88 egelwäßige Beilagen: Schwerter Hausfrau und Mutter. Aus dem Reiche der Mode. Heimatblätter u Lustiges Allerlei. Kinderzeitung: Unser Blatt. u Unterhaltungs- u. Romanbeilage. u Spiel. Sport und Turnen. u Lebensbild Kunst u. Wissen. n Gactenraisch.#ge. Oerbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Doikszeitung Schwerter Oelksblatt Westhoiener Zeitung Aplerdecker Zeitung Langschedes Zeitung Erstes und ältestes Tagesorgan des Kreises.— Gene#alanzeiger für Die„Schwerter Jeitung“ erscheint werktäglich. n Hauptgeschäftsstelle, Druck und Verlag: Carl Braus. Celegr. Adr.: Braus, Schwerteruhr. Cel. 62. Postscheck: Dortmund 2852 Verantwortiiche Schriftleitung: Karl Richter; Stadt und ProvinzFriedr. Kraas; sämtlich in Schwerte. Nr. 86 Dienstag, 11. April 1922 55. Jahrgang Zum Geleit. Denn, wer den Besten seiner Zeit genug Getan, der hat gelebt für alle Zeiten. Schilles. (Prolog zu„Wallensteins Lager".) Eröffnung der Konferenz von Genua. Für eilige Leser. Neuigkeiten aus Nah und Feen. Zwischen Petershain und Welzow in der Lausitz ist ein Automobil mit einem Lastkraftwagen zusammengestoßen. Der Führer des Lastautos war sofort tot, zwei der vier Insussen des Personenwagens wurden so schwer verletzt, daß sie bald darauf starben. * Der Verband der Ingenteure der Reichseisenbahn, der über 4000 Mitglieder zählt, ist aus der Reichsgewerkschaft der Deutschen Eisenbahnbeamten ausgeschieden. * Nach englischen Pressemeldungen wicd Lloyd George in Genua eine zehnjährige Ruhepause in den Rüstungen zu Lande vorschlagen.. In Reuth in der Oberpfalz ist der junge Schloßherr Freiherr v. Reitzenstein auf der Treppe mit feinem Jagdgewehr ausgegkitten und von einem losgehenden Schuß getötet orden. * Ein päpstliches Handschreiben an den Erzbischof von Genua mahnt die Konierenzteilnehmer, endlich den ersten Schritt zu der vor der ganzen Welt sso heiß ersehnten allgemeinen Befriedigung zu tun. * In einer Bespreyung mit deln Reichsernahrungsminister haben die Vertreter der deutschen Landwirtschaft die Wledecholung der Umlage in jeglicher Form abgeleynt. Die Hauptversammlung des Deutschen Beamtenbundes hat den bisherigen ersten Vorsitzenden Flügel wiedergewählt. * Am 11. April jährt sich der Todestag der deutschen Kaiserin Auguste Viktoria zum erstenmal. * In einem Zuge der Halle—Hettstedter Eisenbahn wurde von Eindringlingen ein Raubüberfall auf Fahrgäste unternommen, wobei drei davon erschossen worden sind. Die tschechische Staatsanleihe für 2.800 000 Pfund Sterling, die in London aufgelegt wurde, ist zweimal überzeichnet worden. Der französische Kabinettsrat hat die von Poincaree für die Konferenz von Genua ausgearbeiteten schriftlichen Anweisungen genehmigt. * Der Verband Deutscher Herdfabrikanten erhöhte den Aufschlag für Herde und Ersatzteile auf 200 Prozent für alle Lieferungen nach dem 6 April. Nach Meldung aus Washington wird demnächst ein für die Regierung sprechender Senator einen Beschluß einbringen, der Präsident Harding ermächtigt, einen oder mehrere Delegierte zur Reparationskommission zu ernennen. Die Wahl des Landesrats Dr. Horion zum Landeshauptmann der Rheinprovinz ist von der Staatsregierung bestätigt worden. * Englands neue Kriegsschiffe werden mit einer Schutzvorrichtung gegen Luftangriffe versehen, selbst gegen Bomben, die sich zwanzig Fuß unter Wasser entzünden. Die neue ägyptische Staatsfahne ist grün mit einem weißen Halbmond und drei weißen Stermern. Ischitscherin Litwinoff Die Führen der russischen Genua-Delegation Der Empfang in Genua. TU. Genua, 10. April Der Empfang der Teutschen war musterhat Um 8,10 Uhr kam der Sonderzug mit dem Reichskanzler Witth, Außenminister Rathenau und Staatssekretär Hemmer hier an. Da die Vorkonferenz, die um 4 Uhr begonnen hatte, noch nicht zu Ende war, hatte Ministerpräsident de Facta den Minister Rocci zum Emp'ange der deutschen Delegation entsandt. Außerdem waren noch der Präfekt, der Bürgermeister von Genua, zum Empfang auf dem Bahnhof erschienen. Die Führer der deut schen Delegation begaben sich ins Eoenhotel. Lloyd Georges Ankunst in Genua. Genua, 9. upril. Die englische Delegation ist gestern mittag, mit dem Sonderzug aus Paris kommend, hier eingetroffen Zur Begrüßung Lloyd Georges hatten sich der italienische Ministerpräsident Facta und Außenminister Schanzer eingefunden. Die Vorkonferenz der„Großen.“ Genua, 9. April. Heute findet eine Vorversammlung zwischen den Vertretern der einladenden Mächte statt. Es ist wahrscheinlich, daß Belgien an dieser Vorversammlung teilnimmt, deren Zweck ausschließlich der ist, einige Fragen bezüglich der Führung der Konserenz zu lösen Die Presse. Die 700 Journalisten aus aller Herren Länder sind schon ziemlich vollzählig eingetroffen, und in der Casa di Stampo, dem Pressehause, zeigt sich das Leben und Treiben eines Bienenkorbes. Die Vorkonferenz der Neuiralen. Bern, 10. April.(Schweizerische Depeschenagent Au der Konferenz konnte eine erfreuliche Uebereinstimmung der Ansichten der Delegationen au der ganzen Linie feftgestellt werden. Man beschäftigte sich mit der russischen Frage, mit finanziellen P oblemen, der Weltwährung, Krediten, Wechselkursen, dem internationalen Finanze. konsortium und den allgemeinen Handelsbeziehungen. Die Genua, 10. upril. Die russische Telegation wurde heute vom Ministerpkäsidenten Facta und dem Außenministe: Schanzer empfangen. Die Unterredung dauerte etwa ine Stunde und war von großem Nitzen, denn sie bewies, daß die Russen von versöhnlichem Geist und dem Willen zur Mitarbeit beseelt sind, damit die Konferenz zu glücklichen Ergebnissen gelange Facta und Schanzer deim Reich kanzler. Vier wöchige Dauer der Konse enzGenua, 10 April. Unmittelbar nach der In kunft vom Bahnhof erschienen im Hotel beim Reichskanzler Wuth der italienische Ministerpräsident Facta und der Außenminister Schanzer und hatten eine längere Besprechung Voraussichtlich wird Reichskanzler Dr Wirth worgen das Wort ergreien Die Dauer der Konferenz ist für ungefähr vier Wochen vorgesehen. den bereits genannten deutschen Sachverständigen für Genua tritt noch der frühere Reichsschatzminister Dr. v. Raumer Der Landesausschuß Bayern des Deutschen Gewerkschaftsbundes hat einstimmig die Arbeitsruhe am 1. Mai abgelehnt. * Bis jetzt sind bei der Kreuznacher Badeverwaltung 17000 amerikanische Kurgäste für die kommende Saison angemeldet worden. Der frühere preußische Kriegsminister und Chef des Generalstabes des Felohe##e: eneral der Infanterie Erich von Falkenhayn ist am 8. April auf Schloß Lindstedt bei Wildpark gestorben. Die Interalliierte Kommission verbot alle Vorträge über Kriegsschuld im besetzten Gebiet und die Pfadfinder=Organisation, weil sie„mehr militärisch als sportlich“ sei. In der konstituierenden Versammlung der Sonderburger Stadtvertretung wurde ein deutscher Sozialdemokrat, der frühere Lehrer Jacovsen, von den Deutschen und Sozialdemokraten zum Bürgenmeister gewählt. In Tonde#n wurde der bisherige Bürgermeister Oluffen(Deutscher) wie dergewählt. Der dänische Kandidat, Amtsrichter Gjessing, erhielt nur 5 Stimmen, Oluffen dagegen 8. Zum stellvertretenden Bürgermeister wurde Advokat Todsen(Deutscher) gewählt. Es gibt wieder hartgetd. Wie schön war es früher. noch keine zehn Jahre sind es her, als man am letzten jeden Monats sein Gehalt in runden blanken Goldstücken erhiell; Goldstücken, die längst ein Gegenstand der Sage geworden sind. Kaum daß wir es wissen, wie sie ausgesehen haben. Mochlen sie aber an sich schön oder häßlich ewesen sein, auf den künstlerischen Weri kam es ja nicht so unbedingt an, anders war jedenfalls das Gefühl des Besitzers als heute bei den bunten Scheinen, die so schnell schmutzig und alt werden. Früher entschuldigte man sich, wenn man leichtsinnig gewesen war, daß das Geld rund war und rollen mußte. Heute aber hat man gesehen, daß die Scheine noch viel schneller flattern können Man will es also wieder mit der rollenden Münze versuchen Schon in der nächsten Zeit sollen Hartgeldstücke zu einer, zwei, drei und fünf Mark ausgegeben werden. Eine neue Legierung sol sich in dem Kampf mit dem Warenangebot erproben, wie es heißt, eine Kupfereinlage mit Alluminiumdecke. Hoffentlich ergeht es dem neuen Gelde nicht ebenso wie den künstlerisch wundetschönen Porzellanmünzen der Dresdener Manufaktur, die für Sachsen ausgegeben worden waren, von denen man aber im öffentlichen Verkehr niemals etwas gesehen hat, weil sie sofort der Sammelwut zum Opfer fielen Ein zweiselhaftes Experiment ist eine solche Ausgabe von Münzen immerhin zu einer Zeit, wo der Wert der Mark ständig sinkt Mit der Entwertung der Mark muß der Kauspreis des für die Münzenherstellung verwandten Metalls ganz regelmäßig in die Höhe gesrieben werden Und man kann sich schon den Tag ausrechnen, an dem die Münze mehr wert sein wird, als ihre amfliche Abstempelung verspricht. Dann ober geht das Hamstern los, und wir sitzen bald wieder trautig zwischen unseren bunten Scheinen, dem einzigen. was uns in dieser Jeit treu bleiben will Stadt und Land. Schwerte, 11. April 1922. Erinnerungen. 1583* Der holländische Staatsmann Hugo Grotius in Delft(F 1745). 1741 Sieg Friedrichs des Großen bei Moslwitz. 1838* Der Geschichtsforscher Gustav Droysen in Berlin(f 1908). 1864 Der Komponist Eugen d'Albert in Glasgow. ** Himmelserscheinungen im Anril. Die Sonne tritt in diesem Monat in das Zeihen des Stiers am 20. April 10 Uhr abends. Merkur bleibt unsichtbar. Venus ist einhalb bis fünfviertel Stunden lang des Abenes m westlichen Himmel sichtbar. Jupiter kam am 4. d. M. in Opposition und bleibt noch währendd des ganzen Monats die ganze Nacht hindurch sichtbar. Saturn bleibt ebenfalls die ganze Nacht hindurch sichtbar. ** Noch einige Sprüche vom April. Ein Wind, der von Östern bis Pfingsten regiert, im ganzen Jahr sich wenig verliert.— Je früher in April der Schledorn blüht, desto früher der Schnitter zur Ernte zieht.— Gras, das im April wächst, steht im Mai fest.— Wenn der April auch och so gut, er schickt dem Bauern Schnee auf den Hut.— Ist der April zu schön, kann im Mai der Der April tut, was er wilt. Kommt Tiburtius(14.) mit Schall, so bringt er Gauch(Ruckuck) und Nachtigall.— Hohes korn zu Sankt Jürgen(Georg), wird Gutes verbürVersteckt sich Georgi(23.) der Rave im Korn, hat das Jahr einen guten Born. Das Rauchen in Lichtspieltheatern ist durch Verordnung des Oberpräsidenten vom 23. März d. J. verboten. Der§ 1 lautet:„Bei de: Vorführung von Lichtspielen ist das Rauchen im Zuschauerraum sowie das Betreten dieses Raumes nit unverwahrtem Licht oder Feuer, insbesondere zuch mit noch glimmenden Pfeifen, Zigarren oder Zigaretten, verboten". Zuwiderhandel de werden aus dem Lokal entfernt und verfallen außerdem in eine Strafe von 600 Mark oder entsprechende Haft.— Das Rauchen nicht allein im Kino, sondern überhaupt in allen hiesigen Veranstaltungen Konzerten usw bildet ein Kapitel für sich Namentlich sind es die Jugendlichen, die mit ihrem Zigarcttenqualm nicht nur die Luft in den betr. Räumen verpesten, sondern den ausübenden Künstlern, Sängern und Särgerinnen das Auftreten erschweren und den Besuchern den Genuß verleiden. In unseren Konzertsälen herrscht fast immer eine Luft zum durchschneiden so dick und zum reinen Genießen der gebotenen Vorträge etc. kommt man vor lauter Qualm nicht, der immer wieder zum Husten reizt. Ist es denn wirklich so schwer, etwas Selbstzucht zu üben und auf seine Mitmenschen Rücksicht zu nehmen? ** Wohltätigkeits Bazar. Nachdem die kath. Gemeinde mit vieler Mühe und unter Anspannung aller Opferfreudigkeit ihrer Mitglieder die Mittel für die Beschaffung neuer Glocken aufge bracht hat, denkt sie jetzt daran, die alte Kirchenorgel, die ihren Dienst nicht mehr verrichten will. durch eine neue zu ersetzen. Die Mittel hierfür jedoch allein aufzubringen, übersteigt die Leiungsfähigkeit der Gemeinde und so muß sie sit nach anderen Hilfsquellen umsehen. Von einer nerst beabsichtigten allgemeinen Sammlung will man vorläufig absehen, vielmehr versuchen, auf dem nicht mehr so ungewöhnlichen Wege eines Bazars Mittel für den guten Zweck zu bekom mnen. Einen solchen will der Verband der kathol. Vereine am 20. und 21. Mai(Samstag und Sonntag) in sämtlichen Räumen des kathol. Vereinshauses veranstalten. Die Vorbereitungen sind im vollen Gange und versprechen einen vollen Erfolg nach jeder Seite hin, umsomehr, als in allen Kreisen ein lebhaftes Interesse für die Veranstaltung bekundet wird. Der Arbeitsausschuß gibt sich der bestimmten Hoffnung hin, daß sich auch bei dieser Gelegenheit der so oft bewährte Wohltätigkeitssinn unserer Bürgerschaft wieder A glänzend bewähren wird und das namentlich die Geschäftswelt das Unternehmen durch Darrei chung vor Gewiungegenständen für eine Verlosung und sonstigen Gaben für die Verpflegung der zahlreichen Gäste tatträftig fördern hilft. Spenden aller Art werden dankbar angenommen und können eventl. im Vereinshaus abgeliefert werden. ** Auszeichnung. Der Ordensrat des Verbandes nationalgesinnter Soldaten verlieh Herrn Studienrat Prof. Feldhügel„auf Grund nachgewiesener Würdigkeit", wie es in dem Besitzzeugnis heißt, die deutsche Ehrendenlmünz. des Weltkrieges am schwarz=weiß=loten Bande. ** Für die Reinigung der Schornsteine is für den Kreis Hörde für die Zeit vom 1. April bis 1. Oktober 1922 eine probeweise Einheitsmetergebühr festgesetzt. Es beträgt die Gebühr für die lausende Meterzahl von 1 bis 5 Meter pro Meter 5 Pfennig gleich 2,.50 Mark, 5 bis 10 Meter pro Meter 40 Pfennig gleich 2 Mark, 10 bis 20 Me pro Meter 30 Pfennig gleich 3 Mark, 20 bis 50 Meter pro Meter 20 Pfennig gleich 6 Mark, bis 100 Meter pro Meter 15 Pfennig gleich 7,50 Mark, jedes weitere Meter kostet pro Meter 13 Pfennig., Da die Teuerung inzwischen fortgeschritten ist wird zu den obigen(von Steintühler, Hagen) vorgeschlagenen Sätzen 75 Prozent Zu. schlag gewährt. Die Hausbesitzer werden hiermit auf die probeweise Einführung der Einheitsmetergebühr hingewiesen. ** Der Männer=Gesang=Verein Liederafel, Schwerterheide, der in diesem Jahre auf ein 35= jähriges Bestehen zurückblicken kann, gibt am 1. Ostertage ein großes Konzert am„Freischütz Der neue Chorleiter, Herr Lehrer Voß von hier, der sich in diesem Konzert zum erstenmale der Oeffentlichkeit vorstellt, hat ein reichhaltiges Programm aufgestellt und auf dessen Einstudie rung große Sorgfalt verwendet. Der Verein wird Chorwerke von Baldamus, Bungert, Stein hauer, Kirchl, Voigt und anderen Tonmeistern zum Vortrag bringen. Solistisch wird in dem Konzert der Konzertsänger W. Lorenz=Hörde(Tenor) mitwirken, der mit Liedern von Wagner, Sulivan, Cornelius u. a. auf dem Programm steht. Ein ganz besonderer Genuß kann den Kon zertbesuchern durch die Mitwirkung des bekannten Betzel'schen Kammermusik=Quartetts in Aussicht gestellt werden.(Näheres folgt noch durch Anzeige.) ** Zeitfahrkarten. Wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, beabsichtigt die Reichseisenbahnverwaltung, Zeitkarten einzuführen, die für das ganze Gebiet der Reichseisenbahn gelten sollen auf die Dauer von 30, 40 bis 60 Tagen Die Fahrten sollen für die erste, zweite und dritte Klasse Berechtigung haben. Für die Preisberech nung wird der Tarifsatz für eine tägliche Fahrt von 600 Kilometer zugrunde gelegt werden, der in vollen Hunderter abgerundet werden soll. Die Karten sollen für alle Züge mit Ausnahme der Luxuszüge Geltung haben. Die Eisenbahndirektion Erfurt ist mit der Anfertigung einer Musterfahrkarte beauftragt worden. ** Kein amtlicher Markenverkauf für Sammler. Dem wiederholt von Briefmarkensammlern und=Händlern geäußerten Wunsche, eine amtliche Verkaufsstelle für Dienstmarken einzurichten, hat sich infolge des Einspruchs einiger Landeszentral behörden nicht entsprechen lassen. ** Gefaßte Pferdediebe. In der Nacht vom 24. zum 25. März ist dem Gutsbesitzer F. Hufelschulte in Holthöfen ein wertvolles Pferd mittels Einbruchs aus dem Stalle gestohlen worden. Die Diebe haben das Pferd von Schwerte nach Neuß am 25. März verladen und waren von da nach Heinsberg(Rheinland) gezogen, um es hier über die holländische Grenze zu bringen. Hierbei wurden die Diebe verhaftet und dem Amtsgericht in Heinsberg zugeführt. Als Täter kommen in Frage der Kaufmann Fritz Göbel aus Sönnern bei Werl und der Kraftwagenführer Frz. Esser aus Köln. Ersterer war auf dem Gute ein Jahr Eleve und wußte somit genau Bescheid. ** Holzen, 11. April. Die nächste Mut terberatung findet hierselbst am Mittwoch. 26. April statt. ** Wandhofen, 10. April. Dirigenten wechsel. Der Männer=Gesang=Verein„Edel weiß“ hat in der Person des Musiklehrers Söding aus Hagen einen neuen Dirigenten erhalten und die gesanglichen Uebungen des Vereins, der gegenwärtig ca. 50 aktive Sänger zählt, sind mit vollem Eifer wieder aufgenommen. Im Mai gedenken der Verein und sein neuer Leiter in einem großen Konzert am„Freischütz" eine Probe hres Könnens abzulegen. Die Vorbereitungen hierzu sind in vollem Gange. ** Wandhofen, 11. April. Straßenräuder. Das Opfer eines räuberischen[Ueverfal les wurde in der Nacht zum Montag der Landwirt N. von hier. Derselbe hatte das Pferderennen in Neuß besucht, dort am Totalisator Glück gehabt und befand sich mit ziemlich gefüllter Brieftasche auf dem Wege nach seiner Wohnung. Unweit der Besitzung Schulte wurde er von vier Personen angefallen und zu Boden geschlagen. Als er wieder zu sich kam, waren die Angreifer im Dunkel der Nacht verschwunden, mit ihnen jedoch auch die Brieftasche des N. mit ca. 12000 Mark und auch die Taschenuhr Trotz aller Bemühungen fehlt bis jetzt noch jede Spur von den Straßenräubern. Wir leben doch in einer herrlich schönen Zeit! Die Achtung vor dem Eigentum des Nächsten schwindet immer mehr und die allgemeine Unsicherheit nimmt mit jedem Tage zu. Wann wird es wieder besser werden? Zus den Provinzen. Hagen, 9 April. Ein gefährlicher Gast I hiesigen Gerichtsgefängnis befindet sich seit bald zwei Jahren der Arbeiter von Studzinski, ein Pole, der des Mordes angeklagt ist Mehrfach schon sollte gegen ihn verhandelt werden. Sobald aber Termin angesetzt wird, verfällt St. in Tohsucht und ist darauf verhandlungsunfähig Aus diesem Grunde mußte die für heute und morgen gegen ihn angesetzte Verhandlung wieder vertagt werden St hatte gedroht, die stärkste Fesselung werde ihn nicht daran hindern, sich auf die Hauptbelastungszeugin zu stürzen. Man wird also besondere Vorkehrungen treffen müssen, um sein Vorgehen zu vereiteln. Im Gefängnis hat er die stärksten Fesselungsketten wie Zunder zerrissen. Hagen, 9. April Eisenbahndiebe. Hier wurden aus Anlaß von Eisenbahndiebstählen nach vorgenommener Haussuchung bisher drei Eisenbahnbeamte festgenommen. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen 9. April Hohe Zuchthausstrafe für einen Zuhälter. Ein arbeitsscheuer Fabrikarbeiter hatte seine Frau zur Unzucht angehalten. Die in seiner Wohnung einkehrenden Liebhaber wurden in gemeiner Weise bestohlen. Ließ der Besuch nach, so suchte das Pärchen zweifelhafte Lokale auf, um neue Kundschaft anzulocken. Die Hagener Straskammer verurteilte den verkommenen Mann zu zwei Jahren Zuchlhaus. Hagen, 9. April. Im Wartesaal bestohlen Ein Reisender, der sich nachts für einige Stunden auf einer Bank im Wartesaal zum Ruhen niedergelegt hatte, mußte beim Erwachen entdecken, daß man ihn seiner Brieftasche mit 4000 Mark Inhalt beraubt hatte. Herne, 9. April. Auf die Deichsel gesetzt Der noch nicht 5 Jahre alte Sohn des Bergmanns Wlodarzak setzte sich mit anderen Knaben auf die Deichsel eines Wagens, der an ein anderes Fuhrwerk gehängt war und die Mulvanystraße passierte Der Kleine rutschte ab, geriet unter den Wagen, wurde überfahren und auf der Stelle getötet. Werne, 9 April Vom eigenen Fuhrwerk überfahren und getötet. Auf der Provinzialstraße nach Cavelle geriet der Arbeiter Theodor Nottebaum, der Kohlen nach Capelle suhr, unter sein eigenes Fuhrwerk, wobei er so schwer verletzt wurde, daß er schon nach kurzer Zeit starb. Wanne, 9. 2pril. Herzlose Auto=Insassen. Auf der Dorstener Straße wurde der Bergmann Bernhard Lütke=Ahson aus Gelsenkirchen=Bismarck von einem Auto, in dem etwa 6 Personen, Männer und Frauen saßen, überfahren und getötet. Die Insassen haben sich um den Unglücklichen nicht im geringsten gekümmert; das Auto fuhr vielmehr in raschester Gangart in der Richtung nach Buer oder Gelsenkirchen davon. Bottrop, 9 April. Räuberische Erpressung. Zwei bisher noch nicht ermittelte junge Burschen drangen nachts, bis an die Zähne bewaffnet, in die Wohnung eines hiesigen Bergmannes und zwangen die allein im Hause weilende Frau zur Herausgabe des Geldes in Höhe von ein Tausend Mark. Jeder Versuch des Widerstandes wurde durch Bedrohen mit dem Revolver unmöglich gemacht. Die sofort ausgenommene Verfolgung hatte keinen Erfolg. Oberhausen, 9. April. Entführungsversuch? Als der Sohn eines hiesigen Postboten die Wirtschalt Kron in Saarn verließ, brachte ein Unbekannter, der ihn nach dem Wege fragte, ein Tuch in die Nähe seines Gesichtes. Der junge Mann, der sofort meikte, daß ihm übel wurde, wandte sich schleunigst um und erreichte die Wirtschaft Kron wieder, wo er das Bewußtsein verlor, das er erst in zwei Stunden wiedererlangte. Später erzählte er, daß er beim Zurücklaufen auch die Lichter eines Autos habe aufblitzen sehen. Hopsten, 9. April. Durch Brennspiritus vergiftet wurde hier ein aus Hannover stammender Handwerksbursche. Er hatte den Spiritus in einem hiesigen Kolonialwarengeschäft gekauft und gleich beim Verlassen des Geschäfts getrunken. Der Mann brach auf dem Hof zusammen und wurde zum Krankenhause gebracht, wo er alsbald starb. Stade, 9. April. Ein Fall von Schlafkrankheit. In Hollenbeck liegt seit mehreren Wochen ein zwölfjähriger Knabe ununterbrochen im tiefen Schlaf. Nur mit Mühe gelingt es, ihn gelegentlich soweit zu ermuntern, daß man ihm die notwendigste Nahrung zur Erhaltung des Lebens einflößen kann. Alsdann verfällt er sofort wieder in Schlaf. Barmen, 9. April. Ehrung der Mütter. Die von der Stadt Barmen alljährlich zur Verteitung gelangende Ehrengabe für kinderreiche Mütter wurde in diesem Jahre 13 Frauen, die insgesamt 100 Kinder geboren und großgezogen batten, gewährt. Köln, 9. April. Eine gemeine Tat beging ein Fabrikarbeiter in Stommeln, der die ganzen Vienenvölker des Bienenstandes eines Eisenbahnobersekretärs durch Schwefelschnüre, die er in die Stöcke brachte und anzündete, tötete. Das Schöffengericht bestrafte ihn mit einem Monat Gefängnis. Köln, 9. April. Vom Dach gestürzt. In Köln=Mülheim fiel ein Dachdecker vom Dach und erlitt so schwere Verletzungen, daß er auf dem Transport zum Krankenhause verstarb. dem Reich. Die Bet äge der Klein#entner erhöhl. TU. Berlin, 9 April. Im Hauptausschuß des Reichslages wurde die Beratung des Haushaltes des Reichsarbeitsministeriums fortgesetzt. Auf Antrag des Abg. Pachnicke(Dem.) wurden die Beträge der Kleinrentner von 20 h auf 900 Millionen Mark erhöht. Die Flucht im Flugzeug. Verviers, 9. April. Wie das„Journal de Verviers“ meldet, ist an der Grenze bei Welken. raedt ein deutsches Flugzeug auf belgischem Boden niedergegangen. Eine Militärpatrouillen# beschlagnahmte das Flugzeug und brachte seine beiden Insassen vor den Kommissar. Bei dem Verhör wies sich: der Passagier als der Chef. redakteur der„Berliner Freien Presse" aus. Er erklärte, wegen seines Buches Elappe Gent vor# etwa 14 Tagen unter der Beschuldigung des Hochverrats verhaftet worden zu sein. Es sei ihm aber gelungen, zu flüchten und im Automobil nach Leipzig zu entkommen. Da die Polizei sosor## einen Steckbrief hinter ihm her erlassen, wäre er## in Leipzig mit dem Flugzeng ausgestiegen. Der# Führer hätte den Auftrag gehabt, ihn an der Grenze bei Aachen auf deutschem Boden abzusetzen, von wo er sich nach Holland hätte begebeng wollen Wegen des starken Schneetreibens seien sie wider Willen in Belgien gelandet. Das Flug. zeug erklärte die Zollbehörde für beschlagnahmt Redakteur Wandt und sein Begleiter, der ehemalige Fliegerleutnant Möbius, wurden zur weiteren Aufklärung nach Brüssel gebracht Frecher Raubüberfall. TU. Halle an der Saale, 9. April. Gestern# abend wurde in der achten Stunde auf der Strecke### der Halle—Hettstädter Eisenbahn lein dreistenn Raubübrfall auf die Fahrgäste eines Wagenzweiter Klasse verübt, bei dem 3 Personen dass Leben einbüßten Zwei junge Burschen im Alter## von 18 bis 20 Jahren betraten während der Fahri## ein Abteil zweiter Klasse und forderten von der Insassen Geld. Der Sohn der im Wagen sitzenden Fabrikantenzr#au Köhler stellte sich ihnen ent gegen wurde aber sofort niedergeschossen. Als di Täter merkten, daß ein Fahrgast die Notlein## ziehen wollte, feuerten sie blindlings in das Al teil hinein und töteten die Frau des Oberbahn hofsvorstehers Schulz und die Frau des Ritter# gutsbesitzers Neite. Als der Zug hielt, sprangen# die Räuber aus den Zug und entkamen in de# Dunkelheit. Man hat bisher noch keine Sput von ihnen gefunden.( Die Eisenbahndirektion## hat eine hohe Belohnung auf die Ergreifung dei Täter ausgesetzt. Tehie Brähtieitungen. Eigener Depeschendienst. Mennes Vortrag in München verboten. München, 10. April. Der Vorsitzende da Reichsgewerkschaft deutscher Eisenpahnbeamter Menne, sollte heute abend in einer öffentliche### Versammlung sprechen. Die Abhaltung der Versammlung und der Vortrag Mennes wurdeng von der bayerischen Regierung verboten. Betriebsrätewahlen im Ruhrbergbau. Nunmehr liegt das Ergebnis der Betriebsräten wahlen von 183 Schachtanlagen vor. Es habch erhalten: Gewerkverein christlicher Bergarbeiter# 62519 Stimmen, Alter Verband 86365 Stimmen e Berufsvereinigung 13646 Stimmen, Geg wertverein H. D. 5941 Stimmen, Christliche Be russverbände 1611 Stimmen, Unorganisierte Gelbe, Unionisten, Syndikalisten und Kommun sten zusammen 79381 Stimmen Martin Salander. Roman von Gottfried Keller. 60) Nachdruck verboten. „Ja, so ist es!“ antwortete Setti fast tonlos. Sie zog ihre Hand aus derjenigen der Mutter, suchte nach dem Taschentuch und bedeckte sich Mund und Augen, indem sie ein krampfhaft ausbrechen des Schluchzen zu ersticken suchte. Sie ließen die Arme sich etwas erholen, ehe sie weiter forschten. Endlich fing sie von selbst wieder an. „Es ist nichts mit ihnen! Sie haben keine Seelen! O Gott, wer hätte das denken können!" „Wer? Ihr selbst!" sagte die Mutter, die sich die Tränen zornigen Mitleidens aus den Augen rieb. „Wir wissen es und schämen uns vor Vater und Mutter, und an den jungen Bruder mögen wir gar nicht denken! Aber auch vor uns selber schämen wir uns gegenseitig und können ans nicht ansehen. Sobald wir der schrecklichen Täuschung recht inne geworden sind, haben wir uns fliehen müssen wie Menschen, die eine gemeinsame Untat verübt haben. Und doch habe ich Heimweh nach der Schwester, und sie gewiß auch nach mir! Aber wenn wir zusammen sind, so ist es, als ob jede zwei böse Gewissen in sich fühlte!" Martin und Marie Salander gingen aufge regt nebeneinander hin und her. „Für jetzt wollen wir es genug sein lassen! Du mußt mit uns kommen, Serti; ihr sollt euch wieder zurechtfinden so wird es schon besser gehen. Jetzt wasch die Augen aus, der Mann kann jeden Augenblick erscheinen, und wir dürfen uns nichts merken lassen, eh' wir alles überlegt haben und wissen, was wir tun wollen!" Es wird nichts zu tun sein!" entgegene## etti etwas gefaßter,„es steht eben nicht so, daß zwir nach Brauch und Sitte vor der Welt einen Grund zur Trennung fänden. Sie begab sich hinaus, den Rat des Vaters zu befolgen und das Gesicht abzukühlen; gleich darauf kam Isidor gestürmt, der unterwegs erfahren, welchen Besuch er zu Hause finden werde. Er war sehr aufgeräumt ud begrüßte die Schwiegereltern als eine ihm sehr schmeichelhafte Ueber raschung, entschuldigte sich aber sogleich, daß er schnell noch in der Kanzlei nachsehen müßte, lief aber statt dessen in die Küche und das Speisezimmer, um das Geköche und den Tisch zu untersuchen, ob auch seine Ehre gewahrt und trotz des Zuwachses für seine eigene Eßlust gesorgt sei. Am Tisch ließ sich von dem, was vorausgegangen, keine Spur entdecken. Frau Setti schien die Gelassenheit selbst, welche durch die Gegenwart der Eltern und das ihnen abgelegte Bekenninis och erleichtert und vermehrt wurde. Die Mutter erkannte als Frau aus dieser vollkommenen Ruhe und„(Splbstbeherrschung, wie nichtig der junge Kann für das Herz seiner Gattin geworden sein mußte. Sie konnte ihn ertragen, wie man ein böses Geschick erträgt, das man selbst verschuldet hat Der Vater mußte seine Aufmerksamkeit mehr em Notar zuwenden, und er wunderte sich, wie ihm nicht früher schon die Schuppen von den Augen gefallen seien. Es fiel nicht ein rundes, oder wie man zu sagen pflegt, nicht ein vernünftiges Port von seinen Lippen. Der schlaue junge Stre der hatte Amt, Haus und Frau; darüber war seine Persönlichkeit schon zu Ende geraten und konnte sich nur noch im Geräusche von vielen ihresgleichen geltend machen. In der Stille des Hauses, wo man die einzelnen Worte vernimmt, war nichts mehr an ihm. „Wir haben vor, teilte Salander dem Notar mit,„diesen Nachmittag auch die Leute am Lin denberg zu besuchen, und wollen unsere Tochter mitnehmen. Sie haven doch nichts dagegen, Herr Sohn? Sie sagt uns zwar, Sie hätten auch auswärtig zu tun, es wird sich aber vielleicht beides für einnnal vertragen?" „Ei warum nicht, Herr Vater? Ich hätte Lust, selber mitzugehen, und bitte nur um Dispens!" Isidor war froh, daß er mit guter Manier seiner Wege gehen konnte, denn das prüfende Auge der schweigsamen Schwiegermama tat ihm nicht wohl. Dagegen begleitete er die Frau und ihre Eltern eine kleine Strecke weit, als sie aufbrachen Auf dem Hofe bewunderte Salander wieder das Buchenwäldchen und die dahinter emporragenden Wipfelmassen des größeren Forstes, eine Umgebung, die nicht mit Geld zu bezahlen sei. „O ja, es macht sich nett!“ sagte der Schwiegersohn.„Nur wird es nicht mehr so lang stehem bleiben, als es schon steht. Der Wald gehört der Gemeinde Unterlaub und soll in ein paar Jahren geschlagen werden; die Holzhändler sind schon da hinter her. Da werd' ich unsere Buchen auch darangeben, es geht in einem zu und sie tragen ein schönes Geld ein!" „Sind Sie bei Trost?“ rief Salander.„Ihre Buchen schützen ja allein Haus und Garten samt der Wiese vor den Schlamm- und Schuttmassen die der abgeholzte Berg berunterwälzen wird!" „Das ist mir Wurst!" erwiderte der jugend. liche Notar in nachlässigem Tone.„Dann zieht man weg und verkauft den ganzen Schwindel! Es ist ja langweilig, immer am gleichen Ort zu hocken!" Salander dachte sein Teil und gab keine An wort. Frau Setti ließ während Isidors Mittelung ein paar Worte des Erstaunens hören un verriet so, daß sie von dem bevorstehenden Hol## schlage noch gar nichts wußte, was ein neues Anz zeichen vom des Mannes Lebensart war. schwieg daher auch und sagte nur noch:„Adieu,#0 schönes Lautenspiel!" „Woher heißt es eigentlich hier im Lauten# spiel?" fragte die hinzutretende Mutter. „Das mag der Henker wissen, ich könnt'#### nicht sagen! In den Grundbüchern heißt es nu# „Haus und Hofstatt genannt im Lautenspiel und ebenso in meinem Kaufschuldbrief," erklärt Isidor. „Hast du denn nicht gehört, was sie in der Ge gend davon erzählen?“ fragte Frau Setti. „Nein, ich habe gar nie danach gefragt! We her soll es denn kommen? Woher heißt es bei uns im Zeisig und im Roten Mann: Vo irgendeiner Dummheit!" „Es soll hier vor etwa zweihundert Juhren erzählte Setti,„ein geiziger Junker gehaust h# ben, um seine sechs schönen Töchter vor der zu verbergen, damit sie nicht zu heiraten käme und er sie nicht ausstatten müsse. Sie häten al sechs wunderschön die Laute gespielt und dazu sungen, aber zusammen nur drei Lauten besessen mit denen bei schönem Wetter je die Hälfte in de## schönen Buchenwald hinausgegangen sei und sich dort satt gespielt und gesungen habe, worauf di## anderen drei Fräulein sie ablösten und mit frische Kräften weiterspielten. seich. entner erhöhl. Im Hauptausschuß e Beratung des zministeriums fortPachnicke(Dem) inreniner von 200 rhöht. lugzeug. das„Journal de Grenze bei Welkenug auf belgischem Militärpatrouille und brachte seine mmissar. Bei dem gier als der Chef. n Bresse" aus. Er Elappe Gent vor Beschuldigung des n zu sein. Es sei und im Automobil Da die Polizei sosort r erlassen, wäre er g ausgestiegen. Der gehabt, ihn an der tschem Boden abzuolland hätte begeben Schneetreibens seien zelandet. Das Flug. für beschlagnahmt Begleiter, der ehesbius, wurden zur rüssel gebracht. berfall. 9. April. Gestern tunde auf der Strecke nibahn lein dreister iste eines Wagens dem 3 Personen dus se Burschen im Alter in während der Fahri# id forderten von den der im Wagen sitzenstellte sich ihnen en# dergeschossen. Als die ihrgast die Notlein lindlings in das Ab Frau des Oberbahn die Frau des Ritter : Z u g h i e l t, s p r a n g e n und entkamen in de## her noch keine Sput e Eisenbahndirektion## uf die Ergreifung de schendienst. künchen verboten. Der Vorsitzende da Eisenbahnbeamter in einer öffentliche# ie Abhaltung der Ver ag Mennes wurden tung verboten. m Ruhrbergbau. der Betriebsrätlagen vor. Es habch ristlicher Bergarbeiter rband 86365 Stimmer 13646 Stimmen, immen, Christliche Ve ninen, Unorganisiert alisten und Kommun inten. eil und gab keine An jährend Isidors Mitte Erstaunens hören un m bevorstehenden Hol# ßte, was ein neues An Lebensart war. ste nur noch:„Adieu,# ntlich hier im Laute### lende Mutter. wissen, ich könnt' ndbüchern heißt es nu## nannt im Lautenspiel laufschuldbrief“ erklär# hört, was sie in der G### igte Frau Setti. ie danach gefragt! Wiit Woher heißt es den# im Roten Mann: Ve da zweihundert Jahren ger Junker gehaust h## en Töchter vor der Wetnicht zu heiraten käme n müsse. Sie häten al# ite gespielt und dazue tur drei Lauten besessen etter je die Hälfte in de## usgegangen sei und sit sungen habe, worauf ablösten und mit frische Innenbau ist, ohne Fassade offene Atrium und Periossig und weitausgebreitet, Lohnhaus als ein mit einem 3, im Grundriß zusammenin die Höhe türmendes GeMittelDie Entstehung des deutschen Hauses. So sehr auch die moderne internationale Kultur die Volkseigenart zu verwischen droht, so sind wir doch noch mit zahllosen Banden im Leben der deutschen Vergangenheit verankert, und wir werden uns dieser urwüchsigen fungen tiefer bewußt, wenn wir uns ihr Werden und Fortwirken klar machen. Deshalb ist die deutsche Kunst, in der die Schätze deutscher Phantasie und Gestaltungskraft so auschaulich aufgespeichert sind, für uns eine wertvolle und unvergleichliche Lehrmeisterin, und es ist gerade in diesen Zeiten, wo die Vertiefung in vergangene Größe so not tut, ein hohes Glück, daß uns von dem Altmeister unserer Kunstgeschichtsforschung, von Georg Dehio, eine meisterhafte Geschichte der deutschen Kunst geschenkt wird. Dehio widmet darin auch ein anschauliches Kapitel der deutschen Burg und der deutschen Stadt und verfolgt die Entstehung des bürgerlichen Wohnhauses, das ja der Stadt ihren eigentlichen Charakter verliehen hat. Die Anfänge dieser Bauform, deren wichtigste Züge sich dauernd erhalten haben, sind in Dunkel gehüllt. Der tiefe Gegensatz zwischen dem nordischen und dem antiken Haus offenbart sich früh, und dieser neue Typus ist dann auch für Italien maßgebend geworden. Während das antike Haus ausschlie und ohne Fenster, nur du styl beleuchtet, meis stellt sich das mittel Dach und Fenstern beise gedrängtes, vielgeschossig bäude dar. Das bürgerliche Wohnhaus, wie es im späteren alter ausgebildet ist, ist durch die Vereinigung zwei ganz verschiedener Typen allmählich form in den Städten kam vom Bauernhaus her, das ja auf die urältesten Formen der Siedtung zurückführt, die andere von den Kleinburgen, die die städtischen hinter die Mauern der Stadt verpflanzten. Leis#er sind die ersten Generationen von Bürgerhäusern, st deit sie sich an das Bauernhaus auschlossen, uns in keinem Denkmal überliefert, und zweifellos war dies die Mehrzahl der frühen Stadthäuser, da ja aus den Bauern sich der größte Teil der Stadtbevölkerung rekrutierte. Dagegen haben sich aus früher Zeit einige patrizische Behausungen erhalten. So liegt im Oertchen Winkel im Rheingau ein romanisches Gebäude, das man als das älteste deutsche Haus bezeichnet hat. Der verhältnismäßig guterhaltene Bau, der im Grundriß ein Rechteck bildet, stammt wahrscheinlich aus der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Eine breite Rundbogenpforte führt in das niedrige, schwachbeleuchtete Erdgeschoß; im Obergeschoß lag ein Saal, an den sich ein paar kleine Wohngemächer schlossen. Die Treppe muß außen angefügt gewesen sein. Offenbar wohnte hier ein ansehnlicher Mann, etwa ein erzbischöflicher Beamter. Ein zweites romanisches Haus, das in die Zeit Friedrich Barbarossas gesetzt werden kann, liegt in Rosheim im Elsaß. Neben solchen unbefestigten Stadthäusern gab es auch burgartige Adelshäuser mit„Streittürmen“. Diese Wehrhaftigkeit war aber im 13. und 14. Jahrhundert wohl nur noch ein Standesabzeichen, so wie der Ritter sein Schwert trug, und mit dem Erstarken des Bürgergeistes wurde die Neuerrichtung solcher kleiner Stadtburgen nicht mehr gestattet. Das vornehme Stadthaus legte so seine Burgähnlichketi immer mehr ab, und das ackerbürgerliche Element überwog. Aus diesem Stadium der Entwicklung des deutschen Hauses stammen die sog. Steinkammern oder Kemenaten, die frei im Hintergrund des Hofes lagen und den einzigen heizbaren Wohnraum enthielten. In Braunschweig hat man noch auf mehr als 80 Grundstücken Spuren solcher Kemenaten gefunden. In der nächsten Entwicklungsstufe ist an die Stelle des Ackerbürgers der Handwerker und Krämer gerückt. Diese brauchten weniger Raum; deshalb mußten die Grundstücke verteilt werden, und zwar wollte jeder Besitzer einen Anteil an der Straße haben, so daß sich nun die geschlossenen Straßen, die Reihenhäuser, herausbildeten. Nun entsteht also das Haus an der Straße. Niederdeutschland erhält sich der schmale und tiefe Hof als ein Rest des landwirtschaftlichen Betriebes, und charakteristisch ist hier die weite, bis zum Dach aufsteigende Diele, ein Erbstück des Bauernhauses. Von ihr abgesondert steigen dann meistens zwei Geschosse in die Höhe, unten, wenn es ein Kaufmannshaus ist, die Schreibstube, im == und Wohnzimmer, im hohen Im oberdeutschen Haus entspricht jedigung einiger geschäftlicher Punkte wurde dann die Tagung der Reichsgewerkschaft geschlössen. + Der Reichsbund der Kommunalbeamten und eangestellten Deutschlands hielt am 4. d. M. unter dem Vorsitz von Gutschmidt, Berlin=Treptow, unter zahlreicher Beteiligung von Delegierten aus allen Teilen des Reiches im Charlottenburger Rathaus seinen diesjährigen Bundestag ab. Im Vordergrund der Erörterungen stand die Stellung des Reichsbundes im und zum Deutschen Beamtenbund. Grundton aller diesbezüglichen Anträge und Beschlüsse war der Wunsch, daß die in den nächsten Tagen stattfindende entscheidende Aussprache auf dem Bundestag des Deutschen Beamtenbundes dasselbe Bild einmütigen Willens und einheitlichen geschlossenen Zusammenstehens der gesamten deutschen Beamtenschaft ergeben möge, wie es die deutschen Kommunalbeamten auf ihrem Bundestag erneut gezeigt haben. Die Behandlung der übrigen Punkte der Tagesordnung erbrachte eine scharfe Kampfansage gegen das Besoldungs=Sperrgesetz, einen großzügigen Plan für die Erweiterung der wirtschaftlichen Einrichtungen des Reichsbundes u. a. m. Der juristische Beirat des Reichsbundes, Dr. Eckart, gab eine eingehende Darstellung der Gestaltung des neuen Beamtenrechts. Die 7. Allgemeine Deutsche Gastwirts=Messe wurde Mittwoch vormittag in den Sälen der„Neuen Welt" zu Berlin=Neutölln, Hasenheide 108=114, mit einer Ansprache des Direktors Dumstrey eröffnet. Die sehr gut beschickte ri besuchte Veranstaltung war bis zum 7. April abends 10 Uhr geöffnet. Schuhmacherstreik. Die Gesellen der Berl und Reparatur=Schuhmacherwertstätten, die er Diele eine niedrig gehaltene Erdgeschoßhalle; dafür ten die Wohnzimmer mehr Raum. Sehr unvollkommen ihnen diese liner Maßst zu Beihrten, zu treten. teins und nicht zuhaben abermals beschlossen, in Sie wünschten die Abschaffung brachen die Verhandlungen ab, gestanden wurde. Doppelselbstmord. Der frühere sächsische Hofzahnarzt Dr. Karl Heydenhauß und seine 23 Jahre alte Tochter Elfriede wurden in ihrer Wohnung in Berlin tot aufgefunden. Beide hatten sich durch Schüsse, die mit einer flinte in den Mund abgegeben waren, das Leben genommen. Die Veranlassung des Selbstmordes konnte noch nicht aufgeklärt werden. Dr. Heydenhauß ist von seiner Frau schon seit längerer Zeit geschieden. Bei der Scheidung wurden ihm die beiden Töchter zugesprochen, doch hielt sich nur die eine bei dem Vater auf, während die andere bei der Mutter, die sich inzwischen wieder verheiratet hat, wohnt. Aus dem Neiche. + Die Teuerung im Monat März. Nach einer kurzen Verlangsamung der Teuerungsentwicklung gegen Ende des Monats Februar hat die Teuerung im Monat März weiter stark zugenommen. Die vom Statistischen Reichsamt auf Grund der Erhebungen über die Aufwendungen für Ernährung, Wohnung, Heizung und Beleuchtung einer fünfköpfigen Familie berechnete Reichsindexziffer für die Lebenshaltungslosten ist im Durchschnitt des Monats März auf 2302 gestiegen. Gegenüber Februar(1989) sind die Lebenshaltungskosten um 15,7 v. H. gestiegen, gegenüber Januar dieses Jahres um 40,4 v. H., gegenüber dem Monat März des Vorjahres um 155,5 v. H. Ungefähr gleich stark wie die Gesamtausgaben sind im Berichtszeitraum die Ernährungskosten gestiegen, deren Indexziffer für den Durchschnitt des Monats März 3152 beträgt. Gegenüber dem Vormonat bedeutet dies eine Steigerung von 15,6 v. H., gegenüber März 1921 eine Erhöhung von mehr als 165 b. H. des damaligen Standes. An dieser Steigerung haben fast ausnahmslos alle Lebensmittel teil. Nur einige Gemüsesorten, Schellfische und Eier konnten sich in einer Reihe von Gemeinden etwas im Preise verbilligen, während Fleisch und Fette allenthalben ganz besonders im Preise anzogen. Für das Brot kommt erstmalig die starke, Mitte Februar eingetretene Preissteigerung in der Indexziffer voll zum Ausdruck. Weit mehr als Ernährungs= und Gesamtkosten haben die Ausgaben für Heizung und Beleuchtung im Durchschnitt des Monats März gegenüber dem Vormonat zugenommen. Die im März eingetretene Steigerung der Lebenshaltungskosten war im Gegensatz zu den in Magdeburg gleichzeitig aber 6,66 Zwischenstock die Schlaf== Giebelraum die Speicher. der Dielerhalten die Wohnzimmer mehr Raum. Sehr unve sind noch die inneren Verbindungen; vielfach vermitteln offene Galerien den Verlehr von Vorder= und Hinterhaus durch alle Stockwerte, und der Hof besitzt eine Bedeutung im Leben der Hausbewohner, wie wir sie heut nicht mehr kennen. Als besondere Zier der Fassade erscheint der Erker, ursprünglich ein Vermächtnis der Burg, von deren nestartig angeklebten Schützen= und Beobachterständen er abstammt; bisweilen hat er sich auch aus den vorgekragten Altarnischen der Hauskapellen entwickelt. Das Erdgeschoß wird nicht selten in einen Bogengang ausgelöst, die sog. Lauben, die mit den mittelalterlichen Gewohnheiten des Marktverkehrs und Handels auf offener Straße zusammenhängen. Rund um Berlin. Die Tagung der Reichsgewerkschaft Deutscher Eisenbahner. Am Mittwoch wurden zunächst die Neuwahlen des Vorstandes vorgenommen. Infolge der überaus heftigen Angriffe, die gegen die Mitglieder des alten Vor gefallen waren, zogen sämtliche Kandidaten der Richtung Schuldt ihre Bewerbungen zurück und stellten einen Kompromißkandidaten auf. Die Nenwahl ergab jedoch die Wiederwahl von Menne, Scharfschwerdt und anderer an der Streikbewegung hervorragend beteiligter Führer, während diejenigen Mitglieder, die Gegner des letzten Streiks der Reichsgewerkschaft waren, nicht wiedergewählt wurden. Auf Menne entfielen 134, auf Scharfschwerdt 131. auf Klein(Münster) nur 54 Stimmen. Nach seiner Wiederwahl hielt Menne eine Rede, in der er der Regierung und dem Deutschen Beamten= bund aufs neue schärfsten Kampf ansagte. Er zusammen mit seinen Freunden werde dafür sorgen, daß auch der Deutsche Beamtenbund seine bisherige Neutralität aufgeben und sich auf den Kampf einstellen werde Nach ErVormonaten in den Großstädten nicht ganz so bedeutend wie in mittleren und Kleinstädten. + Förderung der landwirtschaftlichen Produktion. Mittwoch nachmittag fand beim Reichspräsidenten eine Besprechung von Vertretern der Landwirtschaft mit Mitgliedern der Reichsregierung über die Fragen der Förderung und Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion statt. Seitens der Reichsregierung nahmen an der unter dem Vorsitze des Reichspräsidenten abgehaltenen Sitzung der Reichskanzler Dr. Wirth, Reichsernährungsminister Professor Fehr, Reichsfinanzminister Dr. Hermes und Staatssetretär Dr. Hirsch, ferner vom Reichsausschuß der Deutschen Landwirtschaft Edler von Braun, Dr. Roesicke, Freiherr von Kerkering, von Klitzing, von der Reichsarbeitsgemeinschaft land= und forstwirtschaftlicher Arbeilgeber= und Arbeitnehmervereinigungen Schurig, Nidich, Behrens und Schmidt teil. Es wurden die Grundlagen für die Durchführung des vom Reichsausschuß der der + Großfeuer auf einem Lloyddampfer. An Bord des in Hamburg im Hafen liegenden Lloyddampfers „Pfalz“ brach aus noch nicht aufgeklärter Ursache Großseuer aus, das mit großer Schnelligkeit um sich griff. Da die mit mehreren Li zügen herbeigeeilte Feuerwehr des Brauk 3 nicht Herr werden konnte, wurden sämtliche Räume des Schiffes mit Hilfe von Spritzendampfern und Motorspritzen unter Wasser gesetzt. Um 5 Uhr früh am Mittwoch war die Feuersgefahr beseitigt. Ein Feuerwehr= mann wurde verletzt. + Auf Abbruch. Der vor dem Kriege vom Stape gelassene Ersatzbau der Kaiserjacht„Hohenzollern“, der wegen des Kriegsausbruches nicht fertiggestellt werden konnte und auf dem toten Oderarm nahe der Stettiner Vulkanwerft ankerte, ist jetzt auf Abbruch nach Kiel verkauft. Das Schiff wird von einem Hamburger Schlepper nach Kiel übergeführt. * Die Verschiedenart der Lebensmittelpreise. Ueber die Preise der Lebensmittel im Kleinhandel hat das Statistische Reichsamt eine lehrreiche Aufstellung nach dem Stande vom 15. Februar gemacht. Sie zeigt nicht nur die Höhe, sondern auch sehr große Unterschiede der Preise in den einzelnen Großstädten. So kostet Vollmilch im freien Handel in Frankfurt a. M. das Liter 12 Mk., in Chemnitz„nur“. 5 Mk. Die zugeteilte Milch für Kinder kostet in Berlin 4 Mk., in Nachen 7,30 Mk. Für ein Ei muß man in Aachen 6,25 Mark bezahlen, in Augsburg„nur“ 3,50 Mk. Ein Kilogramm Nochen, Karlsruhe, Magdeburg 16 Mk. Für inman in Nachen kostet in München eisch erhält man in es in Dortmund 42 Mk., in Chemden von Augsburg Nk., Mohrrüben in en aber 9 Mt. Der u Berlin 3,91 Mk., k. Der freie Brotpreis betrug in Karlsruhe nur 5,73 Ml., in Essen, Chemnitz und Dortmund aber 9 Mk. Graupen kosten in Königsberg, Mannheim und Lübeck 12 Mk., in Karlsruhe, Magdeburg] und Augsburg 16 Mk. Daß der Handel die Preise nicht mehr ausgleicht wie früher, zeigt der Preis für Reis. Er in Mannheim nur 12 Mk., in Berlin aber 20 Mk. Aus aller Weli. + Auch in Oesterreich starke Postporto=Erhöhung. Entsprechend dem vom Finanzminister Dr. Gürtler entzzprogramm hat die österreichische„Regierung zur Deckung der Betriebsunfosten, für#ost, und Telegraph dem Postausschusz Vorschläge auf Erhöhung der Telegraphen= und Postgebühren vorgelegt, die vom Ausschuß mit Mehrheit genehmigt wurden. Danach wird vom 1. Mai ab ein Inlandsbrief 25 Kronen, eine Inlandspostlarte 12 Kronen, ein Brief nach den Weltpostvereinsländern 75 Kronen und eine Karte 45 Kronen kosten. Die Wortgebühr für ein Inlandstelegramm wird 30 Kronen betragen. Gleichzeitig soll auch eine entsprechende Erhöhung der Telephongebühren eintreten. + Zu dem amerikanischen Vergarbeiterstreik. Der Bund der Bergarbeiterverbände hat sich, nach einer Meldung aus Washington, erboten, mit den Vertretern der Bergwerksbesitzer zum Zwecke der Beilegung der schwebenden Konflikte in gemeinsame Beratungen einzutreten, Aus dem Gerichtssaal. Brotwucherprozeß. In München hatte ein Bäckermeister seine Ware unter dem von der Innung festgesetzten Preis verkauft und hatte vor dem Schöffengericht unter Eid erklärt, daß er trotzdem auf seine Kosten komme, obwohl er zwei tarifmäßig bezahlte Gehilfen beschäftige und ohne etwa Mindergewicht liefern zu müssen. Infolgedessen wollten der Innungsobermeister und ein anderes Vorstandsmitglied der Innung den Müller boykottieren, der dem billig arbeitenden Bäckermeister das Mehl lieferte. Die beiden Herren von der Bäckerinnung wurden darauf wegen gemeingefährlicher Preistreiverei zu 3000 Mark Geldstrafe verurteilt. In der Urteilsverkündung ist gesagt, das Gericht habe die unlauteren Machenschaften als stark erschwerend erachtet, trachteten die Bäcker doch'danach, einen Ring zu bilden und die Diktatur einer bestimmten Berufsgruppe über die Allgemeinheit zu errichten. Vermischtes. 905 neu luszu1 regten Hilfswerks. aft in eingehender em Zwecke im einzeln ungsmaßnahmen werden von den zuständigen Ressorts ugen der Deutschen Landi#reitet und beraten werden. Die Erhöhung des Strafsänmnis. Das Reichsetrag der wirtschaft usw. alsbald vorbere Erhöhung der Schulstrafen. maßes gilt auc für Schulversatme## gesetz vom 21. Dezember 1921 hat den Höchstb Geldstrafen, die in reichs= und landesrechtlichen Stxafvorschriften angedroht sind, bei Verbrechen, Vergehen und Uebertretungen auf das Zehnfache erhöht. Die Schulverwaltungen machen jetzt auf diese Bestimmung aufmerksam. Auch bei der Bestrafung der Schulversäumnisse soll die Erweiterung des Strafmaßes angewandt werden. + Wilder Streik in den Magdeburger Zuckerrassinerien. Der„Magdeburgischen Zeituung" zufolge sind in den drei Magdeburger Zunert##sinerien Mittwoch vormittag die Rassineriearbeiter in einen wilden Streik getreten, bevor der Schlichtungsausschuß in der Lohnfrage gesprochen hatte. Die Raffinerien hatten den Arbeitern eine Stundenzulage von 1,95.6 bewilligt, was von den Kedten aid sctot wrchs. MHMMre Mi Die Mode als Ehestifterin.„Stiftet die Mode Ehen?“ Diese Frage wirft eine englische Schneiderkünstlerin auf, die ihre Kundinnen in den vornehmsten Kreisen zählt, und beantwortet sie mit allerlei intimen Bekenntnissen, die uns nicht gerade überraschen, aber doch selten so frei ausgesprochen werden.„Die Frau soll man mir zeigen,“ sagt sie,„deren Lebensgeschichte nicht durch die Mode beeinflußt worden ist. Nehmen Sie mich. Ich würde nie geheiratet haben, wenn nicht gerade weite Aermel und mäßig weite Röcke modern gewesen wären, als ich meinem Zukünftigen zum erstenmal begegnete. Ich sah gerade in diesem Modestil am besten aus, und so verliebte er sich in mich auf den ersten Blick. Mein Fall kann aber als typisch gelten. Mir passiert es immer wieder, daß junge Damen, die ich bediene, zu mir kommen und sich bei mir bedanken, weil ich durch meine Toiletten soviel für ihr Lebensglück beigetragen habe. Soeben war solch eine Dame da, die sich wohl schon den Dreißigern näherte. m letzten Abendlleid, das Sie mir angefertigt haben, e ich meine Verlobung,“ sagte sie ganz freimütig. ir erklärte, er habe niemals vorher gewußt, wie sehr e, bis er mich auf der Gesellschaft sah, auf der rg abe hob alle Uhre Reize besonders hervor. Welche Mode ich für den besten Heiratsvermittler halte? Nun, die mit weiten Aermeln und mäßig weiten Röcken. Nicht, weil ich durch sie heiratete, sondern weil sie so außerordentlich kleidsam ist. Enge Aermel z. B. wirken sehr schädigend auf die Ehestatistik, und auch enge Röcke sind recht bedenklich. Jede Frau sieht in einer bestimmten Mode am besten aus. Es gibt Mädchen, die warten Saison über Saison f diese Mode, die gerade ihrer Schönheit am vorteilhaftesten„ist. Aber heiraten sie!“ wenn diese Mode da ist, dann Bost= Handatelehichgn. Luei= Lechebuch der Müche, Bonek= Buoch dn Riadestaldbung, Longi= Madelicher und Boer: Schaltmster empfehl und besorgl Carl Braus, Buchhandtung. Sonnlag morgen 4 Uhr entschlief nach kurzer, schwerer Krankheit unser lieber, herzensguter Onkel, Großonkel, Bruder, Schwager und Schwiegersohn Gustav Ebbert Für die vielen Beweise heizlicher Teilnahme beim Heimgange unseres teuren, unvergeßlichen Bruders und Schwagers Lehrer i. K. Peter Küper sagen wir allen Freunden und Bekannten unseren aufrichtigsten dank. Laugerfeld, Barmen, Ronsdorf und Nächstebreck, den 10. April 1922 Seine Angehörigen. ber Jur Teilnahme an der Beerdigung des Kameraden Gust Ebbert treien die Müglieder am Ritwoch, 12. d. Mis nachm 3½ Uhr bei Kordechk an. Jahlreiche Beteiligung Verdittet Der Vorstand. A im vollendeten 51. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bittet Jumttie ewald Keininghaus. Wandhofen, den 10. April 1922. 9 0 liefert schnellsten: E Druckerei E. Brabst Die Beerdigung findet Mittwoch, April, nachmittags 4 Uhr, Krankenhause aus statt. vom den 12. evangel. 1674 Das Kreiswirtschaftsamt in Hörde verkauft durch die Firma Carl Lethaus in Schwerte * eh skmesanpe R geroin Fixeantaneahnn? Ser 5e. 44. Schuste. zum Preise von Me 280.— per Zentner, ab Lager.[berein ehem. Kameraden das Kreiswirtschaftsamt in hörde. 1068 16. hrmeek. Schwerte. Alleinherstellar Werner& Mertz A.-G. Meinz. Der durchschnittliche Jahresarbeitsverdienst der landforstwirtschaftlichen Arbeiter und ilt von dem Ober=Versicherungsamt Dortmund nach der in Nr. 6 des Jentraldlattes für das Deutsche Reich veröffentlichten Zusammenstellung mit Wirkung ab 1. Januar ds. Is. für den Bezirk des unterzeichneten Versicherungsamtes wie folgt festgesetz! Schwerier Wassermatste empfiehlt sich zum ulahlen sämtlicher Getreidearten. Reelle Bedienung bei mäßigen Preisen wird zugesichert. Bernhard Eickhoff. Zur Teilnahme an der Beerdigung des verstordenen Kameraden— 1700 Gast. Ebbert treten die Mitglieder am Nittwoch, nachmttia s 3¼/. Uhr im Vereinslokal Klempf an. Der Vorstand. 2 anständige junge Herren uchen worden: Für land= und forstwirtschaftliche Arbeiter über 21 Jahren männlich Land= ForstWirtscaft 5700 8400 Hörde weiblch Land ForstWirsschaft 3900 4800 16—21 Jahren männlich Land= ForstWirtschalt 4500 6600 mebich Land=[ForstWirtschaft 3000 3900 Puien 1c Johtra 15—6 männl, weibl. nämt. weik! Facharbeiter für Eisen- und Blechkonstruktionen, unter 14—dreher, Ichmiede, Aleter, Anzeichner, Jugendliche, ferner Beizer und Hilfsarbeiter für die möbl. Zimmer in nur bessetem Hause. Angedote unter E. 1699 an die Geschältsst erbeten 2700 3900 2100 2700 den Apiil 1922. Versicherungsamt des Landkreises Hörde. Der Vorsitzende. I. V.: gez. Jesper. Feuerverdinkeret finden dauern de beschäftgung. Pohrmd Stahlwerke Brüninghaus(für ein größeres LebensRbtellung Eisenwerk Westhofen Westhofen i. 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