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Eie„Schwerer Zeibue uscheint küglich enber in Pos 14.— M., ohm Bestzigad, Ahzeigen. preise: Die 1 mm hobe, 35 mm brotte Jeiie 90 L1., auswärts 1.—. Bei Wiederholungen Jeder zu aie haeseauacbtel und enschibe Kosctuten, gerichktüichen Klagen u. Nie#beachten der gemochten Zun ungsbedingungen. Oerbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Dolkszeitung Schwerter Oelksblatt Westhotener Zeitung Hpierbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung Amtliches Kreisblatt für den Kreis Hörde. Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises.— Generalanzeiger für den Kreis Hörde. „Schwerte Jettung“ gewöhrt ihren Avonneulen für jeden mit Toc er denden Unfall gemäh ern Nr. 500 Mark Unfan. Aggnger= Druck u. Verago Car Prau, Schwertei Nuhr) Fernsprech-Anschluß Nummer 61. Telegramm=Adresse: Braus, Schwerte(Aur. ontschecn: Dortmund 28•2, Hannover 21974, Nr. 48 Samstag, 25. Februar 1922 55. Jahrgang Zum Geleit. Was uns die nächsten Jahre bringen werden, ist durchaus nicht vorherzusagen; doch ich fürchte, wir kommen sobald nicht zur Ruhe. Es ist der Welt nicht gegeben, sich zu bescheiben; den Großen nicht, daß kein Mißbrauch der Gewalt stattfinde, und der Masse nicht, daß sie in Erwartung allmählicher Verbesserungen mit einem mäßigen Zustande sich begnüge. Könnte man die Menschheit vollkommen machen, so wäre auch ein vollkommener Zustand denkbar; so aber wird es ewig herüber und hinüber schwanken, der eine Teil wird leiden, während der andere sich wohl befindet. Egoismus und Neid werden als böse Dämonen immer ihr Spiel treiben, und der Kampf der Parteien wird kein Ende haben. Das Vernünftigste ist immer, daß jeder sein Amt treibe, wozu er geboren ist und was er gelernt hat, und daß er den anderen nicht hindere, das Seinige zu tun. Der Schuster bleibt bei seinem Leisten, der Bauer hinter dem Pflug, und der Fürst wisse zu regieren. Goethe zu Eckermann am 25. Febr. 1824. Für eilige Teser. Neuigkeiten aus Nah und Fern. Der Regierungskommissar für Kultus und Schulwesen hat nunmehr die Einführung des fakultativen sranzösischen Unterrichts in den französischen Volksschulen des Saargebietes verfügt. * Der Dampfer„Fritz Hugo Stinnes“, der an die Entente verkauft war und von der Reederei Hugo Stinnes zurückgekauft worden ist, traf am Dienstag morgen in Hamburg ein und ging zur Renovierung nach der Vulkanwerft. * Das Heraufschnellen der Frankenvaluta erregt in den elsässischen Börsenkreisen Sensation und zugleich eine gewisse Nervosität. In weiten Kreisen des Publikums erhofft man eine Besserung der Mark. Die Fraktionen der SPD. und der USP. haben im preußischen Landtage je eine kleine Anfrage über die Familie kähne eingebracht. Darin wird u. a. die Untersuchung der Familie auf ihren Geisteszustand und ihre eventuelle Unterbringung in einer Irrenanstalt angeregt. * Der„Prawda“ zufolge sind von der russischen Eisenbahnkommission in Deutschland 700 Lokomotiven, in Schweden 1000 Lokomotiven bestellt worden. Davon sind aus Deutschland 65 und aus Schweden bisher 50 Lokomotiven in Rußland eingetroffen. * General Sarail, der ehemalige Oberkommandierende der Orientarmee, sprach sich in der Konferenz über die neuen französischen Militärgesetze für eine Dienstzeit von 10 Monaten aus. * In Petersburg eingetroffene deutsche Matrosen veranstalteten gestern eine Thatervorstellung zum Besten des hungernden Wollgagebietes. Die Rheineinnahme belief sich auf ungefähr 65 Millionen Rubel. Wie aus Paris gemeldet wird, soll der Plan der Sachverständigenkonferenz in London gescheitert sein. Sowohl de Nicola wie Orlando haben jetzt die Kabinettsbildung endgültig abgelehnt. Man rechnet in Italien jetzt mit einem Geschäftskabinett, eventuell auch mit Neuwahlen. Eine Denkschrift der Walliser Bergleute an die englische Regierung legt die verheerende Wirkung der deutschen Kohlenzwangslieferungen für die englische Kohlenausfuhr dar. Die Starrheit des Winters hat sich in der Natur gelöst, das Tauwetter arbeitet. Wird auch in der Politik eine Wendung eintreten, und die Sonne der Einsicht die Eisrinde lösen, welche die Herzen der Staatsmänner umgibt, die mehr dem Vorurteil huldigen, als der Wohlfahrt aller Nationen? Die Bestrebungen haben zu eifriger Arbeit geführt, wir müssen abwarten, was der volle Frühling an Taten zeitigen wird. * Die deutsche Reichsregierung hat viel zu tun, um sich die Wege frei zu machen, nach außen, wie im Innern. Die Vorbereitungen für die Erledigung der Reparations=Forderungen, über die wir doch wohl in nächster Zeit definitiven Bescheid aus Paris erhalten werden, dauern an. Daß uns die Stundung eines Teiles der 1922 fälligen Zahlungen bewilligt wird, ist wohl nicht zweifelhaft. Worauf es ankommt, das ist die Höhe und die Art der Zahlungen, die bestehen bleiben sollen, zu denen die Garantien für den Aufschub kommen. Die Mark ist infolge der Mitteilungen über die Vertagung der Konferenz von Genna wieder gefallen. Jetzt könnte die Entente für die Stabilisierung der deutschen Valuta und damit für die Erhöhung der deutschen Leistungsfähigleit eintreten, indem sie uns Vertrauen beweist und auf neue Garantien verzichtet oder sie so viel wie möglich mildert. Dies wäre ein wirkliches Entgegenkommen. Leider ist kaum darauf zu rechnen. Und dabei sagen französische Abgeordnete, die zu ihrer Information Deutschland bereisten, so wie jetzt könne der Zustand zwischen Deutschland und Frankreich nicht bleiben. in Italien stets zu Hause war. Politik ist im Lande der Orangen die Ausbeutung der persönlichen Macht; man stimmt dort für die Regierung, die große Versprechungen macht, und läßt sie fallen, wenn sie ihre Zusagen nicht halten kann. Und das Wuchern des Eigennutzes ist auch der Grund, weshalb Italien im Weltkrieg seine Verbündeten verriet. Bis in Rom wieder eine starke Regierung am Ruder ist, wird es noch geraume Zeit dauern, und die Angelegenheiten der Entente werden dadurch mehr beeinflußt werden, als dieser lieb ist. Kein Staat in Europa hatte im letzten halben Jahrhundert so viel Glück wie Italien, keiner aber zeigte auch so wenig Ehrlichkeit. Müssen wir Frankreich und England gegenüber wegen der neuen Ansprüche genau rechnen. so bleibt uns gegenüber Rußland, das ganz Europa vor den Karren seiner bolschewistischen Not spannen möchte, die größte Vorsicht geboten. Das Wort des Zaren Nikolaus vor hundert Jahren: „Wir weisen Deutschland seine Rolle an!"— klingt auch dem Diktator Lenin in Moskau in die Ohren. Wir haben allen Grund, unsere Interessen zu hüten. * Die von Frankreich seit Wochen betriebene Vertagung der von England angeregten Konferenz von Genua wird augenscheinlich Tatsache werden, denn die übrigen Regierungen können sich kaum entschließen, die Versammlung ohne Teilnahme Frankreichs abzuhalten. Poincaree hat Belgien, Polen, Tschechien, Südslawen, Rumänien als unbedingte Vasallen, er hat auch den Russen einen Speckbrocken zugeworfen, um sie wieder nach Frankreich hinüberzuziehen. Ob das gelingt, ist zweifelhaft, aber Lloyd George ist die Stimmung etwas verdorben, zumal in Italien selbst eine neue Ministerkrisis ausgebrochen war. Bis zur Eröffnung der Konferenz soll eine politische Vereinbarung zwischen Paris und London zustande kommen. Daß Poincaree dabei niccht blöde sein wird, sich nach jeder Richtung hin zu sichern, ist vorauszusehen. * Aber von den Pariser Schlagworten werden auf die Dauer die Franzosen selbst nicht satt, und andere Völker, die sich nicht an der„Gloire" berauschen können, noch viel weniger. Das große Vertrauen, das die Pariser Deputiertenkammer Poincaree dargebracht hat, wird noch auf die Probe gestellt werden, denn der Tag wird nicht ausbleiben, an dem sich erweisen wird, daß das köstliche Brot, das er seinen Landsleuten in Aussicht gestellt hat, nur Stein ist. * Auch die Italiener zeigen, daß sie trotz des großen Krieges dieselben egoistischen Seelen geblieben sind, die sie vorher waren. Die immer wiederholten Ministerkrisen in Rom erklären sich nicht aus großen politischen Gesichtspunkten, sondern aus der kleinlichen Kliquenwirtschaft, die Unser=Grurt. * Mit dieser Ueberschrift will die Schwerter Zeitung von nun an eine Beilage„für's kleine Volk“ den Lesern bieten zur Freude und zur Anregung der Schwerter welt. Wir bitten, diese Beilage freundlich aufzunehmen und sie den Kindern zuzuteilen. Sie ist leichi aus dem Blatt zu trennen, zusammenzufalten und gilt dann als kleine besondere Zeitung, nach der die frohe Jugend im Hause bald fragen wird:„Wo ist unser Blatt?— Kurze Aufsätze aus dem Leben, der Natur und der Völker sollen das Verständnis beleben für die Dinge um uns und draußen in der weiten Welt. Gedichte und ernste Abhandlungen möchlen die Kinder sördern im religiösen und sittlichen Leben. Kleine mathematische Scherz= und Rätselaufgaben wollen den Geist und das Nachdenken anregen. Ein Kinderteleson oder der Briefkasten lockt zur kindlichen Mitarbeit, bringt die Namen glücklicher Rätsellöser und hält die Verbindung mit der Geschätsstelle der „Schwerter Zeitung“ aufrecht. Eltern, Lehrer und Erzieher bitten wir, uns zu helfen bei der Ausgestaltung der Kindergabe und die Kinder zum Lesen und Sammeln der Beilage anzuhalten.— So wolle denn „Unser Blatt“ fröhlich hinausziehen und viele kleine freundliche Leser finden mit frohem Mut und fröh lichem Herzen. verlag und daß kein Richter absichtlich ein ungerechtes Urteil fälle. Am meisten in Einseitigkeit besangen seien die Sozialdemokraten. Die Behörden hätten alles getan, um die Flucht Gefangener zu verhindern. Rerner brachte dem Justizminisier abwartendes Vertrauen entgegen. Der unabhängige Sozialist Dr. Rosenfeld gab ein Zerrbild der deutschen Rechtspflege, indem er behauptele, daß in Deutschland die schlimmste Klassenjustiz vorherrschend sei. Zum Schluß der Sitzung gab Justizminister Dr. Radbruch die gewünschte Erklärung ab über die Auslieferung der Spanier. Er stellte jest, daß nach dem deutsch=spanischen Auslieferungsvertrage von 1872 die Reichsregierung zu dieser Auslieferung verpflichtet sei, weil die Tat wohl aus polirischen Motiven entsprang, aber politischen Zwecke verfolgte. Hätte es sich um din Teil eines Hochverrats gehandelt, so wäre die Auslieferung unmöglich gewesen. Der Justizminister bedauerte, daß die Auslieferung erfolgen müßte, und teilte mit, daß die spanische Regierung bewegt worden ist, im Falle eines Todesurteils dieses nicht zu vollstrecken. Nachdem die Beratung abgebrochen wurde, wird das Gesetz über den Kassenbestand der Reichsbank angenommen. Freitag 12 Uhr: Anfragen, Geschlechtskrankheiten, Justizministerium. Deutscher Reichstag. Berlin, 24. Februar. Sitzung vom 23. Februar. Der Reichstag beschäftigte sich mit Rechtsfragen aller Art. Die kommunisten begannen mit einem scharfen Protest gegen die Auslieferung der beiden angeblichen Mörder Datos. Man erledigte dann die Vorlagen zur Vereinfachung des Aufgebotsverfahrens, zur Erhöhung der Zeugen= und Sachverständigengebühren und zum Schutze der Posener Landschaft. Dann wandte man sich dem Justizministerium zu. Der Abgeordnete Hoffmann=Kaiserslautern erhob gegen die deutschen Richter den Vorwurf der Klassenjustiz und führte als Beweis die Fälle von Kähne, Jagow und Schliefen an, ferner forderte er Aufhebung der bayrischen Volksgerichte. Der deutschnationale Warmuth wies dieAngriffe gegen die deutsche Richterschaft zurück. Die Richter müßten die republikanische Verfassung als etwas Selbstverständliches zugrunde legen. Auch die Absetzbarkeit der Richter lehnte er ab. Der deutsche volksparteiliche Abg. Dr. Kuhl schloß sich seinem Vorredner an und betonte noch, Preußischer Landtag. Berlin, 23. Febrzar. Sitzung vom 23. Februar. Vor Eintritt in die Tagesordnung erheben die Kommunisten zunächst das erwartete Lamento über die Auslieferung der spanischen Ministermörder. Sie sollen sofort zurückgefordert und freigelassen werden, fordert Herr Katz. Gegen die sofortige Beratung dieses Antrags wird natürlich Widerspruch erhoben, die Angelegenheit ist somit für heute erledigt, allerdings nicht ohne Kommunistenlärm und die darauf folgenden Ordnungsrufe. Nach diesem Zwischenfall nimmt die Etatsberatung ihren Fortgang. Man beschäftigt sich zunächst mit dem Haushalt des Kultusministeriums, Kapitel „Kunst.“ Wir brauchen in unserer Kunst wieder sittlichen Ernst, sagt Abg. Buchhorn sich abfällig über die modernen Verirrungen, die man als Kunst bezeichne, äußert, als Beispiele erwähnt er den„Reigen“ und die Nackttänze. Auf dem Wege über die Staatstheater müsse die deutsche Kunst wieder lebendig werden. Frau Kuhnert(U. S.) spricht von dem Kunstprotzentum der neuen Reichen und dem unbefriedigten Kunsthunger der Massen, denen man durch Förderung der Volksbühne helfen sollte. Auch die übrigen Redner treten dafür ein, daß die breiten Massen mehr als bisher der Kunst zugeführt werden. Nachdem man das Gesetz über die Verstärkung der Polizei im Ruhrgebiet in 2. und 3. Lesung angenommen hat, wendet man sich wieder dem Kultusetat zu, und zwar dem Abschnitt: Höhere Schulen, Turnwesen usw. Hierzu stellt Frau Jensen (Soz.) einige Forderungen für die Aufbauschule auf. Bei der deutschen Oberschule will sie die fremden Sprachen nicht völlig ausgeschaltet wissen. In der sich anschließenden Debatte werden zahlreiche Einzelwünsche vorgebracht. Man vertagt sich schließlich, ohne den Kultusetat zu beenden, auf Freitag: Weiterberatung. ge können unser: neuesten Hörapparate am Dienstag, dem 28. Februar im Hotel Kaiserhof, Schwerte, von 8—1 Uhr unverbindlich prüfen. Deutsche Otophone=Comp, G. m. b. H. Frankfurt a M., Ulmenstraße 47. Aus Stadt und Land. Schwerte, den 25. Februar. Erinnerungen. 1713 f König Friedrich 1. von Preußen 1657) — 1813 f. Der Dichter Friedrich Max v. Klinger in Dorpat(1752)— 1848. Wilhelm II., ehem. König von Württemberg— 1856. Der Geschichtsforscher Karl Lamprecht in Jessen(f 1915) 1860 f. Der Sprachforscher Friedrich Thiersch in München(1784)— 1865 f. Der Dichter Otto Ludwig in Dresden(1813)— 1911 f. Der Maler Fritz v. Uhde in München(1848)— 1918. Besetzung von Reval durch die Deutschen. Sonntagsworte. „Je mehr der Stahl geglutet, Je besser ist das Schwert. Je mehr ein Herz geblutet, Je größer ist sein Wert.“ Peter Rosegger hat so gedichtet, weil er erkannte, daß der wertvollste unter den Menschenkindern der Heiland war. Menschen in der Nachfolge Christi werden auch nie ohne Leid sein; ja ihr Wert steigt im Leid. Dafür sind wir meistens blind und deshalb scheu. Aber wenn uns die Augen aufgehen, sehen wir im Leid den Helfer und grüßen es. Der Trubel der Woche, die uns das Leid oft schafft und spüren läßt, gibt uns selten die Zeit, dem Wert des Leids nachzuspüren. Deshalb der Sonntag. Er will uns reicher machen in der Erkenntnis: „Es schicket Gott uns Leiden Am End auf dieser Welt, Damit uns einst das Scheiden Nicht gar so sauer fällt.“— ** Matthiastag. Der gestrige 24. Februar (als Matthiastag dem Andenken des Apostels Matthias geweiht), ist im Volksmunde als Wettertag von jeher berühmt gewesen. Er soll in der Februarwitterung jeweils den radikalen Umschwung bringen, d. h. auf einen linden Februar einen kalten März bescheren oder umgekehrt. Die Bauernregel sagt von ihm„Mattheis bricht's Eis— findet er keines, so macht er sich eins.“— Nach der reichlich strengen Witterung, die wir diesmal bis tief in den Februar hinein zu verzeichnen hatten, dürfte hiernach mit einem linden März zu rechnen sein, was uns durchaus nicht unwillkommen sein würde, da wir trotz der bekannten Vorliebe des Landmannes für Schnee, Eis und Frost unsererseits hiervon einstweilen hinreichend genug kennen gelernt haben. Auch unsere Haussrau, deren Kohlen= und Holzvorrat erheblich abgenommen hat, wird den Eintritt einer etwas gelinderen Witterung mit Freude und Erleichterung begrüßen. ** Fahrgeld=Reklamationen müssen mit den betreffenden Fahrkarten belegt werden Die Nichtbenutzung oder die Nichtausnutzung muß von dem Fahrdienstleiter bescheinigt sein. Anbetracht, daß Bahnsteigkarten ausgegeben werden, wird das Fehlen des Lochzeichens in der Fahrkarte nicht als genügender Beweis der Nichtbenutzung angesehen. ** Ein Sonder=Konzert veranstaltet Herr Jöckel am morgigen Sonntag in seinem Lokal (Hotel Duisberg). Außer der bewährten Hauskapelle, die mit einem erstklassigen Programm auswartet, ist unser heimischer Konzertsänger Herr Fritz Schäfer für das Konzert verpflichtet. Herr Schäfer wird aus dem reichen Schatz seiner Lieder eine Auswahl der besten zum Vortrag bringen, sodaß den Konzertbesuchern ein hoher Genuß in Aussicht gestellt werden kann und ein Besuch bestens zu empfehlen ist. ** Neue Züge auf der Strecke Dortmund— Schwerte—Iserlohn. Während ein wiederholt gestellter Antrag der Stadt Iserlohn auf Schaffung einer besseren Abendverbindung zwischen Dortmund und Iserlohn wegen angeblich mangelnden Bedürfnisses abgelehnt ist, hat man doch erreicht, daß auf der Strecke eine Anzahl neuer Züge vom Frühjahr ab gefahren werden und daß auch Vorsorge getroffen ist, den Aufenthalt auf station Schwerte fortfallen zu lassen. ** Militärische Vereine. In der letzten Vertreterversammlung wurde einstimmig beschlossen, am„Freischütz" wieder ein„gemeinschaftliches Sommerfest zu feiern und zwar am Sonntag, den 9. Juli. Die Vereinigung zählte im Vorjahre rund 800 Mitglieder und dürfte jetzt inzwischen die Zahl 1000 erreicht haben. Es wurde ferner vereinbart, vom 1. April d. J. ab in allen hiesigen militärischen Vereinen ein Eintrittsgeld zu erheben, bei einem Alter bis 35 Jahre 5 Mark, 35—45 Jahre 10 Mark, über 45 Jahre 15 Mark. ** Vom Bau der Eisenbahnwerkstatt. Im diesjährigen Haushaltsplan der Eisenbahnverwaltung ist für den Bau der großen Werkstatt im„Grüntal“ als weitere Rate der Betrag von 45 Millionen Mark eingesetzt worden. Einkommensteuer=Erklärungen für 1921. Nach der Bekanntmachung des Finanzamtes vom 14. Februar 1922— veröffentlicht in der„Schwerter Zeitung" am 18. Februar 1922— müssen sämtliche Steuekpflichtigen, die im Kalenderjahre 1921 ein Einkommen von mehr als 10000 Mk. gehabt haben, nicht 24000 Mark, wie es irrtümlich vor wenigen Tagen mitgeteilt wurde, bis 15. März 1922 bei dem Finanzamt in Hörde eine steuer=Erklärung abgeben. Hiervon können nur diejenigen Steuerpflichtigen absehen, deren gesamtes Einkommen nur aus Arbeitslohn bestanden hat, wenn es dem Steuerabzuge voll unterlegen und 24000 Mark nicht überschritten hat. Vordrucke für die Einkommensteuer=Erklärungen können im hiesigen Rathause, Zimmer Nr. 16(Steuerbüro) abgeholt werden. Ohne Rücksicht auf die Höhe des Einkommens sind jedoch alle zur Abgabe einer Steuer=Erklärung verpflichtet, denen ein Vordruck zugestellt ist. ** Kriegerverein. Die Vereinsmitglieder seien schon jetzt darauf aufmerksam gemacht, daß auf Veranlassung des Vereins Studienrat Wigge aus Wanne am Sonntag, 12. März im Saale des kath. Vereinshauses(Specht) einen Vortragsabend veranstalten wird. ** Zwei Elternabende sollen in den nächsten Wochen in der evangel. Gemeinde stattfinden und zwar zunächst ein solcher des Kindergartens am Dienstag, den 28. d. M., abends 8 Uhr, im Gemeindehause. Wie voriges Mal soll auch jetzt im Mittelpunkt ein Vortrag stehen und zwar über die Frage:„Wie erziehe ich mein Kind zur Wahrhaftigkeit?“ Für sonstige Unterhaltung wird gesorgt werden durch Vortrag von Kinderliedern und Gedichten, ferner durch Mitteilungen aus der Sammelmappe von Frl. Irma:„Weisheit aus Kindermund“. Die Eltern der Kinder des Kindergartens— besonders die Väter, die Mütter kommen von selbst— sind herzlich und dringend eingeladen.— Ein anderer Elternabend findet, am Samstag, 11. März statt, veranstaltet vom Kinderarttesdienst, Helferinnen und Kinder haben Gedichte, Lieder, Chorgesänge und eine Aufführung mit lebenden Bildern eingeübt; wir kommen auf diesen Elternabend noch einmal zurück. ** Das große Loos. In der soeben beendeten Ziehung der 3. Klasse der Preußisch=Süddeutschen Klassenlotterie fiel der Hauptgewinn auf Nr. 289.807, 100000 Mark auf Nr. 23252 und 50000 Mark auf Nr. 144757 im ganzen 12 500 Gewinne mit 6 Millionen Mark insgesamt. Volkshochschule. Es wird vom Studienleiter darauf hingewiesen, daß die für das Sommersemester erforderlichen Fragevogen jetzt hinausgehen. Wer Wünsche hat, trete umgehend mit der Leitung in Verbindung. Die Sache eilt sehr. ** Sparsames Kochen und Heizen. Ein Vortrag mit Ausstellung über dieses zeitgemäße Thema findet am Monatg, den 27. Februar, abends 8 Uhr, im Saale des Hotels Sternberg (Jungesblut) statt. Angesichts der enormen Preissteigerung der Brennstoffe kann der Besuch dieser Veranstaltung nur empfohlen werden, da brauchbare Wege zur Brennstoffersparnis gezeigt werden.(Siehe Anzeige). ** Aus der evangel. Gemeinde. Am morgigen Sonntag wird in der großen Kirche der Pastor Wilhelm Florin aus Münster eine Probepredigt halten. Er ist als Sohn des Rektors Ed. Florin in Berleburg am 25. 6. 1894 geboren und hat seine gymnasiale Ausbildung in der Landesschule Pforta erhalten. Vom Mai 1915 bis Februar 1919 stand er im Heeresdienst. Er hat nach seiner ersten Prüfung einige Monate einen erkrankten Pfarrer in Hörde vertreten und dann das Predigerseminar in Soest besucht. Seit Oktober 1921 ist er Hülfsprediger in Münster.— Sonntag nachmittag wird im Gemeindehause der vierste apologetische Vortrag gehalten und zwar von dem für die Provinz Westfalen zur Verteidigung der christlichen Weltanschauung besonders angestellten Pastor Müller zu Schwefe(Kreis Soest). Sein Thema lautet:„Christentum und moderne Weltanschauung". Es werden hierdurch alle Gemeindeglieder zu dem Vortrage freundlichst eingeladen. Wer an den Vorträgen teilgenommen hat, der wird gemerkt haben, daß in ihnen etwas durchaus Wertvolles geboten worden ist. ** Vortragsvereinigung. Der Vorverkauf für die Haaß=Berkow=Spiele ist in der Buchhandlung Saatmann, wo ein Sitzplan ausliegt. Der Vorverkauf der nummerierten Eintrittskarten beginnt Monntag um 11 Uhr. Die Abonnenten müssen ihre Karten, zu denen ein Zuschlag zu zahlen ist, dort mit der Nummer ihres Sitzplatzes, den sie sich aussuchen können, versehen lassen. ** Holzen, 25. Jebr. Hühnerdiebe haben in der letzten Nacht dem Geflügelstalle des Lehrers Koch auf dem Sommerberg einen Besuch abgestattet und 9 Hühner und einen Hahn gestohlen; Die Tiere wurden an Ort und Stelle abgeschlachtet. Von den Dieben fehlt noch jede Spur. Iäan Bridg dcheim uur mit eehton Braun rohen Lookkacden! Aus den Provinzen. Hagen, 24. Febr. Kaufmanmsschule der Handelskammer. Die Kaufmannsschule der Handelskammer zeigt im Anzeigenteil der heutigen Zeitung den Beginn neuer Kurse ihrer höheren Handelsschule an. Welch großer Beliebtheit sich die Schule auch über die Grenzen Hagens hinaus erfreut, geht daraus hervor, daß von den 656 Besuchern der höheren Handelsschule und Handelsschule im laufenden Schuljahr 312 von auswärts waren. Mit Rücksicht auf diese auswärtigen Schüler, die auf der Eisenbahn Fahrpreisermäßigung erhalten, sind die Schulstunden so gelegt, daß sie bequem nach Hagen und wieder zurück kommen können. Lippstadt, 24. Febr. 5 Millionen Mark zur Förderung der Wahnungsbauten. Die Stadtverordneten beschlossen, der privaten Bautätigkeit 5 Millionen Mark zur Verfügung zu stellen. Weiter wurde der Stadt aufgegeben, auf eigene Rechnung zur Behebung der Wohnungsnot Neubauten zu errichten. Elberfeld, 24. Februar. Explosion im Eisenbahnwagen. Gestern nachmittag gegen 4 Uhr fand in einem Wagen 4. Klasse des von Köln nach Barmen=Rittershausen fahrenden Personenzuges während des Haltens im Hauptbahnhof Elberfeld eine Explosion statt. Dabei wurde der Wirt Hellwig aus Barmen sofort getötet und drei andere Personen leicht verletzt. Zweifellos ist die Explosion eines Sprengkörpers (keine Handgranate) erfolgt, der von einem unbekannten Reisenden mitgeführt wurde. Die Untersuchung des Falles ist im Gange.(Wie noch erinnerlich sein dürfte, erfolgte vor einigen Wochen ein ähnlicher Vorfall in Barmen). Bottrop, 24. Februar. Festgenommene Raubmörder. Der Kriminalpolizei gelang es, die Räuber des Bergmanns Korbel zu fassen in den Bergleuten Joh. Droulowski und Alois Stotzel von hier. Sie gingen mit dem Ermordeten in der fraglichen Nacht in eine Wirtschaft. Beim Verlassen derselben nahmen sie noch eine Flasche Branntwein mit. Sie spielten dann auf einer Mundharmonika, während Korbel Flöte dazu blies. In der Nähe des Teiches warfen sie Kunst. Es ist ein alter, stolzer Ruhmestitel von uns Deutschen,„das Volk der Dichter und Denker" zu sein. Und obgleich man wohl mit Recht auf die Gefahren der drohenden Veräußerlichung und Unbeseeltheit unserer Kultur schon vor dem Kriege und besonders jetzt hingewiesen hat, alles in allem besteht im Vergleich zu der geistigen Kultur anderer Völker jener Ruhm doch noch zu Recht. Der Zusammenbruch unserer politischen Macht hat nicht zugleich auch die Macht des deutschen Geistes, unser geistiges Leben und Streben zu Boden zwingen können; immer noch hat unser Volk ein starkes Sehnen und Wollen, und im Unterschied zu den fremden Literaturen überwiegt in unserm deutschen Schrifttum durchaus die Beschäftigung mit den tiefsten seelischen Problemen statt mit möglichst viel äußerem Geschehen. Aber trotzdem schweben wir unverkennbar mehr als je zuvor in der Gefahr, auch diese unser letztes Gut noch zu verlieren. Der edle Name der Kunst wird mißbraucht zum Deckmantel für jede Zügellosigkeit, Frivolität und habgierige Ausbeutung. Weit über die Hälfte des ganzen für den deutschen Buchdruck bestimmten Papiers nimmt trotz aller Knappheit des Schmutzkapital für sich in Anspruch, Christus wird aus reiner Sensationslust und Habgier im Kino auf die Leinwand gezerrt, den größten Schmutz in Wort und Bild, besonders immer wieder auf dem geschäftlichen Gebiet, wagt man uns als„Kunst“ vorzusetzen, und wer seine Stimme erhebt gegen den Siegeslauf des berüchtigten„Reigen" über die deutsche Bühne, der soll sich auch schon gegen die Kunst versündigen. Alles, alles ist für diese Leute „Kunst“. Gewiß, die wahre Kunst soll man nicht einengen und maßregeln wollen. Aber es ist eben durchaus nicht alles„Kunst" was sich dafür ausgibt. Die Kunst darf uns nicht in den Schmutz herabzerren, sondern sie ist eine der höchsten und edelsten Gaben des menschlichen Geistes, ein in die Menschenbrust gesenkter göttlicher Funke, der uns veredeln und hinaufführen soll zur Höhe und zum Licht. Ihr Wesen und ihre Aufgabe hat einmal jemand sehr schön in folgenden Worten beleuchtet:„Das Leben— als große Manifestitation einer Gottesidee, einer Uridee, und die Kunst als Prophetin, Predigerin dieser Uridee im Leben zu verstehen, ist die Vollendung alles irdisch Schönen“. Das ist das wahre Wesen der Kunst: ein Atemzug des göttlichen Geistes in uns, und das ist das wahre Verbrechen gegen die Kunst: dieses ihr Wesen zu verkehren und niederzuzerren. So und nicht umgekehrt! Lic. Würtemberg. 1 Es wird Frühling— wenn auch vorläufig nur mit aufgeweichten Wegen und schlammverschniierten Straßen, tröpfelnden Dachrinnen und zerplatzten Wasserleitungen, etwas Hagel= und Schneegestöber, dazwischen Regen, also— mal kalt, mal warm. Gerade so ein Empfinden, wie man es heutzutage beim Lesen der neuesten volitischen Nachrichten hat. Aber— trotz alledem— es wird Frühling. Und Flips singt: Erster Sonne Strahlenblitze Ziehen sengend ihre Bahn, Auf des Bauernkirchturms Spitze Dreht sich froh der Gockelhahn. Liegt die letzte Spur des Eises Auch noch drauß auf Flur und Hain, Jedes Menschenherze weiß es: Bald, ja bald wird Frühling sein! Ach, nach erstem Blütenzweige Sehn' ich mich und Lenzeshauch— Denn— die kohlen geh'n zur Neige, Die Kartoffeln— tun es auch! Mit letzteren steht es schlimm. In Lichterfelde bei Berlin wurden am Montag für ein Kartoffeln 7,50 Mark verlangt und bezahlt, d. h. für den Zentner 750 Mark. Und dennoch sind keine da. Die Kartoffel liegt in der Erde und wartet darauf, daß der Frost sich verabschiedet und die Eisenbahntarife noch teurer werden. Sie hat es nicht eilig, ihre warmen, unterirdischen Massenquartiere zu verlassen, zumal sie nichts darauf gibt,„süß" zu sein. Aber sie ist kokett genug, sich rar zu machen. Man weint der Verschwundenen manche Träne nach und ist beglückt, wenn sie in ihrer erdbraunen Plumpheit auftaucht, wenn auch teuer. Wird etwas billiger? Soll gerade die Kartoffel billiger werden? Kürzlich tauchte eine Heiratsanzeige auf, worin Wert auf eine Mitgift von zehn Zentnern Kartoffeln gelegt wird. Man munkelt sogar von Wiedergutmachungszahlungen in Kartoffeln. Darüber war aber nichts Authentisches zu erfahren, da die Erfüllungspolitiker, entgegen anderen Behauptungen bescheiden ihr Licht unter den Scheffel gestellt hatten. Man ersieht daraus, daß auch dieser Scheffel leer sein mußte. Also essen wir Brot. Ja, aber— Am 15. Februar trat der neue Brotpreis in Kraft. In einzelnen Gemeinden verzögerte sich das Datum um einige Tage, wie es gerabe mit den Brotmarken klappte. Der Zufall will es, daß am selben Tage vor 7 Jahren die Brotkarte zur Einführung kam. Man hätte also annehmen können, daß die sieben mageren Jahre nun glücklich beendet seien. Es scheint aber, daß der Kelch unserer Leidenszeit noch manch bitteren Geschmack für uns enthält. Wer hätte vor sieben Jahren mit einem solchen Brotpreis gerechnet? Und wer weiß heute, wie es übers Jahr aussehen wird. Dabei ist aber immer wieder zu betonen, daß nicht wir, daß nicht unsere Landwirte oder Bäcker oder unsere Regierung diesen enormen Preis diktierten, sondern daß er sich ergibt aus dem Diktat der Siegerstaaten, von denen die Franzosen die maßlosesten sind. Es ist daher kein schlechter Gedanke, wenn ein hervorragender Publizist den Vorschlag macht, man soll in Zukunft das teure Pxatl96 einfach— Franzosenbrot Die Verteuerung aller Lebensmittel paßt schlecht in die Karnevalszeit. Die Mehrzahl unseres Volkes verspürt denn auch gar nichts von dem Faschingstreiben, das sich hier und da zaghaft schüchtern an die Oeffentlichkeit wagt. Es hat aber jedes Ding seine verschiedenen Seiten. Wir wollen mal durch die Hintertür einer Zeitungsnotiz gucken. Sie lautet: „In Deutschland wurden im Jahre 1921 etwa 4 Millionen Flaschen Sekt mehr als im Jahre 1913 getrunken“. 1913 waren wir noch das größere Deutschland" und hatten goldene Zeiten! Heute sind uns große Landstrecken genommen und die Not grinst uns immer entsetzlicher ins Gesicht! Und denoch 4 Millionen Flaschen Sekt mehr in einem Jahre. Mit Recht taucht die Frage auf:„Wer trinkt nicht alles Sekt heute, ohne es zu können!?" Wie mancher Tausender wird heute bei nächtlichen Gelagen verpulvert von Leuten, die keine Ahnung vom Geldverdienen durch redliche Arbeit haben. Das Schlimmste aber ist doch die Tatsache, daß unsere unersättlichen Bedrücker den steigenden Sektkonsum als Wohlstandsbarometer unseres Volkes ansehen. Solange der Sekt in solchen Strömen fließt, kann ihrer Ansicht nach von einem notleidenden Deutschland keine Rede sein. Es scheint tatsächlich, als sei in manchen Kreisen noch so viel überflüssiges Geld vorhanden, daß eine Sektsteuer von 100 Mark pro Flasche auch noch mit getragen würde.“ Aber fort den Blick von der Hintertür. Es sind stellenweise die Triebe der Schneeglöckchen durch den Schnee gekomme Der letzte Rest der winterlichen Spende und d erste Gruß des Frühlings berühren sich miteinander. Wenn es so bleibt, können wir am Dienstag, zum Fastnachtstage, den Schneeglöckchenstrauß neben dem Teller voll selbstgebackener Schmalzkuchen auf den Tisch stellen und uns beider Gaben herzlich freuen. „Blumen auf den Weg gestreut : U n d d e s H a r m s v e r g e s s e n! Eine kurze Spanne Zeit Ist uns zugemessen“.— verkauf für n der Buchin ausliegt. Eintrittskarie AbonnenZuschlag zu Sitzplatzes, n lassen. iebe haben le des Lehi Besuch abin gestohlen; abgeschlachSpur. in Speffachen re No. Z. inburg a. B4 en. nusschule KaufmannsAnzeigenteil neuer Kurse chule an. Schule auch erfreut, geht Besuchern der selsschule im wärts waren. n Schüler, die zigung erhalst, daß sie betrück kommen onen Mark Bahnungs= m beschlossen, dnen Mark zur irde der Stadt zur Behebung rrichten. lbsion im nachmittag ge1 4. Klasse des usen fahrenden ens im Hauptstatt. Dabei rmen sofort geleicht verletzt. 3 Sprengkörpers von einem unwurde. Die Gange.(Wie lgte vor einigen Barmen). tgenommene ilpolizei gelang Korbel zu fassen vski und Alois it dem Ermordeeine Wirtschaft. en sie noch eine pielten dann auf id Korbel Flöte leiches warfen sie auch gar is sich hier effentlichkeit verschiedeertür einer e 1921 etwa im Jahre noch das joldene Zeiscken genomentsetzlicher ien Flaschen ht taucht die Sekt heute, r Tausender n verpulvert im Geldverhaben. Das , daß unsere den Sektkons Volkes anhen Strömen einem noti. Es scheint noch so viel iß eine Sektsuch noch mit Schneeglöckkommen. de und der sich mitten wir am den ersten voll selbstTisch stellen auf ein verabrzdetes Zeichen den Mann zu Voden und beraubten und ermordeten ihn in bestialischer Weise. Beide behaupteten, den Mann nur mit Stiefelabsätzen getötet zu haben. Die Kleidungsstücke haben sie verkauft, die Flöte verbrant. Droulowski, der 20 Jahre alt(1) ist, befand sich schon mit 12 Jahren in einer Erziehungsanstalt. Er und sein 21jähriger Genosse trieben sich schon längere Zeit arbeitslos umher. Emmerich, 24. Febr. Ein seltsamer Fahrgast passierte rheinabwärts unsere Stadt. Auf einer großen Eisscholle kam ein Hund mit sankt Hütte und Kette angetrieben. Laut bellend zog er vorbei, stromabwärts. Hoffentlich hat der bedauernswerte Hofeswächter auf seiner Fahrt einen Retter gefunden, der ihn aus seiner traurigen Lage erlöst hat. Auch Ablehnung beim Reichskanzler. 23. Febr. Eine von der ReichsgewerkReichskanzBerlin, schaft nachgesuchte Besprechung beim 9 ler wurde, wie wir hören, aus demselben Grunde wie vom Reichsverkehrsminister abgelehnt. Bankraub in Oberschlesien. Kattowitz, 23. Febr. In das Bankgeschäft Warmann drangen gestern gegen 7 Uhr abends sieben Banditen mit schußbereiten Revolvern ein und verlangten von den Angestellten die Herausgabe des Geldes. Es fielen ihnen 350000 Mark deutsches Geld, 3 Millionen polnische Mark, sowie kleinere Beträge an österreichischen Kronen und russisches Silbergeld in die Hände. Die Täter sind entkommen. Aus der Deutschen Volkspartei. Berlin, 23. Febr. Die Landtagsfraktion der Deutschen Volkspartei trat heute zu ihrer alljährlich erfolgenden Vorstandswahl zusammen. Nachdem Dr. von Krause seines hohen Alters wegen die Wiederwahl zum 1. Vorsitzenden abgelehnt hatte, nwurde 1. Vorsitzender Dr. von Campe, Stellvertreter Dr. Kalle. 62. Jahresversammlung der Katholiken Deutschlands. Berlin, 23. Febr. Nach siebenjähriger Pause findet vom 27. bis 30. August d. J. die 62. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands in München statt. Das Arbeitszeitgesetz. Berlin, 23. Febr. Der Reichsverkehrsminister hat die Gewerkschafts=Organisationen zum 4. März in das Reichsverkehrsministerium geladen, wo die Besprechungen über das Arbeitszeitgesetz fortgeführt werden. Den Vorsitz bei den Verhandlungen wird Ministerialdirektor Dr. Hitzler sichgen. Der Abtransport der interalliierten Truppen in Oberschlesien bevorstehend. Prag, 23. Febr. Wie von der Grenze gemeldet wird, sind dort Vorbereitungen im Gange, um im Laufe des Monats März die interalliierten Truppen aus Oberschlesien in 32 Eisenbahnzügen abzutransportieren. Oberschlesien soll bis zum 1. April den beiden Regierungen übergeben und von den alliierten Truppen geräumt werden. 23 Todesopfer durch Kessel=Explosion im Badehause eines Schachtes. Beuthen, 23. Febr. Die Kessel=Explosion im Badehause des„Gräfin=Johanna=Schachtes", wobei 52 Mann schwer verletzt wurden, hat, wie jetzt feststeht, 25 Opfir gefordert. Zehn weitere Arbeiter schweben noch in Lebensgefahr. 6 Milliarden für Verbilligung von Brotgetreide vom Hauptausschuß bewilligt. Berlin, 23 Febr. Im Hauptausschuß des Reichstages wurden die nachträglich angeforderten rund 6 Milliarden Mark zur Verbilligung des Getreides und Mais für die Brotversorgung benilhet. Ein Werbebureau für die Fremdenlegion in Deutschland. Mainz, 23. Febr. Bei dem französischen Oberkommando in Mainz ist eine Werbezentrale für die französische Fremdenlegion eingerichtet worden, von wo aus das ganze besetzte Gebiet mit Werbern überzogen werden soll. Turnen und Fußball. Am vorigen Sonnta####ielen fast alle Spiele der Untanglichkeit der Spielplätze zum Opfer. Der Wettermacher scheint seit einiger Leit dem Sport wirklich nicht günstig gesinnt zu sein. Auch für morgen ist die Hoffnung auf eine Wendung ziemlich gering. Sollte der Platz hinter der Töchterschule spieltanglich werden, dann sind dort Gäste von der Oberruhr zu erwarten. Die Ligamannschaft des„Spiel und Sport“=Hüften wird zum fälligen Meisterschaftskampf antreten und den Freunden des Sports ein schönes Spiel gegen die hiesigen„Grünweißen“ vorführen. Be: Abwägung der Aussichten ist folgendes zu berücksichtigen: Die durch einen Fußballehrer gut geschulte Hüftener Liga=Elf hatte eine Schwächeperiode, die aber seit einigen Wochen überwunden zu sein scheint. Mit Ausnahme eines Verteidigers tritt u. W. niemand besonders hervor: Man hat gute Durchschnittsspieler vor sich, die sich verstehen. Schwerte 06, durch Fortgang seines guten Mittelstürmers im Sturm etwas beeinträchtigt, verfügt bekanntlich über mehrere hervorrande Einzelkräfte, doch läßt der ZusammenK hang noch etwas zu wünschen übrig. Vollständigkeit auf beiden Seiten— vor allem auch bei der Schwerter Verteidigung, die sich in der 1. Spielreihe so sehr bewährte— vorausgesetzt, möchten wir ein kleines Plus für„Grünweiß“ für vorliegend halten. Natürlich kann es auch abers scn: bach buich bes Gochnite ut 56h gun 4u. 9000 das Lebensbild dieser Woche 14### asninnnz snhinneninnicancuninininunsnunncnunuichsunintanannanumunsinnanscinerhiningnischiurkianicntilsnninnrmns ner. In diesem Jahre finden außer den üblichen Vorturnerstunden auch wieder einige Lehrgänge unter Kreis=Oberturnwart Regener, Dortmund, und Gauspielwart Heying, Hagen, statt. Bei dei Festsetzung der Gausteuer wurden Klagen von den Vereinen vorgetragen, denen ein unglückliches Geschick als Turnstätte ein Wirtshaus zuwies. Möchte doch hier Reich, Staat, Stadt und Gemeinde eingreifen und diesem Zustande durch Bau von Turnhallen und=Plätzen ein Ende machen. Gewiß entstehen den Städten usw. hierdurch im Augenblick hohe Kosten, aber auf der anderen Seite würden ungeheure Summen für Kranken= und Siechenanstalten erspart werden können durch die von den Turnvereinen geförderte Volksgesundheit. Lehzte drahtmeldungen. Eigener Depeschen dienst. Zeppelin=Ankauf durch Amerika. Seit einigen Tagen befindet sich der amerikanische General der Luftstreitkräfte Mitchal in Berlin, um die Verhandlungen über den Ankauf des im Bau befindlichen Zeppelins für die Vereinigten Staaten zum Abschluß zu bringen. Lloyd George und Poincaree in Voulogne Lille, 23. Febr. Echo du Nord berichtet, der Präfekt von Boulogne habe vom Außenminister die Nachricht erhalten, daß die Konferenz zwischen „Die Wohnstube ist die wichtigste Erziehungsstätte; das„Buch der das wichtigste Erziehungsbuch. In Im sollen die Kinder lesen lernen“.— war der Grundsatz eines Mannes, den man den„Vater der neuen Pädagogik“ nennt: sohann heintich Pestaldssl. ist in der Schweiz. in Zürich, am 12. Januar 1746 als Sohn eines Arztes geboren. Aus seiner Kindheit werden „Ungewandtheit“,„schweres Lernen“ und„unbedingte Wayrhaftigkeit“, neben steter Dienstbereitschaft und großer Natürlichkeit hervorgehoben. Mit 18 Jahren studiert er in Zürich. Erst 24jährig schließt er die Ehe, am 24. Januar 1769 mit Anna Schultheiß, einer Kaufmannstochter. Er ist Theologe und Jurist. sieht aber das Elend der Armen und gründet bei Jürich 1775 eine Armenschule. So wird er Schulmeister für fünfzig arme Kinder und„seinen eigenen Jungen. Nach fünf Jahren ist alles zu Ende. Er hat nur Schulden und Hunger. Aber er hat gelernt und geliebt und läßt 1781 seinen Volksund Erziehungsroman erscheinen:„Lienharôt und Gertrud“, ein Jahr später: „Christoph und Eise“ und endlich: „Wie Gertrud ihre Kinder lehrt". Die französische Revolution, die nach der Schweiz übergriff, zeigte ihm neues Elend. Er greift zu und hilft von neuem durch seine Erziehungsanstalt zu Burgdorf. Hier wendet er seine Erziehungsgrundsätze an. Tag und Nacht ist er bei den Kindern. Aus der Ferne eillen Männer herbei, den großen Erzieher zu sehen, von ihm zu lernen. Auch hier 1804 wird er gestört durch französische Truppen und muß nach Iverdun, wo er 1815 seine Gattin verliert, aber bis 1825 noch weiterarbeitet. Dann kann der Greis nicht mehr. Am 15. Februar 1827 starb er in seinem Landhaus Brugg 61 jährig. 50 Jahre hat er gewirkt, die ärmeren Volksklassen zu heben, die häusliche Erziehung zu bessern, durch Anschauung seines eigenen Lebens zu fördern.„Der brave Mann denkt an sich lelbst zuletzt. Vertraut auf Gott und reitet den Bedrängten". Dies Schillerwort hal Pestalozzi ausgelebt. Noch heute lernen wir von ihm. pflichtigen Kommunikantinnen. 8¾ Uhr: Schulmesse: Kaplan Schleep. 10 Uhr: Hochamt: Pfarrer Schnurbus. 2½ Uhr: Andacht. An den Werktagen sind in der Pfarrkirche zwei hl. Messen: um 6 Uhr und 7,10 Uhr(Schulmesse)."„ In der Krankenhauskapelle sind vorlanfig 2 hl. Messen: 6 und 6½ Uhr. Wetteraussichten für mehrere Tage im boraus. Unbefugter Nachdruck wird gerichtl. verfolgt! 26. Februar: Vielfach Niederschlag, milde, teils Sonne. 27. Februar: Wolken, vielfach trübe mit Nebel, naßtalt. 28. Februar: Wolkig, Tags milde. Eingesandt. (Für Artikel unter dieser Rubrik übernimmt die Redaktion nur die preßgesetzliche Verantwortung.) Die Dammstraße als Schlammb#d. Einen geradezu trostlosen Eindruck macht augenblicklich die Dammstraße. Infolge des Regenwetters ist der Boden derartig aufgeweicht, daß man die Straße trockenen Fußes nicht mehr beschreiten kann. So machen denn die Passanten allerlei gewagte Sprünge, um festen Boden zu bekommen oder den Eisenbahndamm zu erklettern. Wäre es der Stadtverwaltung nicht möglich, durch einige Karren Asche dem Uebelstand abzuhelfen? Im Interesse der Schulkinder und der zahlreichen Arbeiter, die zum Teil im Dunkeln die Straße beschreiten müssen, tut rasche Abhilfe not, Ein Passant. Handel und Börse Dortmunder Getreidebörse vom 24. Februar. Inl. Weizen 560—575 Mtrk, inl. Roggen 450 bis 460 Mark, inl. Hafer 440—450 Mark, fremder Hafer 460—475 Mark, inl. Gerste 450—460 Mark, ausl. Gerste 460—470 Mark, Mired=Mais 400 bis 4110 Mark, Runder=Mais 455—470 Mark, Weizenmehl 750—800 Mark, je nach Qualität, Roggenehl 585—620 Mark, Weizenkleie 315—320 Mark. mer ihrtalern die im Poincaree und Lloyd George am Samstag in Weltrundschau. Der Verkauf deutschen Eigentums in Neu=Guinea. London, 23. Febr. Reuter berichtet aus Melbourne, daß die australische Regierung eine Verfügung erlassen habe, nahntte deutsche der zufolge das beschlagEigentum im vormaligen Deutsch=Guinea nur an australische Soldaten, geborene britische Untertanen oder an Gesellschaften, die vorwiegend britisch sind, verkauft werden dürsen.— Das deutsche Eigentum in Neuguinea wird verschieden, u. zwar auf 3 oder 6 Mill. Pfund bewertet. Der Verkaufspreis wird Deutschland auf das Reparationskonto gutgeschrieben, Nollet mit einer allgemeinen Waffendurchsuchung Schlesiens betraut. Wie die„Baseler Nachrichten“ aus Paris zuverlässig melden zu können glauben, ist General Nollet der Auftrag des Botschafterrates erteilt worden, eine allgemeine Waffenkontrolle in der Provinz Schlesien durchzuführen Fall. Den sympatischen Oberruhttauen, vie immer eine sehr faire Mannschaft stellten, sei ein herzliches„Willkommen“ entboten. Die Leitung des um 2,30 Uhr beginnenden Spieles liegt bei dem Schiedsrichter Schmieding=Iserlohn in guten Händen. In der C=Klasse findet ein wichtiges Treffen für„Union“ auf den Schützenhof gegen„Jahn“ Fröndenberg statt. Fröndenberg stellt eine stabile Mannschaft mit weitem Schlag. Die Hauptstütze ist in der Verteidigung zu finden. Die Elf nimmt in der Tabelle den dritten Platz ein. Ihnen gegenüber steht Union mit einer gut eingespielten Mannschaft, die nur vor dem Tor etwas mehr schließen muß. Anstoß 3 Uhr. Weitere Spiele: Union 2—Fröndenberg Union 3—Westhofen 2; Union 4—Sp.=V. Brambauer 4. Jugendspiele: Union 1a—Westhofen la; Union 2a—Sportfreunde 06 Dortmund 2a. * Leichtathletik. Der Athletik=Ausschuß des Bezirks Iserlohn hat in seiner letzten Sitzung die Austragung des Frühjahrs=Waldlaufs in Schwerte(Schwerterwald) beschlossen. Die Vorbereitungen sind dem SSC.„Union“ übertragen worden. Da es sich um eine Pflichtveranstaltung handelt, so ist eine noch viel stärtere Beteiligung als bei den ähnlichen in den Jahren 1914, 16 und 19 an gletstelle stattgefundenen Veranstaltungen zu Pomeaker und Tlohb George Boulogue stattfinden wird. Grupen entflohen. Hirschberg, 24. Febr. Wie der Bote aus dem Riesengebirge bekannt gibt, ist der Kleppelsdorfer Doppelmörder Peter Grupen, dessen Verurteilung zum Tode durch die Revisionsverwerfung des Reichsgerichtes rechtskräftig geworden war, in der vergangenen Nacht aus dem Gerichtsgefängnis, wo er in Haft saß, solange das Verfahren noch schwebte, ausgebrochen und entflohen, Sich selbst gestellt. Hirschberg, 24. Febr. Peter Grupen hat sich in den späten Abendstunden im Gefängnis selbst wieder gestellt. Australische Angst vor dem deutschen Einfluß. Melbourne, 23. Febr. Um einen möglichen deutschen Versuch zu verhindern, die australische Metallindustrie wieder, unter deutschen Einfluß zu bringen, führt die Bundesregierung die während des Krieges geltenden Einschränkungen der Ausfuhr gewisser Mineralien und auch das Verbot der Ausfuhr von geprägtem Gold oder Silber in Barren ohne Genehmigung des Schatzamtes Bicher 45. erwarten. Tag des sportlichen Wettbewerbs ist der 19. März. Wika. Deutsche Turnerschaft. Mehr als 300 Abgeordnete hatten sich in Hazum 48. Gauturntag des Märkischen—. Haues Turnbericht gab Gau=Ober= und die Auf96 eingefunden. Den Kemmer, Witten. In großen Zügen Berichterstatter noch einmal das Jahr 1921 mit all seinen herrlich verlaufenen Verim Bezirk, Gau, Kreis und der turnwart führte der Gsung der notz besehenden Rezimentsverchiude onhtotung urnerschaft vorbel. Aesemalt haten in Deutschland ungestend von der Veriyr, V., uu. Märiar izren Maun gestanden und Stalz er. Serin un vertengen. fülie das Beust aler Antest darten Habenden Tur Gottesdienste für Sonntag, 26. Februar Große Kirche. 10 Uhr: Probepredigt des Hilfspredigers Florin aus Münster. 11¼ Uhr: Kindergottesdienst. Kleine Kirche. 9 u. 5 Uhr: Pastor Terberger. Evang. Krankenhaus. 9 Uhr: Pastor Ohlig. Westhofen. 9½ Uhr: Vorbereitung. 10 Uhr: Gottesdienst mit hl. Abendmahl. Evangel. Stadtmission, Schwerte, Kuhstr. Sonntag, 4 Uhr: Bibelstunde; abends 8 Uhr: Gemischter Chor. Mittwoch, 3 Uhr: Missionsverein; abende 8½ Uhr: Gebetstunde. Donnerstag, abends 3 Uhr: Gemischter Chor. Kath. Pfarrkirche. 6 Uhr: Stille hl. Messe: Kaplan Winter. 7½ Uhr: Frühmesse. Monatskommunion der Jungfrauen und der schulBerliner Börsenkurse vom 24 Februar 1922 mitgeteilt vom Barmer Bank=Verein, Schwerte 5% Deutsche Reichsanleihe....... 7 Barmer Bank=Verein.......... Deutsche Bank Bickonto 10 Dresdner Bank Allgem. Elektr.=Ges.......... ,800 Baroper Walzoerk...........306 Bochumer Guß. Bösperde Walzwerk Daimler Motoren.... Deutsch=Luxemburg............650 Deutsche Kalwerke.............9 Dynamit Abes Fotbm. Essener Steinkohlen.......... Gelsenkirch. Bergw Gasmot. Deutz... Harpener Bergw. Heiper Eisen............. 1380 wocgh....„ Humboldt Masch.......... 1666 Mannesmann.. a...........312 Oberschlef. Eisenb.=Beo. 1916 Orenstein& Koppel........... Phönix Bergbau...... Abein. Sahwerke....... Rombacher Schuckert Siegen=Solingen.............. 7% Ver. Di. Nichelwerke........... ½8 Wesf. Draht=Ind.. zre...... 746 Westf. Eisen, Langenvre Auslands-Wechselkurse der Berliner Börse (Devisenkurse) Mitgeteilt durch den Barmer Bankverein Hinsberg, Fischer u. Comp., Schwerke. Man zahlie deutsche Mark: für 100 belgische Franken. 100 dänische Kronen.. 1 englisches Pfund.. 100 französische Franken 100 holländische Gulden 100 italienische Lire... 100 polnische Mark. 100 schwedische Kronen.... 498070 100 schweizerische Franken 4215,73 100 tschehische Kronen.. 379,60 373,85 am 23. 2. am 24. 2. 1865,60 1898.10 4525,75 4575,40 945,05 964,— 1968.— 1993.— 8207,25 8376,60 1082,90 1108,85 5.50„ 5.50 5706,75 5794,20 21 Ein Dollar........ 214, 5 Für die Schriftleitung verantwortlich: Karl Richter; für Lokales und Provinzielles: Friedrich beide in Schwerte. Bekanntmachung. Kleinrentner, die Anspruch auf Unterstützung auf Grund der herausgegebenen Richtlinien für die Verwendung der Reichszuschüsse erheben, wollen sich baldigst während der Dienststunden auf hiesigem Amtsbüro— Zimmer Nr. 1— unter Vorlage der Nachweise über vorhandenes Vermögen melden. 918 Westhofen, den 23. Februar 1922. Der Amtmann: Arndt. Ihre am 17. Jedruar in Hagen vollzegene 4 4 4 vermählung geben bekannt: 4 4 4 Das Chema im Vortrag: Bekanntmachung Walter Höfer Emmy Höfer, geb. Feit Hagen in Westfalen, Mittelstraße 13, den 25. Februar 1922. 902 Montag, den 27. Februar, abends 8 Uhr, Saale des Hotel„Sternberg“ behandelt folgende Punkte: Gr— In Abänderung der, diesseitigen Bekanntmachung vom 11. ds. Mts.“ wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß anstelle des Gemeinde=Vertreters Dirkschneider, der sein Amt niedergelegt hat, nicht der Bergmann Karl Riedel daselbst, sondern der Bergmann Theodor Beyer in Lichtendorf in die Gemeinde=Vertretung eintritt Westhosen, den 22. Februar 1922. 917 Der Wahlausschuß: Arndt, Amtmann. Kaufmannsschule Springmannstrasss e; Höhere und Mittiere Handelsschule für Schüler u. Schülerinnen höh. u. Mittelschulen Handelsschule für Volksschüler u.-Schülerinnen Der ertolgreiche Besuch dieser Schulen, der Ankerdiele Die ist es möglich „#e Fisüe Garer uns Sohn gesucht. Offerten unter B. 913 an d. Geschäftsst. Sauberes 915 Aochen Vernehmes Weinlotal u. Tafé. Inh. Frau Ww. Andree. Sonntag, den 26 Febenar: 4 Konzert= 1 Schokolade, be.— L Dr Gute Weine, Liköre, Kaffee und — Kalte und warme Küche. Hote Sonntag, d. 26.Februar 1922 Erstklassiges Jungesbin KONZERT Schwerte B.#in# 8 Uhr! 1. mit einem Zentner Brennstoff genau dasselbe zu kochen sonst in der gleichen Zeit mit 6 Jeninern? 2. auf einer Flamme gleichzeitig die ganze Mittagsmahlzeit, aus drei Gerichten bestehend, garzukochen und an Gas dabel noch 60 Prozent zu ersparen? 3. 2½ resp. 3 Liter Wasser ohne besondere Feuerung zum Kochen zu bringen? 4. schwer heizbare große Räume(Restaurants. Säle, Büros, Läden usw) angenehm zu erwärmen und trotzdem Kohle zu 5. mit 1 Kllogramm beliediger Brennstoffe in elwa 5 Minuten ein wormes Iimmer zu haben?..num, g. 4aslegenb 6. ohne besondere Kosten in jeder Notwoynung Nochgelegenheit 7. beim Gaskocher eine größere Menge Wasser nebenbei kostenlos auf der Kochflamme zum Kochen zu bringen? gesucht Bahnhofstr. 20. MorgenAlaschen für sofort oder später gesucht. 899 Rudolf Homel, Wilhelmstr. 34. Suche zum 15. 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Weil er nicht alle Kinder besuchen kann, muß es durch„Unser Blat!“ geschehen, durchs Kindertelefon. Da könnt Ihr nun anklingeln und anfragen und es soll Euch Antwort werden. Da sollt Ihr auch Rätsel raten und die Lösung ansagen oder besser die Lösung ausschreiben und in der Buchhandlung C. Braus abgeben für„Unser Blatt.“ Ihr dürft auch, liebe Kinder, selbst mitarbeiten, Rätsel anferligen und einschicken. Alles. was dann schön und gut ist, soll verarbeitet und abgedruckt werden. Sogar kleine Erzählungen und Aufsätze dürft Ihr bringen. Natürlich sauber und fehlerlos geschrieben, auf ein Blatt, dessen Rückseite unbeschrieben sein muß Wenn recht viele Jungen und Mädchen mitarbeiten, dann wird„Unser Blatt“ aber sein und wirklich „Unser Blatt“ und Ihr werdet es kaum erwarten können, bis wieder eine neue Nummer— erscheint. Seht, so soll es sein. Nun macht.... einmal gleich den Anfang heute und ratet. Wer eine richtige Lösung bringt, der findet seinen Namen in der nächsten Nummer von „Unser Blatt“ abgedruckt. Rätsel. Es hat zwei Flügel und kann nicht fliegen; Es hat einen Rücken und kann nicht liegen; Es hat ein Bein und kann nicht gehen; Es trägt eine Brille und kann nichts sehen; Es hat eine Spitze und kann nicht stechen; Es ist ganz weich und kann doch brechen; Ein jeder hat es und kanns kaum erblicken. Nun hoff' ich, es wird Euch das Raten glücken. * Die Lösungen der Rätsel müssen bis Mittwoch abgegeden sein. Genaue Anschrift, Vor= und Juname, Wohnung und Hausnummer aufschreiden. Amtliches Kreisblatt — für den Kreis börde ss. Jahrgang O Grlles und ällelles Cagesorgen des Krelles. O haupt-Agnoncenblatt — „ Anser Brürk* Bilderreiche Jugenözeitschrift für die Schwerter Kinderwelt 192 Nr. 1 Kinder=Beslage zur„Schwerter Zeitung“ Liebe Kinder! Bald bin ich nicht mehr allein auf weiter Flur, denn alle meine Verwandten kommen zurück aus dem Süden. Zuerst der Star, der Verkünder des Frühlings, und die Feldlerche. Darauf folgen die Ringellaube und der Kiebitz, im März die Waldschnepfe, das Und. eignen Heimat Segen. Wenn deine Ader kälter rinnt, So müssen billig wir ermessen: Wer könnte wohl das fremde Kind Gleich eignem an den Busen pressen? Drum, jede Treue sei geehrt, Der Eichenkranz von jedem Stamme: Heitig die Glut auf jedem Herd, Ob hier sie oder drüben flamme; Dreimal gesegnet jedes Band, Von der Natur zum Lehn getragen, Und einzig nur verflucht die Hand, Die nach der Mutter Haupt geschlagen! De Unnersaikung. von Fr. Wilh. Grimme. De Magister harr' Düppendirkes Antönneken eenen umme de Ohren gafft, un Antönneken kam gransend häime un vertallt' et shine Vatter un woll syin Liäwen nit vier in de Schaule. Dat schaut usem Meter Lüppendirk heitesk unner de Kraune.„Dat vell ik diäm Magister doch wyisen!“ raipe hä, „dai sall'me syinen Denst kosten! Hai soll wieren dat hat sik an der Orts=Obrigkeit vergriepen hiät!“ Un hai genk no der Stadt un verklagere den Magister byim Amtmann. De Amtmann saggte, hai söll ments gohn, de Katte söll tem rechten Luacke eint, un schrätf an den Vikarges. hai söll sau gutt shin un unnersaiten dat Dinges un schryiwen kämme drüwer. De Vitarges wußte gutt genaug, wat Antönneken füär’n Liupert was, un dar't ments Schade was ümme jeden Schlag, dai verheyi gent: un hai lait den Heeren Düpvendirk un syin Sühneken no syi eummen. „Ha!" dachte Tüppendirk,„niu gäier't diäm Mogiste: an't Liähr", un lachere unner de Krawcite„ I. 1118 8um „Füär't äiste kümmet niu alles dorop an“, sent de Vikarges an,„dat kk dem Amtmann genau schryiwen kann, bin harre dat dai Lhrfyige wiäst is.“ „Ganz recht, Heer Vikarges! Do kümmet oie! o9 an“. nuckere de Düppendirk.„Un ik kann un seggen, harre is se wiäst— myin Kind hiät vertiän Dage gummert in ainemev.„ Ein esnessu „Dann kumm mol hyi, myin Jungesten! 1 saggte de Vikarges,„stoh dik mol hyi mirren in de Stuawe! Segg' mol: was dai Schlag wual sau harre?“ Un dobyi Frätie me ganz sachte üwer de Backe, ase wann en Blage de Mömme schmeichelt. „Nä Herr Vikarges! De Schlag was viel häoder“ saggte Antönneken. „Wasse dann wual sau harre?" saggre de Vilorges un gaffte ime eenen, do was all en wennig Fett ächter. „Joh— soh—!“ saggte Antönneten un lätf sik de Backe,„joh— näti hai was nau hat der“ „Sau, nau hädder?“ saggte de Vikarges; „wasse dann wual sau harre?" un räierde me ennen, dai was nit van Baumwulle, sau dar'ze de Backentiänne in der Miule rappelden. „Nä, Heer Vilarges! Nä, nä, sau harre was he nit“. räip Antönneken un wiskere sy.? de Backe, ase wanne Brandsalwe inriewe:„nä. fau harre wasse nit!“ saggte de Vikarges,„dann wör ik so nin mei diäm Unnersaiten wuall ferrig ne härr diän Punkt glücklich in't Klore bracht: nu kann'k dem Amtmann schrywwen. De Amtmann weert et dann födder unnersailen, dann gäier't annen Landrat, dai unnersaikert#t dann naumol; dann de Regierungsrot, dann de Oberpräsidente, dann — „Heer Bllarges“, saggte Antönneken,„maket dai dann dat Unnersaiken alltehaupe grad sou, ase 10.“ „Akrovi sau“, saggre de Vitarges. „O Heer näi, Vatter, dann well is doch laiwer moren wier in de Schaule gohn“, saggte Antönnelen un räif sik ümmer nau de Bcke „Tat kannste daun“, seggte de Vikarges; dann mot ik dem Amtmann schryiwen, de Sake wär tem Enne un de Klage terrügge nuamen.“ Un de Mester Düppendirk nuckede un genk met syime Sühneken af, ase wanne Liär ittten härr. Hör. plattdütsche Sprake, eck well Di vertellen:„ 160 Vüöl mellt Di kenn guodet Prognosuton stellen: Se meinen, et wör wuall boll' met Di ut, Den Donenting härst Du all rinks üm de Schnut. Wohr eß et, vüöl Büarger wellt nix van Di wietten, De Bur stött Di van sick met Hänne un Jäuten, Se schuppen und knuffen Di, wo se Di sinnen,„ Un wellt Di kenn Plätzten in Dütschland mä günnen. Möcht wietten, worüm Di de Dütschen verachten. Se soll'n Di mä vörn un ächter betrachten, Du büß jo so schniedig, Du büß jo so schlank Un rollst jo so lichte de Tunge entlang. Dat Houchdütsche quiält so bi Ollen un Jungen Den Schnüargel, de Tenne, de Lippen, de Tungen, Un recket und trecket un äuwet de Schnut, Zu ywer kömmst gau un anmaudig herut. Siät Houchmann„Der Pfeffer“ op houchdütsche Wiese, Siäht Plattmann„De Piäpper“ so licht un so liese, He stär nich„Das Salz“ un„Das Schualz“, denn et rollt Vüöl lichter un lieser dat„Schmollt" un dat„Solt“. Tat Houchdütsche„Schwitzen“ well gar nich sleuten, V.488468 Do lütt jo vüöl viätter dar pattdütsche Schwäter“. Wu manig un kauig rommt„Schnauze“ berst. K.404 Do hör eck doch leiwer dat plattdütsche SShnuk“. „Ein Pfeifchen zu stopfen“, het, de Lippen wat foppen, Im Plattdütschen stät me:„en Piepken te Kopven“..., zzit 8.4 „Nun, Pfeiser, pfeif auf, fan de houchdütsche Mann, „Nu Piper pip op“ hört vüöl biäter sick an. Uem„Aepfel“ un„Birnen" un„Pflaumen“ te seggen, Möcht Kinnern binoh de Kinnbacen sorengen, Dogiegen„de Appeln, de Biären, de„Prum“, Dat rollt van de Tunge, dat feult se kum Dat„Flachs" un dat„Wachs" un gar noch dat„Pflaster", Dat lutt jo mangs as„Klabuster, kl. baster“; Ou Landslu, spriäkt hübsch mä„Plaste." un „laß„ Un segget as de Ollen mä grade tau„Waß“. De Riemels, de wi hier wiergegiäwen, Se sin all vör ntägenzig Johren geschriäwen: „Borukterer“, schräif se för't„Wiäkenblatt"*): Se gelt ok vandage noch. Kinners kürt platt! De Waterkettel. Schulte=Kalwerstert un Mauses Feigel sin ümmer godde Frünne west. Nu het de Fründschopp met eenem Mol en Lock krieben un an düesem Lock is de vertrackte Warerlettel schuld, den Kalwerstert die Feiael roffi het. De Schulte köfft bie Mauses op't Bank. Ok den Waterkettel het he op't Baut halt. Dobie is Feigel dat Mailör passeert, dat Anschriewen te vergetten, un nu well Kalwerstert den Kettel nich betahlen. De Koopmann versöcht dat met Taureden ower de Schulte is sturköppig; he hölt sick ant Schriftlicke.„Wat nich invautell is, gelt nich,“ seggt he,„un domet pasta, punktum, strei Sand drop!“ Jegentlich het he domet nich so ganz unrecht, denn wann me ant Gerichte geht, decht son klein Striepken Poppier faken mehr as de schönste Kürerie un de besten Advokaten. „De Schrift, de blift!“ segget de Richters, *) Nr. 14, 1. Jahrgang, 1839, des damals unter dem Titel„Wochenblatt für den Kreis Bochum“ erschienenen Märftschen Syrochers“ un bejenigte, de im Schriewen unvörsichtig west is, werd inbörstelt, dit ehm de Oggen öwerleopek. Feigel hadde, as ick scho. sagg, in düsem Fall t Schriewen vergetten un dat is man:s grade so verdreitlick, as wann jommes tevuelt schriewen het. En ollen dummen Waterkettel is nu twor de Welt nich un Neses hädde woll am kleicksten dohn, en Ooge tautekniepen un sick üm den dämlichen Kettel nich met dem Schulten te vertörnen. He hädde de Sake villichte ok schluffen loten, wann nich Kalwecstert am Enne eklig woren wör. He titeleerte Maises en ollen Schummeljud un Bedreiger. Domot waß de Fründschopp tüschen den Beiden ganz un gar in den Brüecke un de Koopmann mok den Waterkette!„anhängig", as et in de Parregrafensprake heit. Et gaff Termin am Amtsgericht.„Feigel contra Kalwerstect“ stonn op de Vörladung. As de Dag rankam, wassen de beiden Prozessanten pünktlich do. De Sake worde opraupen un de Richter freig den Koopmann, wu siek dat met dem Kettel eegentlick verhöll. Feigel satte alles wietlöstig uteen un de Richter horde sick den Zilot jedüllig an.— „Wie steht es mit den Beweisen?" freig he, as Feigel utkürt hadde;„haben Sie etwas Schriftliches über den Verkauf des Kessels in Händen? Eventuell würde die Vorlegung Ihres Kontobuches genügen.“ „Nee“, sagg Mauses bedröwet,„dat wör leider Gottes nich de Fall. Schriewen Tugs könn he öwer den Hannel nich opwiesen. De Kettel wär verseihentlick nich insauket.“ „Hm. hm!“ mok de Richter un wischen met dem Schnuwweldauk ümständlick öwer de Brillengläser, de ehm sien Jüngsten am Owend vörher mit Botter inbalsameert hadde. Dann satte he de Brille wier op un freeg Kalwerstert vör. „Ist es richtig, daß sie den fraglichen Wasserkeisel von Herrn Feigel gekauft und abgenommen haben?“ Kawwerstert schlaug den Kopp in den Rasken.„Ick weet nix van dem Waterkettel!" sagg he kort aff. „Hm, hm,“ mok de Richter noch es un keek den Koopmann an, as wann he seggen woll: na, olle Junge, wat nu? Feigel woll et met Kalwerstert noch es im Godden proweeren. He stodde en frünoschopplick in de Riwwen.„Kalwerstert", sagg he,„was soll'n mer üns straiten vor'n Herrn Amtsrichter. Daß de den Kessel haßt gekriegt un daß de en hast abgeholt mit Deine leivhaftige Person, werste nich wollen leugnen. Wossu also de Umständ'? Tag, daß de en hast, bezahl mer's Geld un de Sache soll sein erledigt, daß mer sparen de Kosten vom Termin.“ Ower Kalwerstert leit sick nich beküren. „Is de Kettel inbaukelt?“ freig he höhnsch. „Wat nich inbaukelt is, werd nicht tahlt un wann Du noch so seite dröhnst, Mauses! Ick segge jo, dat ick van Dinen dämlichen Kettel nir weet.“ Nu reet Feigel de Geduldsfahm:„Gott soll bewahren", krieschen he,„was is de Welt schlecht. So warraftig als ich hier steh' auf'm Fleck. Herr Amtsrichter, so warraftig hat der Kalwerstert gekriegt der Kessel, un wann er's will straiten, soll er schwören bei Gott dem Gerechten.“ Dat was de Richter inverstohn. Dem Schulten worde de Eid oplagt: dat he den Rettel nich kriegen hädde. Wann Mauses nu ewer gloift hadde, düese Eid wör Kalwerstert suer woren, dann was he wahne op'n Holtweg. De dickköppige Buer bürte de Hand op un Feigel worde met siene WaterkettelKlage glatt afwiesen. Düet waß denn doch ein stark Stua. As de beiden Prozessanten wier buten wafsen, kreeg sick de Koopmann den Schulten te saten,„Kalwerstert, Kalwerstert,“ sagg he, „was haste nu gemacht? Den Prozeß haste geivonnen, aber— waih geschwoggen, Gott soll mer bewohren!— de ewige Seligkeit biste les geworden!" „Un Du Dienen Kettel!“ gafs Kalwerstert dröige trügge un drahde Feigel de Owendsiete tau. Westfölische Sprüeckwörde. Ohne Gerwen giät et kenn guot Liär. In Paar Uhlen het sick grade so let## as en Paar Nachtigallen. Wo Dumen sin kleiget Duwen tau. *0 W — a SSDS SIS eS Ssgigg S• 9SSS9R8 S TS3 9 SSgsu. S 8 * S 8592 S SSDT-ST S SSxSSSSS. S 803 TbSHS FTE.URm * S.### — S#GOS = S Snn ein Sie blickte ihn lächelnd an und meinte:„Nun, Scheusal sind Sie ja gerade auch nicht!“ „Also darf ich mir dann wohl auch ein klein wenig Hossnung machen, wie?" „„Ich sage nicht ja— aber auch nicht nein.“ Fröhlich nickte er:„Geduld ist gut! Nun, daß wir Feldgrauen ungeduldig sind, das kann doch, weiß Gott, gewiß keiner sagen!— Also gut! Warten wir nun erst mal ab, bis der Krieg zu Ende ist, dann können wir ja über die Hochzeit reden.“ „Gleich Hochzeit“, lachte sie. Und er ganz ernst:„Nun ja, als verlobt dürfen wir uns doch wohl jetzt schon betrachten, denke ich!“ „Das muß man sagen— Sie gehen aufs Ganze!“ „Ja, mit Halbheiten gibt sich ein deutscher Krieger Da meinte sie ernsthaft:„Es ist aber doch wohl besser, ich rede erst mit meiner Tante darüber.“ „Aber gewiß, sogleich kann es geschehen!“ Erstaunt sah sie ihn an. Und er, schelmisch lächelnd, bat:„Ich bitte, reichen Sie mir jetzt nur ganz vertrauensvoll Ihren Arm, ich führe Sie sofort zu Ihrer Frau Tante.“ „Sie wissen, wo meine Tante ist!?"„ Mit einem heiteren Nicken erwiderte er:„Ja, ich weiß es! Ihre Frau Tante ist zu Bergmanns gerufen worden, und bevor sie ging, hat sie bei uns drüben den Bescheid gelassen, daß Sie ihr nachkommen und sie „Und das alles sagen Sie mir erst jetzt!?“ rief sie nun ganz erzürnt. appnet uud lachte Doch er blieb gut gewappnler und tchte:„Wie sollte ich es Ihnen denn sagen? Durch drei Straßen lief ich Ihnen nach, um Ihnen die Bestellung auszurichten— aber Sie ließen sich ja nicht einholen!“ Sie wollte lächeln, doch die Empörung kam wieder hoch, und erregt fuhr sie fort:„Und hier im Dunkeln - lassen Sie mich auch noch warten!?“ Da erhob er flehend die Hände:„Bitte, bitte, nicht böse sein!— Seien Sie gerecht!— Was sollte ich tun, um mich Ihnen zu nähern? Jede andere Möglichkeit war ja ausgeschlossen! Seit acht Tagen passe ich wie ein Schießhund auf, Sie mal allein sprechen zu können— vergeblich, alles vergeblich!— Da bietet sich mir endlich diese Gelegenheit, und jetzt sollte ich sie nicht benutzen!?— Ja, dann müßte ich ja kein I verliebter junger Kriegsmann sein!“ Stumm, aber mit glücklichem Lächeln reichte I ihm die Hand, die er stürmisch und innig küßte. Und dann nahm er schnell ihren Arm, indem er sagte:„Jetzt wird es aber höchste Zeit, daß wir zu der Frau Tante kommen,— die Wachskerzen sind nämlich alle!“— Dentspruch. Das ist die echte Demut nicht. Daß man sich glaubt ein schlechter Wicht; Die echte Demut der nur hegt. Der echten Stolz im Busen ttägt. v. Sallet. ** Allerlei. Der Hase als Arzt. Auch in der Heilkunde, nicht nur in der Küche des Altertums, spielte der Hase eine große Rolle. So glaubte man, daß der Genuß von vielem Hasenfleisch das Blut dick mache. Zur Heilung von Ischias band man sich Hasenläufe an die Hüften; wollte aber so ein alter Grieche oder Römer sein Podraga loswerden, dann mußte er schon auf irgendeine Weise einen lebenden Hasen in seine Gewalt bringen, dem armen Tiere ein Bein abreißen und dies ständig auf seinem Körper tragen. Wer sich von Sommersprossen und Leberflecken befreien wollte, strich sich das noch warme Hasenblut auf. Es soll freilich vorgekommen sein, daß solche Schönheitsfehler der Einwirkung auch dieses Mittels trotzten. Dann versuchte man wohl seine Schönheit im allgemeinen dadurch zu heben, daß man öfter Hasenbraten aß. Von Martial kennen wir ein Epigramm: „Du schickst mir einen Hasen, liebes Herz, Und schreibst dazu:„Acht Tage nur, du weißt, Dann bist du schön!“ Ist's, Gellia, kein Scherz, So hast du nimmer solch ein Tier verspeist.“ Gegen das Ausfallen der Haare wurde der Kopf des Hasen, mit Bärenfett geröstet, sehr empfohlen, ebenso vorbeugend gegen Zahnschmerzen. Ein angeblich ausgezeichnetes Mundwasser stellte man her, indem man die Asche eines Hasenkopfes mit Narde parfümierte und dies Pulver in Wasser tat. Gebratenes Gehirn brauchte man gegen nervöses Zittern, zerstoczenes gegen die Schmerzen, unter denen die kleinen Kinder beim Zahnen oft so arg leiden. Fieberkranken band man ein Hasenherz auf den Körper. Die Lunge wurde verordnet bei Tränenfisteln mit Weihrauch in Weißwein, gesalzene Lunge bei Faltsucht. Durch alte, in Wein aufgelöste Nieren suchte man Blasensteine abzutreiben. Mit Hilfe von Hasenlab aber glaubte man, sogar Splitter und Geschosse aus dem Körper entfernen zu können. Uebrigens schätzten auch schon die Alten das Hasenklein, namentlich von dem sogenannten Schwalbenhasen. Als delikate Vorspeise reichte man die in Blut gekochte Leber mit den Eingeweiden. Hasenmilch galt geradezu als Schlemmergericht bei den anspruchsvollsten Feinschmeckern. Einer der berühmtesten Kochkünstler des Altertums, Archestratos, erklärte es als die beste Art der Zubereitung des Hasen, das Fleisch nicht ganz durchzubraten, sondern so auf die Tafel zu bringen, daß das Blut beim Zerlegen herauslaufe. Der sogenannte englische Geschmack war also auch damals schon bekannt und in bestimmten Kreisen bevorzugt. Ja, Archestratos erklärte, die anderen Zubereitungsarten seien der Erwähnung gar nicht wert; namentlich bei der Verwendung von Oel- oder Käsetunken geriete der Braten sicher in den Verdacht, er stamme vom — Dachhasen. Der Zuckerverbrauch in Schweden. In keinem Landwird so viel Zucker konsumiert, als in Schweden, wie denn überhaupt nirgends mehr Süßigkeiten geliebt werden, als bei den abgehärteten Kindern des Nordens. Ohne Salz kann ein Schwede Methusalems Alter erreichen, aber ohne Zucker geht er gewiß schon in den ersten Lebensjahren zugrunde. Daher verbrauchen die 7 Millionen Schweden mehr Zucker als 15 Millionen Deutsche, und ihre Zuckerfabrikanten sind sämtlich Millionäre geworden. Alle Nahrungsmittel werden süß serviert, bei denen Zucker sich nur irgendwie anwenden läßt. Setzt man sich irgendwo zu Tische, so fällt der erste Blick gewiß auf eine ungeheure Schale, gefüllt mit weißem Pulver, das sich bei näherer Untersuchung als feingeriebener Zucker zeigt. Die Supp ist so süß, daß man nach einigen Löffeln genug hat. Man greift nach dem Speisezettel. Da steht: Spinat med egg und gleich danzben boene med halff koett frigadoll. Spinat ist ein treffliches Essen, Bohnen nicht minder, und Kalbfleisch=Fricandeau ist auch nicht zu verachten. Schr. he Täuschung! Der Spinat ist süß, die Bohnen noch süßer, das Kalbfleisch ist sogar mit Zucker gebraten; und nun folgen hinterher noch süße Reis= und Griesspeisen und süße 1 Kompotts, und zuletzt d# jebten Stachelbeeren, die Milch übergossen und... einer Unm: überstreut sind. Pi ts0 Dren Hrm Hmmm. 49i2 5 M ue c Ne Sue W i u M e Wn ui dr gi s 133010 M u M u 30 u un na h ui gnt lnt f uuiz M Uebag d ua i an W M W u Wun unn en in Gu tt uut W ung goiim WWun iuiiec nu:: gun „„ Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises. General=Anzeiger für den Kreis Hörde. Haupt-Annoncenblatt. Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 48 Samstag, den 25. Februar 1922 lätscher Fall! Roman von Max Esch. (28 Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) der Vernehmung der Zeugen beschloß der Staatsanwalt, ernstliche Schritte zur Erlangung des Ehlert zu tun. Er stellte einen Hastbefehl aus. Vorläufig weilte der Gesuchte aber in weiter Ferne, dem Gesetze unerreichbar, so daß man sich in Geduld fassen mußte, bis die Expedition des Professors Holsten wieder zivilisiertere Gegenden erreichte. Ungefähr zwei Wochen später überraschte die Baronin den Sohn durch die Mitteilung, daß sie den Winter an der Riviera zu verbringen gedenke. Frau Faber und auch Amanda hätten sie dringend eingeladen. Amanda auch?“ fragte erstaunt der Baron. „Ja, sie hat den Brief sogar geschrieben, und ich hoffe, daß ich auch dich bald dort sehen werde, dann wird das Wiedersehen um so herzlicher sein.“ „Der Herr möge es geben,“ gab der Sohn zur Antwort.„Ich wünsche nichts weiter, Mama, als daß du Amanda Aufklärung über das gibst, was hier geschehen ist. An deinen Worten wird sie wohl nicht zweifeln. Ein sonniger Herbsttag spannte sein blaues Himmelsgewölbe über die Riviera, das war allerdings keine vereinzelte Erscheinung; denn dieser prachtvolle Tag besaß bereits eine stattliche Reihe von Vorgängern, weshalb die Saison in vollster Blüte stand. In der Hauptsache waren es Nordländer, die den Winter an den sonnigen Gestaden der Riviera verleben wollten, zum Teil ihrer angegriffenen Gesundheit wegen, zum Teil aber auch, um den garstigen Wintertagen daheim aus dem Wege zu gehen. Auch Frau Faber und Tochter waren mit Diener= schaft nach der Riviera gereist, und zwar nach Mentone, nachdem es ihnen beizeiten gelungen, eine Villa für die Saison zu mieten, die ihren Namen„Eden“ in der Tat verdiente. In üppiger, subtropischer Pracht umzog ein schattiger, sauber instand gehaltener großer Garten das in edlen Formen gehaltene Wohnhaus, es neugierigen Augen von der Straße absperrend. Auch die seitswärts liegenden Stallungen und Wohnräume für die Dienerschaft waren von der Villa aus den Augen durch Baumgruppen entzogen. Dagegen gestattete der Garten sowohl von der Villa, als auch von der an dieser Seite sich hinziehenden mit Glas gedeckten Veranda aus den Blick über die blauen Fluten des Meeres, in denen sich heute der Himmel besonders stark zu spiegeln schien. Wenigstens konnte sich Amanda, die unter schattigen Palmengruppe auf einem bequemen Liegestuhl ruhte und den Blick gedankenverloren über die unendl Wasserfläche schweifen ließ, nicht erinnern, währ ihrer diesmaligen Anwesenheit in Mentone das Meer so tiefblau gesehen zu haben..., und schmal geDas junge Mädchen war bleich und schmal geworden, als habe es eine ernste Krankheit überstanden. Und es war ja in der Tat eine Krankheit, eine fixe Idee, wie die Mutter vermeinte, an der es litt. Eine wahre Reisewut schien Amanda ersaßt# haben, seitdem sie Wossin fluchtähnlich verlassen. Die Schweiz, der Abhen,=Zorwegens und dann die vor an verschiedenen Orten 2u.wexeu= und dann die vor einigen Wochen erfolgte Reise an die Riviera, an der bereits alle bekannteren Orte besucht waren, das war reichlich viel für die Mutter gewesen; und nur in dem Bewußtsein, die Tochter von ihrer sigen Idee, doch sicher an der Aufhebung des Verlöbnisses schuld sein mußte, gänzlich heilen zu können, verstand sie sich seufzend zu dem Opfer der vielen Reisen, nachdem auch die Baronin von Feiden, mit der sie sich, brieflich in Verbindung gesetzt, riet, der Tochter den Willen zu tun. Leider konnte der Briefwechsel zwischen den beiden Frauen wegen des fortwährend wechselnden Aufenthalts der Faberschen Dawerzasienergegseig. Die aber von der Baronin erhattenen Briese beWiederekreingung der beiden Liebsenden tragen. In ihren Ueberredungskünsten erlitt sie der Tochter allerdings Schiffbruch. Amanda ließ die Mutter ruhig reden, ein kategorisches„Nein!" war ihre ganze Antwort in der ersten Zeit. Wurde Frau Faber dann dringlicher und wollte Gründe wissen, verließ die Tochter sie achselSpäter war Amanda zwar nicht mehr so bestimmt Verhalten trage Alle Ueberredungskünste der Mutter aber nicht, Amanda zu bestimmen, sich über den eigentlichen Grund ausgufpreznde, die Hoffnung, die Alust Frau Faber ließ inves vie-hoffnung, die Kluft zwischen den beiden Verlobten bheg grig, von Felden nicht sinken, zumal sie wußte, vuß Fritz Zeicht bielt e die Zeit gekommen, einen Schritt S 5* 0 5 5 2 8 65 weiter zu tun. Trotz anfänglichen Widerstrebens verstand sie es dennoch, die Tochter zu bestimmen, die Baronin von Felden zu einem Besuche in Mentone einzuladen, um den Dank für die in Wossin genossene Gastfreundschaft abtragen zu können. Von diesem Besuche erhoffte die Mutter eine bedeutende Förderung ihres Planes. Heute traf Baronin von Felden in Mentone ein, ohne daß Amanda das geringste davon wußte, da die Mutter ihr nichts von der erhaltenen Zusage verriet. Amanda träumte augenblicklich ein Stilleben, bis dann wohl wiederum die rastlose Wanderlust sie erfassen und zu mehrtägigen Ausflügen mit der Gesellschafterin in das Gebirge treiben würde. Während die Mutter nach dem Bahnhofe fuhr, den Gast zu empfangen, saß die Tochter im Garten, anscheinend lesend. Wenigstens beugte sie sich über ein Buch, als die Mutter vor der Ausfahrt den Garten betrat, aber Amanda las nicht. Ihre Gedanken schweiften in weite Fernen, sie weilten bei dem Manne, der sie betrogen und den sie trotzdem nicht vergessen konnte. Oftmals war sie bereits nahe daran, zu bereuen, ihrem Stolze gefolgt zu sein; denn mehr und mehr gewann in ihr die Ueberzeugung Oberhand, daß Fritz doch wohl die Wahrheit gesagt und es sich bei der für sie so schrecklichen Szene an jenem Morgen auf Wossin um einen Zufall gehandelt haben könnte, aber dann trat wieder das Dienstbotengeschwätz in Erinnerung, das, wie ihre Zose ihr auf nachdrückliches Befragen eingestand, die Zofe der Baronin als Geliebte ihres Fritz bezeichnete. Wie fortgeblasen waren alle Vorsätze, die das junge Mädchen soeben geaßt. Es litt schwer unter diesen wechselnden Stimmungen. Rastlos schweifte es von Gegend zu Gegend, von Ort zu Ort, um Vergessen zu erlangen, doch alles vergeblich. Die Gedanken an den geliebten Mann ließen sich nicht bannen. Heute aber war Amanda leicht und unbefangen zumute, ihr ganzes Innere jubelte und hoffte, ungestört gab sie sich ihren Träumen hin, die ihr vorspiegeiten, daß auch ihr das Glück wieder erblühen würde. Nur zu willig ließ sich Amanda in das Traumreich führen, zu schön lebte es sich darin. Achtlos entfiel das Buch ihrer Hand und schlug dumpf auf den weichen Boden. Aber dieses unerwartete Gerausch führte das junge Mädchen in die Wirklichkeit zurück. Leise schaukelten die Palmen die breiten Wedel, balsamischer Geruch der vielen Blüten ringium umsöchelte das junge Mädchen, klarblau brei#ete sich der Spiegel des Meeres unter ihm, in weiter Ferne sich mit dem Blau des Himmels vermählend. Höher am Himmel stieg der goldene Glutenball und sandte flimmernde Strahlenbündel hinab, die zucend und wabernd alles umfluteten und einhüllten. Licht, strahlende Heiterkeit in der Natur, Lachen und Leven überall, soweit der Blick reichte; ein Stückchen Erde, ein Bild, wie von der Vorsehung eigens geschaften, ein krankes Menschenherz wieder gesunden zu lassen. Nur die aus ihren Träumen unsanft Aufgeschreckte empfand nichts von diesem Zauber, in ihr war mit einem Schlage alles ertötet, vernichtet das hoffnungsfrohe Zukunftsbild, und nur ein ganz leises, kaum wahrnehmbares Tönen und Klingen ließ sich auf dem Untergrunde ihrer Seele verneymen. Aumählich schwoll es an, bis neues Hoffen und Sehnen die jungfrauliche Brust schwellte. Im Träumen mit offenen Augen trank Amanda mit durstigen Zügen das heilende Letye gegen ihr Leid und ihre Herzensqualen. Abermals schreckte sie auf. Räderrollen und das Klappern von Pferdehufen auf dem glatten, belegten seitlich der Villa liegenden Hoje waren die Ursache. Amanda raffte sich auf und nahm das entfallene Buch wieder zur Hand. Die Mama ist heute sehr früh von ihrer Ausfahrt zurückgekehrt, sagte sie sich und grübelte den Gründen nach, die das zustande gebracht haben könnten. Dann fiel ihr ein, daß ja jetzt der Expreß eingelaufen sein müsse. Ob die Mama Besuch vom Bahnhofe geholt? Sie traf in letzter Zeit so geheimnisvolle Anordnungen. Doch, wen konnte sie wohl erwarten?! Nähere Verwandte besaßen sie nicht, ebensowenig vertraute Freundinnen, mit Ausnahme vielleicht der Baronin von Felden, die nicht einmal auf die ihr gesandte Einladung antwortete. In ihr hätte sie sich sicher eine mütterliche Freundin erhalten, wenn sie Fritz' Lebensgefährtin geworden wäre, jetzt aber war sie wohl ihre erbittertste Feindin. Das war schmerzlich, aber ändern konnte sie es nicht. Da vernahm Amanda Rascheln von Frauenkleidern; obwohl sie aufhorchte und den zu ihrem Platze führenden Weg entlang sah, konnte sie vorerst nichts von den Näherkommenden entdecken, da Orangenbüsche jede Aussicht auf den nach der Villa führenden Hauptweg verdeckten, doch dann vermeinte sie, ihr Herz setze aus, um unmittelbar darauf einen Freudentanz zu vollführen; denn auf der Wegbiegung tauchte jetzt an der Seite der Mutter die schlanke Gestalt jener Frau auf, mit der sie sich in Gedanken soeben beschäftigt und die sie fern von hier im regnerischen und stürmischen Norden glaubte. Nochmals starrte sie zu den langsam näherkommenden Frauen hinüber, ehe Leben in die wie erstarrt Dasitzende kam. Hastig erhob sie sich und eilte flüchtigen Schrittes mit ausgebreiteten Armen auf die Baronin zu, lautlos zog diese das wie mit Blut übergossene junge Mädchen an sich und küßte es. „Mamachen, Sie hier?!" verlieh das junge Mädchen seinem Erstaunen Worte. „Wie du siehst, mein Kind, bin ich's in eigener Personk,“ antwortete freudig bewegt die Baronin. „Ich weiß noch immer nicht, wie mir zumute ist,“ stotterte Amanda verwirrt, wußte sie doch in der Tat nicht, wie sie sich den so völlig überraschenden Besuch der Baronin erklären sollte. „Das geht uns im Leben ostmals so, mein Kind,“ antwortete die Baronin, wahrend die als stumme Zeugin seitwärts stehende Mutter von frohen Hoffnungen vescelt wurde, versprach doch die überaus herzliche Begrütung zwischen der Tochter und der Baronin das beste für die Zukunst. Am liesten würde sie schnurstracks auf ihr Ziel zugestrebt sein, doch von einer Ueberstürzung wollte die Baronin nichts wissen, da sie sich davon nichts versprach, einen sicheren Erfolg erhoffte sie nur von einem langsamen aber zielbewußten Vorgehen. Man müsse dem Kinde Zeit laisen und es allmählich von seiner fixen Idee abbringen, sonst gefährde man schließlich den ganzen Plan. Frau Faber solle ihr, der Baronin, nur freie Hand lassen. Diesen von der Baronin auf der Fahrt vom Bahnhofe entwickelten Gedanken konnte sich Frau Faber nicht verschließen, doch viel lieber hätte sie# ne sofortige Aussöhnung des Brautpaares herbeige ihrt gesehen. Die Baronin faßte sich nach der Begrüßung zuerst und schlug ein allgemeines Gesprächsthema an. Und da erlebte Frau Faber eine Ueberraschung, die ihr abermals zu denken gab, als Amanda die Baronin im Laufe des Gesprächs direkt nach Wossin fragte und sich nach diesem und jenem dort erkundigte, war es doch nach ihrer plötzlichen Abreise von dort das erstemal, daß die Tochter den Namen Wossin unaufgefordert aussprach. Ob auch die Baronin davon überrascht wurde, konnte sie nicht wahrnehmen; denn sie beantwortete die Fragen der Tochter ganz unbefangen. Die nächsten Tage vergingen Amanda wie im Fluge, ohne daß das Gespräch auf Wossin gekommen wäre. Sie fand jetzt keine Zeit, grüblerischen Gedanken nachzuhängen. (Fortsetzung folgt.) K ce 8 —— Im Iinstern. Stizze von Paul Bliß. (Nachdruck verboten.) Ach, Gott sei Dank! Endlich war sie daheim! Am ganzen Körper bebend, schloß sie die Tür auf, schlüpfte ins Haus und stieg mit klopsendem Herzen die Trepten envor.„ sie gerfolgt immeDurch drei Straßen hatte er sie versolgt, iumer hinter ihr her;— lief sie, so lief auch er, und als sie zu rennen anfing, rannte auch er. Unerhört war so etwas doch.„ G g, 41, fi. un mahrgs. Mit einem halben Blick hatte sie nur wahrgenommen, daß es ein stattlicher Feldgrauer war. Sie hatte jetzt die Wohnung der Tante erreicht. Nun drückte sie auf den Glockenknopf und wartete. Da niemand öffnete, so klingelte sie noch einmal. Aber sie wartete vergebens, es kam auch jetzt niemand, der sie einließ.. I. Mich— Wa Si. Temt Nun bekam sie aber doch wieder ungn. Die Tante war also fortgegangen. Was nun? Bald war es sehn Uhr. Und während sie noch über irgendeinen Ausweg nachdachte, hörte sie, wie jemand die Treppe heraufkam. Der Feldgraue war es! Eben wollte sie schon wieder ausreißen, da vertrat er ihr den Weg mit einem höflichen Gruß. Und jetzt sah sie erst ordentlich auf, und nun erkannte sie den Nachbar aus der gegenüberliegenden Wohnung, den jungen Verwundeten, der sich hier jetzt zu einer Nachkur aufhielt..... anig Eszichtent u— Nun atmete sie doch ein wenig erleichtert auf. Und leicht errötend dankte sie jetzt. „Sie hatten es ja furchtbar eilig. Durch drei Straßen bin ich Ihnen nachgelaufen.“ „Sie waren das?“ Erstannt sah sie ihn an. Er nickte heiter.„Ich wollte Ihnen meine Begleitung anbieten.“ Jetzt wurde sie rot vor Scham und wußte nichts su lagen.„„ J. eiumer binet: „Na, und nun können Sie nicht einmal hinein, wie ich sehe!“.... W. Tank Ein Ganz zaghaft erwiderte sie:„Die Tante wird sicherlich sehr bald zurückkommen— sie weiß ja, daß ich keinen Schlüssel mitgenommen habe.“ Wieder nickte er schmunzelnd:„Sehr gern würde ich Sie ja so lange zu uns nach drüben hinein bitten, leider aber ist auch bei uns niemand zu Hause.“ Schnell antwortete sie:„O nein, danke sehr! Ich warte lieber hier!“ Plötzlich schlug es zehn. Und mit einem Ruck war das Gas aus, so daß beide nun im Dunkeln standen. Er aber bekam nun erst recht gute Laune. Mit Humor sagte er:„Wenn ich jetzt nur einen Schlüssel hätte, dann könnte ich wenigstens von uns die Lampe herausholen. Oder hätte ich nur meine Taschenlaterne noch,— leider liegt sie in den polnischen Sümpfen. Schade! Schade!“ Sie sagte gar nichts, vor Angst wagte sie kaum Suver.###(# r um e. Als er sie so zaghaft bastehen sah, rat sie iym ooch leid, deshalb griff er nun schnell in die Tasche und zog eine Schachtel Wachskerzen, sogenannte Fünfminutenbrenner, hervor, und im nächsten Augenblick war es hell. „Na, bin ich nicht ein tüchtiger Kerl?“ rief er Auch sie mußte jetzt lächeln.„Wie drollig die Situation ist! So etwas habe ich noch nie erlebt.“ „Also erleben Sie doch wenigstens auch mal etwas hier in Berlin! Denn bisher lebten Sie ja wie eine Einsiedlerin.“ Lächelnd und errötend schwieg sie. Er aber resolut:„Nun ja! Ich bin nun bald vier Wochen hier, und in all der Zeit sind Sie doch kaum hinausgekommen,— ja, ja, ich habe wohl darauf ge„Na hören Sie! Wir gehen aber doch auch aus!“ „Aber immer mit der Frau Tante!“ „Ich kann doch nicht allein ausgehen!“ „Sollen Sie ja auch gar nicht! Aber es gibt doch auch andere Begleitung— zum Beispiel: ich!— Sie lächeln?— Ja, würden Sie nicht auch mit mir mal ausgehen mogen?“ Leicht errötend sah sie ihn an und antwortete: „O ja, ganz gern— wenn Tante mitkäme!“ „Natürlich! Immer die Frau Tante!“ rief er. „Aber wir Feldgrauen beißen doch auch nicht gleich:— Hätten Sie mal sehen sollen, wie gut wir uns mit unseren Quartiergebern in Rußland vertragen haben!“ Plötzlich schrie er leicht auf, denn die Kerze war heruntergebrannt, und sein Finger schmerzte. Bedauernd sagte sie:„Wie leid Sie mir tun! haben Sie sich meinetwegen gar noch den Finger verbrannt.“ Schon hatte er eine andere Kerze angezündet, und heiter erwiderte er:„O, Ihretwegen tue ich das ganz gern.“ Ein wenig schelmisch sah sie ihn an, tat dann aber ganz erstannt:„Sie kennen mich doch eigentlich noch „So? Meinen Sie? Haben Sie denn in der Tat noch nicht gemerkt, daß ich mich für Sie interessiere, solange Sie schon hier sind?“ Ganz leise erwiderte sie:„O, gemerkt hab' ich's schon.“ Da fuhr er fröhlich auf:„Ja, weshalb aber haben Sie es mir denn noch nicht einmal merken lassen!?“ „Weil die Tante mich gewarnt hat— nicht vor Ihnen— sondern im allgemeinen— denn die Männer schielen doch alle nur nach der Mitgift!" „Bitte, schiele ich etwa? Sehen Sie mich nur genau an!“ Sie mußte lachen, wurde aber gleich wieder ernst und sagte:„Es stimmt doch, die meisten heiraten doch nur des Geldes wegen. Und dafür danke ich Lieber bleibe ich ledig.“ Heiter rief er:„Mit andern Worten— Sie haben also auch Geld— nicht wahr?“ „Woher wissen Sie denn das?". „Weil Sie selbst es ja eben verraten haben!— Und übrigens wußte ich es auch schon so!“ „Ach, woher denn?“. 6 „Ich habe mich eben einfach errunoigr.“ „Wenigstens sind Sie offen, das muß ich sagen!“ „O, aus meinem Herzen mache ich nie eine Mördergrube! Natürlich heirate ich nur aus Liebe— aber wenn Geld da ist, schadet es ja auch nichts.“ „Aber weshalb erzählen Sie mir denn das alles eigentlich?“ fragte sie nun heiter. „Mein Gott, eben weil ich Sie liebe!“ „Und das sagen Sie mir ausgerechnet hier auf dem dunklen Korridor?“ „Wo sollte ich es Ihnen denn sonst auch sagen? Die. Tante bewacht Sie ja wie ein—“. Weiter kam er nicht, denn wieder schrie er leicht auf, weil die erlöschende Kerze ihm wieder den Finger verbrannt hatte. Jetzt lachte sie laut und sagte:„Sehen Sie, das war die Strafe.“ Aber schon brannte eine neue Kerze. Und dann fragte er schelmisch:„Na, was sagen Sie denn nun eigentlich zu meinem etwas sonderbaren An„Vorerst gar nichts“, entgegue#e sie fröhlich.„So was will doch mindestens überlegt sein.“ „Aber natürlich! Ich dränge Sie ja auch durchaus nicht— nur möchte ich ganz gern mal wissen, ob ich Ihnen denn auch nicht zu sehr mißfalle.“