Rerschite ee eschicheschece Meterial in Hamburg gebaut. wurde an England ausgeliefert. A UATT PET Regelmäßige Bellagen: Schwerter Hausfrau und Mutter. Aus dem Reiche der Mode. Heimatdlätter u. Lustiges Allerlei. Kinderzeitung: Unser Blatt. n Unterhaltungs- u. Romandeilage. u Spicl. Sport und Curnen. Lebensbüd Kunst u. Willen.n Gartonrat###l##ge. Getchetenn Apierdeceer Zeitung Verbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Bekszchug####### Scwerter Velksblatt Amtliches Kreisblau für den Kreis Börds. beihwrustm Zeitung Erstes und ältestes Cogesorgan des Kreiles.— Geueralameiger für den Kreis Hörde. De„Schwerer Zeitungf wichein! verktäglich. n Hauptgeschäftsstelle, Druck und Verlag: Carl Braus. Celagr. Adr. Braus, Schwerterubr. Cel. 62. Postscheck: Dortmund 2####2 Verantwortliche Schriftleitung: Karl Richter: Stadt und ProvinzFriodr. Kraas; sämtlich in Schwerte. Nr. 94 Samstag, 22. April 1922 55. Jahrgang Zum Geleit. Am Kleinsten sich zu freuen. Das gibt zum Großen Kraft, Das heißet Körner streuen, Bis sich die Ernten neuen Zu zeigen, was die Sonne schafft. G. Schüler. „Bismarck“, der größte Dampfer der Welt. Für eilige Leser. Neuigkeiten aus Nah und Forn. Am Freitag begannen in Essen neus Lohnverhandlungen für das rheinisch=westfältsche Malergewerde. Gerthe bei Bochum hantierte der 12jährige Valentin Mazuctowicz mit einer 9 MillimeterBüchse. Dabei löste sich ein Schuß und die Ladung drang dem 10jährigen Bruder in die Schläfe. * Auf dem Friedhof im Biedenkopf hat ein 75jähriger Witwer, ein früherer Gastwirt aus Frankfurt, auf dem Grabe seiner verstorbenen Krau seine 21jährige Geliebte erschossen. * Der aus Allenstein stammende Bergmann Wlotajcik hatte sich im Rausch auf das Gleise der Straßenbahn in Rauxel gelegt. Er wurbe überfahren und sofort getötet. Man fand den Körper in schrecklich zugerichtetem Zustande. * In Osnabrück sind die Damenschneider in den Ausstand gereten. * In Halen bei Westerkappeln treiben sich zur Zeit drei tollwütige Hunde umher. Drei Schwetne und eine Kuh, die von den Tieren gebissen worden waren, mußten abgeschlachtet werden. * In Delmenhorst wurde ein kleiner Knabe beim Spiel von einer Katze gekratzt. Die Wunde entzündete sich und das Kind starb nach mehrtägigen schrecklichen Qualen an Blutvergiftung. * Die nächste Tagung des Preußischen Städtetages, die u. a. über den Entwurf einer preußihsne Städteordnung beraten soll, findet am 26. und 27. Mai in Goslar statt, das bekanntlich in diesem Jahre die Feier des tausendjährigen Bestehens begeht. * Eine Gruppe Turner, die im Rheinlande auf der Rückfahrt nach Bochum mit Genehmigung eines englischen Offiziers ein für Besatzungstruppen reserviertes Zugabteil bestiegen hatten, wurden bei der Ankunft des Zuges in Duisburg von Belgiern festgenommen. Erst nach langwieriegen Verhandlungen wurden die Turner wieder freigelassen. * Die freigeistige Gemeinschaft in Süchteln hat für Verstorbene, die sich zu Lebzeiten außerhalb der religiösen Gemeinschaften gestellt haben, die Anlage eines besonderen Friedhofes beantragt. Zur Erhaltung des durch Baufälligkeit gefährdeten Xantener Domes soll ein Dombauverein gegründet werden. Der auf dem Versorgungsamte in Gladbeck tätige Beamte Alfred Jüttner stürzte, als er abends mit seiner Frau von einem Ausgange heimkehrte, durch ein sehr niedriges Fanster des dritten Stockwerkes auf die Straße. Er war sofort tot. * Bei einem Strett, den die Gebrüder Rauer in Gladbeck angezettelt hatten, feuerte der Sohn der Familie Preiß in der Notwehr einen Revolverschuß ab. Oskar Rauer erhielt einem Schuß ins Herz. Er war sofort tot. * Poincaree empfing gestern, den Vorsitzenden der interalltierten Militärkommission in Berlin, General Nollet. Die engkische Mannschaft für den in englischen ton führen, wo es die„Whtte Star Linie" überBesitz übergegangenen Luxusdampfer„Bismarck“ nehmen wird. Am 10. Mai wird der Riesendampist am Donnerstag in Cuxhaven eingetroffen und fer seine erste Reise im regelmäßigen Dienst von nich amn Sonachernd dad Schift uach Gothamoe Satthontton nach lennatt antreten. Nach dem Beschluß der Finanzsachverständigen auf der Konferenz in Genua sollen die Notenbanken sofort zu einer Konferenz zusammenberufen werden. Der Schiedsspruch über die Erhöhung der Bergarbeiterlöhne wurde mit überwältigender Mehrheit angenommen. Die Kohlenpreise erfahren gleichzeitig eine Erhöhung. Im Reichsfinanzmintstertum haben Besprechungen über neue Gehaltserhöhungen für die Beamten begonnen. Im Reichspostmin'sterium begannen die Verhandlungen über die Erhöhung der Postgebühren. Die letzte Woche. Für den Abschluß des deutsch=russischen Wirtschafts= und Meistbegünstigungsvertrages konnte kein glücklicherer Tag gewählt werden, als der Ostersonntag. Zwar bedeutet dieser Vertrag ebensowenig eine neue Zeit für Deutschland, wie die hohe Wärme zum Fest den Sommer ankündigte, aber man sieht doch, was kommen kann und kommen wird. Die Hoffnung auf eine bessere Gegenwart stützt sich nicht mehr bloß auf Illusionen, sie hat Tatsachen vor sich, die ihrer vollen Erfüllung entgegensehen. Das ist die erste Bedeutung dieses Vertrages. Es gibt aber deren noch mehrere, die nicht nur bei uns, sondern auch auf der Gegenseite deutlich empfunden werden. Es ist das Produkt des zu steigender Macht gelangten Selbsterhaltungstriebes. Das Deutsche Reich und das bolschewistische Rußland denken politisch nicht daran, sich in die ausgebreiteten Arme zu stürzen, aber sie verdienten Narren gescholten zu werden, wenn sie als Nachbarn, die auf einander angewiesen sind, zur Sicherung ihrer Zukunft nicht die Gelegenheiten ergriffen, die sich von selbst ergeben. Rußland kauft von Deutschland am billigsten Industriewerte, Deutschland von Rußland am praktischsten Landwirtschaftsprodukte; das war vor dem Kriege so und wird so bleiben. Was Rußland mit anderen Staaten vereinbaren will, das geht uns nichts an. Sondervorteile genießen auch wir. Und umgekehrt ist es ebenso. Das alles ist so einfach, daß man sich wundern müßte, wenn nicht andere Staaten, denen das Feuer auch auf den Nägeln brennt, diesem Beispiel folgen würden. * Da die große Entente infolge des Eigensinnz Frankreichs nichts für die Wohlfahrt der Völker tat, handelten Rußland und Teutschland seldständig. Sie schufen sich eine Rückendeckung und verstärkten damtt ihre Posikion. Wenn sie zur Erreichung dieses Zieles zu dem im deutschfranzösischen Friedensvertrage enthaltenen tel der Meistbegünstigungsklausel, die Jahrzehnte zur Erhaltung des europätschen Friedens in hohem Maße beigetragen hat, griffen, so war das sehr gescheit. Man soll das Gute nehmen, wo mon es findet. Frankreich würde nicht schlecht fahren wenn es zu dieser Klausel von 1871 zurückkehrte. Das tut es natürlich in seinem Wahn, daß ihm Deutschland entwischen könnte, nicht, es protestiert, redet von Doppelzüngigkeit und beantragt die Ungültigleitserklärung des Vertrages und sucht Europa wieder gegen Deutschland aufzuhetzen. England tut verschnunst, denk# ruhiger. Insgeheim denkr Lloyd George st „Diese Deutschen und R Kerle. Ich wollte, ie dritte, statt daß ich mich mit den verdrehten Franzosen herumärgern muß. Denn in dem Vertrag liegt ein Geschäft!" Die Drohungen, die wieder gegen uns ausgesprochen werden, werden wohl a der Wand der praktischen Vertragwirkungen abprallen. Fragen und Hntworten aus Genua Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, ist die geflissentlich verbreitete Meldung von Uneinigkeiten in der deutschen Delegation falsch. Die Delegation ist vollkommen einig. Die Verhandlungen über die Einrenkung der Situation gehen weiter. Eine Zurückziehung des deutsch-russischen Vertrages kommt nicht in Frage. Hierin sind wir mit den Russen einig. Die Antwort der Russen. 1. Rußland anerkennt die Vorkriegsschulden, fordert aber ein vollständiges Moratorium bis 1937 und will dann die Tilgung dieser Schulden auf 50 Jahre verteilt wissen. 2. Alle Schulden und Ansprüche aus und nach dem Kriege sollen von allen Seiten gelöscht werden. 3. Rußland wird die Gründung ausländischer Industrie- und Handelsunternehmungen mit 70 und 80 Prozent ausländischem Kapital und unter ausländischer Leitung in Rußland gestatten. 20 bis 80 Prozent des Kapitals zeichnet der russische Staat, der mit einer gleichen Quote am Erträgnis beteiligt ist. Sein Erträgnisanteil soll jedoch ausschließlich zur Verzinsung und Tilgung der Vorkriegsschuld verwendet werden. 4. Für die Entschädigungsansprüche Privater aus Schäden durch Beschlagnahme, Sozialisierung usw. schlägt Rußland eine schiedsgerichtliche Untersuchung vor. Der Inhalt der deutschen Antwortnote. Die Deutschen verbreiten in großen Umrissen die Antwort auf die Note der Alltierten: 1. Sie lehnen den Vorwurf der Illoyalität ab, da Vertreter der englischen Regierung und Personen, die Lloyd George sehr nahestehen, in der Lage waren, das Bestehen des Vertrages von Rapollo zu erfahren. Aus Furcht vor einem Sondervertrag der Alliierten mit den Russen beeilten sich die Deutschen, einen Vertrag mit den Russen abzuschließen. 2. Die Deutschen erklären, daß sie eine große Nachlässigkeit gegenüber Deutschlands Interessen begangen hätten, wenn der Vertrag nicht abgeschlossen worden wäre. 8. Deutschland werde den mit Rußland abgeschlossenen Vertrag weder annullieren, noch den Alltierten unterbreiten. Der Vertrag wiederspreche dem Versailler Vertrag nicht und auch nicht den Beschlüssen von Cannes. Deutschland fragt mit welchem Recht die Alliierten Strafmaßnahmen gegen Deutschland unternehmen, da doch die Alltierten selbst Deutschland das Beispiel gäben, daß sie mit Rußland außerhalb der Konferenz verhandelten. Die Gegenseite hat auf die gestern noch verlangte Annulierung oder Vorlegung des Vertrages zur Genehmigung oder stillschweigenden Beseitigung des deutsch=russischen Vertrages nunmehr verzichtet. Lloyd George spricht zu den Journalisten. Am Donnerstag war ein Empfang der gesamten Presse durch Lloyd George. Lloyd George machte bei seiner Einladung keinerlei Unterschied zwischen den verschiedenen Nationalitäten und so kam es, daß um 4 Uhr nachmittags mehrere hundert Journalisten aus der ganzen Welt versammelt waren. Im Verlaufe der Besprechungen mit Llond George richteten die Vertreter der deutschen Presse eine Anfrage an ihn: sie wollten gerne wissen, ob Llond George sich nicht darüber aussprechen könnte, wie es nuch seiner Auffassung zu dem deutsch-russischen Vertrage in Genua gekommen wäre und wie er insbesondere über die Ausschaltung der deutschen Delegation aus den Verhandr Entente und Rußland denke. fen, die im Augenblick noch nicht zum Abschluß gekommen wären. Daraushin zogen die deutschen Journaltsten ihre Frage zurück. Lloyd Georges Erklärungen klangen aus in das Schlußwort, daß er an den Erfolg der Konferenz von Genua glaubt und auf eine Harmonie aller europätschen Staaten zuversichtlich hofft. Lenin in Rußland. TU. Prag, 22. April. Die Blätter konstatieren, daß die Nachricht, Lenin sei zur Konferenz von Genua abgereist, unrichtig ist. Lenin hat erklärt, daß er mit Rücksicht auf die ernste Lage Rußlands unmöglich das Land verlassen könne. Die deutsche Antwortnote ist zur Stunde bereits durch Dr. Wirth und von ihm unterzeichnet in Genua dem Führer der italienischen Delegation überreicht worden. Es heißt darin noch: : Was die Weiterbehandlung der russischen Frage auf der Konserenz betrifft, so hält es die deutsche Delegation für richtig, daß sie an den Beratungen der ersten Kommission über diejenigen Fragen, die den zwischen Deutschland und Rußland bereits geregelten Fragen entsprechen, nur dann beteiligt ist, wenn etwa ihre Mitarbeit besonders gewünscht werden sollte. Dagegen bleibt die deutsche Delegation an allen denjenigen der ersten Kommission übertragenen Fragen interessiert, die sot nicht auf die in dem deutsch=russischen Vertrage geregelten Punkte beziehen. Die Italiener und auch die Engländer sinh über die deutsche Antwort befriedigt, die Franzosen wollen keine besonderen Schwierigkeiten machen und in vollem Einverständnis mit den übrigen Mächten vorgehen. In Rom ist gegen Deutschland keinerlei Verstimmung zu bemerken, vielmehr ist die italienische Regierung überzeugt, daß der deutsch=russische Vertrag keine italientschen Interessen verletzt. Die österreichische Presse beschäftigt sich mit der deutschen Antwortnote und weist darauf hin, daß die Note eine äußerst würdige sei und alle von dem guten Willen über* zeugen könne, die Konferenz von Genua zu einem für alle Teile gedeihlichen Ende zu bringen. Die Russen In den Besprechungen zwischen Rathenau und Tschitscherin erklärte letzterer, energisch, daß Rußland den Alliierten keinerlei Kontrollrecht über Verträge zuertennen werde, die Rußland mit anderen sonveränen Staaten abschließt. Er lehnte es ab, Berlin seines Vertrages zu entoln den. Er erklärte, daß ohne die Teilnahnie Deutschlands keine ernstliche Regelung der russi schen Angelegenheiten erfolge könnte. Die rut sische Abordnung wird keinen Protest gegen den Ausschluß Deutschlands aus der politischen Unterkommission erheben. Rathenau empfängt die Presse. Dr. Rathenau hat Freitag die gesamte in Genua vertretene Presse im Hotel Eden empfangen und vor ihr den deutschen Standpunkt in der endgültig beendeten Krise und die deutschen Beweggründe, die zum Vertrage mit Rußland führlen, dargelegt. Aus Stadt und Land. Erinnerungen. Schwerte, 22. April. 1418 Ende des Konzils zu Konstanz. 1724 Der Philosoph Immanuel Kant geb. 1819 Der Dichter Friedr. von Bodenstedt geb. 28. April 1564: Shakespeare gev., gestorden 1616 am gleichen Tage. Sonntagsworte. Vor uns liegt der sogenannte„Weiße Sonntag“ der Sonntag„Cuasimodogenitt“, der seinen lateinischen Namen nach dem Vibelwort 1. Petri 2,2 trägt:„Als die Neugeborenen seid begierig, zuzunehmen zum Heil!“ Es sind Östernach klänge, die das Herz treffen sollen. Zu neuem Leben erwacht ist die Natur, neuvelebt soll auch des Menschen Seele sein. Durch Christi Auferstehung ist die Todesnacht gebrochen; im gläubigen Hinnehmen der Lebenskräfte des Auserstandenen erfolgt eine Herzenswiedergeburt des einzelnen. Gotteskraft kann nun auch in ihm wirken, der bisher ein Kind des Todes war. Das ist der Sinn der kommenden Sonntagsfeier. Es wäre schön, wenn auch in unserem Innenleben diese Feier nicht wirkungslos bliebe ** Frühlingsblumen. Der Lenzsonne belebender Strahl wirkte in den letzten Tagen Wunder. An Sträuchern und Hecken flimmert junges Grün, und die saftigsten Stellen der Wiese leuchten schon von weitem dem Spaziergänger entgegen. Füchse und Zitronenfalter wiegen sich in der Luft, und zu dem ersten Lerchenjubel und Starenpfiff schlagen die Mücken behende den Takt. Am Waldrand zittert Buschwindröschens weißes Köpfchen im Winde, saftstrotzend hebt sich die Schlüsselblume aus dem derben Kraut. Blauveilchen wartet darauf, von zarten Mädchenhänden gepflücktck zu werden; Maßliebchen breitet seine noch etwas rotgefrorenen Strahlenfingerchen vom gelben Herzen. Auch der Goldstern und das Lungenkraut Leberblümchen und Safran, Salweide und Haselsträucher erwachten aus ihrem Winterschlaf, von der eilfertigen Schneeglocke, die schon bald wieder verblüht, in Empfang genommen. Eine wahre Herzensfreude ist es jetzt für den Naturfreund, durch die erwachenden Auen zu streifen und Garten und Feld zu besichtigen. Auch die Kinder sollen das Werden und Wachsen beobachten lernen; darum sei den Eltern nicht genug empfohlen, mit ihnen hinauszupilgern in die sprießende Natur. ** Kinder=Kommunion. Am morgigen Sonntag(Weißen Sonntag) werden in der kathol. Pfarrkirche die diesjährigen Erst=Kommunikanten durch Herrn Pfarrer Schnurbus zum ersten Male zum Tische des Herrn geführt, Die feierliche Handlung, bei der auch der Kirchenchor mitwirkt, beginnt morgens 8 Uhr. ** Preisprüfungsstelle. Unter dem Vorsitz des Herrn Bürgermeister Rohrmann hielt gestern nachmittag die Preisprüfungsstelle im Rathause eine Sitzung ab, in der über die von der Prüfungsstelle beschlossenen Verfahren wegen vorgekommener Preisüberschreitungen von der Polizeiverwaltung eingehend berichtet wurde. Weiter wurde von dem Leiter der Ortskohlenstelle eine erschöpfende Auskunft über die Kohlenpreise gegeben. Mit dem Obermeister der hiesigen Bäckerinnung haben bezügl. des Gewichtes der Brötchen Verhandlungen stattgefunden; darnach muß ein frisches Brötchen 35 Gramm wiegen, nach 24 Stunden darf ein Gewichtsverlust von 5 Gramin eintreten. Längere Zeit nahm die Besprechung über die Preise für Saattartoffeln in Anspruch. Diese Preise bewegen sich in der Höhe von 310 bis 390 Mark. Was werden danach die Kartoffeln im nächsten Herbst kosten? Gegen einen hiesigen Händler wird bezügl. der Preise eine Untersuchung eingeleitet werden. *e Frauen=Vortrag. Vor über Erwarten zahlreicher Zuhörerschaft aus den Frauenkreisen Schwertes fand gestern nachmittag der angekündigte Vortrag der Frau Tewaag=Dortmund statt. Die Rednerin verstand es, in formvollendeter, teilweise tief ergreifender Weise zu schildern, wie in den Deutsch=Oesterreichern eine unverwüstliche Treue zum Deutschtum wohnt und wie gerade die Leute in den Süd- und Südostmarken, Ttroler, Salzburger, Kärnihner Steier märker und Deutsch-Böhmen in ihrer Sehnsucht nach Mutter Germania mit einer Zähigkeit und auch Opferbereitschaft, die im inneren Deutschland vielleicht nicht ihresgleichen habe, an der Hoffnung auf eine deutsch=völkische Wiedergeburt fest hielten. Sie erwähnte, daß Bismarck 1859 gesagt habe, die deutsche Frage sei nur zu lösen ohne Oesterreich, womit gemeint war, daß der Dualismus in der Deutschherrschaft verschwinden müsse, wenn eine Vereinheitlichung des deutschen Volksruns erreicht werden solle. Nach Beseitigung des Hauses Habsburg glaubten die deutschen Grenzmärker der Erfüllung ihrer Hoffnung nahe zu sein und setzten sich voll und ganz ein für den Anschluß an Deutschland. Leider wurden durch Machtspruch der Entente diese Bestrebungen vereitelt und Deutsch=Oesterreich wurde durch den Vertrag von Lana der Tschecho=Slowakei angeschlossen. Es gälte nun, dieses furchtbare Unrecht am deutschen Volkstum nicht mit Gleichgiltigkeit zu übergehen und daher habe Rednerin aus ihren vorjährigen Erlebnissen in Deutsch=Oesterreich eine Reihe von Vorträgen in deutsch-national gesinnten Frauenkreisen des Inlandes gehälten, um den deutschen Frauen das Herz warm zu machen für die Sehnsucht der deutschen Brüder in den Grenzmarken und für die Not der unter der Fremdherrschaft Schmachtenden und für deren Befreiungsbestrebungen, der deutschen Irredenta. Da träte auch an die deutsche Frau die Aufgabe herun, ihren Kindern die Hochachtung vor dem deutschen Volkstum einzupflanzen und das furchtbare Unrecht der Entente an den deutschen Grenzmärkern in das rechte Licht zu setzen. Mit gespannter Aufmerksamkeit folgte die Versammlung den mit Wärme und innerer Anteilnahme vorgetrage nen Gedanken und mit dem Hinweis auf die am nächsten Freitag in demselben Raume stattfindende Bismarckfeier wurde die etwa 1½stündige Versammlung geschlossen. ** Vor einem Straßenbahnerstreik in Rhein land=Westfalen. Eine in Bochum abgehaltene monferenz des Wertstätren- und Fahrpersonals sowie der Organisationsvertreter der Straßenbahner des rheinisch westfälischen Bezirks fordert in einer Entschließung auf, den am 27. März vom Reichsarbeitsministerium gefällten Schiedsspruch durch Urabstimmung einmütig abzulehnen. In der Entschleßung heißt es weiter: Die Straßenbahner Rheinland=Westfalens erblicken in diesem Schiedsspruch nicht eine„Arbeitszeitveredelung" sondern eine brutale ungesetzliche Verlängerung der Arbeitszeit. Sie lehnen es ab, den Weg zur Verlängerung der Arbeitszeit für die gesamte deutsche Arbeiterschaft ohne Kampf freizugeben. In diesem Kampf, der nicht nur für uns allein geführt werden muß, erwarten wir daher von der gesamten Arbeiterschaft weigehendste Solidarität. Die Organisation wird beauftragt, jede Vorbereitung für die einheitliche Durchführung sofort zu treffen. ** Der einzige Ausweg. Da das Nachdenken über andere u. empfehlenswertere Wege zur Dekkung des Eisenbahndeftzits manhen Leuten als eine teils schwere, teils im Interesse der Beibehaltung ihrer Posten wenig dankbare Aufgabe erscheint, werden die Güter-, Tier= und Expreßtarife zum 1. Mai dieses Jahres abermals erhöht urd zwar um 20 Prozent. Das Reichsverkehrsministerium erklärt, es sei zu dieser nahme gezwungen, durch die anhaltende Steigerung der Materialpreise und durch die vom Reichstage beschlossene Erhöhung der Bezüge für die Beamten und Arbeiter. ** Der Bibelkreis der Schüler höherer Lehranstalten veranstaltet(wie alljährlich um diese Zeit) einen Familien= und Werbeabend, um besonders den Eltern der Quartaner unseres Realgymnasiums einen Einblick in das Leben und Treiben des auf christlichem Boden stehenden Bibeltreises zu geben. Der Werbeabend ist auf Sonnabend, den 29. April, abends ½3 Uhr im Gemeindehaus festgesetzt. Der in die vakante 4. Pfarrstelle vor kurzem neu gewählte Pastor Florin aus Münster wird bei dieser Gelegenheit einen Vortrag halten, über die„Wege und Ziele christlicher Jugendbewegung.“ Es ist für unsere heranwachsende Jugend von höchster Bedeutung, daß sie etwas erfährt von der Kraft und der Bedeutung christlichssittlicher Lebensführung, Herr Pastor Florin wird uns einen Einblick tun lassen in die neuesten Bestrebungen unserer Jugend auf dem Gebiete christlicher Lebensgestaltung. Der Redner hat Fühlung gewonnen mit den verschiedeusten derartigen Bestrebungen, und er wird den Eltern wie auch der Jugend viel Wertvolles darüber zu sagen haben. Außerdem werden die musikalischen und dramatischen Kräfte des Bibeltreises mit wertvollen Darbietungen den Abend verschönern. Alle interessierten Kreise werden zu diesem Abend schon heute herzlich eingeladen. Die Programme zum Preise von 3 Mark im Vorver kauf sind in der Buichhandlung Braus und auch in on andern Buchhandlungen der Stadt zu haben. Schlecher Stand der Saaten auch in der Spester Börde. Rechte Sorge macht der schlette Satenstand in diesem Jahre unseren Landwirten. Bei den anhaltenden Nord und Ostwinden verschwindet der Weizen, der so wie so schon chlecht durch den Winter gekommen war, immer mehr von den Feldern. Ein großer Teil der zenfelder in der Börde muß daher umgepflügt und mit anderen Früchten bestellt werden. Noch schlimmer sieht es auf der Haar aus, wo wohl kaum eine Weizensaai stehen bleiben kann ** Sommer Sonderzüge. Amtlich wird bekannt gegeben: Die Reichsvahn wird in der Zeit von Juni bis August, also unabhängig von den Ferien, Sonderzüge zu ermäßigten Preisen fahren. Die Züge haben nur die dritte klasse. Die Preise der Fahrtarten sind um rund ein Viertel ermäßigt! Die Geltungsdauer der Fahrlarten: beträgt zwei Monate.— De betanntlich die Reichsbahn vom 1. Juni ab auch beschleunigte Personenzüge mit vierter Klasse einführt, ist der sinanziellen Lage des großen Teiles der Reisenden, für welche die Tariferhöhungen besonders fühlbar sind, einigermaßen Rechnung getragen. ** Im Silberkranz. Am heutigen Tage können die am Rosenweg wohnenden Eheleute EisenbahnAssistent Friedrich Westhämper und Frau, Emma geb. Wirges, das schöne Fest der silbernen Hochzeit feiern. Wir sprechen dem Jubelpaar unsern besten Glückwunsch aus und hofsen gern, daß sich das jetzige Silber dereinst in Gold verwandeln möge. * Jugendgottesdienst. An dieser Stelle sei noch einmal auf den Jugendgottesdienst am morgigen Sonntag um 8 Uhr morgens in der kleinen Kirche aufmerksam gemacht. Die erwachenden jungen Menschen beiderlei Geschlechts suchen und forschen nach neuen Lebensformen in der Frühlingszeit ihres Lebens. Aus ihr heraus ist die Einrichtung der Jugendgottesdienste hervorgegangen. Hagen, Dortmund und andere Städte haben mit dieser Einrichtung prattische Erfahrungen gemacht und sie haben der Jugend einen großen Dienst erwiesen. In diesem JugendGortesdienst wird die Jugend arktiv mitwirken. Ein Jugenöpfarrer, der mit der Jugend jung ist, wird zu der Jugend sprechen, ein Sreichorchester die Liturgie verschönern. Alle jungen Menschen, die noch Sinn haben für das Edle und Schöne, welches uns in dieser traurigen Zeit gevlieben ist. kommt zu den cuellen der göttlichen Kraft. Und ihr Alten, die ihr nichts Gutes mehr von der heutigen Jugend erwartet, überzeugt euch, daß es auch in der heutigen Zeit noch eine Jugend gibt, die sich den Sinn für das Schöne und Edle bewahrt hat. ** Krantenkassen=Verband. In der diesfährigen Hauptversammlung des Kranfenkassenverbandes Dortmund-Hörde wurde u. u. mitgeteilt, daß der Vorstand es sich im vergangenen Jahre hat angelegen sein lassen, d'e Hauptaufgabe des Verbandes, Verträge mit Aerzten, Zahnärzten und Apothekern vorzubereiten und abzuschließen, zu erfüllen und durch ständige Verhandlungen mit den in Frage kommenden Stallen war es möglich, häufig einigermaßen anneymbare Vertragsbedingungen zu erreichen. Den angeschlossenen Kassen ist durch die Tätigkeit des Verbandes viel Arbeit erspart worden. Der örtliche Zusammenschluß der Kassen hat sich ebenso notwendig erwiesen, wie der Zusammenschluß der einzelnen Kassenorte zu großen Verbänden. Nur durch gemeinsames Handeln ist es den Kassen möglich, etwaigsen übertriebenen Forderungen erfolgreich entgegenzutreten. ** Wegen verschiedener Schwindeleien wurde gestern der Fuhrmann Wilh. Ha. von hier festgenommen. Derselbe hatte für seinen Dienstherrn Kohlen abzufahren und hatte die Gelegenheit benutzt, einen Wagen des kostbaren Brennstoffes für seine Rechnung zu verkaufen. Weiter hat er verschiedentlich den vor einiger Zeit herrschenden Kartoffelmangel benutzt, im Trüben zu fischen; er hat sich als Lieferant von Kartoffern aufgespielt und sich Vorschüsse hierauf zahlen lassen, ohne selbstredend Kartoffeln liefern zu können. Das dicke Ende für den Schwindler dürfte schon kommen. ** Motoren=Diebstahl. Vor einigen Nächten wurde aus der Ziegelei an der Hörderstraße ein Elektromotor gestohlen. Den Bemühungen der Polizei ist es bereits gelungen, die Spitzbuben zu ermitteln und auch das Diebesgut wieder ausfindig zu machen. Der Motor wurde in einem Abflußgraben in der Nähe der alten Mühle an der Mühlenstraße aufgefunden und konnte dem Bestohlenen wieder zugestellt werden. Als Täter sind die Arbeiter Diedr. Schn. und der Ziegeleiarbeiter Jos. F. festgenommen. den Provinzen. Dortmund, 21. April. Das Odeon Varité wartet wieder mit einem vorzüglichen, sehr ab wechselungsreichen Programm auf. Bei den durch weg erstklassigen Darbietungen erübrigt sich die einzelnen Leistungen hervorzuheben. Aug, Ohr und Lachmusteln kommen voll und ganz auf ihre kosten. Nach der Vorstellung erreicht man noch die Straßenbahn nach Schwerte. Hagen, 21. April. Erholungsheim für Ratten. Ein Stadtverordneter veröffentlicht folgende Zettungsanzeige:„Für ein gutbekanntes, mit allen Einrichtungen vollkommen ausgestattetes, am Hauptbahnhof gelegenes Ratten- und Mäuse=Erholungsheim wird ein tüchtiger, in der Verpflegung dieser niedlichen Tierchen vertrauter Hausvater bei langjährigem Vertrage gesucht. Angebote sind auf dem Rathausvorplatze niederzulegen.“— Die Ulkanzeige ist ein Hinweis auf das Hotel Rützmann gegenüber. dem Hauptbahnhofe, das vor Jahresfrist von einer Bank gekauft und darauf ausgeräumt wurde, ohne daß der versprochene Umbau bisher begonnen wurde. Das Gebäude ist inzwischen völlig verfallen. Die Ursache der Zurückhaltung des Neuvantes ist ein Prozeß mit der Stadt. Rauxel, 21. Apeil. Tragisches Unglück. Heute Morgen wurde der vierzehnjährige Sohn des Tierarztes Nierhoff hierselbst, der bei dem Bauunternehmer Vogt und Söhne in Arbeit stand, auf der Baustelle in Bladenhorst durch einen herabfallenden Ziegelstein getötet. Der Fall ist um so bedauerlicher, da es erst des zweiter Arbeitstag heute war. Attendorn, 21. April. 700jähriges Stodtjubiläum. Die Jubiläumsfeier des 700jährigen Bestehens unserer Stadt findet am 10. und 11. Juni dieses Jahres statt. Die Vorbereitungen sind größtenteils beendet. Am ersten Tage wird die Feier an dem für die im Krieg Gefallenen errichteten Gedenkstein eingeleitet werden. Berleburg, 21. April. Starker Schnee sall. In den letzten drei Tagen hat es hier und auch in dem angrenzenden Sauerlande stark geschneit. Der Schnee ftel in solchen Mengen, wie wohl um diese Jahreszeit seit Jahrzehnten nicht mehr. Nicht mur die hohen Berge, sondern auch die Felder haben eine Schneedecke. Durch dies winterliche Wetter wird die Landwoirtschaft in ihren Arbeiten sehr behindert. Lippstadt, 21. April. Rabeneltern. Am Samstag nachmittag meldete sich der zehnjährige Josef Brüggemann aus Lünen auf der Polizeiwache mit der Angabe, er sei auf der Wiedenbrücker Landstraße von dem Fuhrwerk seiner eignen Eltern überfahren und verletzt worden. Die Nachprüfung ergab die Richtigkeit der Angaben. Der Junge mußte seitens der Polizei in das Hospital gebracht werden, wo er schwer krank darniederliegt] Die Eltern, herumztehende Kordmaher, hatten ihren Sohn einfach hilflos zurückge lassen, ohne sich um seine Verletzungen zu kümmern und haben es auch bis jetzt noch nicht für nötig gehalten, sich nach dem Schicksal ihres Sohnes zu erkundigen. Rhaden, 21. April. Tödlicher Sturz. Als der Bezirksschornsteinseger Roberi Henke bei dem Landwirt Meyer einen Schornstein reinigen wollte, stürzte er infolge Fehltritts durch eine Bodenluke. Er erlitt schwere Verletzungen, denen er alsbald erlag. Köln, 21. April. Ian Eisenbahnzuge überfallen. Ein Bahnpolizeibeamter wurde in einem Abteil dritter Klasse eines Personenzuges von zwei Reisenden überfallen, mißhandelt und aus dem fahrenden Zuge gestoßen. Der Beamte blieb bewußtlos mit schweren Verletzungen liegen. Es handelt sich augenscheinlich um einen Racheakt. Auf die Ergreifung der Täter ist eine Belohnung von 5000 Mark ausgesetzt. Kreuznach, 21. April. Blutvergiftung. Ein hiesiger Gutsbesitzer ist den Folgen einer Unachtsamkeit erlegen, die sich andere zur wieder holten Mahnung dienen lassen sollten. Er hatte eine unscheinbare Verletzung an der Hand und streute künstlichen Dünger. Nicht lange damach schwoll der Arm und die Brust an und wenige Stunden davauf erlag der rüstige Mann einer Blutvergiftung. Aachen, 21. April. Deure Zwiebeln. Wegen des Versuchs, sieben Zentner Zwiebeln über die Grenze zu schmuggeln, wurde ein Landwirt von hier zu drei Monaten Gefängnis und 10.000 Mark Geldstrafe verurteilt. Schwerter Wochennachklänge. Die vergangene Woche hat mit den Festtagen in gutem Sonnenschein eingesetzt. Die Feiertage sind vorüver gegangen und sie haben mehr frobe Stimmung gebracht, als mancher zu hoffen gewagt hatte. Die Witterung hatte einen Zickzack kurs eingeschlagen, aber die Wendung zur Besserung überwog. Und da die Tage schon recht hübsch lang geworden sind, so hat auch der Sonnenschein Gelegenheit genug gefunden, sich zu. betiitigen, ebenso wie der Spaztergänger, der Sportler und der singende, klingende Wandervogel. Kurz, der launische April hatte sich dem Osterfeste zu Ehren gnädiger gezeigt, als ihm zugetraut war. Der Eisendahnverkehr war nicht allzustark, die Züge voren in der Regel noch Platz. Auch die bisher verschlossenen Lebensmittelquellen hatten sich zum Teil geöffnet, so daß die Familien zu ihrem Rechte gekommen waren. So wird aus den Feiertagen viel Stimmung mit in die kommenden Frühlingswochen hinübergeommen sein. Das volle Grün, das die Erfüllung der gehegten Hoffnungen verspricht, wird sich mun einstellen und in Garten und Feld geht es fleißig zu. Der erste Spinat ist hier und da sogar schon geerntet und ziert Tisch und Magen. Die Natur auch außerhalb der Gärten liefert uns überhaupt eine Menge nahrhafter und wohlschmeckender Pflanzen, die bei richtiger Zubereitung gesunde und, vortrefflich miundende Gerichte abgeben, die außerdem noch den Vorzug der Billigkeit haben, da sie alle diejenigen, die draußen in Feld und Wald umherstreifen, sich selbst einsammeln können. Natürlich müssen alle diese Pflanzen in jungem Zustande gesammelt werden, da sie nur dann von gutem Wohlgeschmack sind. Verschiedenen Hausfrauen wird es vielleicht schon bekannt sein, daß die Brennessel, so lange sie noch ihr fkisches, helles Grün zeigt, eine vortreffliche Suppe abgibt. Die jungen Sprossen der Brannessel werden sauber gewaschen, fein ge wiegt und in ein wenig streut man ein wenig Me darauf und läßt die Supt Nuskat, Pfeffer und Sa Wer Zwiebeln liebt, tut daran. Mit einem in A die Suppe abgezogen un Auch der Löwen zu übersehen. Die jung grün aussehenden Blättch lichen Salat ab. Man s: den aus der Erde heraus gerade die im Erdboden größten Wohlgeschmack der Löwenzahn sauber ge gründlich gewaschen. Nu chen mit Salz und Pfefft gezuckerten guten Essig. vermengt und ganz nach milder im Geschmack ge im Geschmack wird er pil Sehr gut mundet suppe und das Sauera kann kalt oder auch war im Geschmack der Apfels lich Saucrampferblätter gründlich gereinigt sind, geschlagen. In das W Hafergrütze, würzt mit und Zitronenschale, läßt gibt vor dem Anrichten einige Rosinen binein. rösteten Weißbrotstückche Das Sauerampfergen bereitet. Ebenso kann man des Hedrichs ein spi ten. Die frischen, jung gründlich und läßt sie Stunde lang in frische Brennessel, Sauerampfe Hopfen, Melde und Po ist aber durchaus nicht Kräuter verwendet wer 108 Blätter werden zusamn und unter Hinzufügen oder Grütze zu einer 7 Kerbel und Sauerampfe wendet, geben eine seht man mit Zwiebeln noch selegramm=Rdresse: Zeitung, Schwerte ue 1 Die Eintrittspreise wald sind erhöht wor! 8 Mark. In diesen eingeschlossen, welche 1,50 Mark befragen Der Deutsche Se Beschluß der Gruppe( Seglerbundes unter geringer Mittel allen lich der Jugend, m gemacht werden D faßt zur Zeil 24 Mitgliedern. Aus Amerika1 rekorde gemeldet, die I. Weißmüller in durchschwamm 300 19 von 23 Exan Prüsungen an der übungen, darunter Prüfung bestanden „Diplom=Turn= und Die Prager Fu will im Frühjahr ne und zwar in Prag München und Wie Brüssel, Rom und Das Länderspiel 2. Juli soll von das Stadion verleg Der Länderkam. Deutschland und d August in Arosa st Deutsche Turnerse Schwerte Am Sonntag, 2 Uhr gemeinscha angeschlossenen Ver Gymnasiums. An Besprechung über jugendwettkämpfe Schwerter Vereine Verbände. wiegt und in ein wenig Butter gedünstet. Dann streut man ein wenig Mehl darüber, gießt Wasser darauf und läßt die Suppe tüchtig kochen. Etwas Nuskat, Pfeffer und Salz geben die Würze ab Wer Zwiebeln liebt, tul auch noch eine Zwiebe! daran. Mit einem in Milch gequirlten Ei wird die Suppe abgezogen und zu Tisch gegeben. Auch der Löwenzahn ist nicht achtlos zu übersehen. Die jungen zarten noch gelblichgrün aussehenden Blättchen geben einen vortrefflichen Salat ab. Man schneidet die kleinen Stauden aus der Erde heraus, aber möglichst tief, da gerade die im Erdboden steckenden Stiele den größten Wohlgeschmack enthalten. Dann wird der Löwenzahn sauber geputzt und mehrere Male gründlich gewaschen. Nun würzt man die Blättchen mit Salz und Pfeffer und gießt darauf stark gezuckerten guten Essig. Der Salat wird nun gut vermengt und ganz nach Belieben schärfer oder milder im Geschmack gehalten. Etwas bitterlich im Geschmack wird er pikant. Sehr gut mundet eine Sauerampfersuppe und das Sauerampfergemüse. Die Suppe kann kalt oder auch warm genossen werden, sie ist im Geschmack der Apfelsuppe recht ähnlich. Reichlich Saucrampferblätter werden, nachdem sie gründlich gereinigt sind, gekocht und durch ein Sieb geschlagen. In das Wasser quirlt man etwas Hafergrütze, würzt mit einigen bitteren Mandeln und Zitronenschale, läßt alles gut aufkochen und gibt vor dem Anrichten dem nötigen Zucker und einige Rosinen hinein. Die Suppe wird mit gerösteten Weißbrotstückchen gereicht. Das Sauerampfergemüse wird wie Spinat zubereitet. Ebenso kann man aus den jungen Blättern des Hedrichs ein spinatartiges Gemüse bereiten. Die frischen, jungen Blättchen wäschi man gründlich und läßt sie vor dem Zubereiten eine Stunde lang in frischem Wasser liegen. Dann werden sie gebrüht und fein gewiegt oder durch die Maschine getrieben, mit Salz, Pfeffer gewürzt, und wenn man ein Ei riskieren will, mit hartgekochten Scheiben garniert. Eine recht wohlschmeckende und nicht viel bekannte Suppe ist die Neukrautsuppe, die aus den frischen Blättchen von Rapunzel, Kresse, Brennessel, Sauerampfer, Löwenzahn, Grünkohl, Hopfen, Melde und Porree hergestellt wird. Es ist aber durchaus nicht nötig, daß nun alle diese Kräuter verwendet werden müssen, jedes andere brauchbare Frühlingsgemüse tut es auch. Die Blätter werden zusammen in Salzwasser gekocht und unter Hinzufügen von Haferflocker, Grauven oder Grütze zu einer dickbretigen Suppe gekocht. Kerbel und Sauerampfer zu gleichen Teilen verwendet, geben eine sehr würzige Suppe ab, die man mit Zwiebeln noch verbessert. Alle Kräuter werden erst weich gekocht, durch ein Sieb getrieben und darauf tüchtig ausgetocht. Naturlich darf die nötige Würze in Gestalt von Salz, Pfeifer und Fett nicht daran fehlen. Auch zu Suppen eignen sich diese Früh lingsträuter außerordentlich gut. Zum Fisch wird besonders eine Soße aus Vorretsch und Dill zu gleichen T###en mit Mild, angerührt vortrefflich munden. Nun ist aus der Wochenplauderei eine über Frühlingsgemüse und billige Suppe geworden. Die Magenfrage hat die Oberhano bebalten. So eine Wochenplauderei ist einer politischen zwar nicht gleich zu achten, aber doch vielleicht nützlich u. gut zu lesen. Denn ein gutes Gemüse und eine gute Suppe sind auch nicht zu verachten. Sie gehören zum Leben. Und es soll der Frühling mir künden Wo werd' ich sie finden! Unter einem Fliederbaum Oder an des Waldes Saum? Geh' Alte, schau, grad so genau Haben wir's in der Jugend gemacht Damals, wie heut, drum sei gescheit und koche ein gutes Gemüse und eine gute Suppe. In Genua wird's grad so gemacht! Wichtiger als das ist's freilich, den Frühlingsodem auf sein Gemüt wirken zu lassen. Damit das geschehe, soll nicht Suppe und Gemüse von Genua und von Muttern den Schluß bilden, sondern der liebliche, bekannte Klang: Der Frühling naht mit Brausen, Er rüstet sich zur Tat, Und unter Sturm und Saufen Keimt still die grüne Saat. Drum wach, erwach, du Menschenkind, Daß dich der Lenz nicht schlafend find! Tu ab die Wintersorgen, Empfange frisch den Gast, Er fliegt wie junger Morgen, Er hält nicht lange Rast. Die Knospe schwillt, die Blume blüht, Die Stunde eilt, der Frühling flieht. Dir armen Menschenkinde Ist wund und weh ums Herz. Auf spreng getrost die Rinde, Schau mutig himmelwärts! Es schmilzt das Eis, die Quelle rinnt, Dir taut der Schmerz und löst sich lind. Und wie die Vöglein leise Anstimmen ihren Chor, So schall auch deine Weise Aus tiefster Brust hervor. Bist nicht verarmt, bist nicht allein, Umringt von Sang und Sonnenschein. 1 n. Die Uebergabe Wilnas an Polen vollzogen. Warschau, 21. April. Am Dienstag fard in Wilna die Uebergabe der Stadt an die####len statt. An dem Akt beteiligten sich Pilsudski, Ponikowsti und der Vizemarschall Mapraczowsti sowie Mitglieder der Regierungskommission für Wilna. Nach dem Festatt wurde die Fahne der polnischen Republik aus dem Schlosse gehißt. Eine Genua Anfrage im Reichstag. Im Reichstag ist von einigen zwanzig Abgeordneten der äußersten Rechten folgende Anfrage gestellt worden:„Unter den bekanntgegebenen Personen der Delegation und der Sachverständigen für die Konferenz in Genua befinden sich zum mindesten zwölf Herren jüdischer Rasse. Da die Zahl der Delegierten und Sachverständigen für Genua insgesamt 39 Personen betragen soll, bedeutet der rassenmäßige jüdische Anteil nach obiger Feststellung fast 33 Prozent. Wie will die Reichsregierung diese ungeheuerliche Bevorzugung der Juden bei der Auswahl der Delegierten und (Sachverständigen zur Vertretung der deutschen Belange in Genua rechtfertigen?" Das Gymnasium in Stendal abgebrannt. Stendal, 21. April. Mittwoch abend wurde die Feuerwehr zum städtischen humanistischen Gymnasium gerufen, das in hellen Flammen stand. Am Nachmittag hatten Klempner auf dem Dache Lötarbeiten vorgenommen und dabei glübende Kohlenstücke in den Fugen der Diele liegen gelassen. Das Gebäude ist vor etwa 15 Jahren errichtet worden. Die Opfer der Explosion von Monastir. T1I. Rom, 21. April. Die große Explosionstatastrophe in Monastir hat etwa 1800 Men schen das Leben getostet, namentlich vielen Kindern. Sie war so heftig, daß die meisten Häuser der Stadt abgedeckt wurden. Eine Zuckerraffinerie abgebrannt. Eine der größten Zuckerraffinerien Deutschlands in Uerdingen bei Krefeld ist gestern nachmittag niedergebrannt. Die wertvollen Maschinen sind völlig vernichtet, desgleichen 10000 Ztr. Zuckerfertigfabrikate; sowie das gesamte Rohstoffmaterial von mehreren 10000 Zentnern. 100 holländische Gulden 10686.60 10387,— 100 italienische Lire.... 1518,10 1473.15 100 polnische Mark.... 7,45 7.23 100 schwedische Kronen. 7290,85 7116,05 100 schweizerische Franken 5433.20 5385,— 100 tschenische Kronen.. 560,25 543,30 Snande wedenureder Krier Bässe (Deoisenkurse) Man zahlte deutsche Mark: für am 20. 4. 100 belgische Franken.. 2406,95 100 dänische Kronen... 5972,50 1 englisches Pfund... 1240,90 100 französische Franken: 2609,20 2544,30 am 21 4 2342,05 5827,70 1208.45 Ein Dollar........ 281,44 273.28 Gottesdienste am Sonntag, dem 28. Große Kirche. 9 Uhr: Beichte. Pastor Nell. 9½ Uhr: Pastor Terberger, hl. Abendmahl. Kleine Kirche 8 Uhr: Jugendgottesdienst, Pastor Noack=Hagen. 10 Uhr: Pastor Ohlig. Evangel. Krankenhaus 8½ Uhr: Pastor Ohlig. Kath. Pfarrkirche. 6 Uhr: Stille hl. Messe, 7½ Uhr: Abholen der Erstkommunikanten. 8 Uhr: Levitenhochamt mit Predigt, Feier der Erstkommunion der Kinder. 10 Uhr: Schulmesse 11 Uhr: Stille hl. Messe. Nachmittags 3 Uhr: Andacht. Lichtendorf 7¾ Uhr: Abholen der Kinder von der Vikarie. 8 Uhr: Hochamt mit Predigt, Feier der Erstkommunion der Kinder. 11 Uhr: Stille hl. Messe. Nachm. 2½ Uhr: Andacht. * Evangelische Stadtmission Schwerte, Kuhstr. 7. Sonntag 4 Uhr: Bibelstunde; abends 8 Uhr: Gemischter Chor.— Mittwoch, abends 8.30 Uhr: Gebetsstunde. Donnerstag, abends 5 Uhr: Gemischter Chor. Stadttheater Dortmund. Dienstag, 25. April 7 10½ Uhr:„Die Fledermaus". Operette in 3 Atten von Johann Strauß. Donnerstag, 27. April 5½ 10½ Uhr:„Parsifal Ein Bühnenweihfestspiel in 3 Aufzügen von Richard Wagner. Freitag, 28. April, 7 10½ Uhr:„Romeo und Julia“. Trauerspiel in 5 Akten von William Shakespaere. Sonnabend, 29. April, 7½—10½ Uhr:„Undine“. Große romantische Zauberoper mit Bakett in 4 Aufzügen von Albert Lortzing. Wetter=Aussichten für mehrere Tage im voraus. 23. April, veränderlich, Tags angenehm. 24. April, Wolten, strichweise Regen, Tags warm. 25. April, wenig verändert. 26. Arril, Wolken, teils Sonne, vielfach Regen Tags warm. 27. April, kaum verändert. 28. April, veränderlich, sehr windig, kühl, Nachts rauh. 29. April, wenig verändert. por P * und Turnen Zeilage zur Schwerter Ze. K ei sn und Sport. Die Eintrittspreise in Karlshorst und Grunewald sind erhöht worden auf 100 50. 25, 15 u. 8 Mark. In diesen Preisen sind die Sieuern eingeschlossen, welche allein 31, 14, 6, 3 und 1,50 Mark befragen. Der Deuische Seglersport soll nach einem Beschluß der Gruppe Groß=Berlin des Deutschen Seglerbundes unter Berücksichtigung auch geringer Mittel allen Volksgenossen, namentlich der Jugend, mehr als bisher möglich gemacht werden Die Berliner Gruppe umfaß zur Zeil 24 Vereine mit über 1000 Mitgliedern. Aus Amerika werden neue Schwimmrekorde gemeldei, die ein 17jähriger deutscher I. Weißmüller in Philadelphia erhielt. Er durchschwamm 300 Meiter in 3: 35: 2. 19 von 23 Examinanden bei den ersten Prüsungen an der Hochschule für Leidesübungen, darunter eine Dame, haben die Prüfung bestanden und den Titel eines „Diplom=Turn= und Sportlehrers" erhalten. Die Prager Fußball=Auswahlmannschaft will im Frühjahr neun Städtespiele austragen, und zwar in Prag selbst mit Berlin. Leipzig, München und Wien, mit Paris, Barcelona, Brüssel, Rom und Genua in diesen Städten. Das Länderspiel Ungarn=Deutschland am 2. Juli soll von Hamburg nach Berlin in das Stadion verlegt werden Der Länderkampf im Schwimmen zwischen Deutschland und der Schweiz findel am 6. August in Arosa statt. Turnen. Deutsche Turnerschaft Arbeitsgemeinschaft Schwarte und Umgedung. Am Sonntag, dem 23. April, nachmittags 2 Uhr gemeinschaftliche Uebungsstunde der angeschlossenen Vereine in der Turnhalle des Gymnasiums. Anschließend Fortsetzung der Besprechung über die Abhaltung der Reichsjugendwettkämpfe in Schwerte. Bericht der Schwerter Vereine über die Teilnahme anderer Verbände. Tuenverein Teutonia Westhosen. Die Turnstunden werden jetzt regelmäßig abgehalten. Auch wird das Knabenturnen wieder ausgenommen. Die eingeschriebenen Mitglieder dieser Abteilung versammeln sich am Mittwoch nach Schulanfang(26. Apr'l) nachmitlags 6 Uhr im Turnlokal, woselbst auch Neuanmeldungen erfolgen können. Für die volkstümlichen Uebungen und Spiele der Jugend= und Männerabteilung werden besondere Zeiten nach Rücksprache noch fesigesetzt. Ueber die Bedingüngen zur Erwerbung des Deutschen Turn= und Sportabzeichens erteilt die Turnleitung Auskunft. Bewerber müssen sich zwecks Einforderung des Bewerbungsheftes melden. Das Turnen der Frauenund Mädchenabteilung beginnt am Dienstag, dem 25. April. abends 8 Uhr. Fußball. Zur Geschichte des Fußballes. Den Fußhallsport haben wir bekanntlich von den Engländern übernommen, es wäre aber irrig, anzunehmen, daß diese die Erfinder dieses Sportes sind Große, elastische Kugeln kannte und benutzte man zum Werfen und Fangen schon in anliker Zeit. Damals verwendete man jedoch Ochsendlasen, die man auch wohl mit dünnem Leder überzog Man kannte auch aus Stroh und Binsen gestochtene Bälle, wie solche noch heute von den Hindus angefertigt werden, desgleichen aus Lappen genähte Bälle. die wir heute z. B. auch bei den Indianern noch vorfinden. Uebrigens begnügt sich auch das einfache englische Volk bis in unsere Tage mit überzogenen Schweinsbläsen und fügl in diese einige Erbsen hinein. Das Rasseln derselben erhöht ihren Spaß. Sportmäßig haben sich wohl zuerst die Hellenen mit dem Fußball beschäftigt, aber doch nicht so leidenschaftlich, daß er als griechischer Sport angesprochen werden könnte. Von den Hellenen kam der Fußball zu den alten Aömern, die sehr eifrig, in zwei Parteien getrennt, dem Spiele huldiglen Ihre Nachfolger, die Italtener, üben das Fußballspiel nur an großen Festtagen noch aus, ein wirklicher Volkssport ist es bei ihnen nicht. In der Renaissance freilich vertrieben sich die eleganten Italiener sehr viel und sehr gern die Zeit mit dem Ballspiel, und nicht wenige der Fürsten und Reichen ließen sich in ihren Gärten besondere. von grünen Büschen umgebene Ballhäuser bauen. Die prachtliebende Zeit mit ihrer pomphaften Kleidung wendet sich allerdings vom Werfen des Balles mit den Füßen ab, und man spielte nunmehr so, wie unser modernes Lawn=Tennis. Kreisliga. Zum letzten Meisterschaftsspiel in der Spielzeit 1921=22 erwartet die Schwerter Sporlvereinigung von 1906 morgen nachm. 3½ Uhr auf dem Sportplatze hinter der Töchterschule die Ligamannschaften des FC Neheim 08. Die Oberruhrialer=Elf besteht aus stabilen Leuten und hat gutes Können gezeigt, was auch durch den dritten Platz in der Tabelle hinter Hagen 1860 und Wetter zum Ausdruck kommt. Das erste Spiel zwischen den morgigen Gegnern— in Neheim ausgetragen— endele 1:0 für Reheim. Die Grünhosen haben inzwischen Eindußen erlitten und können kaum eine so kampfstarke Mannschaft wie vor Neujahr stellen. Trotzdem ist eine bestimmte Voraussage schwierig, weil einmal der Vorteil des eigenen Platzes elwas ausgleichend wirkt und zum anderen es wesentsich für den Ausgang ist, welche Parlei zum letzten Meisterschaftstreffen mit dem größeren Ehrgeiz und Siegeswillen antrikt. Neheim de und Schwerte 06 waren seit der Begründung des erstgenannten Vereins immer in derselben Klasse, haben manchen Sirauß in sportlichfairer Weise ausgefochlen und werden sich auch morgen gewiß einen sehenswerten, inseressanten, ritterlichen Kampf liefern. Vor dem Ligaspiel und zwar um 2 Uhr empfängt SSV. C6 3. die 2. Mannschail von Vorhalle Um 5 Uhr wollen SSV. 06 4. und Bfs. Menden 3. ein Gesellschaftsspiel austragen. Der Bezirksausschuß hat die Wiederholung des Meisserschaftsspieles Kabel 1.: Wermingsen 1. für morgen angeordnet. Wir geben Kabel die größeren Siegesaussichten. Weiter spielen noch Letmathe 2. und Westig 2. D=Klasse. Holzen 3. und Fröndenberg 3 ist angesetzt. Die 2. Jugendmannschaft der Schwerter Sportvereinigung 06 e. V. fährt am kommenden Sonntag zum Unnaer Sportklub 08 e. Treffpunkt 1,10 Uhr am Bahnhof. * Die Schiedsrichter=Vereinigung Schwerte versammelt sich um 11 Uhr im Zentral=Hotel hier zu einer wichtigen Sitzung. Westdeutschland— Berlin Deutschland— Oesterreich Morgen werden sich die Blicke aus ganz Deutschland nach Köln und nach Wien richten. In der Domstadt wird die repräsentative Elf aus der Reichshauptstadt erwartet. Die kürzlich gemeldete Aufstellung der westdeutschen Verbandsmannschaft ist noch etwas geändert worden. Sackenheim und Fiederer=Duisburg sowie Steinbauer=Köln scheiden aus. Halblinks spielt Claus Oehler=Bielefeld. In die Mille geht Binder KBC. Köln und halbrechts wird Wagner=Bielefeld eingesetzt. Hürten=Köln rückt nach Rechtsaußen. Für Steinhauer tritt Risse=Düsseldorf ats rechter Verleidiger ein. Wir hallen die Aenderungen für eine Verdesserung. Berlin hat eine sehr starke Mannschaft ausgewählt, in der u. a. Tewes, Marohn, Montag und Troischinski zu sehen sind. Für den tepräsentativen Kampf Deutschland— Oesterreich in Wien stützt sich der DFB diesmal in der Hauptsache auf Fü Nürnberg mit Stuhlsaut, Riegel, Kald, Strodel, Popp, Träg und Sutor Die Schwächen der NürnbergerElf sind durch Mohns=Berlin, Müller=Hamburg, Wetzel=Pforzheim und Jäger=Allona zweifellos gut ausgemerzt. Das Ergebnis der Repräsentativspiele hoffen wir am Montag bringen zu können. 4 hohsstpreise für Vrot und Alehl. Auf Grund des§ 34 Absatz 2 des Gesetzes über die Regelung des Verkehrs mit Getreide vom 21. 6. 1921(R. G. Bl. S. 737) und der Verfügung des Herrn Regierungs=Präsidenten zu Arnsberg vom 15. 4. 1922 1 15 Nr. 1187 I wird unter Aufhebung der Anordnung des Kreisausschusses des Landkreises Hörde vom 15. 2. 1922 betreffen. Höchstpreise für Brot und Mehl folgendessbestimmt: 1. a) Graubrot mit einem Verkaufsgewicht von 6 Psd 21,60 Mt mit einem Verkaufsgewicht von 3 Pfd. 10,90„ im Anschnitt für 500 Gramm(1 Pfd.) 3,70„ im Anschnitt für 250 Gramm(½/ Pfd.) 1,85„ b) Kasselerbrot oder Siuten mit einem Verkaufsgewicht von 6 Pfd. 21,30„ mit einem Verkaufsgewicht von 3 Pfd. 11,00„ im Anschnitt für 500 Gramm(1 Pfd.) 3.70„ im Anschnitt für 250 Gramm(½/ Pfd.) 1,85„ c) Schwarzbrot mit einem Verkaufsgewicht von 6 Psd. 20.40„ mit einem Verkaufsgewicht von 3 Pid. 10.30„ im Anschnitt für 500 Gramm(1 Pid) 3,80„ im Anschnitt für 250 Gramm(½ Pfd.) 1,80„ d) Zwieback für 400 Gramm 7.80„ für 200 Gramm 3.80„ e) Weizenmehl für 500 Gramm(1 Psd.) 4,20„ N. Diese Anordnung tritt mit dem 22. April 1922 in Kraft. Hörde, den 20 April 1922. 1818 Kreisausschuß des Landkreises Hörde. Bekanntmachung. Durch Verfügung des Herrn Regierungspräsidenlen vom 5. April 1922 l. 22 535 in don Stahlwerken Brüninghaus A. G. Abteilung Eisenwerk zu Westhosen i. W. vorbehalllich der Rechte Dritter die Genehmigung zur Erweiterung ihres Privaigleisanschlusses an den Bahnhof Westhofen erteilt worden. Ich mache dies gemäß§§ 17 und 47 des Gesetzes über Kleinbahnen und Prioatanschlußbahnen vom 28. Juli 1892 mit dem Bemerken behannt, daß die Pläne für die anlage vom 22. April bis 5 Mai 1922 auf dem Amte in Westhosen zu Jedermanns Einsicht offen liegen Einwendungen gegen die Feststellung der Pläne sind innerhalb der vorbezeichneten Frist schriftlich oder mündlich zu Protokoll bei dem Amtmann in Westhoten anzudringen. Nach Adlauf dieser Frist können Einwendungen nicht mehr erhoben werden. 1916 Hörde, den 19. April 1922. Der Landrat des Kreises Hörde. bekanntmachung. Durch Verfügung des Herrn Regierungspräsidenten vom 5. April 1922 l. 22. Nr. 488 ist der Einkauss genossenschaft vereinigter Böckermeisier e. G. m d H Aplerdeck, vordehaltlich der Rechte Dritter, die Genebmigung zu einem Prioatanschluß an die Anschlußbahn der Jeche Schürdank und Charlotteuburg an den Bahnhof Vplerdeck erteilt worden. Ich mache dies gemäß 98 17 und 47 des Gesetze: über Kleinbahnen und Prioatanschlußdahnen vom 28 Juli 1892 mit dem Bemerken dekannt, daß die Pläne für die Anlage vom 22. April bis 5. Mai 1922 auf dem Amte in Aplerbeck zu Jedermanns Einsicht offen liegen. Einwendungen gegen die Feststellung der Pläne sind innerhalb der vordezeichneten Frist schriftlich oder mündlich zu Protokoll bei dem Amtmann in Aplerbeck anzubringen. Nach Ablauf dieser Frist können Einwendungen nicht mehr erhoben werden. 1317 Hörde, den 19. April 1922. Der Landrak. J. B.: gez. Dreves. Unserem lieben Bruder Fritz Westhämper und Frau Bmmat geb. Wirges zur heutigen Silber. Hochzeit die besal. Glück- u. Segenswünsche. Gewidmet von seinen Brüdern Cerl und Gustar und deren Familie. Schwerterheide, den 28. April 1929. 1821 Am 25. April d. Is., vormitlags 9 findet eine schlichte Feier in der Aula des städtischen Realgymnasiums hierselbst stalt. Die städtischen Vertretungen, die Mitglieder des Schulausschusses sowie die Ellern der Schüler und die Freunde der Anstalt werden hiermit ergebenst eingeladen. Schwerle, den 20. April 1922. 1824 Der Vorsitzende des Schulausschusses: Rohrmann. Beranntmachung. Die Maul= und Klauenseuche unter dem RindviehBestande des Milchhandlers August Zimmermann in Wichlinghofen Nr. 7 ist erloschen. Die angeordneten Schutzmaßregeln sind aufgehoden worden. . Die Gemeinde Wichlinghofen ist jetzt wieder seuchenWellinghofen, den 15. April 1922. Die Polizeiverwallung: Dresing. Amtmann. K Zuverlässigen Geltungseoten für billigst gegen guten Lohn für sofort gesucht. Schwerter Zeitung Trauerbriele Ghers e. krus Habe mich in Ergste als ner praktischer Arzt„ niedergelassen. Sprechstunden im Gasthof Schneider vormittags von 8—9, nachmittags von 3—4 Uhr. 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Einladung zusder am Samstag, dem Voril. nachm. 2½ Uhr 29 im Restaurant Berghoff, Körnerplatz. stattfindenden General versammlung Tagesordnung 1. Rechnungslegungfür 1921 2. Ergänzungswahl von 2 Mitgliedern der Direktion und 4 Mitgliedern des Ausschusses 8. Wahl des Rechnungsprüsers für 1922 4. Erhöhung der Vergütung der Ausschutzmitglieder für die Teilnahme an den Sitzungen. Dortmund, d. 20. April 1922. Der Vereinsdirektos Westermann. Freiwillige Feuerwehr: Schwerte Am Montag, dem 24. April, abenös 7½ Uhr im Vereinsloka!„Westfälischer Hof“: Generalversammlung die Tagesordnung wird dort bekannt gegeben. das Erscheinen sämtlicher Kameraden ist öring. erwünscht. Der vorstand. Schwimmverein Sonntag, den 23. April, nachmittags 4 Uhr: Versammlung im Schützenhof. Der vorstand. Uhr: Vorstandssttzung daselbst. ###E Turn- u. Baufpielverein, Schwerte K Mitgl. d. d. Turn. Heute, Sonnabend, den 22. Rpril 1922, abös. 8 Uhr: Versammlung im Vereinslokal Klempt. Der vorstand. Ein hochtragendes LOUNG hat abzugeben. 1812 Landw. Zimmermann Emnaste. Sonntag, d. 23. April findet im Lokale Mölders Gogil Tae statt. Anfang 5 Uhr. Es ladet ergebenst ein Der Veranstalter. Jum 1 Mai oder später ein desseres 1885 Swetnäcchen gesucht. Stellung dauernd. Frau Anna Steinhaus Kabel d. Dagen. gegen gleiche für sofort zu tauschen gesucht. Lagenerstr. 44. Alle Schreib- und Zeichen-Lltensillen für Schule u. Haus kauftman billig bei CARL BRAUS Klavierstimmer endrong Rieppingstrasse 1. Reparaturen an sämtl. In. strumenten. Ankauf von alten Instru. menten. Krätzurgan beseit, schnell. Betthanducken Ausschlag, Krätze, Flechten dei Erwachs. u. Kind. ohne Berufestörung. 1 000000- fach bewährt. Oazu Blutreinigungs-Tee Salee. Drogerie Mehlhose. Für Bäcker und conditoreten: Vorten= Paptert verschiedener Größen wieder eingetroffen. Buchhandl. Carl Braus Empfehle: Pflanskartossein Banassia, Magnum donum, Bismarck) und Ppeiserartossein billigsten Tagespreisen. §. Bährensmann Mollheste. 30 Teleson 2% Samstag, 22. April 1922. Nr. 94(2. Blatt) Mssssse Zellenstaat und Menschenstaat. Schon oft ist der Zellenstaat des einzelnen Organismus mit dem Menschenstaat verglichen worden; aber während es bisher nur mehr oder weniger bildlich gemeint war, so macht nun der bekannte Naturforscher R. H. Francé mit dieser Nebeneinanderstellung ernst und leitet aus ihr wichtige Gesetze ab. Der Gelehrte hat seine neue Theorie, die er in großen wissenschaftlichen Werken ausbaut, in einem anschaulich geschriebenen Buch„Der Weg der Kultur“ zusammengefaßt, das er in der Reihe der„Zellenbücherei“ bei Dürr und Weber in Leipzig veröffentlicht hat. Er geht davon aus, daß jede Zellengemeinschaft, so z. B. eine Pflanze, tatsächlich eine Vielheit von lebenden isen ist, also das erste wesentliche Merkmal besitzt, um mit den menschlichen Gemeinschaften verglichen zu werden. Die Zellengemeinschaft ist also das älteste und unsterbliche Staatswesen, in dem sich bereits alle die Erscheinungen des Menschenstaates, wie Arbeitsteilung, Gliederung in Unterabteilungen gleicher Interessengemeinschaft, Produktion und Konsumtion verwirklicht finden. Wenn also alle wesentlichen Gesetze, nach denen sich allein eine dauerhafte und wahre Kultur bilden kann, bereits im Zellenstaat enthalten sind, so müssen die Organismen aller Art, die über diese Gesetze Aufschluß geben können, Gegenstand einer kulturhistorischen Forschung sein. Die Organismen, die ja seit Millionen von Jahren bestehen und unvergleichlich älter sind als unsere Staats= und Kulturformen, haben bereits durch ständige Auslese und Ausscheidung des Unvollkommenen eine Vollendung erreicht, durch die die besten Bedingungen gewährleistet werden. Im organischen Leben werden nämlich alle Verstöße gegen eine wirklich brauchbare Organisation mit dem Tode bestraft, und nur die geeignetsten wirklich lebensfähigen Organismen bleiben übrig. Diese Gesetze des Organischen, die auch auf die menschlische Kultur angewandt werden sollen, sind nach Francés Darstellung„das Einfachste und zugleich das Verwickeltste was des Lebens Begriff nur ausmachen kann". Letzten Endes aber laufen sie alle in einer einzigen Tatsache zusammen, in der der Bedürfnisbefriedigung. Alle Lebewesen müssen arbeiten, müssen irgendein Gewerbe betreiben, um essen zu können. Dies Gesetz ist mit einer eisernen Konsequenz und erschrecklichen Ausnahmslosigkeit allem irdischen Dasein aufgeprägt.„Das Raubtier springt und läuft seiner Mahlzeit nach, die Wiederkäuer weiden geruhsam; der Parasit saugt und schafft sich dazu hundert Anpassungen, die Pflanze stellt ihr Lichtkraftmaschinchen auf und setzt das Hebewerk ihrer Wurzelsäfte in Tätigkeit, um dadurch Nahrung aus dem Boden zu pumpen, und der Mensch betreibt seine Landwirtschaft, um alle anderen Lebenden um die Früchte ihres Fleißes durch den seinen zu berauben, und er betreibt alle anderen Gewerbe, um dann von dem Landwirt die Früchte des Bodens gegen seine Arbeit einzutauschen.“ Die unverrückbare Grundlage aller Kultur also ist und bleibt die Arbeit. Um aber diese Arbeit des Nahrungserwerbes leisten zu können, verwendet jeder Organismus, vom Zellenstaat bis zum Menschen, seine Sinne bis zur äußersten Grenze der Möglichkeit.„Deshalb ist der Raubvogel in so unbegreiflicher Weise scharfsichtig, daß er von Turmeshöhe das schlüpfende Mäuslein im Felde sieht; deshalb hat sich das Riechorgan der Wespe so geschärft, daß sie auf viele hundert Meter Entfernung in der sinnverwirrenden Geruchssinfonie einer Großstadt die auf einem Balkon in der Obstschale stehenden Früchte auffindet; um des Nahrungserwerbes willen schaffen sich Tiefseefische die wunderbaren, in allen Farben des Regenbogens erstrahlenden Taster mit Leuchtkörpern, deshalb sogar das Pflanzenblatt ein wunderliches Mosaik von Lichtsinnesorganen und der Mensch sich hundert Werkzeuge und Hilfsmittel des Wissens, als Mikroslop und Teleskop, Rechensystem und logische Regelsammlung.“ Diese Vervollkommnung seiner Sinne erlangt der" Organismus aber nur durch die lebensnotwendigen Anpassungen, in denen er sein schöpferisches Wirken offenbart und Brücken schlägt zwischen Materie und Energien.„Sogar die winzige, einzeln lebende Zelle schafft sich bereits als Amöbe eine Schutzhülle aus einem Mosaik kleiner Quarzkörnchen oder Kieselplättchen, die sie selbst zuerst ausscheidet; sie paßt sich dadurch der Möglichkeit des Austrocknens an, welche namentlich für die zarteren Erdamöben besonders leicht gegeben ist. Organismen, wenn sie dauernd das Wasser bewohnen, bilden Anpassungen, also Vorrichtungen zum aktiven Schwimmen und zum passiven Freischweben, solche, die das Wasser dauernd verlassen— man denke an die Landpflanzen- schaffen sich Einrichtungen, um das lebensunentbehrliche Naß aus dem Bodenwasser emporzupumpen und sich dienstbar zu machen; Anpassungen sind vie vielerlei Werkzeuge, deren sich alle Lebenden, vom Einfachsten bis hinauf zum Menschen, bedienen, um sich des Lebens Last zu erleichtern, Anpassungen die Nestbauten, Kühl= oder Heizvorrichtungen, Waffen und Magazine, Anpassungen der gesamte, unbeschreibliche mannigfaltige Kreis von technischen Hilfsmitteln, ohne die das Leben keinen Augenblick bestehen kann.“ Die ganze Technik, die unsere menschliche Kultur beherrscht, ist also bereits bei Pflanze und Tier vorgebildet, und ebenso verhält es sich mit den großen sozialen Gesetzen. Man findet auch im einfachsten organischen Leben zeitweilige oder dauernde Arbeitseinstellungen, Erkrankungen und Zerstörungen des Gemeinschaftslebens, Absonderung einzelner Gruppen, Lockerung der Arbeitsdisziplin; andererseits eine reichausgebildete Elternfürsorge, Hygiene, Vorbeugung gegen Uebervölkerung usw., kurz, all die Dinge, die der Menschenstaat durchführt, Gesetzgebung und Pölitik, Staatskunst und Erziehungswesen:„Das menschliche Kulturleben“, so schließt Francé,„hat unter zahllosen Krisen genau die gleichen Gesetze von Organisation, Fürsorge, Erfindungen, Wissen und Techniken verwirtlicht, wie die übrigen Lebewesen. Der Weg der Kultur war kein anderer als der der Natur.“ Rund um Berlin. + Keine Sonntagskarten im Berliner Vorortsverkehr. Aus Anlaß der Wiederausgabe von Sonntagskarten für Fernstrecken ist das Verlangen laut geworden, auch für die Berliner Vorortstrecken verbilligte Sonntagskarten ausgeben zu lassen. Dabei wird übersehen, daß Berlin bereits besonders bittige Vovortfahrpreise hat, die nur einhalb bis ein Drittel der Fahrpreise des allgemneinen Verkehrs betragen und ständig Gegenstand lebhafter Angriffe und Berufungen anderer Großstädte bilden. Bekanntlich werden die Beförderungslosten im Berliner Vorortverkehr nicht geoeckt, erfordern somit Zuschüsse der Allgemeinheit. Eina weitere Verbilligung, wie sie in der Ausgabe von bemachr Solchrreude inrund ihn Esistder Zuküntf-Drachhnopl sonderen Sonntagskarten im Verliner Vorortsverkehr liegen würde, muß daher als völlig ausgeschlossen gelten. In dem Türkenmord in Berlin. Zu der Ermordung der beiden Türten in Berlin wird noch gemeldet, daß die polizeilichen Feststellungen bisher ergaben, daß es sich dabei wohl zweifellos um einen Akt der armenischen Blutrache handelt. Beteiligt scheinen vier Personen gewesen zu sein. Ais die beiden Ermordeten, mit der Witwe Talaat Paschas in der Mitte, ungefähr die Wohnung des Diemal Azmi s##hs erreicht hatten, drängten sich drei junge Männer vorbei. Die Frau wurde im gleichen Augenblick hinterrücks am Mantel zurückgezogen und sah sich dem Lauf einer Pistole gegenüber, die einer der Verbrecher ihr auf die Brust gesetzt hatte. Sie rief noch ihre Begleiter an, im elben Augenblick krachten schon die tödlichen Schüsse. Trotzdem sie selbst bedroht wurde, rief sie den Frauen und Kindern der Ermordeten noch zu, sich in Sicherheit zu bringen. Jetzt wurde von der gegenüberliegenden Straßenseite auf die Angehörigen geschossen. Es muß dies der vierte Täter gewesen sein. Nach dem Bekanntwerden der schweren Bluttat durch die Zeitungen haben sich noch im Laufe des gestrigen Nachmittags und Abends mehrere Personen gemelbet, die zum Teil wichtige Bekundungen machten. Zwei der bei der Mordtat benutzten Waffen wurden in der Nähe des Tatortes aufgefunden. Der Tarifkampf im Bankgewerbe. Von den Bank angestellten Deutschlands werden bekanntlich Urabstimmungen über die Annahme oder Ablehnung des über den, neuen Reichstarif gefällten Schiedsspruches vorgenommen. Alz letzte für den Tarifvertrag in Frage kommende Angestelltenorganisation hat sich jetzt auch der Vorstand des Reichsverbandes der Bankangestellten gegen die Annahme des Schiedsspruches ausgesprochen. Mehrere große Ortsgruppen, wie Essen, Barmen, Stuttgart und München haben gleichfalls gegen den Schiedsspruch gestimmt. Die Frist für die Erklärung über Annahme oder Ablehnung des Schiedsspruches dem Reichsarbeitsministerium gegenüber läuft am 26. April ab, so daß die Urabstimmung bis dahin abgeschlossen sein muß. Der Schiedsspruch für die städtischen Arbeiter. Der kurz vor dem Osterfeste gefällte Schiedsspruch über die Lohnforderungen der städtischen Arbeiter bringt diesen ein wesentliche Erhöhung ihrer bisherigen Bezüge. Ungelernt Arbeiter über 24 Jahre erhalten jetzt 14 J bzw. 14,50 A gelernte 14,50 J bzw. 15 J. Zu diesen Stundenlöhner tritt vom 1. Mai an ein weiterer Zuschlag von 50 Pf Die Wirtschaftsbeihilfen bleiben in der alten Höhe bestehen Was die Bestimmungen des Manteltarifvertrages angeht, so bringt der Schiedsspruch nur in der Frage des Urlaubs den Arbeitern eine geringe Verschlechterung. Die Funktionäre der städtischen Arbeiter wollen am Mittwoch zu diesem Schiedsspruch Stellung nehmen. Ueber seine Annahme oder Ablehnung wird voraussichtlich eine Urabstimmung in den städtischen Betrieben entscheiden. Von einem Zuge zermalmt. Als in der Nacht zu Dienstag der Gartner Karl Strolock am Bahnh# Lichterfelde=Süd die Geleise passieren wollte, war die Schranke niedergelassen. Strolock kehrte sich jedoch nicht daran, sondern hob die Schranke empor und überschritt die Schienen. In diesem Augenblick brauste ein Eilgüterzug heran, und ehe er noch beiseite springen konnte, hatte ihn die Lolomotive erfaßt und auf der Stelle zernalmt. + Der 1. Mai bei der Post und der Eisenbahn. Das Reichskabinett hat für die Reichspost- und Eisenbahnverwaltung folgender Regelung wegen des Dienstes am 1. Mai zugestimmt:„Beamte, Angestellte und Arbeiter, welche zwecks Teilnahme an einer Feier am 1. Mai dem Dienst oder der Arbeit fernbleiben wollen, haben rechtzeitig bei ihren Dienstvorgesetzten um Befreiung vom Dienste nachzusuchen. Solchen Anträgen ist grundsätzlich überall insoweit zu entsprechen, als dadurch die notwendige Fortführung des Dienstbetriebes nicht in Frage gestellt wird. Bei der Entscheidung über derartige Gesuche soll nicht engherzig verfahren werden. Die hiernach beantragte und bewilligte Freizeit ist bei Beamten und Angestellten auf den Erholungsurlaub anzurechnen. Das Gleiche hann auf Wunsch bei Arbeitern geschehen. Wird von „Arbeitern jedoch nicht ausdrücklich um Anrechnung auf den Erholungsurlaub nachgesucht, so wird nach den Bestimmungen der Lohntarife für die Dauer der Arbeitsversäumnis Lohn nicht gewährt. Für die Bezirke, in denen der 1. Mai landesgesetzlich als Feiertag erklärt ist, werden besondere Anordnungen gelroffen. Für die übrigen Reichsverwalngen sollen entsprechende Grundsätze gelten. + Eine„Technische Woche“ wurde am Dienstag in isseldorf eröffnet. Aus dem ganzen Reiche kommen dort die führenden Männer der Wissenschaft zusammen und halten Vorträge über die neuesten Ergebnisse ihrer wissethchaftlichen Forschungen auf dem Gebiete der Technik. Aus dem Reiche. Das Schicksal der Einheitskurzschrift. Ein im Januar von einer Konferenz der Reichs= und Landesregierungen eingesetzter Ausschuß zur Schaffung einer deutschen Einheitskurzschrift hat jetzt getagt und zwei Mitglieder mit der Ausarbeitung eines Einheitssystems beauftragt. Nach zwei Monaten sollen sie über ihre Arbeiten Bericht erstatten.— Ob es dann endlich zu einer Einheit kommen wird? Ende des Spandauer Schulstreiks. Der Schulstreik an der zweiten Gemeindeschule in Spandau hat ein vorläufiges Ende gefunden. Die Eltern haben in einer Versammlung den Abbruch des Streiks beschlossen, da ihren Vertretern vom Provinzialschullollegium zugesagt wurde, daß unter Hinzuziehung aller Elternbeiräte, Schulleiter und Lehrer eine abermalige Prüfung der Neuordnung der Spandauer Schulbezirke, die den Anlaß zum Streik gegeben hatte, vorgenommen werden soll. + Streik im Hamburger Versicherungsgewerbe. Eine Dienslag abend abgehaltene öffentliche Versammlung der Versicherungsangestellten Hamburgs hat mit allen gegen eine Stimme beschlossen, am Mittwoch in den Streik zu treten. Demokratischer Beamtentag. Am Sonnabend und Sonnlag findet im Reichstagsgebäude ein Demokratischer Beamtentag statt. Die Tagesordnung umfaßt die Stellungnahme der Demokraten zur Besoldungsfrage und zum Beamtenstreik. + Der Polizeiskandal in Braunschweig. Wie das Staatlichze Presseamt in Braunschweig mitteilt, ist im Zusammenhang mit den bisherigen Ergebnissen des vom Landtag eingesetzten parlamentarischen Untersuchungsausschusses nunmehr auch der der S. P. D. angehörige Polizeipräsident Buchterkirchen vom Amte suspendiert worden. Gleichzeitig ist ein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet worden. Diese Nachricht ist vermutlich auf die Zeugenaussage des Polizeihauptmanns Stack urückzuführen, der, dem„Berl. Lok. Anz. zufolge, bekundete, der Polizeipräsident Buchtertirchen habe ihm ines „klärt, es sei ihm endlich gelungen, den Polizeimasor Langemeyer(den früheren befähigten Komandeur der Schutzpolizei) ab zuwürgen. Auf die Fage weshalb Langemeyer hinausgesetzt sei, habe Buchterkirche# ihm geantwortet, dieser Herr sei ein reaktionhrer. Lump. Unglückliche Kahnfahrten. Der 99jährige Kaufmann M. aus Berlin=Schöneberg und der Kandidat der Medizin K. aus Berlin=Halensee waren am 2. Ostertag im Faltboot von der sächsisch=böhmischen Landesgrenze elbabwarts gefahren. Bei Meißen wurde das Boot von der Trießisch= Mündung erfaßt und gegen einen Pfeiler der alten Brücke getrieben, wodurch das Boot kenterte. M. versank nahr der Brücke in den Fluten, während sich K. retten konnte.— Ein ähnlicher Unfall ereignete sich auf dem Rhein. Unterhalb der Ruhrort=Homburger Rheinbrücke wurde ein mit zwei Herren aus Essen besetztes Ruderboot von der starten Strömung gegen einen Lastkahn getrieben, wodurch es kenterte. Einev der Insassen ertrank, der andere könnte gerettet werden. + Zur Explosionskatastrophe in Düsseldorf. Die Arbeit auf dem am Sonnabend von einer schweren Explosion heimgesuchten Phönix=Werke in Düsseldorf konnte am Diestagmorgen nahezu in vollem Umfange wieder aufgenommen werden. Von den verletzten zwölf Arbeitern befinden sich alle bis auf einen außer Lebensgefahr. Lustmord. In Küblinghausen bei Drolshagen hat der Knecht des Landwirts Schürhold die 15jährige Tochter der Landwirtswoitwe Lüt ile vergewal ig und daun mit einem Stein erschlagen. Der Mörder wurde verhaftet. Aus aller Tödlicher Unglücksfall auf einer Skitour. Der 20jährige Student an der Technischen Hochschule in M chen Rüdiger Piloty, Sohn des im Kriege g Münchener Chemiters und Universitätsprofesoors, ist b Schneeschuhlaufen in den Zirter Bergen in Tirol dur eine Lawine tödlich verunglückt; die Lawine warf ihn gegen einen Felsen, wobei ihm der Brusttorb eingedrückt wurde. Die Leiche ist zur Beerdigung nach München gebracht worden. Schacutorand und Förderunfall. In der Plutusgrube in Brüx verungluckten durch Schachtbrand ein Betriebsingeneur und ein Obersteiger tödlich. Vier Bergleute wurden schwer verletzt. Auf dem Venusschacht stürzte ein ganzer Aufzug mit Vergleuten in die Tiefe, wobei 16 Arbeiter schier verletzt wurden. Große U verschwemmungen des Mississippi, des Missouri und ihrer Nebenflüsse nehmen nach Meldung aus Lissabon einen beängstigenden Umfang an. Der Mississippi ist teilweise auf eine Breite von mehreren Kilometern über die Ufer getreten. Die Kulturen sind vernichtet, zahlreiche Häuser fortgeschwemmt worden. Aus dem Gerichtssaal. Verurteil er Schieber. Ein unter dem Spitznamen„Gudding= könig" bekannter Einwohner von Welkenracdt bei Eupen, der während des Krieges bedeutende Warenmengen geschur ggeit haben soll, wurde jetzt vom Gerichtshof in Verviers zu sieben Mitlionen Franken Strafe verurteilt. „Es ist die höchste Eisenbahn.“ Wie oft hört man heute diese Redensart. Sie ist schon einige Jahrzeynte alt und einer Posse„Ein Heiratsantrag in der Niederwallstraße“, entlehnt, die den Altberliner Humoristen Adolf Glasbrenner zum Verfasser hat, der im Jahre 1876 verstarb, In diesem Stück kommt ein Briefträger vor, der in seiner Zerstreutheit ständig zwei Begriffe verwechselte. In einem Auftritt erfährt er, daß die Leipziger Post angelommen ei, und der Dichter legte ihm nur die Worte in den Mund: „Es ist die allerhöchste Eisenbahn, die Zeit ist schon anzekommen.“ Diese Redensart, die so recht den harmlosen Zumor des damaligen Berliners kennzeichnet, wurde bald um geflügelten Wort und ist bis heute in seinem ersten Leile erhalten geblieben. 100 Mark Belohnung Kopt= AHreso Flöhe, Wanzen samt Brut(Nissen, Kleider. SaUlss bei Mensch und Tier vertülgt. EmpGilz uu siehli: Fa. L. Strack, 4. Geldfluk und Geldebbe. Beinahe jede Woche bringt einen neuen Rekord der Paviergeldflut. Am 31. Januar liefen an Banknoten und Darlehnskassenscheinen insgesamt 123,4 Milliarden Mark um; Anfang April waren es bereits 139 Milliarden Mark. Nun sollte man meinen, daß bei solch ergiebiger Papiergeldprodukion überreichlich Geld vorhanden sei, um den Bedarf des Verkehrs zu decken. Dies ist leider nicht der Fall. Die Preise sind in den letzten Wochen so ungeheuerlich gestiegen, daß es überall, besonders beim Fabrikanten und Händler, an dem Gelde fehlt, um die notwendigen Anschaffungen an Rohmaterial zu machen und die Warenvorräte zu ergänzen. Obwohl die Reichsnotenpresse unermüdlich Banknoten druckt und damit die Papiergeldflut vermehrt, sind die Preise doch so viel schneller gestiegen, daß das umlaufende Geld zur Bewältigung des Verkehrs längst nicht ausreicht. Hierauf ist es auch zurückzuführen, daß das Interesse für Börsenpapiere in den letzten Monaten so stark abgenommen hat. Nur wenigen stehen große Bargeldsummen zur Verfügung, und die Banken sind durchaus nicht geneigt, den privaten Spekulanten Kredite Ne N Umlauf ∆ Wed B##Mhilliarder 9## 50. Jumi 19 a e eche. einzuräumen, wo sie doch schon die größte Mühe haben, dem soliden Gewerbe und Handel die nötigen Betriebsmittel zu verschaffen. Die Papiergeldflut und ihre Folgen für den Welthandel bilden auch einen wichtigen Punkt der Tagesordnung auf der Weltfinanz= und Wirtschaftskonferenz zu Genua. Die abenteuerlichsten Pläne werden erwogen, wie auch in Ländern mit zerrütteten Geldverhältnissen wieder vollwertiges Metallgeld eingebürgert und im Verkehr gehalten werden kann. Wollte die Reichsbank jetzt versuchen, die 139 Milliarden Mark Papiergeld zum vollen Nennwerte in Gold einlösbar zu machen, so würde sie innerhalb weniger Tage, wenn nicht gar Stunden, ihren kärglichen Rest von noch nicht 1 Milliarde Goldmark verlieren. Die Reichsbank bezahlt ja für das goldene Zehnmarkstück 600 Mark in Papier, also sechzigmal soviel wie der Nennwert beträgt! Die einzige Möglichkeit ist, daß ein neues Wertverhältnis zwischen Papiergeld und Edelmetallgeld geschaffen wird. Eine solche Maßnahme hat aber nur dann Erfolg, wenn dies Wertverhältnis auch wirklich beibehalten werden kann. Solange wir mit überschweren Lasten bepackt sind, in unserer Bewegungsfreiheit auf dem Weltmarkte ellerhand Störungen und Behinderungen erleiden, und solange wir keine Deckung des öffentlichen Bebarfes durch regelmäßige Einkünfte erzielt haben, wird dieser Versuch zum Mißlingen verurteilt sein. Es ist eine uralte erfahrungssache, daß ein Artikel entwertet wird, wenn er in Massen auftritt. Die Masenpreduttion von Papierzeld ist deshalb der Hauptgrund für die Geldentwertung und für die Teuerung. Wenn die Delegierten der Genueser Weltkonferenz die Reform nicht an der richtigen Stelle beginnen, d. h. bei der Ermäßigung der deutschen Lasten und bei der Befreiung von jedem Zwang, werden sie nichts zur Beseitigung der Valutanot erreichen. 0OOO Deutsche Worte für unsere Zeit. Des Bolschewisten Sinowjew Kompliszent an die deutsche Beamtenschaft. “ Uns wird folgende beachtenswerte Zuschrift zur Verfügung gestellt: Der berüchtigte Bolschewist Sinowjew, ein Mann, auf dessen Wink hunderttausende von Beamten, Arbeitern und Bauern in Sowjctrußland hingeschlachtet worden sind, und dessen Auftreten in Halle zum Parteitag der U. S. P. D. in jedem anständig dentenden Menschen Ekei erregen mußte, fühlt sich jetzt gemüßigt, ein hohes Loblied auf den letzten deutschen Eisenbahnerstreik und die Rolle, die dabei die deutsche Beamtenschaft gespielt hat, zu singen. Sinowjew nennt den Eisenbahnerstreit einen„klassischen politischen Streik, dem kaum etwas so vollkommenes an die Seite zu setzen ist.“ Der bolschewistische Henker sieht die Zahl und den Einfluß der Kommunisten gigantisch wachsen und versichert, daß der deutschen Beamtenschaft keine größere Frende wiederfahren kann, als wenn Kommunisten aus Sowjetrußland Deutschland der Ehre ihres Besuches würdigen. Man muß Sinowjew für seine unerhörte Frechheit und Dreistigkeit im Grunde genommen äußerordentlich dankbar sein, daß er mit seinem auf dem 1I. allrussischen Kongreß der kommunistischen Partei Rußlands gespendeten Lob die geheimen Triebfedern der deutschen Streitbewegung aufdeckt. Wer in der deutschen Beamten= oder Arbeiterbewegung steht, der kann häufig genug die betrübliche Tatsache feststellen, daß der einzelne Beamte oder Arbeiter im innersten Herzen davon überzeugt ist, daß die wirtschaftlichen Kämpfe der letzten Zeit nicht den geringsten politischen Hintergrund haben. Ein Ueberblick über den Zusammenhang der Dinge, der ihnen die eigentlichen Drahtzieher zeigen könnte, ist dem Arbeiter oder Beamten in der Regel nicht gegeben. Er glaubt seine eigenen rein wirtschaftlichen Ziele zu verfolgen und ahnt nicht im entferntesten, daß er nur eines der tausend belanglosen Mittel ist, dessen sich die wahren Urheber der Streitbewegung bedienen, um ihre eigensüchtigen Wünsche zu erreichen, die mit dem wirtschaftlichen Gedeihen des einzelnen Arbeiters und Beamten nicht das geringste zu tun haben. Sinowjews offenherziges Lob an die Adresse der deutschen Beamtenschaft muß und wird jedem deutschen Beamten die Augen darüber öffnen, wohin wir mit dem Streikwahnsinn treiben, und daß wir nur scheinbar für uns selbst wirken, im Grunde genommen aber die Handlanger jener Leute sind, die ganz Ost=Europa in ein vom Bürgerkrieg, Hunger und Seuche zerfleischtes Land Elend gemacht haben und deren sehnlichster Wunsch es nach wie vor ist, auch Deutschland und wenn möglich die ganze Welt in diesen Abgrund des Verderbens zu stürzen— eine Erkenntnis, die wir auch angesichts der jetzigen wirtschaftlichen Opportunitätsannäherung doch lieber nicht allzu gutgläubig in den Wind schlagen sollten. Wenn aber sich diese Erkenntnis infolge der Rede Sinowsjews auch in der deutschen Beamtenschaft bahnbrechen würde, dann hätten die Bolschewisten allerdings zum ersten Male in ihrem Leben, wenn auch ungewollt, wahrhaft fruchtbringende Arbeit geleistet. Ein deutscher Beamter. Nach seinem Willen leben ist gemein. Der Edle strebt nach Ordnung und Gesetz. Goethe. Jollttetetettltttote c Parlamentarische Glossen. Stimmungen und Verstimmungen. Mit Recht konzentrierte sich die Aufmerksamkeit aller jetzt auf Genua, wo über den Aufbau Europas entschieden werden soll, und über diesem brennenden Problem des Tages gerät leicht in Vergessenheit, was sich in den letzten Sitzungstagen der Parlamente hinter den Kulissen der deutschen Innenpolitik abspielte. Und doch waren es Symptome, tiefgehende Verstimmungen, vor. allem unter den Oppositionsparteien, die Aufmerksamkeit verdienen, denn sie sind Vorboten größerer Verschiebungen. Dabei erscheint die Isolierung der Kommunisten, die durch die Konferenzen der drei Internationalen eher noch verstärkt als gemildert wurde, kaum von unmittelharen politischen Folgen begleitet. Die Kommunisten haben durch ihre sinn= und planlose Obstruktion viel zur Herabwürdigung des Parlamentes beigetragen. Man darf aber erwarten, daß der Reichstag mit seiner neuen, schärferen Geschäftsordnung der größten Auswüchse ebenso Herr werden wird, wie es dem Landtag gelungen ist. Interessantek erscheint die Abkühlung, die zwischen Deutschnationalen und Deutscher Volkspartei eintrat und auf das innere Gefüge beider Parteien nicht ohne Einfluß bleiben wird. Die unmittelbare Veranlassung boten das Steuerkompromiß und die Lichterfelder Affäre. In beiden Fällen hat ein Teil der deutschnationalen Presse in unbegreiflicher Kurzsichtigkeit die Kluft vertieft durch eine wenig schöne Grobheit und Arroganz des Tones. Man wollte sicherlich die Deutsche Vottspartei einschüchtern, erreichte aber dieses Mal das Gegenteil, denn die Volksparteiler haben gar keine Lust, das verständige Zusammenarbeiten in Preußen aufzugeben und sich in die Wirren einer ebenso aussichtslosen wie demngogischen Oppositign zu stüzen, Sie wissen auch sehr genau, daß die unversöhnlich raoikale Haltung mancher Rechesblätter von einem Teil der deutschnationalen Abgeordneten selbst mit sehr gemischten Gefühlen begrüßt wird Hergt und Helfferich mancher sitzt, der auch in rein bürgerliche Koalitionsregierung gehen würde, ihn darum bäte. So war man auf beiden Seiten froh, als die Parlamente Schluß machten, ehe neuer Zündstoff sich anhäufen konnte. die Deutschnationalen im Landtag noch ei schung, als ihr.... Vorstoß für die Landbundes vom Minister Wendorf mit dem Hirweis auf die zahlreichen offenkundigen Streitparolen dieses Bundes rabgefertigt wurde und für ihren Antrag auf bedingungslos freie Getreidewirtschaft nicht einmal die Deutsche Volkspartei stimmte. Auch Opposition treiben, will gelernt sein. Die Kommunisten haben sich von einer Spaltung zur andern manövriert, ohne daß es sie sehr zu bekümmern braucht, denn der Tag des Bürgerkrieges würde sie ja doch mit einem Schlage einen,— die überradikalen Rechtsparteiler aber sind auf dem besten Wege, an ihrer Zwiespältigkeit zu erlahmen, zu berufsmäßigen Nörglern herabzusinken, ein Sammelbecken aller unzufriedenen Bürger, ohne die Fähigkeit wahrhaft schöpferischer Kritik. und daß bei eine nich wenn mal en eigentlich noch mehr letzt erlitten dere EnttäuTaktik des Deutscher Fleiß in Genua. Die Augen der Welt sind auf Genua gerichtet, die berühmte und altehrwürdige Stadt am gesegneten Strande des Ligurischen Meeres, in dem— nach einem an Italien gerichteten seinen Dankeswort Dr. Wirth's— die Konferenzteilnehmer aus aller Herren Länder Heilung von einer so ganz besonderen Art von verheerenden Krankheit suchen. die nicht Einzelne, sondern ganze Völker und die gesamte Welt ergriffen hat,— nämlich vom wirtschaftlichen Siechtum, das, — was der Kanzler naturgemäß zunächst nicht erwähnte,— in Versailles begonnen hat und letzten Endes ohne eine eingehende Revision des Versailler Erdrosselungsdokumentes durch keine Konferenz der Welt auch nur gelindert zu werden vermag. Wenn Dr. Wirth während seiner Rede im alterlümlich nüchternen Saale des Palazzo San Giorgio einmal eine kurze Atempause gemacht hätte, und in die Stille der Versammlung von fern her aus dem durch dreifache Absperrung der Munizipalgarde zurückgehaltenen Gewühl der Hafenstadt die helle Signalglocke der elektrischen Bahn hineingeschrillt wäre, so hätte den Kanzler dieser halbverwehte Klang. vielleicht wie ein Gruß der fernen Heimat angemutet. Deutsche Insolligenz, deutsche Arbeit und deutscher Fleiß— einst in aller Welt gesucht und geehrt— haben auch in Genua sich bewähren dürfen. Wenn die hochmögenden Teilnehmer der Konferenz zwar auch in vielbeliebten ameritanischen Fordwagen die malerischen Straßen der alten Seebeherrscherin am ewig blauen Meer durcheilen,— ein Blick auf das bunte Leben und Treiben, das ein großzügig angelegtes Verkehrsnetz in neuzeitliche Bahnen leitet, würde ihnen auch manch Bemerkenswertes von der unermüdlichen Kraft der deutschen Arbeit vermitteln tönnen. Wie Baurat Manke kürzlich in den„Briefen an die Vossische Zeitung" über den Ausbau der großen Genueser Verkehrsanlagen zu berichten weiß, bei denen er selbst einst die Generalleitung des Baues und der Inbetriebstellung hatte, sind alle elektrischen Straßenbahnen in und um Genua von der AEch. Berlin hergestellt worden. Auch das große Elektrizitätswerk Gennas ist eine Anlage der AEG.— Emil Rathenau, der Vater des heutigen Minister des Aus wärtigen, hat diesen Genneser Unternehmungen rege Aufmerksamleit und viel Fleiß gewidmet, und Dr. Walther Rathenau selbst sind sie durch maßgebliche Mitarbeit aufs beste vertraut. Größtenteils in der zweiten Hälfte der 90er Jahre ist das umfangreiche glektrisch.: Bahnnetz entstanden. Die alten Pferdel ahnen sind elektrifiziert, zugleich aber durch einen neuen doppelgleisigen Straßenbahntunnel, den fast zwei Kilometer langen Certosa=Tunnel, mit einer bedeutenden Abkürzung nach dem nächsten Teitental, der der Polzevera, nach Rivarolo, Bolzanctto und Pontedecimo versehen werden. Alles in allem hat die deutsche elektrische Unternelnnung ein Straßenbahnnetz geschaffen, das in glückt scifer Landschaft und in zu: gleich schwierigsten Gelendererhältnissend; ganze Gebiet von Ner Im Osten über Geung:# Begli und P####i. im Westen serner die beiden industrie= und verkehrsreichen Seitentäler erschließt, und zugleich innerhalb der lebhaften Hauptstadt Piemonts alle Verkehrsanforderungen erfüllt. Auch eine elektrische Seilbahn ist gleichzeitig mit den Trombahnen entstanden, sie führt mitten aus der Stadt heraus auf die sie überragende Höhe des„Righi“.— Die endgültige Finanzierung aller dieser Anlagen endlich wurde in großzügiger und vorbildlicher Weise ebenfalls von der AEG. mit der hierfür unter Beteiligung deutscher Geldinstitute gegründeten Bank für elektrische Unternehmungen in Zürich durchgeführt. Wenn in der Folgezeit nach und nach auch itglienisches Kapital hier Einfluß genommen hat und während des Krieges auch hier so manche Einschränkungen durch Abnutzung an den Anlagen und Betriebsmitteln eingetreten, vielleicht auch heute noch nicht wieder behoben sein mögen, so wollen wir die dankenswerte Mitteilung von dieser Ehrentat deutscher Technik und deutschen Unternehmungsgeistes als ein gutes Omen nehmen,— ein Volk, das der Welt einst so viel gegeben hat und aller inneren Zerfallenheit und Entnervung zum Trotz zuversichtlich noch viel Wertvolles zu geben haben wird, wenn man es nur endlich einmal mit der wirtschaftischen Sanierung auch seelisch zur Ruhe kommen läßt, kann und darf nicht von den Tafeln des Lebens ausgelöscht werden. Wir müssen wieder genesen: auf daß auch die Welt— nicht zwar wie der Dichter einst in glückhafter Zeit sagen durfte— durch uns, gewißlich aber mit uns genesen wird. Was unsere Zeit braucht? Von Dr. K. Ehwald. „Der große und allmächtige Gott ist einmal sehr wunderbar und unbegreiflich in seinen Werken und Wegen, und weiß, vermag auch, zar bald die Ungerechtigkeit der Menschen zu dem ihm gefälligen Zeit zu finden, zu stürzen, zu züchtigen und zu bestrafen; daher auch meine gefaßten Principia ganz standhaft sind und bleiben, daß man nichts, was Gott mißfällig sein kann, tun und sich nicht auf sich selbst und seine Vernunft oder Künste, sondern auf diesen ullein verlassen, an geschehenden Ungerechtigkeiten keinen verantwortlichen Anteil nehmen, das Gute und die Gerechtigkeit, soviel als tun und möglich, mit befördern helfen, was man nicht erheben oder erzwingen kann, Gott befehlen und erliegen lassen, keine sündliche Rücksicht auf das:„Was werden aber die ungerechten Menschen und Deine Feinde tun und sagen?“ nehmen, sondern in allem den geraden Weg ungescheut und unerschrocken fortgehen, das übrige und alles Gott befehlen, so fort mit unbeweglicher Standhaftigkeit in christlicher Gelassenheit abwarten und sich lediglich gefallen lassen müssen, was endlich der allesbermögende Gott, und nicht schwache Menschen, verfügen wollen.“ Geschrieben hat diese Worte Franz Georg Graf von Schönborn, Kurfürst und Erzbischof von Trier, am 27. Januar 1742 an den Rand eines Berichts seiner Gesandtschaft über Verhandlungen beim Kaiser=Wahltag 1741=42, bei ; d e m K a i s e r K a r l V I I.( K u r f ü r s t v o n B a y e r n) g e w ä h l t w u r d e. Kurfürst Franz Georg, ein frommer Kirchenfürst und guter Regent, ließ sich damals trotz wiederholten, starken Drängens von Frankreich, dessen machtloser Nachbar er war, in seinen Pflichten als deutscher Reichsfürst nicht irre machen. Ueberliefert hat uns diese Sätze der Staatsrechtslehrer Johann Jacob Moser(geb. 1701, gest. 1785), der bei diesem Wahltag in der kurtrierischen Gesandtschaft unermüdlich mit tätig war, ein überzeugter evangelischer Christ und charakterfester Patriot in seiner eigenen Lebensgeschichte, wobei er bemerkt: „Bei diesem Wahlkonvent habe ich die Ehrlichkeit, Gottesfurcht und rechtschaffenen Gesinnungen obgedachten Herrn Kurfürstens zu Trier aus seinen eigenhändig an den Rand des Protokolls geschriebenen Aeußerungen mehrmals mit ehrerbietigem Vergnügen bewundert.“ Hat doch J. J. Moser die selben„Principia“ in seinem ganzen Leben, in den mannigfachsten, oft schwierigen und gefahrvollen Stellungen im Staatsleben seiner Zeit, betätigt, zuletzt als Landschaftskonsulent in seiner württembergischen Heimat, wo er einst erklärte,„ehe er wider Eid und Pflicht handeln wollte, eher wollte er seinen grauen Kopf hergeben, wo er schließlich um seiner unerschrockenen Verteidigung der Rechte der Landstände willen unschuldig,„ohne Urteil und Recht“, einen harten, fünfjährigen Festungsarrest auf dem Hohentwiel erlitt, aus dem er jedoch ungebrochen und unverbittert hervorging. Die eingangs wiedergebenen Sätze, in denen sich ein frommer katholischer Kirchenfürst und ein frommer evangelischer Rechtsgelehrter in ihrer religiösen Grundanschauung begegnen — zum Zeichen, daß aufrichtige gegenseitige Achtung und Anerkennung zwischen Angehörigen verschiedener Konfessionen möglich und daß echte Frömmigkeit letzten Endes unabhängig ist von der äußeren kirchlichen Zugehörigkeit—, entstammen einer der vielen Zeiten nationaler Schwäche Deutschlands. Sie gehören einer Zeit an, in der das Gefühl für deutsche Ehre, für vaterländisches Licht nicht leicht zu behantzten war, in der ein treuer Patriot vor allem den Mut des Duldens nötig hatte. Leben wir nicht wieder in einer solchen Zeit? Können da nicht manchen treuen Deutschen die ehrwürdigen Gestalten jener beiden frommen Patrioten aus dem 18. Jahrhundert mahnen und aufrichten: Sollten die„Prinripia“ dieser Männer nicht auch uns Wegweiser sein? Heißt es nicht, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum besten dienen"? Wahrlich, hier ist etwas, was unsere Zeit braucht und was ihr helfen kann. Mögen doch die Worte der Schrift aus Daniel 6, 23, mit denen J. J. Moser den Bericht über seine Festungshaft schließt, auch recht vielen unter uns und unserem lieben deutschen Volk als Ganzem gelten, wenn es einst zurückblickt auf diese Zeit der Gefangenschaft, in der unsere Feinde uns halten:„Sie zogen Daniel aus dem Graben und man spürete keinen Schaden an ihm, denn er hatte seinem Gott vertraut.“ Mnt A ggg cht M Beyer's Handarbeitsbücher, Beyer's Lehrbuch der Wäsche, Beyer's Buch der Linderkleidung, Beyer's Modeführer und Beyer's Schnitlmuster empfiehlt und besorg! Carl Braus, Buchhandlung. 8 T.Sn 5#S. S,LASPOSERSSSSSEGS SS0PEPDE LMRGSES“ SDRSDESSE .#S SS TGESS GEgSSmSG „ghmggen Sabas SosSsgs EO Seyuü:s Snn 2: 55 nT 7* E. SEHSESOOST E MTSEETS DEESEE * SSLEgöEs □BHET S E. SETSSRER 9#E S S 5 2 *. 50 E16 B. 9S'S S#zg 8 8 5 5 ## 10 g S S SE. Hon 0 □ E. . ∆ 2 RSs Fest der Germanen, befahl aber zugleich, daß sich die Manipeln kampfbereit halten sollten.. Gegen Mittag kam eine Gesandtschift der Chatten, die Gäste abzulolen. Man ging zuerst nach dem heiligen Hain, wo dem Wuotan die Böcke geschlachtet wurden, dann lud Aripert zum Mahle. Während man noch saß und trank, führten die Jünglinge Spiele auf. Sie erschienen in den tollsten Vermummengen. Besonders beliebt war das Spiel von Wingthols Fahrt nach Riesenheim. Die Römer ergötzten sich an der wilden Lustbarkeit und vergaßen ganz, daß sie in Feindesland warev..usu Krende Nur der Tribun ließz sich von der allgemeinen Freude nicht hinreißen. Er hatte sich geweigert, das Schwert abund saß finster auf der Bank. Keine Bewegung der Barbaren entging ihm. trat Hiltruna, als Frigga verkleidet, auf ihn zu. „Komm!“ flüsterte sie. Er nahm das Schwert auf und folgte ihr. Auch die Vermummten hatten den Saal verlassen, mit ihnen die Römer. Hofe wurde ein Schwertertanz ansgejührt. Nur mit einem leichten Schurz angetan, sprangen die germanischen Jünglinge mit wildem Schreien und Heuten zwischen den blitzenden Schwertern herum. Plötzlich grifsen jie die Waffen auf und stüirzten sich auf die ahuungswe hoschen den Zenturionen. Es begann ein surchtbares.# Tibullus entblößte schnell sein Schwert und zimee sich zum Kampfe an, da aber umfaßte ihn Hiltruna.„Konzz, komm, ich rette dich!“ sie klammerte sich fest an ihn, so daß er keinen Gebrauch von seiner Waffe machen Auf ihn stürzte der junge Fürst des Rodganes. Hoch schoang er die fankelude Axt.. S F.5m Laß mich los, Hiliruna!“ schrie groltend der Tnonn. „Nicht, bis dich die Axt getroffen hat!“ antwortete sie triumphierend;„ich liebe dich, Römer, und darum mußt Mit einem gewaltigen Ruck machte sich Lucius die Arme frei und zischend fuhr das kurze Schwert in die weiche, Der Zodgonfüirst brüllie vor Wut, nur eine Selunde war er zu spät gekommen. Er hod das Mordbeik, aber Gaius Liberins, ein alter Zenturio, stieß ihrn das Schwert in den Narken; es war dem starien Soldaten gelungen, einem der kämpfenden Germanen das Schwert zu entwinden. Er stelite sich neben den Feldherrn und erwartete sunkelnden Blickes den tückischen Feind. Da schrillte der Ton der Zinken, und vom Walde her überstiegen Quintus und die Manipeln die Umzännung. Lucius Tibullus hatte befohlen, daß sie sich heinilich hinter dem Hof zusammenziehen sollten. Sie warjen Feuer ins Gevälk. Von allen Seiten stürmten jetzt die Chatten heran und erst die einbrechende Zu gleicher Zeit var auf der ganzen Linie augegeissen worden. Nach hartem, verzweiseltem Fechten waren die Lueius Tibullus war gefallen. Quiniue zog die Reste der Limesvesatzung zusammen und flüchtete unter fortI] währendem Kampfe mit den nachdringenden Chatten in die I schützenden Wälle von Mainz. Welt und Zeit. 1 Seltsame Begräbnissitten in China. Gelb und die Farben der Freude und Fröhlichkeit, werden von den Chinesen während der Trauerzei: um einen Token und sie kleiden sich nur in Weiß die Farbe, die seit den frührsten Zeiten Ausdruck ihrer Herzbekümmernis und Traner ist. Niemand, vom Fürsten bis zum geringiten Arbriter, weicht von dieser Sitte ab. Sie tragen dann hinsene Stricke um die Teille. Die Länge der Trauerzeit ist genau sestgelegt nach der Verwandtschoft, die den Trauernden mit dem I Gestorbenen verhand. Wenn jemand in Chino seine Sceie ausgeh#####, se nimmt ein Gewand, steigt aus den Gipfel des Hauses und, indem er sein Haupt nach Norden wendet, rust er laut nach der Seele des Toten, dreimal in kurzen Absätzen. Er empfiehlt sich selbst dem Himmel, der Erde und dem Mittelreich der Lufk. Dann faltet er das Gewand auseinander und wendet sich nach Süden. Dann legt er das Kleid wieder zusammen und breitet es zuletzt über der Leiche aus, auf der es dann drei Tage liegen muß, ohne daß jemand daran rühren darf, damit die Se#ele eine Decke finde, wenn sie wieder zu ihrer alten Stätte zurückkehren follte. Zugleich ist ein Altar errichtet worden in einem besonderen Raume des Hauses, der gewöhnlich ganz mit weißen Stossen der Traner behängt ist. Ein Vild oder eine Darstellung Verstorbenen wird anf dem Altar aufgestellt und dahinter der Leichnam selbst in einem Sarg aufgebahrt. Alle, die herbeikommen, um ihre Teilnahme zu bezeugen und die Kondolenzvisite zu machen, beugen viermal ihre Knie vor dem Bilde und wersen sich vor der Majestät des Todes auf die Erde nieder. Doch vor diesen Verehrungen bringen sie ein Opser dar an wohlriechenden Essenzen, die sie vor dem Alt r aussprengen. Die Kinder des Toten, wenn er solche hintersassen hat, stehen dicht bei dem Sarge in ihren Trauergewändern, die Frauen und Verwandten weinen und klagen laut und ihr Wehgestöhn mischt sich mit den Jammerlauten der bezahlten Klageweiber, die hinter einem Vorhang verborgen ihr Heulen hören lassen. Wenn der Toi in den Sarg gelegt wird, so muß nach chinesischem Brauch ihm so viel Korn, Reis, Silber und Gold in den Mund gelegt werden, als nach seinen Vermögensverhältnissen erlaubt ist. Man legt noch eine Anzahl Nägel in den Sarg und einige Scheren in die Ecke, damit der Tote, wenn er erwachen sollte, seine Binden aufschneiden könnte. An dem Tage, an dem das feierliche Begräbnis stattfindet, vereinen sich alle Verwandten und Freunde im Hause des Toten, in Weiß gekleidet, und sie bilden mit den Priestern zusammen den Begräbniszug; dieser Zug erhält ein werkwürdiges Ansehen durch die Bilder und Gemälde von Männern, Frauen, Elesanten, Tigern usw., die dazu bestimmt sind, zum Wohle des Hingeschiedenen verbrannt zu werden. Eine große Meuge von Feierlichkeiten zwird während des Zuges von den Trauernden ausgeführt; sie werfen sich nieder, stöhnen und klagen; dazu ertönt eine dumpfe Musik von Zimbeln, Trommeln, Flöten und anderen Instrumenten. Jede Famitie hat ein ihr gehöriges gemeinsames Grab, das auf einem kleinen Hügel errichtet ist und mit Bildwerken und anderen Verzierungen geschmückt ist. Grabschriften und Deutsteine sind bei den Chinesen vielfach in Brauch. P Museum. Eine merkwürdige Löffelsammlung hat sich eine Amerifauerin, Mrs. Amelia H. Wells in Idionopolis, auf ihren vielen Reisen angelegt. Als das älteste Stück der Sammlung gilt ein Lössek, den die Besitzerin in Jerusalem erhielt, wobei ihr versichert wurde, daß er auf die Zeiten des Nebukadnezar zurückgehe— ein Beweis der Echtheit wird ja wohl nicht zu erdringen fein. Merkwürdig aber ist ein Löffel, der von einem Indianerstamm in Alaska gebraucht wurde und der aus einer Baumgabel gefertigt ist. Ein anderer Löffel von Indianern 15 Joll lang und ist am Stiel so geformt, daß er nicht in den Keisel gleiten kann. Von den Philippinen stammen Löffel aus Kokosnuß und Seemuscheln; die Muscheln bilden die Höhlung, während die Stiele aus Holz hinzugefügt sind. Ein merkwürdiger Messingkötzel, der die Form eines Skorpions der ein Ei trägt, wurde in Benares erstanden; der Siorpion steilt den Griss dar, während mit dem Ei geschöpft wird. Ein Lössel, der aus einem Wakroßzzahn geschnitzt ist, kommt aus Island, und ein zierlicher kleiner Lössel in Gestalt ernes Treblattes ist von einem japanischen Künstler geschnitzt. 0 — SSBärsse 9 2 o Sn 5 m S 5 S Pags SSSsSg ***—— S• 2CTNE •8 *„."„ S S 2 S 5gSnS STDNGSTTT“ aBügnen nSTETEEUDE **** S s SStet und ältestes Cagesorgan des Kreises. General=Anzeiger fin den Kreis HördHaupt=Annoncenblatt. Unterhultungs=Heilage zu Nr. 94 Samstag, den 22. April 1912 Aar Herseiterde. s schien, als ob Joachim in sich zusammen11 sinke, vernichtet, gebrochen. Mit beiden Händen stützte er sich auf die Stuhllehne und senkte den Kopf auf die Brust. Dann riß er sich, herrisch über seine Schwäche gebietend, zusammen. Er lächekte. Nur nicht bissig war das Lächeln. Müde, ge zu ihm gehörend, sah es aus. Er sprach Was sprach er eigentlich? Ueberflüssiges, zurechtwie nicht Er hätte ebenso gut nichts zu sagen quält, auch. gedrechseltes Zeug. Er yum#venso gl brauchen. Das etwa sagte er: Er hätte bisher nicht nach Gründen gefragt, weshalb sie, Renate, ihn abweise. Er würde es auch jetzt nicht tun. Denn es wäre zwecklos. Weil es an einer bestehenden Tatsache doch nichts ändere. Eben an der Tatsache, daß er sich einen glatten Korb geholt.. Ja, er sagte wirklich das häßliche, abgedroschene Wort „Korb“, das er von jeher als ein Privileg des routinierten Courmachers gehaßt hatte. War es möglich, daß er sich schon an Vokabeln und Schlagwörtern des Salongigeris vergriff? Und wie war das möglich? Er mußte sich in einer ganz erdärmlichen Gemütsverfassung befinden, wenn er es tat. Eine die aus Regungen, Unterregungen undunbewußten Gefühlsstimmungen betars. Renate zuckte zusammen, als dies Wort an ihr Ohr schlug Es verletzte sie förmlich. Ihr ganzes seingeartetes Empfinden bäumte sich dagegen auf. Und obwohl sie wußte, daß das Wort nicht seiner Wesensart entsprach, sondern infolge seiner unglücklichen Stimmung nur von ihm aufgegriffen war, um die Tiefe seiner Enttäuschung zu ververgen, sagte sie doch: „Ich teile nie einen Korb aus, Horr von Brandt. Und ich hasse dies Wort!“ „Ich auch,“ sagte er...„Aber man tut ja manchmal etwas, was man hassen müßte. Warum also jetzt nicht auch?..... Aber ich glaube, daß ich Sie nicht länger aufhalten darf. Zu wann besehlen Sie den Wagen?" Er schien plözlich die Förmlichkeit selbst geworden. Aber er benutzte wohl alles nur als Deckmantel, um seine Enttäuschung zu verbergen. Er tat ihr leid. Und wenn sie ihn noch langer so sehen mußte, konnte es sein, daß sie ihre mühsam erkämpfte Stärke jäh verlor. Sie wunderte sich überhaupt, daß sie es fertig brachte, ihm immer noch so in beinahe katter, harter Förmlichkeit gegenüberzustehen, ihm, dem jede Faser ihres Seins gehörte. Lange ertrug sie das nicht mehr. Und sie beschloß, das Ende herbeizuführen. Auf seinen Ton eingehend, ant1 wortete sie:„In einer halben Stunde, wenn ich bitten darf.“ Roman von Fritz Gantzer. (20. Fortsetzung.)(Nachdruck verbeten.) Der nächste Zug führe erst um eins, meinte er. Dann würde sie in Iderstedt warten. Sie möchte sobald wie möglich fort. Sie wolle sich nur noch von Tante Malve verabschieden und ihren Kosser schließen, O Gott, sie gingen wie wildiremde Menschen auseinander, die sich im Abteil eines Eisenbahnzuges oder im Wartesaal eines Bahnhofes zufällig begegnen und aus Langeweile ein gleichgültiges Gespräch beginnen, um sich auf der übernächsten Station oder beim Geräusch des einlausenden Zuges in Hast zu trennen..... Und vor knappen drei Stunden noch glüaselig auf der Höhe im Walde? Spielte ihnen das Leben zum Narrentanz auf? Nein, sie konnte so von ihm nicht fort Sie zwang sich zurecht. Mit einem wehen Lächeln streckte sie ihm die Hand hin:„Herr von Brandt, nicht so, bitte! Nicht auf diese Weise! Lassen Sie uns in Frieden auseinandergehen!" Es quoll noch einmal heiß in ihm hoch.„Sie nehmen ja meinen Frieden mit hinweg!“ stieß er leidenschaftlich heraus.„Es bleibt für mich eine Phrase, dies Wot!“ Sie hätte ihm dasselbe in gleicher Leidenschaftlichkeit sagen mögen, aber sie gewann es über sich, vermittelnd weiterzusprechen. „Sie werden ihn wiederfinden! Es kommt am Ende alles wieder in das alte Gleis.. Schlagen Sie ein: Auf ein Scheiden ohne Bitternis!“ Er ergriff ihre Hand und sah ihr fest in die Augen. „Ja, ohne Bitternis.. Aber doch eins voll Traurigkeit. Sie fühlte es mit heißem Brennen in ihren Au in hochsteigen. Es galt ein Ende zu machen, wenn die zusammengequälte Festigkeit nicht doch noch von ihrem wahren Gefühl überwältigt werden sollte. „Leben Sie wohl!“ sagte sie schlicht und wandte sich der Tür zu... Er führte sie wie in einem Taumel auf den Flur. Schloß wie im Traum die Tür und wanderte dann in seinem Zimmer auf und ab... Der auftauchende Gedanke, den Wagen bestellen zu müssen, lenkte ihn ab... Ja, es war gut, wenn man etwas zu tun hatte, um nicht... Ja, o ja, man konnte das schon werden vor Schmerz und Not, was er eden en die Gesioln* 9 .. I m s c h l a n k e n T r a b e l i e s e n d i e H e s s e l v o r d e r Füchse. Hinrich Baasch saß in Gravität auf dem Bock Der Sommerstaub auf der Chaussee wallte in leichten Schwaden hinter den Rädern auf... Der Wald stand im Lachen und in Lust Vor wie vielen Tagen erst hatte Renate diesen Wald an der Seite Joachim von Brandts gelehen? In Lachen und Lust, wie der Watd selbst war Ssesee Eine grenzenlose Traurigkeit packte sie Verweht die Lust. Gestorben das Lachen... Jumer weiter blieb Hesselvörde zurück. Es versank wie eine grüne Insel im Meere, die dem Schiffer entschwindet, wenn er die Se###el setzt. Es zerfloß im Dunst eines grauen Tages wie ein letzter ungewisser Schattenstreif. Und vor ihr? Was lag vor ihr? Etwas, das einem dunklen Lande glich, von dem man kaum den Namen kennt. Das Leden war grausam mie ein Tyrann, unergründlich wie Weisheit von tausend Weisen. Ja, grausam und unergründlich. Und darum so bit er und ernst.— Bitter wie bittere Wasser und ernst wie ein Abschied für immer. 8. Kapitel. Das Hesselvörder Herrenhaus schien wie ausgestorben Die Fenster waren durch die herabgelassenen Wetterjalousien gegen die heiße Mittags nne abgeblendet. Die Zimmer lagen still und verlassen. Joachim hatre gleich nach der Abreise Renatens einen Ritt unternommen, von nicht Tante Malve aus alter Gewohnheit S Tante Malve stand währenddessen wartend und ausschauhaltend am Feuster. Sie sah nach den Dammwiesen hinüber und suchte den Weg ab. Bis ein Stück hinter die Koppelweide konnte sie sehen. Aber der Reiter blieb aus... Es würde doch kein Unglück geschehen sein? Eine halbe Stunde verging. Die Unruhe der alten Dame war gemachsen und bedeutete jetzt schon Angst Als Joachim dann endlich weit nach zwei Uhr über den Hof rit!— er mußte v.m Parke her gekommen sein, da sie 1 ihn auf dem Wege durch die Dammwiesen nicht beobdem er noch nicht zurückgesehrt war. Edith ließ sich setzen, und in ihren Zimmern rührte sich nichts zing. wie immer um die Mittagszeit, und aus Liede zur Sache der Mamsell in der Küche zur Hand. Es war ihr heute besonders lieb, eine Beschäftigung zu haben, weil sie dadurch von den Gedanken an die Ereignisse des Vormittags abgelenkt wurde. Noch jetzt kam ihrem guten Herzen ein Erzittern an, wenn sie sich daran erinnerte, wie Renate vor ihr gestanden. Im Bemühen, über etnas hinwegzutäuschen, das sich nicht hinwegtäuschen ließ; denn es stand gewiß in ihren Augen, redete eine zu deutliche Sprache aus ihrem ganzen Wesen. Und Tante Malve hatte sofort gewußt, daß die Sache ganz anders lag, als Renate sie darzustellen suchte. So, wie 3 enate gewesen, sind eben nur Leute, bei denen das Herz nicht normal schlägt. An dem Jungen hatte sie's ja dann zudem überzeugt bewiesen gesehen, wie's stand. Ein Gesicht, als ob er einen erwürgen möchte. Und die Augen, mit denen er Renate angesehen, als sie ihm noch einmal die Hand vom Wagen gereicht. Herr Gott! Diesen Ausdruck legte nur unglückliche Liebe in den Blick... Und warum war Edith nicht erschienen? Wo blieb sie jetzt? Und Joachims wildes Davonreiten.. lind sein langes Fernbleiben.. Nein, nein, es war nicht anders: ihr Traum von damals hatte sich erfüllt: eine Liebe, die sich still verblutet und unter Zuckungen stirbt, gad es mehr auf der Welt.— O Gott, es war unsagbar traurig. Und Tante Malve seufzte so tief und schmerzlich, daß Jett hen Nolte, die Mamsell, sich vom Begießen des Bratens erschrocken zurückwandte und sagte: „Lieber Himmel, gnä' Fräulein, das geht einem ja reinweg durch und durch. Was is denn man bloß?“ Fräulein von Everty erschrak. Sie gab eine ausweichende Antwort, sah aber an dem Gesichtsausdruck der Mamsell, daß sie damit keinen Glauben fand... Nun, das tat weiter nichts. Wen die Sache nichts anging, hatte nicht nötig, sich darum zu kümmern. Es war schon Sybillens wegen übergenug Maulgesperre in Hesselvörde.—— Als um einhalbzwei Uhr, der üblichen Tischzeit, serviert werden s. llte, befand sich Tante Malve in einer geradezu beängstigenden Aufregung. Denn Joachim war immer noch nict da. Auch Edith erschien nicht. Alles 1 Klopfen an der Tür ihres Zimmers blieb ohne Antwort. Jettchen Nolte erging sich in unwilligen Bemerkungen icksichttlasigkeit n allgemeinen und eher über Rücksichielosigten im ungemeinen und über die Rücksichtslosigkeit der Beteitigten im besonderen: die Suppe würde kalt, für die Güte des Bratens könne sie überhaupt nicht stehen. Es sei einjach unverantwortlich, sich zu Tisch nicht abzusagen, wenn man nicht rechtzeitig da sein könne oder wolle— was auf den Heirn ging— oder in einer verrückten Schrullenhaftigkeit— was sich auf Edith bezog— sich einschloß um andere Leute zu ärgern. „Sonst entschuldigen!“ Der Ernst Heu verti Wort„heute' betonte er hast Du mit Fräulein B müßte sowieso danken. en ich So einfach (Fortsetzung folgt.) kam ein Gesül namhafter Erleichterung Dank, Joachim, daß Du endlich da bist!" ntgegengegangen war. achtet hatte— über sie. „Gott sei sagte jie, als sie ihm dis zur Hausti „Ich ängstigte mich bereits um Dich.“ „So?“ Er zwang ein schwaches Lächeln in sein ernstes Gesicht und streichelte die von Erregung leichtgerötete Wange der alten Dame ein wenig.„Da hast Du etwas ganz Unnätiges getan. Was dachtest Du denn?" „Gott, man macht sich allerhand Gedanken. Es ist ja noch nie vorgekommen, daß Du so lange über die Tischzeit ausbliebst. Du bist doch sonst der pünttlichste Mensch." e mußt Du eine Ausnahme schon auf seinem Gesicht tiefte sich und das eigentümlich scharf„Hossentlich Burmann schon gegessen..? Ich Ich kann nichts genießen!" fange mir nicht, wr erst sehen e! Das erlaube weit zu treiben!" hängerei! Das ist doch ein bißchen „Na, das werde nicht an, lieber Iun Deine Kopfhängerei „Ach, Tante, Ko wenig gesagt!“ Er sah Tante Malve vorwurfsvoll traurig an:„Wenn Du wüßtest!" „Ich weiß sehr genau, wie es steht, mein lieber Junge. Aber gerade deshalb mußt Du Dich zusammenreißen. Mit Deinem Nichtessenwollen oder=können lochst Du keinen Hund aus dem Backosen... Und das gibts einfach nicht! Uebrigens konnte ich mit Fräulein Burmann gar nicht vorexerzieren. Denn sie ist auch nicht zu haben. Sie muß sich in ihrem Zimmer eingeschlossen haben. Merkwürdigerweise antwortet sie auf alles Klopfen nicht.". 11 „So?“ Das klang ziemlich gleichgüntig. Und dann fuhr er mit beißendem Spott fort:„Sie wird wohl einen ihrer Anfälle haben oder ihre Sunden bereuen Ich werde gewiß nicht weiter klopfen. Mag sie sich bis morgen früh einschließen" Tante Malve begann klarer zu sehen Sie glaubte jetzt mit ziemlicher Gewißheit annehmen zu dürfen, daß die Ursache zu den heutigen Vorgängen bei Edity zu suchen war. Von ihrer Person her liefen die Faden, die sich zu einem verwirrten und verwirrenden Nete über das Schialsal anderer Menschen ausspannten. Der ihr unbewußt gekommene Vergleich mit dem„Netze“ machte sie auf etwas anderes aufmerksam. Sie dachte: Halte Editb etwa Netze ausgeworfen, um einen Fang zu tun? Und hatte man ihr die Maschen zerrissen? Im Verstehen ihrer Absicht zerrissen. Jedenfalls sprach aus Joachims Aeußerungen entschiedene Abweisung. Man konnte sogar Verachtung heraushören. „Aber das geht doch unmöglich, deß sich niemand um sie bekümmert!“ sagte sie.„Wir sind verantwortlich für sie. Sie ist uns gewissermaßen auf die Seele gebunden. Und es könnte am Ende etwas mit ihr passiert sein.“ „Was denn, frage ich?“ Dann wurde er doch nachdenklich.„Na ja, Du hast recht.. Und um des Auf=dieSeeie Gebundenseins wegen muß man schon mal zusehen.. Aber im übrigen...! Er schnippte mit dem Finger: „Weißt Du, Tante Malve, das Interesse an einem Menschen kann einem vollständig verloren gehen, wenn mian Er hörte das Oeffnen einer Tür und vernahm einen langjamen, muden Schritt vom hinteren Fiur her. Denkspruch. Auf den Wind nicht weite, weil er lang gewebt, Daß er länger werde weh'n. Lieber weite weil er sang sich nicht gedrebt. Daß er baid sich werde di#on. 9 Rückert. Ein germanischer Fastnachtsscherz aus dem 2. Jahrhundert. Von Ferdinand Runkel. (Nachdruck verboten.) Hart bei dem Dörfchen Marköbel in der Wetterau ging der Grenzwall vorüber, der das Land der Chatten von den römischen Eroberungen schied. Eine Kette von Kastellen zog sich vom Main bis in den Vogelsberg hinein, und in jedem lag eine Abteilung der 22. Legion. Es war kalt und twecken um die Iden des Februar. In dem Kastell zu Marköbel lebten die Soldaten untätig dahin. Die schneidende Luft schreckte sie in ihre Winterwohnungen, wo das wärmende Feuer nicht erlosch. Die Wälle waren vereinsamt und nur die Wachtposten schritten langsam von Turm zu Turm. Die Chatten waren ja tängst beruhigt und allzu große Vorsicht nicht mehr nötig, dachte die Marköbeler Kohorte. Anders der Tribun Lueius Tibullus, der die MainVogelsberg=Linie befehligte. Er kännte den Charakter der Chatten, die im geheimen wühlten und mit großer List ungeheure Energie verbanden. Lucins Tibullus hatte sich Marköbel als den natürlichen Mittelpunkt zum Aufenthalt gewählt. Schon sast ein Jahr weilte er dort und verfolgte mit scharfem Blick das Tun und Treiben der Chatten. Heute saß er mit seinen Zenturionen im Prätorium beim Brettspiel, aber sein Geist irrte ab, so daß er oft ermahnt werden mußte, aufmerksam zu sein. „Hört auf zu spielen,“ sagte endlich ein alter Zenturio, „unser Tribun ist nicht beim Breit. Lucius Tibullus, was sinnst du?“ Der Feldherr fuhr auf. Fröstelnd zog er sich die blaue Wolltoga u die Schultern und schaute den alten S#ldaten mit großen duuilen Augen an. „Ich fürchte einen Ueberfall der Barbaren,“ antwortete er leichthin und strich sich den schwarzen Bart von der Lippe.„Es schleicht von Weiler zu Weiler, zur Nachtzeit lohen an allen Orten Feuer auf, und gestern erschien mir Mavors Heer im Traime.“ „Und doch gehst du jeden Abend nach Ariperts Halle, als ob die Wälder der Chatten die via triumphalis wären!“ Ein Blick aus des Feldherrn Augen traf den kühnen Sprecher:„Weil ich die schöne Hiltruna liebe und mein Schwert mich vor der Tücke der Chatten schützt.“ „Ach was Tücke,“ rief der Primipile.„Dumm sind die Chatten und blind wie die jungen Katzen. Noch nie haben sie uns standgehalten und werden es auch nicht tun.“ Ueber das Gesicht des Tribunen flog ein überlegenes Lächeln:„Ihr kennt die Chalten nicht, sie find schlau wie die Füchse und wild wie die Urochsen. Ihr Schädel ist von Eisen und ihr Wille von Demant.“ Ein eintretender Soldat unterbrach die Unterhaltung der Offiziere.„Aripert, der Häuptling des Vedraubagaues verlangt mit dir zu reden, Lucius Tibullus.“ Der Chattenhäuptling trat ein. Um die Schultern hing ihm ein langzottiges Bärenfell. Der Körper steckte in einem hellfarbigen groben Wollenwams und um die Unterschentel trug Aripert Luchsfelle. Den Kopf bedeckte der Baig eines Visonkopfes. Seine hellen Augen leuchteten aus, als er auf den Feldherrn zutrat und ihm die Hand zum Gruß bot. Lucius Tivullus legte seine zierliche Rechte in die Bärensanst des Chattenhäuptlungs. *„Nun, Arioert, was bringst du?“ riede und Freundschaft der Chatten. Morgen seiern wir unserem Cotte Wuskau ein Opsersest und dillen cuch, an der Lustbarleit teilzuncheen“ „Wir können dus Lager nächt veriasen.“ „Hiltruna bittet dich. Feldherr.“ „Gut, ich komme.“ Er wandte sich an den Primipilen:„Quintus, du übernimmst den Befehl über das Lager. Eine Manipel begleitet mich!" „Zum Feste, Feldherr,“ warf Aripert unmutig ein. „Zur Schlacht lomme mit deinen Manipeln, aber zum Opfer mit deinen Führern! Wir schlachten dem Wucian Böcke und danach führen die Jünglinge und Jungfranen Spiele auf, wie es der Gott alljährlich um diese Zeit fordert. Hiltrung führt den Reigen.“ Lucius Tibullus sann einen Augenblick nach, dann sagte er schnell:„Wir werden dem Feste beiwohnen.“ Aripert ging. Die Zeuturionen sahen ihren Feldherrn an.„Warum wolltest du eine Manipel mitnehmen, wenn sich die Barbaren zur Kurzweil versammeln?" fragte Quintus. Lucius Tibullus schwieg.—.—— Früh dunkelte der Abend herein. Die Soldaten waren zur Ruhe gegangen, da verlief der Feldherr durch die porta decumana das Lager. Eine Zeitlang ging er auf dem Wall hin, dann wandte er sich nach Norden, wo sich, an eine Waldspitze gelehnt, Ariperts Halle erhob. Zwei mächtige Hunde begrüßten den Römer mit freudigem Gebell und alsbald erschien ein Knecht im Torweg, der ihm Toga und Helm abnahm. Lucius ging nie ohne Waffen zu seinem Gastfreund. Im hohen Saale saß Aripert mit seinen Getreuen beim Meth. Alle fuhren auf, als der Römer eintrat. Aus den rauhen Lauten ihrer Sprache vernahm er nur den Ausdruck der Verwunderung. Ader schon hatte sich der Fürst erhoben und den Feldherrn zur Bank geführt. Aber Tibullus setzte sich nicht. Mit dem feinen Gefühl des gebildeten Römers merkte er, daß er zuviel war. „Ich wollte nur nach Hiltrunas Wohl fragen und, wenn es anging, sie sprechen.“ „Mein Kind ist in der Halle der Frauen, Ermentrant, des gefallenen Rodgaufürsten Tochter, ist bei ihr. Ehe du gehst aber nimm einen Trunk.“ Tivullus hob die Methkanne an den Mund und sog mit einem gewissen Behagen den süßen Trank ein. Dann folgte er dem Knechte, der ihn zu Hiltruna bringen sollte. Er traf die beiden Jungfrauen am Webstuhl. Hiltruna stand auf und ging ihm entgegen. Sie faßte seine beiden Hände:„Was hast du seltsamer, ernster Mann mit mir gemacht, daß ich immer an dich denke?“ „Du liebst mich, Hiltruna, wie ich dich, obwohl uns die Vollsgemeinschaft irennt. Ich hoffe auf günstige Zukunft, dein Vater ist mir gewogen, er liebt mich, er wird das ungleiche Band tnüpfen.“ „Ich fürchte, daß du dich täuschst. Zwar dienen die germanischen Jünglinge in euren Heeren, aber niemals werden germanische Jungfrauen Römerinnen.“ „Möchtest du nicht Römerin werden?" Lucius sprach weich und eindringlich. „Niemals,“ entgegnete Hiltrung und aus ihren blauen Augen schoß ein wilder Strahl, schnell aber beruhigte sie sich und fuhr fort,„trotzdem muß ich immer an dich denken.“ Tibullus' Gesicht verfinsterte sich, er dachte an seinen Traum. Wenn sich nur die Chatten empörten, er würde sie niederschlagen und Hiltruna als Sklavin wegführen. Draußen lauerte ein germanischer Jüngling, Ermentrauts Bruder, der junge Fürst des Rodgaus. Er liebte Hiltrung und hatte Lucius Tibullus den Tod geschworen. Ahnungslos verließ der Tribun die Halle. Drohend erhob der lauernde Jüngling hinter ihm die Axt und murmelte„auf morgen, morgen“. ** * Schon zitterte blutroter Frühsonnenschein über den Buchenwipsetn des Chattischen Waldes, der wenige hundert Schritte rou der porta practoria begann, als sich Lucius Tibullus vom Lager erhob. Er nahm ein wärmendes Getränk und machte dann einen Rundgang durch die Wohnungen. Ueberall ermahnte er die Soldaten, heute auf dem Posteu zu sein: Dann sandte er Boten nach den beiven benachbarten Kustellen, lund die Zenturionen zum — 60 # 899 S 90 · S 9: D: — 3 5#. G 5 33 S 95 9.— 2 72 g a 0 S S 1. S 9 6 S 833 9-— 9.#— 0— * 58 S S = 3•2 R SS 5—. S### 2 8— e S 9 98 9# T *•• —.* 9s ##. 5 S# 2. * * 2 * — 4 SS EL PHTEEN S K G S• 2 S803-S S%92— E..-∆ 3S 0 ." 2„ —.-0„ OTSOUE S 98 -SSTgaS *= g * 23—.— =* * 97105T 3 S 1 S * 8 v. 42 0e B2 8•20 S S. 9. B E. CoS . 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Die Empfindung des echt Heimatuchen scheidet zwischen arm und reich allemal erst nach Abwägung des bezeichnenden Seelenschatzes und seiner Ausprägung im Antlitz und Werk der Heimat. Je mehr Naturregung, Sinnigkeit und Genügsamkeit sie dabei entdeckt, um so schätzenswerter und wohlhabender erscheint sie ihr. Und da die bestimmende, unentbehrliche Natur am meisten die Dorswelt damit begnadet, offenbart sich in ihr Heimatreichtum. Während anderseits die Großstadt heimatarm ist. Der Kreis der Kleinstadt bilder zwischen dem der Reichen und der Armen die Mitte. Wilh. Müller=Rüdersdorf. Aus„Der Heimatkranz.“ Isterbräuche in Westfalen. Von Wilhelm Franke. Mit dem Karsamslagabend endigt die Fastenzeit. Das feierliche Glockengeläute wirkt nach der Stille der Woche wie eine Befreiung, eine Erlisung. Und auch durch die Natur geht ein Vorahnen von Glanz und Erlösung. Mutter Erde strömt uns aus jeder Pore den wunversamen Duft wiedergenonnener Jugend entgegen. In den Kronen der Bäume webt der Lenz seine duftigen grünen Schlier, und jede: Sonnenstrah! läßt neue bunte Blumenkinder nach langem Schlummer wieder hineinwachsen ins gobe Licht. Verjüngung ist's, was da leuch er und verheißungsvoll aufsteigt im Odem der Erle. Unsere Altvordern begingen um diee Zeit ihr Frühlingsfest zu Ehren der im Osten neuerstandenen Sonne, die al es Neuerwachen des Lebens fördert. Mit diesem altheidnischen Feste und dem Wie erau leben der Natur verknüpfte die chrinliche Kirche in jinniger Weise die Auserstehung des Heilandes. So rankt sich um das Osterfest ein Reichtum von volkstümlichen Gebräuchen, in denen heidnische und christliche Vorstellungen verschmolzen sind.„ In der Soester Börde und im urnsteiger Wald findet in der Östernach: ein Neren zur Östermesse statt. Julige Burschen durchzehen die Straßen und singen kale:„Sohet up, jung un olt, deinet Guod dem Herren!“ Im Paderborner Lande heißt der Weckruf: „Stehel auf, siele auf. 1 r Christe ud sing dem Herrn darauf: G.lobt sei Jeus Cari= stus, der auferstanden ist. Allelna!“ Mancherorts wird bei diesem Umgange mi. Schellen geklingelt oder sonst ein großer Lärm gemacht. Frühmorgens steigen die Gebirgsken ohner auf den höchsten Berg der Umgedung und schauen durch ein feines Gewebe oder durch ein durchlöchertes Papier nach der Sonne aus, die bei ihrem Aufgange am Östermorgen drei Freudensprünge machen soll. Viel Ernst und Scherz wird mit dem Osterwasser getrieben. Es muß in der Osternucht vor Sonnenaufgang unter völ igem Stillschweigen geschöpft werden und zwar in einigen Orten an der Weser mit, in anderen gegen den Strom. Durch allerlei Neckereten suchen die Burschen die Mädchen zum neden zu bringen, dann ist die Zauberkraft des Wassers dahin. Wirksam soll das so geschöpfte Osterwasser sein gegen Sommersprossen, Augenleiden und Fieber; in Flaschen gefüllt, kann man es das ganze Jahr aufbewahren, ohns daß es verdirbt. Im Kreis Horter wird das Herdfeuer mit dem am Karsaluslag im kirchlichen Österfeuer angekohlten Holzstückchen oder mit esegneten Palmen angemacht. „Am Ostermittag,“ so berichtet Fr. W. Grimme aus dem Sauerlande,„ißt niemand einen Bissen, bis der Hausvater vermittels eines Wedels von drei Kornähren alle Speisen mit frischem Weihwasser besprengt hat, das am Tage vorher in der Kirche ist gesegnet worden.“ Nachmittags geht der Landmann in seine Felder, um sie zu„pälmen.“ Er steckt am Palmsonntag gesegnete Palmen in Kreuzesform nach allen vier Himmelsrichtungen in Munungunnununumnuununugungsunuaungumn Der Schwur der Aecker. Wilh. Lennemann. Tretet alle heran: Bauer, Bürger und Edelmann, Und hört unsern Schwur: ellle Kraft dränge empor zum Licht, Bis Halm an Halm steht stark und dicht, Bis alle Aehren reis und schwer, Ganz Teutschland durchflutet ein Körnermeer: Der Herrgott muß gnadend zur Hilfe stehn Mit Sonne, Regen und Windeswehn. Ein Sensenklingen soll werden im Land, Een Ernten bis hoch unter Daches Rand! Allen Mühlen geben wir donnernd zu tun, Sie sollen bei Tag und bei Nacht nicht ruhn, Bis alle Kasten voll, alle Augen blank, Wir sprechen zusammen den Erntedank! Holt aus, Bauern, und streut eure heiligste Tat, Reine Schollen hungern nach K ru und Saat! Alis, Aauzunushungungungug die Ecken des Ackers, um Hagelschlag und Gewürm abzuwehren. Der sauerländische Bauer spricht dabei:„Ich pälme diy am hl. Östertag. Gott bewahre dich vor Wetter und Hagelschlag.“ Der Padervorner Bauer begleitet seine Tätigkei. mit dem Spruche: „Ich kröne dich auf diesen hohen Östertag, daß dich der Herr vor Blitz und Hag.lschlag, und was hei süß nau schaden mag beiahren mag!" Inzwischen hat die Jugend die Winkel des Hauses, der Scheune und des Gartens nach den bunten Ostereiern durchsucht, die vom Osterhasen gelegt sind. Wie der Hase in die Östersitte hineingekommen ist und rum gerade ihm seiner Natur zuwider die Pflicht übertragen wurde, Eier zu legen, ist noch nicht klargestellt. Die sinnbildliche Bedeutung des Eies ist jedoch klarzulegen. Es ist das Sinnbild der Fruchtbarkeit und der Schöpfung, das sowohl passend auf die Auferstehung des Lebens in der Natur, als auch auf den aus dem Grabe erstandenen Heiland hindeutet. Unsere Vorfahren brachten dem Wettergotte Donar Eievopfer dar, um ihn für die wachsende Saat günstig zu stimmen. Und well man dem Gott zu Ehren die Eier in den Farben der Erden, des Himmels und der Gonne bewalte, darum kärbt man sie noch heute bunt. Die Lebenskraft des Eies geht nach dem Vollsglauben auch auf den über, der ein Ei ißt. Daher beschentt man sich mit Eiern und ißt davon, so viei man mag. D.: Wachstum der Saaten glaubte man durch Cierzauber fördern zu können. Man mischte die Schalen der Osteleie: unter den Flachssamen und kehrte sich wenig an das Verbot des Grozen Kurfürsten, das er wegen dieses„heidnicchen Aberglaubens“ 16 9 an die Geistlichen der Grasschaft Mark ergehen ließ. Eine Menge von scherzhaften Kinder= und Unterhaltungsspielen wird mit den Eiern getrieben. Das Aneinandeschlagen der Cier,„Tippen" oder„Kippen“ genannt, ist in vielen ländlichen Gegenden Westsalens noch sehr belilbt. Wessen Ei dabei ganz bleibt, hat gewonnen und bekommt das zerbrochene. Den Moglern, die heimlich hölzerne oder Po zelianeter verwenden wollten, ging es schlecht. Sie wurden gründlich durchgehauen, mußten alle Beuteeier abgeben, und außerdem beschmierte man ihnen noch das Gesicht mit Cigelb. Das Eier esen war bis vor dem Kriege unter den jungen Burschen des Kr.ies Warburg üblich. Auf einer Wiese wurden in g'eichmäßigen Abständen einige Hundert Cier in zwei Reihen gelegt, die von zwei jungen Burschen in Körbe eingesammelt werden mußlen. wer damit zuerst fertig war, galt als Siiger, durfte die Eier behalten und hatte bei dem anschließenden Tanze die Zeche frei. Auch die Osterfeuer(„Paoschefüe““) reichen in ihrem Urs,runge zurück in die graue Vorzeit. Man glaubte, daß das zur Frühjahrsnachtgleiche angezündete Feuer die Fruchtbarkeit der Felder segne, und das Vieh vor Seuchen bewahre. Wenn auch der G. Kurfürst für die Grasschaft Mark, hundert Jahre später der Fürstbischof Clemens August für das Münsterland, und wieder hundert Jahre später zur Franzoienzeit in Westfalen„wegen des unnöligen Verbrauches von Stroh und Holz“ die Österfeuer untersagt wurden, so kümmerten sich die hartköpfigen Westfalen weung um diese Rützlichtet#sansichten der Behörden. Nur wurke das Lsterfest hauptsächlich eine Belustigung der Jugend. Schon lange Wochen vorher sammeln die Kinder Reisig, Dornen und ges Brennmaterial und bringen es an den Ort. an dem alljährlich das Ostelfeue drennt. Nachbarorte, mit denen oft ewig. Reide eien bestehen, stehlen sich gegenseitig die Reisighausen fort oder zünden sie vorz###g an. Am Mittage des Ostersonntages un ermmmt die Jugend einen letzten Werbegang zur Herausgabe von Brennmaterial und singt dabei im Sauerlande: „Strauch röut! S.rauch rönt! Alle Wäimer miehe röut! Graute Möus, kleine Möns. Altehaupe in't Jöudenhöus!“ Mit Anbruch der Dunkeiheit leuchten dann weilhin die Freudenjeuer in die Lande. Mit brennenden Fackeln unter Absingen alter Osterlieder ziehen die Attendorner zu ihren vier Österjeuern. Vor jedem Hausfenster brennt eine Reihe Kerzen. Nach dem brennen der Feuer bewegt sich der lange Zug zu einer kurzen Dankandacht in die Kirche. Im Kreise Höxter läßt man Stroh und Reisig umslochtene brennende der von den Bergen roilen. Sie follen nach altem Glauben den Fluren Segen bringen; die Häuser, welche sie beleuchten, vor Feuersbrunst und deren Bewohner vor Krankheit schützen. Alle diese Bräuche, wenngleich sie auch oft seltsam erscheinen und ihre tiefere deutung verblaßt ist, entsprengen dem nen des Volkes nach Glück und Lreude. S#l G2 E*— Sen gan CL 5. AU: Ss S 2 41D:.* s#n. Sagw“„Fusag, An „n 8— Seo S#eCg G S#gSgn EM EDE -25 *#n #2## PS . 5•• 8 * 9 - Sg * 8 Sns 8 7 6 E* 9.•" 53 3— • S•.2 S## * 8 # 9. 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Sport und Curnen. u Leb Kunst u. Wislen.n Gartenra Nr. 93 Hauf S Die Naturgesetze wollen auf dem Wege des Wettb wiegend auf wirtschaftlich lann es zu Hochzucht kom Zuchtgesetze in ihrer vollen samkeit erhalten will, un nung darauf anlegen, daß auch wirklich so abspielt, 8. h. unter gänzlicher## rechten. Jur eng Neuigkeiten aus! Der italienische König schiff„Julius Cäsar“ in Delegierte wurden auf da laden. Wie aus Paris verlau ein Kabinettsrat statt. Der Ausschuß für die teilte den Schuldnerstaater die Verhandlungene über verschiedenen Schulden in beginnen. * ** G 6= 5: ** P E Z IOETSTNE T SGASEE Die irische Friedensk ierstag nachmittag ihre Nach einer Meldungd Washington, wird die Re Staaten gegen den deut nen Einspruch erheben. Immer stiller, trauriger wurde das Birkenbäumchen in ihrem Schatten. Voller Sehnsucht vernahm es der großen Bäume flüster, wenn sie sich von der Sonne, dem Mond und den goldenen Sternen erzählten. Und wenn sie sich mit dem Kuckuck und den Staren unterhielten, wollte das arme Birkenbäumchen, an das niemals das Wort gerichtet wurde, fast vor Jammer vergehen. Sein Leben wurde immer düsterer, immer trauriger. Eines Tages zog eine große Schar Knaben mit ihren Lehrern durch den Wald, die sangen alle zusammen:„Wer hat dich, du schöner Wald, aufgebaut so hoch dort oben?" Als sie das wunderschöne Lied zu Ende gesungen hatten, zerstreuten sie sich, um zu spielen. Da kam auch ein Junge zu dem armen, kleinen Birkenbäumchen, riß ihm von der einen Seite die Zweige ab und schmückte seinen und seiner Kameraden Hüte damit. Da weinte das verkrüppelte Birkenbüumchen schwere Tränen, die an seinem: dünnen Stämmchen herunterliefen und ins Moo., tropften. Vor lauter Kummer fing es an, sich zu entblättern, als die großen Bäume im vollen Grün prangten.####### Und als der Herbst mit *7 s0 seinen bunten, herrlichen Farben kar da hatte es* nicht ein einziges Blütt=####### chen mehr, das mit Gold und malen können. der Winter m er hätte Purpur Da kam ir seinen C 9* weichen, schimmernden Schneeflocken. Die fingen die großen Bäume alle auf und hüllten sich warm und weich hinein wie in einen Mantel. Nur einzelne kleine Schneesternchen konnten auf das kleine Birkensäumchen fallen, so daß es ganz jämmerlich vor Frost zitterte. Zwei Jahre hindurch lebte es schwach und küm. merlich. Im letzten Frühling hatte es nur einige schwache Blättchen getrieben. Als dann der Lenzsturm einmal mit Brausen durch den Wald gegangen war, er sie ihm abgerissen. Wohl hatte es den Sommer über hier und da noch ein leises Lebenozeichen von sich gegeben, aber die Winterkälte hatte es nicht mehr überstehen können. Und nun, da sich der Wald ringsum mit neuem Grün schmück:, da die Anemonen und blauen Woldreischen ihre Sternenaugen öffnen, ist es tot, das arme kleine Birkenbäumchen. Das lustige Schnurrchen=Spiel. Dieses Spiel ist ebenso lustig wie einfach und eignet sich am besten für den Garten, wo mitten auf den Rasenplatz ein Stuhl gestellt wird. Auf den Stuhl hat sich derjenige zu stellen, der den Schnurx spielen soll. Schnurr oder Schnurrchen wird, nachdem er den Stuhl bestiegen hat, von den andern Spielern umtanzt uno geneckt. Man zupft ihn vielleicht von hinten am Rocke, klopft an den Stuhl, wirft ihm eine Mütze zu usw. und alles ruft dabei kunterbund durcheinander: „Schnurrchen, Schnurrchen, gar so hoch, Komm' herab und fang' uns doch!“ Natürlich werden die Spieler immer dreister und wagen sich näher und näher an Schnucrchen heran. Dieser muß nun den rechten Augenblick abpassen, um vom Stuhle zu springen und einen der Necklustigen zu erhaschen. Geiingt ihm dies, so muß der Betreffende als der nunmehrige Schnurr den Stuhl besteigen. Sobald jedoch ein Spieler mit der Hand den Stuhl beruhrt, ist ei von einer Verfolgung ausgeschlossen. M. P. Die spanische Regieru reit erklärt, mit der deut Gestaltung der künf Wirtschaftsbeziehungen 3 sche Abordnung begibt Madrid. „ Silben- Rätsel. a— an— ar— e— flo— ga— ger— gis— kurs— lek — ½— lil— 1o— lung— 7a— ne— rac— re= reth— sied— tät— thie— tow— tri— 7a— 21 Aus vorstehenden 26 Silben sind 10 Wörter zu bilden. deren Anfangs= und Endbuchstaben, von oben nach unten gelesen. ein Sprichwort ergeben. Die Wörter bedeuten: 1. gemeinsamer Wohnplatz, 2. Mädchenname, 3. Fremdwort für Unterkunft, 4. Kraft. v. Beschwerde, 6. Alkoholisches Getrank, 7. biblischer Ort, 8. Tondichter, 9. Person aus dem Freischütz, 10. Menschenrasse. „„ Bösungen aus voriger Nummer: 4 Frohe Ostern.— Gegensatz=Nätsel: offen, still, tapser, erster, richtig zart, ernst, immer, tief. Ofterzeit. 4 Richtige Lösungen der Rälsel in voriger Nummer sandten ein: Udo Wiesner, Ergste; Emmi Färber, Wilhelm Broer, Helene Markmann, Agnes Böcker, Wilhelmine Möller, Johannes Schäfers, Herm. Kasselmann, Hans Leicht, Else Gülich, Artur Hübener, Luise Brand, Ell Fienhold, Fritz Ellermeyer, Holzen; Wilhelm Heimann, Charlolle Ballul. In Genua glaubt m scher Monarchiften auf die Spur gekommen zu Die Arbeitgeber am heutigen Montag, 24 liche Bauarbeiter im R Trotz aller Wohnun wird tapfer geheiratet. Heiratsziffer— auf je im letzten Friedensjahr jährlich, 1919 aber 13, immer noch 15,56. Der über 2000 Ehen durch trennt. 12 Prozent al lich geboren. In Hollenbeck bei S ein 12jähriger Knabe Nur mit Mühe kann einflößen. ∆ — * ## Die Kommunalisier versorgung hat der St von 250000 Mark gebr weiteren Kommunalisi Abstand nehmen. Warum das Holz Holzversteigerung im wurden 105 375 Mark an sich schon sehr viel betrug. Ganz so geh nen zu. Lieskau kame ein Ledertäschchen tri eines in Ostpreußen tätigen Farmers an fand. 2 20