When Steffachen hüre No 2 inburg a. Ml unuummme erliner Börse verein Hinsberg, erte. 16 2. am 18. 2. 98.30 25.75 36.60 1620 82.40 92.— 5,78 54.60 65 90 82.560 1763.20 4325,65 912,05 1853,10 7892,10 1021,45 5529,45 4095,90 396.60 lich: Karl Richter; Friedvich e. 86000000 jeben bekannt: EIDER EIDER 7 830 Februar 1922 Ebs Shmeres Tchms ufchele Molt mieFeiertags. Bezugepreis umomatlich 14.— der Post 14.— M., ohne Bostellgud. preise: Die 1 man hode. 35 mm boeth Seie 30., auswüris 1.— 98. ontsprochender Nachlaß II. Tertf. Beder gilt als Kassenrabatt und e; scht bei Zwan=svergleichen gerich tüchen Klagen u. Boche. machten der gemachten gsbedingunge verbunden mite Schwerter Cagebian und Anzeiger Schwerter Oelkszeitung Scwerter Oelksblatt Westhotener Zeisung Hpierdecker Zeitung Langscheder Zeiting Holzwickeder Zeitung Amtliches Kreisblait tur den Kreis Hörde. Erstes und ältestes Cagesorgan des Krei, s.— Ceneralanzeiger für den Kreis Hörde. baganr 500 Mork Anfaz. Gerasorech=Anschluß Nummer 6 Telegramm=Adresse: Brauz, Schwerte(Ru'r. v#chouk: Dortmund 18 2, Sonnsver 21 1, krrauf! ds. Mts., morgens e für den, den es stehende Gegenstände u. Kredit verkaufen: 1 Federflachwagen, itärwagen, 1 neunz. 1 Schrotmühle, 1 iserne Eggen(3teil.), ezimalwage, 2 Wanleitern, 1 Reitsattel, iges Pferdegeschirr, aschine. hi, befinden sich in e Stunde vorher zu 826 cuar 1922. licher versteigerer. age in Schwerte! haus“, Brückstr. 12: =Deuler M. d. Hil 0 Uhr morgens ab. senschaftlich. m Kinde seine JuDas erste und ern und Palen ist mnöland“ auer, Blüthgen, Engel. n H. u. W. Schlipkötter. dere Anleitung liegt dem Ansichtsexemplar von der 16, Schwerte=Kuhr efert schnellsteng Scherei E. braus Nr. 44 Dienstag, 21. Februar 1922 55. Jahrgang Zum Geleit. Doch wo's dein Volk gilt, Deiner Brüder Nöte, Da scheu den Kampf nicht, Fürcht' nicht Haß noch Wunden. Washington. Für eilige Leser. Neuigkeiten aus Nah und Fern. Die wegen angeblicher Teilnahme an einer Regimentsfeier verurteilten 20 Aachener Offiziere sind auf das Gesuch des Reichskommissars jetzt enthaftet und begnadigt worden. * Der poln. Landtag hat beschlossen, das Ministerium für Kunst und Kultur aufzuheben. * Aus Ersparnisrücksichten wird in der Nacht zum 16. Februar in ganz Räte=Rußland der Stundenzeiger um eine Stunde vorgerückt. * Nach dem„Berl. Lokalanz.“ soll sich der ehemalige Volkskommissar des Aeußeren der ungarischen Räte=Republik, Bela Kun, in Berlin aufhalten. Die internationale Konferenz, die sich mit der Verteilung der früher Deutschland gehörenden alten Kabel befassen soll, wird binnen kurzem in Washington zusammentreten. Der afghanisch=englische Vertrag ist nach einer Meldung aus Delhi nunmehr ratifiziert worden. * Moskau wurde in einem Beethoven=Konzert das Gedächtnis des verstorbenen Nikisch geehrt. Nach einer Budapester Meldung gelingt Bethlen die Schaffung einer einheitlichen Regierungspartei unter Auflösung der Tisza=Partei. * Bei dem päpstlichen Empfang des diplomatischen Korps rühmte der japanische Gesandte die Tugenden des neuen Papstes, dessen Wahl die ganze Welt erfreue. * Rußland will in Genua eine Entschädigung für die Frankreich im Kriege gewährte Unterstützung, sowie die von Wrangel usw. verursachten Ausgaben verlangen. * Die technischen Angestelltenverbände und der Zechenverband konnten sich nicht einigen. Die Februar=Gehaltsregulierung kommt daher vor ein Schiedsgericht. Die Verhandlungen über die Angestellten=Einkommen der rheinisch=westfälischen Eisen= und Stahl=Industrie sind gescheitert. In den Verhandlungen mit der Reichsgewerkschaft in der Reichskanzlei hat Dr. Wirth den Gewerkschaften erneut erhebliche Zusicherungen gemacht. Auf dem Delegiertentag des Deutschen Bauernbundes wandte sich der Demokrat Dr. Böhme scharf gegen Dr. Wirth. * Die Regierung hat die sofortige Auszahlung der Wirtschaftsbeihilfen für die Angestellten und Beamten angeordnet. Der zweite Reichslandbundtag verlieh Feldmarschall Hindenburg die Ehrenmitgliedschaft des Landbundes. Die Rheinlandkommission hat im letzten Monat 25 Personen aus dem Rheinland ausgewiesen. dr. Wirths Mandat für Genua. Die Regierungskoalition hat am 15. Februar das Vertrauensvotum für den Reichskanzler so allgemein formuliert, daß damit die vergangene und die künftige Politik des Kanzlers, die innere wie die äußere gemeint waren. Die Mehrheit von 35 Stimmen ist sehr knapp und auch nur dadurch erzielt worden, daß sich die Bayrische Volkspartei der Stimme enthielt, und daß von der Unabhängigen Sozialdemokratie fast die Hälfte der Abstimmung fernblieb. Es liegt auf der Hand, daß bei den herrschenden deutschen Parteiverhältnissen die Mehrheit für eine Koalitionsregierung um so kleiner sein muß, je umfassender das zur Abstimmung gestellte Vertrauensvotum ist. Der Kern der Opposition. d. h. derjenigen Parteien, welche dem Reichskanzler das Vertrauen verweigerten, waren die Rechten. Die Deutschnationale Volkspartei und die Deutsche Volkspartei halten die Art, wie die deutsche Außenpolitik in den letzten Monaten von Dr. Wirth und Dr. Rathenau behandelt worden ist, für falsch. Es erscheint notwendig, daß die Reichsregierung in allernächster Zeit mit einem außenpolitischen Programm vor den Reichstag tritt und für die Vertretung dieses Programms in Genug ein ausdrückliches Vertrauensvotum fordert. Die Abstimmung vom 15. Februar galt nicht ausschließlich der Erteilung eines Mandats für die Vertretung Deutschlands in Genua, sondern bezog sich auch auf eine ganze Reihe innenpolitischer Fragen, wie z. B. die Behandlung der Finanzreform, die Liquidierung des Eisenbahner= Auch für die Kritiker an der Politik, die der Reichskanzler besonders in der Reparationsfrage nunmehr 9 Monate lang führt, war es klar, daß Dr. Wirth für die Vertretung Deutschlands in Genua ein Mandat erhalten würde. Gerade während der jüngsten Regierungskrise hat das Ausland— in Sonderheit Londoner und Pariser Zeitungen— den Reichskanzler als einen aufrechten Charakter und als einen wahren Staatsmann gefeiert. Die deutsche Presse, soweit sie für das Verbleiben Dr. Wirths eintrat, bediente sich vielfach des Arguments, daß unmittelbar vor Beginn der Weltkonferenz zu Genua ein Kabinettswechsel für uns schädliche Folgen haben könnte. In weiten Kreisen des deutschen Volkes hatte der Glaube Wurzel gefaßt, daß Dr. Wirth und Dr. Rathenau allein den für die erfolgreiche Führung unserer Sache in Genua notwendigen Kredit im Ausland besaßen. In der Tat hat die Erwägung etwas für sich, daß ein als ehrlich bekannter Staatsmann früher gegebene Zusagen korrigiert, wenn er sich im Laufe der Zeit von ihrer Unerfüllbarkeit überzeugt hat. Nach den Erfahrungen der letzten Monate besteht aber leider keine Gewähr, daß bei Dr. Wirth im Kampfe der Gefühle— im Kampf des Wunsches, gegen unsere Gläubiger loyal zu sein, gegenüber der Notwendigkeit, für Deutschland endlich erträgliche Zahlungsbedingungen durchzusetzen— das letztere Gefühl den Sieg davontragen wird. Wenn es überhaupt zur Konferenz in Genua kommt— eine Verschiebung bis nach Ostern scheint so gut wie sicher— so gehört ein besonderes Maß von Tatkraft dazu, den Strom der Verhandlungen nicht versanden zu lassen und praktische Ergebnisse herauszupressen. Der Ausgang der Konferenz zu Genua wird der Prüfstein dafür sein, ob das dem Reichskanzler am 15. Februar gegebene Vertrauenspotum gerechtfertigt war. Sollte die Konferenz zu Genua ersolglos bleiben, so würde das zwar nicht ein Verschulden der Reichsregierung aber unter allen Umständen die Tatsache beweisen, daß das Kabinett Wirth sich in den großen weltpolitischen und weltwirtschaftlichen Fragen gründlich verkalkuliert hat. Die Konferenz von Genua verschoben! London, 20. Febr. In London veröffentlichte gestern abend Reuter halbamtlich die Mitteilung, daß mit Rücksicht auf die italienische Regierungskrise eine Verschiebung der Genser Konserenz nunmehr unvermeidlich geworden sei. Der Lloyd George nahestehende„Daily Chronicle“ meldet, die italienische Krise bedinge eine Hinausschiebung der Konferenz von Genua um einen Monat, wenn nicht länger. Ruch ein Vertrauensvotum. Am Freitag hatte die französische Kammer eine Sitzung, die in mehr als einer Beziehung Bedeutung beanspruchen darf. Der in weitesten Kreisen unbekannte Abg. Bouteille hatte eine Interpellation an Poincaree eingebracht, die diesem augenscheinlich mehr als passend kam, und die im weiteren Verlauf auf Grund der am Schluß der Interpellationsdebatte vorgenommenen Abstimmung ein sehr aufschlußreiches Urteil über die tatsächlich noch immer in Frankreich herrschende Geistesauffassung erlebt. Anlaß der Interpellation war der bekannte Zwischenfall von Petersdorf, wo zwei französische Alpenjäger getötet 20 verwundet worden sind und dessen Porgeschichte einwandfrei nom immer nicht ausgeklärt ist, da die Untersuchung noch schwebt. Daas hinderte aber weder den Interpellanten noch den Präsidenten der französischen Republik, ihre Auffassung von den Vorgängen in bestimmter Form an den Tag zu legen und dabei glatt darüber hinwegzugehen, daß die allein verantwortliche Instanz für Ruhe und Ordnung in dem in Frage kommenden Bezirk die Interalliierte Kommission ist, in der, wie gleichfalls jedermann weiß, die Franzosen den bestimmenden Platz nehmen und zu behaupten wissen. Besonders bezeichnend waren aber wieder die unglaublichen Mitteilungen, die in dieser merkwürdigsten aller Kammern verzapft werden konnten. Die Reichswehr genügt nach Herrn Bouteille vollkommen, um von heute auf morgen zu einem Millionenheer erweitert zu werden und nach Herrn Poincaree ist Oberschlesien mit einem Netz von deutschen Freiwilligen=Abteilungen übersät, die von der deutschen Schwerindustrrie unterstützt werden. Die Reichsregierung habe notgedrungen eine Untersuchung eingeleitet, aber ihr Ergebnis sei nogativ gewesen. Es liegt nunmehr bei der Interalliierten Kommission, Klarheit über die Vorgänge zu schaffen. Man kann soweit gehen, Herrn Poincaree zuzugestehen, daß diese Klarheit für alle Parteien erwünscht ist. Aber wie er dazu kommt, gleich mit Sanktionen zu drohen, obschon, wie erwähnt, die Untersuchung noch schwebt, ist doch ein starkes Stück. Und zwar um so mehr, als die französische Kammer nachher eine Tagesordnung ersann, in der sie mit 506 Stimmen einstimmig Poincaree das Vertrauen votierte. Man wird sich wahrscheinlich in der ganzen Welt fragen, ob nicht allmählich doch versucht werden muß, den ungemein abträglichen Einfluß abzustoppen, der durch derartige Pariser Kammerdebatten auf die gesamte internationale Lage ausgeübt werden muß. Es bedarf gar keiner Erwähnung, daß hinter dieser Debatte und dieser Abstimmung nichts als der konsequente Wille steht, alles zu tun, um die Stimmung für die Konferenz von Genua zu verschlechtern. Zu sesem Zweck wird wieder einmal das Gespenst des von Waffen startenden Deutschlands beschworen. Zu diesem Zweck unterschlägt der verantwortliche Leiter der Politik Frankreichs die doch immerhin nicht unwichtige Tatsache, daß die Reichsregierung weder für den Vorgang selbst noch für die Ursachen, auf die er zurückzuführen ist, im geringsten verantwortlich gemacht werden kann, eben weil ihr keinerlei Kompetenzen für den Bezirk zustehen. Im übrigen wird man abzuwarten haben, bis der Bericht veröffentlicht wird, dem der von der Reichsregierung zwecks Erhebungen abgesandte deutsche Kommissar Dr. Peters an die Reichsregierung erstattet hat. Man muß hoffen, daß mit dieser Veröffentlichung nicht gewartet wird, denn auch solche haushohen Lügen, wie sie eben wieder in Paris gegen Deutschland in die Welt gesetzt worden sind, bedürsen wieder und wieder der Widerlegung. Die diplomatischen Vertreter der Sowjetrepublik. Die Petersburger bolschewistische Presse bringt ein Verzeichnis der gesamten diplomatischen Vertretung der russischen Sowetrepublik, das hier wiedergegeben sei: Lettland(Riga)— Ganezki, Litauen(Kowno) — Saida, Estland(Reval)— Stark, Finnland (Helsingfors)— Tschernych, Polen(Warschau) — Karachan,, Deutschland(Berlin)— Krestinski, Oesterreich(Wien)— Bronski, Tschecho=Slowakei(Prag)— Vorsitzender der Handelsdelegation Mostowenko, Italien(Rom)— Worowski, England— Krassin, Schweden— Kershenzow, Nonvegen— Michailow, Türkei(Angora)— Aralow, Persien— Roschein, Chiwa— Byk, Buchara— Jurenew, Afghanistan(Kabul)— Raskolnikow, Georgien(Tiflis) und Armenien(Eriwan)— Legra. ächtigte des Außenkommissariats sind in Petersburg— Ziperowitsch, in Moskau— Huckermann, in Noworossisk— Tomssen, in Ldessa— Jalowlew, in Tschita— Jansson, in Irkutsk Schumilski. Konsuln gibt es in Enseli und Vatum. Außerdem wird das Außenkommissariat durch die Vorsitzenden des Rats der Volkskommissare in der Ukraine(Rakowski=Charkow) und von Aserbeidshan(Narimanow) vertreten.— Aus dieser Liste geht hervor, daß unter den Diplomaten der Sowjet=Regierung nur, wenige Russen vorhanden sind. neuen Renten in der Unfallversicherung. Das Gesetz vom 28. Dezember 1921 setzt die Renten derjenigen Beschädigten aus gewerblichen Unfällen, deren Erwerbsfähigkeit um 50 v. und mehr beschränkt ist, neu fest. Bisher wurde zu der alten Rente eine Zulagerente gegeben, deren Höhe sich richtete einmal nach dem beim Eintritt der Verletzung bezogenen Jahresarbeitsverdienste, zum andern nach der Anzahl der Jahre um die der Zeitpunkt der Verletzung zurücklag. Das neue Gesetz bestimmt die Gesamtbezüge der vorgenannten Verletzten einheitlich nach einem anrechnungsfähigen Jahresarbeitsverdienste von 12000 Mark. Daher sind in Zukunft die Gesamtbezüge aller im gleichen Grade Beschädigten ohne Rücksicht auf ihre frühere Stellung und ihren früheren Verdienst gleich. Es wird wohl noch eine Trennung zwischen Haupt= und Zulagerenten vorgenommen, die Zulagerente ist jedoch immer gleich dem Unterschiede zwischen der bisherigen Hauptrente und der neuen nach einem anrechnungsfähigem Jahresarbeitsverdienst von 12000 Mark berechneten Rente. Eine Beschränkung tritt nur bei Jugendlichen und Minderjährigen ein, und zwar in der Weise, das Beschädigten bis zum 16. Lebensjahre 60, vom 16. bis 21. Lebensjahre 80 v. H. der Bezüge eines Volljährigen jezahlt werden. Die bisher gewährten Zulagen verden zum 31. März d. J. eingestellt, die Zulagen nach der neuen Berechnung ab 1. Januar 1922 nachgezahlt, jedoch unter Anrechnung der für die Zeit vom 1. Januar bis 31. März 1922 gezahlten Zulagen. Bei der ersten Auszahlung der neuen Rente erhält also jeder um 50 oder mehr v. in der Erwerbsfähigkeit durch Betriebsunfall Beschränkte neben der laufenden Rente noch eine einmalige Nachzahlung. Die Haupt= und Zulagerenten werden vom 1. April an in einer Summe gegen eine Quittung ausgezahlt. Die Berechnung der Renten ersieht jeder Berechtigte aus dem ihm von der Berufungsgenossenschaft zu erteilenden neuen Rentenbescheide. Auf Anfrage kann auch der Postbeamte nach den Eintragungen in der ihm vorliegenden Zahlungsanweisung Auskunft erteilen. Aus Stadt und Land. Schwerte, den 21. Februar. Erinnerungen. 1751* Der Dichter Johann Heinrich Voß in Sommersdorf(f 1826)— 1810 Der Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer in Mantua erschossen (* 1767)— 1824; Der preußische General Fr. Em. Graf Tauentzin v. Wittenberg in Berlin (“ 1760)— 1916* Der Bildhauer Karl Begas in Köthen(“ 1845)— 1920 f Der Polarforscher Robert Peary(“ 1856). ** Aus der Friedensbewegung. Die seit Jahren gemeinsame Arbeit der deutschen Friedens=Organisationen hat sich zu einem engeren Zusammenschluß verdichtet. Am 26. Januar d. J. ist das Deutsche Friedenskartell errichtet worden. Seine Mitglieder sind: Deutsche Friedensgesellschaft, Deutsche Liga für Völkerbund, Verband für internationale Verständigung, Bund Neues Vaterland, Friedensbund der Kriegsteilnehmer, Frauenliga für Frieden und Freiheit(Deutscher Zweig), Bund religioser S##zialisten, Friedensbund deutscher Katholiten, Bund der Kriegsdienstgegner, Deutscher pazifistischer Studentenbund, Weltjugendliga, Bund für radikale Ethik, Bund entschiedener Schulreformer, Deutscher Monistenbund. ** Angenommener Schiedsspruch in der Indu strie. Der vom Reichs= und Staatskommissar für die Entlohnung der Arbeiter im hiesigen Bezirk gefällte Schiedsspruch ist in der gestrigen Urabstimmung der Arbeitnehmer angenommen worden. Von den einzelnen Gewerkschaften wurden folgende Stimmen abgegeben: Hirsch=Duncker 393 für Annahme, 154 für Ablehnung, freie Gewerkschaften 357 bezw. 191, christliche Gewerkschaften 203 bezw. 28. Einige ausstehende Stimmen von hier und Westhofen werden an obigem Ergebnis nichts mehr ändern. Der Schiedsspruch sieht für Januar eine Lohnerhöhung von 50 Pfg. pro Stunde vor, für Februar eine solche von 1 Mark, das Kindergeld wurde auf 50 Pfg. pro Tag festgesetzt, des Hausstandsgeld gleichfalls auf 50 Pfg. ** Die Hausbesitzer und Mietervereine tun gut, sich mit dem neuen Mietsgesetz, das sich jetzt im Reichstage befindet, näher zu beschäftigen, denn es befinden sich manche Bestimmungen darin, die sehr wohl überlegt sein wollen. Gewiß, es sind im Mietswesen mancherlei Reformen notwendig, aber es muß doch auch beachtet werden, daß zu bürokratische Vorschriften nicht für alle Orte passen und daß zu viel Schreibwerk die Verhältnisse nur komplizierter gestaltet. Außerdem soll, worauf es in allererster Reihe ankommt, das Mietsgesetz nicht die Baulust unterbinden, die sich jetzt erst wieder wie ein scheues Veilchen aus dem Verborgenen an das Tageslicht wagt. ** Kammermusik=Abend. Wie schon kurz mitgeteilt, findet morgen(Mittwoch) abend im Saale des evangel. Gemeindehauses als Sonderveranstaltung der hies. Volkshochschule ein Kammermusik=Abend statt, für den das bekannte Pöhilmann=Quartett aus Dortmund, W. Pöhlmann(1. Geige), Bruno Nolte(2. Geige), Adolf Pörsken(Bratsche), Karl Roser (Cello) gewonnen ist. Das Programm ist ein hochkünstlerisches und bringt das Streichquartett Nr. 7. von Mozart, ein Trio für Geige, Bratsche und Cello von Beethoven und das Streichquartett Nr. 12(sogen. Kaiser=Quartett) von Haydn. Vor Beginn des Konzerts wird der bekannte MusikPädagoge Elsässer=Dortmund die Konzertbesucher in einem erläuternden Vortrag mit den auf dem Programm stehenden hervorragenden Tonschöpfungen bekannt machen und sie in den Geist derselben einführen. Hoffentlich wird die Absicht der Leitung unserer Volkshochschule, auch den breitesten Massen unserer Bevölkerung die unsterblichen Meisterwerke der größten deutschen Tonmeister zu vermitteln, durch einen recht zahlreichen Besuch dieses Kammermusik=Avends gelohnt. Wir bemerken noch, daß der Eintritt für Mitglieder des Volkshochschulvereins auf 8 Mk. bemessen ist, für Nichtmitglieder auf 5 Mark. Eintrittstarten sind in den durch Aushang lenntlich gemachten Geschäften zu haben. Das Konzert beginnt pünktlich 8 Uhr. Wegen des Kammermusikavends fällt der Lehrgang:„Unsere großen Tonmeister“ des Herrn Studienrats Blauth aus. Die Stunde wird sächste Woche am Mittwoch, den 1. März nachgeholt. Herr Dr. Appens ist leider verhindert, Donnerstags den Lehrgang„Staatsbürgerkunde" abzuhalten. Der Lehrgang wird schon in dieser Woche Freitag stattfinden. Der Lehrgang des Herrn Dr. Wrede über„Gewerkschaften" fällt endgültig fort. Die hierfür gelösten Karten werden im neuen Rathaus, Zimmer 20, zurückgenommen. Es wird gebeten, in dieser Woche zu jeder Stunde die vollständig ausgefüllten Hörerkarten mitzubringen. ** Was kosten die stand des preußischen Voltsschulen? Der VorStädterages hat an den Landtag und die zuständigen Stellen eine Eingabe gerichtet, worin unter Hinweis auf frühere Eingaben über Regelung des Beschulungsgeldes für die Volksschulen zur weiteren Beleuchtung der darin vorgetragenen Wünsche noch das Ergebnis einer vom Städtetag im Ottober 1921 bei einer Reihe von Städten veranstälteten statistischen Erhebung über die Ausgaben der Volksschulen mitgeteilt wird. Nach dieser Erhebung stellt sich bei den befragten 17 Städten, die alle Teile des Staates und zugleich die verschiedensten Größenklassen umfassen, für das Rechnungsjahr 1921 der Gesamtaufwand für die Volksschulen(und zwar auf dei Grundlage der vor der ab 1. Oktover eingetretenen Besoldungserh hung bekanntgegebenen Schätzungsansätze je Lehrerstelle mit 9600 Mark und eines Beschulungsgeldsatzes von 100 Mark je Schüler) bei den Stödten rund 185 779000 Mark, beim Staat 92646 000 Mark. Hiernach entfallen von dem gesamten persönlichen Aufwande der Volksschulen auf die Städte 60,38 Prozent, auf den Staat 39,62 Prozent. Berücksichtigt man zu Lasten der Städte auch die sächlichen Aufwendungen so stellt sich das Anteilverhältnis folgendermaßen: die Städte 67,88 Prozent, der Staat 32,12 Prozent. Diese Zahlen, so heißt es in der Eingabe, zeigen, wie unrichtig in Wirklichkeit auf den bisher gegebenen finanziellen Grundlagen die bei den Beratungen über das Volksschullehrer=Diensteinkommengesetz obwaltende und auch sonst in der Oeffentlichkeit verbreitete Annahme ist, daß der persönliche Besoldungsaufwand für die Volksschulen zu zwei Dritteln vom Staat und nur zu einem Drittel von der Gemeinde getragen werden.— ** Vortragsvereinigung. Die Haaß=BerkowLeute kommen nach Schwerte am 33., 4. und 5. März. ** Personalien. Die am 16. d. M. von der Eisenbahndirektion in Elberfeld abgehaltene Fachprüfung erster Klasse zum Eisenbahnobersekretär bezw. Oberbahnhofsvorsteher bestanden die Herren Wilh. Griese in Oberbrügge(ein Sohn unserer Stadt) Schmidt in Altenhundem und Spaak in Velbert. * Kinderhilfe. Der Ausschuß für die Kinderhilfe der Stadt Schwexte war gestern im Rathause zu einer Sitzung zusammengetreten, um über die Verwendung der seinerzeit gesammelten Gelder weitere Beschlüsse zu fassen. Zur Verfügung stehen noch etwa 39000 Mark. Im Laufe dieses Jahres soll wieder einer Anzahl kranken Schulkindern die Wohltat einer Kur zuteil werden und zwar sollen 18 Plätze in Bad Sassendorf belegt werden, weitere 10 in einem bei Höxter (Weser) belegenen Kinderheim und 5 auf der Insel Norderney. Die Auswahl der Kinder erfolgt durch die Lehrpersonen; die endgiltige Entscheidung trifft allerdings der Arzt. ** Verbot öffentlicher karnevalistischer Veranstaltungen. Der Regierungspräsident, zu Arnsberg hat unter dem 8. Februar 1922 eine Polizeiverordnung erlassen, die öffentliche karnevalistische Veranstaltungen aller Art verbietet. Infolgedessen sind Umzüge. Aufführungen, Vorträge und Tanzlustbarkeiten in geschlossenen Räumen, soweit sie den Charatter der Oeffentlichkelt tragen, verboten. Desgleichen ist das Tragen karnevalistischer Verkleidungen oder Abzeichen, das Singen, Spielen und Vortragen karnevalistischer Lieder, Gedichte und Vorträge, da Werfen von Luftschlangen, Konfetti, und dergleichen auf öffentlichen Straßen und Plätzen, in ösfentlichen Lokalen und Versammlungen verboten. Der Bestrafung unterliegen sowohl die Veranstalter als auch die Teilnehmer und die jenigen, die zu Veranstaltungen der genannten Art auffordern, einladen oder sie in ihren Räumen dulden. * Wegnahme von Zeitungen ist Unterschlagung. Die D Duisburger Strafkammer verhandelte dieser Tage gegen den Arbeiter Anton Wähler aus Oberhausen. In dem Hause, in dem der Angeklagte wohnte, verschwanden seit längerer Zeit die Zeitungen. Eine Frau paßte daher eines Tages im Flur auf und beobachtete, daß der Angeklagte, aus seiner Wohnung gehend, sich aus dem Briefkasten eine Zeitung nahm und diese in seine Tasche steckte. Auf die Vorhaltungen der Frau hin gab er die Zeitung wieder zurück und erklärte, daß er nur die Anzeigen einsehen wollte. Das Oberhausener Schöffengericht hat die Tat als Diebstahl angesehen und den Angeklagten wegen fortgesetzten Diebstahls zu einer Woche Gefängnis verurteilt. Auch die Duisburger Strafkammer sah als erwiesen an, daß sich Wöhler dauernd die Zeitungen angeeignet hatte. Seine Taten wurden jedoch nicht als Diebstahl, sondern als Unterschlagung angesehen. Aus diesem Grunde hob das Gericht die erste Strafe auf und erkannte auf 300 Mark Geldstrafe. ** Aplerbeck, 20. Febr. Ermittelter Dieb. Vor einigen Tagen wurde dem Bergmann Gustav Kastrewski, während er sich auf seiner Arbeitsstätte befand, aus seinem erbrochenen Koffer ein Geldbetrag in Höhe von 1100 Mark gestohlen. Als Dieb konnte jetzt der Handlanger Ignatz konitzin von hier ermittelt werden, der festgenommen und dem Amtsgericht Hörde vorgeführt wurde. Dem Bestohlenen konnte der größte Teil des Geldes wieder zurückgegeben werden. Aus den Provinzen. Hagen, 20. Febr. Ende des Streiks in der Metall==Industrie. Nachdem sich die streikende Arbeiterschaft für den Einigungsvorschlag entschieden, hat auch der Märkische Arbeitgeberverband sich für die Annahme ausgesprochen. In einer Besprechung der beiden Parteien sind die näheren Bedingungen für die Wiederaufnahme der Arbeit festgelegt, sodaß der seit dem 4. Februar dauernde Streik nunmehr als beendet angesehen werden darf. Am Montag ist die Arbeit wieder ausgenommen.— Auch im Wuppertal ist der Skreik beendet. Hagen, 20. Febr. Das Folkwang=Mueum. Nach einer Meldung der„Essener Allgemeinen Zeitung“ sind die Verhandlungen wegen des Erwerbeis dies Osthausschen Folkwang=Museums in Hagen so weit gediehen, daß sein Uebergang nach Essen mit großer Sicherheit erwartet werden kann. Ein Wettbewerb Düsseldorfs kommt wohl nicht mehr in Frage, da zwischen beiden Städten aussichtsreiche Verhandlungen zu gütlicher Einigung gepflogen wurden. Die erforderliche Kaufsumme sei zum größten Teil aufgebracht; doch fehlten immerhin noch sehr erhebliche Beträge, bis die Mittel zusammen seien. Hagen, 20. Februar. Schließung des Theaters. In der letzten StadtverordnetenVersammlung hatten die bürgerlichen Parteien folgenden Antrag eingebracht:„Der Beschluß der Stadtverordneten=Versammlung, für die Theaterspielzeit 1922/23 2100000 Mark zur Verfügung zu stellen, wird aufgehoben. Nach Schluß der laufenden Spielzeit wird auf den Betrieb des Theaters durch eigenes Personal vorläufig verzichtet.“ Dieser Antrag wurde mit 27 bürgerlichen gegen 19 sozialistische Stimmen angenommen. Vorher war der Antrag, den Theaterbetrieb mit Oper und Schauspiel durchzuführen und die erforderlichen Mittel zu bewilligen, abgelehnt worden. Milspe, 20. Febr. Einem Eisenbahn= diebstahl ist man hier auf die Spur gekommen. Vorgestern ist aus einem aufgebrochenen Güterwagen wertvolles Frachtgut, darunter für etwa 70000 Mark Leder geraubt worden. Einzelne Stücke wurden in der Nähe des Bahnhofes versteckt gefunden. Die Wassergewinnungsanlage in Friedheim war ebenfalls zum Versteck von Lederrollen gewählt. Das Trinkwasser bekam dadurch braune Farbe und widrigen Geschmack und beim Suchen nach der Ursache fand man im Quellraum das gestohlene Leder. Witten, 20. Febr. Preissteigerungen beim Wirtschaftsverkauf. Das Haus Hauptstraße 2, in dem jetzt eine Automatenwirtschaft betrieben wird, hat schon häufiger seinen Besitzer gewechselt. Beim ersten Verkauf wurden 210000 Mark erzielt. Der zweite Besitzer zahlte 400000 Mark. Jetzt hat sich ein Liebhaber gefunden, der bereit ist, die respektable Summe von 600000 Mark zu zahlen. Oeventrop, 20. Febr. Einen tragischen Tod fand gestern der praktische Arzt Dr. Linneborn von hier. Zu einer Geburtshilfe herangezogen, trug er das soeben geborene Kind auf seinen Händen und erklärte:„Leider ist das Kind tot"; in diesem Augenblick sank er selbst, von einem Schlagfluß getroffen, als Leiche hin. Bochum, 20. Febr. Brandstiftung aus Rache. Unter dem Verdacht, das Gehöft des Gutsbesitzers Windenfeld gent. Ostermann in Riemke in Brand gesteckt zu haben, ist ein früher auf dem Hofe bediensteter Knecht verhaftet worden. Er war wegen eines Treibriemendiebstahls bestraft worden und hatte die Tat aus Rache verübt. Herne, 20. Febr. Eine folgenschwere Gasexplosion hat sich im Hause Pieperstraße 11, einem einstöckigen Hause der Kolonie Konstantin ereignet. Als sich die dort wohnende Frau des Bergmanns Drenhaus morgens gegen 5 Uhr mit einer Wetterlampe in den Keller be8 Martin Salander. Roman von Gottfried Keller. 27)(Nachdruck verboten). „Arnold ist in das Holz hineingegangen, um Pflanzen zu suchen“, bemerkte Frau Salander, „geht, Mädchen, und ruft ihn herbei, damit wir auch ans Aufbrechen denken können. Die Sonne dort geht bald hinab!“ „Das eilt ja nicht so,“ versetzte Frau Weidelich,„wir haben ja Mannsleute genug bei uns! Ja, ja, Herr Salander! Ihr habt Euren Weg kapfer gemacht und seid jetzt ein reicher Herr, wie ich glaubwürdig finde! Aber nicht wahr, es freut einen nur, wenn man erfreuliche Kinder hat, an die man es wenden kann? Gott sei Dank, uns geht es auch ordentlich! Aber alles, was wir aufbringen, opfern wir unsern zwei Söhnen und ihren künftigen Tagen. Ich hoffe, sie werden es einmal zu etwas Besonderem bringen; denn in der Lehre und allem, was nötig ist, soll es an nichts fehlen! Wir hätten gerne im Zeisig ein neues Haus gebaut, statt der alten Bauernhütte! Aber nein! sagten wir, es tut's noch, solange wir da sind, und wo die Söhne sich niederlassen und bauen werden, kann man ja noch gar nicht wissen, Also wollen wir lieber das Geld behalten und uns schicken!“ Sie wollte wieder einen Blick auf ihre Zwillinge werfen, fand sie aber nicht, weshalb ihre Augen dieselben sogleich suchten. Die zwei Salanderstäulein hatten ihren Bruder Arnold im Innern des Gehölzes nicht lange gesucht, sondern nur ein paarmal gerufen, und waren dann wieder unter die vorderen Bäume geSochuen, no ie, Anander un die güchte gasterd. Schwesternliebe oder Mädchenfreundschaft darstellend, auf und ab spazierlen, begleitet von den Zwillingen lints und rechts. Die Mama Weidelich nahm den Aufzug wahr. „Seht doch!“ sagte sie gerührt,„wie lieblich die jungen Leutchen dort spazieren gehen! Man tönnte glauben, es seien zwei Brautpärchen! „Ei freilich, warum nicht,“ meinte Frau Salander lachend,„die Mädchen wären wenigstens alt genug für die Knaben; und zu wachsen brauchten sie auch nicht mehr!" „Das hat nichts auf sich!" rief wiederum die andere Mutter;„meine Buben werden Burschen abgeben, aus denen man zwei machen kann vom Stück!" Frau Marie fühlte sich von diesen Scherzen nie angenehm berührt; als sie daher nach den Kindern sah und bemerkte, wie dieselben im Begriffe waren, mit dem Beginne eines Walzers wieder nach der Mitte der Tanzwiese abzuschwensen, jede der Töchter am Arm eines der Zwillinge, stand sie rasch auf und holte sie ein. „Was fällt euch ein. Setti, Netti!“ rief sie den Mädchen in entschiedenem Tone zu,„daß ihr wieder anfangen wollt, während die Sonne untergegangen ist und wir bald fortgehen werden? Kommt nur gleich mit und nehmt euere Sachen zusammen!“ Tie Mädchen ließen ihre Knaben ohne sichthire Trauer gehorsam fahren; die letzteren aber erröteten und waren verlegen, was der Frau nicht entging und sie ein bißchen ärgerte; denn es schien ihr nicht schicklich, daß die Bürschchen rot zu werden brauchten. Sie stiellen mit ihren si' Hernen schrielichen, folgten dier den Frauen zu den Lischen. Ihre Mutter empfing sie mit leuchtenden Blicken. „Was ist das für eine Aufführung, ihr Tansendkerle“, rief sie ihnen zu,„mit den Jungfern zu tanzen, und wo habt ihr es gelernt?" „Hei, das weißt du ja wohl, Mama, in der Tanzstunde!" „Schweigt! Freilich weiß ich's! Danket Gott, daß ihr Eltern habt, die so viel für euch tun und alles aufwenden, was sie vermögen! Und der Vater arbeitet von früh bis spät; jahraus und eein plagt er sich, kauft Land und pflanzt und schwitzt, und im Winter läßt er es aus Frankreich und bis aus Algier kommen! Denn er sagt, die Kosten gehen erst recht an, wenn ihr Studenten seid, da müsse es zu Tausenden panat liegen! Herr Salander, ich hab' gehört, daß Ihr jeden Augenblick Ratsherr werden könntet, wenn Ihr wolltet. Nun, Ihr seid Kaufherr, das ist auch schön, und eine Art wilder Ratsherr noch dazu! Aber ein paar so studierte Räte oder Fürsprecher oder Pfarrherren, wie die zwei Schlingel da, ist doch auch nicht übel?“ Mit glückseligen Augen blinzelte sie die Söhne an, welche sich den Wein eingeschenkt hatten, der noch in der Flasche gewesen, und sich leidlich den Durst löschten. „Trinkt und eßt,“ rief sie,„und mög' es euch gut tun! Soll ich noch eine halbe befehlen?“ Die Knaben verneinten es, da sie noch nicht mal in das Alter vorgerückt, in welchem man über Durst zu trinken gelernt hat. „Nun denn, so wollen wir aufbrechen, die Suppe wird bald fertig sein und der Vater die Mtüch zuch delongf daben. Lann gelt er nal zum Sonntagsschöppchen, und das ist ihm wohl zu gönnen! Kommt, macht vorwärts, ihr Sapperlöter! Ich will wetten, wenn ihr einmal die weißen Mützen tragt, oder auch rote, so denkt ihr, die halben Nächte lang nicht heimzukommen! Aber wartet nur, wartet nur! Man wird euch die Schneckentänze vertreiben! Jetzt empfehle ich mich höflich dem Herrn und der Frau und freue mich sehr der werten Bekanntschaft, hoffentlich nicht das letztemal, und deren Jungfern— heda, ihr Buben, bedankt ihr euch nicht für die schöne Unterhaltung, und steht dort wie Opferstöcke?" Die Knaben ließen sich blöder und unbeholfener herbei, als sich nach ihrem kecken Tanzen hätte vermuten lassen, um den Mädchen die Hände zu geben und gute Nacht zu sagen. Endlich zog die glückliche Mutter mit den Söhnen von dannen und es wurde nun stiller. Martin Salander wünschte noch ein wenig auszuruhen, da er einen dreistündigen Morsch hinter sich hatte; der Sohn Arnold, der mit einer buschigen Handvoll Waldpflanzen eintraf, warf sie auf den Tisch, um sie zu ordnen, und entdeckte, daß er mit Trank und Speise zu kurz gekommen sei, wodurch er den Vorteil erreichte, mit dem Vater extra einen Schoppen auszustechen, da Mutter und Schwestern nur Milch mit eingebrocktem Brot gegessen hatten. Salander fragte, wie sie denn in die Gesellschaft dieser Familie Weidelich geraten seien? „Das weiß ich selber kaum!“ sagte Frau Marie,„wir hatten soeben hier Platz genommen, als wir auf einmal mitten drin waren. Arnold kennt, wie es scheint, die jungen Herren!" (Fortsetzung folgt). gt, sodaß der seit nunmehr als beAm Montag ist men.— Auch im t. olkwang=Muer„Essener Allgehandlungen wegen Osthausschen so weit gediehen, issen mit großer in. Ein WettbehI nicht mehr in dten aussichtsreiche iinigung gepflogen issumme sei zum fehlten immerhin dis die Mittel zuhließung des Stadtverordnetenrgerlichen Parteien „Der Beschluß der für die Theater= art zur Verfügung Nach Schluß der uf den Betrieb des nal vorläufig verede mit 27 bürgerStimmen angenomden Theaterbetrieb rchzuführen und die willigen, abgelehnt m Eisenbahn= f die Spur gekomiem aufgebrochenen tgut, darunter für aubt worden. EinNähe des Bahnhofes Wassergewinnungsenfalls zum Versteck das Trinkwasser beund widrigen Geich der Ursache fand ohlene Leder. issteigerungen kauf. Das Haus eine Automatenwirtchon häufiger seinen sten Verkauf wurden zweite Besitzer zahlte ch ein Liebhaber gepektable Summe von inen tragischen ische Arzt Dr. LinneGeburtshilfe herangeeborene Kind auf sei„Leider ist das Kind sank er selbst, von als Leiche hin. andstiftung aus cht, das Gehöft des jent. Östermann in haben, ist ein früher Knecht verhaftet worTreibriemendiebstahls die Tat aus Rache e folgenschwere ch im Hause Pieperin Hause der Kolonie ich die dort wohnende nhaus morgens gegen npe in den Keller beTann gebt er nal das ist ihm wohl zu wärts, ihr Sapperen ihr einmal die ich rote, so denkt ihr, cht heimzukommen! ir! Man wird euch Jetzt empfehle ich der Frau und freue intschaft, hoffentlich n Jungfern— heda, nicht für die schöne wie Opferstöcke?" löder und unbeholfen kecken Tanzen hätte ädchen die Hände zu gen. Endlich zog die Söhnen von dannen hte noch ein wenig stündigen Marsch hinrnold, der mit einer anzen eintraf, warf ordnen, und entdeckte, ise zu kurz gekommen erreichte, mit dem Vanuszustechen, da Mutilch mit eingebrocktem Besell2 Man, als Isnold geben wollte und kaum die Tür geöffnet hatte, entstand eine heftige Gasexplosion, die wahrscheinlich auf die Entzündung von Knallgas zurückzuführen ist, das einem undichten Rohre entströmte. Die ganze Hinterfront des Hauses wurde vollständig auseinandergerissen. Der in der Küche weilende 15jährige Sohn Heinrich, der zur Zeche gehen wollte, wurde mit der Wand hinausgeschleudert. Er erlitt einen Schädelbruch und war sofort tot. Die Frau zog sich schwere Brandwunden zu und wurde ins Krankenhaus gebracht.(6 Wermelskirchen, 20. Febr. Opfer der Genickstarre. An der Genickstarre sind hier zwei Kinder einer Witwe gestorben. Zwei Kinder liegen noch an der tückischen Krankheit darKöln, 20. Febr. Erfrorene Eier. Infolge des Frostes ist ein Waggon Eier, der von Pommern unterwegs war, vollständig vernichtet worden. Dem Empfänger erwächst dadurch ein Schaden von 200000 Mark. Köln, 20. Febr. Lohngeldraub. Zwei städtische Beamte wurden in der Kleinen Gedankstraße von zwei Männern überfallen. Die beiden Beamten hatten Lohngelder in Höhe von 300000 Mark geholt, wovon die Burschen Kenntnis erhalten haben mußten. Sie entrissen den Beamten das Geld, das in zwei Taschen untergebracht war, und verletzten dabei einen Beamten. Der Verletzte sprang jedoch sofort wieder auf und konnte die eine Tasche mit 100 000 Mark in seinen Besitz zurückbringen. Die beiden Räuber sprangen nunmehr auf ein in der Nähe haltendes Automobil und enttamen unerkannt. Marconi fur schweren Erkrankung des berühmten Erfinders Guilelmo Macaroni ist der Erfinder der Funkentelegraphie(Telegraphie ohne Draht). Er wurde geboren am 25. April 1874 in Griffone bei Bologna und ging 1896 nach England. Es gelang ihm 1902, von Irland nach Kanada Zeichen zu geben. 4a. 2a. 5a. 2a. 1a. Wegen Beihilfe zum Hochrrat verhaftet. In München wurde der kommunistische Agitator Josef Schwarz verhaftet, der seit längerer Zeit wegen Beihilfe zum Hochverrat gesucht war. Er hat als kommunistischer Wanderredner das Rheinland und den größten Teil von Süddeutschland seit März 1921 bereist und war in der letzten Zeit von der Münchener Parteileitung zur Propaganda bei der Landbevölkerung verwandt worden. Deutscher Landfrauentag. Berlin, 20. Febr. Unter den Veranstaltungen der großen Landwirtschaftswochc beanspruchte die öffentliche Sitzung des Deutschen Landfrauentages größeres Interesse. Im Mittelpunkt der Togung stand ein Vortrag des Prosessors DadeBerlin über die Krisis in der Ernährung unseres Volkes und die Notwendigkeit der Produktionssteigerung in der Landwirtschaft. Die Landfrauen, so führte er aus, sollten sich klarmachen, daß der Körper des Volkes im Fieber der politischen Krisen ein kranker Körper ist. Dieser kranke Körper könne nur gerettet werden, wenn der natürliche Nahrungsspender der heimatliche Boden, mehr Produktion hergibt als in gewöhnlichen Zeiten. Deutschland werde wieder hoch kommen! Seine Ausführungen wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Nach ihm sprachen Frau Görg über landwirtschaftliche Frauenarbeit und Frau Kißling=Heinzendorf über Kinderarbeit auf dem Lande. Entlassung deutscher Lehrer in Posen und Pommerellen. Danzig, 20. Febr. Alle Danziger Volksschullehrer deutscher Nationalität, die für Deutschland eptiert haben, sind im Bezirk der Schulverwaltung von Pommerellen mit dem 31. Januar entlassen worden. In Posen scheint man gleicher Weise vorgegangen zu sein. Rätselhafte Entführung eines Gastwirtes. Berlin, 20. Febr. Der in der Lothringerstraße wohnende Gastwirt Josef Kompel wurde gestern abend von drei in das Lokal eindringenden Männern mit vorgehaltenem Revolver trotz seines Widerstandes und seiner Hilferufe in ein vor der Tür stehendes Auto geschleppt und fortgefahren. Trotzdem ein Heer von Beamten sofort Nachforschungen anstellte, konnte über das Verbleiben des gewaltsam Entführten bisher nichts festgestellt werden. Verbot von Vorträgen. Köln, 20. Febr. Die interalliierte Rheinlandkommission hat dem früheren Kommandeur der „Emden“, Kapitän Müller, vervoten, im besetzten Gebiet Vorträge zu halten. Deutsche Hausbesitzertagung. Stuttgart, 19. Fehr. Die süddeutschen Haus besitzervereine nahmen heute in einer großen Mas senversammlung in Stuttgart Stellung gege die Zwangswirtschaft im Wohnungs wesen, das neue Mieterschutzgesetz, das Reichs mictengesetz und die Wohnungsabgabe. Vertreten waren 313 Hausbesitzervereine mit 177500 Mitgliedern. Die Versammlung beschloß die Absen dung eines Telegrammes an die Zentrumsfraktion des Reichstages, in dem angefragt wird, ob sie ihre Stellung zum Reichsmietengesee aufrecht erhält. Die Auszahlung der Wirtschaftsbeihülfe Berlin, 20. Febr. Ruh Huhlungleehle Mit dem Reichsrat und hat der Reichsminister der Zininzen die Auszahlung der neuen Wirtschaftsbeihülfe an die Beantten und Angestellten derjenigen Bezirke, über die die Verhandlungen wegen der Uebertretungszuschüsse der Arbeiter abgeschlossen sind, angeordnet. Diese Wirtschaftsbeihülfe wird, da sie die örtlichen Teuerungsverhältnisse ausgleichen soll, allen Beamten mit dem gleichen Betrage gewährt. Gegen die Pfuscharbeit. Gegen das Ueberhandnehmen der sog. Pfuscharbeit, d. h. die Uebernahme von Nebenarbeit durch vollbeschäftigte Arbeiter und Beamte, fand im sächs. Wirtschaftsministerium eine Sitzung mit Vertretern der Gewerkschaften, sowie von Handwerk, Handel und Industrie statt. Von allen Seiten wurde anerkannt, daß die Pfuscharbeit nicht nur das selbständige Handwerk und Kleingewerbe, sondern auch die Arbeiterschaft selbst schwer schädige, da sie die Arbeitsmöglichkeit fü Erwerbslose einschränkt, durch Preisunterbietung auch die Lohnverhältnisse ungünstig beeinflußt und den Achtstundentag durchbricht. Der Arbeitsplan des Preußischen Landtags. Der Preußische Landtag wird sich am 27. Februar bis zum 4. März vertagen. Am 20. März soll wieder eine Pause bis 24. März gemacht werden. Nach dieser Parse soll ununterbrochen durchgearbeitet werden bis zu den Österfcrien, die am April beginnen und am 26. April zu Ende gehen. Das westfälische Oberpräsidium. Die Vereinigung der Deutschen und Deutschnationalen Volkspartei im westfälischen Provinziallandtag, welche kürzlich eine Fraktionssitzung abhielt, nahm zur Frage des Wechsels im Oberpräsidium in Münster mit folgender Entschließung Stellung: Die Fraktion bedauert den nach Zeitungsmeldungen bevorstehenden Rücktritt des Oberpräsidenten Dr. Würmeling von seinem Amt; sie würde es im Interesse der Provinz Westfalen begrüßen, wenn eine weitere Verlängerung seiner Amtsdauer von der Staatsregierung veranlaßt würde. Für die Neubesetzung des Oberpräsidiums kann nur ein gebürtiger Westfale, jedenfalls aber die Werbedrucksachen des Kaufmanns. Jüngst hatte ich Gelegenheit, eine Reihe englischer Preisbücher aus der Zeit des Krieges zu sehen. Ich war überrascht, welch glänzende Ausstattung man diesen Drucksachen gegeben hatte. Die Abbildungen sind mehrfarbig, das Papier ist dementsprechend gut. Die bildlichen Darstellungen haben den Vorzug besonderer Schärfe. Da die Preisbücher Kaufleuten im neutralen Ausland zugingen, so zeigt das, welche Anstrengungen die Engländer schon während des Krieges machten. um die geschäftlichen Verbindungen mit dem neu tralen Ausland zu verstärken und zu vermehren. Das sagt uns gleichzeitig, wie wir arbeiten müssen, um uns den alten Platz wieder zu erobern. Leider läßt die Ausstattung der Werbedrucksachen bei uns sehr zu wünschen übrig. Der deutsche Kaufmann will oft billiges Papier und Druck, mangzelhafte bildliche Darstellungen. Es muß unsere Aufgabe sein, hier die bessernde Hand anzulegen. Freilich sind uns leider jetzt sehr oft Grenzen gezogen. Das Papier, das uns augenblicklich zur Verfügung steht, ist meist schlechter als das in der früheren Friedenszeit, dabei aber so teuer, daß die Preise der Drucksachen dadurch gesteigert werden. Gerade dieser Umstand kann leicht die Veranlassung dazu sein, bei der Ausstattung der Drucksachen zu sparen. Das aber würde ein Sparen am falschen Fleck sein. Die Kosten der Drucksachen kommen wieder herein, wenn durch sie Aufträge hereingeholt werden. Je besser das den Werbedrucksachen gelingt, desto geringer stellt sich die Summe, die als Anteil der Werbekosten auf den einzelnen Gegenstand entfällt. Bei einem großen Umsatz spielen die Werbekosten in der Kalkulation gar keine Rolle mehr. Besondere Sorgfalt ist auf die sprachliche Durcharbeitung zu legen. Die in deutscher Sprache gehaltenen Werbedrucksachen müssen in gutem, reinem Deutsch geschrieben sein. Phrasen sind zu vermeiden. Man suche vielmehr nach neuen Ausdrucksformen. So werden sie schon durch ihre sprachliche Durcharbeitung herausgehoben. Beginnt diese Anregung mit einer Anerkennung der Güte der erwähnten ausländischen Drucksachen, so darf aber auch ihre schwache Seite nicht verschwiegen werden. Die Drucksachen waren alle in englischer Sprache abgefaßt. Der deutsche Außenhandel konnte seinerzeit festen Fuß] Haim fassen, weil u. a. die deutschen Kaufleute in der Deutsch=Luxemburg Sprache des fremden Landes schrieben. Darauf müssen wir auch heute wieder Wert legen. gunmiennminmseumumummmmmmn muh. Handel und Börse Volkswirtschaft snn eineet snnmn mer Dortmunder Schlachtviehmarkt vom 20. Februar. Aufgetrieben waren: 1086 Stück Großvieh, 539 Kälber. 398 Schafe, 1963 Schweine, Ochsen: 1a. 1500—1600, La. 1400—1500, 3a. 1000—1200 Mark. Bullen: 1a. 1400—1500, 2a. 1200—1400, Ja. 1000—1200 Mark. Färsen und Kühe: la. 1500—1550, Pa. 1400—1500, 3a. 1200—1400, 1000—1200, 5a. 900—1100 Mark. Kälber: 1300—1350, Ba. 1200—1300, 4a. 1100—1200, 900—1100 Mark. Schafe: 1a. 1000—1100, 900—1000, 3a. 700—900 Mark. Schweine: 2000, 2a. 1800—1900, Ba. 1700—1800, 4a. 1600—1700, 5a. 1500—1600 Mark. Sauen: 1600 bis 1800. Marktverlauf langsam, in Großvieh Ueberstand. An der Berliner Börse herrscht Hochbetrieb. Das Gedränge in den Börsensälen ist geradezu unheimlich geworden. Man ist wieder mitten drin in einer Hausse. Sie hat diesmal die Eigentümlichkeit, daß sie ziemlich rasch von einem Markte zum anderen wandert; auch die Einzelfavoriten wechseln ziemlich rasch. Die Begeisterung für die Oberschlesier hat sich wenigstens im Augenblick gelegt. Mancher sitzt auf den Laura zu den höchsten Kursen fest. Am Devisenmartt war es im Gegensatz zu dem bewegten Börsentreiben recht still. Der Dollar wurde mit 204 Mark gehandelt. drahtmeldungen. Eigener Depeschen dienst. Frankreichs russische Heimlichkeiten. Riga, 20. Febr. Aus Moskau wird gemeldet, daß dort seit einigen Tagen eine französische Kommission, bestehe d aus mehreren Mitgliedern de: französischen Industrie= und Banktreise weilt, die mit der Sowjetregierung verhandelt. Es verlautet, daß die Mitglieder der französischen Komnur eine Persönlichkeit in Frage kommen, welche mission sich über den Gang der Verhandlungen auf Grund ihrer Ausbildung und bisherigen Ver= und über das Entgegenkommen der Sowjetregiewendung im Staatsdienst die fachmännische Qua= rung kehr befriedigt ausgesprochen haben. fikation nur erfolgrichen Zührung Beses ge,. zu ist ein franzssches Schiff eingenunde in der Proving Wettalen de schpierioen, sauten Zas angeblich ftamgsfiche Erzaugnisse für Pmites beist.. Rutland an Bord hat. Der soziale Abstieg der Intelligenz. Ein typisches Beispiel für die geringe Bewer= Bukarest, 20. Febr. In Sebastopol ist ein frantung der geistigen Kopfarbeit heutzutage bietet zösischer Dampfer mit Ladung für Sowjetzußlank die Einkommensbewegung der verschiedenen Arbeitnehmergruppen in der niederrheinischen Bauindustrie. Es erhielten: nagalliche 3 1-12-·21. Mrk Mark 112 2660 2800 134 150—250 2000 400—550 3000—3500 Mißverhältnis noch a) ungelernte Handlanger b) Maurer und Zimmerer c) Buchhalter d) leitende Angestellte Verschärft wird dieses dadurch, daß die Arbeiter eine Ueberstundenbezahung erhalten, während der leitende Angestellte, bei dem eine Bindung an eine bestimmte Arbeitszeit nicht in Frage kommt, eine besondere Vergütung für das Hinausarbeiten über die normale Arbeitszeit nicht erhält. Das Rätsel der Mörder Erzbergers. Budapest, 19. Febr. Die hiesige Polizei verfentlicht die Erklärung, daß die Nachricht Veriner Blätter, wonach die Mörder Erzbergers in Budapest aushalten und unter dem Schutz der Ungarn stehen sollen, jeder Grundlage entbehrt, Begräbnis erster Klasse. Genf. 19. Febr. Es verlautet, daß mit Ausnahme von Brasilien; sich alle amerikanischen Staaten aus dem Völkerbund zurückziehen werden. Sie zahlen keine Beiträge mehr und werden den weiteren Sitzungen des Völkerbundes fernbleiben. Lenin schwer erkrankt. Nach Fühlungnahme mit! London, 19. Febr. Eine Information den Parteien des Reichstags Moskau meldet, Lenin sei ernstlich erkrankt und F i n f o l g e d e s s e n g e n ö t i g t, s e i n e A m t s a u f g a b e n e i n e Zeitlang niederzulegen. eingetroffen. Italiens Sorgen. Rom, 20. Febr. Der König von Italien hat de Nikola mit der Rabinettsbildung beauftragt. Rom, 20. Febr. Die Kandidatur de Nikola ist wieder in den Hintergrund getreten. Die Aussichten Orlandos haben sich stark gebessert. Orlando genießt auch die Unterstützung Nittis. Der neue Staatssetretär des Papstes. Rom, 20. Febr. Die Nachrichtenagentur will wissen, daß Kardinal=Staatssekretär Gaspari den Wunsch ausdrückte, aus Gesundheitsrücksichten von seinem Posten zurückzutreten. Der Papst hat den Kardinal Gerotti, den Nuntius in Paris, zu seinem Nachfolger bestimmt. Die Ernennung des Staatssekretäts ist bei jeder Papstwahl ein Akt von der größten BedeuDer Kardinal=Staatssekretär ist fast immer der eigentliche Leiter der Politik der Kurie und seine Person bestimmt den„Kurs“ des jeweiligen Pontifikats. Man denke an Persönlichkeiten wie Rampolla unter Leo 13. und Merry del Val unter Pius 10. Der jetzige Rücktritt Gasparris war nach aller Gepflogenheit zu erwarten. Die Wahl seines Nachfolgers, eines Franzosen, deutet den neuen Kuxs an. Ein verhängnisvoller Streit. Berlin, 20. Febr. Der Fabrikbesitzer Pautsch in Grünheide bei Erkner hat im Verlaufe von Steitigkeiten den Pförtner seiner Villa erschossen und seine, dem Pförtner zu Hilfe eilende Aufwärterin durch zwei Revolverschüsse lebensgefährlich verletzt. Der Täter wurde festgenemmen. Berliner Börsenkurse vom 20. Februar 1922 mitgeteill vom Barmer Bank Verein, Schwerle 5% Deutsche Reichsanleihe....... 77½ Barmer Bank=Verein 314½ Deutsche Bank Diskonto Dresdner Bank Hamb.=Amer.=Pak. 505 Allgem. Elektr.=Ges.— Baroper Walzwerk Bochumer Guß 1330 Bösperde Walzwerk Dumter Motoren 1260 Deutsche Kalwerke............ 1550 Dynamit 900 Elberf Farbw. Essener Steinkohlen............9— Gelsenkirch. Bergw 1210 Gasmot. Deutz..............— Harpener Bergw. 1760 Hasper Eisen...— Hoesch 1470 Humboldt Masch............ 1800 Mannesmann 1050 Oberschles. Eisenb.-Bed 13s0 Orenstein& Koppel........... 1225 Phönix Bergbau......... 1305 Reisholz Pap.— Rhein. Stahlwerke...... 1370 Rombacher 952 Schuckert 845 Siegen=Solingen............. Ver. Dt. Nickelwerke 1410 Westf. Draht=Ind. 640 Westf. Eisen, Langendreer......... 745 Auslands-Wechselkurse der Berliner Börse (Devisenkurse) Mitgeleilt durch den Barmer Bankverein Hinsberg, Fischer u. Comp., Schwerle. Man zahlte deutsche für am 18. 2. am 20. 2. 100 belgische Franken.. 1763,20 1903,05 100 dänische Kronen... 4325,65 4485,50 1 englisches Pfund... 912,05 951,55 100 französische Franken. 1853,10 2007,95 100 holländische Gulden. 7892,10 8166,80 100 italienische Lire.... 1021,45 1098,90 100 polnische Mark—— 100 schwedische Kronen.. 5529,45 5684,30 100 schweizerische Franken 4095,90 4255,75 100 tschechische Kronen 396,60 405.55 Ein Dollar 209,29 216,53 Kohlenbericht Elektrizitätswerk„Mark“. Lagerbestand: — Kraflweik: Herdecke Elverlingsen 16. 2. 17. 2. 1922 1922 903 t 1118 6 2861 t 2998 t Siesel 415 t 610t E Wen ∆ Schönste Zier! so seicht zu erwerden: Durch regeimätzige Bslegze mit Jnvol. Das Arüterhaarwasser Javol inactt dus Daar seldeneich, vost, dusig urih Sez von o stamppen und lu vol ist überan erdausch Für die Schriftleitung venantwortlich: Karl Richter; für Lokales umd Provinzielles: Friedrich Kraas beide in Schweste, Samstag mittag um ½1 Uhr entschlief sanft und gottergeben nach kurzem, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein innigstgeliebter Gatte, unser guter, treusorgender Vater, Schwiegervater. Großvater, Schwager und Onkel, der Schuhmachermeister Karl Küster im vollendeten 71. Lebensjahre. 836 Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen. Schwerte, Mülheim(Ruhr), Trier, Killburg, Haspe, Elberfeld und Düsseldorf, den 20. Februar 1922. K K Pühstan dder Puhmaschen für sosort gegen guten Lohn gesucht. Meldungen im Büro Hüsingstraße 2. Kühnholz, Pflug& Co. Mutterberatungs. Schworte, altes Rathaus, Brückstr. Milwoch, o. 22. Februat nachmittags 2½ Uhr Die Beerdigung sindet Mittwoch nachmittag um ¼5 Uhr vom Trauerhause, Sedanstraße 30, aus statt. 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Die beiden Aerzte haben erst eine große Zahl von Tierversuchen angestellt, ehe sie zu der Anwendung auf den Menschen übergingen. 2 Eine eigenartige Reklame macht ein japanischer Händler in den Zeitungen seines Landes. Es heißt in seiner Anzeige:„Die Vorzüge meines Geschäftes find: 1. Preise wie eine Lotterie, 2. Bücher, so elegant wie eine Varietésängerin, 3. Druck so klar wie Kristall, 4. Pavier so zäh wie das Fell eines Elefanten, 5. Behandlung der Kunden, so höflich wie bei zwei rivalisierenden DampfschiffGesellschaften, 6. Bücher, so zahlreich wie in einer Bibliothek, 7. Versendung der Ware so rasch wie eine Kanonenkugel, 8. Verpackung der Bücher mit derselben Sorgfalt, die eine liebende Frau ihrem Gatten angedeihen läßt, 9. Ausschweifung und Trägheit werden bei allen jungen Leuten kuriert, die oft zu uns kommen, und sie werden zu soliden Männern, 10. Die übrigen Vortreile, die wir unseren Kunden bieten, sind so zahlreich, daß die Sprache sie nicht auszudrücken vermag. Aus der Kleinwelt des Wassertropfeus. Die Gefahren, die die Mikrobenfauna des Wassers für die Volkshygiene mit sich bringt, sind schon oft der Gegenstand umfangreicher bakteriologischer Forschungen gewesen; man weiß, welches Unheil schlechtes Trinkwasser bei der Verbreitung gefährlicher Epidemien spielen kann, und die Beschaffung eines möglichst keimfreien Wassers bleibt eine der bedeutendsten ständigen Aufgaben der Gemeindeverwaltungen. Es ist daher von Wichtigkeit, möglichst erschöpfende Aufschlüsse über die Vorbedingungen der Mikrobenentsaltung im Wasser zu erlangen. In dieser Richtung bewegten sich die bedeutungsvollen neuen Forschungen, deren Ergebnis der französische Bakteriologe Roux im Auftrage der beiden Forscher Fouassier und Trillat der französischen Atademie der Wissenschaften in Paris vorgelegt hat. Die Versuche haben gezeigt, daß der Gasgehalt des Wassers für die Entfaltung des Mikrobenlebens von ausschlaggebender Bedeutung ist. Die beiden Gelehrten haben interessante praktische Vergleiche über die Vermehrung der Mikrobenfaung durchgeführt: sie durchsetzten gewisse Wassermengen mit Fäulnisgasen und anderes Wasser mit gewöhnlicher Luft. Die bakteriologische Beobachtung ergab, daß die Mikrobenentwicklung in dem durch Fäulnisgase getränkten Wasser unverhältnismäßig viel stärker und schneller vor sich geht, als in dem mit gewöhnlicher Luft durchsetzten Wasser. Dabei zeigten der Bazillus prodigiosus, der Colibazillus und der Typhusbazillus eine überraschende Zunahme der Entwicklung, die sich in säulnisfreiem Wasser dagegen erheblich verlangsamte. Damit ist endgültig erwiesen, daß der Gasgehalt des Wassers für dessen Schädlichkeit oder Unschädlichkeit von ausschlaggebender Bedeutung ist. Für die Analyse unseres Trinkwassers ergibt sich damit ein wichtiger neuer Gesichtspunkt, denn man wird auf Grund dieser Beobachtungen über die Untersuchung auf Bakteriengehalt hinausgehen und feststellen können, welches noch mikrobenfreie Wasser für eine spätere Entwicklung von Bakterien gefährliche Vorbedingungen bietet. — Von Laura Uincent. Fischgerichte. Grüne Heringe in Tomatensauce. Hierzu eignen sich am besten Rogen=Heringe. Nachdem sie gut gewaschen und geputzt sind, schneidet man Köpfe und Schwänze ab und legt die Fische in eine Schüssel. Auf 20—25 Heringe gießt man eine Mischung von einem Pfund Salz, 1½ Liter Essig und 3/4 Liter warmem Wasser, worin man die Heringe zwei Stunden liegen läßt. Dann nimmt man sie heraus und legt sie in eine Kasserolle mit siedendem Wasser, bis sie kochen. Jetzt nimmt man sie vorsichtig heraus, damit keiner zerbricht und packt sie in Dreipfund=Einmachegläser, 5 Stück in jedes Glas. Zwei Pfund Tomaten werden geschnitten, so gut wie möglich von Kernen und Flüssigkeit befreit, mit einer großen in Scheiben geschnittenen Zwiebel, 1 Eßlössel Salz, 2 Eßlöffeln starkem Essig, etwas Paprika und 2 Litern Wasser aufs Feuer gesetzt und langsam zu Brei gekocht, dann durch ein Sieb gestrichen, über die Heringe gegossen, und die Gläser sofort luftdicht verschlossen. An einem kühlen Ort halten sich diese Heringe sehr lange und sind von ausgezeichnetem Geschmack. Aalfrikassee. Ein schöner großer Aal wird abgestreift und in zweifingerdicke Stücke geschnitten, die man nebeneinander in eine Kasserolle legt und mit Salz und weißem Pfefser bestreut. Nun bereitet man eine weiße Sauce und gießt sie über den Aal, so daß er gerade davon bedeckt wird, worauf man das Ganze langsam 20 Minuten lang kocht. Hierauf nimmt man die Aalstücke vorsichtig heraus und legt sie in die dazu bestimmte Schüssel. Die Sauce wird abgeschäumt, mit Muskatnuß und Zitronensaft im Geschmack gehoben und, mit vier Eidottern legiert, über den Aal gegossen und mit gewiegter Petersilie bestreut. Sie glaubte ihm nichts. In Kalifornien hielt ein Politiker an verschiedenen Orten Reden gegen das Stimmrecht der Frauen. Als er eines Abends von einer solchen Versammlung nach seinem Hotel heimkehrte, traf er auf der Straße eine der führenden Suffragetten, die ihm wütend zurief:„Sie sind ein ganz gemeiner Lügner! Niemand glaubt Ihnen! Die Wahrheit ist überhaupt nicht in Ihnen!“ „Meine Gnädigste, ist es so schlimm?“ erwiderte er, „würden Sie mir gar nichts glauben, was ich sage?“ „Kein Wort,“ schrie sie,„nicht das Allergeringste würde ich Ihnen glauben! Sie können ja gar nicht die Wahrheit sprechen!“ „In diesem Falle," versetzte der andere,„gestatten Sie mir, Ihnen zu sagen, daß Sie eine vollkommene Dame sind!“ „ Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises. General=Anzeiger für den Kreis Hörde Haupt-Annoncenblatt. Natreheltungg=Vellagg zu Nr. 14. Dienstag, den 21. Jebruar 1922 fur faticher Fahrte. Roman von Max Esch. (25 Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) „Daß ich wohl weiß, wie es mit dir und dem ermordeten gnädigen Herrn bestellt war,“ entgegnete die andere. „Unverschämte Person!“ klang es kalt und zornig von den Lippen der Zose.„Ich werde es der gnädigen Frau Baronin erzählen, damit dir der Laufpaß gegegeben wird.“ Dann wollte sie den Salon verlassen. „Ja,“ erwiderte das Stubenmädchen,„erzähle aber auch, was du für eine verworfene Person bist, dann wirst du ja jchen, was passiert! Erzähle der gnädigen Frau Baronin nur, daß du des ermordeten Barons Geliebte warst, erzähle ihr auch, daß du daran schuld bist, daß über unseren jetzigen gnädigen Herrn solch tiefer Kummer gekommen ist und deinetwegen die Braut von dem Herrn Baron so plötzlich abreiste; denn du bist dem Baron mit Willen in die Arme gefallen, um dich ihm als Geliebte aufzudrängen und ihn bei seiner Braut bloßzustellen, da du sie die Treppe herabkommen hörtest.“ Die Zofe blieb mit zornrotem Gesicht und geballten Fäusten an der Tür stehen und hätte sich wohl auf das Mädchen gestürzt, wenn dessen robuste Gestalt nicht von vornherein von einem solchen Wagnis abgeraten hätte. Wütend stampfte Klara mit den Füßen auf und warf dem Stubenmädchen giftige Blicke zu, dieses indes fuhr unbeirrt fort:„Schande über dich, daß du das über dich brachtest, aber du hast ja kein Herz, sondern denkst immer nur an dich, wie du gut leben und dich putzen kannst, wenn du in die Stadt fährst. Wir alle aber wissen, was du bist. Denke nur nicht, wenn du auch noch so scheinheilig tust, daß wir nicht gesehen haben, was du angestellt hast. Wenn du auch noch so vorsichtig zu Werke gegangen wärst, rausbekommen hätten wir das doch. So weit hast du es sogar getrieben, daß du glaubtest, auf den ermordeten Baron nur ganz allein ein Anrecht zu haben. Wie hast du mich an dem Mordtage angefahren, als der Baron von hier in den Wald ging und er mich in die Wange kniff! Da hättest du mich am liebsten gemordet. Ja, zucke nur so zusammen. Dir traue ich das schon zu. Da wärst du aber allerdings an die Unrechte gekommen. Erzähle das alles nur der Frau Baronin und dann sage ihr auch, mit wem der ermordete gnädige Herr kurz vor seinem Tode zusammengetroffen ist und wer sich ihm in den Park nachgeschlichen hat. Wenn du das alles erzählst, werden wir ja sehen, wem der Laufpaß gegeben wird!“ Ohne eine Antwort zu erteilen, verließ die Zofe den Salon, leichenblaß, keines Wortes machtig, wankte sie auf ihr Zimmer. Im Salon aber schalt das Mädchen noch lange vor sich hin über die durch und durch verdorbene, scheinheilige Person, die doch auch nichts mehr war wie sie, und die immer so von oben herab zu den übrigen Dienstboten sprach, als sei sie Wunder was für ein großes Geschöpf. Bei denen war sie gründlich verhaßt, zumal durch die Zofe der plötzlich abgereisten Braut des Barons die Ursachen dieser Abreise bekannt wurden. Von allen weiblichen Dienstboten bekam Klara seit der Zeit die derbsten Sticheleien zu hören, wenn nur irgendeine Gelegenheit sich dazu bot. Hart hatte den Baron die Hiobsbotschaft der Abreise seiner Braut bei seiner Rückkunst aus der Provinzialhauptstadt getroffen, wußte er doch sofort, daß das der endgültige Bruch des Verlöbnisses sei, noch ehe er die Abschiedszeilen Amandas gelesen, denen der Verlobungsring beigeschlossen war. Ein ungeheurer Zorn gegen die Zofe der Mutter, der er die Schuld an dem Bruche des Verlöbnisses beimaß, stieg in ihm auf. Hart fuhr er das Mädchen an, das weinend beteuerte, daß es nichts dafür könne, auf der Treppe ausgeglitten zu sein. Es sei ihm ganz schwarz vor den Augen gewesen. Dafür, daß das gnädige Fräulein dazu kommen mußte, könne doch sie, die Zose, nichts. Der Baron konnte, als er das in Ruhe überlegte, dem Mädchen keine Schuld beimessen, zumal es sich in seinen Augen um einen ganz harmlosen Vorfall handelte und er sich nicht bewußt war, auch nur in Gedanken unrecht gehandelt zu haben. Daß Dienstbotenklatsch ihn bereits vorher mit der Zofe in Beziehungen gebracht, wußte er ja nicht. Schwer kam es dem Baron an, der Mutter gegenüber unbefangen zu bleiben, wenn diese das Gespräch auf Amanda lenkte, sie wußte ja noch nichts von dem Bruche des Verlöbnisses und sollte nach dem Willen des Sohnes das zunächst auch nicht erfahren. Tapfer biß er dann die Zähne zusammen, um nicht laut aufzuschreien vor innerer Qual. Nochmals hatte er nach seiner Rückkehr sich brieflich an seine Braut gewandt und ihr versichert, daß er ihr auch jetzt noch die Treue halten würde, die er ihr niemals, selbst in Gedanken nicht, gebrochen habe. Dieses Schreiben mußte wohl Eindruck auf Amanda gemacht haben; denn sie teilte ihm darauf in wenigen Zeilen mit, daß sie vorerst in ihrem Beschlusse beharren müsse, doch wolle sie sich ernstlich prüfen, und wenn sie — — daß sie über sein Vergehen mit der Zeit mülder urtetten könne, ihm nicht jede Gelegenheit nehmen, sich ih: wieder zu nähern. Der Arzt habe ihr einen längeren Aufenthalt im Gebirge und für den Winter und das Frühjahr im Süden verordnet. Durch diesen Brief fühlte sich der Baron auf das schwerste verletzt. Anstatt seinen Worten Glauben zu schenken und das Lächerliche ihrer Beschmioigung einzusehen, wollte sie ihm ein Almosen geben, als ob er ein Bettler sei. Dagegen empörte sich sein Stolz. Keinen Schritt wollte er zur Versöhnung tun. Das nahm er sich fest vor, aber die Gedauken an Amanda konnte er damit nicht abschütteln, die verzehrende sucht nach dem heißgeliebten Geschüpfe nicht baunen. Um von seinem Gram abgelenkt zu werden, stürzte er sich von früh bis spät in ernste Arbeit. Die Ernrezeit konnte ihm gar nicht gelegener kommen, wie jetzt. Er war des Morgens der Erste und des Abends der Leizte auf dem Felde. Todmüde sand er dann den erquickenden Schlaf, Ruhe und Vergessenheit, völliges Entrücktsein aus diesem seelischen Elend, das sich ihm so recht deutlich ins Bewußtsein prägte, wenn er notgedrungen eine Pause in der Arbeit eintreten lassen mußte. Dann schwebte ihm das Bildnis Amandas vor, und kamen die Gedanken, deren er sich nicht erwehren konnte, so daß er sich in stiller Lual be Finster und verschlossen verbrachte er wie Tage für sich, den Menschen so viel wie möglich aus dem Wege gehend. Auch zu den gemeinsamen Mahlzeiten erschien noch sehr selten bei der Mutter, ihn konnte e Frage nervös aufbegehren lassen. Natürlich blieb dieser Zustand des Sohnes der Baronin nicht lange verborgen; doch die wahre Ursache der großen Reizbarkeit des Varons erfuhr sie vorer nicht. Sie hielt vielmehr den Sohn für überarbeitet und erhoffte eine Besserung von dem Eintreten ruhigerer Zeiten nach der Ernte. Aber auch da stellte sich eine solche nicht ein, im Gegenteil wurde der Sohn immer mürrischer und verdrießlicher. Das mußte eine tiesere Ursache haben, und bald genug hatte sie diese herausgesunden und bereits alle Fäden gesponnen, den Riß zwischen den beiden Liebenden zu verbinden. Treue Unterstützung erhielt sie in diesem Bestreben durch Es war ein regnerischer und stürmischer Herbsttag, so daß Bar und trotz den entse### Kummer on von Feiden ans Zimmer gefesselt war, wäre er gern hinausgestürmt, sich von Elementen Ablenkung von seinem holen, von dem er in den letzten Tagen geplagt worden war. In angestrengter ständte er wohl seinen Schmerz, nun aber, n erledigt waren, versiegte auch und die trüben Gedanken ließen sich nicht u. Laut hätte Varon von Feiden aufschreien seelischem Leid, aber mit den Zähnen d der ganzen Welt hadernd, Lange ällerdings konnte" das nicht mehr so fortgehen. wuchte 59 auch) uicht bo, an nar gufzung ar Mrmen sein Stolz einen solchen Plan von Ansung un verwars. Lieber alle Qualen des Verschmähten ertragen, als einen solchen Weg beschreiten, der ihm von Amanda Faber sicher als Kanossagang ausgelegt worden wäre. Hastig erhob sich der Baron und trat ans Fenster, nervös trommelten seine Finger auf den Scheiven. Dieses Leben mußte ein Ende nehmen, sonst witeneer noch wahnsinnig. Run auch noch das gzgglg Regenwetter, das selbst ein Ausreiten unmöglich machte, das ihm sonst ständig Ableniung gebracht. Da trat der Diener in das Arbeitszimmer und meldete, daß die Frau des Müllers Ilgen den Herrn Baron zu sprechen wünsche. Baron von Felden drehte sich erstaunt um. mag die Frau wollen? fragte er sich. Die Mühle hatte er ihr nicht nur weiter belassen, sondern auch die Cerichtskosten des Prozesses keies., Bezig, seitzit als sich seines Vaters war ihm heung, felent als sich herausgestellt, daß der Müller ein Schurke war. Immerhin, mochte auch das nichtigste Anliegen die Frau zu ihm geführt haben, der Baron betrachtete ihre Anwesenheit geradezu als eine Erlösung seiner Qual. Nun würde es ihm gelingen, auf andere danken zu kommen. Hastig gab er dem. Diener Weisung, die Frau eintreten zu lassen. Frau Ilgen, eine würdige Matrone, denar schüchtern das Arbeitszimmer und grüßte verlegen. Der Baron dankte und forderte die Frau auf, Platz zu nehmen, auch er ließ sich an seinem Schreibtische nieder.„Nun, Frau Ilgen,“ redete er den Besuch an, in dessen gramdurchfurchten Zügen er das hinter der Frau liegende Leid deutlich ablesen konnte,„was heben Sie auf dem Herzen? Ist etwas an der Mühle „Mit Veriaub zu reden, gnädiger Herr Baron, antworlete verlegen die Frau,„auch nicht die geringste Kleinigkeit. Was der Werkführer Kratz is, der halt die Mühle gehörig in Schuß. Den Scharf hab' ich ja man rausgeschmissen. Der gnäbige Herr Baron werden ja woll wissen warum; denn ein Mensch, der seinen eigenen Herrn ins Unglück stürzt, und noch dazu für „Ja,“ unterbrach der Baron,„es war kein schöner Zug von dem Menschen, erst dann mit seiner Kenntnis herauszukommen, als meine Belohnung winkte. Er hätte müssen von Ansang an reden. Verständnislos blickte die Frau zu dem Baron hinüber.„Mit Verlaub zu reden,“ erwiderte sie nach einiger Zeiz,„der gnizige Her werden, gerszbigen, d er sich das 15 e Wdeit hastrnd, Herr JZusazrat Ziper, was dem Muter senz. Zwecklose emes solchen Be= Exs: Jgig gergbe guf die Aurigge bes er sich schließlich auch vom den er seinen Kummer fort# Loscheu wan wollte. Ein Trunkenbold wollte er nicht . Es mußte ein anderes Mittel geben, Vereit zu erlangen, wenn er nur gewußt hätte, wie in den Besitz einer solchen ablensenden Medizin könnte. Zu wiederholten Malen ertappte der Baron sich bei dem Gedanken, eine Reise nach dem Mittelmeere anzutreten, nach der sonnigen Riviera, dort weilten ja jett Fabers, wie er erst in diesen Tagen von der Reutter erfahren, die anscheinend noch immer nicht wußte, daß das Verlöbnis gelöst war. Dieses Gaukelspiel der Aufrechterhaltung der Täuschung war ihm in der Seele zuwider. Aber immer mieder schob er die Auslprache mit der Mutter hinaus. teidiger war, fagle, gekate auf hin seien der Müller und die Ausnige des Scharf der Ruschke verurteilt worden. Und mit Verlaub zu reden, der gnädige Herr Baron mögen's glauben oder nicht, der Müller hat den Ruschie mit keinem Worte gegen##erschossenen on Herrn aufgehetzt. Wenn dei Ruschke in der und er geredet. von Sie gnädigen heitn aufgehron„Wenn de Mühle gewesen is, haben der Muller weiter nichts wie von dem Mühlkauf mögen's glauben oder nich, gnädiger Herr Baron, Müller wollte bis zuletzt nich recht an die Boschpoler Mühle ran, da er immer noch dachte, er könne die Wossiner Mühle behalten. Erst als er vom Schlosse zurückkam und er wie ein Wilder auf den gnädigen ihm mit dem Kauje ernst. (Fortsetzung folgt.) e *— # 5 SE S 45 6 925 S 5 P# GE S S s **4 3— B B S2 Denkspruch. Die Kunst sei. noch so groß, eir dein Verltand belitzet, Sie bleibt doch lächerlich. wenn sie der Welt nicht nützet. Gellert. Wie die Bonapartes Amerika kamen. (Nachdruck verboten.) Als Napolcons Stern gesunken, da fanden die Sprossen des Korsengeschlechtes im freien Amerika eine gastliche Stätte. Joseph, der älteste der Söhne Lätitias, der einst als König von Spanien und Neapel von der Nachfolge des Herrschers hatte träumen können, in dessen Reich die Sonne nicht unterging, kam als unbekannter Flüchtling in das Land der bürgerlichen Gleichheit, der entthronte Erbe zweier Reiche wurde Farmer, wurde Ackerbürger. Tausendmal in Gefahr, von kreuzenden Engländern erkannt, als geächteter Bruder des großen Gefalienen gesangen zu werden, beendele er dennoch glücklich die Ueberfahrt. Der Kapitän des Schiffes, das ihn und seinen Sekretär Maillard trug, war ein alter Seebär, dem es während der Fahrt zugerannt wurde, wen er an Bord hätte. Er verriet seinen Passagier nicht. Den Sekretär aber nahm er sich beiseite.„Junger Mann,“ fuhr er ihn an,„Sie haben nicht recht getan. Sie hätten mir sagen müssen, wen ich an Vord habe.“„Ja— warum?“ „Damit ich diesen verfl..... englischen Kreuzern hätte aus dem Wege fahren können. Ahnungslos ließ ich von ihnen mein Schiff visitieren— zum Teufel! Ich hätte es ja eher in den Grund bohren lassen, als einen meiner Passagiere auszuliesern.“ Exkönig Joseph zwang dem alten Seebären seine Taschenuhr in die Hand:„Tragen Sie die zum Andenken an mich.“ An den Ufern des Hudson ließ sich der Flüchtling nieder. In Point=Breeze kaufte er ein Stück Land. Mit den Bauern der Nachbarschaft trinkt er Cider, von seinem Nachbar Baues lernt er ihn selbst bereiten.„Jeder tüchtige Farmer zieht seinen Cider selbst," belehrte ihn dieser;„gerät er gut— schön! Gerät er nicht gut, muß er doch getrunken werden. Das ist wie die amerikanische Regierung: wenn sie gut regiert, ist jedermann zufrieden und glücklich; wenn sie schlecht regiert, ist dagegen nichts zu machen, als in Geduld den gesetzlich bestimmten Termin für die Neuwahlen abzuwarten.“ In der neuen Welt nennt sich Joseph Graf von Survilliers, vielleicht in Erinnerung an einen Ort, an dem er einmal glücklich war. Eine Frau, die ihn noch als Prinzen Bonaparte kennt, besucht ihn; sie findet ihn, wie er gerade sein Haus mit eigenen Händen verputzt. Er bietet der Besucherin eine bescheidene Feldblume: wie eine Feldblume ist sein jetziges schlicht=freundliches Leben; das glänzende Scheindasein von ehemals gleicht den künstlichen Pflanzen mit den leuchtenden Farben, die nur aus der Ferne schön sind. Die Axt in der Hand, muß er sich selbst die Pjade bahnen durch die noch jungfräulichen Wälder seines neuen Besitztums. Dann beginnt er sein ländliches Heim mit Resten vergangener Königspracht zu schmücken. Es soll ja seine Familie aufnehmen, und zu ihr rechnet er auch die Frau, die die Mutter des in den achtziger Jahren gestorbenen Kolonel Jérôme Bonaparte war. Diese Frau war die Gattin seines jüngsten Brubers Jérôme. Der spätere Exkönig von Westfalen hatte im Bezember 1803 Miß Elisa Patterson, die Tochter eines reichen Kaufmanns in Baltimore, geheiratet. Er war als Fregattenkapitän dorthin gekommen, auf der Flucht vor verfolgenden Engländern, als er von Haiti heim nach Frankreich fahren wollte. Zwei Jahre später hatte er freilich die Gattin auf Befehl Napoleons verlassen, der die Ehe für ungültig erklärte, die doch nach amerikanischem Gesetz legitim geschlossen war und dort in den Staaten auch zu Recht bestehen blieb. In Europa allerdings konnte hinterher der König von Westfalen noch eine zweite, ebenbürtige Ehe eingehen, die mit Katharina, Prinzessin von Württemberg. Ivseph Bonaparte sah es gern, wenn recht viel Kinder in seinem Garten spielten, die er mit Orangen bewirtete. Bald hieß er auch nicht einmal mehr der Graf von Survilliers, sondern einfach der„goock mister Bonaparte“. Viele Franzosen, lauter ehemalige Soldaten Napoleons, kamen nach Point=Brecze; eine ganze Kolonie sammelte sich um den Grafen von Survilliers. Sie hieß das„Champ d'Asile“. Dort wurden die alten Kämpen wieder zu Soldaten; sie formierten drei Kohorten und wollten zurück nach Europa, nach Frankreich, nach Paris geführt sein. Das Bild ändert sich mit einem Schlag, als Napolcon stirbt. Nun hat Joseph Bonaparte die Sorge für den König von Rom zu übernehmen. Er verläßt Amerika, er kommt nach Europa, er spielt sich als Prätendent auf; aber so ein braver Mann und guter Mensch er war, ein so mittelmäßiger Kopf blieb er in der hohen Politik. Seine bonapartistischen Gelüste sind niemandem gefährlich geworden. Als er 1844 in Florenz starb, machte es auf das Frankreich Ludwig Philipps nicht den geringsten Eindruck. Der Enkel des„Immer lustit“, der 1832 in Baltimore geboren wurde, hat sich zwar als tüchtiger Offizier im Krimkrieg, im Feldzug in Algier und im Oesterreichisch=Italienischen Kriege ausgezeichnet, so sehr, daß ihm 1865 das Kommando eines französischen Geschwaders anvertraut wurde; um den in Boston lebenden „Kolonel“ aber, der an eine Witwe mit 800000 Fr. Rente verheiratet war, kümmerte sich selbst die bonapartistische Partei nicht mehr, bis zu dem Tage, da sein Tod ihn den Zeitgenossen im alten Europa ins Gedächtnis rief. Der letzte seines Stammes ist der jetzt noch lebende Staatsanwalt Jérôme Bonaparte, der durch seine Freundschaft mit Roosevelt bekannt geworden ist. N. 61 Kunst und Wissen Anästhesie durch Elektrizität. Zwei Aerzte aus Dijon, die Doktoren Leclerc und Gremaux, haben erfolgreiche Versuche gemacht, durch den elektrischen Strom eine lokale Anästhesie hervorzurufen, die bei größeren Operationen Anwentung finden kann. Bei einem Manne, dem ein Finger amputiert werden sollte, wurde eine große Elektrobe auf dem Rücken befestigt, eine andere auf den Vorderarm gelegt. Dann wurde ein schwacher Strom hindurchgeschickt, der dem Patienten die Empfindung hervorrief, als ob der Arm mit Nadeln gestochen würde, dann aber eine völlige Unempfir lichkeit zur Folge hatte. Die beiden Aerzte erblicken Vorzüge dieser elekteischen Methode darin, daß keine Bei gistungserscheinung hervorgerufen werden kann, daß eine genaue Abstufung der Stärke möglich ist, und daß die Empfindungslosigkeit in dem Moment aufgeheben wird, wo wieder zu sich und haben auch nicht den Zustand der HalbSr