Die„Schwerter Jeitung“ erscheint läglich auser Feiertags. Bezugspreis Mu., bei der Dost 6.—, Md., ohne De. enreld. Anzeigenpreiße: 1 mm Juhe. 35 mm breite Jeile 35 4g. Wohnungs= und Stellengesuche 30 Pfg. Bei Wiederholungen ntsprechender Nachlaß It. Taris. Jeder Radalt iill ais Kassenrubalt und erttscht bei Ronkursen, wangsvergleichen. gerichtlichen Klagen u. Dicht. eachten der gemachten Jadlungsbedingungen. Verbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Velkszeitung Schwerter Velksblatt Welthefener Zeitung Avlerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises.— Generalanzeiger für den Rreis Hörde. De Hoperüer Zetung protheichee! uubndbs boben mitht ubeb-eizte 360 Mark ur anh eenenene uenr olhe. Nr. 165. Spaa und die Völker. Mit sehr gemischten Gedanken werden die europäischen Dölker die Verhandlungen von Spaa verfolgt haben, dieselben llationen, denen im Weltkriege so oft gesagt ist, es handele sich bei den eindseligkeiten nur um die Befreiung der Menschheit vom„preußischen Militarismus". Präsident Wilon hatte in seinen wiederholten Reden und Proklamationen sogar ausdrücklich gesagt, daß auch die Deutschen„befreit" werden sollten. Seitdem weiß man in allen Staaten, daß wir Deutschen darben und llot leiden, daß wir gar nicht daran denken können, neue Kämpfe zu beginnen. Uns zu helsen oder wenigstens uns zu schonen, müßte selbst für einen erbitterten Feind Wenschenpflicht.11g mit Hitferen; ein aber was in Spag vor sich geht, ist Gudlerei, soweit nicht die Aet der Jahlung durch das allgedie Jumutung von Unmöglichkeiten, deren Richt. meine abkommen über die Tinanzsrage anders Freitag, den 16. Juli 1920. 55. Jahrgang. Einigung in der Kohlenfrage. Deutschland unterwirft sich. Die deutschen Vorschläge. Was Spaa, 15. Juli. Die Entscheidung der deutschen Delegation wegen der Regelung der Kohlenfrage lautet: 1. Die deutsche Regierung verpflichtet sich, ab 1. Rugust auf vorläufig 6 Monate den alliierten Regierungen monatlich 2 Millionen Connen zur Verfügung zu stellen. 2. Die alliierten Regierungen leisten den Gegenwert der Kohle bis zur höhe des deutschen Inlandpreises durch Knrechnung auf das Reparationskonlo mit Differenz zum Weltmarktpreis in bar, erfüllung noch dazu unter Strafe gestellt werden soll. Man mag uns in den gegnerischen Ländern sehr hassen, aber einfache Leute werden doch sagen, daß wir eine solche Behandlung nicht verdienen, daß wir durch das, was wir erlitten haben, schon genug„gestraft“ worden sind, vorausgesetzt, daß wir (selbst in ihren Augen) überhaupt eine„Strafe" ver dienen. Es fehlt, selbst in französischen und englischen Jeitungen, nicht an Auslassungen, daß Deutschland nicht zugemutet werden könne, so harte Bedingungen zu ersüllen, wenn ihm keine Gelegenheit gegönnt werde, sich zu erholen, ja auch nur aufzuatmen. Es hat den deutschen Rednern, die den Wortführern der Entente gründlich Bescheid gesagt haben, besonders dem energischen und schlagsertigen rheinischen Großindustriellen Stinnes, den wir als Minister„mik haaren auf den Jähnen“ gebrauchen könnten, nicht an starkem Beifall im Auslande wie im Inlande gefehlt, aber leider dürfen wir nicht erwarten, daß die Entente=Dolitiker sich prinzipiell belehren lassen werden, um in Jukunft nach anderen Grundsätzen als bisher zu verfahren. Und die Stimmen, welche in England und Frankreich für uns sprachen, sind zu schwach, als daß sie wirklich helfen könnten. Eine großzügige Bewegung, wie sie die deutschen Arbeiter von ihren Kameraden in den Ententestaaten erwartet hatten, blieb bei dem Friedensvertrage von Versailles aus und ist heute noch weniger zu erwarten. Die Politiker der Gewalt siegen über die Einsicht der Nationen. Dieder zeigt sich, daß Wilsons Dölkerbund nur auf dem Dapier steht, daß auch Kmerikas Einfluß in allen Angelegenheiten, die Deutschland betreffen, ausgeschaltet ist. Wir bleiben trotz der Sympathie anderer llationen auf uns selbst angewiesen, und die Gedanken der Optimisten, daß England und Irankreich sich dermaßen veruneinigen würden, daß wir wirklich lutzen davon hätten, bleiben in der Hauptsache unerfüllt. Frankreich hat sich wohl vor Lloyd George so weit gebeugt, daß dieser sich als Sieger fühlen konnte und deshalb die französischen Interessen wahrgenommen hat. Und das schließt aus, daß er sich einmal aufrichtig als helfer in der Wiederaufrichtung Deutschlands erweisen könnte. Die Hoffnung von einer neuen Annäherung der Dölker aneinander ist einstweilen Schall und Rauch. Das Hindernis liegt weniger in der Abneigung oder gar in dem haß der Nationen gegeneinander, als wie schon im Weltkriege am Herrschaftswillen der führenden Männer. Die Dolitik erweist sich als mächtiger, wie die Menschlichkeit. Als die Konferenz von Spaa feststand, tauchte der schöne Craum auf, wenn Deutschland und seine Gegner an einem Cische sitzen, wird sich viel ändern. Der Craum ist aus, mögen jetzt oder später angesichts des wachsenden deutschen Widerstandes einige Milderungen herauskommen. Lloyd George sagte, er habe kein Mißtrauen gegen die deutsche Regierung. Aber er handelt nicht darnach, so daß also auch seine Worte nichts nützen. Wir müssen warten, bis andere Männer kommen, die vielleicht anders denken werden. Aber die Dölker haben den Schaden davon, Handel, Industrie, Gewerbe leiden überall. Keine Konommen bestimmt wird. 3 Während der Dauer der vorbezeichneten Kohlenlieferungen bleiben die Bestimmungen der Entscheidung in der Kohlenfrage, die der deutschen Delegation am 9. Juli mitgeteilt und am 11. Juli abgeändert waren, in Anwendung. Die Erhöhung der monatlich zu liefernden Connen durch den Wiedergutmachungsausschuß findet solange nicht statt. 4. Es wird alsbald ein Abkommen über die 4 ce wird alsbald ein Abbomnen Wber b. gsen eine Kommision zlsemmen, rage in Oberschlesen getroffen, wonach entweder die bald in 44.. u vertreten seit, deutsche Regierung die Verteilung der oberschlesi cher gleichfalls die Deutschen deutsche Regierung die Verteilung der oberschlestschen Kohle zurückerhält oder ihr jedoch der Bezug von mindestens monatlich 1,5 Millionen Connen gewährleistet wird. 5. Es wird alsbald eine gemischte Ammission in Essen eingerichtet, deren Zweck ist, die Mittel zu untersuchen, womit man die Lebenshaltung der Vergleute in Nahrung, Kleider und Wohnung und damit die Erzeugung der Kohlenminen des Kuhrgebietes verbessern kann. 6. Die Klliierten erklären sich bereit, Deutschland zur Einfuhr von ausländischen Lebensmitteln für seine Bevölkerung, sowie von Rohstoffen für seine Industrie und Landwirtschaft einen angemessenen Dorschuß zu gewähren. Die Beratungen über den Vorschuß werden im Die Antwort der Entente. CU Spaa, 16. Juli. Die Antwort der Entente auf die letzten deutschen Gegenvorschläge lautet wie folgt: Die deutsche Regierung verpflichtet sich, vom 1. Kugust 1920 an auf 6 Monate, den Alliierten monatlich zwei Millionen Connen Kohle, welche Menge von der Wiedergutmachungskommission genehmigt worden ist, zur Verfügung zu stellen. Der Gegenwert dieser auf dem Schienen= oder Wasserwege beförderten Kohlen wird von den Alliierten Regierungen auf das Reparationskonto angerechnet, und zwar zum deutschen Inlandspreis gemäß dem Vertrage von Versailles. Juerkannt wird die Befugnis, sich nach Klassen und Qualitäten eingeteilte Kohlen liefern zu lassen und eine Prämie von fünf Goldmark, die von dem Empfänger in bar zu zahlen und zum Erwerb von Nahrungsmitteln für die deutschen Bergarbeiter verwendet wird. Es wird alsbald zwischen den Alliierten ein Abkommen über die Verteilung der oberschlesischen Kohle von einer Kommission getroffen, in welcher auch Deutschland vertreten sein soll. Es tritt alsin welcher gleichfalls die Deutscgen vertreten sein sollen. Aufgabe dieser Kommission wird es sein, Mittel und Wege zu finden, um die Lebensbedingungen der Bergarbeiter bezüglich der Nahrung und der Kleidung im Hinblick auf eine bessere Ausbeutung der Bergwerke zu heben. Die alliierten Regierungen erklären sich bereit, Deutschland während des oben erwähnten sechsmonatigen Jeitraumes einen Vorschuß zu gewähren in höhe des Unterschiedes zwischen dem gezahlten Preise und dem Ausfuhrpreise der deutschen kohlen. Die gesamten Vorschüsse erhalten den unbedingten Vorrang vor allen anderen Forderungen der Alliierten gegen Deutschland. Falls am 15. Uovember 1920 festgestellt werden sollte, daß die Gesamtlieferung von August, SepDie Beratungen über den Vorschuß werden im den sollte, daß die Gesamtlieferung v Jusammenhang mit den allgemeinen Beratungen tember und Ektober 1920 die sechs über die Finanzlage baldigst unter Juziehung von nen nicht erreicht hat, werden die Alliierten beiderseitigen Sachverständigen aufgenommen. die Vorschläge wurden durch einen der Oelegierten, Prof. Bonn, an Lloyd George übergeben. Es wurde ihm bedeutet, in der Dilla Fraineuse auf Antwort zu warten. Diese Antwort ist noch nicht erfolgt. Man erwartet jedoch eine Einigung in den nächsten Stunden. nen nicht erreicht hat, werden die Alliierten zur Besetzung eines neuen Leiles deutschen Gebietes, des Ruhrbeckens oder irgend eines anderen, schreiten. Es wird in Berlin eine ständige Delegation der Wiedergutmachungskommission eingerichtet. Ihre Aufgabe besteht darin, sich zu vergewissern, ob die in dem Rbkommen vom 16. Juni 1920 vorgesehenen Kohlenlieferungen ausgeführt sind. Ob die Uöglichkeit kommen wird, daß sie zur Besserung der Zukunftsaussichten helfen werden? Immer auf der Wacht! Das muß die Losung für Deutschland bleiben. Augenblickliche Höflichkeiten bedeuten keine grundlegende Kenderung, und wir müssen immer damit rechnen, daß von heute auf morgen die Stimmung umschlägt, wenn wir nicht alles auf die Minute erfüllen oder die französische und englische Regierung zu Hause Schwierigkeiten erleben. Grobheiten und Höflichkeiten müssen uns kalt lassen, beachten können wir nur das, was schwarz auf weiß geschrieben steht oder was unterschrieben werden soll. —00— Der Judaslohn für Polen sie Anderthalb Jahrhunderte hat Dolen mit anerkennenswerter Jähigkeit gerungen, um seine staatliche Selbständigkeit wiederzuerlangen. Uun es ihm gelungen ist, ohne eigenes Sutun, lediglich durch die deutschen Siege über die Sarenheere und seiner Kriecherei vor dem Verbande, das zu erreichen, was seiner eigenen Kraft versagt blieb, ist es vom Größenwahn befallen und möchte ein Großpolen von der Östsee bis zum Schwarzen Meere aufbauen. Das mutet an, als wenn ein Strafgesangener lange Jahre sich nach der Freiheit sehnt, aber in dem Augenblick, wo er erhält, selbst Gefängnisdirektor werden möchte. Drei Reiche waren es, die den Polen, die sich nie selbst regieren konnten, die Selbständigkeit genommen haben, Oesterreich, Rußland und Dreußen. In der Donaumonarchie spielten die Herren auf ski und i schon länger als seit Badenis Seiten die erste Geige, sie fühlten sich unter sich und waren jeder Unterstützung des Wiener hofes sicher, mit Recht, wie habsburgs Verhalten während des Krieges mehr als zur Genüge bewiesen hat. Der unglückselige Gedanke der Wiederaufrichtung des Polenreiches ist ja von Wien ausgegangen. Und als die Revolution vom llovember 1918 auch den deutschen Wohltäter Polens niederwarf, da zögerte dieses nicht, als Dank den schmählichsten Verrat an uns zu begehen und seine ganze Gier nun nach dem Westen zu richten. Nicht nur Gebiete, in denen starke polnische Bevölkerungsteile saßen, wurden von uns ertrotzt, sondern man forderte nun auch noch rein deutsche Gebiete, um Dolens Macht abzurunden. Kein Wunder, wenn wir Deutschen heute Polen fast noch mehr hassen, als unseren Erbseind Frankreich. Von Cag zu Cag mehr gibt Dolens Lage zur Schadenfreude Anlaß. Die schwere innerpolitische Krisis, die Bestechlichkeit, Uißwirtschaft, Kreditverlust, Anwachsen des inneren Bolschewismus, dem Lande Doniatowskis gebracht haben, brauchen wir nur nebenbei zu erwähnen. Dor allem ist außenpolitisch Polen aufs höchste gefährdet. Um es kurz zu sagen, es ist heute schon ringsum von Feinden umgeben, von allen Freunden aber so gut wie verlassen. In weitem halbkreis ist es von den russischen Heeren umklammert, die ihren Angriff immer weiter fortsetzen. Mit einem Begeisterungssturm hat sich ganz Rußland, das bolschewistische, wie das bürgerliche, zum Kampfe gegen die polnischen Frechlinge erhoben, daß denen der Schreck in die Glieder gefahren ist, und sie heute schon rückhaltlos ihre lliederlage eingestehen, indem sie ihre einstigen Beschützer, die Franzosen, angstvoll um Hilfe anflehen. Aber die ihnen anfänglich auch versprochene Sendung von Kolonialtruppen ist nicht ausgeführt, weder in London, noch in Daris findet man noch irgend welche Worte, für Polens llot. Anfänglich, als infolge der Verrüttung der russischen Cransportverhältnisse zweimal eine Stockung in der Offensive Brussilows eintrat, fand sich polnische Großmäuligkeit noch zur Erfindung poli nischer Siege zurück, aber davon ist es jetzt still geworden, dem Schreihals ist der Uund völlig zusammengeklappt. Und so dürfte, nachdem selbst der gallische Hahn in den Unternehmungen gegen Rußland ein haar gefunden hat, der russische Bär dem polnischen weißen Adler in Kürze die Krallen ausbrechen. Der russische Vormarsch. Berlin, 15. Juli. Der Funkdienst in Riga meldet die Einnahme von llowo=Klexandrowo durch die Rote Armee. Die neue polnische Linie ist von den Bolschewisten besetzt worden. Ferner wird gemeldet, daß die galizische Grenzfeste Brody seit Freitag von den Dolen geräumt ist. Auch Minsk ist besetzt; südlich Minsk wird weiter gekämpft. Polnische Soldaten sind in größerer Sahl auf tschecho=slowakisches Staatsgebiet übergetreten, wo sie entwaffnet und interniert werden. Was Rußland von den Polen verlangt. Der„Kommunist", das Organ des Präsidenten der ukrainischen Sowjetrepublik Rakowski, veröffentlicht in einer seiner letzten Uummern die angeblichen Friedensbedingungen Sowjetrußlands für Polen. Diese lauten: 1. Polen begibt sich aller Rechte auf Wilna, Minsk, Grodno, sowie auf das Gebiet von Cholm und auf die Polessie. Ueber die Jugehörigkeit dieser Gebiete wird Sowjetrußland auf Grund einer Einigung mit der Bevölkerung entscheiden. 2. Dolen liefert an Sowjet=Rußland sein Kriegsmaterial aus, löst die Armee auf und behält nur eine Dolksmiliz. 3. Dolen bezahlt Sowjetrußzland dessen Kriegsausgaben in Salz, Industrieerzeugnissen und in Maschinen. 4. Ueber die Regierungsform Dolens entscheidet eine Dolksabstimmung, die längstens binnen einem Jahr nach Friedensschluß durchzufü##en ist. Bis zu dieser Seit wird die Staatsgewalt einer Dolksregierung anvertraut, die im Einverständnis mit den Sowjets gebildet wird. 5. Die Sowjetsregierung beläßt während eines Seitraumes von fünf Jahren ihre militärischen Reserven auf polnischem Gebiet. 6. Die polnischen Kohlen= und Salzbergwerke werden einer Sowjetverwaltung unterstellt als Garantie dafür, daß Dolen wirklich die Entschädigung leistet. (So ist's recht! allerdings werden die Verbandshäuptlinge in Spaa sich über diese„unmenschlichen" Forderungen der Somjetregierung e s u e e ee! des Versailler Schandvertrages gegen Deutschland und der entspricht doch nach Ansicht der„Sieger" 1 dem Rechte und der Gerechtigkeit. Schriftl.) Eine schwierige Aufgabe Die Unterbringung der zu entlassenden 100 600 Mann Reichswehr. Nach der Unterzeichnung der Abrüstungsklausel in Spaa erhebt sich die Frage, wie die 100 000 Mann, die entlassen werden müssen, untergebracht werden können. Der Reichswirtschaftsverband deutscher Berufssoldaten hat den beteiligten Ressortministern folgenden Dorschlag unterbreitet: Der Reichswirtschaftsverband übernimmt die Unterbringung der Unteroffiziere und Mannschaften in gemeinnützigen Werkstätten. Diese werden in den zahlreichen, völlig oder fast ganz brach liegenden Reichswerken eröffnet. Diese Staatswerkstätten stellen heute ein unverzinsliches Milliardenvermögen dar, das noch Millionen an Suschuß erfordert, damit die Werke nicht zerfallen. Ein Ceil dieser Werke wird vom Staate zur Verfügung gestellt, desgleichen Betriebsmaschinen und ein Kapital als Dorschuß für die Inbetriebsetzung. Der Reichswehrminister trifft besondere Uebergangsbestimmungen über die Löhne der Berufssoldaten. Diese gemeinnützigen Werkstätten stellen einen besonderen Betriebstypus dar. Arbeiter und Angestellte in ihnen sind nur Kameraden. Es gibt keine Arbeitgeber und Arbeitnehmer, alle umschlingt das Band der Kameradschaft. Es wird naturgemäß eine schwere Aufgabe sein, aus Berufssoldaten Handarbeiter zu machen. Der Staat kann diese Aufgabe nie lösen. Das vermag nur die kameradschaftliche Inleitung, Führung und Beratung. Kls Droduktion ist für diese Werke zunächst das in Aussicht genommen, was der Staat am nötigsten braucht. Der Staat selbst würde auf diese Weise der beste Abnehmer der Ware werden, die in den von ihm zur Verfügung gestellten Werken produziert wird. Mit diesen gemeinnützigen Werkstätten wären große Siedelungen zu verbinden. Auf staatlicherseits zur Verfügung gestellten Gelände würden die neuen Arbeiter in gemeinschaftlicher Arbeit nach ihrem Achtstundenarbeitstag ihr eigenes haus sich erbauen und ihren Ulorgen Land gemeinsam urbar machen. Der Craum des eigenen Hauses und der eigenen Scholle kann so für Jehntausende durch gemeinsame Arbeit in die Cat umgesetzt werden. Dieser Plan hat bereits die grundsätzliche Instimmung der beteiligten Ministerien gefunden. 1— Der Anschlag auf Hindenburg. Ueber den Anschlag, der auf den greisen Feldmarschall von Hindenburg in seiner Wohnung in Hannover verübt wurde, wird noch gemeldet: Generalfeldmarschall von Hindenburg, der sich am Uontag abend mit seinem Diener allein in der Dilla befand, hörte plötzlich in einem Hinterzimmer ein Geräusch. Als er diesem nachging, sah er vor einem kleinen Schrank einen jungen Ulann in grauer Litewka stehen, der dessen Inhalt betrachtete. Der Generalfeldmarschall nahm an, daß es sich einen handwerker handelte, der im Hause zu tun hatte. Dann fragte er:„Was machen Sie denn da?“ Worauf der Unbekannte sich umdrehte und flehentlich bat:„Lassen Sie mich gehen, ich bin auf Abwege geraten und werde es nicht wieder tun!“ Der Feldmarschall hielt jedoch den Mann am Rockkragen fest und versuchte, ihn in sein Arbeitszimmer zu bringen. Dabei entspann sich zwischen ihm und dem Unbekannten ein heftiges Ringen, bei dem mehrere Möbelstücke umfielen. Kls der Verbrecher sah, daß er nicht freikommen konnte, zog er aus der Brusttasche einen Revolver und erklärte:„Dann wollen wir es so versuchen!" Doch der Feldmarschall wehrte den Revolver ab, der Verbrecher drückte aber los und schoß dicht an der linken Brustseite des Feldmarschalls vorbei. Hindenburg hielt den Burschen trotzdem fest. Als er aber die Hand nach der Klingel ausstreckte, um den Diener herbeizurufen, gelang es dem Verbrecher, zu entfliehen wobei er noch mehrere Schüsse nach rückwärts abgab. Man nimmt an, daß es sich um einen Bandeneinbruch in die Dilla Hindenburgs handelte, und daß der Verbrecher dazu die Gelegenheit ausspionieren wollte. Gewiß wird sich ganz Deutschland in allen seinen Schichten mit Abscheu von diesem Bubenstück abwenden und es bedauern, daß dieser Rohling nicht sofort abgefaßt wurde. Aber trotzdem soll man nicht vergessen, daß zwar nicht direkte Mitschuldige, wohl aber ideelle Mitschuldige, vorhanden und wo diese zu suchen sind. In den Schmerz über dies tief betrübliche und verdammenswürdige Dorkommnis mischt sich aber für alle noch ehrlich empfindenden Deutschen der große Dank und die Freude, daß dem greisen Feldmarschall selbst in dieser Gefahr kein ernster Unfall zugestoßen ist. Fast wie durch ein Wunder ist er dem Revolverschuß entgangen. Dazu wird Hindenmehr als 100 v. H.! Degras=Moellon notiegen die vom Reichsausschuß mit dem Rohstoff versorgten Hersteller mit 2235 Ul., der freie Handel liefert einschließich Goldzoll zu 1165.28 M., Unterschied 1071,72 M. Aus diesen Jahlen geht wohl klipp und klar hervor, daß dieser Russchuß überhaupt keine Berechtigung mehr besitzt, im Gegenteil, er perteuert den Verbrauchern alle Waren, deren Herstellung die Verwendung von Oelen, Jetten und Erzeugnissen daraus erfordert, hauptsächlich Seise, Leder und viele andere Artikel:„Darum fort mmit dden Kriegsgesellschaften! Die Friedensaufgaben des Roten Kreuzes. Das Jentralkomitee der deutschen Vereine vom Roten Kreuz teilt über die Friedenstätigkeit des Roten Kreuzes mit: Um die gesamten Kräfte des Roten Kreuzes in Deutschland zusammenzufassen, sollen die bisher getrennt arbeitenden Männer und Frauenvereine zu geschlossener Cätigkeit verbunden werden. Gleichzeitig werden die Dorarbeiten für die Begründung des „Deutschen Roten Kreuzes“ mit allem Nachdruck betrieben werden. Die Aufgaben der Roten KreuzVereine bestehen in erster Linie darin, die durch demn Kevelverschuß entgangen. Dazi vird Binden=,. geschwächte Gesundheit des Bolkes, Insburg berehzicg von alen Seiten zu beglüichphv. 4 den Poveo,, Granwachsenden Augend un Birdern schen sein! —e Der„Segen“ der Zwangswirtschaft. Die„Köln. Stg.“ schreibt: Der Reichsausschuß für Fette und Oele hat in der letzten Seit viel von sich reden gemacht. Seine Existenz wird von den Interessenten scharf bekämpft; sein unheilvolles Wirken geht aber am treffendsten aus einer Gegenüberstellung hervor, die der Rheinische Gerberverband dem Reichswirtschaftsministerium unterbreitet hat. Er hat nachgewiesen, daß der Reichsausschuß für hellblanken Cran 2100 M. für 100 Kilogramm fordert, im freien Verkehr wird diese Ware einschl. Goldzoll für 1105.50 A. angeboten. Der Reichsausschuß ist um 994,50 Ulk. für 100 Kg. zu teuer. Brauner Cran wird vom Ausschuß angeboten zu 1800 UI., verzollt liefert der freie Handel diese Ware für 827,85 U. Der Unterschied zugunsten des Ausschusses beträgt also 972,17 M., das sind weit 73 — besondere der helanuugsenben Tugene, zu fördern und den Kampf gegen die Dolkskrankheiten aufzunehmen. Für Verwirklichung der Arbeiten sind besondere Fachausschüsse gebildet. Ein Kuslandsausschuß wird die Verbindung mit den internationalen Schwesterorganisationen aufnehmen. —4— Ein Mahnruf an das Dom Reichsdeutschen Mittelstandsverband, Landesausschuß Rheinland und Westfalen, wird uns geschrieben: In den letzten Monaten konnte man in den Generalversammlungen der handwerklichen Fachorganisationen, übrigens auch des kaufmännischen Mittelstandes, wiederholt die bedeutsame Feststellung machen, daß gerade aus Mitgliederkreisen ein unerwartet hohes Blaß von Verständnis und Willenskraft für eine stärkere Organisationsarbeit an den Cag trat und von den Mitgliedern selbst Korderungen nach einer nachdrücklicheren Interessenvertretung und höheren Beiträgen gestellt wurden, die die oft sehr bescheidenen Vorschläge des Dorstandes bezw. einzelener Vorstandsmitglieder in den Schatten stellten. Die breiten Schichten des Handwerks, namentlich die vielen kleinen und mittlern Betriehe sind aufs tiefste beunruhigt, sie sind um ihre Jukunft besorgt und beginnen, die drohenden Gefahren, vorläufig mehr gefühlsmäßig, zu begreifen. In den tagtäglichen Besprechungen mit den einfachen Reistern kann man feststellen, daß sie von ihren Führern in Zukunft ganze Krheit erwarten, daß sie über die„Regelklubbeiträge“ spötteln und instinktmäßig nach einer machtvollen Organisation des Handwerks rufen. Das sind ernste Seichen der Mahnung für die führenden und verantwortlichen Männer, dem Handwerk, in dem es gärt, den richtigen Weg ohne Saudern mit aller Catkraft zu bahnen. Für das handwerk kann es sich nur um die sofortige Dollendung der jahrelangen Arbeit am Susammenschluß der Fachorganisationen innerhalb unseres Landesteils Kheinland, Westfalen, Lippe handeln. Diesen Aufbau der handwerksorganisation auf fachlicher, von unten nach oben gegliederten Selbstverwaltungsgrundlage hat auch der Reichsverband des deutschen Handwerks in seiner letzten bedeutsamen Kundgebung ausdrücklich zu seinem Orogramm erklärt. Noch in diesem Monat werden dementsprechend die rheinisch=westfälisch=lippischen Fachverbände des handwerks ihr Kartell ausbauen. Die Dorarbeiten sind in vollem Gange. —09000— Aus Stadt und kand. Clabiau chte ee t 0 se honigsWehlau lusierbun 3e Braunsberg 9%" Stalluoören Punch 8 (Gurwinnery 8 0629 Sri Tuim shom a Grenze der Abshimmungsgebiete ..landes Provinzgrenzen Das für Ostpreußen—freisgrenzer geretele Gebist 4 28—40.—.60 gm. Das Ergebnis der Volksabstimmungen vom 11. Juli 1920. ** Schwerte, 16. Juli. **(Die neuen höchstpreise.) Durch Verordnung vom 14. Juli 1920 sind vom Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft die endgültigen Höchstpreise für Getreide aus der Ernte 1920 festgesetzt worden, nachdem bereits am 13. März 1920 Mindestpreise bekannt gegeben worden waren. In der Mindestpreisordnung war bestimmt worden, daß die endgültige Festsetzung der Höchstpreise unter Berücksichtigung der bis dahin entstandenen Oroduktionskostenermittelungen erfolgen sollten. Die auf Grund dieser Bestimmung vorgenommenen Ermittelungen der Produktionskostensteigerung führten zur Festsetzung eines Grundpreises von 1400 Ulk. für die Conne Roggen, 1350 Uk. für die Conne Gerste und Hafer und 1540 Uk. für die Conne Weizen. *(Jur Bekämpfung der Maul= und Klauenseuche.) In Hamm versammelten sich die sämtlichen Kreistierärzte der Provinz Westfalen, um unter dem Dorsitz des Landkreistierarztes, Oeterinärrat Dr. Cüllmann=Lüdinghausen außer über andere Fachgegenstände, namentlich über das Auftreten der Maul= und Klauenseuche und ihre Bekämpfung zu beraten. Aus den Verhandlungen ergab sich, daß die Maul= und Klauenseuche in allen Kreisen der Provinz eine große Verbreitung gefunden hat und daß sie fast überall in ihrer bösartigsten Form auftritt. Die der Seuche zum Opfer gefallenen Ciere zählen bereits nach Hunderten. Es ist anerkennend zu begrüßen, daß berufene Fachleute sich zusammenfinden, um in einer so wichtigen Angelegenheit ihre Beobachtungen und Erfahrungen gegenseitig auszutauschen. Möge den gemeinsamen Bemühungen der Erfolg beschieden sein, Mittel und Wege zu finden, die verheerende, die Diehbesitzer und das gesamte Dolksvermögen schwer schädigende Seuche zu unterdrücken. Roman von Heinz& Monts. 119)(Uacoruch verboten. Da vor ihm in der Ebene, keine dreihundert Schritte vom Lager entfernt— wallte da nicht ein weißer Mantel im säuselnden Nachtwinde? Er erhob das umgehängte Glas. Wahrhaftig! Es konnte keine Täuschung sein. Da war es wieder, das schemenhafte Aufleuchten des weißen Kleidungsstückes; diesmal selbst in dem unsicheren Sterngeflimmer deutlich sichtbar. Der Doktor griff nach dem Browning. Doch schon blitzten drüben rasch hintereinander ein Dutzend Schüsse auf; züngelnden Schlangen gleich schnellte der Feuerstrahl durch das Dunkel, ein wildes Geschrei erhob sich, Kugeln pfiffen durch die Luft mit singendem Sausen oder schlugen klatschend in den Sand. „Verrat, Verrat! Männer heraus; zu den Waffen, zu den Waffen!" Entsetzt fuhr Francis auf. Was sollte das alles; hatte der Doktor doch recht behalten? Krallte der Tod sich bereits in die schwanken Pflöcke ihres Zeltes? Mit bebender Hand schlug sie die vor dem schmalen Eingang gehängte Decke zur Seite, wich im nächsten Augenblick jedoch zurück und starrte ungläubig auf eine hohe Männergestalt, die, wie aus dem Erdboden gewachsen, vor ihr stand. „Sie— Sie— also doch,“ stammelte sie. Der Syrer war mit einem Schritt an ihrer Seite. „Kommen Sie, kommen Sie, kommen Sie rasch," flüsterte er.„In wenigen Minuten wird Ihr Lager umzingelt sein, und dann ist es zu spät. Draußen steht mein Pord.: Sie vor mir auf den Sattel und bringe Sie in Sicherheit.“ Mit ausgestreckten Armen wehrte Francis ihn von sich ab. Allein schon spürte sie seinen nervigen Druck um ihre Hüften, sah sich leicht wie eine Feder emporgehoben. Sie wollte schreien, doch die Stimme versagte. Knatternde Flintenschüsse schlugen an ihr Ohr, anfeuernde Rufe, Kommandoworte, Fluchen, Schelten und ein betäubendes Geschrei. Sie sah noch im wieder auflohenden Feuerschein, wie eines der Kamele sich aufbäumte— dann schlug eine Ohnmacht ihre weiche Decke um ihre Sinne, und bewußtlos hing sie in den kräftigen Armen des Damaszeners. In der nächsten Sekunde saß der im Sattel. Ein Schnalzen mit der Zunge, und das edle Tier flog mit seiner doppelten Last in rasender Eile über den weißgelben Sand. „Triumph,“ murmelte der Syrer, und ein Lächeln glitt über sein bärtiges Gesicht;„die gute Sache ist um fünfhunderttausend Piaster reicher.„.(„3tur Maren uuch Wenige Minuten spater waren auch die nächtlichen Angreifer im Dunkel verschwunden. Der energische Widerstand, auf den sie stießen, hatte sie wohl veranlaßt, den Plan einer Beraubung der Reisenden wieder aufzugeben. „Es ist ein feiges Gesindel. Man braucht ihm nur die Zähne zu zeigen, und es macht sich mannhaft aus dem Staube. Der Doktor schob ein neues Patronengesteck in die Kammer seines Browning und wandte sich nach dem Zelte von Francis. Jetzt erst fiel ihm auf, des sie bei dem Alarm nicht zum Vorschein getommen war, und er befürchtete eine Ohnmacht oder dergleichen. „Miß Cowland, Miß Cowland!“ Erst mit verhaltener Stimme, dann immer kräftiger rief er den Namen des so verehrten Mädchens. Keine Antwort; nichts regte sich hinter der rotwollenen Decke. Da trat er, alle Ansichten von dar Schicklichkeit beiseite schiebend, entschlossen in das Jelt Trübe brannte eine llein. Gellaterne. Ein Kofser lag geöffnet am Boden die Hängematte der jungen Sängerin pendeite leise hin und her. Aber sie selbst war verschwunden, und als er schreckensbleich aus dem Zell stürzte, um sofort eine Verfolgung der zweifellos Entführten zu organisieren, ward ihm die niederschmetternde Kunde, daß auch sämtliche Treiber mit ihren Tieren das Weite gesucht hätten. Eine Weile stand er steif und stumm, dann blitzte es in seinen Augen auf. „Nicht den Mut verlieren, Herrschaften,“ wandte er sich zu dem ziemlich ratlos dreinschauenden Gefährten.„In zwei Stunden steigt der Morgen nieder von diesen Bergen da hinten, dann versuchen wir zu Fuß die nächste Ortschaf zu erreichen. Das übrige findet sich dann schon am Rande. und ich will nicht mit Spreewasser getauft sein, wenn wir nicht einen oder den andern dieser Halunken noch baumeln sehen.“ 14. Kapitel. Zur selden Zeit, da Francis mit todestraurigem Herzen von der Höhe des Gebirges aus die„Deutschland“ die Reede verlassen say, saß Hans von Holday auf einer Bank des Sonnendecks und verfolgte mit gläsernen Augen die lange Linie der Karamane. Sie hatte vor wenigen Minuten die angepflanzte Zone des Berges verlassen und war nun zwischen dem niedrigen Gestrüpp und dem hellen Gestein deu.lich ertennbar. Ein Seufzer hob die Brust des in sich zusammengesuntenen Mannes. Dort oben, dort zog sie nun hin. Und er, er blieb zurück als einfältiger Narr, der sich in maßleser Aufwallung des in seiner Eitelleit angegriffenen Ich selbst des Lebensglücks berandt hatte. Es hätte nicht des Brieses bedurf der in seinen zut ernden Händen raschelte, un. die Geliebte in seinen Augen völlig zu entschuldigen.: Die Tatsache, daß sie eine Tochter von Lord Henry sei, hatte ihn demütig das Haupt neigen lassen vor dem unerforschlichen Walten des Schicksals, zugleich aber auch seine Seele erfüllt mit einer Hochflut bitterster Selbstvorwürfe. Warum war er so kleinmütig gewesen? Ein einziges Wort von ihm hätte den surchtbaren Irrtum der Geliebten zu zerstören vermocht; diesen furchtbaren Irrtum, der allein sie zur Flucht trieb. Nun war es zu spät. Sein Wort gehörte Grete Ringeisen. Er stieg hinab zum Promenadendeck. Die Mannschaft hatte die morgendliche Abspülung beendet; das nasse Holzwerk strömte eine erfrischende Kühle aus, in kleinen Gruppen standen die Passagiere umher. Das gelobte Land, dessen Küste man sich nun näherte, bildete allenthalben den Gegenstand der lebhaften Gespräche. Es lag etwas wie ein andächtiger Hauch über dem eilenden Schiff, ein jeder schien wieder Kind geworden zu sein, das morgen in der Schule die Geschichte hersagen soll von Naemi, die mit ihren zwei Schnuren aus dem Lande Moab auswanderte nach den Bergen Judas.„„„„ Und Naemi sprach zu Ruty: Siehe deine Schwägerin ist umgewandt zu ihrem Volk und zu ihrem Gott, kehre du auch um, deiner Schwägerin nach. Ruth antwortete: Rede mir nicht darein, daß ich dich verlassen sollte und von dir umkehren; wo du hingehst, will ich auch hingehen, wo du bleibst, bleibe auch ich. Dein Volk ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott. e * Gleich einer flüchtigen Vision zog die Erinnerung an die längst dahingeschwundenen Schultage auch an Holday vorüber. Gertichung ige) *:(Wieviel kostet jetzt ein Daß? Durch einen Erlaß des Ministers des Innern sind jetzt die Paß= und Sichtvermerkgebühren folgendermaßen festgesetzt worden: Für Auslandspässe 25 Ulk., für Inlandspässe 15 Ulk., für Inlandspässe im Verkehr mit dem besetzten rheinischen Gebiete, mit den Abstimmungsgebieten und mit Ostpreußen 3 Nk., für einfache Ausreisesichtvermerke 15 Uk., für Rückreisesichtvermerke 25 Uk., für Dauerreisen 30 Ulk. Dazu kommen in allen Fällen noch 3 Uk. an Stempelgebühren und, was die Hauptsache ist, die enormen Kosten der ausländischen Disa. *(Ein Kunstwerk) von außerordentlich hohem Werte besitzt unsere Stadt in dem weit über die Grenzen Westfalens hinaus bekanntem großen Flügelaltar in der größeren evangel. Kirche. dem sogen.„goldenen Altar“, ein Erzeugnis niederländischer Kunst. Fast 400 Jahre schmückt er jetzt das ehrwürdige Gotteshaus, da eine Inschrift auf der Rückseite des Kltars besagt, daß„1523 up Paschen düsse Cafel upgericht" ist. Es ist nicht zu verwundern, daß in den 400 Jahren in und auf den Bildwerken viel Staub sich angesammelt und die Schönheit der auf den Klappwänden angebrachten Gemälde sehr gelitten haben. Dabei sind diese Gemälde nach dem Urteil von Sachkennern noch wertvoller als die Schnitzereien des Altars. Vereinzelt sind auch Figuren verloren gegangen. Dann sind die Gelenke der Klapptüren im Laufe der Jahre verrostet, und lassen ein Herabfallen der Flügel befürchten. Eine Restaurierung des Altars ist im Interesse der Erhaltung des Kunstwerkes dringend erwünscht. Es ist auch geplant, bis zum 400 jährigen Jubiläum des Kltars, im Jahre 1923, eine solche durchzuführen. Die Kosten werden auf 20—30000 Mark veranschlagt. Der Provinziallandtag hat bereits eine Summe bis zu 8000 M. bewilligt. Don einer anderen Behörde wird auf einen Suschuß in gleicher höhe gerechnet; den Rest muß die Gemeinde aufbringen. Freiwillige Gaben werden schon jetzt gern und dankbar entgegen genommen. *e(Hostlausbahnen gesperrt.) Nach einer neuerdings ergangenen Verfügung des Reichspostministeriums hat die Annahme von Post= und Celegraphengehilfen, Postanwärtern und Celegraphen= hilfsmechanikern, die Einberufung von Inhabern des Sivilversorgungsscheines und des Anstellungsscheines in Diätarstellen und die Annahme von Postboten zu unterbleiben, ebenso die Einstellung von Anwärterinnen. **(Die westfälischen Landtagswahlkreise) nach dem neuen preußischen Wahlgesetz sind Münster, Recklinghausen, Minden, Bielefeld, Gelsenkirchen, Dortmund, Bochum, Hagen und Arnsberg. Als Verbandswahlkreise gelten Münster=Minden und Arnsberg=Hessen=Nassau. *e(Cheater.) Aus dem Cheaterbüro wird uns geschrieben: Am morgigen Samstag findet die letzte Aufführung des beliebten Schauspiels„AltHeidelberg" statt. Für Sonntag ist es der Direktion gelungen zwei Gäste und zwar Max Seibecke, lyrischer Cenor und Sascha Amberger, erste kom. Alte, vom Stadtheater Regensburg, für ein Gastspiel zu verpflichten. Es wird die reizende Operette„Am Brunnen vor dem Core" gegeben und singt herr Seibecke den Deter, Frl. Amberger spielt die Rolle der Barbara. Es ist wieder ein Beweis, daß die Direktion alles tut, das theaterliebende Publikum in jeder Weise zufrieden zu stellen. heute(Freitag) abend findet eine Wiederholung des Lustspiels„Die feßle ich meinen Mann“ statt. *(Bessere Suckerversorgung in Sicht.) Dem Verein der deutschen Suckerindustrie liegen Nachrichten vor, nach denen dieses Jahr die Rübenernte sehr gut auszufallen verspricht, so daß eine bessere Suckerversorgung möglich sein könnte. Der Verein hat bei der Regierung die Aufhebung der Reichszuckerstelle beantragt. Die vollständige Aufhebung der Zwangswirtschaft in der Suckerversorgung ist aber nach Ansicht der Regierung noch nicht möglich, immerhin soll der Suckerindustrie einige Erleichterung gewährt werden. So wird davon gesprochen, daß die Suckerindustrie die Bewirtschaftung selbst in die hand nehmen wird. An die Spitze dieser euen Stelle soll allerdings ein mit Dorrecht ausgestatteter Regierungsvertreter gestellt werden. **(Konzert.) Am Sonntag, den 18. ds. Ults. gibt der hiesige Ul.=E.=D.„Liederfreund“ am Freischütz ein Konzert unter Mitwirkung der Opernsängerin Frl. haarscheidt vom Stadttheater in Cottbus(Alt), des Solo=Quartetts Hörde und der Meise'schen Kapelle. Das Programm ist ein sehr reichhaltiges und sieht Männerchöre und Soli, sowie Musikvorträge in bunter Reihenfolge vor. Ueber die mitwirkende Sängerin liegen uns sehr günstige Kritiken vor, in denen es u. a. heißt: In Frl. haarscheidt lernten wir eine Künstlerin von ganz hervorragender Größe kennen. Ihr Alt war von vollendeter Schulung. Reinheit und Ausgeglichensheit der Stimme kann wohl kaum übertroffen werden. Jede Silbe wurde zum kraftvollen Pulsschlag. Hinzu kam eine glänzende Aussprache, die den Wohllaut ihrer Stimme noch steigerte.— Ein Besuch des Konzerts kann daher nur bestens empfohlen werden.(Siehe auch Anzeige.) *e(Die Kußerkurssetzung des Silbergeldes.) Das Reichsfinanzministerium hat angeordnet, daß die silbernen s0-Pfg.=Stücke, 1= und 5=Markstücke einzuziehen sind. Sie gelten nicht mehr als gesetzliches Jahlungsmittel, werden aber bis zum 1. Jannge 1921 bei der Reichobank und den übrigen Banken in Jahlung genommen oder umgetanscht.— Dieser zweite Satz ist so recht am grünen Cisch geschrieben. Glaubt denn das Reichsfinanzministerium wirklich, daß sich heuzutage im ganzen Deutschen Reiche auch nur ein Mensch finden wird, der noch eine Silbermark für den Aennwert in Sahlung giht, wenn ihr tatsächlicher Wert 6—7 Reichsmark beträgt? Es wäre doch Pflicht, daß dieser Uennwert dem Rblieferer vergütet würde. *(Das Zirkus=Darietee Uörl) wird auf seiner Kunstreise durch Westjalen=Rheinland auch Schwerte besuchen und auf dem Platz am Reiche des Wassers einige Vorstellungen geben. Am Samstag abend 8 Uhr findet die Eröffnungsvorstellung statt, am Sonntag nachmittag 4 Uhr und abends 8 Uhr sind zwei große Vorstellungen. Kus dem Spielplan erwähnen wir: I. Dater und Sohn am Doppelreck, 2. Geschw. Rocks=Mörls Ring=Curnakt, 3. Herr Ottini, Spakatspringen, 4. Gretchen Rocks, das Wunder weiblicher Kraft, 5. herr Morelli, der Coll=Reckturner, 6. Frl. Gretchen Glaß, Balanceakt, 7. Klfredo, handstandkünstler, 8. Frl. Bertha und Gretchen, Drahtseilkünste. Die Pausen werden von August dem Dummen aufs beste ausgefüllt.(Siehe auch Anzeige.) Eugenie von Frankreich Aut * Westhofen, 16. Juli.(Stiftungen.) Herr Kaufmann Max Lohmann überwies dem Curnverein„Ceutonia“ für den Spielplatzfonds den Betrag von 1000 M.— Dem StenographenVerein Stolze=Schrey stiftete die Jirma Borggräfe den Betrag von 300 M. —00000— Aus den Provinzen. * Dortmund, 15. Juli.(Submissionsblüte.) Das Eisenbahnbetriebsamt 3 Dortmund hatte die Anschüttung von rund 22000 Kubikmetern Bodenmassen ohne Lieferung zur Aufschüttung des Bahnkörpers von Km. 13,1 bis 13,8 der Strecke Dreußen -Lünen=Nord ausgeschrieben. In dem gestrigen Eröffnungstermin lagen 26 Angebote vor, deren Forderungen sich zwischen 99000 und 572000 UIk. bewegten. Es forderten Fromann u. Co. in Hamm 99000 Mark, Deter Fix Söhne, G. m. b. H. in Quisburg-Rleiderich 572,000 Mark. * Kirchlinde, 15. Juli.(Grubenkatastrophe.) Am Mittwoch abend kurz vor 10 Uhr ereignete sich auf der Seche„Sollern 1" bei der Einfahrt der Nachtschicht ein schweres Unglück. Iwischen der 4. und 5. Sohle riß das Seil des Förderkorbes, der darauf in die Liefe sauste. Hierbei haben sieben Bergleute schwere Verleßungen davongetragen. Die Verunglückten, denen auf der Seche ein Notverband angelegt worden war, wurden sofort zum katholischen Krankenhaus in Kirchlinde gebracht, wo inzwischen zwei Bergleute ihren Verletzungen erlegen sind. * Soest, 15. Juli.(Cyphusepidemie.) In der Gemeinde Körbecke ist eine Cyphusepidemie ausgebrochen. Bisher sind 70 Krankheitsfälle gemeldet, von denen einer tödlich verlaufen ist. Die Schulen sind geschlossen. * Soest, 15. Juli.(100000 Mark an die Arbeiter verteilt.) Die Firma llietenfabrik A. Sternberg hier hat aus Anlaß ihres 75 jährigen Bestehens ihren sämtlichen Arbeitern Zuwendungen je nach der Beschäftigungsdauer, der Kinderzahl ufw. in der Gesamthöhe von 100000 Mark gemacht. * Beckum, 15. Juli.(Ein ehrlicher Dieb.) Einem Mitgliede des Beckumer Bienenzuchtvereins, der in einem Nachbarorte wohnt und dort seinen Bienenstand hat, wurde im vorigen Jahre ein Bienenkorb mit Bienen und honig von seinem Stande gestohlen. Die damals eingeleiteten Nachforschungen blieben ohne Erfolg. Dor einiger Seit erhielt das Mitglied durch die Post einen Brief mit dem Bemerken, daß der ungenannte Absender des Briefes in schwacher Stunde den Korb geholt habe. Er sende anbei vorläufig 20 U., weiteres Geld würde folgen. Der Geldsender hielt Wort, nach 14 Cagen kamen wieder 20 U. und nach vier Wochen nochmals die gleiche Summe, so daß im ganzen 60 MI. dafür zurückerstattet worden sind. * Enger, 15. Juli.(Mordanschlag auf den Ehemann.) Auf den Kohlenhändler Uding in Enger wurde im Schlafe von seiner Ehefrau mittels einer Schußwaffe ein Mordanschlag verübt. Die Kugel traf den Mann oberhalb des rechten Ohres. Die Eheleute Uding lebten in einem unglücklichen Familienverhältnis. Am vorhergegangenen Cage hatten sie noch Streit gehabt und Uding hatte seine Frau mißhandelt. Uding wurde dem hiesigen Krankenhause zugeführt, er war noch nicht vernehmungsfähig. Frau Uding wurde verhaftet. * Schwelm, 15. Juli.(Eigenartiges schweres Unglück.) heute abend ereignete sich hier ein eigenartiger, schwerer Unglücksfall. Ein Bewohner des Hauses Sipmann am Grafweg wollte die Düngergrube öffnen, wobei der Grube so starke Gase entströmten, daß der Oeffnende betäubt wurde und in die Grube stürzte. Don den zur Rettung herbeigeeilten Personen wurden ebenfalls vier hetäubt und stürzten in die Grube hinab, darunter die Cochter des Verunglückten. Nach langen vergeblichen Versuchen gelang es endlich, die fünf Verunglückten aus der Grube herauszuziehen. Keider waren bereits zwei tot, die übrigen drei sind besinnungslos. * Buer, 15. Juli.(Aus Unvorsichtigkeit sich selbst erschossen.) Ein Landwirt an der Horster Straße in Buer=Rechhausen hatte, um sich vor Diedie bekanntlich vor einigen Cagen im Alter von 94 Jahren gestorben ist. den zu schützen, in seinem Stalle Selbstschüsse gelegt. Als er am anderen Ulorgen den Stall betrat, dachte er offenbar nicht mehr an den Selbstschuß, den Unterleib drang. Der Mann wurde so schwer der sich plötzlich entlud und dem Eintretenden in verletzt, daß er kurz nach dem Unfall stard. * Essen, 15. Juli.(Aus den Spartakustagen im Kuhrbezirk.) Die 2. Strafkammer des Essener Landgerichts verurteilte heute den Essener Oberlehrer Dr. Siemsen, der sich bekanntlich in den Tagen der Ruhrrevolte in der Rolle eines Jensors im Auftrage des Roten Dollzugsrates gefiel, wegen Amtsanmaßung und Landfriedensbruchs in Cateinheit zu 6 Monaten Gefängnis. Landfriedensbruch wurde angenommen, da Dr. Siemsen durch seine Cätigkeit, die auf eine Unterdrückung aller der Roten Armee ungünstigen Nachrichten hinauslief, den Revolutionären den Rücken gestärkt hat. Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängnisstrafe von 9 Monaten. Das Gericht beschloß die sofortige Verhaftung Dr. Siemsens, da Fluchtverdacht vorlag. * Solingen, 15. Juli.(Ein„Duell“ auf der Straße.) Ein Revolverzweikampf, bei dem der 21jährige Arbeiter Artur Seiffert getötet und der im selben Alter stehende Paul Ulehr durch einen Kopfschuß schwer verletzt wurde, hat sich in Kotten abgespielt. Die beiden jungen Leute hatten an einer hochzeitsfeier teilgenommen und waren ziemlich angetrunken. In der llähe der elterichen Wohnung Ulehrs kamen beide in Streit. Ulehr lief in seine Wohnung, holte dort zwei Revolver und forderte den Seiffert auf, sich mit ihm zu duellieren. Seiffert weigerte sich dessen und erst als Mehr ihm mit Erschießen drohte, nahm er den Kevolver in Empfang. Dier Schüsse wurden gewechselt und man fand beide kurz darauf auf der Straße liegend vor. Ulehr wurde ins Krankenhaus geschafft und der Cote in die elterliche Wohnung. Die Familie Seiffert hat in den letzten Jahren nunmehr drei Söhne verloren, einen im Kriege, einen an der Grippe und diesen durch das Quell. * Remscheid, 14. Juli.(Entdeckung eines Waffenlagers.) Die englische Uilitärbehörde, die von der hiesigen grünen Polizei benachrichtigt worden war, hat in der llähe von Dreyersmühle an der Grenze des besetzten Gebietes Durchsuchungen nach Waffen vorgenommen. In einem alten Erzstollen wurde ein verborgenes Waffenlager, bestehend aus einem Maschinengewehr und etwa 100 Gewehren, entdeckt, die aus Remscheid fortgeschafft worden waren. —00000— Der Kampf um Oberschlesien. Laut Angaben der polnischen Agenten wird dauernd behauptet, daß in Dolen alles für recht billiges Geld zu kaufen sei. Als Beweis wollen wir einen Auszug von dem„Jlustrowany Kur jer Codzienny“ Krakau, vom 25. Juni 20, Nr. 170 bringen. Diese Seitung schreibt: Die proletarisierte Intelligenz und die Arbeiter müssen zerlumpt und abgerissen gehen, weil niemand imstande ist, die hohen Preise für Kleider und Schuhe zu zahlen. Für ein Daar Herrenschuhe verlangt man heute 1000 bis 1600 U., für ein Daar Damenschuhe 1300 bis 2000 U., während die Besohlung allein 500 M. kostet. Für ein Stück Leder, das noch vor sechs Wochen 28 U. gekostet hat, verlangt man heute 74 M. lloch vor kurzer Seit hatten wir einen Ueberfluß an Leder, und auch heute noch sieht man Wagen mit Leder über die Straße fahren. Dies Leder aber wandert nach Warschau, wo es mit einem Stempel versehen wird, dann zu uns zurückkehrt, aber zu bedeutend höheren Dreisen verkauft wird. Es sind Wucherer, die auf diese Art und Weise die Teuerung hervorrufen, uns sind einige Händler bekannt, die an solchen Geschäften Millionen verdient haben. Im Interesse der Krakauer Bevölkerung verlangen wir ein kategorisches Einschreiten der Staatsanwaltschaft in dieser Angelegenheit, welche die Dimensionen eines unerhörten Skandals annimmt. Es dürfte wohl genügen, jedem Optimisten und Polenfreund den richtigen Sachverhalt vor die Augen zu halten, wie es in Dolen eigentlich aussieht. Don polnischer Seite würde man die Bechauptung aufstellen, es sei nicht wahr, daß so etwas in Polen existiexe, aber das sind Stimmen, die tagtäglich in der erwähnten Zeitung, ebenfalls im Warschauer„Robotnik“, sowie„Gazetta Doranna“ ulw. erscheinen. Jeder Oberschlesier, der jahrelang auf deutschem Boden leht, wird wohl das Beste am Abstimmungs tage für sich wählen. Es bedarf keiner Frage, daß die Abstimmungsberechtigten ihr Heil nur im Der band der deutschen Nation gesichert haben. —00000 Letzte Drahtmeldungen. Eigener Depeschendienst. Preissturz in Thüringen. aU Weimar, 16. Juli. Auf den Märkten in nahezu allen thüringischen Städten kann man in den letzten vier Tagen infolge der durchgreifenden Cätigkeit der zentralisierten Preisfestsetzungskommission einen teilweise recht beträchtlichen Preissturz, vornehmlich in Obst und Gemüse, feststellen. Die letzten Märkte in Weimar und Umgegend zeichnen auch Rückgänge der Preise für Ferkel, die ziemlich zahlreich aufgetrieben waren. Das Paar kostete nur 140 big 200 M. Man erwartet in Kommissionskreisen baldigst einen weiteren Preissturz. In verschiedenen Städten Chüringens, so in Weimar, Erfurt, Jena und Julda, gaben die Cextilund Schuhwarengeschäftsinhaber bekannt, daß sie im Einvernehmen mit der Landesregierung eine wesentliche Herabsetzung der Preise vornehmen, um den Käuferstreik, der sich allenthalben bemerkbar mache, dadurch zu beenden. WaB Berlin, 16. Juli. Der Polizeipräsident setzte 10 000 Mark Belohnung aus für die Ermittelung des Täters, der gestern die Jahne von der französischen Gesandtschaft herunterholte. Herabsetzung der Aosten für die Besatzungstruppen. aU Brüssel, 16. Juli. Die Wiedergutmachungskommission hat nach Drüfung der deutschen Beschwerden wegen der ungeheueren Kosten der militärischen Besetzung der deutschen Gebiete die von Deutschland in Ausführung der Vertragsbestimmungen zu zahlende Summe auf 7 Franko pro Cag und pro Soldat festgesetzt. Gegen die schwarze Schande. CU Berlin, 16. Juli. In der großen Rula der Universität fand gestern eine von amerikanischer Seite im Vereine mit der rheinischen Frauenliga einberufene Protestkundgebung gegen die Besetzung deutscher Gebiete durch schwarze Cruppen statt. Die Versammlung beschloß, einen Funkspruch an alle Frauen der Welt zu richten, in dem sie um Einsetzung ihres weiblichen Einflusses gegen die weitere Schändung deutscher Frauenehre bitten. Beilegung des Streikes in Goldap. EU Soldap, 16. Juli. Die Verhandlungen über den Streikbruch haben mit einem durchweg günstigen Ergebnis geendet. Die Kufnahme der Arbeit ist bereits morgen zu erwarten. Was geht in Oberschlesien vor? Breslau, 16. Juli. Seit gestern ist die telegraphische und telephonische Verbindung zwischen Polen und Oberschlesien gestört; die Ursache ist noch nicht bekannt. Cruppenhilfe Frankreichs für polen TU Wien, 16. Juli. Wie der Mitarbeiter der„Tel.=Union“ von hervorragender EntenteSeite hört, dürfte sich die militärische Hilfe für Polen von seiten der Ententestaaten ausschließlich auf Frankreich beschränken, das der einzigste Staat ist, der für Polen Sympathie besitzt. Nach der gleichen Qhuelle ist die Lage Polens geradezu verzweifelt und es bleibt ihm nichts übrig, als selbst unter den schwersten Opfern mit Rußland Frieden zu schließen. Frankreich wolle den Militarismus vorläufig noch nicht aufgeben. Es verwende seine heere lieber außer dem Staatsgebiet und würde aus diesem Grunde Polen Cruppen zur Verfügung stellen, die jedoch für die Entscheidung kaum noch rechtzeitig eintreffen. Polens Bedrängnis. XU Basel, 16. Juli. Zus Londan wird gemeldet: Gerüchtweise verlautet, wie aus den letzten aus Moskau eingegangenen Nachrichten hervorgeht, daß die Bolschewisten sich weigern würden, ide ossensve gegen Polen abzubratzen. Wetterbericht für mehrere Cage im veraus. 18. Juli: Sonne, warm, vielfach Gewitter. Windig. 19. Juli: Wolkig, Sonne, warm. Strichweise Gewitter. Windig. 20. Juli: Heiter, angenehm. 21. Juli: Wenig verändert. 22. Juli: Sonnig, teils wolkig, warm, schwül. 23. Juli: Wolken, Sonne, angenehm, teils schwül. 24. Juli: Kaum verändert, später strichweise Gewitter. Verantwortsich für die Schriftleitung: Fried. Uraas. Druck und Deolag: Carl Braus, beide in Schwerto Von meinem der Abteilungen Damen- und Herren-Konfektion biete ich nachstehende Artikel zu den noch bedeutend herabgesetzten Ausnahmepreisen an. 4089 Herren-Anzüge fa Verarbeitune 125.—, 050.—, 18. Verarbeitung Herren-Hosen gestreis.... 195.—, 175.25.—, 425— 156.—. 142— Paletots heilarbig........... 950.—, 750—. 575.Regenmäntel......... 375.—, 325.—, 225.—, 175.— Burschen-Anzüge und Knaben-Waschblusen bedeutend im Preise ermässigt. Uscnbender 295.—265.—165.—145—10.—. 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Geuute Pr eschre terstorne nur an Wiederverkäufer. auchtabak Rein Uebersse— per Pfuni 19.75, 22 50.Grossisten-Ermässigung. I. E. Busch& Co., Tabakfal Herren, die vor ihnen saßen, gebeten, Samstag abend 4079 Belt eilhene bich. Gitterpflug (k. Spitz) zu kauten gesucht oder gegen Zweispänner zu vertauschen 4080 A. Hengstenbarg, Erolte. Verkaufslager: Dortmund. II. Kampsr. 5, pt.— 9—18, 3—-6. er Vertieter Vesteht. e Galise A- gen ; 0—0. Einige Ftischer Rubesisch eingetroffen. 4082 W. Jekob, Schulstr. 1. Zu einem gutsitzenden Kleid gehört ein gutsitzendes (Fedruarbrut) hat abzugeben Frau Braus Gr. Marktstr. 3. Glucke mit Küken, sowie 8 Mtr. Stoff (Friedensware) abzugeben. Zu erfr. in der Geschäftssielle d. Ztg. Max Seibecke lyrischer Tenor Sascha Amberger vom Stadt=Theater Regensburg. am Brunnan s vl dem Tere. 3 Peter. 8 S Max Seidecke 55 S Barbara S Sascha Amberger. 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S 18 den Bergen in 9 uut. 2 S Hilde Wolters, die EiS viloschöne Künstierin S in der Hauplrobe. Bekanntmachung. 851 Der Prasresch 2 Lusspiet in 2 Uhlen. 8 s Gerhard Damman 2 in der Haoptrolle S Filnmmmmmmmm Nach der Feststellung des beamteten Tierarzles ist unter dem R:doich=Besiande des Gemeindevorstehers tiddiog in Villigst die Maul und Kianenseuche zusgebrochen was hie durch mit dem Bewerken zur Föffeatlichen nen ins gebeacht wud, daß über das genannte Gedöst de Spirre angeordnet worden ist. 4087 Westhofen, den 14. Juli 1920. Die Polizei=Verwalturg. Sache einen sangen Mon sor— einen Jan.— 4064 Hoft u. Logis. Zu erst. in der Geichlt Besionndmnacheng, Gemäß§ 65 des Kommunalab gaben=Gesetzes vom 14. Juli 1893 wiro hiermit bekannt gemacht, daß für das Rechnungsjahr 1920 vorläufig folgende Prozentsätze der vom Staate veranlagten Realsteuern(Grund=, Gebäude= und Gewerbesteuern) in den Gemeinden des hiesigen Amtsbezirks als Komn unalsteuern erhoben werden: 300% zu der Grund=, Gebände= und Gewerbesteuer und 100% zur Betriebssteuer. Westhofen, den 8. Juli 1920. 4070 Der Amtmann: Arndt. Sie finden darin bei mir eine grosse Auswahl la. Friedensqualitäten zu mäßigen Preisen. Bei Zugabe von geeigneten Stoffen fertige auch Masskorsetts an. Damenstrohhüte zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Frau S. Käufer Hüsingstrasse 17—19. *- Geschlechtskranke! Rasche Hilfe durch giftfreie Kuren. Harnröhrenleiden, frischer auch veralteter Ausfing, Heilung in kurger Frist ohne Höllenstein u. scharfe Einspritzungen. Syphilis, ehne Verufzsthrung, ohne Schmernn, Quecs#bor u. schmerzd. Einiprigungen. Mannesschwäche, sonele wirksame Lur ohne Verufestbrung. Ader jedes d. drei Leiden ist eine ausführl. 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