** # 9 8 s #2 S. 2 0D 40 5 # 9 2 S 8 8 9 * 0 3 65 — S. 2 5 S 2. * ∆5 * 23 9 2 5 5 * 0 9 # 0 0 9 S 5 — 895 # * *7 Ei 8 F 2 9*5 ** * ** S 8 F 8 2. 3 2 2 3 Regelmäßige Schwerter Hausfrau und Mutter. Aus dem Reiche der Mode. Heimatblätter u Lustiges Allerlei. Kinderzeitung Unsr Blatt nUnterhaltungs- u. Nomaubellage u Spiel. Sport und Curnen. u Lebensbi.d Kuns u. Wissen. n Gartenatschtsg#. Verbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Dolkszeitung Schwerter Dolksbiatt Westhofener Zeitung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung Amtisches Kreisblatt für den Kreis Hörde. Erstes und ältestes Tagesorgan des Klehes.— Generalanzeiger für den Kreis Hörde. Die„Schwerter Zeitung“ erscheint werktäglich. u Hauptgeschäftsstelle, Druck und Verlag: Carl Braus. Celegr. Adr.: Braus, Schwerteruhr. Cel.62. Postscheck Dortmund 2852 Verantwortliche Schriftleitung: Karl Richter; Stadt und Provinz: Friedr. Kraas; sämtlich in Schwerte. Nr. 67 Montag, 20. März 1922 55. Jahrgang Zum Geleit. Wenn Gift und Galle die Welt dir beut, Und du möchtest das Herz dir gesund bewahren, Mach andern Freude! Du wirst erfahren, Daß Freude geben, dich selber freut. Fr. Th. Vischer. Für eilige Leser. Neuigkeiten aus Nah und Fern. In den wichtigsten Fragen des Minderheitsschutzes gelangten die deutschen und polnischen Bevollmächtigten zu einer Einigung. Die Stadt Beuthen hat die meisten Aussichten, Sitz der gemischten kommission, die für die Dauer von 15 Jahren als zwischenstaatliche Organisation für deutsch=polnische Streitigkeiten vorgesehen ist, zu werden. Im Laufe der nächsten Woche treffen die Ernährungs= und Landwirtschafts=Minister der Länder zu einer Konserenz im ReichsernährungsMinisterium in Berlin ein zu einer Besprechung der künftigen Ernährungspolitik. In Aachen hat eine belgische Kommission in der technischen Hochschule alle Apparate im Werte von einer Million Mark beschlagnahmt, die zu Versuchen mit drahtloser Telegraphie gebraucht wurden. * Der akademische Orchesterverein in Berlin, der am Antritt seiner Reise nach Skandinavien durch das Eingreifen des preußischen Ministers des Inern gehindert wurde, wird die Abfahrt ohne die Ritglieder der Schutzpolizei antreten. * Die neuerlichen Verhandlungen in der bayerischen Metallindustrie müssen als gescheitert betrachwerden, nachdem die Arbeitervertreter die 48stündige Arbeitswoche abgelehnt haben. 15000 Arbeiter streiken. * Im Bezirk Stuttgart sind 10000 Arbeiter der Metallindustrie in den Streik getreten. Die Krise im Deutschen Eisenbahnerverband nimmt einen immer größeren Umfang an. Der Völkerbundrat tritt demnächst in Paris zusammen, um die Bedingungen zu besprechen, unter welchen der Völkerbund auf der Konferenz von Genua vertreten sein wird. * Die Erhöhung des Stundenlohnes der staatlichen Arbeiter tritt am 1. April in Kraft. * Eine neue Note des Generals Nollet verlangt die restlose Vernichtung der militärischen Urkunden. störend und vergiftend weiter frißt. In der Bekämpfung dieses letzteren Kapitalismus sollten alle anständigen Kreise einig sein; und da handelt es sich vor allem um die unheimliche Macht des Schmutzkapitals. Der Kampf gegen die Schmutzliteratur, dessen Notwendigkeit erfreulicherweise immer weiteren keisen unseres Volkes klar wird, wird meistens vom Standpunkt der Sittlichkeit und des guten Geschmacks ausgeführt, an sich auch durchaus mit Recht. Aber man sollte daneben auch die wirtschaftlichen Gesichtspunlte nicht ganz übersehen; denn auch sie machen einen scharfen Abwehrkampf zur unbedingten Pflicht. In einer Zeit, wo von unserer guten presse und den wissenschaftlichen Zeitschriften ein ganzer Teil schon sein Erscheinen hat einstellen müssen und noch viel mehr von dem gleichen Schicksal bedroht sind, wo kaum mehr das Papier für die Schulbücher unserer deutschen Kinder verfügbar ist, nimmt das Schmutzkapital mit seinen unerschöpflichen Mitteln 70 Prozeat(!) der gesamten deutschen Papierproduktion für sich in Anspruch. In einer Zeit, wo Gelehrte von Weltruf infolge der Notlage der anständigen Verleger kaum mehr ihre Werke herausgeben können, werfen in Deutschland ganze 100 Verleger ständig ihre schmutzigen Verlagserzeugnisse in unser Volk und unsere Jugend hinein, und zwar nach ihren eigenen Angaben in Millionen=Auflagen. In einer Zeit, wo Hunderttausende kaum noch den Kampf um das bescheidenste tägliche Brot, um das nackte Dasein durchhalten können, werden dem Volke durch unsaubere Zeitschriften und schmutzige Schriften Jahr für Jahr viele Milliarden aus der Tasche gezogen, die seiner Ernährung oder geistigen Vertiefung zugute kommen könnten. Darum unablässige Bekämpfung dieses Unwesens, vor allem auch aus wirtschaftlichen Interesse den minderbemittelten Volksschichten gegenüber! Deutscher Reichstag. Zur Proklamierung König Fuad, der neue Herescher des freien Regypten. Wirtschaftliche Not und Schnlührupkal. ist ganz verständlich, daß in Zeiten wirtschaftlicher Not der Wunsch nach einer Verbesserung der äußeren Verhältpisse, nach einer Aenderung der Wirtschaftsform besonders lebhaft ist und ebenso liegt es auf der Hand, daß gerade in solchen Zeiten plötzliche durchgreifende Veränderungen des ganzen wirtschaftlichen Organismus besonders schwer durchführbar sind. Da heißt es mit den gegebenen Tatsachen rechnen und nicht alles durch eine phantastische Zielsetzung in Frage zu stellen. Das gilt auch besonders von dem Kampf gegen den wirtschaftlichen Kapitalismus; und bei diesem Punkte sollte man vor allem einen gewichtigen Unterschied nicht vergessen: ob es sich nämlich um ein Kapital handelt, das in ehrlicher, mühsamer Arbeit erworben wurde und zum Wohle der Gesamtheit-arbeitet oder um ein Kapital, das auf unlautere Weise angehäuft wurde und zerSitzung vom 17. März. Berlin, 18. März. Die große Steuerdebatte, die gestern begonnen hatte, soll fortgesetzt werden. Aber als der erste Redner Becker=Hessen, der einstige Finanzminister und jetzige Sachverständige der Deutschen Volkspartei, sprechen will, stellt er fest, daß sämtliche Regierungsbänke leer sind. Auf seinen Antrag vertagt man sich um eine halbe Stunde. Zu der neuen Sitzung ist der Reichsfinanzminister erschienen, und Dr. Becker kann die Debatte eröffnen. Er meint zunächst, es wäre innenund außenpolitisch richtiger gewesen, wenn der Kanzler selbst das Steuerkompromiß eingeführt hätte. Er setzt sich dann mit dem gestrigen sozialdemokratischen Redner Bernstein auseinander, dessen Forderung nach Erfassung der Sachwerke er ad absurdum führt, und bezeichnet dessen Behauptung, es sei zweifelhaft, ob in Deutschland die Vermögenssteuer so stark angespannt sei, wie im Ausland, als unerhört. Daß das Gegenteil der Fall ist, hätten Hermes und Helfferich gestern nachgewiesen. 1 2.5 Dann wendet er sich Helfferich zu, dessen Kritik gegenüber er die Zustimmung der Deutschen Volkspartei zu dem Kompromiß verteidigt. Das Reich Kairo, 18. März. Die Souveränitäts=Erklärung Aegyptens durch die britische Regierung ist am Mittwoch spät abends in Kairo eingetroffen und wurde sofort dem Sultan übermittelt. Der Sultan sandte an den englischen Premirminister eine Adresse, in der er erklärt, daß er den Titel König arnehme. In dieser Adresse heißt es: „Ich rufe Gott und die Nation zu Zeugen an, daß es mein einziges Bestreben sein wird, für die Wohlfahrt und das Glück meines heißgeliebten Landes zu arbeiten“. In Kairo, Alexandrien, Port Said und Suez sollen zur Feier des Tages 101 Kanonenschüfse abgegeben werden, in den Provinzhauptstädten 21 Schüsse. In Kairo kam es aus diesem Anlasse zu heftigen antibritischen Kundgebungen, die einen republikanischen Charakter trugen. Demonstrationszüge der Nationalisten fanden statt, Straßenlaternen wurden demoliert und Bäume ausgerisfen. Nach der nunmehr erfolgten Ausrufung Fuads zum König von Aegypten ist die staatsrechtlihe Stellung Aegyptens eine derartige, daß es als unabhängiges sonveränes Königreich seine eigenen diplomatischen Vertretungen unterhalten und Mitglieder zum Völkerbund ernennen kann. Die britischen Truppen bleiben in Aegypten und im Sudan, bis die Verhandlungen mit Aegypten endgültig beendet sind.—Die britischen Botschafter, Geschäftsträger und Konsuln in allen Weltteilen sind angewiesen, die Regierungen von der Aenderung der Lage in Aegypten zu verständigen. Dr. Geyer lehnt ebenso wie köhnen das Steuerkompromiß ab. Beide sehen die einzige Rettung nur in dem„völkerbefreienden“ Kommunismus Damit war die allgemeine Aussprache über die steuervorlage und mit ihr auch die erste Lesung des Mantelgesetzes erledigt. Nächste Sitzung Montag, den 20. März, mittags 12 Uhr. Preußischer Sitzung vom 17. März. Berlin, 18. März. Das gering besuchte Haus beendete zunächst die 2. Lesung des Handelsetats. Die Abstimmungen hierüber sollen erst Dienstag, den 28. März, vorgenommen werden. Ein Entwurf, wonach die Gemeinden bis zur endgültigen Veranlagung der wiederkehrenden Gemeindesteuern und Kanalisationsgebühren für die Rechnungsjahre 1922 und 1923 berechtigt sein sollen, die für das Vorjahr erhobenen Abgabenbeträge vorläufig weiter zu erheben und auf die endgültige Veranlagung anzurechnen, wird in zweiter und dritter Lesung verabschiedet, desgleichen ein Entwurf zur Ergänzung des Gesetzes über die Erhebung von Zuschlägen zur Grunderwerbssteuer. Der Entwurf über die Bereitstellung von Staatsmitteln zur Urbarmachung von staatlichen Mooren geht nach kurzer Aussprache an den Siedlungsausschuß. Hierbei wird ein sozialdemokratischer Antrag auf Vorlegung eines Moorschutzgesetzes angenommen. Der Gesetzentwurf über die Neuordnung der kommunalen Verwaltung in der Ostmark geht ebenso an den Hauptausschuß. Dann begründet der Demokrat Berndt einen Antrag auf Aufhebung der Fideikommisse. Auch dieser Antrag geht an einen Rechtsausschuß. Nachdem dann noch Abg. Peters(Soz.) den Ausschußbericht zum Forstetat erstattet hat, wird die Weiterberatung auf Sonnabend vertagt. müsse Geld haben, und man könne um das Kompromiß deshalb nicht herum. Er sucht Helfferichs Vorwürfen gegenüber nachzuweisen, was die Deutsche Volkspartei vom bürgerlichen Standpunkt aus gegenüber der sozialistischen Forderung erreicht habe. Er meint, die unbedingt notwendige Revision des Friedensvertrages werde um so eher kommen, wenn wir dem Ausland unseren ehrlichen Willen zeigen, unseren eigenen Haushalt in Ordnung zu bringen. Und das täten wir mit diesem Steuerkompromiß. Für das Zentrum spricht der greise Herold. Er ergänzt im wesentlichen die Ausführungen des Vorredners und weist gleichfalls auf das schwere Opfer des Besitzes hin, das die Vermögenssteuern und die Zwangsanleihe darstelle. Er betonte die Notwendigkeit der positiven Mitarbeit der Sozialdemokratie und stellt zum Schluß gleichfalls fest, daß jede noch so hohe Steuerbelastung ohne gründliche Abänderung der Reparationsverpflichtungen zwecklos sei. In ganz anderem Sinne spricht der Unabhängige Henke, der das Kompromiß in Bausch und Bogen ablehnt, da es nur die Besitzlosen trefse, während die Besitzenden gar nicht belastet würden. Der Demokrat Fischer=Köln verteidigt das Steuerkompromiß aus ähnlichen Gründen wie die Abgg. Becker und Herold. Er schildert dann eingehend den wirtschaftlichen Unsinn des Versailler Vertrages, dessen Revision unbedingt notwendi sei.— Zum Schluß wendet sich der Reichsfinanzminister Dr. Hermes gegen den Abg. Bernstein und weist nach, daß die Besitzsteuern in Deutschland höher als in irgend einem anderen Lande sind. Dann vertagt man sich auf Sonnabend. Sitzung vom 18. März. Berlin, 19. März. Am Sonnabend fand die allgemeine Aussprache über die Stenervorlage ihren Abschluß. Als erster Redner wandte sich der bayrische Volksparteiler Emminger gegen den Gedanken der Erfassung der Sachwerte. Mit besonderer Schärfe nahm er auch gegen den Wucher in allen seinen Erscheinungsformen Stellung. Zwei kommunistische Redner folgten. Sitzung vom 18. März. Berlin, 19. März. Der Preußische Landtag konnte seine Absicht, am Samstag die zweite Beratung des Forsthaushaltes zu Ende zu bringen, nicht durchsetzen. Angesichts der Tatsachen, daß in letzter Stunde nur ein Dutzend der Volksvertreter im Saale anwesend waren. Die Aussprache hatte die bekannten Fragen der Ausbildung des Forstdienstes, der Aufwandsentschädigung, der Kahlschläge und der mangelnden Aufforstung zum Gegenstand. Allgemein wurde der Wunsch zum Ausdruck gebracht, daß endlich das Forstkulturgesetz dem Hause vorgelegt werde. Der Landtag vertagte sich auf den 27. März, Am ische notag haben in Berlin Besprechungen schen Regierung und Verrn der Helgoländer über die Regelung der Helgoländer Frage begonnen. Vor einigen Tagen hat sich ein zur Regelung dieser Frage gebildeter Ausschuß zur Vorbesprechung mit den Helgoländern nach Helgoland begeben. Die Preußische Regierung ist in diesem Ausschuß nicht vertreten. Die in Hongkong erscheinende South China Morning Post vom 17. November 1921 bringt eine Notiz, daß die Bewohner Helgolands britische Untertanen werden und den alten Untertaneneid leisten mögen———„dem obersten Herrn der Insel Helgoland, zu dem wir uns bekennen voll Treue und unverändertem Gehorsam mit einmütiger und herzlicher Zuneigung.“ In einer Zeit, in der man die besten Sachverständigen für Oberschlesien in Brasilien findet, kann es nicht wundernehmen, wenn die Welt über Helgoland die zuverlässigsten Berichte aus China erhält. Ganz freilich liegt es doch nicht so, wie Hongkong berichtet. Nicht„die Bewohner Helgolands“ drängten sich danach, dem Könige von England ihre demütige Zuneigung zu versichern, sondern gewisse Marinepolititer in London hatten sich — entgegen der Auffassung der maßgevenden Politiker Englands— bei einer Zerströung der Helgoländer Befestigungen nicht beruhigen wollen. Die Regierung in Berlin hatte auf die besonderen Verhältnisse Helgolands immer Rücksicht genommen und ist heute dazu um so mehr bereit, als die unter englischer Aufsicht vorgenommene Zerstörung der Befestigungen auf Helgoland durch jahrelange tägliche Sprengungen die Insel und ihre Häuser schwer erschüttert und verwüstet haben. Hätte England etwa verlangen sollen, daß Helgoland keine Steuern zahlt? Was hätte man in Paris wohl dazu gesagt? Ueberdies war die überwiegende Mehrzahl der Bewohner Helgolands inzwischen längst schon von sich aus scharf abgerückt von den Briefen, welche einige unklare Köpfe nach London und an den Völkerbund gerichtet hatten. Besonders auch die eingeborene Arbeiterschaft auf Helgoland wies den Gedanken einer Lostrennung Helgolands von Deutschland mit Entrüstung von sich. Die South China Morning Post hat also die Glocken läuten hören, aber sie weiß nicht recht, wo sie hängen und es geht ihr mit Helgoland so ähn lich wie den Brasilianern mit Oberschlesien. Sie kann jedoch beruhigt sein: In Helgoland selbst und in Deutschland gibt es keine„Helgoländer Frage". In Hongkong mag das anders sein. Auf etwas anderes aber mag de South China Morning Post hingewiesen werden. Wenn es auch keine Helgoländer Frage gibt, eine HelgolandFrage gibt es. Im Laufe der letzten Jahrzehnte war es in zäher Arbeit gelungen, durch Schutzmauern und Hasenbauten soviel neues Land um den Felsen der Insel dem Meere abzuringen, daß der Flächeninhalt der Insel sich fast verdoppelt hatte. Diese gewaltige Leistung der Zivilisation ist durch die unter englischer Leitung vorgenommene Zerstörungsarbeit zunichte gemacht worden. Die Schutzmauern des Hafens sind gesprengt. worden und die hungrigen Wogen verschlingen in wenigen Wochen und Monaten, was ihnen in Jahrzehnten entrissen worden war. Gleichzeitig aber hat auch die übrige Insel ihre Widerstandskraft gegen das Meer verloren und dadurch ist bei der Finanzlage Deutschlands die Insel zum allmählichen sicheren Tode verurteilt. Hier aber wird die Helgokand=Frage wieder zu einer Frage der Helgoländer. War es die Aufgabe der Zivilisation, einem kleinen Volksstamm, der so zähe an seiner Insel hängt, die Heimat zu untergraben, sie zu erschüttern und den hungrigen Wogen auszuliefern? Und glaubt die South China Morning Post, daß die Helgoländer nicht wissen, wem sie das zu verdanken haben? Aus Stadt und Schwerte, den 20. März. Erinnerungen. 1818* Der Afrikaforscher David Livingstone in Blantyre(+ 1873). 1849* Der deutsche Admiral Alfred Tirpitz in Küstrin. 1833* Der Lustspieldichter Paul von Schönthan in Wien(f 1913). 1873* Der Komponist Max Reger zu Brand i. d. Oberpfalz( 1916). ** Frühling und Sommer. Ein Wetterkundiger schreibt: Schon der Beginn des März hat uns den Frühling gebracht; obwohl er kalendermäßig erst S Martin Salander. Roman von Gottfried Keller. 45)(Nachdruck verboten Ohne zu wissen, was das Unerhörte eigentlich sein solle, hätten sie später wirklich Wort gehalten, wie wenn sie auf dem Rütli geschworen hätten, und ihre Zeit lang die heilige Gesetzgevung verwirrt und gestört, bis ihre eigenen Sprößlinge den gleichen Schwur getan und als neue Generation ihnen vom Amte halsen oder wenigstens mit großem Spektakel zu helfen suchten. In diesem Lichte gesehen, sei der Fortschritt nur ein blindes Hasten nach dem Ende hin und gleiche einem Lauftäfer, der über eine runde Tischplatte wegrenne und, am Rande angelangt, auf den Boden falle oder höchstens dem Rande entlang im Kreise herumlaufe, wenn er nicht vorziehe, umzutehren und zurückzurennen, wo er dann auf der entgegengesetzten Seite wieder an den Rand komme. Es sei ein Naturgesetz, daß alles Leben, je rastloser es gelebt werde, um so schneller sich auslebe und ein Ende nehme; daher, schloß er humoristisch, vermöge er es nicht gerade als ein zweckmäßiges Mittel zur Lebensverlängerung an zusehen, wenn ein Volk die letzte Konsequenz, deren Keim in ihm stecke, vor der Zeit zu Tode hetze und damit sich selbst. „Wir waren von dieser zurechtweisenden Rede des alten Herrn nicht wenig verblüfft, nahmen sie aber mit Achtung auf; wir mußten das Tatsächliche daran zugestehen, da wir Aehnliches selbst schon unter der Jugend beobachtet, und belachten den Humor davon. „Nachher sprach ich mit einem Freunde, dem ich näher stehr, wiederholt von jener Unterhaltung; wir dachten von dem Gesichtspunkte des Alten aus m 21. März kommen soll. Das Wetter ist in den letzten Tagen sehr beständig gewesen, am Tage gewöhnlich angenehm warm, Sonnenwetter, das vieerorts bereits Keime treibt und Grün hervorlockt. über in der Nacht gibt es noch empfindliche Kälte, die uns erkennen läßt, daß wir erst in den ersten Lagen des Frühlings stehen. Auch dort, wo die onne nicht ihre Strahlen sendet, empfindet man noch nichts vom Frühlingshauch. Es ist demnach ediglich die Sonnenwärme, die uns dieses Frühingswetter bringt. Nach alten Erfahrungen und Vergleichung kann man nun folgendes vorausagen: Wir werden einen langen und angenehmen Frühling haben. Wetter im März mit solcher Beständigkeit hat stets einen guten Frühling gebracht. Wenn auch in der zweiten Aprilwoche etwa das übliche Aprilwetter einsetzen wird, so dürfte es doch bald einem angenehmen Frühlingswetter Platz machen. Dagegen werden wir in diesem Sommer nicht die Hitze haben, wie wir sie im Vorsommer erlebten. Es wird kühler sein, aber wie das Frühlingswetter schön sein wird, so wird uns auch ein langer und angenehmer Sommer beschieden sein. (Hofsentlich wird sich diese günstige Voraussage bewahrheiten. Schriftl.) Die Traglasten in der 4. Wagenklasse. In einer Verfügung macht die Eisenbahndirektion Essen ihre Dienststellen im besonderen auf die neue Bestimmung im Tarif= und Verkehrsanzeiger aufmerksam, wonach das Gewicht einer Traglast, die ein Reisender in die 4. Klasse der Personenzüge mitnehmen kann, 50 Klg. nicht überschreiten darf. Desgleichen wird darauf hingewiesen, daß Ferkel als Traglasten in die Personenzüge nicht mitgenommen werden dürfen. ** Die Cidesformel. Der preußische Justiz. minister hat versügt, daß auch bei der Eidesahnahme ohne religiöse Formel der Würde und Bedeutung des Eides Rechnung getragen werden müsse, indem sich insbesondere alle Anwesenden von den Sitzen erheben. Es ist schlimm, daß eine solche Verfügung überhaupt erst nötig wurde! ** Falsche Zwei= und Zwanzigmartscheine. Wie gemeldet wird, sind seit einiger Zeit Nachbildungen von Darlehnskassenscheinen zu 2 und 20 Mark im Umlauf. Die Falschstücke sind an dem Fehlen des Wasserzeichens im Papier zu erkennen; die bei den echten 20=Mark=Scheinen in das Papier eingebetteten Pflanzenfasern sind bei den Fälschungen durch einen bräunlichen Strichaufdruck vorgetäuscht (die Striche lassen sich nicht wie die Fasern mit einer Nadel abheben). Vor Annahme dieser Fälschungen wird gewarnt. ** Theaterabende hatten am gestrigen Sonntag der Kathol. Jünglingsverein im Vereinshause und der Theaterverein„Humor" im „Westfälischen Hof" veranstaltet. Beide Veranstaltungen erfreuten sich eines ungemein guten Besuches. Im Jünglingsverein gelangte ein Schauspiel aus der ersten Zeit des Christentums„Der Statthalter von Syrakus“ zur Aufführung, während im„Humor" das reizende Singspiel„Der Blumenstrauß" über die Bretter ging. Beide Werke erlebten eine einwandfreie Wiedergabe, zumal sie mit Liebe und Sorgfalt einstudiert waren, die Spielleiter bei der Rollenverteilung eine sehr glückliche Hand gehabt und auch für überraschend schöne Bühnenbilder und für einen prächtigen szenischen Rahmen gesorgt hatten. Das Publikum folgte mit großer Anteilnahme den Vorgängen auf der Bühne und sperdete bei den Aktschlüssen lebhaften Beifall. „Der Statthalter“ soll am Sonntag wiederholt werden; wir können allen, die einige genußreiche Stunden verleben wollen, den Besuch nur warm empfehlen. über die politischen Tagesläufte nach, die wir aus der Heimat vernahmen. Kurz, wir gelangten endlich zu dem Entschlusse, im Gegensatze zu den Schulbantagitatoren, uns nicht als neue Generation aufzutun, sondern uns im stillen für alle Fälle brauchbar zu machen in Zeiten, wo es notwendig werden könnte, mit einzustehen und den Rank finden zu helfen. Im allgemeinen mitzu denken sei immer nötig, mitzuschwatzen aber nicht. „Lieder Vater! So ist nun die Gesinnung oder Stimmung beschaffen, aus welcher heraus ich mein Verhalten, wie ich es oben dargelegt, einzurichten vorhabe, insofern Du den Sohn in solcher Gestalt zunächst im Hause dulden kannst. Den Tribut, den ein Haus dem öffentlichen Leben schuldig ist, be zahlst Du ja indessen mit Deiner Person so vollgültig, daß ich noch langhin im Schatten Deines Beispiels mich ruhig fortbilden kann!" Martin legte den weitläufigen Brief offen auf sein Pult, nahm ihn wieder auf, wandte die Blätler und sagte: „Was ist nun das? Treibt er Spaß oder Ernst? Mit seiner Geschichte! Und was ist das für ein alter Herr mit dem Käfer auf dem Tisch, den er dem Fortschritt vergleicht? Halt, da dämmert vas— ich glaube bald, ich habe einen jungen Dokrinär in die Welt gesetzt! Er weiß, daß ich ein Nann des Fortschrittes bin, und kommt mir mit dem Käfer! Das ist doktrinäre Kritik, am Ende die ganze Geschichte von dem alten Kerl erfunden. Und doch nicht, er ist dafür zu ehrlich und ernsthaft! Im Grunde, wenn er im Geschäfte mit. helfen will, kann mir das nur lieb sein, ein doktor juris steht ihm nicht schlecht an. Der historische Doktrinarismus im politschen Gebiete wird ihm schon vergehen, wenn er in den Zug kommt. Dimensionen u. Bedingungswerte der werdenden Ge** Kranzniederlegung. Am gestrigen Vormittag haben die lintsstehenden Parteien nach einem Umzuge durch die Stadt am Grabe des in den Märzkämpfen 1920 gefallenen Gustav Rose auf dem kath. Friedhof zwei prächtige Kräize niedergelegt. ** Schwarze und weiße Kohle. Als weiße Kohle bezeichnet man bekanntlich die Wasserkraft. Die gesamte deutsche Wasserwirtschaft wird diesmal auf der Ausstellung für Wasserbau und Binnenschiffahrt in Essen vom 31. März bis 30. April 1922 bei der schwarzen Kohle des Ruhrbezirkes zu Gaste sein. Bekanntlich hängen die ganzen großen Schifsahrtsprojekte Süddeutschlands mit der Ausnutzung der Wasserkräfte eng zusammen. weiße Kohle hat also gute Berührungspunkte zur schwarzen Kohle gefunden denn der Ausbau der Wasserkraftanlagen ist heute bereits in einem derartigen Stadium, daß man sagen kann, es gibt von der Nordsee bis zu den Alpen in den nächsten Jahren ein ununterbrochenes Netz von Elektrizitätswerken, das im Süden von der Wasserkraft, der weißen Kohle, im Norden von der Steinkohle und Braunkohle betrieben wird. Die Beziehungen der orddeutschen zu den süddeutschen Wasserstraßen sind in den letzten Jahren dank reger Arbeit der Kanalvereine sehr gefestigt worden. Es soll dies in noch höherem Maße geschehen durch die hochwertige Essener Veranstaltung. Es ist ja auch nichts Neues, daß Montan=Industrielle des Westens Interesse bezeigten für die großen Industrie= und Kraftanlagen, die mit der Ausnutzung der Wasserkräfte des Alpengebietes zusammenhängen. ** Westhofen, 20. März. Wasserkraftunlage. Vor einigen Jahren begann bekanntlich der Landkreis Hörde mit dem Bau einer großen Wasserkraftanlage für das Kreiswasserwerk an der Ruhr, unweit des hiesigen Bahnhofs. Die Arbeiten, die unter der Gewalt des Hochwassers im Herbst 1919 sehr gelitten hatten, wurden im Frühjahr 1920 nach erfolgter Verschmelzung des Kreiswasserwerks mit dem Wasserwerk der Stadt Dortmund zu einer G. m. b. H. mit erneutem Eifer wieder ausgenommen und geht die umfangreiche Arbeit, an der Hunderte von fleißigen Händen jahrelang tätig waren, jetzt allmählich ihrer Vollendung entgegen und kann bald in Benutzung genommen werden. Durch den Bau dieser großen Anlage soll der ganze Betrieb des Wasserwerks infolge Ersparnis an Brennstoffen verbilligt und dadurch rentabler gestaltet werden. Die Baukosten sind inzwischen allerdings gewaltig gestiegen und werden die Höhe von 30 Millionen Mark erreicht, wenn nicht überschritten haben. ** Villigst, 20. März. Der Vortrag des Pastor Ohlig über das Thema:„Was wird aus unserer evangelischen Schule in Villigst", war von Freunden und Gegnern der evangelischen Schule gut besucht. Dem Redner ging es darum, Klarheit und Wahrheit zu schaffen, da beides bisher im Kampf um die Schule in Villigst mangelte. Er gab deshalb ein Bild von den 3 Schularten, die in Betracht kommen: der weltlichen Schule, der Gemeinschaftsschule und der Bekenntnisschule(evangelische oder katholische Schule). Er betonte wegen der verkehrten Vorstellungen und Darstellungen ausdrücklich, daß es sich für ihn und die Anhänger der evangelischen Schule nur darum handele, die Schule in Villigst so zu erhalten, wie sie jetzt ist: als evangelische Schule, in die selbstverständlich die Katholiken gehen, wie sie es jetzt auch tun Das sieht der Reichsschulgesetzentwurf im§ 3 Abs. 1 ausdrücklich vor. Der Einwurf der Gegner, die Katholiken sollten in Zukunft aus der Schule gedrängt werden, beruht also auf einer Unkenntnis M schichte! Gras wachsen hören! Will er eingeschla gene Eier backen, den Thermometer in der Pfanne? Sei es! Wenn er nur was Rechtes weiß, so ist ihm zuletzt dies oder jenes abzulernen, woran er selbst nicht denkt! Das Ding mit dem stillen Privatgelehrten und dem Kaufmann, der es darauf an kommen läßt, ob er hervortreten wird oder nicht, =hat doch etwas für sich und sieht gut aus, zumal wenn man es ja bequem machen kann! In der Tat, es gefällt mir immer weniger übel! Was schreibt er denn da noch? Er wünschte noch ein Jahr zu reisen, wenn es anginge? Warum nicht? Ich wollt', ich hätt“ es auch tun können, als ich jung war; nur um mich zu unterrichten! Nachher mußte ich freilich reisen, weit genug, hab' aber vor Plackerei kaum was gesehen und an Weib und Kino denken müssen! Er teilte den Brief den Frauenzimmern mit, die aus verschiedenen Gründen betrübt waren, die Töchter, weil der Bruder nicht zur Hochzeit kenn, die Mutter, weil sie den Sohn noch länger entbehren mußte, und gerade jetzt, wo sie die Töchter verlor. Und er hatte ihr noch nie Kummer gemacht. Sein Lebensplan aber, oder wie man die Auseinandersetzung seiner Absicht benennen will, auf die Martin sie aufmerksam machte, erfüllte sie mit stolzer Freude, so würdig und ernst erschien ihr alles, was er schrieb, und sie billigte zuletzt alles, selbst das Reisen. Mit dem Manne später allein, konnte sie sich nicht enthalten, sich mit einiger Ueberhebung der Gegenschmäherin gegenüberzu“ stellen und im Hinblick auf deren Zwillinge den eigenen Sohn zu preisen. Salander wurde ordentlich eifersüchtig auf ihn. „Du bist ein bißchen Aristokratin“, sagte er,„ich weiß gar nicht, warum du die Leute so wenig leiden kannst! Warte das Ende ab, wer zuletzt lacht, der Bestimmungen, wenn es nicht lediglich eine Waffe ist, die man im Kampf gegen die evangelische Schule benutzt. So liege kein Grund vor, die evangelische Schule in Villigst in eine Gemeinschaftsschule umzuwandeln, zumal es auch den Katholiken nicht einfiele, aus Rücksicht auf ein paar evangelische Kinder ihre Schulen umzuwandeln. Der Frieden, der bisher bei einer evangelischen Schule in Villigst unter den beiden Konfessionen bestanden habe, könne durch eine Gemeinschaftsschule nur gestört werden;„Gemeinschaft" schaffe man nicht dadurch, daß man Kinder in eine sogenannte Gemeinschaftsschule zwänge. Weshalb also die evangelische Schule umgewandelt werden solle, sehe er nicht ein.„Auf eine diesbezügliche Frage an die Vertreter der Gemeinschaftsschule erhielt er auch keine Antwort.— Nachdem einige Vertreter de Gemeinschaftsschule zu Worte gekommen waren, schloß der Redner die Versammlung mit der Bitte, sich um unseres evangelischen Glaubens, um unserer Kinder und unseres Volkes willen fest zusammenzuschließen. Darauf verließen die Gegner der evangelischen Schule den Saal und die große Zahl der Zurückbleibenden trat zur„Evangelischen Schulgemeinde in Villigst" zusammen zum Zweck der Erhaltung der evangelischen Schule. ** Aplerbeck, 20. März. Die neuen Brotund Zwiebackmarken werden ausgegeben: Für die Gemeinde Aplerbeck in der Wachtstube des Amtshauses am Dienstag, 21. März, von vormittags 8 Uhr bis nachmittags 3 Uhr; für die Gemeinde Holzwickede im Gemeindebüro am Mittwoch, 22. März, von vormittags 8 Uhr bis nachmittags 1 Uhr; für die Gemeinden Hengsen und Opherdicke in der Wirtschaft Becker (Hengsen) am Mittwoch, 22. März, von nachmittags 4 bis 5,30 Uhr; für die Gemeinde Sölde im Gemeindebüro am Donnerstag, 23. März, von vormittags 8 bis 12 Uhr, nachmittags von 2 bis 4,60 Uhr in der Schule im Sölderholz; für die Gemeinde Schüren in der alten Dorfschule am Freitag, 24. März, von vormittags 8 Uhr bis nachmittags 1 Uhr; für die Gemeinde Berghofen in der Wirtschaft Schwachenberg am Freitag, 24. März, von nachmittags 2 bis 6 Uhr. Die verabfolgten Marken sind in dem betreffenden Lokal sofort auf die Richtigkeit zu prüfen. Spätere Reklamationen können nicht berücksichtigt werden. Aus den Provinzen. Hörde, 18. März. Beim Telegraphendiebstahl erwischt. Gestern in den Vormittagsstunden gelang es drei hiesigen Telegraphenarbeitern, im Hacheneyerfeld einen Mann dabei zu überraschen, wie er Vorbereitungen traf, Telegraphen=Oberleitungsdrähte zu stehlen. Wie der Mann sich beobachtet sah, ergriff er die Flucht; er wurde jedoch wieder eingeholt. Die weiteren Nachprüfungen ergaben, daß der Mann bereits mehrere hundert Meter Drähte abgeschnitten und in einem am Tatorte befindlichen Kanal versteckt hatte. Der Abnehmer des Diebesgutes war ein Trödler aus der hiesigen Stiftstraße. Er wurde wegen gewerbsmäßiger Hehlerei festgenommen. Lünen, 18. Mäz. Volkshochschule. Auch unsere Stadt steht jetzt im Begriff, sich der Volkshochschule der Stadt= und Landkreise Dortmund und Hörde anzuschließen. Die vorbereitenden Beratungen sind soweit gediehen, daß in einer größeren Versammlung am Donnerstag, den 30. März, 8 Uhr abends, der Studienleiter Direktor Dornheckter in der Aula des Realgymnasiums einen öffentlichen Vortrag halten wird, der die gemeinschaftliche Arbeit einleiten soll. lacht am besten! Die Zwillinge werden noch ein paar handfeste Männer werden und obenaufkommen, während unser Arnold mit seinen Schrullen vielleicht ein bedeutender Stubenhocker wird!" Er nahm den Brief mit auf das Kontor und las ihn nochmals durch. Wieder lief ihm der fortschkittliche Käfer des alten Herrn über die Leber und ärgerte ihn; ein Gedanke gab den andern, Salander hätte Arnold auch gern an der Hochzeit gehabt, und bei diesem Punkte angekommen, änderte er plötzlich wieder seine Ansicht von dem Feste und beschloß, dem doktrinären Sprößling zum Possen doch eine politische Volkshochzeit zu feiern, damit er in der Ferne vernehme, was die Glocke geschlagen! Ohne die Gattin weiter einzuweihen, verband er sich mit den künftigen Schwiegersöhnen und setzte mit ihnen den Plan fest. Dem Geiste der Zeit entsprechend, wurde von allem Auffahren einer Merge Kutschen abgesehen und die Eisenbahn als Beförderungsmittek gewählt. Die aus der Stadt und ihrer Umgebung geladenen Gäste verfügen sich nach dem Bahnhof, wo die Hochzeitspaare und deren Eltern sie erwarten. Jedermann ist anständig gekleidet, wie zu einem sonntäglichen Ausfluge; aber keine Ballroben, keine Fräcke werden gesehen. Im Saale der Bahnhofswirtschaft wird die Morgnsuppe genossen, mitten im Verkehr des reisenden Publikums, ein Bild des rastlosen Lebens. Es ist indessen dafür gesorgt, daß das Beste aufgetragen wird in der stillen Zeit, da die Züge abgefahren und die Säle leer sind. Dann führt ein Extrazug die Hochzeit nach dem“ Orte, wo die Tranung stattfinden soll; es ist ein ansehnliches Dorf mit guter Wirtschaft, das ziemlich in der Mitte zwischen der Stadt, dem Lndenberg und Unterlaub liegt. (Fortsetzung folgt). geitentirchen. atron. Ein ##er Agent Josef Ugenannten Detelt ietzt unbekannten ###en haben ergeb##von hier unter V#erschleppt hat. ges besteht der haben in Verbin #noch mehrere ju derlegion zugefü Mülheim, 18. erstickt. Bei Brunnens ersti #der Maurer Dör nengasen. Der der sich in den E den Verunglückt aber noch gerett Paderborn, Ein zwanzigjäh Ausgange zurüc einem Herrn a tung anbot un Aussicht stellte. winkte der Freu heran, das in das Geschrei d wehrsoldaten h dem Mädchen noch mehrere von. Dem An Auto um ein Bawinkel, Besuch. I Hause des Hei zwei vom Arb entwichene St ung mit Mess und Lebensm abfolgt. Die und die Stri Polizei der 11 kenntnis gesbeiden„Wan Köln, 18. ser=Friedrich= ein Paket in Leiche eines schlechts, liegt offenba person ist ur kelegramn Zeitung, Vorzü Zuschauer Rosenspot eihoren Ansehnlich gepilgert, Bezirkes rat Melc Schwerte Teilnehm Stadtver für die 2 wie sied Pflege d bungenn obmann wür dige soweit noch fer getragen Kämpfel Geschled aufbau Das W dem In vorgetre ginnen besonde senen(3 Störrin erreicht knapp starten! Auch Die landet großer Mann 3. Ma sprung Piersc Start aus lagun der a Solgt 1904 das an nicht lediglich eine gegen die evangelikein Grund vor, die in eine Gemeinial es auch den Kacksicht auf ein paar len umzuwandeln. iner evangelier den beiden Kondurch eine Gemeinn:„Gemeinschaft" man Kinder in eine zwänge. Weshalb mgewandelt werden eine diesbezügliche meinschaftsschule er- Nachdem einige le zu Worte gekomr die Versammlung evangelischen Glaunseres Volkes willen darauf verließen die e den Saal und die en trat zur„EvanPilligst" zusammen wangelischen Schule. ie neuen Brotverden ausgegeben: ck in der Wachtstube 21. März, von vor3 Uhr; für die GeGemeindebüro am mmittags 8 Uhr bis Gemeinden Hengr Wirtschaft Becker ärz, von nachmitemeinde Sölde im 23. März, von vortags von 2 bis 4,60 lz; für die Gemeinde hule am Freitag, 24. s nachmittags 1 Uhr; fen in der Wirttag, 24. März, von verabfolgten Marken sofort auf die Richeklamationen können vinzen. Telegraphen= lestern in den Vordrei hiesigen Teleerfeld einen Mann Vorbereitungen traf, e zu stehlen. Wie rgriff er die Flucht; solt. Die weiteren der Mann bereits te abgeschnitten und hen Kanal versteckt ebesgutes war ein ftstraße. Er wurde ei festgenommen. hochschule. Auch griff, sich der Volksandkreise Dortmund vorbereitenden Bedaß in einer größestag, den 30. März, iter Direktor Dornlgymnasiums einen ird, der die gemeinnge werden noch ein n und obenaufkomnit seinen Schrullen nhocker wird!“ uf das Kontor und er lief ihm der fortern über die Leber jab den andern, Saan der Hochzeit gengekommen, änderte von dem Feste und tößling zum Possen it zu feiern, damit das die Glocke geizuweihen, verband hwiegersöhnen und Dem Geiste der lem Auffahren einer die Eisenbahn als Die aus der Stadt Gäste verfügen sich Hochzeitspaare und dermann ist anstänitäglichen Ausfluge; äcke werden gesehen. haft wird die Morerkehr des reisenden sen Lebens. Es ist 3 Beste aufgetragen je Züge abgefahren führt ein Extrazug die Tranung statthes Dorf mit guter Mitte zwischen der terlaub liegt. fortsetzung folgt). chelsenkirchen., 18. März. Ein fauberer #atron. Ein Werber für die Fremdenlegion ist der Agent Josef Bottenhaben, früher bei dem so Lenannten Detektivinstitut„Metus“ hier angestellt, #ietzt unbekannten Aufenthaltes. Die Ermittelun ###en haben ergeben, daß B. tatsächlich junge Leute hier unter Vorspiegelung falscher Tatsachen ##erschleppt hat. Diese befinden sich jetzt in Algier. #es besteht der dringende Verdacht, daß Borken haben in Verbindung mit einer anderen Person mehrere junge Leute der fanzösischen Frem derlegion zugeführt hat. Mülheim, 18. März. Durch Brunnengase Verstickt. Bei der Untersuchung eines unbenutzten grunnens erstickten der Invalide Holtmann und Maurer Dörnhaus durch Einatmen von Brungeggosen. Der Bruder des Maurers Dörnhaus, der sich in den Schacht hinabgelassen hatte, um nach den Verunglückten zu suchen, wurde betäubt, konnte aber noch gerettet werden. Paderborn,18. März. Mädchenhändler. Ein zwanzigjähriges Hausmädchen, das von einem Ausgange zurückkehrte, wurde am Marienplatz von einem Herrn angesprochen, der ihm seine tung anbot und ihm ein großes Geldgeschenk in Aussicht stellte. Als das Mädchen sich weigerte, winkte der Fremde ein in der Nähe haltendes Auto heran, das in schnellem Tempo herankam. Auf das Geschrei des Mädchens eilten einige Reichswehrsoldaten herbei. Jetzt erst ließ der Mann von dem Mädchen ab; er sprang in das Auto, in dem noch mehrere andere Herren saßen, und fuhr davon. Dem Aussehen nach handelt es sich bei dem Auto um ein ausländisches Fahrzeug. Bawinkel, 18. März. Unwillkommener Besuch. In später Aberdstunde erschienen im Hause des Heuersmanns Hofschröder in Plankorth zwei vom Arbeitsplatze der Lingener Strafanst entwichene Sträflinge und forderten unter Bedrohung mit Messern zwei Anzüge, zwei Paar Schuhe und Lebensmittel. Die Sachen wurden ihnen verabfolgt. Die erpreßte Kleidung wurde angelegt und die Sträflingskleidung zurückgelassen. Die Polizei der Umgegend wurde sofort telephonisch in kenntnis gesetzt; hoffentlich gelingt es bald, die beiden„Wanderburschen" zu fassen. Köln, 18. März. Kindesmord. Am Kaiser=Friedrich=Ufer warf eine junge Frauensperson ein Paket in den Rhein. Das Paket enthielt die Leiche eines neugeborenen Kindes weiblichen Geschlechts, dem der Hals durchschnitten war. Es liegt offenbar ein Verbrechen vor. Die Frauensperson ist unerkannt entkommen. Schhsengericht. Die letzte Sitzung leitete Herr Amtsgerichtsrat Dr. Alffers; als Schöffen waren die Herren Konditor Wigge und Drahtzieher Wehner tätig.„* Der Invalide D. aus Villigst un der Straßen. bahner Pr. von hier sind angeklagt, Getreide, wel. ches ein Knecht Zisch dem Gutsbesitzer Späing gestohlen hatte, angekauft zu haben. Der Knecht ist seinerzeit bereits zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. D. traf heute eine Geldstrafe von 500 Mark; Pr., der schon seit Jahren auf dem Hofe als Hilfsarbeiter beschäftigt war und der den Nach' weis erbrachte, daß an Arbeiter zu einem ermäßigten Preise Getreide abgegeben wird, erzielte Freisprechung. Aus Not gehandelt haben will der Schlosser L., der im Dezember v. J. aus dem Koffer des Müllers Lehmann, mit dem er zusammen 2 Zimmer bewohnte, einen Gehrock=Anzug gestohlen und diesen dann versetzt hat. Der Angeklagte wurde unter Zubilligung mildernder Umstände zu einer Geldstrafe von 500 Mark verurteilt. Mit einem im Sommer 1919 verübten Eisenbahndiebstahl hatte sich dann das Gericht zu beschäftigen. In der Nacht vom 14. zum 15. war auf dem Bahnhof Westhofen ein Waggon erbrochen und 5 Zentner amerikanisches Weizenmehl aus demselben gestohlen. Ein Teil dieses Mehles ist nach eiwigen Tagen in einem Kornfelde bei Garenfeld aufgefunden worden. Diesen Diebstahl asgeführt zu haben stehen der Fabrikarbeiter Heinrich W., der Bürogehilfe Walter Gr. und die Witwe Gr. aus Garenseld unter Anklage. Die damals eingeleitete Untersuchung verlief im Sande, vor kurzem infolge Streitigkeiten zwischen zwei üher befreundeten Familien die Angelegenheit wieder aufgerollt wurde. Die umfangreiche Beweisaufnahme überzeugte das Gericht von der Schuld der Angeklagten; W. und Frau Gr. traf on 3 Monaten, Walter Gr. von, da er bei Begehung der noch im jugendlichen Altec schaftlichen Organisationen ein Erzeugerpreis von 65 Mark festgesetzt war. Während H. vor Gericht eine Ehrenerklärung für Sp. abgab, lehnte Eh. dieses ab und mußte gegen ihn verhandelt werden. Er wurde wegen Beleidigung des Sp. zu einer Geldstrafe von 50 Mark und zur Tragung der nicht unecheblichen Kosten verurteilt. Verschiedene Sachen verfielen der Vertagung. Ar3 Beahtnirtsul igene: Depeschen dienst Der neue Ernährungsminister. TI Berlin, 20. März. Als kommender Reichsernährungsminister wird in erster Linie der frühere preußische Landwirtschaftsminister Dr. Warm bold genannt. Eine englische Zeitung in Berlin. Berlin, 20. März. Heute wird in Berlin zum ersten Mal eine neue Zeitung in englischer Sprache erscheinen, der„Daily Herald". In der Redaktion sitzen mehrere amerikanische Journalisten. Die einzelne Nummer kostet 5 Mark. Französische Gewerkschaftler in Deutschland. Berlin, 20. März. Wie der„Vorwärts“ aus Paris meldet, hat sich Freitag abend eine De gation von Führern des französischen Bauarbeiterverbandes zu Studienzwecken nach Deutschland begeben. Sie besucht Köln, Essen, Dortmund, eodchnz und Verin. Ammmmmm Handel und Vorse“ =Volkswirtschaft Nimmm Berliner Börsenkurse vom 17. März milgeleill vom Barmer Bank-Verein, Schwerte Deutsche Kaltwerke.... Dynami Essener Sleinkohlen Gelsenkirch. Bergw 1145 Gasmot. Deutz 835 Harpener Bergw. 106 bocch.... 1 Mannesmann Oderschles. Eisenb.=Bed. Orenstein& Koppel........... Phönix Bergbau........ Reisholz Pap. Rhein. Stahlwerke....... Rombacher Schuckert Stegen=Solingen Ver. Di. Nickelwerke..... 1650 Wesif. Draht=Ind. Westf. Eisen, Langendreer.........775 Auslands Wechselkurse der Berliner Börse (Deoisenkurse) Man zahlte deutsche Mark: für am 16. 3 100 belgische Franken.. 2312,75 100 dänische Kronen... 5809,15 englisches Pfund... 1205,75 100 französische Franken: 2512.45 100 holländische Gulden 10464.50 100 italienische Lire.... 1408,55 100 polnische Mark... 6,83 100 schwedische Kronen.. 7227.75 100 schweizerische Franken 5484.55 100 tschechische Kronen.. Ein Dollar. 479.— am 17. 8. 2467.50 5969.— 242,65 2597.40 10664,30 1463.50 7412,55 5614,30 196.25 277,47 283, waren über den Gutsbesitzer Gerüchte in Umlauf gesetzt Wucher mit Kartoffeln vorwarfen; er sollte damals für den Zentner 80 Mk. verlangt haben. Gegen die Fabrikarbeiter Eh. und H. wegen Verbreiter dieser Gerüchte hatte Sp. Privatklage angestrengt, welche jetzt zur Verhandlung kam. In derselben wurde ausdrücklich festgestellt, daß Späing die Kartoffeln zu 50 Mark abgegeben hat, trotzdem damals von den landwirt5% Deutsche Reichsanleihe Barmer Bank-Verein Deutsche Bank Diskonto Dresdner Bank Hamb.=Amer.=Pak. Allgem. Elektr.=Ges. Baroper Walzwerk Bochumer Guß.... Bösperde Walzwerk.. Daimler Motoren Deutsch=Luxemburg... . 2 9 7 . 5 8 2 . 4 2 7 . 372 . 5 1 0 834¼ 1020 1150 1030 . 5 5 3 1125 Kohlenbericht Elektrizitätswerk„Mark“. Lagerbestand: Arastwerk: Herdecke Elverlingsen 16 3 1922 17. 3. 192 285 t t 2778 2933 Siesel 1446 t 144• t Stadttheater Dortmund. Dienstag, 21. März, 6—11 Uhr:„GötterdämmerHandlung von Richard Wagner. irtwoch, 22. März, 7—9,30 Uhr:„Sappho“ Trauerspiel in 5 Aufzügen von Franz GrillDonnerstag, 23. März, 7,30—10,45 Uhr:„Königskinder", Märchenoper von E. Humperdinck. „ kelegramm=Adresse: Zeitung, Schwerte 904 7777 Waldlauftag. Vorzügliches Wetter lockte gestern gewaltige Zuschauermengen zu den Stälten, die sich die Rosensportler für ihre laussportlichen Kämpfe eihoren hallen— den deutschen 44g Ansehnliche Scharen waren auch zum„Freischag wo um 2½ Uhr die Waldläufe Bezirkes Iserlohn vor sich gingen. Herr Stadtrat Melchheier richtete Namens der Stadt Schwerte herzliche Willkommensworte an die Teilnehmer der Waldläufe und erklärte, die Stadtverwaltung habe gerne ihren Stadiwald für die Veranstaltung zur Verfügung gestellt, wie sie denn auch immer bereit sei, alle der Blege der Seibesbbur gri, Hligen“eBezirhs, bungen noch Brälen Zu Hankiefi, Die isehen obmann Steffen=Iserlohn Mesul die nerenswür dige Begrüßung und forderte die Zuhörer, soweit sie den Vereinen für Leibesübungen noch fernstehen, in von hoher Begeisterung getragenen Worten auf, in die Beizenjcdeg Kämpfer für ein gesundes, starkes,# Geschlecht einzutreten und damil zum Wiederaufbau unseres lieben Valerlandes beizutragen Das Waldlaufgedicht von Malessa wurde von dem Jugendlichen Otto Wilkes wirkungsvoll vorgetragen. Dann konnlen die Läufe beginnen. Erwartungsgemäß siegle in dem besonders stark bestriltenen Lauf der Erwachsenen(3km) die Schwerter Sporlvereinigung 06. Störring— der Sieger des Vorjahres— erreichte auch diesmal als Erster das Ziel, knapp gefolgt von seinem außer Wellbewerb startenden Vereinskameraden Schürmann. Auch die nächsten drei Läufer gehören 06 an Die 1. Mannschaft der Sporlvereinigung landete den Mannschaftssieg gleichsalls mit großer Ueberlegenheit. Sehr brav lief die Mannschaft des Sportklubs Hennen, die die 3. Mannschaft von 06 mit einem Punkt Vorsprung auf den 3. Platz verweisen konnte Pierschke(Union=Schwerte) fehlte unter den Startern, sonst waren alle bekannten Läufer aus dem Bezirk erschienen, Große Beanlagung zeigten u. a. Semmler=Schwerte 06, der als 2. Sieger einkam, und MeisgeierHolzen. In der 2 Klasse(Jugend Jahrgang 1904=05) erreichte Richartz=Iserlohn als Erster das Ziel Der 1. Mannschaftspreis fiel hier an den Verein für Körperpflege=Menden. In der 3. Klasse(Jugend Jahrgang 1906-07) erwies sich Kurl Strauß von Schwerte 06 als Bester. Den Mannschaftssieg riß Sportklub Westig an sich.— Die ganze Veranstaltung als Einleitung der diesjährigen Leichlathletikzeit gedacht und der weiteren Werbung dienend, dürfte ihren Zweck voll erfülll haben. Dank gebührt allen, die zum vollen Gelingen beitrugen, vor allem auch dem Spiel= und Sportklub Union=Schwerte, der die mühevolle Vorardeit leistete. Wir lassen die genauen Ergebnisse nachstehend folgen und bringen das vorgetragene Gedicht am Schlusse. 1. Klasse: Erwachsene[3,0 Kilometer 1. Willy Störring, Schwerte 06, 12 Min. 12,8 Sek. 2. Heinz Semmler, Schwerte 06, 12 Min. 13,8 Sek. 3. Wilh. Wallrabe, Schwerte 06, 12 Min. 14 Se4. Ernst Lewe, Schwerte 06, 12 Min. 15 Sek 5 Paul Meisgeier, Einigkeit Holzen; 6. Wihelm Schmidt, Turnv. Oestrich; 7 Heinrich Angelkorte, Sp. C. Hennen; 8. Bernh. Wienkopp, Schwerte 06; 9. Ernst Kapellmann, Sp V Iserlohn; 10. Wilh. 2. Klasse: Jugend 1905 von 25 Klloneter). 49 666. 1 Alex Richaitz, Spo. Iserlohn, 8 Min. 2, Erich Heidelberger, VfK. Menden, 8 Min 52, 3. Otto Hüseken, Spy Hohenlimburg 8 Min 54; 4 Willy Balster, Schwerte 06; 5. Karl Dönneweg, Spo. Werningsen; 6. Walter Möllnhgf. g Hennen; 7. Walter Hortmann, Sp. 8. Richard Konrad, Einigteit Holzen; 5. Willy Keim, Spo. Werningsen; 10 Wilh. Viehoff, V f. K Menden; 11. Fritz Kocielsky, Sportv. Keim, Vogel, Erbe) 36 Punkte. 3 Mannschaitk, preis: Schwerte 06(Balster, Hellwig, 533. Klasse: Jugend- von 1906.07[2 Km. 1. Kurt Strauß, Schwerte 06, 5 Min 32,8 Sek Fernsprech=Ruschlut Schwerte Nr. 62 n ms Fiebernde Sinne, der Wille so hart Und in den Frühling der Kampfruf schallt! So lieb ich den Wald! Fußboll. Die Spiele um die Westdeutsche Meisterschaft endeten gestern sämtlich mit einer raschung. Arminia=Bielefeld siegte über den Essener Turnerband 3: 2, Kassel 48 zwang Dutsburg 08 2: 1 nieder und der Reiner Ballspiel=Klub fertigte den vorjährigen westdeutschen Meister, den Dutsburger Spielverein, mit 1:0 ab. Es haben jetzt Arminia-Vieleseld 3, Kölner BC 3 Duisburger Spielv 2, Kossel 48 2, Essener Turnecbund 1, und Duisburg 08 einen Punkt. V.f B. Grüne, 13. Walter Schulze, 14. Willy Vieler, Sp. C. Heunen; 15. Karl Sondermann, Sportv. Iserlohn; 16. Albert Müller, Sportv Langschede; 17. Fritz Lomp, Sportverein Iserlohn; 18. Paul Koch, T= u. Rasenspp. Kabel; 19 Wilhelm Heinecke, B f. B. Grüne; 20. Karl Beßlich, Schwerte 06: 21. Wilh. Hohmang, Sp. E. Hennen; 22 Erich Staat, Schwertt 06;—5 S. Henschel, Einigkeit Holzen; 24. Josef Wasmuth, V. s. K. Menden; 25. Fritz Wippermann, Vf B. Grünc; 26 Heinrich Kurz, Sp.C Iserlohn; 27 Ernst Müller, Spo. Langschede; 28. Heinr. Schell, 5 f. K Menden; 29 Josef Spiegel. Schwerte 06; 30. Wilh Dönneweg, Spo Werningsen; 31. Ludw. Haar mann, Sp C. Ergste; 32. Otto Lienhardt, Turnu. Rasenspp. Kabel; 33 Hans Pahling, Sport=V. Iserlohn. Außer Wettbewerb kam Schürmann, Schwerte 06 als Zweiter an. 1 Mannschaftspreis: Schwerte 06(Störring, Waltrabe, Lewe] 8 Punkte 2 Mannschaftspreis: Sportklub Hennen[Angelkorte, Vieler, Hohmann] 42 Punkte. 3. Mannschaftspreis: Schwerte 06 Wienkopp, Schulze, Staat] 43 Punkte 4. Mannschaftepreis. Turn= und Rasenspielrgzrin, Heahe 75 unkte 5 Mannschaftspreis: Iserlohn[1 Mannschaft] 79 Punile. 6 Mannschaftspreis: Sportverein Iserlohn[2 Mannschaft 106 Punkte. 7. Mannschaftspreis: Turnverein Ginigtet Helger „=Cl. Westig[Radix, Radir, Mannschaftsprets, Erottopei Waldlauf. Von Wilhelm Malessa, ist unser, der Wald ist mein Am schönsten ist er im Mondenschein, Wenn Nebelgrau in den Tiefen liegt. Das Auge späht und der Dornschuh fliegt Ueber die Erde, so winterkalt—— So lieb ich den Wald! 654 Und wenn sich die Wolke zur Erde neigt,“ Da steht der Wald wie ein Tempel und Dann huschen wir fachte Den Mären, die Regen und Bäume Dem heiligen Liede, so weisesund alt So lieb sch den Wald Hexee## Doch hat uns der Winter den Schnee gesandt Dann tragen die Wälder ihr Festtagsgewai Den weißen Montel auf Krone und Grund. Wir lausen durchs Wunder und werden gesund, Im Flockenwirbel der Schritt verhallt So lieb ich den Wald! Bald stürmen wir tausend, den Kampf auf der Stirn, Wenn sich die Reihen verschlingen, Bergauf und bergunter in sausender Fahrt, Zentral Ausschuß für Volks= und Jugendspiele und Reichsausschuß. Wie schon kurz berichtet, haben der Vorstand des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen und der Zentralausschuß für Volks= und Jugendspiele in Deutschland am 11. März die Vereinigung der beiden Körperschaften beschlossen. Der Zusammenschluß soll am 1. April vollzogen werden. Der Reichsausschuß übernimmt das Vermögen und den Besitzstand des Zentralausschusses und seine wertvolle Bücherei für die Deutsche Hochschule für Leisübungen und führt die Aufgaben des Zentral ausschusses weiter, z. B. die Leitung und den Verrieb seiner Schriften, Herausgabe des Jahrbuches und Abhaltung der Spielturse. Der Ausschuß für Landjugend wird übernommen, ein Ausschuß für Sviele zur Fortsetzung der Aufgaben des Technischen Ausschusses des Zentral=Ausschusses soll gebildet werden. Die Vorstandsmitglieder des Zentral=Ausschusses sollen persönliche Mitglieder des Deurschen Reichsausschusses werden. eratent Wie bitten alle Sportfreunde im gegenseitigen Interesse um schnellste Uebermittelung aller örtlichen Resultate an unsere Schriftleitung, der auch an Sonntagen Briefe und sonstige schriftliche Mitteilungen zugängig gemacht werden können. Statt besonderer Anzeige. Heute nacht entschlief nach kurzem, schweren Leiden meine liebe Frau, unsere gute, treue Mutler und Großmutter Fron, geb. Duisberg, verw. Winsgassen im 74. Lebensjahre. 1283 Schwerte, Dahlerau(Wupper) und Mühlheim(Ruhr), den 18. März 1922. In liefer Trauer: fl. Anna Windgassen Heinrich Heer d. J. und Frau Ida geb. Brune Anna Heer Wilhelm Heer und Frau Sofie geb. Möller Else Rüsing geb. Heer und Johann Rüsing und 7 Enkelkinder. Die Beerdigung findet statt am Dienstag, dem 21. März, nachmittags 3½ Uhr, vom Trauerhause, Märkischestraße 27, aus. Bekanntmachung. Auf Grund des§ 4 der Polizei=Verordnung betr. die Bullenkörung für die Provinz Weftfalen vom 30. Juli 1901 sind die diesjährigens Termine der Bullenkörung wie folgt festgesetzt Montag, den 3. April ös. Js. a) vorm. 3½ Uhr in Aplerbeck Wirtschaft Westermann b)„ 9½ Uhr in Sölde Wirtschaft Möller e)„ 11½ Uhr in Hengsen Wirtschaft Beckers d) nachm. 12½ Uhr in Geisecke Wirtschaft Bährensmann e) nachm. 1½ Uhr in Westhofen Wirtschaft Neuhaus f nachm. 3 Uhr in Holzen Wirtschaft Hosang. Dienstag, den 4. April ös. 39. a) vorm. 8¾ Uhr in Wellinghofen Wirtschaft früher Aßhoff b) vorm. 10½ Uhr in Barop Wirtschaft Grasekamr c) nachm 12¼ Uhr in Annen Gasthof Deutscher Haus d) nachm 2 Uhr in Löttringhausen Wirtschaft Meinberg. Die anzukörenden Bullen, welche mindesten? 12 Monate alt sein müssen, sind zu den angegebenen Terminen an den betreffenden Orten vor zuführen. Die Bullen müssen bei der Vorführung mit Nasenring versehen sein, widrigensfalls sie von der Körung ausgeschlossen werden. Die Deckbücher von 1921 sind in dem Termin vorzulegen. Hörde, den 14. März 1922. 1252 Der Landrat: gez. Hansmann. In den Gärten rechts der Iserlohner Straße, neben Gärtnerei Thüner, lieg! GFET. Wir ersuchen; die Hühner und Hunde festzuhalten. Die Besitzer. Danksagung. Für die mir in so zahlreichem Maße erwiesene Teilnahme beim Heimgange meines lieben Arthur, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pastor Terberger am Grabe, spreche ich allen meinen innigsten Dank aus. 1281 Frau Witwe Karl henschel. Faus.Erieis liefert schnellstene## K =Homöopathische— Kranken- Behandlung Sprechstunden jeden Mittwoch von 9—1 Uhr In Schwerte im Gasthof „Zum Schwan“, Hüsingstrasse. Elly Hensel, Heilkundige, Hörde, Schulstr. 21. für„dies Kartonnagen=Rbteilung gesucht. Doßmann, Iserlohn Mendenerstraße. 1287 Baltte für Bedienung der Schreibmaschine gesucht. wollen sich nur solche melden, die flott nach stenographieren können. Anfängerinnen sind aus. geschlossen Meldungen mit Gehaltsonsprüchen erbeten an Holzhandlung Schwarzelühr, Kalthof, Kreis Isetlohn. 1281 Wir suchen für unser Eisenwaren=Engrosgeschäft einen branchekundigen ordentlichen er. Nur bestempfohlene Personer werden berückJul. Aschermann, G. m v. H. Schwert=, Hagener Str. 93. Tuchlager Westfäl. Vekleidu f. Maßanfertigung f. herren- u. Damengarderoben 6 7 Eigene Maßwerkstatt im Hause mit nur guten Arbeitskräften Führe auchfertige finzüge zu billigsten Tagespreisen K.36 SLESTEIN= SErIWTTINÜSTER 2 U HABEN BEI Otte Marx Nachf. Schwerte. 1640 W G Freituinige Versteigerung. Am Mittwoch, dem 22. März, vorm. 10 Uhr, werde ich im Lokale„Zur Sonne“(W. Möller) folgende Sachen gegen bar versteigern: 1 Küchenschrank, 1 Topfbank mit Töpfen, 1 Anrichte, 2 Etageeren, 1 Vorrateschrank, 1 Tisch, 1 Zentrifuge, 1 Butterfaß, 1 Gasbügelofen mit 2 Eisen, 1 Geldkassette, 2Waschständer, 1Waschmaschine, 7 Leuchter, Messerputzmaschine, Schneidebank, 1 Syphon, 1 Zimmerofen, 1 Bettstelle mit Matratze, 1 Kinderwagen und div. Küchensachen. h. Boler, Veesleigrrer. SS — Alle Schreib- und Zeichen-Liiensilien für Schule u. Haus kauft manbitligbei CARL BRAUS Speise. und Saatware auch gelbfleischige Industrie=Gaat,gibt ab solange Vorrat. 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Verlag der Schwerter Zeitung. Anordnung detreffend Höchstpreise für die Verpachtung von Kleingärten und Kleinpachtland im Landkreise Hörde. Auf Grund des§ 1 der Kleingarten= und Pachtlandordnung vom 31. 7. 1919 R. G. Bl. 6. 1371 wird für den Landkreis Hörde folgende### bestimmt: S 1. Zum Zwecke nicht gewerbsmäßiger gärtnerischen# Nutzung dürfen Grundstücke als Kleingarten oder Kleinpachtland nicht zu höheren als den folgenden Preisen verpachtet werden: a saltes, ungedüngtes und unverarbeitetes AckerGarten= oder Brachland zum Preise von# 50.— Mk. für 20 Quadratruten(=1 Sechziger) b.t Oedland, auf welchem noch keine Frucht gestanden, zum Preise von 5.— Mi für die gleiche Fläche. S 2. # Diese Vorsc##ft findet auch auf Pachtverträge die vor Inkrafttreten dieser Bekanntmachung abgeschlossen sind, derart Anwendung, daß sich der Pachtpreis nach Maßgabe des§ 1 ändert. § 3. — Streitigkeiten, welche sich aus der Anwendung der§ 1—4 der genannten Kleingarten= und Kleinpachtlandordnung und dieser Anordnung ergeben, werden durch die zuständigen Einigungsämter des Landkreises Hörde entschieden, welche auch ermächtigt sind, als Pachteinigungsämter der im§ 6 des Gesetzes vorgesehenen Entscheidungen zu treffen. Nach§ 3 der Kleingarten= und Kleinpachtlandordnung sind die Kündigungen oder die Ablehnung der Fortsetzung eines Pachtverhältnisses nur beims Vorliegen eines wichtigen Grundes zulässig. S 4 D er entgegen dieser Vorschrift zu hohe Pachtpreise erhebt, hat den zuviel erhobenen Betrag bis zur zehnfachen Höhe an die Kasse des Ortsarmenverbandes des belegenen Grundstückes zu entrichten. Die Festsetzung des Betrages im Einigungsfalle bleibt mir vorbehalten. § 5. Tiese Anordnung bezieht sich in der Regel nur 1f Pachtflächen mit einer Größe bis zu ¼ Morgen (625 qm). Das Pachteinigungsamt entscheidet im Streitfalle, ob in einem besonders begründeten Ausnahmefalle die Anwendung vorstehender Bestimmungen auf eine Pachtfläche bis zu 1000 gm anzebracht erscheint. § 6. Die Anordnung des Landkreises Hörde vom 10. 3. 21 betr Höchstpreise für die Verpachtung von Kleingärten usw. tritt außer Kraft. Hörde, den 15 März 1922. 1279 Der Landrat des Landkreises hörde: gez. Hansmann. Veranmmachung. Vhergräcdenten rinten vom 25. Januar 1893 wird hiermit in Erinnerung gebracht: „Wer während der Feld= und Waldarbeit Hunde mit sich führt, darf dieselben nicht frei umherlaufen lassen. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 20 Mark, im Unvermögensfalle mit entsprechender Haft bestraft“ Westhosen, den 13. März 1922. Der Amtmann. Verannimachung. Der Eisenbahnassistent Heinr. Reinecke zu Syburg hat die Genehmigung zur Anfiedlung auf dem außerhalb der im Zusammenhang gebauten Ortschaft in der politischen Gemeinde Syburg belegenen Grundstück Flur 1 Parzelle 161/41 u. 176/89 der Katastergemeinde Syburg beantragt. Gemäß§ 16 des Gesetzes vom 25 August 1876 10. August 1904 bringe ich diesen Antrag mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntnis, daß dagegen von den Eigentümern, Nutzungs= und Gebrauchsberechtigten und Pächtern der benachbarten Grundstücke innerhalb einer Ausschlußfrist von 21 Tagen bei dem von dem Verbandsausschuß des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk beauftragten Amtmann zu Westhofen Einspruch erhoben werden kann. Syburg, den 9 März 1922. Der Gemeinde=vorsteher. S— 3 9— a 3g. 2 5** 5 8 9. 8 * 3 8— 8• 65 59 3 3 93 9 * 63 S.3 8 S 3 *. 25 55—S8 s9 5., S5* S S 8• S S 2. 8S. SS S *„#*2 ST. 82. i3 8 SS T 2i — 33 5 99— S 5 * 2 2— : 9 S TES 8 55 2—* 5— 3 es 99 2. ##S 2. 65 ** 9 # S 95 S 2 ## S. S E. S S 8 S 8 *S S 8— 8 F TanGS S 6 S#sEs S95.— SSERRS S 5 S S 8 • S S—SS SESRRE S S 9 SüSs S— B“agT Ug : 8 S S5n Seise Agg FEgus S 9—E E S93 8.S0 9## WS.# 5 5 B 2•— Sägs = 2 9. •• J S 552 # R 2 • 2 8 * K 8 S8 %g age SSFRTETZ . KO Frichen, ohnre daß auch nur die geriügte Arzchegng,3 Haus, weil ich glaubte, daß die Sehnsucht nach der Freiheit alle anderen Gefühle in ihm erstickt hätte. auch bald wieder mein regelmäßiger Morgengast, während seine designierte Gattin zu dem„Feldpöbel“ in den gropen flog; sie kehrte zwar jeden Abend in ihre elegante Wohnung zurück, aber, ihr Herz blieb drüben, und zwar bei einem schlichten viauen Wildflieger. Mein großer Engländer, er hatte sich auf den Namen Lord“ zu hören gewöhnt, machte in meinem Arzeitzzimmer die Betanntschaft des jungen„Frhessen gugel schild“, eines zierlichen weißen Täubchens, de Fagel einen schildförmigen roten Besatz hatten. Er freite sie vom Fleck weg und führte sie in sein schönes eigenes Haus, das die Engländerin bereits verlassen hatte, um ihrem Geliebten in sein ärmliches Nest zu folgen. Ich hatte es nicht zu bereuen, denn beide Paare zoge viele und sehr schöne„Kinder“, meist durch die guten Eigensindet sich ebensals im Taubenschlag, und auch der verheiratete Don Juan ist nicht ohne Beispiel... tout comme chez nous. Welt und Zeit. Mit dem Phonographen gemartert. Eine ganz neue Form grausamer Behandlung hat ein Amerikaner ersunden, der seiner Frau überdrüssig war und von ihr loskommen wollte. Die Sache kam in der Verhandlung über eine Scheidungsklage zur Sprache, die eine Mrs. Euma Hollums aus Newark wegen Grausamkeit gegen ihren Gatten eingeleitet hatte. Der Mann hatte eine leidenschaftliche Liebeserklärung an eine junge Frau, auf die seine Gattin eifersüchtig war, in einen großen Phonographen hineingesprochen und den Apparat dann nachts vor der Tür ihres Schlafzimmers ausgestellt, so daß die unglückliche Frau die ganze Nacht hindurch die außerordentlich laute Wiedergabefeurigen Liebeserklärung ihres Mannes an die andere mit anhören mußte. Als seine Frau ihn dann zur Rede stellte, erklärte er harmlos, daß er von nichts wüßte, und auch seine Geliebte beteuerte, daß der Argwohn der Frau völlig unbegründet wäre. Wenn andere Leute zugegen waren, benahmen die beiden Liebenden sich äußerst zurückhaltend, daß niemand dem Verdacht der jungen Frau Glauben schenken wollte. Tabei versicherten die beiden unaufhörlich, die Frau litte an Halluzinationen; sie bezweckten augenscheinlich, die Frau auf diese Weise um den Verstand zu bringen. Endlich gelang es jedoch der Frau mit Hilfe ihrer Verpandten, sich des Phonographen, der sie so furchtbar gequalt hatte, zu bemächtigen, und dieser wichtige Zeuge mußte auch vor Gericht erscheinen, wo die laute Liebeserklärung, die er höre ließ, allerdings als vernichtendes Beweismittel gegen den Mann wirkte. Der Scheinwerfer. Die Vorliebe für bestimmte Farben. Auch die Farben haben ihre Geschichte und ihre Blütczeiten gehabt. Die Vorliebe für die gelbe Farbe, schreibt Havelock Ellis in einem Artikel, kann man bei allen primitiven Völkern finden; in einigen Gegenden erfreut sie sich derselben Sympathien, wie die rote Farbe, die, da sie besonders lebhaft ist, von den Wilden allen anderen Farben vorgezogen wird. Die Vorliebe für die gelbe Farbe findet man auch bei den Kindern, bei welchen sie jedoch mit zunehmendem Alter gänzlich zu verschwinden oder doch wenigstens schwächer zu werden pflegt. Die Prosessoren Jastrow und Wißler haben nach sorgfältig Sorschngoen, bg. bz, zum ai. Lcbensachre Farben festgestellt, daß vom 16. vis zum 20. Lebensjahre die violette Farbe die Lieblingsfarbe der Männer, die rote Farbe die Lieblingsfarbe der Frauen ist. Wie ist es aber zu erklären, daß die Sympathie für die gelbe Farbe nach und nach schwächer wird, eine Erscheinung, die sich in Geschichte der Menschheit konstatieren läßt und die die schichte des Individuums wiederholt? Auf eine Verfeinerung des ästhetischen Sinnes läßt das durchaus nicht schließen, sonst könnte es nicht berühmte Maler geben, die auf ihrer Palette der gelben Farbe geradezu einen Ehrenplatz anweisen Rembrandt z. B. hatte stets eine Vorliebe für die gelbe Farbe, so daß er den Grund seiner Gemälde, auch den der Bilbnuisse mit einer Alkgobschichz.en### Christentum war es, das aus paß gegen das Heidenti der Menschheit die Antipathie gegen die gelbe Farbe beibrachte; in Griechenland und in Rom trugen nämlich die Buhlerinnen mit Vorliebe gelbe Kleider; sie färbten sich auch die Haare gelb, da diese Farbe im Rufe stand, Freischeslust zu erwecken. Himmelblau, dunkelblau und violett waren dagegen die Farben, die die Maler gewöhnlich für den Mantel der Jungfrau anwandten, weil auf ihnen das Auge friedlich ruhen konnte. Im Gegensatz zu der gelben Farbe, die als sündhafte Heidenfarbe galt, waren also himmelblau, dunke blau und violett eminent christliche Farben. 913 —. Wandelbilder. Skelett in der Höhle. Eine romantisch klingende Geschichte wird aus St. John(Neubrannschweig) berichtet. In der Nähe von Johnsville wurde kürzlich in einer Höhle ein Skelett entdeckt von einem augenscheinlich sehr gelehr Manne, der vor über 100 Jahren hier als Einsiedler gelebt haben muß. In der Höhle fand man außerdem eine Anzahr### Bücher und Karten, in denen die Versteckplätze von großen Zahl vergrabener Schätze sorgfältig aufgezeichnet waren. Schon die Entdeckung der Höhle geschah auf merkwürdige Weise. Zwei Männer sahen an einem Felsabhang ein Loch, das bloßgelegt war, nachdem ein mächtiger Baum, de es bis dahin verdeckte, von einem Sturm hinweggerissen we Da sie vermuteten, daß dies der Eingang zu einer geheimen unterirdischen Wohnung wäre, erweiterten sie das Loch, inder sie den Fels mit Dynamit wegsprengten, und drangen ein. Sie waren überrascht, zwölf Stufen vorzufinden, die zu einem langen engen Gange führten. Der Gang wieder endete in einem niedrigen Wohnraume von etwa zwölf Quadratfuß Größe. Hier fanden sie nun das Skelett, das schon vollständig zerfallen war. Dicht daneben lag ein massiver Goldring, der die Inschrift„John Long, 4. Dezember 1779“ trug. In einen großen Eisenkessel gelegt und mit Borke überdeckt sanden sie dann eine Reihe von alten Büchern, einige in lateinischer und eins in englischer Sprache, und verschiek geheimnisvolle Karten. Auf diesen Karten bemerkten si mehrerere seltsame Zeichen und dazu Notizen am Rande, in denen gesagt war, daß sie die Plätze bezeichnelen, an den eine große Zahl von Gold= und Silberbarren verbergen wärr. Auf einem der lateinischen Bücher, Suetons Geschicht Rom, 1667 datiert und mit lateinischen Inschriften auf dem Schmutzblatt, war auch folgender Name eingetragen: A. Strong, Oxford=College, 24. Mai 1676“, und darnnt erschien der Name„James Hayward, 1685“. Auch Senccas Tragödien befanden sich unter den lateinischen Büchern. Bis jetzt ist es noch nicht gelungen, irgendeinen Anhaltspunti dafür zu gewinnen, wer der gelehrte Einsiedler gewesen ist, der hier unter so seltsamen Umständen seinen Tod gesunden hat, und auch von den Schätzen, deren Orte auf den Karten verzeichnet sind, hat man bisher noch nichts gefunden, and S S 8. S 5 S 2 B 5 2#g. SDRE GB·S E 8. 5* S 3 S9— 3 8 5 5SE S B JE 2 * ***" GSbxS 2 PADES : 32 3 ** S# 0 2 ####k Sa3ES 3 3 S 5 ###e S 7•80 S a. 8E * 4 ärstes und ältestes Cagesorgan des Kreises. General=Anzeiger für den Kreis Hörde Haupt=Annoncenblatt. Unterhaltungs=Heilage zu Nr. 67 Montag, den 20. März 1922 Aal Hertetverat. Roman von Fritz Gantzer. (4. Fortsetzung.) Uerdings nicht,“ stimmte der Kommerzienrat zu.„Ich habe die Briefe nach nicht mal alle gelesen. Der größte Teil lief erst heute morgen ein... Aber nun zu Ihnen. Es handelt sich doch wohl um ein Ihnen gehöriges Besitztum, das Sie mir zum Kauf anbieten?“ „Gewiß,“ entgegnete Joachim und sah an dem Frager vorüber. grösten Teil „Um mein Gut Hesselvörde, das zum grofsten Teil im Hannöverschen liegt:, überhaust „O,“ sagte Herr Burmann,„das durste ug#, nicht in Frage kommen. Ich hatte an eine so weite Eutfernung von Berlin nicht gedacht.“ Joachim verfärbte sich.„Es ist nicht so schlimm mit der Entfernung. Hesselvörde liegt im äußersten Osten der Der Kommerzienrat wiegte den Kopf.„Immerhin. Sehen Sie, verehrter Herr von Brandt, ich muß mich von folgenden Gesichtspunkten leiten lassen: Meines Geschäfts wegen kürzeste Entsernung von Berlin. Da icy den Kauf im Interesse meiner einzigen Tochter plane, die, ich will sagen, die Marotte hat, auf einem mir gehörenden Landgute ihre angegrissene Gesundheit wiederher zustellen, möglichst viel Wald. Kiesernwald. Hochwald.“ Joachim sah lebhaft interesüiert auf. War diese Tochter mit der„Marotte“ jenes schöne Mädchen, das ihm vorhin gegenübergestanden? Das war wohl kaum möglich. Diese stolze, gesunde Erscheinung ließ ja den 1 Gedanken an Krankheit gar nicht zu. Aber Burmann hatte doch von seiner einzigen Tochter gesprochen. Und es gab ja auch Gemütskranke... „Mein Gut ist waldreich," betonte Joachim. Er hatte die Empindung, daß er alles versuchen müsse, um sch önen Tochter seines Gegenüber zur Befriedigung ihrer „Marotte" durch den Verkauf seines Gutes zu verhelfen. „Hm!" Der Kommerzienrat sah überlegend auf seine aneinandergelegten Fingernägel und polierte den von ihnen mit Hast.„Eine Frage: Aus welchem Grunde wollen Sie verkaufen?" Joachim erhob sich in offenkundiger Verlegenheit. Eine Blutwelle schoß ihm in die Stirn. Er lehnte sich gegen den Schreibtisch. Dann riß er sich zurecht. M kühler Ruhe sagte er:„Weil ich muß, Herr Kommerzien= Die grauen Augen Burmanns musierten das Gescht seines Besuchers. Die Ostenheit imponierte ihm. „So“, sagte er nur ganz gelassen. Und dann nach (Nachdruck verboten.) einem langen Schweigen:„Es ist Ihnen nicht mehr mög „Resa: Schar und dart Wie n.3/a., 2e1ct odm e vie der eine gfsine Schilderung meiner Lage. Darlegung meiner Verpornrle, Herr Don Beraisgrat?“ Ich bite dorum, veve.. Zeachim ein karlezendes Mit turzen Vorten gab 9. g6a ein zeteigm zeine Bild, und Burmann wußte danach: Es zehört in. Sie wollen also versg gegzigim sche, abhastation zu“ vermeiden?“ fragte er, als Jbachim schwieg. „Und für Sie bliebe, soweit ich Ihre ziffermäßigen Angaben im Augenblick übersehen kann, nicht Eine geringe Summe, allerdings. om Hesen, Feie sehntausend Mark. Vo extisrgend einer bescheidine neue honde in gründen. Ich dente daran aber erst se mich nicht vor die Tür setzen lasen. iu mig uuge vor die Tür sepen losen gen sinem SchreibBurmann vor aufggnigeten und ve. Zoachim beob. tisch einige Moale bin, zuter ggznerzanngeit. Er wußte achtete ihn mit gepazmte Aulsmerkso, zommerzienrats nicht, wie er den Gesichtsausdruck tes gaugen di deiten solte. Sopsel er Zu epezi,silg.(geadlch spracher: ien angetragene Geschäft nicht. Denn es mir nicht übel, haftet der Sache an. Das Sie da mährend einer hrt eine Ihnen sonst nicht in die Hände son 9 e Zuialt der nach Ersindung eines Isten wüi ch den Staut nicht vor Die zhseies Zauen nicht. Ein gewisses Erwas, dem v., Ja, igl Ihnen den uid oreu z.g; helt. Wen „Ich gegenseren, Herr b ist mir das von Ihr einmal, nehmen Sie etwas Ronanhaftes Eisenbahnsatz eine kommende ist ein merkwürdiger kann es zu geben vermag, etwas lagen: Lassen Sie mir ein vzn jeder Beise zusagt, s slaube ich Ihnen wenigsiene versprechen zu können. * S25SS PESRENS B 585 178 5#*= 8 Ex # S 811 2#s S 2 □ lich tat er, wenn sie ihre Ratschläge angebracht hatte, gerade das Gegenteil von dem, was sie gewünscht. „Dafür hat man nur ein Wort. Das ist... verrückt. lieber Georg Wilhelm. Das ist Blödsinn!“ „Verrückt und Blödsinn ist nach meiner Fähigkeit, arithmetische Gesetze zu erkennen, 1+ 1, also und nicht 1. Angenommen, es sei beides. Ich werde doch immer nur eins tun, nämlich nach meinem Ermessen entscheiden.“ „Und wirklich diesen Brief schreiben?" fragte Frau Melanie mit Ekstase. „Hoffentlich nicht. Das heißt, wenn Edith morgen anders denkt. Aber ich befürchte leider, daß sie es nicht tut!“ Melanie Wessel, geborene von Stranz, hatte Eile, das Zimmer zu verlassen. Voller Empörung und Zorn. So mochte er doch. Edith hatte ja von jeher allen Willen gehabt. Die Befürchtungen Burmanns traten ein. Schon in der Frühe des nächsten Tages erinnerte Edith ihn an sein Versprechen. Da schrieb er. Am übernächsten Tage wollte er in Hesselvörde s.in.——— 3. Kapitel. Nun ja, Joachim hatte diesen Bescheid erwartet. Er war mit diesem Gedanken heimgefahren und hatte das erdrosselnde Bewußtsein, eine glatte Ablehnung zu erhalten, von gestern nach heute mit herübergeschleppt. Und da lag nun ja die Bestätigung seiner Vermutungen in Gestalt dieses Briefes, dessen Weiß ihn grell angrinste, als käme ein Hohnlächeln von ihm her. Er hatte inn nicht in Grimm und Zorn weit von sich geschleudert. Beileibe nicht. Sondern ganz sachte, ganz resigniert beiseite geschoben. So wie sichs für eine Todesanzeige gehörte. Denn dieser Brief enthielt eine solche; Hesselvörde war damit für ihn tot. Nur die Bestattung stand noch aus. Aber die kam auch. Kam ganz sicher. Samuel Borscht würde sie schon in Szene setzen. Er hatte darauf sein verbrieftes Recht und besaß außerdem Routine für derartige Dinge seiner Regiekunst. Er würde alles sehr einfach zugehen lassen. Dekorationen brauchte er gar nicht. Nackte Szene. Ehrensalven über das Grab des guten Hesselvörde weg gab's nicht. Es ging still, ohne pomphaften Lärm, Gepränge dahin. Mit Samuel Borscht halbes Dutzend Kauflustiger. Vielleicht Die würden dann vom Keller bis unter ihre neugierige Nase in jeden Winkel stecken und blutige Kalauer reißen. Am Ende drehte Samuel Borscht einem von ihnen die liebe Sandklitsche auch an. Und nächstes Jahr um diese Zeit war dann hier schon alles ganz anders. Ein neuer Herr saß auf Hesselvörde... Vielleicht hieß er Samuel Borscht, wenn der beim„Andrehen kein Glüs gehabt. Samuel Borscht auf Hesselvörde. Das gab eine nette Visitenkarte. Und was würde auf der von Jaachim von Brandt stehen? Vielleicht, ja wahrscheinlich hatte der das nötige Geld nicht, sich überhaupt eine drucken zu lassen. Und wenn schon. Staat konnte er damit doch nicht machen. Denn:„Joachim von Brandt, Droschkenkutscher oder„Joachim von Brandt, Gepäckträger, das sah doch zu madig aus. Das war ja zum Schreien... Nun war er glücklich wieder in das Gewässer blutiger Ironie geraten. Na, das war ein stinkender Tümpel, in dem man nicht ertrinken mochte. Und so erhob sich denn Joachim von Brandt aus seiner zusammengesunkenen Haltung mit einem hastigen Ruck und nahm Hut und Stock. Raus wollte er. Auss Feld. In den Wald. Frische Luft um seine pochende Stirn wehen lassen. Als er über den Hof ging, kam ihm der Depeschenbote entgegen. „Wus gibt's? Für mich? Schön. So, danke!" Er riß das Formular auf und las: „Bitte Wagen heute abend 8 Uhr Iderstedt. Malve von Eberty.“ Nanu! Heute schon kamen Tante Malve und Sybille ohne klingendes kam vielleicht ein auch ein Dutzend. das Dach kletiern, wieder? Ihr Aufenthalt auf Wangerooge war doch bis Mitte August vorgesehen gewesen. Während er mit weitausbolenden Schritten und etwas hängendem Kopf über die Felder lief, stellte er allerlei Vermutungen an, weshalb die Rückkehr wohl vor dem beabsichtigten Zeitpunkte erfolge. Es konnte sein, daß... Aber nein, diese Möglichkeit war Sternengut. Sie nur zu erwägen, bedeutete Torheit... Aber Torheiten zu begehen, ist ja das Privileg menschlicher Schwäche. Und so machte auch Joachim von dem Privileg Gebrauch und dachte:„Vielleicht hat Sybille doch noch in letzter Stunde Einsehen gehabt und kommt, um zu heisen, zu retten,— sofern noch etwas zu retten war. Denn das galt als der springende Punit: wohl chon zu spät. Reedern, scheu und unsicher geworden, näherte sich Sybille vorläufig nicht wieder. Schließlich überhaupt nicht mehr. Er konnte doch unmöglich als gesinnungsuntüchtiger Liebhaber figurieren, der morgen seinen Antrag wiederholt, wenn man ihn heute abgewiesen hat. Und sollte Sybille nach Sophienwalde rüberlaufen und sich als Rettungsobjekt anbieten? Nein, nach dieser Seite hin blieb die Sache nun auf jeden Fall verfahren. Da war nichts mehr zu machen, selbst wenn Sybille jetzt die beste Absicht hatte, das Hesselvörde drohende Schicksal aufzuhalten. Und mit dem Erfassen dieser Gewißheit ging die törichte Vermutung Joachinis einen stillen Weg seitab— um nicht wiederzukommen... Schließlich— nun packte die bitiere Ironie Joachim von Brandt wieder— war der Sezessionist Helm, Holm oder wie der Kerl hieß, mit heimlicher Empfehlung auf und davon gegangen, weil er des Flirts müde geworden oder die in Aussicht stehende Hotelrechnung ihr fürchterliches Medusenhaunt erhoben. Es sollte ja Leute geben, die kein Geld besaßen... Und Sybille kehrte nun heim, um in der Einsamkeit Hesselvördes ihrem verlorenen Glück nachzutrauern und alte Jungser zu werden... Joachim riß sich im Aerger über sich selbst energisch zurecht. War er deswegen von zu Hause fortgelausen, I um hier draußen unter Gottes freiem Himmel das alte Lied von vorne anzufangen? Sein Leben schattete doch wahrhaftig ernst genug, daß ihm die Lust zu ironischen Betrachtungen vergehen mußte. Oder zeitigte Ernst Ironie? Es schien ja fast so. Ob lustige, sorglose, geldsatte Seelen auch ironisch sein konnten?.... Es war fürchterlich! Nun auch diese Fragen noch! Kam er denn nicht endlich los? Sein Blick sprang auf und flog in strenger Klarheit über die weiten abgemähten Ackerstücke hin. Hinauf und hinab liefen die Reihen der verregneten schwarzen, zum Teil ineinandergefallenen Roggenmandeln. Der frische Wind blies sie seit heute morgen in herber, gesunder Rücksichtslosigkeit an und saugte ihnen die zur Fäulnis führenden Wassermassen aus dem Mark. Dieses klingende Wehen aus Ost gab nachahmenswertes Beispiel. Ein tiefer Atemzug hob und senkte Joachims Brust. Pfeifend ließ er den derben Stock aus knotig gewachsener Hainbuche durch die Lust sausen. Nein, er wollte ein ironisierender, kopfhängerischer Trauerkloß nicht länger sein. Wie es auch nun kommen mochte— ganz böse am sichersten—, er würde sich schon durchbeißen. Das Leben sollte nicht ihn packen, sondern er würde es mit beiden Fäusten an den Schultern nehmen und rütteln, daß es irgendwo und irgendwann ein Stückchen Gutes für ihn doch noch abwarf. Er wollte es wahr werden lassen, das alte Wort des alten Geschlechts derer von Brandt: „Ein Brandt scheut hundert Teufel nicht, wenn auch sein letztes Schwert zerbricht!"—-— Am Abend fuhr Hinrich Basch zur Bahn. Joachim hatte überlegt, ob er seine Damen selbst abholen sollte, und war fast dazu entschlossen gewesen. Schließlich hatte er sich aber doch dafür entschieden, das Wiedersehen daheim zu feiern. Schon mit Rücksicht darauf, daß es ein einwandfrei frohes doch nicht sein würde. (Fortsetzung folgt.) Was du geträumt in grüner Dis mache wahr durch Männentugend, Die früh'sten Cräume täuschen nicht. Doch wille, Träume sind nicht Caten, Ohn Aibeit wird dir nichts geraten! 2* S * S 2 2 SEEG“ 9 80%5" S 5 8 O E S% EE * BGEESSSEE ##1E Idylle. Novelle nach dem Französischen von E. v. Geiersberg. (Nachdruck verboten.) Maurice irrte langsam, dem Zufall hingegeben, mitten durck einen dichten Wald. Der Regen hatte nachgelassen, aber einzelne Tropfen fielen schwer von Blatt zu Blatt mit dem Rieselgeräusch eines Baches, der sich in einen halb gefüllten See ergießt. In der Ferne zeigte sich ihm ein regensattes Bild grüner Matten. Der Wald mit seinen schwarzen Stämmen erschien der Phantasie des jungen Malers wie eine hohe Kathedrale, durch deren bunt bemalte Fenster der letzte Schein des Tageslichtes bricht. Maurice liebte die Stunde, wo die Sonne zur Rüste geht, zumal nach einem Regentage, der alle Gegenstände in einen einfachen, grauen Ton hüllt, ihren Konturen einen dunklen Grund gibt, ihre Härten abschleift und alles zu einer liebenswürdigen, weichen Formfülle verschmilzt. Er ging, ohne sich zu beeilen, jeden Augenblick stehenbleibend, gleich als ob er die Schönheit des Waldes recht genießen und mit inniger Bewunderung in die Geheimmsse der Natur eindringen wollte, die auch eine Genossin des Genies ist. Aufmerksam betrachtete er die Lichtung, das Gras strahkte in brillantem Grün, die Blätter der Sträucher neigten sich unter dem Wasser, das sie befruchtet hatte, und so schwammen sie ein netzartiges Gewirr über den dunklen Waldboden. Er zog sich zurück, um besser sehen, besser beobachten, besser den Eindruck dieses feuchten Waldes in sich aufnehmen zu können, um stiefer, sozusagen menschlicher diese großen Schatten, die hinter voller Sonne zu den großartigsten Lichtwirkungen gehören, zu genießen. Da näherte sich ihm eine schlanke, mignonhafte Gestalt unter dem Blaltgewirr der Birken, ohne ihn zu bemerken. Maurice betrachtete sie unbeweglich wie ein Eichenstumpf. Auf zwei Schritte von ihm sah ihn das Mädchen und erschrak, so daß einige Reiser von der Welle, die sie auf dem Kopfe trug, zur Erde fielen. „Sie haben mich erschreckt," begann sie lächelnd, und ihre großen, schwarzen Augen blitzten heiter unter ihren blonden wockigen Haaren hervor. Er betrachtete sie, ohne zu antworten: Eine vollkommene Harmonie, nicht mit Worten wiederzugeben, herrschte zwischen diesem schönen Weib mit dem lächelnden Antlitz, dem unbeleuchteten Laubwerk und der Farbe der Landschaft. „Bleibe da, mein Kind,“ sagte der junge Mann,„ich werde dein Porträt malen.“ Sie wollte die Locken, die ihr in die Stirn gefallen waren, zurückstreichen, er aber hielt sie ab davon. „Bleibe wie du bist.“ Er setzte sie auf einen Stein, skizzierte schnell die Silhouette und die Züge seines jungen Modells. Sie war eine Bäuerin, aber zart und fein wie diese Mädchen sind vor ihrer vollständigen Entwicklung. Sie hatte schon Augen eines Weibes, aber noch ein kindliches Lächeln. „Wie alt bist du?“ fragte der Maler, ganz in seine Arbeit vertieft. „Noch nicht sechzehn!“ „Schon! Ich hätte dich für viel jünger gehalten, se klein bist du!“ nrolichen „aber ]„Ich bin wohl klein,“ sagte sie mit einem liebliche Lächeln, dreist und freimütig wie ein Sperling,„ ich habe große Eile und in Sanct Jean Liebende.“ „In Sanct Jean?“ frug der junge Mann, indem er sich zurückbog, um sie zu betrachten. „Weil ich dorthin muß, um zu tanzen.“ Schon! Diese reine Stirn, diese unschuldigen Augen, dieser kindliche Mund, all dies sollte durch die plumpen Schmeicheleien eines Bauernburschen entweiht werden. Maurice fühlte eine unbestimmte Eifersucht sein Herz zusammenpressen. „Willst du mich zum Geliebten?“ fragte er, indem er sein Bild zurückzog. „Sie! Sie sind ein Herr! Ich aber, ich bin eine Bäuerin, und ehrenhafte Mädchen hören nicht auf die Herrn.“ Das ist das Gesetzbuch bäuerischer Ehrenhaftigkeit; der junge Mann antwortete nichts. „Ich sehe nichts mehr; willst du morgen ein wenig früher hierher zurückkehren?“ „Meines Bildes wegen?“ „Ja.“ „Ich werde wiederkommen. Guten Abend!“ Sie nahm ihre Welle auf und ver#ch#nd in dem schon dunkler gewordenen Schatten unter der Wölbung der düsteren Eichen. Maurice ging nach Hause, indem er von dem Mädchen mit den blonden Haaren träumte. Er hatte sie oft angesehen, er hatte sie als Künstler betrachtet. Jetzt aber schien es ihm, als ob er sie nur mit Augen verliebter Eifersucht gesehen hätte. Die Nacht und der Morgen schienen ihm endlos, und kaum kam die Stunde, so war er in der Waldlichtung. Er hatte eine Zeitlang allein gearbeitet, und als das junge Mädchen ankam, ein wenig zurückhalkend— schon kokett, war sie ganz erstaunt über das Bild. „Das bin ich,“ sagte sie.„Werden Sie es mir geben?“ „Nein, mein Kind, ich werde ein ganz kleines für dich malen.“ „Und dieses da, was machen Sie damit?“ „Es wandert-nach Paris und kommt in einen großen Rahmen, dann wird es in einem schönen Saale aufgehäugt, und die ganze Welt wird es bestaunen.“ „Ach ja, ich weiß! Zur Ausstellung, nicht wahr?“ „Du kennst sie?“ „Gewiß, es waren schon Maler hier, die für die Ausstellung arbeiteten, aber keiner hat jemals mich gemalt.“ Der Tag neigte sich allmählich zu seinem Ende, Maurice fand wieder die zarten und weichen Töne, welche ihn gestern so sehr entzückt hatten, und er förderte das Bild mit hundert Neigungen für die Zukunft. Bius niir hundert Keigungen für die Hurniht. Er sah sie noch mehrmals unter Tags in seinem Atelier wieder, und er nahm sich vor, in diesem Werke sein würde. Wenn er arbeitete, war er ganz ruhig und zufrieden. So kam der Winter, und Maurice liebte sein kleines Modell. Er liebte sie zu sehr, um es ihr zu sagen, zu sehr, um diese Blume, die er doch nie zu seiner Gattin machen konnte, zu brechen, aber genug, um in dem Gedanken an ihren Verlust zu leiden. Sie hatte nichts, was ihm ein dauerndes Glück verheißen hätte, weder besondere tiefe, noch Hingebung, die alles vergessen machen kann, noch eine Leidenschaft, die alles entschuldigt; sie war eben eine schöne Feldblume, ein wenig schwärmerisch, ein wenig sokett, ohne große Fehler, aber auch ohne große Vorzüge. Maurice fühlte, daß sie ihm nie genügen könnie, dennoch betete er die wunderbaren Formen ihres Körpers an. Er liebte diese schönen, tiefen Augen, diesen lächelnden Mund, diese immer verwirrten blonden Haare, das kleine Tuch, das den Busen verhüllte; er liebte alles, und nur mit Mühe konnte er sich trennen. Man trennt sich überhaupt immer schwer, wenn man keine Hoffnung auf Wiederkehr hat. Es ist so hart, ein Stück seines Lebens hinter sich zu lassen, von dem nichts übrig bleibt. Er brachte sein Bild weg, indessen waren auch die