EWS Weichotene Zettung Apierbecher Zeitung Lanolcheden Zeitung S# Lum den Kreis Börde. belzwichetm Zeitung Generolanzeiger für den Kreis Hörde. Verbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung Scwerter Dolksblatt Amtliches Kreisblatt Erstes und ältestes Cagesorgan des Bu###. Die„Schwerter Zeitung" erscheint verktäglich. n Hauptgeschäftsstelle, Druck und Verlag: Carl Braus. Celegr. Adr.: Braus, Schwerteruhr. Cel.62. Postscheck: Dortmund 2852 Verantwortliche Schriftleitung: Karl Richter; Stadt und ProvinzFriedr. Kraas; sämtlich in Schwerte. Regelmäßige Bellagen: Schwerter Hausfrau und Mutter. Aus dem Reiche der Mode. Heimatblätter u Lustiges Allerlei. Kinderzeitung. Unser Blatt. n Unterhaltungs- u. Romanbeilage. u Spicl. Sport und Curnen. u Lebensbild. Kunst u. Wissen. u Gartenratschlöge. Nr. 90 Dienstag, 18. April 1922 55. Jahrgang Zum Geleit. „Wir überliefern Euch eine dretfache Ehrfurcht. Das erste ist die Ehrfurcht vor dem, was über uns ist. Das zweite, Ehrfurcht vor dem, was unter uns ist. Das dritte, Ehrfurcht vor dem, was uns gleich ist. Aus diesen drei Ehrfurchten entspringt dann die oberste Ehrfurcht, die Ehrfurcht vor sich selbst.“(Nur wer in diesem Goetheschen Sinne die Jugenderziehung vornimmt, wird ein Segen für das heranwachsende Geschlecht sein. Die Red.) Goethe, Wilh. Meister, Wanderjahre. K Für eilige Leser. Neuigkeiten aus Nah und Fern. Die französische Presse zieht eine pessimtstische Bilanz der ersten Verhandlungswoche in Genua. * Am Ostersonntag ist zwischen Deutschland und Rußland ein Vertrag zustandegekommen, der bei der Entente wie eine Bombe eingeschlagen hat. * Die Russen lehnten in Genua das Londoner Memorandum ab, in dem u. a. die Anerkennung der russischen Schulden verlangt wird. Die Sitzung dieser Kommission mußte daher am Freitag ergebnislos abgebrochen werden, führte aber im Laufe der Nacht zu einer Einigung. * Der Haushaltsplan der Stadt Berlin weist einen Fehlbetrag von einer Milliarde auf. Der englische König bestätigte die Ernennung Valfours zum Lord. Die Reparationskommission hält in ihrer Antwort auf die letzte deutsche Note ihre früheren Forderungen, namentlich die nach vermehrten Steuern, aufrecht, erklärt sich aber bereit, praktische Anregungen von deutscher Seite nachzuprüfen. Ueber das Arbeitszeitgesetz bei der Eisenbahn kam es bis auf einen Punkt zu einem Einverständnis. * Eine Versammlung der Dortmunder Straßenbahner sprach sich mit 862 gegen 27 Stimmen für Arbeitsniederlegung aus. Die Interalliierte Kommission hat eine Bekanntmachung erlassen, daß in Oberschlesien Demonstrationen am 1. Mai nicht gestattet werden können. * Wie die„Telunion" an zuständiger Stelle erfährt, hat die Sicherheitspolizei in Verfolg der letzten Note über die Schutzpolizei am Mittwoch den Befehl erhalten, ihr gesamtes Nachrichtengerät restlos abzuliefern. Einer Meldung aus Sowjetrußland zufolge ist Charkow für choleragefährdet erklärt worden. Die Sowjetregierung beschloß, einen Sauberkeitsmonat anzuordnen. Am Dienstag ist in ganz Italien ein 24stündiger Proteststreik der Gemeindebeamten und =angestellten angekündigt worden. Nur die lebensnotwendigen Betriebe sollen arbeiten. * Nach einer Verordnung der badtschen Regierung ist der 1. Mai ein gesetzlicher Feiertag. Wie die„Freiburger Tagespost“ mitteilt, lehnen die christlichen Gewerkschaften die Arbeitsruhe ab. Ste werden, wo sie in der Ueberzahl sind, an diesem Tage arbeiten. Reichskanzler Dr. Wirth machte gestern dem Erzbischof von Genna seinen Besuch. * Im Anschluß an die Verhandlungen im Hauptausschuß und im Plenum des Reichstages wird jetzt der bürgerliche Unterricht in der Reichswehr neu geregelt. Bei der Ausarbeitung des LohrKathedreie Einigung üder Sverschiesten. Marien-Kirche Gesamtansicht Wilnas e eM Zur endgültigen Einverleibung Wiinas in Pblan. Volle In Genf kam es, wie wir schon berichteten, in der oberschlesischen Liquidationsfrage zu einer Einigung zwischen Deutschen und Polen nach Durchdrückung des deutschen Standpunktes. In einer langmn Sitzung die Nacht hindurch, an der außer den beiden Bevollmächtigten, dem Reichsminister a. O. Dr. Schiffer und Minister Olschewki auch deren Mitarbeiter, und zwar auf deutscher Seite die Herren Staatssekretär Lewald, Geheimrat Schlegell#oger und Professor Kaufmann, auf polnischer Seite die Herren Pradzynsti und Kramsztyk teilnahmen, gelang es unter Mitwirkung des Direktors der Rechtsabteilung des Völkerbundssekretariats Dr. von Hamel schließlich, eine endgültige Einigung herbeizuführen. Bis in die Morgenstunden aber dauerte der Kampf um die letzte Streitfrage, und zwar um volle Verfügungsfreiheit der Großindustrie während der 15jährigen Karenzzeit, die die Polen um jeden Preis einschränken wollten, während die Deutschen zähe an der Forderung nach voller Freistellung festhielten, sowie auch die von Deutschland geforderte Befretung der Wohnsitzberechtigten von der Liquidation ihres Grundbesitzes. Da sich der deutsche Standpunkt in diesen Fragen völlig durchsetzte, konnten kurz vor 5 Uhr morgens die Verhandlungen in der Liquidationsfrage als abgeschlossen gelten. Nachmittags wurde dann der Text über die Liquidation von den beiden Bevollmächtigten unterzeichnet, worauf in der öffentlichen Sitzung, in der ursprünglich der Schiedsspruch mitgeteilt werden sollte, Präsident Calon= der mit sichtlicher Befriedigung die trotz aller Schwierigkeiten erzielte direkte Einigung zwischen Deutschen und Polen verkünden konnte. Man wird die in letzter Stunde doch noch zustande gekommene Einigung mit Befriedigung begrüßen dürfen, wenn sie auch nur selbstverständliche deutsche Rechtsforderungen erfüllt. Wir haben einen Erfolg unserer Unterhändler zu verzeichnen, der ihrer Zähigkeit zu danken ist. * Die Besetzung Oberschlesiens. Berlin, 16. April. Aus Oberschlesien wird mitgeteilt, daß nach den von den polnischen Behörden getroffenen Vorbereitungen die Polen mit der Besetzung des polnisch werdenden Oberschlesiens vom 10. bis 12. Mai rechnen. Die Besetzung ist etappenweise gedacht, so daß die Polen am ersten Tage in Rybnik einrücken und am 12. Mai die durch die Genfer Entscheidung festgesetzten Grenzen besetzen wollen. Eine Finanzkonferenz der Oststaaten. Paris, 15. April. Nach einer Meldung der „Morning Post“ aus Helsingfors wird Ende April in Helsingfors eine Finanzkonferenz zwischen Finnland, Esthland, Litauen, Lettland und Polen besonders zur Prüfung der finanztellen Beziehungen dieser Staaten zu Rußland stattfinden. planes für den Beamtenunterricht soll besonders den wirtschaftlichen Verhältnissen mehr als bisher Rechnung getragen werden. * In Zukunft sollen bei Waffendurchsuchungen der interalliierten Truppen in Oberschlesien sowohl deutsche, wie polnische angesehene Bürger als Geiseln festgenommen und in die zu durchsuchenden Baulichkeiten mit hineingenommen werden. Die beiden Mitglieder des amerikanischen Repräsentantenhauses Woodruff und Johnson brachten im Repräsentantenhause eine Resolution ein, worin sie sich gegen die Verwendung des beschlagnahmten deutschen Eigentums durch den Sequester wenden. Die Zündwarensteuer, Artikel 2, wird am 1. Mai in Kraft treten. Soeben hat sich der bekannte dänische Sozialistenführer Stauning nach Genua begeben. Rus Paris kein froher Ostergruß. Damit auch ja zu Ostern keine Hoffnung bei uns aufkommt, daß etwa angesichts der Genueser Konferenz irgend eine Besserung der deutschen Reparationsverpflichtungen in Aussicht stände, hat die Reparationskommission sich bewogen gefühlt, so schnell wie möglich auf die deutsche Antwortnote in sehr scharfem Ton zu erwidern. In einer neuen, am Karfreitag eingetroffenen Note lehnt sie alle Einwendungen der deutschen Regierung ab und beharrt mach wie vor auf ihren maßlosen Steuer= und Garantieforderungen. Aufrechterhaltung der Steuerforderungen. Zur Ablehnung ihrer Steuerforderungen durch die deutsche Regierung erklärt sie, daß Deutschland seine gesamten Ausgaben, auch die für die Reparationen, durch innere Einnahmen dekken müßte. Das Steuerkompromiß und die Zwangsanleihe seien unzulänglich, insbesondere seien die derzeitigen Gewinne von Handel und Industrie nicht genügend besteuert,(!) Die Reparationskommission erhält also ihre Steuerforderungen voll und ganz aufrecht, ist aber bereit, andere deutsche Vorschläge zu„prüfen“, die dasselbe Ziel hätten. Die deutsche Antwort aber— so behauptet die Reparationskommission— komme einer Weigerung gleich, irgend einen wirksamen Versuch zu machen, sich die notwendigen fremden Devisen für die Bezahlung der Reparationen zu beschaffen.(!) Die Finanzkontrolle hatte die deutsche Regierung mit Recht als ihre Souveränität beeinträchtigend abgelehnt. Die Reparationskommission behauptet nun frischweg, daß diese deutschen Besürchtungen nicht im geringsten gerechtfertigt seien.(1!!) In zynischem, hochfahrend belehrendem Ton macht die Note darauf aufmerksam, daß die Reparationskommission laut dem Versailler Vertrag berechtigt war, Bedingungen zu stellen, die sie für nötig hält. Sie hoffe — so schreibt sie in einem unerträglich und unverschämt anmaßenden Ton—, daß die„starrsinnige" (1) Haltung, die sich aus der deutschen Note ergibt,„ohne rechte Erwägung“ der Folgon angenommene Haltung aufrechterhalten wird, ist jede weitere Erörterung zwischen der Kommission und der deutschen Regierung offenbar unmöglich. Aber wenn nach Ueberlegung die deutsche Regierung davon absieht, das Recht der Reparationskommission, ihr ihre Entscheidungen aufzuerlegen, zu bestreiten, so ist die Kommission bereit, jede praktische Anregung zu„prüfen“, die von der deutschen Regierung zur Lösung der Schwierigkeiten, in der sie sich befindet, vorgebracht werden könnte. Diese Erklärung seitenz der Reparationskommission darf keineswegs in dem Sinne ausgelegt werden, daß diese inzwischen die Ausführung der Entscheidung vom 21. März oder der in ihrem Schreiben vom gleichen Tage auferlegten Bedingungen zurücknimmt, oder vorläufig außer Kraft setzt.“ Das bedeutet also eine glatte uneingeschränkte Ablehnung des deutschen Einspruchs. Ton und Inhalt zeigen erneut, daß auf keine Einsicht bei unseren Gegnern zu rechnen ist. Man bleibt dabei, daß noch weitere Steuern aus uns herausgepreßt werden sollen. Man droht erneut mit Zwangsmaßnahmen, wenn wir nicht sofort zu Kreuze kriechen. Dr. Wirth sieht sich in einem Tone abgekanzelt, daß selbst er belehrt sein könnte. Das war kein froher Ostergruß! gute Oster=Überraschung! Abschluß eines deutsch=russischen Vertrages. TU. Genna, 17. April. Die seit mehreren Monaten schwebenden Verhandlungen zwischen Deutschland und Rußland haben am Ostersonntag zum Abschluß eines Vertrages geführt, der allgemein überrascht hat. Der Vertrag beruht auf voller Gegenseitigkeit, die diplomatischen Beziehungen werden wieder ausgenommen, alle Ersatzansprüche aus der Zeit des Kriegszustandes zwischen Deutschland und dem früheren Rußland gelten als erledigt. Das gleiche gilt von den Ersatzansprüchen wegen der bisherigen Sozialisieungsmaßnahmen der Sowjetregierung, vorausgesetzt, daß Rußland auch dritten Staaten einen Schadenersatz für die Sozialisierung der Regierung oder eine Rückgängigmachung derselben nicht zusteht. Andererseits soll für die Zukunft der Grundsatz der Meistbegünstigung und des gegenseitigen wirtschaftlichen Entgegenkommens maßgebend sein. An die Stelle der hinfällig gewordenen Verträge von Brest=Litowsk und der ergänzenden Verträge tritt daher ein neues Regime, das weder Sieger noch Besiegte kennt, das beiden Ländern volle Gleichberechtigung gewährt und das eine sichere Grundlage schafft für eine friedliche Zusammenarbeit. Die Tatsache, daß zwischen Deutschland und Rußland noch die Folgen eines langen Kriegszustandes zu liquidicren waren, daß beide Länder wirtschaftlüh eng aufeininder angewiesen sind und daß sie in vieler Hinsicht unter ähnlichen Schwierigkeiten zu leiden haben, wird diese Verständigung zwischen ihnen im gegenwärtigen Augenblick ohne weiteres als matürlich erscheinen lassen. In das Verhältnis der beiden Staaten dritten Staaten gegenüber greift dieser Vertrag in keiner Weise ein. Die Vorteile, die von de deutsch=russischen Verhandlungen erhofft werden dürfen, werden ganz Europa zugute kommen. Wenn die Herbeiführung des deutsch-russischen Ausgleichs gerade während der Konferenz von Ge nua zur Tatsache geworden ist, so bedeutet das nicht einen Verzicht auf die von der Konferenz verfolgten allgemetnen europäischen Ziele. Die beiden vertragschließenden Regierungen sind viel mehr überzeugt, daß sie zu ihrem Teile durch die betreffende Verständigung zur Erreichung des Hauptzieles der Konferenz, nämlich der endgült gen Wiederherstellung des europäischen Friedens, nicht unwesentlich beigetragen hat. * Die seit langem schwevenden Verhandlungen wurden in Genua in aller Stille fortgesetzt und führten anläßlich etnes Besuches Tschitscherins beim deutschen Außenminister Rathenau am Sonntag vormittag zum endgültigen Abschluß. * Das hiermit zustande gekommene Wirtschafts abkommen zwischen Deutschland und Rußland ist nach Mitteilung von zuständiger deutscher Seite in Berlin die Grundlage für weitere Verhandlungen mit Rußland. * TU. Genna, 17. April. Deutschland wird wegen des Vertragsabschlusses mit Rußland in den nächsten Tagen auf eine harte Probe gestellt werden. Eine Stellungnahme der Alliierten zu diesen Abmachungen liegt natürlich noch nicht vor. Irgend eine Einwirkung auf den weiteren Gang der Konferenz dürfte sie bei ihrem völlig inoffensiven Charakter nicht zur Folge haben. Schwerte, 18. April. Erinnerungen. 15.—17. April: 1832“ Der humoristische Dichter und Zeichner Wilhelm Busch(f 1908), 1908 1 Der Maler Fritz Weiner in Berlin(“ 1827). 1917 Schlacht an der Aisne; Scheitern des französischen Durchbruchsversuchs zwischen Soissons und Reims. 18. April: 1417: Belehnung Friedrichs von Hohenzollern mit der Mark Brandenburg. 1521: Luther vor dem Reichstage zu Worms. 1873 1 Der Chemiker Justus vom Liebig. 1892; Der Dichter v. Bodenstedt. 1906 Furchtbares Erd beben in San Francisco. ** Zwei interessante Konzerte wurden an den beiden Osterfeiertagen unserem gesangliebendem Publikum am„Freischütz“ geboten. Am ersten Feiertage war es der Männer=Gesang=Verein „Liedertafel“=Schwerterheide, der in Stärke von etwa 50 Sängern unter seinem neuen Leiter Herrn Lehrer Ad. Voß von hier das Podium betrat und mit recht erfreulichen Leistungen aufwartete. Der alte Verein, der in diesem Jahre auf ein 35jähriges Bestehen zurückblicken kann, hat sich in den letzten Jahren sehr günstig entwickelt und in Herrn Boß einen Leiter gefunden, der das vorhandene gute Material des Vereins voll ausguwerten versteht. Die Darbietungen, Volks lieder und leichtere Kunstchöre vom Baldamus, Hansen, Kirchl und anderen Tonmeistern wurden saruver und klangschön zum Vortrag gebracht und von dem zohlreichen Publikum dankbar ausgeoommen. Ausgezei hnet gelang dem Verein der Chor„Mutterliebe" von Voigt, während„Der Rhein“ von Steinhauer noch die letzte Feile vermissen ließ. Der Tenorist Lorenz aus Hörde, den sich der Verein zur Mitwirkung verschrieben hatte, enttäuschte vollständig, Cornelius herrliches Komm, wir wandeln" haben wir derartig verungen noch nicht gehört. Höhepunkte des Konerts bedenteten die Vorträge des Betzel schen Kammermusik=Quintetts aus Dortmund, welches unter der anseuernden Führung seines außerordentlich fähigen Leiters mit Werken von Mozart, Weber, Brahms u. n. aufwartete. In zwei Streich-Quartetts„Träumerei" und„Abend am Rhein" stellte sich Betzel dem Publikum auch als feinsinniger Tondichter vor, der mit Liede und Verständnis seine Noten schreibt und dessen Werke die in diesem Konzert aus der Taufe gehoben wurden, sich sicherlich recht bald einen ehrenvollen Platz in den Konzertsälen erobern werden. Das Publitum war ganz begeistert und spendete stür mischen Beifall. War der große Konzertsaal am ersten Festtage gut besetzt, so war er am gestrigen zweiten Feiertage überfüllt. Das Schwerter Doppel= Quartett, das Herr W. Peters erfolgreich leitet, hatte anläßlich seines 10jährigen Bestehens ein großes Propaganda=Konzert veranstaltet, an wbelchem fünf auswärtige Quartette und Doppel-Quartette teilnahmen und welche sich zu einem friedlichen Sängertrieg gestaltele. Nach einer längeren wirkungsvollen Ansprache des Herrn kebekus des Vorsitzenden des Doppelquartetts, der in begeisternden Worten das deutsche Lied feierte, und nachdem die wuchtigen Klänge des Silcher'schen Bardenthores zum Andenken an die im Weltkriege gebliebenen Sangesbrüder Wehn, Buschhaus, A. Lenze und Th. Lenze verrauscht waren, begannen die Vorträge der einzelnen Quartette. Neben ganz ausgezeichneten Gaben auf dem Gebiete des Kunstgesanges und des Volksliedes, von denen uns der Chor„Vineta“, (Schwerter Doppel=Quartett) und der Strauß'sche Walzer„An der schönen blauen Donau“(Hörde) am besten gefallen haben, wurde von den Gästen auch viel Mittelmäßiges geboten, um keinen schärferen Ausdruck zu gebrauchen. Warum beachten aber auch die Quartette nicht die Grenzen, die ihnen nun einmal gemäß ihrer Zusammensetzung gezogen sind? Warum müssen es nun immer wieder sog.„Paradechöre“ sein, deren Schwierigkeiten man doch nie restlos Herr werden kann? Warum beschärnkt man sich nicht auf die Pflege des innüigen deutschen Volksliedes, wo gerade die Quartettvereine vorbildlich wirken und dadurch veredelnd auf das Volk und bahnbrechend auf die Gesangvereine einwirken könnten? Hoffentlich haben die gestrigen Mißerfolge vieler„Größen" in dieser Hinsicht mancher der kleinen Chorvereinigungen, deren ideales Streben restlos anerkannt werden soll, die Augen geöffnet. Dem Schwerter Doppelquartett sprechen wir zu seinem Jubiläum uesern besten Glückwunsch aus und hoffen mit ihm auf eine recht gedeihliche Weiterentwickelung. Durchschnittswissen eines Untersekundaners bereits besitzen. Baldige Meldung zur Teilnahme empfiehlt sich. ** Bestandene Gesellenprüfung. Vor dem Prüfungsausschuß der Handwerkstammer unterzogen sich die Bäckerlehrlinge Fritz Matthes (Bäckermeister Filbrich), Wilhelm Bremshei (Bäckermeister Cordes), Hermann Fröse(Bäktermeister Schulte) und Erich Jandeck(Bäckermeister Porthoff) ihrerGesellenprüfung mit bestem Erfolge. Die Leistungen äller vier Prüflinge wurdem mit„Gut" bewertet. ** Schwer bestohlen wurde am vergangenen Donnerstag im Zuge der Eisenbahnarbeiter Beck aus Hüsten. Der Mann hatte seine an der Schützenstraße hier belegene Besitzung verkauft und war ihm ein Teil des Kaufpreises in Höhe von 10000 Mark in bar— in neuen Tausendmark. #m Auf scheinen— ausgezahlt worden. Au, der Rück reise machte er im Eisenbahnzuge ein kleines Nickerchen und als er aufwachte, mußte er zu seinem Schrecken die betrübliche Entdeckung machen, daß ihm ein gerissener Langfinger die Brieftasche mit den prächtigen Geldscheinen aus dem Rock, stiebitzt hatte. Bis jetzt fehlt noch jede Spur von dem frechen Spitzbuben. ** Bestandenes Examen. An der staatlichen Säuglingspflegeanstalt in Dortmund bestand in der Abschlußprüfung Fräulein Flora Mertems. Tochter des Herrn Hüttenbeamten M. aus der Hohenzollernstraße, das Examen als Säuglings pflegerin. ** Die Kindergräber auf dem evang. Friedhof. die zwischen dem alten und mittleren Teil liegen und von Strauchwerk überwuchert sind, sollen gesäubert und denn einer Neubenutzung zugänglich gemacht werden. In diesem Frühjahr soll zu nächst die östliche Hälfte(zwischen dem Haupt Nord-Südweg, der Kapelle und Ehrenfriedhof mit einander verbindet, und der Hörderstraße) gere nigt werden. Die Besitzer von Grabsteinen auf diesem Begräbnisfeld werden aufgefordert, die Steine bis zum 1. Mai diesen Jahres abzuholen. Nach dem 1. Mai wird die Totenhofskommission die Steine wegräumen. Für eine sachgemäße Aufbewahrung übernimmt die Totenhofskommission keinerlei Garantie. wang=Gebäude zu bieten, rundweg von dem Fr. nanzausschuß abgelehrt worden ist. Zur Anbah. nung von Verständigungen wurde vom Ausschoß eine Frist von 4 Wochen vorgeschlagen, die aber von den Erben Osthaus zurückgewiesen wurde. Daraushin hat der Finartzausschuß in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, sofort die Klage gegen die Erben Osthaus einzuleiten. ** Menden, 15. April. Ein Auto in die Hönme gestürzt. Ein Auto stürzte auf der Fahrt über eine Hängebrücke vor Fröndenberg ing die Hönne. Der Unfall geschah durch Bruch der## Brücke. Das Auto gehörte einer Dortmunder## Großfirma und war mit etwa 80 Zentnern Le### bens= und Genußmitteln im Werte von über 600000 Mark beladen. Die Fahrer konnten sich retten, jedoch dürfte die Ladung vollständig vernichtet sein. Die Bergungsarbeiten wurden sosort ausgenommen. Ein Postbeutel mit mehreren Millionenund Vollarnosen gesohlen. Hamburg, 15. April. Juf dem Hamburgen, Postamte 7 ist ein Postbeutel mit einer großin## Anzahl von Einschreibsendungen, nomentlich au Nordamerika, gestohlen worden. Die Briefe ents hielten meist Schecks auf deutsche Banken und Dollarnoten Der Verluft beläuft sich auf mehn rere Millionen Mark. Brand des Krankeuhauses in Mainz TU. Mainz, 17 4. Heute mittag in der 12 Stunde ist im neuen Städtischen Krankenhau# ein Brand ausgebrochen. Der Dachstuhl und das dritte Stockwerk brannten völlig aus und auch das zweite Stockwerk wurde arg mitgen nommen. Das Krankenhaus ist zum Teil mit Besatzungstruppen belegt. Ob Menschenleben zu beklagen find, läßt sich noch nicht sagen. Folgenschwere Explosion in Düsseldorf. Düsseldorf, 17. 4. Im Phönix=Werk i Düsseldorf ereignete sich eine schwere Explosiot eines Acetylen=Gasbehälters, die das Gebäude in dem sich der Behälter befand, völlig zerstörte 13 Arbeiter wurden schwer verletzt. Die Fenstenscheiben der umliegenden Häuser sind durch der gewaltigen Luftdruck zerstört worden. Der Betrieb des Werkes kann fortgesührt werden. K * Volkshochschule. Junge Leute mit Volsschulbildung, welche auf einer höheren S#yhule eine Weiterbildung begehren, seien ducauf aufmerksam gemacht, daß der Studienleiter zur Beratung über die zweckmäßige Form der Ausbildung jederzeit zur Verfügung stehr. Augenblicklich wird ein privater Lehrgang mit dem Ziele der Oberrealschule ins Leben treten dem noch Teilnehmer sich anschließen können, welche das ** Holzen, 18. April. Einbruchsdiebstahl. In der Nacht von Karfreitag auf Samstag wurde beim Herrn Landwirt Hohenschwert. dessen Hof schon wiederholt von Spitzbuben heimgesucht wurde, wiederum ein Einbruchsdiebstahl ausgeführt. Diesmal stahlen die Diebe aus dem Stalle ein wertvolles Rind und von der Tenne reichlich 15 Zentner schwefelsauren Ammoniak. Da sich der Einkaufspreis für dieses Düngemittel ab Zeche auf ca. 450 Mark pro Zentner stellt, so stellt sich der Gesamtschaden einschließlich des Rindes auf über 15000 Mark. Die Spur der mit einem Wagen weggefahrenen Diebesbeute ließ sich bis mach Ostberge verfolgen, die Diebe selbst sind leider noch nicht ermittelt. Aus den Provinzen. *: Hagen, 15. April. Klage gegen die Erben Osthaus. Um zu einer Verständigung über das Folkwangmuseum zu kommen, hat hier eine Aussprache zwischen dem Finanzausschuß und den Vertretern der Erben Osthaus stattgefunden. Die Aussprache ist ergebnislos verlaufen, da das von den Vertretern der Erben gemachte Angebot, das Folkwangmuseum nach Essen zu verkaufen, dagegen in Hagen die Möglichkeit der Errichtung eines Architettur=Museums im FolkAhm Handel und A senssisintin Börseurnhetag. Die Berliner Börse und die übrigen deutsch Börsen waren am Ostersonnabend für jeden Ver kehr geschlossen. Auch Devisen= und Banknoten## notierungen wurden nicht vorgenommen. D Büros und Kassen der Großbanken blieben gleich falls geschlossen. Die 11000. Lokomotive. In Berlin fand die Uebergabe der 11000 Lokomotive der Firma Borsing an die deutsch Reichseisenbahnverwaltung statt. Sie wurd dem Reichsverkehrsminister Groener persön sönlich durch Geheimrat Ernst von Borsiz übergeben. Die Einfuhr von Weizen= und Roggenz wchl kreigegeben. Nachdem sich in letzter Zeit ergeben h### daß der Preis für ausländisches Mehl zum Teil billiger ist als der für einheimisches, i# die Einfuhr von Weizen= und Roggenmeh aus dem Ausland bis auf weiteres zugelasse worden. Martin Salander. Roman von Gottfried Keller. 62(Nachdruck verboten.) Für Martin und Marie Salander handelte es sich zunichst um die Frage, ob sie die Töchter ohne weiteres wieder zu sich nehmen sollten, oder abzuwarten sei, was die Zeit etwa brächte. Die jungen Frauen lebten eigentlich nicht schlecht oder geplagt in den Häusern ihrer Männer; hundert Weiber wären froh gewesen, nar die ganze Woche die schönen Kleider tragen zu dürfen, die diese verlangten. Ihr Unglück war, daß sie die Liebe zu den Zwillingsnotaren verloren hatten, ohne daß dteselben es fühlten vder der Beachtung wert hiel. ten. Dadurch zeigten sie erst recht die traurige Blöße des Innern und blieben von der zerflosse nen Traumwelt der Frauen als leere Schemen übrig. Der Verdacht lag nahe, daß auch diese bloßen Schemen die Frauen roh und schlecht behandelt hätten, wären diese nicht die Töchter eines reichen Mannes gewesen, oder vielmehr tauchte der alte Skrupel wieder auf, sie hätten von Beginn an eine Spekulation herzloser und dazu unreifer Burschen dargestellt, der sie durch den verblendeten Eigenwillen zum Opfer gefallen seien. Nun aber stimmten sie darin überein, daß sie ihr Schicksal hinnehmen und nur froh sein wollten, wenn nicht bavon gesprochen wurde, solange nichts Schlim meres hinzutrat; und wenn nur der Verkehr mit dem Elternhause und unter sich selbst wieder herge stellt war, so hofften sie durch die Macht der Zeit ein Los allmählich tragen zu lernen, das so vielen Fräuen nicht besser beschieden sei. Die Elteon wußten hiergegen vorderhand nichts einzuwenden. Von einem Einwirken auf die jungen Männer konnte gar nicht die Rede sein, da diese sich nicht geben konnten, was sie nicht hatten, und die Sache gar keine greifbare Seite darbot. Sie beschränkten sich also darauf, die in ih ren idyllischen Träumen so arg verunglückten Kin der in dem löblichen Vorsatze der Geduldübung zu bestärten und ihnen für alle Notfälle Schutz und Hülfe zuzusagen. Vor allem jedoch verlangten sie, daß die Töchter ihre Ettern nun fleißiger besuchen sollten, so oft als möglich, allein und zusammen, wie es komme, ohne sich abhalten zu lassen. Das versprachen sie gern und nahmen sich auch vor, es zu tun und sich selber gegenseitig wieder heimzusuchen, so oft es sie freute. Auf diesem Punkte angelangt, wurde die Beratung durch die Ankunft Julians geschlossen. Verwundert grüßte er die Gesellschaft, die er so unvermutet vorfand, und bedauerte höflich, gerade em diesem Tage in den Wald gegangen zu sein. Einem Bauerknaben, der ihm Proviantsack und Weidtasche nachtrug, nahm er die Sachen ab. „Glücklicherweise" rief er,„bringe ich noch wenigstens etwas Gutes zum Abendbrot! Hast du ür mich auch noch einen Schluck Kaffee, Frau Großrätin? Ja so, ihr seid ja ener drei da, und könnt uns zwei Herren überstimmen! Hier, wollt ich sagen, ist nun was zu braten, was bald ge schehen sein wird, wenn das Zeug nur erst gerupft ist. Da will ich mich aber selber dran machen!" Er schüttelte die Weidtasche auf den Tisch aus. und über dreißig arme Vögel mit verdrehten Hälschen und erloschenen Guckaugen, Drosseln, Buchfinken, Lerchen, Krammetsvögel, u. wie sie alle hießen, lagen als stille Leute da und streckten die stirrren Beine und gekrümmten Krällchen von sich. „Sie werden sehen, Mama, die Dinge schniekken Ihnen, wie Marzipan, wenn sie mürb und gut geraten sind! Ich will aver selbst zusehen! Hat etwas Speck in der Rüche, Frau?“ „Bitte, Herr Sohn, beeilen Sie sich nicht!“ sagte Frau Salander,„wir essen jedenfalls nicht mit, mein Mann und ich, wir sind vollkommen satt und wollen noch mit dem letzten Zuge fort!" „Aber, Meister Julian,“ schaltete Martin dazwischen,„wissen Sie denn nicht, daß die Jagd auf Singvögel verboten ist? Sie, als Mitglied des großen Rates?“ „Herr Vater, ich habe nicht gejagt, sondern das Garn gespannt, und da sind allerdings ein paar Finklein dazwischen gekommen, die nicht geladen waren. Uebrigens wird sich wohl kein Wächter des Waldes an mich machen!" „Gleichheit vor dem Gesetze, nicht wahr?" er widerte Salnder auf Julians Rede, der offenbar auf den Schutz seines Ansehens als Ratsmann an spielte, allerdings sehr ungeschickt. „Nun, mag essen, wer will, ich lass' es bra ten, denn ich habe Hunger!“ sagte er und trank die Tasse aus, welche die Frau ihm eingeschenkt; dann raffte er die Vögel bei den Füßen zusam men, je fünf oder sechs zwischen zwei Fingern, und zog mit diesen hängenden Vogelbuketts von dannen. Als einige Zeit später die Schwiegerleute und Setti abreisen wollten und den Flur entlang gingen, kam er zum Abschied aus der Küche gelaufen, eine weiße Schürze vorgebunden und das Messer in der einen Hand, in der andern eines der nackten aufgeschnittenen Tierchen. Die blu stigen Finger vorweisend, entschuldigte er das Unvermögen, in besserer Form ein Lebewohl zu bieten, als daß er den rechten Handknöchel oder Ellvogen darstrechte. Die Weggehenden sahen sich so gezwungen, de# gekrümmten Arm zu berühren und sanft darat zu rütteln, um den Händedruck zu ersetzen. Seine Frau Nettchen war sehr verlegen un tat, als ob sie die Ungeschliffenheit des gefräßigen jungen Gemahles nicht bemerkte, indem sie rasche voranging; die Mutter Marie wunderte sich, w schnell die beiden Brüder sich vergröbert hatten und dachte, das werde mit der Zeit ein Pact recht takt= und gefühllose Philister abgeben. Den empfangenen Eindruck verarbeitete Mai tin Salander nach anderer Seite hin. Zur Toch ter Netti, die Eltern und Geschwister bis zur Ste tion hinunter begleiten wollte, sagte er: „Hat dein Mann so viel Zeit in seinem Berut daß er ganze Tage solchen Liebhabereien nat gehen kann?" „Was das betrifft,“ antwortete Netti,„so i der Geschäftsandrang ungleich; aber ich könnnicht mit Wahrheit sagen, daß ich glube, er bei## nachlässige wirklich etwas. Er arbeitet leicht, sot viel ich sehe, ohne sich lange zu besinnen, und dan macht er sich nichts daraus, wenn mehr zu tuni als gewöhnlich, die halben Nächte hindurch in des Kanzlei zu sitzen und anhaltend zu schreiben. Ers neulich war er den Tag über fort, in Münsterburc und als er abends um halb zelm Uhr heimkam ging er nicht ins Bett, sondern auf die Kanzlei# obgleich er nicht mehr munter schien. Als es dre Uhr schlug und er immer noch nicht in seinen Bette lag, glaubte ich, er sei unten eingeschlafen ich stand auf, um nachzusehen, schon wegen dei Lampe, damit nichts Ungeschicktes geschehe. er saß noch und arbeitete. g von dem F#. t. Zur Anbah. vom Ausschaf lagen, die aber gewiesen wurde. in seiner it die Klage gen 1. Auto in die te auf der Fröndenberg i#### durch Bruch d## r Dortmunde## 30 Zentnern Leerte von siberg rer konnten sich vollständig veriten wurden##. ren Millionen# dem Hamburge### mit einer großen## „ nomentlich auf Die Briefe entsche Banken und uft sich auf meh s in Mainz. mittag in der 12 chen Krankenhaus Dachstuhl und völlig aus und surde arg mitgen ist zum Teil mit Menschenleben### ht sagen. in Düsseldorf. Phönix=Werk schwere Explosioy ie das Gebäude d. völlig zerstörte setzt. Die Fensteng ser sind durch de vorden. Der Bes hrt werden. Torse afte Mnmmmn 19. e übrigen deutsch end für jeden Ben n= und Banrnoten orgenommen. inken blieben gleich omotive. rgabe der 11000 ng an die deutsch statt. Sie wurd Groener persön Ernst von Borsic 1= und Roggenz den Zeit ergeben haf disches Mehl zun einheimisches,## und Roggenmeh weiteres zugelasse wungen, de# sanft dara## setzen. verlegen und es gefräßigen in sie rasche rte sich, w# öbert hatten t ein Pa## beitete Mann Zur Toch bis zur Stg r: einem Beru bereien nat ortete Netti,„so aber ich könn iß ich glube, er bein r arbeitet leicht, so# besinnen, und dan senn mehr zu tun i sichte hindurch in d### schreiben. Ers fort, in Münsterburc zehmm Uhr heimkang ern auf die Kanzleiß schien. Als es dre# toch nicht in seinen unten eingeschlafen en, schon wegen de# sicktes geschehe. Abes Wochenbeilage zur In den Garten G2 Natgeber *□∆DE zur Garten- und Feldbestellung Schwerter Jeitung Die Spargelattal! Ein warmer, lehmiger, leichter bis mittelschwerer Sandboden ist der beste Grund für den Spargel. Allerdings eignen sich auch leichtere Sandböden, unter der Voraussetzung, daß sie gut feucht halten, aber nicht unter stauernder Nässe zu leiden haben. Die Pflanzen können in 15—20 Zentimeter voneinanderliegenden Furchen aus Samen, der in jeder größeren Samenhandlung erhältlich ist, gezogen werden. Aussaat Mitte Mürz. Der Spargelsamen geht nur sehr langsam auf; es ist, da auch die Pflänzchen anfangs recht winzig sind, stets für Entfernung des Unkrautes Sorge zu tragen. Im Laufe des Jahres entwickeln sich die Pflanzen so, daß sie im nächsten Frühjahr als Pflänzlinge benutzt werden können. In größeren Gärtnereien sind solche Pflanzen auch im zeitigen Frühjahr erhältlich.— Im Herbst wird nun das für die Pflanzung im nächsten Frühjahr bestimmte Gelände mindestens 50 Zenrimeter tief rajolt und hierbei kräftig mit Stallmist vermischt. Diese Arbeit kann bis spätestens Ende Januar ausgeführt werden, weil anderenfalls der Boden bis zum Frühjahr nicht die hinreichende Gare aufweist. 9 dann der Acker liegen bis zur Pflanzung, zu weicher Zeit noch eine stärkere Thomasmehlgabe und etwas Kainit eingekrümmert und dann der Acker abgeeggt wird. Beliebt ist für die Spargelanlage die sogenannte vereinfachte Lhérhault'sche Kulturmethode.: Die Pflanzstellen werden hierbei in Reihen von 1,20 Meter im Abstang und einer Weite von 80 Zentimeter auf irgendeine Weise markiert. Hierauf werden an diesen markierten Stellen 20 Zentimeter tiefe und 30 Zentimeter weite Pflanzlöcher gegraben oder entsprechend tiefe Jurchen gezogen. Die Pflanzen werden nun auf ein mit der Hand gebildetes * H ä u s c h e n E r d e a u f g e s e t z t, d i e W u r z e l n g l e i c h m ä ß i g u m dieses verteilt und schließlich die Wurzelkrone mit Komposterde oder sonst einem nahrhaften Boden einige Zeutimeter hoch eingedeckt. Aufgehende junge Triebe werden an Pfählchen besestigt und im übrigen die Pflanzstellen gut locker und unkrautfrei gehalten. Im Herbst werden die ausgetriebenen Stengel abgeschnitten und die Pflanzstell I mit Kompost eingedeat. Im Laufe des Sommers empfiehlt es sich, tüchtig mit Jauche zu düngen. Im folgenden " J a h r e( d e m d r i t t e n s e i t d e m S ü e n, d e m z w e i t e n s e i t d e m Behandlung im allgemeinen des Tieres große Futtermassen unzerkaut verschlungen werden, ist eine erfolgreiche Ausnutzung der Nahrung nicht möglich, wenn anders sie nicht schon vorher entsprechend zubereitet ist. Als vorzügliche Zubexeitungsart des Schweinefntters ist das Kochen oder Dampfen desselben zu bezeichnen. In Gegenden, wo die Brennstoffe hoch im Preise stehen, ist das Verfahren zwar etwas kostspielig, wird jedoch durch die vollständige Ausnutzung des Futters aufgewogen. B enderen Zubereitungsarten, dars eipigzt) oggeregen werden, daß bierbei größte Genauzgreitz und Sorgfalt ernicht allein die Gest auch die Futtermittel, wenn nicht gerade verderben, so doch in ihrem Nährwert wesentlich herabsetzen. Ganz besonders ist noch zu beachten, daß das Futter nicht zu warm verabreicht wird. Gerade hierin wird noch viel gefehlt, und zahlreiche Tiere gehen noch immer an zu heißer Fütterung ein. Ebenso hüte man auch das Schwein vor Futtermischungen, denen Pfeffer beigemengt ist, de dieser wie Gift wirkt. Deswegen sind Gasthofsabfälle sicht selten sehr gefährlich. Bezüglich der Rassen läßt sich war im allgemeinen sagen, daß die feineren Rassen veniger widerstandsfähig sind, aber selbst unsere, gewöhniche Rasse stell Ansprüche an Sorgsalt bei ver dug.#u Pflanzen) ist die wie im Vorjahre. Im Frühjahr des nun folgenden Jahres ist die Anlage schließlich so weit gediehen, daß die sogenannten „Pfeifen“ gestochen werden können. Die Pflanestellen werden dann mit einem 30—35 Zentimeter hohen Erddamm oder einzelnen Haufen eingedeckt, die von den Pfeifen durchbrochen werden. Die aufbrechenden„Pseifen werden dann, bevor sie infolge der Einwirkung des Sonnenlichts ihre Farbe verändern, schrüg abgestochen, so daß eine Länge von 20—25 Zentimeter aufweisen. Die Ernte kann bis Mitte Inni ausgedehnt werden.— Für eine tüchtige Stickstoffdüngung ist stets Sorge zu tragen. J. Pelz. So bezeichnet man in der Regel jedes Kaninchen, welches seiner Körperform, Größe, Farbe und Zeichnung wegen nicht mit den für reinrassiige Tiere festgelegten Vorschriften übereinstimmt. Rihtiger wäre, solche Tiere als„rasselos" zu bezeichnen; denn eine Kreuzung ist das Produkt einer Verpaarung zweier verschiedener, a. reiner Rassen. Von den organisierien Züchtern wird auf diese rasselosen Tiere und ihre Züchter meistens rech geringschatzig herabgesehen, aber mit Unrecht. Der Wert eines Kaninchens als Schlachttier hängt nicht im geringsten davon ab, ob es nach seinem Aeußern in irgend eine willkürlich zusammengesetzte Rassebeschreibung hineinpaßt, Diese hat nur für Ausstellungstiere Bedeutung. We., man im allgemeinen auch davon überzeugt ist, daß Rassezucht von Vorteil ist für die Tierzucht überhaupt, so muß man doch unterscheiden, was unter Rasse und Rassezuch zu verstehen ist. Bei der Kaninchenzucht ist das jeden alls mancherlei, was mit der Verbesserung der Leistung nicht nur nichts zu tun hat, sondern ihr sogar im Wege steht denn fast alles, was als Rassemerkmal gilt, beziehtz sich auf rein äußerliche, zufällig entstandene oder angezüchtete Nebensächlichkeiten. So= macht z. B. allen Farbenrassen die Zeichnung des Feues einfach den ganzen Wert des Tieres aus, erhöht aber weder den Wert oder die Menge des Fleisches noch die Zuchttanglichkeit oder den Wert des Felles, im Gegenteil, der Fellverwerter bevorzugt das einjarbige Fell. Wenn man nun außerdem noch sieht, wie der Hauptwert bei der Beurteilung der Fellfarbe auf Körperteile gelegt wird, die überhaupt bei Verwertung desselben ausscheiden, z. B. die Ohren, der Schwanz usw., so kann man gar nicht anders, als die Zucht und Wertbemessung solcher Rassen als eine Unfruchtbare und zwecklose Spielerei zu bezeichnen. Die Bewertung von Ausstellungseigenschaften hat eben nichts mit dem wirtschaftlichen Nutzen eines Kaninchens zu tnn. Sosern man aber bei, zucht von Rasse spricht, durch die eine und Verbesserung erzielt werden soll, wuß sich dies auf den wirtschaftlichen Nutzen beziehen. Bei der Rassekaninchenzucht ist das aber nicht der Fall. Es liegt darum auch kein Grund vor, rasselose Kaninchen als minderwertig anzusehen. Nur in der Verwertung des Futters, dem guten Fleischansatz, der Frühreise und der guten Verkaufsmöglichseit des Felles liegt der wirkliche Wert eine Kaninchens. Diese Eigenschaften haben zunächst alle mittelgroßen Kaninchen. Einen Vorzug dabei haben dann die einfarbigen Tiere, besonders in den Farben weiß, blau und silberfarbig, weil die Verwendungsmöglichkeit folcher Felle vielseitiger ist. Ob es sich um ein Rasse= oder Kreuzungstier gehandelt hat, sieht man weder dem Fleisch noch dem Fell an. N—4. Viehzucht. Ueber die Zubereitung des Schweinefulters. (Nachdruck verboten.) Durch eingehende Versuche hat man festgistellt, caß bei einem 1½ Jahr alten Schwein das Futter bis zu 50 v. H. unnerrnut den Darmkanal verläßt, wenn dasselbe in Form von ganzen Körnern verabreicht wird. Dies dürkte ein Fingerzeig sein, etwas rationeller die Fütterunge#r## betreiben. Da bei der großen Freßgier Feldwirtschaft. Das Eggen des Kartoffelackers. (Nachdruck verboten.) Die erste Arbeit nach der Saat ist das Eggen des Ackers, das unserer Meinung nachmiergigzusterbleihen sollte, nur muß der richtige Zeitpunit gewahlt werden. Das Eggen hat den Vorteil, daß es die schon aufgegangeoberen Schicht gut lockert und krümelt, der Luft Zutritt verschafft, um den Verwitterungsprozeß zu fördern, und die Feuchtigkeit der tieferen Schichten erhält. Die wann geeggt werden soll, richtet sich nach der Bodenbeschaffenheit. Bei leichtem Boden geht das Wachstum nur langsam vor sich, das Wurzelgeflecht der Kartoffel ist in weniger inniger Verbindung mit dem Boden, so daß ein Herausziehen der Knolle mit Wurzel leichter vorkommt. Man darf deshalb nicht warten, bis die Kartoffeln schon weit aus der Erde hervorwachsen, jenes Herausreißen zu befürchten steht, sondern das Eggen muß spätestens stattfinden, sobald die Kartosselleime sich zeigen, was der Regel nach in 3—4 Wochen der Fall ist. Ist das Unkraut schon früher aufgelaufen, kann man auch schon eher eggen, da letzteres so zeitig wie möglich gesaßt und zerstört werden muß. Bei Sandböden müssen leichte Eggen Verwendung finden. Bei schwerem Boden hat man das Herausreißen der Horste nicht zu ve fürchten, weshalb man hier auch ohne Beoenken eggen kann, wenn das Kraut schon fingerlang hervorgewachsen ist. Hier würde man mit leichten Eggen wenig ausrichten; eine hölzerne Egge mit eisernen Zinken, die zu den mittelschweren zählt, muß den Acker durchfurchen. Das Unkraut muß moglichst vollständig aufgegangen sein, weshalb das spätere Eggen hier anzuem; ehlen ist. Man braucht nicht besorgt zu sein, daß ein Teil der Unkrautpflanzen schon zu weit vorgeschritten ist, so daß die Egge ihrer nicht mehr Herr wird; die mittelschwere Egge vernichtet auch die größeren Unkrautpflanzen. Am heikelsten gestaltet sich das Eggen bei der Kammkultur, weil bei dieser auch bei der sorgfältigsten Eggenorgasteurgnegiggg herausgerissen werden. Man darf bei vieser utg.#e nur die leichtesten Eggen verwenden, und die Arben darf nur längs der Kämme ausgeführt werden, aber trotzdem tritt häusig der angeführte Uebelstand auf. Deshalb I# man gut, bei der Kammkultur das Eggen zu unterlassen und die Handhacke dafür zu verwenden. Gartenbau. Wie schützen wir unsere Erdbeeren? (Nachdruck verboten.) Verschiedene ungebetene Göste fuchen hauptsächlig während der Fruchtreise unsere Erdbeeren##., beren Bekämpfung Ausdauer und Mühe verursacht. Die nimmersatten Engerlinge lassen sich von den Wurzeln durch zwischen die Reihen gepflanzte Salatstauden ablenken, zarte Fasern für sie eine Lieblingsspeise bilden. Machl los aber sind wir gegen den Erdbeerrusselkäfer, der den jungen Blütenboden ansticht und die Stenges, zernget, Am meisten jedoch stellen die heimlichen..... aromatischen Früchten nach. Zu ihnen geyoren auch die Stare. Diese zudringlichen Gäste werden oft dadurch ferngehalten, daß man einen getöteten Kameraden als abschreckendes Beispiel an einer kurzen Stange zwischen den Beeten aufhängt. Weit größeren Schaden vern## sachen die grauen Gartenschnecken, welche sich in der Dunkelheit an den zarten Früchten gütlich tun. schabenden Tiere sind bei Lampenlicht zu sammeln mit kochendem Wasser zu töten. Die jungen Schnecken lassen sich auch mit kleinen Brettchen fangen, welch zwischen die Büsche gelegt werden, an deren Unterseite sie während des Tages Unterschlupf suchen. Für kleine Kultaren empfiehlt sich, pulverisiertes Kalkstaub auszustreuen. Doch muß darauf geachtet werden, daß die Erdberen davon verschont bigc Hhzzterling. nino, werden sie an vierfür vorgesehene Stelle versetzt. Uebrigens geschieht die Anzucht auch durch Wurzelausläufer. Den schönsten Anblick gewähren Hochstämmchen, die sich nicht allzu schwer erzielen lassen. Sonst werden Johannisbeeren allgemein in Hecken, Buschen oder Spalieren gezogen. Da der Johannisbeerstrauch seine Früchte am älteren Holze ansetzt, empfiehlt es sich, stets die schwächeren Sommertriebe etwas zurückzuschneiden, wodurch die Fruchtträgerbildung eine ganz wesentliche Förderung erfährt. Besonders ist darauf zu achten, daß die Sträucher nicht zu dicht verwachsen. Ein gutes Auslichten und erforderlichenfalls Auseinanderbinden, wenn auch unregelmäßiger Form, ist da sehr zweckdienlich.— In bezug auf ihre Verwendung werden besonders Johannisbeeren ur Weinbereitung und solche, die als Tafelfrucht dienen sollen, untersten erm.„Ziex Weinbereitung können.— Jlag anderen Sotten empfohlen werden: die rote Versaill, Göpperts Kirschjohannisbeere, Fays Prolifix Champagner. Als Taselfrucht eignen sich vorzüglich die Werdersche Weiße, die große, rote Kirschjohannisbeere, die große, rote vom Kaukasus, die große, weiße Holländische und die weiße Versailles. Gemeinnütziges. Schutz den Ristgelegenheiten der Singvögel. Es wird sehr viel darüber geschrieben und gesprochen daß die nützlichen Vögel mehr und mehr an Zahl at nehmen, und man schiebt die Schuld auf große Nachstellungen, zu wenig Rittgelegenheiten, ungenugendes Futter und besonders für Waldbewohner Abnahme der Baum= und Strauchbestände. Das ist allgemein richtig. Wir können aber sehr viel dazu beitragen, um diesen Uebelständen wirksam entgegenzutreten. Dies durch einen ausreichenden Schutz der in Frage kommen den Nistgelegenheiten, denn die Vögel nisten, abgesehen von nur einigen Arten, nur an Plätzen, wo sie sich vor Nachstellungen der verschiedensten Art sicher fühlen. diesem Zwecke übernachten sie gewöhnlich erst einig. mal frei an der Stelle, wo sie ihr Nest zu bauen gedenken, und beginnen erst dann mit dem Bau, wenn sie dabei nicht gestört wurden. Da lehre man zunächst die Jugend ihre Neugierde bezähmen, denn das Ausnehmen der Vogelnester durch Bubenhände zurzzug meist auf eine Befriedigung der Neugiergg. galten. Die, Dann wären Raubvögel und Katzen fernerzHzeggien ein geschieht auf einfache Weise, indem um die Risttaften ein Dornenbusch gelegt wird, der den zumeist kleinerge, gng# Durchlaß gewährt, die größeren Raubvögel und die Katzen und sonstigen Vierfüßler von der Niststelle fernhält. Ist nur, wie oft in Gärten, eine Belästigung durch Katzen zu befürchten, und befinden sich auf größeren Bäumen mehrere Nistkasten oder Nester, so genügt es, wenn eine derartige Hecke um den Stamm des Baumes gelegt wird; die Dornenäste werden dann so um den Stamm gebunden, daß die nach außen zu abstehenden Zweige nach unten gerichtet sind. Solche in den Bäumen zwischen den Aesten angebrachte Dornenbüsche werden übrigens von den freinistenden Vögeln gern als Nistplatz benutzt; sie suchen sich dann schon eine gut gesüchtzte Stelle heraus. Ein Vogelliebhaber verveckte im Frühjahr die Schwalbennester so lange, bis die ersten Schwalben eintrafen. Sie blieben auf diese Weise von den Sperlingen verschont, die sich alle Jahre darin eingenistet hatten. Wenn dann die Schwalben eintrafen, hatten sich die früher nistenden Sperlinge bereits um andere Nistgelegenheiten umgetan Besonders wäre die Jugend für diese edle Sache zu gewinnen, wie sich in dieser Angelegenheit besonders der Jugend gegenüber viel Aufklärungsarbeit lohnt. J. P. Welche Düngemittel dürfen miteinander gemischt werden? Ueber die Mischungsfähigkeit der künstlichen Düngemittel herrschen noch vielfach Unklarheiten. Aus nachstehendem Schema kann man mit Hilfe der Verbindungsstriche ersehen, welche Düngemittel gemischt und welche nicht gemischt werden dürfen. Obstbau. Die Tohuunisbeere. Die Johannisbeere bildet heutigestags einen wichtigen Handelsarlikel. Es verlohnt sich deshalb, ihr ein Plätzchen im Garten einzuräumen, und sei es auch nur für den Eigenbedarf, denn sie erfordert nur wenig Pflege, und der Anbau ist durchaus lohnend. Den besten Ertrag liefern die Johannisbeeren, wenn sie auch sonst weniger anspruchsvoll auf Boden und Lage sind, in nahrhaftem, nicht zu leichtem Lehmboden. Als Pflanzweite genügen 1,30 Meter. Ihre Anzucht geschieht am sichersten im zeitigen Frühjahr, indem junge, im vorherigen Jahre ausgetriebene„kräftige Zweige, die unmittelbar unter einem. Auge abgeschnitten werden, als Stecklinge Verwendung finden. Diese Stecklinge sind in gutes, schattiges, wenn angängig, feuchtes Erdreich in schräger Richtung so einzusezen, daß etwa drei Augen mit Erdreich bedeckt sind und mindest über dem Erdboden stehen. Nachdem sie gut bewurzel Die durch starke(=) Linien verbundenen Düngemitel dürfen nicht miteinander gemengt werden, die mit Doppellinien(=) verbundenen nur unmittelbar vorihrer Vermendung und die mit einfachen(— Linien verbundenen jederzeit. Preiten K. Fußball. Ergebnisse der Karfreitag=Spiele. Die Wacker=Elf aus München führte in Gelsenkirchen gegen Spé 67 in der 1. Halbzeit den 10000 Zuschauern ein ganz wunderbares Kombinationsspiel vor. Schaffer, der„Fußballkönig“ Europas, den wir zum erstenmal sahen, hat das Fußballspiel zu hoher Kunst entwickelt und sein, System der ganzen Mannschaft vermittelt, die seinen Intentionen zwar geistbeseelt und doch wie eine Präzisionsmaschine folgt. Bis Halbzeit trat Wacker 5 Tore(2 Schaffer, 3 der Halbrechte Gaul), dann war der Ehrgeiz befriedigt. Außer Schaffer gesiel uns vor allemder Linksaußen Altvater Die zweite Jugend SSV 06 mußte von der zweiten Jugend des SpC 07 eine 7:0 Niederlage einstecken. Gegen die massive Hintermannschaft von 07 waren Torerfolge nicht zu erzielen Eine für Westfalen betrübende Kunde kommt aus M.Gladbach. Das Entscheidungsspiel ArminiaBielefeld— KBC=Köln wurde dort(nicht in Essen, wie wir gleich vielen anderen Tageszeitungen meldeten) ausgetragen Ausgang 1:2 Damit ist K8C Köln Westdeutscher Meister für dieses Jahr. In Dortmund schlug Alemannia die technisch bessere aber vor dem Tore unentschlossene Studenten Elf aus Prag mit 3:0. Ergebnisse der Spiele an den Oslertagen. Union 1: Preußen=Werl 1. u. 2. 4: 0 Am 1. Ostertag drummte die erste Elf von Union=Schwerte der combinierten 1—2. von Preußen=Werl(A=Klasse) ein 4:0 auf. Die erste Weinet nicht an Denkt, was ich meinem Grade„gelitten hade,# Störtmichnichlin Eh ich schloß die meiner Ruh. Augen zu! 44 Heute, am Ostermorgen um 3 Uhr entschlief sanft und gottergeben nach langem, schweren, mit großer Geduld ertra##### genem Leiden, meine liebe Frau, unsere liebe, gute, treu### sorgende und unvergeßliche Mutter, Tochter, Schwieger# tochter, Schwägerin und Tante Frau Ehstirde Klafs Halbzeit verlief in wechselvollem Spiel torlos. Dann setzte sich Union durch besseres Zusammenspiel durch und erzielte in gleichmäßigen Zwischenräumen 4 verdiente Torerfolge. Ein Gifmeter für Union wurde in echter sportlicher Aufsassung verschenkt Bei den Hiefigen gefiel vor allem der Verteidiger Matuschewsky und der Läufer Bohr. Den übrigen ist ein Gesamtlob zu erteilen. Mit solchem wie vorgestern gezeigten Willen zum Siege können Erfolge nicht ausbleiben. Derz Werler Mannschaft fehlte der Zusammenhang — vielleicht eine Folge der Zusammenstellung der Elf aus zwei verschiedenen Mannschaften. Dert# Mittelläufer von Werl war der beste Mann auf dem Spielfelde.— Vor diesem Spiele hatte Union 2) Besuch des BfB Dortmund 3. Die technisch gute kund auch körperlich weit überlegene Els des „Dortmunder Liga=Vereins siegte 1:4. Ein weiterese „Spiel Union 3— Preußen Werl 3 endete 1:5 für die Gäste.— Wir registrieren: Ostern 1922, zwei interessante fußballerische Veranstaltungen: der beiden hiesigen Sportvereine. SSV. 06: Staatsmijn Emma(Holl.) 1: 0) Wer am 2. Osterfeiertage kurz nach 3 Uhr den Verkehr die Ostenstraße hinunter beobachtete, mußte— wenn er es noch nicht wußte— bemerken, daß etwas besonderes los war. Den Holländern, die aus Haarlem' nach Schwerle gekommen waren, um der Schwerter Sportv. 06 ein Gesellschaftsspiel, zu liefern, galt der Besuch. Von der zahlreichen Zuschauerschaft freundlich begrüßt, betrat die Mannschaft der Vereinigung„Staats“ Ss der Verloren! Am Ostermorgen früh gegen 5 Uhr von der Bahnhofstraß nach der Fleitmannstraße schwarz-seidenen Rock, sür einen Sterbefall bestimmt. verloren. Der Finder wird gebeten, denselden Fleitmannstrasse 19, bei Frau Glade abzugeden. 176 „miin Emma“ in geldem Dreß den Platz hinter der Töchlerschule. Herr Bürgermeister Rohrmann entbot, den stammverwandten Sportlern namens der, Stadt Schwerte in formvollendeten Worlen ein herzliches Willkommen. Er wies auf die freundschaftlichen, wirischaftlichen, kulturellen und sportlichen Beziehungen hin, die das holländische und das deutsche Volk seit langem mileinander verbinden, gedachte u. a. der mindestens wohlwollenden Neutralität, die Holland unserem Vaterlande gegenüber im unglücklichen Weltkriege beobachlete und nahm Veranlassung, noch besonderen Dank dem holländischen Volke im Namen der Schwerter Bürgerschaft auszusprechen für die Pflege unterernährter Kinder aus der hiesigen Stadt. Von den Ostergebräuchen der alten Zeit ausgehend, die auch Kampfspiele der Jugend einschlossen, leiteten die gedankenreichen Ausführungen hinüber zu einer Würdigung der modernen Pflege der Leibesübungen, die einem durch einen langen Krieg so sehr geschwächten Volke wie dem deutschen durch Spiel, Sport und Turnen bitter not tun. Der Herr Bürgermeister brachte dann ein dreifaches hipp, hipp, hurrah auf die holländische Mannschaft aus. Ein Begleiter der Gäste=Elf dankte für die freundliche Begrüßung, bekonte die Internationalität des Sports, der keinen Haß kenne und geeignet sei, etwa bestehende Gegensätze zwischen Völkern verschiedener Nationalität zu überbrücken. In Deutschland sei seine Mannschaft schon mehrfach gewesen und sie sei immer gern wieder gekommen. Auch Schwerte hoffe man in guter Erinnerung behalten zu dürsen. Ein prächtiger Blumenkorb wurde von dem Vertreter des holländischen Vereins der Schwerter Mannschaft überreicht, während der GS2. den Holländern einen Kranz spendele. Nach einem kurzen Wort eines SSB=Mitgliedes in holländischer Sprache an die Gäste=Elf pfiff Schiedsrichter Engelhardt(Union=Schwerte) das Spiel an. In schnellem Vorstoß wanderte der Ball zum Tor der Gäste, wo er indessen sein Ziel versfehlte Der Abstoß gab den Gelbschwarzen :Gelegenhelt, ihr Glück zu versuchen. Mohrmaliges Hin und Her, dann war eine Eche für die Holländer verwirkl, die zwar gul ge#treten aber durch gute Abwehr ins Feld besfördert wurde. Vorstöße folgten auf beiden „Seilen. Durch schnelle Flankenläufe, Dribbeln kund geschicktes Umspielen seiner Gegner fiel der Rechtsaußen der Gäste immer mehr an(genehm auf. Eine lange Vorlage der Schwerter Verteidigung glilt von rechts bis zum Halblinken(Roeber 1), der unhaltbar keinsandte. 1: 0. Die Gelbschwarzen griffen Zunentmutigt weiler an, doch was nicht bereits bei der hiesigen Verleidigung stecken blieb, Ikam zu schwach zum Tor oder wurde vom Schwerter Tormann in sehr sicherer Weise aufgefangen. Die Grünweißen blieben im Angriff auch nicht untätig. Hierbei wurde die bessere linke Seite zu wenig beschäftigt. Kein weiterer Erfolg bis zur Halbzeil. In Verlaufe des Spiels hatte sich ein scharfer Nordwind aufgetan, der die Kombination sehr störte. So flaute denn das Spiel nach der Pause merklich ab. Beim 1:0 für die Hiesigen blieb es bis zum Schlusse. Schiedsrichter Engelhardt leitete gut. Im Gesellschaftsspiel trafen sodann SSV. 06 4.—Jahn=Hagen 4. aufeinander. Jahn— mit 9 Mann spielend— mußte sich 6 Treffer von den Grünweißen gefallen lassen. Diehl 4 ∆ verw. Lange, geb. m Alter von 30 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Famllie Rugust Klafs. Famille Theodor Glade. Schwerte, Wattenscheid, Iserlohn, Lüdenscheid, Brügge, ½## Hagen, Düsseldorf, Marten, Rheydt u. Berlin, 16. April 1922. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 19. April, nachmittags 4 Uhr, vom elterlichen Hause, Schwerte, mannstr. 19, aus statt.— Sollte jemand aus Versehen keine besondere Nachricht erhalten haben, so diene diese als solche.““ Garten-und hesareekter gesucht. Zu erfr. in d. Geschst. Baracht! ein Triumph der deutschen Medizin. Nur durch Hände suck. MImmim AMld-enlchiceie Drogerie Mehthose. Die Wirkung unseres Präparates ist von ver blüffendem Erfolg. 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Nach§ 1 des Orisstatuts deir. die gewerbliche Fortbildungsschule in Schwerte sind alle im Bezirke der Stadt Schwerte wohnhaften oder dort nicht bloß vorübergehend beschäftigten gewerblichen Arbeiter(Gesellen, Gebilfen. Lehrlinge, Fabrikarbeiter, letztere, soweit sie in einer besonderen Abteilung des Fabrikbetriebes handverksmäßig beschäftigt werden) sowie Handlungsgebilfen und=Lehrlinge verpflichtet, die hierselbst errichiete öffentliche gewerbliche Fortbildungsschule an den vom Magistrat festgesetzten Tagen und Stunden zu besuchen und an dem Unterricht teilzunehmen. Weiler sind nach dem Nachtrag zum Ortsslatut beir. die geweibliche Fortbildungsschule zu Schwerte vom 26. 5. 21. alle im Stadtbezirk Schwerte nicht bloß vorüberlgehend, d h länger als eine Woche beschäftigten deutschen Bergarbeiter und ungelernten Arbeiter, welche Ostern 1922 zur Entlassung gekommen sind, verpflichtet, diese Schule zu besuchen und an dem Unterrichte teilzunehmen. Die Schulpflicht endigt in beiden Fällen mit dem Schlusse des Schuljahres. in welchem die Schüler das 17. Lebensjahr vollenden. Der Unterricht beginnt am Dienstag, dem 25. April 1922, nachmittags 5½ Uhr. Die zum Besuche der Fortbildungsschule Verpflichteten haben sich am Mittwoch, dem 19. April und Donnerstag. dem 20. April 1922, abends 6 Uhr in der Bisnarckschule(Ruhstraße) zur Aufnahme zu melden und daselbst die Schulzeugnisse vorzulegen. Diejenigen, welche ohne ausreichende Entschuldigung den Unterricht versäumen, werden nach§ 156 der Geverbeordnung mit einer Geldstrafe bis zu 20 Mt. oder mit Haft bis zu drei Tagen bestraft; eine gleiche Strafe trifft die Arbeitgeber, sowie die Ellern und Vormünder. welche schulpflichtige Lehrlinge, Gesellen. ungeleente Arbeiter usw. von dem Besuche der gewerdlichen Fortdildungsschule abhalten. Schwerte, den 18. April 1922. Der Magistrat. 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