d. Mts. betr. uß es im§ 5, e folgt heißen: ht ausgegeben uusschuß es Hörde. Hotonuug. und Klauens Viehseuchenesetzblatt Seite Regierungsherrscht z. Zt. ns Ferdinand und August timmnt: e. Bestimmungen en Anordnung se im amtlichen m 13. August 6019 icht gebildet. der genannten e bestehen, daß wie folgend wird verboten. sandiak. Drewes. teten Tierarztes ndwirts Lonis rgmanns Wilgmanns Heinneisters Alfred und Klauenmit dem Beracht wird, daß frre angeordnet 6036 1920. erwaltung: Amtmann. 87. gewährt beund erwerbsenvorschüsse in jetzigen Rentenersorgungsgesetz ndestrente. #esthofen wohnhinterbliebenen gem Amtsbüro, igsdienststunden n Rentenbezüge tober 1920. tmann: ndt. Woche. Pfd. 1.40 Mk. 8fd. 7,30 Mk. 3 fd. 1.72 Mt. fd. 16,00 Mk. Pfd. 1,40 Mk. Waren am von 9—10 Uhr. 0. 6053 Magistrat. Barantie jede age jed. Tier m. ur. u. Haar unschädl. #d. Eckold, Essen, brischy, Bösingalmittel gegen 8889 De Stucht Seimet gten, e in eeiuee. Bamsmrche ummand d. Ma, bei der Post 4.— Mub., ehne Beellgeld. 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In großer Sahl haben sich die Dolksboten aus allen Leilen des Reiches eingefunden. Als Präsident Loebe die erste Sitzung eröffnet, hatte der Zeltestenausschuß schon vorgearbeitet und einen Arbeitsplan für die nächste Seit aufgestellt. Danach ist die große politische Aussprache erst in der nächsten Woche zu erwarten. Der Präsident gedachte in ernsten und würdigen Worten der schweren Ansechtungen, die die deutschen Oberschlesier zu erdulden haben. Er dankte ihnen für ihre Creue und ermahnte sie auszuhalten bis zu dem Cage, an dem sie erlöst werden vom schweren Druck und fremder Besatzung. Er stellte dann fest, daß der Reichstag sich dem Protest der Reichsregierung gegen die Verfälschung der Dolksmeinung in Eupen und Malmedy anschließt. Worte des Dankes widmete er den Deutschen in Kärnten und gab der hoffnung Ausdruck, daß alle diese guten Abstimmungsergebnisse endlich dazu führen werden, daß alle Deutschen brüderlich vereint sich die hände reichen würden. Das haus begleitete die Ausführungen des Präsidenten mit lebhaftem Beifall. Ein heiterer Swischenfall schloß sich an, Ledebour brachte einen Antrag seiner Fraktion vor, gegen die Ausweisung der Kussen Sinowjew und Cesowski zu protestieren. Das haus nahm diese Knregung als das auf, was sie war, als eine lecre Demonstration. Als herr Ledebour aber erklärte, daß er gegen die Ausweisung sei, weil er grundsätzlicher Gegner terroristischer Mittel sei, brach ein allgemeiner Heiterkeitssturm aus. Da gegen den Antrag Widerspruch erhoben wurde, wird er in der Ulittwochsitzung verhandelt werden. Das haus erledigte zum Ceil schon völlig veraltete 35 kleine Anfragen. Dann vertagte sich das haus auf Mittwoch. In dieser Sitzung soll die Ausweisung der Russen und das Gesetz gegen die Kapitalflucht besprochen werden. — Imperialismus. Noch mehr als der deutsche Militarismus sollte der Imperialismus von Berlin am Weltkriege schuld gewesen sein. Unter Imperialismus versteht man in der modernen Dolitik nicht nur das Streben nach einem bestimmten Welteinfluß, sondern auch nach ehrgeiziger Vergrößerung des eigenen Landes. Also in kurzen Worten: Eine unberechtigte Gewaltpolitik, herrschsucht. Und wie bei dem Militarismus, ist es das merkwürdige beim Imperialismus: Die deutsche Armee ist nicht mehr da, aber der Militarismus ist geblieben bei den Ententestaaten. Aus Europa sind alle Kaiser verschwunden, der König von England regiert nur noch als Kaiser von Indien, aber in den Ententezeitungen wirft man sich gegenseitig Imperialismus vor, der den Frieden von neuem gefährde. Ueberall gibt es eine Dartei, die nach den Behauptungen ihrer Gegner Cendenzen der herrschsucht verfolgt, und ganz besonders wird in allerneuester Seit aus Anlaß der Besetzung von Wilna den Dolen ein solcher Dorwurf gemacht. Und zwar von ihren eigenen Freunden in Daris und London. Was vor 40 Jahre der nachmalige Kaiser Eriedrich von dem Chauvinismus sagte, daß er dem deutschen Wesen so fremd sei, daß wir nicht einmal eine Benennung in unserer Sprache dafür hätten, das trifft auch auf die brutale herrschsucht zu, die ach unter dem llamen Imperialismus verbergen soll. Seit 1871 hatte Deutschland in Europa nur die Insel Helgoland friedlich von England erworben. und außerdem in Uebersee unsere Kolonten und das ostasiatische Dachtgebiet Csingtau. Das alleo ist verschwindend wenig gegenüber dem Landzuwachs, den die Staaten der Entente in diesen 30 Jahren durch Kriege und militärische Expeditionen an sich gebracht haben. Das Wort Imperialiomus in seiner modernen Bedeutung stammt aus England, wo es vor 45 Jahren aufkam, als der große britische Staatsmann Disraelt(Lord Beaconefield) die Annahme der indischen Kaiserwürde durch die Königin Diktoria durchsetzte. Dieser Citel sollte den Ksiaten gegenüber ein Gegengewicht gegen den Glanz des russischen Kaisertitels darstellen und zugleich den Anspruch auf ein englisches Reich in Asien bedeuten. Von Großbritannien ging der Imperialismus auf den Sprachgebrauch der Vereinigten Staaten von lordamerika über, für die als Republik ja überhaupt kein Kaiser in Frage kam. Das geschah nach dem Kriege mit Spanien, durch den die letzten spanischen Kolonten in Amerika und in Ostasten an die Vereinigten Staaten fielen. Die Amerikaner zuckten über den Dorwurf, eine imperialistische Politik zu treiben, die Achseln, sie machten ein Geschäft dabei. Sie nahmen, was sie bekommen konnten, lehnten aber alle Zumutungen, die mit Gefahren und kosten verbunden waren, sorgfältig ab, wie das ihnen angesonnene Schutz= und Crutzbündnis mit Frankreich und England, für das wohl Präsident Wilson eintrat, aber nicht seine Uitbürger. Damit hat die Dolitik des Imperialismus noch den Uebengeschmack der skrupellosen, zu nichts verpflichtenden Annektionspolitik erhalten.. 4 Selus Wenn man auch die frühere deutsche Politik mancherlei Kritik unterwersen konnte, diese Dor= würfe durfte ihr jedenfalls keiner machen. Sie war im Gegenteil viel zu liebenswürdig, auch da, wo sie auf Dank nicht rechnen konnte. hätte sie die Chancen ebenso rücksichtslos vor 1914 ausgenützt, wie es die Entente im Weltkriege getan hat, es sähe heute anders in Europa aus. Wir hätten mit guter Aussicht auf Erfolg alle unsere späteren Gegner zur Strecke bringen können. Als ehrliche Leute haben wir das nicht getan und erleben heute wenigstens die Genugtuung, daß auf der Gegenseite einer den anderen anklagt. Der neutralen Welt und schließlich auch anderen Uationen, muß also wohl einmal klar werden, daß über Deutschland viel gedruckt, telegraphiert und geschrieben worden ist, was der Wahrheit nicht entsprach. Damit wird freilich auch das klar werden, daß, wenn die Bestrebungen, die 1914 zum Weltkriege geführt haben, auch heute noch unvermindert fortdauern, es um den Weltfrieden übel bestellt und ein neuer Krieg nur eine Frage der Seit trotz des toten deutschen„Imperialismus“ ist. —00000= russischen Methoden auf Deutschland uneingeschränkt zu übertragen, mußten ferngehalten werden. Daher die Bedingungen und Chesen der Moskauer Internationale, die die Spaltung der Arbeiterparteten fordert, um über den verbleibenden Rest uneingeschränkt herrschen zu können... Wir lehnen es aber ab, die Arbeiterschaft mit täglich wechselnden Darolen in neue Dutsche hineinzuhetzen und durch Cäuschung über die wirklichen Machtverhältnisse unerfüllbare Illusionen zu wecken. Auf der anderen Seite wird aber erlärt: Wir halten fest an unserem Leipziger Aktionsprogramm. Wir erstreben mit allen Uitteln die Eroberung der politischen Macht und ihre Behauptung durch die Diktatur des Proletariats. Wir führen den Kampf weiter gegen die rechtssozialistische Politik des Reformismus, der kloalition mit den bürgerlichen Parteien und den Arbeitsgemeinschaften mit dem Unternehmertum. Zur Spaltung der ASp. Ein Manifest der Rechtsunabhängigen. Die Ulinderheit von Halle, die sich als rechtmäßige U. S. D. konstituiert hat, erläßt laut„Dorwärts" unter dem Namen„Manifest an das deutsche Droletariat“ einen Aufruf an ihre Anhänger, in dem sie ihr Fortbestehen als besondere Dartei zu rechtfertigen versucht. Das Manifest stellt eine ganze Reihe positiver Forderungen auf, unter denen die Sozialisierung des Bergbaues an erster Stelle steht. Es wird weiter verlangt, Erweiterung der Rechte der Betriebsräte, energische Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit und ihre traurigen Folgen. Kommunalisierungen, sozialistische Wohnungspolitik, rücksichtslose Erhebung von Besitz= und Vermögenssteuern. Das ist die sozialdemokratische, oder, um in seiner eigenen Sprache zu reden, die reformsozialistische Seite des Manifestes. Das Manifest wendet sich gegen den kommunistischen Dutschismus: Die russischen Kommunisten fordern zu ihrer Unterstützung die sofortige Entfachung des Bürgerkrieges und der Revolution in allen Ländern, ohne Rücksicht auf die Verschiedenheit der ökonomischen und politischen Doraussetzungen für das Proletariat und ohne Rücksicht auf die Folgen. Die deutschen Kommunisten sind infolge ihrer Dolitik eine einflußlose Sekte geblieben, zu schwach, um als revolutionärer Stoßtrupp gebraucht zu werden. Deshalb sollten die Massen der U. S. P. D. unter die kommunistische Diktatur kommen. Damit aber diese Otktatur widerstandolos ausgeübt werden könne, mußte die U. S. D. gespalten werden. alle, die den kommuntstischen Wahn erkannt hatten, die —e— Ein Menschheitsbeglücker. Für die sittliche Verrohung des russischen Bolschewistenführers Sinowjew, der bekanntlich Apfelbaum mit seinem wirklichen llamen heißt, ist ein Ausspruch bezeichnend, den der Verbrecher einer Abordnung getan hat, die ihn um eine Erhöhung der Brotration bat. Er sagte nämlich wörtlich: Ich weiß nichts von hunger; ich werde erst dann den Hunger anerkennen, wenn die Mütter ihre Sänglinge fressen und die Einwohner sich um eine verfaulte Ratte gegenseitig die Köpfe einschlagen werden. Der einzie würdige Aufenthalt für ein Individium, der ein solches Bekenntnis ablegt, ist und kann nur sein: das Suchthaus. So sieht also der Mann aus, dem die Kommunisten zu Halle gehuldigt beden. Diejenigen, die einem Sinowjew Gefolgschaft leisten, scheinen fretlich auf keine andere Weise von ihrer schrecklichen Kritiklosigkeit zu kurieren zu sein, als wenn sich das Schicksal, das ihnen dieser Führer zudenkt, an ihnen einmal erfüllt. Kir wünschen, daß es den verblendeten Massen erspart bleiben möge, die sich von so wohlgenährten Leuten auf den Leim locken lassen, aber wenn es sie treffen sollte, dann ziehen sie nur das Los, das sie selber gewählt haben. (Und solche Leute dürfen in Deutschland ungestört hetzen und zum blutigen Bürgerkrieg auffordern. Wir haben es doch herrlich weit gebracht in unserem glorreichen Seitalter! Schrifrl.) — 810000 Milchkühe! Ein brutaler Mordanschlag auf die deutschen Kinder und Frauen ist die Forderung des Verbandes auf Auslieferung von 810000 Milchkühen; sie bedeutet die Vernichtung der letzten unbedingt notwendigen Existenzreserven für das deutsche Dolk. Diese Forderung kann nicht erfüllt werden, wenn die verantwortlichen Kreise in Deutschland sich nicht der Beihilfe an einem schweren Verbrechen gegen das eigene Volk schuldig machen wollen. Wir vertrauen, daß das internationale Droletariat uns seine Hilfe geben wird. Das ist nicht allein notwendig für den Lebensschutz der deutschen Bevölkerung, sondern auch für das Wiedererwachen und für die Befestigung friedlicher Stimmungen der Dölker. Eine derartige Forderung muß die internationalen Beziehungen aufs neue vernichten, muß Millionen in Verzweiflungsstimmung treiben und haß und Rache gerade auslösen bei denen, die dadurch jetzt schon in ihren allzu engen Grundlagen ihrer Existenz bedroht werden. Deutschland befindet sich in der ärgsten Not, die Nachwirkungen der hungerblockade machen sich erst jetzt richtig bemerkbar, und nun dieses Verlangen. Nicht nur, daß sich die Urheber der furchtbaren hungerblockade ihres grausigen, schandbaren Werkes nicht schämen, wagen sie es, von den ausgehungerten deutschen Kindern das letzte zu fordern, das sie zur Aufrechterhaltung ihres Lebeng— nicht etwa zur Gesundung— nötig haben. Mit Recht nennt die Entschließung des sozialdemokratischen Parteitages dieses Dorhaben der Entente den organisierten Massenmord deutscher Kinder. Achthundertzehntausend Milchkühe! Das sind mehr als 12 Prozent sämtlicher deutscher Ulischkühe. 810000 Ulilchkühe geben 6000000 Liter Milch täglich. Jede zehnte Kuh, und natürlich die beste, sollen wir der unersättlichen Gier der Feinde ausliefern. Dabei haben sie alle Ueberfluß an Fleisch, Butter, Milch. Wir aber leiden schon jetzt hunger. Deutschland vermag von seinem jetzigen Diehbestand die deutschen Kinder nicht ausreichend zu ernähren und ist auf das Ausland angewiesen. Auf dem internatinoalen Kongreß für Kinderhilfe von 8 Monaten in Geuf nannte##dele Schreiber erschütternde Jahlen: Zweieinhalb Millionen deutscher Kinder sind in den nächsten Jahren dem Untergange geweiht, sechs weitere Millionen ernstlich gefährdet, wenn nicht sehr rasch für eine bessere Ernährung gesorgt wird. Seit jenem Bericht, vor acht Monaten erstattet, nimmt das Elend dauernd zu; da fast alle Gemeinden und Verbände infolge des Reichsnotopfers und der wachsenden Steuerlast die Zuschüsse mehr und mehr versagen, sind 22 Prozent aller bestehenden Siedlungsheime, 21,5 Prozent aller Mütterheime, 12,2 Prozent der Säuglings=Krankenanstalten, 6,2 Prozent der Entbindungsastalten in threm Bestehen gefährdet. Die Cuberkulose, der schlimmste Feind der heranwachsenden, ist bei den Kindern von 1 bis 5 Jahren um das Dreifache, im Alter bis zu 15 Jahren um das Vierfache gestiegen. Angesichts dieser furchtbaren Jahlen wagen es die Feinde, uns noch den letzten Rest zu nehmen, um den deutschen Nachwuchs endgültig dem Verderben zu weihen! Will man das ganze deutsche Dolk vernichten? —00000 Ein Wie deutsche Gefangene in Frankreich behandelt werden. Das Vorstandsmitglied des alten Bergarbeiterverbandes, Verbandssekretär G. Wißmann, hat an den Direktor des internationalen arbeitsamtes A. Chomas in Genf folgendes Schriben ergehen lassen: „Ich sehe mich genötigt, diese Seilen an Sie zu richten, obwohl das, was ich Ihnen mitteile, nicht direkt in das Gebiet des Internationalen Arbeitsamtes fällt. Da aber das Internationale Arbeitsamt schon des öfteren in Fragen, welche die gegenseitige Verständigung der Dölker berühren, mit Erfolg gewirkt hat, so glaube ich, daß Sie, herr Direktor, auch hier Ihren ganzen Einfluß geltend machen werden, um darauf zu drängen, daß die Sustände, die ich hier in diesen Zeilen schildere, aufhören. Als wir, herr Chomas, im Jahre 1906 bei dem großen Grubenunglück in Courrieres zusammen waren, vergossen wir Cränen des Mitgefühls über die armen Bergarbeiter, welche noch in der Grube eingeschlossen waren, dem hunger und der Verzweifelung preisgegeben. Wir setzten unsere hoffnung darauf, daß es doch noch gelingen werde, diese Armen aus der hölle unter der Erde zu befreien und sie ihrer Familie zurückzugeben, ehe sie dem hungertode oder dem Wahnsinn verfielen. Auch heute gibt es noch solche armen Menschen. die sich in einer wirklichen Hölle befinden. Es sind die deutschen Kriegsgefangenen, sogenannte Strafgefangene, unter denen keine eigentlichen Verbrecher sind, sondern nur rein militärisch Bestrafte, die Gehorsamsverweigerung, Fluchtversuch mit Sachbeschädigung und Uundraub begangen haben. Ueber diese Leute wurden für ganz geringfügige Vergehen Strafen von 1 bis 20 Jahren verhängt. Jwei Jahre haben wir nun schon Frieden und immer noch werden diese meine Landsleute hinter doppeltem Drahtverhau(mit elektrischer Hochspannung) von Senegal= und Madagaskar=Iegern mit aufgepflanzten Bajonetten bewacht und beständig von deren Schußwaffen bedroht. Erst unlängst wurde der Kriegsgefangene Sternebek durch einrn jungen Madagaskar=keger im Lager von Kgay ermordet. Der lleger wurde für diese Cat sogar noch belohnt, d. h. zum Soldaten erster Masse befördert. Man kann sich denken, welche Folgerungen nun die anderen Bewachungsmannschaften aus dieser Beförderung ziehen werden. Eine große Jahl der Kriegsgefangenen ist es, welche in Frankreich der Verzweiflung preisgegeben und dem Wahnsinn nahe ist. Im„Oepot Special“ des D. G. Kvignon(Daucluse) befinden sich 50 Kriegsgefangene, in Simons 22, in Dourzilhac 15, in Coers 146 und in Agay 64. Ich hoffe von Ihnen, herr Chomas, da Sie einen so großen Einfluß auf die französtsche Regierung haben, daß Sie alles tun werden, was in Ihren Kräften steht, um die Begnadigung dieser Leute zu erwirken, auf daß sie endlich in ihr Daterland und zu ihren Familien zurückkehren Können. Ich war noch niemals von Haß gegen Frankreich beseel. Ich liebte vielmehr das fran#ösische Dolk mit seiner großen Vergangenheit. Desto weher tut es mir, daß in diesem Kulturlande jetzt in der Friedenszeit deutsche Kriegsgefangene noch so behandelt werden, wie ich es hier schildere. Sie befinden sich in einem Durgatorio, schlimmer wie es Dantes„Göttliche komödie“ schildert. Mit Ihnen, Herr Chomas, sitzen auf dem Inbernationalen Arbeitsamt Vertreter aller Uationen vom Dölkerbunde. Wenn Sie mit diesen Herren zusammenwirken und der französischen Regierung Dorstellungen über die gräßliche Behandlung der Kriegsgefangenen machen, bin ich davon überzeugt, wird uns vom Dolksbunde„Rettet die Ehre", Jendaß man diese begnadigen wird oder sie minde i trale Zremen lou; eine ihm gegebenen amtlichen stens in Gefängnisse überführt, wo sie menschenwürdig behandelt werden und nicht immer den Mordversuchen der lleger ausgesetzt sind. Ich gebe mich der hoffnung hin, daß der Schrei des Erbarmens, den ich an Ste richte, nicht ohne Erfolg sein wird, und danke Ihnen im Doraus für Ihre freundlichen Bemühungen.“ Die Ursache der Kartoffelnot Aus Fachkreisen schreibt man dem„Westf. Cageblatt": Der legitime Kartoffelgroßhandel ist an der gegenwärtigen schlechten Lage auf dem Kartoffelmarkt schuldlos und muß jede Verantwortung für die weitere Entwickelung ablehnen. Ein freier handel hat auch in letzter Seit nicht bestanden, im Gegenteil kann man infolge der behaben der Kreis Minden und verschiedene hesstsche Kreise die Ausfuhr gesperrt. Aus dem hauptproduktidungediet Pommern wird betichtet, daß Wage# in letzter Zeit überhaupt nicht gestellt worden sind und insolgedessen die Kartoffelverladungen vollständig darniederliegen. Die Maßnahmen an dem berüchtigten„grünen Cisch“ sind es also, die die Kartoffelnot hervorgerufen haben. Die schlechte Beschaffenheit der Vertragskartoffeln. Im Rathaus zu Duisburg fand eine Versammlung der Lebensmitteldezernenten der Städte Duisburg, Essen, Mülheim, Oberhausen, Hamborn und Sterkrade unter dem Dorsitz des Beigeordneten Commes statt, die sich mit den unhaltbaren Juständen der Kartoffellieferung durch die pommerschen Landwirte befaßte. Es wurde besonders darüber Klage geführt, daß die Landwirte für die vertragsmäßige Lieferung an die Industriestädte die schlechtesten Kartoffeln benützten, während sie die gute Ware dem freien Handel zuführten. Es wurde beschlossen, eine Eingabe an die zuständigen Reichsstellen, den Städtetag, der RheinischWestfälischen Städtevereinigung und an die Reichsund Landtagsabgeordneten zu richten mit der Bitte, um sofortiges Eingreisen der Reichsstellen gegen die Lieferanten und um Entbindung von dem Vertrage für die Städte Mülheim, Ouisburg und Sterkrade, die frachtgünstigere Preise für ihre Kartoffellieferungen wünschen. .90000— Zur schwarzen Schmach Was geht in Griechenland vor? Aus der südlichen Ecke des„Wetterwinkels auf dem Balkan kommen in der letzten Seit allerlei Meldungen, die nichts Gutes verheißen. Die überraschende Erkrankung des Königs Klexander, die auf den Biß eines Affen(1) zurückgeführt wird, war schon danach angetan, die besondere Aufmerksamkeit auf die Entwicklung der hellenischen Dinge zu lenken. heute nun kommt eine Reldung, die noch deutlicher bekundet, daß es vicht„stimmt“! Denizelos, der schier allmächtige Ministerpräsident und Entente=Gefolgsmann durch dick und dünn, bangt um seine Herrschaft. Er soll nach einer Uleldung aus Rthen vom 1. Oktober die Vertreter der Alliierten dort gebeten haben, bei ihren Regierungen um ein zeitweiliges Protektorat für die Dieser Schritt allgemeinen Oppositionsparteien heraus, so Denizelos keinen leichten Stand hat! Ein Celegramm aus Athen vom 16. Ottober besagt: König Klexander liegt im Codeskampfe. Ale Nachsolger wird voraussichtlich sein Bruder Daul den Uhron besteigen, jedoch unter der Kufsicht einer Regentschaft, die wahrscheinlich unter Leitung von Admiral Kunduritis stehen wird. —9000 Politik und Wehrmacht Gedanken zum neuen Wehrgesetz. von Hauptmann a. D. Dr. Krukenberg. Betrachten wir die Armee in ihrem Verhältnis zum Staate, so erscheint sie nicht nur als ein sondern geradezu als das ausschlaggebende staatliche Machtmittel. Oessen Verwendung mitzubestimmen, wird immer das Siel jeder politischen Betätigung des Einzelnen sein. Diese Stellung der Regierung Denizelos nachzufuchen. Bot:####t Wehrmacht als Objekt politischen Strebens tritt zurückzuführen gerade in Seiten innerer Unruhen deutlich Tete Dreinen, tauf erner ihm gegebonen unetrichen. Bestätigung mitgeteilt, daß die französische Regierung die Senegalneger aus dem besetzten Gebiete zurückgezogen und nach Syrien geschickt hat. Es sind aber trotzdem noch rund 45000 Farbige im besetzten Gebiete, und zwar Bataillon Madagassen in Ludwigshafen, 1 Bataillon Madagassen in Germersheim. 16 Regimenter Klgerier, Cunesen und Marokkaner, verteilt auf das ganze sonstige von den Franzosen besetzte Gebiet.— Der erreichte Erfolg ist also erst ein Ceilerfolg. Doch beweist er, daß die Anstrengungen zur Beseitigung der sogenannten Schwarzen Schmach nicht vergeblich sind. —00 Polen beschlagnahmt deutsche Schiffe. Durch einen neuen schweren Uebergriff der volhördlichen Bestimmungen und Gesetze und infolge i ntschen Regierung sind in den letzten Wochen rund 208 im Uetzedistrikt liegende große Cransport= kähne und dürfte auf seine Befürchtungen sein, die dieser vor einem Staatsstreich hat, der dem König Konstantin wieder zur Macht verhelfen könnte. Das Vorgehen des Ministers steht zweifellos im Jusammenhang mit der Verschlimmerung des Justandes des Königs Klexander, bei dessen Kbleben ernsthafte Schwierigkeiten entstehen würden, da nach der Absetzung des Königs Konstantin über die griechische Chronfolge keinerlei Abmachungen getroffen wurden. Wie nun die Entwicklung der Dinge sein wird, steht noch dahin, zumal eine Genderung der Dolitik der Verbandsmächte England und Frankreich ge#######e in Seiten innerer Unruhen deutlich hervor. Das lange vor der französischen Revolution gesprochene Wort:„Entweder wird der König eine Armee oder die Armee einen König haben,“ gilt für alle Staatsformen. Es weist uns daraufhin, daß eine eigene Politik durch die Wehrmacht als die Beherrschung des Staates durch eine militärische Diktatur herbeizuführen beabsichtigt. Auf politischem Gebiet ist jede Verschiebung der Rollen zwischen Armee und Staatsleitung von weittragenöster und nicht aufzuhaltender Bedeutung. Gerade die Ereignisse der Märztage sollten auch dem Kußenstehenden gezeigt haben, auf welchen gefährder Festlegung der 55 Millionen Sentner Vertragskartoffel zum Preise von 30 Mark nur von einer neuen Form der Iwangswirtschaft sprechen. Die Zwangswirtschaft hat im letzten Jahre nur 46 Millionen Jentner aufzudringen vermocht; wenn nun durch Schaffung der Reichsreserve und der Lieferungsverträge 55 Millionen Sentner zum Preise von 30 Mark aufgebracht werden, so ist der Großhandel nicht in der Lage, nennenswerte Ulengen freier Kartoffeln zu einem billigeren Dreise geschweige zu dem festgesetzten Richtpreis von 25 Mark oder darunter aufzubringen. Die Schwierigkeiten für den legitimen handel, die neben der Reichsreserve und den Lieferungsverträgen noch vorhandenen freien Kartoffeln für die Versorgung der Bevölkerung zu beschaffen, werden noch weiter verschärft durch die Ausfuhrverbote einzelner Kreise und Landesteile und durch die mangelhafte Wagengestellung. So hat der Freistaat Groß=Chüringen ein Ausfuhrverbot für Kartoffeln erlassen, ebenso Dampfer beschlagnahmt worden, die nach Deutschland zurückgeführt werden sollten. Dadurch sind mehrere hundert Schiffer mit ihren Familien brotlos geworden; sie mußten jetzt in die Heimat zurückkehren, ohne mehr als das llotwendigste retten zu können. Der Verlust der Schiffe ist für Deutschland um so schwerwiegender, als es sich durchweg um die größten und besten Cransportkähne handelt, die während des Krieges für die heeresverwaltung Cransporte im Osten auszuführen hatten und die gerade jetzt angesichts der immer größer werdenden Kohlennot für die deutsche Dolkswirtschaft von Bedeutung sind. Der Schaden, den die Eigentümer der Kähne erleiden und der jetzt vom Reiche vergütet werden muß, beträgt nach vorläufiger Schätzung über hundert Millionen Ulark. Pflicht der Reichsregierung ist es, einmal die ganze Sache aufzuklären und dann Polen den deutschen Standpunkt klar zu machen. der Möglichkeit liegt. Darauf deutet die plötzliche Abberufung des französischen Gesandten in Sthen hin, dem allen Anschein nach auch sein engltscher kollege, der augenblicklich auf„Urlaub“ ist, folgen wird. Es sei erwähnt, daß diese beiden herren bei der sogenannten Revolution in Saloniki, der Entthronung König Konstantins und der gewaltsamen Einsetzung Denizelos eine Hauptrolle gespielt geiben. Zu den außenpolitischen Schwierigkeiten kommen die innerpolitischen. Griechenland steht am Dorabende der Kammerwahlen. Die Regierung läßt alle Rinen springen, um den Sieg im Wahlkampfe davonzutragen. Nachdem sie das Wahlgesetz ihren Parteiinteressen entsprechend abgeändert und sich durch ein neues Gesetz der Stimmen der Soldaten an der Front versichert hat, hält sie das Verbot der Oppositionsblätter in den neuerworbenen Landesreilen und an der Front weiter aufrecht und verbietet jede Wahlmantfestation unter freiem Himmel. Und noch mehr! Die der „Rizospastis“ erfährt, wurde in der Wahlkommtssion der Regierung der Dorschlag des Finanzministers und Leiters dieser Kommission llegropontis angenommen, kleine Kriegsschiffe zur Beförderung venizelistischer Wähler von Kreta und Smyrna zur Wahl nach Athen zu benutzen. Ob damit die starke bürgerliche Opposttion unterzukriegen ist, steht auf einem andern Blatte. Jum erstenmal in der Geschichte Griechenlands tritt diesmal im Wahlkampfe eine sozialistische Partei auf, die„Eriechische kommunistische Partei“, die zur dritten Internationale gehört. Sie geht allein in den Kampf, trotz der Versprechungen, die ihr seitens der bürgerlichen Opposttionspar= teien gemacht wurden. Sie wird in den Großstädten und auf dem Lande mit eigenen Listen auftreten. Nachdem nun auch der Belagerungszustand und die Jensur aufgehoben worden sind, stellt sich, wie der „Weserzeitung" aus Ethen geschrieben wird, im Wahlkampfe immer mehr das Uebergewicht der aan genüber Denizelos nicht außerhalb des Bereiches lichen Bahnen ein Staat wandelt, dessen Leitung nicht für eine einwandfreie klare Ordnung dieser Verhältnisse Sorge getragen hat. Aktive Eigenpolitik und Dienst in der Wehrmacht sind innere Widersprüche. Als Ceile jenes Bittels, das zu beherrschen das Jiel jeder Staatspolitik bleiben wird, müssen sich Offiziere und Mannschaften deshalb im Dienst jeder eigenen politischen Betätigung enthalten. Diese Forderung wird unterstützt von der gerade in letzter Seit wohl jedem Einzelnen klar gewordenen Catsache, daß eine eigene politische Cätigkeit des Vorgesetzten das Grab seines Ansehens und eine Quelle des Miß. trauens in einer Cruppe werden muß. Hierin gelten für keine Stelle Ausnahmen. Auch die höhere Führung darf sich dem nicht verschließen. Die innere Notwendigkeit, derentwegen der Soldat aus der Stellung seines Berufes und zum Staate willen im Dienste keine eigene Dolitik treiden darf, macht für ihn den vom Wehrgesetz geforderten Verzicht auf die Ausübung des Wahlrechts an sich zwar noch nicht zur Forderung. Wahlrecht bedeutet jedoch auch Wahlkampf. Die mit diesem verbundene Propaganda und der Stimmenfang durch die Darteien muß aber unter allen Umständen der Cruppe fern bleiben. Jede Wahlagitation in der Wehrmacht würde in Kürze der inneren Festigkeit das Grab graben. Kußerdem ist gerade in Seiten der Wahlkämpfe und Entscheidungen größte Jurückhaltung jedes einzelnen Soldaten schon deshalb am Platze, weil es die erste der aus seinem Eide auf die Verfassung zu folgenden Pflichten ist, in solchen Augenblicken unabhängig von wechselnden Regierungsmehrheiten den Staat zu stützen. Um diese Pflicht zu erfüllen, wird er trotz aller dagegen anzubringenden Einwände auf die Ausübung der mit ihr unvereinbaren staatsbürgerlichen Rechte, also auch das Wahlrecht, verzichten müssen. Der Staat, dem die Wehrmacht dient, wird aber gut tun, deren Angehörige aus eigener Ueberzeugung zu verläßlichen Stützen seiner inneren Ordnung und Verteidigung seines Be1 * Dornenwege. * Roman von C. Dressel. (Nachbruch verboten.) Als Marion in Begleitung ihres Verlobten den breiten Vorgarten betrat, sah sie befremdet, daß lediglich aus dem im Parterre befindlichen Wohnzimmer der Tante ein sanftes elektrisches Licht schimmerte, somit nur kleiner Familenempfang stattfinden würde. „Dafür hätte ich mich nicht in Gala zu werfen brauchen," dachte sie nicht ohne ökonomisches Bedauern für ihr zartes Gesellschaftskleid, das besonders hübsch und modern, ihr für solch ein Zusammensein unter sich beinah' zu schade und auch zu anspruchsvoll erschien.„Eberhard hätte sich auch deutlicher ausdrücken können, seine Gedankenlosigkeit wird immer haarsträubender." Und nun war er nicht einmal da, daß sie ihn gleich hätte zur Rede stellen können. "„ W e n n E b e r h a r d b l o ß n i c h t d i e E i n l a d u n g vergißt, Tante würde dann sehr unliebenswürdig sein,“ sagte sie aus Iihren unruhigen Gedanken heraus zu dem Assessor, der, natürlich ebenfalls in full dress, gerade mit stiller Ironie seinen einsam im Vorzimmer hängenden Ueberzieher betrachtete, während er die hellen Handschuhe anzog. hoffe, die gnädige Tante wird in Anbetracht meiner neuen Würde— er hatte die amtliche Bestätigung bereits in seiner Wohnung vorgesunden— uns trotzdem in Wahrheit gnädig gestimmt sein“, versetzte er mit Betonung. Zudem siehst Du so reizend aus“, schaltete er in leiser Zärtlichkeit ein,„daß Du den grimmigsten Oger entwäffnen müßtest. Verdrießlich ist mir nur der schwarze feierliche Gesell da binten, sonst würde ich Dir mein Entzücken noch deutlicher zeigen.“ Or seife Haushofmeister tat ihm jedoch nicht den Gefallen, zu verschwinden, sondern stand, in ruhiger Würde seines Amtes wartend, da, bis Marion auch den letzten Knopf ihrer langen Handschuhe geschlossen und er den Moment gekommen sah, dem jungen Paare die Tür zum Salon seiner Herrin zu öffnen. Fräulein v. Mollentin, eine rüstige Sechzigerne, die ihre kräftige Gestalt noch sehr aufrecht trug, begrüßte die Verlobten in anscheinend vortrefflicher Stimmung, wenngleich sie mit sichtlichem Staunen ein wenig spöttisch auf die große Toilette auspielte. Marion murmelte etwas von mißverstandenem Auftrage, Eberhards Zertreutheit habe den Fehler verschuldet. alte Fräulein lachte herzlich.„Der Sausewind hat jetzt natürlich besondere Mühe, seine paar Gedanken zusammen zu halten. Ist nämlich den ganzen Vormittag mit Vella Kunstschwärmen gegangen, und die kann einem jungen Herrn zu schaffen machen.“ „Bella ist hier? Davon sagte er gar nichts“, stammelte Marion. „Er wollte Dich wohl überraschen", meinte die Tante vergnügt.„Wer weiß, vielleicht ist Deine Festrobe doch am Platze. Uebrigens liebe ich auch gut gekleidete Leute. Im ganzen versiehst Du's wenig, Dich anzuziehen.“ „Weil ich keine groze Garderobenwahl habe und noch weniger Zeit, mir Toilettengedichte zu ersinnen“, dachte Marion, während sie schweigend die Rüge über sich ergehen ließ und auch der Tante versöhnender Zusatz:„heut siehst Du aber passabel aus, wirklich nett, Kleine“, sie nicht weiter rührte. „Nicht wahr, gnädiges Fräulein?“ nahm da Westerot das Wort.„Eine prächtige Oberbürger= meisterin wird meine reizende Marion geben.“ Jene horchte auf.„Haben Ihre Worte tie feren S#, lieber Assessor?“ Er be tätigte es in stolzer Freude. Ihr herzlich gemeinten Glückwunsch fügte Fräulem v. Mollentin die Verheißung hizu: kun, Marion soll der Würde Ehre machen und mit mir zufrieden sein, sofern——“ Sie zögerte einen Moment, um dann mit Nachdruck zu schließen,„auch Eberhard meiner Erwartung entspricht. Und dann soll's eine prächtige Doppelhochzeit geben in kürzester Zeit.“ Also doch ein„wenn", und was mag sie überhaupt mit ihrem Erbprinzen vorhaben? dachte Westerot mißtrauisch. Und wenn etwa dieser verzogene Heißsporn—.— Er kam nicht dazu, seine unruhigen Gedanken weiter auszuspinnen, denn eine schmale Mädchengestalt, die bis dahin hinter einem hohen Blumenständer verborgen in stiller Beobachtung gesessen, trat plötzlich, mit unhördaren Schritten durch den Salon gleitend, in den Gesichtskreis der anderen. Eine sehr weiße, beinahe blutlose Hand streckte sich Marion entgegen, und eine seltsam harte Stimme, die weder Alter noch Geschlecht erraten ließ, sagte:„Tag, Marion, freut mich, Dir nun persönlich gratulieren zu können.“ Die blasse Hand und das ausdruckslose Organ gehörten einer jungen Dame, die mit ihren mageren dürftigen Formen und einem völlig farblosen unsympathischen Gesicht fast häßlich zu nennen war. Im vollen Scheine des kalten elektrischen Lichtes, das ihrer bleichen Farbe keineswegs zum Vorteil gereichte, hatte sie in dem weißen Kleide, das sie trug, etwas seltsam Unkörperliches, das einen Symbolisten vielleicht angezogen hätte, für den gesunden Normalmenschen hingegen eher beängstigend wirkte. “ M a r i o n a b e r, w e l c h e d i e ä t e r i s c h e C o u s i n e schon seit Jahren in dieser blutleeren Verfassung kannte, umarmte sie herzhaft und fragte dann heiter: „Ich glaube, mein Verlodter ist Dir fremd, nicht Bella?“ :„Ja,“ nickte die mit einem merkwürdig durchdringenden Blick auf den sich verneigenden Mann, gich sah Herrn Westerot nie zuvor.“ War ja im letzten Jahr nur auf kurze Stippsvisiten iu Berlin, lediglich um Besorgungen zu machen.“ „Als Braut senne ich Dich noch gar nicht mal, wir verfehlten uns immer.“ Marion nickte gleichmütig.„Jetzt sind wir bald ein Jahr verlobt.“ „Und bist doch erst achtzehn.“ „Schadet das was?" „Nichts anders, als daß ein so junges Ding meist wenig Urteil hat und sich eigentlich nur von unbewußten Instinkten leiten läßt,“ warf die Tante ein. Marion schwieg. Heimlich lächelte sie dem Verlobten zu. Und er antwortete statt ihrer: Dieser Instinkt wird wohl der richtige gewesen sein. Ich hoffe, er führt Marion so sicher, wie er mich beglückt.“ „Junge Liebe ist blind. Die erste fast immer Torheit,“ sagte Bella mit ihrer harten spröden Stimme. Und wieder starrte sie Marions Verlobten an, als wollte sie ihm Herz und Nieren prüfen mit ihren talten scharf sondierenden Augen. Er sah unbehaglich in das fahle, so wenig jugendfrische Gesicht, das schlichte Madonnenscheitel von einem stumpfen Blond, die dem spitzen schmalen Oval aber herzlich schlecht standen, in aufsatlender Weise umrahmten. „Ist das ein Wesen von Fleisch und Blut?“ mußte er denken.„Hoffentlich meldet sich dies geisterhafte Cousine nicht später bei uns zun Hausbesuch an. Sie ist mir unheimlich.“ Mit Geuugtuung wanderten seine Augen zu Marion. Wahrhaftig, seinem braunlockigen Schatz im strahlenden Zauber blühender Achtzehn kam sobald keine andere gleich. Zootetzung foigt. wird seit über 25 Jahren von Arzten and Zahnärzten empfohlen als eins der zuverlässigsten Mittel zur Pflege des Mundes und der Zähne. Probetuben versenden kostenfrei P. Beiersdort& Co., d. m.b. A. Hamburg 30. standes nach außen zu machen. Er wird davon abstehen, ihnen die Gewinnung der dafür nötigen eigenen politischen Anschauung durch Verbote zu erschweren, deren Befolgung zu überwachen zudem niemand in der Lage ist. Nur wenn Wehrmacht und Dolk ein Ganzes bilden, werden beide auf die Erschütterungen jeder Art für einander eintreten. Die Aufgabe aller Derer, denen eine innere Gesundung Deutschlands wirklich am herzen liegt, wird es sein, diesem Gesichtspunkt unbekümmert um etwaige Parteiinteressen bei der Beurteilung des Wehrgesetzes Rechnung zu tragen. Seine klare und eindeutige Fassung ist von derartig ausschlaggebender Bedeutung für die Wiedereinkehr von Ruhe und Ordnung im Lande, daß seinen Beratungen von allen an unserm politischen Leben Interessierten die allergrößte Bedeutung geschenkt werden muß. Wenn die Ereignisse des März dazu beigetragen haben sollten, der vielfach noch fehlenden Auffassung von der Wichtigkeit des Interesses der Allgemeinheit für die Wehrmacht und der Schaffung einer mit der Seit ausgesöhnten Cruppe wettere Kreise zu gewinnen, so werden sie wenigstens nicht nur Schaden angestiftet haben. „—0000— Aus Stadt und Land. Konfirmanden= und Kommunionunterricht. Unter Aufhebung aller bisher geltenden Knordnungen hat der preußische Kultusminister Haenisch für die Seit des Konfirmanden= und Kommuniopunterrichts neue Bestimmungen getroffen. Danach wird die Seit für den kirchlichen Unterricht auf Grund von neuen Verhandlungen zwischen Vertretern der Kirche und Schule festgesetzt. lähere Knordnungen bleiben den Orovinzialbehörden überlassen. Bei den Verhandlungen sind folgende Gesichtspunkte maßgebend: der kirchliche Unterricht soll grundsätzlich auf schulfreie Nachmittag. gelegt werden, wobei Uittwoch und Samstag nicht in Anrechnung kommen. An den zwischen Schule und Kirche vereinbarten Nachmittagen wird die Schule durch keinerlei Knordnungen störend in den kirchlichen Unterricht eingreifen. Wo es bei solchen Knondnungen dem Pfarrer nicht möglich ist, einen gedeihlichen Unterricht zu erteilen, wird die Schule für die Konfirmanden bestimmter Klassen zweimal eine Eckstunde freigeben, welcher nicht mehr als vier Unterrichtsstunden vorangegangen sein dürfen. Des weiteren sollen an zwei Wochentagen die beiden letzten Schuleckstunden freigegeben werden. Der über ein Jahr hinausgehende kirchliche Unterricht ist außerhalb der Schulzeit zu erteilen. *e(Erleichterungen beim Steuerabzug.) Durch die Bekanntmachung des Reichsministers der Finanzen über Erleichterungen beim Steuerabzug vom Arbeitslohn vom 1. September 1920 waren die vorläufigen Bestimmungen über die Freilassung von Durchschnittsbeträgen beim Steuerabzug bis Ende September verlängert. Es wird darauf hingewiesen, daß vom 1. Oktober ds. Is. ab dagegen jeder Arbeitgeber von den ständig bei ihm teschäftigten Arbeitnehmern bei jeder Lohnzahlung die Abzüge nach den schan wiederholt bekanntgegebenen Bestimmungen ziffernmäßig vorzunehmen hat. Frei bleiben also von jetzt ab nur: für die erste Person eines Haushaltes jährlich rund 500 Mark, für jedes zu unterhaltende Kind jährlich 500 Mark. In vielen Fällen werden jedoch trotz des Steuerabzuges vom Arbeitslohn nach erfolgter endgültiger Veranlagung im Frühjahr 1921 noch Nachzahlungen zu erfolgen haben. **(Achtet auf die Winterkartoffeln), denn sie saulen stark! Dieser Mahnruf erscheint leider gerade in diesem Jahre, wo die Kartoffeln so teuer sind und die Frage der Kartoffelbeschaffung schon so viele Aufregung verursacht hat, besonders geboten zu sein. Schon jetzt wird überall dort, wo man in übertriebener Sorge um seine Kartofselbelieferung allzu früh seinen Bedarf einkellerte, lebhaft über starkes Faulen der Kartoffeln geklagt. Für jeden Sachkundigen bedeutet diese Jeststellung nichts Ueues, denn wohl noch niemals seit Jahren wurde durch eine allzu frühe Ernte an unseren so dringend notwendigen Kartoffelbeständen so frivol gesündigt wie in diesem Jahre. Die Kartoffelernte setzte in manchen Gemeinden heuer um 8—14 Cagen früher ein als in früheren Jahren, wo bis Ende September das Kartoffelkraut oft schon allgemein abgestorben war, während er in diesem herbste bis in den Oktober hinein noch grün geblieben ist. Das Drängen der Käufer, die vielen Felddiebstähle größeren Stils und die ganze Unsicherheit im Kartoffelhandel selbst veranlaßten otele Landwirte zu vorzeitigem Kusmachen der eres Umlesen der Kartoffeln kagerung derselben ist jetzt jedem dringend anzuraten, der sich vor empfindlichen Schaden und vor Rot im Winter bewahren will. *r(Meiteres Anwachsen der Wenn auch der Ausweis der Reichsbank vom 7.110. 1920 nicht wie der die wenig erfreuliche Uitteilung Dapiergeldumlauf weiter gestiegen ist. 356 Millionen Mark mußten neu in den Verkehr gebracht werden, so daß mit 62078,5 Millionen Mark Banknoten und 13 360,7 Millionen Mark an Darlehnskassenscheinen der Dapiergeldumlauf auf 75 Millionen Mark gestiegen ist. **(Verschiebung der Wahlen zu den Gewerbeund Kaufmannsgerichten.) Dom Reichsarbeitsministerium wird mitgeteilt:„Mit Rücksicht auf wiederholte Anfragen wird nochmals empfohlen, die Wahlen der Beisitzer zu den Gewerbe= und Kaufmannsgerichten, soweit sie noch nicht stattgefunden haben, bis nach Erlaß der binnen kurzem zu erwartenden Rbänderungsverordnung zum Gewerbegerichtsgesetz und zum Gesetz betreffend Kaufmannsgerichte hinauszuschieben. In der Derordnung wird auch die Amtsdauer der bisherigen Beisitzer entsprechend verlängert werden. *(Forderung der Arbeitsinvaliden.) Der Zentralverband der Arbeitsinvaliden Deutschlands, Ortsgruppe hagen, stellt in einem Antrage, der den Stadtverordneten zugegangen ist, folgende Fordernungen auf: Die Unterstützungssätze der Wohlfahrtspflege sind um 50 Prozent zu erhöhen. Kußerdem sind die Dreise für heizung und Beleuchtung(Kohlen, koks, holz, Briketts, Gas) für die minderbemittelte Bevölkerung um 30 Prozent herabzusetzen. Bei Gewährung von Wohlfahrtsunterstützungen sind Renten aus der R.=D.-O., sowie private Suwendungen, auf welche ein Rechtsanspruch nicht besteht, nicht in Anrechnung zu bringen. Bei der in Aussicht genommenen Verbilligung der Lebensmittel für Minderbemittelte sind folgende Richtlinien einzuführen. Als minderbemittelt sind solche Personen anzusehen, deren Einkommen den anderthalbfachen Betrag der nach Siffer 1 festgesetzten Wohlfahrtsunterstützung nicht übersteigt. Das Arbeitseinkommen von im Hause lebenden Angehörigen im Alter von über 21 Jahren kommt hierbei nicht in Anrechnung. *(Aus dem Cheaterbüro.) Am morgigen Donnerstag findet wiederum ein„Bunter Abend“ im hotel Quisberg(Jöckel) statt. Die Direktion des Cheaters hat für ein großes, abwechselungsreiches Programm gesorgt, so daß jeder Besucher auf seine Kosten kommen wird. Das gesamte Personal ist beschäftigt; auch wird Fräulein Kosl hartmann das Hublikum mit einigen Liedern erfreuen.(Siehe uuch Anzeige.) **(Das Ruhrgebiet ohne Kohlenreserve.) Wie aus Essen berichtet wird, betrug nach verläßlichen Angaben an einem Stichtag, dem 9. Oktober d. J, die Ulenge der Tagerbestände auf allen Sechen des Kuhrbezirks im ganzen nur 75 681 Connen. Diese Ulenge entspricht nur einem Bruchteil der Cagesförderung. Ueber eine Kohlenreserve im Industriebezirk verfügt Deutschland demnach nicht mehr. (Und Frankreich erstickt in Kohlen. Schriftl.) *e(Der Cheaterverein Humor), dessen theatral. Darbietungen sich beim hiesigen Publikum stets großer Beliebtheit erfreuen, veranstaltet am Sonntag, den 24. ds. Ults., im neudekorierten Saale des „Destfäl. hofes" wieder einen Cheaterabend. Jur Aufführung gelangt ein großangelegtes dreiaktiges Orama„Des Schmugglers Edelstein“ und ein prächtiges Lustspiel„Dennemanns Sommerreise". Beide Stücke sind aufs beste einstudiert, so daß den Besuchern recht genußreiche Stunden in Aussicht gestellt werden können. *(Ein Blinden=Konzert) findet am Mittwoch. 3. Jovember, im kathol. Vereinshaus(Hotel Östernann) statt. Das Programm, von vier blinden Künstlern bestritten, besteht aus Klavier= und E: sangvorträgen(Soli, Duette und Quartette) und ist schon des edlen Zweckes wegen den Veranstaltern ein recht volles haus zu wünschen. Mit dem kartenverkauf ist bereits begonnen. **(Der heutige Wochenmarkt) war mit Erzeugnissen des Gartenbaues und der Landwirtschaft wieder reich beschickt, doch übten die Käufer große Zurückhaltung. Die Dreise haben sich wenig oder gar nicht geändert. Für Aepfel wurden 100—120 Pfg. verlangt, Birnen 80—100 Pfg., Swiebeln 85 bis 120 Pfg., Möhren 40—50 Pfg., Sellerie 30—40 Pfg., Rotkohl 50—60 Pfg., Weißkohl 30—40 Pfg., Grünkohl 30—40 pfg., Porre Bund 30—60 Pfg., Salat per Stück 20—25 Pfg., Feldsalat Ofd. 150 pfg., kohlrabi Stück 10—30 Pfg., heringe Stück 70—130 Pfg., Schellfisch Pfand 240—230 Pig. Aus den Previnzen. * Dortmund, 19. Okt.(Streit aus Seche Aldelnt serstuhl.) Seit Montag früh ist die Belegschaft der eesoe#. Jeche Kaiserstuhl in den Streik getreten. ls zeit geltenden Carisvertrag ist Monats als spätester Cermin für die Restzahlung vorgesehen. Der Betriebsrat wurde frühzeitig von der Verlegung des Lohntages in Kenntnis gesetzt. Die Verlegung mußte eintreten wegen Abrechnungsschwierigkeiten. die Belegschaft ist auch am Dienstag nicht wieder eingefahren, da eine bindende Jusage, daß die Löhnung am 23. Oktober stattfinden solle, nicht gegeben werden kann. * Beelen. 19. Okt.(Entführt) wurde in Wavendorf ein 13 jähriges Mädchen von einem Sigeuner. Das Kind befand sich auf dem Wege von Der tüchtige Kassierer. Einen Kassierer zu finden, der nicht mit der Kasse durchbrennt, ist immer schwer, besonders aber sicherlich für den„Reichsverband der Dorbeesben un Pnehin zuhachende Grzäige in dur Der früder Dorbestraften und Angeklagten, der Pferdehändler heinrich Pommerenche, wohnhaft in Vergedorf, ist nach Unterschlagung ihm anvertrauter Geloer Reichsverbandes flüchtig geworden. D. versucht auf Grund der noch in seinem Besitz stohlenen Akten des Reichsverbandes verband durch Einkassierung von Geldern und sonstige Betrügereien dauernd zu schädigen. warnen jedermann, sich mit diesem Betrüger zulassen, da wir für nichts aufkommen. Der Dorstand.— Der„Reichsverband der Dorbestraften e un#.# u. Al gcklagen“ täte gut daran, sich zu öberlegen, der Schale nach Haute und wurde ötzuch von zicgt dach sicher einen Schazmeiter wihit, einen Bude angefalen. Eis e2 16 vur od, der richt zu seinen Mitzliedern zählt. Denn, amiesite, wude es von eiem Moure, eprtten und die gugeneigüligkeiten zu behaupten, as glt in einen Stoenunerwagen zgrichleppt, der in Horhlem, ein Sprichwort:, Die Katze läßzt das Mausen nicht. Cenvo davonfahr, Nohe bei der Sotuz, Verzen 104— 20. Okt.(Freiwillige Teuerwel.. Morgen. Donnerstag, abend 7½ Uhr findet im Lokale des herrn C. Deukmann eine wichtige Versammlung statt. Auf der Cagesordnung steht u. a. Berichterstattung über die Cagung des Westfäl. Drovinz.=Feuerwehrverbandes in hohenlimburg, sowie der Kreisfeuerwehrverbandsversammlung in Sölde, Beschlußfassung über die diesjährige SchlußUedung, Annahme einer Schenkung, Ceilnahme an der Schluß=Uebungsfeier in Westhofen usw. alle ein Ssten; uutren ur. uu, Ptzde, gmetge eie geuasche e in den Kellern und eine trochene, lustige und flache:(Diege auch gelang es dem Mädchen, in einem undewachten Augenblick aus dem Wagen zu springen und zu dem gerade auf der Station haltenden Güterzuge zu eilen. Man brachte das zu Code erschreckte Kind zu hiesigen Verwandten und nahm die Verfolgung des Sigeunerwagens auf, die bisher ergebnislos war. Die Zigeuner werden allmählich nicht nur zu einer Landplage, sondern auch zu: einer Gefahr für die Kllgemeinheit. * Siegen, 19. Okt.(Jur Warnung.) Jwei Schulknaben in Rodheim, die zum Drachensteigen Funkerdraht benutzten, kamen dabei der hochspannung zu nahe. Während der eine mit schweren Brandwunden davon kam, mußte der Sohn der Jamilie E. Schmidt sein Spiel mit dem Code be: Helsenkirchen, 19. Okt.(Ein Verbrechen7) Aus dem Kanal wurde die Leiche einer weiblichen Person im Alter von 20 bis 23 Jahren gelandet. Schwere kopfverletzungen lassen darauf schließen, daß an der Coten ein Verbrechen verübt worden ist, zumal alle Wertsachen fehlen. Hamborn, 19. Okt.(Beraubungen der Post.) der Schulstraße in Bruckhausen sprangen Räuber auf einen in voller Fahrt befindlichen Postwagen, zerstörten die hintere Gittertür und raubten ein Kassette mit 31000 Mark. Die Cäter entkamen unerhannt. * Bottrop, 19. Okt.(Bei lebendigem Leibe verbrannt.) Der Schmierer Josef Ukszanoski geriet auf der kokerei der Seche„Prosper 3“ unter eine glühende Koksofentür, verbrannte am ganzen Körper und starb unter furchtbaren Schmerzen. * Düsseldorf, 19. Okt.(Gattenmord.) Auf dem Bahnhof Düsseldorf=Reisholz war die Leiche des Hilfswagenmeisters heinrich Klaus auf den Eleisen gefunden worden. Blutspuren führten von der Fundstelle zur Wohnung des Coten. Jetzt ist nach Meldungen der hiesigen Dresse die Ehefrau Kraus und der eigentliche Cäter, dessen Uame noch nicht bekannt ist, verhaftet worden. * Düsseldorf, 19. Okt.(Die Vergnügungssucht.) Daß die wirtschaftlich schlechten Seiten der gnügungssucht keinen Abbruch tun, zeigt deutlich das überraschend hohe Ergebnis der Lustbarkeitssteuereinnahme, die im September in Düsseldorf erzielt worden ist. Sie erbrachte 637329 Mark gegen 176 433 Mark im September 1919 und erreichte damit eine bisher noch nie dagewesene höhe. * Köln, 17. Okt.(Kartoffelbelieferung oder Zwangswirtschaft.) Die zu einer großen Versammlung zusammengetretenen Kölner Betriebsräte sandten an das Reichswirtschaftsministerium ein Celegramm, wonach die Kartoffellieferung des Kölner Wirtschaftslebens gefährdet ist, da die Erzeuger zu 25 Mark nicht liefern wollen. Die Betriebsräte verlangen die sofortige Wiederaufnahme der Iwangswirtschaft. Die Drüfungsstelle vom Regierungsbezirk koblenz hat den Dreis von 25 Mark für den Jentner für den Regierungsbezirk zum Richtpreis für Kartoffeln erklärt. * Bensheim, 19. Okt.(Dier Menschen angeschossen) hat ein Jäger aus Auerbach auf der Hühnerjagd in der lähe des Bensheimer Conwerkes. Klle vier, die Familie Bergenheimer, saßen auf einem Wagen, als der verhängnisvolle Schrotschuß krachte. Die Frau erhielt einen Schrotschuß in beide Kugen, sie wurde am Abend noch nach heidelberg gebracht. Das linke Kuge ist vollständig ausgeschossen. Ihrem Sohne Josef wurde das rechte Zuge verletzt, seine Cante und das Dienstmädchen wurden ebenfalls verletzt. * Krefeld, 19. Dkt.(40000 Mark gestohlen.) Der Rentner Stomps hatte in einem in der Wand angebrachten verschlossenen Geheimfach sein Barvermögen von 40000 Mark in Causendmarkscheinen und für 600 Mark Goldgeld aufbewahrt. Während einer kurzen Abwesenheit ist ihm das gesamte Geld mit einem Nachschlüssel aus dem Schräntchen gestohlen worden. * Kachen, 19. Okt.(Wiedereinführung der Kartoffelrationierung.) Mit dem gestrigen Cage hat die Stadt Kachen die Kartoffelrationierung wieder aufgenommen, damit; wie es in der Anhündigung heißt, die städtischerseits zur Rusgabe gelangenden Kartoffeln gleichmätzig an die Bevölkerung zur Verteilung kommen. Letzte Drahtmeldungen. Eigener Depeschendienst. 5 Die Spaltung der U. S. p. D. Waß Frankfurt a. M., 20. Gkt. Die„ Itg.“ meldet aus Stuttgart, daß die Unabhängigen den Kustritt von fünf seitherigen Mitgliedern aus der Landtagsfraktion mitteilen. Damit ist die Spaltung der Partei auch in der württembergi####n Doltsvertretung vollzogen. Großfeuer in einer Gelmuhie. WOB Sonderburg, 20. Okt. In der Nacht ist die Gehlmühle in der Perlstraße abgebrauzt, vermutlich infolge von Selbstentzündung. Schaden wird auf 3—4 Millionen dänische Kronen geschätzt. Etwa 100 Arbeiter sind beschäftigungslos. Wiedereinführung der Monarchie in Ungarn. TU Genf, 20. Gkt. Nach einer Havasmeldung haben sich die alliierten Regierungen zur Knerkonnung der kommenden Ulonarchie in Ungarn beret## erklärt. In der ungarischen Nationalversammlung wurde ein Antrag eingebracht, wonach die Monarchie in Ungarn als Staatsform durch ein Staatsgrundgesetz festgelegt werden soll. 600 Condon, 20 cbt. Hallo Keieauet zufolge verlautet, daß man als König für den ungarischen Chron entweder einen skandinavische## prinzen oder den zweiten Sohn des Königs oon Belgien ausersehen habe. Die Lage in Italien. aU Jürich, 20. Gkt. Der„Secolo" berichtet: Die haussuchungen in Matland, Curin, Genua und Bologna haben ergeben, daß die anarchistische drganisation sich auf ganz Ober= und Mittelitelten erstrecken und daß bis ing einzelne Dorbereitungen für terroristische Hutsche getroffen sind. Die Regierung beschloß, 65 der bisher verhafteten#unländischen Knarchisten und Bolschewisten auszue England und die Beschlag nahme der Dieselmotore. aU München, 20. Okt. Der englische Konfuk für Bayern, Mr. Smalbournes, hatte am Montag eine Aussprache mit Industrie=, Handels= und Wirtschaftskreisen Schwabens. Ulan geht nicht fehl der Annahme, daß im Mittelpunkt der Erörterungen die Beschlagnahme der Dieselmotore gestanden Uerenski über Sowjetrutzland. Prag, 20. Okt. Kerenski ist hier eingetroffen Seine Anwesenheit hier soll mit Dorbereitungen zu einer Unternehmung gegen Sowjetrußzland zusammenhängen. Einem Ausfrager gegenüber esklärte Kerenski, daß die russische Käteregterung vor dem Jusammenbruch stehe. Jetzt sei es an Zeit, daß sich alle Parteien zusamenschkössen, um Sowjetrußland endgültig zu beseitigen und neueg Regime in Rußland aufzurichten. Ein Sieg der Sowjet-Cruppen. Stockholm, 20. Gkt. Nach einer Meldung haben die Sowjet=Cruppen einen Sieg über die Cruppen Vrangels im Raume von Mikropol errungen. Drangels Kavallerie sei vollständig ausgerieben und befinde sich auf der Flucht. Moskau im Aufruhr? Paris, 20. Okt. Der„Matin“ meldet: Nacrichten aus dem deutschen auswärtigen Amt zufolge ist in Moskau ein großer Kufstand ansgen brochen. Die aufständtschen Bauern und Arbeiten uind in den Kreml eingedeungen. Verantwortlich für die Schristleitung: Frtez. Druck und Verlag: Cael Braus, beide in * Banter Abend des Stadt-Theaters Schwerte Donnerstag, den 21. Oktober 1920 8 Hotel Dulsberg## (Inh.: H. Joeckel). Künstierische Leitung: Gütsebov Weittmann Vorverkauf in den bekannten Geschäften Elotrittpreis: 1S 3.— Mark. 6069 Munmm Lichispiele zur Reichskrone Heute— Donnerstag: Die Werrin dei Wen. 5. Teil. Opbir, die Stadi der Vergangenheit. 5(pannende Akte. Eine iolle Kiste. Einetolle Liedesgeschichte — in 5 Akten.— tlllde Wolter in der Hauptrolle. Bitndch-Kenzert findet am Mittwech, den 8. November im ksthol Vereinshaus(verm. Hetel Ostermann) statt Karten werden angeboten von Haus au Haus und bitten wir die geehrten Bewohner, damit unser Kommen nicht vergebens ist, um geneigten Zuspruch Das Blinden-Quartett. Lustspiel. In nächsler Jeit: Karo Aß. Der amerikanische Film in 32 Akten. Die größte, je gezeigte Sensation. Pree reinigt und scheuert alle Geräte aus Porzellan, Emaille, Holz, Metall, Glas, Stein. Marmor usw. Bestes Scheuerpulver für Haushalt, Gewerbe und Industrie. Vorzüglicher Herdputz. Ceberall erhaltlich. Henkel& Cie., Düsseldost. Fabrikanten von„Sh“ und Henkel’s Bleich-Soda. Freiwillige Prorwete Billigst. Morgen(Donners tag) 7½ Uhr bei Wirt# C. Peukmann Der Vorstand e hüher, desto billiger kaufen Sie Otto Loose · Hohenlimburg 1, W Gosthostr. 7—12 9: Rut 380. Spezialgesehäft für mod. kompl. Wohinungseinrichtungen in jeder Preislage, daher empfehlenswerte Bezugsquelle für Brautleute. Eigene Schreiner- u. 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Als Sperrbezirk werden bestimmt: Die verseuchten Gehöfte. Auf diesem Bezirk finden die Bestimmungen unter I meiner viehseuchenpolizeilichen Anordnung vom 2. August 1920 Anwendung, die im amtlichen Kreisblatt(Schwerter Zeitung) vom 13. August 1920 enthalten ist. 6021 Ein Beobachtungsgebiet wird nicht gebildet. Die Abschnitte III— VII einschließl. der genannten Anordnung bleiben mit der Maßgabe bestehen, daß der erste Satz des§ 5 Ziffer 1 wie folgend geändert wird. In der Gemeinde Wellinghofen wird verboten. Hörde, den 12. Oktober 1920. Der Landrat. I. V.: gez. Drewes. Eindrrhautt, ghaute unt umossene kauft zu hohen Preisen Julius Neubaus Mollkestraße 19. Tel. 438. Minmmsmmnng T. in hoohfeio fettdicht auch zum Einschlagen von Ebwaren vorrätig. Carl Braus Berichtigung. In der Anordnung vom 10. d. Mts. betr. Verkehr mit Backwaren und Mehl muß es im§ 5, im letzten Teil des dritten Satzes, wie folgt heißen: Brot darf auf diesen Schein nicht ausgegeben werden. Hörde, den 16. Oktober 1920. Der Kreisausschuß 6089 des Landkreises Hörde. LeitungesVt9 bei hohem Lohn für Villigst gesucht. Nähères in der Geschäftsstelle. Ein WinlerGebergieher in Friedensqualität, feinste Maßardeit, preiswert zu verkaufen. Bismarckstraße 14, 1.61. Taselwage, 1 Küchenschrank, 1 Gasheizofen, 1 Jenkrifuge, 1 Fahrrad alles gut erhalten, billig zu verkaufen. 6069 Hagenerstraße 22. Kunst- u. LebenKalender 1our sochen erschlenen Buchhandlung Cerl Braus. Gebrauchter Tauerbrentei verkaufen. Zu erfr. i. d. Geschst. Montag nachmittag am Bahnhof in Eraste 6073 Lack=Tasche mit Inhalt verloren. Wiederbringer erhält Belohnung Adzugeben Wallstraße 9. Eine blaue Malrosenzüße verloren. Wiederdringer erhält Belohnung. 6978 Ostenetr. 23. Atzien&a Cchf Dortmund In unseren Verkaufshäusern Ostenhellweg Nr. 23 und Balkenstraße No. 36-36 beim Bezirks-Kommande Herbst- u. wetterteste Winter-Klefdung tohren wir in allen Qualitäten und modernen Formen. 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