Welthofener Zeitung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung Die„Schwerter Zeitung“ gewährt ihren Adonnenten für jeden mit Tod endenden Unfall en Ne. 300 Mark Unfall. Bngungen Druck u. Verlag v. Cari Drauz, Schwerte(Ruhe) Oerbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Dolkszeitung Schwerter Dolksblatt blatt für den Kreis Hörde. Erstes und ältestes Tagesorgan des Kreises.— Generalanzeiger für den Kreis Hörde. Fernsprecher 62. Telegramm=Adresser Baaun, Schwerte(Ruhr), Dostscheckbonto 2852 Cdin. Nr. 228. Dienstag, den 28 September 1920. 55. Jahrgang. Ein Reichsheer der Arbeit? In der deutschen Dresse ist zurzeit viel von einem Olan die Rede, der darauf hinausläuft, die deutsche Arbeitskraft auf größerer Basis und auf neuem Wege zu mobilisieren. Uan spricht von einem sogenannten Arbeitsdienstpflichtjahr für alle arbeitsfähigen Deutschen in dem in Frage kommenden Alter von 18 bis 20 Jahren und darüber hinaus, im Rahmen dieser neuen Organisation von einer Nutzbarmachung der jetzt brachliegenden Arheitskraft der 400000 deutschen Erwerbslosen. Der Plan an sich ist nicht neu, sondern nur die Catsache, daß jetzt der Eindruck hervorgerufen wird, als ob er in absehbarer Seit vor der Verwirklichung stehe, und die ganze gegenwärtige Oebatte ist hervorgerufen worden, weil der Reichswirtschaftsmindtster Dr. Scholz, der sich für den Gedanken schon als Gberbürgermeister von Charlottenburg einsetzte, in einer Besprechung mit Oertretern der Dresse ganz allgemein von den Dorzügen einer solchen Einrichtung gesprochen hat. Der bekannte Hauptmann Kumann, der in der Bewegung zur Beschafffung von Arbeitsmöglichkeiten für entlassene Heeresarlgehörige eine gewisse Rolle spielt und mit eigenen Versuchen sehr erfreuliche Erfolge gehabt hat, weist darauf hin, daß man im Reichsarbeitsnachweiswesen bereits die geeignete Organisation für die Einführung einer Arbeitswehr besitzt. Er sieht eine Einteilung des ganzen Reichsgebietes in einzelne Arbeitswehrkreise vor, in denen einzelne Arbeitsgruppen von 50 bis 100 Mann gebildet und eingesetzt werden. Don hier aus soll die Werbung für das„Reichsheer der Arbeit" erfolgen und Aumann rechnet damit, daß mit Leichtigkeit 500000 Menschen zu leistungsschaffender Arbeit aufgeboten werden könnten. Erst allmählich sollen dann die eigentlichen Arbeitsdienstpflichtigen im Alter von 18 bis 20 Jahren zum Ersatz der Freiwilligen eingezogen werden. Als Arbeitsstätten kämen alle Gebiete des Wirtschaftslebens in Frage, jedoch müsse von vornherein vermieden werden, daß die Arbeitswehr im Interesse des Orivatkapitals eingesetzt wird. Als Arbeitsgebiete sind vorgesehen: Kulturarbeiten zur Steigerung der Ertragsfähigkeit des Akkers, Kanalarbeiten, Wasserkraft=Anlagen, Heimstättenbau, Wiederherstellungsarbeiten. Kls oberste Instanz käme das Reichsarbeitsministerium in Betracht. Ulan sieht also, daß in der Theorie die Sache beinahe fertig ist, es fragt sich nur, wie es in der Praxis gehen wird. Jedenfalls ist es aber interessant, daß die ganze Idee jetzt in die öffentliche Diskussion gestellt wird und im bürgerlichen Lager gar keine ungünstige Aufnahme findet, während die sozialistische Dresse zunächst noch einen absolut ablehnenden Standpunkt einnimmt. Die Wahl eines neuen Reichspräsidenten vertagt? Nach der Stimmung im Reichskabinett ist damit zu rechnen, daß die Reichspräsidentenwahl erst im Frühjahr 1921 stattfindet, nachdem auch die „Abstimmung in Oberschlesien vollzogen ist. Bestimmend hierfür ist anscheinend auch die Catsache, daß man eventuell für den Frühling mit einer neuen Regierungswandlung rechnet und eigentlich zurzeit keine Partei einen geeigneten Kandidaten vorschlagen kann. Die aus gut unterrichteten Kreisen der Ulehrheitsparteien der preußischen Landesversammlung verlautet, werden sich die Ulehrheitsparteten in der kommenden Woche dahin einigen, die Neuwahlen nicht vor Februar 1921 vorzunehmen und bis Anfang Oezember die dringendsten Dorlagen zu erledigen. Der Keltestenrat wird zu diesem Zwecke am 30. September einen Arbeitsplan aufstellen. —000— Ministerpräsident —90— Arbeitsgelegenheit für die Erwerbslosen. Die aus dem Reichsarbeitsministerium mitgeteilt wird, sind, umfangreiche Maßnahmen im Gange, um Arbeitsgelegenheit für die Erwerbslosen zu beschaffen. Das Arbeitsministerium steht mit den a:deren in Frage kommenden Ministerien, insbesondere mit dem Reichsverkehrsministerium, schon seit längerer Seit in Verhandlungen, weil eine große Anzahl von Unternehmungen, wie Bahnbauten, Kanalbauten usw., noch über das bisher vorgeschene Maß hinaus als klotstandsarbeiten unverzüglich in Angriff genommen werden sollen. Die Derhandlungen, ebenso wie die Verhandlungen mit dem proußischen Landwirtschaftsmtnisterium, die zur Aufnahme umfangreicher Meliorationsarbeiten Führen sollen, stehen vor rem Abschluß. Lepques. Wider Erwarten hat Frankreichs neuer Präsident nicht Kristide Briand, sondern den Abgeordneten George Leyques zum französischen Ministerpräsidenten und zum Minister des Geußern gemacht. Man geht nicht fehl, daß Leygues nichts anderes ist, als der Strohmann Millerands, ein Posten, für den sich Aristide Briand und Poincaré anscheinend für zu gut hielten. Das weitere Derhältnis dieser beiden Persönlichkeiten zur Regierung dürfte für die Entwickelung der französischen Politik von einigem Interesse sein. Entweder Briand oder Doincaré springen im Augenblick der Gefahr ein, dann wäre das jetzige Ministerium nur ein Uebergangsministerium und Leygues wäre nichts anderes als der Platzhalter des kommenden Mannes. Oder aber, Briand wechselt die Front, und wenn er eines Cages doch der leitende Mann Frankreichs wird, so hat er vorher Leygues stürzen müssen. Das alles hängt ab von der Haltung der Parteien, und die erste Drobe aufs Exempel wird die Stellung zur Verfassungsfrage sein. Das Poincaré betrifft, so dürfte nicht anzunehmen sein, daß er mitmacht, für die erweiterten Rechte des Präsidenten zu kämpfen, denn er wird es nicht vergessen, daß Ulillerand gegen die erweiterten Oräsidentenrechte gastritten hat, als Hoincareé selbst im Elysée saß. Millerand steht also nach wie vor auf der höhe seiner Erfolge, doch gibt es bereits Leute, die behaupten, daß er den Kulminationspunkt schon überschritten habe, und daß, wenn auch langsam, nunmehr sein Abstieg bevorstehe. Was den neuen Ministerpräsidenten Leygues betrifft, so ergibt sich aus dem vorher Gesagten schon, daß er die Politik Uillerands machen will, die Millerand eben erst als die Politik des Sieges bezeichnet hat. Es ist charakteristisch für Leyques, daß er ein Mann ohne ausgesprochen politischen Charakter ist. Seine Stellung zu Deutschland ist durch die Stellung Millerands gekennzeichnet. Wir haben keinen Grund, seine Wahl zu begrüßen, noch sie zu bedauern. Uns drückt der Friedensvertrag weit mehr, als das alle Dersonenfragen des politischen Frankr##ichs tun. —90— Foch für Besetzung Ruhrgebiets. aU Berlin, 27. Sept. Die„Celegraphenunion“ erfährt von einer amtlichen amerikanischen Stelle, daß Foch in einer Art Kriegsrat in Mletz vor einigen Tagen erklärte, daß die Sicherheit Frankreichs unter allen Umständen die baldige Besetzung des rheinisch=westfälischen Kohlenreviers verlange. Nach der Absicht des Gewährsmanns ist mit der Gefahr einer französischen Besetzung des Kuhrgebiets nach wie vor zu rechnen. Nach den Angaben Jochs sei nur eine Anzahl Panzerwagen mit Personal zur Besetzung erforderlich. Der Raub von Eupen und Malmedp. Der Dölkerbundsrat hat es für nötig gehalten, zur Knnexion von Eupen und Malmedy durch Belgien eine Resolution loszulassen, worin die Einverleibung der genannten Kreise gerechtfertigt werden soll. Die im Wortlaut allerdings noch nicht amtlich vorliegende Entschließung ist, wie wir erfahren, vollkommen unzutreffend. Die Souveränität über die Gebiete, welche Belgien für sich beansprucht, ist anfechtbar. Die Bevölkerung mußte zunächst nach ihrem Willen befragt werden. Solange dies micht der Fall war, blieb für die Gebiete die alte Reichszugehörigkeit maßgebend. Bei der Abstimmung selbst ist die Bevölkerung vergewaltigt worden dadurch, daß man die Stimmberechtigung nach Belieben verkürzte und auch sonst Ausschaltungen vornahm. Die Idee, Eupen— Mtalmedy in Belgien einzuverleiben, ist erst nach dem Waffenstillstand aufgetaucht. Dolitisch=militärische Gründe waren maßgebend. Wenn der Beweis angetreten wird, was nicht schwer sein kann, daß die Bewohner bei und vor der Gbstimmung vergewaltigt wurden, dürfte auch in dieser Frage das letzte Wort noch nicht gesprochon sein. —00000— Die neue deutsch-dänische Grenze. Kopenhagen, 27. Sept. Nach einem Bericht der„Doss. Stg.“ ist jetzt die neue deutsch=dänische Grenze endgültig festgelegt worden. Die mit der Aufgabe betraute kommission, bestehend aus einem deutschen und dänischen Vertreter, sowie fünf Enstentevertretern, hat zweieinhalb Monate zu ihrer Arbeit gebraucht. Das Ergebnis dieser Arbeit ist insofern interessant, als es einen einstimmigen Beschluß aller Beteiligten darstellt. Die Grenze wurde nach einem von dem deutschen und dänischen Ulitglied gemeinsam gestellten Antrag von den übrigen Vertretern einstimmig anerkannt. Im gro„en ganzen folgt die Grenzlinie dem Dorschlag der interalliierten Kommission. Wo Abweichungen vorgenommen wurden, wurde der Schaden, den der eine Staat an dieser Stelle erleidet, durch eine entsprechende Grenzregulierung an einer anderen Stelle ausgeglichen. Die deutschen Milliarden-Schulden. Die deutsche Regierung hat einen schriftlichen Bericht über die Finanzlage Deutschlands ausgearbeitet. Der Bericht lehnt sich im ersten Ceil an die Ausführungen an, die der Finanzminister letzthin im Reichskabinett gegeben hat und weist auf die ungeheure Verschlechterung der Finanz= lage des Reiches seit dem Kriegsausbruch hin. Die Schuldenlast des Reiches hat sich in dieser Seit von a eianen aun un au Mianhnr eudt hiervon waren am 31. Kugust 1920 nur 91 Milniarden gedeckte Schulden, während 140 Milliarden schwebende Schulden vorhanden waren. Hinzu kommen noch rund 35 Milliarden Schulden der Einzelstaaten. Da am 31. August auf dem Fragebogen des Dölkerbundes die gesamte Reichsschuld mit rund 200 Milliarden angegeben war, so sind seit diesem Cermin 20 Milljarden neue Schulden angehäuft worden. Der schriftliche deutsche Bericht für die Brüsseler Konferenz. Der deutsche schriftliche Bericht, der am Sonntag den Konferenzmitgliedern übergeben worden ist. erhält eine ausführliche Darstellung der furchtbaren Lage, in welchem Krieg und Vertrag Deutschland gebracht haben. In industrieller Hinsicht verliert Deutschland, wie die Denkschrift sagt, nuch dem Friedensvertrag ein Orittel seiner Kallerzeugung und beinahe fünf Sechstel seiner Eisenerze. In den Kapiteln über Daapiergeld, klotenumlauf und Daluta wird der Dapiergeldumlauf am 31. Jugust 1920 auf 72 223 Millionen Mark angegeben. Der Ueberschuß der Ausfuhr über die Einfuhr wird für Mai 1920 auf 1 110 Millionen Mark angegeben, worin aber die Diedergutmachung noch nnicht eingerechnet ist. Besprechungen zwischen den deutschen und französischen Vertretern. Der Uewyork Herald bringt die Ueldung, daß einige Einzelheiten in dem amtlichen Bericht über die Brüsseler Finanz=Konferenz nicht erwähnt worden seien. Es hätten nämlich halboffizielle und nichtoffizielle Besprechungen zwischen den Deutschen und Franzosen stattgefunden, die im freundschaftlichen Geist geführt worden seien. Die Vertreter haben eingehend die wirtschaftliche Lage der beiden Länder dargelegt und auch die Methode besprochen, durch die die Weltfinanglage gelöst werden könne. Die deutschen Vertreter hätten ihre loyale Mitarbeit in allen diesen Fragen zugesagt, die erörtert wurden und sie hätten sich außerdem verpflichtet, in Brüssel nicht über die Bestimmungen des Versailler Friedensvertrages zu sprechen. —00000— Die baperischen Einwohnerwehren. Bei der Begrüßungsfeier der bayerischen Einwohnerwehren, die am Sonntag mittag auf dem Königsplatz stattfand, war München allein durch etwa 30000 Wehrleute vertreten, während aus allen Gauen des bayerischen Landes etwa 15.000 Wehrleute gekommen sein dürften. Oon lebhaften Willkommensrufen begrüßt, hielt der mit andern behördglichen Vertretern erschienene Ministerprästdent Dr. Kahr eine Begrüßungsansprache an die Wehrleute. Er erinnerte ddaran, daß in Bayern in schwerer lot des Daterlandes treu besorgte Männer ohne Unterschied von Partei und Beruf zusammengetreten sind, um als echte Dolksmänner haus und Hof zu schützen und um dem Staate Ruhe und Ordnung wiederzugeben. Dieser Cat verdanken wir nicht zum geringsten die Erhaltung unseres Daterlandes. Darum wird unsere Einwohnerwehr ein Ruhmesblatt in der Geschichte des Landes bleiben. Nach einem begeistert aufgenommenen Hoch des Ministerpräsidenten auf das bayerische und das deutsche Daterland trat Oberst Escherich hewor und sagte, daß die Wehr ihre Ziele, die sie sich setzte, auf geradem Wege weiter verfolgen würde zum Besten des bayerischen und des deutschen Daterlandes. Der Münchener Bürgermeister Dr. Kuefner entbot gleichfalls der Einwohnerwehr ein herzliches Willkommen. Lebhafte Ovationen wurden auch dem stellvertretenden Landeshauptmann Kenzler und dem Oberst Epp dargebracht. Die Dersammlung löste sich gegen Mittag in vollständiger Ruhe auf. —00000— Rußland und Polen. Die Gegenoffensive der Russen. Die Gegenoffensive der Kussen hat in den letzten Cagen zwischen Grodno und Slony eingesetzt und wird jeden Lag kräftiger. Nach vorzüglicher Informierung aus neutraler Quelle erfährt der Warschauer Korrespondent der Nationalzeitung über diese Gegenoffensive folgendes: Die Kussen warfen in den Abschnitt zwischen Grodno und Slony 100000 Mann, 40—50000 Mann davon sind alte Cruppen, die wieder neu gruppiert worden sind. Die andere Hälfte wurde aus dem Innern Rußlands herbeigeholt. Die Gegend ist zur Segenoffensive sehr geschickt gewählt, in einem wellenförmigen Gelände, auf dem die Russen ausgezeichnete Stellungen haben. Der hauptstoß ist gegen Bialystock gerichtet. Die polrischen Streitkräfte sind hier nicht so zahlreich. daß sie noch einen Gegenangriff versuchen könnten. und der polntsche Generalstab ist entschlossen, sich auf den Punkt in der Defensive zu chalten. eiber auch für die Desenstve ist es notwendig, die Cruppen zu verstärken und es ist von der Südostfront Reiterei herbeigeholt worden. Dadurch ist aber diese Front wilweise entblößt, was bedenklich werden kann, um so mehr, als die Nachricht, daß die Reiterarmee von Budjenni zeriprengt sei und nicht mehr existiere, nicht der Wayrheit entspricht. Nlach Ansicht neutraler Militärkreise kann der Gegenangriff sehr gefährlich werden. Ruch in Warchen ist man wieder sehr besorgt. Rutzland macht Ingeständnisse. In der zweiten Dollsitzung der Konferenz in Riga unterbreitete der Vorsitzende der polnischen Spordnung, domdskt, die polnischen Gegenvor schläge. Joffe, der Dorsitzende der russisch=ukrainischen. Delegation, erklärte, er halbe eine sehr wich tige Mitteilung von Moskau erhalten. Die Erksärung fängt mit einer langen Ausführung über das Selbstbestimmungsrecht der Dölker an und fährt mit folgenden Vorschlägen fort: 1. Rutzland verzichtet auf die Entwaffnung und Demodilisation der polnischen Streitkräfte. 2. Es verzichtet auf die Benutzung der Eisenbahn Bialystock=Krajewo. Die Erklärung sieht eine Grenze vor, die viel weiter öktlich als die Curzon=Linie verläuft, sodaß Oftgalizien in diese Grenze eingeschlossen ist. Es heitt dann weiter: Dies bedeutet für Rußland ein scweres Opfer, um einen furchtbaren Winterseldzug zu vermeiden. Dolen wird eine Frist von zehn Cagen gewährt, um den Waffenstillstand uund die Friedenspräliminarien auf Grund dieser Dorlaße zu unterzeichnen. Dombe#i wird morgen auf die russischen Dorantworten. allgemein glaubt man, daß man dem Frieden einen großen Schritt näher geAcmmen ist. Sünstige Aussichten für einen Friedensschluß mit Rußland. 7U Kiga, 28. Sept. Die Aussichten für einen baldigen russisch=polnischen Frieden sind außerordantlich günstig. Die großen russischen Jugeständnisse haben auf polnischer Seite Ueberraschung ausgelöst nud man rechnet mit einem Friedensschluß Innerhalb 10 Cagen. Erodno in polnischer hand. (U Warschau, 27. Sept. Im amtlichen polnischen heeresbericht heißt es u. a.: Nach schweren Kämpsen wurde Grodno genommen, wobei eine ansehnsche Knzahl Gefangener und große Ulengen Kriegsmaterial in unsere Hand fielen. Iördlich des Ujemen versolgen unsere Cruppen den abbgeschlagenen Jeind. Mehrsache feindliche Angriffe auf Lublicz wurden unter schweren Verlusten für den Jeind abgeschlagen. Im Kaume von RoxanyWeltowisk ist ein allgemeiner Rückgang des Jeindes hinter die Stara festgestellt worden. Die 19. Sowjetdivision, welche die Kufgabe hatte, Rowno wieder zu nehmen, wurde nördlich von Rowno zersprengt. lördlich von Wolocziska erwichten unsere Ibteilungen die Orte Uledyna und Keki und zwangen den Feind zum Rückzug in nördlicher Richtung. Oestlich des Ibrucz erweiterte die ukrainische Armee ihre Erfolge. Der Kartoffelkrieg. Es geht auch billiger! Kamenz, 27. Sept. Die Verhandlungen zwischen den Krbeitnehmerorganisationen und den landwirtschaftlichen Organisationen haben zu dem Ergebnis geführt, daß die Landwirte sich verpflichten, pro hektar Anbaufläche 10 Sentner Kartoffeln zu 10 U#ark pro Jentner an die Bevölkerung abzugeben. Alle übrigen Kartoffeln werden aber nur zu 20 M. pro Jentner abgegeben. Wie weiter gemeldet wird, macht sich in der Lausitz eine energische Bewegung gegen die übertriebene höhe der Kartoffelpreise bemerkbar. Zu mehreren Orten kam es bereits zu Kundgedungen. Man sieht also, daß die Landwirte sehr wohl die Kartoffeln zu 20 Mark und weniger abgeben können. Wenn das im Sächsischen möglich ist, muß es auch ankerswo durchführbar sein. * P a d e r b o r n, 2 7. S e p t.( B e o c h t e n s w e r t e r A u f euf.) Der Vorstand des landwirtschaftlichen hauptvereins erläßt an die Landwirte der Kreise Büren. höxter, Paderborn und Warburg einen Kufruf, in dem sie aufgefordert werden, schleunigst Kartosfeln zu mäßigen Preisen abzuliefern und zwar nicht über 25 Mark und für Minderbemitrelte zu 20 Mark. Schleichhändlern, die 35 Mark und mehr hieten, ist die Tür zu zeigen Landwirte. die ihre Kartofseln zu 35—40 Mark verkaufen. mögen den zuständigen Stellen gemeldet werden, damit ihre Clamen veröffentlicht werden können. Solche Landwirte, die nur Schmach dem eigenen Stande bringen, müssen von den Landwirten abgewiesen werden.— Bedauerlich ist ses, wenn fast jeder landwirtschaftliche Verein seine Mitglieder aussordern muß, Kartoffoln zu einem mäßigen Preise abzugeben. In dem Aufruf wird mit Recht Darauf hingewiesen, daß die Zwangswirtschaft wiederkommen und zu einer Dauereinrichtung wird, wenn nicht jetzt jeder Landwirt in Bezug auf Kartoffel= und Brotgetreideablieferung seine Pflicht tut. Wenn Derbraucherkreise, die auf ein festes Einkommen angewiesen sind, die hohen Preise nicht bezahlen können, muß es zu einer kladastrande kommen. Ob wir unser Volk selbst ernähren können? Die Wissenschaft sagt„ja!“ Auf dem kürzlich in Bad Nauheim abgehaltenen Naturforschertage hat sich Prof. Dr. Gruber=München dazu folgendermaßen ausgesprochen: „Die Versorgung mit Energie erfolgt ausschließlich in Form von chemischer Energie der Kohlenhydrate. Alle anderen Nährstoffe sind diesem im allgemeinen schon beigemengt. Sie sind untergeordnet unter dem Kardinalpunkt der nötigen Energiemenge. Auf Grund sorgfäktiger Feststellungen deträgt der Bedarf pro Person und Cag annähernd 2300 Kalorien, der tatsächliche Bedarf infolge Verlusten ufw. 2600 Kalorien und 72 Gr. Eiweiß. Das macht für ein Dolk von 39,8 Millionen(soviel werden wir haben) jährlich 56,.52 Millionen verdauliche Kalorien und 1,6 Millionen Lo. Eiweiß. Können wir diese Ulenge aus dem Boden herausarbeiten? Mensch und Cier sind Schmarotzer des Oflanzenreiches. Jusammen haben sie früher in Deutschland aus dem Oflanzenreiche 217 Millionen Kalorien bezogen. In Jukunft werden wir nur einen Ertrag von 172 Millionen Kalorten einzusetzen haben. Da hinein muß sich Mensch und Tier teilen. Denn das Dieh ist nicht nur Nahrungslieferant, es ist auch unser gefährlichster Wettbewerber. Don den Energiemengen, die durch den Lierkörper gehen, bekommen wir alles in allem nur 15 Prozent heraus. Um den besten lutzeffekt zu erzielen, müssen wir also nach Abzug der nötigen Arbeitspferde, etwa 39 Millionen Kalorien in pflanzlicher, 17 in tierischer lahrung decken. Diese Jahlen lauten so günstig, daß wir mit Bestimmtheit sagen können, die Selbstversorgung können wir in der hauptsache erreichen. Aber wie weit sind wir davon entfernt! In der Ernte 1919 fehlte ein Fünftel des Bedarss, das wir einführen mußten. Sobald wir keinen Vorschuß mehr bekommen, ist die Katnstrophe da. Mehr als je ist die Landwirtschaft das Funoa ment unseres Daseins. Ich bin überzeugter Anhänger der inneren Kolonisation. Denn die häuerliche Bevölkerung war und ist der Wurzelstock der Dölker. Aber andererseits erzeugt sicher der Großbetrieb heute viel mehr auf die Flächeneinheit als der kleine. Er leistet für die Ernährung der Städte etwa doppelt so viel pro Flächeneinheit, als der Kleinbetrieb. Die großen Städte und die großen Güter sind Uebel, die zusammengehören. Was wir heute tun können, ist nur, die Großstädte nach Möglichkeit mit Kleingärten zu versehen.“ —90054— Die Bewirtschaftung des Schmalzes. Ruch nach dem 1. Oktober Juteilung von 50 Gr. als Streichfett. Dgs Wolff=Büro teilt mit:„Entgegen den vielfach verbreiteten Nachrichten, daß ab 1. Oktober 1920 mit der Bewirtschaftung des Schmalzes aufgebört wird und gleichzeitig die freie Einfuhr hierin gestattet würde, sei festgestellt, daß die derzeitigen wirtschaftlichen Verhältnisse eine derartige Freiheit der Bewirtschaftung beim Schmalz nicht zulassen, es scheint vielmehr notwendig, in gewissem Umfange für die nächste Seit die Fettversorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Es werden daher auch nach dem 1. Oktober durch die zuständigen Verteilungsstellen auf den Kopf der Bevölkerung in jeder Woche 50 Gramm Schmalz als Streichfett zur Ausgabe gebracht. Insowett die Bevölkerung hierüber hinaus Bedarf an Schmalz hat, soll dieser durch den freien handel gedecht werden, so daß bezüglich dieser Ulengen ein Markenzwang nicht besteht. —0000— Curnen und Sport. Jußball. Ergebnisse der Reisterschaftsspiele: A=Klasse: Sportogg. Wetter: Sportvgg. Schwerte 4:0. In der ersten halbzeit gleichwertiges Spiel, später ließ Schwerte zeitweise nach. Wetter körperlich schwerere Mannschaft fand sich aus dem durch Regen echlüpfrig gewordenen Boven desser zurecht. Sportvereinigung 2.: Eppenhausen 3. 4:2. Eppenhausew 4.: Sportogg. 3. 4:!(Versagen des Schwerter Tormanns). B=Klasse: hennen 1.: Hemer 1. 1:3. Hennen konnte sich dem diesmaligen starken Gegner gegenüber gut halten und wird vermutlich in Zukunft besser abschneiden. Hemer 2.: hennen 2. 5:0. C-Klasse: Eine Ueberraschung gab es im Grüntal. Union 1. überließ Langschede 1. einen 1:6 Sieg. Der bisher bewährte Cormann des Platzvereins war nicht so sicher wie gewohnt. Eine Unpäßlichkeit soll die Ursache sein. In Ergste kämpften Ergste 1. holzen 1. 2:3, was für ein ziemlich ausgeglichenes Spiel spricht. Westhofens J. hielt die sympathische 1. Elf von Bösperde mit dem hohen Ergebnis von 11:0 nieder. Die Formwerbesserung von Westhofen ist offensichtlich. Sonstige Ergebnüisse: Sportvereinigung 1. Jugend: Union 1. Jugend 1:0; Langschede 1. Jugend: hennen 1. Jugend 0:6, Ergste 2. Jugend: Union 2. Jugend 3:3. Leichtathletik. Die Schwerter Sportvereinigung hatte Sonntag ihre Straßenstaffelmannschaft nach Werl geschickt, um dort den Wanderpreis der Stadt Werl für den Lauf„Quer durch Wer!“, den sie im vergangenen# Jahre gewann, zu verteidigen. Es reichte dies mal nicht zum Siege, hauptsächlich Wegen einen Schlers eines Läufers, der einen falschen Weg einschlug und deshalb viel Cerrain einbüßte. Spielverein herten slegte über die 4.2 Kilometer lange Laufstrecke mit etwa 30 Ueter Dorsprung vor den Hiesigen.— In Iserlohn waren 2 dorthin entsandte Leichtathleren der Sportvereinigung erfolgreicher. Schlünder gewann das Speerwerfen und das Diskuswerfen als 1. Sieger mit 46,25 Meter bezw. 52.50 Meter, während Erich Röeber den 3. Preis im Speerwerfen mit der guten Leistung von 43,50 Meter(außer Wettbewerb 45 Meter!!!) errang. Die Leistungen wurden durch schlüpfrigen Boden sehr beeinträchtigt und sind deshalb um sa höher zu bewerten. 3 Aus Stadt und Land. Dar Ektober ist herangerückt. Der wetterwendische September hat vielfach enttäuscht, wir hoffen, daß uns der Oktober noch eine Reihe von schönen Cagen bescheren wird, Auf den Reckern stehen noch große Kartoffelmengen, und der Wein verlangt nach Sonne. Don einem guten Bergen der Kartoffeln wird viel für die Preisgestaltung abhängen, die in der letzten Zeit zu so unliebsamen Auseinandersetzungen geführt hat. Es ist recht herbstlich geworden, und mit jedem Cage nimmt das Gelb und Rot in der Natur zu. Auf jeden Schritt raschelt das Laub der Oromenaden= und Landwege, und aus den Zweigen der Obstbäume leuchten die letzten reifen Früchte. Dem Spaziergänger purzeln in den Alleen die Kastanien auf den kopf. In den Kriegsjahren wurden sie sorgsam gesammelt, heute ist wieder Kinderspiel daraus geworden. Die Michaebisferien haben begonnen, und die Jugend kann die freie Seit ausnützen, sie kann auch die Bratkartoffeln auf dem Felde wieder kosten, die Gelegenheit und eine freundliche Hand darbieten. Früher war der Oktober der Anfang der herbstlichen Schlachtzeit; vielleicht kommen wir mal wieder zu der ganzen Fülle der leiblichen Genüsse, elber an Geduld wird es nächt fehlen dürfen. Und die haben wohl die meisten von uns, wir sind recht, recht bescheiden geworden Am nächsten Sonntag findet in Norddeutschland und im größten Ceil von Mitteldeutschland das Erntedankfest statt. Daran schließen sich im ganzen Verlauf des Oktober die ortsüblichen Kirmesfeiern. *(Für die Herabsetzung des Kartoffelpreises.) Wie verlautet, wird die Regierung an die Regierungs- und Oberpräsidenten in allernächster Seit herantreten, damit diese auf die landwirtschaftlichen Organisationen einwirken, den Preis der Kartoffeln herabzusetzen. *(Der Winterfahrplan) titt auf allen deutschen Bahnen am Sonntag, 24. Oktober, in Kraft, micht wie erst gemeldet wurde, am 15. Oktober. **(Erhöhung der Alters= und Invalidenrente.) Wie Berliner Blätter aus angeblich guter Quelle erfahren wollen, wird dem Reichstage binnen kurzem ein Gesetzentwurf zegehen, der eine der Seit entsprechende Erhöhung der Alters= und Invalidenrente vorsieht. Die Erhöhung der Rente soll noch in diesem Winter in Kraft treten. **(Das neue Grundschulgesetz) muß am I. April nächsten Jahres allgemein durchgeführt sein. Alsdann soll die Dorschule überall abgebauut werden. Iu Ostern 1921 müssen also sämtliche schulpflichtigen Kinder ohne Unterschied des Standes in der Dolksschule angemeldet werden. Das Schulgeld fällt selbstverständlich fort. Eltern, die ihre Im Zuge der Not. " Roman von C. Dressel. 58)(Nachbruchk verdoten.) So geleitete ihn eine große Zahl Leidtragender pietätvoll zur letzten Ruhestätte. Die allgemeine Trauer um einen der edelsten und: wohltätigsten Bürger der Stadt war echt. Was sich sonst nach seinem Heimgange in der weißen Villa abspielte, das schöpfte man aus Legenden, die das Dienstpersonal unter die Menge streute. Von einem amtlichen Eingreifen der Behörden verlautete seither nichts Bestimmtes, und es blieb den für dramatische Geschehnisse empfänglichen Köpfen unbenommen, ihrer Phantasis weitesten Spielraum zu lassen. 9 Man sah den bekannten Wagen des Medizinalrats des öfteren vor der Villa halten und würde sich nicht gewundert haben, ihn zum andernmal durch den ominösen„Schwarzen“ abgelöst zu sehen, um jetzt eine kleine Leiche, den verunglückten Erben ungemessenen Reichtems, aus dem prächtigen Haus fortzuführen in eine enge dunkle Gruft. Dahin kam es nun freilich nicht. Der Tod ging on der vaterlosen Waise vorüber, aber daß eine an Irrsinn streifende Verzweiflung seiv Lager umstanden hatte, war nur zu ———— „So ist er über den Berg, der arme Junge, Herr Medizinalrat? Gott sei gelobt.“ Lothar von Rleger sprach das aus tiefstem Herzen heraus. Man sah us seinen zerwühlten Zügen an, wie auch ihn das Drama dieses Hauses entsetzt Tatte.C Nun atmete er auf.() Diese Schuld zum wenigsten war von seiner unsellgen Der Arzt sah trübe vor sich hin. Dann sagie er schwer: „Ja, zum Sterben kommt's mit dem armen. Schelm einstweilen nicht, dem Leben aber ist er trotzdem nicht wiedergegeben, und so wäre es wohl besser gewesen, der Allerbarmer Tod hätte ihn von einem Sein erlöst, das doch nur ewige Nacht bleiben wird.“ „Doktor,“ schrie Lothar auf,„Sie wollen doch nicht sagen———“ „Ja,“ nickte der andere trübe,„das Gehirn hat gelitten— er wird schwachsinnig bleiben. Nicht das bißchen Opium hai's verschuldet, er hatte ja nicht viel mehr als genippt, und das geringfügige Gift zog lediglich einen langen totenähnlichen Schlaf nach sich, mit dem es fein Bewenden hatte. Aber der Sturz, Baron, der unglückliche Schlag gegen diesen zarten Kinderkopf. der wurde verhängnisvoll, und ich zweisle, daß sich das erschütterte und lädierte kleine Gehirn jemals wieder normal entwickeln wird. Ein Jammer um dies geweckte schöne Kind. Solch ein vielversprechender Junge.“ „Wie wird sie's nur tragen?“ murmelte Lothar. „Eine Strafe, die alle Höllenpein in sich schließt. Ungleich schwerer leidet die unselige Frau als das bedauernswerte Rind, das ja niemals seiner geistigen Armut bewußt sein kann und vermutlich in nicht ze fernen Jahren aus diesem Dämmerzustand in einen ewigen Tag hinübergleiten wird." Lothar stöhnte keise. „Sie werden Anzeige erstatten, Herr Medizinalrat?“ Die ernsten Augen des Arztes sahen ihn groß und milde an.„Weswegen?“ sagte er ruhig.„Meines armen Freundes längst nur mehr schwach flackerndes Leben endete ein Herzschlag. Das Kind trank eigenmächtig vergifteten Wein, der ihin nicht bestimmt war, im auch gicht wetter schadete, denn sein Leiden ist einzig und allein durch den Sturz: bedingt. Kein Gist zieht, sofern es nicht sofort tödlich wirkt, andauernden Schwachsinn nach sich. Einzig und allein der gewohnheitsmäßige überstarke Alkoholiker, also der Säufer zerstört systematisch seinen Geist. Nun, Sie sind Jurist, Baron, Sie werden sich sagen, daß kein Gericht der unglücklichen Frau den verbrecherischen Anschlag auf ein Menschenleben nachwiisen könnte, und es bedürfte hier nicht mat eines besonders raffinierten Verteidigers, um sie zu entlasten— vor der Welt, Baron Die moralische Schuld steht auf einem andern Blatt. Die hat die Frau mit ihrem Gewissen abzumachen, und das wird sie niemals freisorechen, nie, mag sie auch nur in einer bis zu geistiger Verwirrung gesteigerten Nervenerregung auf den verbrecherischen Irrweg geraten sein. Daß dem so war, beweist mir die Anwandlung von Reue, die ihr dann die Tat im entscheidenden Moment unmöglich machte, sie veranlaßte, den Giftbecher beiseite zustellen auf einen hohen Schrank, der also durchaus keine jedermann zugängliche Tischplatte war.“ Lothar nickte ernst.„Klüven, der einzige Zeuge des Dramas, hat mir unter Ehrenwort bestatigt, Jella sei tief ergrifsen, ja offenbar zerknirscht an ihres Mannes Lager in die Knie gesunken und habe dann den Wein, nach dem dieser verlangt, mit einer Ausrede verweigert. — Hat sie aber damit den tragischen Ausgang verhindert, Dottor?“ „Verhängnis, Baron. Keinesfalls hat jetzt die Staatsanwaltschaft als rächende Nemesis einzuschreiten, wo der höhere Richter bereits so surchtbar geahndet hat. Ueberdem, Ihr haarspaltenden Juristen, wie wollt Ihr denn der Frau beweisen, daß sie nicht selver, nur sie allein, den Gistbecher zu leeren gedachte, den sie keinem andern reichte? Richtet Ihr nicht lediglich auf Beweise, Tatsachen hin? Habt Ihr den Becher, der zerbrach, deßen Inhaltz bis auf den letzten Tropfen verschüttet wurde? Gehen Euch Gedankensünden etwas an? Und dann,— wo kein Kläger, da kein Richter.“ „Wie kann sie denn leben mit dieser furchtbaren Last, dieser heimlichen Gewissensschuld auf der Seele? Wenn nicht den Mann, liebte sie doch innig das Kind, dessen Unglück sie täglich, stündlich anklagen, muß. Herr Gott im Himmel, es ist nicht auszudenken! Und sie hatte eine so stolze hochfliegende Seele, meine arme, arme Jella.“. „Darum wird sie bußen und so, freiwillig. büßend, fühnen, die Unglückliche. Sie hat sich mir anvertraut, und ich billige völlig ihren Entschluß, in einen barmherzigen Schwesterorden zu treten, denn ein Leben im allen Geleise ist natürlich für sie ausgeschlossen. So leidenschaftlich sie fehlte, so heiß ist ihre ReueIn ihrer Ohnmacht, dem blöden Kind zu helfen, müßte sein Anblick ihr stetig neu das Herz zerfleischen, und sie schließlich in Wahrheit dem Iirsinn verfallen. Sie ist ja dem Knaben nicht mehr die unersetzliche Mutter; jede Fremde, die nur gewissenhaft für sein körperliches Wohlbehagen sorgte, wäre ihm das gleiche, und so ist es wahrlich gedeihlicher, das arme Weih sühnt in nutzbaren Taten weitreichender Barmherzigkeit das Vergehen. Sie gedenkt sich nach Belgien zu wenden, dem Orden der Karmeliterinnen beizutreten, und ich bin dem keines wegs entgegen. Ja, ich möchte ihr ernstuch dazu verhelfen. Widersetzen auch Sie sich nicht, Baron, glauben Sie mir, es ist die einzige Lösung für diese irrenge, allem Erdenglug sowohl als den normalen Lebensgesetzen ent rücke Seeie. can ver-8 Anmeldepflicht versäumen, kommen zunöchst mit den örtlichen Polizeibehörden in Konflikt. *(Der neue Zucherpreis.) Fachleute teilen mit, daß der Sucker neuer deutscher Ernte sich wohl aus 6 Mark für das Pfund, gegenüber 20 Pfg. Friedenspreis, stellen würde. Unsere Preismacher scheinen wirklich ihre Kufgalbe darin zu erblicken, einen Rekord in den prozentualen Verteuerungen zu erzielen. Selbst bei den hohen Löhnen, Kohlenund Rübenpreisen ist eine dreißigfache Derteuerung doch nicht gut für eine geschäftliche Nlotwendigkeit zu halten. *e(handarbeitoschule.) Auf das Drängen vieler Glieder der evang. Gemeinde hin ist seit einigen Monaten im Gemeindehause an der hagenerstraße eine handarbeitsschule errichtet worden. Es soll den jungen Mädchen dadurch Gelegenheit gegeben werden, sich in allen Zweigen weiblicher handarbeit, vor allem im Weißnähen, gründlich auszubilden. Zu diesem Zweck ist eine in Witten ausgebildete hanbarbeitsschwester von der evangel. Gemeinde angestellt worden. Da das Winterhalbjahr beginnt, machen wir noch einmal auf diese Einrichtung aufmerksam.(S. Anz.) *(Hachetauer.) Im Vereinslokal Klempt hielt der Verein ehemaliger 16er(Hacketauer) unter dem Dorsitz des herrn Josef Falke vorgestern eine sehr gut besuchte Generalversammlung ab. Nach Aufnahme mehrerer neuer Mitglieder wurden die herren B. Kaupe zum 2. Dorsitzenden und J. Stegemann zum 2. Schriftführer gewählt. Bezügl. der Leistungen der Verbandssterbekasse wurde mitgeteilt, daß diese Kasse vom 1. Januar 1921 ab ein Sterbegeld in Höhe von 300 Mark zur Auszahlung bringt; Bedingung ist jedoch, daß das betr. Mitglied bei Eintritt des Codesfalles der Kasse 13 Wochen angehört hat. Der Verein, der gegenwärtig 60 Mitglieder stark ist, beabsichtigt, im nächsten Jahre das Fest seiner Fahnenweihe zu feiern. **(Erhöhung der Geldstrafen bei Gericht.) Die Reichsjustizverwaltung trägt sich mit der Absicht, mit Rücksicht auf die Wertmiderung des Geldes für alle Reichsgesetze die Strafrahmen für Geldstrafen zu erhöhen. Ulan will diese Erhöhung nicht aus finanziellen, sondern aus kriminellen Gründen allein vornehmen, da die niedrigen Summen nicht mehr genügend abschreckend wirken. **(16 Millionen Mark für Witwen und thaisen) hat die gesamte Kriegervereinsorganisation in den letzten 5 Jahren vor dem Kriege ausgegeben. Dazu treten noch die ganz erheblichen Summen der beim Code fällig gewordenen Versicherungen aus den Kassen der bei den einzelnen Kriegerverbänden besonters bestehenden Lebensversicherungsanstalten und Sterbekassen. *(Guäker=Speisung.) Der Anfang der Quäker-Speisung wird sich noch um kurze Seit verschieben. Die Damen, welche sich zur Mithülfe bereit erklärt haben, werden demnächst an dieser Stelle auf den Beginn aufmerksam gemacht werden. bewies wieder ihr sicheres Können, besonders ist ihre gute Aussprache und sinnige Auffassung der Liede: anzuerkennen. Nach herzlichem Beifall erfreute sie noch durch eine Jugabe. Auf das hochintressante Pregramm werden wir noch zurückKome! ** Aplerdeck, 28. Sept.(Wirtschaftliche Nachrichten.) In der Woche vom 27. Sept. bis 2. Okt. werden in den Geschäften gegen 9bgabe des Fettscheines Nr. 40 50 Gr. Schmalz zu 1,60 Mark abgegeben. Für Geschäfte: Dom Lebensmittellager können Bohnen und Marmelade in beliebiger Menge entnommen werden. Die Geschäfte haben die Lieferscheine gegen Bezahlung im Wirtschaftsamt abzuholen, worauf ihnen die Ware am Tager verabfolgt wird. —0— Aus den Previnzen. ** Westhofen, 27. Sept.(Künstlerkonzert.) Wie bereits mitgeteilt, findet hier am Samstag abend im Lokale des herrn Schulte(„Jum Amtshaus") ein großes Konzert der Konzertfängerin Frl. Wahl aus Dortmund und des Betzelschen Orchesters statt. Während die ausgezeichneten Leistungen obiger Kapelle hier von früheren Konzerten her bestens bekannt sind, dürfte nachstehende Kritik, die sich mnit der Sängerin beschäftigt, von allgemeinem Interesse sein: Am Donnerstag veranstaltete der kaufmännische Verband für weibliche Angestellte im Klubhaus einen mustkalischen Abend unter erfolgreicher Uitwirkung von Frl. Wahl. Frl. Wahl erfreute mit ihrer schönen umfangreichen Stimme durch Lieder von Schubert, Brohms, Reger, dem Largo von Händel und dem Sandträger von Bungart. Die geschätzte Sängerin hagen, 27. Sept.(Die Waffenabgabe) in Hagen ist recht umfangreich. Bis jetzt wurden rund 100 Gewehre und Karabiner, weit über 200 Revolver und über 10.000 Schuß Infanteriemunition abgeliefert. Die ausgezahlten Belohnungen erreichen bereits den Betrag von nahezu 100000 Mark. * Soest, 27. Sept.(Auflösung der Soester Garnison.) Bekanntlich wird infolge der heeresverminderung auf 100000 Mann das hiesige 1. taillon des Reichswehr=Schützenregiments Nr. 13 mit anderen Cruppenteilen verschmolzen und in verschiedene Garnisonorte verlegt. In den nächsten Lagen verläßt die 1. Kompagnie Libau Soest und bezieht als neuen Garnisonort Münster t. 1. Eine Kompagnie und ein halber Bataillonsstab werden zum 1. Dezember nach Oldenburg verlegt. Lleile des Bataillons bleiben noch bis zum 31. Dezember in Soest, das vom 1. Januar 1921 ab vorläufig ohne Militär bleibt. * Soest, 27. Sept.(Bahnraub.) Dor etwa vierzehn Cagen wurden nachts aus einem die Station Bad Sassendorf passierenden Eilgüterzüge fünf Ballen Kleiderstoffe geworfen, wovon am anderen Morgen zwei Ballen auf einem Grundstück am Bahndamm gefunden wurden. Zwei weitere Ballen sind jetzt in Lohne beschlagnahmt worden. Der betreffende Einwohner wurde verhaftet. * Bochum, 27. Sept.(Derhaftung eines Verbands=Spions.) Seit längerer Seit war ein hier wohnender Anstreicher, namens Max hannig, verdächtig, im Ruhrgebiet Spionage für den Verband getrieben zu haben. Er wurde verhaftet und hat sodann auch ein Geständnis abgelegt. * Düsseldorf, 27. Sept.(Verhaftung eines „Kriegsgewinnlers“.) Auf Veranlassung der hiesigen Polizei wurde der frühere Uletzgergeselle Linden in seiner Dilla in Blasing in Bayern verhaftet. Linden war früher in der Garnisonschlächterei beschäftigt und hat sich im Jahre 1916 schwerer Schiebungen schaldig gemacht. Einen Schluß auf den Umfang dieser Schiebungen kann man daraus ziehen, daß er sich in Blasing eine schloßartige Dilla kaufte, auf die er 150000 Mark anzahlte und für deren Instandsetzung er 160000 M. aufwendete. Außerdem konnte er sich ein luxuriöses Leben leisten und Automobile halten. * Düsseldorf, 27. Sept.(Falschmünzerbande verhaftet.) Die Kriminalpolizei hat eine aus 10 Köpfen bestehende Falschmünzerbande verhaftet, von denen neun in Düsseldorf wohnen und einer, der Graveur Horstemke, aus Essen ist. Eine Anzahl Geräte aus der Falschmünzerwerkstatt wurde beschlagnahmt. Die Ulehrzohl der Verhafteten hat bereits gestanden, für 70000 Mark falsche 50=M.= Scheine hergestellt zu haben. * Koblenz, 27. Septhr.(Die Lasten der Besatzung.) Nach dem vom Oberbürgermeister Dr. Rüssel in der Stadtverordnetenversammlung erstatteten Verwaltungsbericht sind ungefähr 780 Offiziere und Unteroffiziere der amerikanischen Besatzung, 200 Offiziere und Mannschaften der Rheinlandkommission in Einzelquartieren untergebracht. Beschlagnahmt sind 408 Wohnungen und Häuser. Für fremdländische Familien sind 100 Wohnungen im Bau begriffen. Für Quartiergelder wurden bisher 5 Millionen Mark, an Entschädigungen für die Armee 5 759000 Mark gezahlt. Für die Kheinlandkommission wurden 332000 Mark im Jahre 1919 gezahlt, für das Jahr 1920 sind zu rahlen 1570000 Mark. —0000— Letzte Drahmmeldungen. Eigener Depesche Die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund in nächster Zeit. (U Basel, 28. Sept. Kus London wird gemeldet: Der Botschafter der Vereinigten Staaten in London, Davis, erklärte in einer Unterredung mit dem Vertreter der Uewyork Cimes, daß Gesterreich, Ungarn und Deutschland in nächster Jeit in den Völkerbund aufgenommen werden. Frankreich versucht, die Rheinländer abzurrennen. aU Berlin, 28. Sept. Jur Förderung der französischen Propaganda im besetzten deutschen Gebiet werden mit Unterstützung der französischen Großindustrie die größten Anstrengungen nach wie vor gemacht, u. a. durch Auslegung einer Liste zur Sammlung von Geldern für einen Propagandasond. Die Abstimmung in Oberschlesien. Jürich, 27. Sept. Nach einer Reldung des „Secolo“ aus Paris hat der Botschafterrat beim zuständigen Ausschuß beantragt, die Dolksabstimmung in Oberschlesien in der zweiten Gktoberwoche vorPPUT an den kommenden langen Winterabenden für sich und die Seinen guten, in jeder Hinsicht einwandfreien Lesestoff haben will, wer über alle bemerkenswerten Ereignisse auf politischem und wirtschaftlichem Gebiete unterrichtet sein, wer vor allen Dingen wissen will, was in der engeren Heimat und in der weiten Welt passiert, der bestelle die Schwerter Zeitung. Bestellungen werden jederzeit von unseren Boten und in der Geschäftsstelle Grosse Marktstrasse 3—5 entgegen genommen. zunehmen. Große Ueberschwemmungsschäden. W Bern, 28. Sept. Infolge Ueberschwemmung ist der Zahnverkehr Disp—Jermatt eingestellt. Der auf dieser Linie angerichtete Syrden geht in die Millionen. Alle holzbrücken im Saas=Cal sind weggerissen. Im Jermatt=Cal sind die meisten Brücken über die Disp weggeschwemmt. Die Celephonverbindungen mit Bern werden voraussichtlich wochenlang untorbrochen werden. Auch die Lötsch=Bernund die Furha=Bahn haben schwer gelitten. Neue Wirren in Italien. Paris, 28. Sept. Der„Avanti“ meldet, daß mehr als 50000 italienische Bauern mit Jahnen und Musik aus verschiedenen Leilen der Orovinz Marsala sich versammelt haben und die Latifundien von Jafarana besetzt haben. Gleichzeitig haben 100000 Bauern der Provinz von Crapani in Sizilien größere Latifundien besetzt. In Divita=Castellana haben Bauern unter Führung einer jungen Frau, die eine rote Jahne trug, 300—400 hektar Grundbesitz besetzt. Explosion an Bord eines Schiffes. aU London, 28. Sept. Bei einer Explosion an Bord einer mit Gel beladenen Barke am Kai von Millwall in der Chemse wurden 7 Arbeiter getötet und mehrere verletzt. In der Nachbarschaft wurde erheblicher Schaden angerichtet. Annektion des Crentino durch Italien. CU kom, 28. Sept. Nach der Annahme des Vertrages von Saint Germain wird dem König nun der Erlaß für die endgültige Annektion den Crentino unterbreitet. Die neuen Provinzen werden sofort ihre Vertreter in das italienische Parlament entsenden können. Deutsch=Südtirol wird 6 Abgeordnete erhalten. Die Wahlen werden baldmöglichst stattfinden. Das Cunnelprojekt Dover-Calais aufgegeben. CU London, 28. Sept. Der Plan einer Verbindung England=Frankreich durch gemeinsamt Untertunnellung des Kanals kann für absehbart Jeit als gescheitert betrachtet werden. Wie die Telegraphen-Union erfährt, ist nämlich die zur Ausarbeitung der Kanalpläne gebildete englische Militärkommission aufgelöst worden, damit ist die Inangriffnahme des bedentsamen Werkes ausgegeben.„ Die Lage in Resopothamien. EU Newyork, 28. Sept. Der Korrespondens der Kssozia det Dres in Konstantinopel berichtet, daß eine Cruppenmacht von 10000 Cürken die Belagerung von Kdana wieder aufgenommen hat. Sie beschießt die Stadt täglich mit alten deutschen 5 Imtr.=Kanonen, die von deutschen Offizieren bedient werden(?). Bei Korsina erfolgten heftigAngriffe, die aber durch die Kanonen der frauzösischen Kriegsschiffe abgeschlagen wurden. Neue Gewalttätigkeiten in Belfast. W Amsterdam, 28. Sept. Der„Telegraph“ meldet aus London, daß es in Belfast zu neuen Gewalttätigkeiten gekommen ist. Ein Polizist und drei bekannte Sinnfeiner wurden erschossen, zwei Polizisten verwundet. In der Grafschaft Clare wurde ein Polizist getötet, ein anderer verwundet, Verantwortlich für die Schriftleitung: Fried. Bruck und Verlag: Carl Braus, beide in Schwerte. Cennysons „Enoch Arden“. Jum Dortragsabend des kath. Gesellen=Vereins am Sonntag, 3. Oktober im hotel Ostermann. „Enoch Arden“, die einfache Seemannserzählund Cennysons, erschien 1864. Es ist das einzige größere Werk Cennysons, das von den Freuden und Leiden des ärmeren Volkes erzählt und von diesen Schichten seiner arbeitsamen Landsleute wählte C. bezeichnenderweise einen Stand, dessen Arbeitsfeld mehr auf der See als auf dem Lande liegt, den Fischer, der später Seefahrer wird. Der Inhalt des Gedichts in aller Kürze ist folgender: Enoch Arden, der arme Fischer, heiratet öte schöne Annie Lee, wird aber durch klot gezwungen, nach sieben glücklichen Jahren als Seemann hinauszufahren. Er leidet Schiffbruch, wird aber gerettet und lebt 12 Jahre einsam auf einer weltverlassenen Cropeninsel. Sein Weib daheim verarmt vollständig. Ihr Jugendfreund, der reiche Müllerssohn Philipp Rach, nimmt sich ihrer an und wirbt schließlich um sie. Nach langem Jögern nimmt sie die dargebotene Hand an.— Enoch wird gerettet und kehrt zurück, findet seine Kinder groß und schön, sein Weid verheiratet mit seinem Freunde. Er steht das Glück seiner Familie im reichen Müllerhause; in einer ergreifenden, tragischen Szene entsagt er allen seinen Rechten und entschließt sich, sich nicht zu erkennen zu geben, auf daß er zus Geschick seiner Famtlie nicht störe. Es war schwierig für den Dichter, die Leidenschaft in dem verlassenen einsamen Manne zu schildern, schwieriger noch war es, ihn bis zum äußersten wahr zu schildern in seinem Charakter, aber C. bringt es fertig mit konzentrierter Kraft. Der Schluß ist nicht weniger tragisch aufgefaßt. Enoch wäre gestonben als ein elender Ulann, von seinem Schicksal zerschmettert und unser Ulitleid mit ihm würde allenfalls gemischt sein mit betrüblicher Derachtung der menschlichen Natur. Aber Enoch Arden besiegt sein Geschick. Am Schlusse verwendet der Dichter eine Dolkssage von der Seeküste. Er bringt den ganzen erhabenen Ozean in Enochs Zimmer in seiner Sterbestunde, um ihm zu feiern mit seiner Sympathie. In der dritten Tlacht, als Enoch seine Botschaft an Weid und Kinder hinterlassen hatte,„erscholl ein also laut Getös vom Uleer“, daß er exwachte und mis dem Rufe En Sogef, ein Segel verschted Der Eingung des Gedichtes prophezeit die ganze Handlung in dem Spiel der 3 Kinder Enoch, Philipp und Annie an der Küste. In einer engen höhle unterm Dach der Klippe spielten haushalt oft die Kinder. Enoch war eines Cages hausherr, Philipp den andern. Annie aber stets die Hausfrau.„Dies ist mein haus, dies ist meine kleine Frau“, sagte Enoch.„Kleines auch“, sagte Ohilipp, s geht die Reide um". Wenn sie sich zankten. dann weinte ängstlich mit die kleine Frau und dat sie, ihretwegen wicht zu stretten,„sie wollte gerne ja beider kleine Frau sein. Vo enthält das Kin derspiel den Ledonstuhalt der Erwachsenen. Schritt für Schritt schreitet in einfachen Zeilen die Handlung vorwärts. Die Szene, wo Philipp den Enoch um Annie werben steht und wie ein wundes Reh in die waldige Schlucht hinabkriegt ist wunderbar. Als Enoch gerettet heimkehrt, fühlt die Natur mit ihm und läßt ihn sein Verhängnis ahnen. Die Schilderung der Cropenlandschaft ist glühend und prachtvoll, wird aber noch übertroffen von den Stellen, wo der Dichter von seinem geliebten England redet. Hier ist Cennyson in seinem richtigen Element. Ein sanfter Con, viel Farbenpracht sind im Gedichte. Der„Blankvers“ ist eigener Krt. Er hat eine natürliche Freiheit und Einfachheit. Die Sprache ist im ganzen auf dem liveau der Sprache des täglichen Lebens gehalten, abgesehen von einigen wenigen Szenen, wo sie sich ins herorische erhedt. Die Gleichnisse sind einfach gehalten, und die zum Vergleich herangezogenen Dinge gehören dem gleichen Lebensniveau an. 3. B. Annie hört vor Crauer über Enochs Fortgehen nicht, wovon er spricht. Dem Mädchen gleich vom Dorf, Das ihren Krug am Brunnen niedersetzt Und dessen denkend, der ihn einst ihr füllte, hört und nicht hört, dieweil er überfließt.“ Em ländliches Gemälde in ländlichen Worten in 4 Zeilen.„Enoch Arden“ ist eins der größten Werte Cennysons und hat großer Kufsehen erregt in der ganzen Welt. R. Strauß hit die Musik zu einem Melodrama „Enoch Arden“ geschrieben und diese seine Arbeit Leinem prringesen xugerignet als Emnst v. Possart. Paul Wommelsdort = Schneidermeister— Schwerte, Moltkestraße 40. Anfertigung eleganter Herzes- und DamenGarderobe. Reichhaldger Tachlager(Friedensqualität). Heute ist unsere Hochzeit Karl Schoemann I'se Schoemann geb Böckelühr. Gut Lieselühr. den 28. September 5436 Männergesangverein„Cäcilla“ Schwerte. Mittwoch, den 29. Sept., abende 8 Uhr Im Saale des„Freischütz“ Konzert- und Opern-Abend unter Mitwirkung des Kammersängers Dr. Ulr ich Bruck(Bass). Fräulein Charlotte Schaedrich(Sopran) u. unter Leitung von Musis dlrektor Pez Hanemann d](Klavie:) Aus dem Programm: Balladen für Bass von Loewo. Lieder für Sopran, Männerchöre von Richard, Bunte, Dregert. Hirsch. Aufführung von Die Magd als Herrin2 Oper in 2 Akten von Pergolese. Eintrittspreise: Vorverkauf Mk 8.00. an der Kasse Mk. 410 Mitglieder und deren Damen zahlen 2 Mk. Eintritt 5516 GaudarvenTschafe im Gememsthaus(Ragenerfüge). Ausbildung in allen Zweigen weibl. Handarbeit. Unterrichtszeil: 3 Morgens 9—12 Uhr u. nachm. von 2—6 Uhr. Starkstrom Elektr. Zug- und Tisch. lamben, Kronleuchter, Schlafzimmerlaupen etc. Oerambirgen, hochtein verwickelte elekir Bügeleisen und sämtliches Installationsmaterial, wie Isollerrohr, Zink- u. Kupferleitungen, Schalter. Fassungen usw. Schwachstrom Elektr. 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Das nationale u. soziale Blatt der Demokratie! obeheft kosten frei. 3 Vierteljahrespreis 10 M. Verlag der„Hilfe“, Berlin NW. 40. Kurtotielschaien werden gekauft. Grosse Marktstrasse 3. „"PeVen. Rechnungsjahr 1919. Sebeckverkehr Mk. 761 201.58 26 479.29 26 746 064.99 2 318 74..96 26 150 016.05 Einlagen Ende des Rechnungsvorjahres Zugang währe d des Rechnungsjahres 1919 a) durch Zuschreibung von Zinsen b) durch Neueinlagen zusammen Abgang: Zurückgezahlte Einlagen im Rechnungsjahre Einlagenbert auf21654 Sparbücher u. Scheckkonten 1 363 729,91 Dazu Bankkonto Ende 19 Betrag des Sicherheitsfonde Ende 1919 Betrag der Zinsüberschüsse im Rechnung jahre Von den Beständen der Sparkasse im Gesamtbetrage von sind zinsber angelegt in Hypotheken oder Grundschulden auf städtische Grundstücke auf ländliche Grundstücke darunter Tilgungsdarlehen in Inhaberpapieren gegen Faustpfand gegen Bürgschaft bei öffentlichen Instituten und Kerporationen in sonstigen Anlagen Die Sparkasse verziuste die Einlagen Hundert, die Guthaben im Scheckverkehr mit 3 vom Hunder Aplerbeek, den 20. September 1920. Sparverkehr Mk. 21 804 118.66 854 283.45 17 187 494.07 3u 844 896, 8 16 258 484 0 # 20 41. 392 000— 257 68647 242 956,28 26 115 578.86 12 799277,87 337 950.— 2410 500.— 8 062 850.— 171 035.— 89 799.09 3 002 818.47 1708 408.47 im Rechnung jahre mit 4 vom 5542 Sparkasse Aplerbeck. tn cch Colliess, Hedalllous, Anhänger in jeder Art. Damenriuge and Herrenringe in den modernsten Forme n. 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Außercem: Die Brüder Karamasoff Drama in 7 Akten nach den gleichnamigen Roman von Dostojeweki. Werner Krauas in der Rolle des Sme djakoff. Ab Freitag das große itrlienische Filmwerk: Fabiola. Ein Drama aus der Zeit der er#en Christen nach dem gleichnamigen Roman des Kardinals Nikolaus Wiesemann mit Gesons= Einlagen gesungen von 6 Säugern. unter Milwiekung des beliedt. Schweit Bariion Beern Feitr Schäfer. Seit dem Film„Quo Va. dis“ ist etwas gleichatttges in Deutschland nicht gebracht worden. 5548 Lebensmittel für diese Woche. a) Haferflocken 125 gr. 1 Pfd. 2.30 Mk. d) Weißze und braune Bohnen 250 gr, 1 Pfd. 1.40 Mk. c) Kunsthonig nach Bedarf 1 Pfd. 7,30 Mt. d) Kaffee=Ersatz 125 gr. 1 Psd. 1.72 Mk. e) Schmalz 50 gr. 1 Pfd. 16,00 Mt. *) Weizenauszugsmehl 62½ gr. 1 Pfd. 1,55 Mk. Ausgabe gegen Brotmarken in den Geschäften: Kramer, E. Rentrop, Kalsbach, G. Nierhoff, Malewschik, J. Mildenberg, Giesbert, Greve, Witte und in den Verkaufsstellen des Konsumund Sparvereins. Abgabe der Zahlzettel und Waren am Mittwoch vormittag. Honig vom Lager Irle, von nachm. 2—3 Uhr. Vorübergehend Anwesende bei H. Schniewind, hierselbst, Hörderstraße. Die Zahlzettel müssen unbedingt am Mittwoch vormittag abgeholt werden. Schwerte, den 27. September 1920. 5558 Der Magistrat. Bekanntmachung. Die der Stadt Schwerte gehörigen Grundstücke sollen für das Wirtschaftsjahr 1921 neu verpachtet werden. Die Kriegerwitwen und Kriegsbeschädigten erhalten die Gärten unter den gleichen Bedingungen wie bisher. Andere Ortseingesessene können gegen Zahlung einer angemessenen Pacht ebenfalls Gartenstücke bekommen. Meldungen werden im Rathaus auf Zimmer Nr. 23 bis einschl. 2. Oktober d. Is. entgegen genommen. Diejenigen, welche die Gartenstücke bisher in Nutzung hatten, müssen ihre Anträge auf Weiternutzung gleichfalls in der oben angegebenen Frist stellen. Schwerte, den 24. September 1920. 5557 Der Magistrat. A s Stadttheater Schwerte S Dir.: Gütschow=Weitimann Dienstag, den S 28. September: S Lolle Komieb. s Operette in 3 Akten## S von W. Kollo e Wegen Heirat des jetzigen suche ein tüchtiges 6542 Dr. Kelug Westhofen. I wverlässiges, sauberes Maechen für alle Hausarbeit. nicht unter 18 Jahren. füe kleinen Haushalt (3 Personen) zum 1. Oktober gesucht. Vorstellung aur vormittags bis 1 Uhr erwünscht. litck 5543 Aplerbeck Weilstraße 10. Sauberes Ubrgenmädchen gesucht. 5551 Kuhstr. 5. Tüchtiges 3555 Morgenmädchen für sotort gesucht. Zu erfr. i. d. Geschst. Eefahrenes, älleres Dienstmädcen sucht Stellun; in Sowerte zum 1. Oktober 1920. Scheiltl Angebote unter 5550 a. d. Geschst. d. J. Broinnischer gesucht. 5512 Westf. Backwerke. Für sofort oder später ein Fälterer Mann oder Invalide z. Flliiern d. Plerde gesucht. Gebr. Sohlerkamp. Auf Anordnung des Herrn Landrats zu Hörde werden vom 1. Oktober 1920 ab neue Säugliogszuckermarken über die Wochenkopfmenge von 100 Bramm ausgegeden. Die bereits früder von der Stadt Schwerte veradfolgten Säuglingsmarken für die Monate Oktober bis Dezemder 1920 werden hiermit für ungültig erklärt. 5559 Schwerte, den 27. September 1920. Der Magistrak. 10 Auf unserer Baustelle bei den Bauardeiken der Eisenbahn-Werkstatt werden gate Mauter eingestellt. 5527 K Dillrich& W. Müller Eisenbahn-Bauunternehmungen Schwerte(Ruhr). 2 weiß=schwarze Kuntnchen abharden gekommen. Wiederbringer erhält Belohnung. Frau Braus Große Marktstraße 3. Als Mastsutter für Schweine empfehle: Malsmeh! Bohneumeh! Fnnteraeg alles garantiert rein, eigene Mahlung. L. Weinberg. 5556 Mutter. beratungsstelle Mittwoch, den 29. Sept. nachm. 2½ Uhr Holzen, Schulstraße. Erhielt gestern eine Sendung großer und kleiner FaselSchweine W Beauchmann 5554 Bahnhofstr. 16. Wenchäch - beseiligt schmerzlos mnerhalb 24 Stunden unser Beugemit Prospekte mil vielen Oenkschreiben gralle " Schurren 10 Metallbetten. Stahldrahtmatratzen, Kinderdetten, Polster, an jedermann Katalog frei. 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