Dn Scmin Setne Prralt Feiertags. der Post 14.— M., ohne Bestellgeld. Anzeigenpreise: Die 1 mm hobe. 35 um breite Seit 30 Dfgl., auswärk 1.— M. Bei Wiederholungen ontsprechender Nachlaß II. Tarif. Jeder Redatl gilt als Rassenradakt und erlischt bei Zwancsvergleichen gerichtuchen Klagen beachten der gemachten I##gsbedingungen. Oerbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Oelkszeitung Welthofener Zeitung #plerbecker Zeiung Langscheder Zei##ng Sote Langscheder Zeit#ng Schwerter Oelksblatt Amtliches Kreisblatt für den Kreis börge. Holzwickeder Zeitung Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises.— Generalanzeiger für den Kreis Hörde. Die„Schverte Zeitung" gewöhrt ih#en Adonnenten für jeden mit Tok er denden Unsall a mas eren Be. 500) Mork Unfa.. Gnucku Ver ane Can uz, Same i. Aaien Feraivrech= Anschluß Nummer 6. Teiegramm. Adresse: Braus, Schwerte Rur. vens: Dortmund 28 2, Hannover 21 Nr. 52 Donnerstag, 2. März 1922 55. Jahrgang Zum Unglück kann durch andere kommen, aber erniedrigt werden kann ein Volk nur durch seine eigenen Handlungen. Der fremde Verwüster tut Schaden, er kann keine Schande bringen. Völter wie einzelne werden nie entehrt, wenn sie sich selbst treu bleiben. Buckle. Für eilige Leser. Neuigkeiten aus Nah und Fern. Das Defizit des Reichshaushaltes beläuft sich im ganzen auf 92 Milliarden Mark. * Im Reichsfinanzministerium fanden am Dienstag mit Vertretemn der Industrie, des Handels, der Banten und der Arbeiterschaft Verhandlungen über die Zwangsanleihe statt, die ratenweise erhoben werden soll. * Nach der Havas=Agentur steht außer Zweifel, daß Poincaree einer Einladung Lloyd Georges Folge leisten würde, über das technische Programm der Genueser Konferenz, sobald dieses in seinen großen Zügen von den Sachverständigen festgelegt sei, oder auch über den Pakt, eine Unterredung zu führen. " Aus Rom wird gemeldet, Titoni würde den Vorsitz der Genueser Konferenz führen. Der neue italienische Außenminister Schanzer wird heute aus Washington in Le Havre eintreffen. Auf der Durchreise durch Paris wird er eine kurze Unteredung mit Poincaree haben. * Die Wahlen in Irland werden voraussichtlich Anfang Juni stattfinden. * Aus Paris wird gemeldet, daß der neue französische Heeresetat die Errichtung von neun neuen Garnisonen im Elsaß, unmittelbar an der Rheingrenze, vorsieht. * Aus Anlaß der Ankunft des Dampfers„Seydlitz" des Norddeutschen Lloyd in Neuyork zeigte der Pier von Hoboken festliches Gepräge. Den„Seydlitz" begleitete durch den Hafen ein Schlepper, auf dem sich ein Empfangskomitee von mehreren hundert Personen befand, die zur Begrüßung des Dampfers hinausgefahren waren. Die Musit spielte deutsche und amerikanische Weisen. K Wer geht nach Genua! 660e Tägung des flagentennten Beatschen Gewerrschaftsbandre. 8 Die Gewerkschaften Deutschlands 1000 Virtschefts friediche 24066 F629 Kommunisten KonfesSyndikalsten sionelke TSO GE FOLER Arbeiter Angestellte Freigewerkschaftliche 1169 768 Sehlkodgr Vertönde Davon deutscher Beamtenbund 919062) 1027497 463199 21262 Arbeiter Angestellte Beamte Christlichnationale gaERRR PENODD 90000 Arbeiter Angestellte Beamte Freiheitlichnationele Leipzig, 1. März. Wie wir erfahren, beruft der stehen: Betriebsräte und Gewerkschaften, OrganiVorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerk= sationsformen und Methoden, die Gewerkschaftsschaftsbundes den diesjährigen Gewerkschafts=kongreß auf den 19. Juni nach bewegung, Arbeitsgemeinschaften und Wirtschaftsräte, das zukünftige Arbeitsrecht in Deutschland. hier ein. Auf der Tagesordnung werden u. a. Es ist wohl unbestrittene Tatsache, daß der Außenminister Dr. Rathenau Führer der deutschen Delegation für Genua sein wird. Wieviele Vertreter der Regierung außerdem als Delegationsmitglieder in Betracht kommen, ist noch gänzlich unentschieden. Die Gewerkschaften, ebenso wie die großen Unternehmerverbände haben ihre Ansprüche auf Beteiligung bereits bei der Regierung angemeldet. Wie wir hören, beabsichtigt die Regierung, den Wünschen der Gewerkschaften entgegenzukommen und voraussichtlich zwei Gewerkschaftsvertreter in die Delegation aufzunehmen, und zwar einen Abgesandten der freien und einen der christlichen Gewerkschaften. Für die christlichen Gewerkschaften kommt in erster Linie Herr Stegerwald in Frage. Es ist bemerkenswert, daß ungefähr zu gleicher Zeit, zu der nach den letzten Vereinbarungen die große europäische Wirtschaftskonferenz zusammentreten will, auch die christlichen Gewerkschaften eine internationale Tagung in Genua abzuhalten gedenken, bei der Herr Stegerwald ebenfalls zu einer besonderen Rolle berufen ist. Ueber die Vertreter des Unternehmertums hört man noch nichts Genaueres, doch wird versichert, daß eine Reihe einflußreicher Organisationen dafür in erster Linie Herrn Stinnes benennen wollen. Das Eingehen deutscher Festungen. Berlin, 28. Febr. Der Reichsrat nahm heute u. a. den Gesetzentwurf betreffend das Eingehen deutscher Festungen an der Westgrenze und an der küste an. Der Gesetzentwurf ist eine Folge des Versailler Friedensvertrages. Nach seinem Inkrafttreten werden die Festungen Wesel, Köln, Koblenz, Mainz, Germersheim, die rechtsrheinischen Befestigungen von Straßburg, die oberrheinischen Befestigungen, sowie Friedrichsort, Kiel und Helgoland eingehen. Zu gleicher Zeit hören dann auch die Rayonbeschränkungen auf mit Ausnahme der nach Osten gerichteten Teile gewisser Rheinfestungen, die auf Wunsch der Alliierren noch erhalten bleiben.— Staatsrat v. Wolff berichtete dann über das Ergebnis der Nachprüfung des Ortsklassen=Verzeichnisses, mit dem sich weniger als acht Ausschüsse des Reichsrates beschäftigt haben. Insgesamt sind 3525 Höherstufungen erfolgt. Das Plenum des Reichsrates nahm die Vorlage an. Im einzelnen ist zu erwähnen: In Ortsklasse A wurden versetzt: Braunschweig, Erfurt, Kassel, Münster, Merseburg, Bitterfeld, der ganze Waldenburger Kohlenbezirk, Augsburg, Travemünde, St. Goarshausen, Schöneberg, Unkel, M.=Gladbach, Rativor, sowie zahlreiche süddeutsche Orte. Nach Klasse B sind gekommen, Gumbinnen, Lyck, Marienburg, Marienwerder, Stargard i. P., Köslin, Luckenwalde, Zossen, Wittenberge, Landsberg a. W., Stendal, Quedlinburg, Naumburg, Bad Oldeslohe, Hameln, Celle, Lüneburg, Norden, Norddeich, Ahaus, Coesfeld, Ibbenbüren, Minden, Oelde, Werl, Fulda, Montabaur, Regensburg, Schliersee, Rehau, Culmbach, Brückenau, Riesa a. E., Döbeln, Frankenberg i. S., Treuen i. Vogtl., Lengefeld, Markneukirchen, Eibenstock, Kirchberg, Mülheim, Rudolfstadt, Meiningen, Helmstedt. Preußische Landwirtschaftsfragen. Der Hauptausschuß des Preußischen Landtages trat am Montag in die Vorberatung des Landwirtschaftsetats ein. In der Debatte teilte der Abgeordnete Dr. Schreiber(Dem.) mit, daß der Verband der deutschen Getreidehändler 10000 Mk. Belohnung ausgesetzt habe für den Nachweis, daß schon jetzt für Getreide kommender Ernte 1800 Mk. für den Doppelzentner geboten würde. Landwirtschaftsminister Dr. Wendorff trat nachdrücklich für die Förderung der landwirtschaftlichen Erzeugung ein. Ein gewisser Aufstieg sei schon zu erkennen. Das beweise die letzte Viehzählung. Das Landwirtschaftsministerium werde vor allem für die Versorgung der Landwirtschaft mit den notwendigen Düngemitteln eintreten. Der Minister begrüßt das landwirtschaftliche Hilfswerk und erhofft gute Fortschritte. Ueber die Aufhebung der Zwangswirtschaft könne er keine amtlichen Erklärungen abgeben. Er sei aber zu der Erklärung bereit, daß nach seiner Ansicht auch die letzten Reste der Zwangswirtschaft beim Brotgetreide fallen müßten. Nur so sei die Vermehrung der Anbaufläche und die Erhöhung der Erzeugung möglich. Er befürwortete daher als Landwirtschaftsminister die Aufhebung der Zwangswirtschaft im Brotgetreide aufs wärmste. Die Weiterberatung wurde sodann Kuf Dienstag vertagt. Neuregelung der Sommerferien. Der Verband deutscher Ostseebäder hat an die zuständigen Stellen eine Eingabe gerichtet, in der um Festlegung der Sommerferien aus folgenden Gesichtspunkten heraus gebeten wird: Der ungünstige Gesundheitszustand weiter Kreise nötigt diese Erhölungsorte aufzusuchen. Die schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse zwingen dazu, diesen Aufenthalt billig zu gestalten. Dieses Ziel läßt sich zum Teil durch eine zweckmäßige Regelung der Sommerferien erreichen. Der Fremddenverkehr, der vor dem Kriege durchschnittlich 450000 Köpfe erreicht, ist schon wieder auf 360 000 gestiegen. Aus dieser Gegenüberstellung der beiden Zahlen wird zunächst der irrige Schluß gezogen, daß die Kur= und Erholungsorte den Fremden verkehr hätten aufnehmen können, da sie ja in der Vorkriegszeit einem noch stärkeren Besuch gewachsen waren. Das stimmt nicht: Die Wohnungsnot hat gerade die Kur= und Erholungsorte am schwersten betroffen. Trotz der Belegung der menschenwürdigen Räume haben durchschnittlich nach einer genauen Statistik die Kur= und Erholungsorte nur 5 Prozent des früheren Verkehrs aufnehmen können. Ein wesentliches Mittel, dies zu erreichen, ist die schon seit Jahrzehnten erstrebte anderweitige Anordnung der Sommerfevien. Die Regelung ist so gedacht: Die Sommerferien Gruppe 1(die preußischen Provinzen einschließlich Berlin, mit Ausnahme von Hannover, Rheinland und Westfalen) beginnen tunlichst am 1. Juli; Gruppe 2(Hannover, das Land Sachsen und die Hansestädte) beginnen mit dem letzten Drittel des Juli, Gruppe 3(Rheinland, Westfalen) beginnen mit dem zweiten Drittel August. Vorschlag für 1922: Für Gruppe 1: 30. Juni, 2. Gruppe 21. Juli, 3. Gruppe: 13. Aug. Die Erfahrung hat gelehrt, daß der Ferienaufenthalt in den Kur= und Badeorten sich meist auf drei Wochen beschränkt. Ein Religionsgespräch unter Arbeiteru. Ein Erlebnis seltener und ungewohnter Art hatten die Vertreter der Volksmission und Evangelisation mit den Vertretern der evangelischen Kirche und ihren Freunden Freitag, den 9. Dezember, in Steyr in Oberösterreich. Etwa 3000 Menschen, wesentlich organisierte Arbeiter und ihre Frauen wohnten von abends 7 Uhr bis nachts 1 Uhr, also volle 6 Stunden, ohne jede Pause in gespanntester Aufmerksamkeit dem Geisteskampf zwischen dem Freidenkertum ohne Gott und den Vertretern der christlich=biblischen Weltanschauurg bei Hervorgerufen war dieses Religionsgespräch durch die Volksmission des Generalsekretärs Monsky aus Wien, welche durch die an den ersten Abenden gebotene Gelegenheit zu freier Aussprache hunderte von Arbeitern aller Parteirichtungen, auch wesentlich Sozialisten und Kommunisten, in die evangelische Kirche zog. Es fanden dort schon heiße Zusammenstöße zwischen den Freidenkern und der christlichen Weltanschauung statt. Es wurde zwischen den Freidenkern und dem evangelischen Pfarrer Fleischmann vereinbart, diesen Gegensatz in solch einem öffentlichen Religionsge spräch vor der gesamten Bevölkerung der Stadt sachlich auszutragen. Der sich hierbei herausstellende Erfolg war ein Ereignis. Solchen Hunger nach Klärung der Weltanschauung hätten wir in der Arbeiterwelt Oesterreichs nicht erwartet. Es war eine Gelegenheit, vor Massen den alten Hoilsweg als den einzigen Rettungsweg auch für unser Volk und unsere Zeit zu bezeugen. Neben drei Vorkämpfern für das Freidenkertum traten von 12 Debattenrednern allein 9 neben den beiden Referenten, Universitätsprofessor Dr. Völker und Generalsekretäd Monsky aus Wien trotz mancher Zwischenrufe und Niederschreiungsversuche für die christliche Weltanschauung ein. des Arbeitsmarktes dem eingetretenen Arbeitsmarktes in Westfalen und Ende Februar 1922. Die verflossene Woche zeigte keine wesentlichen Veränderungen in der Le in Westfalen und Lippe. Witterungsumschlag konnten Erd=, Bau= und sonstige Außenarbeiten vielfach wieder ausgenommen werden, so daß sich auch die Arbeitsmöglichkeiten für ungelernte Arbeitskräfte voraussichtlich wieder günstiger gestalteten. In der Landwirtschaft stieg die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Arbeitskräften aller Art sehr erheblich. Eine größere Anzahl sich zur Arbeitsaufnahme in der Landwirtschaft meldender Knechte und Burschen konnte gut untergebracht werden. Mädchen konnten bei etwas gesteigertem Angebot nur in geringer Zahl vermittelt werden. Hervorzuheben ist das stärkere Angebot an Knechten, Burschen und Mädchen für die Landwirtschaft im Industriegebiet. Eine Vermittelung scheiterte vielfach an den geforderten höheren Löhnen, als diese sonst in der Landwirtschaft geboten werden. In der Industrie der Steine und Erden konnten im Arnsberger Bezirk im Laufe der Woche bei einem Kalksteinbruch Arbeitskräfte untergebracht werden. Eine größere Firma— Großschlachterei— in Münster hat wegen Materialmangels sämtliche Metzger und Arbeiter entlassen. Im Tabakgewerbe scheint der Höhepunkt der in letzter Zeit erheblich zugenommenen Arbeitslosigkeit unter den Zigarrenarbeitern und=arbeite rinnen überschritten. Obwohl verschiedene Firmen auch in dieser Berichtswoche die Betriebe eingestellt haben, nahmen andererseits verschiedentlich Werke Wiedereinstellungen, wenn auch zunächst nur in beschränktem Umfange, vor. Im ganzen hat sich die Zahl der arbeitslosen Tabakarbeiter und =arbeiterinnen noch nicht vermindert. In der Holz= und Schnitzstoff=Industrie besteht fortlaufender Bedarf an tüchtigen Bau= und Möbelschreinern. Im Baugewerbe war die Vermittelungstätigkeit nach Eintritt besserer Witterung wieder lebhafter. Maurex werden gesucht. In den übrigen Berufsgruppen keine wesentlichen Veränderungen. Aus Stadt und Land. Schwerte, den 2. März. Erinnerungen. 1701 Der Aesthetiker Joh. Jakob Breitinger in Zürich(f 1776). 1819 Der Chirurg Adolf v. Bardeleben in Frankfurt a. d. O.(f 1895). 1871 Einzug der Deutschen in Paris. 1896 Niederlage der Italiener durch die Abessinier bei Adua. 1921 Beginn der Londoner Konferenz. ** Vom Monat März. Der Bauer liebt den März trocken und kühl: März ohne Naß, macht voll das Faß.— Im Märzen kalt und Sonnenschein: wird eine gute Ernte sein.— Nasser März ist für keines Bauern Herz.—. Trockner März und feuchter April tun's dem Landmann nach seinem Will“. — Donnerts im März, schneit es im Mai.— Was März nicht will, holt sich der April.— Diese Sprüche zeigen ebenso wie die Namen„Märzveilchen",„Märzenschnee",„Märzhase",„Märzbecher", „Märzenbier", wie sehr sich die lateinische Bezeichnung des dritten Jahresmonats trotz aller Bemühungen, Verdeutschungen dafür einzuführen, eingebürgert hat. Der„Martius mensis“ war bei den alten Römern der erste der zehn Monate ihres Jahres, er war, wie leicht zu erraten ist, nach dem Kriegsgott: Mars benannt. ** Die Lerche singt draußen im Freien wieder, und wer sie hört, dem fällt mancher Stein vom Herzen. Es ist die Stimme der allgütigen Schöpfermacht, die aus der Kehle des kleinen Vogels an unser Ohr klingt, auch nach diesem schlimmen Winter ist es nun anders und besser geworden. Mit dem Drittel der Kohlen kommen wir jetzt aus, und das Schlafzimmerheizen ist zu Ende. Mit der Beschaffung von weiterem Heizmaterial kann man sich nun einstweilen gedulden. ?* Ein Frühlingsgewitter von seltener Heftigkeit entlud sich in den gestrigen Abendstunden über unsere Stadt. Sehr geräuschvoll, mit Blitz, Donner und Hagelschlag, dem dann noch heftiger Regen folgte, hat der März, der uns ja den Frühling bringen soll, seine Herrschaft angetreten. Auch heute sieht es recht trübe in der Natur aus; graue Wolken lassen die erwärmende Sonne nicht durchkommen und Jupiter pluvius ist anscheinend sehr ungnädiger Laune. Doch auch diese Tage müssen überwunden werden, denn bald wird ja der Sieger Frühling seinen Einzug in unsere Lande halten. ** Abzugsfähigkeit der Kirchensteuern. Die Frage der Abzugsfähigkeit der Kirchensteuern bei Ermittelung des steuerbaren Einkommens war bisher streitig. Auf Veranlassung des Reichsministers der Finanzen hat der Reichsfinanzhof hierzu folgendes Gutachten abgegeben: Kirchensteuern sind bei Ermittelung des nach dem Einkommensteuergesetz steuerbaren Einkommens vom Gesamtbetrag der Einkünfte im allgemeinen nicht abziehbar. Sie können aber zum Abzug zugelassen sein, wenn sie nach dem für die Kirchensteuer maßgebenden Gesetze als Ertragssteuern von bestimmten Vermögensteilen des Steuerpflichtigen ohne Rücksicht auf dessen Wohnsitz und dessen Zugehörigkeit zur Religionsgemeinschaft erhoben werden, oder wenn sie aus einem sonstigen Grunde als Werbungskosten zu betrachten sind. Das Gutachten wird demnächst in der amtlichen Sammlung der Entscheidungen und Gutachten des Reichsfinanzhofes veröffentlicht werden. ** 800 Millionen Mark für Bergmannswohnungen im Industriegebiet. Nach einem von der Treuhandstelle für Bergmannswohnungen für das Jahr 1922 aufgestellten Verteilungsplan können einschließlich der Reichszuschüsse für Bergmannssiedelungen im rheinisch=westfälischen Industriegebiet 800 Millionen Mark verteilt werden. Die auf die 16 Bergmannssiedelungen entfallenden Summen richten sich nach der Zahl der in den Bezirken vorhandenen Belegschaftsziffern. Auf die Bergmannssiedelung Hamm entfallen 51,13 Millionen Mark, auf Lünen 47,12, auf Hörde 32,90, auf Dortmund 33,31, auf Herne 70,48, auf Bochum 62,40, auf Hattingen 20,12, auf Gelsenkirchen 71,01, auf Recklinghausen 62,40, auf Bottrop=Buer=Gladbach 87,20, auf Essen=Nord 60,47, auf Essen=Süd 37,55, auf Mülheim=Vorbach 34,25, auf Hamborn 42,41, auf Oberhausen 43,47, auf Linden=Nieder= rhein 42,48 Millionen Mark. * Schutz den Weidenkätzchen! Kaum haben wir nach dem strengen Winter einige milde Tage, da strecken auch schon die Weiden ihre Kätzchen heraus, wonach wieder die Unsitte beginnt, ganze Zweige von den Weidensträuchern zu reißen und diese dann später zum größten Teil achtlos beiseite zu werfen. Abgesehen davon, daß durch diese Unsitte unser Landschaftsbild von Jahr zu Jahr immer mehr beeinträchtigt wird, nimmt man unseren Bienen auch die erste Tracht, die wir ihnen nach der langen Fastenzeit des Winters doch lassen sollten. Darum sei an alle, die unsere Berge aufsuchen, die Mahnung gerichtet:„Schützt die Weidenkätzchen!" ** Deputatkohlen sind einkommensteuerpflichtig! Nachdem die Einkommensteuer bei Einkommen vom Arbeitslohn bis zu 50000 Mark durch den Lohnabzug als getilgt gilt, muß bei den Bergarbeitern und Bergbaugesellschaften der aus der Lieferung von Freikohlen(Deputatkohlen) erwachsende geldwerte Vorteil auch beim Steuerabzug vom Arbeitslohn mit berücksichtigt werden. Das Landesfinanzamt Münster hat daher angeordnet, daß die Deputatkohlen bei Arbeitern und Angestellten mit 80 Mark zu bewerten sind. Hierbei ist berücksichtigt, daß die Arbeiter und Angestellten zum Teil eine geringe Entschädigung für die Hausbrandkohle zahlen müssen. Diese Anordnung ist mit dem 1. Januar 1922 in Kraft getreten. Soweit bereits Bezüge für 1922 bezahlt sind, muß der Lohnabzug vom Werte der Deputatkohlen bei der nächsten Lohnzahlung nachgeholt werden. ** Eine Erhöhung des Expreßguttarifs ist laut Anordnung des Reichsverkehrsministers mit der am 1. März in Kraft tretenden Erhöhung der Gütertarife ebenfalls durchzuführen und zwar steigt der Mindestfrachtsatz von 12 auf 15 Mark. ** Haaß=Berkow=Spiele. Wie uns vom Vorstand der Vertragsvereinigung mitgeteilt wird, sind für die Freitags=Aufführung sämtliche Plätze vergriffen; für Samstag sind nur noch solche 3. Ranges zu haben. * Bestandenes Examen. An der Universität Frankfurt a. M. bestand der stud. rer. vol. Walter Saatmann von hier die Prüfung als Diplom=Kaufmann. ** Deutscher Gewerkschaftsbund. Am Sonntag vormittag 11 Uhr findet im Saale des kathol. Vereinshauses(Specht) eine Versammlung sämtlicher dem Bund angeschlossenen Organisationen (christl. Gewerkschaften) statt. Als Redner ist der Geschäftsführer Effelsberg=Essen vom Deutschen Werkmeister=Bund gewonnen.(Siehe auch Anzeige). ** Hennen, 1. März. Schadenfeuer. Ein großer Brandschaden entstand gestern mittag gegen 1 Uhr auf dem Gehöft des Landwirts Fr. Benking zu Drüplingsen. Auf bis jetzt noch ungeklärte Weise ist das Feuer in den Stallungen entstanden, griff auf die Scheune über und diese wurde vollständig bis auf die Umfassungsmauern eingeäschert. Leider sind auch sechs Stück Rindvieh mit verbrannt, außerdem mußten noch zwei Stück an Ort und Stelle abgeschlachtet werden. Durch das schnelle Eintreffen und tatkräftige Eingreifen der Drüplingser und Hennener Feuerwehren konnte das Wohnhaus, trotz des starken Windes, vom Feuer verschont bleiben. ** Hennen, 1. März. kirchliches. Am kommenden Sonnta# wird Herr Pastor Albrech: für die lutherische Kirchengemeinde eine Probepredigt halten. Der Gottesdienst beginnt um 9 Uhr. Aus den Provinzen. Dortmund, 2. März. Ein Alter von 102 Jahren erreichte der gestern verstorbene Landwirt Giesbert Möllmann in Bodelschwingh. Milsp=, 2. März. Tödlicher Unglücksfall. Im Betriebe der Firma Aug. Bilstein zu Altenvoerde zersprang ein großer Schleifstein. Der Schleifer Wilhelm Aschbacher wurde von einem Stück getroffen, sodaß durch Schädelbruch und Quetschung innerer Teile der Tod sofort eintrat. Zu bedauern ist die alte Mutter des Verunglückten, die in ihm den zweiten Sohn verlor, nachdem der andere schon im Kriege gefallen war. Altena, 2. März. Zwischen Bremsblock und Puffer. Ein junges Mädchen, das den von Lüdenscheid nach hier verkehrenden Zug der Altenaer Schmalspurbahn benutzte, sprang unweit der Mittleren Brücke vom Perron des Wagens ab. Unglücklicherweise geriet das Mädchen mit einem Fuße zwischen Bremsblock und Puffer. Das Bein wurde arg zerquetscht. Nachdem der Bedauernswerten ein Notverband angelegt war, wurde sie ins Krankenhaus überführt, wo das Bein unbedingt amputiert werden mußte. An dem starken Blutverlust und inneren Zerquetschungen ist die Unglückliche einige Stunden nachher ihrem Leiden erlegen. Marienheide, 2. Marz. Raubmord. Zwischen Marienheide und Kotthausen wurde ein junger Mann, der tagsüber Gelder einkassiert hatte, abends von zwei Räubern überfallen, die die Herausgabe seiner Barschaft forderten. Als der Ueberfallene sich zur Wehr setzen wollte, wurde er durch einen Schuß in die Brust niedergestreckt. Die Täter raubten 68000 Mark. Die Verfolgung wurde zwar sofort aufgenommen, doch ist es bisher nicht gelungen, die Verbrecher zu verhäften. Wie aus Wipperführt gemeldet wird, ist der Ermordete der Landwirt Blumberg aus Winkeln. Ablen, 1. März. Unglücklicher Schlag. Als ein Fuhrmann eine Anzahl Kinder, die sich an sein Fuhrwerk gehängt hatten, mit einem Schraubenschlüssel abwehren wollte, traf er den zwölfjährigen Sohn des Gärtners Mersch so unglücklich, daß der Knabe anderen Tages gestorben ist. Münster, 1. März. Zwei Kinder entführt wurden gestern morgen in der hiesigen Stadt. Die die höhere Schule besuchenden 12= und 14=jährigen Kinder des Gutsbesitzers Bischoff=Wolbeck wurden von einem jungen Manne benachrichtigt daß der Vater verunglückt sei und sie sofort nach Hause kommen müßten. Die Kinder gingen gegen 10 Uhr vormittags mit und wurden von dem etwa 16 Jahre alten Burschen, der aus Haltern stammt und hier eine Handelsschule besucht, in den Hexenkessel bei Wolbeck geführt und dort an Händen und Füßen gebunden. In diesem Zustande wurden sie gestern abend gegen 10 Uhr gefunden und befreit. Der Entführer der Kinder hat durch die Tat einen Erpressungsversuch gegen Herrn Bischoff machen wollen. Er gibt an, viele Detektivromane gelesen zu haben, die ihm die Veranlassung gegeben hätten, eine Entführungsgeschichte auf eigene Faust vorzunehmen. Wanne, 1. März. Eine grausige Bahnhofsszene. Als auf dem Bahnhof der um 8,40 Uhr morgens von der Station nach Dortmund abfahrende Eilzug sich bereits in Bewegung gesetzt hatte, erschien noch im letzten Moment eine Krankenschwester und versuchte einzusteigen. Ein Schaffner sprang hinzu, um ihr behilflich zu sein. Als dieser sah, daß ein Einsteigen unmöglich war, versuchte er die Schwester, die sich krampfhaft an dem Griffe der Abteilstür festhielt und von dem Zuge mitgerissen wurde, mit Gewalt zurückzuziehen. Plötzlich kamen beide zu Fall. Während nun die Schwester auf dem Bahnsteig mit zerschundenem Gesicht liegen blieb, rollte der Schaffner den Bahnsteig herunter, auf das Trittbrett des rollenden Wagens, glücklicherweise der Länge nach und wurde auf diesem zwischen Bordstein des Bahnsteiges und Wagen hin= und hergekantet. Nur der Geistesgegenwart des Schaffners ist es zu verdanken, daß er sein Leben nicht verloren hat. Denn er verstand es, sich an den Füßen des Trittbrettes festzuhalten und seine Beine in die zwischen zwei Radsätze befindliche Oeffnung zu ziehen und so sitzend zu verharren, bis der Zug zum Stehen gebracht war. Elberfeld, 1. März. Belohnung. Fur die Ermittelung des Eisenbahnattentäters, der am Donnerstag auf dem Hauptbahnhof Elberfeld in einem 4. Klassewagen das Sprengstoffattentat verübte, hat die Eisenbahndirektion Elberfeld eine Belohnung von 10000 Mark ausgesetzt. Köln, 1. März. Gräßlicher Kindesmord. In einem Sack, den unbekannte Männer am alten Friedhof in Köln=Mülheim niedergelegt hatten, fand man die gräßlich zugerichtete Leiche eines Kindes. Dex Hals war bis auf den WirbelKnochen durchschnitten, auch war der Leib des unglücklichen Wesens der Länge nach aufgeschlitzt. Bisher liegt die grausige Tat noch vollends im Dunkel. Aus dem Die Versorgung der Bau=Industrie mit Kohlen. Seit längerer Zeit herrscht auf allen Gebieten ein katastrophaler Mangel an Baustoffen, insbesondere an Zement und Kalk. Eine der hauptsächlichsten Ursachen ist die mangelhafte Belieferung der Bau=Industrie mit Kohlen. Das Anhalten des jetzigen Zustandes bedeutet die Lahmlegung eines großen Teiles der Bautätigkeit im Jahre 1922. Abg. ten Hompel(Zentr.) hat im Reichstage eine kleine Anfrage gestellt, dahingehend, was die Reichsregierung zu tun gedenkt, um eine bessere Versorgung der Bau=Industrie mit Kohlen sicher zu stellen. Martin Salander. Roman von Gottfried Keller. 83)(Nachdruck verboten). Er ging ihnen voran in das Haus und das Kontor, wo noch das Licht brannte. Während sie sich dort so gut wie möglich von dem erlebten Schreck erholten, sann Vater Martin über den Zuspruch nach, den er ihnen halten sollte und auch wollte; je länger er aber die so vollkommen ausgereiften Jungfrauen betrachtete, desto schwerer dünkte es ihm, da viel hineinzureden. Er beschränkte sich daher auf ein paar anzügliche Brocken, die er hinwarf, um der Mutter den intimen Teil der nötigen Vorstellungen zuzuschieben. „Ist das nun“, sagte er, vor ihnen stillstehend, „die große Rarität, ide ihr euch ausgesucht habt? Denkt ihr großen Staat damit zu machen? Zwei Männer, die ihr nicht voneinander unterscheiden könntet, wenn es etwas dämmerig ist? Dem ließe sich zwar abhelfen durch eine Bedingung im Ehekontrakt, daß sie die Bärte ungleich tragen sollen, z. B. der eine einen Vollbart, der andere einen Schnurrbart. Allein genauer überlegt, haben sie leider noch gar keine Bärte und bekommen am Ende niemals solche, die dicht genug wären, unterschiedliche Charaktere daraus zu schneiden!“ Der Spott brachte nicht die gewünschte Wirkung hervor; betrübte nur die Mädchen auf das tiefste, daß sie wieder zu weinen anfingen, nachdem sie schon sorgfältig die Augen getrocknet hatten.„ „O lieber Vater“, schluchzte Setti,„es nutzt gar nichts, es hängt nicht von uns ab! Solange sie uns treu bleiben, lassen wir nicht von ihnen!“ „Ja, Vater!" rief jetzt Nettchen,„wie können wir unsere Wahl denn anders rechtfeteigen, als durch die Standhaftigkeit, mit welcher wir den almen Menschen die Treue halten?“ „Da haben wir den starren Wahn!" dachte Salander. „Und was die größere Jugend unserer Verlobten betrifft“, fuhr die ältere Tochter nicht ohne Zierlichkeit fort,„so bedürfen sie nicht nur liebevoller, sondern auch mit einem mütterlichen Sinne begabter Frauen, die sie wohltätig zu lenten verstehen! Ihre eigene Mutter hat nicht diejenigen Eigenschaften, welche zur Bezähmung so kecker Burschen erforderlich waren. Wir aber, Netti kann es bezeugen, haben schon einen veredelnden Einfluß über sie gewonnen, sie hören auf uns und lassen sich gefallen, was wir ihnen sagen.“ Nettchen gab ungesäumt ihr Zeugnis ab: „Es ist wahr, was Setti sagt, sie sind schon viel manierlicher, selbst gesitteter, als da wir sie kennen lernten!“ Das läßt sich bei Gott hören, es mag etwas dran sein! dachte der umhergehende Herr Vater; dann müssen die Gesellen aber ziemlich ungezwungen gewesen sein! Laut sagte er: „Wir werden heute mit dieser Materie nicht fertig! Kommt, wir wollen gehen!" Er löschte das Licht und führte die bedrängten Fräulein unbemerkt auf die Straße. Schweigend schritt er neben ihnen her; daß er nicht fröhlich, wie sonst, an jedem Arm eines der Kinder nahm, dagegen zwei= oder dreimal einen Seufzer vernehmen ließ, machte ihnen das Herz auch wieder schwerer, je näher sie der Wohnung kamen. Und als sie in die Stube traten, wo die Mutter ganz Alchn am Füche dich und griche, Kählen die. 1cl. sie trotz ihres schönen und klugen Mädchenalters einen tiefen Fall getan. Sie suchten jedoch nicht etwa in ihr Schlafzimmer zu entfliehen, sondern sondern setzten sich still an eine Wand und blirkten tranrig zu Boden. „Guten Abend, Frau!“, sagte Salander,„da haben wir die Vögel eingefangen! Sie bitten dich um Verzeihung und willigen ein, daß alles weitere Ausfliegen einstweilen unterbleibe! Denn sie waren mehr unbesonnen als leichtsinnig und jedenfalls mehr leichtsinnig als böse!" „Das fehlte noch, daß es mehr bös als leichtsinnig heißen müßte!" erwiderte Marie Salander, ohne aufzublicken. 6 Die den Gegenstand dieses kurzen Gespraches bildeten, waren solche Worte nicht gewöhnt und hätten nie geglaubt, daß es dergleichen für sie gäbe. Wehrlos verharrten sie im Schweigen. „Wenn ihr noch Hunger habt“, sagte die Mutter,„so könnt ihr in die Rüche gehen; hier hat man längst abgeräumt. Das Bett werdet ihr auch wohl finden, alt genug seid ihr!" Sie standen auf und gingen hintereinander her in die Küche, nahmen dort jedoch nur das nötige Licht und stiegen, ohne zu essen, eine Treppe hinauf in ihr Schlafgemach. Ueber ihnen auf dem Estrich lag mäuschenstill in ihrem Bett die Magd, die sich kurz vorher weggeschlichen. Unten strickte die bekümmerte Frau fort, ohne eine Masche fallen zu lassen. „Du hast sie also wirklich beisammen getroffen?" fragte sie den Mann. „Gewiß, jal Zuerst kamen die Kinder anmarschiert, im hellen Mondschein, dann die vertrackten Weidelichsjungen; ich steckte in dem Gebüsch hinter dem Brunnen, sah alles, was vorging, und hörte beinahe alles, was gesprochen wurde. Ich muß dir nun zuerst sagen, daß ich, abgesehen von der Heimlichkeit, mit welcher sie uns hintergingen, nichts sah und hörte, was ehrbaren Liebesleutchen nicht erlaubt ist; ich möchte behaupten, ich sah und hörte nicht einmal alles Erlaubte, soviel ich mich wenigstens, mit deiner Genehmigung zu sagen, aus unserer eigenen Praxis erinnern kann. Die Kinder scheinen eine merkwürdige Gewalt über die Bengel zu haben—“ „Nimm es mir nicht übel, Martin“, unterbrach ihn Marie,„aber du sprichst ganz verkehrt und närrisch! Das Gegenteil ist wahr, die Bengel üben ja die unglückliche Gewalt über die Kinder!" „Nicht so, Marie! Diese Gewalt, die du meinst, die sitzt auch in den Mädchen selbst, die Jungens würden sie nie haben; es ist das Wahngebilde, an dem sie leiden! Doch laß dir erzählen, wie es herging!“ Er beschrieb ihr so genau und anschaulich als möglich den ganzen Hergang, indes sie bald ungläubig, bald verwundert, aber immer unwillig aufschaute, den Kopf schüttelte und wieder strickte. Plötzlich warf sie den Strumpf auf den Tisch. „Ich komme nicht darüber hinweg! Sie haben mich als Mutter beleidigt; ich bin nie gewöhnt gewesen, seit ich die Kinder besaß, von gewissen Dingen zu reden und zu sagen, die nicht sein sollen. Ich glaube auch jetzt noch, daß gut geartete Kinder am besten durchkommen, wenn sie die Leute im Haus, namentlich Vater und Mutter, offen und tadellos wandeln sehen, ohne sie darüber predigen zu hören. Und nun diese jahrelange Verschlagenheit zweier Töchter gerade gegen die Mutter! (Fortsetzung folgt). 2 Der ter und Zeit gew züglich d der Erw# in Betrat ten und ger Erwe reichen. Kriegsbes in Berlin Die Witt Mark, die Verordnu die Erwe erwerbslt selbständi Reiche wi pflichtung bliebenen das bis Es ist gesellscha Güter ei einrichter eine derc sche Lan die Sied führt wi frage no nicht an streben sein mü das La von Ber von Res sogenan Stellen schränkt Verl und Au nungsje ein Fel i Kinder entsen in der hiesigen besuchenden 12= und esitzers Bischoff=Woln Manne benachrichkt sei und sie sofort Die Kinder gingen und wurden von dem n, der aus Haltern sschule besucht, in den rt und dort an HänIn diesem Zustande gen 10 Uhr gefunden der Kinder hat durch such gegen Herrn Bibt an, viele Detektiv= ihm die Veranlassung ührungsgeschichte auf grausige BahnBahnhof der um 8.40 in nach Dortmund abin Bewegung gesetzt n Moment eine Kranzzusteigen. Ein Schaffbehilflich zu sein. Als in unmöglich war, verie sich krampfhaft an festhielt und von dem mit Gewalt zurückzu. de zu Fall. Während im Bahnsteig mit zerlieb, rollte der Schaffauf das Trittbrett des erweise der Länge nach wischen Bordstein des hin= und hergekantet. des Schaffners ist es zu ben nicht verloren hat. n den Füßen des Trittie Beine in die zwischen deffnung zu ziehen und der Zug zum Stehen elohnung. Für die hnattentäters, der am iptbahnhof Elberfeld in Sprengstoffattentat verzirektion Elberfeld eine rk ausgesetzt. äßlicher Kindesden unbekannte Männer In=Mülheim niedergelegt äßlich zugerichtete Leiche var bis auf den Wirbelch war der Leib des unänge nach aufgeschlitzt. ge Tat noch vollends im n Reich. er Bau=Industrie ohlen. erscht auf allen Gebieten el an Baustoffen, insbealk. Eine der hauptsächmangelhafte Belieferung ihlen. Das Anhalten des et die Lahmlegung eines ätigkeit im Jahre 1922. ) h a t i m R e i c h s t a g e e i n e dahingehend, was die gedenkt, um eine bessere# dustrie mit Kohlen sicher Schönes HaarSchönste Zier! Und dabei so leicht zu erwerben: Durch regelmäßige Pflege mit Jahol. Dac, Kräuterhaarwasser Javol macht das Haar seldenweich, voll, dustig und locker, frei von Kopfschuppen und Schinnen. Javol ist überall erhältlich. e° Geduld. e c Die Notlage der Kriegsbeschädigten. Der Zentralvorstand deutscher Kriegsbeschädigter und Hinterbliebener teilt uns mit: Die zur Zeit gewährten Teuerungszulagen erlangen zuzüglich der Rente heute nicht einmal die Sätze der Erwerbslosenunterstützung, wobei dann noch in Betracht zu ziehen ist, daß die Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen erst bei anerkannter völliger Erwerbslosigkeit den höchsten Rentensatz erreichen. Heute bezieht ein völlig erwerbsunfähiger Kriegsbeschädigter mit einfacher Ausgleichszulage in Berlin eine Tagesrente vol ungefähr 25 Mark. Die Witwe bekommt eine Rente von ungefähr 13 Mark, die Kriegseltern 9,60 Mark. Nach der neuen Verordnung des Reichsarbeitsministeriums über die Erwerbslosenunterstützung bezieht dagegen ein erwerbsloses Ehepaar in Berlin 27,50 Mark, eine selbständige Erwerbslose 15 Mark je Tag. Vom Reiche wird erwartet, daß es sich der sozialen Verpflichtungen den Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen gegenüber in besserer Form entledigt, als das bis jetzt geschehen ist. Mehr Kleinsiedelungen. Es ist bemängelt worden, daß die Siedelungsgesellschaften stellenweise bei Aufteilung großer Güter eine zu geringe Zahl von Kleinsiedelungen einrichten und zu große Restgüter belassen. Gegen eine derartige Handhabung wendet sich der preußische Landwirtschaftsminister in einem Erlaß an die Siedelungsgesellschaften, in welchem ausgeführt wird, daß in der heutigen Zeit, wo die Nachfrage nach Kleinsiedlerstellen überaus groß ist und nicht annähernd befriedigt werden kann, das Bestreben aller Siedelungsorgane darauf gerichtet sein müsse, möglichst viele Siedler anzusetzen und das Landbedürfnis einer möglichst großen Zahl von Bewerbern zu befriedigen. Die Auflegung von Restgütern und sonstigen den Umfang eines sogenannten Familienbetriebes überschreitenden Stellen soll auf ein tunlichst geringes Maß beschränkt bleiben. 92 Milliarden Fehlbetrag. Berlin, 1. März. Die endgültigen Einnahmen und Ausgaben des Reichshaushaltes vom Rechnungsjahre 1922 liegen jetzt vor. Es ergibt sich ein Fehlbetrag von über 92 Milliarden, genauer Geduld muß man haben in heutiger Zeit; Geduld nur und Ruhe, sonst kommt man nicht weit Was heut' nicht gelingt aufzubauen, Das soll man der Zukunft vertrauen; Denn einst kommt eine Zeit, da geht's wieder bergan, Da ist alles Leiden vergessen, Ja, es kommt eine Zeit, aber fraget nicht „wann"? Den Zeitpunkt kann keiner ermessen! Es gibt auf der Welt so viel Jammer und Not, Es wurde uns teuer das tägliche Brot, Der Notstand ist kaum zu beschreiben, Das kann doch nicht immer so bleiben, Darum kommt eine Zeit, wir erlebten sie gern, Wo die Teuerung wieder verschwindet, Einmal kommt eine Zeit, ist sie heute noch fern, Wo den Preissturz der Marktbericht kündet. Dann bricht das Gesunde sich Bahn mit Gewalt Und abgebaut werden dann Lohn und Gehalt, Da wird wieder reizvoll das Leben Und Streiks wird es auch nicht mehr geben. Einmak kommt eine Zeit, einmal muß es ja sein, Da wird auch das Notgeld verschwinden; Ja, es kommt eine Zeit, da vermag man den „Schein" Nur noch bei dem Sammler zu finden. Verschoben ist zwar die Genueser Konf'renz, Doch soll sie stattfinden im kommenden Lenz Und wenn nicht im Lenz, so doch später, Ernannt sind bereits die Vertreter. Und es kommt eine Zeit, da die Notwendigkeit Erheischt, daß sich friedlich beraten Die Völker der Erde, ja es kommt eine Zeit, Die fordert statt Worte dann Taten! Geduld muß man haben und Ruhe dazu; Noch kann man nicht sagen: Europa hat Ruh', Doch muß man sie wieder bekommen, Denn diese allein nur kann frommen. Einst kommt eine Zeit, da wird wieder normal Der Mark=Kurs, der Schmerzensbereiter, Und vergessen wird sein alle Sorge und Qual, Doch Geduld muß man haben! Ernst Heiter. 92 100000000 Mark. Im außerordentlichen Haushalt wollte man über 92 Milliarden, genauer 92 110000000 Mark errechnen, bekam aber nur etwas über 18 Milliarden und gab mehr als 93 Milliarden aus, sodaß sich ein Fehlbetrag von 72 Milliarden, genauer 72 752000000 Mark ergab. Dazu kommt der Fehlbetrag der Reichsbahn mit 17 Milliarden 192 Millionen und der Reichspost mit 3178 Millionen. Zieht man den Ueberschuß der Reichsdruckerei mit 91 Millionen ab, so bleiht ein Gesamtfehlbetrag von 92 Milliarden 110 Millionen Mark, also über 92 Milliarden. Ortsklassengesetz. Berlin, 1. März. Der 39- Ausschuß des Reichstages hat seine vierwöchigen Beratungen beendet. Alle Beschlüsse des Ausschusses sind in Uebereinstimmung mit sämtlichen Parteien zustande gekommen. Die dritte Beratung des Reichsmietengesetzes findet, wie geplant, am Freitag statt. Weltrundschau. Spanische Begrüßung eines deutschen Dampfers. Madrid, 1. März. Die gesamte Presse ausführliche Berichte über die Festlichkeit, die in Santa Cruz de Teneriffa aus Anlaß des Eintreffens des auf der Fahrt nach Südamerita befindlichen deutschen Dampfers„Cap Polonia“ stattgefunden hat. Es ist der erste Dampfer, der seit Beendigung des Krieges Santa Crnz berührt hat. Deutsche Kulturpioniere fürs Ausland. Mit der„Usava“, einem Dampfer der DeutschOstafrika=Linie, reisen zur Zeit nicht weniger als 13 Deutsche Missionsleute nach der Walfischbai, 7 der Barmer Mission und 6 von der Brüdergemeinde, dazu noch ein Pfarrerpaar für eine deutsche Gemeinde in der Nähe von Kappstadt. Sie fahren wegen der unerschwinglichen Preise dritter Klasse, berichten aber überrascht von der sauberen Unterbringung und guten Verpflegung, die sie nicht so erwartet hatten, während die China=Reisenden auf den italienischen Dampfern im Zwischendeck die ekelhaftesten Dinge mit erleven müssen. Von der deutschen Schule in Mexiko. Die deutsche Schule in Mexiko war Ende Oktober 1921 von 910 Schülern besucht, und zwar zählte die Oberrealschule mit Vorschule 252, die Höhere Mädchenschule 216, die Deutsch=mexikanische Mittelschule 257, der Kindergarten 130, die Handelsschule 55. Im Januar 1922 ist nun noch eine höhere Frauenschule hinzugekommen. Deren Unterricht gliedert sich in allgemeine Bildungsfächer und praktische Frauenfächer. Drahtmeldungen. Eigener Depeschen dienst. Zurückziehung der amerikanischen Besatzungstruppen. TU. Wie aus Mainz und aus Andernach gemeldet wird, werden dort die gesamten amerikanischen Besatzungstruppen zurückgezogen, so daß sich denn nur noch in koblenz und Ehrenbreitstein amerikanische Truppen befinden. Die„vorbildlich“ Abrüstung. Der„Vossischen Zeitung“ wird aus Washington gemeldet, daß die Marine=Kommission dem Repräsentantenhause mitgeteilt habe, die Schiffswerften hätten Aufträge zum Bau von insgesamt 111 U=Booten erhalten. Der Andrang zur Leipziger Messe. Leipzig, 2. März. Der Besuch der Leipziger Messe wird wieder eine Rekordziffer aufweisen. Für die aus allen Teilen des Reiches nach Leipzig fahrenden 36 Gesellschaftssonderzüge mit Fahrpreisermäßigung sind die Fahrkarten bereits vergriffen, so daß eine große Zahl von Bestellungen unerledigt bleiben mußten. Ebenso stark ist die Nachfrage für Sonderzüge aus dem Inlande. Bobach=Schnitte sind zu haben im Verlage dieser Zeitung dem Reiche der Mode Vobach=Schnitte sind zu haben im Verlage dieser Zeitung 0 s. sah alls, nas vorgzin, , w a s g e s p r o c h e n w u r d e. sagen, daß ich, abgesehen it welcher sie uns hinterirte, was ehrbaren Liebes; i c h m ö c h t e b e h a u p t e n, i c h nal alles Erlaubte, soviel t deiner Genehmigung zu en Praxis erinnern kann. merkwürdige Gewalt über übel, Martin“, unterbrach prichst ganz verkehrt und teil ist wahr, die Bengel Gewalt über die Kinder!" iese Gewalt, die du meinst, ädchen selbst, die Jungens 's ist das Wahngebilde, an laß dir erzählen, wie es senau und auschaulich ale rgang, indes sie bald unert, aber immer unwillig hüttelte und wieder strickte. Strumpf auf den Tisch. trüber hinweg! Sie haben sigt; ich bin nie gewöhnt (inder besaß, von gewissen u sagen, die nicht sein soljetzt noch, daß gut geartete kommen, wenn sie die Leute ater und Mutter, offen und ohne sie darüber predigen iese jahrelange Verschlagenade gegen die Mutter!" (Fortsetzung folgt). 4 45 5 WOPR Abb. 1. Einfaches Kittelkleid für Lommunstgntinnen.„ Hierzu Vobach=Schnitt H16108 für 6—8. 8—10 oder 10—12 Jahre für M. 5.— nebst M. 2.— für Porto und Versand erhältlich. Abb. 2. Kleid mit jäckchenartiger Taille für Kommunikantinnen. Herzn Uosack=Schalst, K.235 f. 6—8, 8.—10 od. 10—12 Jahre für M. 5.— nelst M. 2. Ooste Porto und Versand erhältlich. Abb. 3. Kittelkleid mit seitlichem Schluß. Hierzu Vobach=Schnitt 114851 für 8—10 oder 10—12. Jahre für M. 5.— nebst M. 2.— für Porto und Versand erhältlich. die Sorge für das weiße Kleid der kleinen Kommunikantin ist bedeutend geringer als die für das schwarze Einsegnungskleid der größeren Tochter. Will schon die Mutter nicht gern des weißen Sommerkleides entraten, weshalb soll es die k ter? Ein weißes Kleid ist heute in dem Garderobebestand jedes Kindes und die Kommimikantinnen fmnd ,äge opie, eze le Kleider sind infolgedessen noch kurz, erfordern und neues, darum leichter zu beschaffen. Außerdem lassen sich hie kleinere Reste leichter verwenden als in Schwarz. Wie hübsch kann man glatten und gemusterten Batist oder Mull zusammen verarbeiten. Mull und Batist bilden deshalb das beliebteste Material, dem sich noch Schleierstoff und Voile gesellen, während Wollstoffe für diesen Zweck seltener in Frage kommen. Denn waschbar muß doch der Stoff derartiger Kleider sein. Dem Material entsprechend werden die Kleider duftig gearbeitet, wenn auch weiter die einfachsten Linien die modernsten und die angebrachtesten sind. Fern sei es, zu dieser Feier, die doch eine ernste, wenn auch freudige ist, sie in besonderer Weise auszuputzen. Hübsch ist die Sitte, die in manchen Mädchenpensionaten herrscht, alle Kinder gleichmäßig in einfach=schlichte Mullkleidchen zu kleiden. Der Sinn der Kommunikantin sollte in keiner Weise von der Kleidung abgelenkt werden. Aus diesem Grunde hat man in manchen Orten schon auf den duftigen Schleier verzichtet, und auch der Kranz im Haar darf nur allgemein getragen werden. Hierbei möchte ich an die Mutter und an die Kinder die Bitte richten, die Kleider reichlich lang zu arbeiten. Sollte ein Kleid, das weit oberhalb der Knieendigt, überhaupt nicht getragen werden, so muß man von dem Kommunionkleid verlangen, daß es, auch bei den Jüngsten, das Knie deckt. Daß das andere schöner #rchs###### und kindlicher sein soll, ist wohl von manchen Sp### nur eine Einbildung. Das gleiche gilt von dem Ausschnitt und den Aermeln. Gegen einen kleinen runden oder herzförmigen Ausschnitt wird man niemals etwas einzuwenden haben, aber man kann auch hier des Guten zuviel tun. Sollte das Kleidchen wirklich mal zu weit ausgeschnitten sein, oder man will es wenigstens für den Festtag etwas höher halten, so geschieht dies durch einen Einsatz, den man am oberen Rand entsprechend einreiht, oder man heftet einen geraden Mullstreifen ein. Dieser wird an einem Rand glatt angenäht, am anderen in ein Köpfchen gefaßt. Auch der Aermel darf für die Feier selbst nicht zu kurz sein. Die ganz kurzen angeschnittenen Aermelchen sind unpassend und sollten ebenfalls, wenigstens für diesen einen Tag, etwas verlängert In gleicher Weise wie der Ausschnitt kann auch der Aermel durch sugendlichen Alter fast auschließich, dunkelblau gewählt wird. Feizellist jugendlichen Alter fast ausschließlich dunkelblau gewählt wird. Reizvoll ist die Ergänzung durch die weiße Weste. Joce si. Koumunltanten, Hier: D4 Lodach,Sahnter Kaähie l. S—-10. 10—12 od. 12—14 Jubie für N. 5.— uebt, Wi, Geulsch. Porto und Versand erhältlich. Abb. 5. Auzug mit einreihiger Jacke für Kommuuilkauzen, Hierzu Lobuche Schnitt K 294: für 8—10, 11.-12 od. 12—14 Jahie für M. 5.= nebn M. 2.— für Porto und Versand erphltlich. Abb. 6. Auzug mit heller Weste für Lommunikanten,„Herzu Povach= Schnitt K4007 für 6—8. 8—10 oder 10—12 Jahte für M. 5.— netst M. 2.— für Porto und Versand erhältlich. 4651 für 8-10 oder 10-12. Jahre für R. 5.— nebt Nr. 3.—. B., für diesen einen Tag, etwas verlängert Horto und Brsa ## d 8e F Aa Pehe 89 vobachs Modenalben, Frauenzeitschriften und Schnittmuster empfiehlt und besorgt die Buchhandlung Carl Braus in Schwerte. in Dresden. Dresden, 2. März. Die Dresdener Transvortarbeiter beschlossen in einer Versammlung nahezu einstimmig, die Arbeit niederzulogen. Das polnisch französische Oberschlesien= Geschäft. Kattowin, 2. März. Jetzt ist die bereits angetündigle polnisch=französische Aktiengesellschaft gegründet worden, die die zukünftigen polnischen Staatsgruben ausbeuten soll. Die Gesellschaft, die in Kattowitz ihren Sitz hat, nimmt die Gruben für 36 Jahre in Pacht gegen die entsprechenden Zinsen. An der Gesellschaft sind Polen und Fran zosen gleichmäßig beteiligt. Zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates wurde Korfanty gewählt. Das Gepäck eines deutschen Diplomaten erbrochen und beraubt. Berlin, 2. März. Auf der Strecke München— Rom wurde das Gepäck des deutschen Botschafters Neurath geöffnet und fast alle Kleidungsstücke der Botschafterin geraubt. Der Schaden wurde erst bei der Auslieferung des Gepäcks bemerkt. Der Botschafter stellte sofort Schadenersatzansprüche bei der Eisenbahnverwaltung in Rom, doch ist die Feststellung der Ersatzpflicht sehr erschwert, da es nicht seststeht, ob der Diebstahl auf der deutschen, österreichischen oder italienischen Strecke ausgeführt wurde. Vergiftete(2) Mundharmonikas. TI London, 1. März. Im Unterhause erklärte gestern der Präsident des Handelsamtes, daß seine Aufmerksamkeit darauf gelenkt worden sei, daß in London Mundharmonikas deutscher Herkunft verkauft werden, die in einer Schachtel verpackt unter dem Namen„Mövenspuk“ in den Handel kommen und außerdem ein Porträt des Kommandeurs des deutschen Hilfskreuzers„Möve“ mit der deutschen Flagge zeigen. Dortmund. Donnerstag, 2. Marz, 7—9½ Uhr: Butterfly“, Rusikdrama v. Giacomo Puccini. Freitag, 3. März, 7—9½ Uhr:„Der Wettlauf mit dem Schatten", Schauspiel Schelz. von Wilhelm von Städt. Schausptelhaus, Hagen. Donnerstag, 2. März, abends 7½—10 Uhr: „Hanneles Himmelfahrt", Traumdichtung in 2 Teilen von Gerhart Hauptmann. Freitag, 3. März, abends 6—10½ Uhr:„Wilhelm Tell“, Schauspiel in 5 Aufzügen von Friede. von Schiller. Sonnabend, 4. März, abends 7½—10½ Uhr: „Die lustigen Weiber von Windsor“. Oper in 3 Aufzügen von Otto Nicolai. Ammm Handel und Börse volkswirtschaft bingende Gindliche fehlten.“ In der Denkschrift wind die Notwendigleit gelabelter leitungen aus der Unzulänglichkeit und den Mängeln der oberirdisch geführten Linien erklärt. Sie schildert ferner die Schwierigkeiten, die bei der Kabelung der Fernsprechleitungen zu überwinden waren. Es werden anschauliche Bilder von den zahllosen Handgriffen und Arbeiten entrollt, die zu leisten waren von dem Augenblick an, da das fertige Kabel mit seinem Zubehör den Fabrikhof verließ, bis zu dem Zeitpunkt, da das letzte Stück in den Kabelkanal eingezogen und mit dem Ganzen zur E inheit verbunden war. Koesch Humbold! Masch..... Mannesmann Oberschles. Eisenb.=Bed. Orenstein& Koppel 1450 775 1640 1259 1230 Das Rheinlandtabel. Das Reichsministerium hat eine Denkschrift zur Fertigstellung des ersten deutschen Ueberland=Fernsprechkabels herausgegeben, die literarische Würdigung eines Ereignisses, dessen Andenken die Blätter der Verkehrsgeschichte dauernd bewahren werden. Eine mehr als 700 Kilometer lange Kabelleitung für Fernsprechverkehr verbindet seit einigen Wochen die Reichshauptstadt mit dem deutschen Westen. Die Bedeutung dieser Tatsache in ihrem vollen Umfange zu erfassen, ist bisher nur Fachleuten möglich gewesen, da dem Außenstehenden zusammenBerliner Börsenkurse vom 1. März 1922 mitgeteill vom Barmer Bank=Verein, Schwerte 5% Deutsche Reichsanleihe....... 77¼ Barmer Bank=Verein......... Deutsche Bank.............(39 Diskonto Dresdner Bank Hamb.=Amer.=Pak. Allgem. Elektr.=Ges. Baroper Walzwerk............ Bochumer Guß...... 1370 Bösperde Walzwerk Daimler Motoren... Deutsch=Luxemburg Deutsche Kaliwerke)....... Dpnamit„.. 800 Elbers. Facow Essener Steinkohlen..... Gelsenkirch. Bergw 1300 Gasmot. Deutz...... Harpener Bergw. Phönix Bergbau............. Reisholz Pap. 49 Rhein. Stahlwerke............ 1580 Rombacher 865 Schuchker....... 5 Siegen=Solingen Ver. Di. Nickelwerke Westf. Drahl-Ind........ 90 Westf. Eisen, Langendreer......... 300 Auslands-Wechselkurse der Berliner Börse (Devisenkurse) Man zahlle deulsche Mark: für 875 1865 100 belgische Franken 100 dänische Kronen.. 1 englisches Pfund. 100; französische Franken 100 holländische Gulden 100kitalienische Lire... 100 polnische Mark... 100lschwedische Kronen. 100lschweizerische Franken 4490,50 100htschechische Kronen.. 397,60 am 28. 2. am 1. 8. 1973.— 1993.— 4815,15 4870,10 1007,95 1021,45 2087,90 2112.85 8666,30 8741.25 1211.25 1218,75 5,70— 6053,19 6108,85 50 4495.50 390,66 Ein Dollar........ 227,25 229,77 Für die Schriftleitung verantwortlich: Karl Richter; für Lokales und Provinzielles: beide in Schwerte. 4 Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß entschlief sanft und gottergeben am tag, dem 28 Februar, abends 11 Uhr, nach langem, schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden, unsere liebe Tochter, Schwester, Schwägerin, Tante und Coufine Alinna Langt im blühenden Alter von 22½ Jahren. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden hinterbliebenen. Schwerte, Fünseichen(Polen), Holzen, den 1. März 1922. u 989 Die Beerdigung findet am Sams tag, dem 4. März, nachmittags 3½ Uhr, vom Marien=Hospital aus statt. liefert schnellstens Druckerei C. Braus dur Frühjahrsdüngung empfehle ich: Schweff. Rmmonis Rmm. Huperphosphaf 7X9 und 5X10 Cuperphosphat 816% und 18% Kainit: Kalisald 40—42% Sämtliche Düngemitte sind, untersucht und werden nach Analysen: ausfall berechnet. . deutscher Petatestell Schmorte. Ertsrurken=Schuerk. rnntag, din 5. März, vormittags 11# hr, findet im Saale des katholischen Vereinshauses(Wilhelm Specht) eine Prehe # für sämtliche dem Deutschen Gewerschafts. Bund angeschlossenen Verbände statt.## Referent: N## Sou ogs ik Bekanntmachung. Der Gemeindesekretär Heinrich Trüm per zu Holzwickede ist zum 2. Stellver treter des Standesbeamten für den Standes amtsbezirk Holzwickede ernannt, in sein Amt eingeführt und durch Handschlag verpflichtet worden. Hörde; den 20. Februar 1922. Der vorsitzende des Kreisausschusses: gez. Hansmann, Landrat. Bekanntmachung. Die Amisbau=Genossenschaft zu Wellinghofen, G. m. b. H., hat die Genehmigung zur Ansiedlung auf dem außerhalb der im Zusammenhang gebauten Ortschaft in der politischen Gemeinde Hacheney belegenen Grundstück Flur 3 Parzelle Nr. 639/93 der Katastergemeinde Hacheney zur Errichtung von 3 Wohnhäusern mit 14 Wohnungen beantragt. Gemäß§ 16 des Gesetzes vom 25. August 1876 10 August 1904 bringe ich diesen Antrag mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntnis, daß dagegen von den Eigentümern. Nutzungs= und Gebrauchsberechligten und Pächtern der benachbarlen Grundstücke innerhalb einer Ausschlußfrist von 21 Tagen bei dem von dem Verbandsausschuß des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk beauftragten Amlmann zu Wellinghosen Ein spruch erhoben werden kann 982 Brücherhof, den 12. Januar 1922. Der Gemeindevorsteher. — lasanandanns Duchbruckerei Saatmann, 6. u. b. H.; : C a r l S a a t m a n n, O s t e n s t r a b e 1 9 * druckt: Familien-Anzeigen, Geschäfts- u. Vereins„ Drucksachen, Formulare, Preislisten, Plakate,# Kataloge usw.—— Fernruf 279. Wenn sie zum Kuchenbacken statt des erhten Dr. Oetker's Backpulver„Backin“ ein minderwertiges Backpulver verwendet. Wenn sie sich, um etwas zu sparen, der Gefahr aussetzt, einen mißratenen Kuchen zu erhalten u. Mühe u. Kosten umsonst aufgewandt zu haben. Beim Backen ist ein gutes, erprobtes Backpulver das wichtigste! Deshalb spare sie nicht an verkehrter Stelle, denn ein minderwertiges Backpulverist—selbst geschenkt— nochviel zuteuer. Mit Dr. Oetker’s Backpulver„Backin“ ist jede Hausfrau gut bedient, denn damit gelingt der Kuchen immer. Ebenso empfehlenswert sind die bekannten Dr. Oetker's Puddingpulver, Dr. Oetker’s Vanillinzucker. „Geschäftsführer Effelsberg=Essen 2 Svom deutschen Werkmeister=Bund*# Essen). ollegen erscheint in Massen!! O J. L: 4 Christlicher Metallarbeiter-Verband 0 deutschnationaler handlungsgehilfen-Verband Deutscher Werkmeister-Bund(Sitz Essen) Christlicher Bauarbeiter-Verband welches Gartenarbeit ver;I& Gewerischaft deutscher Eisenbahner und lichen Staatsbediensteter. 983 Mädchen, welches Nähen und Zuschneiden erlernt hat, sucht Stellung, am liebsten in Herrenschneiderei. Offerten unter C. 9801 an d. Geschäftsst. Praues Mlädchen fürscalle F A Jüngerer 977 Schreiner= Gehilfe sofort esucht Wilh. Kohlmann Hennen. steht, für kl. bürgerlichen Haushalt nach Dortmund sofort gesucht 988 Näheres in d. Geschst. Wegen Krankheit jetzigen Madchenee.Frau für einige Wochen Aushilfe gesucht. Ostenstr. 24, ptr. Zuverlässiger LehrMädchen Famit, 979 Freitag, den 3. ds. vorm. 9 Uhr wird auf der Freibank das aus achtbarer gesucht. Ruhr& Co., Markl. Ein Kinder= HihFleisch einer Kuhl und Liegewagen für villigst gegen guten Lohn sofort gesucht. Schwerter 981lzu verkaufen. 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Ktlllltlllttlllllntltul. * K i m rmendonee W für Konflraunven? in reicher Ruswahl. 2 Das Aufdrucken der Namen erfolgt auf Wunsch ohne Berechnung. 50 dreimäderthausse Buchhanbtung e. Bruue Kunst und Wissen. Die ersten deutschen Bibelübersetzungen. Ulfilas war der erste, welcher bereits im dritten Jahrhundert sich mit der Bibelübersetzung beschäftigte. Freilich aber sind diese und spätere Uebersetzungen der Heiligen Schrift nicht mit der von Luther veranstalteten zu vergleichen. So befindet sich in einer von A. Sorg in Augsburg gedruckten Uebersetzung die Stelle, wo vom Unkraut unter dem Weizen die Rede ist, als der böse Feind heimlich„Radeb“ auf den Acker gesät, wörilich übertragen:„Da die Leut schliefen, kam der Feind und säet Ratten unter den Weizen.“ Und auf dem beigefügten Holzschnitt wachsen mehrere langgeschwänzte Ratten auf dem Boden. Als im Jahre 1476 eine neue Ausgabe durch Bomler erschien, setzte der illustrierende Künstler an Stelle der Ratten, die ihm doch zu seltsam vorgekommen sein mußten, sechs Raben, welche die Samenkörner von dem Acker auffraßen. Johann Schoposer, der im Jahre 1487 die dritte Auflage veranstaltete, stellte die Ratten wieder her, um die Illustration mit dem Text übereinstimmend zu machen. In einer anderen Bibelübersetzung vor Luther kommt die klassische Psalmstelle vor:„Schrei, daß dir der Hals knackt.“ Als um die Mitte des 16. Jahrhunderts ein Drucker zu Mainz eine neue Ausgabe der Bibelübersetzung von Luther vorbereitete und er seiner herrschsüchtigen Frau die eben in Typen gesetzte Bibelstelle:„Und er sy Zein Herr sein!“ zu Beherzigung empfahl, schlich seine Lhälfte sich des Nacks“ in die Druckerei und fügte an# Stelle der beiden ersten Bu#####i#en in dem Worte„Herr“ ein„Na“ ein, so daß die Stelle lauiete:„Und er soll dein Narr sein.“ Zwar wurden die ausgegebenen Exemplare konfisziert, doch erhielten sich noch einige, die von Raritätensammkern mit hohen Preisen bezahlt wurden. Das Auer des deutschen Kohlenbaues. Nachweislich wurden im Jahre 1113 bei der in der Nähe von Herzogenrat an der heutigen holländischen Grenze gelegenen Abtei Klosterrath(heute eine holländische katholische Studienanstalt) Kohlen gegraben. Es ist dies die älteste bekannte Kohlenausbeute Deutschlands. Die Gewinnung der Kohlen ersolgte durch die Grundeigentümer und war infolgedessen sehr zersplittert. Mit der weiteren Entwicklung des Betriebes, als die Kohlen nach und nach allgemeinen Eingang fanden, vermehrt sich die Zahl der berufsmäßigen„Köhler“ im Bezirke immer mehr, und es nahm die Kohlenausbeute nach und nach den Charakter des eigentlichen Vergbaues mit Anlagen von Schächten und Stollen an. Im Laufe der Zeit sind die Kohlengruben an Wurm und Inde in das Eigentum weniger Besitzer bzw. Gesellschaften übergegangen. Der Kohlenbergbau im Wurmrevier, der zurzeit nach der holländischen Grenze zu an der Ruhr Erweiterungen erfährt, beschäftigt jetzt etwa 10.000 Arbeiter gegen 3500 im Jahre 1852. Die älteste zuverlässige Nachricht über Kohlengewinnung im Saarrevier stammt aus dem Jahre 1429, doch war damals die Kohlenausbeute dort schon längere Zeit im Gange. * Allerlei. Griechische Totenmähler. Das griechische Volk hat sich trotz aller Eutfremdung von den Sitten seiner hochberühmten Voreltern noch immer einen Gebrauch aus dem Altertum bewahrt: den der Totenmähler. Am ersten und zweiten Todestage eines verstorbenen Familienmitgliedes versammeln seine näheren und entfernteren Anverwandten sich an seinem Grabe und nehmen an diesem, dabei im gegenseitigen Gespräch seiner sich erinnernd, ein einfaches Mahl ein, nach dessen Schluß sie einen kurzen Trauergesang anstimmen. Am dritten Jahrestage aber werden die Gebeine des Verstorbenen von seinen Anverwandten aus der Gruft auf dem Friedhofe genommen und in die Kirche gebracht, wo sie noch einmal eingesegnet und dann wieder, und jetzt zum letzten Male, zur Erde bestattet werden. Früher geschah solches und geschieht in Thessalien noch heutzutage in der Kirche selbst, im Königreich Griechenland aber, wo das Begraben in den Kirchen nicht mehr gestattet ist, auf dem Friedhofe. Es ist dies eine uralte Sitte, denn nach der Zeit des ersten Perserkrieges begann man allgemeiner in Griechenland an die Stelle des Begrabens das Verbrennen der Toten zu setzen, und auch dann noch wurde neben ihren Aschenkrügen an den ersten beiden Jahrestagen ihres Hinscheidens. jenes Erinnerungsmahl,„perideipnon“ geheißen, von Freunden und Verwandten abgehalten. Der erste chinesische Gesandte in Europa. China, das sich jahrtausendelang der Berührung mit westlichen Völkern verschlossen hatte, hat sich erst vor nicht viel mehr als einem Menschenalter veranlaßt gesehen, mit dem Westen in diplomatische Beziehungen zu treten. In der Einsicht, daß es von den zivilisierten Nationen in jeder Hinsicht immer mehr überflügelt werde, entsandte es im Jahre 1877 zwei seiner tüchtigsten Beamten als Gesandte nach Europa, um mit den Großmächten wegen künftiger freundlicher Beziehungen zwischen ihnen und China zu verhandeln. Die beiden Männer, die China nach Europa entsandte, gehörten zu denjenigen, die seinerzeit dem Kaiser von China abrieten, die europäischen Mächte zu dem Kriege herauszufordern, der zur Einnahme von Peling und zur Plünderung der unermeßlichen Schätze des Sommerpalastes führte. Der eine der beiden Gesandten war ein Mandarin vom höchsten Range und hieß Kwoh=San=Tao, der andere, der etwa die Würde eines Gesandtschaftssekretärs bekleidete, war Mandarin dritter Klasse und hieß Lin=Si=Hang. Der Stab der Gesandtschaft bestand aus einem chinesischen und einem englischen Sekretär, dem Dr. Macartney, zwei Dolmetschern, zwei Untersekretären, zwei Schreibern und vier Attachés nebst einem großen Gefolge von Dienern. Exzellenz Kwoh=San=Tao brachte seine Gemahlin nebst einer älteren Begleiterin und zwei jungen Zosen mit. Das Ziel der Gesandtschaft war London, wo die beiden Gesandten die Urkunde, durch welche sie am britischen Hofe beglaubigt wurden, der Königin Viktoria am 7. Februar 1877 überreichten. * Auch ein Heiratsantrag.„Fräulein Schulz,“ sagte der schüchterne Anbeter, Herr Kleinmann,„Sie sagten mir neulich, Sie hätten auf der Bank 100000 h auf Namen stehen. Wie wäre es, wenn Sie das Geld auf— Frau Kleinmann überschreiben ließen?“ Die veränderlichen Frauen. A.:„Es ist staunlich, wie veränderlich die Frauen sind. Zehnmal am Tage ändern sie ihre Ansichten, man kann sich nie auf se vrioster: B.:„Nun, in einem Punkt sind sie doch immer verselben Ansicht, darin ändern sie sich nie und bleiben ihrer Ueberzeugung stets treu.“ A.:„Ach, da bin ich aber doch begierig, zu hören, was das ist.“ B.:„Haben Sie je gehört, daß eine Dame der Ueberzeugung untreu werd, daß sie hübsch ist?“ und ältestes Cagesorgan des Kreises. General=-Anzeiger für den Kreis Haupt-Annoncenblatt. Auf täticher Fahre.. Roman von Max Esch. 31 Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Reichlich vierzehn Tage konnten vergehen, ehe der Bote zurückkam. In dieser Zeit mußten die Arbeiten der Expedition beendet sein und diese sich für den Rückmarsch rüsten. Doch aller Sehnen richtete sich auf ein Lebenszeichen aus der Heimat, so daß Professor Hoisten sich entschloß, einen Boten nach der Station zu entsenden. Einigermaßen aber war er in Veriegenheit, wer diese Mission ausführen sollte, da er von den deutschen Dienern, die während der Expedition zu ganz brauchbaren Gehilfen im Vermessungsdienst herangebildet worden waren, keinen entbehren konnte. Am ersten Tage, an dem der Professor mit seinen beiden Assistenten seit langer Zeit wieder ein festes Dach über sich hatte, teilte er den beiden Herren seinen Entschluß mit, der die freudigste Zustimmung fand. Gleichzeitig mußte sich auch ein jeder eingestehen, daß nur die einheimischen Knechte nach St. Rosa entsandt werden konnten, da man die deutschen Diener dringend für Fertigstellung der Arbeit benötigte. Schließlich einigten sie sich dahin, einen Unteroffizier und zwei Soldaten zu entsenden. Es. Pet ee Eine Stunde später waren die Boten bereits abgeritten, vorsorglicherweise gab der Professor ihnen noch einen Pfadfinder mit, damit die Patrouille nicht vom Wege abkommen sollte. Letzteres war zwar nicht gut denkbar, da eine Wagenspur von hier aus durch die Pampas nach der Station führte, aber Professor Holsten wollte allen Eventualitäten vorbeugen. Die Erpedition nahm ihr Standquatier auf der Besitzung eines Großgrundbesitzers, der seine riesigen Ländereien, die manches kleine Fürstentum an Größe übertrafen, zum Teil in Ackerbau=Kolonien aufgeteilt hatte, während er auf dem Rest seines Besitzes eine Viehfarm größten Maßstabes unterhielt. In dem stattlichen Verwaltergebäude fanden Holsten, Doktor Hartwig und Baron von Felden gastliche Aufnahme, während die europäische Dienerschaft, der Feldwebel und die Soldaten in einem Wirtschaftsgebäude untergebracht wurden. Die eingeborenen Knechte aber mußten sich mit ihren Zelten behelfen. Die Söhne der Wildnis verlangten auch nach gar keinem anderen Unterkommen. Auf das liebenswürdigste begrüßte der Verwalter, ein gebildeter Mann, der auch des Deutschen mächtig war, die Gäste im Namen seines Herrn, der von der Regierung unterrichtet war, daß nach dem von Holsten eingereichten Arbeitsplane die Expedition sich der Gegend nähern müsse, in der seine Besitzung und seine Kolonien lagen. Nach der erfolgten Vorstellung lud der Verwalter die von diesem Empfang freudig überraschten deutschen Gelehrten zu einem Mahle ein, das der Gäste bereits harrte, da die von dem Verwalter ausgesandten Rinderhirten das Anrücken der Expedition schon eine Zeit vor deren Eintressen angezeigt hatten. Lebhaft bedauerte der Gastgeber, daß er der Expedition nicht habe deren Postsachen entgegensenden können, doch habe das Deutsche General=Konsulat sie mit der soeben fällig gewordenen Post nicht expediert. Mit dieser Post habe er gleichzeitig einen Gast, einen Regierungsbeamten Don Ramia, erhalten, der im Speisezimmer die Herren erwarte, an die er empfohlen Als er den Besuch in dieses Zimmer führte, trat Erwähnte, nachdem der Verwalter ihn vorgestellt, auf die neuen Gäste zu und überreichte Professor Holsten und Baron von Felden je ein Empfehlungsschreiben vom Ministerium in Buenos Aires. Er begrüßte die Herren mit südlicher Lebhaftigkeit und beglückwunschte sie zu dem Erfolg ihrer Arbeiten. Don Ramia, der des Deutschen vollkommen mächtig war, entpupte Causeur und Beobachter. Er hatte einen Teil Europas bereist und kannte Deutschland aus eigener hatte er doch in Jena, Berlin und Heidelberg studiert. Während des Mahles wußte er die deutschen Gelehrten mit allen Weltbegebenheiten, mährend ihrer Zurückgezogenheit bekanntzumachen,## butz er Beit, wie im Fluge verstrich, auch als der Gastgeber mit ven Gasten nach beendetem Mahle bei einer Zigarre auf der das ganze Gebäude umziehenden offenen Veranda Platz Durch gelegentliche Fragen unterrichtete sich Don Ramia auch über die Erlebnisse der Expedition während des Aufenthaltes in der Pampas. Genau forschte er nach den Einzelheiten des Ueberfalls auf den Baron von Felden, auch über Ehlert zog er Erkundigungen ein. Seine Augen blitzten zwar eigentümlich auf, doch keine Miene in seinem Gesichte verriet, daß er dem irgendwelche weitere Bedeutung beilege. Solche Ereignisse waren ja in den Pampas, trotz aller Patrouillenritte der weitverstreuten kleinen FortIn viesem Auzenblicke eing Ehlgzug, gehlert, suchen vorüber. Der Baron rief ihn an:„Kun, Chielt, fachen „Rein, Herr Baron,“ antwortete der Angerusene. „Ich habe nur die Sachen und Instrumente zusammen getan, die wir morgen gebrauchen. Wünschen der Her: Baron etwas?“„ ert," erwioerte von Felden. as also ist Ihr Lebensretier, Herr Baron," bemerkte nach dem Weggange Ehlerts Don Ran den Mann scharsen Blickes gemustert hatte.„Da haben Sie also alle Ursatze, ihm dankbar zu sein.“ a## ge#ent „Bin ich auch,“ entgegnete der Baron.„Der Ehlelt ist übrigens ein Prachtterl, ein aufmerksamer Diener, eine wahre Perle eines solchen, zeine Plicht, nebentut schweigend und unaugsfervert seine# nebenbei haben wir ihn zum Geometer ausgebüber, und war er geradezu unbezahlbar, denn seiner nie wir die reiche Abwechs9 vu eve Sie, endlich mit der Lohpreisung Ihres Dieners auf, lieber Felden,“ unterbrach lächelnd Professor Holsten.„Soiche Perlen von Dienern gibt es bald gar nicht. Erzählen Sie lieber, warum der Versich## ze Zeit gedrückt und still umherging, als ob das böse Gewisen ihn plage...ui; auf indes be Interessiert horchte Don Rama auf, andes der Baron seinen Diener gegen diese neckende Bemerkung des Professors in Schutz nahm.„Das stimmt, Herr Professor,“ entgegnete er,„aber nicht in dem Sinne. we 5ie das meinen. Chiert hat ein reines, ewisen. Gewin ist er einsilbig und wortkarg, daran tragt aber „Uh, wieinteressant, unterbrach Doktor Hartwig,„ein verliebter, kopfhängerischer Diener ist jedenfalls ein Novum. Wo hast du das Monstrum eigentlich aufge„Spotte du nur,“ entgegnete lachend der Baron, „nimmst du denn an, ein Diener sei für Gott Amor „Pa, ersaube mal, die Sorte von Menschen geht dem kleinen Schäter sorgsam aus dem Wege,“ gab Doktor Ehlert war vorher Forstgehilfe bei meinem Bruder, ehe ich ihn als Diener engagierte," erwiderte der ebebe., uaun der Bereun den Peigen Boente unr er biäher auf den Feldensten Stamnsiz sonnte Von Ramia also den Namen eer.„Kennen Sie bus ein,“ entgegnete der Argentinier,„ich erinnere mich nur, in einer großen deutschen Tageszeitung, die ich ständig halte, vor längerer Zeit gelesen zu haben, daß ein Baron von Felden ermordet worden sei und „Das simint,; gab ernsten Toues der, Baron zur Antwort.„Der Ermordete war memn allester Bruder, aber sein Mörder ist ein verkommenes Individuum, ein Wilddieb, der durch einen anderen zu der Tat angestiftet wurde. Richtig ist allerdings, daß Ehlert die Leiche meines Bruders ausfand. Aber was für eine Ursache sollte er wohl gehabt haben, meinen Bruder zu erschießen? Er blieb ja so wie so nur noch kurze Zeit in einem Abhängigkeitsverhältnisse zu ihm. Auf Ehlert richtete sich auch nicht der geringste Verdacht, sonst hätte ja auch die Staatsanwaltschaft ihn wohl nicht Deutschland den Rücken kehren lassen.. „Sie halten ihn selbstverständlich der schrecklichen Tat nicht für fähig?“ fragte Don Ramia,„sonst würden Sie ihn ja nicht als Diener engagiert haben.“ jeder Verne Fhnnen, Haß sein Gewif rein sei. Aber das lagenheit meines Dieners ist ein Weib schuld und merkwürdigerweise ein ganz verkommenes Wesen. m anderen Mani lie Er erklärt, es müsse ihn rein verhext haben.“ „Dieser Hexenglaube im zwanziesten Sghrhundert der Scheiterhausen, daß die Here verbrannt werden kann. Das wäre übrigens eine ganz gerechte "„Der Fall'Ihres Dieners git mir zu denten, lieber Felden,“ bemerkte der Professor.„Gewöhnlsch, wird ein normaler Mensch mit folcder ezne ander, nngebung versestwitd, Dos f, uchzig mußzte er das falsche Fraues mich deshalb durchaus nicht befreunden. Zum mindesten muß da das Heimweh eine beträchtliche Roue das ja zur Schwermut leidende Personen ganz besonders packen sol, wenn sie aus der gewsczser zingeeiang 2X Beandigung unserer augenblicklichen Tätigkeit für nach) Benoigang, u. Iusiut engagseren, spätere Hilfsarbeiten fur mein Ig#ng: blexen, oa Sie, lieber Felden, denn seiner Menste ja wohl, nie „Ich habe ihn nur für diese Expedition engagiert und kann ihn nach deren Beendigung entbehren, er: widerte der Baron,„obgleich ich mich an Ehlert gewöhnt habe. Er wird mir sehr fehlen, aber ständig einen Diener möchte ich nicht um mich haben,g„ er jenes Weib nicht vergessen kann, ein reiches und weiches Gemüt an. es Sereihichea e obte diese 5 gedacht haben, sich eine solche Frage vorkann ich kaum antworten, da ich in der Hinsicht noch keine Studien an Ehlert getrieben habe. Gesetzt den Fall, Ehlert hätte Ihren Herrn Bruder s d a s n u r e i n e r e i n a k a d e m i s c h e F r a g e, u n d l i e g t e s öllig fern, Ihren Herrn Bruder zu einem Schürzenuir Geud un, Bbeu be, Zu bieser Grikrung geuiche wütenden Blicke, die ion trasen, gezwungen. (Fortsetzung folgt.) Schnee. Skizze von Reinhold Ortmann. (Nachdruck verboten.) Mit beinahe einstündiger Verspätung hat der Zug die kleine Siation erreicht, und der einzige Reisende, der ihm hier entstiegen ist, hört im Vorbeigehen, der Zugführer zum denstnenden Stcgztiegstsnggtomgige senn w hätten, wären wir unfehlbar längst in einem Einsch steckengeblieben. Das ist ein Schneetreit#n, woie ich in zwanzg Jayren keines mehr ertel gientge ur# Der einzelne Reisende, der als winzige Handtasche bei sich trägt, über an der Sperre seine Fahrkarte und durchschreliet rasch das kl sen führt. Er ist in einen dünten, versch kissenen Ueberzieher gekleidet, und er hat den Kragen in die Höhe erschlagen, so daß der Schaffner nur den sli Eind ul eines schwachen blonden Schnurrbärtchens und ein z schmalen, blassen Gesichts gewinnt. „Ein Geschäftsreisender— und ein recht armPger dazu“, denkt er. Denn er tut hier schon seit zehn Jahren seinen Dienst und kennt ihrem Aussehen nach alle Einheimischen in weitem Unstreisß, an bermeintliche Geschaftsreisende aber mun ven v. lichen Verhältnissen recht gut vertraut sein; denn obwohl die abendliche Dunkelheit und das dichte Flockengewirbel kaum drei Schritte weit zu sehen gestatten, schlägt er doch sogleich den richtigen Weg ein, einen Menschen zu fragen. Selbst hier, wo der Se pflug während des ganzen Tages in Tätigkeit gewesen ist, versinkt der Fuß des Wanderers bis hoch ül den Knöchel in der lockeren weißen Masse, die seit sechsunddreißig Stunden in schier unerschöpflicher Fülle vom Himmel herniederrieselt. Und seine schwer, als er das Ende der steil aussteigenden St erreicht hat, wo die lange, hell erleuchtete Fensterreihe im Erdgeschoß des Gasthofes„Zur Post“,.. gegenblickt. Ein paar Minuten lang stehl er unschlüssig im Schneegestöber, vor Kälte erschauernd unter der viel zu dünnen Kleidung. Dann rafft er sich zusammen und schreitet durch den mächtigen Torweg, um in das große Gastzimmer zur Rechten Es ist voll von Stimmenlärm und beizendem Tabakqualm. An den langen, altersdunklen Holztischen sitzen die Kleinbürger des Marktes vor zingng, Piauf Pizer, politisieren auf ihre Art und fuchscgrezen, grsäits, im streit der Meinungen zu überscheeien. Absenls, hintersten Winkel aber haben sich ein paar schweigsame Holzknechte niedergelassen, und nach kurzer, ur sicherer Umschau schiebt sich der Ankömmling mit hö lichem, mürrisch erwidertem Gruße zu Bank. Es währt ziemlich lange, bis die dicke, kurz angebundene Kellnerin erscheint, um nach seinem Bedas Trinkgesäß vor ihm niedersetzt, hält er sie fest. „Könnt' ich wohl heute abend noch einen Einspänner haben nach Habach?“ Verwundert sieht sie ihn an. „Wohin?— Nach Habach?— Jetzt auf die und bei einem solchen Wetter?— Na, das glaub' ich nimmer.— Aber ich kann ja den Posthalter Der sitzt bei den besseren Gästen und schüittelt den Kopf, als ihm die Kellnerin den Wunsch des Fremden ermittelt. Aber weil er neugierig ist, den Mann mit einer solchen Zumutung kommt, Tisch der steht er schwerfällig auf und tritt an den „Einen Schlitten nach Habach möchten's?„Aber das müssen's Ihnen doch selber sagen, daß#ur net kann. Da täten die Rösser net weit kommen, wenn's bis an' Bauch durch'n Schnee müßten. Wird net gar so pressant sein, was Sie in Habach nd er spricht, hrt unverwandt anWährend er spricht, hat er mit seinen pfiff kleinen Augen den jungen Renschen„#verwandt angestarrt. Und nun, da iym der nicht sogleich untwort gibt, schlägt er plötzlich wie in hellem Erstaunen mit e bouche neiut u. Ginh Sie nichte der Adlwart — der Sohn vom verstorbenen Lehrer Adlwart in Der Gefragte, der sich bei der Annäherung des Pirtes ganz in den Schatten gedrückt hatte, als wollte er damit verhindern, erkannt zu werden, hebt jetzt wie mit bittender Gebärde die Hand. Freilich bin ich's“, sagt er leise.„Aber, bitte, Herr Posthalter— ich möchte nicht, daß die anderen auf mich aufmerksam werden.". Der vierschrötige Wirt nickt verstanduisvoll. „Wohl— wohl! Kann mir's leicht denken, weshalb. Also da wären's wieder auf freiem Fuß?„Gelt — zwei Jahr sind's gewesen? Eine sakrisch lnge Hat sie bös mitgenommen, die Frau Lehrer in Habach. War schier nicht mehr zum Erkennen seitdem. Und jetzt— na, jetzt is zum Gutmachen halt Die Augen in dem schmalen, blassen Gesicht entlassenen Sträflings werden mit einem Mal schier nunatürlich groß.... Gott im Gi. „Zu spät?“ stößt er hervor.„Goll im Himmel warum denn zu spät?“ witwe in Habach sei's am Letzten. Grad wie ein niedergebrannte Lerz'n auslöscht, hat er gesagt. Nur daß sie ihren SSohn nimmer sehen„vu, das macht ihr das Sterben schwer— meint' er. Und sie hatt nur immerfort mit dem Kopf geschüttelt, als der, Herr Pfarrer sie auf das Wiedersehen im Himmer hatt vertrösten woll'n.— Ist mir ja leid, daß ich Ihnen den Schlitten net geben kann. Leicht hätten Sie die Mutter doch noch am Leben getroffen in der Nacht.— Den kommenden Morgen sieht sie nimmer, hat der Dottor ganzen Leibe zitternd steht der junge Mensch „Her Posthalten— ich zahl Ihnen zwanzig— ich zahl' Ihnen dreißig Mark, wenn Sie mir den Schlitten einspannen, lassen. Ich geb' Ihnen was ich mir im— was ich mir da drinnen erspart hab'. Nur— um Gottes Barmherzigkeit willen lassen Sie mich meine arme Mutter noch einmal sehen, eh' sie stirht!“ (Schluß folgt.) Denkspruch. übermittelt. Aber weil er neugierig ist, den M zu sehen, der ihm mit einer sbichen Fumnlung kommt, Der Mensch ist immer schätzenswert, der einen Eegensand genz und mit beileter Lerie engriskt..44 *