Welthofener Zeitung Oplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Amtliches Kreisblatt für den Kreis Hörde. Holzwickeder Zeitung Erstes und altestes Tagesorgan des Kreises.— Geueralanzeiger für den Kreis Hörde. Die„Schwerter Zeitung" erscheint werktäglich. u Hauptgeschäftsstelle, Druck und Verlag: Carl Braus. Celegr. Adr.: Braus, Schwerteruhr. Cel.62 Postscheck Dortmund 2852 Verantwortsiche Schriftleitung: Karl Richter; Stadt und Provin;: Friedr. Kraas; sämtlich in Schwette. Mittwoch, 22. März 1922 §5. Jahrgang AE oßen Sendung *er au, Schellsisch chs. Seehecht, Pfd.6—Mk. d, Hörde. ichlung“! oche: wie sämtliche ligen preisen. n Tagespreisen. e sofort.— in Artini Telefon 305. swedenklee * Grasnischungen isamereien ihiger Ware. Für eilige Leser. Neuigkeiten aus Nah und Fern. Aus Hamburg sind im Monat Februar 796 Deutsche und 492 Ausländer ausgewandert. * In Neuyork hat die vom deutschen Werkbund veranstaltete Wander=Ausstellung des deutschen Kunstgewerbes begonnen. Die Besprechungen zwischen Poincaree, Lord Curzon und Schanzer werden am Mittwoch am Quai d’Orsay beginnen. „* Nach Beendigung der Aussprache über die Regierungserklärung nahm die italienische Kummer ein Vertrauensvotum mit 275 gegen 39 Stimmen an. * Der Schah von Persien ist zu mehrtägigem Aufenthalt in Paris angekommen. * Auf Veranlassung der esperatistischen Eisenhahner=Vereinigung in Italien hat in Turin ein Sonderkurs für Esperanto unter Lokomotivfühlern begonnen. * Das preußische Staatsministerium hat dem Landtag den Entwurf eines Gesetzes über die Neuordnung und Verwaltung in der Ostmark zugehen lassen, mit Rücksicht auf die Abtretung preußischer Landesteile durch den Friedensvertrag. Als Name des neu zu errichtenden Provinzial=Verbandes wird die Bezeichnung„Grenzmark Posen=Westpreußen“ vorgeschlagen: * Gegen die neue Grenzsestsetzung östlich der Weichsel, die Ostpreußen vollständig vom deutschen Reich abschnürt, erhebt die Presse in einem Aufrus einen flammenden Protest. Das auswärtige Amt hat an General Nollet eine ausführliche Note über die Organisation der Schutzpolizei gerichtet. * Die Parteien des Saargebietes, mit Ausnahme der Linksradikalen, verlangen einmütig die Erricheiner Volksvertretung für das Saargebiet. * Infolge der zahlreichen Mordanschläge in Gleiwitz hat der Kreiskontrolleur angeordnet, daß die Kaffeehäuser urd Schankstätten in Gleiwitz um 9 Uhr gbends schließen; in dem Stadtteil Petersdocf muß die Schließung bereits um 8 Uhr erfolgen. Soder! z A.G.Mainz. Löhne und Gewinne. Die Nachkriegszeit hat eine. vollständige Umwälzung aller Lebensverhältnisse hervorgerufen, die sich nach jeder Seite hin bemerkbar machte. Eine Steigerung der Preise aller Produkte setzte ein und zwar in so rasendem Tempo, daß die Arbeiterschaft überhaupt nicht mehr Schritt halten konnte. Trotzdem die Preise 20, 30, 40, 50 und selbst hundertfach über die Höhe von 1914 emporgeschnellt waren, hörte man allenthalben das Wort „Die hohen Löhne sind daran schuld", trotzdem der Lohn im Höchstfalle das 10—15=fache des Friedenslohnstandes ausmachte. Wenn man bedenkt, daß der Durchschnittslohn in der bestentlohntesten Gruppe, der rheinisch=westfälischen Hütten= und salzwerkgenossenschaft auf 1800 Mark pro Jahr stand, kann man ermessen, daß es auch im alten Deutschland der Arbeiterschaft nicht besonders gut ging, wenn ja auch— infolge der Welttrise und damit zusammenhängenden Geldentwertung— der Arbeiter von damals noch immer besser gestellt war, als der von heute. Der Arbeiter von heute lebt tatsächlich, wie die „Westdeutsche Arbeiterzeitung“ ausführt, von der Hand in den Mund, Sein Lohn geht für seine Famtlie vollauf drauf, und wenn gar ein Familienvater mit mehreren Kindern als der alleinige Verdiener dasteht, dann ist oft genug Schmalhans Küchenmeister. Andererseits muß auch gesagt werden, daß viel: Kreise der jugendlichen Arbeiter nicht den rechten Gebrauch von ihrem Lohn machen, und daß Klagen, selbst wenn sie auch nicht verallgemeinert werden dürfen, nicht von der Hand zu weisen sind, es ist verfehlt, nun die Torheiten einzelner oder mancher Gruppen als Vergehen der Gesamtheit hinstellen zu wollen. Dagegen wenden mir uns mit aller Energie. Gerade die nicht handarbeitenden Kreise zeigen eine erschreckende Virtuosität im Geldweg werfen, und zwar an Stellen, wohin der Arbeiter überhaupt nicht kommt, und geben so das schlechte Beispiel den unteren Schichten. Wir sagten schon oben, daß die Arbeiterschaft mit ihrem Lohn kaum das Notwendigste anschaffen kann. Die„Deutsche Bergbau=Zeitung“, der wohl keiner vorsagen kann, sie sympathisiere mit der Arbeiterschaft, zerstört in ihrer Nummer vom 3. Januar rücksichtslos das Märchen von den Riesenlöhnen. Sie greift zwar nur die Hüttenarbeiter heraus, aber da die Löhne in den Hüttenrevieren am höchsten stehen von der Metallindustrie, so kann leicht der Schluß gezogen werden auf die Löhne, die in den übrigen Sparten der Metallindustrie verdient werden. Für das Geschäftsjahr 1920/21 ergeben sich da folgende Zahlen: Die Werke Phönix, Rheinstahl, Hasper Eisen, Laurahütte, v. d. Zypen, Gute Hoffnungshütte, Georg=Marienhütte hatten zusammen 137.579 Arbeiter, für die 2261,32 Millionen Mark Löhne ausgegeben wurden. Demnach betrug bei einer Gesamtarbeiterzahl von 137579 der Durchschnittslohn im Jahre 1920 und 1921 rund 16 436 Mark, wobei die Oberschlesische Laurahütte noch über 3000 Mark hinter diesem Durchschnitt zurückbleibt. Das ist das Zwölffache des Lohreinkommens vor dem Kriege. Dem steht eine Verteuerung der Lebenshaltung um mindestens das Zwanzigfache gegenüber. Es ergibt sich somit aus den eigenen Angaben der Schwerindustriellen, daß die Schwerarbeiter ihre Lebenshaltung sehr erhevlich einschränken mußten. Diese Einschränkungen der Lebenshaltungen zeigen sich vor allem im Verzicht auf Neuanschaffungen. Hausrat, Kleider, Schuhe fehlen; an allen Ecken und Kanten mangelt es. Zwar ist der Nominallohn gestiegen, das heißt, die Zahl der Mark, die der Arbeiter in seiner Lohntüte hat, aber der Reallohn(die Kaufkraft des Geldes) ist weiter gesunken. Stiegen doch die Warenpreise nach den Angaben des reichsstatistischen Amtes allein im Dezember um 11 Prozent gegenüber dem November. Das Verhältnis zwischen Lohneinkommen und Warenpreis hat sich also auch weiterhin zuungunsten der Arbeiterschaft gewandt. Ganz anders als die Steigerung der Löhne steht aber die Steigerung der Gewinne der einzelnen Werke da. Während eine Reihe von mühseligen gewerblichen Unternehmungen einen Gewinn von 8 oder 10 Prozent als glänzenden Erfolg ansieht, erlebt die Mehrzahl der Werke der maßgebenden Schwerindustrie, Weiterverarheitungs= und Verfeinerungs=Industrie ganz bedeutende, weit über den Normalstand hinausgehende Gewinne. Deren Zahlen würden vielleicht noch größer werden, wenn nicht die Bilanzen an vielen Stellen einfach verschleiert und verschoben würden. kein wirtschaftlich denkender Mensch kann etwas gegen eine gesunde Gewinnerzielung einwenden, auch die Arbeiterschaft nicht, aber was sih heute zeigt, sind vielfach ungesunde Gewinnsteigerungen. Jeder weiß, daß kein Schornstein ohne Gewinn raucht; wenn dem so ist, dann hat vor allen Dingen die Industrie eine Pflicht und Schuldigkeit zu erfüllen, wenn sie den Arbeitern auskömmliche Löhne gibt und nicht jedesmal die Noiglocke der„schlechten Konjunktur“ zieht, der dann ja doch nicht mehr geglaubt wird. Wir wollen hier einige Zahlen folgen lassen, die deutlich die Gewinnsteigerungen der beiden letzten Jahre angeben: Deutsch=Luxemburg(Stinneskonzern) 1920: 12,8 Mill. Rohgewinn; 1921: 68,7. Abschreibungen 1920: 8 Millionen, 1921: 30 Millionen. Divid.: 3 Prozent, 20 Prozent. Westf. Kupferwerke A.=G., Lüdenscheid: 28 Prozent Dividende, und zwar 18 Prozent und 10 Prozent Bonus, dazu Bezugsrecht auf neue Aktien zu 175 Prozent bei 1385 Prozent Börsenkurs. Mannesmannröhren=Werke A.=G, Düsseldorf: 30 Prozent, bei riesigen Reservestellungen. Charlottenhütte A.=G.,; Niederschelden: 33 Prozent Dividende nach glänzenden Abschreibungen. Schraubenfabrik Niem Söhne, Berlin: 35 Prozent Dividende, außerdem glänzende Bezugsrechte auf neue Atkten zu 175 Prozent gegen zirka 1350 Prozent Börsenkurs. L. Hupfeld A.=G., Leipzig(Musikinstrumente): 75 Prozent Dividende, und zwar 25 Prozent Dividende und 50 Prozent Bonus, zudem auf erhöhtes Aktienkapital! Weiter noch Bezugsrecht auf neue Aktien zu nur 200 Prozent bei zirka 4000 Prozent Börsenkurs! Diese Liste läßt sich nach Belieben erweitern. Dabei wird die Metallindustrie noch von der Papier= und Textilindustrie mit Gewinnen bis 150 Prozent Dividende noch übertroffen. Solche Gewinne müssen in einer Zeit, wo die schwerste Not bei den Arbeiterfamilien nicht nur an die Fenster geklopft hat, sondern mitten in der Stube sitzt, aufreizend wirken, zumal auf der anderen Seite kein Lohn steht, der die Gewinne einigermaßen rechtfertigte. meldete, auf Wunsch der Arbeiter der Zehnstundentag eingeführt worden. Auf der Moholitowschen Leinewebefabrik in demselben Gouvernement wurde der Neunstundentag eingeführt(„Prawda“ vom 27. November). In Witebsk arbeitet man auf der staatlichen Lederfabrik Nr. 1(bei Akokrdarbeit) 12 Stunden. Auf der Zweiten allrussischen Konferenz für Arbeiterschutz erklärte der Delegierte aus Astrachan, daß„auf den Fischerei= und Salzwerken von Astrachan der Achtstundentag undenkbar sei“. Und der Delegierte aus dem Dongebiet hob hervor, daß„in Verbindung mit der neuen Wirtschaftspolitik die Bergarbeiter im Dongebiet auf der Jagd nach dem Stück Brot 16 bis 17 Stunden täglich zu arbeiten angefangen haben". den Bei der Beratung des Gesetzentwurfes über die Arbeitszeit gewerblicher Arbeiter wird der sozialpolitische Ausschuß des Reichswirtschaftsrates, der am Donnerstag und Freitag in dieser Woche Sitzungen abhält, verschiedene Sachverständige anhören über die Frage, ob der gesetzliche Achtstundentag in Deutschland in Anbetracht der gegenwärtigen Wirtschaftslage und der Finanzverpflichturgen durchführbar ist. Der„Sozialistische Bote“ hat dazu bemerkenswerte Angaben über die Verlängerung der Arbeitszeit in Rußland veröffentlicht. Hiernach besteht der in Sowjel=Rußlind gesetzlich festgesetzte Achtstundentag in Wirklichkeit nicht mehr. Nach einer Veröffentlichung des offiziellen kommunistischen Organs„Prawda“ ergab eine Untersuchung folgendes Bild: Der Achtstundentag besteht lediglich in 86(von insgesamt 695) Betrieben. In den meisten Betrieben arbeitet man 9 Stunden, in 44 Betrieben 10—12 Stunden, in 11 Betrieben 14—16 Stunden, in, 44 Betrieben endlich gibt es überhaupt keine geregelte Arbeitszeit. In der Generalversammlung der Angestellten der privaten Handelsunternehmungen Moskaus wurde ferner festgestellt, daß die Angestellten, auch die Jugendlichen und Kinder mit inbegriffen, 12—14 Stunden arbeiten. Bei den Bäckern ist der Arbeitstag 12—18 Stunden lang! Es sind zahlreiche Fälle verzeichnet, wo die Bäckergesellen ununterbrochen Tag und Nacht arbeiten, nur eine Ruhepause von einer bis zwei Stunden haben und wochenlang nicht den Arbeitsraum verlassen. Weiter noch als in Moskau ist man nach amtlichen Angaben bezüglich der Abschaffung des Achtstundentages in der Provinz gekommen. Im' Eisenbahnbetriebe wurden vielfach zwei Schichten mit zwölfstündiger Arbeitszeit eingeführt. Auch in anderen staatlichen Betrieben ist der Achtstundentag entweder abgeschafft oder durch die Anwendung zahlreicher Ueberstunden annulliert worden. In einem großen Werk des Gouvernements NishniNowgorod ist, wie der„Trud“ vom 20. November Deutscher Reichstag. Sitzung vom 20. März. Berlin, 21. März. Heute begann die zweite Lesung des Steuerprogramms. Wie der Präsident den darob gar nicht erbauten Reichsboten— allzuviel sind gerade nicht da— mitteilt, soll die zweite Lesung in dieser Woche erledigt werden, sodaß man täglich ein bis zwei Stunden länger tagen muß. Als erstes Gesetz aus dem Steuerprogramm wird das Vermögenssteuergesetz beraten. Nach dem Gesetz soll vom 1. Januar 23 ab eine jährliche Vermögenssteuer erhoben werden. Für die Dauer von 15 Jahren erhöht sich die Vermögenssteuer um gewisse Zuschläge. Der Zuschlag beträgt jährlich für die natürlichen Personen von den ersten angefangenen oder vollen 250000 Mark des steuerpflichtigen Vermögens 100 Prozent der Vermögenssteuer, für die nächsten angefangenen oder vollen 250 000 Mark 150 Prozent und für die weiteren Beträge 200 Prozent der Vermögenssteuer. Die Vermögenssteuer selbst beträgt jährlich für die natürlichen Personen von den ersten angefangenen oder vollen 250000 Mark des steuerbaren Einkommens 1 vom Tausend, für die nächsten angefangenen oder vollen 250000 Mark nacheinander anderthalb vom Tausend usw. bis zu 10 vom Tausend bei allen Beträgen über 25 Millionen Mark. Für die übrigen Steuerpflichtigen beträgt die Vermögenssteuer jährlich anderthalb vom Tausend des steuerpflichtigen Vermögens. Als erster Redner ergreift Abg. Helfferich (Dnat.) das Wort. Er spricht zunächst darüber, wie seine Partei trotz ihrer prinzipiellen Opposition an der Steuergesetzgebung positiv mitgearbeitet habe und noch mitarbeite. Er meint, eine bürgerliche Einheitsfront gegen die sozialdemokratische Forderung nach dem Eingriff in die Vermögenssubstanz sei möglich gewesen, doch die Koalttionsparteien und die Volkspartei hätten sich schließlich der Sozialdemokrttie gefügt. Die Zwangsanleihe reiche nicht aus, um den inneren Etat für dieses Jahr in Ordnung zu bringen. Die Sachleistungsverträge seien eine unerträgliche Belastung. Durch ihre Zustimmung hierzu unterstütze die Volkspartei nur die Erfüllungspolitik Wirths. Zur Durchführung des sparprogramms habe die Regierung noch nichts getan. Sie müsse sich einmal nach den Steuermöglichkeiten richten. Der Redner bespricht dann das Verhältnis der Vermögenssteuer zur Einkommensteuer und begründet die Anträge seiner Fraktion: die Höhe des steuerfreien Vermögensbetrages und der Aufbau der Staffelung der Steuersätze sind im Falle einer erheblichen Veränderung anzupassen und zwar im Wege eines im letzten Vierteljahr vor dom Veranlagungszeitpunkt zu erlassenden Reichsgesetzes. Dem Unabhängigen Soldmann, der nach Helfferich spricht, ist der Steuersatz der Vermögenssteuer zu gering, ebenso dem Kommunisten Höllein, der die restlose Erfassung der Sachwerte fordert. Der Mehrheitssozialist kahmann sagt gegenüber den Angriffen der Vorredner, daß die Sozialdemokratie durch ihre Zustimmung zu dem Steuerkompromiß die Forderung nach den Satz5 werten nicht aufgegeben habe. Die Vermögens steuer bezeichnet er als eine schwere aber nicht unerträgliche Last. Er tritt für Durchführung des Steuerkompromisses ein. Dann wird§ 1 angenommen. In der nun folgenden Einzelberatung werden die folgenden Paragraphen teils ohne, teils nach nur kurzer Devatte unter Ablehnung aller Abände rungsanträge der Opposition von rechts und links angenommen. Erst in später Abendstunde wird die Beratung ziemlich beendet. Die Abstimmung wird auf Dienstag vertagt. Aus Stadt und Land. Erinnerungen. Schwerte, den 22. März. 1865* Der Komponist Joh. Seb. Bach in Eisenach(f 1750). 1768* Der Dichter Jean Paul in Wunsiedel (+ 1825). 1801 Sieg der Engländer über die Franzesen bei Abukir. 1871 Eröffnung des ersten deutschen Reichstages in Berlin. 1906 1 Der Ingenieur Karl v. Siemens in Mentone(“ 1829). 1910 1 Der Bildhauer Joh. Schilling in Klotzsche (“ 1828). 1918 Beginn der letzten deutschen Offenzive in Frankreich. 1919 Bildung einer Sowjet=Regierung in Budapest. ** Mit Frühlingsaufang überschreitet die Tageslänge diejenige der Nacht. Der Tag zählt dann 12 Stunden 8 Minuten, die Nacht 11 Stunden 52 Minuten. Nach vielen schweren Wochen des letzten Winters sind wir dahin gekommen, um zu erfahren, daß nichts beständiger ist als der Wechsel. Noch verschiedene Wochen kämpfen Sommer und Winter miteinander, und in drei Monaten geht es mit der Sonne schon wieder abwärts. Kurz sind die schönen Wochen im Jahr, und mit Recht sagen wir:„Nütze den Tag!" ** Das tägliche Brot. Es ist uns fast nichts weiter geblieben als die Sorge um das liebe tägliche Brot. Um die Erschwingung der Lebensmittel dreht sich das ganze Leben. Forderungen der Kultur treten zurück und müssen zurücktreten. Nur der gesättigte Mensch pflegt an geistige Werte zu denken. Das ist eine bittere Wahrheit. Vor dem Kriege erschienen uns Nahrungsfragen gleichgültiger Art, aber es sind keine Gleichgültigkeite 1. Jede Nahrung sollte den Menschen froh und dankbar stimmen in der Einsicht, daß sie ja den Körper erbauen soll. Es hat viele Orden gegeben und gibt sie heute noch, die feierliche Haltung und weihevolle Formen beim Essen beobachten. Auch Jesus segnet ja das Brot, ehe er es ißt, um es durch den Gedanken an den Schöpfer zu vergeistigen. Im Vaterunser lehrt er zwischen den Bitten um seelische Gaben die Bitte um das Brot. Das Brot— der Stoff— soll durch diese Bitte in seinem Wert vor unser Auge treten: durch Brot sind wir mit unserm Leibe, durch den Leib mit der Erde verknüpft. Doch unser Geist spricht in Demut: Gott, erspare uns so große Not, daß wir darüber alles vergessen und nur an Brot denken; gib uns das Brot, damit du unsere Seele ganz erfüllen kannst! ** Deutsche Friedensgesellschaft. Die Ortsgruppe Schwerte der Deutschen Friedensgesellschaft hat für Donnerstag, den 23. März, abends 8 Uhr, zwei führende Damen der„Gesellschaft der Martin Salander. Roman von Gottfried Keller. 46)(Nachdruck verboten). Frau Marie Salander blickte den Mann mit ununmerklich zuckendem Munde an, vielleicht das erste Mal mit dem zweifelhaft fragenden Ausdruck, der in ihren Augen lag. Der Tag war nach allen Vorbereitungen endlich da, inmitten des Junimonats, und der Himmel unbewölkt. Vom Salanderschen Hause fuhren zwei Wagen mit den Braut= und Elternpaaren nach den Vier Winden, während in einer Anzahl anderer Fuhrwerke gegen vierzig Personen beiderlei Geschlechts dort anlangten. Außer den Bräutigamen und ihren Vätern erschienen fast sämtliche Männer in bequemen Kleidern jeder Farbe und Machenschaft. Nur Herr Möni Wighart, vielleicht der einzige nicht demokratische Gast, kam schwarz gekleidet. Er stimmte stets mit der liberalen Partei, freute sich aber zuweilen, wenn sie eine Ohrfeige bekam, weil er es vorausgesagt, und ließ im übrigen die Dinge sich nicht viel zu Herzen gehen. Heute war er überaus gespannt auf das Hochzeil fest, das schon im voraus von sich reden gemacht, und hatte die Einladung des alten Freundes mit Dank ausgenommen. Die Frauensleute der ganzen Gesellschaft kamen hochzeitlich gekleidet, mit frisierten Hagren, Blümen und anderer Zierart, wie es Alter, Geschmack und Mittel erlaubten. Und das ohne alle Verabredung; jede tat, was sie wollte, trotz den Mahnungen der Männer, die sich an Salanders Vorschrift hielten. Sie freuten sich jetzt doppelt, als sie sich mit beflissener Neugier um die Bräute versammelten und deren romantischen Staat und Anblick bewunderten, den sie feenhaft nannten, Der Metallarbei Freunde"(Quäker) als Redner gewonnen, die im Kinosaale des„Alien Rathauses“ sprechen werden. Da mit dem ganzen deutschen Volke sich viele hiesige Eltern den Quäkern zu Dank verpflichtet wissen, hofft die Ortsgruppe, mit dieser Versammlung bei Behörden und Parteien, Vätern und Müttern, Aerzten und Lehrern Anklang zu finden. Wir können den Besuch empfehlen. * Nenz Zeugengebühren. Eine neue Gebührenrdnung für Zeugen und Sachverständige für das Reich ist in Kraft getreten. Die Zeitversäumnis wird mit 1 bis 15 Mark für jede angefangene Stunde vergütet. Dabei wird der Erwerb berücksichtigt. Für jeden Tag werden nicht mehr als 10 Stunden vergütet. Handarbeiter, Handwerker und kleine Gewerbetreibende erhalten die Entschädigung auch ohne Zeitverräumnis, Sachverständige bekommen bis 20 Mark für die Stunde, für besonders schwierige Leistungen bis zu 30 Mark. Besteht ein üblicher Preis, so gilt dieser. Für einen Weg von mehr als 2 Kilometer wird eine Entschädigung nach billigm Ermessen oder für jedes angefangene KiloUm für seine edlen Zwecke weitere Mittel zu gewinnen, plant der Kirchenbau=Verein für den August die Veranstaltung einer größeren Feier. ** Westhofen, 22. März. Kirchliches. Der Passionegottesdienst findet heute(Mittwoch) abend in der alten Schule statt. Ergste, 22. März. Einen Theaterabend veranstaltet am kommenden Sonntag, den 26. d. M., der Dramatische Dilettanten=Verein, Ergste, im Kirchhoff'schen Saale unter Mitwirkung mehrerer Verbandsvereine. Zur Aufführung gelangen nur erstklassige Stücke, auf deren Einstudierung die Vereine große Sorgfalt verwendet hahaben, sodaß den Besuchern recht genußreiche Stunden in Aussicht gestellt werden können. Wir wünschen dem Verein ein recht volles Haus. Näheres wird noch durch Anzeige mitgeteilt. Hennen, 22. März. Erste Lehrer prüfung. Der Seminarist Otto Rinke aus der Rheinermark bestand am Seminar zu Herdecke die erste Lehrerprüfung. terer. Die Kraniche ordneten sich wieder zum geschlossenen Zuge und setzten ihren Flug gen Norden fort. Warburg, 21. März. Einbrecher drangen nachts in die am Scherfeder Walde gelegene Gruft der Familie Roßkam aus Scherfede ein, erbrachen, nachdem sie die schweren Sandsteinplatten abgehoben hatten, den Holz= und Zinksarg, rissen diesen der ganzen Länge nach auf und untersuchten die Totenkleider nach Wertgegenständen. Auf die Ergreifung der schamlosen Täter ist eine Belohnung von 5000 Mark ausgesetzt. dem Geheimrat Wiedfeldt. Nach den neuesten Verlautbarungen hat Geheimrat Otto Wiedfeldt, meter 50 Pfennige gewährt. Für einen auswärtigen Aufenthalt soll nicht mehr als 50 Mark, für das Nachtquartier nicht mehr als 30 Mark vergütet werden. Notwendige Begleiter für Jugendliche und Gebrechliche erhalten dieselben Entschädigungen. ** Missions=Vortrag. Am heutigen Mittwoch abends 8½ Uhr wird im Stadtmissions=Saale, Kuhstraße 7, ein Vortrag des Missionars Schneider über seine Missionsarbeit auf der Insel Java stattfinden. Jedermann ist herzlich willkommen. ** Die Unsicherheit nimmt leider auch in unserer Gegend immer mehr zu. So müssen wir schon wieder von einem räuberischen Ueberfall berichten, der sich in den vorgestrigen späten AbendMan färbe daheim aur mit echten Braun'schen Stoffarben und fordere die lehrreiche Gratisbroschüre No. Z. Wilhelm Brauns: O. m. b. H., Quedliaburg a. Pl. Aus den Provinzen. Dortmund, 21. März. Raubmord. Der Arbeiter Reinhold Korpat, der von seiner in Lodz in Polen wohnenden Familie seit neun Jahren getrennt lebte, ist als Leiche aus dem Stadthafen gezogen worden. Da eine Brieftasche„mit 700 bis 800 Mark, eine Taschenuhr und ein Ueberzieher fehlen, liegt die Vemutung nahe, daß an Korpat ein Verbrechen verübt worden ist. Dortmund, 21. März. Die süße Last im stunden auf der Hörderstraße ereignete. In der Nähe der Wirtschaft Sprave wurde ein junger Mann, der sich auf dem Wege nach hier befand, von zwei jungen Burschen angefallen, die ihm seinen Handkoffer, in dem sich Wäsche und andere Gegenstände befanden, entrissen. Ehe sich der Ueberfallene von seiner Ueberraschung erholt hatte, waren die Räuber im Dunkel der Nacht verschwunden. Leider sind bis jetzt alle Nachforschungen der Polizei ohne Erfolg geblieben. ** Krankheits-Statistik. In der letzten Berichtswoche gelangten im Regierungsbezirk Arnsberg 119 Fälle von ansteckenden Krankheiten und 110 Todesfälle zur Anmeldung. Die Volksseuche Tuberkulose marschiert mit 66 Todesfällen an der Spitze; es folgt dann in ziemlichem Abstande Diphtherie mit 32 Erkrankungen und 2 Todesfällen, Scharlach mit 27 Erkrankungen und 1 Todesfall, Grippe mit 22 bezw. 26 Fällen, Unterleibstyphus mit 14 bezw. 5 Fällen und Kindbettfieber mit 12 Erkrankungen und 5 Todesfällen. Der Landkreis Hörde ist an der Statistik wie folgt beteiligt: Diphtherie ein Erkrankungsfall in Sölde, Tuberkulose 2 Todesfälle in Schwerte 1 Fall in Annen, Scharlach 1 Krankheitsfall in Annen, Unterleibstyphus je ein Erkrankungs= und Todesfall in Schwerte. ** Holzen, 21. März. Der kath. kirchenbau=Verein hat in letzter Zeit sehr erfolgreich gearbeitet. So hat er ein neben der kath. Schule belegenes Baugrundstück in Größe von zirka 2¼ Morgen von der Hagener Baugesellschaft zum Preise von 16300 Mark erworben. Dann sind die Vorarbeiten für die Abhaltung eines sonntäglichen Gottesdienstes in der kath. Schule jetzt soweit gediehen, daß in nächster Zeit der Gottesdienst an allen Sonn= und Feiertagen stattfinden kann; die Gemeindevertretung Holzen hat die Benutzung der Schulräume für diesen Zweck bereits genehmigt. Kinderwagen. Auf ihrem Patrouillengang bemerkten zwei Beamte des 10. Polizeibezirks in der Lütgeheiderstraße mehrere Personen, die sich dort zu schaffen machten. Diese liefen, sobald sie die Beamten sahen, weg, ließen aber einen mit Schokolade gefüllten Kinderwagen zurück. Die Feststellungen ergaben, daß die Schokolade der Firma Plaß u. Himsel gestohlen war. Im Wagen befanden sich tausend Tafeln Schokolade und mehrere Dosen Milch. Landendreer, 21. März. Sabotage an Eisenbahn=Anlagen. In den letzten Tagen sind von noch nicht ermittelten Tätern verschiedentlich Sabotage=Akte gegen Eisenbahn=Anlagen verübt worden. So wurden brennende Laternen aus den Signal=Vorrichtungen entfernt, nebeneinanderliegende Weichen= und Signaldrähte mit Bindfaden zusammengebunden oder ganz zerschnitten, so daß sie versagten. Buer, 21. März. Einem Mord in der Grube scheint die Behörde auf die Spur gekommen zu sein. In einem Schacht der Zeche Graf Bismarck wurde dieser Tage der jugendliche Bergmann Rotzmanneck aus Buer=Erle als Leiche gefunden. Zunächst glaubte man an einen Unglücksfall. Jetzt haben sich aber dafür Anhaltspunkte ergeben, daß Rotzmanneck in der Grube erschlagen und dann in den Schacht gestürzt worden ist. Die Untersuchung wird von der Bergpolizeibehörde in Recklinghausen geführt und ist noch nicht abgeschlossen. Paderborn, 21. März. Ein spannender Kampf wurde an einem der letzten Tage nachmittags in der Talle beobachtet. Etwa 200 Kraniche zogen in der Richtung nordwärts. Ueber ihnen schwebte ein Habicht, der dann und wann niederstieß, um eines der Tiere zu rauben. Die Vögel wichen aber geschickt unter großem Geschrei aus. Als einige in der Nähe wohnende Jäger auf die Kraniche und den Habicht schossen, verschwand letzwährend man ihnen hatte weismachen wollen, sie fürden auch in gewohnten Sonntagsröcken auftreten. Setti und Netti aber fühlten eine große Befangenheit, denn noch nie war eine Hochzeit in Münsterburg gewesen, an welcher die Braut so wenig ekannte Gesichter unter den Hochzeitsgästen sah. Indessen schuf das gute Frühmal, verbunden mit dem sonnigen Tage, bald eine vertrautere Stimmung, und der Extrazug in der Bahnhalle nahm eine zur Heiterkeit ziemlich gleichmäßig vorbereitete Gesellschaft auf. In einer Stunde war man an Ort und Stelle. Auf dem Stationsplatze bliesen acht gediente und geübte Musikanten einen schönen Marsch, bis der Zug anhielt und die Inassen ausgestiegen; im Wartesaal begrüßten die versammelten Gäste von der Landschaft die Ankommenden nud ordneten sich mit denselben zum Gange nach der Kirche. Beim Heraustreten machte die Musik kehrt und führte den Zug unverweilt mit lingendem Spiele in den Tempel. Der Teil des Polkes, das nicht schon dort saß, besonders die Jugend, lief nebenher, am dichtesten, wo die denkwürdigen Zwillingsbrüder und die geschmückten, cvenso merkwürdigen Bräute gingen. In der gefüllten Kirche standen auf der Empore in der Tat zwei Häuflein Sänger, jedes von einem Schulmeister mit gelber Stimmpfeise angeführt, die ihm zugleich als Taktstock diente. Takt im weiteren Sinne besaßen sie nicht genug, denn statt sich als ein Chor zusammenzutun, hatten sie sich aufgestellt, als ob sie gegeneinander das bekannte Pitschgauer Wallfahrtslied singen wollten. Dennoch intonierten sie gemeinschaftlich unter dem Schwingen der zwei Stimmpfeifen ganz ordentlich ein kirchliches Lied, welches vom Gemeindegesang sräftig gedeckt wurde. Der Pfarrer verlas hierauf ein eigens verfaßtes Gebet, welches den kirchlichen Sinn und die Rechte des freien Denkens gleichmäßig vertrat, und hielt eine schöne Predigt oder religiöse Rede über das gefeierte Ereignis, dasselbe mehrseitig erklärend und zu einer Parabel ausgestaltend, die ügemein wohlgefiel und wahrhaft erbauend genannt wurde. Zum Schlusse trugen die Sänger eine treffliche Komposition von Uhlands„Brautgesang“ vor, die ihnen etwas schwieriger wurde, als der vorherige Choral, indem sie jetzt ohne die Gemeinde singen mußten und die gelben Stimmpfeifen nicht ganz gleich auf und nieder gingen. Auch war im Texl durch den heutigen Sonderfall eine kleine Aenderung als geboten erachtet worden. Statt des Einganges: Das Haus benedei' ich und preis’ es laut, Das empfangen hat eine liebliche Braut; Zum Garten muß es erblühen; wurde gesungen: Das Haus benedei' ich und preis' es heut, Das empfangen hat zwei liebliche Bräut' usw. und statt:„Aus dem Brautgemach tritt eine herrliche Sonn“, hieß es:„tritt eine doppelte Sonn“ Allein niemand bemerkte die unnötige Verschlimmerung, und die kleinen Takt= und Harmoniewirren fanden duldsame Hörer. Zufrieden mit dem guten Willen, wenn es unter sich ist, betrachtet das Volk eine stramme Kunstübung eher als aristokratisches Wesen, und ist durch alle Schichten hindurch darauf aus, eifrig zu demokratisieren, was in seinen Bereich kommt. So ungefähr äußerte sich Martin Salander der Gattin gegenüber, als sie später neben ihm am Tische sah der Dr. in Direktor bei den Kruppschen Werken, den ihm angetragenen Posten des Washingtoner Botschafters angenommen. Eine amtliche Bestätigung ist natürlich erst dann zu erwarten, wenn die Zustimmung der Vereinigten Staaten vorliegt, die vorerst noch ausstehl, aber zweisellos gegeben werden dürfte. Berlin, 21. März. Das Einverständnis amerikanischen Regierung zur Ernennung Wiedfeldts zum deutschen Botschafter Washington ist heute in Berlin eingetroffen. Entsetzliche Nachricht. Schilda=Berlin, 20. März. Vorgestern ist es in Berlin zu Ausschreitungen der streikenden Müllkutscher gekommen. 30 von ihnen warfen in der Köpenikerstraße einen Müllwagen um und ergriffen darauf die Flucht. Russische Maschinenbestellungen in Deutschland. Berlin, 20. März. Nachdem die Sowjet=Regierung bereits vor kurzem größere Maschinen=Bestellungen in Deutschland gemacht hatte, ist nunmehr wieder ein Auftrag beim Lokomotiv=Verband auf Lieferung von weiteren 300 Lokomotiven eingegangen. Fliegerlandung auf der Zugspitze. Aus München melter der Draht: Der Fliegerhauptmann Hailer ist am 19. März, vormittags um 10 Uhr 30 Minuten, mit zwei Begleitern auf einer Rumpler=Maschine 500 Meter unterhalb tes Gipfels der Zuspitze glatt gelandet. Die Begleiter waren Ingenieur Theo Rockenfeller und Sportphotograph Willy Ruge aus Berlin, welche die gewagte Expedition im Film festhielten. Weltrundschau. In Erwartung der deutschen Pleite. TU Paris, 21. März. Das französische Nußenministerium ist äußerst gespannt, welche Maßnahmen die deutsche Regierung zur Verhinderung des weiteren Sinkens der deutschen Mark ergreifen wird. Die Havas=Agentur in Berlin wurde beauftragt, Nachforschungen anzustellen, und asie Berichte dringend zu übermitteln. Aus dem neuen Königreich Aegyten. Kairo, 21. März. Während der ägyptische König von der Parade zurückkehrte, fanden feindliche Demonstationen statt. Die Menge bewarf die Polizisten mit Steinen. Die Polizisten schossen auf die Menge, wodurch mehrere Personen verwundet wurden. Ein Attentat gegen den japanischen Kaiser. Paris, 21. März. Eine Havas=Meldung aus Tokio bestätigt die Nachricht eines beabsichtigten Attentats gegen den kaiserlichen Palast. Der Attentäter, der bei dem Versuch; das Schloßtor zu überschreiten, durch die Explosion der Bombe, die er bei sich trug, getötet wurde, sei ein Arbeiter namens Jujita. Kins. Stuttgart, 22. M Pürttemberg in sarbeiter im Streik. 110400 Arbeitern ha sten Freitag gekündi Rathen TU Berlin, 222. Union zuverlässig nächsten Kabinettssi nua vorbringen. E sem Zeitpunkte an ferenz, die bisher vr geführt worden sin werden(1) Der Flieger an TU München, 2. hauptmann Heile tersturzes auf der dem 2964 Meter h seinen zwei. Beglei und dem Filmop schneit. Schneefall und Berlin, 22. Mä waldes ist die Ter herrscht ununterbr. ehirge ist star Neuschnee erreicht: sportverhältnisse si Eröffnung de TU London, 2 Königs eröffnete Londoner Süd=We Rekonstruierung h „Waterlo“ ist jetz und mit deut sehen. (Für Artikel unt Redaktion nur di Die Der Bericht in März über den V „Was wird aus zwingt uns zu e Aus den Eine kirch wrd in der Kirchenselbstve internationaler abgehalten werden 26 Li und bemerkte, es dünke sie, die Sänger hätten ein wenig stark falsch gesungen. „Und das Volk hat recht!“ schloß er. „Warum recht?“ Früher, es ist freilich lange her, dachtest du anders, als der Wohlwend so falsch sang und deklamierte!" „Hm! Ja, das heißt, es ist nicht der gleiche Fall! Dieser tat es in einer gebildeten Welt, in mitten eines Vereines wohlgeübter Leute, die er störte. Hier hätte er niemandem die Freude verdorben!“ Marie Salander ließ aber den Mann noch nicht, los von dem leise geführten Zwischengespräch,# „Es will mir aber doch scheinen, daß es nicht ganz recht sei, das gute Volk nicht auch darüber aufzuklären. Was brauchen sie denn so schwere“ Stücke zu singen, die sie nicht ausführen können? Mich dünkt, wer in der einen Sache pfuscht, gewöhnt es sich auch in allen anderen Dingen an, und man darf ihm zuletzt nirgend mehr die Wahrheit sagen, er leidet es einfach nicht!" Martin schwieg hierzu eine Minute und sann, in das kelchglas blickend, das er in der Hand hielt. Dann ließ er es sanft an das ihrige klingen und sagte: „Trink auf deine gute Gesundheit, Marie! Du sollst den ersten Toast haben an dieser Hochzeit, ganz im stillen! Und jetzt wollen wir der Sache den Lauf lassen!“ Sie trank unverweilt einen besseren Schluck, als gewöhnlich, und mit ihm einen jener kurzen Sonnen= und Silberblicke, die mit der Länge der Zeit sich immer mehr verlieren, wenn die Menschen sich in Wind und Wetter leise ändern, sodaß die Klugen weniger klug, die weniger Klugen Narren, und die Narren oft schnell noch Halunken werden, eh' sie sterben, wie wenn sie Gott weiß was versäumen.(Fortsetzung folgt): Nay den Evangelischen Eintritte in beweist, daß eine deutliche hat Lahmle Der Pfarrnen Nord=Sch deutschen Gott Gemeindegliek zweiten Pasto deren kosten gen. Ein en schriften ist e dänische Kirch so daß vorläu tesdienst Worte? Bibel fand Wittenberg Bibel als sowohl den etwas zu um die Bi Unter stär Worten:§. Die Nachde im letzten fertiggestell 543 Sprat in 40 weil Die ne die sogena Auerb n einzeln wieder zum gelug gen Norden echer drangen gelegene Gruft e ein, erbrachen, inplatten abgesarg, rissen dieind untersuchten inden. Auf die ist eine Belohnt. rungen hat GeDirektor bei n a n g e t r a g e n e n fters angenomist natürlich erst nmung der Verist noch aussteht, rfte. verständnis der Ernennung Dr. Botschafter in igetroffen. t. gestern ist es in streikenden on ihnen warfen wagen um und n Deutschland. e Sowjet=Regiekaschinen=Bestelltte, ist nunmehr iv=Verband auf motiven eingeugspitze. r Fliegerkärz, vormittags Begkeitern auf er unterhalb tes Die Begleiter Iler und Sportrlin, welche die sielten. in Pleite. inzösische Nußent, welche Maßir Verhinderung Mark ergreifen lin wurde beauf, und asie BeAegyten. ägyptische König en feindliche Menge bewarf Polizisten schosehrere Personen schen Kaiser. as=Meldung aus s beabsichtigten glast. Der Attenhloßtor zu überBombe, die er Arbeiter namens ss inger hätten ein ß er. ist freilich lange ohlwend so falsch nicht der gleiche ildeten Welt, in r Leute, die er die Freude verMann noch nicht, chengespräch. en, daß es nicht ht auch darüber denn so schwere sführen können? ache pfuscht, geeren Dingen an, mehr die Wahrht!“ inute und sann, i d e r H a n d h i e l t. rige klingen und eit, Marie! Du dieser Hochzeit, ir der Sache den eilt einen bessemit ihm einen licke, die mit der verlieren, wenn Wetter leise änlug, die weniger oft schnell noch ie wenn sie Gott ortsetzung folgt): Der Metallarbeiterstreik in Süddeutschland. Stuttgart, 22. März. Zurzeit befinden sich in Württemberg in 180 Betrieben 41.080 Metall###rbeiter im Streik. In weiteren 30 Betrieben mit 10 400 Arbeitern hat die Arbeiterschaft zum nächsten Freitag gekündigt. Rathenau in Bereitschaft. TU Berlin, 222. März. Wie die Telegraphenunion zuverlässig erfährt, wird Rtthenau in der nächsten Kabinettssitzung sein Programm für Genua vorbringen. Es ist anzunehmen, daß von diesem Zeitpunkte an alle Vorarbeiten für die Konferenz, die bisher von den einzelnen Ressorts durchgeführt worden sind, in seiner Hand konzentriert rchen) igscnet. Der Flieger auf der Zugspihe eingeschneit. TU München, 22. März. Der bayrische Flieger hauptmann Heiler ist nach Eintritt eines Wettersturzes auf der Knorr=Hütte, 900 Meter unter dem 2964 Meter hohen Gipfel der Zugspitze, mit seinen zwei. Begleitern, Ingenieur Rockefeller und dem Filmoperateur Ruge, völlig eingeschneit. Schneefall auch im Schwarzwalde und im Riesengebirge. Berlin, 22. März. Im Gebiete des Schwarz= waldes ist die Temperatur stark gesunken. Es herrscht ununterbrochen Schneefall. Im Riesensehirge ist starker Schneefall eingetreten. Der Neuschnee erreicht 20 Zentimeter Höhe. Die Wintersportverhältnisse sind die denkbar besten. Eröffnung der größten Eisenbahnstation der Welt. TU London, 22. März. In Anwesenheit des Königs eröffnete die Königin die Endstation der Londoner Süd=West=Eisenbahn. Die Arbeiten zur Rekonstruierung haben sich über 20 Jahre erstreckt. „Waterlo“ ist jetzt die größte Station der Welt und mit deutschen Einrichtungen versehen. Eingesandt. (Für Artikel unter dieser Rubrik übernimmt die Redaktion nur die vreßgesetzliche Verantwortung. Die Schule zu Villigst. Der Bericht in der„Schwerter Zeitung“ vom 20. März über den Vortrag des Herrn Pastor Ohlig: „Was wird aus, unserer Schule in Villigst?“ zwingt uns zu einer Richtigstellung: Wir glauben gern, daß Herr Paster D. Klarheit und Wahrheit hat schaffen wollen; wollen wir Anhänger der Gemeinschaftsschule nicht dasselbe? Der Herr Redner hat sein Ideal, die ev. Konessionsschule in den herrlichsten Farben gezeichnet, die Gemeinschaftsschule aber nur düster und abschreckend gemalt. Er betonte in seinen Ausführungen ausdrücklich:„Ich würde mein Kind nie und nimmer einem tath. Lehrer anvertrauen! und verlangte, daß aller Unterricht(Deutsch, Geschichte, Erdkunde, Gesang usw.) wie auch die bildliche Darstellung in dem von ihm verteilten Flugblatte beweist, von konfessionellem evang. Geist durchdrungen sein muß. Wie kann der Herr Seelsorger von den kath. Eltern das verlangen, was er für sich und seine Anhänger so entschieden ablehnt. Was dem einen recht ist, ist doch bekanntlich dem anderen billig. Man kann von den kath. Eltern in Villigst, die doch auch gute Christen sind, doch unmöglich erwarten, daß sie ihre Kinder in der Schule evangelisch erziehen lassen. Daß die kath. Kinder diese Schule besuchen dürfen, mag zutreffen, ob es aber, wie es in dem betr. Bericht heißt, selbstverständlich ist, daß sie diese Schule besuchen werden oder sogar müssen, bezweifeln wir mit Fug und Recht. Wie ist es nun mit der Antwort, die der Herr Berichterstatter vermißt? Nach der Art und Weise, wie die Versammlung verlief und von dem Herrn Redner und einigen seiner Freunde zur Schließung der Versammlung gedrängt wurde, war es unmöglich, die für uns so wichtige Antwort in zwei Worten zu geben. Bei unbeschränkter Redefreiheit, hätte„einer der mitgebrachten Leute“, wie ein vom Elternbeirat eingeladener Herr, der auch ein Mitglied der Schwerter kirchengemeinde ist, von Herrn O. betitelt wurde, die Antwort klar und desutlich gegeben und würde nach sachl. Antwort des betr. Herrn, der leider nicht zu Worte kam, die verhältnismäßig kleine Anzahl Anhänger des P. O. erheblich zusammengeschmolzen sein. In der sich dann anschließenden Versammlung der Freunde der Gemeinschaftsschule wurde diese Frage ausführlich behandelt Eine Antwort an dieser Stelle ist unmöglich, denn es hieße das ganze Problem der Gemeinschaftsschule auftollen. Wir werden sie aber gern in einer kommenden öffentlichen Versammlung geben und versprechen unsern Gegner schon heute unbe schränkte Redefreiheit, der wir uns gestern leider nicht erfreuen durften. Der Herr Berichterstatter weist am Schluß seines Berichtes auf die„große“ Zahl der Zurückbleibenden hin, die siek zur evangel. Schulgemeinde Pilligst zusammengeschlossen haben. Die Entscheidung, wo die größere Zahl wäre, überlassen wir getrost den Versammlungsteilnehmern, daß aber die doppelte Anzahl der Ellern von Schul kindern bei une war, konnten wir gleich zu Beginn unserer Versammlung feststellen. Wii glauben, diese für uns so ernste Frage, durch eine Zeitungspolemit nicht klären zu tönnen und werden in der bereits oben erwähnten Versammlung Klarheit und Wahrheit schaffen. Der Elternbeirat der Schule zu Billigst. Städt. Schauspielhaus Hagen. Mittwoch, 22. März, abends 7,30—110,30 Uhr:„Das Schwarzwaldmädel", Operette in Aufzügen von von Leon Jessel. Donnerstag, 23. März, abends 7,30—10,15 Uhr: „Die deutschen Kleinstädter“, ein Lustspiel in 4 Aufzügen von August v. Kotzebne. il uungneadnns Shnunnannsnunnannmune. Handel und Börse Ag Wochenmarkt in Schwerte. Auf dem heutigen Wochenmarkt wurde noch weniger Gemüse angeboten als in der Vorwoche. Für unsere Hausfrauen beginnt jetzt bald bezüglich des täglichen Speisezettels eine böse Zeit, da auch die Vorräte an eingemachtem Gemüse zur Neige gehen. Der wenige Weißkohl war schnell verkauft, trotzdem das Pfund 5,50 Mark kostete und die Beschaffenheit nicht immer einwandfrei war. Für Zwiebeln mußten 7 Mark bezahl: werden, für Möhren 5,50 Mark. Eier waren reichlich vorhanden, sie kosteten 3 Mark bis 3,20 Mark das Stück, Apfelsinen 3.50 und Aepfel 10 Mark das Pfund. In Fischen aller Art war reichlich Auswahl; der Preis stellte sich im Durchschnitt auf 6 Mark. Berliner Börsenkurse vom 21. März 1922 mitgeteilt vom Barmer Bank=Verein, Schwerse 5% Deutsche Reichsanleihe....... 7 Barmer Bank=Verein......... Deutsche Bank Diskonto Dresdner Bank 368 banb eimer=Bch. Allgem. Elektr.=Ges. Baroper Walzwerk............ Bochumer Guß 240 Bösperde Walzwerk Daimier Motoren Deutsch=Luxemburg............. Deutsche Kaltwerke Dynami Elders Furbw. Essener Steinkohlen...... Gelsenkirch. Bergw 1202 Gasmot. Deutz....... 828 Harpener Bergw. Hoesch Humboldt Masch. Mannesmann Oberschles. Eisenb.=Bed. Orenstein& Koppel........... Phönix Bergbau...... Reisholz Pap................690 Rhein. Stahlwerke.....! Rombacher Schuckert 769 Siegen=Solingen.......... 690 Ver. Di. Nickelwerke........... 1694 Westf. Draht=Ind........ 620 Westf. Eisen, Langendreer......... Auslands=Wechselkurse der Berliner Börse (Devisenkurse) Man zahlle deuische Mark: für am 20 3. 100 belgische Franken.. 2597,40 100 dänische Kronen... 6393.60 1 englisches Pfund. 1333,65 100 französische Franken.— 100 holländische Gulden 11263.70 100 italienische Lire.... 1548,45 100 polnische Mark....— 100hschwedische Kronen.. 7932,05 100 schweizerische Franken 5954,— 100 tsche zische Kronen.. 510,45 am 21. 6. 2445.05 6153,89 1262.70 2602,35 11030,95 1473.05 7,12 7552.40 5644,35 496.50 Ein Dollar..... 304,69 288,21 Kohlenbericht Elektrizitätswerk„Mark“. Aus dem Leben der Kirchen. Eine kirchliche internationale Kon erenz wrd in der Zeit vom 5.—11. August vom Kirchenselbstverbande zur Förderung der internationalen Verständigung in Kopenhagen abgehalten werden. Auf der Konferenz werden 26 Länder vertreten sein. Nayh den statistischen Erscheinungen des Eoangelischen Kirchenamtes in Halle sind 378 Eintritte in die Kirche erfolgt. Diese Zahl beweist, daß für die Kirchenaustrittsbewegung eine deutliche rückläufige Bewegung eingesetzt Lahmlegung deutschen Gottesdienstes in Nord=Schleswig. Der Pfarrer von Rintelés im dänisch gewordenen Nord=Schleswig hatte sich geweigert, weiter deutschen Gottesdienst zu halten, und den deutschen Gemeindegliedern geraten, die Anstellung eines zweiten Pastorl, auf die sie ein Recht hätten, und deren kosten der Staat tragen würde, zu verlangen. Ein entsprechender Antrag mit 160 Unterschriften ist eingereicht worden, der überwiegend dänische Kirchenvorstand hat ihn jedoch abgelehnt, so daß vorläufig überhaupt kein deutscher Gottesdienst in Rinkelis stattfindet. Bibel und Volksbildung. Worte dankbarster Anerkennung für die Bibel fand der Kullusminister Boelitz bei der Wittenberger Lutherfeier Er bezeichnete die Bibel als unvergängliches Volksbuch, das sowohl dem Kind als auch dem Gebildetsten etwas zu geben vermag. Er wolle alles tun, um die Bibel unseren Schulen zu erhalten Unter stärkstem Beifall schloß er mit den Worten: Heran an die ewigen Sterne! Die Bibel in 543 Sprachen. Nachdem die Londoner Weltbibelgesellschaft im letzten Jahrzehnt zehn neue Uebersetzungen fertiggestellt hat, ist die Bibel nunmehr in 543 Sprachen übersetzt. An der Uebersetzung in 40 weilere Sprachen wird gearbeitet. Die neueste deutsche Bibel=Uebersetzung ist die sogenannte Auerbacher Bibelumschreibung u einzelnen Hesten und Büchern alten und Mannes der Gegenwar, also volkszlümich, Rgelscheiheologschen ohne jeden fremdländischen oder gekünstelten Goldenes Ausdruck, echt und klar.— Ein Einzelhest: Prophet, Eoangelium, Brief oder Geschichisbuch kostet je nach Umfang 2.50 oder 3.50 Mk. Der Vertrieb für Westfalen ist bei Carl Braus in Schwerte. Grziehung und Unterricht. 30000 nellenlose Lehrer. Im Bildungsausschuß des Reichstages wurde mitgeteill, daß Ostern d. Is. rund 30000 stellenlose Lehrer vorhanden seien. Im Ausschuß war man sich über die Notwendigkeit einer Abhilfe einig. Den Junglehrern sei eine Beschäftigung in anderen Berufen zuzuweisen und ihnen bei einer späleren Anstellung diese Warlezeit bei der Berechnung ihrer pensionsfähigen Dienstzeit anzurechnen. Der Bund„Haus und Schule“ Die 50jährige Doktorjubelseier beging am 14. März der emer. ord Professor der Mathematik an der Universilät Münster Geh. Reg.=Rat Dr. phil Wilhelm Der Gelehrte, der im 75. Lebensjahre steht, promovierte 1872 in Berlin. Neue Ehrendoktoren der Theologie. Die Kieler theologische Fakultät hat die Würde eines Ehrendoktors der Theologie den ord. Professoren der alltestamentlichen Theologie und Exegese Lic. Emil Balla in in Kit Münster und Lic. Gerhard Greifswald verliehen. Die Schweigepflicht Eine Dame der Budapester Gesellschaft „suchte vor einigen Monaten ihren Hausarzt Bauf, der bet ihr eine verdächtige Krankheit ststellle. Der Arzt bat von dem Ergebnis s und Schul. ptsesiteur...—... befrgundeten Gotten wird seine diesjährige Reichsbundestagung„Ider Konsultation dem ihm besteund##en. vom 20.—24. April in Dessau veranstalten###de Dame Mitteilung gemacht, was die EinDie Festpredigt hat Generalsuperintendent Fleitung einer Ehescheiduge# geegg, Shez 9. 3ölluer- Münster übernommen. Vong bruchs zur Folge haue. I. augesprochen, den zahlreichen Vorträgen heben wir heroor: auch kalsächuch die Scherbrgegziegenen Hame lehren wir Evangelium?“ Prof. D.' hal aber auf Anltag der##### Tame f= Bonn.—„Christliche Wie Pf ennigsdorf=Bon Unterweisung und alles Testamen!“ Frau Oberin von Tilling. Ein Holländer spricht über das holländische christl. Schulwefen und Lic. D. Zimmer=Breslau über den gegenwärtigen Schulkampf. Außerdem finden statt: Evangelisationsvorträge, Erziehungsvorträge, ein Familienabend und eine Musikaufführung. Große Spende sür die Francheschen Stistungen Am 12. März fand eine von elwa 1000 Personen besuchte Elternversammlung der Franckeschen Stislungen statt, an der auch mehrere Landlagsabgeordnete. Verlreter der Stadt und der Universität teilnahmen. Freudige Genugtuung rief die Mitleilung hervor, daß eine Spende von einer halben Million von einer nicht genannten Stelle für die unveränderle Fortführung der Franckeschen Süiftungen eingegangen sei. Wissenschaft und Hochschule. Eine evangelisch=theologische Fakulicht in F anhfu. Die außerordentliche evangelische Bezirkssynode beschloß, den Betrag von 12000 Mk. zur Verfügung zu stellen, damit an der Frankfurler Universität drei Lehraufträge für evangelische Theologie, welche die Grundlage die Aklen der Staalsanwaltschaf: übermittelt, damit diese gegen den Arzt das Verfahren wegen Verletzung des ärztlichen Berufsgeheimnisses einleite. Diesem Antrag ist stattgegeben„worden. Es wurde die Anklage erhoben, und in der Verhandlung, die gegen den Arzt statifand, hat das Gericht den Arzt zu zwei Monaten Arrest verurteill. Himmel und Grde. Die Sonnenfinsternis am 28 Mä z. Es handelt sich um eine sogenannte ringförmige Finsternis, die dadurch entsteht, daß der Mond zwar vor die Sonne tritt, sein Durchmesser aber wesentlich kleiner ist als der der Sonne. Während der zentralen Verfinsterung bleibt also ein leuchtender Lichtder Sonne bestehen, was mit dem Aus„ringförmige Finsternis“ gesagt wird. ringförmige Finsternis am 28. März nun bei uns nur teilweise zu der größten Verfinsterung zeigt sich die Verdunkelung der Sonnenscheibe in linsensö mmiger Form. In Norddeutschland wird nur ein Fünftel der Sonnenscheibe versinstert. Der Being ugr, Bo gus erfolgt in Deutschland etwa um 2 U0-——.—; größte Phase der Verfinsterung etwa 3 Uhr 30 Min., Ende gegen 1 Uhr 25 Min. ring druck Die ist In Eine und Abstammung gegeben von Ktt Bei der Beobachtung der Erscheinusig müssen zum Schutze der Augen gegen. das grelle Sonnenlicht gesärbte Gläser verwendet werden. Kunstnachrichten. Nikischs Nachsolger in Leipzig. Me dungen aus Leipzig zufolge kommen als Nachfolger Artur Nikischs für die Leitung der Leipziger Gewandhauskonzerte Wilhelm Furlwängler und Prof. Abendrot(Köln) in Betracht Richard Schön; Der frühere Generaldirektor der staatlichen Museen, Wirklicher Geheimer Rat Dr. Richard Schön, ist am 8 März in Berlin=Grunewald im Alter von 82 Jahren gestorben. Dem Hisorike= Kail Lampfecht wird in Schulpforta; der Ruhestätte des berühmten Leipziger Gelehrten ein Denkmal ertichlet, dessen Modell der Leipziger Bildhauer Paul Pfeiser jetzt vollendet hat Bühnenschau. Die Oberammergauer Festspiele und die Lebensmittelversorgung. Die Gemeinde Oberammergau halle für Sonnabend und Sonntag die Vertreler der größeren Zeitungen zu einer Beralung eingeladen. Diese haben die Ueberzeugung, daß die Gemeinde alles gelan hat und tut, um die einheimische Bevölkerung im Lebensmittelbezug der Menge und dem Preise nach sicherzustellen. Die Spieltage wurden nunmehr endgunig festgesetzt der 14., 21., 25 und 28. Mai. der 5., 11., 18, 25. und 29. Juni, der 2., 5., 9, 12., 16, 319., 23, 26. und 30 Juli, der 2., 6., 9., 13, 215 ,520., 23., 27. und 30 August, der 3. * 10., 17, und 24. Seplember. Nach Bedarf ###sinden weitere Miederholungen statt. Vom Büchertisch. • Alle unter dieser Rubrik besprochenen Bücher sind in der Buchhandlung Carl Braus zu haben. Welche Vornamen wollen wir unserm #kKinde geben? Sammlung von mehr als 1200 männlichen weiblichen Vornamen mit Angabe ihrer und ihrer Bedeutung HerausHermann Oesterwitz Mit einem Geleitwort von Rektor K. Wehrhan, Frankfurt am Main. Preis 4 Mk. Das Schriftchen wird sich als trefflicher Rat geber für alle Eltern erweisen, die nicht wissen, welchen Namen sie ihrem Kinde geben sollen Es ist zuverlässig. Daß angegeben wurde, aus welcher Sprache die Namen stammen, ist dankenswert Möchten doy alle Eltern ausschließlich unsere wohltönenden und sinnvollen deutschen Namen wäblen — Danksagung. Auf diesem Wege sagen wir Allen, auch besonders den Vereinen, für die vielen Beweise herzl Teilnahme und für die zahlreichen Kranzspenden beim Hinscheiden unseres lieben Sohnes, unsern herzinnigsten Bank. Famiie Franz Henneböhle und Angaste„Alcbier. Die Welthu tsei Danksagung. Für die vielen wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange uns.rer lieben Entschlafenen Frau Elly horn sagen herzlichen Dank Die trauernden Hinterbliebenen. u Trauerbriefe liefert schnellstens Druckerei C. Braus Pu Mittwoch, den 22. abends 3½ Uhr: Vortrag des herrn missionars Schneider aus Java Stadimissionssaatkuhstruper Jedermann herzlich willkommen! 2 lachlige niempher in dauernde Stellung sofort gesucht. Karl Dröge, Reparaturanstalt für Wasser- und Gasmesser S. m. b.h. Junge Mädchen für die Kartonnagen=Abteilung gesucht. Friedrich Doßmann, Iserlohn treten neuerdings in den Vordergrund des allgemeinen Interesses. Der Zeiger des öffentlichen Lebens rückt auf Genua. Pflicht und Bedürfnis für jeden deutschen Staatsbürger ist aus diesem Grunde eine genügende Verorientierung in allen Wirtschaftsfragen um den kommenden Erörterungen umso interessierter folgen, und eine sichere Wertung der erzielten Resullate vornehmen zu können. In Ihrer Eigenart als Industrie- und Handelsorgan des rhein.- westf. Industriegebietes bietet die ständige Lektüre der Moctfäligchen 7 Sllelischen nei eingehendes und umfangreiches Material zur Beurteilung aller wirtschaftlichen Vergänge des la- und Auslandes in umfangreicher Weise, denn sie ist nicht ner im Reiche selbst, sondern auch weit über Deutschlands Gaue hinaus als führendes Wirtschaftsblatt anerkannt und geschätst. Bestellungen auf die RIVZ nehmen die bekannten Geschäftsstellen, Hauptvertretungen u. alle Postaustalten entgegen. I. Zeih 5 5 95 Essen, Theaterplatz 8/10— Fernsprecher 6701—.: Verdingung. Die Arbeiten zur Herstellung eines Regenwasserkanales in der Hagenerstraße an der Frank'schen Besitzung sollen vergeben werden. Verdingungsunterlagen sind vom Stadtbauamt (Zimmer 24), wo auch die Zeichnung zur Einsicht offen liegt, gegen Erstattung von 10.—4Mark zu beziehen. Verschlossene, mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis zum 25. März ds. Is., vermittags 10 Uhr, ebendaselbst einzureichen. Schwerte, den 20. März 1922. 1329 Der Magistrat: Rohrmann. Mendenerstraße. 1287 6 Sommer 1922 sind erschienen. Sans 1 Aueusehun S ISsan. Sungntsger an Hilnderhlelbung 8 Jeder Band mit großem 8558 Schnittmusterdogen 585 Bachhandig. E. Graus Bekanntmachung. Die von mir angeordnete Sperrung' der Schwerter Provinzialstraße in der Strecke von Ergste bis Letmathe wird bis zum 26. ds. Mts. verlängert. Iserlohn, den 20. März 1922. 1324 Der Landrat: Dr. v. Kornatzki, Regierungsasse ssor. Peasciche Saeshäscsel heuhäcksel Melasse grober Mais Helneht Roggenschrot empfiehlt L. Weinberg. Bekanntmachung. Im Auftrage des Herrn Regierungs=Präsidenten in Arnsberg übertrage ich hiermit dem Tierarzt' De. West hoff in Aplerbeck die Ausübung der Schlachtvieh= und Freischbeschau im Schaubezirk 11 des Amtes Aplerbeck, umfassend die Gemeinden Holzwickede, Sölde, Hengsen und Opherdicke in Fällen der Behinderung des Herrn Tierarztes Hurlbrink in Holzwickede unter dem Vorbehalte jeberzeitigen Widerruses. 1313 Hörde, den 16. März 1922. Der Landrat: gez. Hansmann, Kurkosseil eingetroffen. d. R. hesse Hagener Straße. Auf meinem Grundstück, Rosenweg 34, liegt dauernd Gift. Bitte die Hühner ond Hunde festzuhalten. Kruse, Hozen Mutterberatung Schwerte Mittwoch, den 22. Möss 1922 nachmittags 2½ Uhr Schworte, altes Rathans, Brüchsr. Zur Saat empfehle: Pelikafer Gelbhafer 1. Absaat. L. Weinberg. Eitern! 6. For=Howard nad Miß 6. A. von der Berliner Zentrale der Quäker spreche## am Donnerstag, dem 28. März, abends 8 Uhn im Kinesaal„Zum alten Rathaus“ über Die Quäker (ihre Geschichte, ihre Ziele, ihre Stellung im Weit# kriege, ihr Hilfswerk in Deutschland) Freie Aussprache! Eintrittspreis 2.— M Deutsche Kriedensgesellschaft Ortsgruppe Schwerte. K Wobnungstausch! Gelsenkirchen- Schwerte Tausche meine 3 große Zimmerwohnung in Gelsenkirchen gegen 4 Zimmer wohnung in Schwerte Zu erfr hier, Moltkestr. 19, vart Freundlich sucht für sofort junges gebildetes Mädchen Preis Nebensache 1322 Angebote an Dammstr. 19, Büro. 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Bachlaftalung Saft Braus, Bellweite. 00 S 0 ** 1 S 327 S 2 220— S 5 Sp 9 ( mit besonderem Ausflug; aber Wochen und Wochen verstrichen, ohne daß auch nur die geringste Annäherung zu bemerken gewesen wäre. Schließlich öffnete ich ihm das Haus, weil ich glaubte, daß die Sehnsucht nach der Freiheit alle anderen Gefühle in ihm erstickt hätte. Er war auch bald wieder mein regelmäßiger Morgengast, während seine designierte Gattin zu dem„Feldpöbel“ in den großen Schlag flog; sie kehrte zwar jeden Abend in ihre elegante Wohnung zurück, aber ihr Herz blieb drüben, und zwar bei einem schlichten blauen Wildflieger. Mein großer Engländer, er hatte sich auf den Namen „Lord“ zu hören gewöhnt, machte in meinem Arbeitszimmer die Bekanntschaft des jungen„Fräulein Rothschild“, eines zierlichen weißen Täubchens, dessen Flügel einen schildförmigen roten Besatz hatten. Er freite sie vom Fleck weg und führte sie in sein schönes eigenes Haus, das die Engländerin bereits verlassen hatte, um ihrem Geliebten in sein ärmliches Nest zu folgen. Ich hatte es nicht zu bereuen, denn beide Paare zogen viele und sehr schöne„Kinder“, meist durch die guten Eigenschaften beider Rassen ausgezeichnet. Ehebruch findet sich ebenfalls im Taubenschlag, und auch der verheiratete Don Juan ist nicht ohne Beispiel... tout comme chez nous. Welt und Zeit. Mit dem Phonographen gemartert. Eine ganz reue Jorm grausamer Behandlung hat ein Amerikaner erfunden, der seiner Frau überdrüssig war und von ihr loskommen wollte. Die Sache kam in der Verhandlung über eine Scheidungsklage zur Sprache, die eine Mrs. Euma Hollums aus Newark wegen Grausamkeit gegen ihren Gatten eingeleitet hatte. Der Mann hatte eine leidenschaftliche Liebeserklärung an eine junge Frau, auf die seine Gattin eifersüchtig war, in einen großen Phonographen hineingesprochen und den Apparat dann nachts vor der Tür ihres Schlafzimmers aufgestellt, so daß die unglückliche Frau die ganze Nacht hindurch die außerordentlich laute Wiedergabe der seurigen Liebeserklärung ihres Mannes an die andere mit anhören mußte. Als seine Frau ihn dann zur Rede stellte, erklärte er harmlos, daß er von nichts wüßte, und auch seine Geliebte beteuerte, daß der Argwohn der Frau völlig unbegründet wäre. Wenn andere Leute zugegen waren, benahmen die beiden Liebenden sich äußerst zurückhaltend, so daß niemand dem Verdacht der jungen Frau Glauben schenken wollte. Tabei versicherten die beiden unaufhörlich, die Frau litte an Halluzinationen; sie bezweckten augenscheinlich, die Frau auf diese Weise um den Verstand zu bringen. Endlich gelang es jedoch der Frau mit Hilfe ihrer Verwandten, sich des Phonographen, der sie so furchtbar gequält hatte, zu bemächtigen, und dieser wichtige Zeuge mußte auch vor Gericht erscheinen, wo die laute Liebeserklärung, die er hören ließ, allerdings als vernichtendes Beweismittel gegen den Mann wirkte. Der Scheinwerfer. Die Vorliebe für bestimmte Farben. Auch die Farben haben ihre Geschichte und ihre Blütezeiten gehabt. Die Vorliebe für die gelbe Farbe, schreibt Havelock Ellis in einem Artikel, kann man bei allen primitiven Völkern finden; in einigen Gegenden erfreut sie sich derselben Sympathien, wie die rote Farbe, die, da sie besonders lebhaft ist, von den Wilden allen anderen Farben vorgezogen wird. Die Vorliebe für die gelbe Farbe findet man auch bei den Kindern, bei welchen sie jedoch mit zunehmendem Alter gänzlich zu verschwinden oder doch wenigstens schwächer zu werden pflegt. die Projessoren Jastrow und Wißler haben nach sorgfältig durchgeführten Forschungen über die Vorliebe für bes Farben festgestellt, daß vom 16. bis zum 20. Lebensjahre die violette Farbe die Lieblingsfarbe der Männer, die rote Farbe die Lieblingsfarbe der Frauen ist. Wie ist es aber zu erklären, daß die Sympathie für die gelbe Farbe nach und nach schwächer wird, eine Erscheinung, die sich in derGeschichte der Menschheit konstatieren läßt und die die Geschichte des Individuums wiederholt? Auf eine Verfeinerung des ästhetischen Sinnes läßt das durchaus nicht schließen, sonst könnte es nicht berühmte Maler geben, die auf ihrer Palette der gelben Farbe geradezu einen Ehrenplatz anweisen; Rembrandt z. B. halte stets eine Vorliebe für die gelbe Farbe, so daß er den Grund seiner Gemälde, auch den der Bildnisse mit einer Altgoldschicht zu bedecken pflegte. Das Christentum war es, das aus Haß gegen das Heidentum der Menschheit die Antipathie gegen die gelbe Farbe beibrachte; in Griechenland und in Rom trugen nämlich die Buhlerinnen mit Vorliebe gelbe Kleider; sie färbten sich auch die Haare gelb, da diese Farbe im Rufe stand, Fleischeslust zu erwecken. Himmelblau, dunkelblau und violett waren dagegen die Farben, die die Maler gewöhnlich für den Mantel der Jungfrau anwandten, weil auf ihnen das Auge friedlich ruhen konnte. Im Gegensatz zu der gelben Farbe, die als sündhafte Heidenfarbe galt, waren also himmelblau, dunkelblau und violett eminent christliche Farben. Wandelbilder. Ekelett in der Höhle. Eine romantisch klingende Geschichte wird aus St. John(Neubraunschweig) berichtet. In der Nähe von Johnsville wurde kürzlich in einer Höhle ein Skelett entdeckt von einem augenscheinlich sehr gelehrten Manne, der vor über 100 Jahren hier als Einsiedler gelebt haben muß. In der Höhle fand man außerdem eine Anzahl Bücher und Karten, in denen die Versteckplätze von einer großen Zahl vergrabener Schätze sorgfältig aufgezeichnet waren. Schon die Entdeckung der Höhle geschah auf merkwürdige Weise. Zwei Männer sahen an einem Felsabhang ein Loch, das bloßgelegt war, nachdem ein mächtiger Baum, der es bis dahin verdeckte, von einem Sturm hinweggerissen war. Da sie vermuteten, daß dies der Eingang zu einer geheimen unterirdischen Wohnung wäre, erweiterten sie das Loch, indem sie den Fels mit Dynamit wegsprengten, und drangen ein. Sie waren überrascht, zwölf Stufen vorzufinden, die zu einem langen engen Gange führten. Der Gang wieder endete in einem niedrigen Wohnraume von etwa zwölf Quadratfuß Größe. Hier fanden sie nun das Skelett, das schon vollständig zerfallet war. Dicht daneben lag ein massiver Goldring, der die Inschrift„John Long, 4. Dezember 1779“ trug. In einen großen Eisenkessel gelegt und mit Borke überdeckt fanden sie dann eine Reihe von alten Büchern, einige in lateinischer und eins in englischer Sprache, und verschiedene geheimnisvolle Karten. Auf diesen Karten bemertten sie mehrerere seltsame Zeichen und dazu Notizen am Rande, in denen gesagt war, daß sie die Plätze bezeichne#en, an denen eine große Zahl von Gold= und Silberbarren vrbergen wäre. Auf einem der lateinischen Bücher, Suetons Geschichte von Rom, 1667 datiert und mit lateinischen Inschriften auf dem Schmutzblatt, war auch folgender Name einget agen: A. Strong, Oxford=College, 24. Mai 1676“, und darunter erschien der Name„James Hayward, 1683“. Auch Senecas Tragödien befanden sich unter den lateinischen Büchern. Bis jetzt ist es noch nicht gelungen, irgendeinen Anhaltspunkt dafür zu gewinnen, wer der gelehrte Einsiedler gewesen ist, der hier unter so seltsamen Umständen seinen Tod gesunden hat, und auch von den Schätzen, deren Orte auf den Karten verzeichnet sind, hat man bisher noch nichts gefunden, 00 agSS.0 8 □ 2 C 8 K 9.2 9.9 258.5 F S 8 S S 5 95 à. a. S g.S S# G S 9. S S g.gE. S S S 5 S 5* ** C A **4 0 E S Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises. General-Anzeiger für den Kreis Hörde Haupt=Annoncenblatt. Unterhaltungs=Zeilage zu Nr. Mittwoch, den 22. März 1922 Aar Herterkera Roman von Fritz Gantzer. (4. Fortsetzung.) llerdings nicht,“ stimmte der Kommerzienrat 2 zu. Ich habe die Briese noch nicht mal alle gelesen. Der größte Teil lief erst heute morgen ein... Aber nun zu Ihnen. Es handelt sich doch wohl um ein Ihnen gehöriges Besitztum, das Sie mir zum Kauf anbieten?“ „Gewiß,“ entgegnete Joachim und sah an dem Frager vorüber. „Um mein Gut Hesselvörde, das zum größten Teil im Hannöverschen liegt.“ =O.“ sagte Herr Burmann,„das dürfte überhaupt nicht in Frage kommen. Ich hatte an eine so weite Entfernung von Berlin nicht gedacht.“ Joachim verfärbte sich.„Es ist nicht so schlimm mit der Entfernung. Hesselvörde liegt im äußersten Osten der Provinz.“ Der Kommerzienrat wiegte den Kopf.„Immerhin. Sehen Sie, verehrter Herr von Brandt, ich muß mich von folgenden Gesichtspunkten leiten lassen: Meines Geschäfts wegen kürzeste Entsernung von Berlin. Da ich den Kauf im Interesse meiner einzigen Tochter plane, die, ich will sagen, die Marotte hat, aus einem mir gehörenden Landgute ihre angegrisjene Gesundheit wiederher zustellen, möglichst viel Wald. Kiesernwald Hochwald.“ Joachim sah lebhaft interessiert auf. War diese Tochter mit der„Marotte“ jenes schöne Mädchen, das ihm vorhin gegenübergestanden? Das war wohl kaum möglich. Diese stolze, gesunde Erscheinung ließ ja den Gedanken an Krankheit gar nicht zu. Aber Burmann hatte doch von seiner einzigen Tochter gesprochen. Und es gab ja auch Gemütskranke „Mein Gut ist waldreich," betonte Joachim. Er hatte die Empndung, daß er alles versuchen müsse, um der sch nen Tohter seines Gegenüber zur Befriedigung ihrer „Marotte“ durch den Verkauf seines Gutes zu verhelfen. „Hm!“ Der Kommerzienrat sah überlegend auf seine akeinandergelegten Fingernägel und polierte den einen von ihnen mit Hast.„Eine Frage: Aus welchem Grunde wollen Sie verkaufen?“ Joachim erhob sich in o###enkundiger Verlegenheit. Eine Blutwelle schoß ihm in die Stirn. Er lehnte sich gegen den Schreibtisch. Dann riß er sich zurecht. Mit II kühler Rutze sagte er:„Weil ich muß, Herr Kommerzienrat. Ich bin verschuldet.“ Die grauen Augen Burmanus musterten das Gesicht seines Besuchers. Die Onenheit imponierte ihm. sagte er nur ganz gelassen. Und dann nach (Natzdruck verbeten.) „Es ist Ihnen nicht mehr mög etwas Romlanha tes an. einem langen Schweigen: lich, sich zu rangieren?“.„ 9, „Nein.“ Scharf und hart. Wie im Zorn. Danach nahm er wieder Platz, beugte sich vor und sagte:„Erlauben Sie mir eine offene Schilderung meiner Ich liebe es nicht, zu bemänteln, sondern nenne die Dinge am liebsten beim richtigen Namen. Sie gestatten mir die Darlegung meiner Verhältnisse, Herr Kommerzienrat?“ „Ich bitte darum, verehrter Herr von Brandt!“ Mit kurzen Worten gab Jaachim ein klarlegendes Bild, und Burmann wußte danach: Es zehört ihm keine Ackerkrume mehr von Hesselvörde. „Sie wollen also verkaufen, um die Subhastation zu vermeiden?“ fragte er, als Joachim schwieg. Senb“ 45 „Und für Sie bliebe, soweit ich Ihre zinermäßigen Angaden im Augenblick übersehen kann, nicht viel übrig?“ „Eine geringe Summe, allerdings. Im besten Falle zehntausend Mark. Ho entlich wenigstens so viel, daß ich imstande bin, mir damit irgend eine bescheidene neue Elistenz zu gründen. Ich denke daran aber erst in zweiter Linie. Vor allem kommt es mir darauf an, den Stammsitz meiner Familie auf möglichst anständige Weise verlassen zu können. Durch ein Zwangsverfahren möchte ich mich nicht vor die Tür setzen lassen. Burmann war aufgestanden und neren seinem Schreibtisch einige Male hin= und hergegangen. Joachim beobachtete ihn mit gespannter Aufmerksamkeit. Er wußte nicht, wie er den Gesichtsausdruck des commerzienrats deuten sollte. Soviel er zu sehen glaubte, standen die Aussichten für ihn nicht besonders günstig. Endlich sprach er: Ich will Ihrer Offerheit dieselbe Aurichtigkeit entgegensetzen, Herr von Brandt. Also: sonderlich s mpatbisch ist mir das von Ihnen angetragene Geschäft nicht. Denn einmal, nehmen Sie es mir nicht übel haftet der Sache die da rährend einer Eisenbahnfahrt eine Ihnen sonst nicht in die Hände kommende Zeitung lesen und auf m ine Annine stoßen, ist ein merkwürdiger Zufall, der nach Ersindung eines Unterhaltungssch wadroneurs, ich meine Romanschreibers, schmeckt. Außerdem stehe ich h pothekenbelasteten Objekten immer skeptisch gegenüber. Jedem anderen würde ich wahrscheinlich eine direkt abweisende Antwort geden. Ihnen will ich den Stuhl nicht vor die Türe setzen. Ich kann es nicht. Ein gewisses Etwas, dem ich keinen Namen zu geben vermag, hindert mich daran... Ich win etwas sagen: Lassen Sie mir ein paar Tage Zeit. Wenn ich kein Angebot erhalte, das mir in jeder Weise zusagt. se glaube ich Ihnen wenigstens versprechen zu können, S 9 55815 # Ssßue“ S##:SSES S R S#n. NU O 9 8 S 6 1— S 8 ∆ 6 S 10 2—„ 9• 8 K e 9 5 S r S 79 ae s # E 5 9 2 9— 5 2 2* 8 # 8 5 S 8 3 1 * *— S ** — S 3 □□ ich mir Hesselvörde ansehen werde. n heute nicht in Aussicht steilen. Joachim war enttäuscht. Er glaubte nicht, daß er noch Hoffnung haben dürfe. Denn sicherlich erhielt Burmann nicht nur eine ihm konvenierende Offerte, sondern ein Dutzend von der Art wenigstens. Mit einem gequälten Gesicht erhob er sich.„Ich danke Ihnen, Herr Kommerzienrat,“ sagte er, um der Form Genüge zu tun,„und sehe Ihren Nachrichten gern entgegen.“ ls er gegangen war, begann Burmann sofort mit der Surchsicht der heute morgen eingegangenen Offerten... Nun ja, er hätte dem in Verlegenheit befindlichen Herrn von Brandt gern geholfen. Er tat ihm leid. Aber schließlich, was hatte er davon, wenn er das Gut kaufte? Seinen Anforderungen genügte es nicht. Sollte er, einem ihm völlig fremden Menschen zu Gefallen, etwas tun, was ihm schließlich nur Nachteile eintrug? Da war dieses und jenes Angebot bei weitem eher annehmbar und entsprach seinen Wünschen in fast vollendeter Weise. Schon hatte er drei Offerten besonders gelegt, um späler in Ruhe eine vorläufige endgültige Wahl zu treisen. Einen Augenblick zauderte er noch. Dann griff er kurz entschlossen nach einem Briefbogen und schrieb Joachim- von Beandt in höflich=kühler, geschäftsmäßiger Form, daß er Hesselvörde nicht kaufen könne. Dann fuhr er zur Börje; spater begab er sich ins Geschäft. Und als er gegen drei Uhr zu Tisch wiederkam, hatte er als geschäftereicher Mann den Besuch Joachim von Brandts fast vergessen. Gänzlich unerwartet wurde er wieder an ihn erinnert. In guter Laune gab er während des Essens gerade einen am Vormittage gehörten Börsenwitz zum besten, den seine Hausdame, Frau Melanie Wessel geborene von Stranz, eine verwitwete Verwandte seiner früh verstorbenen Frau, mit der ihr eigenen distinquierten Art und Weise, zu lachen, begutachtete. Auch Fräulein Renate von Groening, die Gesellschafterin seiner einzigen Tochter Edith, hatte ein leises Lächeln. Edith selbst gab kein Zeichen des Bei alls. Sie starrte mit einem tiefernsten, fast finsteren Gesicht auf ihren Teller und rückte nervös an dem Besteck herum. Der starre Ausdruck verlieh ihren Zügen etwas Altes, Kralkhaftes und verührte wie etwas zu ihrer sonst vorteilhaften Erscheinung nicht Gehörendes. Zwar war ihr Renate an Schönheit bei weitem überlegen, aber sie erweckte im ganzen keinen unsompathischen Eindruck. Er wäre noch bei weitem mehr zur Geltung gekommen, wenn ein heler, treundlicher Schimmer ihr Gesicht verklärt hätte. Burmann beobachtete seine Tochter mit besorgter Aufmerisamkeit. „Nun, Edith, gefällt Dir das Histörchen nicht auch? Du verrätst ja mit keiner Miene, daß es Dich belustigt! Fühlst Du Dich heute wieder weniger wohl?“ „Mir ist unsagbar elend zumute, Pachen!" Ihre Stimme wehklagte. Ja, ich glaube mich seit Tagen wie der kränker und möchte recht bald aus Berlin heraus. Es reibt mich mit seiner Unruhe, mit seinem Gewirr und Geräusch immer völliger auf. Meine Nerven vibrieren. Wenn Du nicht bald etwas Passendes findest, möchte ich in ein Sanatorium gehen...“ Sie sank ganz in sich zusammen und sah sehr elend aus Burmann blickte sie beunruhigt an.„Mein armes Kind!... Gedulde Dich noch ein paar Tage. Es wird bald alles nach Deinen Wünschen geordnet sein!“ Du hattest wohl heute einen Besuch in der Kaufangelegenheit?“ fragte sie nun interessierter. Burmann sah überrascht auf. „Renate erzählte mir," erklärte sie,„daß sie einen Herrn wartend im gelben Zimmer getroffen habe. Und ich vermute nach dem, wie mir Renate diesen Herrn beschrieb, daß er in der fraglichen Angelegenheit zu Dir wollte.“ Burmann lachte.„Fräulein Renate muß Dir ja da recht eingehende Beschreibung gegeben haben... Mehr kann ich Sind Sie eine so kundige Psychologin, Fräulein Renate, oder unterhielten Sie sich mit Herrn von Brandt?“ Die Gefragte errötete leise.„Beides trifft nicht zu, Herr Kommerzienrat. Ich berichtete Edith nur von der Anwesenheit des Herrn und sagte ihr, daß er sorgenvoll ausgesehen habe, etwa so wie einer, der in Geldangelegenheiten zu Ihnen wolle...“ „Herr von Brandt?“ fragte Frau Mesanie Wessel geborene von Stranz.„Sagten Sie nicht so, lieber Georg Wilhelm?" Sie war immer interessiert, wenn adlige Personen erwähnt wurden. „Ja, so sagte ich, liebe Melanie. Und es ist...“ „O,“ unterbrach die Hausdame.„Brandt?" Sie krauste die Stirn nachd iiklich.„Ich kenne verschiedene Brandts. Brandt=Stolzenberg etwa? Oder BrandtWesselburen?... Mir ist auch eine Freiherrliche Linie Brandt=Stirum bekannt. Eine Freifrau von BrandtStirum war seinerzeit Hofdame bei der Prinzessin Georg... Das müssen Sie doch auch wissen, Fräulein von Groening?“ Renate verneinte.„„ 684 „Also war dieser Herr von Brandr in der Kaufangelegenheit bei Dir, Pachen?“ fragte Edith ungeduldig, ihre Stirn müde in die Hand legend. „Ja, aber wenn Tante Wessel familiengeschichtliche Abschweifungen in die Unterhaltung einflicht, ist es doch unmöglich, zur Sache zu kommen. Also...“ Frau Wessel reckte sich.„Verzeihung, lieber Georg Wilhelm! Ader so etwas interessiert unsereinen doch eben, sagte sie spitz. Burmann lächette monisch in sein Glas yinein und gote donn:.. wohl zu würdi „Ich. verstehe Ihr Interesse wohl zu Wülbigen... Aber um es nun endlich zu sagen: Herr von Brandt übrigens Brandt=Hesselvörde, liebe Melanie— „Mir nicht bekannt, diese Brandts,“ wies Frau Wessel geb. von Stranz hoheitsvel zurück. „So?... Also Herr von Brandt war allerdings bei mir, um mir einen Kauf vorzuschlagen. Aber ich habe bereits abgelehnt.“ „Und warum, Pachen?“ fragte Edith klagend und blickte ihren Vater aus müden Augen an. Sein Angebol sagt mir nicht zu... Uebrigens haben Sie recht gesehen, Fräulein Renate, mein Kompliment! Herr von Brandt hat schwere Sorgen.“ Ich vermutete es nur, Herr Kommerzienrat.“ „Nun ja. Aber es ist so. Sein Gut Hesselvörde, das er mir zum Kauf anbot, ist verschuldet. Wenn es nicht das wäre und seine Besitzung nicht so weit von Berlin entfernt läge, würde ich schließlich nicht abgeneigt gewesen sein. Aber so... Es ist auch nun schon entschieden. Ich habe ihm brieflich mitgeteilt, daß ich nicht reflektiere.“ Renate zupfte wie in einer, peinlichen Verwirrung an ihrer Serviette und sah zu Boden. Edith aber sagte:„Den Brief darfst Du nicht abschicken, Pachen!“„„ „Aber, Edith, warum nicht?“ Burmann sprach argerWeil ich möchte, daß Herr von Brandt sein Gut an Dich verkauft.“„ 6 1 4 „Du möchtest das? Kind, torichte Wunsche kann ich Dir nicht erfüllen..! Uebrigens wird mein Entschluß nicht mehr aufzuhalten sein.“ Er wandte sich an den servierenden Diener.„Nicht wahr, James, der Brief ist schon expediert?" Jawohl, gnä' Herr. Ich habe ihn um 1 Uhr zur Post gegeben.“ „Siehst Du, Edith. Also zu spät... „O, das geht nicht, Pa! Dann mußt Du depeschieren, daß Du Dich anders besonnen hast!“ „Das wäre. Edith... Nein, beruhige Dich! Es ist daran nichts mehr zu ändern. Ich will nicht, daß dies Geschäft zustande kommt!“ (Fortsetzung folgt.) 1e S 95 5 0 8# Denkspruch. 0 Muttersprache, recht und schlicht, Du aite tromme Red'! Wenn nur ein Minn„mein Vater“ So klingt mir's wie Gebei! So herrlich klingt kein Harfenton, Singt keine Nachtigall. Und helle Cränen quellen schon spricht, hervor bei deinem Schall. 0 Muttersprache, schön und weich, Wie hold, wie traulich klingst du mir! Klaus Groth. Von Ferdinand Runkel. (Nachdruck verboten.) Die Taube, das Bild der Sanftmut! Welch ein Irrtum in der Volksanschauung! Die Taube ist das leidenschaftlichste Geschöpf unker der Sonne, sie ist grausam und rachsüchtig, dabei aber von hohen Verstandesgaben. Freilich, wenn man sie in ihren leuchtenden Farben durch die Luft schießen oder sich zutraulich an die Wange des Besitzers schmiegen sieht, aus einer Schüssel mit ihm essend, aus einem Glas mit ihm trinlend, dann könnte man anderer Anficht werden. Das richtioe Urteil giltt rer Ansicht werden. Das lichtige Prten giei nur eine langjährige Beobes Famit. im Taubenschlage. vor allem achtung des Familienlebens im Taubenschlage. Vo duldet die Taube absolut keine fremde Einmischung in ihre privaten Verhältnisse, und die Rassezüchter machen die schlimmsten Erfahrungen, wenn sie gleiche Farbe und se Rasse verpaaren. Monalelang sitzt so ein Zwangspaar im Kasten, ohne daß die geringste Annäherung z bemerken wäre. Der Tauber ist leichter aufgelegt, eine Herzensneigung zu vergessen, er ist trotz eines entschieden monogamen Zuges eben ein Mann und gegen weibliche Reize im Laufe der Zeit nicht unempfindlich. Wenn er acht oder längstens vierzehn Tage um seine verlorene Liebe getrauert hat, beginnt er die ihm ausgezwungene Gefährtin zu umwerben. Er zeigt sich in seiner ganzen Tauberschönheit, der aufgeblasene Kropf schimmert in goldigem Glanz, er drückt den fächerartig ausgebreiteten Schwanz auf die Erde und springt und tanzt vor der Schönen auf und ab. In tiefem Rollen und langgezogenen Lauten flötet er seine Sehnsucht aus. Aber die Täubin bleibt ungerührt, sie steht ihn kalt und böse an, flüchtet sich in die äußerste Ecke und beantwortet jede Annäherung mit Zischen, Beißen und kräftigen Flügelschlägen. Sie bewahrt eben ihrem früheren Eheherrn eine unwandelbare Treue. Der Taubenzüchler nimmt ein solches Paar meist nach acht Tagen wieder auseinander. er weiß, daß er doch nicht zum Ziele kommt. Die Täubin würde sich monatelang dem Werben des Taubers wibersetzen, und sollte sie ihm, was auch vorkommt, doch schließlich Gewähr schenken und eine Konvenienzehe schließen, so trägt die Nachkommenschaft den Schaden. Eine Täubin wird ihre Eier stets mur unlust betrachten, wenn sie ihren Eheherrn aus Gründen der Rassereinheit geheiratet, sie wird sie häufiger verlassen, und der Tauber, der meistens eine Affenliebe zu seiner Brut hat, wird Tag und Nacht auf dem Neste sitzen. Nur wenige Minuten bleiben ihm, um seinen Hunger zu stillen. Die Täubin aber beginnt eine reguläre Mastkur. sie an den Paarkasten gebunden ist, so frißt sie anhaltend und läßt dem brütenden Eheherrn nur färgliche Reste. Nachdem sie ihren Gelüsten so lange gefrönt, daß der Kropf bis zum letzten Plätzchen ausgefüllt ist, begeht die Persidie, in dem Trinkgeschirr zu baden, natürlich erst, nachdem sie ihren Durst ausgiebig gestillt. Der brütende findet, wenn er mittags vom Neste aufsteht, schmutziges oder in vielen Fällen gar kein Wasser vor. Eine Zeitlang erträgt er im Interesse der Brut ohne Murren die Niederträchtigkeiten seiner jungen Frau, dann aber kommt es zu ernsten Kouflikten, in denen die kräftige, ausgeruhte Täubin dem vom anhaltenden Brüten und der mangelhaften Kost ziemlich reduzierten Tauber stets überlegen ist. Der klnge Eheherr sieht das auch sehr bald ein, er überläßt der herzlosen Gattin den Pautoffel und denkt, siebzehn Tage sind keine Ewigkeit. In dem Augenblicke, wo die kleinen gelben Tänbchen die Scholzezugegacen haben, ändert sich die Situation. Der g.,„###ater verlaßt sie zwar noch wenig, während rr Rht gar nicht, aber er gewinnt doch schon etwas mehr Zeit für sich. Er erscheint jetzt zeitig beim Fressen und scheucht mit einem grollenden Ruckeln die böse Sieben weg, bald glättet sich das ruppige Gefieder; das Auge blitzt, der Tauber is wieder im Vollbesitz seiner Kraft. Trotzdem ist er nicht instande, beide Junge zu ernähren, eins verhunggrt, not; wendig und der Züchter muß sich mit diesem nesultat Nun wäre das Einfachste, in solchen Fällen die Täubin aus dem Paarkasten zu nehmen und dem Tauber allein die Sorge um die Brut zu überlassen, das aber geht nicht an, denn sobald dieser sich allein sieht, verläßt er die Eier ohne weiteres. Er will also seine Gattin um sich haben, trotz der ausgesprochensten Abneigung. Vielleicht hegt er Hoffnung, die Widerspenstige doch noch zu ihrer Pflicht zurückzuführen, vielleicht wirkt auch das Gefühl der Einsamkeit auf ihn. Der Züchter kann nichts tun, als so viel Futter in den Kasten zu streuen, oaß selbst bei dem größten Appetit der Täubin für den brutenden allgemeinen empfiehlt es sich nicht, alte Taubenpaare zu trennen und nach der Rasse neu zu paaren. Wer Rassen züchten will, der lege für jede einen besonderen Schlag an und mische sich nicht ins Famisienlehen. Das ist stets vom Uebel, wenngleich es nicht immer 7o schlecht ausfällt, wie oben erzählt. Denn es gibt Täubinnen, wie unter den Frauen, auch solche mit wenigen festen Grundsätzen, die leicht jedem schönen Tauber Gehör schenken, meist haben sie aber dann auch keine liebe und sie verlassen oft drei Nester mit Eiern, ehe sie sich entschließen, diese zu bebrüten. Das ist übrigens in dem Charakter begründet. Sie ziehen eben den Gatten der Brut vor, das Küssen und Kosen scheint ihnen angenehmer als Brüten und Füttern. Auch solche Täubinnen #n sich in einen. Schlage, die sich mit keinem dauernd vaaren, sondern der freien Liede fronen. inden sich in einem großen Schlage,„„ Tacher tesc und gdurech grcc, ur Je Ebenso beobachtet man ganz hartgesottene Junggeselun oder jahrelang trauernde Witwer. So hatte ich einen großen blauen Tauber, der bei dem §9 Ffallen der jungen Brut sein ersten Flug nach dem Aussalten der jungen Vrnl fein Gemahl durch einen Habicht verlor. fütterte mit Hilfe einer Nachbartäubin seine beiden Jungen groß und war nie zu bewegen, sich von neuem zu paaren, trotzdem eine schwarzbunte Französin ihm leidenschaftlich nachstellte; sie hat sich nachher seinem Sohn angepaart, einem schlanken mehlfahlen„Jüngling“. Ein schwarzer Tauber mit einer schönen Haube und goldschimmernder Brust /19g m eines Tages zu, er paarte sich mit einer blauen Täubin und zog bis spät in den Winter regelmäßig seine beiden Jungen groß. Beim Herannahen des Frühlings verließ er ohne Grund seine Ehehälfte und suchte sich eine anndere, mit der er wieder einträchtig eine Saison verlebte, um auch sie zu verabschieden und sich mit dem neuen Lenz ein neues Liebchen zu küren. Wir anders als den Saisongatten. Schließlich hat er den Frevel begangen, seine eigene erwachene Tochter zu ehelichen; da er aber ein fleißiger Brüter war, so lien ich ihm Eiun andeter Tauber wurde aute vereinzest, esgauft, es war ein roter Engländer mit weißen Spiepen(####per spitzen) und weißem„Herz“, mit mächtigem Kropf und befiederten Füßen. Es war ein„stolzer Kerl“, der sich anfänglich gar nicht mit dein deutschen„Feldpöbgeben wollte. Er wandte seine ganze Lregn,#ge. e#an Futter nahm und jeden Morgen stundenlang bei mir im Zimmer saß Endlich kaufte ich ihm für teueres Geld eine ebenbürtige Gefährtin, ich baute ihm ein elegantes au