Die Sdperer Zehme upgen! Veiertags. Bezugaprets undnatlich 14.—#., de der Post 14.— M., ohne Bestellgeid. Anzeigen. Dte 1 mm hobe. 35 mm roelts Seile auswürte 1.— 12. Il. Terit. Jeder Radat. gilt als Kaliensubalt und erllicht bei Zeengeomgeigen gertathentlogen u. Richt. bsachten der gemachten... gsbed Oerdunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Oolkszeitung Schwerter Oelksblatt Welthotener Zeitung Opierbecker Zeitung Langscheder Zeitung heizwickeder Zeitung Amtliches Kreisblatt für den Kreis Hörde. Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises.— Ceneralanzeiger für den Kreis Hörde. Di.„Sunetle Jeitung“ gew'hr######## bvanenten für jeden mit Tot er denden Uinioll 4# Mark Anfan. besune 50 Drncku Dr ago Con Braus, Sahperitr Auur, Ferasprech= Anschluß Nummer 6 Telegramm=Adresse: Braus, Sctwerte Ru#r. g.ch: Dortmund 28 2, Lonnover 21 571. Nr. 61 Montag, 13. März 1922 55. Jahrgang Zum Geleit. Keine Heeresmacht in der ganzen Welt wird der Deutschen Herrschaft Abbruch können tun, sofern die Deutschen unter einander eins und einander recht meinen, wozu billig die sonst angeborene Treu und Redlichkeit sie unzertrennlich sollte veranlassen. Justus Georg Schottelius (1612—1676). Für eilige Leser. Neuigleiten aus Nab und Fern. Wie die„Frankf. Ztg. meldet, kommt als Nacholger des Ernährungsministers Dr. Hermes der Zentrums=Abgeordnete Guerard in Betracht. * Dem Reichstag ist ein Gesetzentwurf zur Aenberung des Pensionsergänzungsgesetzes und des Wehrmachtversorgungsgesetzes zugegangen. Der Hauptausschuß des Reichstages nahm einen Untreg des Auswärtigen Amtes wegen beschleunigen Ankaufes eines Grundstückes für das General= o. sulat in Antwerpen an. Der Betrag für ein als seeignet befundenes Grundstück würde sich auf 50 000 Franken belaufen. Die Ueberleitung der Geschäfte des Reichskonimissars für Ein= und Ausfuhr auf das Reichsinanzministerium wird in Kürze beendet sein. Der frühere preußische Ministerpräsiden: Steherwald trifft heute in München ein, um in einer Versammlung der christlichen Gewerkschaften über Wirtschaftspolitik zu sprechen. * Im volkswirtschaftlichen Ausschuß des Reichssages wurde vorgestern der Gesetzentwurf über die fentliche Bekanntmachung der Strafbestimmunen wegen Preistreiberei und ungesetzmäßigen handel besprochen. * Die zwei Rastätter Kirchenräuber sind erwischt. siner ist ein Kölner Verbrecher, der andere stahl 920 bei den Baltikumtruppen 382 000 Mark. * Die französische Besatzungsbehörde kontrolliert eit dem 4. das Postamt in Mainz, insbesondere lle Telegramme und Briefsendungen nach dem besetzten Gebiet. Der Reichsausschuß der deutschen Landwirtschaft tritt heute zu einer Vollsitzung zusammen. aue" Die englische Regierung hat die Bewilligung on Geldmittel für die russische Hungersnot ab#lehnt. Nach einer Erklärung Sinojews haben die russchen Kommunisten ihre Hoffnung auf die WeltFevolution aufgegeben. * Der rumänische Ministerpräsident Bratiany rlangte bei den Senatswahlen für das von ihm Zu bildende Kabinett eine Majorität. * Die Konferenz von Genua soll zunächst drei ####entliche Sitzungen abhalten, und zwar am 10., #1. und 12. April. Die Konferenz werde dann die Kommissionen ernennen. In den vereinigten Reichstagsausschüssen für Steuerfragen wurde der als Initiativantrag von Sozialdemokratie, Zentrum, Deutsche Volkspartei, Pemokraten und Bayerischer Volkspartei eingePrachte Gesetzentwurf über die Aenderungen im inanzwesen gegen die Stimmen der Deutschnatiopalen und Unabhängigen angenommen. * Das Reichsmietengesetz hat noch nicht die Ge#chmigung des Reichsrates gefunden, obwohl am Ponnerstag die endgültige Beschlußfassung über Pis Gesetz seitens des Reichsrates erwartet wurde. vie Unsicherheit in Oberschlesten. Beuthen, 9. März. Der Kaufleuteverband Oberschlesiens beschäftigte sich in einer in Bismarckhütte abgehaltenen Sitzung mit der Unsicherheit in Oberschlesien und stellte fest, daß besonders in der letzten Zeit überaus zahlreiche Kaufleute bei den Lohn= und Vorschußzahlungen ihrer Tageseinnahme beraubt wurden. Da mehrere an die Interalliierte Kommission gerichtete Schreiben bisher unbeantwortet blieben, beschloß die Versammlung, einen Hilferuf an den Völkerbundsrat und an Bundesrat Calonder abzusenden. AD ∆ Lies“ Pfarrer Ulitahg deutsch Sschversfündiger rur die Bürtssbeftabenhug, berlberrehler, Die Polonisierung der oberschlesischen Schulen. Die Ueberschwemmung des an Polen fallenden Teiles Oberschlesiens mik Galiziern und Kongreßpolen hat nunmehr auch auf die Leitung der höheren Lehranstalten übergegriffen. In Rybnik ist die Leitung des Gymnasiums einem Lemberger, in Myslowitz die Leitung des dortigen Lehrerseminars einem Krafauer übertragen worden, an die Spitze des Kattowitzer Gymnasiums aber wird ein Warschauer Pädiaoge treten. Deutscher Reichstag. Ein neuer Koman! Wir sind in der angenehmen Lage, unseren werten Leserkreis mit dem neuesten Roman des beliebten Schriftstellers Frätz Gantzer, Fuf, hseirer ein Werk zu vieten, das wirklich nach jeder Richtung hin nur empfohlen werden kann. Der Held des Romans ist ein jugendlicher Gutsbesitzer, der sein Besitztum durch die Mißwirtschaft seiner Vorfahren in total verschuldetem Zustande über nehmen mußte und sich nun müht, durch eifrige Arbeit das Gut vor dem Zugriff der Gläubiger zu schützen. Eine Erleichterung seines harten Loses winkt ihm badurch, raß ein vermögender Gutsnachbar sich um ie Hund seiner Schwester bemüht. Da lernt diese in einem Seebade einen„Künstler“ kennen, der leWorte macht und kühne Plänc entst zu ernster, produktiver Arbeit kommt. Sie läßt sich von diesem Menschen betören und heiratet ihe, muß aber bald erkennen, welchen enrsetzlichen Mißgriff sie damit getan. Ihr Schrirt brachte den Bruder an den Rand der Verzweiflung, nur Wochen trennten ihn noch von dem furchtbaren Ereignis, sein Gut den Gläubigern überlassen zu müssen. Da wird ihm plötzlich auf ganz eigenartige Weise Hilfe zu teil. Wie, das soll hier nicht gesagt werden. In spannendster Weise wird geschildert, wie allmählich sich die anscheinend hoffnungslose Lage des Besitzers von Hesselvörde bessert und wie auch seine Liebe zu einem schönen, aber armen Mädchen, die ebenfalls arg gefährdet war, schließlich zum gewünschten Ziele kommt. Jedenfalls können wir sagen, daß wir selten einen Roman mit solcher Spannung und, was mehr ist, mit solch innerer Antcilnahme an dem Schicksal seiner Helden gelesen haben, wie Fritz Gantzers„Auf Hesselvörde". Daß er auch rein formell den höchsten Ansprüchen Genüge tut, dafür bürgt wohl hinreichend der IAmme Fritz Sitzung vom 10. März. Berlin, 11. März. Das Kapitalfluchtgesetz, welches bestimmt, daß statt bisher 3000 in Zukunft 20 000 Mark ins Ausland mitgenommen werden können, wird angenommen. Es folgt die Spezialberatung des Branntweinmonopols. § 1 wird gegen die Stimmen der beiden Kommunistischen Parteien und der Unabhängigen angenommen. Es kommt zu einer eingehenden Aussprache über§ 118, der 30 Millionen zur Bekämpfung der Trunksucht und solcher der Volksgesundheit drohenden Schäden aussetzen will, die mit mißbräuchlichem Branntweingenuß zusammenhängen. Vor der Abstimmung über den Antrag Fuchta bezweifelt Abg. Höllein(Komm.) die Beschlußfähigkeit des Hauses. Das Haus ist tatsächlich nicht beschlußfähig und die Sitzung wird um 3½ Uhr abgebrochen. Nächste Sitzung nachmittags 4 Uhr mit gleicher Tagesordnung. Nach der Vertagung wird die Beratung des Branntweinmonopol=Paragraphen fortgesetzt. Unter Ablehnung des Antrages der Unabhängigen auf Streichung des Wortes„mißbräuchlichen“ wird der Paragraph in der Ausschußfassung angenommen. Abg. Köhnen(Komm.) beantragt, den Paragraphen über die Besteuerung der Essigsäure zu streichen, bezweifelt vor der Abstimmung die Beschlußfähigkeit des Hauses und die Sitzung muß demgemäß wieder abgebrochen werden. Um 4 Uhr vertagt sich das Haus auf 430 Uhr. Nach der Vertagung zweite Lesung des Etats des Gantzers. Die Unterhaltungsbeilage= bringt weiter eine ganze Reihe Novellen, Humoresken, Skizzen usw. Außerdem reichhaltigen Unterhaltungs= und Belehrungsstoff aller Art. Reichswehr=Ministeriums. Berichterstatter Abg. Stücklen stellt fest, daß die klosten für die kleine Reichswehr höher seien als für das gesamte frühere Heer, weil Anstellungsund Besoldungs=Bedingungen bei dem Söldnerheere ganz andere seien, als bei dem Volksheere. Er betont nachdrücklich, daß es geheime militärische Organisationen nicht gebe und daß. nach den Versicherungen des Ministers die Reichswehr rückhaltlos auf dem Boden der Republik stehe, nachdem sich allerdings bei der Marine stelenweise reaktionäre Elemente gezeigt hätten. Reichswehrminister Geßler: Der Etat öringt zum ersten Mal die neue Organisation unserer Heeres nach den Bestimmungen des Friedens=Vertrages zum Ausdruck. Nunmehr haben wir auch ein Recht darauf, daß die interalliierte Kontroll= kommission abgebaut wird. Der immer wied er im Auslande auftretenden Behauptung, wir berei#eten einen Revanchekrieg vor, muß mit Entschiedenheit entgegengetreten werden. Moralisch läßt sich unser Volk nicht abrüsten, wenn es fortgesetzt befurchten muß, von bis an die Zähne bewassneten Nachbarländern überfallen zu werden. Die hohen Zahlen des Etats beruhen auch darauf, daß es sich um Paviermark handelt. Im Ausschuß habe ich die Frage, ob ich die Erfüllung der Vertragspflichten bei der. Reichswehr garantieren könne, rückhaltlos bejaht.(Protest=Rufe bei den Kommunisten: Auch für Bayern?) Das Militärgerichtswesen unterliegt jetzt der zivilen Gerichtsbarkeit und erst nach gefälltem Urteil kann disziplinarisch eingeschritten werden. Gegen Soldaten=Mißhandlungen wird mit aller Energie vorgegangen. Voraussetzung ist natürlich, daß der Mißhandelte Meldung erstattet. Redner dankt der Marine für das heldenmütige Verhalten bei der schweren Eisbrecherarbeit und konstatiert den jubelnden Empfang, den die„Medusa" in Stettin von der Bevölkerung erfahren habe. Darauf wird die Weiterberatung auf Diens= tag nachmittag 2 Uhr vertagt. Preußischer Landtag. Sitzung vom 10. März Berlin, 11. März. Das Haus ist gut besetzt. Die gemeinsame Beratung der Vorlagen zum ru der Wasserkräfte von Weser, Fulda und Main wird fortgesetzt. Der Hauptausschuß will dabei auch das Privatkapital in Form des gemischten wirtschaftlichen Betriebes beteiligen, während Sozialdemokratie die Betriebswirtschaft nur iil dem Reict, und mit den Kommunalverbänden gegründet wissen will. Nach lebhafter Aussprache werden die Vorlagen noch den Anträgen des Hauptausschusses gegen die drei sozialistischen Parteien angenommen. Es folgt die zweite Beratung des Haushalts der preuß. Staatsbank(Seehandlung), der nach kurzer Beratung bewilligt wird. Die Weiterverhandlung wird hierauf unterbrochen durch eine längere Reihe von Abstimmungen zum Kultus=Etat. Die Anträge des Haupt=Ausschusses werden angenommen oder Ausschüssen überwiesen, die übrigen Anträge mit wechselnder Mehrheit abgelehnt. Anträge auf Strafverfolgung der Abg. Kleinspahn(U.), Dahlem(komm.), Kilian(Komm.), Knoth(Komm.), Kusch(Komm.), Knetze(Komm.) werken auf Vorschlag des Geschäftsordnungs=Ausschusses debattelos abgelehnt. Im Falle des Abg. Scholen(Komm.) beanGescheiftsordnungs=Ausschuß, den Antrag Verfolgung wegen versuchten errates zu genehmigen, den Antrag auf Inhaftnahme ahzulehnen. Nach längerer Debartte wird der Ausschuß=Antrag gegen die Stimmen der Linken angenommen. Ein Zentrums=Antrag auf Gleichstellung der preußischen mit den Reichsbeamten in den Befürderungsverhältnissen geht ohne Debatte an den Beamten=Ausschuß. Um 5 Uhr vertagt sich das Haus auf 11 Uhr. Sitzung vom 11. März. Berlin, 13. März. Der preußische Landtag machte am Samstag bereits um 4 Uhr Schluß. Auf der Tagesordnung stand der Antrag der Deutschen Volkspartei auf Bereitstellung weiterer Geldmittel zur Regelung der Hochwasser= und Vorflutverhältnisse an der oberen und mittleren Oder. Er wurde nach kurzer Beratung dem Hauptausschuß überwiesen. Ein Antrag Menzel(Dutl.), der Front macht gegen alle Sozialisierungsversuche von Handwerk und Gewerbe und des weiteren Vorschläge bringt um der Not des Handwerks abzuhelfen, geht nach kurzer Debatte an den Ausschuß für Handel und Gewerbe. Die Anträge der Unabhängigen und Sozialdemokraten auf Revidierung des Erlasses für Volkswohlfahrt und über die Neuregelung der Besoldung der Krankenkassen wurde dem Hauptausschuß überwiesen. Zum Schluß kam die große Aktion der kommunisten über die Unterstützung Sowjet=Rußlands, die im Hause herzlich wenig Entgogenkommen fand, waren doch nur ein Dutzend Volksvertreter anwesend. Abg. Meyer=Ostpreußen(Komm.) schildert die furchtbaren Leiden der Hungernden in Rußland und schiebt der deutschen Regierung einen Teil der Schuld zu, die der Entente nachlaufe, anstatt eine östlich orientierte Politik zu treiben. Darauf wurde die Weiterberatung auf Montag vertagt. Und was der Feind uns angetan! 70 000 Deutsche sollen von Oesterreich getrennt werden. TU Prag, 12. März. Die Prager Blätter bringen Enthüllungen aus zuverlässiger Quelle, wonach von ungarischer Seite Vorbereitungen für einen Bandenüberfall auf Oesterreich getroffen werden. Von ungarischer Seite wird von der Interalliierten Grenzkommission die Rückgabe eines Teils des Burgenlandes an Ungarn gefordert, in dem sich Güter großer Magnaten und eines Erzherzogs befinden, wodurch 70000 Deutsche wieder von Oesterreich getrennt werden müßten. Für den Fall, daß die Abgrenzungs=Kommission diesem Verlangen nicht Folge leistet, wird die Eroberung des Gebietes durch die bereitgehaltenen Banden geplant. wird von Anfang April an wieder Kinder unseres Kreises zur Erholung aufnehmen. Der erste Transport fährt am 8. April von Dortmund ab.— Der nächste Vortrag über hygienische Volksbelehrung findet am Dienstag, den 14. s. M., abends 8 Uhr im Kreishause in Hörde sunt. Ein weiterer Vortrag findet am Freitan, den 17. d. M. abends 8 Uhr im Amtshaussaal in Aplerveck statt. Die Vortrags=Themata sire: Die Tuvertulose und ihre Bekämpfung, mit besonderer Berücksichtigung der kiimatischen Kuren und der Einwirkungen des Gebirgs= und Seeklimas.— Eine große Reihe interessanter Lichtbilder wird den Vortrag begleiten, darunter werden auch Lichtbilder von der schönen Insel Rügen vorgeführt werden, auf welcher das Freiskinderheim des Kreises Hörde sich befindet. Vorsicht beim Briefschreiben nach dem besetzten Gebiet. Die französische Besatzungsbehörde führte am 4. März im Mai wieder Postüberwachung ein und errichtete Rontrollstationen. Absender von Briefen usw. nach dem besetzten Gebiet mögen das sorgfältig beachten. Im besetzten Rhefnland verboten. Koblenz 12. März. Die interalliierte Rheinland=Kommission hat den Vertrieb der Wochenschrift„Rheinischer Beobachter", Verlag von Ernst Stein, Berlin, vom 1. März ab auf ein Jahr verboten, ebenso das Buch„Die Schrecknisse der Fremdenlegion“ von Schaffenstein. Aus Stadt und Land. Schwerte, den 13. März. 1544 Erinnerungen. * Der italienische Dichter Torquato Tasso in Sorrent(+ 1595). 1917 Ausbruch der russischen Revolution: Einsetzung eines Vollziehungsausschusses. 1918 4 Der Literaturhistoriker Reinh. Steig in Berlin(“ 1857). ** Schützt die Natur! Kaum hat die wärmere Jahreszeit eingesetzt, so kann man bereits allerorts das sich alljährlich wiederholende Bild beobachten, wie meist Schulkinder und junge Mädchen durch Feld und Wald streifen und mit roher Hand besonders die Zweige der Weiden= und Haselnußsträucher mit den Kätzchen abreißen, so daß die Sträucher eingehen oder zum mindesten schweren Schaden leiden. Vielfach werden dann diese zarten jungen Pflanzentriebe bereits unterwegs, wenn sie verwelkt die Köpfe hängen lassen, achtlos fortgeworfen. Eltern und Lehrer sollten die Kinder darauf hinweisen, wie häßlich ein solches Verfahren ist und auf den Schutz der Natur dringen, die nur in ihrer Unversehrtheit die erforderliche Erholung und reinen Genuß bringen kann. Für solche, die soviel Ehrfurcht vor der Natur nicht mehr aufbringen, und auch so wenig sozial denken, daß sie willkürlich Verwüstungen in dem Gemeingut verüben, sei bemerkt, daß ein Beschädigen von Zweigen und Blüten polizeilich bestraft wird. ** Vom Kreiswohlfahrtsamt wird uns geschrieben: Das Kreiskinderheim Benz auf Rügen * Eisenbahner=Versammlung. Im dichtbesetzten Saale des„Westfälischen Hofes“ fand gestern nachmitlag unter dem Vorsitz des Herrn Gor hold eine von der Reichsgewerkschaft einberufene Versammlung der Eisenbahnbeamten statt. Anstelle des durch Verhandlungen in Berlin festgehaltenen Gewerkschaftsführers Menne sprach Herr Görtz vom Hauptvorstand Berlin über die gegenwärtige Lage, streifte noch einmal kurz Ursache, Verlauf und Ende des Streiks, stellte ausdrücklich fest, daß der Streikbeschluß vom Hauptvorstand mit 60 gegen 15 Stimmen(nicht 20 gegen 15) gefaßt sei, und beschäftigte sich dann des längeren mit der augenblicklichen Haltung des Hauptvorstandes des deutschen Eisenbahnerverbandes(Arbeiter) der Reichsgewerkschaft gegenüber, die er als gemein bezeichnete. Bezüglich der Maßregelung Mennes, mit dem zu verhandeln die Re gierung abgelehnt habe, bemerkte er unter dem lauten Beifall der Versammlung, daß sich die Eisenbahner diese Behandlung ihres Führers nicht würden gefallen lassen und auch vor einem eventl. neuen Kampf nicht zurückschrecken würden. Man habe dem vom Reichskanzler gegebenen Chrenwort bezüglich der Maßregelungen vertraut, wenn er nun nicht in der Lage sei, sein Wort einzulösen, werde die Beamtenschaft die Folgerungen ziehen. Man befinde sich noch im Waffenstillstand, der Kampf sei nur abgebrochen und auf den Verlauf der gegenwärtigen Verhandlungen werde es ankommen, wie sich die Sache weiter entwickele. Redner trat dann warm für den Gedanken einer Einheits=Organisation ein, die alle Eisenbahner umfasse; wenn dieser Einheitsgedanke greifbare Gestalt annehme, dann sei man geschlossen und für alle kommenden Kämpfe gerüstet.— In der Aussprache wies Herr Winkler vom D. E. V. die gegen seine Organisation erhobenen Vorwürfe zurück; die Reichsgewerkschaft habe vielmehr einen groben gewerkschaftlichen Fehler begangen als sie zum Streik aufrief, ohne sich mit den übrigen Spitzen=Organisationen verständigt zu haben. Dem Streik der Reichsgewerkschaft habe der Erfolg versagt bleiben müssen, weil die Bewegung nicht von den breiten Massen des Volkes getragen sei. Er wies dann auf die k#rrekte neutrale Haltung des D. E. V. während des Streiks hin, streifte kurz die Frage Belufsbeamtentum und Streikrecht und mahnte dabei dringend zur den.— In seinem Schlußwort ging Görp auf verschiedene Darlegungen Winkiers nähet ein und betonte bezüglich der Frage Beamtenrecht und Koalitionsrecht mit besonderem Nachdruck, daß man auf keines der beiden Rechte verzichten werde.— Nachdem Herr Gorhold dann noch, kurz der objektiven Haltung der„Schwerter Zeitung" im Verlaufe des Streiks Anerkennung gezollt hatte, gelangte folgende Entschließung einstimmig zur Annahme: „Die im„Westfälischen Hof", zu Schwerte versammelten 500 Eisenbahnbeamten und=Anwärter fordern von ihrer Spitzenleitung, dem deutschen Beamtenbund, daß er endlich mal zur Tat schreitet, um sein Programm, welches er aufgestellt hat, innezuhalten. Die Anwesenden verlangen von den Gewerkschaften, bei der Regierung mit allen Mitteln durchzudrücken, daß keine Maßregelungen erfolgen und sprechen den bereits gemaßregelten Kollegen ihre volle Sympathie aus. Wir betrachten als Urheber des verflossenen Eisenbahnerstreiks die Regierung und verlangen, daß gegen diese Regierung ebenfalls strafrechtlich vorgegangen wird". Es war fast 7.30 Uhr geworden, als Heir Gorhold die Versammlung schließen konnte. ** Pfarrerwahl. Nachdem die Probepredigten für die durch Versetzung des Herrn Pastors Terberger in den Ruhestand erledigte Pfarrstelle der evang. Gemeinde beendet sind, haben die kirchl. Vertretungen beschlossen, die Wahl am Sonntag, den 2. April, in der reformierten Kirche vorzunehmen. Herr Pastor Terberger beging am gestrigen Sonntage, welcher zugleich seine letzte Konfirmationshandlung brachte, seinen 70. Geburtstag. Den vielen Glückwünschen, welche dem als Mensch und Seelsorger gleich hochgeschätzten Mann, der ein Menschenleven lung hier in Treue und Segen gewirkt hat, dargebracht wurden, schließen wir uns nachträglich gern und mit dem Wunsche an, daß ihm ein lichter Lebensabend beschieden sein möge. Der Kirchenthor erfreute ihn am Vorabend mit einem Ständchen. ** Was nicht alles gestohlen wird! Vor den itzbuben ist nichts mehr sicher. In einer der letzten Nächte sind aus den Ruhrweiden unweit von Haus Villigst 2 dem Dortmunder Wasserwerk gehörende eiserne Leitungsrohre von etwa 6 Meter Länge und 25 Zentimeter Durchmesser gestohlen und mittels Fuhrwerk fortgeschafft. Auch in diesem lang im Wasser, sucht die Ufer ab, um mensche Wohnungen zu entdecken". Neu=Guinea, die## Insel Australiens, ehemals deutsches Koloni, biet, ist ein Land von geradezu unbeschreib### Fruchtbarkeit. Sago= und Kotospalmen, Ba#### Gurken, Waldbohnen und viele andere Nahr#### pflanzen haben uns ehedem wertvolle Nahru# mittel geliefert. Die Mission, die einen ha Boden vorsand, arbeitet gegenwärtig mdit znErfolg und Segen. Näheres über die Arbeii über Land und Leute von berufener wohlu# richteter Seite hören zu können, wird man jre#### begrüßen dürfen. ** Holzwickede, 11. März. Festgenommen dem Amtsgericht Unna zugeführt wurden der nungs= und arbeitslose Paul Freund aus Lü# dortmund und der arbeitslose Erwin von hier, weil ihnen drei Einbruchsdiebstähln Holzwickede nachgewiesen werden konnten. genommen und dem Amtsgerichte Unna zuge# wurde der Arbeiter Fr. Scheuermann, weil#### des Verbrechens nach§##### Str=G.=Vl. schande) schuldig gemacht hat. Aus Schaffung einer Einheitsfront.— Die Herren Gorhold und Schlüter traten gleichfalls in warmen Worten für die Bildung einer Einheitsfront ein; den Luxus, die Kräfte in einer ganzen Anzahl verschiedener Organisationen zu verzetteln, könne sich die Eisenbahnerschaft heute nicht mehr leisten. Herr Schlüter gab dann noch der Hoffnurg Ausdruck, daß sich der gewerkschaftliche Gedanke immer mehr durchsetze und daß auf dem Wege der Verhandlungen die Wünsche der Eisenbahner erfüllt und weitere Kämpfe vermieden würFalle fehlt noch jede Spur von den frechen Dieben Zweckdienliche Argaben, welche zur Aufklärung dieses ungemein frechen Diebstahls führen können. wolle man an die Polizeiverwaltung richten; vor allen Dingen werden Angaben über etwaige verdächtige Fuhrwerke erbeten. ** Westhofen, 13. März. Am Mittwoch abend 8 Uhr wird Herr Missionsinspektor Pastor Kriele aus Barmen in der hies. kirche einen Vortrag halten über das Thema:„Deutsche Missionsarbeit in einem Kulturvolk und in einem Naturvolk". Inspektor Kr###e redet aus eigener Anschauung, Im Auftrag der Rheinischen Mission hat er vor Jahren eine Reise in den fernen Osten gemacht. Er wird berichten von der Missionstätigkeit in China, diesem Land mit seiner alten Kultur und von der so ganz anders gearteten Arbeit in Neu=Guinea, diesem paradiesisch schönen Lon nd der Palmen, in dem deis Naturvolk der Papuas wohnt. Ein rheinischer Missionar schrieb vor kurzem an seine Freunde hier in der Heimat: „Die Menschen muß man hier suchen. Sie wohnen versteckt im dichten Urwald oder auf seitzen Bergkegeln, die nur mit großer Mühe zu erreichen sind. Wege gibt es hier nicht. Man muß in den Flußläufen vorwärts kommen. Man watet oft tageSoest, 10. März. Mädchenhändler. die Aufmerksamkeit und das tatkräftige Eingre#### des Zugpersonals wurde abends auf dem Bah# Reelsen(Westfalen) ein Mädchen aus Herste Hörter) im Alter von 15 Jahren einem Mädn händler entrissen. Das Mädchen war von i# fremden Herrn aufgefordert worden, mit Dortmund zu fahren; er hatte ihr eine Fahr## 2. Klasse gelöst. Das Mädchen wurde, wie Soester Kreisblatt meldet, auf dem Abort, den Fremde verschlossen hatte, von den Eisenbah## amten gefunden; der Mädchenhändler konnte der nicht gesaßt werden. Das leichtsinnige chen wurde in seine Heimat zurückbesördert. Paderborn, 10. März. Das gefährl Gesichtspickelchen. Der 16 Jahr: alte der Familie Schlüter hatte seil einigen Tagen tleines Pickelchen im Gesicht, dem anscheinend nig Beachtung geschenkt wurde. Es trat plö# eine Blutvergiftung ein, an deren Folgen, Westf. Vbl., der junge Mann nach schmerzp### Leiden verschieden ist. Paderborn, 10. März. Ein aufregen Vorfall ereignete sich in einer Strafkamn# sitzung am hiesigen Landgericht. Als der sitzende das Urteil über mehrere Wilddiebe Willebadessen sprechen wollte, stürzte einer der geklagten plötzlich mit einem Stuhl auf ihn zu, ihm einen heftigen Schlag zu versetzen. Der E fand aber an der Gaskrone Widerstand, die abgerissen wurde. Mehrere hinzueilende Poli# beamte fesselten dann den Wütenden und fühn ihn ab. Bocholt, 10. März. Ausbruch eines Zuhäuslers. Der berüchtigte Ein= und brecher Hermann Mumbeck, der noch eine mi jährige Zuchthausstrafe zu verbüßen hatte einer neuen Verurteilung entgegensah, ist aus hiesigen Amtsgerichtsgefängnis ausgebrochen entkommen. Um die Flucht zu bewerkstelligen, mit der gefährliche Verbrecher vom Dache aus ei# Sprung auf einen drei Meter von der Dachrit entfernten Baum ausführen. Bielefeld, 11. März. Festnahme ei# Brandstifterin. Unter dem dringenden dacht, im November 1919 die Scheune ihres Die herrn des Landwirts Ed. Kahmann, genannt# mann, in Brand gesteckt zu haben, ist jetzt die minderjährige Dienstmagd Mathilde Heits Oberjöllenbeck verhaftet worden. nzen ii sn smen orgen g. Serocme Martin Salander. Roman von Gottfried Keller. 40)(Nachdruck verboten). Bald darauf begab sich Isidor an den Tisch, wo er ein Bögelchen Postpapier nahm und mit fliegender Hand einen Brief schrieb. Die Unterschrift aber vollzog er langsam und nachdrücklich, bis er plötzlich die Faust in eine kreisende Bewegung versetzte, die eine Weile in die Luft spielte, eh' sie sich auf das Papier niederließ und eine Wolke von kraus durcheinander geringelten Federzügen auf und um den Namen kritzelte. Schließlich spritzte er geschickt drei Tupfen dazwischen, zur Erbauung der Leute, die ihm von der Galerie herab zuschauten. Dann faltete er den Brief, tat denselben in ein Kuvert und schrieb die Adresse, streckte den Federhalter empor und winkte dem Weibel, der aufmerksam auf seinem Posten stand. Diensreifrig eilte der auf den Zehen herbei, den silbernen Schild an drei Rettlein vor der Brust, nahm den Brief in Empfang und legte ihn mit einer Oblate unter die an den Tisch befestigte Siegelpresse, das kleinere Staatswappen darauf drückend, worauf er ihn hinaustrug oder viellehr durch das mit einem kleinen Türchen versehene Guckloch in der schweren Eichentüre einem der draußen stehenden Läufer hinausbot. Isidor lehnte indessen ausruhend in seinem Sessel am Tische, mit verschränkten Armen sich das Publikum auf der Galerie betrachtend. Der Vorsitzende sagte zum Nebenmann:„Ich wollte wetten, der hat sich gewiß ein halbes Dutzend Frankfurter Bratwürstchen bestellt, die er heute abend mit nach Hause nehmen will!" „Er kann auch um eine halbe Million Franken füerseine Hypothekarklientel geschrieben haben", erwiderte lachend der Vizepräsident;„Sie scheinen übrigens unserer neuesten Ratsjugend nicht sehr gewogen zu sein?“ „Nun, je nachdem! Wenn sie anfangen, zwillingsweise aufzuziehen, sich zu benehmen wie auf dem Fastnachtstheater, oder bei sonst einem Unabensport, so muß ich gestehen— darf ich Sie bitten, mir Ihren Zusatzantrag schriftlich einzureichen!“ unterbrach sich der Präsident, als ein Redner sein Votum schloß und sich niedersetzte: „Wer begehrt ferner das Wort?" Diese Nachmittagssitzung dauerte so lange, daß die Herren Volksvertreter nach Schluß derselben sofort die Bahnhöfe aufsuchen mußten, um die Heimat zu erreichen. Denn seit das Ländchen überall von den Schienenwegen durchzogen war, galt es nicht mehr für wohlanständig, die Nacht in der Hauptstadt zuzubringen, während man in einer halben oder ganzen Stunde zu Hause, und am Morgen ebenso rasch wieder da sein konnte. Um nicht Nachteilig aufzufallen, sahen sich auch die Brüder Weidelich genötigt, mit den Ratsgenossen nach ihren betreffenden Bezirken zurückzufahren. Es gehörte übrigens zum Tageslauf, an den Gesprächen der Heimkehrenden teilzunehmen, wenn auch nur mit den Ohren, und so gewissermaßen bis zum Ende dabei zu sein. An diesem Abend, saßen im Zeisig die Eltern der jungen Großräte unwirsch, fast betrübt am Tische. Stolz auf das heutige Ereignis, welches die Gutheißung all ihrer Opfer und Hoffnungen enthielt, hatten sie den ganzen Tag auf den Augenblick geharrt, den die Söhne finden würden, Vater und Mutter aufzusuchen und zu begrüßen. Schon zur Mittagszeit hielten sie kräftige Speise und besseren Trank bereit und zögerten lange vergeblich, bis sie endlich zu essen begannen. Oefter verließen sie ihre Geschäfte und liefen auf die Straße, in der Hoffnung, die neuen Würdenträger von der nahen Stadt heraufkommen zu sehen. Allein sie kamen nicht. „Sie werden nicht Zeit finden“, sagte" Jakob Weidelich,„sind jetzt eben angebunden bei den Geschäften, an allen Enden!" Als die guten Leute spät abends nochmals hinausgingen und die letzten Bahnzüge in der Ferne durch die Stille rollen und pfeifen hörten, wußten sie, daß sie die Söhne nun nicht mehr sehen würden. Die Frau wischte sich die Augen, was seit undenklichen Zeiten nur gesehen, wenn sie Zwieveln schälte; es war ihr zumute, als ob die Söhne für immer entschwunden und in ein unbekanntes Land gefahren wären. „Sie kommen ja morgen wieder“, sagte Jakob, „und übermorgen wahrscheinlich auch!" „Wer weiß, ob sie dann an uns denken! Es ist mir ums Herz, wie wenn sie uns nichts mehr angingen!“ Die Frau schlich ins Haus zurück, damit niemand ihre Betrübnis bemerke und deren Ursache errate, und der Mann drückte sich nach ein paar Minuten auch hinein. Sie tranken zusammen von dem besseren Wein, den sie für die Söhne bereitgehalten. „Und warum brauchen sie denn alle Tage hin und her zu fahren wie die Maulaffen?" schalt die Mutter,„da sie ja so bequem bei uns übernachten könnten und kein Geld ausgeben müßten?" „Das verstehst du nicht! Sie haben doch in ihren Kanzleien nachzusehen, was vorgegangen ist; und morgens früh, eh' sie weggehen, weisen sie den Schreibergesellen die Arbeit an. Das macht sich Bochum, Die Theate Bochum=Du Nr. 5 einen fertigung: schreiben: „Tvistan un Wilhelm G rüstung, da giert haben umsonst. mand anda mer, den wandelt ha hier etwa machen, so auch besser, als wenn sie sich drei oder vier# lang nicht blicken ließen! Zu was hat man die Eisenbahnen, für die sich die Gemeinden der Staat so überschuldet haben? Das ko## ihnen jetzt zugute, sie können den Tag über### tig hier im Rathause sitzen, und am Abend wie Morgen früh doch ein paar Stunden zu H arbeiten! Denn sie haben eine große Ver# wortlichkeit!“ Auch in Martin Salanders Wohnung war Tag nicht ohne seltsame Spuren vorübergegang Als die Familie beim Mittagsmahle vereinigt zog er eine Zeitung aus der Tasche, die um Uhr ausgegeben worden. Er warf nur einen auf die neuesten Nachrichten, worunter die E## nun des Großen Rates nebst den zwei oder ersten Geschäften; des Eintrittes der beiden gen Notare war erwähnt. „Salander, dem die Wahlen nicht unbekannt blieben, hatte noch nicht daran gedacht, daß# eine Session begann und die Gebrüder Weid# an derselben teilnahmen. Er fühlte sich wunh lich überrascht. Die unwillkommenen Liebh# seiner Töchter waren nicht nur als seine Gön aufgetreten und nahe daran gewesen, ihn e# in den obersten Rat zu verhelfen, sondern sie set jetzt selber darin, während er, der bewährte und fahrene Volksfreund, der Vater, in der Zeit lesen mußte, was dort vorging. In Gegen# seines weiblichen Haushaltes überlief mit Schatten der Menschlichkeit eine unbequeme Ei sucht sein Gemüt. „Was gibt es in der Zeitung, daß du so bedenkliches Gesicht machst?“ sagte Frau May# die ihn ansah, weil die Töchter ihn verstohlen beobachten schienen. (Cortsetzung s##. Prackvus ner=Sch wede, Bielt Woche ein Der Preis trägt die Mülhei Hochzei Kuhn in T braut 87 körperlich: Soling bil=Ung das Persor das sich in gen einer seegraben. erfaßt und die beiden Chauffeur Ein ner TU Hi tor Schin Gefängni: dringend stigt zu h eingeleite TU B Landtags nung eine sonen tei erschienen nau, preuß. D. von früheren Oeser ur bürgerme Reichspr( tariern Reichsta Telag Zeitn Ufer ab, um mensch Neu=Guinea, die## als deutsches Koloni seladezu unbeschrein Kotospalmen, Ba## viele andere Nahr## en wertvolle Naunnd Rission, die einen gegenwärtig mit u eres über die Arbeii m berufener wohliun können, wird man sre# Lärz. Festgenommen ugeführt wurden der Paul Freund aus Li tde Ern Su rei Einbruchsdiebstält werden konnten. tsgerichte Unna zuge# Scheuermann, weil 173 Ser=(L.=Bl. t hat. Orovinzen. idchenhändler. das tatkräftige Eingr## abends auf dem Bah# Mädchen aus Herste 5 Jahren einem Mäd# 3 Mädchen war von e#### rdert worden, mit r hatte ihr eine Fahr#### Mädchen wurde, wie et, auf dem Abort, der te, von den Eisenbah# Nädchenhändler konnte 1. Das leichtsinnige mat zurückbesördert. cz. Dase gefährl . Der 16 Jahr: alte atte seil einigen Tagen besicht, dem anscheinend t wurde. Es trat plö## u. an deren Folgen, Mann nach schmerzu### rz. Ein aufregen ich in einer Strafkamn# andgericht. Als der er mehrere Wilddiebe vollte, stürzte einer der inem Stuhl auf ihn zu. lag zu versetzen. Der S### krone Widerstand, die ehrere hinzueilende Poli# den Wütenden und füh Ausbruch eines Zu rüchtigte Ein= und nbeck, der noch eine m## zu verbüßen hatte ng entgegensah, ist aus efängnis ausgebrochen ucht zu bewerkstelligen, mit cher vom Dache aus#i# i Meter von der Dachri ühren. rz. Festnahme ei# Unter dem dringenden 19 die Scheune ihres Die Ed. Kahmann, genannt kt zu haben, ist jetzt die magd Mathilde Heits t worden. gg., orst n. 80 sie sich drei oder vier en! Zu was hat man die sich die Gemeinden ildet chaben? Das ko## können den Tag über vi# sitzen, und am Abend wie# ein paar Stunden zu### haben eine große Ver# salanders Wohnung war ne Spuren vorübergeganß Mittagsmahle vereinigt aus der Tasche, die um en. Er warf nur einen srichten, worunter die E## es nebst den zwei oder s Eintrittes der beiden hrr. Wahlen nicht unbekannt icht daran gedacht, daß und die Gebrüder Weide ren. Er fühlte sich wun unwillkommenen Liebb nicht nur als seine daran gewesen, ihn u verhelfen, sondern sie rend er, der bewährte und der Vater, in der Zeit er vorging. In Gegen'g ushaltes überlief mit### ichkeit eine unbequeme E## der Zeitung, daß du so machst?“ sagte Frau May die Töchter ihn verstohlen (Fortsetzung folg.) Bochum, 11. März. Eine gute Antwort. Die Theaterzeitung der vereinigten Stadttheater Bochum=Duisburg erteilt in ihrem Programmheft Nr. 5 einem neugierigen Jüngling folgende Abfertigung: Herrn Gymnasiast L. Grumhaber. Sie schreiben:„Der letzte Wochenspielplan zeigt unter „Tvistan und Isolde“ an: Musikalische Leitung: Wilhelm Grünmund. Ich ersehe daraus mit Entrüstung, daß Sie schon wieder einen Juden engagiert haben“.— Sie entrüsten sich leider ganz umsonst. Denn der vermeintliche Jude ist niemand andars als unser lieber Kapellmeister Grümmer, den der Druckfehlerteufel in Günmund verwandelt hat. Sollte dieser selbe Druckfehlerteufel hier etwa aus Ihrem Namen„Grünschnabel“ machen, so nehmen Sie es bitte nicht für Absicht.“ Brackwede, 11. März. Ein Siebenzentner=Schwein. Schlachtermeister Brand, Brackwede, Bielefelderstraße 99, schlachtete, in voriger Woche ein Schwein im Gewicht von 699 Pfund. Der Preis für dieses seltene Prachtvorstenvieh beträgt die Summe von 16000 Mark. Mülheim, 11. März. Die diamantene Hochzeit feierten dieser Tage die Eheleute Karl Kuhn in Dümpten. Der Jubilar ist 89, die Jubelbraut 87 Jahre alt. Beide Ehegatten sind noch körperlich und geistig rüstig und frisch. Solingen, 11. März. Schweres Automobil=Unglück. Auf der Burger Landstraße kam das Personen=Auto eines Remscheider Fabrikanten, das sich in rascher Fahrt befand, zwischen den Wagen einer elektrischen Straßenbahn und den Chausseegraben. Es wurde von dem elektrischen Wagen erfaßt und gegen einen Baum geschleudert, wobei die beiden Söhne des Fabrikanten schwer und der Chauffeur leicht verletzt wurden. Aus Ein neuer Selbstmord in der Affäre Grupen. TU Hirschberg, 11. März. Der Gefängnisinspektor Schimpke, der den Doppelmörder Grupen im Gefängnis allerlei Gefälligkeiten erwiesen hat und dringend verdäichtig ist, die Flucht Grupens begünstigt zu haben, hat, sich, nachdem ein Strafverfahren eingeleitet worden war, heute erschossen. Vom Bierabend bei Leinert. TU Berlin, 11. März. Donnerstag abend hatte Landtagspräsident Leinert in seiner Dienstwohnung einen Bierabend veranstaltet, woran 150 Personen teilnahmen. Reichspräsident Ebert war erschienen, ferner die Reichsminister Dr. Rathenau, Dr. Radbruch, Dr. Hermes, vom preuß. Ministerium Ministerpräsident Braun, D. von Richter, Dr. Wendorf und Hirtsiefer, die früheren preußischen Minister Fischbeck, Lüdemann, Oeser und Dominicus. Auch den Berliner bürgermeister Dr. Boeß sah man am Tische Reichspräsidenten, dazu ein Heer von Parlamentariern vom Landtag und zum Teil auch Reichstag. Eine grauenvolle Entdeckung in Kattowitz. TU Kattowitz, 11. März. In der Nacht zum 7. d. M. wurde mitten auf der Friedrichstraße unweit des Postamtes vor dem Gebäude der interalliierten Kommission eine Frau in geradezu bestialischer Weise ermordet. Der Schädel war vollständig zertrümmert und der ganze Unterleib zufgeschlitzt, als man die Leiche am nächsten Morgen fand. Die Bevölkerung ist durch das Verbrechen sehr beunruhigt, da bisher keine Spur des Verbrechens zu finden ist. Der Regierungspräsideut hat bereits 5000 Mark Belohnung ausgesetzt. Großfeuer in den Siemens=Schuckert=Wirken. Berlin, 11. März. Aus noch unbekannter Ursache entstand heute nachmittag auf dem Gelände der Kabelwerks der Siemens=Schuckert=Werke in Gartenfeld bei Spandau ein Großfeuer, das nur durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr vor einer gefährlichen Ausdehnung gehemmt werden konnte. Pfarrer Christoleit von seinem Amte enthoben. Berlin, 11. März. Pfarrer Christoleit hatte, wie schon kürzlich gemeldet wurde, einen Ministerbesuch in Königsberg zum Anlaß genommen, um in seiner Sonntagspredigt von der Kanzel herab zu erklären, daß Ebert, Scheidemann und Erzberger an die Laterne gehörten. Ein Besucher des Gottesdienstes hatte ihn darauf angezeigt und die Folge war die Einleitung eines Strafverfahrens. Daneben hat das Konsistorium in Königsberg das Verfahren gegen Christoleit auf Enthebung von seinem Amte eingeleitet und inzwischen ist diese Enthebung auch schon ausgesprochen worden. Christoleit ist daraufhin aus der Landeskirche ausgetreten Eine schwerverwundete Frau lebendig begraben. Landsberg a. d. Warthe, 10. März. Der Besitzer Werbelo wurde auf seinem Landhause be: Falkenwalde(Kreis Königsberg in der Neumark; von zwei Einbrechern überfallen und getötet. Die Schwester Werbelos wurde schwer verletzt. Die Einbrecher begruben beide, auch die noch lebende Dame, einem Dunghaufen und raubten Werbelos Schwester Gewerbezweige hat dem Befehl zum Generalstreik Folge geleistet. Im Mittelpunkt der Stadt sind die Läden geschlossen; der Verkehr ruht. Johannisburg, 11. März. Die Regierung hat mit Rücksicht auf die augenblicklichen Unruhen die Artillerie, mehrere Infanterie=Regimenter und die Sanitätskompagnien mobilisiert. und zur Verstärkung der Polizei bestimmt. Die Bevölkerung ist benachrichtigt worden, daß die Flugzeuge mit Maschinengewehren feuern würden. Lehzte Drahtmeldungen. Eigene: Depeschendienst. Vierlinge. Bayrenth, 11. März. Reichen Segen brachte der Storch in die Familie des Buchhalters Heinrich Krug im benachbarten Fichtelberg, indem er den „hocherfreuten“. Eltern Vierlinge in die Wiege legte. Die Mutter und die Neugeborenen, 3 Mädchen und 1 Knabe, befinden sich wohl. Schwerer Zugunfall. TU Bochum, 11. März. Der Bochumer Anzeiger meldet: Der 8.80 Uhr nach Wattenscheidt fahrende Personenzug fuhr in eine Gruppe Rottenarbeiter hinein. 5 Personen wurden geötet. Verhaftung eines Frauenmörders. Warschau, 11. März. Gestern wurde hier der Hilfsarbeiter Franz Ballas verhaftet, dem zur Last gelegt wird, 6 Frauen ermordet zu haben. Die Leichen wurden in der Gegend von Warschau aufgefunden. Rumänien mobilisiert. TU Belgrad, 11. März. Wie die„Politika“ aus Bukarest meldet, hat die rumänische Regierung die Mobilisation zweier Jahrgänge angeordnet. Die mobilisierten Truppen werden nach Bessarabien entsandt, um die dort ausgebrochenen Unruhen im Keime zu ersticken. Daimler Motoren Deutsch=Luxemburg Deutsche Kaliwerke Dynamit..... Elderf. Farbw. 560 1100 1660 865 727 Elders. Farbw. Essener Steinkohlen............3% Gelsenkirch. Bergw Gasmot. Deutz............... Harpener Bergw. Hoesch............ Humboldt Masch........... 330 Mannesmann Oberschles. Eisenb.=Bed......... 900 Orenstein& Koppel............% Phönix Bergbau........ Reisholz Pop............ 868 Rhein. Stahlwerke... Rombacher Schuckert 756 Siegen=Solingen— Ver. Di. Nickelwerke........... 1595 Westf. Draht=Ind. 660 Westf. Eisen, Langendreer......... 755 Auslands-Wechselkurse der Berliner Börse (Devisenkurse) Ober= des vom in liches Bargeld. später ans dem Dunghaufen wieder h und begab sich kriechend— aufrecht sie nicht mehr infolge ihrer schweren — zum Ortsvorsteher von ter, russisch=polnische Schnitter, entiamen. von KurDer„Reigen" im Kurhaussaal. Salzburg, 11. März. Anläßlich einer Schauspielern des hiesigen Stadttheaters im haussaal veranstalteten„Reigen"=Vorlesung besetzten Demonstranten, vorwiegend jugendliche Leute die Kurhausterrassen und schlugen einige Saalfenster ein. Die Fortsetzung der Vorlesung wurde polizeilich untersagt, worauf sich die Demonstranten ruhig zerstreuten. Unruhen in Südafrika. London, 11. März. Wie aus Johannisburg gemeldet wird, ist die Lage im Randminengebiet äußerst ernst. Eine große Anzahl Arbeiter aller Man zahlie deutsche Mark: für 100 belgische Franken 100 dänische Kronen.. 1 englisches Pfund. 100 französische Franken 100 holländische Gulden 100 italienische Lire... 100 polnische Mark... 100 schwedische Kronen. 100 schweizerische Franken 4935.05 100 tschegische Kronen.. 417,55 am 10. 8. 2132,85 5334,65 1106,35 2272.70 9600.35 1286,20 6.— 6626,35 Ein Dollar 253,74 am 11. 8. 2152,15 5360,40 1116,15 2302,30 9659,65 1201,30 6686,70 440,45 25651 Handel und Hörse S= Holkswirtschaft Berliner Börsenkurse vom 10. März 1922 vom Barmer Bank=Verein, Schwerle 5%, Deulsche Reichsanleihe........ Barmer Bank=Verein.......... Deutsche Bank............. 56 Diskonto............. 968 Dresdner Bank Hamb.=Amer.=Pak. Allgem. Elektr.=Ges. Baroper Walzwerk Bochumer Guß... Bösperde Walzwerk 1010 Städt. Schauspielhaus Hagen. Dienstag, 14. März, abends 7.30 bis 10.15 Uhr: „Die deutschen Kleinstädter“, ein Lustspiel in 4 Aufzügen von August v. Kotzebne. Donnerstag, 16. März, abends 7.30 bis 10.30 Uhr: „Rigoletto“, Oper in 3 Aufzügen von Guiseppe Verdi. Freitag, 17. März, abends 7 bis 10.30 Uhr: „Wilhelm Tell“, Schauspiel in 5 Aufzügen von Friedrich v. Schiller. Sonntag, 19. März, nachmittags 2.30 bis 5 Uhr: „Schneider Wibbel“, Komödie in 5 Bildern von Hans Müller=Schlösser. Abends 7 bis 11 Uhr: „Siegfried“, Oper in 3 Aufzügen von Richard Nuc Für die Schriftleitung verantwortlich: Karl Richter; für Lokales und Provinzielles: Friedrich Kraas beide in Schwerte. S pie 70 Tio Curike kelegramm=Adresse: Zeitung, Schwerte . ttage zur Schwerter . 1 0 W ä r z w u g k.— D u i s h u r g e r S p 3.: D ü s s l= A r m i n i a B i e l e f e l d— F u ß h a l l v e r e i n 0 8 Fernsprech=Ruschluß Schwerte Kr. 62 Hinaus zum Sport! Hinaus aus des Kerkers lastender Enge, Wo Staub die Seele verdorrt; Hinaus aus des Alltags Schachergedränge, Hinaus, zum Leben, zum Sport! Laß frei die jungen Glieder sich dehnen Und stähl' am Willen die Kraft! So wie du spannest des Körpers Sehnen, So wird auch die Seele gestrafft! Und wirst du zur Sonne, zur göttlichen, streben, So wird ihr Segen dir hold: Es überströmt dich die Freude zu leben, Des Daseins lauterstes Gold! Und bleibst bis zur fernen Scheidestund' Jung und gesund. k. W. Weigand. Jugendherbergen. Die Jahreshauptversammlung des Zweig=Ausschusses Sauerland für Deutsche Jugendherbergen unter Leitung des 1. Vorsitzenden Lehrer Schirrmann= Altena war ausgezeichnet besucht. Die Zahl der sauerländischen Jugendherbergen stieg 1921 von 70 auf 90, die der Nächtigungen aber von 43000 auf 70000. 5300 Mitglieder zählt der ZweigAusschuß. Am besuchtesten war die Jugendherberge auf Burg Altena mit 10.500 Uebernachtungen, sämtlicher Altenaer Herbergen mit 18000 Besuchern. Der Höhepunkt der Tagung lag im Vortrage des Direktors Dr. Neuendorffs=Mülheim über„Schule und Jugendherbergen“. Mitreißend, fesselnd, ergreisend, wie begeisternd führte Redner aus der Not der Zeit das Bedürfnis nach neuen deutschen Menschen her. Der nächste sauerländische Jugendherbergtag soll in Arnsberg sein. „ Westdeutscher Spielverband. Der Verbands=Fußballausschuß hat in seiner letzten Sitzung für die weiteren Endspiele um die Verbandsmeisterschaft folgende Städte, Plätze und Schiedsrichter bestimmt: ue Bang Aöc. u— Duscbunger Cad,; Diseh. dorf, Platz Turn, Becker=Hamm; Duisburg 08. Hessen; Cassel, Platz unbestimmt, DondelingerKöln; Essener TB.— Arminia; Osnabrück, SpuSp. Guddenoge=Düsseldorf. 26. März KBC.— Arminia; Essen; Platz Turverbund, Manger=Düsseldorf. Duisburger SpV.— Duisburg 08; Platz Borussia 48, Amrath=Rheydt. Essener TB.— Hessen; Platz Bochum 48, SiebertRecklinghausen. 2. April KBC.— Duisburg 08; M.=Gladbach, Eintracht, Gnyenz=Essen. Duisburger SpV.— TB.; Mülheim, Stadion Heimaterde, Schwarz=Köln. Arminia— Hessen; Hamm, Platz Hammer SpV. LotzBochum. 9. April KBC.— Hessen; Köln, Platz rechtrh. Stadion, Schmitz=Elberfeld, Duisburger Spe, Arminia, Recklinghausen; Viktoria, Klomp=Kleve; uisburg 08— Essener TB.; Duisburg=Meiderich, Spög. 06, Binz=Köln. Gauspiele um den Wanderpreis des WSV. beginnen am 30. April und werden als Ausscheidungsspiele ausgetragen. Es treifen in er ersten Runde aufeinander: Ruhrgau gegen Gau Westfalen, Essen, Platz Essener Sportverein, Dr. Banwens=Köln. Rheingan gegen Vergisch=Märkischen Gau in Düren, V. J. u. V. Browers Brackwede. Der hessische Gau ist in der Vorrunde spielfrei. Die Zwischenrunde findet voraussichtlich am 7. Mai statt. Das Frenndschaftsspiel Berlin gegen Westdeutschland ist für den. 23. April auf dem Platz des Kölner SC. 99 angesetzt. Entscheidungsspiele um die westdeuische Meisterschaft. Duisburger Spielverein—T u. S. B 46 Kassel 3:0 Ueberraschend hoch schlägt der in Dortmund den Vertreier des hessischhannoverschen Gaues. Arminia Bielefeld—Fußballverein 08 Duisburg 0: 0 Arminia und 08 Dutsburg teilen sich in Münster in die Punkte. Essener Turnerbund— B. C. Köln 2:2 Die beiden aussichtsreichsten Bewerber um die westdeutsche Meisterschaft standen sich gestern in Neuß gegenüber und lieferten sich ein unentschiedenes Spiel. Bergisch=Märkischer Eppenhausen—Westfalig, Ahley 9 8 Sport=Vereinig. Welter—Geisenlnlichen 074:2 Kreisliga Sauerland. Schwerte 06—Iserlohn 1: 3 Hüsten—T S. G. 94 4: 2 Reheim—Arnsberg 1: 2 B=Klasse. Herdecke— Preußen Hagen 1:0 Ein Jugendlicher, der zum ersten Male als Senior milwirkte, sließ das einzige Tor der Herdecker. Jugendspiele. Nachdem die erste Jugend=Mannschaft der Alemannia sich vor vierzehn Tagen mit einer ersten Jugend=Mannschaft Rheinermark gemessen und einen guten Erfolg erziell halte, war es der zweiten Jugend=Mannschaft Alemannia am gestrigen Sonntag vergönnt, sich mit einer zweiten Jugend=Mannschaft Zusriedenhell Buchholz“ Iu. Fu=annschaser ersten Halbzeit schienen sich beide ebenbürtig, jedoch konnte man feststellen, je weiter das Spiel vorrückte, daß Alemannia technisch überlegen war. Hervorragend zeigte sich von den Gästen der Torwart und der Linksaußen. Durch das Drängen der Gäste und das Spielen gegen den Wind konnten die Alemanen an dem Ergebnis 2: 3 nichts ändern. In der zweiten Halbzeit zeigte sich vor allen Dingen die technische Ueberlegenheit der Alemannen und das hervorragende Spiel des Halblinks und eines Ernst Kirschhoff, sodaß der kleine Nachteil schnell eingeholt war und das Endergebnis 4: 3 für die Allemannen gebucht werden konnte. Das Eckenverhältnis zeigte 4: 2 für Alemannia.— Eine nigung des Vereins Alemannia mit Schwerterheide wurde einstimmig abgelehnt. Weitere Resultate: Wacker München—Sporl=Vg. Fürth 3: 2 Altenessen—Bochum 48 1: 2 Silberschild=Vorrunde. Das zweite Vorrundenspiel um den Frankfurter Silberschild führte am Sonntag in Bieslau (1200 Zuschauer) die Vertreter von Mitteldeutschland und Südostdeutschland zusammen. Wie zu erwarten war, konnten die Einheimischen gegen die Gäste nicht auskommen. Diese waren ihnen an Stocktechnik und auch Schnelligkeit sehr überlegen. Schon Lei Halbzeit führten die Mitteldeutschen mit 3:1 und vergrößerten den Torvorsotung bis zum Schluß auf 5. Von den Südostdeutschen= konnte noch die Verteidigung am besten gefallen, während der Sturm bei der hervorragenden Hintermannschrft der Mitteldeutschen sich überhaupt nicht zur Geltung brachte. Das dritte Vorrundenspiel bringt Berlin und Baltenland in Zoppot zusammen. Die„mitteldeutsche Mannschaft wird ferner am 26. März in Versin gegen Berlin spielen. Wir bitten alle Sportfreunde im gegenseitigen Interesse um schnellste Uebermittelung aller örtlichen Resultate an unsere Schriftleitung, der auch an Sonntagen Briefe und spustige schriftliche Mitteilungen zugängig gemacht werden können. Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Sohnes sprechen wir hiermit allen, besonders dem Turnverein „Grüne Eiche" dem Sportklub Bürenbruch und Ergste, sowie dem Herrn Pastor Schulze=Noelle für die trostreichen Worte am Grabe, unsern innigsten Dank aus. Steinberg bei Ergste, 13. März 1922. Familie Fritz Lueg. Nach der bestehenden Teuerungsklausel beträgi daher der ab 1. März ds. Is. bis auf weiteres in Anrechnung zu bringende Teuerungszuschlag bei 40 Pfg. Grundpreis 558 Pfg., zusammen also 598 Pfg. Strompreis und bei 20 Pfg. Grundpreis 279 Pfg., zusammen also 299 Pfg. Strompreis für 1 KW. Sid. Hagen i. W, den 10. März 1922. Kommunales Elektrizitätswerk Mark Aktien=Gesellschaft. liefert schnellstene Druckerei C. Braus Bekanntmachung. Die Frist für die Abstimmung über die Errichtung einer Zwangsinnung für das Dachdeckerhandwerk im Bezirke des Stadt= und Landkreises Hörde ist abgelausen. Die über das Ergebnis der Abstimmung aufgestellte Liste ist am 6. ds. Mts. geschlossen worden und liegt vom 13. ds. Mis. ab 2 Wochen lang im Büro des Versicherungsamis, Rathausstraße 9. Zimmer Nr. 12, zur Einsicht aus. Etwaige Einsprüche können dort erhoben werden. Nach Ablauf der zweiwöchigen Frist bleiben Einsprüche unberücksichtigt. 1157 Hörde, den 7. März 1922. Der Kommissar: Schmidt. Bekanntmachung. Das von der Amtsverlretung beschlossene Kostenverzeichnis für Auskunftserteilung pp.1 zur Deckung der Unkosten hat die Genehmigung des Kreisausschusses zu Hörde gefunden. Dasselbe liegt vom 15. bis einschließlich 31.ds. Mis. zur Einsicht im Amtshause, Zimmer Nr. 3, öffentlich aus. 1163 Wellinghofen, den 10. März 1922. Der Amtmann: Dresing. Hühneraugen werden Sie sicher los durch Hühner=Lebewohl Hornhaut an d. beseitigt Lebewohl=BallenDE Scheiben Kein Verrutschen, kein „„Fesikleben am Strumpf. In Droge1 Z#rien und Apotheken. Blechdose 4— und 6— Drogerie Curl Tiog. Vergessen dir nicht Bekanntmachung. Die von den Gemeindevertretungen Hacheney, Lücklemberg, Niederhofen, Wellinghofen und Wich linghofen beschlossene Gebührenordnung des Wohnungsamtes hierselbst hat die Genehmigung des Kreisausschusses Hörde gefunden Dieselbe liegt vom 15. bis einschließlich 31. ds Mis. zur Einsicht im Amishause, Zimmer Nr. 3. össentlich aus. 1162 Wellinghofen; den 10. März 1922. der Amtmann: Dresing 8 2 für 3 in reicher Ruswahl.? * : W :: 5 Das Aufdrucken der 3 5 5 : Namen wird kostenbesorgt. 224 los Buchhandlungs. Braus: CEES SCrINTTTWISSTER Fuhrmann gesucht. e. weinberg. Nachtwächter mit hund gesucht. 1154 J. D. Theile Schwerte=Billigst. bei uns anzufragen, wenn Sie eine gute, vornehme 22 Drucksache benötigen. 22 sauber, schnell und tragen allen Wünschen Rechnung Buchdruckerei Braus W schreibt Eurem Kinde seine JuEltern! gendchronik! Das erste und schönste Geschenk der Eltern und Palen ist das Buch: „Mein Zugendland“ unter Mitwirkung von Krausbauer, Blüthgen, Engel, Feesche usw. Herausgegeden von 5. u. W. Sc lipkötter. Preis Md. 100.—. Eine besondere Anleitung liegt dem Buche bei. Man verlange ein Ansichtsexemplar von der Buchhandlung Carl Braus, Schwerte=Ruhr erhältlich bei Otte Marx Nachf. Sch erte. Tonpers Musikbücherei Dreiband 17 /19 soeben erschienen! Die Klassiker der deutschen Musik von Walther Nohl. Preis Mk. 22.— (Einschließlich sämtlicher Teuerungszuschläge) In diesem Werke wird nicht nur in lebensvoller Darstellung das Bild unserer großen klassischen Meister, Bach, Händel, Gluck, Hayon. Mozart und Beethoven, gezeichnet, wir lernen sie auch in ihrem Werdegang als Schöpfer der musikalischen Höhepunkte und in ihrer Eluwirkung auf die Nachwelt verstehen Vorrätig bei Carl Braus, Buchhandig., Schwerte Sahgne handardeirs Bacher vö. 46 Kunststricen Alr. 26.40 Buchhandlung Carl Braus. holz=Verkauf! Dienstag, den 14. März ds. Is., vorm. 10 Uhr, sollen in der Waldung des Gutes Villigst, Forstort: Häbecke und Hairode ca. Sshaufen Eichenbrennhols, co. 500 Lärchen-Bohnenstangen öffentlich, meistbietend verkauft werden. Zusammenkunft bei Telefonstange Nr. 88 der Villigst=Iserlohner Landstraße und an der Wirtschaft Schäfer in Refflingsen 1044 Haus Villigst bei Schwerte, den 3 März 1922. Freiherzlich von Gemmingen'sche Rentei. sso. Güriennies blau=weiß hat abzugeben. Aug. Sieberg. Ein dachtragendes Alnasschuf zu verkaufen. Zu erfr. in d. Geschst. Ratiosselschalen zu kaufen gesucht. Gr.Macklstroße 3=5 shoiz=Verrauf: Donnerstag, den 16. März ds. Is., vorm 10 Uhr, sollen in der Waldung des Gutes Villiz si Forstort Ohl ca. 120 Nr. Rottannen u. ca. 50 Nr. Lärchen zu leichtem Bauholz, Gerüft= und Leiterbäumen, Frechtungsholz u. Baumpfählen geeignet ca. 18 Nr. stärkere Eichen zu Stellmacher= und Schreinerholz geeignet ca. 1000 Sta. Rottannenbohnenstangen öffentlich, meistbietend verkauft werden. Zusammenkunft an Ort und Stelle und auf Haus Villigst. 1045 Haus Villigst bei Schwerte, den 3. März 1922. Freiherrlich von: Gemmingen'sche Rentei. schönste Gabe für Angehörige unserer gefallenen Krieger empfehlen wir: Heldenbuch und Kriegschronik der evangelischen Gemeinde Herausgegeben von Pastor Ohlig. ca. 220 Seiten Großquart, mit 236 Bildern und Porträts. In Halbleinen geb. ca. 50.— Mk., auf gutem Papier in seinem Geschenkband ca. 65.— mMe. Denkmal hineingeschrieben: die Bilder unserer Helden schauen uns an und ihr Leben geht in kurzen Zügen an uns vorüber. Nicht sollen dadurch alte Wunden wieder bluten— sie sollen heilen durch die Gewißheit: unsere Toten sind nicht vergessen und werden nicht vergessen werden. Wenn an uns keiner mehr denkt: lebr ihr Bild weiter bei Kind und Kindeskind. Das Heldenbuch enthält die Bilder aller Gefallenen der evangelischen Gemeinde Schwerte, die zu erhalten waren, ferner einen kurzen Lebenslauf auch derjenigen, deren Bild nicht eingesandt wurde. Damit ist jeder trauernden Familie und Angehörigen unsrer gefallenen Söhne sowie auch Vereinen und Schulen Gelegenheit gegeben, unsern schlasenden Helden ein dauerndes Ehrenmal in ihrer Mitte zu setzen Kinder und Kindeskinder wollen's lesen und werden gerne damach greifen. Da nur eine kleine Auflage vorgesehen, werden Bestellungen schon jetzt angenommen.— Das Heldenbuch erscheint in Kürze. verlagsbuchhandlung Carl Braus, Schwerte(Kuhr), Große Marktstraße 3-5 Der Titel des Buches sagt, was es sein will: ein Heldenbuch, ein schlichtes, einfaches Denkmal, das die dankbare Gemeinde ihren treuen, tapferen Söhnen setzt. Es steht nicht auf ragender Höhe oder am Markte, dafür aber kann es jeder daheim haben und in stiller Stunde zu sich sprechen lassen. Mehr als Namen sind in dies S##En S 8 K I: S Ss * S 8 : 8 8 9 „Mensch, du bist ja konfus!“ „Meinetwegen auch das noch! Also ein junger, hübscher, begehrenswerter Jüngling interessierte sich für sie und sie erwiderte dies Interesse lebhaft. Ich, als guter Bekannter dieses Auserwählten, halte mich vorläufig passiv und gebe nur durch erlaubte Kunstgriffe mein Interesse zu erkennen. Sie reagiert. Ich verliebe mich, und nun gilt es den Jüngling unschädlich zu machen. Also ich...“ „Fordere ihn!“ „Das fällt mir ja gar nicht ein, ich gehe zu ihm und frage, ob er bereit sei, mir das Mädel abzutreten.“ „Das ist ja kostbar.“ „Wir werden handelseinig, er verzichtet und ich trete mit allen Aktiven und Passiven in seine Stelle.“ und vun?“.". grt. i i „Ja das ist es ja eben. Das Mädel ist auf einmal wie ausgewechselt. Kein freundlicher Blick trifft mich mehr, es ist alles vorbei. Nun beginnen die Leiden des sungen Werther.“. J4...4ru, Linmeshofsen“ „Dein Humor wird dir schon varuber hinwegheisen. „Nein, die Wunde sitzt zu tief.“— Der Tag des freundschaftlichen Beisammenseins neigte sich allzu schnell seinem Ende zu und Hermann mußte seinen Freund wieder mit sich und seiner Liebe allein Es vergingen fast drei Wochen, bevor Horaz wieder an ihn dachte. Inzwischen hatte es stark geherbstet und das Jahr neigte sich seinem Höhepunkte, seiner Vollreise, zu. Horaz hatte gar manchmal die Feder angesetzt, um seinem Freunde zu schreiben, sie aber immer wieder ärgerlich beiseite geworsen. Warum nur? Offenbar schämte er sich; denn er fürchtete, seinen augenblicklichen Gemütszustand zu verraten, und der mußte ihm ja von dem streng richtenden Freunde einen ernsten Tadel einbringen. Da kam eines Morgens ein nicht gerade liebenswürdiger Brief von Hermann, der ihn aufforderte, ihm umgehend zu schreiben, ob er krank oder was sonst sei. Horaz fühlte die Berechtigung des Vorwurfes, aber er hatte nicht die Kraft, sich davon frei zu machen, und es bedurfte einer neuen energischen Aufforderung seitens seines Freundes, die ihn veranlaßte zu schreiben. Was ihn eigentlich abhielt, werden wir aus seinem Briefe sehen. Mein lieber Freund! Ich weiß, es ist unverantwortlich von mir, daß ich Dich so lange vernachlässigt habe, aber es geschah sicher nicht aus bösem Willen. Ich schäme mich, Dir zu gestehen, daß meine Liebe zu der reizenden Lotte eitel Strohseuer war, und daß ein ganz anderes Wesen meine Seele erfüllt und mir eine Liebe abgenötigt hat, die mich ganz irre an mir selbst macht. Ich bin kalt, ja abstoßend gegen sie, und genau so benimmt sie sich mir gegenüber, dabei fühle ich, daß ich nicht ohne sie leben kann. Eine Zeitlang lebten wir in dem schönen Wahn, wir seien Freunde, aber ehe wir es uns versahen, sprang der kleine Gott lachend hinter einem Busche hervor und traf uns mit seinem nie fehlenden Pfeile. Diesmal ist es nun wirklich ernst, mein Freund; denn diese Liebe ist so ganz anders wie früher, nicht stürmisch, nicht schwärmerisch, sondern furchtbar tief. Das Bewußtsein der Gegenliebe genügt vollständig, mich zu beglücken, ich bedarf ihres Anblickes nicht, um befriedigt zu sein. Ich fühle mich mit eisernen Banden zu ihr hingezogen und bin trotzdem nicht unglücklich, wenn ich sie nicht sehe. Mit einem Worte, ich glaube zum ersten Male wahrhaft zu lieben und wahrhaft geliebt zu werden. Meine Lotte ist mir aber trotzdem geblieben, nur daß es nicht mehr Goethes Lotte sein kann, sondern Schillers Lotte*) geworden ist; denn bis Du mir antworten kannst, bin ich hoffentlich glücklicher Bräutigam. Lebe wohl, in deutscher Treue Dein Horaz. *) Charlotte von Lengeseld, Schillers Gattin. Welt und Zeit. N Im amerikanischen Warenhause. Einkaufen ist die und Lieblingsbeschäftigung der Amerikanerin; daher ist das Einkaufen in den amerikanischen Warenhäusern zu einer richtigen Kunst vervollkommnet worden. In einem solchen riesigen Häuserkomplex, wie sie sich in Neuyork, Chikago, St. Louis, Philadelphia finden, ist eine ganze kleine Welt zusammengedrängt und für alle Lebensbedürfnisse gesorgt. Die Frau z. B., dis sich einen Babywagen kaufen will, braucht ihr Kleines nicht zu Hause zu lassen, sondern sie nimmt es mit und bringt es nach der großen im Warenhaus befindlichen Kinderbewahranstalt, wo das Kind von besonders geschulten Wärterinnen beaussichtigt und gepflegt wird. Für größere Kinder gibt es im Winter ein großes, sonnendurchleuchtetes Spielzimmer, in dem sie nach Herzenslust spielen und toben können, während die Mütter ihre Einkäufe besorgen. Im Sommer steht den Kindern ein herrlicher Dachgarten zur Verfügung mit blühenden Blumen, Sandhaufen, Schaukeln und allerlei Spielen. Nicht weit von diesem herrlichen Spielplatz befindet sich das große Damenzimmer des Warenhauses, das mit den bequemsten und modernsten Möbeln luxuriös ausgestattet ist und in dem die von den Einkäufen ermüdete Dame sich auf weichem Sofa oder einladendem Armsessel ausruhen kann. Zeitungen und Zeitschriften liegen umher, Bücher stehen in der reichhaltigen Bibliothek zur Lektüre bereit. Dienstmädchen erwarten die Besehle der Damen. Daneben befindet sich eine Badeanstalt, in der die Käuferinnnen unentgeltlich heiße und kalte Bäder nehmen können. Hat man genug gelesen, so kann man seine geistige Ausbildung durch den Besuch der Kunstausstellung fortsetzen, die jederzeit zugänglich ist. Auch zu den Mahlzeiten ist man nicht gezwungen, das Warenhaus zu verlassen, sondern ein höchst komfortables Restaurant bietet zu mäßigen Preisen seine Küche und vortreffliche Weine. Die großen Warenhäuser veranstalten während des Winters jede Woche ein Konzert, bei dem allererste Kräfte der europäischen Musikwelt mitwirken und zu dem die Kundinnen freien Eintritt haben. Dabei werden Erfrischungen gereicht und an Büfetts gibt es kalte Schüsseln. A Einst und Die Märtyrer des Journalismus. In der„Italia Moderna“ erinnert Paolo Picca an das tragische Ende einiger „menanti“(so wurden im 16. Jahrhundert die Journalisten in Rom genannt), die am Galgen ihr Leben lassen mußten, weil sie den Mächtigen der Erde grausame Wahrheiten gesagt hatten. Im Jahre 1565 wurden gegen die Zeitungsschreiber, die sich erlaubten, unwillkommene Nachrichten zu veröffentlichen, schreckliche Drohungen geschleudert; vier Wochen später wurde auf dem Ponte Sant' Angelo-Platze der Journalist Nicolo Franco ausgeknüpft, weil er ein stark gesalzenes Epigramm veröffentlicht hatte. Als Mitarbeiter des Franco wurde kurz darauf ein gewisser Pallentieri gehängt. Ein anderor „menante“, der Priester Annibale Capello, wurde am 13. November 1587 aufgeknüpft; am 4. August 1680 wurde der Priester=Journalist Filippo Rivarolo aufgeknüpft. Ein dritter Priester, der Abt Gaetano Volpini, ließ Haupt und Leben 1720 in Campo Baccino, weil er über die Liebschaften der schönen Clementina Sobieska geschrieben hatte. Der letzte Märtyrer des Journalismus in Rom war der Graf Enrico Trivelli von Neapel, der am 23. Februar 1737 hingerichtet wurde, weil er „bösartige und aufrührerische Schriften“ veröfsentlicht hatte. Trivellis Hinrichtung war begleitet von einer ganzen Anzahl schwerer Strafen, die seinen mehr oder minder überführten Mitschuldigen auferlegt wurden; zu diesen angeblichen Mitschuldigen gehörte der Priester Giovanni Battiste Jacopini von Fermo, der für ewige Zeiten aus Rom verbannt wurde. schschaf Dr 23 S8 513 5 08 S 5 8 * *"(8 S Sas— S SEaEm. Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises. General=Anzeiger für den Kreis Haupt-Annoncenblatt. Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 61 Montag, den 13. März 1922 Aar Herseiverat. Roman von Fr 1. Kapitel. jie lichtgrünen Wasser des ewigen Meeres schlingerten in leckender, hüpfender Bewegung ihrer Wellen auf den aus seinkörnigen Sand bestehenden Strand von Wangeroog und rannen, sich auflösend, verfließend, wieder zurück in den machtvollen Schoß ihrer gewaltigen, majestätischen Allmutter. Treibende Flut, diese wunderbare, geheimnisvolle Lebensäußerung des nordischen Meeres, dem Sichheben einer Atem holenden Riesenbrust vergleichbar, stand nahe vor neuer Vollendung. Immer mehr gewisser und schneller verschwanden die Buhnen. Sie schienen zu versinken, verschlungen zu werden und leerten sich rasch von den Badegästen, die während der Nachmittagsstunden dem beliebten Vergnügen des Hummersangs gehuldigt hatten. Es wurde stiller am Strande. Wartend stand in der Ferne die Einsamkeit, von Sehnsucht voll, auf leisen Füßen traumvetloren über den Strand zu wandern. Die in Hast sinkende Sonne sah tröstend in das ernste Gesicht der Harrenden und redete gewiß: Gedulde Dich! Nur eine kurze Weile noch. Dann liegt das Land im Meer in schweigender, sternengeküßter Dunkelheit. Und Du bist allein.— In der gewiß beginnenden Dämmerung schon gingen zwei Menschen vom Westturm her über den Strand. Sie gingen versonnen und sachte und achteten es nicht, wenn einmal eine Welle an ihre Füße spülte, sie netzend und feuchtend. Junge, aufrechte Gestalten waren es, schlank und sehnig, etwas hart in ihren Bewegungen, ebenmäßig und sein geformt in den Gesichtszügen. Jetzt lag etwas wie ein Gemisch von Trotz, Ueberlegen und Sorge auf den Gesichtern Joachim von Brandts und seiner Schwester Sybille. Als sie sich einer der Buhnen näherten, blieb Joachim von Brandt mit einem entschlossenen Ruck stehen. „Sybille!" 6 Sie hielt im zögernden Schreiten inne und sah den Bruder erwartungsvoll an. „Wir müssen doch nun endlich zu einem Entschlusse kommen,“ sagte er, wie in Ratlosigkeit über das bleigrau schimmernde, dunstverschleierte Meer blickend.„In einer Viertelstunde sind wir von neugierigen Augen und aufhorchenden Ohren umlauert und der Möglichkeit einer ungestörten Aussprache beraubt. Laß uns also vor der Rücktehr in das Hotel schlüssig werden!“ Sein Blick war immer noch auf das Meer gerichtet, als süche er nach einem Punkt, an dem das Auge zur Ruhe kommen könne. Und als er ihn nicht sand, nur itz Gantzer. (Nachdruck verbeten.) wie in einer Endlosiakeit die orzeiger Schpegter tager b5ce sah, und dazu das Schweigen seiner„u###. die die Lippen herbe aufeinander gepreßt hielt, wanote er sich ruckartig ab.„„ 6fl, „Worum sprichst Du nicht, Spohggkg n#. „Was soll ich sagen, Achim? wuß es denn b###te noch sein?.... Laß mir Zeit bis morgen! Es ist nes so unerwartet plötzlich über mich gekommen, daß ich... Unerwartet plötzlich?“ Er lachte auf. ... Aber es ist tatsächlich zum Lachen. Wenn man überhaupt das Recht hat, über scheußlich ernste Sachen belustigt zu sein....“ Und wir wollen doch nicht immer wieder von vorn ansangen! Wir drehen uns ja ständig Kreise herum.... Ist daran dieses jammervoue Eiland schuld oder dieses nervös machende Aufzucken des B jeuers vom Leuchtturm? Ich will frog morgen wieder drüben auf dem Festland in..... Also, siehst Du, Bill, schon meiner Abreise morgen fruh wegen müssen wir noch heute ins eine kommen. Und d#ug das mit Deiner Plötzlichkeit: Ja, Du lieber Gol, es muß Dir doch wenigstens ein schwaches Ahnen eigen sein, wie es mit unseren Verhältnissen steht... Herr Gott, dieses ständige Verneinen einer lichtklaren Tatsache! Dann willst Du es eben nicht gewußt haben. Na, nun weiß: Du es wenigstens jetzt! Klar genug habe ich Dir's vorhin auseinandergesetzt, daß es zum Ausblasen ist. Die r ist da. Nur der Kerl zum Zuziehen fehlt noch. Und wenn der sich einstellt, dann sind wir beide erszepogen NAugen; ... Ja, mach' nicht diese abscheulich hoheitsoo—4 Augen! „Pfat, Achim! Sprich nicht in solchen vulgären Aus„Du reizest mich dazu, Spbille! Du wilst nichts einsehen. Du sträubst Dich gegen das Erkennen einer vollendeten Tatsache mit einer unglaublich eigensinnigen Dickköpfigkeit.. Schaue aufs Weer! Unabänderluch ist das Gesetz des Meeres. Die treibende Flut muß kommen. Alles überspült sie, alles bedeckt sie. Da hast D spiel für die treibende Flut des Lebens. Sie geht schwankende Verhältnisse und erschütterte Existenzen mitleidlos dahin und überschüttet sie mit seinen Solg, wellen, wenn man ihnen nicht zur rechten Ze der Entschlossenheit oder der Tatkraft entgegensetzt. Sybille hielt den Blick unschlüssig zur Erde gesenkt Ihr Bruder legte seine Rechte anghigeS aufscheuchen und beunruhigen muß. Weiß der Him: Skr S a SE5ER 19(9SES0 85 ich hab's nicht gern getan, mit einem Sack voll geschäftlicher Sorgen in Deine Ruhe und Erholung hineinzuplatzen wie eine scheußliche Stinkbombe..... Na ja, da lachst Du schon wieder!.... Das ist recht. Mit einem vergnügten Gesicht drehst Du dem Teu el den Hals eher um, als mit sünfundzwanzig Fäusten.... Denn weißt Du, Vergnügtsein kann dieser Gewalthaber nicht leiden. Der geht lieber den Sauertöpfen an den Kragen, als den Lustigen... Alzo wirklich, ich hätte Dich nicht aufgestöbert auf diesem Sandhaufen in der Nordsee, wenn es nicht ein bitteres Muß gewesen wäre.... Und damit wir nun endlich, endlich zu einem Resultat kommen: Bist Du damit einverstanden, daß Eraf Reedern....“ Sie erhob beide Hände wie in beschwörender Abwehr: „Hab' Erbarmen, Achim! Es ist mir unmöglich!“ Er sah sie mit großen Augen an. Etwas Kaltes, Eisiges kam in seinen Blick. „Unmöglich?... Ist das Dein letztes Wort?.. Wirklich, Sybille.“ „Quäle mich nicht, Achim! Ja, es ist mein letztes Wort!" „So stößt Du also eine Lösung, der Du vor einem Vierteljahr knapp—.— schweig, ich weiß es von Reedern selbst!— sicher mit Sympathie gegenüberstandest, brutal, besinnungslos brutal von Dir? Spielst mit dem Schicksal von Hesselvörde wie mit einem Glasball?“ „Ich bin nicht brutal, Joachim. Ich folge nur dem Zuge meines Herzens.“ Einem neuen Zuge... Da hätten wir „Aha Warum hast Du das wir gehen... Tante uns viele Worte sparen können. nicht gleich gesagt?... Komm Malve soll nicht länger warten!" Sie sprachen bis zu ihrem Hotel kein Wort mehr. In stummem, seindselig berührendem Nebeneinanderher legten sie den Rest des Weges zurück. Als sie durch die Vorhalle des Hotels schritten, ging ein junger Mann in etwas tete, daß sie den Gruß mit einem lächelnden Gesicht erwiderte und leise errötete. „Wer war das?“ forschte er, als sie außer Hörweite waren. „Ein Herr, den ich hier kennen lernte. Der Maler Klaus Halm. Ein hervorragendes Talent. Er hat glänzende Konnexionen.“ Sie schien stark interessiert und sprach erregt. „Der Schüler eines bedeutenden Sezessionisten.... Der Name ist mir augenblicklich nicht gegenwärtig... Ich.. „Ist mir auch grenzenlos gleichgültig, wie der... hm.... der Mann heißt,“— schnitt er ab.„Bitte verschone mich mit den Details." Er sprach abgehackt, mit harter Betonung und starrte finster vor sich hin. Also das war's! Anscheinend schon stark engagiert für diesen Menschen! Für diese sezessionistische Größe mit dem charakterlosen Durchschnittsgesicht eines Commis voyageur... Ein Würgen stieg in Joachims Kehle hoch. So eiwas zettelte sich an, wenn man diese verrückten Kunststudien trieb, das moderne Weib mimte und.... Er biß sich auf die Lippe und fühlte sich versucht, irgendeinen grob anzurempeln. Fräulein Malve von Eberty, eine Tante des Geschwisterpaares und die Reisebegleiterin Sybillens, kam ihnen im Treppenhaus aufgeregt entgegen.„Seid Ihr endlich da?“ wehklagte die alte Dame.„Ich ängstigte mich schon um Euch.“ Joachim küßte die Hand Fräulein von Ebertys. „Unnötig, liebe Tante Malve,“ lächelte er.„Du weißt ja: „Ein Brandt scheu: hundert Teufel nicht, Wenn auch sein letztes Schwert zerbricht." Er schien völlig verändert und lachte. Sybille ging wortlos an ihnen vorüber und stieg die Treppe hinan. „Aui ein Wort, Tante Malve!“ bat Joachim, die h dachte es mir! Gefallen, Tante Malve, Sybille vor diesem Menu warnen, ein Zusammensein beider möglichst zu alte Dame beiseitenehmend.„Ist Dir ein Maler Halm bekennt?" Fräulein von Eberty faltete die Hände ineinander und sah Sybille seuszend nach. „O. dieser schreckliche Mensch! Er folgt uns, wie unser Schatten, drängt sich uns förmlich auf und spriht mit Sybille ständig über Kunst.... Und er spricht so abscheulich darüber. „Und Sybille?“ „Ist begeistert von ihm. Ich glaube, ich fürchte, Joachim, ihr Interesse für ihn geht zu weit.“ „Ich Nachle es mi:“ stieß Joachim finster heraus. Tu mir den schen zu verhindern!" „Ach, wenn Sybille nur nicht so eigenmächtig wäre! Sie läßt sich durch mich gar nicht beeinflussen.... Aber, beruhige Dich, ich will mein Möglichstes versuchen!" „Ich danke Dir, Tante Malve, Sybille scheint offenbar nicht zu wissen, was sie tut. Es wäre ja entsetzlich, wenn .. nicht auszudenken: eine Brandt und dieser... dieser .. geniale Samthutträger... Aber wir müssen zu Tisch gehen..!“——— Als Sybille am nächsten Morgen am Frühstückstisch erschien, war Joachim schon abgereist. „Er hat sich nicht von mir verabschiedet,“ grollte sie. „Wie kann er nur so rücksichtslos sein!" Tante Malve kniffte verlegen an ihrer Serviette. „Er ist Dir böse, Kind. Er ist nicht zufrieden mit Dir.“ „Aus welchem Grunde? Ich habe ihm keine Veranlassung gegeben.“ „Doch, Knd!“ Sybille lächelte spöttisch. „Ich wüßte nicht... Vielleicht darum, weil ich mich nicht bestimmen ließ? Soll man sich in seiner Willensfreiheit beschränken lassen? Ich handle nach meinem Ermessen.“ Sie sah durch die Fensier der Glasveranda auf das Mee. Mit einem harten Blick... In der nächsten Minute ging Klaus Halm draußen vorüber und grüßte lächelnd hinein. Subille von Brandt winkte lächelnd zurück. Ihr Blick war plötzlich weich, fast zärtlich geworden. * Hesselvörde, die Besitzung der Brandts, war eine regelrecnte Sandklitsche. Der größte Teil lag im Hannöverichen, das Südzipselchen guckte ein Stück ins Braunschweigische hinein. Ausgesprachen guten Boden hatte es kaum. Im Notfalle fand sich der Roggen mit ihm ab. Aber dann durften dle Jahre nicht trocken sein. Wohler fühlte sich die Lurine. Zu den mageren Ackerbreiten kanen ein paar dürftige Wiesen,; die den Regen auch mehr liebten als die Dürre. An Wald war kein Mangel. Wenigstens, was man so Wald nennt. Ein paar hundert Morgen gingen noch an Die hatten kernige Kiegern im Alter von 60—80 Jahren als Bestand, unter denen man nach einem Stück Bauholz nicht lange zu suchen brauchte. Aber alles andere nannte sich Schonung, oon der erst die übernächste Generation nennenswerten Nutzen haben konnte. In Summa: eine regelrechte Sandilitsche. Die Vrandts saßen schon eine ziemliche Weile darauf. Es mochten so 250 Jahre etwa sein. Sie hatten sich immer mit Anstand durchgedrückt, wenngleich es ihnen manchmal sauer geworden war. Aber als einfache Landedelleute hatten sie keine großen Ansprüche gestellt. Wenn es zum Wein nicht gereicht, dann war man auch mit Dünnbier zufrieden gewesen. So ungefähr..... Die Hauxtsorge, die Hypothekenzinsen, hatten sie immer zu überwinden gewußt. Dann war Karl Eberhard von Brandt, der Vater Joachims, Herr auf Hesselvorde geworden. Dem hatte ein Zug ins Große angehaftet, den das Gut nicht vertragen... (Fortsetzung folgt.) 8— S 22 * 2 8 S *E 8 S S EE2 S E5gEgS n E** 5 5g 5####g##rs: S 19" 5 S#xL Denkspruch. Der Welt soll man vertrau'n, Auf sie sich nicht verlassen: hab“ auf dich selbst Vernau'n, Genn andre dich verlassen. Und wo dein Seibltvertraun. Wie das auf Menschen bricht, So hab“ auf Gott Vertrau'n, Nur er verläßt dich nicht. Kückert. Meine Aus den Papieren eines Anmaßenden. Novellette von Ferdinand Runkel. (Nachdruck verboten.) Mein lieber alter Junge! Daß Du mich ob meiner Schwäche, die ich Dir jetzt beichten will, auslachen wirst, bin ich fest überzeugt, aber ich muß es geduldig hinnehmen, denn ich kann nicht anders als Dir recht geben. Ich bin ein Narr, Hermann, aber ich bin schuldlos, ich liebe. 6 Schon wieder, wirst Du jetzt in Deinen Bart murmeln, und auf wie lange? Wie lange? Auf ewig, antworte ich Dir. Ach, ich sage Dir, ein Geschöpf so reizend, so lieb, so züchtig, na das kannst Du Dir ja aber alles denken.— Du hast mich oft in meiner dichterischen Entwicklung mit Goethe verglichen, leider hat der Goethesche Erfolg diesen Entwicklungsgang noch nicht beschlossen, aber ich sage Dir, auch äußere Umstände haben dazu beigetragen, mich dem Altmeister ähnlich zu machen. Erinnere Dich an meinen Litliroman; das darauf folgende vage Suchen nach einer Herzensbefriedigung, ohne das rechte Weib zu finden, das mir genügt. Ich fand allerdings meine Frau von Stein, aber das Verhältnis gedieh nur zu einer warmen Freundschaft, die meinem Herzen keine Befriedigung gewähren konnte. Nun habe ich, wenn auch etwas verspätet,„meine Lotte“ gefunden; und ich bitte die heilige Vorsehung, daß der Ausgang nicht dem des unglücklichen Werther gleich sein möge. Denn wenn ich je eine wahre Herzensneigung empfinden kann, so ist es die, ach ich sage Dir, ich bin zum Kind geworden, meine ganze Unbefangenheit den Frauen gegenüber ist zum Teusel, ich stehe vor der Schönen, wie ein armer Sünder, und wenn ich recht geistreich sein will, schwatze ich eine Dummheit über die andere. Wenn ich galant sein will, bin ich ungezogen, aber sie scheint es in ihrer liebenswürdigen Herzensgüte zu übersehen, oder sie übersieht es mit Willen und lacht mich dann aus. Freund, wenn ich daran denke, steigt es mir heiß zu Kopfe, mein Herz pocht wild und ich finde keine Ruhe. Noch die späte Nacht und der grauende Morgen schon wieder finden meine Gedanken bei ihr und ich darf es ihr nicht sagen, denn ich sühle, daß es mit meinem Glück### Ende ist, wenn sie mir sagen würde:„Ich liebe Sie nicht.“ Ich nehme alle meine Kraft zusammen, zu erkennen, was in ihrem kleinen, süßen Herzchen vorgeht, vergeblich, ich werde nicht klar aus ihr, sie spricht so unbefangen mit mir, so furchtbar gleichgüllige Sachen, daß ich fast anfange zu glauben, sie liebt mich nicht. Freund, es wäre furchtbar! Ach, daß ich Dich, Deine warme ausgleichende Liebe nicht hier habe, Du würdest mich trösten. Ich eile demnächst zu Dir, um an Deiner Brust Ruhe, im Laute Deiner lieben Stimme Frieden zu finden. Du siehst, ich bin sehr erregt, erlasse mir für heute alles Weitere. In deutscher Treue Dein Horaz. Rein teurer Freund! Du tust mir aufrichtig leid. Aber ich kann Dir den Schmerz nicht ersparen, ich muß Dir sagen, daß Dir recht geschieht. Ja, Du bist ein Narr! Wozu das ewige Schwärmen das Dich bei einem echten Weibe lächerlich machen muß. Mit Versen gewinnst Du Deine Lotte nicht, nur mit der Tat. Du nennst sie„Teine Lotte“, ist sie denn schon vergeben und schmachtest Du wirklich ganz umsonst, dann rufe Deine ganze Energie gegen Deine Neigung auf, sei Mann und schüttele ein Gefühl ab, das ebenso verderblich, wie unmännlich ist; denn wozu soll es führen? Etwa zu einem Bruch mit ihrem Verlobten? Willst Du um einer keimenden Neigung willen, die Du noch bekämpfen kannst, einen anderen unglücklich machen, der das Mädchen vielleicht ebenso liebt, als Du? Fliehe Deine Lotte, bringe sie nicht in den Zwiespalt zwischen Dich und ihn, Du ranbst Dir, ihr und ihm das Glück. Tändle nicht mehr, Du hast schon zu viel Zeit verloren. Beendige endlich Deinen Roman, der schon wieder zwei Jahre brach liegt, stelle Dein Drama druckfertig, und sei kein Esel, der in nutzloser Schwärmerei hinschmachtet! Kannst Du aber, ohne einem Dritten wehe zu tun, das liebenswerte Kind. für Dich gewinnen, so gewinne sie auch ganz. Du bist fähig, Du hast alle Mittel, ein Weib tief und voll zu beglücken, wende sie an und Dein Leben wird eine Kelte schöner Stunden werden. Du kennst=Deine Fehler, vor allem Deine fürchterliche Starrköpfigkeit, kokettiere nicht damit, sondern sei lieb gegen die Kleine, sieh ihr alles nach, und ihr werdet glücklich werden! Ich schließe jetzt, weil ich morgen mit dem ersten Zuge in Deine Arme eile. Vein Hermann. Hermann fühlte, daß für den Freund eine neue Zeit angebrochen war; es genügte ihm nicht, ihn schriftlich zu stützen, er wollte durch das lebendige Wort auf ihn wirke Deshalb machte er sich sofort auf, den Freund zu besuchen und traf noch am selben Abend bei ihm ein.. Horaz hatte sich von der Laufbahn eines sreien Schr#stellers in den Hafen einer kleinen Redaktion gerettet und sich mit dem vollen Mute der Zuhend an seine Arbeit gemacht. Die gemeinsame Aufführung eines leialen Festspieles, an dem er sich mit seinem reichen Talent beteiligte, hatte ihn seinen neuen Mitbürgern näher gebracht und ihm auch Gelegenheit gegeben, die Töchler der kennen zu lernen. Unter allen diesen war ihm eine kleine Blondine mit zartem ätherischen Teint und wunderbaren blauen Veilchenaugen aufgefallen, und bald hatte sein verwaistes Herz eine ernste Neigung zu dem Mädchen gesaf Die Blicke, die ehrlichste Koketterie der Liebe, eröffneten den Kampf, und der junge Journalist fühlte, daß sie ihn tiefer getroffen, als er geglaubt. Noch hülete er de Geheimnis still in seinem Busen, aber, die Weiher sind schlau, sie hatte es bemerkt, und er jubelte fast mut ihr Blick suchte ihn. Sie liebt mich, sie liebt mich, klang es jauchzend in seinem Busen, und mit diesem Bewußtsei kehrte auch jene süße Unruhe in sein Herz ein. Es kam über ihn, wie der Frühlingssonnenschein über das Schneeseld, er lebte auf, neu auf, es kehrte ein wonniges Glück in seine Seele ein, das ihn unfähig machte, länger zu schweigen, es mußte heraus, was ihn beglückte, und wie er sich dessen entledigte, zeigte sein erster Brief.—— Die beiden Freunde wohnten dicht genug beieinander, um sich in knapp zwei Stunden erreichen zu können, und so war kaum acht Uhr vorüber, als auch aus dem Zuge auf den Bahnsteig sorang und seinen Freund d v s bin ich;: begann er,„und zwar mit der festen Absicht, dir deinen Tolltopf derb zurechtzusetzen.“ „Nur immer zu, mein alter Junge, ich werde es dir „Vor allem, wie kommst du daza, die Kleine deine Lotte zu heißen?“ „Ja, mein Gott, sie heißt eben Charlotte“ „Und deine aumaßende Anspielung auf Goethe „Hat ihre Berechtigung!“ ist verlobt, oder vielmehr sie hat einen Schatz, oder noch besser, der Schatz hat sie.“ 0 —