F Die„Schwerter Zettung“ erschein icglich eußeS ertags. Bezugspreis monatlich 14.— M., dei der 1c 14— M., obne Bestellgend. Anzeigenmeise Tio1 mm hobe. 35 mm breite Jei80„zuswärts!. M. de! Wiederho ungen entsprechenbe. Nachlaß u. Tarif. Joder Radat. gill als Kassenrubalk und erlischt bei Kondursen. Zwangsvergleichen, gerichtlichen Klagen u. Richtbeachten de gemachten Jahlungsbedingungen. Verbuncken mit: Schwerter a.4 Cageblatt und Anzeiger Schwerter Dolkszeitung Westhofener Zeitung Azlerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Schwerter Dolksblatt Amtliches Kreisblatt für den Kreis Börde. Holzwickeder Zeitung Erstes und ältestes Tagesorgan des Kreises.— Generalanzeiger für den Kreis Hörde. Die„„hpeter Zeitunnf gemtbri hen! neuten für jeden mit Tod endenden Unsall gemäß drn dr. 500 Mark Anfall. Megangen Druch u. Verlag v. Cari Braus. Schweite(Nuhr) Fernsprech=Anschluß Nummer 62. Telegramm=Adresse: Draus. Schwerte(Tuhr'. Postschecb.: Vortmund: 852, Hannoser 21674: Nr. 6 Samstag, 7. Januar 1922 55. Jahrgang die letzte Woche. Der Reichspräsident Ebert und der Präsident Millerand in Paris haben am Neujahrstage zu gleicher Zeit die Glückwünsche des diplomatischen Korps mit einer Ansprache beantwortet, die hier wie dort friedlichen Tendenzen huldigte. Daß Deutschland nicht anders kann, weiß jeder, wie weit Frankreich die Worte in Taten umzusetzen bereit ist, soll sich jetzt bei der Tagung des Obersten Rates der Entente in Cannes zeigen, wo über die Umgestaltung der Reparationspflicht Deutschlands entschieden werden wird. Es wird ein Ausgleich zwischen den beiden widerstreitenden Auffassungen gefunden werden müssen, daß ohne die deutsche Mitwirkung kein Wiederaufbau der Weltwirtschaft ermöglicht werden kann, daß aber das Deutsche Reich diese Mitwirkung nicht zu leisten vermag, wenn ihm unmöglich zu erfüllende Zahlungen zugemutet werden. Frankreichs ganzes Entgegenkommen für eine Erleichterung der deutschen Reparationszahlungen scheint darin zu bestehen, daß es nicht die Besetzung des Ruhrgebietes, sondern diejenige von Deutsch=Oberschlesien als eine Garantie für ein uns zu gewährendes Moratorium betrachtet. Vielleicht denkt es, das Ruhrgebiet läuft ihm nicht weg, und heute paßt ihm Deutsch=Oberschlesien besser, da im benachbarten Polnisch=Oberschlesien eifrig an der Gründung großer französisch=polnischer Finanz= und Industrieunternehmungen gearbeitet wird. Ersichtlich ist, daß Frankreich bisher wenig gewillt ist, die Leine aus der Hand zu lassen, in der es uns hält. Das würde aber über kurz oder lang zur Aussperrung Englands vom mitteleuropäischen Markte führen, und deshalb müßte eigentlich Lloyd George sein Veto erheben. * Durch den Neujahrsstreik der deutschen Eisenbahner sind mancherlei Versäumnisse für den Personen= und Briefverkehr zum Beginn des Jahres gekommen, die sich ja schließlich ertragen lassen, die aber doch besser in der Zeit unterblieben wären, in welcher sich die Reichsregierung den Kopf über die Aufstellung der Unterlagen für das Stundungsgesuch an die Entente in Cannes hat zerbrechen müssen. Der Streik kann dem inoffiziellen deutschen Vertreter, dem früheren Wiederaufbauminister Rathenau, nur seine Arbeit erschweren. Wir Deutschen haben uns oft genug vorhalten lassen müssen, daß wir für die politische Klugheit die erforderliche Reife noch nicht erlengt hätten. Um so mehr sollten wir uns angelegen sein lassen, die Kinderkrankheit abzustreifen. Diehintwort der Aeparattoneromuss..... Die Arpatutionslomanssien hut die nvie der abgegeben hat. Die Verhandlungen zwischen der deutschen Regierung besprochen, wonach Deutsch=##mnffin und der ReparationsDie Reparationskommission hat die Nate der deutschen Regierung besprochen, wonach Deutschland erklärt, sich in der Reparationsfrage jeder Erklärung zu enthalten, bis der oberste Ententerat in Cannes seine Verhandlungen abgeschlossen habe. Gestern ist die Antwort der Reparationskommission an die deutsche Regierung abgeschickt worden. Ihr Inhalt wird aber erst heute früh gleichzeitig in Berlin und Paris veröffentlicht Es ist vorauszusehen, daß die Reparationskommission die förmliche Erklärung abgibt, daß nach dem Vertrag von Versailles ihr das Recht zusteht, Deutschland auf Verlangen eine Stundung für seine Zahlungen zu gewähren. Ferner wird sie sich weigern, Deutschland eine solche Frist zu gewähren, solange Deutschland der Reparationskommission nicht die verlangten Aufklärungen über die Dauer der Stundung, Garantien usw. abgegeben hat. Die Verhandlungen zwischen der Kriegslastenkommission und der Revarationskommission stehen still und warten die Beschlüsse der Konferenz ab. Die Reparationskommission weist die deutsche Regierung darauf hin, daß sie durch die wiederholte Abgabe dieser Erklärung ihr die volle Verantwortlichkeit für ihre Entscheidung überlassen hat. In der Note der Kriegslastenkommission vom 3. 1. ist der Erwartung Ausdruck gegeben worden, daß die Reparationskommission damit einverstanden sein werde, wenn die deutsche Regierung im gegenwärtigen Augenblick sich einer weiteren Aeußerung zu den genannten drei Fragen enthalte, die in der Note der Reparationskommission vom 16. Dezember gestellt worden waren. wieder aufzubauen, ist nicht recht erfindlich. Alles was wir mit unserem Arbeitschweiß an Werten schaffen, sollen wir über den Rhein nach Westen abführen. Wir sollen für die Franzosen fronden auf Grund einer großen Lüge, die durch den Versailler Vertrag festgelegt worden ist. Frankreichs Schuldenwirtschaft war nicht sein Verhängnis, sondern sein Wille, sie brachte das AnlageKapital für den Weltkrieg auf, und wir sollen jetzt diese Schulden mit unserem Schweiße tilgen. Es wird Zeit, daß der Welt die Augen über den wahren Charakter der deutschen„Wiedergutmachungspflicht" aufgehen. Die Paviergeldpresse läuft überheiß vor lauter Täitigkeit. Leider machen sich auch verschirdentlich Anzeichen für die vom Reichskanzler Wirth vor Weihnachten angekündigte neue Teuerungswelle bemerkbar, während anderswo sich indessen noch schüchterne Preissenkungsversuche zeigen. Hoffentlich gewinnen die letzteren die Oberhand. Englands Pläne. Die ersten Besprechungen Briands und Lloyd Georges. Briand, der Mittwoch vormittag in Cannes eingetroffen war, hatte noch am selben Nachmittage eine längere Unterredung mit Lloyd George. Auch unter den anderen Konferenzmitgliedern begannen an diesen Tagen die Vorbesprechungen für die am Freitag beginnende Konferenz. Briand traf sich am Mittwoch außerdem noch mit seinem Kollegen Bonomi und Loucheur, konferierte am Donnerstag mit dem Engländer Evans. Am Donnerstag trafen die letzten noch fehlenden Mitglieder der Konferenz in Cannes ein: Der französische Finanzminister Doumer, die belgischen Minister Jaspat und Theunis, die Italiener Daineri, Raggi und della Toretta, sowie der japanische Botschafter Graf Ischii. Die englischen Reparationsvorschläge. Das Programm der Konferenz ist noch gar nicht fest umrissen, es ist so umfassend, daß es mehr als fraglich ist, ob alle Punkte, die von den aufzurollenden Problemen berührt werden, überhaupt beleuchtet, geschweige denn gelöst werden können. Es steht ziemlich fest, daß man zunächst mit der Reparationsfrage, die ja die Hauptwurzel allen Uebels ist, beginnen wird, weil zu ihr wenigstens schon gewisse Vorschläge vorliegen und zwar von englischer Seite. Aber schon bei diesen englischen Vorschlägen, die im übrigen auch nur eine provisorische Lösung erzielen könnten, zeigen sich bereits die höchsten Schwierigkeiten. Soweit sich aus den verschiedensten Meldungen herausdestillieren läßt, gedenkt nämlich England vorzuschlagen, um Deutschlands innere Festigkeit endlich zu erhöhen, von den für 1922 vorgesch iebenen festen Annuitätsbarzahlungen von 2 Milliarden Goldmark (laut dem Londoner Ultimatum) nur einen Betrag von 500 Millionen Goldmark(in zwei Raten im Januar und Februar) einzufordern, die restlichen anderthalb Milliarden Goldmark aber vorläufig zu stunden. Das wäre natürlich eine zwar nur kurzfristige, aber doch ganz gewaltige Erleichterung des deutschen Jahresbudgets für 1922. Die Garantien für dieses Moratorium stehen schon ziemlich fest und sind schon ausführlich erörtert worden: Statutänderung der Reichsbank, deutsche Finanzreform und die Budgetreinigung, erhöhtes Kontrollrecht der Reparationskommission usw. Das reicht aber noch nicht aus. Frankreich und Belgien fordern, daß ihre Anteile an der Reparation für 1922 ungekürzt bleiben; und so wird England auf seinen Teil verzichten müssen und da dies noch nicht genügt, werden Ersatzleistungen in Sachwerten gefunden und die Schulden dieser Länder an England und Amerika gleichfalls gestundet werden müssen. Ferner muß aber auch zumindest theoretisch festgesetzt werden, aus welcher neuen Einnahmequelle Deutschland die gestundeten Zahlungen später nachholen soll. Nach dem englischen Programm soll dies der gemeinsame russische Wiederaufbau sein: Deutschlands Gewinnanteil aus diesem„Geschäft“ soll zur Hälfte oder ganz auf Reparationskonto geschrieben werden. Die belgische Priorität. Schließlich soll England, um Belgien für den von ihm verlangten teilweisen Verzicht auf seine Prioritätsrechte zu entschädigen, bereit sein, die Rückzahlung eines der belgischen Regierung am Tage der Unterzeichnung des Waffenstillstandes insgeheim gewährten Vorschusses in Höhe von 150 Millionen Goldmark bis auf weiteres zu stunden. Die aagsche dashenung uit ich ungtich uner bei der amerikanischen Regierung, die Belgien damals ebenfalls insgeheim 550 Millionen vorgeschossen hatte, dafür verwenden, daß sie hierfür einen weiteren Zahlungsaufschub gewährt. Daß die französischen Finanzminister darauf ausgingen, die vor dem Kriege getriebene Schuldenwirtschaft Deutschland zur Last zu legen, hat man längst gewußt, aber nie ist es so deutlich wie in den letzten Tagen hervorgetreten. Die Gesamtschulden Frankreichs sind außerordentlich hoch. Und dabei ist die Neigung zu neuen Steuern in Paris sehr gering, weil den Franzosen stets versprochen worden ist, Deutschland müsse alles bezahlen. Frankreich hat seit 1871 bewußt Schuldenwirtschaft getrieben, und es mußte sie treiben, weil es sich zu einer Politik der Revanche, also zu einer neuen Kriegspolitik entschlossen hatte. Der Ausbau der großen Festung Paris, die Fortifikationen an der lothringischen Grenze haben, ganz abgesehen von der Vermehrung und Ausrüstung des Heeres, ungeheure Summen gekostet, die in Wahrheit viel bedeutender waren, als amtlich bekannt gegeben wurde. 1887 wurden allein 60 Millionen Franks für das berüchtigte Melinit ausgegeben, das sich untauglich erwies. Diese enormen französischen Ausgaben verdoppelten sich von 1890 ab, als die Allianz mit Rußland zur vollen Wirksamkeit gelangte. Das Zarenreich schluckte Millionen, und Frankreich drängte ih noch extra besondere Beträge auf, um die strategischen Bahnen zur deutschen Grenze auszubauen Auch das Anleihegeschäft mit Rußland stand also wesentlich im Dienst der Revanche, und nie is eine größere Unwahrheit ausgesprochen, als das damals am Pariser Triumphbogen zum Emp fange Nikolaus des Zweiten angebrachte Wort: „Das russisch=französische Bündnis ist der Friede!" Diese Ausgaben von 1871—1914 wären wider sinnig gewesen, wenn Frankreich nicht auf einen Sieg im Revanchekrieg gerechnet hätte, der ihm den Ersatz seiner Aufwendungen durch Deutsch land bringen sollte. Zu diesem Zweck wurde die Lüge von der deutschen Schuld konstruiert, audieser Unwahrheit wurde ein Recht zum Fordern hergeleitet. Das will sich Briand nicht nehmen lassen, obwohl die Erfüllung unmöglich ist. Er hält daran fest, daß Frankreich für 1922 nicht weniger als 1250 Millionen zu verlangen hat. und davon sollen wir 300 Millionen in Gold, 954 Millionen in Waren zahlen. Wie bei diesen Verhältnissen noch davon gesprochen werden kann, daß die Entente es sich zur Aufgabe gemacht hat, Mittel= und Osteuropa Die derstörung der Kathedrale von Reims den„Münchener Neuesten Nachrichten" berichtet Professor Dr. Frhr. vor Bissing eingehend die Warhrheit über die Cerstörungen an der Ktthadrale von Reims, die belanntlch zu einem wunen Hez= und Lügenfeldzug gegen die„deutschen Larbaren“ ausgebeutet wurden und noch werden. Der Gelehrte weist darauf hin, das in Fränkreich sich die retigiösen Vaudenkmäler in einem Zustand der Verwahelosung beleits vür, dein Kriege befanden und geht dann ausführlich auf eine französische Daestelung der Vorgänge um Reims ein, nach der die Deutschen die Kathedrale geschont hätten, solange sie noch die Hoffnung hatten, selbst in den Besitz von Reims zu gelangen, Bei einer räteren Beschietzung der Stadt geriet ein Holzgerüst, das an der Kathedrale aufgebaut war, durch einen Schuß in Brand, und dadurch wurden die hauptsächlichsten Zerstörungen angerichtet, ebenso wie das Innere der Kirche in erster Linie dadurch zerstört wurde, daß die Franzosen die Kahedrale für ihre Beobachtung benutzten und deshalv ganz bewußt das feindliche Feuer auf sich lenkten. Trotzdem hatten die Deutschen das Bauwerk, so weit es irgend ging, geschont. Aus Stadt und Land. Schwerte, den 7. Januar. ** Der Winter hat jetzt endlich eingesetzt. Schnee ist allerorten gefallen und eine schimmernde weiße Decke breitet sich über die Fluren. Es ist für nicht gar zu frostige Seelen eine Lust, in diesem Wetter einen Spaziergang zu machen. In unseren sauerländischen Bergen aber, wo die Romantik der starken Schneefälle jetzt wieder so recht in die Erscheinung tritt, tummelt sich unsere liebe Jugend in Winterlust. Der schon auf den Boden gestellte Rodelschlitten wurde wieder hervorgeholt. Rodeljacke und Rodelmütze kamen erneut zu Ehren und hinaus gings zum fröhlichen Rodelsport. Es gibt wieder frohe, gesunde Gesichter und freudige Stimmung, wenn der glitzernde Schnee uns grüßt! ** Der Zimmergarten im Jannar. Da meist starke Kälte herrscht, hat der Blumenfreund für die rechte Wärme zu sorgen. Zimmer, worin nrmebedürftige Pflanzen stehen, müssen bei größerer Kälte abends nochmals geheizt werden, auch nehme man die Blumen vom Fensterbrett weg, da zarte Pflanzen unbedingt Schaden nehmnen. An milderen Tagen lüfte man und stelle während der Zeit ganz empfindliche Pflanzen in ein anderes Zimmer, härtere lüfte man auch während des Frostwetters. Fast noch schwerer als ie Wärmeregelung ist das Gießen. Die ruhenden Pflanzen— es sind die meisten— sind mehr rocken als feucht zu halten, sie sind nur selten ind dann mit überschlagenem Wasser zu gießen. natürlich so, daß der Ballen auch wirklich vom Wasser durchzogen wird Die Pflanzen sind selbstverständlich rein zu halten, alle dürren Zweige und welken Blätter zu entfernen und Ungeziefer und Staub durch regelmäßiges Abwaschen der slätter zu bekämpfen. Das Blumentreiben kann mit sicherem Erfolg begonnen werden; bei den isen der Zwiebeln und Knollen verzeide man vorzeitige Versuche, die meist versagen. ** Das Dortmunder Stadtgeld ist noch gültig! Zur Aufklärung des Publikums, namentlich der Geschäftswelt, teilen wir mit, daß das Notgeld der Stadt= und Landtreise Dortmund=Hö.de, 50=, 25= und 10=Pfg.=Scheine, noch nicht aufgerufen ist und volle Zahlungsfähigkeit besitzt. Auch das Postamt nimmt es im Kleinverkehr jede zeit in Zahlung. ** Aus der evangel. Gemeinde. Wte schon mitgeteilt wurde, sollen im Lause dieses und des nächsten Monats vier Vorträge zur Befestigung und Verteidigung der christlichen Weltanschauung gehalten werden. Am Sonntag, 15. Januar, wird Herr Professor Sellmann aus Hagen über das Thema:„Gibt es einen Gott?“ sprechen. Am 22. Januar derselbe über das Thema:„Wie ist die Welt entstanden?" Am 12. Februar Herr Pastor Petersen aus Lüdenscheid:„Die Vertiefung unseres Gottesglaubens durch das moderne Naturerkennen.“ Am 26. Februar Herr Pastor MüllerSchwefe über:„Christentum und moderne anschauung. Die Vorträge beginnen jedesmal um 4 Uhr und werden gehalten im großen S# des Gemeindehauses. ** Wie die neuen Reichsmünzen aussehen. In der staatlichen Münze und im Reichsfinanzmini sterium sind, wie wir schon mittelten, die Vor arbeiten für die Neuansprägung von Ein=, Zwei und Fünfmarkstücken zu einem gewissen Abschluß gekommen. Voraussichtlich im Frühjahr wir mit der Ausprägung der Stücke begonnen wer. den, die nach den bisherigen Vorschlägen aus Al minium mit einer Kupferseele bestehen. Da neue Ein= und Zweimartstück ist etwas größer als die alten Münzen, das Fünfmarkstück dagegen hat nur die Größe des alten Dreimarkstückes, das nicht wieder ausgeführt wird. Prägeversuche sind bereits ausgeführt, für die Beschriftung wurden lateinische Buchstaben gewählt. Ein besonderes Kennzeichen der Münzen ist der neue Reichsadle:. Die Plattierung und die Ausführung der Münzen schließt eine Fälschung vollkommen aus. Herstellungskosten und Metallwert der neuen Stücke sind so bemessen, daß auch bei sehr schlechkenkasse gemäß des Preußischen Lehrervereins u. a. m. ter Valuta die Stalle nicht überlertig und desValuta die Stücke nicht überwertig halb gehamstert werden. Mit dem Erscheinen der neuen Münzen wird hoffentlich die Flut der kleinen Scheine mit all ihren bösen Begleiterscheinungen zurückgehen. ** Kriegshinterbliebene. Wir weisen nochmals auf die am morgigen Sonntag im Lokale der Witwe Köster stattfindende Weihnachtsfeier der Kriegshinterbliebenen hin. Die Bescherung der Waisen findet nachmittags um 4 Uhr, die Nachfeier, auch für die Kriegsbeschädigten, abends um 8 Uhr statt. ** Aus der kathol. Gemeinde. um gestrigen Abend hatten der Kirchenchor und der Jünglingsverein ihre Mitglieder u. deren Angehörige zu hübschen Weihnachtsfeiern unter dem brennenden Christbaum im Vereinshause versammelt. Im ersteren Verein hielt Herr Pfarrer Schnurbus, in letzterem Herr Kaplan Schleep die Festansprache. Bei gemeinschaftlichen Liedern, Theateraufführungen und sonstigen Vorträgen nahmen die gut vorbereiteten Feiern einen alle Teilnehmer hochbefriedigenden Verlauf. ** Westfälischer Provinzial Lehrertag 1922. Voraussichtlich wird in der Woche nach Ostern de: Westfäl. Provinziallehrertag in Hamm stattfinden. Mit ihm soll eine Falkehrung verbunden werden. Folgende Fragen werden behandelt: 1 Die Kulturaufgaben des Volksstaates und die Landschule. 2. Stellungnahme zu den Beschlüssen de „ betr. Schule und gas Siebzehner=Ausschus Religionsunterricht. 3. Errichtung einer KranSchwarz rot gold bei der Reichspost. Die Beutel der Reichspost trugen bisher schwarz=weißrote Längestreifen. Schwarz= oi=gold soll jetzt hier durchgeführt werden. Das Reichsposturinisterium hat dafür neue Bestimmungen getroffen. Die Beutel erhalten einen schwarz=rolgelben Langsstreifen und die Aufschrift„Deutsche Post“ in schwarzer Farbe. Eine besondere Beutelausgleichsstelle in Berlin beschafft den gesamten Beutelbedarf der Reichspost mit Einschluß der Kurs= und Zeitungssäcke für den inländischen Verkehr, sowie für den europäischen Auslandsver#.„ ** Die Notlage der Presse. Wegen der Ungunst der Zeit mußté die„Rödertal=Zeitung" in Arnsdorf am 1. Januar vom täglichen zum dreimal wöchentlichen Erscheinen übergehe ** Bei den westfälischen Sparkassen wurden im November 300 Millionen Mark an Spareinlagen eingezahlt und 450 Millionen Mark abgehoben. Der nicht sehr bedeutende Rückgang ist eine Folge der Hochkonsunktur, durch die große Kapitalien benötigt werden. Auch wurden ebenso wie in den vorhergehenden Monaten seitens der Sparer große Be täge zum Ankauf von Vorräten usw. verwendet. Insgesalt war das Jahr 1921 den westfälischen Sparkassen sehr günstig. Der Abschluß wird eine starke Vermehrung der rund 5 Milliarden betragenden Spareinlagen Die Zahl der Sparbücher ging um etwa 6000 Stück zurück. Es sind in Westfalen etwa 2½ Millionen Sparbücher im Umlauf. Eine besonders günstige Entwickelung hat der Scheck= und Kontokorrentverkehr der Sparkassen genommen. Die Zahl der Konten beträgt rund 61 000, die Guthaben sind um 90 Millionen auf 890 Millionen Mark und die Vorschüsse im Kontokorrent um 15 Millionen auf 205 Milionen Mark gestiegen. Der Umsatz betrug insgesamt 3 Milliarden Mark. Der Westfälisch=Lippische Handwerkerbund veranstaltet in Dortmund einen volkswirtschaftlichen Kursus für Handwerker und Handwerkerinnen, der am 15. Februar ginnen wird. Der Kursus ist in 3 Abschnitte mit zusammen 15 Abenden gegliedert, in denen den Teilnehmern die erforderlichen Kenntnisse für ihre Tätigkeit als Führer des Handwerks 1) im Berufsstand, 2) in der Gemeinde, 3) in Staat und Reich übermittelt werden sollen. Als Unkostenbeitrag werden 50 Mark erhoben. Anmeldungen zum Kursus sind umgehend an die Geschäftsstelle des Bundes, Dortmund, Kaiserstraße 7, zu ** Weitere Erhöhung der Entschädigung für Geschworene. Dem Reichsjustizministerium sind in letzter Zeit vielfach Klagen zugegangen, daß die Geschworenen=Entschädigungen von 50 Mark für Tag und Nacht namentlich für Geschworene bei längerer Tagungsdauer eine schwere finanzielle Schädigung bedeuten, da z. B. für 20 Mark kein Hotelzimmer zu erhalten ist. Das Ministerium hat die Klagen als berechtigt anerkannt und will die Entschädigung auf 75 Mark erhöhen. ** Auslandsporto niedriger als nach dem Inland. Die neuen Postgebühren bringen u. a. die Merkwürdigkeit, daß Sendungen nach dem Ausland zum Teil billiger sind als nach dem Inland. So kosten Postanweisungen nach dem Ausland bis 50 Mark nur 50 Pfg., bis 100 Mark 1 Mark. Nach dem Inland kostet dagegen die kleinste Postanweisung bis 100 Mark 2 Mark. Bei den Auslandsgebühren ist die Post an ihre Verträge gebunden, im Inland nur an den Willen des B6688. Aus den Provinzen. Dortmund, 6. Januar. In den Fahrschacht gestürzt. Hier stürzte eine Frau in einem Warenhaus von der fünften Etage in den Fahrstuhlschacht. Die Frau wollte den Fahrstuhl bet eten. Eine Verkäuferin öffnete die Tür und ließ der Käuferin den Vortritt. Durch einen bisher noch unerklärlichen Vorfall befand sich aber der Fahrstuhl in der 1. Etage. Die Dame stürzte infolgedessen ab und fiel auf den Fahrstuhl. Soweit bisher feststeht, erlitt die Abgestürzte schwere Verletzungen. Vermutlich hat die automatische Auslösung versagt, sonst hätte sich die Tür in der 5. Etage nicht öffnen lassen. Gelsenkirchen, 6. Januar. Weil sie nichts zum Leben hatte. Auf der Haltener Straße warf sich eine ältere Frau vor einen Straßenbahnwagen, um sich überfahren zu lassen. Der Führer brachte zum Glück den Wagen zum Stehen, bevor die Lebensmüde berührt wurde. Sie erkläcte, sie habe sich das Leben nehmen wollen, weil sie nichts zum Lebenhabe! Karnap, 6. Januar. Todessturg in den Schacht. Auf der Zeche Matthias Stinnes, Schacht 1=2, glitt der Schachthauer Friedr. Junkereit, der mit Ausbesserungsarbeiten im Schacht beschäftigt war, mit dem Standbrett aus stürzte etwa 300 Meter ab. Er wurde als zerschmetterte Leiche aufgefunden. Der Verunglückte war 56 Jahre alt und ist über 35 Jahre als Schachthauer tätig gewesen.— Auf derselben Schachtanlage ist der 18 Jahre alte Schlepper Paul Krix aus Horst=Emscher=Süd 22 Meter tief in den Schacht hinabgestürzt. Er erlitt einen doppelten Schädelbruch und war sofort tot. Siegen, 6. Januar. Ein interessantes Schauspiel konnte der Naturfreund in diesen Tagen bei dem steigenden Wasserstande an unseren Fluß= und Bachläufen beobachten. Er konnte da oft viele Mäuse und Ratten, die ihre Wohnstätten meist am Wasser haben, mit allen Zeichen der Rat= und Hilflosigkeit herumlaufen sehen. Das Erscheinen der Tiere zu der jetzigen Jahreszeit darin seinen Grund, daß der Wasserspiegel in Flüssen Bächen das ganze Jahr hindurch sehr niedrig war. Infolgedessen haben die Tiere ihre Wohnungen an den Flußufern hiernach eingerichtet. Als dann das Wasser in den letzten Tagen stieg, mußten sie aus ihren Schlunfwinkeln heraus, um ein anderes Unterkommen zu suchen. Vechta, 6. Januar. Ein eigentümlicher Diebstahl ist auf der Eisenbahnstrecke zwischen Krimpenfort und Lohne ausgeführt worden. Dort hat man sämtliche Jahreszahlnägel aus den Schwellen gezogen und mitgenommen. Ferner sind auf dem Bahnhofe Krimpenfort 1200 Spannplatten, womit die Schienen an den Schwellen befestigt werden, gestohlen worden. Gescher, 6. Januar. Den Tod in den Flammen fand bei dem Brande eines einem Kötter gehörigen Schuppens ein fünfjähriger Knabe, der bei dem Kötter auf Besuch weilte. Das bedauernswerte Kind ist nahezu völlig verronnt. H 44facher 2 Sarstedt, 6. Januar. Prerfacher Ter. Der Arbeiter Bernhard Kampe fand, als er mit seiner Frau von einer Fahrt nach Hildesheim surückkehrte, den bei ihm zu Besuch weilenden Vater, den 69 Jahre alten Bürstenmacher Wilh. Trimpop und dessen Frau tot in der Küche. Trimpop war mit der Schläfe auf einen Kindersportwagen gestürzt und hatte eine talergroße Verletzung erlitten. Frau Trimpop saß leblos im Lehnstuhl und das fünf Monate alte Töchterchen Kampes saß ebenfalls tot in der Sportkarre. D. Gasschlauch hatte sich gelockert und brannte mit starker Stichflamme, die eine Stuhllehne angesengt hatte. Im Zimmer herrschte eine erstickende Schwüle. Nach einer Untersuchung des Falles durch die Behörde wurden die Leichen zur Bestattung freigegeben. Ran kürtde dadom zur mit echlen Braun ocher Shoklatbon und fordere die Jebrreiche Gratisbroschüre No 2. Wilhelm Brauns, C. m. b. H. Quedlisburg a. k Ein Sonntagskind. Wir treten in das neue Jahr In hergebrachter Weise, Es hat als Sonntagskind fürwahr Begonnen seine Reise; Am Sonntag kam es auf die Welt Zum allgemeinen Glücke, Denn auf die Sonntagskinder hält Fortuna große Stücke. Ein Sonntagsjahr, ein Sonnenjahr, So geht ein frommes Zagen, Wohl hoffen wir, es werde wahr, Auch in den künft'gen Tagen; Mög' alle Not und Finsternis In die Versenkung tauchen, Wir können wohl, das ist gewiß, Ein Sonnenjahr gebrauchen. Schicksalsspiel Längst hat ein grausam Vernichtet unser Hoffen, Es haben leider uns zu viel Enttäuschungen getroffen; Nun kam das neue Sonntagskind Recht ungestüm geschritten, Als Sturmgesell und Sausewind, Zeugt das von guten Sitten? Das neue hat vom alten Jahr Nichts Gutes übernommen, Durch Sturmesnot und Streikgefahr Kann keine Wohlfahrt kommen; Selbst Reisen wurden eingestellt, Man mußte sie verschieben, Dieweil in Köln und Elberfeld Die Züge liegen blieben. Zwar ist, dem Himmel sei's gedankt, Der Streikfall nun erledigt, Die Reichs=Finanz, die schon so krank, Ist aber arg geschädigt; Des Jahres stürm'scher Anfang war Kein freundlich Zukunftszeichen, Und dürfte einem Sonnenjahr Nicht grad zur Ehr gereichen. Wir werden durch das neue Jahr, Wie durch das alte hasten, Und bringen neue Opfer dar, Und tragen neue Lasten, Und neue Streiks nach altem Brauch Als Teurungs=Konsequenzen, Und neue Noten gibt es auch, Und neue Konferenzen. Doch wer vom Glück erhofft ein„Mehr", Baut in die Luft sich Schlösser, Trotzdem war oft der Anfang schwer Und hinterher kam's besser; Nur in der Arbeit ruht das Glück, Drum schaff' in Treue weiter, Dann kommst du vor und nicht zurück Im Sonntagsjahr Ernst Heiter. 55) Zwischen Himmel und Erde. Roman von Otto Ludwig. (Nachdruck verboten). Er blieb gegen sie wie damals, wo er den Kun ben zwischen sie und sich gestellt hatte. Die kleinste Annäherung sah er nach seiner Weise für eine Bindung an, und dachte er sich die Heirat ent schieden, so lastete wiederum das Gefühl von Schuld auf ihm. Er rückte den Gedanken daran in eine unbestimmte Zukunft hinaus, dann fühlte er seinen Zustand erträglich. Er, der sonst ein unklares Verhältnis nicht ertragen konnte! Da rin aber war er sich noch völlig gleich, daß er ir seiner Vorstellung eine mögliche Schuld nur im mer als die seine empfand. Sie blieb ihm unter allen Umständen heilig und rein. Dem alten Herrn war in seinem äußern Ehrbegriff ein Zusammenleben wie Apollonius' und Christianens ohne kirchliche Weihe ein schweres Aergernis. Apollonius konnte ohne Schande nur unter dem Namen ihres Gatten der jungen, schönen Wittib und ihrer Kinder Schützer und Erhalter sein. Nach seiner Weise sprach er ein Machtwort. Er bestimmte die Zeit. Das unumgängliche Trauerhalbjahr war um; und in acht Tagen sollte die Verlobung, drei Wochen später die Hochzeit sein. Das Leben in dem Hause mit den grünen Lä den begann wieder schwül und schwüler zu werden; die neuen Wolken, die unsichtbar darum heraufzogen, drohten einen herberen Schlag, als in dem die alten sich entluden. Die junge Wittib durfte nur eine Braut scheinen. Sie tat, wonuch aran sie neckend gefragt hatte: sie vervollständigte ihre Einrichtung. Halbe Nächte saß sie schneidend und nähend über weißes Linnen und buntes Bettzeug gebückt. Es fielen Tränen darauf, aber die Freude behielt immer weniger Anteil an dieson Tränen. Sie sah des geliebten Mannes Zustand stündlich sich verschlimmern und konnte dar über nicht im Irrtum sein, daß die Heirat die Schuld davon trug. Je blasser und hinfälliger er wurde, desto milder und achtungsvoller wurde sein Benehmen gegen sie. Ja, es war etwas darin, sprochene Abbitte eines Unrechtes oder einer Beleidigung aussah, deren er sich gegen sie schuldig wisse. Sie wußte nicht, was sie davon denken sollte; nur, daß sie nichts denken durfte, was des Bildes, das sie von ihm in ihrer Seele trug, unwürdig gewesen wäre. In seiner Gegenwart war sie still wie er. Sie sah ein stummes, schmerzliches Brüten, aber erst, wenn sie allein war, und ihre Kinder neben ihr schliefen, hatte sie den Mut, ihn zu bitten. Stundenlang bat sie dann wie ein Kind, er soll ihr doch sagen, was ihm fehlt. Sie will es mit ihm tragen; sie muß ja; ist sie nich sein? Und Apollonius selbst? Bis jetzt hatte er den Druck dunkeln Schuldgefühls, der sich an den Geanken der Heirat knüpfte, zu schwächen vermocht, wenn er unentschieden den Entschluß in unbestimmte Ferne hinauswies. Dabei hatte ihm die Hoffnung geholfen, jenes Gefühl sei eine krankhafte Anwandlung, die vorübergehen werde. Nun der alte Herr sein Machtwort gesprochen, war ihm jenes Mittel genommen. Das Ziel war bestimmt; mit jedem Tage, mit jeder Stunde trat es ihm näher. Er mußte sich entscheiden. Er konnte nicht. Die Entzweiung seines Innern klaffte immer weiter auf. Wollte er dem Glücke entsagen, dann entwich das Gespenst der Schuld, schmerzliches Mitleid und unausgeaber das Glück streckte immer verlockendere Arme nach ihm aus. Er nahm seine Ehre zum Bündner. Der Vater entfernte ihn dann; wie sollte er sein Wort halten? Wo war ein Vorwurf, wenn er das Glück in seine Arme nahm? Der Vater wollte es; sie liebt ihn und hat ihn immer geliebt, nur ihn; alle Menschen billigen, ja sie fordern es von ihm. Dann sah er sie, eh' sie ihm geraubt wurde, wie sie das Glöckchen hinlegte für ihn, rosig unter der braunen krausen Locke, die sich immer frei macht; dann bleich unter der Locke von den Mißhandlungen des Bruders, der sie ihm geraubt, bleich um ihn; dann zitternd vor des Bruders Drohungen, zitternd um ihn; dann lachend, weinend, voll Angst und voll Glück in seinen Armen. Und so soll er sie halten dürfen, vorwurfslos, die ihm gehört! Aber durch ihr schwellendes Umfangen, durch alle Bilder sanften Glücks hindurch fröstelt ihn der alte Schauder wieder an. So war's schon in seinem Traume, als er mit dem Bruder kämpfte um sie, und ihn hinabließ von der fliegenden Rüstung in den Tod. Er sagt sich; das war nur im Traum; was man im Traume tat, hat man nicht getan. Aber wachend hallten die wilden Gefühle des Traumes nach. Die bösen Gedanken machten ihn unfähig, den Bruder zu retten. Der Sturz Bruders macht dessen Weib frei. Er wußte das, als er den Bruder stürzen ließ. Deshalb ja hatte er ihn im Traume gestürzt. Nun war es ja, wie in dem schlimmen Traum, der Bruder war tot, und er hatte sein Weib. Nimmt er des Bruders Weib, die frei wurde durch den Sturz, so hat er ihn hinabgestürzt. Hat er den Lohn der Tat, so hat er auch die Tat. Nimmt er sie, wird das Gefühl ihn nicht lassen; er wird unglücklich sein. und sie mit unglücklich machen. Um ihret= und Um die Der G Wirtlicher „Telegrap folgender der auslö übernomn Wiederver kommenc gen Geri zugrunde Die seinetwillen muß er sie lassen. Und will er das, dann erkennt er, wie haltlos die Schlüsse sind vor den klaren Augen des Geistes, und will er wiederum das Glück ergreifen, so schwebt das dunkle Schuldgefühl von neuem wie ein eisiger Reif über seine Blume, und der Geist vermag nichts gegen seine vernichtende Gewalt. Daneben mahnten immer lauter die Glockenschläge von Sankt Georg. Immer fiebrischer wurde die Unruhe, daß der Fehler noch nicht gebessert war. Aeußere Anlässe schärften noch den Drang Es hatte anhaltend geregnet, die Lücke schluckte, die Verschalung sog das Wasser gierig ein; das Holz mußte verfaulen. Trat die Winterkälte stärker ein, fror die Nässe im Holz, so warf sich die Verschalung und verletzte die Schiefer. Die Stadt, die seiner vertraute, litt Schaden durch ihn. Jede Nac weckte ihn der Stundenschlag Zwei. In der Glut des Fiebers vermischten sich die Schatten. Die Vorwürfe des inneren und äußeren Sauberkeitsbedürfnisses flossen ineinander. Immer unwiderstehlicher forderte die offene Wunde das Gericht; das gähnende Grab den, der es schloß. Und:: war es, den der Stundenschlag zum Gericht rief; er, der das Grab schließen mußte, eh' das gehämmerte Unheil auf ein unschuldig Haupt fiel. Sich selbst hatte er das kommende Unheil fertig gehämmert. Er mußte hinauf, den Fehler zu bessern. Und wenn er oben war, dann schlug er Zwei, dann packte ihn der Schwindel und riß ihn hinab, dem Bruder nach. (Fortsetzung folgt) Für d lenförder linksrhei Tonnen Nonenbe Förderun Dezembei Tonnen arbeitstä 1921 vor stellen g und 326 Förderu Ende N. betragen rung vol nen stel Jahre 1 die Verr Die Lei stiegen. Systema Für die neu Reichsbi arbeitet, eine ne der bis der vers laß zu amtenke stem ar stenzmit staffelte sieht. kennun soldung sozialer dem E Berufs zu erhe Di Im letzten das g jedoch ben. ganisa wurf nunme worde gen di sich ei geben werde merf tracht ohne delt, tenf dieses Schut des: Den leiste samn keine und dorf brannte mit hllehne angeine erstickende des Falles n zur Bestatder Stoflathon füre No 2. linburg a. kt cksalsspiel ihr keikgefahr ien; stellt, feld gedankt, in so krank, ang war chen, Chr n. m Brauch n. uch, ft ein„Mehr" lösser, ang schwer r: is Glück, eiter, nicht zurück Ernst Heiter. will er das, lüsse sind vor will er wiedebt das dunkle ger Reif über g nichts gegen ben mahnten Sankt Georg. uhe, daß der eußere Anlässe tte anhaltend erschalung sog ußte verfaulen. or die Nässe im z und verletzte er Pflichttreue Jede Nacht In der Glut Schatten. Die m Sauberkeitsmmer unwidere das Gericht; schloß. Und er m Gericht rief; eh' das gehämaupt fiel. Sich theil fertig geFehler zu besdann schlug es del und riß ihn (Fortsetzung folgt). Gedenket der hungernden vögel! Sm Aus dem Reich. Um die Wiedervermählung Kaiser Wilhelms. Der Generalbevollmächtigte Krser Wilhelms, Wirklicher Geheimer Rat von Berg bittet die „Telegraphen= Union“ um die Verbreitung folgender Mittellung: Die in der letten Zeit aus der ausländischen Presse von deutschen. übernommenen Gerüchte über eine beabsichtigt# Wiedervermählung Kaiser Wilhelms sind vollkommen aus der Luft gegriffen. Diesen unsinnigen Gerüchten kann nur eine böswillige Absicht zugrunde liegen. Die Kohlenförderung des Ruhrgebietes im Jahre 1921. Für den Monat Dezember 1921 wird die Kohlenförderung des Ruhrbeckens(einschließlich der linksrheinischen Zechen) auf rund 8 Millionen Tonnen bei 25¼ Arbeitstagen veranschlagt. Im November 1921 war in 24¼ Arbeitstagen eine Förderung von 7,77 Millionen Tonnen und im Dezember 1920 eine solche von 8,24 Millionen Tonnen bei 25¼ Arbeitstagen zu verzeichnen. Die arbeitstägliche Förderung wird sich für Dezember 1921 voraussichtlich auf etwa 316000 Tonnen stellen gegen 320000 Tonnen im November 1921 und 326 190 Tonnen im Dezember 1920. Da die Förderung des Ruhrbeckens vom 1. Januar bis Ende November 1921 86,06 Millionen Tonnen betragen hat, wird sich die gesamte Jahresförde## r u n g v o r a u s s i c h t l i c h a u f e t w a 9 4 M i l l i o n e n T o n nen stellen gegen 88,26 Millionen Tonnen im Jahre 1920. Die Zunahme der Förderung ist auf “ die Vermehrung der Belegschaften zurückzuführen. Die Leistung pro Mann und Schicht ist nicht gestiegen. Systematische Neuregelung der Beamtengehälter. Für die bevorstehenden Verhandlungen über die neue Regelung der Beamtengehälter hat der Reichsbund höherer Beamten Vorschlige arbeitet, die die gesamte Beamtenbesoldung auf eine neue Grundlage stellen sollen. An Stelle der bisherigen Systemlosigkeit in der Besoldung der verschiedenen Gruppen, die immer wieder Anlaß zu Streitigkeiten zwischen den einzelnen Beamtenkategorien gegeben hat, wird hier ein System aufgestellt, das auf der Grundlage des Existenzminimums einen prozentual gleichmäßig gestaffelten Aufbau aller Besoldungsgruppen vorsieht. Der Vorschlag will unter voller AnerN kennung der Notlage, besonders der unteren Besoldungsgruppen, den Gedanken eines gerechten sozialen Ausgleichs vereinen mit dem Bestreben, dem Staat ein tüchtiges und leistungsfähiges ∆ Berufsbeamtentum auch in den leitenden Stellen zu erhalten. Das Arbeitszeitgesetz und die Eisenbahn. Im Reichsverkehrsministerium haben in den letzten Wochen wiederholt Besprechungen über das geplante Arbeitszeitgesetz stattgefunden, die jedoch bisher noch keinen Abschluß gefunden haben. Die an den Besprechungen beteiligten Organisationsvertreter haben ihrerseits einen Entwurf für ein Arbeitszeitgesetz ausgearbeitet, der nunmehr den Regierungsvertretern unterbreitet worden ist. Man nimmt an, daß in etwa 14 Tagen die Besprechungen so weit gediehen sind, daß sich ein Ueberblick über den Stand der Arbeiten geben läßt. Die rheinischen Hochverräter. werden mit ihren Lostrennungsbestrebungen immer frecher. Dieses Vorgehen erscheint in Anbetracht dessen, daß es sich hier um ein Grüppchen ohne jeden Einfluß auf das rheinische Volk handelt, unmöglich, wenn nicht hinter diesen Leuten französischer Rückhalt stände. Auf Grund dieses mehr oder minder versteckten französischen Schutzes wagt man Dinge, die dem Empfinden des rheinischen Volkes glat ins Gesicht Den Höhepunkt hat sich ein Herr Bickhoven leistet, der in einer öffentlichen Düsseldorfer Ve sammlung zu verkünden wagte, Düsseldorf wolle keine Aufhebung der militärischen Sanktionen, und der der Entente zurief, Abmarsch aus Düssel dorf sei militärischer Selbstmord. Die deutsche Gesandtschaft in Sofia. Der bisherige deutsche Geschäftsträger in Sofia, Mertens, ist zum außerordentlichen(# sandten und bevollmächtigten Minister daselbst ernannt worden. Mertens gilt namentlich auf dem Gebiete der Handelspolitik als Fachmann von Ruf; die günstigen Handelsabkommen, die er in seiner kurzen Amtszeit in Sofia schon abschließen konnte, zeugen davom. Seiner Haltung ist es auch gelungen, einen Umschwung in der zuerst fast verletzend ablehnenden Haltung der Vertreter der Verbandsmächte herbeizuführen. Die deutsche Landwirtschaft zum Wiederaufbau. Die Blätter veröffentlichen einen Aufruf des Reichslandbundes an die deutschen Landwirte: Die deutsche Landwirtschaft wird aufgefordert, zu höchstmöglichster Steigerung der Erzeugung, die Deutschland vom Auslande unabhängig machen soll. Die Ernährung des deutschen Volkes aus deutscher Scholle müßte das Ziel der Landwwirtschaft sein. Jeder Landwirt, auch der kleinsre, müßte sich die Errungenschaften, Wissenschaften und Technik mehr als bisher zu Nutze machen und sich von den hier und da noch geübten Wires haftsmethoden frei machen. Die höchste Leistung müßte das Ziel der deutschen Landwirte sein Weltrundschau. Das deutsche Eigentum in Itulien. Wie der„Popolo Romano“ mittel:, hat der Ministerrat das Reglement für die Enteignung des feindlichen Eigentums mit sofortiger tung angenommen. Wie verlautet, findet diese Maßnahme jedoch zunächst nur Anwendung auf den österreichischen Besitz. Was den deutschen Besitz betreffe, so bliebe die Anwendung der Maßregel in der Schwebe, bis die Verhandlungen endgültig geglückt oder gescheitert seien, was nicht zuletzt vom Ergebnis der Konferenz von Cannes abhängen mag.— Vielleicht ist Rathenau dort die Gelegenheit gegeben, darüber mit den italienischen Ministern Rücksprache zu nehmen. Denn wenn es zu einer Einigung bezüglich des Prirzips der Rückerstattung kommen sollte, bleibt die Frage der Zahlung offen, die angeblich von der italienischen Regierung sofort in bar gefordert wird, was natürlich unmöglich ist. Die österreichisch=tschechischen Vereinbarungen. Im Gefolge der politischen und wirtschaftlichen Vereinbarungen wird zwischen Oesterreich und der Tschecho=Slowakei ein Zusatzvertrag zu dem demnächst in Kraft tretenden Handelsvertrag vereinbart. Hinsichtlich der Vorkriegsschulden hat Oesterreich erreicht, daß alle Prozesse bis Ende des neuen Jahres ruhen und daß inzwischen ein Uebereinkommen zwecks Ausgleichs dieser Schulden getroffen wird. Das Kohlenübereinkommen erhöht das prämienfreie Tageseinkommen auf 800 Waggon böhmischer Kohle. Ferner wurde die „ OberDoppelbelastung der Steinkohle, die auschlesien nach Oesterreich durchgeführt wird, aufgehoben und ein für Oesterreich günstigeres Transitübereinkommen erzielt. Das kriegerische Rußland. Einem Telegramm aus Moskau zufolge, hat man in Rußland beschlossen, das Heer so intakt zu halten und nach Bedürfnis so zu verstärken, daß es jederzeit in der Lage ist, Konflikte von innen und außen zu bekämpfen. Auf der neuen politischen Grundlage werden sich zahlreiche politische Führer, die nicht Sowjet=Angehörige sind, bereit erklären, Gefahren, welche das neue nationalistische Rußland bedrohen, abwehren zu helfen. Auf Antrag von Trotzki soll der. feindlichen Agitation und Propaganda, die offen und geheim in Rußland betrieben werden, streng entgegen getreten werden. Englands uneingeschränkter Konkurrenzneid. Das englische Departement für Ueberseehandel teilt mit, daß der deutsche Wettbewerb in China sich außerordentlich fühlbar mache. Die Vorteile des niedrigen Markstandes erlaubten es den deutschen Handelsleuten, die Engländer vollkommen aus dem Felde zu schlagen, namentlich in Farbstoffen und elektrischen Apparaten mache sich die Konkurrenz außerordentich fühlbar. Es seien wieder zahlreiche deutsche Handelshäuser in China entstanden, allerdings nicht unter dem Namen der deutschen Besitzer, sondern unter dem ihrer chinesischen Gesellschafter. Verschärfung des indischen Freiheitskampfes. Die politische Konferenz der indischen Geistlichkeit hat den vollständigen Bruch mit der anglo=indischen Regierung beschlossen.— Der Kongreß der indischen Nationalisten hat dem Indierführer Ghaudi diktatorische Vollmachten erteilt. Für den Fall, daß er ähnlich wie der ägyptische Nationalistenführer Zaglul Pasha von den Eugländern festgesetzt werden sollte, gehen diese Voll machten auf einen Nachfolger über. Abmachungen mit der anglo=indischen Regierung darf er dagegen nur mit Zustimmunz des Nationalkon= gresses treffen. Drahtmeldungen. De Valera abgedankt. TU London, 7. Januar. Aus Dublin wird gemeldet: De Valera hat die Präsidentschaft der irischen Republik niedergelegt. Zerstörung der deutschen Werke. TU Berlin, 7. Januar. Die französische Presse berichtet, daß die deutschen Werke zerstört werden sollen. Wie die Telegraphen=Union erfährt, ist an zuständiger Stelle davon nichts bekannt. Immerhin rechnet man mit einer scharfen Umstellung des Betriebes, die wahrscheinlich die teilweise Zerstörung von Maschinen und dergleichen bedingen würden. Um den restlichen Sold für die Askaris. TU Berlin, 7. Januar. Wie die TelegraphenUnion erfährt, schweben zwischen Paris und London gegenwärtig Verhandlungen über die Bezahlung der deutsch=ostaftikanischen Askaris, über deren Verlauf nach Abschluß der Verhandlungen Mitteilung gemacht werden wird. Zusammentritt des Auswärtigen Ausschusses. TU Berlin, 7. Januar. Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages wird Anfangs nächster Woche zusammentreten, um den Bericht Dr. Rathenaus über die Verhandlungen in Cannes entgegenzunehmen. Auf Wunsch des Kanzlers soll sich hieran eine Aussprache über die allgemeine außenpolitische Lage und die Steuerpolitik des Reiches anschließen. Um ein Kompromiß in den Steuerfragen. TU Berlin, 7. Januar. Gestern nachmittag weilten die Vertreter der Deutsch=Nationalen, der Deutschen Volkspartei und der bayerischen Volkspartei beim Reichsfinanzminister, um sich mit ihm über die Steuerfragen zu unterhalten. Auf die Frage Dr. Hermes, wie sich die drei Parteien gegenüber einem Kompromiß halten würden, wurde erwidert, daß die Fraktionen keinen Anlaß hätten, schon jetzt sich mit diesem zu beschäftigen, da ja vorläufig noch garnicht fesrstehe, wie die Mehrheitsparteien sich ein solches Kompromiß dächten. Für 400000 Mark Postwertzeichen gestohlen. TU Erfurt. 7. Januar. Bei einem Einbruch in das Bahnpostamt Fröstedt wurden für 400 000 Mark Postwertzeichen und für 130000 Mark Einkommensteuermarken gestohlen. Flecktyphus in Polen. TU Warschau, 7. Januar. Die FlecktyphusEpidemie breitet sich trotz scharfer Gegenmaßregel immer weiter aus. Die östlichen Verwaltungsbezirke sind völlig verseucht. Die Krankheit hat sich bereits bis Warschau verbreitet. Pressemeldungen hierüber werden in Polen unterdrückt 16 20.— 1. WanderLehrer Wulf. den 13. Januar, Preis 20— M. Städt. Schauspielhaus, Hagen. Sonntag, den 8. Januar, nachmittags 2½—6 Uhr: „Die Räuber“, Schauspiel in 5 Aufzügen von Friedrich von Schiller. Abends 7½—10¾ Uhr:„Hoffmanns Erzählungen“, Oper in 3 Aufzügen mit einem Vorspiel und einem Nachspiel von Jacques Offenbach. Montag, den 9. Januar, abends 7½—10¾ Uhr: „Carmen“, Oper in 4 Aufzügen von Georges Vigek. Freitag, den 13. Januar, abendo#772—10¾ Uhr: „1. Klasse",„Lottchens Geburtstag",„Medaille", 3 Einakter von Ludwig Thoma. Sonnabend, den 14. Januar, 7—11 Uhr:„Der Graf von Charolais", Schauspiel in 5 Aufzügen von Beer=Hoffmann. Sonntag, den 15. Januar, nachmittags 2½—5½ Uhr:„Börsenfieber“, Schwank in 3 Aufzügen von Max Reimann und Otto Schwartz. Abends 7½—10½ Uhr:„Die Geisha“, Operette in 3 Aufzügen von Sidney Jones. Eigener Depeschendienst. Die Verhandlungen zwischen Preußen und Hamburg. TU Berlin, 7. Januar. Wie die TelegraphenUnion erfährt, wird das preußische Handels ministerium eine Denkschrift als Antwort auf die Hamburger Denkschrift in den nächsten Tagen veröffentlichen, in der der Rahmen abgesteckt wird über die kommenden Verhandlungen zwischen Preußen und Hamburg. Das bisherige Ergebnis der Cannes=Verhandlungen. TU Paris, 7. Jannar. Der Korrespondent des „Berliner Tageblattes“ erklärt, was neben den Berichten über den Verlauf der Eröffnungssitzung an Meldungen aus Cannes vorliegt, sind meist unkontrollierbare Gerüchte. Die einzige Tatsache ist, daß seit Donnerstag von neuem über die Zahlungsverpflichtungen Deutschlands verhandelt wurde und ein neues Arrangement, das den Versailler Vertrag und das Londoner Abkommen revidiert, in Aussicht zu stehen scheint. Annäherung zwischen Lloyd George und Briand. TU Paris, 7. Januar. Briand, der gestern in Cannes mit den Sachverständigen gearbeitet hatte, hatte nachmittags in der Villa Valetia eine zweite 2=stündige Unterredung mit Lloyd George. Er soll im Laufe dieser Unterredung von Lloyd George befriedigende Aufklärung und Zugeständnisse bezüglich der Anerkennung des Wiesbadener Abkommens und der Umgrenzung der geplanten europäischen Konferenz erhalten. Gottesdienst=Ordnung für Sonntag, den 8. Jannar 1922. Große Kirche: 9½ Uhr: Pastor Nell; 11 Uh:: Kindergottesdienst, Parstor Ohlig. Kleine Kirche: 10 Uhr: Pastor Wischnath; 5 Uhr: Pastor Nell. Evangel. Krankenhaus: 9 Uhr: Pastor Wischnath. Kathol. Pfarrkirche: o lihr. Stille heil. Messe, Kaplan Schleep; 7½ Uhr: Frühmesse mit Predigt, Monatskommunion der Jüng= linge und der schulpflichtigen Kommunikanten; 8¾ Uhr: Schulmesse mit Predigt, Pfarter Schnurbus: 10 Uhr: Hochamt mit Predigt, Kaplan Winter. Kollekte für den Kindheit Jesu=Verein. 2½ Uhr: Andacht mit Predigt für die Kinder. Lichtendorf: ½8 Uhr: Frühmesse mit Prcdigt; 10 Uhr: Hochamt mit Predigt; 2½ Uhr: Andacht mit Segen. Wetter=Aussichten für mehrere Tage im voraus. 8 Januar: Wind, teils Sturm, vielfach Niederschlag, gelinde. 9 Januar: veränderlich, Wind. 10 Januar: wenig verändert. 11 Januar: veränderlich, naßkalt, Wind. 12 Januar: kaum verändert. 18 Januar: Wolken, Niederschläge, 14 Januar: Vielfach Niederschlag, milde. Für die Redaktion verantwortlich: Friedr. Kraas. Druck und Verlag: Carl Braus, beide in Schworte. Uebungen im Gebrauch der deutschen Sprache. Studienral Frieber. Beginn: Dienstag, den 10. Januar, abends 8 Uhr, Lyz. Preis 20.— M. Bürgerliches Rechnen. Studienassessor Warthmann. Beginn: Mittwoch, den 11. Januar, abends 8 Uhr, Lyz. Pre.= 20— M Einübung von Volks- und liedern. Beginn: Freitag, abends 8 Uhr, 8%3,. au Einführung in die Wellenschauungsprobleme(Philosophie) Studienrat Frieber. Beginn: Freilag, den 13. Januar, abends 8 Uhr. Lyz. Preis 20. M. Goethe, sein Leben und seine Hauptwerke. Studienassessor Dr. Jünemann. * Beginn: Dienstag; den 17. Januar, abends 8 Uhr, Realgymnasium Pr.20.—. Einführung in Haust I. Frl. Studienrat Dubois. Beginn: Montag; den 9. Januar, abends 8 Uhr, Lyzeum. Preis 20,— M. Erzähler d. 19. Jahrhunderts(Storm, Keller, das Raabe). Frl. Studienrat Dubois. Beginn: Donnerstag, den 12. Januar, Uhr. Lyzeum. Preis 20.— Mark. Unsere großen Tonmeister. Studienrat Blauth. Ausgewählte Kapilel aus der Musikgeschichte mit musik=theoretischen Erklärungen und praktischen Beispielen. Beginn: Mittwoch, den 11. Januar, 8 Uhr, Lyzeum. Preis 10,— Mark Praktische Uebungen in papparbeiten Herstellung künstlerischer Hand. papiere, Klebearbeiten. Lehrer Möller Beginn: Montag, den 9. Januar. 8 Uhr, Realgymnasinm. Preis 20, Einübung von Zierschriften, ihre Anwendung zu Dekorationszwecken. Lehrer Möller. Beginn: Donnerstag; den 12. Jan., 8 Uhr, Realgymnasium. Preis 20,— Mk. wirtschaftsgeschichte. Mittelschullehrer Hogrese=Vollmund. 1. Entwicklungsgeschichte der Arbeit. 2. Die nationalökonomischen Systeme von Hildebrand, Engels, Schmoller, Bücher, Sombart, Roscher. 3. Die drei neuzeitlichen Epochen der Wirtschaftspolitik: Merkankilismus, Liberalismus u. Temperalismus. 0 Beginn: Dienstag, ven 19. Januar. 8 Uhr, Realgymnasium Preis 10,— Mk. Staatsbürgerkunde. Kreisschulral Dr. Appens=Hörde. 1. Stautsbürger und Demokralie. 2. Polische Parleien und National=Versammlung 1848/49. 3 Bismarck und die Demokratie. 2. Eugen Richter und der Materialismus. 5. Windlhorst und der Kulturkampf. 6. Aug. Bebel und das Sozialistengesetz. Beginn: Donnerslag, den 12. Jan; 8 Uhr, Realgymnasium Preis 10.— Mk. Geschichte und Aufgaben der GewerkGesten.„n.H, Miase(Rabr) Dr. rer. pol. Wreve=Bigge(Kühl). Entwicklung der Gewerkschaften in England. Lassalle. Hirsch=Duncker. Freie Gewerkschaften, Christliche Gewerkschaften Gelbe Gewerkschaften. Beginn: Samstag; den 12. Januar nachm. 5 Uhr, Realgymnasium. Pr. 20— Rechtsfragen des täglichen Ldens. Rechtsanwalt Dr. Strathmann. Beginn: Montag: den 9. Januar, abends 8 Uhr. Realgymnasium. Pr 20.—. Familien= und Güterrecht. Jusliziat Backhausen. Beginn: Mittwoch, den 11. Januar, abends 8 Uhr. Lyzeum. Preis 20.—M. Algebra, Teil!(für Anfänger). Rektor Lecking. Beginn: Mittwoch; den 11. Januar, abend=8 Uhr. Realgymnasium. Pr. 20.—. Geometrie, I. Teil(für Anfänger) Milleischullehrer Krey. Beginn: Freilag, den 13 Januar, abends 8 Uhr. Realgymnasium Pr 20—. Englisch.(Für Anfänger). Schuloorsteherin Frl. Tütel. Beginn: Dienstag, den 10. Januar, abends 8 Uhr. Lyzeum. Preis 20.— M Für Uebungen im mündlichen und schriftlichen Gebrauch der Muttersprache. Lehrer Schulte. Beginn: Dienstag; den 10. Januar, abends 6¼ Uhr. Preis 20.— M. Bürgerliches Rechnen. Lehrer Olten. Beginn: Mittwoch, den 11. Januar, abends 6¼ Uhr. Preis 20.— M. Statt Karten! Die Verlobung unserer Cochter Grete mit Herrn Hans feit beehren sich anzuzeigen Beinr. Ruhr u. Frau Schwerte, d. 7. Januar 1922 Grete Ruhr Hans feit Verlobte Schwerte Dortmund Schwanenwall 45 Dortmund. Nur Königswallé, 1 Treppe kein Laden. * gewähre auf mein Restlager Cate Astoria " Inhaber: Heinrich Keppmann rlegemgr. Srrarre,.i. eleier. A Sonntag, den 8. Januar, nachm. 4 Uhr 2 *„„„„ 2 * der bewahrten Hauskapelle Gustav Velten, Klavier Gustav Mönch, Violine Ludwig Reisch, Cello trotz billigste: ### Preise 1033 10% Rabatt nur kurze Zeit Petz-Vertrieb SDorimund Schwimmverein Schwerte. Mitgl. d. deutschen Schwimmersc Sonntag, den 8 d. Mts, nachmittags 3 Uhr: nur beim Wirt Herrn Lindemann=Grüntal. Nach Weine und Liköre, Kaffee, Schokolade Warme und kalte Küche Sonntag, d. 8. Januar 1922: Erstklassige: Spbr-„, KONZERT Schwerie Beginn 6 Uhr! derselben Familienfeier Allseitiges Erscheinen der Mitglieder nebst Angehöriger erwartet 105 Der Vorstand. Schwerter Wintergarten Heinrich Waller Hagener Strasse 38 Seyntag, den s. Januar 1922: Erstkl. Künstler=Konzert Das Konzert findet bestimmt statt. * * * * * * * * * Hotel Duisberg Kallen-Restausant. Sonntag, den 8. Januar, nachm. 4 Uhr: Erstkl. Künstlerkonzert Von 11 bis 1 Uhr: Fröhkonzer Besetzung: Gelge, Klavier, Cello. Gutgepflegte Biere und Weine. Zentralbeizung. Angenehmer Aufenthalt. Eintritt rei. Eintritt frei. : Auner-Vloie Vornehmes Weinlokal und Café 19* lah.: Frau Ww. Andree.: Sonntag, den 8. Jan., nachm. 44 Uhr:k Erstkl. Künstlerkonzert Gute Weine, Liköre, Kaffee u. Schokolade Kalte und warme Spelsen. Sorone Brücks. 39/41. Tel. 8047/4900 — Ates Tl.-— Sen. m.. Ströbel und Mertens Gymnastiker an bäugenden Bambossen 2 Lumars 2 Komische Akrodaten 3 6lank’s 3 Equil. Jongleur-üht Hartley derernklassige Stimmungskomiter Nur noch wenige Lage! Da s große Neufahrs- Programm Gastspiel d. bekannt. rhein. Gumoristen Kohlbrandt mit sein. Schlager=Repertoire 2 Ofsnets Phlegmaliker? Sebrüder Wörn Akrobalen Amandos Dlabolobügster Maus Zasons Verwandlungstänzerin Jeden Sonntag: 2 Vorstellungen nachmittags 3½ Uhr ermäßigte Preise und ungekürztes Programm; abends 7½ Uhr. Karten sind täglich von 10 bis 1 Uhr vormitags und ab 4 Uhr nachmittags an der Kasse zu haben zuur Telephonische Bestellungen 3047 und 4900 11 Wir retten Ihre Haare Verlangen Sie kostenlos Prospekt. Kur- and Hellanstalt Schloß Falkeaberg bei Grünau 930(Mark). 5883 Bedeutendstes Institut für Haarwissenschaft. 6 Hönigswall 6 Versammlung 1 Treppe, Ikein Laden, gegenüber der Bahnpost am Burgtor. F—. Zur Bedienung von Pressen und für an dere leichte Arbeit werden noch Mielerschuzverein, e. B Schwerie u. Amgegend. Sonntag, den 8. d. nachm. 2 Uhr, findet im Vereinslokal Ww. Köster, Wilhelmstraße, unsere hauptJahresversammlung statt. junge eingestellt. Fahrt wird vergütet. 116 N. C. auscher, Tagesordnung: 1. Vorstandswahl und Neuwahl eines Geschäftsführers. 2. Kassenbericht. 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Zahlung der Beiträge. 4. Verschiedenes. Vortrag und Berichterstattung über die Tagung der erweiterten Vorstandssitzung des rhein=westsäl. Provinzial=Verbandes. Wegen Wichtigkeit der Tagesordnung wird um dünktliches und zahlreiches Erscheinen gebeten. Iserlohn, Weststrasse 39. Fürleichte Sortierarbeiten einige Kärchen im Alter v.14—17 Jahren gesucht. Nickelwerk Schwerte. Der Borstand Tüchtiges Eäcchen M.=G.=v. bund Montag abend 8 Uhr: das melken hann und all. Hausarbeit versteht, für so soit oder zum 1. Februg gesucht. 82 Gasthof Hengstenberg, Ergste. Tüchtiges, in aller Haus#rbeit erfahrenes General= Versammlung beim Vereinswirt Karl Klempt„Zum Sängerheim“. 125 Der Vorstand. Zweitmädchen mit guten Jeuznissen gegen hoben Lohn und guse Behandlung sokort gesucht. Frau Joh Wimmer, Barmen, Tchützenstr. 71 Verein der Hundefreunde. Samstag, d. 7. Januai Uhr, 922, abends 8 Uhr, im Vereinslokal„Zum schal en Eck" Jahresgeneral versammlung. Tages ordnung wird in der Versammlung bekanntgegeben Der Vorstand Per sofort oder 15. Februar Lehr=Mädchen mit guter Schulbildung aus achtbarer Familie für mein Putzgeschäft gesucht. Marie Baumeister, Schwert=, Hagenerstr. 3a Schirm reparaluren Ord., sauberer Jungeal: FriseurLehrling für sofort oder Ostern gesucht. Schäser, Ostenstraße. werden schnell, sauber und billigst angefertigt, auch Neubeziehen. 119 Hagener Str. 18. 121 Tüchtige Meschineusteller für„Loewe“=Automaten in angenehme, dauernde Stellung gesucht. Angebote unter A118 an die Beschäftsstelle. Sonntag morgen erhalte ich einen Transport großer und kleiner Junger Techniner such! für sofort ein möbl. Zimmer Offerten unter 106 an die Geschältsstelle. 11 Steinkühler, Osthellweg 28. Ladenlokal in Schwertessoder Umgegend in gut. Geschäftslage gesuch Wohlfarlh, Dortmund, Rheinische Straße 96. M.=G.=v. Rplerbeckermark Gegr. 1873 Chorleiter: Herr H. Siewers. Gegr. 1873 Sonntag, d. 5. Januar 1922 imgeheisten Freischütz=Saal mitwirkende: Herr W. Homdeck(Bariton) Streichorchester Ißbrücker. Anfang d. Konzerts 4 Uhr. Kassenöffnung 3 Uhr. Nach demkonzert: Gelegenheitstanz Die passiven Mitglieder sind herzlichst eingeladen. Kinder haden keinen Zutritt. Haus= und Genndbesitzer=Verein Schwerte. Sonntag, den 8. Januar 1922, vorm. 11 Uhr, im Gasthof Pothoff, Schützenstraße: Mitglieder=Versammlung mit wichtiger Tagesordnung. Um recht zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Kräftiger B sofort gesucht. Schwerter Aelieres, besseres Arce., oder Fräulein zur selbständigen Führung eines Haushalles und ein tüchtiges Mädchen sofort gesucht. Zu erfragen in der Geschäftsstelle der Zeitung. ** für villigst (eotl. Aushilfe wegen Erkrankung) dei hoher Bezahlung sofort gesucht, Schwerter Zeitung. 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Allen herzlichen Dank, die an dem herben Verluste unserer teuren Entschlafenen soinnigen Anteil nahmen Schwerte, im Januar 1922. Karl Brauckhoff. Min Modersprak, se schilt di„platt“ Wat för en häßlich, H Wat för en häßlich word is dat! „Gemeen un platt! Un is doch wiß, dat keen as du se gölig is! : Beliebte Bücher in westfälischem Platt! 3 R. Wibbelt, Uhlmann-Bixterheide, Kleidauer, Henze u. a. * Dat veerte Gebot„ Hus Dahlen Auf dem Pennale De Järfschopp De Strunz Schulte Witte 1., 2. Drüke=Möhne 1., 2. Eck segge man bloß.... und andere — Leitspruch Weltanschauung? # Erst mußt du klar sein, Welt klar. Von Gott aus glättest Tuhia, so schlicht, so ganz die Dunkelheiten der Erde Buchhandlung Carl Braus In heide und Von Levin Sch V „lostfreie, gesunde Ware gibt ab, solange der Vorrat reicht Haus Müller, Bahnhofstraße 27 Telefon 190. Krätzurgan beseit. schnell. Betthautjucken, Ausschlag, Krätze, Flechten bei Erwachsenen u. 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Nur wenige kennen sie, belt mit ihrer farblosen 1 Mooren und Sanddünen, i fahlreichen„Hünensteinen“ Isch will nicht behaupten, adurch verliere, daß sie si doch jetzt, wo ich das brau sugendheimat wieder vor ter Erinnerung meine Blichen überschweifen, läßt e und melancholischer Reiz slicke darauf haften—a Ebenen, welche die Erika sioletten Blüte bekleidet, elle Sand durchschimmert zer fleckt; auf diesen kleinsen= und Eichenhainen, jener Waldstrecken, und d u deren Riedgras die## uf deren schwärzlicher W Ind kugelrunden Knospen Die gebannt folgen die Ar u die Ferne sich ziehend. die Heide schweifen, lau fechts, bald nach links si altloses, ohne Ziel schn eben durch öde Einsamke he ich wieder, die leic zn mir, oben auf der legen, mit dem Kopfe in Jagdtasche— einem zen Hände— und hinaus die keine Grenzen haber ber dem nächsten Moor sann“ aufstiege und sein orzöge; oder hier und in im grünen Beringe ctig daliegendes Dorf st ein spitzer Kirchturm sie ds Reizes, welche auch bscheidenste Heimat auf ben groß. Und dann ihr in der Erianerung uch ein wenig zun ute umute sein mag, der I ndankbaren und wider geistertste Hingabe un ewidmet hat, der allen hne ihn am Ende doch stalten, ihn sich nur agner zu können. Ich sesem Boden, um ihn if dies weite Podium m nsussiten Gestalten z sandlung darauf zu schwärmereien, Träum ten gewendet. Wie dai enioen, aber tiefen Ei er knabenhaften Pha adurch vergolten, daß lles in ihn hineintrug nd schön, was mir P ssians Gestalten herb die flockigen Nebel der Gweben. Wenn der Uhr, hörte ich in sein jagenden Stimmen de der den Teisk, den er todbringend über e loseeeg Ankerhattungs=Benagt zur„Schwerter Ekilung“. Leitspruch. Weltanschauung?. # Erst mußt du klar sein, dann siehst du die aus glättest du die Welt so Tuhia, so schlicht, so ganz, wie die Sonne die Dunkelheiten der Erde entfaltet. Peter Hille. In heide und Moor. Von Levin Schückina. Nur wenige kennen sie, solch eine Heidebelt mit ihrer farblosen Unendlichkeit, ihren Mooren und Sanddünen, ihren merkwürdigen Zahlreichen„Hünensteinen“ oder Dolmen, und sich will nicht behaupten, daß die Welt viel Jadurch verliere, daß sie sie nicht kennt. Und doch jetzt, wo ich das braune Sepiabild dieser sugendheimat wieder vor mir sehe und in er Erinnerung meine Blicke ihre weiten Flächen überschweifen, läßt ein gewisser ernster und melancholischer Reiz des Bildes diese Jlicke darauf haften— auf diesen lautlosen Ebenen, welche die Erika mit ihrer schönen, sioletten Blüte bekleidet, und da, wo der elle Sand durchschimmert, der hellgelbe Ginzer fleckt; auf diesen kleinen, inselartigen Busen= und Eichenhainen, den Resten erstorjener Waldstrecken, und den kleinen Teichen, u deren Riedgras die Krickente nistet, und zuf deren schwärzlicher Wasserflut die Blätter Ind kugelrunden Knofpen der Seelilie liegen. Die gebannt folgen die Augen den sandhellen, u die Ferne sich ziehenden Wegen, die über die Heide schweifen, launenhaft bald nach fechts, bald nach links sich werfend, wie ein altloses, ohne Ziel schweifendes Menscherteben durch öde Einsamkeit irrt. Mich selbst he ich wieder, die leichte Vogelflinte nezn mir, oben auf der Platte des Hünensteins egen, mit dem Kopfe auf der filetgestrickzn Jagdtasche— einem Produkt meiner eigeen Hände— und hinausblickend in die Weite, Gie keine Grenzen haben würde, wenn nicht ber dem nächsten Moore der blaue„Heidesann“ aufstiege und seine dunstige Wand emorzöge; oder hier und da das Auge auf in im grünen Beringe seiner Bäume inselstieße, in dessen Mitte in den Abendwolken, welche sich goldumsäumt über den Horizont türmen, erblickte ich Asgards leuchtende Zinnen, die Götterburg der ewigen Asen. Unter der breitgeästeten Buche, die mit ihrem Laube den Hünenstein überschattet, sah ich im Geiste den Hohenpriester, der gefangene Römer dem Thor schlachtet, während das Widderhorn an den Stämmen des heiligen Waldes widerklingt!——— Mein Vater hatte häufig kleine Amtsreisen zu machen und, wenn der Gerichtsschreiber neben ihm Platz genommen, fand sich auf dem Rücksitz des Wagens neben den Akten immer noch Platz für mich. Der Weg führte dann Mumugugugugugungungugungungununguuunu Die alte Truhe. Von Wilhelm Sperlbaum. Ich betrachte so gern in den Stunden der Ruße in Gedanken versunken die alte Truhe. Altfränkisch ist sie und unmodern und darum habe ich sie so gern. Ein eichenes Möbel aus eichenen Zeiten steht sie auf dem Speicher, dem kalten und weiten, verstaubt und vergübt und gänzlich vergessen, und doch hat der Großmutter Stolz sie besessen, war voll bis oben vom besten Leinen, nur selbstgesponnenen, schneeweißen, seinen, und hat wohl im Eingangsbogen, im runden, den besten Platz im Hause gefunden... And nirgendwo durtten die fleißigen Spinnen die Fäden ziehen, nicht außen, nicht innen. Und auch dem Schweinslederbande daneben war damals noch nicht der Abschied gegeben. Es durften die Mäuse noch nicht an ihm nagen, zerfressene Teilchen zum Neste nicht tragen: Großzmutter weilte noch glücklich hienieden, saß abends beim Oellämpchen still und zufrieden! Die Truh' steht verstaubt nun, gänrzlich vergessen, und doch hat der Großmutter Stolz sie besessen! And von alledem nur, was einstmals war, sagt noch die Truhe ihr Hochzeitsjahr!... welche auch die schmuckloseste und kscheidenste Heimat auf unser Gemüt übt, ist ben groß. Und dann ist mir bei der Rückihr in der Erianerung zu dieser Szenerie uch ein wenig zunute, wie einem Dichter umute sein mag, der lange einem gründlich ndankbaren und widerspenstigen Stoffe seine geistertste Hingabe und seine besten Kräfte cioidmiet hat, der allen Fleiß an ihn wendete, hne ihn am Ende doch zu etwas Tüchtigem stalten, ihn sich nur innerlich recht anagner. zu können. Ich habe als Knabe an jesem Boden, um ihn mir zu beleben, um if dies weite Podium mit seinen grauen Wol„nsufsiten Gestalten zu stellen und eine sandlung darauf zu bringen, die schönsten schwärmereien, Träume und Phantasmago= ten gewendet. Wie dankbar habe ich ihm die fen Eindrücke, welche er meienigen, er kna adurch Munungugunsaus ungununuunungungunguungugugu über weite, oft ins Grenzenlose sich dehnende braune Heiden, durch die die Ruinen verwüsteter Wälder, die schmalen Streifen von Krüppelholzgebüischen sich zogen; oder an Beigen von jener besonderen Art vorüber, die, wenn si. oder besser der Wind gewollt, zu Mohammed oder jedem anderen Propheten hätten kommen können, da sie nichts als der helle, im Sturm des Wandern geratete sand waren. Oder auf schmalen Fahrdeichen zwischen Gräben voll brannschwarzen Wassers durch weite Moorstrecken, über welche tolle Kiebitze hin= und herrannten, zuweilen uch wodt Zibpe,- Zie uist„iesancholischen da sie sicher sein durften, stets an ein Ziel derselben Art zu F#langen— ein aus räucherigen, strohgedeaten Häusern und Hütten bestehendes Dorf, bewohnt von einem friedlichen stillen Geschlecht, ursprünglich friesischen Blutes, von einem Menschenstamm, den für sein Jahrtausend langes Ringen mit einer trübseligen Natur und einem unfruchtbaren Boden die Geschichte dadurch zu entschädigen gewußt, daß sie ihm so fern geblieben war, wie ihr nur irgend möglich. Kann man ja bei den Völkern wie den einzelnen Menschen sagen: Wohl dem, der keine Geschichte hat. In der Tat, ich glaube nicht, daß in diesem doch ansehnlichen Landstrich, so weit, bis ins Land der alten Friesenhäuptlinge hinein, diese Moore und Heiden sich dehnten, jemals etwas Erhebliches geschehen war. Soviel ich darnach ausgeschaut habe— es gab eine Zeit, wo ich mein bestes Herzblut hergegeben für die geringste Spur von mittelalterlicher Romantik, für die winzigste, kleine Burgruine, für einen altersgrauen Wartturm mit einem ausgebrochenen Zinnenkranz nur— es ist mir nicht gelungen, auch nur das geringste davon zu entdecken oder nür die Spur irgendeines Geschehnisses, in welches sich ein Eleent des Romantischen und Abenteuerlichen gemischt hätte. Vielleicht— ich weiß es nicht und gelehrtere Männer als ich ebensowenig— hatten diese„Sögelter Friesen“ einst wacker teilgenommen an den heroischen Kämpfen, womit Wittekind sich der Franken zu erwähren gesucht; seitdem aber hatten sie jedenfalls den Ehrgeiz fahren lassen, in die Räder der Weltgeschichte weiter einzugreifen. Seitdem waren sie geduldige glebae adseripti; nur von einer einzigen Veränderung, die in ihren Zuständen eingetreten, gaben die alten Hünendenkmale und die zahlreichen heidnischen Grabhügel, in welchen man Aschenurnen fand, ein Zeugnis. Sie mußten danach einst zu Woban und Donar um gutes Wetter und Gedeihen ihrer Roggensaat gefleht haben.— Nur eine üble Gewohnheit hatten sie im Laufe der Zeit angenommen, die, wäre Wittekind oben geblieben, uns auch erspart geblieben wäre; aber in das fränkisch kirchliche Weltsystemn mit hineingerissen, bauten sie jetzt mit besonderer Vorliebe die Frucht, welche dieses im Mittelalter sich aus seinen wüsten Sarazenenkämpfen mit heimgebracht. Das machte sich uns einmal im Laufe jedes Jahres ganz entsetzlich fühlbar, weil es beinahe den freien Odem nahm, in den schönsten Lenzabend Kälte und rauhes Wehen brachte und fast die Sonne am Himmelszelt auslöschte. Sie streuten nämlich die Saat ihres„Sarazenenkorns“, d. k. Buchweizen, in die noch warme Asche von vorher in langsames, qualmendes, übelriechendes Glimmen und Schwelen gesetzten Schollen auf den Mooräckern. Runcum am Horizonte erhoben sich dann gegen Mittag die blaugrauen Dunstwolken, stiegen und quollen an, und am Spätnachmittag schlugen sie endlich von allen Seiten über den Kopf zusammen.——— lles in Eha hineintrug, was mir damals grob)), Herztagen einer zielios schweisen nd schön, was mir Poesie schien! Ich rief Gestalten herbei und ließ sie durch die flockigen Nebel der schmalen Wiesentäler Gweben. Wenn der Sturm über die Heide Uhr, hörte ich in seinem Rauschen die wehkagenden Stimmen der nordischen Walküren, dunklen Dranges n T e i s k, d e n S c h r e i d u n k l e r M ä c h t e, k o n n t e n i m m e r h i n Wandrrungen einer giener ischr= genden Phan= tasie, sich treuzend und bald links, bald rechts hin auseinanderfahrend; wie angelegt#### „gute Menschen in dunklem Drange: Aber auch die schlechten, ohne die Offenbarungen es bleibenden Menschenkinder Der heiligste Ort im Bauernhause. Das deutsche Gemüt, welches für seine Erhebung zum Ewigen einst unter dem blauen Himmelsgewölbe und der riesigen Eiche den geweihten Ort zu finden wußte, welches seine „Tempel von Menschenhand“ später himmelanstrebend baute, konnte sein ureigenes Wesen selbst in unseren Bauernhäusern nicht verleugnen. Es mußte dem Orte die meiste Heiligkeit betlegen, der aufwarts und umwärts den größten freien Raum darbot, und das ist die Stelle unter der Bodenluke(Baikenhuol) auf der Tenne(Diäle). Hier wurden und 5 kurzem, chwieger= u. Onkel ern denen. n Nali. dem intnen 9 wilde Dröbungen gegen den Baron aus. Am ende wird aus dei ganzen Geschichle nichts, was schon am desten märe. Für den Voron aber war diese Lehre ganz gut, so leicht wird er ste wohl nicht vergessen. Mit soichen und ähnlichen Gedanken beschäftigt, nahm er es gar nicht wahr, wie sich seitwärte von ihm sein # Ehhert scheu durch die Büsche nach dem Hemrendaufe schlich, sich nach seinem Vorgesetzten von Zeit zu Zeit umsetzend, als wollte er von ihm nicht gesehen werde: In der allerungemütlichsten Lanne langte den Feiden im Hertendaufe an. Ohne semand onzufür dich frei,“ einem Sessel Platz dem Sohn aus dem * zum Zul S####e zuerunde gehen. grleitete er die Mutter zu dem bereit stehenden geseckten Teetische.„Jetzt hebe ich ein Stundeen zum gemätlichen Plaudern für begann er die Unterbaltung, auf nehmend. während die Mutter summenden Keisel den Tee eingoß uns zum Inlangen nötigte. rotz ihres ergmaten Haares hatte sie sich etwas Jugendfrischer bewahn, jene geistige Regsamleit und Gestizitct die des Aiter nicht schylbar werden läßt. Zreiiran von Jelden liebte es, während der Teedie Ereignihe des Tages durchzusprechen. Schon daß er ihr bei dem Sohne wollte ihr das in großen Fragen niemals geliugen, wagegen er der Mutter in Nebemächlichkeiten nachgab, bei großen setzte er seinen Willen durch, ging er doch von dem Standpunkte aus, daß einzig und ven Felden sedz was der üdr. Hasig erkob er sich: hingesprochen, als es an h###tte er die Worte für r Tür pochte. Auf seig„Herein!" betrat ein junges Mädchen in einfacdern, aber geschmackvollen Kleide, das die Fa#mra voll deroorireten ließ, den Raum. Kosett aen dem zu besehlen habe, recht geren mußte, konnte sie dech nicht umhin, sich einzugestehen, daß bei ihres Gai#en Jeiten solchhe Zustände auf dem Gute sich nie würden. Wohl sagte ihr des Verstorbenen Leutseligkeit nicht zu, aber saßt schien es ihr, als überspanne der Sohn durch seine Schroffheit den Vogen. Es war vienlsicht ganz gut, der Masse gegenüber den Herrenstand herauszukehren, nützlich war der freilich nicht immer, ja zuweilen direkt schädlich. Der Sohn schien den Vogen wirtlich überspannt „Ader gudeiger Hrrr,“ vonurseool#am es über die Serrn des jungn Wädchens, das einen schwn Versuich anlra#n, sich der Ama###ung zu entziehen. di#on Versuch eder wirder au n duuch das ge###nete Fenster vom Parte aus zu fehen, sie gie#indes nicht da### „Was denn?“ fuagte von Felden das in seinen Aumen ruhrnde junge Wesen, dessen Rosenmund so schön lü###enließ, daß er ihn immer wieder mit seiner Munde ber#s#rte. 2 paach uns jemand #ugle es vorufena. stig gab drr Baron das junge Mädchen foei und runt ün den Hinerrgrund des Fimmers zurock. untehrun, Venähner dun umturn Hiagu des langgeinectton Heiuenhausses. Sie fochte Egon von Feldrn gets auff. „Guusten Tag, Mama,“ begrüßte er die allte Dame, verzwih meine Unrünktütt kont.“ Beide Hönde der in zundung vefindlichen Matrone führte er an die Souen. Gortsetzung solgt.) über genügend Kre Das ging ihr im Kopfe herum, als Egon der Mutier wirder einmal seinen Aerger schilderte, den er #nit den Leuten fortwährend hätte. gon,“ unterbrach die Matrone den Sohn, ihn mit den tugen Augen andlickend, als solle der Blick bis in das Innerste ihres Kindes gehen,„ich muß dich immer wir der jragen, ob du tlug daran tuft, die Leute einfach ziehen zu lassen. Auf Egons Stirn machte sich eine Unmatsfalte breit. „Laß nur, Mamachen," unterdroch er,„hierüber werden wir nie einer Meinung werden. Es mag ja nicht klug sein, meinen Standunkt unter allen Umständen hervorren und festzuhalten, aber wann hat wohl ein Frideu dunach grfrngt, eine redliche Tat aus Klugheitsgründen zu untetkassen. Und in dem Falle mit den „Daß ich das rünt geschen hade, daß die beiden Fenster Leuten bin ich im Recht. Sie aufsiehen. Na, es mind ums ja wohl wiemand gesosen habe ihnen von Aufang an keinen Zweisel darüber ch hän. Dann folgte er dem k###rn wie ich es auf dem Gule haben will. Es das Zimmar vorkasonden Mödchen nach kurzer Jeit. auf Woffin mur einen Willen geben, den meinen. Wer Frau Baronin von Felden, die Mutter des Majo= sich dem widersetzt, bat die Folgen zu tragen. num uerei dun gendungm Fu#el des lamp 5 kurzem, chwiegeru. Onkel — denen. serlohn, 5 11 Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises. General=Anzeiger für den Kreis Hördo. Haupt-Annoncenblatt. Unterhaltungs=Zeilage zu Nr. 6 Samstag, den 7. Januar 1922 15. * * *1 Arl er # 6## 319 Air. an von Max Esch. 41. Fortsetzung.) (Nachbruck vorboten.) Inzwischen war der Angefahrene vor seine Tür getreten. An der Schwelle drehte er sich um und bli die Reihe der Tagelöhnerhänschen binab, die hinter de Wirtschaftsgekänden des Gutes sich an einem Feldwege hinzog, dann schweifte sein Blick über die ganze Gegeno. Besriedigt nickte Rischle vor sich hin, denn leine Menschenseele hatte sein Auge gesehen. Zwar wußte er, daß von Felden nicht das Recht besaß, bei ihm eine Haussuchung vorznnehmen, aber er sagte sich auch, daß sein Herr die Macht auf seiner Seite hatte. Iym, Ruschke, stand wohl der Weg zum Staalsanwalt st aber zu wiederholten Malen war ihm gesagt worte. daß die Beschwerden eines armen Behörden nur lässig verfolgt würden, in den meisten Fällen schenke man dem kleinen Manne überhauptkeinen Glauben. Der unüberbrückbare Gegensatz zwiichen arm und reich erstreckte sich bei Ruschke auch auf die Juntiz. Der Tagelöhner weilte mit seiner Frau erst einige Jahre auf dem Gute, vorher war er in der nahen Kreisstadt in einer Fabrik und dann als Gelegenheitsarbeiter tatig. Er fühlte sich durch den Varon in seiner Menschenwürde gekränkt und stelte sich daher trozig vor, Die, nigzzige Tür des kleinen Häuscheas, die beiden mit finsteren Bucen Was habe ich denn überhaupt vermessend. „Nun,“ brauste der Baron auf,„wirst du uns endlich den Weg frei geben, oder soll“—, behende flog die Flinke von der Schulter und lag im nächsten Augenblicke schußbereit zur Hand,„soll ich dir Hallunten erst Beine machen!“... g8 g..— Hand Trotzdem auch der Förtter seine Waffe zur Hans nahm, rührte Ruschke sich nicht von der Stelle. Seine hände balten sich zu Fäusten, kampfbereit, als wolle er #en beiden vor ihm Stehenden mit den Fäusten die Schädel einschlagen, stand er da, als er den Baron andonnerte:„Mit welchem Rechte nennen Sie mich du und auf Grund welchen Rechts wollen Sie bei mir Haussuchung halten? Was habe ich denn verbrochen?! „Unverschämter Bursche!" rief von Felden aus. „Unverschämtheit! Frechheit! Den Lümmel muß ich Peitschen von Wossin treiben lassen. Försier, schießt mir den Kerl über den Hausen. Ich übernehme die Verautwortung!.„., dam Baser den Aas „Halt!“ unterbrach Ruschre den Rasenden,„das ist Anstifrung zu einem Verbrechen! Das werde ich dem Gericht anzeigen. Vorher aber will ich Ihnen nur sagen. daß, falls Sie es wagen sollten, mit Ihren Leuten nochmals meine Wohnung und den Garten zu beireien. um bei mir eine widerrechtliche Haussuchung halten, ich Ihnen die Knochen im Leibe einzein d####en werde und wenn Sie sich mit einem Duteno Leute uingeben würden. Fürzerl“ rief in gellendem Diskant von Felden aus.„Holt mir einmal diesen Lümmel!" Die Stimme sühr der Peaton sort:„Höhnt uns der Rerl das mir! Kerl, geh jetzt von der Tür fort oder Scey, lag die Büchse an der Wangezdes Rasenden, 1 Ruschte gerichtet, der jeder Bewegung des Barons aufmerksam gefolgt war. Im nächsien Augenblick hatte er dem Baron die Waffe entrissen, ihm gieichzeitig ein paar Ohrfeigen verabreichend, daß von Feiden auf den Eizen Augenblick starrte der Geschlagene wie geisiesabwesend den wieder auf der Schwelle seiner Wahnung mit der Büchse in der Hand dastehenden Ruschke an, muß er mit dem Leden bezaslen, murmelle er, diehse lichs Wasse an sich zu bringen. Doch Frödlich hielt die Büchse fest und wehrte den ab:„Gnädiger Herr werden verzeihen, die Waffe gede ich nicht aus den Hünden, denm ein, Lur Ger leben steht euf dem Spiele. Spiter werden der Herr Baron mir Dank für meine Weigerung wissen.“ Da von Jelden sah, daß er Fröhlichs Wasse nicht erhalten würde, wandte er sich jäh um. Kaum war er einige Schritte vom Hause entsernt, als er sich nochmals. umwandte und drohend zu Ruschke sagte:„Treife ich dich Burschen noch einmal im Walde an, schieße ich dich wie einen tollen Hund nieden!“ ie Antwort nicht schuldig. InTonfalle kam es zurück:„Wenn ich dich irgendwo tresse, dreche ich dir das Genickl“.„ send in ohnmächtiger Wut, eilte der Baron davon, den vor sich hinschmunzelnden Förster weit hinter Geschicht ihm schon recht, dachte Fröhlich, als er Park nach dem Walde abbog, um nach seiner zu gelangen. Die beiden Ohrfeigen waren nicht von Pappe. Hätte der Baron meine Flinte erwischt, wäre en jetzt sicher zum Mörder geworden oder äge vielleicht seibst erschossen da, denn Ruschke lag mit Büchse ja schon im Auschlage. Auf jeden Fall habe ein unabsehbares Verhüngnis von dem Baron ferngehalten, Richtig ist es ja, daß Ruschke wildert, aber hat das Recht nicht, bei ihm eine Haussuchnug abzuhalten. Er wird sich beim Staatsanwalt a. smon veinzumaschen wissen. Noch hat er ja eine lolche nicht vorgenommen. Und dann stieß der Ruschke # 5 werden an vielen Orten noch jetzt die Ehen geweiht, falls das nicht unter einer alten Eiche des Gehöftes geschehen kann. Hier muß am Tage der Beerdigung der Sarg stehen, bevor er auf dem Notwege(Dauenwiäge, Hielwläge) zum Gottesacker geführt wird. Hier mußten vor dem die Eide geleistet werden. Für letzteres ein Beispiel aus dem Lüdenscheider Recht:„De uthliefferen(Gereide und Hergeweide) sind alles mit lieflichen Ayde unter des Sterbhauses Balckenhole stehent, dat nit mehr vorhanden, zu bewehren gehalten, wenn nemlich daran gezweifelt würde, als wenn mehr vorhanden sein solle.“ Aus: Friedrich Woeste.(Zeitschrift für deutsche Mythologie und Sittenkunde. 1855. 2. Band, S. 28.) Bauerregeln im hartung. *(Januar). Zanuar muß vor Kälte knacken, wenn die Ernte gut soll sacken. Reichlich Schnee im Januar, machet Dung für's ganze Jahr. * Im Jaauar viel Regen, wenig Schnee, tut Saaten, Wiesen und Bäumen weh. * Viel Regen im Januar, viel Eiszapsen im Mai. Ist der Januar gelind, Lenz und Sommer stürmisch sind. * Ist der Januar hell und weiß, wird der Sommer sicher heiß. * der Januar warm und naß, bleibt leer Scheun' und Faß. * Wenn das Gras wächst im Januar, wächst es schlecht das ganze Jahr. Liegt die Katze im Januar in der Sonne, so liegt sie im Februar hinterm Ofen. * Wie das Wetter am Markarius(2.) war, so wird's im September, trüb oder klar. * Fabian und Sebastian(20.), sängt der Winter erst recht an. * Einzenz(22.) Sonnenschein, bringt viel Korn und Wein. Wilh. Franke. Der Hofnarr. Von W. Oschmann=Bochum. De olle Fritz waß bekanntlick in Geldsaken en richten Knickerdüwel. He gaff keinen Penning mähr ut, as unbedingt nöidig waß. Alle Reknungen, de to betahlen wassen, worden van ehm persönlick revideert. Un wehe, wann do en Posten drin waß, de ehm to klotzig vörkam. Dann nahm de König den groten Blostift un mok er grade as de Redaktörs, wann en Artikel te lang woren is: he trock en dicken Striec der dür, schreef en paar Worde in kräftigem Dütsch an'n Rand un de Lieweranten konnen in'n Mond kieken. Eenes Dages waß grote Hoftofel. Koopmann Schulte, de de Eetsaken te liewern hadde, woll dem ollen Fritz en Extra=Gefallen dauhn. Et waß Winterstiet un et frische Obst so ror as de Worst im Rüernstall. I. dachte Schulte, wu wör dat, wann ick dem ollen Fritz eß en Körfken gerschen ut Frankriek kommen leit. Gesagt, gedohn! As de Ofsenbroen, de Schwienskaletten un dat Geillleggels vörbie wassen, kamen de Kerschen op’n Disch. De olle Fritz un siene hoogen Gäste leiten sick de Seltenheit goddschmaken un loweten den Koopmann Schulte, dat he en to fon vermosten Leckerbissen verholpen hadde. As ower de Reknung kam, mok de Könnig gote Ougen.„Fief Daler för en Körfken #ichen?“ reip he;„de Käl is woll nich mey ganz bie Trost! Nee, Männeken, dat gieff et nich. Op de Art soll ick woll bie godde Tiet Pankrott anmellen können!“. Un he mok en bloen Strieck dür de fief Daler. De Kerschen midden im Winter hadden dem dllen Fritz ower all te godd schmakt. He owerlaggte also, of he sia de Dinger nich op annere Art un Wise billig beschapen konn. De Hofgärtner moch antrien un et worde utmakt, dat op Sangsussih en Wintergaren unleggt weren soll. Dat Dings waß godd, de Wintergaren worde in Tiet van annigen Wecken prot makt un met Kerschen, Bieren, Appeks un Prumen vull portet. Dag vör Dag gong de olle Fritz in dat Driewhus un keik no, wu de Böimkes ranwossen. Affunners de Kerschenböime moken en wahn Pläseer, öwer un öwer hungen se vull van Blütenschnee; et waß ne reine Pracht. Dat duerte nich lange— et waß grade en Dag vör Wihnachten— do funn de König de ersten drei riepen Kerschen. „Dunnerlättken,“ sagg he to sick,„domet kasse de Könnigin ne schöine Wihnachtsfreide maken.“ De olle Kammerdiener moch en Käftken halen; dat worde nett met Hei utpolstert un dann worden de drei Kerschen mörsichtig drin innummelt. Men blos de Stengels leit de olle Fritz rutkieken. Taufällig waß kein Löiper ter Hand un so reip sick de Könnig denn sienen Hofnarren ran. Düese Hofnarr heiten Kübutz. He mag ok woll en anneren Namen hatt hewwen; dat mäkt ower nix; wi wellt en eß Kübutz döipen, Jandierk Kübutz. „Jandierk," röpt also de olle Fritz. „Wai sall ick?“ „O,“ seggt de Könnig,„Du könnst mi woll en Gefallen dauhn un düet Kästken vull Kerschen noh de Könnigin brengen. Bestell mi en schöinen Gruß un miene Gemohlin mögg sick de Sake godd schmaken loten. Verstohn?“ „Jo, Majestät, ick fall et woll maken.“ „Na, denn is't godd; denn loop men tau!“ Kübutz mäkt sia also op'n Padd. As he so de hogge Sloßtrappe roptründelt, kömmt 'n de Nieschierde an. He hölt dat Käitken in de Hand un treckt es ganz vörsichtig an eenen van de Stengels, treckt noch en biettken un noch en biettken un hölt am Enne ne wunnerschöine, rotbäckige Kersche in de Hand. „Na, wat kann't utmaken," denkt he,„eene mehr oder wenniger mäkt den Kohl ok nich fett Woß eß proweeren, wu de Dinger schmaket!“ Un, wuppdig! het he de Kersche weg. He geht en paar Schridde widder.„Hm, dat mank seggen, de Dinger sin verdori nich lewel.“ He treckt am twedden Stengel.„Op eenem Been kann me nich godd stohn!“ Schnapp! is ok de twedde ächter de Kiemen.„De Aftiet kömmt bie'm Eeten,“ denkt Kübutz,„aller godden Dinge sin drei. Wat sin drei Kerschen? Runner domet! So, nu mank ower ophören. Un nu rin!“ H: kloppt.„Herein!“ röpt de Könnigin. übutz mäkt en deipen Deiner.„En schöinen Gruß van Majestät un Gitt sollen Ink dat godd schmaken loten.“ Domet giest he de Könnigin dat gästchen un drawet wier af. De olle Fritz waß ganz paff öwer dat verdreitlicke Gesicht, wat he biem Middageeten van siene Frau te seihn kreeg. „Nanu,“ frögt he,„wat is Di denn nu wrier öwer de Lewer kropen?" „Mi is nix öwer de Lewer kropen,“ antwort de Könnigin spitz.„Ick kann all en godd Deil Spaß lien, ower wat te dull is, is te dull!“ De olle Fritz weet nich, op wat siene Gemohlin rut well.„Mien Här un mien Köster," seggt he,„met de Fraulüe lährt me doch sien Lewsdage nich ut. Wat is denn te dull?“ „O, verstell Di men nich so; dat lätt nich godd. Ower wann Du wier eß eenen van Diene alwernen Streeke utfauhern woß, dann seik Di doför en anner Objekt ut.“ Dem ollen Fritz werd de Sake ümmer rätselhafter.„Lisbett,“ seggt he,„ick weet würklick nich, wat de Kürerie bedüen sall.“ „Dat is keine Kürerie, Fritz; ick mak öwerhaupt keine Kürerie, dat merk Di! Sin dat Spässe, de'm Könnig tankommet, siene Gemohlin ne Kiste Hei te schicken? Ic soll mi dat godd schmaken loten?“ „'ne Kiste Hei?“. De Könnig mot lachen. He drückt op de elektrische Klingel. „Kübutz sall eß rinkommen!“ Dem Hofnarren schwant nix Goddes. :„Majestät?———“ „Wo heß Du de Kerschen henbracht?“ Kübutz steht da as Lots Wiev vör Sodom un Gomorrha. Sien Witz het ehm ganz verloten. „Nu es mi de Geschichte klor!“ seagt de olle Iritz.„Du heß de Kerschen schlucket un miene Gemohlin dat Hei bracht. So'n Galgenstrick: Na, lot godd sien, Lisbett. Ick kriege bolle mehr. Un met Di, Kübutz, werd nu en anner Liedken spiellt. Wat te dull is, ie te dull. Dat segg ick nu ok.“ De Könnig drückt noch eß op den Knoop. „Hier— he wist op den Hofnarren, de tosamensackt is as en Höipken Unglück— „Düesen Staatsverbrecker fortens noh Spandau brengen. Dat annere sall sick schon finnen!" Twei Grenadiere worden dem armen Hofnarren as Ehrengeleite biegafft; so gong et denn noh Spandzu. „Ja,“ frögt de olle Fritz siene Gemohlin, as se wier alleene sin, zwat sall ick nu met dem Käl anfangen? Sall ick en dootscheiten loten? Dat sin de drei Kerschen nich wert. Lewenslänglick inkasteln? Dann kost mi de Frettsack to vüell.“ „Ach.“ seggt de Könnigin,„wann ick wußt hädde, dar sick de Sake so verhöll, dann hädde ick leiwer gar nich dovan angefangen. Et is so de Meihe nich wert.“ „Dal seggst Du woll godd. Ower Strofe mot sien. Kübntz is mi leßthen so öwermeidig woren und wann ick do nix tiegen dauh, dann is do kein Enne van afteseihn.“ „He het Di ok all mannigen Spaß maket, Fritz; dat draffste ok nich vergeeten. Un am Enne is et jo ok nich böise meint west. Lot'n för düetmol loopen.“ Dovan woll de olle Fritz ewer nix wieten. „Nee wat, Strofe mot sien; dat lot ick mi nich utreden. Ohne Strofe keine Beeterung. Ower ick will Di wat seggen, Lisbett; wi könneu iu jo mol örndlick in Angst jagen; dat batt bietter as Dootscheiten, denn wann en Mensch. eß dootschotten is, dann hört dat mit de Beeterung van sewwes op.“ Domet waß der Könnigin inverstohn. Et norde denn utknobelt, dat Kübntz vom Doode verurdeelt weeren un dür de Könnigin rettet weren soll. Am annern Dag geht de olle Fritz noh Spandal und löt sick den Hofnarren ranbrengen. „Mak He sien Testamente,“ segt de Könnig un treckt de Oogenbrunen wild bincen.„In twee Stunnen werd He dootschotten. Ick sin de Aaperie leed met ehm!" Domet draht sick de Könnig kort üm un löt den Hofnarren in dusend Aengsten alleen.„Mein Gott,“ jammert Kübutz,„we het denn an so wat dacht. Nu is et ut met mi. O, ick arme Käl, ick arme Käl!“ De Schlüettelmester brengt de Henkersmohltiet. Jandierk het ower keinen Aftiet. Tähneklappernd sitt he op sienem Stauhl un kiekt de Wänne an. He hei ne Tietlang so vör sick hen brott, as sick de Schlücttel im Schlott draht.„O Här," denkt der Hofnarr,„de twee Stunnen fin all üm; nu wellt se Di halen.“ Ower et wassen keine Grenadiere, de in de Zelle kamen, ok keine Henkersknechte. As Jandierk opkiekt, steht vör ehm de Könnigin. Noch eenmal stiegt de Hoppnung in sien Hert; indeß dat duert nich lange. „Ick hewwe üm Gnade beddelt,“ seggt de Könnigin,„et het ower wenig batt. De Könnig will en Exempel stateweeren.“ „De Strofe es eegentlich te hart,“ seggt Kübntz.„Dem Könnig wassen fief Daler för en Korf Kerschen te vüell, un ick sall drei Kerschen met'm Lewen betahlen. Lött sick do nich ok en bloen Strieck dürmaken, Majestät?“ De Könnigin öwerleggt. „Ick hewwt, Kübutz,“ seggt se noh ne Wile. „Du moßt ut Spandau flüchten gohn.“ „Wann dat so lichte gäng, dann hädde ick dat länest dohn, denn op't Drotscheiten sinik allmiendag nich assunners niggelig west. Flüchten— flüchten! Wu soll dat woll gohn?“ „Ick help Di, Kübntz," tröstet em de Könnigin.„Wachte en Oogenblick, ick schicke Di en Buern, de sall Di im Sack ut de Stadt brengen.“ „Un wann de Buer van de Wachen anhollen werd?" „Keine Sorge, lot mi men maken.“ De Buer kömmt denn ok richtig an, deiht den Hofnarren in den Sack, schmit sick den op'n Puckel un treckt domet los. An den Festungsporte het sick de olle Fritz opstellt. As de Buer antependeln kömmt, frögt he mit verstellter Stinime: „Na, wat het He denn in dem Sack?“ „Hawer!“ antwort de Mann, so as ehm dat de Könnigin vörsaggt hadde. „Hawer? Dat schient mi ower nich so!“ „Doch, doch, et is Hauer!“ 1 In düesem Oogenblick röpt Kübutz, dem de Sake all te lange duert het, ut dem Sack rut:„Unglöiwige Thomas, de Du gehst, gewiß drieget he Hawer. Nix as Hawer: Verstehst Du kein Tütsch? Hawer is drin, Hawer!“ m broken de Könntig un siene Getrüen en en unbännig Gelächter ut: Kübutz worde opbünnelt un drof ut dem Sack rutklatern. „Du heß Diene Sake godd makt, Kübutz!“ sagg de Könnig.„För düetmol well ick Di noch eenmal loopen loten. Ower wann Du miene Liesbett wier eß met Hei faudern woß, dann wecß'e jo, wat passieert!“ Drüggete met'm Krückstock un leit den Hofnarren met'm pergneigten Gesichte stobn. ch kurzem, schwiegeru. Onkel arn denen. serlohn, 9 Jan. aus Ratt.