahlt werden Auch wird im Einzelfalle zu prüfen sein, ob der Steuerpflichtige in der Lage war, sich die erforderliche Summe für die Entrichtung der Steuer zurückzulegen. Andererseits ist jedoch zu berücksichtigen, daß der gesamte Steuerbetrag, soweit er die bisher entrichtete vorläufige Steuer übersteigt und außerdem der größte Teil der vorläufigen Einkommensteuer für 1921 innerhalb kurzer Frist entrichtet werden muß und die sofortige Einziehung dieser Beträge mit erheblichen Härten für den Steuerpflichtigen verbunden sein kann. Eine solche Härte wird in der Regel dann anzunehmen sein, wenn Steuerbeträge in einer Höhe festgesetzt sind, mit der die Steuerpflichtigen nicht gerechner haben, also namentlich dann, wenn bei der Veranlagung über das in der Steuererklätung angegebene Einkommen hinausgegangen ist. Die Finanzämter sind ermächtigt, sofern Härten vorliegen, unter Beachtung der vorstehenden Gesichtspunkte Stundung zu gewähren oder Entrichtung in angemessenen Teilzahlungen zu gestatten.“ Lehir Lrahimtieung... Depeschen dien st. Barthon bleibt noch. TU. Genua, 30. April. Barthou hat seine Abreise nach Paris verschoben, bis die Antwort an die Russen fertiggestellt ist. Eine Kundgebung des Papstes. Rom, 30. April. Der Papst richtete an den Kardinal Gasparri ein Schreiben, in welchem er den lebhaften Wunsch ausdrückt, in der ganzen Welt den dauernden Frieden wiederhergestellt zu sehen, der eine Versöhnung der Geister der ganzen Welt herbeiführt. Er wünscht den guten Willen aller, die starken Hindernisse beseitigt zu sehen, die uns so weit von der allgemeinen Verständigung zu entsernen schienen. Das sei für die ganze Welt, besonders für die ärmeren Völkerschaften am äußersten Ende Europas, von Gagen. Lloyd George zum Schreiben des Papstes. Genua, 30. April. Eine offizielle Erklärung Lloyd Georges sagt: Der Premierminister ist sehr erfreut über den Brief des Papstes und bewundert seinen Inhalt. Der Papst spreche mit voller Erkenntnis über die Zustände, die in Osteuropa herr. schen. Der Premierminister glaubt, daß eine so klare und bestimmte Kundgebung des hl. Stuhles zugunsten des Friedens mit Rußland“ eine große Ermutigung für alle christlichen Mächte Europas Es ist uns ein Anliegen, unseren Lesern nach jeder Richtung hin bestens zu dienen. Wenn möglich, wollen wir jedem auch den ihm zukommen. den irdischen Besitz verschaffen. Nun liegen seit mehreren Jahren(etwa seit Beginn des Krieges) in Amerika giele Gelder von dort verstorbenen eingewanderten Deutschen und ähnl., deren Erben oder Besitzer bis jetzt in Teutschland noch nicht gefunden sind. Wir haben uns vemüht, die lange, ausgiebige Liste der gesuchten Deutschen zu erlangen und wurde uns dieselbe nunmehr zur Verfügung gestellt. Darnach besitzen viele taufende unter uns, die selbst oder als Erben gesucht werden, Geld, ohne eine Ahnung davon zu haben. Die Register enthalten über 31 000 amtliche Erben-Gesuche! Wir werden die Namen dieses bisher noch unbekannten„Reichen" allmählich zum Abdruck bringen und bitten, unsere Veröffentlichungen stets zu beachten und weiter zu empfehlen. Bereits 51 der gesuchten Amerikn Deutschen oder ihre Erben haben sich gemeldet und werden insgesamt weit über 6 Millionen Mark an sie zur Auszahlung gelangen! Drei interessante Erfolge allein aus den letzten Wochen: 1. Für die ameritanische Erbschaft Nr. 109 der Listen meldete sich ein Sohn im Rheinland. Er erbt von seinem Vater, der 32 Jahre lang für ihn in Amerika verschollen war, völlig unerwartet 1,2 Millionen Mark Bargeld und ca. 1 Million Mark in Grundstücken. Der Vater, früher Agent, ist in Amerika durch Holzhandel reich geworden. 2. Für Nr. 739 meldete sich ein Bruder in Schleswig=Holstein. Er erbt ungeahnt, nebst anderen Geschwifrern 20.000 Mark, die seit 20 Jahren in Südamerika liegen und den Nablaß eines verstorbenen Bruders bilden. Schon vor 20 Jahren wurde ein Nachlaß dieses Bruders verteilt, und man konnte s. Z. nicht begreifen, daß nicht noch mehr da war. Jetzt hat sich das Rätsel gelöst. 3. Für Nr. 747 der Listen meldeten sich drei Enkel in Berlin. Sie erbten ungeahnt ca. 12.000 Mark Nachlaß der Großmutter, um die sie sich u leiper ute bektimmert hatten!! Die Großmusser war eine einfache Handelefrau. 100 Tollar haben gegenwärtig einen Wert von rund 20 000 Mark. Alle jenen, welche auf Grund, der nun folgenden Listen Ansprüche erheben tönnen, wollen sich unter Beilegung von 5 Mark für Antwortporto und Schreibgebühren an die Geschäftsstelle unserer Zeitung wenden, worauf wir weiteres veranlassen Undefugter Nachdruck dieser Artikel, auch im einzelnen, ist streng verboten. Liste Numer 1. 1447 Dol. ca. 289 400 Mark für Gustav Stark. 300 Dol. ca. 60000 Mark für Georg Roßfeld. 560 Dol. ca. 112000 Mark für Carl Tiedgens. 300 Dol. ca. 60000 Mark für Johann Starks. 1062 Dol. ca. 212 400 Mark für Karl Iversen. 241 Dol. ca. 48 200 Mark für Curt Jacob. 1300 Dol. cu. 272000 Mark für Ernst Henning. 11 275 Dol. ca. 2255 000 Mk. für Emil F. Henning. 55 Dol. cu. 11000 Mark für Konr. Hübschmann. 198 Dol. ca. 27000 Mark für G. Hausdorfer. 8394 Dol. ca. 1878800 Mark für Paul Hempel. 662 Dol. ca. 132 400 Mark für C. Sorensen. 25 Dol. ca. 5000 Mark für Jacob Koffler. 1225 Dol. ca. 245000 Mark für A. J. Kusel. 52 Dol. ca. 10 400 Mark für Louis Müller. Alle Leser mit obigem Namen können als Besieer und Erben der genannten Geldsumme in Betracht kommen und tun gut, sich zu melden. De weiteren Nachforschungen werden dann Näheres ergeben. Verlag und Schriftleitung der„Schwerter Zeitung". Stadttheater Dortmund. Dienstag, 2. Mai, 7—10½ Uhr:„Die Fledermaus". Operette in 3 Akten von Johann Strauß. Mittwoch, 3. Mai, 7—10½ Uhr:„Romeo und Julia. Trauerspiel in 5 Akten von William Shakespeare. „ Humorbeilage zur 24 Setet Schwerter Zeitung 1 Sie freuen sich wie ein Schneehong daß Sie im Monat Mai unsere„Schwerser Zeitung" wieder regelmäßig als täglichen Hausfreund zugestellt bekommen mit all' ihren Beiträgen lokaler Art, mit ihrem Ernst und ihrem Humor, mit Polilik, Volkswirtschaft und all' ihren sonstigen Beitagen für Väter und Mütter, Töchter und Söhne, Kind und Kegel. Und wir gönnen Ihnen diese Freude von Herzen, jä wir suchen sie zu mehren nach bestem Wissen und Gewissen. Helsen Sie uns mit. Vom Rathaus In einer westdeutschen Stadt— das Zartgefühl verbietet uns, sie zu nennen— pflegt die Bürgerschaft heulzutage nicht mit allem, was ein hoher Magistrat verfügt, einverstanden zusein, obwohl man auch in dieser Stadt. gewöhnlich klüger vom Rathaus zurückkommt als man hingeht. Deshalb bemächtigt sich jetzt der Witz der Einheimischen, denen man ein böses Mundwerk nachsagt, mit Vorliebe des Rathauses und alles dessen, was drum und dran hängk Jüngst führte ein verärgerter Bürger einen Fremden zum Rathaus.„Rathaus?", fragte der Fremde,„ist das nicht das Haus, wo unten die schöne Wirtschaft ist?“„Hm, meinte der Eingeborne„oben ist auch eine schöne Wirtschaft.— Unter solchen Reden kamen die beiden vor dem mächligen Gebäude an, bewunderken die entzüchende Schausette, das herrliche Portal und den mächligen Turm „Sagen Sie mal,“ fragte der Fremde,„wieviel Leute arbeilen denn in diesem Hause?“„Ein Viertel,“ war die Antwort. Aus welcher Ueberlreibung zu ersehen ist, daß es sich nicht um unsere Stadt handeln kann. Im Frühung 1. AI. Ach, wie haben wir im Winter Auf den Frühling uns gefreut, Und nun kam er, nun beginnt er Seine Herrschaft weit und breit Und wir harren schon seit Wochen, Daß er siegreich Bahn sich bricht Leider doch erfüllt er nicht, Was man sich von ihm versprochen. Ja, wir haben auf die Tage Dieses Lenzes uns gefreut, Doch die allgemeine Lage Bessert sich um keinen Deut, Denn noch atmen wir nicht freier, Immer noch die alte Leier, Immer noch die alte Not, Die seit Jahren unssbedroh!! Immer bänger und bedrückter Jagt der Mensch nach Gut u. Geld. Rirgends gehl es wohl verrückter Zu, als auf der alten Welt. In ganz unvernünft'ger Weise Kleitern ständig noch die Preise, Ob der Dollar steigt, od fällt, Wir bekommen nichts für's Geld. An den großen Geldausgaben, Die man jetzk bestreiten muß, Kann nur der noch Freude haben, Der da sitzt im Ueberfluß. Die sich's sauer heut erwarben, Müssen dulden oft und darben Und die Hausfrau, sorgenvoll. Weiß nicht, was sie kochen soll. Hoffen, harren und entsagen Ist die Losung dieser Jeit, Und doch sind wir in den Tagen Holder Frühlingsherrlichkeit, Die die Fluren umgestalten, Trotzdem will sich nichts enthalten; Gestern hat es noch geschneit Und das nennt man Frühlingszeit! Nichts wollt' der April vergüten, Karg nur war sein Frühlingsglück, Und die Blätter all und Blüten Sind in diesem Jahr zurück Nirgends gibl's ein recht Gedeihen, Ungemütlich ist's im Freien, Daß man lieber heimwärts ziehl Und zum warmen Ofen flieht. Dennoch— ob wir auch im Zwange Unheilvoller Mächte sieh'n, Ob wir auch vom Niedergange Täglich neue Spuren seh'n, Gute Hoffnung führt uns weiter Bis der Frühling wirklich da; Einmal bringt— ein Genua Doch den Völkertenz. Ernst Seiler. Das poekische Ehepaar. Sie:„Mein neues Kleid ist ein Gedich!!“ Er:„Bezahlen aber kann ich's nicht!“ „Das konnte ich. wirklich nicht auf mir sitzen lassen,“ sagte ein Reitpferd, das ich herrenlos traf. Da hatte es nämlich seinen neuen Besitzer, einen Schiebek, der es gerade für 30000 M. gekauft halte, abgeworfen. * Herr T. in der Bleibtreustraße mußte auf 4 Wochen verreisen. Da er Angst vor Einbrechern hatte, brachte er an seiner Flurtür einen Jektet an, auf dem mit Blei, als sei er nur auf wenige Minuten in die Nachbarschaft gegangen, geschrieden stand: Ich komme gleich wieder Als er heimkehrte, war seine Wohnung ausgeräumt. Unten auf einem andern Zettel hatte der Einbrecher geschrieben: Ich nicht. Deutsch Zwei Knaben gründeten einen Verein, Sie wollten beide Vorstand sein; Da sprach der eine:„Weeßte, Heine, Wir gründen äben zwee Vereine!“ Zur Kurzweil. Weil wir reichlich Getegenheit hatten, zu hören und zu beobachten, welch große Freude wir der Schwerter Kinderwelt durch unsere „Jugendbeilage“ unt Preisrätsel usw. allwöchentlich bereiten, haben wir die Unkosten für Bilder und Matritzen nicht gescheut, um auch den Erwachsenen allwöchentlich zur Kurzweil eine Rätseleche zu dieten. Auch werden Preise ausgesetzt. Wir werden in der stets folgenden Nummer zu den Lösungen die Namen der Löser und Löserinnen zum Abbruck bringen, die uns richtige Lösungen bis Mittwoch nachm. 4 Uhr zusenden.“ Wer sämiliche vier Rätset(nicht die Schachaufgaben) richtig löst, dars ein Inserat von vier einspaltigen Pelitzeilen kostenlos in die„Schwertet Zeitung“ einrücken lassen, ganz gleich welchen Inhalts!— Und nun bitten wir: Frisch auf, ans Werk für's erste mal. Preisaufgaben. Bilderräisel. Silben=Rätsel. Aus nachstehenden 16 Silben sind 7 Wörter zu bilden, welche bedeuten: 1. männlicher Name. 2. Oper. 3 Englische Kolonie. 4. Geistiges Getränk. 5. Roman von Jola. 6. Englische Hasenstadt. 7. Exotischer Fruchtbaum. Die Anfangs= und Endbuchstaben der Wörter, beide von oben nach unten gelesen, ergeben zwei vielgenannte französische Staatsmänner. ar, bo, di, do, en, en, in, me, na, na, pal, rac, ri, tho, ver, zi. Besuchskartenrätsel. Ernst Blaszat Gera Was ist der Herr? Vexierbild. ## Wo ist Herrchen? 9 Schach=Ansgabe Schwarz. N- W 44448 Weiz. Weiß ziehl und setzt ntil dem zweiten Juge malt. Heule morgen 6½ Uhr starb nach kurzer, schwerer Krankheit mein herzensguter Mann, unser lieber Valer, Bruder, Schwager und Onkel, der Wirt Wlheln=Aodler im Alter von 44 Jahren. Um stille Teilnahme bitten die träuernden hinterbliebenen. Schwerte, Meggen und Altena, den 29. April 1922. Zur Teilnahme an der Beerdigung des Kameradei Wilh. Möller Kriegsteilnehmer 1414/18 treten die Mitglieder am Dien tag, 2. Mai. nachm. 1½ Uhr bei Kordeck an. Zahlreiche Beleiligung erwartet Der Vorstand. Statt Kastes! TONI BANSE OTTO SCHNELL ·VERLOBTE Schwerte, den 30. April 1922. Möbl zu mieren gesucht. Gefl. Angebote erb. unter E 1957 an d. Geschst. d Itg. Die Beerdigung findet Dienstag, den 2. Mai, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause, Westenstraße 15, aus statt. 1949 Möbl. Zimmer einfach, mit oder ohne Kost von jungem berufstätigen Chepaar per sofort in Schwerte oder Umgegend gesucht. Zuschriften erdeten unter E. 1956 an d. Geschst. 9 Itg. Auf dul AmGeler! Heute großer Ball im Lokale Köster.— Anfang 4 Uhr. Die kommunistische Parlei. Klavierstimmer Gendrong Kleppingstrasse 1. Reparaturen an sämtl. In. strumenten, Ankauf von alten Instru. menten Gestern nachmittag entschlief sanft und gotter#e##en, nach langem Leiden, meine innigstgeliebte Fau, meine liede Mutter, Schwiegermutter, GroßAaller, Schwester. Schwägerin und Tante Frau Wiheint, Gerling Rika geb. Börsting n Aller von 67 Jahren und 9 Monaten. Um stille Teilnahme bilten die trauernden hinterbliebenen. Villigst, Holzen, Kalthof, Strickherdicke, den 28 April 1922 Die Veerdigung fiadet Dienstag, den 2 Mai, nichmittags 1½ Uhr. vom Sterbehause Villigst. Aerlohnerstraße 18 und um 2½ Uhr auf dem evungeltschen Friedhof in Schwerte Katt. 1953 Todes=Anzeige. Nach einem arbeitsreichen Leben verschied Samstag mittag 1¼ Uhr nach kurzer, schwerer Krankheit unsere liebe, unvergeßliche und treuvorgende Mutter. Schwiegermutter, Großzmut###r. Urg oßmutter, Schwester, Schwägerin ln# Tante Frau Witwe humme Lisette geb. Kuhlmann im beinahe vollendeten 75. Lebensjahre. Allen Verwandten. F eunden und Bekannten dieses mit der Bitte um stille Teilnahme. Heinrich Humme Familie Peter Vetter Familie Wilh. Vorneseld Schwerte und Geisecke, den 29. April 1922. Die Berdigung fiunder am Mittwoch, den 8. Noi, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbedause, Kötterbachstr. 13, aus statt.— Sollle jemand aus Versehen keine besondere Nachricht erhalten haben, so diene biese als soche. Waderortole liefert schnellsten: Drucherei E. Braus Senff Georgi das lustige vortragsbuch ged. Mark 27,50 Senff Georgi hal im letzten Jahre in Deutschland, der Schweiz und Amerika Riesenerfolge mit seinen lustigen Abenden gehabt. Auf vieles Drängen hat er seine Vortragsstücke in diesem Buche veröffentlicht. Ein Buch für Jedermann. Zu haben in der Buchhandlung Carl Braus. S333SRnRRSSGRE SSRERSSSERER Neues Notgeld II von Kneitlingen 331 Geburtsort Till Eulenspiegels. : Bekannt sind die Streiche Till Eulenspiegels. Auf Notgeldscheinen fest3,gehalten worden, jedoch noch niemals### ss in einer so glänzenden Weise, wie von 3 : Kneitlingen, dem Geburtsort Eulen-# spiegels, des grossen Schelms, der# Jung und Alt durch seine tollen s: Streiche erfreute. Keine besseren EMotive hätte der bekannte Künstler### FGünther Clauser finden können, als die bekanntesten Momente aus dem eben Tils wiederzugeben. Poppenbutter mit plattdeutschen Versen und Schöppenstedt (Schildbürgerstreiche) GarIINFaus. E. 89BBSSMSRE 35533 55E 255 Gasnsssnnn bergessen die nicht Hotel Duisberg Kaffee-Rostaurant. Diehseuchenpolizeiliche Rnorönung Zum Schutze gegen die Maul= und Klauenseuche wird auf Grund des§ 18 ff. des Viehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909(R G. Bl. S 519) Imit Ermächtigung des Herrn Regierungs=PräsidenIten folgendes bestimmt: Die Maul= und Klauenseuche herrscht 5. Zt. s#unter den Rindviehbeständen 1. des Landwirtes Hugo Plaas in Menglinghausen 2. des Landwirtes Gustav Surig in Barop 13. des Landwirtes Hugo Schulte in Eichlinghofen. Als Sperrbezirke werden bestimmt: Die Seuchengehöfte. Auf diesen Bezirken finden die Bestimmungen unter I meiner viehseuchenpolizeilichen Anordnung oom 7. Juni 1921 Anwendung, die im amtlichen Kreisblatt(Schwerter Zeitung) vom 18 Juni 1921 Nr. 140 enthalten ist. Ein Beobachtungsgebiet wird nicht gebildet. Die Abschnitte II—ViI einschließlich der genannten Anordnung bleiben mit der Maßgabe bestehen, daß der erste Satz des§ 5 Ziffer 1 wie folgt geändert wird: „In den Gemeinden Menglinghausen, Barop und Eichlinghosen wird verboten.“ #=Hörde, den 28. April 1922. Der Landrat. 7.11 I. V.: gez. Dreves. Kur zür Mar-Voler! Montag, 1. Mai, von nachm 6 Uhrab: * Erstkl. Künstlerkonzert K Kaffee Astoria Hagenerstraße 22 2 2## Dienstag, den 2. Mai, 7½ bis 10 Uhr 1000 Mark Belohnung harrg hahn 5 zahle ich demjenigen, der„mir meine schwarze Brieftasche, die ich auf der Baustelle Grünkal am Sonnabend verlor, wieder zustellt. Dieselbe enthiel! für mich sehr wertvolle Papiere. Paul Gerhardt, Schühenstraße der beliebte jugenöl. Tylophonkünstler unter Klavierbegleitung. Eintritt frei! Familienabend. 9. =Homöopathische= Kranken- Behandlung Sprechstunden jeden Mittwocb von 9—1 Uhr In Schwerte Im Gasthof „Zum Schwan“, Hüsingstrasse. Elly Hensel, Heilkundige, Hörde, Schulstr. 21. Warnung! Es ist nicht statthaft, in fremde Gärten Lumpen, Scherben, Steine, Asche. leere Konservenbüchsen und sonstigen Schut zu werfen. Wir ersuchen die Anwohner Gedanstrasse und Babphof. strasse, unsere Besitzung Bahnhofstraße 3 nicht als Schuttabladeplatz zu betrachten. Zuwiderhandelnde bringen wir zur Anzeige. Carl Braus. Freiwilliger Verkauf. Am„Mittwoch, dem 3. Mal, vorm. 10½0 Uhr werde ich im Auftrage im Lokale Wilh. Möller(Zur Sonne) folgende Sachen gegen baar versteigern: 1 Büseet=Schrank, 2 Küchenschräute, 1 Anrichte, 1 Topfbank, I perd, 2 Küchentische, 1 Sosatisch,1 großen runden Tisch, 10 Stühle, Seiviertisch, 1 Garderobenständer, 1 Kommode, 1 Kleiderschrank, 1 Beltstelle mit Matraßze. Die Sachen sind gebraucht, jedoch gut erhalten. 1932 Heinrich Böcker, Schwerte, Versteigerer. *„„ Poiofo P#emoyehe.### gant briefe Viomärus an seine Braut in guten Einbändenkempfiehlt Bachfhündlung eurt braus. * bei uns anzufragen, wenn Sie eine gute, vornehme 22 Drucksache benötigen. 22 Wir Srucken sauber, schnell und tragen allen Wünschen Rechnung Buchdruckerei Braus An unsere Leser Ceindl la., dopp. gef.(teine Mischware) bernsteinfußbodenlackfarde über Nacht glashart und dauerhaft, sowie sämtliche Lacke, Farben, Pinsel, Schablonen, Bohnerwachs usw.= Streichfertiges Oelfarben und Lackfarben aller firt richten wir die dringende Bitte, unsere Geschäftsstelle von unpünktlicher Zustellung der„Schwerter Zeitung“ möglichst sofort telephonisch, schriftlich oder persönlich in Kenntnis zu setzen, damit wir ungesäumt für Abhilfe sorgen können. Die Tischlerarbeiten einschl der zugehörigen Beschläge zu 2 Wohngebäuden für 16 Familien nebst Stallgebäuden am verlängerten Sennings= weg in Schwerte sollen ganz oder geteilt vergeben werden. Angebotshefte werden, soweit der Vorrat reicht, im Baubüro der Wohnsiedlung der Hauptwelkstätte Schwerte zum Preise von 40 bik. für! Heft abgegeben. Die Unterlagen und Zeichnungen liegen dort zur Einsicht aus. Die Öffnung der Angebote findet am 10. Mai, vormittags 11 Uhr dort statt. Die Angebote# sind in,] verschlossenem Briefumschlag mit entsprechender Aufschrift vor dem Eröffnungstermin einzureichen Schwerte, 27. April 1922 Eisenbahnbauverein e. G. m. b H. Eine fast neue Zither billig zu verkaufen. Bismarckstr. 15, 1. Etg. Anzusehen nach 7 Uhr abends Suche zum 15. Mai braves ädchen aus guter Familie zur Erlernung der Küche und der Haushalts, welches mit der Haustr au sämtliche Arbeiter verrichtet. 1948 Frau Hedwig Keämer Neuenrade I. 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Unsere treuen Leser in billigst, denen wir aus Mangel an einem Boten, nach dem wir dauernd Ausschau halten, die Zeitung nicht in's Haus bringen lassen können, müssen wir bitten, sich das Blatt je nach der Nähe der Wohnung entweder bei Herrn Gastwirt Penkmann oder in der Kolonialwarenhandlung Althoff abholen zu lassen. Die Zeitung wird täglich etwa nachm. 4 Uhr dort niedergelegt. Wir bitten serner freundlichst, uns umgehend auf einen Träger aufmerksam zu machen, falls sich ein solcher in Billigst zum Dienst für unsere Zeitung bereit finden läßt Ein guter Lohn soll ihm zuteil werden Die Geschäftsstelle. •835SESS8 Pspa-TA.S.73 8“PgpTE - S T R D S E E E: Saasane 3oSnS 358.. S.34 95 85 KEESE S S 2 [( und anderen Leckereien. Nach einer Stunde begann die mikroskopische Untersuchung, und eine weitere Stunde später war die vermeintliche Räude als einige harmlose Schürfungen des Stahlkammes entlarvt. Wir konnten wieder abziehen. Der Doktor natürlich gab uns das Geleit zum Bahnhof, um bei der schwierigen Prozedur behilflich zu sein. Er schalt zunächst laut mit dem Assistenten wegen der elenden Einrichtung des Verladens auf der Stadtbahn. Wo Hundebillette ausgegeben werden, muß auch für die Beförderung gesorgt werden. Der Zug fährt ein; schnell ist ein Kupee gewählt; der Doktor reißt die Tür auf, und Brangäne hüpft, ohne umzusehen, ohne Abschied von ihrem Leibarzt in den Wagen. Mit ihren unbeholfenen langen Beinen klettert sie auf die Bank und schaut vergnügt zum Fenster hinaus. Der Doktor ist ungehalten— Undank ist eben der Welt Lohn. Kunst und Wissen. Wolkenmeere. Seitdem Luke Howard zuerst die Phänomene der Wolkenbildung wissenschaftlich zu erforschen begann und Goethe diese Versuche mit freundlichen Versen und lebhaftem Interesse begleitete, hat man bewundernd zu diesen stets wechselnden Formenspielen aufgeschaut und diese komplizierten Erscheinungen der Atmosphäre immer genauer beobachtet. Unter diesen ist das Phänomen des Wolkenmeeres eines der merkwürdigsten, die man bewundern kann. Die Möglichkeiten, solche Erscheinungen zu beobachten, sind nicht immer leicht zu erlangen. Man kann sie nur mit dem Ballon oder von dem Gipfel eines hohen Berges aus beobachten. Eine derartige Schilderung besagt: Bei sehr stürmischer Witterung bildeten sich in dem Tal, das sich von dem Gipfel des Tourmalet in den Pyrenäen bis nach Luz herabsenkt, mächtige Wolkenmassen. Von der Höhe der Station(1236 Meter) sah man auf die kleine Stadt herab, deren Häuser in weite, wallende Mäntel eingehüllt schienen, die wieder in Fetzen zerreißend dann und wann wie gespenstische Phantome ein Dach oder eine Mauer hindurchsehen ließen. Die Wolken weben in der Tiefe hin und her, steigen auf und nieder und füllen rasch das ganze Tal; bald ziehen sie dahin im Winde verwehend und zerflatternd wie der leichte Rauch einer Zigarette, dann wieder ballen sie sich zu dichtem Knäuel und fahren wieder jäh auseinander. Gestaltenlos, wesenlos schweben sie wie bleiche Geister in steter Bewegung, scheinen zu verschwinden, tauchen wieder auf und gankeln in immer höhere Regionen. Tief unten im Tal von Luz braut sich unterdessen ein dichter schwerer Nebel zusammen und strömt in in dicken Massen hervor, sich immer weiter ausbreitend. Die dunkle Wand reckt sich dräuend empor, die helleren Schleierwöllchen tanzen leicht davor hin, dann mischen sich die hinund herfließenden Luftgebilde und erfüllen das ganze Tal mit einem tiefen, unruhig wogenden Meer. Dies Meer breitet sich mit rasender Schnelligkeit aus; es erfüllt auch die nebenan liegenden Täler, der Sturm jagt die Wolkenmassen wie in Wellen auf, reißt sie jäh auseinander, wirbelt sie zusammen und läßt sie wie eine zischende Gischt sich aufbäumen. Dann wird es still und feierlich. Majestätisch und ruhig, wie weiße, weiche, breite Flügel steigen die Wolken auf, immer höher empor; endlos sich erstreckend in weiten Flächen breiten sie sich aus. Das Nivean dieses Meeres ist etwa 1800—1900 Meter über dem Wasserspiegel. An demselben Tage zog das Meer über das südliche Frankreich und bedeckte das ganze Land. Von dem hohen Standpunkte aus erschien diesc endlose Fläche, die in ungewissen Formen und verschwebenden Linien sich ausdehnte, wie ein riesiger Czean. Dieses Wolkenmeer blieb einen Teil der hindurch stehen; um Mitternacht fuhren schreckliche Windstöße in die Massen hinein, wühlten sie auf, ein brausender Orkan brach los und zerstreute alles in den ersten Stunden des nächsten II/ Morgens. Von besonderer Schönheit waren die Wollen, als sie ruhig und glatt wie der Spiegel eines stillen Sees erschienen und dann, als sie, vom Sturm aufgewühlt, in zackigen Rissen und zerrissenen Formationen sich zusammenballten. Gemeinnütziges. Wie man die Zimmer beleuchten soll. Um bei hereinbrechender Dunkelheit einen Wohnraum zu erleuchten, begnügt man sich gewöhnlich damit, eine Lampe anzuzünden oder das Gas anzustecken oder das elektrische Licht aufslammen zu lassen. Sehr selten aber gibt man sich bei der Anbringung von Lichtquellen darüber Rechenschaft, inwieweit die Beleuchtung dem Auge der Personen, für die sie bestimmt ist, zuträglich sein wird oder welche ästhetischen Wirkungen sie bei der Erhellung des Raumes hervorbringen. Und doch müßten gerade diese beiden Gesichtspunkte in wissenschaftlicher wie künstlerischer Beziehung sorgfältig berücksichtigt werden. Ein amerikanischer Ingenieur widmet nun dieser Frage eine größere Arbeit, in der er darlegt, daß die Zimmerbeleuchtung nicht nach einem landläufigen und unüberlegten Schema, sondern nach genau festgelegten Prinzipien und einer ernsthaft ausgebildeten Kunst angelegt werden müsse. Bei der Erhellung unserer Wohnräume muß nach seiner Meinung das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden werden, um modernen Ansprüchen zu genügen. Vor allem ist es notwendig, daß das künstliche Licht nach Möglichkeit dieselben Vorteile gewähre wie das Licht des Tages. Das Auge ist an eine gleichmäßige Helligkeit gewöhnt, wie sie unsere Beleuchtungsarten nur schwer hervorbringen können. Die alten Lichterzeuger, wie Kerzen und die verschiedenen Arten von Lampen waren nur klägliche Surrogate des Sonnenlichtes, aber auch die soviel vollkommeneren modernen Erfindungen bedürfen der Verbesserung, um allen Anforderungen Genüge zu leisten. Zunächst muß man darauf hinarbeiten, die Ermüdung des Auges durch allzu starke Einwirkung von grünen und gelben Lichtstrahlen zu verhindern. Orangegelbes Licht ist vorzuziehen, indem man Lichtschirme anwendet oder andere Mittel, um das Lichtbündel zu zerlegen und die Strahlen abzudämpfen. Sodann ist das Auge an Licht gewöhnt, das in schräger Richtung einfältt. Lichtstrahlen, die in gerader oder in gerade zurückgeworfener Richtung die Netzhaut tressen, verursachen, selbst wenn die Lichtquelle nur mäßig stark ist, oft eine zeitweilige Lähmung des Sehzentrums. Eine Sänftigung und Milderung des künstlichen Lichtes durch Schirme und Glocken ist daher notwendig, aber es muß zugleich das Augenmerk darauf gelichtet werden, daß die Strahlen in der für das Auge günstigsten Richtung einfallen. Kristallkronleuchter, deren Prismen das Licht zerstreuen, müssen daher zugunsten von Leuchtkörpern, die sich den Bedingungen des Sehens besser anpassen, aufgegeben werden. Außerdem ist es nötig, die Zimmerbeleuchtung mit der Farbe der Tapeten und der Stimmung des ganzen Raumes in Harmonie zu setzen. Dabei empfehlen sich für die Innendekoration helle Farben, Decken von glänzendem Weiß und Tapeten in warmen, matten Tönen, auch Möbel, die keine allzu starke und unruhige Schattenwirkung hervorbringen, Der Scheinwerfer. Ein Rezept=Automat. Ein Pariser Arzt soll einen eigenartigen Automaten erfunden haben. Man steckt ein 50Centimes=Stück in einen der Schlitze, die Ausschriften tragen wie„Kopfweh“,„Zahnweh",„Hühneraugen“ usw. und erhält darauf das entsprechende Rezept. Der Apparat soll sich bereits großen Zuspruchs erfreuen. 1e• 2 SLSsss 99 S. S5 **** :„SE S 13.8 *— Sns S* 555 S* SSgs S S3 3 „*8 Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises. General=Anzeiger für den Kreis Haupt=Annoncenblatt. Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 101 Montag, den I. Mai 1922 Aur Herseivorde. (Nachdruck verboten) oachim drängte sich stürmisch hinzu und ließ das Licht seiner Taschenlampe aufflammen. Es wies eine Gruppe Farnkraut, einiges geknickt, mit seinen Wedeln zu Boden hängend, sich wie in Trauer über den regungslosen Körper Edith Burmanns neigend.... Ja wirklich, sie war gefunden, wenn auch— daran war wohl kein Zweifel— als eine Tote. Erschüttert, keines Wortes fähig, kniete Joachim neben der bewegungslosen Gestalt nieder. Der Hund kauerte winselnd neben ihm, schob sich ganz dicht zu ihm heran. Klemke und der Jäger standen im respektvollen Schweigen ein Stück seitab. Das Licht erlosch. Das ungewisse Halbdunkel der kühlen Spätsommernacht hüllte die lautlos verharrende Gruppe ein. Kaum eine Bewegung wagte man. Minutenlang währte dieses atembetlemmende Schweigen. Dann zwang sich Joachim zum Sprechen. Leise, kaum vernehmbar, als fürchte er, einen leisen Schlaf zu stören, sprach er. „Gehen Sie, bitte, nach Hesselvorde, Klemle, und Sie, bitte, auch, Woellner, und sorgen Sie dafür, daß eine Bahre herkommt. Ich bleibe hier... Meiner Tante wollen Sie sagen, daß wir Fräulein Burmann gefunden haben, daß sie aber nicht imstande ist, den Weg zu Fuß zu machen.... Klemke, ich wünsche, daß der wahre Sachverhalt zunächst noch verheimlicht wird. Beeilen Sie sich nach Möglichkeit.... ........ Nun war Joachim mit der Gefundenen allein. Noch immer kniete er neven ihr auf dem feuchten Waldboden. Es war ihm, als wenn er der Fähigkeit, seine Glieder zu bewegen, beraubt sei. Die tote Stille des Waldes legte sich lastend auf die Nerven. Kaum zu atmen wagte er. Die Tragik dieser Stunde lähmte sein Vermögen, zu denken, zu handeln. Wie ein Willenloser kam er sich vor. Nur eins konnte er. Immer wieder quoll es anklagend auf, dies vorwurfsvolle Empfinden: Es ist doch ein Stück deiner Schuld, daß es so gekommen. Du hättest es verhindern können.. Und müssen! Denn du hast ihr die Wiederherstellung deiner Existenzfähigkeit zu danken. Ohne ihre Fürsprache damals, läge Hesselvörde längst hinter dir, als etwas dir Verlorengegangenes. .... Unwillkürlich tastete er nach ihren Händen, als habe er im Sinn, ihr etwas abzub tten. Nun umschlossen seine Finger die schlaff auf dem Boden ruhende Rechte Ediths. Um Gott!... Das war ja nicht die kalte, eisige Hand einer Toten! Ganz deutlich pochte die Wärme ihres Blutes. Er stieß einen Schrei aus, wie von Grausen und Jubel erzeugt, und preßte ihre Hand so hestig, daß Roman von Fritz Gantzer. (24. Fortsetzung.) das chlummernde Bewußsein Ediths die ersten zagen Schritte zum Erwachen tat. Ein tie es Stöhnen rang sich über ihre Lippen. Ein Zucken lief durch ihren Körper. Er beugte sich zu ihrem Gesicht hinab und spürte den leisen Hauch ihres Mundes. Hörte ein leises, kaum verständliches Wort. Seinen Namen. Er erzitterte.... Sie konnte erchrecken, wenn ihr im Dunkel die Gegenwart eines Menschen plötzlich zum Bewußtsein kam. Es war möglich, daß sie den Tod davon hatte. Er begann leise Worte der Beruhigung vor ihrem Ohr zu sprechen, ihr seine Nähe damit zum Verstehen zu bringen. Sekundenlang währte das... Und nun fuhr sie doch mit einem jähen Schrei in die Höhe, um gleich wieder kraftles zurückzusinken. Worte kamen aus ihrem Munde.„Was ist?... Wo bin ich?... Ich glaube, ich... Lebe ich noch?... och weiß nicht, wo ich bin?..“„„ „Edith,“ sagte er zärtlich..„Edith!" Noch einmal, nur noch gewisser, mit mehr Junigkeit. Sie empfand die Wärme einer bekannten Stimme über ihrem Gesicht. Sie begann zu ahnen, daß jemand, von Besorgnis und Angst gequält. neben ihr im Dunkel weilte.... Und dang— vielleicht noch nicht wissend, daß es Joachim sei— mehr instinktiv ahnend, als klar empfindend: es ist einer da, der es gut mit dir meint, der nach allem dunklen Grauen der letzten Stunden deine Hilse, deine Rettung, dein Beistand ist, warf sie die Hände hoch und schlang sie um Joachims Hals. Es war das Bedürfnis eines Kindes in ihr, das sich nach einer langen Kette von Not ausatmend an die Mutter schmiegt..... Ueber Joachim kam etwas wie eine Lähmung bei dieser Berührung durch Edith.... Er war nicht jähig, sich zu bewegen. Er vermochte keinen Laut über seine Lippen zu bringen. Und auch sein Denken schien lahmgelegt, unterbunden, gesesselt durch eine von nie bedachter Möglichkeit erzeugte Bestürzung, Erschütterung seines ganzen Seins. Wenn ihm jemand, vor Stunden noch, gesagt, daß Edith wie in unauslösbarer Umklammerung an seinem Halse hangen würde, er hätte ihn einen törichten Propheten genannt und sein Lachen über ihn ausgeschüttet. Und nun war es so. Es war wahrhaftig so. Kein Taumel seiner Sinne. Klare, unleugbare Wirklichkeit. Was sollte er tun? Wie fand er sich damit ab?.... Noch immer verharrte er bewegungslos.... Aber sein Denken begann zu arbeiten. Es rang sich aus der Umklammerung der Betäubung los und mühte sich um Lösung des seelischen Konflkts; denn der Widerstreit seiner Gefühle begann, ihm zur Gewißheit zu werden. Er 73 BS##E u. SaSEE ÖTT n 20 LE S S 60U. E 8•5SSSE S 855555 S# 63 sue 8 8 8 S. 9 L. S E S 08 S* S S Sm5 S S S. %SSoRE S E SS—EEE a □Pgeu 5n 30 E g5XgR S S* S-P5 S 5S SOgsigs — Vielleicht hatte sie ihn in seinem überhaupt ganz falsch beurteilt. empfand auf der einen Seite un zweiselhaft ehrliches Mitleid mit diesem verängstigten Menschentinde; denn er war danon überzeugt, daß sie ihm keine Komödie vorspielte, sondern sich in echter Leidenschaftlichkeit ihrer Gefühle gab. Und er war ehrlich froh, glücklich erleichtert, daß er sie lebend wiederhatte. Und er dachte— er mußte es mit einer Art aufdringlicher Schärse immer wieder denken—: es ist meine Pflicht, ihr dankbar zu sein für die Hilje damals. Und diesen Stimmungen entgegengesetzt äußerte sich etwas anderes in ihm: Abneigung gegen sie. Et.vas, das es ihn als Qual empfinden ließ, die Umschlingung ; durch ihre Arme ertragen zu müssen. Und das letztere war doch wohl das Stärkere in ihm. Denn er hatte nun plötzlich die Absicht, sich aus der Umrigung mit sanfter Gewalt zu befreien.... Aber er kam nicht mehr zur Ausführung seines Vorbens. Edith hatte sich aus ihrer Bewußtlosigkeit zur Alarreit des Verstehens zurückgesunden. Sie war jetzt dessen gewiß: der, den ich umschlungen halte, ist der Kann meiner Wünsche, meines Begehrens. Und er litt es, daß sie das tat. Er zeigte keinen Widerwillen gegen die Berührung. Er schien ein anderer geworden in seinem Verhaiten gegen sie.. Verhältnis zu Renate Sie wollte Gewißheit auf jeden Fall. Ihre sich an seinem gelajenen, hingebenden Dulden der Umarmung entzündende Leidenschaft schrie nuch dieser Gewißheit. Was tats, wenn sie die Gepflogenheit der bestehenden Ordnung umkehrte, wenn— sie um ihn warb? Er fühlte, daß ihre Arme sich noch fester um seinen Hals schlossen. Ein heißes Erschrecken durchzuckte ihn. Sollte er rohe, rücksichtslose Gewalt anwenden und sich losreißen? Er fürchtete, ihre aufs höchste angespannten, überreizten Nerven dadurch noch mehr zu verletzen. Eine neue, sie vielleicht vernichtende Erschütterung zu vererjachen. Ganz allmählich wollte er sie davon überzeugen, 1 daß es nötig sei, sich von dem feuchten Waldboden zu erheben „Edith!“ sagte er leise, behutsam. 7/ Sie demete den Klang des Wortes als eine tiefe ! Z ä r t l i c h k e i t, a l s e i n e n B e w e i s s e i n e s G l ü c k l i c h s e i n s... Wie war es dann nur? Neigte er sich noch tiefer zu ihr hinab? Näherte sie ihr Gesicht dem seinen?... Er spürte ihren Mund plötzlich so dicht vor dem seinen, daß er die Wärme ihrer Lippen empfand, daß es nur I einer geringen, kaum zu benennenden Bewegung bedurfte, I um eine Berührung ihrer Lippen herbeizuführen. ... Wie war es? Wie war es nur? Wie kam es? Nahm sie? Gab er? Ihre Lippen berührten sich.... „Joachim!“ bebte sie heraus. Und dann, ja, das ging gewiß von ihr aus, das tat sie in vollem Bewußtsein des Geschehens, als etwas, das sie wollte, an dem sie nicht vorüberkam, dann fühlte er ihren Mund zum anI deren Male auf dem seinen. In glühender, verlangender Leidenschaftlichkeit... Lange——— Er hatte das Gefühl, in einen gähnenden Abgrund zu stürzen, glaubte, das Aussetzen seines Herzschlages zu spüren.... Immerfort sah er Renatens Gesicht vor sich.. Aber gerade, daß er dies sah, daß er sich gewiß ins V. Bewußtsein schrie: Es ist nutzlos, diesem Gesicht in Sehnsucht nachzuhängen... denn es ist an dir vorübergegangen, machte, daß es sich seiner Vorstellungskraft entwand und wie in einem Nebel versank. Und wieder das peinigende: Du mußt dankbar sein! Und das besorgte: Du darjst sie nicht erschüttern durch ein hartes, abweisendes:„Laß mich! Ich will, ich kann nicht!“ Und das gleichgültige:„Es ist ja alles ganz egal!“ alles das in Gesamtheit des Empfindens, dazu wohl eine plötzliche Erschlaffung seiner Willenskraft nach den Aufregungen des Tages und nicht zuletzt das Sonderbare dieser Stunde, als etwas, das man noch nie erlebt, an das man nicht gedacht, alles das bewirkte den Absturz in die Tiefe. Er duldete ihren Kuß. Er stieß sie nicht zurück. Er erwiderte ihn auch nicht. Aber er sagte:„Es ist gut, Edith. Wir kennen nun unsere Zukunft genau. Und ich frage. Sie nicht, ob Sie mein sein wollen. Sie sind es schon Seine Stimme klang fremd, zitterte. War wie etwas unsagbar Trauriges, das um etwas Totes klagt. Edith schien am Ton in seiner Stimme vorüberzugehen. Sie hörte nur, was er sprach. „So wollen Sie mich doch, Joachim?“ fragte sie mit Jauchzen, lachend... So brauche ich nicht aus der Welt?“ Er schüttekte ernst den Kopf.„Das wäre überhaupt eine Torheit gewesen... Aber es wird endlich Zeit, daß Sie aufstehen. Der feuchte Waldboden ist Gift. Sie können sich den Tod holen, Edith.“ Das Ernste, Gemessene in der Art seines Sprechens berührte sie wie ein eisiger Hauch. Sie ließ es schweigend geschehen, daß er ihr behil lich war, sich zu erheben. Sie stützte sich auf seinen Arm. Ein Zittern flog über ihren Körper. Schwankend tat sie ein paar Schritte.„Ich kann nicht gehen.“ klagte sie.„Es ist mir nicht möglich.“ Erschauernd lehnte sie sich an ihn.„Ich friere, ich zittere wie Espenlaub.“ „Das ist natürlich. Ganz natürlich,“ sagte er in sachlicher Gelassenheit.„Es wird ohne tüchtige Erkältung nicht abgehen.“ Er entledigte sich seines Mantels und hing ihn um ihre Schultern.„Versuchen Sie wenigstens ein paar Schritie, damit Sie sich erwäimen! Klemke muß bald zurück sein. Wir wollen auf ihn warten." Sie stützte sich schwer auf seinen Arm und ließ sich ein Stück auf und ab führen. Ihre Schritte waren unsicher, schwankend.„Es ist mir nicht möglich, zu gehen,“ versicherte sie.„Ich fühle keinen Boden unter mir. Es dreht sich alles im Kreise." Da wußte er keinen anderen Rat, als sie zu einem Baumstumpf zu führen. Er wickelte sie in seinen Mantel und setzte sich neben sie, um ihr einen Halt zu geben. Sie ließ alles willenlos mit sich geschehen. Es schien eine Art Apathie über sie gekommen. Wartend sah Joachim in die Dunkelheit. Er glaubte sich selbst fremd geworden. Er vermochte noch nicht, sich in die Bedeutung der Geschehnisse der letzten Minuten hineinzufinden. Das war alles dunkel wie der Abend ringsum, fremd, wie ein unersorschtes Land. Er wußte nicht, ob er etwas zu bereuen hatte, ob er traurig sein sollte. Er wußte nicht, ob er lachen sollte. Und wenn er einem Gedanken nachgehen wollte, dann fand er immer denselben Anfang: Also ich bin verlobt. Edith Burmann ist meine Braut.... Wer schrie ihm diesen Wahnsinn ins Ohr? Wer wagte, diese Unmöglichkeit zu behaupten? Irgend einer, der nicht Herr seiner Sinne war... Denn das wur ja Wahnsinn... Er erschrak, wenn ihm dann plötzlich die Nähe Ediths zum Bewußtsein kam.... Nein, es war ja so. Doch so! Es war unumstößliche Wahrheit: Seine Verlobte saß neben ihm. ... Herr Gott, wurde er noch nicht... Aber wie durfte er das denken! Und ganz ruhig wartete er wieder. Bis sein bohrendes, stechendes Denken von vorn aufing. Sie sprachen sast gar nicht. In stummer Gelassenheit rann das Warten dahin. Nur von Zeit zu Zeit fragte Edith, ob sie noch lange hier sitzen müßten. Dann beruhigte er jedesmal:„Klemke muß bald kommen. Gedulden Sie sich noch ein Weilchen!“" Einmal legte sie ihre Hand auf die seine. Er erschrak. Das Blut in ihren Adern brannte und hatte rasenden Trieb. Sie fieberte... Es wurde Zeit, daß sie nach Hause kam... Wo blieb Klemke nur? Endlich schwankte ein Licht in der Ferne tanzend auf und nieder. Stimmen, verschwommenen Laut gebend, klangen zu den Wartenden. Joachim atmete erleichtert auf. (Fortsetzung folgt.) K 72 #E * 50M =#5 " S•— SES # S S S, T E GaEy „GDETE .* 8. 8 Denkspruch. 2 5 5 2 GS S# 5E Sss #„ GS S SLOSE0 SSty S S. SeSEs „ F* SHEEE „SS ESg S• V•ETT S.= S TEETT Wenn rings die Glocken halien. Geht es mir durch den Sinn, Daßz wir noch alle wallen Zur ew'gen Heimat hin. Glücklich, wer allezeit Der Erde sich entringet. Und Heimatlieder singet Von jener Herrüchkeit. Frieatsch Nietzsche. Brangäne. Eine Tiergeschichte von Ferdinand Runkel. (Nachdruck verboten.) Die Liebenswürdigkeit, die Dankbarkeit und die herzliche Anhänglichkeit einer jungen Bernhardiner Hündin sind so groß, daß sie wohl genau so verhätschelt wird, wie ein kleines Kind. Brangäne besitzt alle die guten Eigenschaften ihres Geschlechtes und ihrer Rasse im vottsten Maße; dazu ist sie von seltener Schönheit. Sie hat einen löwenfahlen Mantel, blütenweißen Kragen, ein zierliches Köpfchen mit einer dunklen Maske und einen feinen, weißen Längsstrich. Und sie ist verwöhnt wie eine Prinzessin: sie frißt nur gekochtes Fleisch, nur Reis in Fleischbrühe, Semmel nur in Milch geweicht oder in Kakao, und schläft nur auf dem Divan oder höchstens auf einem chinesischen Fell, in das sie sich so vergräbt, daß nur der löwenfahle Mantel zu sehen ist. Als sie ihren dreimonatigen Geburtstag feierte, erhielt sie eine geflochtene Lederpeitsche und ein Pfund Schabefleisch. Die Peitsche betrachtete sie nicht als Schreckpopanz, sondern als Spielzeug, das sie in die Luft werfen, auffangen, zernagen und zerbeißen konnte nach Herzenslust, Denn schlagen mit der Geflochtenen, das geht doch nicht an. Wenn sie„ihren prachtvollen Behang zurücklegt und einen mit ihren lachenden, braunen Menschenaugen ansieht, entwaffnet sie auch den heftigsten Zorn. Aber sie ist infolge einer großen, geradezu unverantwortlichen Verhätschelung und Verpimpelung sehr empfindlich; und wenn sie ein heißes Näschen hat, ist das ganze Haus in Aufregung. Dann werden warme Decken gemacht, Milch und alle nur denkbaren Leckereien herbeigeschafft, nur um ihr einen freundlichen Blick abzugewinnen. Dem Tierarzt, der natürlich bei jeder Kleinigkeit geholt wird, gibt sie ihre großen, ungeschlachten Pfoten, fährt ihm mit offeuem Rachen ins Gesicht, verschlappert und verbiegt ihm die goldene Brille, oder macht ihm den sauberen, schwarzen Ueberrock ganz voll mit ihren weißen Haaren, die der schärfsten Bürste widerstehen. Der freundliche, alte Herr läßt natürlich alles mit sich anstellen, denn er ist nicht nur ein trefflicher Arzt, sondern auch ein seltener Tierfreund, und Brangäues braune Augen beherrschen ihn wie die einer schönen Frau. Daher kommt er auch, sobald er in unserem Vorort zu tun hat, ungerufen und unterhält sich stundenlang mit seiner Patientin. Er bringt ihr dann allerlei Leckereien mit, freut sich an Brangänes Wachstum und geht vergnügt mit der Hälfte ihres Felles auf dem Rock nach Hause. Neulich entdeckte er zu aller Entsetzen, als er dem Tierchen lockigen Rücken kraute, einige Schorfstellen. Er suchte weiter und diagnostizierte eine leichte Räude. Der alte Herr geriet ordentlich in Zorn; er schalt über Vernachlässigung, mangelhafte Pflege, man wäre nicht wert, ein solch herrliches Tier zu besitzen; ein Bernhardiner sei keine Schindertöle, und was dergleichen freundliche Grobheiten mehr sind. „Morgen bringen Sie mir das Tierchen nach Berlin! Ich will sie selber in Behandlung nehmen, damit die Räude ja nicht weiter vorschreitet.“ Keine Vorstellung hals. Wir wollten ja alles pünktlich besorgen, aber unter keiner Bedingung Brangäne aus dem Hause geben.. „Meiuctwegen,“ sagte der Doktor grimmig,„wenn Sie ein kahltöpsiges, zernagtes Tier voll eklem Schorf haben wollen, behalten Sie die Kleine hier. Brangäue mut regelmäßig ihr warmes Bad haben, ihre richtige Diät und vor allem ihre Einreibungen. Immerhin lassen Sie sie— nur hier, holen Sie sich aber einen anderen Arzt, ich komme keinen Schritt mehr ins Haus! Unvernunft!“ Nach dieser Standpauke war der Doktor draußen. Wir schüttelten die Köpfe, berieten hin und her, was zu tun sei, und entschlossen uns endlich schweren Herzens, Brangäne nach Berlin zu bringen. Der andere Morgen zog mit Sonnenschein herauf. Die Straße war noch schlammig von den vorausgegangenen Regentagen, und die kleine Patientin, die stets nur auf sauberen Kieswegen gehen durfte, mußte durch diesen Moder nach der Eisenbahn gebracht werden. Zuerst kam eine Schwierigkeit: das Halsband mit der Marke. Braugäne weigerte sich entschieden, es anzuziehen; als es trotzdem nach vieler Mühe gelungen und die Reise angetreten war, verfiel sie auf alle nur erdenkbaren Mittel, sich des lästigen Schmuckes zu entledigen. abstreifen zu Verfahren als erfolglos erwies, legte sich Brangäne der Länge nach in den Straßenschlamm und versuchte nun das Halsband über den Kopf zu ziehen. Ein wenig unsanft aufgejagt, wollte sie für ihre Unart abbitten und sprang einem von uns mit ihrer ganzen schmutzigen Person an den Hals, ohne auf die helle Sommertoilette die geringste Rücksicht zu nehmen. Endlich war der Bahnhof erreicht. Brangäne ging hübsch artig die Perrontreppe hinauf, sprang an dem Billettschaffner in die Höhe und riß ihm die Kupierzange aus der Hand, ließ sich danach von einer Dame bewundern und wischte zum Dank ihr schlammiges Fell an dem schönen Seidenkleide ab. Wir entschuldigten uns. Einem so hübschen Tiere verzeihe man das gern, sagte die Tame höflich, und dann sei es ja schmutzig auf der Straße. Jetzt fuhr der Zug ein. Brangäne wurde von einem Todesschreck befallen; sie retirierte nath dem Stationshäuschen, fuhr dem Assistenten zwischen die Beine und kroch unter den Telegraphentisch. Mit Hilfe des gesamten Personals wurde die Flüchtige hervorgezogen und an den Zug gebracht. Da erwies sich dann plötzlich unser grünes Billett als ungültig für die zweite Klasse.„Ja,“ meinte der Herr mit der roten Mütze,„Hunde dürfen nicht in die zweite Klasse.“ Brangäne ging aber auch nicht in die dritte Klasse, denn ein Herr weigerte sich, den Hund hereinzulassen. Ein Hundekupee gibt es auf der Stadtbahn nicht; so mußten wir also zur Freude der Patientin zurückbleiben. Zehn Minuten später kam der nächste Zug— Assistent, Telegraphist und Arbeiter suchten ein leeres Abteil, wie der schön verdeutschte Ausdruck lautet, und teils geschoben, teils getragen, teils gezogen, wurde Brangäne endlich glücklich verstaut. Als der Zug im Rollen war, machte sie gute Miene zum bösen Spiel; ihre Angst verlor sich allmählich, ja sie stieg sogar auf die Bank und schaute verwundert in die vorbeifliegende Landschaft. Das Ausladen ging ohne Schwierigkeiten vonstatten; aber nun kam eine andere Not, der für Berlin unerläßliche Maulkorb. Brangäne machte die fürchterlichsten Sachen: sie strich an allen Häusern mit dem Kopf entlang, schaute in jedes Souterrainfenster, blickte jedem uniformierten Passanten neugierig nach, wollte friedliche Droschkenpferde anspringen und sich noch obendrein mit dem schimpfenden Kutscher in ein lustiges Zeckspiel einlassen. Sie legte sich unterwegs auch einigemal auf die Erde, aber schließlich kamen wir doch ohne Unfall bei dem Tierarzt an. Stürmische Begrüßungsszene zwischen Brangäne und dem Doktor, dann Abfütterung mit Wurst, Konsekt, Milch