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Wer aber jeden Schritt zum Grabe verteidigt und würdig— ohne Klagen, doch auch ohne mächtigen Trotz— auch die lichtesten Höhen verlassen kann, um in die dunkle Tiefe hinabzusteigen, der hat gewonnen. Wilhelm Raabe. Für eilige Leser. Neuigkeiton aus Nah und Jern. Der Umlauf des Papiergeldes hat sich nach dem Wochenbericht der Reichsbank wieder um 1,256 Millionen Mark erhöht. * Der aus der Demokratischen Partei ausgetretene Pazifistenführer v. Gerlach kündigte in einer Kölner Rede deutsch=französische Pazifisten=Tagungen in Berlin und Essen an. * Die argentinische Regierung soll den Ankauf von 18 Schiffen von Deutschland beschlossen haben. Lloyd George betonte in einer UnterhausRede die Lage Indiens als zwar besorgniserregend, aber nicht als panikartig. * Gestern Nachmittag war im Haag die Eröffnungssitzung des Internationalen Gerichtshofes angesetzt. * England stimmte in einer Note zu, daß die Reparationskommission die Zahlen der deutschen Zahlungen für 1922 festsetzt. Ein Großfeuer in Duisburg bei Gebrüder Kiefer vernichtete die Hobelwerkstatt nebst Holzschuppen und Maschinenhaus. * Caillaux veröffentlicht unter dem Titel:„Wohin geht Frankreich, wohin geht Europa?“ ein neues Buch, in dem er einen Vergleich zwischen der europäischen Wirtschaftslage von 1914 und 1921 zieht. * Der Geschäftsträger der Vereinigten Staaten von Amerika Ellis Loring Dresel ist nach Berlin zurückgekehrt und hat die Leitung der Botschaft wieder übernommen. Die neue Schlichtungsordnung, der Entwurf zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten und die Vorlage über die Ueberteuerungszuschläge für Beamte gehen dem Reichstage demnächst zu. * Der von dem vorläufigen ReichswasserstraßenBeirat zur Beratung der Verordnung betr. Beiräte für Reichswasserstraßen eingesetzte Ausschuß wird am 22. Februar in Bad Nauheim zusammentreten. * Das ausländische Interesse für oberschlesische Industriewerte trieb gestern deren Kurse sprunghaft in die Höhe.(Siehe Handelsteil). * In Kopenhagen wurden gestern 200000 Arbeiter ausgesperrt. die letzte Woche. Nicht weniger nötig als ein ungestörtes Arbeiten des Eisenbahnverkehrs ist eine gleichmäßige Tätigkeit der Regierungsmaschine. Es war eine Notsache, daß der Lokomotivführerstreik so bald wie möglich zu Ende kam, um ein Stocken für die gewerbliche Tätigkeit und ein Darben und Frieren für die Bevölkerung zu verhindern, aber der Reichsregierung blieben noch dringende Aufgaben für das politische und praktische Leben, die sich nicht vertagen ließen. Brot, Kartoffeln, Kohlen! Das sind die Punkte, die dem Volke besonders am Herzen liegen, die heutigen Preise bezw. die bestehende Knappheit können uns nicht in den Frühling begleiten. Die Mehrheit des Reichstages hat es nach langer Debatte über den Streik in Gegenwart und Zukunft für angemessen gehalten, dem Reichskanzler ein Vertrauensvotum zu geben. Diejenigen Parteien, deren Ueberzeugung eine andere war, werden aus der inneren Entwicklung ersehen können, welches Exempel das richtige war. In der Hauptsache sind wir ja alle einig, daß niemand das Recht hat, etwas zu tun, was das Deutsche Reich benachteiligen könnte. * Steuern und Reparationsleistungen, Moratorium und Etatsbilanzierung sind die nächsten Aufgaben für die Reichsregierung. Die praktische Verwirklichung des Steuerkompromisses entwickelt sich bei uns ebenso langsam, wie bei der Entente der Beschluß über das deutsche Angebot wegen der Neuregelung unserer Zahlungen und über die endgültige Festsetzung des Zahlungsaufschubs. Erst, wenn wir diese Zahlen kennen, können wir genau festsetzen, ob und wie sich die Einnahmen und Ausgaben im deutschen Reichshaushalt tatsächlich ausgleichen lassen, und wie sich die Einschränkung des Papiergeldumlaufes, den die Entente bekanntlich gefordert hat, vollziehen läßt. * Die deutschen Landwirte haben in dieser Woche auf ihren großen Jahresversammlungen in Berlin das Ernährungsproblem eingehend erörtert. Man muß ihnen darin zustimmen, daß die große Schwierigkeit der Teuerung aus einer langen Reihe von kleineren Ursachen entstanden ist. Die Notwendigkeit, viel Geld einzunehmen, ist lich aus den unabsehbaren uns aufgewälzten Lasten entstanden. Wenn die Landwirte die freie Wirtschaft fordern, so muß diese allerdings auch von der Freigabe aller anderen noch bestehenden Fesseln begleitet werden. Bleiben diese, so werden die Spekulanten darin stets die Stellen sehen, an welchen sie mit ihren Manipulationen einhaken können. * Bei der Eröffnung des englischen Parlaments in London war unverhüllt der ungünstige Einfluß der europäischen Wirtschaftslage auf den britischen Arbeitsmarkt festgestellt worden, und Lloxd George hat seitdem alles aufgeboten, um seinem kollegen Poincaré in Paris zuzureden, auf die Konferenz von Genua einzugehen. In Paris stellte man dafür derartige Vorbedingungen, daß die Behandlung der deutschen Angelegenheiten in Genua wenig Erfolg versprochen hätte, und damit wäre das Gelingen des Konferenzzweckes ebenfalls hinfällig gewesen. Denn Rußlands bedingungsloses Erscheinen garantierte noch nichts. Ob es Lloyd George mit Hilfe von Amerika doch noch gelingen wird, die Pariser Regierung umzustimmen? Man behauptet, unter Vertagung des Konferenztermines würde schließlich eine Einigung erfolgen. Vielleicht wird der beste, überredende Helfer der Frühling sein. Wenn die gute Jahreszeit da ist, und das Arbeitsleben in den Ententeländern noch immer stockt, werden die Industriellen schon energisch gegen die Schädigung ihrer Interessen durch die französische Politik vorgehen. Deutscher Reichstag. Berlin, 16. Februar. Am Donnerstag stellte sich der neue Außenminister Dr. Rathenau vor. Die Gelegenheit hierzu gab ihm der deutsch schweizerische Schutzvertrag, nach welchem Deutschland und die Schweiz sich verpflichten, alle Streitigkeiten irgend welcher Art, die zwischen ihnen entstehen und nicht in angemessener Frist beigelegt werden können, einem Schiedsgerichts= oder Vergleichsverfahren zu unterwerfen. Dr. Rathenau erklärte, er hätte gern dem Hause näheres über die Tendenz der deutschen Außenpolitik mitgeteilt, hierfür sei aber der Zeitpunkt noch nicht gekommen. Er charakterisierte dann den Vertrag als eine neue Stellungnahme Deutschlands zum Gedanken der Schiedsgerichte und als gutes Vorbild des Friedens zwischen Deutschland und der Schweiz. Gerechtigkeit sei die Vorbedingung zu jeglicher Arbeit, also auch die Vorbedingung für einen europäischen Wiederaufbau. der Aussprache bekannten sich alle Redner zum Grundgedanken des Vertrages. Mit besonderer Freude begrüßte Dr. Schücking(Dem.) als Vorsitz. der deutschen Gruppe der interparlamentaischen Union den Abschluß dieser Vereinbarung. Er wies darauf hin, daß bisher die Macht im Lager der Völker eine viel größere Rolle gespielt habe, als das Recht. Er glaubte, eine Besserung in allgemeiner politischer Beziehung feststellen zu können und er sah in den Ergebnissen der Konferenz von Washington einen Fortschritt zur Besserung. Der Deutsch=Volksparteiler Dr. Kahl war nicht so hoffnungsfreudig. Der Raub Oberschlesiens läßt keine Einkehr bei unseren Gegnern erkennen. Dr. Schreiber(Z.) spricht sich auch für den Vertrag aus und dieser wird schließlich einstimmig angenommen, ebenso ein Vertrag mit Deutsch=Oesterreich in der Angelegenheit der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen. Darauf wurde die Beratung des Reichsmietengesetzes fortgesetzt. Mehr als 50 Abstimmungen fanden statt, ohne daß der Entwurf des Ausschusses wesentliche Aenderungen erfuhr. Da die Mehrheitsverhältnisse nicht immer klar ersichtlich waren, waren fortwährend Hammelsprünge notwendig, sodaß die Reichstagsabgeordneten dauernd hin und her wanderten. Zu den Regierungsparteien gesellten sich des öfteren die Unabhängigen. Vielfach wurde mit Zufallmehrheit entschieden, sodaß die Vorlage in der dritten Lesung sicherlich noch manche Aenderung erfahren wird. Das Gesetz soll am 1. Juli 1922 in Kraft treten. Zum Schluß behauptet Abg. Dittmann (U.), daß der vom Reichsverkehrsminister Gröner angekündigte Erlaß zur Nachprüfung der Disziplinierungen noch nicht hinausgegangen sei. Darauf Hört, Hört bei der Linken. Als aber Staatssekretär Stieler mitteilte, daß diese Verfügung gestern abend bereits den Direktionen zugegangen sei, auf der Rechten Hört, Hörtrufe. Das Haus vertagte sich dann auf Freitag 2 Uhr: Debatte über die Angabe zur Förderung des Wohnungsbaues. Schluß 7 Uhr. Preußischer Landtag. Berlin, 16. Februar. Im preußischen Abgeordnetenhause wurde am Donnerstag viel kleine Arbeit geleistet. Das Haus war dementsprechend besetzt. Nur bei den Abstimmungen eilten die Volksvertreter in dichten Scharen in den Sitzungssaal. Der Entwurf über die Einführung der Polizeiverwaltung im rheinisch=westfälischen Industriegebiet wurde dem Hauptausschuß überwiesen. Als Abschlagszahlung auf die kommende Reform des Strafrechtes, die nun schon seit Jahrzehnten auf sich warten läßt, schlägt eine Vorlage Erhöhung der Geldstrafen als Polizeistrafverfügung vor, um die Zahl der Fälle zu beschränken, bei denen auf Grund kleinerer Vergehen der Makel der Freiheitsstrafe ausgesprochen wird, der für das spätere Leben von so weitgehenden Folgen ist. Auch dieser Gegenstand wurde der Hauptausschußberatung übergeben. Den breitesten Raum in der Aussprache nahm die dritte Beratung des Gesetzentwurfes über die Abänderung des Gesetzes zur Aufbesserung der Diensteinkommen für katholische Pfarrer ein. Durch den Entwurf werden nicht die Staatskassen, sondern die Pfarrgemeinden in Anspruch genommen. Scharfe Angriffe des Kommunisten Scholem riefen den Zentrumsabgeordneten Gronowski auf den Plan, der es ausgezeichnet verstand, Herrn Scholem den„Bubi“ des Landtags abzuführen. Stürmische Heiterkeitsausbrüche unterstrichen die Wirkung der Rede des gewandten Zentrumsabgeordneten. Herr Bredt von der Wirtschaftsparrtei hielt ein Colleg ab über die Pflicht des Staates, die Kirche zu entschädigen, nachdem man ihr zu Anfang des vorigen Jahrhunderts durch die Säkularisation ihr Eigentum genommen habe. Auch diese reichlich trocken anmutige Darlegungen blieben nicht ohne Antwort. Herr Meyer=Ostpreußen wußte erneut einen Sturm in den Zentrumskreisen zu entfalten, als er den größten Teil des kirchlichen Vermögens als zusammengestohlen bezeichnet. In einer geradezu liebenswürdigen Weise legte sich schließlich die Spannung. Der vorliegende Gegenstand wurde gegen die Stimmen der Unabhängigen und Kommunisten angenommen. Den Schluß der Sitzung bildete eine Aussprache über einen sittlichen und gesundheitlichen Schutz der Zimmermädchen in Gastund Schankwirtschaften. Aus Stadt und Land. Schwerte, den 19. Februar 1921. Erinnerungen. 1546 stirbt Dr. Martin Luther(“1483); 1564 der Maler Michalangelo(“1475); 1803 der Dichter Joh. Wilh. Ludwig Gleim(“1719); 1857 wird der Maler, Radierer und Bildhauer Max Klinger geboren(11921):„Wer glücklich ist, kann glücklich machen. Wer's tut, vermehrt sein Glück“. (Gleim). Sonntagsworte. Wieviele Menschenworte werden doch im Laufe einer Woche gesprochen. Viele müssen gesprochen werden, andere könnten ungesprochen bleiben, nach Frieda Schanz Mahnen: „Was du schweigst, kann keiner weitersagen, Was du schweigst, das bringt dir kein Verklagen. Was du schweigst, das schießt nicht übers Ziel, Was du schweigst, das sagt manchmal so viel.“ Am Sonntag können wir Gottes Wort hören, von dem Christus spricht:„Es ist guter Same, den man auf das Land streut".— Freilich nimmt der Ackerboden unseres Herzens oft nur gar wenig davon auf. Sorgen und Glück, Lust der Erde und betrüglicher Reichtum ersticken so viel. Und der Frucht ist es dann oft so wenig. Ist unser Herz wankelmütig und hart, schadet dies ebenfalls.— Und doch ist es unser und anderer Nutzen, wenn unser Leben göttlich fruchtbar wird. ** Vom Bund deutscher Reichssteuerbeamten wird uns geschrieben: In letzter Zeit wiederholen sich die Vorwürfe in der Oeffentlichkeit, daß die Reichsfinanzbeamtenschaft den ihr obliegenden Aufgaben nicht gewachsen sei. Diese Vorwürfe haben sich teilweise sogar zu der Behauptung gesteigert, daß die Finanzbeamten die Durchführung der neuen Steuergesetze sabotierten. Der Bund Deutscher Reichssteuerbeamten legt gegen derartige Verdächtigungen entschieden Verwahrung ein. Die Schuld an der gegenwärtigen Geschäftslage der Finanzverwaltung trifft nicht die Beamtenschaft, sondern ist begründet durch die überstürzte Gesezgebung, durch die infolgedessen notwendig gewordenen fortgesetzten Aenderungen der Gesetze und durch die kaum noch zu übersehende Masse der Ausführungsbestimmungen. Mit diesen gesteigerten Anforderungen der Verwaltung hat weder die Vermehrung der Zahl ihrer Beamten Schritt gehalten, noch hat die Vewaltung rechtzeitig die entsprechenden Maßnahmen zur Beseitigung der technischen Schwierigkeiten getroffen. Die Finanzbeamtenschaft lehnt es ab, sich fortgesetzt in der Oeffentlichkeit herabsetzen und für Zustände ver antwortlich machen zu lassen, an deren Entstehung sie keine Schuld trägt, und für deren Beseitigung sie sich selbst bisher vergeblich eingesetzt hat. W ** Weitere Erhöhung des Eisenvahngüter tarifs? Der Eisenbahngütertarif, der erst am 1. dieses Monats um 30 Prozent erhöht worden ist, wird ab 1. März um weitere 20 Prozent heraufgesetzt werden. ** Die neuen Brotpreise. Wir machen auf die Bekanntmachung des Kreisausschusses bezüglich der neuen Brotpreise im Anzeigenteil der heut gen Nummer auch an dieser Stelle noch besonders aufmerksam. Die bedeutend erhöhten neuen Preise treten mit dem heutigen Tage in Krast. ** Versicherungskapital ist kein Einkommen. Ein Kaufmann beantragte Ermäßigung der Ein kommensteuer, denn in seinem gewerblichen Einkommen, das auf Grund seiner Buchführung er mittelt ist, war eine ausgezahlt erhaltene Leben versicherungssumme von 5000 Mark mitenthalten. Gemäß§ 12 des Einkommensteuergesetzes gelten Kapitalempfänge auf Grund von Lebens=, Un fall= und sonstigen Kapitalversicherungen nicht als steuerbares Einkommen. Der Einspruch wurde daher anerkannt. ** Evangelische Gemeinde. Am morgigen Sonntag wird in der großen Kirche Herr Pastor Ernst Sahner, Synodalvikar in Bonn, eine Probepredigt halten. Er ist 1887 in Mainz geboren, hat die Schulen in Frankfurt und dann zunächst die Predigerschule zu Basel bes Dann hat er sich privat auf das Abiturienten examen vorbereitet und nach Ablegung desselben in Bonn studiert. Ein Unfall in frühester Jugend hat ihm eine Hüftgelenkentzündung bewirkt, die eine dauernde Verkürzung eines Beines zur Folge hatte, ihn aber in keiner Weise in der Ausübung seines Berufes hindert, auch nicht in sehr ausgedehnten Gemeinden. Nach ihm ist bis jetzt noch ein weiterer Probeprediger vorgesehen. Die Mitglieder des Presbyteriums und der Repräsentanten werden zu einer Sitzung nach dem Gottesdienst in der großen Kirche eingeladen. Es soll Beschluß gefaßt werden, ob noch weitere Pre beprediger eingeladen werden sollen und über Maßnahmen, die zur Besetzung der vierten Pnrfraestelle noch getroffen werden müssen. ** Es lohnt sich wohl, die„wöchentlichen Lebensbilder" unserer Samstag=Beilage auszuschneiden und eingeklebt sich aufzubewahren. Lebensbilder erziehen und kräftigen. Insbesondere sollte sich unsere Jugend darüber machen und sich ein„Buch der Blographien“ schaffen. Die drei bisher erschienenen SamstagLebensbilder können in unserer Geschäftsstelle billig nachbezogen werden: Franz Schubert, der Liederkomponist; Rudolf Barnay, de Heldendarsteller und Christian De Wet, der Burengeneral. ** Fahrpreisermäßigung für Jugendliche. Infolge der Verzögerung in der Durchführung der behördlichen Anerkennung der Jugendpflegevereine hat das Reichsverkehrsministerium angeordnet, daß die Fahrpreisermäßigung zugunsten der Jugendpflege noch dem bisherigen Verfahren auch über den 1. Januar 1922 hinaus zunächst noch weitergewährt wird. Für die in Preußen der staatlichen Organisation(Orts=, Kreis= usw. Ausschüssen) für die Jugendpflege angeschlossenen Vereinigungen ergehen wegen des Verfahrens, um vom 1. April ds. Is. in den Genuß der Fahr preisermäßigung zu gelangen, von dem zuständigen Ministerium für Volkswohlfahrt in Kürze besondere Bestimmungen: ** Lichtbildervortrag. Am norgigen Sonntag abend 8 Uhr veranstaltet der Evang. Verein junger Männer im Gemeindehaus einen öffent lichen Lichtbildervortrag. Herr Arnold aus Essen wird über das Thema„Und was uns der Feind hat angetan“, sprechen. An der Hand einer Reihe schöner Bilder wird uns gezeigt, was wir im Westen, Osten und Norden unseres Vaterlandes verloren haben. Der Eintritt kostet 1 Mark im Vorverkauf, an der Kasse 1,50 Mark ** Ein Postkuriosum wird am 22. Februar zutage treten, da an diesem Datum auf dem Poststempel, wie bereits am 2. Februar, die Zahl 2 sich mehrfach aneinanderreiht. Postsachen, die am 22. Februar in der Zeit von 2 bis 3 Uhr abgestemeplt werden, tragen die Zahl nicht weniger als sechsmal hintereinander. Zum Beispiel: 22. 2. 22. 2—3. Wird die Postsache auf einem Postamt 2 aufgeliefert, so dürfte die Zahl 2 sogar siebenmal auf dem Stempel erscheinen. streik geführt hätten, schilderte die fortwährenden Kämpfe, welche die Eisenbahner mit der Verwaltung über die Entlohnung geführt, und gab dann eine Gegenüberstellung der Entlohnung der Eisenbahner und der Arbeiter und Angestellten in der Privatindustrie, bei der die Eisenbahnverwaltung allerdings nicht gut abschnitt. Die Eisenbahner seien gerne bereit, an der Gesundung der Eisenbahnfinanzen mitzuarbeiten, aber nicht auf ihre Kosten. Wenn man bedenke, daß die persönlichen Ausgaben(Gehälter, Löhne usw.), welche vor dem Kriege 60 Prozent der Einnahmen der Bahn betragen hätten, jetzt auf 45—47 Prozent herabgemindert seien, so besage dieses doch zur Genüge, daß die schlechte Finanzlage der Eisenbahn nicht eine Folge der höheren Besoldung der Eisenbahnangestellten sei. Redner kam dann auf sein eigentliches Thema zu sprechen und beschäftigte sich des längeren ausführlich mit den von der Eisenbahnverwaltung angeordneten Massen=Disziplinierungen. Wenn die Eisenbahndirektion Elberfeld angebe, daß in ihrem Bezirk nur fünf Beamte entlassen seien, so treffe dieses zu, die Verwaltung teile der Oeffentlichkeit aber nicht mit, gegen wieviel Beamte sie das Disziplinarverfahren eingeleitet habe. Man habe beim Abbruch des Streites der Versicherung des Reichskanzlers geglaubt, daß nur gegen die Führer des Streiks und gegen solche Personen, die sich Eingriffe in den Dienstbe trieb schuldig gemacht hätten, ein Disziplinarverfahren eröffnet werden solle. Wenn die Regie rung jetzt ihr Wort nicht einlösen wolle oder könne, weil untergeordnete Organe eigenmächtig vorgingen, so sei das ein Vertragsbruch, den sich die Eisenbahnerschaft nicht würde gefallen lassen und gegen den flammender Protest erhoben werde. Redner mahnte dann noch mit eindringlichen Worten zur Einigkeit zwischen Beamten und Arbeitern. Wenn man vereint marschiere und gegebenenfalls auch vereint schlage, dann werde man auch die gerechten Forderungen gegenüber der Verwaltung durchsetzen. Anschluß an die mit Beifall ausgenomme. nen Ausführungen gelangten folgende Resolutionen zur Annahme: „An den Reichskanzler! Die am 17. Februar tagende Versammlung der Eisenbahnarbeiter und =Beamten von Schwerte protestiert gegen die Massen=Disziplinierungen anläßlich des Beamtenstreiks. Die Versammlung erwartet, daß die Reichsregierung ihr durch den Reichskanzler gegebenes Versprechen einlöst und die außerhalb der Richtlinien erfolgten Maßregelungen rückgängig macht.“ Die zweite Resolution, an die EisenbahnerVerbände gerichtet, hatte folgenden Wortlaut: „Die vom D. E. B. einberufene öffentliche Versammlung protestiert gegen die Massen=Disziplinierung von Beamten und erwartet von den Vorständen entschiedenes Einsetzen gegen alle Maßregelungen. Nach einigen Ausführungen des Herrn Gorhold und einem Schlußwort des Herrn Winkler wurde die Versammlung geschlossen. zogs von Ratibor und Fürsten von Corvey. Auge gesaßt wurde eine große kirchliche Feier am Vitussonntag, 18. Juni, dem Festtag des alten Klosterschutzheiligen, und für den 19. Juni das Heimatfest der ehemal. schönen Hansestadt ter. Es sollen u. a. lebende Bilder und Szenen aus der romantischen Vergangenheit Corveys und Höxters täglich vom 19. bis 25. Juni vorgeführt werden. Der Verein für westfälische Geschichte und Altertumskunde wird im Anschluß an das Fest am 20. und 21. Juni in Höxter seine Jahresversammlung abhalten. Der Westfälische Heimatbund will während der Festwoche in Höxter zusammenkommen. Kleve, 16. Febr. Schwer bestrafte Vieh händler. 200000 Mark Geldstrafen und rund Jahre Gefängnis wegen Viehschmuggels verhängte das Klever Wuchergericht und zwar gegen den Landwirt Theodor Kuhnen aus Calbeck ein Jahr Gefängnis und 100000 Mark Geldstrafe, gegen den Landwirt Johann Heiliger aus Keeken wegen Beihilfe 1½ Jahre Gefängnis und 100000 Mark Geldstrafe, gegen den Landwirt Johann Ingenbleek 5 Monate Gefängnis und 30000 Mark Geldstrafe, gegen den Schweinehändler Aug. Roland aus Weeze 9 Monate Gefängnis und 30000 Mark Geldstrafe. Köln, 16. Febr.„St. Bürokratius lebt noch. Unter dieser Spitzmarke schreibt man: In einer Versammlung des Vereins Kölner Industriellen, in der der Reichstagsabgeordnete Professor Dr. Moldenhaue einen Vortrag über Reichs finanzen und Wirtschaft hielt, teilte er folgendes Vorkommnis mit: Während des letzten Streikes der Berliner städtischen Arbeiter litt auch die Telegraphenverwaltung an Stommangel, so daß nur die dringendsten Telephongespräche geführt werden konnten. Die Firma Borsig erklärte sich bereit, die Akkumulatorenvatterien aus eigenen Beständen zu laden. Welchen Bescheid erhielt aber das Borsigwerk? Es möchte den Antrag schriftlich an die Oberpostdirektion einreichen! Direktors der Technischen Hochschule wurden die Toten im Trauerzuge nach dem Friedhof in Westend gebracht. Massenerkrankung der schwarzen Besatzung. Ludwigshafen, 16. Febr. Infolge großer Kälte sind innerhalb der französischen Kolonialarmee im besetzten Gebiet Masseneskrentungen und viele Todesfälle vorgekommen. Die schwarzen Soldaten können das frostige Klima nicht mehr ertragen. Durch eine Verfügung des Kriegsministers ist daher eine Anzahl afrikanischer Formationen nach Südfrankreich abtransportiert worden. Eine unerhörte Bluttat. Hof, 16. Febr. In das isoliert stehende Haus des Schuhmachers Schnabel in Riegnitzlosau bei Hof drang abends ein unbekannter jüngerer Mann ein und gab, ohne ein Wort zu sagen, sofort auf die Familienmitglieder mehrere Revolverschüsse ab. Die 17 Jahre alte Nichte des Schuhmachers wurde ins Herz getroffen. Sie war sofort tot. Der Ehemann und die Frau Schnabel wurden, lebensgefährlich verletzt, in das Krentenhaus nach Hof gleracht Tort ist Schna bel gestorben, seine Gattin befindet sich noch in Lebensgefahr. Geraubt wurde nichts. Die Motive der Tat sind unbekannt. Zur Flucht des Oberleutnants Dithmar. Berlin, 17. Febr. In der Antwort des Justizministers auf die kleine Anfrage der kommunisti. schen Fraktion des preußischen Landtages wegen der Flucht des Oberleutnants Dithmar wird festgestellt: Bis jetzt liegen seineAnyaltspunkte für ein Verschulden der Strafanstaltsbeamten vor. Ein bestimmtes Urteil läßt sich erst nach Abschluß der eingeleiteten Ermittelungsverfahren, die mit Nachdruck betrieben werden, abgeben. Die Kriminalpolizei verfolgt mit besonderen Beamten dem vertagt; gung n den St die bei chen u. Rock u Mark sie mit währen Ueberzi verkauf lerei si H. ein von M wrutage ferner gewisse je 3 D jedoch unter ten ein richtsk. Nonans naten, strafe wegen Wid Handel Straft des G burtste Valige einand auf 1 alle Spuren. Sie hat auch Vorkehrungen gegen das Entkommen Dithmars ins Ausland getroffen. Mäon körde dadem uur mit echten Braux sechen Stoftathen und fordere die Jehrreiche Oratisbroschüre No 7. Wilbelm Brauns, C. m. b. H., O Aus den Hugen, 16. Febr. Räuberhauptmann Dohm. Wegen 17 schwerer Einbrüche ist nach viertägiger Verhandlung eine Räuberbande für längere Zeit von der hiesigen Strafkammer unschädlich gemacht worden. Die Einbrüche sind in Herdecke und den Nachbarorten ausgeführt worden. Von den neun anderen erhielt der als Räuberhauptmann bezeichnete Arbeiter Dohm 6 Jahre Zuchthaus und 13 Jahre Ehrverlust. Werne, 16. Febr. Hoch klingt das Lied vom braven Mann. Auf dem Zechenteich ** Wandhofen, 17. Febr. Der Männer Gesangverein„Edelweiß“, der sich in letzter Zeit weiter günstig entwickelt hat, beteiteiligt sich an einem Anfang Juni in Hengsen stattfindenden Gesangwettstreit. Hoffentlich wird der Verein preisgekrönt zurückkehren. Eisenbahner=Versammlung. In der„Reichskrone" tagte gestern nachmittag unter dem Vorsitz des Herrn Gerharts eine Versammlung hiesiger Eisenbahnbeamter und =Arbeiter, in welcher der Gewerkschaftssekretär Winkler vom deutschen Eisenbahner=Verband über das Thema„Rachopolitik oder Versöhnung" sprach. Redner kam nochmals eingehend auf die Ursachen zurück, welche zu dem letzten Eisenbahnin Werne lief der zehnjährige Sohn eines Steigers Schlittschuh. An einer Stelle, wo die warmen Abgüsse der Zeche in den Teich einmünden, brach die dünne Decke und der Junge versank vor den Augen der Mutter, die ihn mehrere Male aufund niedertauchen sah. Der des Weges kommende 60jährige Ziegelmeister Kracht sprang ihm nach und brachte ihn lebend ans Ufer. Eine Belohnung lehnte er ab mit den Worten:„Das ist Christenpflicht!" Lippstadt, 16. Febr. Großer Lohngeldraub auf der Union. Vorgestern abend gegen 10 Uhr wurden auf der Westfälischen Union, Abteilung Phönix, Lippstadt, die Lohngelder, die um 10 Uhr abends nach Schluß der Schicht ausgezahlt werden sollten, aus dem Bureau der Union gestohlen. Die Lohngelder befanden sich abgezählt in Lohndüten in einer hierzu bestimmten Kiste. Einer der Täter zerschlug die Scheibe des Bureaus, öffnete das Fenster und entwendete die Kiste samt Inhalt, um sie mit seinem draußen stehenden Komplizen nach Hause zu nehmen. Die sofort benachrichtigte Kriminalpolizei nahm die Ermittelungen auf. Als Täter kommen zwei Drahtzieher im Alter von 28 und 24 Jahren in Frage. Es handelt sich bei dem Raube um einen Betrag von 99807 Mark. Höxter, 16. Febr. Die alte Abtei Corvey, die älteste Niederlassung im heidnischen Sachfenlande, und mit ihr die Stadt Höxter a. d. Weser kann in diesem Sommer das Fest ihres 1100jährigen Bestehens feieen. Ein Festausschuß hat sich gebildet unter dem Ehrenvorsitz des HerEine interessante Statistik. Das Reichsministerium des Innern weiß, wieviel Deutsche seit Kriegsende aus dem Auslande und den verlorenen Gebieten in die kleinere Heimat eingewandert sind(nämlich) 850000 Köpfe), weiß auch, daß 1000 Wolgadeutsche bei uns Aufnahme fanden, hat aber noch keine Zahlen über die sonstige Einwanderung aus Rußland und Polen zur Verfügung. Man schätzt diese Einwanderung auf 1150000 Köpfe!! Die kommunistische Arbeitsgemeinschaft geht zur USPD. über. Berlin, 16. Febr. Wie der„Vorwärts“ hört, steht der Eintritt der kommunistischen Arbeitsgemeinschaft in die Partei der Unabhängigen selbst unmittelbar bevor. Schutz der kirchlichen Feiertage. Die Abgg. Leutheußer, Dr. Kahl, D. Everling Dr. Luther, Dr. Stresemann von der Deutschen Volkspartei haben den Entwurf eines Gesetzes zum Schutz der Feiertage im Reichstag eingebracht. Das Gesetz soll bestimmen: „Im Sinne des Artikels 139 der Reichsverfassung gelten als Feiertage, die als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung geschützt bleiben, die zur Zeit des Inkrafttretens der Reichsverfassung im Reiche und in den Ländern staatlich anerkannten Feiertage. Die Aufhebung dieser Feiertage, der Landesfeiertage nach Zustimmung des betreffenden Landes, kann nur durch Reichsgesetz erfolgen. Der Gesetzentwurf ist durch die bekannten Vorgänge in Thüringen veranlaßt, wo die sozialistisch=unabhängige Mehrheit in Regierung und Landtag den Bußtag und Reformationsfeiertag als staatlich anerkannte Feiertage aufgehoben hat. Zeitschriftenverbote im besetzten rheinischen Gebiet. Die Interalliierte Rheinlandkommission hat die folgenden Zeitschriften aus dem besetzten Gebiet ausgeschlossen: „Simplicissimus“, für die Dauer von sechs Monaten vom 25. Januar 1922 ab. „Die Schwarze Schmach“, herausgegeben in Berlin, für die Dauer von drei Monaten, vom 25. Januar 1922 ab. „Heimatland“, herausgegeben in München, für die Dauer von drei Monaten, vom 25. Janua: 1922 ab. Stiergesechte im Berliner Stadion. Mit einer neuen„Attraktion“ soll Berlin beglückt werden, wenn eine Meldung der„B 3. richtig ist, wonach ein Unternehmer im Stadion richtiggehende spanische Stierkämpfe veranstalten will. Das Polizeipräsidium soll aber die Konzessionierung abgelehnt haben mit der Begründung, daß die Grausamkeit und Tieruälere: der Stiergefechte vom deutschen Volksempfinden verurteilt werden. Beisetzung der Berliner Streikopfer. Mittwoch nachmittag wurden in Berlin die Opfer der Technischen Nothilfe aus Anlaß des Eisenbahnerstreiks, die Studenten Richter und Stenzel, beigesetzt. Die Leichen waren im Lichthof der Technischen Hochschule aufgebahrt. Vertreter der preußischen Regierung der Eisenbahnerverbände, der Technischen Nothilfe und eine Abordnung der studentischen Korporationen wohnten der Trauerfeier bei. Nach einer Ansprache der ** Schwerte, 17. Februar. In der heutigen Sitzung, welche Herr Amtsgerichtsrath Dr. Alffers leitete, kamen folgende Sachen zur Verhandlung: Der Beleidigung des Stadtvertreters Oberste zu Westhofen war der Arbeiter Ernst L. von dort angeklagt. Im Anschluß an die Verhandlungen über die Anlage einer elektrischen Leitung für Licht. und Kraft nach dem Buchholz, für welche Vorlage trotz der hohen kosten O. eingetreten war, hat L. in einer Wirtschaft über O. die Aeußerung fallen lassen:„Oberste gehe nur dann in die Sitzungen der Stadtvertretung, wenn es sich um seine eigenen Interessen handle und er dabei etwas verdienen könne". O. besitzt nämlich auf dem Buchholz einen Steinbruch, der ebenfalls# an die elektr. Anlage angeschlossen wurde. L. gibt die Aeußerung zu, will aber in Wahrung der Interessen seiner Mitbürger gehandelt haben. Das# Gericht konnte dem Angeklagten den Schutz des infrage kommenden Paragraphen 193 nicht zubilligen und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 100 Mark. Da die Beleidigung zudem eine öffent liche war, soll das Urteil an die Gemeindetafel### zu Westhofen angeschlagen werden. Der Angeklagte erklärte, gegen das Urteil Berufung einlegen zu wollen.— Weil er sich gegen die Miets=z. verordnung vergangen hatte, war dem Friseur S. ein Strafbefehl in Höhe von 150 Mark zugestellt worden. Sein Einspruch gegen diesen#### fehl hatte insofern Erfolg, als in anbetracht e.# worden. Sein Einspruch gegen diesen feh ganzen Sächlage die Strafe auf 50 Mark ermäßigt wurde. Auch S. erklärte, sich mit dem Urtei. nicht beruhigen zu wollen.— Diebstahl und Heh lerei werden dem Knecht Z., zurzeit in Haft, dem Straßenbahner P. und den Brüdern Karl und Wilhelm Fr. aus Rotthausen zur Last gelegt. Z. hat am 8. Dezember auf dem Hofe des Landwirts Späing mehrere Zentner Hafer und 4 Truthühner gestohlen und an die Mitangeklagten veräußert. Als P., der schon mehrere Jahre in seiner freien Zeit auf dem Hofe arbeitete, hörte, daß es sich um Diebesgut handele, hat er den einen Zentner Hafer, den er von dem Angeklagten# Z. erworben hatte, sofort der Gutsverwaltung## wieder zur Verfügung gestellt, auch der übrige Hafer und die Hühner konnten beschlagnahmt werden. Z., der schon wegen Diebstahl vorbestraft ist, wurde wegen zweier Diebstähle zu 4 Monaten# Gefängnis verurteilt, auf welche Strafe die Untersuchungshaft angerechnet wird. Die berden Angetlagten Fr. traf eine Gefängnisstrafe von 2 Monaten, doch wurde ihnen ein Strafaufsch von 5 Johren zugebblligt under der Voranssetzung daß sie binnen 6 Monaten je 500 Mark an.. Gerichtskasse zahlen. Gegen Pr. soll neu verhandelt werden, um durch Zeugenvernehmung stellen, ob die Angaben des Pr., er habe im guten Glauben gehandelt, zu Recht bestehen.— Freigesprochen wurde der Arbeiter Heinr. C., der megen Lohnforderung gegenüber dem Dachdecker Hengesbach ein Faß Klebemasse als Pfand an sich genommen hatte. Die Parteien haben sich inzwischen verinigt. C. hat seinen Lohr gerglngzung eshit sein Wgenum prichk.— Se gegen den Arbeiter W., die Witwe Gr. und 2—:: Gr. aus Garenfeld, die angeklagt sind, im Jahl 1919 im Bahnhof Westhofen einen Waggon er brochen und 5 Zentner Mehl aus demselben gestohlen zu haben, wurde nach langer Verhandln In Fußba sten 1 Eisent der E vorige ständi A=Kla mäßig Entsch S. S. auf d damit Jahre len de hat. augen den Stell Nehei für 9 Ausg mit zweif Syste gense sich Kam Wird sind laute Hüste Arns 400 3 Be durck Vers zwai Schn und rückt lang erfa setze los Din schal verk schule wurden die Friedhof in Westirzen Besatzung. folge großer Kälte hen Kolonialarmee entungen und viele schwarzen Soldaten icht mehr ertragen. Kriegsministers ist ischer Formationen ctiert worden. luttat. sliert stehende Haus n Riegnitzlosau bei bekannter jüngerer Wort zu sagen, solieder mehrere Rehre alte Nichte des erz getroffen. Sie mann und die Frau rlich verletzt, in das ti Tort ist Schnabefindet sich noch in nichts. Die Momants Dithmar. Antwort des Justizrage der kommunistien Landtages wegen ants Dithmar wird in Anhaltspunkte für anstaltsbeamten vor. ßt sich erst nach Abrmittelungsverfahren, werden, abgeben. Die t besonderen Beamten Vorkehrungen gegen s ins Ausland gewerte, 17. Februar. g, welche Herr Amtsleitete, kamen folgende Stadtvertreters Oberste eiter Ernst L. von dort an die Verhandlungen ektrischen Leitung für i Buchholz, für welche sten O. eingetreten war, über O. die Aeußerung ehe nur dann in die vertretung, wenn nteressen handle und er ne“. O. besitzt nämlich steinbruch, der ebenfalls schlossen wurde. L. gibt er in Wahrung der Ingehandelt haben. Das klagten den Schutz des zraphen 193 nicht zubilzu einer Geldstrafe von igung zudem eine öffentan die Gemeindetafel en werden. Der AngeUrteil Berufung einleer sich gegen die Mietstte, war dem Friseur S. von 150 Mark zugestellt gegen diesen Strafbeg, als in anbetracht der zafe auf 50 Mark ermälärte, sich mit dem Urteil 1.— Diebstahl und Heh 3., zurzeit in Haft, dem den Brüdern Karl und ausen zur Last gelegt. auf dem Hofe des Landentner Hafer und 4 Trut die Mitangeklagten veron mehrere Jahre in seiHofe arbeitete, hörte, gut handele, hat er den ier von dem Angeklagten ort der Gutsverwaltuung 1 gestellt, auch der übrige r konnten beschlagnahmt segen Diebstahl vorbestraft Diebstähle zu 4 Monaten auf welche Strafe die rechnet wird. Die beiden ne Gefängnisstrafe von je ihnen ein Strafaufschub t unter der Voraussetzung, aten je 500 Mark an die segen Pr. soll neu verhanZeugenvernehmung festzudes Pr., er habe im guten Recht bestehen.— Freilrbeiter Heinr. C., der weenüber dem Dachdecker Henemasse als Pfand an sich Parteien haben sich inzwiseinen Lohn erhalten, H. zurück.— Die Verhandlung die Witwe Gr. und Walter e angeklagt sind, im Jahre sthofen einen Waggon err Mehl aus demselben ge# nach langer Verhandlung vertagt; verschiedene Beweisanträge der Verteidigung wurden abgelehnt.— Einbruchsdiebstahl wird den Steinhauern Ob. und Schw. zur Last gelegt, die beim Bergmann Göge zu Syburg eingebrochen und zwei Anzüge, einen Ueberzieher, einen Rock und zwei Uhren im Werte von über 5000 Mark gestohlen haben. Diese Gegenstände haben sie mit dem Steinhauer H. zu Syburg getei während die Haushälterin Wwe. D. Rock und Ueberzieher an ihre Mutter bezw. ihren Bruder verkauft hat; beide haben sich dadurch der Hehlerei schuldig gemacht. Außerdem schwebte gegen ein Verfahren wegen verbotswidrigen Besitzes von Militärwaffen. Mit Rücksicht auf das reumütige Geständnis der Angeklagten O. und Schw., ferner mit Rücksicht darauf, daß sie sich in einer gewissen Notlage befunden haben, kamen sie mit je 3 Monaten Gefängnis davon; es wurde ihnen jedoch ein Strafaufschub von drei Jahren gewährt unter der Voraussetzung, daß sie binnen 5 Monaten eine Geldbuße von je 1000 Mark an die Gerichtskasse zahlen. H. traf unter den gleichen Voraussetzungen eine Gefängnisstrase von 2 Monaten, wegen des Besitzes der Waffe; eine Geldstrafe von 100 Mark. Die angeklagte D. wurde wegen Mangel an Beweisen freigesprochen. Widerstand gegen die Staatsgewalt hat den Handelsmann N., zurzeit wegen einer anderen Straftat in Untersuchungshaft, vor die Schranken des Gerichts gebracht. Gelegentlich einer Geburtstagsfeier in seiner Wohnung ist er mit dem Polizeibeamten Ising in der Hellpothstraße aneinander geraten. Das Urteil lautete gegen N. auf 1 Monat Gefängnis. Turnen und Sport. Fußball. In den letzten Wochen hat die Abwicklung der Fußball=Meisterschaftsspiele aus den verschiedensten Ursachen, Verkehrsschwierigkeiten durch den Eisenbahnerstreik, schlechtes Wetter, Untauglichkeit der Spielplätze usw., stark gelitten. So ist am vorigen Sonntag keines der Kreisligaspiele vollständig zum Austrag gekommen und in der A=Klasse konnten nur zwei Treffen ein ordnungsmäßiges Ende finden. Morgen stehen wichtige Entscheidungen an. In der Kreis=Liga empfängt S. S. V. 06 den Neheimer F. C. 08 um 2,30 Uhr auf dem Sportplatze hinter der Töchterschule und damit einen Gegner, mit dem es sich seit langen Jahren in Meisterschafts= und Freundschaftsspielen des öfteren mit wechselvollem Erfolge gemessen hat. In der Kreis=Liga=Tabelle nimmt Neheim augenblicklich in gleicher Punktzahl mit Wetter den 2.—3. Platz ein, während Schwecte die 5. Stelle hält. Der erste Meisterschiftskampf in Neheim zwischen den beiden Parteien endete 1: 9. für Neheim. Auch diesmal ist mit einem knappen Ausgang zu rechnen. Der wuchtigen Spielweise mit weitem Schlag der Gäste wird Schwerte zweifellos wieder sein schon so oft erfolgreiches System schneller Vorstöße auf den Ilügeln entgegensetzen. Aus dieser unterschiedlichen Art sollte sich ein äußerst spannender und sehenswerter Kampf entwickeln. Nur etwas stimmt bedenklich: Wird der Platz spielfähig sein? Die Aussichten sind nicht allzu rosig! Die übrigen Liga=Treffen lauten: Iserlohn—1860 Hagen; IfL. Hagen— Hüsten; Wetter—Jahn=Hagen; Gemeinde=Hagen— Arnsberg; 1860 und Weer werden siegen, das andere sieht offen aus. In der A=Klasse gibt es 3 Begegnungen. Die B=Klisse hat in der Tabelle durch die Ergebnisse der letzten Zeit erhevliche Verschiebungen aufzuweisen. Letmathe führt zwar noch immer, aber hinter ihm sind vom Schwanzende die älteren Verbandsvereine Westig und Hohenlimburg in die Spitzengruppe aufgerückt. Es zeigt sich, was eefuhrene Sportler schen lange voraussagten, nämlich, daß längere Spielerfahrung der älteren Vereine sich doch durchsetzen würde, wenngleich die B=Neulinge zweifellos ganz anerkennenswertes Können und vor allen Dingen jugendlichen Kampfesmut in die Wagschale zu werfen hätten. Auch Hennen hielt sich verhältnismäßig gut und hatte nur das Pech, in meist gleichwertigem, zuweilen sogur etwas überlegenem Spiel ganz knapp die Punkte entgleiten zu sehen. Morgen sollen spielen: Holzen—Westig. Das Spiel endete 0: 0. Nach den letzten Spielen wird es wohl kaum möglich sein, daß Holzen den Sieg davonträgt, wenn sie nicht in stärkster Aufstellung antritt. In der C=Klasse sind Jahn=Menden, UnionSchwerte und Fröndenberg die schärfsten Gegner. Auch hier löst der Kampf um die Spitze ziemlich allgemeines Interesse aus. Auf dem Platz am Schützenhof treffen sich um 2,30 Uhr Jahn=Menden —Union=Schwerte. Das erste Spiel endete 1: 1. Beide Mannschaften haben sehr an Form zugenommen. Jahn=Menden steht mit einem Punkt Vorsprung an erster Stelle vor Union=Schwerte. Gewinnt„Union“ das Spiel, so wird es die Spitze innehaben. Die beiden Tabellenersten werden uns ein flottes und spannendes Spiel vor Augen führen. Wika. Kath. Pfarrkirche, Schwerte: 6 Uhr: Stille hl. Messe, Kaplan Schleep; 7½ Uhr: Frühmesse mit Predigt(Monatskommunion der Mütter); 8¼ Uhr: Schulmesse mit Predigt, Pfarrer Schnurbus; 10 Uhr: Hochamt mit Predigt, Kapl. Winter; 2½ Uhr: Andacht. Lichtendorf: ½8 Uhr: Frühmesse mit Predigt; 10 Uhr: Hochamt mit Predigt; nachm. 2½ Uhr: Andacht mit Segen. Bicdt. Schautpiehaug, Hogen. Sonntag, 19. Februar, 2½—5 Uhr:„Das Glück im Winkel", Schauspiel in 3 Aufzügen von Hermann Sudermann. Abends 7½—10½ Uhr:„Die lustigen Weiber von Windsor", Oper in 3 Aufzügen von Otto Nicolai. Montag, 20. Februar, abends 7½—10½ Uhr: „Schneider Wivbel", Komödie in 5 Bildern von Hans Müller=Schlösser. Tehle brühimeidungen. Deutschland soll 5 Jahre Handelsschiffe für die Alliierten bauen. London, 18. Febr. In Erwiderung einer Anfrage erklärte im Unterhause Baldwin, Deutschland sei durch den Versailler Ver trag verpflichtet, während 5 Jahre für Rechnung der alliierten Regierungen Handelsschiffe im Gesamtraum von 200 000 Tonnen jährlich zu bauen. Deutsche Zahlung. T1 Paris, 18. Febr. Der englische Vertreter im Entschädigungsausschuß beantragte, die deutschen Zahlungen in bar für 1922 auf 500 Millionen, wie in London bereits vereinbart worden war, und nicht auf 720 Millionen, wie in Cannes beschlossen, festzusetzen. Verringerung der amerikanischen Besatzungstruppen. Paris, 18. Febr. Aus Washington wird gemeldet, daß das amerikanische Kriegsministerium in den nächsten Tagen eine neue Herabsetzung der Besatzungstruppen am Rhein vornehmen wird. Diese Herabsetzung wird 203 Offiziere und 3000 Mann umfassen, so daß noch 103 Offiziere und 2217 amerikanische Soldaten am Rhein bleiben. 8000 Pferde für Belgien. Berlin, 18. Febr. Zwischen der deutschen und belgischen Regierung ist ein Vertrag abgeschlossen worden, nach dem Deutschland verpflichtet ist, 8000 Pferde im Gesamtwert von 26½ Millionen Fr. zu liefern. Neue Heraufsetzung der AngestelltenVersicherungsgrenze. Berlin, 18. Febr. Durch die Geldentwertung ist die augenblicklich vorgesehene Gehaltsgrenze von 30000 Mrak für die Versicherungspflicht der Angestellten als vollkommen überholt zu bezeichnen. Der Verbandsvorstand des Zentralverbandes der Angestellten hat deshalb an den Reichswirtschaftsrat und an den Reichstag eine Eingabe gerichtet um Erhöhung dieser Gehaltsgrenze auf 100000 Mark. Stadttheater Dortmund. Montag, 20. Februar, 7—9¾ Uhr: Tragödie von Franck Wedekind. „Erdgeist". Willen seiner Bevölkerung abgetrennten Danzig bestehen, zu stören, legt dor Danziger Senat Wert darauf, festzustellen, daß bei ihm keinerlei Pläne bestehen, die deutsche Währungseinheit aufzugeben. Berliner Börsenkurse vom 17 Jebeuar 1922 mitgeteill vom Barmer Bank=Verein, Schwerle 5% Deutsche Reichsanleihe. 77½ Weneraussichten fürmehrer= Tage im Voraus. 19. Febr.: veränderlich, normal temperiert. 20. Febr.: Wolken, milde, strichweis Regen. 21 Febr.: veränderlich, milde, Wind. 22. Febr.: Sonne, teils Wolken, Niederschläge, vielfach sehr windig. 23. Febr.: Wolken, milde. 24. Febr.: vielfach bedeckt, Niederschläge, windig. 25. Febr.: veränderlich, milde. Gottesdienste am Sonntag, den 19. Februar: Große Kirche: 10 Uhr: Probepredigt des Synodalvikars Sahner aus Bonn; 11¼ Uhr: Kindergottesdienst, Pastor Ohlig. Kleine Kirche: 9 Uhr und 5 Uhr: Pastor Nell. Evangel. Krankenhaus: 9 Uhr: Pastor Wischnath. Westhofen: 10 Uhr: Kandidat Heuer; 11¾ Uhr: Kindergottesdienst. Syburg: 10 Uhr: Pastor Klinker. Evangel. Stadtmission, Schwerte, Kuhstraße 7: Sonntag 4 Uhr: Bibelstunde; abends 8 Uhr: Gemischter Chor. Mittwoch 3 Uhr: Missionsverein; abends 8½ Uhr:(bebetsstunde. Donnerstag 8 Uhr: Gemischter Chor. Handel und Börse; = Volkswirtschaft E ggg Mitnle Ver. Deutsche Nickelwerke, Schwerte. In einer auf den 9. März einberufenen außerordentlichen Hauptversammlung soll über die Erhöhung des Aktienkapitals um 16 auf. 39 Mill. Mk. durch Ausgabe von 10 Mill. Mk. Stammaktien und 6 Mill. Mk. 6=proz. Vorzugsaktien Beschluß gefaßt werden. Die jungen Aktien sind dividendenberechtigt ab 1. April 1922. * Die Berliner Börfenversammlung hat beschlossen, im Monat März an allen Wochentagen, ausgenommen Sonnabends, vollen Börsenverkehr stattfinden zu lassen. Die Bank von England hat den Diskontsatz von 5 auf 4½ Prozent ermäßigt. * Westfälische Bergbau= und KohlenverwertungsA.=G. in Hörde. In der außerordentlichen Generalversammlung, in der 42 Aktionäre 13 707000) Mark Aktien vertraten, wurde die Erhöhung des Aktienkapitals um 5 auf 30 Mill.-Mk. durch Ausgabe von 5 Mill. Mk. neuen Stammaktien beschlossen. Die neuen Aktien, die zu 110 v. H. ausgegeben werden, werden in erster Linie zum Erwerb sämtlicher Anteile der Ammoniak G. m. b. H., der Besitzerin der Kokerei auf der Zeche Admiral, und im übrigen zur Beschaffung von Mitteln für technische Verbesserungen im Betriebe der Zeche Admiral dienen. Der weitere Antrag der Verwaltung auf Schaffung von 2 Mill. Mk. 8=prozentiger Vorzugsaktien mit siebenfachem Stimmrecht wurde schließlich bis zur nächsten ordentlichen General=Versammlung vertagt, nachdem aus der Versammlung heraus von den Vertretern zweier größerer Aktionärgruppen dahingehender Antrag gestellt worden war. * Die deutsche Währung in Danzig. Polnische Blätter meldeten vor einiger Zeit, daß für den Freistaat Danzig polnisches Geld geprägt werde Die Nachricht ist unzutreffend. Da die Ungewißheit über die in Danzig gültige Währung geeignet ist, mannigfache Handelsveziehungen, die zwischen Deutschland und dem von ihm gegen den Barmer Bank=Verein........... 308 Deutsche Bank 537 Diskonto 452 Dresdner Bank 375 Hamb.=Amer.=Pak. 490½ Allgem. Elektr.=Ges. 850 Baroper Walzwerk 1000 Bochumer Guß...... 1275 Bösperde Walzwerk....... 950 Daimler Motoren...— Deutsch=Luxemburg............ 1150 Deutsche Kaliwerke............ 1575 Dynamit 885 Elberf. Farbw. Essener Steinkohlen 1340 Gelsenkirch. Bergw 1195 Gasmot. Deutz.......... 780½ Harpener Bergw. 1789 Hasper Eisen...— Hoesch 1475 Humboldt Masch 681 Mannesmann 1715 Oberschles. Eisenb.=Bed. 1375 Orenstein&8p; Koppel...........1170 Phönix Bergbau............ 850½ Reisholz Pap. 4 Rhein. Stahlwerke..... 1299 Rombacher 902 Schuckert 811 Siegen=Solingen........... 674 Ver. Dt. Nickelwerke........... 1650 Westf. Draht=Ind. 599½ Westf. Eisen, Langendreer......... 700 Auslands=Wechselkurse der Berliner Börse (Devisenkurse) Mitgeleilt durch den Barmer Bankverein Hinsberg, Fischer u. Comp., Schwerle. Man zahlte deutsche Mark: für am 15. 2. am 16. 2. 100 belgische Franken. 100 dänische Kronen.. 1 englisches Pfund 100 französische Franken 100 holländische Gulden 100 italienische Lire... 100 polnische Mark.. 100 schwedische Kronen. 100 schweizerische Franken 3921,05 4005,90 100 tschechische Kronen..: 378,60 382,60 Ein Dolar...... 20064 20529 1698.30 4225.75 886,60 1793.20 7582,40 992.— 5,73 5264,70 5354,60 1658,30 4165,80 875,60 1738.25 7482,50 971.50 Kohlenbericht Elektrizitätswerk„Mark“. Lagerbestand: Für die Schriftleitung verantwortlich: Karl Richter; für Lokales und Provinzielles: Friedrich Kraaz beide in Schwerte. 808 hilft Maggi's Würze. Man beachte nur genau die jeder Originalflasche beigegebene Anweisung. höchstpreise für Brot und Mehl. Auf Grund des§ 34 Abs. 2 a des Gesetzes über die Regelung des Verkehrs mit Getreide vom 21. 6. 1921(R. G. Bl. S. 737) wird unter Aufhebung der Anordnung des Kreisausschusses des Landkreises Hörde vom 9. 1. 1922 betr. Höchstpreise für Brot und Mehl folgendes bestimmt. 1. Die Höchstpreise für die nachstehend aufgeführten rationierten Backwaren und Mehl werden wie folgt festgesetzt: a) Graubrot mit einem Verkaufsgewicht von 6 Pfd. „„ 5„ im Anschnitt für 500 Gr.(1 Pfd.) im Anschnitt für 250 Gr.(½ Pfd.) b) Kasselerbrot und Stuten„ mit einem Verkaufsgewicht von 6 „„„„*„ im Anschnitt für 500 Gr.(1 Pfd.) im Anschnitt für 250 Gr.(½ Pfd.) e) Schwarzbrot mit einem Verkaufsgewicht von 6 Pfd. 18,70 im Anschnitt für 500 Ge(1 Pfd.) im Anschnitt für 250 Gr.(½ Pfd.) im Anschnitt für 125 Gr.(¼ Pfd.) d) Zwieback für 400 Gr. für 200 Sr. e) Weizenmehl für 500 Gr.(1 Pfdr) 4,20 Mk. 11. Diese Anordnung tritt mit dem 18. Februar 1922 in Kraft. Hörde, den 15. Februar 1922. 906 Der Kreisausschuß des Landkreises Hörde. 19,80 Mk. 10.—„ 3.40„ 1.70„ 20.00 22. 10,10" 3.40" 1,70„ 9.40 3.20 1,60 0,80 Geffentliche Aufforderung anderen Fmanzamt eine Steuerericrung beserntezsehzen, de de Vergslicktung, ur Atgabe einer während dieses Kalenderjahres endenden Wirtschafts[Steuererklärung auch dann befteht, wenn ein Vorjahre(Geschäftsjahr) ein steuerbares Eirgamgensbruck nicht zugesandt ist: vor we de ale o oo rzrnge ghrzen die vorstehends Die Einsendung schritlicher Erklärungen durch Abgabe der Steuerertlatu.ty—...n nur ansldie Post ist zulässig, geschieht aber auf Gefahr des evonnten u bestanden, dem Lohnatzagsversahrenhur Abgabe der Steuererklärung Verpflichteten und erbeisig 84.000 Mr nicht öberschritten hat deshalb zweckmäßig mittels Einschreivebriefes Für unterlegen und 22000 Mir. nicht ubetschett* mündliche Verhandlungen sind die Geschäftsräume Ohne Rücksicht auf die Höhe und Art des Eir kommens sind jedoch alle zur Abgabe einer Steuer Zur Rbgabe einer Steuererklätung fue die erklcrung vervsichtet, denen vom Finauzamt en Veranlagung zur Einkommensteuer für das Rechnungsjahe 1921. Auf Grund dieser öffentlichen Aufforderung sind zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet: 1. alle im Finanzbezirk Hörde wohnenden oder sich dauernd oder nur vorübergehend aufhaltenden selbständig steuerpflichtigen Personen (Deutsche oder Nichtdeutsche), 2. sämtliche Personen, die ohne im deutschen wreiche zu wohnen oder sich aufzuhalten, in dem Finanzamtsbezirke Hörde Grundbesitz haben, ein Bewerbe betreiben, eine Erwerbstätigkeit ausüben oder Bezüge aus öffentlichen, innerhalb des Finanzamtsbezirk gelegenen Kassen mit Rücksicht auf gegenwärtige oder frühere Dienstleistung oder Gerufstätigkeit erhalten, von vormittags von 9—12 Uhr geöffnet. Wer obige Frist zur Abgade der Steuererklärung versäumt, wird mit Geldstrafe bis 500 Mt. zur Abgabe angehalten, auch kann ihm ein Zuschlag bis 10 v H. der endgültig festgesetzten Steuer auferlegt werden. Ist das Einkommen auf Grund besonderer Buch= oder Geschäftsabschlüsse oder Bilanzen erFerner kann bei Steuerhinterziehung neben Die zur Abgabe der Steuererklärung Verpflich(Geldstrafe im fünf, bis zwanzigfachen Betrage der teten werden ergebenst ausgsorder, die Steuerer Interzogenen Steuer auf Gesänente, Verlust der bruacks iun der Zei i rsbeuen D Aäglichen Gierchte vom 15. Februar bis 15. März 1922(machung der Bestrasung erkannt werden.(89 50 bei dem unterzeichneten Finanzamt einzureichen[Einkst. Ges. 170, 202, 359 ff. A. O.) Wer bis zum 5 März 1922 keinen Vordrucs Hörde, den 14. Februar 1922. erhalten hat und nach obigen Bestimmungen zut. Das Finanzamt: per Sleierertihnung vernilichtet ift. konn! Dr. Schmidt; Regterungsrat. Geffentliche Aufforderung zur Abgabe einer Kapitalertragssteuererklätung. ** Wer in der Zeit vom 1. Januar 1921 bis zum 31. Dezember 1921 oder in dem während dieses Kalenderjahres endenden Wirtschaftsjahre(Geschäftsjahre) fällig gewordene Kapitalerträge der nachbezeichneten Art: S 1. Diskontobeträge von inländischen und ausländischen Wechseln und Anweisungen einschl. der * Schatzwechsel, 2 Erträge aus ausländischen Kapitalanlagen (insbesondere Dividenden, Zinsen von festverzinslichen Wertpapieren, Darlehens=Hypotheken= zinsen usw. bezogen hat, ist verpflichtet, eine Kapitalertragssteuererklärung bei dem für ihn zuständigen Finanzamt abzugeben. Die Frist zur Abgabe der Kapitalertragssteuererklärung läuft für alle Steuerpflichtigen mit Ausnahme derjenigen, welche zur Abgabe einer Körperschaftssteuererklärung verpflichtet sind(vergl. die in diesem Blatte erfolgte Veröffentlichung des Finanz= amtes vom 10. Februar 1922), vom 15. Februar bis 15. März 1922. Diejenigen Steuerpflichtigen, welche eine Körperschaftssteuererklärung abzugeben haben, haben die Kapitalertragssteuerklärung gleichzeitig mit jener in der dafür bereits bekannt gegebenen Frist abzugeben. Bei verspäteter Abgabe der Steuererklärung kann ein Zuschlag bis zu 10 v. H. der entgültig festgesetzten Steuer auferlegt und die Abgabe durch Geldstrasen bis zu 500 Mk. erzwungen werden §§ 170, 202 A. O. Die Hinterziehung der Kapital= ertragssteuer wird mit Geldstrase in ein= bis zwanzigsachem Betrage der hinterzogenen Steuer bestraft, woneben auch auf Gefängnis erkannt werden kann. Vordrucke zur Kapitalertragssteuererklärung sind im Finanzamt Hörde, Hermannstr. 34, Zimmer 6 in den Vormittagsstunden von 9—12 Uhr erhältlich Hörde, den 15. Februar 1922. das Finanzamt: Dr. Schmidt, Regierungsrat. Staf Karten! 921 Rektor Walther Berensmann " und Meta Berensmann geb. Graebe. “ zeigen sankbar die glückliche Oeburt einer gesunden Ruth an. Schwerte, den 17. Jebruar 1922. 812 90000000 909099 99999 99 9 99 99 9999 9 Die Geburt eines gesunden *- Jungen:Fr. Pötter und Frau. s 823„ : Geisecke, den 15. Februar 1922. HnIS! Sonntag, d. 19.Februar1922 hoie E Jungesold KONZERL Schwerte Betinn 6 Uhr ge Ast OS 4* Tel.244„ 1022 Sonntag, den 19. Februar nachmittags 4 Uhr: Künstler-Konzert der bewährten Hauskapelle Weine, Liköre, Schokolade, Kaffee. 818 Ankerdiele Vornehmes Weinlokal u. Tafé. Inh. Frau UUw. Andree. Sonntag, den 19. Fehruar: * Konzert: Gute Weine, Liköre, Kaffee und Schokolade, — Kalte und warme Küche.— ez Die Abfuhr der Kohlen und Aebenprodutte für das städtische Gaswerk soll für die Zeit vom 1. April 1922 bis 31. März 1923 vergeben werden. Bedingungen liegen auf dem Gaswerksbüro zur Einsicht offen, und es können von dort Angebots=Formulare zum Preise von 3.— Mk. bezogen werden. Angebote mit entsprechender Aufschrift sind bis zum 23. Februar 1922, vormittags 11 Uhr, auf dem Gas= und Wasserwerksbüro, hier, Liethstraße, einzureichen und werden in Gegenwart der Anbieter geöffnet. 779 Schwerte, den 5. Februar 1922. Verwaltung des Gas- und Wasserwerks.; Hotel Duisberg: . Kaffee-Restaurant. * Senntag, den 19. Februar, nachm. 4 Uhr: 2 " Erstkl. Künstlerkonzert Z 1 on 11 bis 1 Uhr: Frühkenzert 5 Besetzung: Geige, Klavier, Cello. " Gutgepflegte Biere und Weine. Zentralbeizung. Angenehmer Aufenthalt. X Rintritt rei. Eintritt frei. 2 Altlllttlttllllllllll4.l Tuchlager Westfäl. Bekleidungs-Industrie f. Maßanfertigung f. herren= u. damengarderoben: — 220 93 — S 4 — — Eigene Maßwerkstatt im Hause mit nur guten Arbeitskräften Führe auch fertige Rinzüge zu billigsten Tagespreisen 9 22 Varietee-Palast Dortmund Brückst. 39/41. Tel. 3047/4900 Einlaß 7 Uhr. Konzertbeginn 7,30 Uhr. Artistische Darbietungen 7,45 Uhr. Ab 16.— 28. Februar 1922: Neuer Spielplan Zuverlässiger maurd u. uden uessemn für Holzen gegen guten Lohn gesucht. Schwerter Zeitung 2 Bersons Exentriks Les Zahnettis Luftbalance=Akt G8— spaul Wolff=Lindaus Humorist mit neuen Schlagern Elektrizitäts=Unternehmungen Rdolf Wortmann Schwerte-Kuhr Fernruf 544: Büro: Kleppingstraße 2 Paul Handor Schulreiter auf seinem Trakehner„Attila“ Bergs dressierte Bärentruppe Wegen großen Erfolges prolongiert die 8 Grigorus — 3 Risellvs humoristische Akrobaten Gordonettis Trapezkünstlei Schellenberg Duett mit ihren Biedermeiergesängenu Tänzen Rusführung elektr. Licht-, Kraft=und Telefonan=Flis Fahrlands.: Die große Canz-Rttraktion lagen, Instandsetzung und Neuwickelung von Fl Motoren(zur Verarbeitung kommen nür die t besten Matertalten). Hofortige hüfe bei Kursschlüssen und Betriebsstbrungen. Feinste Referenzen stehen zur Verfügung.### 020 Karten sind, täglich von 10—1 Uhr vormittags und ab 4 Uihr nachmittags an der Kasse zu haben. * Telefon 4900 und 3047. Wir retten Ihre Haare! Verlangen Sie kostenlos Proy oekt. 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Nr. 42(2. Blatt) Der größte Schmerz, den wir in der Gegenwart mit andern ertragen müssen, ist die trostlose Zerklüftung der Menschheit. Noch schmerzvoller wird es dadurch, daß wir diese trostlose Zerklüstung auch so stark innerhalb unseres deutschen Volkes hervortreten sehen. Man spricht davon, daß man früher allzu sehr Standes=, Bildungsund Vermögensunterschiede in den Vordergrund gestellt habe. Man bedauert es, daß das deutsche Volk durch religiöse und konfessionelle Unterschiede in verschiedene Parteien und Richtungen zerfällt. Ganz besonders groß ist die Zerklüftung auf politischem Gebiet. Wir können es kaum ertragen, daß wir so überall die Gegensätze in unserer Volksgemeinschaft feststellen müssen. Hie lisch, lie evangelisch, hie positiv, hie liberal! Hie deutschnational, hie kommunistisch! Hie Handarbeiter, hie Kopfarbeiter! Hie Akademiker, hie Nichtakademiker! Hie Bourgeois, hie Proletarier! und so fort. Geht diese Zerklüftung so weiter, dann geht es mit unserem Volke immer weiter bergab, dann kommt es zur Zersetzung und zum Tod. Man will aus dieser Zerklüftung heraus, der Wunsch ist allgemein. Man versucht es auf die verschiedenste Weise und preist alle möglichen Heilmittel an. So soll der Sozialismus oder der Kommunismus helfen, allein er hat nicht geholfen, im Gegenteil durch die Theorien eines Karl Marx, der den Klassenkampf forderte, ist die Zerklüftung und die Zersetzung viel schlimmer geworden. Die Menschen beurteilen alles von wirtschaftlichen Fragen aus. Sie werden planmäßig zur Selbstsucht und Selbstbehauptung angeleitet und dadurch werden die einzelnen Volksgruppen immer mehr auseinandergerissen. Man weist andererseits auf ätsgedanken hin und will dadurch die wischen den Völkern niederreißen und ine Menschenverbrüderung herbeifühl spricht man vom reinen Menschenrdert, das alles, was Menschenantlitz eit, Achtung und Würde für sich bemüsse. Aber auch durch diese hochsumanitätsphrasen, weiter ist es in der Tat nichts, ist in keiner Weise die Lebensgemeinschaft innerhalb unseres Volkes gefördert worden. Was nützt es uns, wenn man allgemeine Menschenliebe verkündet und gleichzeitig seinen Nächsten verachtet oder durch Terror einzuschüchtern sucht. Nein, so kommen wir nicht weiter. Wir müssen ein anderes Mittel haben, um wahre Volksgemeinschaft herbeizuführen. Die Zerklüftung unserer Zeit hat letzten Endes ihre Ursache in der Gottentfremdung in unseren Tagen. Wo man eine Einigung im Glauben gefunden hat und wo dieser Glaube stark und echt ist, da ist auch der rechte brüderliche Geist zu spüren, da ist die engste Herzensgemeinschaft vorhanden, da ist man sich einig in der Wertschätzung geistiger Kräfte und religiöser Lebensmächte, da sucht nicht der eine den andern zu beherrschen, sondern einer dem andern zu dienen, da erstrebt man nicht in allen Lebenslagen ein rücksichtsloses Sichdurchsetzenwollen, sondern man ordnet sich willig und freudig unter und ein. Weltlicher Sinn führt immer zum Streit und Hader, christlicher Sinn führt zu Einmütigkeit und zu Eintracht. Gemeinsam stellt man sich voller Ehrfurcht unter den Vater sich Gleichberechtigte und Brüder. Es heißt ganz richtig: Im Himmelreich Gottes ist nicht Freier noch Sklave, nicht Vornehm und Gering, sondern eine neue Kreatur. Hier ist das Wort Brüder9 bensmacht. Hier ist das Volk wirklich eine Lebensgemeinschaft. Wir sind nicht über das Christentum hinausgekommen und das Christentum hat nicht Bankerott gemacht, sondern im Gegenteil wir sind noch nicht bis zu den Wahrheiten des Christentums vorgedrungen, und die Selbstsucht der Gegenwart hat in jeder Weise bankerott gemacht. Dr. Sellmann. wird im Städtchen. Ach, könnte man all die Schäden auch mit auskehren, die nach dem Streik noch geblieben sind. Unter anderem die verlangsamte Post, die immer noch nicht so recht ins Geschick kommen will, wenn's auch schon besser ist, als in der Streikzeit. Da stand in hohem An sehen das Telephon. All die bekannten Namen: Quasselstrippe, Radaukasten usw. verschwanden und das kleine Kästchen an der Wand wurde zum„lieben Telephon“, denn es mußte ja aushelfen, Nachrichten zu übermitteln, die sonst mit den Zeitungen und Briefen eingingen. Den Beamten und Beamtinnen der Telegraphenämter erwuchs dadurch eine schwere Menge Arbeit. In SS ERR 8 4003 das Lebensbild dieser Woche IRMN MMMMME MMMNS ME MMinsi den Humani Schranken z eine allgeme ren. Uebertum und fo trägt, anspruchen trabenden§ nmel und sieht in all den Menschen neben ist in Bloemfonkein in X Südafrika ein Mann gestorben, mit dessen Tod ein bewegtes, kampferfülltes, fast 75jähriges Leben seinen Abschluß gefunden hat. Christian de Wet der Held des Burenkrieges ist nicht mehr. aber seine Talen werden de bis in die fernsten Zeiten leben.— Von Christian De Wet 4r werden unzählige Reisterstreiche erzählt Seine Gestalt schien von einem 2g Schimmer des Sagen## haften umseuchlet Beim 2 ersten Anblick hätte freilich X niemand in dem unscheinK baren Burengeneral die außergewöhnlichen Fähigkeiten vermusen können ##. Er war nur von mittlerer Größe und erschien neben den riesigen Buren seiner X Umgebung klein. Sein Blick schien mehr Güte als Geist zu verkünden.. . Auch in der Kleidung unterschied sich der General in nichts von seinen Soldaten, nur eine Straußfeder am HutWochennachrlange. Nun ist eine große Not vorüber, der Streik der Eisenbahn. Das freut uns, denn zu all der besonderen Not, die wir infolge des Eisenbahnerstreiks erlebt haben, sang der Schnee sein eigenartiges Lied. Singender Schnee ist immer ein Zeichen grimmiger Kälte. Und die scheint heuer mit seltener Anhänglichkeit bei uns bleiben zu wollen, obwohl wir alle nichts sehnlicher wünschen, als ihr rasches Verschwinden. So herrliche Eindrücke uns ein sonnenbeschienene Schneelandschaft vermittlen kann, mit eingepackten Menschen, deren gerötete Backen leuchten wie Aepfel, so unheimlich wirkt dies Bild heuer im Zeichen der Feuerungsnot. Die glitzernde Schneedecke erscheint uns als das Leichentuch, das den ganzen Jammer unseres Volkes umhüllen will. Und nun verschwindet sie langsam und es bleibt viel Schmutz, dem man mit Besen und Lust und Liebe zu Leibe gehen muß, damit's blank bande zeigte seinen Rang an. Jeder seiner Leute konnte sich an ihn wenden, für alle Leiden bezeugte er väterliche Sorge. Als der Weltkrieg ausbrach, weigerte sich De Wet, die deutschen Kolonien anzugreifen und organisierte einen Feldzug gegen die Engländer, mit denen er sich nie ausgesöhnt hatte. Es gelang diesen, die ausständischen Buren zu schlagen. Man fürchtele. De Wet würde erschossen werden. Das geschah aber nicht, sondern er wurde wieder in Freiheit gesetzt. Still und zurückgezogen lebte General De Wet von da an in seiner Heimat, verehrt und geliebt, auch von denen, die sich mit der englischen Regierung längst ausgesöhnt hotten, bis er am 6. Februar dieses Jahres zum letzten Appell gerufen wurde. Der Name des„schwarzen Christian", der bis an sein Lebensende den Deutschen ein treuer Freund geblieben ist, soll bei uns unvergessen bleiben. WAT Jebruar ss rinnen zu befriedigen, mit allen Kräften„Kopfarbeit“ zu tun und Lesestoff zu schaffen, sodaß wohl unsere Zeitungsfreunde kaum gemerkt haben, daß uns alle auswärtigen Zusendungen fehlten. Jetzt ist ja dieser Schmerz vorüber und dennoch geht ohne Sorge kaum ein Tag dahin. Ja, es ist so wie Frieda Schanz sagt: „Schon früh erwacht oft tief im Sinne Die Sorge, die den Tag durchdringt, Als kleine graue Morgenspinne Die Unglück bringt!" Da ist es gut, wenn man sich entlasten kann und eine Quelle findet, die uns erqnickt und stärkt. Dann wird es oft nicht so schlimm, wie wir denken und wir können uns am Abend getrost einer Freude hingebem. In letzter Woche wurden un in Schwerte solse Freuden in mannigfacher Weise g#boten: Viele strömten den„Passionsspielen" bei Specht zu. Andere dem„Liederabend" im Hotel Sternberg. Der Sonntag hatte für Geist und Herz Gottesdienste und Vorträge im Vereinshaus gebracht. Zu diesen edlen Freuden kamen auch andere. Konzerte und Bockbierabende in hiesigen Lokalitäten und Kaffees. Jedermann fand, was er suchte. Und obenan stand als beste Erholung der Aufenthalt im eigenen Heim, in der Familie, wo wir immer wieder spüren, wie recht Friedr. ölderlein hat, wenn er sagt: „Was ist alles, was in Jahrtausenden die Menschen taten und dachten, gegen einen Augenblick der Liebe". * arge Bedrängnis geriet die Zeitungs=Redaktion. Auf der einen Seite ständige Anfragen nach dem Neuesten und auf der anderen Seite leere Schließfächer auf der Post und nur widersprechende Meldungen durch den Fernsprecher. Woher nun Stoff nehmen und nicht stehlen? Dazu die inneren Schwierigkeiten. Beispielsweise kam am 2. Februar früh, als wir mit Schmerzen auf die„Post“. warteten, unser Kontorbote und erklärte auf unsere fragenden Blicke lakonisch:„'s ist nischt da! Kein Brief, keine Karte, keine auswärtige. Feitung. Eisenbahnerstreik!—— Hat jemand schon mal gesehen, was ein Zeitungsredakteur für ein Gesicht macht, wenn der Lehrling aus der Setzerei alle fünf Minuten erscheint und auf die Frage, was er wolle, gebieterisch fordert:„Maneschkript!" (Vergl. Meyers Konversationslexikon, Band 13: Manuskript). Und wenn zwei Minuten vorher der Kontorbote sagt:„'s ist nischt da! Die Eisenbahn streikt?“ Da galt es, um Setzer und Leser und LeseSchulwitz. In einer Reihe von Zuschriften an die„Köln. Ztg. über Scherze, die sich an verschiedene Eigennamen knüpften, findet sich auch folgende Anetdote aus unserer Heimatsgeschichte: Vor annähernd 50 Jahren wirkten an einer Volksschule in einem Ort des westlichen Westsalens, dicht an der rheinischen Grenze, fünf Lehrer: an der ersten Klasse Schrage, an der zweiten Klasse Schulte, an der dritten Klasse Rausch, an der vierten Klasse Gosemann und an der fünften Klasse der Aspirant Schmies. Die Spottlust der Volksschuljugend hatte diese fünf Namen in folgendem Sätzchen verwertet: Schrage, Schulte schmiß Gosemann raus. Die erste Sprechmaschine. Die Lehrerin sucht ihrer Klasse die Erfindung des Photographen durch Edinson auseinanderzusetzen, und nachdem sie einige Zeit darüber gesprochen hat, fragt sie: „Nun, Kinder, sagt mir, womit ist die erste Sprechmaschine gemacht worden?" Erst langes Stillschweigen, dann kommt von der letzten Bank eine Antwort:„Fräulein, mit einer Rippe!" Das hohe Porto. Lieber Freund! Ich wünsche Dir ein gesundes neues Jahr, ein frohes Oster=, Pfingst= und Weihnachtsfest, gratuliere Dir zum Geburtstag, zu Deiner etwaigen Verheiratung, eventuell zur Ankunft Deiner Sprößlinge. Sollte ein unvorhergesehenes Glück eintreten, so spreche ich Dir auch hierzu meinen Glückwunsch aus. Diese Karte hat fünfzig Jahre Gültigkeit. Tausend Grüße! Dein alter Freund Mar. Umzug.„Nanu, Sie suchen schon wieder ein Zimmer! Sie waren doch so zufrieden!"— war unmöglich, dort länger auszuhalten; erstens wurde den ganzen Tag Klavier gespiell, seitens konnte ich die Miete nicht bezahlen!" Worte zur Zeit. Es hat eine Zeit gegeben, in der man die Rulturgebiete aus den Rahmen der Zeit herauslöste und auch das Er ziehungswesen als ein Gebiet betrachtete, das mit zeitgeschichtlichen Dingen nichts zu tun habe. Diese Heit ist vorbei. Die Erziehung ist durch die weltgeschichtliche Entwickelung der letzten Jahre zu einem Brennpunkte des öffentlichen Lebens geworden. Das soll für heute nur als eine Catsache festgestellt werden, ohne das Für und Wider dieser Erscheinung zu besprechen. So zerklüftet unser Dolk auch durch das Parteiwesen erscheinen mas, darüber sind sich alle Rreise einig, daß die Zukunftsfrage des deutschen Dolkes eine Erziehungsfrage ist. Der andereutschen Dolkes eine Erziehungsfrage ist. er Wiederaufbau muß mit dem Fundament veginnen. Alles ndere ist Stückwerk. Das Fundament aber ist die Jugendehmn; denn unser: Jngend ist der Träger der Zukunft Fiehung, denn unnsere Bagene inn eer Erat unseres Daterlandes. Sie wird diese Zukunft gestalten, und sie wird das in dem Sinne tun, der dem Geiste der Erziehung entspricht, die wir ihr angedeihen lassen. Wer sich diesen Gedanken klar macht, der fühlt die Größe der Derantwortung, die auf jeden einzelnen von uns gelegt ist, der irgendwie berufen ist, an dem Werke der Erziehung mitzuarbeiten. Da tut es wohl not, uns gegenseitig zu stützen, gemeinsame Wege zu suchen und zu versuchen, gemeinsam die Freudigkeit zu finden, die zur Erfüllung dieser Aufgabe notwendig ist. * Es ist soviel Hoffnungslosigkeit und Mattigkeit in den Berzen der Menschen dieser Tage. Die einen trauern einer Dergangenheit nach, die ihnen in der Erinnerung schöner erscheint, als sie wirklich gewesen ist, und die anderen leiden unter der großen Enttäuschung, die ihr Zukunftsglaube erlitten hat. Diese Ermattung der Seelen macht so viele Mienschen unfähig zu der Erkenntnis, daß sich in schüchternen Reimen der Entwicklung die Neugestaltung der Welt ankündigt. Das ist die „Traurigkeit der Welt“, die den Cod gebiert. Davon müssen wir uns frei machen. Wir müssen den Glauben an den tiefen Sinn alles Weltgeschehens wieder gewinnen, wenn auch dies Geschehen unsere eigenen Wünsche und Hoffnungen zerbricht. Es kommt nicht darauf an, daß unsere persönlichen Gedanken Recht behalten. Der Mensch ist immer noch zu sehr geneigt, sich als den Mittelpunkt aller Dinge zu fühlen, an Gott und Welt zu verzweifeln, wenn die Dinge nicht nach seinem Ropf gehen. Uns fehlt der hohe Gesichtspunkt, für den die großen Abschnitte der Weltentwicklung in Erscheinung treten. Wir sehen immer nur, was gerade vor Augen ist. Im Leben der Dölker wie im Leben des Einzelmenschen müssen alle Dinge einem höheren Zweck dienen. Es kommt auf uns an, in welchem Maße das für jeden von uns zutrifft. Jedes Schicksal, sei es Glück oder Unglück, kann uns zum Segen oder Unsegen werden, je nachdem wir uns dazu stellen. WDer nur hadert mit seinem Unglück, der wird es niemals überwinden; er versinkt in die Erbitterung, die untüchtig macht zu wirken. Nicht daß wir das Unglück dieser Zeit leicht nehmen sollten Das sei ferne. Wir wollen weit abrücken von den„Zeitgenossen“, die selbst in diesen Tagen alles auf die leichte Achsel nehmen, denen die Not des Volkes eine Handbreit über dem Herzen bleibt, weil sie selbst nicht von dieser Not getroffen wurden. Derachtung den Hränen des Wirtschaftslebens, denen jedes Opfer des Dolkes nichts anderes bedeutet als ein fetter Fraß!— Aber: wemn die sittliche Reife des Volkes höher steht als die äußere Macht, der muß verstehen lernen, daß Zeiten der Not einem Dolke eher zum Segen dienen können, als Zeiten des Glücks. Der Weltkrieg hat nur Mächte gebrochen, aber keine Macht geschaffen. Wir sehen alle Dölker mehr oder: weniger in Fesseln gebunden, keines kann mehr wie es gerne möchte. Glaubt Ihr, das wäre ein Zufall ohne Sinn und Ziel? Steht ein Dolk der Erde sittlich so hoch, daß es aus diesem Tilkerringen als Sieger hätte hervorgehen dürfen? Etwa unser deutsches Dolk? Ich will diese Frage hier nur stellen, nicht beantworten. Miöge jeder im stillen Rämmerlein selbst entscheiden, ob er unser Dolk, wie wir es heute vor uns sehen, für befähigt hält, über eine Welt zu gebieten. * Ich denke von unserem deutschen Dolke nicht gering. Sicher nicht geringer als von anderen Dölkern dieser Erde. Wir wollen nicht in die Fehler derjenigen fallen, die angesichts der Begeisterung 1914 unser Dolk nicht hoch genug preisen konnten, und es nun auf das Tiefste verdammen, weil die Not der Zeit der Wunden bloßlegte, an denen wir kranken. Ein Volk kann ebensowenig wie der Einzelmensch allein nach dem beurteilt werden, was es im Rausch oder in schwerer Arankheit tut. Laßt ihm Zeit zu genesen, ehe Ihr richtet. Und wer wollte sein Auge so der Wirklichkeit verschließen, daß er die Zeichen der Genesung nicht erkennen könnte? In dem lauten Hin und her der Aleinungen in unseren Tagen fällt hin und wieder ein Wort, das von tieferer Erkenntnis zeugtIch will eines dieser Worte hierhersetzen, um es uns zu eigen zu machen und Hoffnung daraus zu schöpfen: „Es gibt ein neudeutsches Dolk, das seine Zukunft erst noch vor sich sieht. In allerlei Schichten und Berufen leben Männer, die sich dem neuen Zeitalter nicht im Trauergewand naben, sondern einen Glauben haben an die Dernunft, die auch in den wirtschaftlichen Dingen ist, sobald nur die Menschen vernünftig sein und handeln wollen. Diese Mienschen, die sich nicht bange machen lassen, weder vor ausländischer Ronkurrenz noch vor neuen Arbeitsmethoden, weder vor Rartellen noch vor Gewerkschaften, diese sind es, die den besten Bestandteil der Nation ausmachen, weil sie nichts anderes wollen, als der immer vorwärts schreitenden Geschichte selber mit ihrem kleinen Rönnen zu dienen. Es sind Menschen, deren Seelen leuchten, weil sie die Welt um sich herum neu werden seben. Zwischen ihnen allen besteht eine Harmonie des Wollens an sich, selbst wenn sie sich um ihrer Orogramme willen zeitweilig zu zerreißen drohen...“ Was der eine oder der andere leistet von den vielen, die namenlos dahingehen, die ihren stillen Dienst tun, niemand sieht es und niemand bört es! Sie gehören aber alle dazu, und sie dienen nicht sich allein, sondern einem Größeren, einem Geschichtsvorgang, von dem wir glauben, daß wir ihn der göttlichen Vorsehung verdanken! Sie dienen der deutschen Geschichte und einem Dolke, das um seiner Leiden und um seiner Caten willen wert ist, ihm mit Herz und Sinn und Seele ergeben zu sein.“ 46 Dieser Artikel ist entnommen der Monatsschrift und Eiternhaus“, Verlag Carl Braus, Schwerte=Ruhr. Reseagsse ge Unterhaltungs=Beilage zur„Schwerter Zeitung“. Stebseseceorbereosoercesereeonobeebeeoeoboeseresenbecbenerdereneen Westfälischer Sagenkranz. Der Kobold in der Mühle. Es machten einmal zwei Studenten von Rinteln eine Fußreise. Sie gedachten in einem Dorfe zu übernachten; weil aber ein heftiger Regen siel und die Finsternis so sehr überhand nahm, daß sie nicht weiter konnten, gingen sie zu einer in der Nähe liegenden Mühle, klopften und baten um Nachtherberge Der Müller wollte anfangs nicht hören; endlich gab er ihren inständigen Bitten nach, öffnete die Türe und führte sie in eine Stube. Sie waren beide hungrig und durstig, und da auf dem Tisch eine Schüssel mit Speise und eine Kane mit Bier stand, baten sie den Müller darum und waren bereit, es zu bezahlen. Der Müller aber schlug's ab, selbst nicht ein Stück Brot wollte er ihnen geben und nur die harte Bank zum Ruhebett vergönnen.„Die Speise und der Trank“, sprach er,„gehört dem Hausgeist. Ist Euch das Leven lieb, so laßt beides unberührt; sonst aber habt Ihr kein Leid zu bejärchten. Lärmt's in der Nacht vielleicht, so bleibt nur still liegen und schlafet.“ Mit diesen Worten ging er hinaus und schloß vie Tür hinter sich zu. Die zwei Studenten legten sich zum Schlafe nieder, aber etwa nach einer Stund geiff den einen der Hunger so übermächtig an, daß er sich aufrichtete und die Schüssel suchte. Der andere, ein Magister, warnte ihn, er solle dem Teufel lassen, was dem Teufel gewidmet wäre: aber er antwortete:„Ich habe ein besseres Recht dazu als der Teufel,“ setzte sich an den Tisch und aß nach Herzenslust, so daß wenig von dem Gemüse übrig blieb. Danach faßte er die Bierkanne, tat einen guten pommerschen Zug, und nachdem er also seine Begierde etwas gestillt, legte er sich wieder zu seinem Geselen. Doch als ihn über eine Weile der Durst aufs neue plagte, stand er noch einmal auf und tat einen zweiten, so herzhaften Zug, daß er dem Hausgeist nur die Neige hinterließ. Nachdem er sich's also selbst gesegnet und wohlbekommen geheizen, legte er sich und schlief ein. Es blieo al es ruhig bis Mitternacht; aber kaum war die herum, so kam der Kobold migroßem Lärm hereingefahren, wovon beide mit Schrecken erwachten. Er brauste ein paarmal in der Stube auf und ab, dann setzte er sich, al; wollte er seine Mahlzeit halten, zu dem Tisch, und sie hörten deutlich, wie er die Schüssel herbeirückte. Gleich darauf setzte er sie, als wär er ärgerlich, hart nieder, ergriff die Kanne und drückte den Deckel auf, ließ ihn aber gleich wieder ungestüm zuklappen. Nun begann er seine Arbeit, wischte den Tisch, danach die Tischfüße sorgfältig ab und kehrte dann, wie mit einem Besen, den Boden fleißig ab. Als das geschehen war, ging er noch einmal zur Schüssei und Kanne zurück, ob es jetzt vielleicht besser damit stehe, stieß aber beides wieder zornig hin. Darauf fuhr er in seiner Arbeit fort, kam zu den Bänken, wusch, scheuerte. rieb sie, unten und oben. Als er zu der Stelle gelangte, wo die beiden Studenten lagen, zog er vorüber und nahm das übrige Stück unter ihren Füßen in die Arbeit. Wie er zu Ende war, fing er an der Bank oben zum zweiten Mal an und über ing auch zum zweiten Mal die Gäste Zum dritten Mal aber, als er an sie kam, strich er dem einen, der nichts genossen hatte, über die Haare und den ganzen Leib, ohne ihm im geringsten wehe zu tun. Den andern aber packte er an den Füßen, riß ihn von der Bank herab, zog ihn ein paarmal auf dem Erdboden herum, bis er ihn endlich liegen ließ und hinter den Ofen lief, wri er ihn laut auslachte. Der Student troch zu der Bank zurück, aber nach einer Viertelstunde begann der Kobold seine Arbeit von neuem: kehrte, säuberte, wischte. Die beiden lagen da, in Angst zitternd, den einen fühlte er, als er an ihn kam, ganz lind an, aber! den andern warf er wieder zur Erde und ließ hinter dem Ofen ein grobes und spottendes Lachen hören. Die Studenten wollten nun nicht mehr auf der Bank liegen, standen auf und erhuber vor der verschlossenen Tür ein lautes Geschrei, aber es hörte niemand darauf. Sie beschlossen endlich, sich auf den platten BoAunungusunununsunuggumnnununungun Der herfenspieler. Alter Ton. Reister! gerne lauschen wir Auf die süßen Liebesweisen— Liebe will gesungen sein, Trene Liehe soll man preisen. Nimm dafür dies Silber hin, Das wir dir zum Lohne weihten; Silbers Klingen eine sich Zu dem Silberklang der Saiten Einen Klang vom Vaterlande! Alter Meister! aber jetzt Selber wenn die Saite springt, Einen Klang vom Vaterlande! Mächtig schwillt das Herz empor, Klingt das Lied auch trüb und bange; Eine stille Träne lohnt Statt des Silbers, deinem Sange. Fr. Wilb. Grimme. Mummnugungununnugunuuumzsunnnsngunun den hart nebeneinander zu legen, aber der Korold ließ sie nicht ruhen. Er begann sein Spiel zum dritten Mal, kam und zog den Schuldigen herum und lachte ihn aus. Dieser war zuletzt wütend geworden, zog seinen Degen, stach und hieb in die Ecke, wo das Gelächter herschallte, und forderte den Kobold mit Drohworten auf, hervorzukommen. Dann setzte er sich mit seiner Wafse auf die Bank, zu erwarten, was weiter geschehen würde, aber der Lärm hörte auf und altes blieb ruhig. Der Müller verwies ihnen am Morgen, daß sie seiner Ermahnung nicht nachgelebt und die Speise nicht unangerührt gelassen; es hätte ihnen leicht das Leben kosten können Ludgerus und die Giuse. Als der heilige Ludgerus einstmals im Kirchspiel Billerdeck spazieren ging, da kam er an einem kleinen Kötterhaus vorbei. Der Kötter kam aus der Tür und klagte dem heiligen Manne seine Not.„Herr“, sagte er, „es kommen alle Tage eine Menge Gänse auf mein Land; die fressen mir das bißchen, was ich noch habe, auf; und wenn ich sie auch fortjage, sie kommen immer wieder." Da lachte der heilige Ludgerus und sagte:„Du bist ein dummer Bauer; warum sagst du nicht zu den Gänsen, sie sollten in deinen Stall gehen?" Damit ging er weiter. Der Bauer war klug genug. Er dachte, hilft es nicht, so schadet's auch nicht. Damit ging er auf seinen Kamp und sagte zu den Gäusen:„Nun geht nur mal alle in meinen Stall.“ Seitdem sind die Gänse alle im Stalle des armen Kötters geblieben. Bauernregein im hornung. (Februar.) Im Hornung Schnee und Eis macht den Sommer heiß. Wenn's der Hornung gnädig macht, bringt der Lenz den Frost über Nacht. Wenn im Hornung die Mücken schwärmen, muß man im Lenze die Ohren wärmen. Der Hornung muß stürmen und blasen. soll das Viey im Lenze grasen. Hornung warm, Frühjahr kalt. * Nordwind im Horn, treibt ins Lano das Korn. * Rauher Nord im Februar, meldet an ein fruchtbar Jahr; wenn er aber jetzt nicht will, kommt# sicher im April. * Im Hornung besser Schnee als Kot. * Wenn die Tage anfangen zu längen, Dann fangen sie auch an zu strengen. Soviel Tag die Lerch vor Lichtmeß(2.) singt, soviel Tage nachher ihre Stimme verkbingt. * Lichtmeß hell und klar, gibt ein gutes Flachsjahr. * I Lichtmeß im Schnee, Östern im Klee. * Wenn's auf Lichtmeß stürmt uno schneit, ist der Frühling nicht mehr weit; ist es aber klar und hel., kommt der Lenz nicht so schnell. An Lichtmessen lus. der Bauer bei Tage zu Nacht essen. * Agatha(5.), die Gottesbraut, macht, daß Schnee und Eis auftaut. Bringt St. Dorothe(6.) vielen Schnee, hat der Sommer guten Klee. Di: Nacht vor Petri Stuhlfeier(22.) weiset an, was wir vierzig Tag für Wetter han. Auf St. Peter fällt der Schnee auf einen heißen Stein. * Matthias(24.) bricht's Eis, find't er kein's, dann macht er ein's. * Ist Romanus(28.) heli und klar, deutet's an ein gutes Jahr. * Ist auf Fastnacht Sonnenschein, gerät sehr schön Korn und Wein. * Gibt's in der Fastnacht viel Stern, legen die Mücken gern. Wilh. Franke. Ein Steuerkuriosum. Ein Bensburger Kegelklub erhielt vom Finanzamt ein Veranlagungsschreiben zur— Umsatzsteuer. Aus diesem Unglück entstend — 1 K das weitere Unglück, daß ein sonst guter Kegelbruder sich aus Dieten gab. Daraus wurde folgende Geschichte: Dem Zinanzamt tun die hiermir kund und Su wien: 74 u. Kegelrlub wird nicht umgesetzt, sondern umgeschmissen. Da das Umschmeigen nicht unter di. Steuerparagraphen fältt. Ist es mit veranlagter Umsatzsteuer schlech. bestellt. Im übrigen ist unser Kegelklub„Morgenrot dinanziell schon mehr als tot, Well in der Kegelkasse schon seit langer Srist Gewaltige Ebbe festzustellen ist... „Geschoben“ wird vei uns zwar recht flei#ig, Mancher Kegelbruder bracht es sogar auf dreißig. Doch bringt dies„Schieben“ bekanntlich nichts ein, Und dennoch mug es verstanden sein. Unser Kassierer zerbricht sich seit langem den Koof, Wie das Loch in der Kegellasse am ersten er stopf: Vielleicht geht das Finanzamt Köln=Mülheim Land Mit gutem Rate hierbei zur Hand. Das Haarwuchsmittel. Schulle Kastrup hat eine Glaze, was ihm zieslich schnuppe, aver seiner Frau ein Greuel ist. Es liegt nicht am Levenswandel — den hal er wirtlich noch gar nicht gehabt—, sondern es ist ein Erbteil vom Grozbater her Eines Tages las Frau Ida, ein Bertiner Professor habe festgesellt, daß bei schlechtem Haarlluch: ein Nährslof sehle, der im Torn enthalten sei. Man brauche nur Fornspäne aufzuschließen und mit der Nayrung zu sich zu nehmen, um sofort den besten Erfolg zu erzieren. Er, der Professor, habe das neue Mittel bei Schafen ausprobier: und glänzende Resultate erzielt. „Heinerich,“ sagte Frau Ida lebhaft, „wenn's bei Schafen hil t, warum soll's bei oir nicht helsen? Provier's mal!“ Schulle Kastrup war nach langem Zögern zu einem Versuch entschoosen. Allerdings essen wollte er die Hornspäne nicht, weder an der Mehlsuppe, noch im Mopptenbrot, wohl aber wollte er sie in bescheidenen Mengen unter Tavai mischen und rauchen. Bei den ersten Proven stand ihm der kalte Schweiß auf der Stirne, und er machte ein Gesicht, wie das bittere Leiden zu Pferde. Da er aber schon drei Jahre Kriegstabak geraucht hatte, gewöhnte er sich auch allmählich an das Hornspänegemengsel und rauchte das neue Haarwuchsmittel jeden Mittag und Abend hinten im Garten unter der großen Kastanie. Frau Ida beobachtete inzwischen mit Eifer den Erfolg, konnte aber nichts Ermutigendes entdecken. Auch nach drei Wochen war die Glatze noch spiegelblank wie eine Billardkugel. Schulte Kastrup wurde unruhig und bestand- darauf, die Kur zu unterbrechen. In diesem Moment rief seine Frau überrascht aus:„Heinerich, was sehe ich, dein Schnurrbart ist ja viel länger geworden. Sichste wohl, das kommt davon! Du hast den heilsamen Dampf beim Rauchen immer durch die Nase geblasen, und jetzt sind alle Nährstoffe auf die Oberlippe geschlagen, wo sie gar nicht hin sollten.“ „Jä, Ida,“ sagte der Schulte bedächtig, „dann is't wull dat Beste, wann du in de mäichsten drei Wiücken dat Ranken bejuorgest; du kannst mi dann jo den Damp ümmers up de Platte blaosen!" (Aus:„Die lachende Heimat": Verlag E. Holterdorf, Oelde i. W.) jeneckte Bildungs= und Erzthungsziel zu erkeichen. Der Unterrich serfolg blieb bei der haften Pflichterfüllung nicht , nur bei den I=Männchen Frirchen war ale Arbeit umsonst. Beim Unterlicht sperrte Frichn Nas= und Mund auf, er auf alle Fragen des Lehrers nichts, rein nichts. Der Junge war zum Verzweisoln de: jungen Pädasogen. Da kam es plötzlich anders Die Zehnuhrpause hatte begonen. Die Schüler waren so ben nach drausen zum Shielen auf den Spielplatz gegangen. Der Lehrer wollte seinen Kindern folgen, da hörte er zwei I=Männchen in der Nahe der Schulhaustür sprechen. Gespannt blieb er stehen. Da hörte er plötzlich, wie der eine Knabe fragte:„Nun Fritz, wie g fällt es die in der Schule?“„Oh.“ sagte Fritz laut und dentlich in seine plat deutschen Mutterstriche, „ganz god, öwer ek kann den Käl gar nich vörstohn!“ Kaum hatte der kleine Kurs ausgest rochen, da trat plötzlich der von Fritz hen## schlecht zensierte Lehrer aus dem Hintergrunge und sagte freundlich im bekannten „Es dat wohr, Fritzchen, kann's du mi nich verstohn?" Da rief Fritzchen freudig aus: „Jo. Här Lährer, dätt Küern kann eck woll verstohn, öwer nich datt in dä Schole!“ Von nur an wurde zur Freude der Kinder im Unterricht bei allen passenden Gelegenheiten das kräftige Plattdeutsch zur Erklärung benutzt Frtzsen Haverkamp per and nun seinen Lehrer und lernte voll Eiser und Freude. Schlafe, mein Püpplein. Von Hoffmann von Fallersleben. Jetzo, mein Püppelein, Draußen da ist es kalt, Ist beschneit Feld und Wald. Aber in deinem Bett Sing' ich dich ein, Liegt es sich nett. Schlafe, mein Püppelein, Schlafe nun ein! Tu nun die Augen zu, Schlaf nun in guter Ruh'! Schnell ist ja hin die Nacht Eh wir's gedacht. Morgen schon früh um acht Sind wir erwacht. Wünsch' ich dir gute Zeit, Lieh ich dir an dein Kleid, Nimmst du das Süppelein Froh mit mir ein. Und zu der Großzmama, Heißassassa! Gehen dann du und ich Juchhe, wie freu' ich mich! Guten Tag, Großmama! Jetzt sind wir da. zugänglich gewesen sind durch die verschiedenen Zeitungsbeilagen, soll jeder Kalender auch neue, ungedruckte Arbeiten bringen. Kün#ler und Photographen werden den Buchst nus ausführen und ein Werk vollendet helfen, das eine Gabe an jeden Bestaner sein soll. Aus Hamm wird geschrieben: Bei Benennung der Straßen in der neuen Kolonte der Zeche Monovol bei Kamen hat man eir alten Flurbezeichnungen zugrunde gelegt, damit sie nicht verloren gingen und der Mit= und Nachwelt ein Stück Heimal und Geschichte erhalten blieb. So erktären sich z. B. die Namen Lindgerstraße. Au dem Spiek und Kämpchen usw. Möge den Bewohnern„Kleinasiens“— so nennen der Volismund und die Jugend diese Siedlung— hier ein Stück Vaterland erstehen. mit dem sie innig verwachsen und das gufrichtig lieben können! Ein origineller Rotgeldschein ist in Gronau herausgekommen. Es handelt sich um Ausgabe eines Dreimark-Scheines, der für den Verkehr der Mitglieder der Gesellschaft„Hohe Ecke“ bestimmt ist. Au der Bildseite ist die Grenze von Deutschland und Holland dargestellt. Gronau, als Grenzstadt,— ein wohlgenährter Miinheer, eni allen seinen Schätzen an Lebens= und Genußmitteln, die der arme, dürre Michel auf der anderen Seite des Schlagbaumes mit Weit und Kind neidisch und hungrig anschaut. Die Nückseite des Scheines zeigt verschiedene Em bleme der Spinnere Gronau als Hauptsit der deutschen Textilindustrie. Der Sch in is in künstlerischer Ausführung in Vierfarbendruck hergestellt. Sowat jährt sick. Aus dem Schulleben. Daß der junge Lehrer von seinem dümmsten Schüler manchmal lernen kann, wird do besonders klugen Leuten oft bezweifelt, und 2och ist es buchstäblich wahr. Amtierte da Anfangs der 80 er Jahre vorigen Jahrhunderts in einer Schule auf den herrlichen Verzen des Süderlandes ein junger Lehrer, der sich in der einklassigen Schule mit 69 Schülern vom I=Männchen bis zum Kon irnanden blutsauer werden ließ, um das von er hohen Schulbehörde im Lehrplan weitRundschau. In einem Kreise von Heimatfreunden schlug Landrat Klausener=Reckting hausen die Herausgabe eines Heimatkalenders für das„Vest Realing= hausen“ vor In dem Jahrbuche sollen all die vielen wertvollen Arbeiten gesammelt nerden, die über die Geschichte, Kultur, über schaftsleben und Industrie, Kunst und Wissen im Beste in verschiedenen Zeitungen zerstreut alljähr ich erscheinen. Es soll ein Sammelbuch werden, da: den weitesten Kreisen der Bevöl erung zugänglich gemacht werden soll. Nicht streng hi forischer Einzelforschung soll ein Organ geschaften werden, sondern in povulärer Weise— nach dem Vorbild der„Vestischen Heimat“, auf die der Landrat des öfteren verwies— soll es Verständnis fur unieres Ländchens Eigenart und Schönheit wecken. Reiches Bildmaterial, vertvolle feui letoni ische Arbei en, heimische kundart in Abhandlungen und Pro###en sollen hier vereinigt werden zu köstlichem Strauße. Eine Gabe an das Volk, nicht eine Fundgrube für Gelehrte oder Feinkost für die dünne geistige Oberschicht will man arbieten, nicht einen der vielen und leider so sehr kitschigen Kalender, mit denen das Volk seine Lesestunden heute nur zu oft verbringen muß. Es soll eine Sammlung sein, die vom Leben und der Gegenwart ausgeht und die Grundlagen unserer Kultur in allgemein verständlicher Weise aufdeckt, dabei von einem Wert, der über die Dauer eines Jahces hinausreicht. Abgesehen von Beiträdie bereits einer beschränkten Leserzahl Hinnerk Dröhlmeter eß en Redner, as he in Bauk stäiht. Twor eß he leint van de Reoner talente, de Füer un Schwung drächter setiet wann se losscheitet. Nät wat, op socke Künsthet he nich studäiert. Siene Worde sleite langsam un dröppelig swer de Tung:, Allicht noch dröppeliger, as de Maarviäcke in Hamme Ouk vüell Nigges brengt Dröhlmeier in siem Reden nich vör. Worüm denn vuk? Henner hölt et mit de Konserwatiwen un denkt:e gieft so vüelle olle Kamellen, dat me nigg gar nich nöidig het. Ower lang sin de Re den, de Dröhlmeier vam Stapel lött. Unge heier lang. Un dat well doch wat heiten Er eß noch lange nich Jedermanns Soke lange Reden te hollen, un dorüm bewwet vör Hinnerk Dröhlmeier onk alle en aronten Respekt. Am vörigen Sunndag hadee Dröhlueker in Hauhner= un Duwentuchtverein wier'ne Red gehollen, de an Länge tiegen de fröcherer nich trügge stonn. As he sick wier ächter der Disch gesatt hadde, kam Schulte=Paseluck u ehm un freig:„Segg eß Hinnerk, Du büs mi doch en baars Käl. So'ne Rede könn er mien Lewsdage nich prot kriegen, un wann e dusend Johr olt wörde!“ „O,“ gass Hinnerk bescheiden tor Antwort „sowat lährt sick, Schulte. Kiek, in fröiherer Johren verstonn eck mi do ouk nich drov. Ekann seggen, eck konn nich eß'ne Rede var sief Minuten hollen. Un vandage? Ja. van dage kür eck, wann et sien mot, twäi Stun. nen öwer nix!“ Ja, ja, eck segget un bliewe dobie: Hinner Dröhlmeier eß en Redner, as he im Bau stäiht. Westfölische Sprüeckwörde. Wann me't Sunndags gäiht od Heididerei. Dailn sin det Mondags de Huosen entwet * Dai is en schlechten Pütt, wo me Wate. drin driägen maut. * Di wost prozessen üm en Schwien? Nrämm leiwer ne Worst un lot et sien En Paar Uhlen het sick grade so leiw 21 en Paar Nachtigallen. * Krünne sin guodd; ower de is üewel dran. de se bruken mant. * To büell eß bitter, un wann et ut'm Honmabott kömmt a 3buns 136####.: Mi. Mssughig uns arat skuns 188 Pu s# Kun 1130 Sscheu Sapahg 8 ukout uo ln 130 u ehn t gn zuv gung cun wvzs u. H Ppzug p 119 11 n Mg 204—— 90 c Blicke zu uns hinüberwarf. Die Auskunft aber lautete: „Das ist Fräulein Hertwig, eine sehr talentvolle Malerin. Sie sollten Sie übrigens kennen; denn Sie wohnen ja ihr gegenüber in der Istra In der nächsten Sekunde war Brendel von unserer Seite verschwunden, und wir sahen ihn neben der jungen Dame in einer sehr angelegentlichen Unterhaltung, deren Inhalt ich ungefähr zu erraten glaubte. Da ich dieses erzähle, ist Fräulein Hertwig längst eine sehr glückliche Frau Brendel. Meinen kurzsichtigen Freund aber sehe ich auf der Straße nie mehr anders als mit dem Zwicker. Die verklärte Schattenwelt, die ihn überalt nur eitel Schönheit vermuten ließ, scheint jungen Frau doch etwas zu gefährlich vorzukommen. Die Schlange als Vogelsteller. Ein eigenartiges Bild aus dem Tierreich zeichnet der englische Forschungsreisende Guthbert Christy, indem er von den merkwürdigen Instinkten einer vogeltötenden Schlangenart berichtet. Als er auf einer seiner Reisen, so erzählt er in der Zeitschrift„Knowledge“, einen der großen Urwälder von Uganda durchforschte, beauftragte er eines Tages seine Leute, ihm einige Schlangen von der Art Bitis masicornis und von der i, die in diesen Wäldern beide sehr zahlreich sind, um eine bestimmte Menge von ihrem Gift zu erlangen und die Häute zu sammeln. Diese gefährlichen Schlangen sind glücklicherweise sehr träge und ruhig, aber sie können in Augenblicken der Wut bis zu dem Doppelten gewöhnlichen Umfanges anschwellen und sind dann furchtbare Feinde. Die der großen Art werden bis zu 1 Meter 50 Zentimeter lang; man findet sie meistens auf der Erde zusammengerollt unter verdorrtem Laub, wo sie wochenlang bleiben, ohne sich zu rühren; Exemplare der kleineren Art sind mit hornartigen Stemu trifft sie gew er Vertaund e. iur, bsast ui i den Nlald zu gehen en Ort führen zu lassen, von dem sie die zisch die Eingeborenen alf eine iun Lieterpziarzen, unserem Geistgatz, sgzisch, Eelene Hemditite don Feichen Hirgen. de sch lae der leichtesten ung an m ine Kleidung anhefteten, sowie an alles, was sie auch nur gau been mochten, aber sicherlich gab es einen solchen, gen unter diefer gesheinn.9osten Pilzryicgheege een Schargtezhung, deh ihn spsfer Ligene Reobachtungen bestätigten. Wenn kleine Bögel über die Pflanze fest oder beeinträchtigen doch wenigstens so stark ihre Betregung, daß die Tiere nicht weiterfliegen können, auf der Erde herumhüpfen und nun leicht von den Schlangen gefressen werden. Die Schlangen wissen das ganz genau und wählen deshalb ihren Anfenthalt mit Vorliebe unter diesen Pilanzen. Sie sinv verihres Instinktes imstande, zu erkennen, in weichen durch Erfahrung gelernt daß sich unter diesen Pflanzen die in ihrer Bewegung gelähmten Vögel finden, die ihnen leicht zur Beute werden. Mkunst ungweissen Selbstschutz gistiger Tiere gegen ihr eigenes Gift. Es ist schon seit langem bekannt, daß giftige Tiere, wie z. B. die Kröten, gegen die Giftstoffe, die sie produzieren, immun sind. Daß diese alte Anschauung richtig ist, beweisen s# experimentelle Untersuchungen, die neuerdings von Dr. Fühner angestellt worden sind. Während andere Tiere, denen an das den Hautdritsen der Kröten entstammende Gift einspritzt, ihm erliegen, ist die Kröte gegen dieselbe Prozedur unempfindlich. Nur wenn das Gift in das Herz gespritzt wird, wirkt es tödlich. Seiner Wirkungsweise nach scheint es dem Saponin nahezustehen. Die Immunität der Tiere beruht darauf, daß sich in ihren Organismen Gegengiste bilden, die das Gift inaktivieren. Ersatz des Glaskörpers des Auges. Im allgemeinen galt bisher ein Auge für verloren, wenn es auslief, d. h. wenn der hinter der Linse liegende Glaskörper zertrümmert wurde und seine Flüssigkeit verlor. Es ist deshalb als ein großer Fortschritt zu begrüßen, daß es jetzt gelungen ist, den verlorengegangenen Glaskörper zu ersetzen. Und zwar dient dazu nichts anderes als Kochsalzlösung. Dr. in Prag hat auf diese Weise mehrere Augen, die in Gefahr waren, zugrunde zu gehen, wieder funktionsfähig Der Glaskörper hat die Funktion, die Lichtstrahlen, die in das Auge dringen und dort von der Linse gebrochen werden, in die Tiefe weiter passieren und aus die Netzhaut fallen zu lassen. Die neue segensreiche Entdeckung ist, wie so viele andere, eine Frucht des Experimentes. Denn vorher war von einigen Forschern festgestellt worden, daß man am Kaninchenauge 0,4—0,8 Kubikzentimeter absangen und durch Kochsalzlösung ersetzen konnte, ohne daß irgendwelche Folgen eintreten. Falsche Wortbilder. Selbst die gewissenhaftesten Redner machen sich zuweilen falscher Wortbilder schuldig. So sprach einmal ein bekannter Staatsmann von„einem leeren Theater voll unsympathischer Zuhörer," und ein anderer bemerkte„weim wir auch noch nicht aus dem Wald sind, so haben wir doch ein gutes Schiff.“ Eine schöne Stilblüte leistete sich kürzlich ein Staatsminister eines Nachbarlandes, indem er erklärte„Wiedervergeltung ist ein dorniger Gegenstand, den man zart anfassen muß, damit er einem nicht auf die Füße tritt.“ Ein Abgeordneter versicherte einst seinen Zuhörern im Landtag: „Unter den vielen unharmonischen Klüngen, die in diesem Hause über militärische Verhältnisse gehört werden, muß das jetzige Thema als Dase angesehen werden.“ Ein Koliege des vorhergehenden Redners leistete sich foigendes: haben erfahren, daß durch solche Gesetzgebung das Herz des Vaterlandes bis in seine Grundfesten erschüttert worden ist.“ Das Wunderbarste in dieser Hinsicht leistete sich entschieden ein Auwalt, der sich zu folgender Rede aufschwang: „Meine Herren, an Ihnen wird es sein, darüber zu urteiten, ob der Fuß des Angeklagten es wagen darf, ohne Erröten diesen Saal zu betreten, und mit dem Deckmautel der Scheinheiligkeit im Munde ungestraft drei Stiere aus der Tasche meines Klienten zu ziehen.“ 1 K PUT 5 Fr 4 g Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises. General=Anzeiger für den Kreis Hörde. Haupt-Annoncenblatt. Unterhaitungs=Zeitage zu Nr. 42 Samstag, den 18. Jebruar 1922 S— 19 516118 Rerticher S TE 4 14 Pern Roman von Max Esch. 24 stottsetzung.) (Nachdruck verbosen „Ja, ich habe die Fr anderen liegen sehen. Im die fsurchtbare Entdeckung machte ich mich bezwingen, daß ich be he in den Armen des Galde war's, in dem ich e. Nur mit Mühe konnte de nicht über den Hausen schoß,“ antwortete grollend Ehiert.„Ich bin gelaufen und wußte tagelang nicht, wie mir der Kopf .. das Bildnis der Falschen aus Ihrem Eine so verworfene Perion ist es Sie Ihr Leben unglücklich machen. in die Welt geblickt, das Leben genommen, wie es kommt, und dann vorwäris, niemals rückwärts schauen! Das hilft über alle Grübelei, über alles Herzeleid hinweg, Ehlert. Nur den festen Vorsatz gefaßt, dann wird es schon gehen,“ tröstete der Baron. „Das habe ich mir, wenn auch mit anderen Worten, unzahlige Male selbst gesagt, gab Ehlert zuri „Reißen Sie Herzen, Ehlert. nicht werk, Frisch und froh damit wir nicht wieder den Nacht!“ Dann dem der Juspruch des Barons im Kopfe wenig wird auch ein viel! So, jetzt lassen Sie uns schlafen gehen, es mag abwechselnd von den Leuten einer Wache halten. Morgen wollen wir den Rückweg ver Sonnenaufgang antreten, d.„ Ritt in der Hitze nötig haben. Gute war der Baron in sein Zelt ges Ehlert, dem der Zufiruch des Zarons im Kopfe herumging und der dann wieder an seine heutige Beobachtung denken mußte, warf neues Holz in das Jeuer, daß die Flammen hoch aufloderten, dann er dem Pfand,inder Auftrag, während der abwechselnd Wachen auszustellen. Darauf barg er sein und des Barons Gewehr unter seinem Lager, nachbem er lockerte, seiten der Ruhe zu pflegen; venn er sagzte sich, daß, wenn die Gauchos einen Anschlag auf das Lager pianten, 5 Mitternacht ausführen würden, nn sie alles im tiesen Schlafe wähnten. Bis drohte schwerlich eine Gefahr. Nach ungefähr einer Stunde wurde er durch einen beängstigenden Traum geweckt. Jäh fuhr er in die Höhe und blickle angstvoll um sich. Bald kum er indes zu sich. Prüsend ließ er seine Blicke über das Lager gleiten. Von einer Wache aber konnte er nichts erspähen, dafür sah er den Pfadfinder und die drei beide Wassen sorgsam untersucht, der des Parons befand sich Zelte, wiceite sich in seine Decke, um kurze 3 9 Bish.n.,., Lon: g. sgate sich, daß, u anscheinend schlafend um deren Feuer liegen. Noch war also, wenn überhaupt ein Uebersal geRaut gewesen, nichts zu befürchten. Langsam rie auf, ergriff seine und des Barons Waffe, legte die Decke so, daß es aussah, als schliefe er darnnter, und schlich sich vorsichtig nach einem nahen Gebüsche, von dem aus er das ganze Lager übersehen konmne, ohne selbst wahrgenommen zu werden, trotz des hellen Mondscheines.„(—642 N 52 Bleiern verging die Zeit, schon giandre der scharf nach allen Seiten Beobachtende, daß seine Besorgnis unbegründet gewesen, als er pkötzlich aushorchte; war es ihm doch, als vernehme er den Hufschlag galoppierender Tiere von der Pampas her. Doch es mußte wohl eine Sinnestäuschung gewesen sein; denn im nächsten Augenblicke war alles ruhig. Aber nein, ganz deutlich wehte jetzt ein leiser Windzug abermals die Schallwellen herüber. Es war nun keine Täuschung mehr möglich und seine Befürchtung leider allzu berechtigt gewesen. Kriechend schlich er sich nach dem Zelte, um von den eigenen Knechten nicht gesehen zu werden; denn daß diese mit den rasch näherkommenden Viehhirten unier einer Decke steckten, war ihm ganz klar. Er wollte den Baron wecken und von der Gefahr in Kenntnis setzen, in der er schwebte. Kaum hatte Ehlert sich in das Zelt geschlichen, als er erschreckt aufsprang. In dem in diesem herrschenden Halbdunkel sah er einen der Knechte mit gezücktem Dolche sich soeben über den Baron beugen und ihn mit der freien Hand betastend, offenbar, um die richtige Stelle auszukunden, an der die Mordwasse sich in die Brust des Ahnungslosen senken sollte. Hier galt lein Zaudern, wenn Ehlert den Baron vom Tode erreiten wollte. Mit einem Blicke habe er das erkannt, war doch der Fursche so von seiner Mordgier eingenommen, daß er den hinter ihm Stehenden bei dessen Eintritt gar nicht wahrgenommen. Schon senkte sich der Dolch, als er seitwärts zu Boden fiel, ein Schlag mit dem Durch das Geräusch erwachte der Baron und erstannt um sich, aber Ehlert ließ dem Ueberraschten nicht lange Zeit zur Fragestellung. Mit hastigen Worten gab er eine Erklärung des Vorgefallenen. Der neben seinem Lager am Boden wie leblos hingestreckt liegende Gaucho und der Dolch zeigten dem Baron, in welcher Gefahr er geschwebt. Er drückte seinem Lebensretter stumm die Hand. Zu weiteren Tankesbeienerungen gebrach es vorerst an der Zeit: denn jetzt mußte schnell gehandelt werden. Da man sich auf die R FSAE ** § O: 9 6 870 6 eigenen Leutz nicht verlassen konnte, hielt es der Baron für geratener, sich mit Ehlert nach den Büschen zu schleichen, um von dort die Angreifer unter unvermutetes Feuer zu nehmen. Vorsichtig verließen beide das Zelt auf der den Dienern entgegengesetzten Seite, nachdem der Baron kurz entschlossen das Segeltuch aufgeschlitzt. Es war Ze höchste Zeit, daß dieser Plan zur Ausführung kam; denn die Anreitenden konnten nicht mehr weit vom Lager entfernt sein, das verriet das von den galoppierenden Tieren hervorgebrachte Geräusch ganz de Lüs beide den Gebüschen zukrochen, sahen sie, wie der P#adfinder sein Mauktier bestieg und davonritt. Die beiden Knochte standen bei ihren Tieren und sahen nach dem Zelte hin, dann schwangen auch sie sich in den Sattel und folgten dem Pfadender. Kaum hatton der Baron und Ehlert eine ihnen pastende Steilung eingenommen, als eine Bande phantastischer Gestalten mit wehenden Panchos, laut schreiend und sinnlos mit wahren Donnerbüchsen schießend, in das Lager eindrach und sich auf das Zelt zuwälgen wollte, als zwei fast gleichzeitig in den Knäuel abgegebene Schüße den wilden Angriff zum Stehen brachten. Fcit lauten Schmerzensschreien waren zwei der Angesunken. Wild als abermals enen wiederum Bododen greifer aus dim Sai schrien die Angreifer sich gegenseitig an, zwei Schüsse durch die Nacht kuallten, de Schenerzensschreie folgten. Einen solchen Empfang, der so gang gegen die Verabredung war, vermuteten die Geuchos durchaus nicht, so schnell sie in das Lager eingebrochen, so schnell ritten sie zurück, ihre Verwundeten milnehmend. Geraseg deachand, sanden kanpberei. nichts verriet zunächst, was der Feind beginnen wolls, dann aber nahmen beide im Grase wellenförmige Bewegungen nach dem Lager zu wahr, was beide zu der Verniutung veranlaßte, daß sich die Angreiser auf Das wollt und gugtch zeigen, da ichschaut habe. Barum gab de des Zeltes stehen, um sich dann auscheinend zu sreiten über das, was sie jetzt beginnen sollten, ohne vorerst zu einer Einigung zu kommen. Erst nach gersumer Zeit schien das der Fell zu sein, sie schwiegen und zegen ihren Kameraden aus dem Zelle, ihn dann nach dem eigenen Feuer hinübertragend. Trotzdem ein weiterer Ueberfall während der Nacht 2 Indianerart anzuschleichen beabsichtigten. man ihnen aber verfalzen und engleich man ihre List Baron Ehlert ein Schußziel an und feuerte da auf eine solcher Wellenlinien. Ein surchtbares Wutgeheul antwortete den Schüssen, dann donnerten mehrere Schüsse aus dem Grase auf, sämtlich auf das Zeit gerichtet, in dem die Angreifer also die beiden Verteidiger vermuteten. Durch den aussteigenden Rauch aber hatten sie den letzteren ihre Steilung verraten, abermals nahmen sie den Angreiser unter Heuer, der deran aber genug haben mußte; denn eitigst schlich er sich aus der Feuerlinie, und bald darauf verriet der Hufschlag galoppierender Tiere, daß die Gauchos die Flucht angetreten, die Gefahr also beseitigt sei. Vorsichtig schlichen sich der Baron und Ehlert dem Lager wieder zu, kein Feind sich blicken. Die Angegrissenen aber vermuteken vorerst nur eine List in diesem Rückzuge, weshalb sie sich wieder in das deckende Gebüsch begaben. Nach geraumer Zeit steltten sich der Pfadfinder und die beiden Kuechte wieder im Leger ein. Seelenruhig, als ob nicht das getingste gescheyen, sattelten sie ihre Tiere ab, schütteten neues Holz auf das noch schwelende Feuer und ließen sich dann darum nieder. Langsam und grovitätisch, mit der Würde eines spanischen Granden, schritt der Pfadfinder auf das Zelt zu und schlug die beiden Zeltwände auseinander. Nur einen Blick konnte er hineingetan haben, dann stieß er einen schrecklichen Fluch aus und rief den beiden Gauchos etwas zu, das diese veranlaßte, schleunigst herbeizueilen. Erschrocken blieben sie am Eingange Lrogdem ein erfol begaben sich der in und Ehlert rem sicheren Versteck nicht hervor. Beim nicht aus ih bruche des Morgens wollten beide versuchen, zweier Manltiere zu bemächtigen und nach dem Le der Expedition zurückzureiten. Ehlert getraute sie Spur aufzufinden. Vorhabens kam es Anlager ich, die der Erpedition zurückzureiten. gestern von ihnen hinterlassene Zur Ausführung dieses nicht; denn kaum dämmerte der finder deide aufgelpürt hatte. fall für ein Werk der Indios. Indianer seien die Anareifer Mordanschlage auf den Baron wisse weder er noch die Norgen, als der erklärte den 1 Nicht Gauchos, sondern gewesen. Von dem übrigen Kuechte etn ettertem Schädel is. Der feige Bursche, der tot am Lagerfeuer liege, sein, der das Lager an Baron von Felden größere Geldbelohnung lte seinem Aussicht beiden mit zerschn müsse ein Verräter gewesen die Indios verraten habe. Aus Klugheitsgründen tat der Baron, als ob er der Erklärung des Pfadfinders Glauben schenke, sandte es die beiden Gauchos, die ihren toten Kameraden vorher begruben, mit den Vantieren voraus, um sie nicht im Rücken zu wissen. Dann beauftragte er den dfinder; einen geraden Rückweg nach dem Lager n einzuschlagen. Ohne Zwischenfall verlief der Rückritt. Im Lager erweckie die Schilderung des Barons von seinem nächtlichen Ueberfall bei allen Europäern bei den Soldaten große Empörung. Der Pfadsinder blieb dabei, daß es Indios gewesen, die den Anschleg vollführten, der gleichen Ansicht waren natürh auch die Gauchos, die von dem Mordplane ihres getsteten Genossen auch nicht das geringste wissen wollten. Obwohl die Europäer diesen Angaben, zumal nach den Beobachtungen Ehlerts, keinen Glauben enklen, konnten sie dach den Eingeborenen das Cegenteil nicht nachweisen. Da das Abenteuer anind auf die gerechte Sühne wenigstens für einen der Urheber im Gefolge hatte und sonst auch glimpflich verlaufen war, beruhigte sich Professor Holsten debei. Eine unter Führung des Pfadanders vorgenommene Streife der Bebeckungsmannschaften nach dem Tatorte verlief ergebnislos. Lebensretter eine gestellt und ihm versichert, daß er ihm das, was er getan, nie vergessen werde. Ehlert wehrte den Dank des Barons bescheiden ab. Auch in der Jolgezeit blieb er ein aufmerksamer Diener, sein ganzes Wesen aber blieb gedrückt, als trage er ein düsteres Geheimnis mit sich herum. „* * „Von dir lasse ich mir den Mund noch lange nicht verdieten!“ Scharf und spitz kam es über die Lippen des drallen Stubenmädchens, das im Salon der Baronin von Felden mit Staubwischen beschäftigt war und dabei von Zeit zu Zeit der ihr soeben Vorwürfe machenden Zose der Gnädigen wütende Blicke zuwarf. Verächtlich schürzte die Angefahrene die Lippen. erwiderte sie,„dummes Pack, das nichts von Unstand versteht.“ Damit aber reizte sie den Zorn ihrer Gegnerin nur noch mehr.„Gott sei Dank verstehe ich so viel davon, daß ich meine Augen zu jedermann frei erheben kann; denn ich bin ein ehrliches Mädchen. „Was soll das heißen?!" rief lauernd die Sote uu.(Ferisetzung folgt.) Wce 6 S R 5 5 G 3 0 8 E. 69 G 9 S EER 8 S•82 5. S SEs 6 #ir 8 GSE S 8 )) as Klima der Steinkohlenzeit. Aus den zahlreichen fossilen Baumresten, die aus der Steinkohlenzeit auf uns gekommen sind, ist es möglich, interessante Schlüsse auf das Klima zu machen, das in jener Periode in Nordeuropa geherrscht hat. Die Fossilien zeigen nämlich niemals den Ansatz von Jahresringen. Jahresringe an Bäumen entstehen aber dadurch, daß infolge einer Wachstumssistierung eine anders geartete Schicht von Zellen sich ablagert: an dünnwandige„Frühzellen“ schließen sich dickwandige„Spätzellen“ an unter dem Einfluß der wachstumshemmenden Kälte. Wenn der Winter dem Frühling weicht, fallen diese Einflüsse fort, und es entstehen, wieder scharf getrennt von ihnen, die Frühzellen. Diese wechselnde Wachstumsart dokumentiert sich dann als konzentrische Ringe. Wenn nun bei den Gewächsen des Carbon derartige Ringe fehlen, so schließt Dr. Gothan in der„Naturwissenschaftlichen Wochenschrift“, so muß auch der Wechsel der Reize gefehlt haben. Ein konstantes Klima muß geherrscht haben. Dabei ist es aber nicht nötig, an ein tropisches Klima zu denken, sondern es genügt, eben ein gemäßigtes anzunehmen, das nur keinen wachstumshemmenden Schwanlungen ausgegesetzt war. * pruch. „Ich hatte das Glück, ung'üchlich zu lein Golk so gut lagen als ein Menich. E1. Kurzste dart zuweisen ein uI. Humoreske von Lothar Brenkendorff. (Smluß.) andruck verdoten.) Das Ungefähr wollte, daß ich meinen Freund Brendel erst drei Monate später in sellschaft wiedersah. Er trug einen Zwicker, und ich blieb infolgedessen diesmal davor bewahrt, von ihm mit Freund Hasenkamp oder selt zu werden. Aber ich bemer##e, gewöhnlicher Aufregung besand, ur regung alles eher als frendig war. Gelegenheit bot, ihn unan fragte ich gerade heraus, ob widerfahren sei. Und er war es sie teilnehmenden Menscher „Ich bin sehr unglücklich,“ sagte er,„denn ich habe mich in erotischer Verblendung zu einem Schritt reißen lassen, der für mein eigenes wie für ein Leben verhängnisvoll werden lann. der jungen Dame an dem Fenster mir gegenüber? „Gewiß! Haben Sie ihr vielleicht unbekannterweise einen Heiratsantrag gemacht?“ Ich hatte es als Scherz gemeint, und ich erstaunte nicht wenig, als er mit düsterer Miene zustimmend nickte. 818am Nach „Ja, ich habe es getan— an diesem Nachmittag. Morgen mit der ersten Post muß der unglückselige Brief in ihre Hände gelangen. Und wenn sie annimmt, gibt es für mich natürlich kein Zurück mehr, ob mir auch das Herz darüber brechen mag.“ ist jemandem verwecher sich in undaß diese Auflis sich mir eine ite zu nehmen, 5 Unangenehmes den, einem lten zu können. „Ja, aber— ich verstehe nicht—. Ist denn Ihre Liebe seit dem heutigen Nachmittage mit einem Male so ganz verflogen?" „Ich weiß nicht, was ich darauf antworten soll. Am Ende war das Ganze ja nur ein Spiel meiner Phantasie. Ich hatte mich in ein Schattenbild verliebt, in ein selbstgeschaffenes Idol. Denn— lachen Sie mich, bitte, nicht aus— ich habe die Dame noch niemals anders als über die Straße hinweg, bei meiner Kurzsichtigkeit also so gut wie überhaupt nicht gesehen.“ „Und dennoch haben Sie ihr einen Antrag gemacht? Aber das ist ja geradezu unglaublich.“ verwünschten Gläser auf der wollen Sie— ich lebe eben So wie ich mir mein Visa: ich es. Und als ich eines T widerstehen konnte, mich bei nach ihr zu erkindigen, war schehen. Ich hörte, daß sie z: und eine sehr talentvolle 9 eine alte Mitter sehr anstät gewerbliche Arbeiten ernährt, mögen besitzt.. Das gab den noch einige Kämpfe mit mei Menschenverstande zu bestehe: Krisis, die mit meinem verhü heutigen Nachmitlag endete. kehr wahrscheinlich zu spät.“ „Aber ich begreife nicht, verzweiselt sind. In diesem F eine Ihrer üblichen Ent die junge Dame ist wirklich reizend.“ Brendel seufzte.„Ach, lieber Freund, wenn sie eine lebendige Wiederholung der milesischen Venns wäre, s wäre ihre Schönheit gegen die berauschende Lieblichteit des Mädchens, das ich heute abend hier kennen gelernt habe! Erst seit ich sie gesehen, weiß ich, was Verliebtsein heißt. Und das schrecklichste ist, daß di Götterbild für mich wahrscheinlich nicht unerreichbar wäre. Als ich mich ihr vorstellte, begrüßte sie mich liebenswürdig wie einen alten Bekannten, sprach mir mit bezaubernder Klugheit von meinen Arbeiten, die sie samt und sonders gelesen hat, und sah mich dabei mit Augen an— mik Augen, sage ich Ihnen, daß ich mich schleunigst zurückziehen mußle, um mich vor einem schnöden Treubruch an meinem unbekannten Gegenü#er zu bewahren, das vielleicht schon morgen meine Braut sein wird.“ Ich wußte nicht recht, welche Trostgründe ich für diesen höchst ungewöhnlichen Fall aufbringen sollte. Da ersaßte Brendel plötzlich mit heftigem Druck meinen Arm und deutete mit einer Kopfbewegung nach der ofjenen Tür des Nebengemaches hin. „Da, sehen Sie selbst, und antworten Sie mir, ob ich zu viel gesagt habe.“ Ich folgte der Richtung seiner Blicke und bemühte mich nicht, mein grenzenloses Erstannen zu verbergen. „Aber, liebster Brendel, diese junge Dame ist ja niemand anderes als ihr reizendes Visavis.“ Er starrte mich an, und sein Gesicht wurde dunkelrot. „Herr— wenn Sie meine traurige Lage benutzen wollen, um schlechte Witze zu machen—“ „Ich denke nicht daran. Auf meine Augen und auf mein Physiognomiengedächtnis kann ich mich, Gott sei Dank, verlassen. Ich proponiere eine Wette auf zehn Flaschen Sekt, daß Aber Freund Brendel hörte mich nicht mehr. Er packte den Arm des Hausherrn, der ehen an uns vorüberging, um ihn nach dem Namen der Dame zu fragen, die noch immer in der offenen Tür stand und verstohlene