lille 5.5.WE Vir e Mm G 1 254 Die„Echwecder Jeilung“ erschernt üglich enbe Bezugsprerg macmatlich 6.— unh 1 dn. Pos 4.— 2u., epo: Besaken Je: vo Th. vei entsprechender Nachlod R. Taril. Jeder Ziadun eilt ais Kallenradast und ertlicht bei Honknisen. sovergeicher gerüchlüches Alege n. chber peuecter Zohtengebattogenge: — Oerbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Oolkszeitung Destdolener Zeitung Avierdecker Zeitung Langscheder Zeitung Schwerter Dolksblatt Amtliches Kreisblatt für den Kreis Hörde. Holzwickeder Zeitung Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises.— Generalanzeiger für den bie Hhoser Spimrt grnibe Arm überwder und Te wbendenlinet gemtt Mack Unfan. Druch u. Verlag v. Cur Brauo. Schwerte###ups) Saumiut hr he: Bint Saum chh. his 226. Bersener 21574 * 61 Mittwoch, den 13. Juli 1921 5f. Jahrgang Der Preußische Landtag trat am Dienstag in die letzte Beratungswoche vor den großen Sommerserien ein. Nach den Dispositionen des Aeltestenrats wird am Mittwoch bei der Beratung d. Lothaushalts eine große politische Aussprache s urrfinden. Auch dere Kommunalabgabengesetz seht auf der Tagesordnung, wenn die Arbeit des usschusses rechtzeitig zu Ende geführt worden ist. Heute erledigte man zunichst eine große Reihe kleiner Angelegenheiten, nin dann im Rahmen einer von den Demotraten eingebrachten Interpellation in eine weit ausbelende Kritik des Entwurfes des Reichsschulgesetzes einzutreten. Herr Hoff von den Demotraten begründete die Anfrage. Er machte aufrerti auf die lebhafte Beunruhigung, die durch staltung des Reichsschulgesetzentwurfes in Bevölkerung getragen worden sei und die auch in dem einstimmigen Protest des deutschen Lehrervereins zum Ausdruck gelommen sei. Es habe auch den Anschein, als wolle man den Sonderschulen eine besonders günstige Stellung einräumen. zeige sich besonders in der Anträgestellung. rend nach der Verfassung bei der Wahl der d Das WähSonzule ein besonderer Antrag notwendia sei, diese Vorbedingung durch den Entwurf in Gegenteil verkehrt. Kultusminister Becker Gegenteil verkehrt. Kultusminister Becker uf hin, daß letzten Endes das bisherige Haders sei. Vergesen damals erfahrene Schulmänner ihre „ha Der Reichsgesetzirsch: snalen Seite dem legierung die Verdie romiß di lich hatter warnende Stimme erhoben. entwurf bedeute erneut ein Kompromiß, mit jo recht eigentlich niemand, auch die nicht zufrieden sei. Zum Schli der Rechten, der Abg. Oelze von den er Dr. atischer erhoben wurden, scharf enigegen. Hätten Demokraten in Weimar das Zünglein an der Wiige abgegeben. Es ist zu erwarten, daß morgen die Demotraten die Antwort nicht schuldig bleiben. —0000 Nach dem Geld die Deutschland hal sich von Frankreich schon mehr gefallen lassen müssen, als wir bisher gewußt! haben, und es wird sich anschemnend noch mehr bieten lassen müssen, als wir bisyer für möglich Chielten. Nach der Herausgabe des Restes des deutschen Nationalvermögens kommt die Preisgabe der deutschen Ehre an die Reihe. Und das ist nicht nevensächlich, mag die Moral auch noch so tief herabgesunken sein. Denn wenn wir alles und jedes von der Entente hinnehmen müssen, dann geht auch das letzte Stück Respekt vor dem deutschen Namen zum Henker. Als wir es von der Entente erreichten, daß die sogenannten deutschen Kriegsverbrecher, die dies nur in unerwiesenen Behauptungen der Gegner waren, nicht von einem ausländischen Gerichtshof, sondern von dem Reichsgericht in Leipzig abgeurteilt werden sollten, wurde dies als unser Erfolg hingestellt. Es war für uns selbstverständlich, daß die strengste Gerechtigkeit walten sollte, aber niemand dachte daran, daß wir deutsche Gesetze und durch Zeugen erwiesene Tatsachen vor Was wir bisher nicht gewußt haben und was der Reichskanzler Wirth in seiner Breslauer Rede gesagt hat, das ist die Tatsache, daß Frankreich; uns heit den Krieg erklären wollen, wenn wir uns gegen die polnischen Gewalttaten in Oberschlesien mit den Waffen wehren wollten. Nach dieser Ankündigung dürfen wir für die Zukunft auf alle möglichen Demütigungen gefaßt sein. Die Erwartungen, die sich an die letztwöchigen gemilderten Aussprüche des französischen Ministerpräsidenten Briand und seiner Preßorgane knüpften, sind also recht erheblich herabgedrückt worden. Ob sie sich jemals wieder erholen werden, das ist die Frage, denn Briand hat Besorgnisse wegen der antideutschen Stimmung und der chauvinistischen Mehrheit in der Pariser Deputiertenkammer, die sofort den früheren Präsidenten Poincare als Premierminister auf den Schild erheben wird, wenn Deutschland eine gewisse Rücksichtnahme erfahren sollte. Von Amerika ist nichts zu erwarren, die Engländer werden nicht mehr tun, als die Dinge noch eine Zeitlang auf sich beruhen zu lassen, sodaß wir also wieder da stehen, wo wir standen, bevor wir das Ultimatum vorbehaltlos angenommen hatten. Jetzt stehen unsere Verpflichtungen fest, wir können nicht davon und müssen noch dazu hinnehmen, was uns ferner geboten wird. Nach unserem Gelde soll es uns noch unsere Ehre kosten. Und in dieser Stimmung müssen wir uns an die Arbeit machen, die Steuern heraus zu finden, um die Entente zu befriedigen. Das ist tief betrübend. —00000— den vom Haß diktierten Anschauungen der Gegner und ihren unerwiesenen Schilderungen beugen sollten. Und doch wird dies jetzt von uns verlangt. Und weil es nicht geschieht, sind die französischen Vertreter und Zeugen beim Reichsgericht abgerufen worden. Wir verhandelten trotzdem weiter, aber die Entente behält sich vor, die deutschen Kriegsbeschuldigten vor ihr eigenes Gericht zu ziehen. Wir sollen also die vom höchsten deutschen Gericht freigesprochenen Männer der fremden Justiz ausliefern! Welches Urteil ihrer dann harrt, können wir uns denken. Das ist der Ehrenpunkt, an dem wir nicht vorüberkommen können, wenn wir uns nicht vor uns selber schämen wollen. reibun 12 Milliarden Goldmark. Amtlich wird mitgeteilt: Gemäß Artikel 2a Zahlungsplanes des Wiedergutmachungsausschusses vom 5. Mai d. J. ist Deutschland verpflichtet, dem Ausschuß bis zum 1. Juli Schuldverschreibungen für einen Betrag von 12 Milliarden Goldmark als Ersatz für die Schuldverschreibungen, welche auf Grund des§ 12c der Anlage 2 von Teil 8(Reparation) des Vertrages von Versailles bereits übergeben sind oder noch übergeben werden müßten, auszuhändigen. In Erfüllung dieser Verpflichtung ist dem Wiedergutmachungsausschuß zum 1. Juli durch die Kriegslastenkommission eine Schuldverschreibung übergeben worden, deren wichtigsten Bestimmungen die folgenden sind: Das Deutsche Reich schuldet dem Inhaber dieser Schuldverschreibung den Betrag von 12 Milliarden Mark Gold von dem am 1. Januar 1914 gesetzlich bestimmt gewesenen Gewicht und Feingehalt. Diese Schuldverschreibung wird in Mark Gold vom 1. Mai 1921 ab mit 5 v. H. ihres gesamten Nennbetrages verzinst und vom 1. Mai 1921 ab jährlich mit 1 v. H. unter Zuwachs der durch die Tilgung ersparten Zinsen durch Rückzahlung zum Nennwerte getilgt. Unbeschadet der Bestimmungen 248 und 251 des Vertrages von Versailles haften für die Schuldverschreibung der gesamte Besitz und alle Einnahmequellen des Deutschen Reiches und der deutschen Staaten an erster Stelle. Insbesodere ist der Zins= und Tilgungsdienst durch die jährlich von Deutschland gemäß Artikel 4 des Zahlungsplanes zu bewirkenden Zahlungen sichergestellt. Als Sicherheit für diese Zahlungen bestimmt die Deutsche Regierung an erster Stelle a) die Erträgnisse aller deutschen See= und Landzölle und insbesondere aller Aus= und Einsuhrabgaben; KI9 J. b) die Erträgnisse derjenigen virerten oder indirekten Steuern oder irgendwelcher sonstigen die von der Deutschen Regierung vorgeschlagen und von dem gemäß Artikel 4 des Zahlungsplanes gebildeten Garantiekomitee in Ergänzung oder als Ersatz für die oben unter a und b genannten Fonds angenommen werden. Die Schuldverschreibung ist jetzt und in Zukunft befreit von allen deutschen Steuern und Lasten aller Art. Das Deutsche Reich wird auf Verlangen des Inhabers oder des Reparationsausschusses im Umtausch gegen diese Schuldverschreibung kostenlos mit Zinsscheinen ausgestattete Teilschuldverschreibungen von gleichem Gesamtnennwert abzüglich etwa schon getilgter Beträge ausgeben. Form, Inhalt, Betrag und Zahlungsort sowie die Währung, in der die Zahlungen zu erfolgen haben, werden vom Reparationsausschuß bestimmt. 00 Der griechisch=fürkische Kieg London, 12. Juli. Die„Daily Mail“ meldet: In englischen amtlichen Kreisen befürchtet man, daß die Kemalisten ihre Streitkräfte zu einem Angriff auf Konstantinopel vereinigen. Die britische Regierung vertritt den Standpunkt, daß jedem Angriff auf Konstantionopel entgegengetreten werden muß Kemalisten mir König Konstantin von Griecher land als Verbündeten Englands bedeuten. Der Befehlshaver der alliierten Streitmacht in stantinopel, General Harrington, und der Overkommissar Horace Rumvolt halten hierüber eifrig Besprechungen ab. Die offizielle englische Ansicht geht dahin, daß Konstantinopel in den Händen der Alliierten verbleiben muß, um im Sinne der Bestimmungen des Vertrages von Sevres die freie Schiffahrt in den Dardanellen garantieren zu können, und um zu verhindern, daß die Türken ; sich mit den Bulgaren verbünden, die Westthrazien zurückerobern wollen. Um jeder Möglichkeit einer bulgarischen Aktion gewappnet zu sein, haben nun Italien, Rumänien, Jugoslavien und Tschechoslowakien, wie amtlich mitgeteilt wird, einen Bündnisvertrag unterzeichnet. Die alliierten Streitkräfte in Konstantinopel betragen zurzeit 10000 Engländer, darunter auch Inder. und 5000 Franzosen. Rumänien soll 15000 Mann angeboten haben. Diese Abwehr eines etwaigen bulgarischen Angriffs auf Konstantinopel soll aber, wie in englischen amtlichen Kreisen erklärt wird, mit dem Kriege von Türken und Griechen in Kleinasien nichts zu tun haben. Sti ∆ 0 Ansicht von Konstantinopel 00000 Aru Höfers Dank. Breslau, 12. Juli. General Höfer hat an die Oberschlesier einen Aufruf erlassen, in dem er der Bevölterung für die Aufopferung und für das freudige Entgegenkommen, das der Selbstschutz gefunden habe, dankt und in dem er alle Oberschlesier zur Einheit ermahnt. Eine Kundgebung des apostolischen Kommissars. Breslau, 12. Juli. In allen Kirchen Oberschlesiens wurde Sonntag ein Schreiben des apostolischen Kommissars für Oberschlesien verlesen. In diesem Schreiben wird festgestellt, daß unter den Insurgenten Männer sind,„die in Verhöhnung ihres heiligen Amtes als Priester der Kirche den Haß gegen ihre Brüder schürten oder die rechtmäßige kirchliche und staatliche Obrigkeit nicht achteten oder sogar mit ihren eigenen Händen, die doch mit heiligem Oele gesalbt sind, die Waffen führten oder gar Truppenkommandeure I spielten oder zum Blutvergießen aufforderten.“ Die polnische Rückzugs=Komödie. Die in den Wäldern von Karbowa und Brynow umherstreifenden Insurgenten haben in der Nacht, zum Samstag in beiden Orten ernent ihr Unwesen getrieben und drangen sogar bis zum Südpark der Stadt Kattowitz vor. Auch aus Myslowitz wird gemeldet, daß die Insurgenten in verstärktem Maße aus Kongreßpolen nach Myslowitz und anderen Orten zurückkehren und die Deutschgesinnten wieder terrorisieren. Unter den Insurgenten befinden sich viele Kongreßpolen. Sie erha ten 50 Mark Löhnung täglich und freie Verpflegung. Die Engländer, die Muslowitz besetzt halten, haben das Treiven der Polen bereits am eigenen Leibe verspürt. Die englischen Truppen haben drei polnische Insurgenten, die auf eine englische Abteilung aus dem Hinterhalt ge hatten, standrechtlich erschossen. zegreifliche Erbitterung. ern in Oppeln das Gerücht, daß Korfaniy oder B niskiewicz in der polnischen Landesbant anwesend wäre. Die Menge, die die Polen lynchen wollte, wurde durch Absverrung zurückgehalten. Unter militärischer Bedeckung fuhr ein Automobil mit einem Vertreter Korfantys und seinem Sekretär zum Bahnhof. Hier wurde der Sekretär herausgeholt und bis zur Bewußtlosigkeit geschlagen. Die Engländer in Beuthen. VBeuthen, 12. Juli.„Die Lage in der. Stedt ist unverändert und ruhig. Die Engländer i##sen die französischen Truppen mehr und mehr ab. Die Stadt ist nur noch zu einem geringen Prozentsatz von den Franzosen besetzt und von heute ab sollen sämtliche Funktionen, die bisher die französisch Behörden ausübten, auf die englischen übergehen. Der Belagerungszustand wurde insofern gemildert, als die um 8 Uhr abends einsetzende straßenkontrolle sehr milde oder garnicht mehr durchgeführt wird. Die Polizeistunde soll auf 9 Uhr, die Verkehrssperre auf 10 Uhr nachts hinausgeschoben werden. Die Aufhebung des lagerungszustandes und damit der Fortfall der Pressezensur dürfte nur noch die Frage einiger Tage sein. Der Redakteur Fischer von der genpost“ wurde im Wege des Austausches der Gefangenen freigelassen. Polnisch=tschechische Kriegspläne gegen Oberschlesien. Nachrichten aus Prag zufolge ist mit dem Abschluß einer polnisch=tschechischen Militärkonvention unter französischer Führung in den nächsten Tagen mit Bestimmtheit zu rechnen. Im des tschechischen Außenministers Dr. Benesch war jetzt der Chef der französischen Militärmission, der zugleich auch Chef des tschechischen Generalstabes ist, mit weitgehenden Vollmachten in Paris, wo gleichzeitig auch der Chef der französischen Militärmission in Polen, General Nissel, aus Warschau eintraf. In Paris sind nun die heiten der Militärkonvention verabredet worden. Die Militärkonvention richtet sich zunächst gegen Ungarn. sodann aber auch gegen Deutschland. Die Tschecho=Slowakei soll verpflichtet sein, einmal sich auf die Seite der polnischen Politik in Ol schlesien zu stellen, dann aber in einem deutsch=polnischen Kriege die Polen durch Stellung einer Armee von mindestens 300000 Mann zu unterstützen, wofür Polen endgültig auf Teschen verzichtet. Zwischen dem polnischen und dem tschechischen Generalstab soll durch französische Offiziere ein enges Zusammenarbeiten geschaffen und ein Operieren nach gemeinsamen Plänen sichergestellt werden. —0— Die verheerenden der Sanktionen dem Bericht über die Lage des Arbeitsmarktes in der Rheinprovinz, der mit dem 3. Juli abschließt, wird erwähnt, daß sich das Material über die verheerenden Wirkungen der Sanktione auf die Verhältnisse am Arbeitsmarkt zu häufen beginnt. Bis Ende Mei waren bei der Düsseldor=, fer Regierung bereits 72 Stillegungen und Be kriebseinschränkungen gemeldet worden. In Zeit von 1.—24. Juni folgte die Stillegung bezw. Einschränkung von weiteren 27 Betrieben, ohne daß es möglich war, die Entlassung von Arbeitern vor Ablauf der Sperrfristen zu verhindern. Noch schärfer kommt die trostlose Lage zum Ausdruck in der weit verbreiteten Streckung der Arbeit. Von den 550000 Arbeitern des Düsseldorfer Bezirks werden etwa 200000 mit verkürzter Arbeitszeit beschäftigt. Allem Anschein nach aber ist damit noch nicht der ungünstigste Stand erreicht, denn in den Berichten verschiedener Industrieen wird die außerordentlich schädigende Wirkung der Rheinzollgrenze hervorgehoben. Stellenweise ist ein Rückgang der Aufträge bis zu 66 Proz. zu verzeichnen. Es mehren sich die Fälle, daß große Industrieunternehmen aus dem besetzten ins unbesetzte Gebiet verlegt werden. Köln, 12. Juli. Sofort nach Inkrafttreten der Sanktionen setzte die Verschiebung von Kali, das für die Landwirtschaft des besetzten Gebietes bestimmt war, ins Ausland ein. Dabei sind von der Emser Ueberwachungsstelle Ausfuhrbewilligungen erteilt worden. Damit wurde für die deutsche Kaliindustrie der Auslandsmarkt zerrüttet und der Landwirtschaft des besetzten Gebietes eines der wichtigsten Produktionsmittel genommen. Die Schäden drohen jetzt ins Unermeßliche zu steigen, da es nicht möglich ist, die wilde Ausfuhr von Kali zu verhindern., Das Kalisyndikat droht nunmehr, die Ausfuhr von Kali nach dem besetzten Gebiet zu sperren, da es nicht in der Lage ist, für die Inlandsproduktion Kali zu den heutigen Preisen zur Verfügung zu stellen, wenn am Auslandsmarkt über das besetzte Gebiet hin die Preise überboten werden. So zerstören die Sanktionen auch in der Landwirtschaft die Produktion und damit die Sicherung der Lebensmittelversorgung, weil einige„geräuschlose“ Kaufleute in der Lage sind, ihre dunklen Geschäfte zu machen. —000— Überschwemmung Deutschlands mit ausländischen Luxusartikeln Kürzlich wurde in der„Kölnischen Zeitung" milgeteilt, daß von der Entente in einem Monat Einfuhrbewilligungen für eine Menge Vanille erteilt wurde, die den 10efachen Jahresbedarf der Rheinlande entspricht. In derselben Zeit hat man für 80 Millionen Mark feine Textilien freigegeben, ferner für 1600 Tonnen Datteln, fast 2000 Tonnen Mandeln, sehr erhebliche Mengen von französischem Spirilus, Schokolade, und kon servierten Ananas, der den Einführenden 20 Mt. je Büchse kostet, während der Kleinhandel jetzt schon 55 Mk. dafür nimmt. Von sachverständiger Seite wird der Wert dieser Einfuhr auf ½—1 Milliarde monatlich geschätzt. Die Folgen machen sich in einem erneuten rapiden Fallen unserer Valuta bereits stark bemerkbar. Diesen schweren Schädigungen der deutschen Volkswirtschaft sucht die Reichsregierung durch ein neues Gesetz zu begegnen, daß eine Konttolle des Paketverkehrs zwischen dem besetzten und unbesetzten Deutschland ermöglicht. Natürlich kann eine amtliche Paketkontrolle uns von dem Uebel nicht restlos befreien. Sie wird im besten Fall die Luxuseinfuhr einschränken, ohne sie zu unterbinden. Viel notwendiger ist es, daß die Gesamtheit des Volkes die schweren Schädigungen der Einfuhr von Luxusartikeln für unsere Wirtschaft erkennt und sich danach richtet. Wir können jeglichen Kauf ausländischer Waren nur mit Warenausfuhr bezahlen. Da wir von dem. Werte der Warenausfuhr 26 Proz. an die Alliierten zu entrichten haben, muß sich jeder Deutsche darüber klar werden, daß durch jeden Kauf ausländischer Waren eine Geldsumme von 26 Proz. über den eigentlichen Rechnungsbetrag hinaus im Endeffekt Deutschland entzieht und den Ententeländern zuführt. Unsere Einfuhr darf sich also nur auf unentbehrliche Rohstoffe erstrecken, die in Deutschland zur Weiterverarbeitung für unseren eigenen Verbrauch für Exportwaren benötigt werden. Wenn das deutsche Volk daher jetzt dringend ermahnt wird, ausländische Zigaretten, Schokola den, Weine und Spirituosen, Spitzen, Seidenstoffe usw. zu meiden, so liegt einer solchen Aufforderung nichts weniger als eine chauvinistische Tendenz zugrunde. Gerade weil wir ernsthaft bemüht sind, den der Entente gegenüber übernommenen Verpflichtungen nachzukommen, müssen wir peinlich darauf achten, unsere Wirtschaftsführung so ein. zurichten, daß sie jeder Kritik standhalten kann. Heute noch mögen französische Weinkellereien, Parfümerien und sonstige Interessengruppen ihr ganzes Trachten darauf richten, möglichst große Mengen ihrer Erzeugnisse auf den deutschen Markt zu wersen. Doch es wird nicht mehr lange dauern, bis man auch drüben einsieht, daß die Weltwirtschaft nicht gesunden kann, wenn Luxusartikel in ungeheuren Mengen nach Deutschland gelangen. Dann wird man nicht zögern, aus dieser Erkenntnis die nötigen Folgerungen zu ziehen. In einem Zeitpunkt aber, in dem es die ungeheuerlich großen Reparationsverpflichtungen zu erfüllen gilt, erwächst jedem Deutschen die Pflicht, seine persönlichen Wünsche den Interessen der Allgemeinheit auch in wirtschaftlichen Dingen zu betätigen und auf ausländische Luxusware zu verzichten, für die eine niedergebrochene Volkswirtschaft keine Verwendung haben darf. Man glaube nicht, auf die parar Zigaretten, die Tafel Schokolade oder das Stückchen Seise, das der einzelne kauft, komme es nicht an. Wer selbsr so denkt. muß auch dem Nächsten das Recht des gleichen Gedankenganges zugestehen. Aus den verhältnismäßig geringen Mengen, die alle Einzel; nen verbrauchen, setzen sich dann die ungeheuren Quantitäten zusammen, die Milliardenbeträge ausmachen und deren dauernde Einfuhr uns dem endgültigen Verderben immer näher bringt. Darum fort mit allen ausländischen Luxusartikeln, im wohlverstandenen Interesse unserer heimischen Volkswirtschaft, die ihre Schulden bezahlen und wieder aus die Höhe kommen will. Eine Abrüstungskonferenz in Washington Die amerikanische Botschaft in London veröffentlicht eine Note ihrer Regierung, in der es heißt: Angesichts der hohen Bedeutung einer Einschränkung der Rüstungen hat der Präsident der Vereinigten Staaten in nichtoffizieller aber trotzdem sehr klarer Weise Fühlung bei den Mächtegruppen genommen, die bisher als hauptsächlichste alliierte und assoziierte Mächte bezeichnet wurden, nämlich bei Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan, um sich darüber zu vergewissern, ob es ihnen angenhm wäre, an einer Konferenz in Washington teilzunehmen, deren genauer Zeitpunkt nach Uebereinkunft zwischen den genannten Mächten festzusetzen wäre.— Auf dieser Konferenz soll, wie in einer amtlichen Mitteilung gesagt wird, nicht nur die Abrüstungsfrage besprochen werden, sondern auch eng verbunden damit die Probleme des fernen Ostens und des Stillen Jzeans. Zu diesen Besprechungen soll. auch China eingeladen werden. Vorschläge# 16.97 zur Erwerbslosenfürsorge Der wirtschaftspolitische Ausschuß des Reichswirtschaftrats hielt eine gemeinsame Sitzung ab, um über die Vorschläge des gemeinsamen Unterausschusses zur Erwerbslosenfürsorge zu beraten. Dabei wurden die Vorschläge des Unterausschusses wie den P. P. N. mitgeteilt wird, einstimmig gutgeheißen und eine allgemeine Begründung mit Mehrheit angenommen. Zu dem Kapitel„Unterstützende Erwerbslosenfürsorge“ schlägt der Reichswirtschaftsrat folgende Forderungen vor: 1. Der beschleunigte Erlaß der Gesetze über den Arheitsnachweis und die Arbeitslosenversicherung. 2. Bis dahin hat in Fällen dringenden Bedürsnisses eine Erhöhung der Erwerbslosenfürsorgesätze nach folgenden Richtungen hin zu erfolgen: a) bei andauernder Erwerbslosigkeit über 4 Wochen durch Erhöhung der Unterstützungssätze; b) bei einer Fortdauer der Erwerbslosigkeit über 3 Monate außerdem durch Naturalzuweisungen; c) im Rahmen der bestehenden Erwerbslosenunterstützung durch eineErhöhung der Unterstützungssätze für Weibliche und Jugendliche. Durch diese Erhöhungen darf allerdings die notwendige Spannung zwischen den Unterstützungssätzen und den normalen Arbeitslöhnen der einzelnen Personengruppen nicht gefährdet werden. 1 3. In Gemeinden mit großer Erwerbslosigkeit hat eine anderweitige Verteilung der Erwerbslosenlasten zugunsten der Gemeinden zu erfolgen. Unter„produktiver Erwerbslosenfürsorge" wird gefordert: a) möglichste Verbreiterung der Basis der Auftragsvergebung und möglichste Berücksichtigung aller Betriebe mit hinreichender Leistungsfähigkeit:„ b) bevorzugte Beteiligung der Gebiete mit übermäßig hoher oder langandauernder Erwerbslosigkeit, unter Umstellung auf andere Erzeugnisse; c) Verbreiterung der. Arbeitsgelegenheit innerhalb der einzelnen, Betriebe, so durch Kurzarbeit, jedoch ohne daß dadurch eine Erschütterung der Produltion eintritt. Aus Stadt und kand Schwerke, 18. Juli 1921 **(Ernteaussichten.) Im preußischen Saatenstandsbericht für Ansang Juli wird der Stand des Brotgetreides im Durchschnitt als mittel bis gut bewertet. Die Blüte ist sast durchweg gut verlaufen, der Körneransatz soll reichlich sein, sodaß Aussichen auf eine etwas bessere Brotgetreideernte als in den letzten Jahren vorhanden sind. Von den Hackfrüchten befinden sich die Frühkartoffeld schon seit Wochen in Blüte; auch die späteren Sorten haben bereits damit begonnen. Wenn auch die Regenzeit im Juni auf die Entwicklung der Kartoffeln sehr förderlich wirkte, so werden sie im ganzen doch sehr zurückhaltend beurteilt, da die Felder vielfach Lücken zeigen und weitverbreitet von der Kräuselkrankheit und von Schwarzbeinigkeit befallen sind. Bei den Futter pflanzen und Wiesen ist die Ernte des ersten Schnittes vielfach schon beendet. Hierbei hal das veränderliche Wetter ziemlich störend gewirkt. Trotzdem beurteilt man die Güte der Heuernte fast allgemein, als recht zufriedenstellend. Ungünstiger lauten dagegen die Ansichten über die Menge. In den größten Teilen des Landes haben sich aber die abgegernteten Schläge wieder gut bezogen und zeigen ein dichtes und erfreuliches Grün. **(Ersatzleistung für salsche Reichsbanknoten zu 50 Mark) mit dem Ausgabedatum vom 24. Juni 1919 wird von dem Reichsbankdirektorium mit dem Hinweis darauf grundsätzlich abgelehnt, daß die bis jetzt bekannt gewordenen Fälschungen dieser Ausgabe als solche durchaus erkennbar sind, sofern nur den besonderen Merkmalen der echten Note— Idealkopf, 5 Sterne und Rosette unter der Zahl 50 Beachtung geschenkt wird. Es empfiehlt sich zur Erkennung von Falschstücken die Beachtung der in einem besonderen Merkblatt, „Anleitung, zur Prüfung der Reichsbanknote zu 50 Mark vom 24. Juni 1919(grüne Note) auf Echtheit“ zusammengestellten Fragen und Beantwortungen. Die Staatskassen sind darauf aufmerksam gemacht worden, daß Anträge auf Ersatzleistungen für angenommene Falschstücke von Reichsbanknoten erfolglos sind. **( R e v i s i o n a l l e r L u s t b a r k e i t s s t e u e r o r d n u n gen?) Der Reichsrat hat kürzlich die vom Landessteuergesetz vorgesehenen Normativbestimmungen über die Lustbarkeitssteuer verabschiedet. Ihre Veröffentlichung in dem Reichssteuergesetzblatt erfolgt in den nächsten Tagen. Sie hat die gesetzliche Folge, daß innerhalb einer gewissen Zeit sämtliche Lustbarkeitssteuerordnungen im Reiche von den Gemeinden neu beraten und nach Beschlußfassung der Aufsichtsbehörde zur Genehmigung vorgelegt werden müssen. Alle Interessen ten, die über zu hohe und ungerechte Lustbarkeitssteuern der Gemeinden Klage führen, hätten damit Gelegenheit, vor der Neuberatung der Steuerordnung den zuständigen Stellen vor Festlegung der neuen Steuersätze ihre Wünsche vorzutragen. **(Der M.=G.=V.„Cäcilia") beabsichtigt, sich am Sonntag, 31. Juli, an einem großen Gesangswettstreit in Lippstadt zu beteiligen, um seinen in früheren Kämpfen errungenen Lorbeeren neue hinzuzufügen. Schon seit Wochen ist der alte Verein unter Meister Hanemanns Leitung eifrig mit der Einstudierung der für den Vortrag auf dem Sängerkrieg bestimmten Chöre beschäftigt, damit er dort mit Ehren bestehen kann. Um nun dem Publikum Gelegenheit zu geben, diese Chöre— Perlen deutscher Gesangsliteratur— kennen zu lernen, veranstaltet der Verein am kommenden Samstag abend im„Freischütz“ eine öffentliche„Generalprobe in Form eines Liederabends. Selbstredend werden außer den Wettstreitchören auch andere Chorwerke zum Vortrag gebracht. Da außerdem noch der Kammersänger Eichhöfer=Detmold(Tenor), der von früheren Konzerten her in bester Erinnerung stehen dürfte, zur Mitwirkung gewonnen ist, wird sich der Abend sehr genußreich gestalten, sodaß ein Besuch der Veranstaltung warm empfohlen werden kann. (Ehen und Geburten in Ziffern.) Der Ausfall an Heiraten in den 5 Kriegsjahren wird vom Statistischen Reichsamt jetzt auf 840000 verannschlagt. Von diesen waren schon Ende 1920 82 Proz. nachgeholt. Wenn auch im letzten Viertel 1920 die Heiratsflut schon nachgelassen hat, so dürfte der Rest des Ausfalles wohl schon im Laufe d. J. ausgeglichen werden. Vor dem Kriege wurden ohne Elsaß=Lothringen rund 500000 Ehen im Jahre geschlossen, in den Jahren 1914—18 nur 1 659 886 statt rund 2500 000. Es sind damit rund 340000 Heiraten ausgefallen. Auf 1000 Einwohner waren 40 Ehen zu erwarten, während nur 25,1 geschlossen wurden. Der Ausfall an Geburten durch den Krieg wird auf etwa 5 Millionen berechnet. Statt 8,95 wurden nur 4,55 Millionen gevoren, wozu noch ein Ausfall von etwa 400 000 im Jahre 1919 kommt. Die Geburtenziffer auf 100 der Bevölkerung betrug von 1913—19: 28,3, 27,8, 21,0, 15,7, 14,4, 14,7, 20,6. Der Ueberschuß der Sterbefälle über die Geburten wurde erst 1919 Die zweite Frau Roman von Anna Seyffert=Klinger 84) Nachdruck verdoten Hütte Irm sard von dieser zweiten Heirat Kenuinis erhalten, als ihr Vater noch am mar, so wurde ihr Schmerz viel grözer darüber gemesen sein als jetzt, wo sie seinen Ton Leweinte und sich nach einem Her en sehnie, das mit ihr trauerte.— Julie war nicht wenig erstannt, als man ihr meldete, daß ihre Stieftochter sie zu sprechen wünsche. Was wollle Irmgard? Kam sie als uklägerin, oder wollte sie nur erfahren, unter welchen Verhältnissen A etzold sich zu dieser zmeiten Heirat entschlossen hatte. Julie war auf alles vorbereitet und kampsbereit. Stehend, in hochmütiger Haltung, erwartete sie das junze Mädchen. Irmgard warf nur einen Blick auf dieses schüge, seelenlose Gesicht. Tapfer überwand sie ihre Antipathie, mit all ihrer gewinnenden Liebenswürdigkeit ging sie auf ihre Stief„Ich komme als Bittende zu Ihnen, lassen Sie uns Frieden schließen unseres lieden Toten wegen.“ Maßlote neberraschung mulle sich in Iules Antlir, mißtranisch forschte sie in den noch tindlich offenen, lieblichen Zügen der vor ihr Stehenden. Die ausgestreckte kleine Mädchenhand ließ sie unbeachtet. *„So ohne weiteres kann ich keinen Freundschaftsbund mit Ihnen schließen,“ sagte sie malitiös,„dazu bedarf es einiger Erklärungen Ihrerseits, denn ich setze diesem Entzegenk. nunnen berechtigtes Mißtrauen entgegen. arscheint es Ihnen so unnatürlch, daß ich mich urter Ihren Schutz begebe?“ fragte Irmgard sanft,„wenn Sie mir nur ein wenig Erlauben Sie mir doch, bitte, Mutter zu Ihn sagen und Sie mit dem verwandtschufteichen Du anzureden. „Diese Bitte kann ich nicht wohlabschlagen, ohne mich lächerlich zu machen, obgleich es sußerst fatal für mich ist, von einem heiratsibigen Mädchen, das kaum zehn Jahre jünger t ais ich, mit Mutter angeredet zu werden. „Das gebe ich zu, ein schwaches Lächeln ymsp.elte Irmgards feine Lippen,„es ließe sich a auch noch ein Ausweg finden. Geben Sie tur das Recht. Sie bei Ihrem Vernamen zu gennen. Fremde brauchen dann nicht zu erjahren, daß Sie meine Stiefmutter sind, sondern können Sie für eine Verwandte von mir halten.„ Mnß Wer „Das ließe sich horen. Ich muß über sogleich; bemerken, daß ich keine Sentimentali täten liebe. Für Zärtlichkeiten jeglicher Art habe ich tein Verständuis. Irmgard sah sie groß an. Wie vollendet schön, war diese Frau: Jedenfalls hatte inte bestrickende Erscheinung den Vaier, geblende. und bezaubert... Er hatte einen so weichen, zärtlichen Sinn gehabt, wie grausam enttäuscht mußte er gewesen sein, als er erkannte, daß seine Cattin weder Herz noch Gemüt besaß. : Daher sein verändertes Aussehen, sein verstörtes Wesen, daher auch das Geheimhalten des in der Uebereilung geschlossenen Bundes. Er hatte seinem Kinde diese Eindrücke ersparen wollen, er schämte sich auch wohl des begangenen Irrtums— o, wie furchtbar mußte er in seiner gänzlichen Vereinsamung gelitten haben. „Nun, du scheinst ja ebenso gründlich enttäuscht Izu sein, wie früher dein Vater, als er endlich zu der Ueberzeugung kam, daß Schmeicheleien mir lästig sind.. iist dir wirklich so viel daran gelegen, mir zartliche Aufmerksamkeit zu erweisen?".. Irmgurd fah ihre Stiefmutter an. Ein harter Glanz lag in den blauen Mädchen augen.“„Deine Furcht, daß ich dir lästig fallen könne, ist unbegründet,“ sagte sie kalt,„mir wären verwandtschaftliche Zärtlichkeiten zwischen uns ebeno undenkbar wie dir.“ „Nun, dann verstehen wir uns ja besser, als ich vermutete!" rief Julie mit erhöhter, etwas scharf klingender Stimme,„bitte, nimm Platz, du scheinst vernünftiger zu sein, als ich glaubte. Teile mir mit, was dich zu mir führt, ein besanderer Grund muß es schon sein.“ ruigard käm ste mit sich. Konnte sie in der Nähe dieser Frau leben; die so viel Unheit über ihre Famitie gebracht, welche Schuld hatte an all diesem Kummer, an dem frühzeitigen Tode des Vaters? Aber Julie trug den Namen Petzold, war es da nitt Irmgards Pflicht, Geduld zu üben? Lansssam glitt das junge Mädchen in den ihr zunächst stehenden= Sessel, ihre Füße trugen sie nicht mehr. O. Himmel, wie rasch hatten unheildrohende Wolken ihr sonnenhelles Dasein uinlagert, und wie schwer wurde es ihr noch immer, sich der ganz veränderten Lebensweise anzupassen. Nun, werde ich endlich erfahren, welchem Umstande ich deinen Besuch zu danken habe?“ ragte Julie ungeduldig. „Der frühere Buchhalter Papas hatte mir in seiner Familie eine Zuflucht geboten,“ sagte ormgard traurig,„aber seine Mutter ließ er mich fühlen, daß meine Gegenwart ihr unangenehm war, darum kann ich dort nicht länger sein.“ „Man hat dir den Lauspaß gegeben, ich dachte es nir.“ „Niemand hat; mich gehen heißen— im Gegenteil ist es sehr noht möglich,, daß man mich hitten wird, zurückzukommen, Fräulein Homald war lieb wie eine Schwester mit mir.“ „Ausreden! Du bist anspruchsvoll und empfindlich wie eine Prinzessin, und das läßt sich keiner gefallen— auch ich nicht. Geh nur wieder, hier ist kein Raum für dich. Skandalös, daß dein Vater uns in dieser Notlage zurückgelässen, geradezu unerhört—“ Irmgard erhob sich hastig.„Ich erlaabe nicht, daß du meinen armen Papa angreifst, in meiner Gegenwart darfst du es nicht tun!“ sagte sie zitternd, schen in Julies haßersülltes Gesicht blickend. „Nun ja, ihr hattet einander keine Vorwürje zu machen; um dich herauszuputzen war ihm keine Summe zu hoch! Und du hast seine Nachgiebigkeit dir gegenüber reichlich ausgenutzt. Daher gönne ich dir auch diese Niederlage. Suche nur nach einem Obdach, ich habe, keins für dich.“# „Deine. Anschuldigungen muß ich zurückweisen,“ sagte Irmgard nach Festigkeit ringend, Para war oft böse, daß ich jeden Luxus verschmähte, er hätte mir so gern Perlen und Diamanten geschenkt, aber ich liebe die kalten Steine, die gleißenden Geschmeide nicht, ein duftiges Tüllkleid, eine frische Blume genügten mir. Ich habe von meinem Toilettengelde reiche Ersparnisse gemacht!“ „Gen iß, mir entzog er alles, um dir mit vollen Händen geben zu können!" fuhr Julie gereizt auf.„Wenn er mir einmal zehntausend Mark gab, verlangte er, daß ich Jahr und Tag damit reiche. Und wenn ich mich gegen dieses Knausersystem empörle, so nannte er mich eine Verschwenderin—“ „Zehntausend Mark?“ entsetzte sich Irmgard, „zehntausend? Und diese Summe gab er öfter als einmal im Jahr?" „Viermal!... Ja, er gab zwanzigtausend und mehr!..“ Ah— wie der Neid dir aus den Augen blitzt. Wonn es auf dich angekommen wäre, so hätte ich, die Gemahlin des Herrn Bankier, hinter dem Ladentisch stehen und als Verkäuferin meinen Unterhalt verdienen müssen. Daher also seine Furcht vor ein wenig und 1920 beträchtlich durch einen Geburtenüberschuß ausgeglichen. **(Kriegerfest.) Am kommenden Sonntag begehen die militärischen Vereine unserer Stadt ihr gemeinsames Sommerfest, das erste nach 7 jähriger Pause, die durch den Krieg und dessen Nachwirkungen bedingt war. Nachdem in der Nachkriegszeit ihr öffentliches Auftreten sich auf Ehrung der gefallenen Mitglieder und Kameraden durch Gedächtnisfeiern am Kriegerdenkmal und auf den Ehrenfriedhöfen beschränkt hat, soll dieses Mal auch das Recht der Gegenwart zur Geltung tommen und das Gefühl der Zusammengehörigkeit und Kameradschaftlichkeit betont und ihre nationalen und wirtschaftlichen Aufgaben bekannt werden. Die Veranstaltung beginnt um 2,30 Uhr mit Aufstellung auf dem Marktplatz. zug führt die Teilnehmer zum„Freischütz", wo ein reichhaltiges Konzert und Festball vorgesehen ist. Wir wünschen den alten und jungen Kriegern bestes Festwetter und regste Teilnahme der Bürgerschaft, zumal ein evtl. Reinertrag für wohl tätige Zwecke innerhalb der, Vereinigung Verwendung sinden sol.... 6, gelesen9) **(Werden Zeitungsanzeigen getese.... Im Korrespondent f. Deutschlands Buchdrucker solgende, ebenso ergötzliche wie lehrreiche Anilung:„Der Leiter eines großen Geschäfts in Berlin, das fortwährend sehr bedeutende Summen für Zeitungsanzeigen ausgibt, hat kürzlich einen Veriuch demacht, dessen Ergebnis einen lehrreichen Veitrag zur Beantwortung dieser Frage bildet. Er setzte nämlich in die Zeitungen eine Anzeige, in die vorsätzlich verschiedene fehlerhafte Angaben über geschichtliche Ereignisse eingeschmuggelt waren, und wartete ab, ob hierauf etwas folgen würde. Im Laufe einer Woche waren bei dem Geschäftshaus aus allen Teilen des Landes ctwa 300—100 Zuschriften eingelaufen, in denen die Briefschreiber ihr Erstaunen darüber ausdrückten, daß ein solcher Schafskopf, der von nichts eine, Ahnung zu haben scheine, die Geschäftsanzeigen der Firma absassen dürfe. Und in den folgenden Tagen nahm der Briefstrom noch dauernd zu. Es liefen Briefe von Schuljungen und Schulmädchen, von Professoren und Lehrern, von. Geistlichen und Landwirten ein, und selbst ein paar Namen von literarischem Rufe befanden sich unter den Briefschreibern. Damit war die Frage, um die es sich handelte, allerdings beantwortet, und der Leiter des Geschäftshauses erklärte, daß feine Ueberzeugung von der Wirksamkeit der Zeitungsanzeigen durch diesen Versuch außerordentlich ge::(ünfal.) Von einem bösen Unfall betroffen wurde heute morgen eine auswärtige Händle. rin, welche den hiesigen Wochenmarkt besuchen wollte. Nach Ankunft auf dem Marktplatz stürzte sie beim Verlassen ihres Wagens so unglücklich von demselben ab, daß sie eine schwere Gehirnerschütterung erlitt. bert; sie erlitt so schwere Verlebungen, daß sie bald nachher starb. * Duisburg, 12. Juli.(Diamanten Diebstahl.) A der Meisterbude eines Hochfelder Werkes waren im März Diamanten für technische Zwecke im Werte von 150000 Mark gestohlen worden. Wie jetzt festgestellt werden konnte, sind die Steine von einem Arbeiter des Werkes entwendet und durch Vermittlug eines hiesigen Händlers und des Reisenden einer Berliner Diamantziehsteinfabrik an diese Fabrik verkauft worden. * Duisburg, 12. Juli.(76 Personen wegen Schwindels mit Lebensmittelkarten angeklagt.) Einen großen Schwindel mit Lebensmittelkarten, 9 Handel und Verkehr Der heutige Wochenmarkt brachte die ganze Fülle der lundwirtschaftlichen Erzeugnisse der Jahreszeit. Leider ließ sich trotz des großen Angebots noch keine Senlung der Es kosteten: Butter 23 Mt. soßen Schwindel m der in Mülheim(Ruhr) vorgekommen ist, behandelte die Duisburger Strafkammer in einer zweitägigen Verhandlung, Angeklagt waren insgesamt 76 Personen, meist Händler, Bäckermeister und Kaufleute aus Mülheim(Ruhr). Der städtische Beamte Drolshagen hatte in Mülheim aus dem Rathause Lebensmittelkarten für 10000 Personen gestohlen und diese an einen Kaufmann verkauft, den sie, wiederum an andere Personen vermittelte. Mit den Waren wurde von verschiedenen Angeklagten ein lebhafter Schleichhandel betrieben. Das Gericht sprach 5 Angeklagte frei und verurteilte die übrigen zu Gefängnisstrafen von einem Tage bis zu einem Jahre sechs Monaten und gußerdem zu Geldstrafen im amtbetrage von 70.000 Mark. * Mörs, 12. Juli.(Ein vorzeitlicher Fund) wurde von. Arbeitern in einer Kiesgrube in der Nähe des Bahnhofes gemacht. Es handelt sich um einen noch ziemlich gut erhaltenen Unterschenkelstnochen eines Ramuts. Diese Elefantenart hat in einer Zwischenzeit am Niederhein. gelebt und ist in vorgeschichtlicher Zeit ausgestorben. Das Fundstück wurde dem Heimatmuseum zugewiesen. ganhe gowie ale underen jircht nas wie Prarbjsachen Kübri. Pi anr: Lederwaren— heu mit— Wilhelm Braune. Gesellschaft m. beschr. H., Quedliaburg Verlangen Sie Gratisbroschüre Nr. 4.—.— Aus den Previnzen * Plettenberg, 12. Juli.(Mit der Wünschel rute.) Auf Einladung des Magistrats und der Wasserwerkskommission hat der Rutengänger Hans Dannert aus Hagen die Ergiebigkeit des Quellgebiets des Grüne= und des Bremkerbaches festgestellt. Nach Auffassung Dannerts fließen in der Schulteschen Wiese in der Hochmecke. die Grundwasserströme des Grüne= und Bremketales zusammen. Es ist damit zu rechnen, daß sie in einer Tiefe von 4—6 Metern täglich 725 Kubikmeter Wasser liefern. * Arnsberg, 12. Juli.(Zum Tode verurteilt.) Die berüchtigten Ein= und Ausbrecher Wilhelm und Joh. Voor aus Siegen, die lange Zeit hindurch den Schrecken des Sauerlandes bildeten, wurden vom hiesigen Schwurgericht wegen Raubmordes zum Tode verurteilt. * Siegen, 12. Juli.(Die feindlichen Nachbarn.) In der Gemeinde Köttingen bei Eitorf kam es dieser Tage zwischen zwei Bauernfamilien zu einer wüsten Schlägerei, bei der man sich dermaßen mit Heugabeln, Seitengewehren und Schußwaffen bearbeitete, daß ein hinzugerufener Arzt zwei volle Stunden zu tun hatte, um den zum Teil sehr schwer Verletzten Verbände anzulegen. Der Anlaß des Streites lag darin, daß die eine Bauernfamilie der anderen verboten hatte, über ihr Grundstück zu gehen, um das Wasser für den täglichen Bedarf zu holen, während die letztgenannte der ersteren das Befahren ihres Grundstücks untersagt hatte. * Warburg, 12. Juli. Verhüteter Mord.) Der Schwerverbrecher Schlosser Wilhelm Blum wurde von zwei früheren Arbeitskollegen in einem kleinen Wäldchen bei Hohausen dingfest gemacht, als er dem Kassierer eines Betriebes auflauerte. Der Verhaftete hatte, seinem Geständnis zufolge, dieAbsicht, den Kassierer niederzuschießen. * Bochum, 12. Juli.(400 neue Wohnungen.) Die gestrige Bochumer Stadtverordnetensitzung bewilligte 20 Millionen zur beschleunigten Errichtung von Wohnungsneubauten. 400 Wohnungen sollen noch in diesem Jahre fertiggestellt werden. * Buer, 19. Juli.(Tod an der Dreschmaschine.) Beim Dreschen kam in Feldhausen eine Dienstmagd dem Getriebe der Dreschmaschie zu nahe. Die Aermste wurde mehrere Male herumgeschleuOpfer der Fluten I Duisburg, 19. Juli. Beim Baden im Wedausee ertranken am Sonntag nachmittag ein 35 Jahre alter Bergmann aus. Ruhrort und ein 17 Jahre alter Arbeiter aus Hamborn. Die beiden die des Schwimmens unkundig waren, gerieten in eine tieje Stelle und ertranken vor den Augen einen zahlreichen Menge.„Die Leiche des jugendlichen Arbeiters wurde gelandet. Köln, 12. Juli. Im wilden Strandbad bei Köln=Rodenkirchen sind gestern 8 Personen ertrunken: Ger. * Hamm, 12. Juli.(Ertrunkon) abend der in den 60er Jahren stehende Wirt Fritz. Breitländer aus der Hobreckerstraße. Zum Heueinfahren hatte er sich vom Metzgermeister Ruhbrauck dessen Pferd geliehen und sich auf das neben dem Kanal liegende Texain begeben, wo das Heu hinter der Tengelmannschen. Fabrik im Westen liegt. Als er von der Brücke aus abbog, um unter ihr wegzufahren, ist er mit Pferd un Wagen in den Kanal geraten. Zwei auf dem Wagen befindliche Kinder sind abgesprungen und dem Tode entronnen, während Breitländer nur als Leiche geborgen werden konnte. Das Pferd ist ebenfalls ertrunken. Preise feststellen. 5 Eier 1,60 und 1,70 Mt., dicke Milch 5 Ml., Johannisbeeren 4,00 Mk., Stachelbeeren 4,50 Mk., Waldbeeren 3—1 Mk., Salat Kopf 25 und 30 Pfg., Spinat 40 Pfg. Rhabarber 50 Pfg., Weiß= und Grünkohl 1,75 Mk., Blumenkohl 5 und 6 Mt., Zwiebeln 2 Mk., Schotenerbsen 1,50 und 2 Mk., große Bohnen 1,50 Mk., Kohlrabi 70 Pfg., Möhren 22 Mk., Gurken 3.50 und 5 Mk., neue Kartoffeln, die in großen Mengen angeboten waren, 1.25—1.40 Mark. Der Handel war sehr lebhaft. Dortmunder Schlachwiehmarkt. Ausgetrieben waren: 758 Stück Großvieh, 529 Kälber, 428 Schafe, 627 Schweine. Es kosteten: Ochsen la 750—825 Mk., 20. 650—750 Mk., Za 550—650 Mk., 4n 400—550 Mk. Bullen la 500—550 Mk., 2a 400 bis 500 Mt., 3a 300—400 Mt. Färsen und Kühe: 1a 750—825 Mt., 2a 650—750 Mk., 3a 550—650 Mk., 4a 450—50) Mk., 5a 300—150 Mk. Kälber 2a. 700—800 Mz., 3a 600—700 Mk., 4a 500—600 Mk., 5a 350—500 Mk. Schafe la 500—600 Mk., La 400—500 Mk, 3a 300—400 Mk. Schweine 1a 1350 Mk., 2a—ta 1200—1300 Mk., 5a und 6a 1150—1200 Mk. Marktverlauf: Schweine gut, ssonst langsam. e0 Letzte Drahtmeldungen Eigener Depeschendienst. Auflösung des Reichstages? Paris, 13. Juli. Wie„Excelsior“ mitteilt, soll Minister Loucheur gestern vor Beginn der Verhandlungen Herrn Dr. Guggenheimer auf das Gefühl der Unbeständigkeit aufmerksam gemacht haben, das die französische Regierung bezüglich des Kabinetts Wirth hat. Der Sturz des Ministeriums werde die schwierigen Arbeiten der beiden Sachverständigen wieder zunichte machen. Das genannte Blatt glaubt zu wissen, daß Dr. Gug genheimer den Minister Loucheur des sehr auf richtigen Empfindens der deutschen Regierung ver sicherte, die nicht zögern werde, demnächst den Reichstag aufzulosen. die Entscheidung über Oberschiesien London, 13. Juli. Auf eine Anfrage sagte Lloyd George im Unterhause, er hoffe, die Zu kunft Oberschlesiens werde in der nächsten Zu sammenkunft des Obersten Rates ihre Lösung fin den. Das Datum dieser Konferenz sei noch nicht festgesetzt worden. Herzschuß getbtet worden, während der Oberdur germeister Werner durch Kolvenhiebe auf den Lopi getötet worden ist. Brand=Ratastrephe Paris, 13. Juli. Eine Feuersbrunst zer störte das Gebände, in welchem sich die Wohnung und das Geschäft des Senators Millies=Leroix be fand. Bei den Rettungsarbeiten stürzte eine Mauer ein, die zahlreiche Personen unter sich begrub. Es wurden bisher 11 Leichen geborgen. Die Hitzewelle in der ganzen Welt TU. Paris, 13. Juli. Auch in Paris hat die außerordentliche Hine Opfer gefordert; es waren 36 Grad Celsius im Schatten. In London wurden sogar 91 Grad Fahrenheit gezählt. Seit 40 Jah ren hat man eine derattige Hite nicht erlebt. Die griechische Offensive TU. Athen, 13. Juli. Gestern hat die grie chische Armee ihren Vormarsch angetreten und nach Ueberwindung des türtischen Widerstandes Genieschier und Hassanpascha besetzt(südlich von Brussa). Nördlich von Uschak drangen die griechischen Truppen bis Geniköi vor ohne auf Widerstand zu stoßen. Die Regierung hat der Nationalbank eine Anleihe von 150 Millionen Drachmen ausgenommen. Der Direktor der Nationalbank ist nach London abgereist. Ein vorzügliches Mittel gegen Hühneraugen und harte Haut ist das millionenfach bewährte „Kutirol". Dieses Präparat wird von zahlreichen Aerztem empfohlen und verordnet und die schnelle und absolut sichere Wirkung ist sogar gerichtsnotarisch festgestellt worden.„Kukirol“ ist auch mit hestem Erfolge gegen Warzen anzuwenden. Man erhält„Kukirol“ in jeder Apotheke und besseren Drogerien. Eine Schachtel kostet 3 Mk. Da viele Nachahmungen im Handel sind, so achte man auf den Namen und lasse sich nichts anderes aufreden.2 Für die-Redaktion verantwortlich: Friedr. Kraas, Druck und Verlag: Carl Braus, beide in Schwerte. Bunte Chrenik )( 1 0 3 J a h r e a l t. D i e ä l t e s t e F r a u i n wig=Holstein, die Witwe Tralau in Nesserdeich bei, Lunden, beging ihren 103. Geburtstag. Die Greisin, erhält von der Kreisverwaltung Norderdithmarschen ein jährliche Ehrengabe von 1200 Mk, (16 Familien durch Großfeuer obdachlos. Ein verheerendes Großfeuer hat in dem Orte Kaust bei Danzig das Großbaugeschäft von Schulz heimgesucht. Durch das Großfeuer sind 16 Arbeitersamilien obdachlos geworden. Der Schaden wird auf mehrere Millionen Mark geschätzt. ) Wieder oberschlesische Kohle für Wien. Jetzt sind zum ersten Male oberichlesische Kohlen in Wien eingetroffen. Es kamen 3000 Tonnen. Das tägliche Kontingent, welches Oesterreich aus Oberschlesien erhalten soll, beträgt 6500 Tonnen. 2 Gramm Radium für 14,6 Miuionen Mr. Der dänische Staat hat von der Firma Watson and Son in Pittsburg 2 Gramm Radium für die Summe(von 1,2 Millionen Kronen oder 14,6 Millionen Mark gekauft. Der Bamppr am Volkskörper Das Reichsgesundheitsamt teilt mit, daß bei einer in der Zeit vom 15. Juli bis zum 14. Dezember 1912 im ganzen Reiche veranstalteten Zählung erwa 130.000 Geschlechtskranke von den behandelnden Aerzten und aus Krankenanstalten gemeldet worden sind. Unter dieser Zahl befinden sich etwa 10000 damals noch aktive Militärpersonen. Die Frage, ob die Verbreitung der Geschlechiskrankheiten nach dem Kriege größer war als vor demselben, läßt sich durch Vergleich mit den Erzebnissen der Zählung in 10 der größten deutschen Städte beantworten. In diesen Großstödten wurden im Jahre 1913 insgesamt 33.266 geschlechtskranke Zivilpersonen an den Aerzten gemeldet. Bei der Erhebung im Jahre 1919 31 681 oder 61 auf je 10.000 Einwohner. Dieser Rückgang um 3 auf 10.000 Einwohner bei der Erheluung im Jahre 1919 wird indessen nur scheinbar sein, da, die Beteiligung der Aerzte und Kranken anstalten 1913 durchschnittlich größer war als im Jahre 1919. Der vierte Polenaufstand TU. Berlin, 13. Juli. Die Insurgenten des Kreises Rybnik geben bekannt, daß der vierte Aufstand am 17. Juli beginnen werde. Die deut schen Einwohner werden aufgefordert, die Gegend bis zum 15. Juli zu räumen. Wer diesem Räu mungsbefehl bis zum 15. Juli nicht nachkomme, werde über die Grenze nach Polen verschleppt. Diese Drohung hatte bereits eine Massenflucht der Deutschen zur Folge. In der Rybniker Gegend scheinen die Vorbereitungen für den vierten Aufstand vollständig beendet zu sein. Abberufung Le Ronds und Denis? Berlin, 13. Juli. In hiesigen diplomatischen Kreisen verlautet, daß infolge eines Schrittes der italienischen und englischen Stellen bei der fran zösischen Regierung der Rücktritt Le Ronds bevorstehen dürfte. Le Rond habe infolge seiner polen freundlichen Haltung das französische Militär kompromittiert. Ueber seinen Nachfolger ist noch nichts bekannt. Auch dürfte ein Wechsel in der französischen militärischen Leitung in Oberschlesien insofern eintreten, als auch der Kommandant von Benthen, Le Comte Denis, abberufen werden sod. Einbruch in das Haus Adolf Hoffmanns Berlin, 13. Juli. In der Stadtwohnung des in seinem Landhause weilenden Reichstagsabgeordneten Adolf Hoffmann wurde eingebrochen Kleidungsstücke, Wäsche und Schmucksachen von annähernd 100000 Mark wurden gestohlen. Die Täter wurden anscheinend gestört, da sie noch viele Wertsachen zurückließen. Man hält es nicht für ausgeschlossen, daß es sich um einen Racheakt des Mannes im Verof, der Frau im iklaust. des Kindes in der Schule stützt sich auf kraftvolle Gesundheit. ContinentalGummiabsätze tragen erheblich hierz### bei. Leichter, elastischer Gang, dadurch Schonung der Nerven und Füße, das sind ihre großen Vorzüge gegenüber Leder. Verlangen Sie von Ihrem Schuhmacher 46511n * A o s a l t So gut wie Continental-Reifen. Bekanntmachung Wir bringen hiermit zur Kenntnis unserer aus den Niederspannungsnetzen versorgten Kleinabnehmer, daß der Brennstoffpreis vom 1. Juli d. J. ab eine Erhöhung erfahren hat und z. Zt. 3215 Mk. für 10 To. frei Kraftwerke beträgt. Nach der bestehenden Teuerungsklausel beträgt daher der an 1. Juli d. J. bis auf weiteres in Anrechnung zu bringende Teuerungszuschlag bei 40 Pfg. Grundpreis 206 Pfg., zusammen also 246 Pig. Strompreis und bei 20 Pfg. Grundpreis 103 Pfg., zrsammen also 123 Pfg. Strompreis für 1.KW=Stunde. Lagen i. W., den:1. Juli 1921. Kommunales Elektrizitätswerk Mark, Akt.=Ges. #. Steenctt. uKTrOI besche ecndebn mi ecne Zühnerzugen Max Mehlhose. Drogerie. handelt. Der Mord an den beiden Bürgermeistern TU. Heidelberg, 13. Juli. Gestern wurde auf dem Kaltgrabenstein ein Gewehr gefunden, das blutige Fingerabdrücke aufweist. Mit diesem Gewehr dürfte der Mord an den beiden Bürger meistern geschehen sein. In der Rocktasche des ermordeten Oberbürgermeisters Busse aus Herford fand man seinen abgeschnittenen Ringfinger. Der Frankfurter Gerichtschemiker Popp hat Blutspuren an den Kleidern des verhafteten Siefert sesegestellt. Siefert leugnet die Tat auch weiterhin. Oberbürgermeister Busse ist durch einen Gcen Rtche mache ien onnert ger Barthete 310 Arbai non delemen Aurcrachern aufgeföhrt. 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