Dio.„Schwerter Zeitung“ erscheint jäglich außer Feter#po. Bezugspreis monatlich 4.50 Mi., bei der Post 4.60 Mh., ohne tatzeld. Anzeigenpreise: 1 mm hohe. 35 mm dreite Zeile 355. Pfg. Wodnungs= und Stellen esuche 90 Pfg. Bei Wiederholungen entsprechender Nachlaß Ik. Taris. Jeder Radatt gilt als Kassenrubatt und erlischt bei Kon#ursen, Zwangsvergleichen, gerichtlichen Slagen u. Nichtb achten der gemachten Zahlungsbedingungen. Oerbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung Gelthofener Zeitung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Schwerter Volkszeitung Schwerter Dolksblatt Amtliches Kreisblatt für den Kreis Börde, Potzwickeder Zeitung Erstes und ältestes Tagesorgan des Kreises.— Generalanzeiger für den Kreis Hörde. Die„Schwerter Zeitung“ gewährt ihren Aden. neuten für jeden mit Tod endenden Unfol gemöt rn Nr. 300 Mark Unfall. Angunge Druck u. Verlag v. Carl Braus, **" Fernsprecher 62. Telegramm=Adresse: Braun, Schwerte(Ruhr), Postscheckkonto 2852 Sötn. 55. Jahrgang. Nach Pfingsten. Das erste helle Jahr 1920 ist nun bald dahin, und die Hoffnungen, daß es im Verlaufe dieses Sommers besser werden würde, sind so ziemlich vorüber. Es sind auch keine energischen Anstrengungen gemacht worden, neue Hilfsmittel für eine Gesundung unserer Verhältnisse ins Feld zu führen, es ist im wesentlichen auf allen Gebieten beim alten geblieben. Milliarden neues Dapiergeld sind gedruckt, von denen der hungernde Mittelstand nichts abbekommen hat, aber ein Abbau der Dreise der nötigsten Lebensmittel ist ausgeblieben. Kohlen sind kaum noch zu bezahlen, und die Verkehrslasten sind unerhört gestiegen. Die Folge davon ist die industrielle Absatzstockung. Soweit sind wir in den ersten fünf Monaten 1920 gekommen, statt wenigstens den Beginn eines Kusschwunges konstatieren zu können. Die Haltung der Entente und die Hinausschiebung der Revision des Friedensvertrages hat uns doch nicht von der Oflicht befreit, im Innern Deutschlands zu tun, was möglich war, durch Sparsamkeit zu erträglichen Verhältissen zu kommen, nicht nur für die hochbezahlten und diejenigen, die sich guter Gewinne erfreuen. Der Reichsfinanzminister Wirth hat in den letzten Sitzungen der Nationalversammlung erklärt, nach den Ueuwahlen zum Reichstage würde es dem ganzen Dolke schon hlar werden, mit welchen unglaublichen finanziellen Schwierigkeiten wir zu kämpfen hätten. Denen, die nichts haben, ist das heute schon klar, denen, die in den Cag bei großen Einkünften dahin leben, wird es freilich nicht so leicht werden, sich an eine Wendung zu gewöhnen. Die Worte des Uinisters kündigen also neue Steuern an, ohne daß die bisher bewilligten Steuern bereits alle in Kraft getreten wären. Was soll dann werden? heute ist schon die starke industrielle Absatzstockung und die starke Einführung von Jeierschichten da, denn ebensowenig wie das Inland kann und will das Ausland die hohen deutschen Dreise bezahlen. llotverkäufe von Fabrikanten haben jetzt schon in großem Umfange stattgefunden, obgleich es zuerst hieß, es sei unmöglich, die Dreise herabzusetzen. Unvermeidlich ist eine Stockung der Droduktion, wenn kein Abbau der Verkaufsbedingungen eintritt. Es ist richtig, daß der Schlüssel zur Lösung dieser Schwierigkeiten bei der Landwirtschaft, das heißt bei der Lebensmitteldarbietung, liegt. Aber nachdem das prinzipielle Festhalten an der Iwangswirtschaft beschlossen ist, können die wenigen zugestandenen Kusnahmen nichts bessern. Aber halten wir uns nicht die Augen vor den Zukunftsmöglichkeiten zu. Auf den darbenden Mittelstand und seine Klagen ist nicht gehört; kommt aber nach der Absatzstockung sinkender Verdienst der Arbeiter, so gibt es bei diesen Preisen der Lebensmittel Krawalle. Und dabei dann noch die neuen hohen Steuern. Die reichen Leute in Deutschland, der solide Mittelstand von vor 1914, ist auf dem Aussterbeetat, die Kriegsgewinner, Schieber und Genossen sind aber glatter wie ein Kal und haben ihren Besitz vor dem Jugreifen des Steuerfiskus in Sicherheit gebracht. Daß der Nährstand jetzt keine Lust zeigen wird, nur für die Steuern zu arbeiten, kann man ihm nicht verdenken. Auf die Erheitsunlust wird die Unrentabilität der Arbeit folgen, die bei den Reichs- und Staatsbetrieben jetzt schon in fürchterlicher Deutlichkeit vorhanden ist. Für die Industrie kommt eine längere Arbeitszeit zu spät, sie könnte höchstens in Frage kommen, wenn wir zur Abzahlung unserer Kriegsentschädigung an die Entente arbeiten müssen, denn dann würden die heute nicht absatzfähigen Dorräte noch vermehrt werden. Aber für die Landwirtschaft ist sie eine llotsache, von der unsere sichere Eenährung abhängt, und für die Kohlenserderung muß eine intensivere Cätigkeit eintreten. Ohne Kohle keine Baumaterialien und ohne die letzteren keine Abhilfe der Wohnungsnot. Es konnte also in den verflossenen fünf Monaten dieses Jahres unendlich viel Gutes geleistet werden. Was wir hatten, waren Dutsche und Streiks. Wenn überall so gearbeitet worden wäre, wie an den Dapiergeldschnellpressen, wir wären besser dran. 1919 ist ungenützt vergangen, mit der ersten Hälfte von 1920 steht es nicht besser. Ju wundern über das, was kommen wird, brauchen wir uns nicht mehr. Die Entente können wir nicht bezahlen, aber uns selbst schließlich auch nicht mehr. —00000— Englands irische Sorge. Die irische Frage ist einmal von einem geistvollen Cagesschriftsteller mit dem reichsländischen Problem verglichen worden. Dieser Vergleich trifft insofern das Richtige, als die Iren, ebenso wie die Elsaß-Lothringer es taten, vergeblich einen erbitterten Kampf für ihre staatliche Unabhängigkeit führen. Die Schwierigkeiten mit Irland haben der Londoner Regierung schon arge Kopfschmerzen bereitet. Seit den Tagen Parnells und der Gründung des Sinn=Feinerbundes eine keltische Bezeichnung die Selbstverwaltung bedeutet, ist die britische Oeffentlichkeit über dieses Problem nicht zur Ruhe gekommen. Kurz vor Kusbruch des Weltkrieges war es Ksquith gelungen, in Fortsetzung der irlandfreundlichen Dolitik des alten liberalen Gladstone, sowohl im Oberhause wie im Unterhause nach den hartnäckigsten Kämpfen die sogenannte Home Rule=Dorlage durchzudrücken. Kls jede hoffnung gescheitert war, die Verselbständigung Irlands zu verhindern, griffen die Ulsternehmen, ja selbst die Dockarbeiter in Olymouth haben dem irischen Freiheitskampf ihre Sympathie ausgesprochen und die Regierung aufgesordert, ihre Cruppen aus Irland zurückzuziehen. Die Hafenarbeiter weigern sich, für die englischen Cruppen bestimmte Munitionsladungen zu verschiffen. Alles in allem kann man sagen, daß die unglückliche Irenpolitik Englands, vielleicht das verzweifeltste Kapital der englischen Geschichte, in eine Sackgasse geraten ist. Es sind schon unendlich viel Auswege im Londoner Darlament versucht worden: Verwaltungseinheit in Verbindung mit kirchlicher Differenzierung zugunsten Ulsters, Schaffung von einem bezw. zwei Parlamenten, Gewährung örtlicher Selbstverwaltung auf dem Gebiete des Münz=, Marken=, Unterrichts- und Gerichtsweges. Aber keines dieser Mittel war geeignet, einen Ausweg aus den Wirren zu schaffen. Beide Parteien, die Clationalasten sowohl wie die Ulsteraner sind entschlossen, ihre Forderungen durchzusetzen unter der Darole: Hie los von England, hie los von Irland. Sweifellos vertritt die Koalitionsregierung den Standpunkt, daß von einer völligen Loslösung Irlands von der Mutterinsel nicht die Rede sein könne. Die außerordentlichen militärischen Dorbereitungen beweisen, daß sie entschlossen ist, den irischen Freiheitskampf im Blute zu ersticken. Die die irtschen Wirren auslaufen werden, ist nicht abzusehen. Fest steht nur, daß sie die englische Regierung mit schwerer Sorge erfüllen. Und der Umstand allein, daß die Londoner Regierung sich jetzt keiner besseren MitOTAT spricht heute abend 8“ steche der grünen Insel, unter der Führung ole de 5 sement gepege dat sie den Boden unter Carsons zu dem verzweifelten Uittel der bewaffneten Selbsthilfe, um die Ausdehnung von Home Rule wenigstens auf die Drovinz Ulster zu verhüten. Da aber die irischen Nationalisten die Einbeziehung auch Ulsters in eine geschlossene irtsche Selbstverwaltung mit Waffengewalt gegen die dem Londoner Gebot nicht mehr folgenden Regierungstruppen erzwingen wollten, standen der Bürgerkrieg und die schlimmsten Verwicklungen in England vor der Cür. Erst der Dölkerkrieg befreite England aus dieser innerpolitischen Klemme. Welche Erbitterung in den Kreisen der irischen Uationalisten gegen England noch während des Krieges bestand, geht daraus hervor, daß die Iren wiederholt mit der deutschen Regierung in Verbindung standen, um eine deutsche Landung in Irland, zumindest aber eine materielle Unterstützung zu erlangen. Unvergessen ist noch die englischerseits erfolgte hinrichtung des irischen Unterhändlers Sir Roger Casement, der wiederholt in Berlin geweilt hatte. heute hat sich nun die irische Frage, nachdem der Funke jahrelang unter der Esche geglimmt hat, aufs äußerste zugespitzt. Die Lage ist jetzt wieder genau so, wie sie vor dem Kriege gewesen ist. Die Meldungen von Straßenkämpfen, Ueberfällen bewaffneter Banden auf die englische[Dolizei und Militärtransporte in Irland wollen nicht verstummen. Das ganze Land starrt von Waffen. Lord French ist wieder zum Oberbefehlshabber ernannt worden und waltet wie immer seines Amtes mit Strenge, ohne des Widerstandes herr werden zu können. Um die Schwierigkeiten noch zu erhöhen, kommt hinzu, daß sich die englische Arbeiterpartei geweigert hat, an der 1 weiteren Beratung des home Rule=Gesetzes teilzuungsmaßnat uri, veweist, ung sie den Boden unter den Füßen wanken fühlt. —000 [Immer neue geruchte. Der„Dorwärts“ will über einen Rechtsputsch berichten können, der in Dorbereitung sei. Die zum Scheine aufgelösten Freikorps würden von einer reaktionären Organisation systematisch auf die pommerschen Landgüter verteilt. Waffen usw. nehmen sie mit. Für Verpflegung sorgten die Landwirte, wofür die Leute etwas Arbeit leisten. Es gebe, schreibt das Blatt, eine Seite, die den Plan sofort zum Scheitern bringen könne, das seien die Linksradikalen, deren erwartetes putschradikales Vorgehen im Anschluß an die Wahlen die Grundlage des ganzen revolutionären Olanes bilde. Wenn die Linksradikalen Verantwortungsgefühl besäßen, so müßten sie alles vermeiden, sich für die gegnerische Seite zum Aufstand treiben zu lassen. Was geht vor? Berlin, 26. Mai. Entlassene Baltikumtruppen haben aus dem Munsterlager von ihrem ehemaligen Regimentsführer, Fregattenkapitän Stevers, vertrauliche Mitteilungen erhalten, in denen sie und gleichgesonnene Kameraden aufgefordert werden, sich Anfang Juni mit Waffen und Uniformen für angebliche Siedlungszwecke im Auslande bereit zu halten. Die Berliner„Morgenpost“ erfährt hierzu, daß derartige Siedelungszwecke im Auslande in keiner Weise in Frage kommen, und verlangt sofortige und strengste Untersuchung dieser neuen Werbungen, die ein neuerliches Elied in den Dorbereitungen der Rechtsparteien zu einem neuen Rechtsputsche zu sein scheinen. Berlin, 26. Mai. Der„Dossischen Seitung“ wird aus zuverlässiger Quelle mitgeteilt, daß in Stettin vor einigen Cagen zwei bewaffnete Cransporte von Reichswehrsoldaten in Stärke von 58 Mann festgenommen wurden. Es stellte sich heraus, daß diese Leute aus Dortmund kamen, am 28. Uai entlassen werden sollten und bis zu diesem Cage beurlaubt waren. Die Sicherheitspolizei veranlaßte die Entwaffnung und Entlassung dieser Mannschaften, die, wie sich herausstellte, zusammen mit ihren Gffizieren auf pommersche Landgüter verteilt werden sollten, um dort für die Erhebung bereit zu sein. Ein neuer Dutsch von links? EU Halle(S.), 27. Mai. Dem„Halleschen Dolksblatt" zufolge sind zahlreiche Hallesche Bürger, die in der llähe der Reil=Kaserne wohnen, von der Sicherheitspolizei darauf aufmerksam gemacht worden, daß das Gelände um die Kaserne am 4. und 5. Juni Operationsgebiet werden würde, weil an diesem Tage ein neuer Dutsch von links inszeniert würde. CU Kempten, 27. Mai. Wie die„Allgäuer Stg.“, das Hauptorgan der bayrischen Volkspartei im allgäu von eingeweihter Seite erfährt, wird im rheinisch=westfälischen Industriebezirk, in Chüringen, Sachsen und anderswo alles für einen blutigen Aufstand vorbereitet, der mit viel größeren Mitteln und viel schärferem Cerror durchgeführt werden soll als der letzte. Eine rote Armee ist teilweise in Bildung begriffen. Es stehen ihr alle not„wendigen Waffen in großem Umfange zur Verfügung, auch leitende Offiziere. — Ein englisches Flugblatt gegen die„Schwarze Schmach". So langsam dringt die Erkenntnis von der Ungeheuerlichkeit der Besetzung europäischer Gebiete durch Wilde und halbwilde in die Welt, in die bisher uns feindlichen Staaten. Alle außer Frankreich wenden sich dagegen. In England, dem alten kolonialreich, wird jetzt eine riesige Dropaganda gegen die„Schwarze Seuche“ getrieben, die hoffentlich zum Ziele führen wird. So veröffentlicht die„Tägl. Rundschau“ den Inhalt eines Flugblattes, das in England vertrieben wird, und das bezeichnend für den dortigen Umschwung der Stimmung ist. In dem Flugblatt heißt es: In Europa werden heute weiße Frauen und Mädchen von afrikanischen Wilden beleidigt und umgebracht. Wollt ihr das ruhig mit ansehen, selbst wenn diese Frauen einem früheren Teinde angehören? Diese Cruppen sind nicht auf Baracken beschränkt, obgleich viele dieser schwarzen Soldaten Kannibalen sind, die während des Krieges der Schrecken ihrer eigenen Offiziere waren. Sie werden nicht und können nicht beaussichtigt werden. Fern von ihren schwarzen Frauen und ohne die guten Einflüsse ihres eigenen Heimes sind sie unfähig, ihre sexuellen und zerstörenden Leidenschaften in Sucht zu nehmen. Das Ergebnis ist eine Hölle auf Erden: Raub, Notzucht, Syphilis, Mord! Frauen, die von ihrer Arbeit zurückkehren, und selbst Schulmädchen werden belästigt und weggeschleppt. Frauenleichen, die irgendwo versteckt waren, werden aufgefunden. Gebildete Frauen begehen Selbstmord vor Scham und Schande. Brigadegeneral C. B. Chompson spricht die Gesühle der meisten englischen Soldaten und Reisenden aus, wenn er sein Entsetzen und seinen Abschen über die Einführung solcher Cruppen in Europa äußert, und wenn er uns vor der schrecklichen Gefahr warnt, daß man Wilde lehrt, Weiße zu verachten und die Waffen gegen sie zu gebrauchen! Ist es recht, stille zu bleiben, während solche Dinge vor sich gehen? Wenn noch Ritterlichkeit unter Engländern lebt, wenn englische Frauen noch Mitleid fühlen und Keinheit lieben, müssen 1 — ihre Stimmen sich in gemeinsamem Protest gegen diese Greuel erheven! Sie müssen verlangen, daß alle schwarzen Cruppen in ihre eigene heimat— aus der sie durch französische Aushedungen gewaltsam herausgerissen sind— zurückgeschickt werden und niemals wieder nach Europa geführt werden sollen.... Der afrikanische Soldat darf nicht gelehrt werden, es für sein Vergnügen anzusehen, Europäer zu unterbrücken oder auch mur zu beaussichtigen. Der Franzose stellt sich den Wilden gleich! Frankreich dagegen stellt sich immer noch schützend vor die schwarzen Wüstlinge. Eine halbamt= liche Erklärung der Agentur havas sagt nämlich: Die deutsche Dresse hat seit einiger Zeit eine Kampagne gegen die Verwendung farbiger Cruppen im besetzten Gebiet eröffnet. Die französische Regierung wendet sich entschieden gegen die Anschuldigungen gegen die eingeborenen Cruppen, die Frankreich mit treuer hingabe(?) dienen. Frankreich macht keinen Unterschicd zwischen weißen und Kolonialtruppen(!), deren Anwesenheit auf französischem Gebiet zu keinen Klagen Anlaß gibt(?). — Der weiße Franzose steht also nach französischem Urteil auf derselben kulturellen und sittlichen „höhe“ wie der Ueger! Dann ist es auch kein Wunder, wenn sie die Schwarzen schützen und verteidigen. Frankreich rechtfertigt die Verwendung farbiger Truppen. TU Genf, 26. Mai. In der zweiten offiziösen „Erwiderung auf die deutsche Beschwerde über die Verwendung farbiger Cruppen im besetzten Gebiet heißt es, daß im Rheinland nur 23 440 Mann farbiger Cruppen ständen. Ihre Disziplin sei tadellos, und es lasse sich leicht feststellen, daß zwischen diesen Cruppen und der ansässigen Bepölkerung das beste Einvernehmen bestände. Dereinzelte Verstöße gegen die Sitten würden von den Kriegsgerichten mit größter Strenge bestraft. —00000 Zur Erschießung Paasches. Zu der Ermordung des Kapitänleutnants Paasche meldet der Sonderberichterstatter des „Berl. Cagebl.“, dessen Berichte allerdings nicht immer zuverlässig, sondern häufig tendenziös gefärbt erscheinen: Paasche neigte stark zum Kom„munismus. Da im Bezirk Arnswalde die Landarbeiter streiken und erst kürzlich bei Lemmersdorf bei etner Schießerei zwischen Streikenden und Arbeitswilligen drei Personen getötet und 19 verletzt worden sind, wurde vom Gruppenkommando in Deutsch=Krone der Kuftrag gegeben, das Gu### Waldfrieden nach Waffen zu durchsuchen. 60 Reichswehrsoldaten zogen um das Schloß eine Postenkette. Rapitänleutnant Paasche badete in einem in der llähe gelegenen See. Ein Dachtmeister teilte dem Kapitänleutnant mit, im Schloß sei ein Besucher, der ihn sprechen wolle. Rhnungslos begab sich Paasche nun im Badekostüm nach seiner Wohnung. Die Reichswehrsoldaten behaupten, „Daasche sei sofort davon gelaufen. Sie hätten ihm dreimal halt zugerufen und erst dann geschossen. Nach der Darstellung von anderen Jeugen wurde Daasche sofort von einem der Posten mit Gewehrschüssen empfangen. In der Ueberraschung wandte er sich um und suchte hinter einer Scheune Deckung. Dort gab ein zweiter Posten ohne Anruf den tödlichen Schuß ab. Im ganzen ist viermal auf Paasche geschossen worden. Während sich die Angehörigen sum den Coten bemühten, nahmen die Soldaten die Dursuchung des Schlosses vor. Sie fanden keine Waffen. Es wird allgemein behauptet, daß die WDaffensuche nur Dorwand gewesen ist, und versichert, daß weder ein haftbefehl noch ein schriftslicher Ausweis vorgezeigt worden ist. —.0. Der neue Krieg in Rußland. Eine große Schlacht an der Beresina. CU Kopenhagen, 26. Mai. Die polnische DresseAgentur berichtet über eine entscheidende Schlacht, die zwischen der polnischen armee und bolschewistischen Heeresteilen nördlich der Beresina im Gange ist. Etwa 250000 Mann sind an dem Kampfe beteiligt, der seit drei Tagen mit wechselndem Erfolge und Erbitterung geführt wird. aU Helsingfors, 26. Mai. Der Telegraphen= Union wird gemeldet: Die Bolschewisten haben zwischen Polozk und Lepel die polnische Front in einer Breite von 85 Kilometern durchbrochen. Der RRückzug der Dolen nimmt einen panikartigen Charakter an. Die Bolschewisten haben zahlreiche Gefangene gemacht und große Lebensmittel= und Waffenvorräte erbeutet. In der Richtung auf Porissow haben die Bolschewisten in einer Breite von 33 Kilometern die Beresina überschritten. —0000— Die neue Einkommensteuer durch Das Systom des Steuerabzugs an der Quelle sindet zum ersten Mal im neuen Einkommensteuergesetz Arwendung durch einen Abzug von 10 Proz. des Arbeitslohnes, den der Arbeitgeber einzubehalten und an die Steuerkasse abzuführen hat. Schon in der nächsten Seit wird mit der vorläufigen Erhebung der Steuer in dieser Form begonnen werden, während die endgültigen Erhebung nach Ablauf des Kalenderjahres 1920 stattfindet. von zuständiger Stelle werden uns über die Durchführung dieser neuen Steuerart noch einige weitere Mitteilungen gegeben: Jeder Arbeitnehmer hat sich für das Rechnungsjahr 1920 von der Gemeindebehörde seines Wohnorts oder Beschäftigungsorts eine Steuerkarte ausstellen zu lassen. Die Ausstellung der Steuerkarte kann von der Gemeindebehörde auf Antrag auch dem Arbeitgeber überlassen werden. Der Arbettnehmer hat die Steuerkarte seinem Arbeitgeber vorzulegen. Die Oflichten des Arbeitgebers sind folgende: Jeder Arbeitgeber hat bei der Lohnzahlung 10 Prezent des Arbeitslohnes einzubehalten. Der einbehaltene Betrag ist auf die volle Mark nach unten abzuründen, wenn die Lohnzahlung für eine Woche eder längere Seit erfolgt. Für den einbehaltenen Betrag hat der Arbeitgeber Steuermarken in die Steuerkarten des Arbeitnehmers einzukleben. Dies erfolgt bei Auszahlung des Arbeitslohnes. Die Steuermarken sind zu entwerten durch Datum. Liegt eine Steuerkarte des Krbeitnehmers nicht vor, so ist der Arbeitgeber verpflichtet, Steuermarken in Höhe des einbehaltenen Betrages auszubewahren, bis der Arbeitnehmer seine Steuerkarte vorlegt und entsprechend zu entwerten. Der Arbeitnehmer hat dem Arbeitgeber auf Verlangen eine schriftliche Bescheinigung über empfangenen Lohn, einbehaltenen Betrag und Wert der eingeklebten und entwerteten Steuermarken zu geben. Die Steuerkarte gilt als Jahlungsmittel bei der Entrichtung der Einkommenssteuer die in der Jorm der eingeklebten Steuermarken entrichtete Einkommensteuer wird auf die endgültig zu zahlende Einkommensteuer angerechnet. Diese Verrechnung erfolgt erst nach Ablauf des Kalenderjahres 1920. Für den Fall, daß der Aibeitnehmer keine Steueranforderung empfängt, bebeutet der 10prozentige Abzug also die vorläufige Steuerzahlung. Für den Fall, daß der Arbeitnehmer eine Steuerauforderung empfäng“, kann er die in seine Steuerkarte eingeklebten Steuermarken unter gleichzeitigem Vorlegen des Steuerfestsetzungsschreibens an Sahlungsstatt hingeben. Hierbei ist jedoch folgendes zu unterscheiden: Bleibt der Wert der Steuemarken hinter dem Wert der nach dem Steueranforderungsschreiben vorläufig zu entrichtenden Einkommensteuerbetrag zurück, so ist der Fehlbetag in bar oder in bargeldloser Ueberweisung nachzuzahlen. Uebersteigt der Wert der Steuermarken die vorläufig zu entrichtende Einkommensteuer, so wird der Wert der Steuermarken bis zur Höhe ddes Einkommensteuerbetrages angerechnet und der Rest, falls die Einkommensteuer nicht mehr nachträßlich zu entrichten ist, in be### zutückerstattet. Es beitent auch die Möglichkeit, daß der Arbeitnehmer die Steuer direkt überweist. Auf Antrag des Arbeitgebers kann die Steuerbehörde gestatten, daß die Verwendung von Steuermarken unterbleibt. Der 10prozentige Lohnabbzug wird dann vom Arbeitgeber in bar oder durch Ueberweisung auf Postscheck oder Bankkonto dem Finanzamt übermittelt. Der Arbeitgeber ist in diesen Fällen verpflichtet, dem Arbeitnehmer auf dessen Verlangen monatlich eine Bescheinigung über den ausgezahlten Lohn und den einbehaltenen Betrag auszustellen. —00000— Zur Wahlbewegun Die deutschnationale Verbearbeit ist im Bezirk Arnsberg, in dem bekanntlich die deutschnationale Partei die Liste Hugenberg=RummNienhausen-Rüsser aufgestellt hat, in vollem Fluß. Täglich versedet die deutschnationale Landesgeschäftsstelle, Dortmund, Brüderweg 8, Stimmzettel an alle aufgegebenen Adressen kostenlos.(Postkarte genügt.) Cäglich finden große überfüllte Versammlungen statt, in denen die Randldaten reden, so in Siegen, haltingen, hamm, Dortmund, Haspe, Langerfeld und an vielen anderen Orten, Deutsch=demokratischen Partei. Die Wahlvorbereitungen bewegen sich bereits ihren Höhepunkten zu. Den Wählern von Schwerte und Umgebung wird heüte abend 8½ Uhr„Im Reiche des Wassers“ ein Dortrag des früheren Reichstagsabgeordneten u. jetzigen Kandidaten zum neuen Reichstage auf der Reichsliste der Deutschdemokraten Otto Keinath=Berlin über„Der politische Kuffau Deutschlands“, geboten. herr Keinath ist einer der angesehensten führenden Politiker Deutschlands und ein glänzender Redner. Seine Sachlichkeit und die Art seines Dortrages machen seine Reden zu oratorischen, auch etwaige Gegner befriedigenden Meisterleistungen. Daher sollte kein Wähler aus Stadt und Land, gleichvick welcher Partei angehörend oder auch parteilos, den Besuch dieser Versammlung versäumen. Uehr als je werden in der Sukunft die Wirtschaftsfragen im Vordergrunde des allgemeinen Interesses stehen. Herr Keinath ist als Geschäftsführer größter wirtschaftlicher Verbünde wie kein anderer berufen, sich mit diesen Fragen vor der Geffentlichkeit zu beschäftigen.— An die Angehörigen des schaffenden Mittelstandes, Handwerker, Gewerbetreibende, Kaufleute usw. wendet sich vorher in der gleichen Versammlung und zwar um 7½ Uhr Herr Konditor Kark Brenne jr.=Witten, Kandidat zum Reichstage auf der Liste der Deutschdemokraten im Bezies Südwestfalen in einem Dortrage„Demokraten und handwerker“. Der Vortragende kennt als praktischer handwerker die Höten und Sorgen des Mittelstandes und kann zu den Cagesfragen vom Standpunkte dieses schaffenden Standes aus Stellung nehmen. Seine Darlegungen entstammen nicht der Cheorie der Studierstube und des Schreibsessels, sondern dem pulsierenden Leben, nicht der Enge einer Gertlichkeit, sondern einem durch weite Reisen im In= und Auskande vergrößerten Gesichtskreis. Beides dürfte auch diesen Vortrag, anziehend und sehr ankegend gestalten. Eine auschließende Aussprache zu den Vorträgen wird Gelegenheit zur Fragestellung und zu Gegenäußerlingen bieten. Die U. S. p. hat für morgen(Freitag) abend eine öffentliche „Versammlung in den Kinosaal der„Reichskrone" einberufen. Lehrer Schneider=hagen wird über„Die U. S. D. und die Reichstagswahlen“ sprechen. Auch in dieser Versammlung können Gegner zum Wort kommen. —0000— Student und junger Arbeiter. Ist's wahr, daß zwanzig Pferde Uns nicht zusammenziehn, Daß wir auf deutscher Erde Uns wie verpestet fliehn, Daß wir einander starren Ins Kug' voll kleid uund Hohn? Sag', sind wir denn, wir Narren, Uscht keiner Mutter Sohn? Wem ist der Unfug nütze? komm her! Reich' mir die Hand! Was tut dir meine Mütze Und was mein Burschenband? Was tun dir meine Schmarren? Wozu der lleid, der Hohn?“ Sag', sind wir denn, wir Narren, Nicht einer Mutter Sohn? Die Stürmer und die Kappen. Weiß Gott, sind nicht so reich. Was gilt's? an blauen TTappen Sind heut wir beide gleich. Die Alten müssen scharren. Wozu der Neid, der Hohn? Sag', sind wir denn, wir Uarren, Nicht einer Mutter Sohn? Und sprich! Ist's recht und billig, Draus einen Stirck zu drehn, Das Burschen zeitfreiwillig Für Ruh und Ordnung stehn? Wer trägt zum Jux die Knarren? Wozu der kleid, der hohn? Sag’, sind wir denn, wir Uarren, llicht einer Mutter Sohn? O denk" doch, wenn wir beide, Kam'raden, Hand in Hand, Rauslangten aus der Kreide Das arme, deutsche Land! Faß an! Da steht der Karren. Jum Ceufel lleid und Hohn! Wir sind doch keine Uarren, Sind einer Mutter Sohn! —0000— Die deutschen Kriegergräber in Frankreich. Der Dolksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, e. D., hat. die Mitteilung erhalten, daß in Frarkreich alle einzeln liegenden Kriegsgräber auf Sammelfriedhöfen vereinigt werden. Nach dierekt eingegangenen Nachrichten aus Avesnes=les-Rubert (bei Cambrai) und Steenwerck(bei Armentieres) tragen fost alle Grabzeichen auf den Gräbern der umgebetteten Gefallenen Sie Bezeichnung„Unbekannt“. In Roesel(bei Peronne) sollen die Grüber noch verlegt wenden. Die deutschen Gräder auf dem Militärfriedhof sowie auf dem Gemeindefriedhof Roubaiz(bei Lille), die deutschen Gräber auf dem Milttärfriebhof Bousbecque(bei Lille), Cappp(bei Peranne), Ilavigny#le-Petit(bei Gusse), St. Quentin, Origny=Sainte=Benoite(bei St. Quentin), Montbrehain(bei St. Quentin), die vier Friedhöfe bei Dannevoux(nördlich Verdun) und die deutschen Gräber auf dem Militärfriedhof Münster(Oberelsaß) sind im allgemeinen in gutem Sustande. Auf den Friedhöfen in Nieppe(bei Armentieres), Rumilly(dei Cambrai) und Uesles (bei Feresen=Cardendis) tragen verschiedene Grabzeichen keinerlei Inschrift. Die Gräber auf dem Friedhöf in Krleux=en=Gohelle(bei Lent) sind nicht mehr zu erkennen, da das Gebiet dieser Gemelnde von Gronaten zetstört ist. An verschiebenest Orten wurden dem Volksbund von behördlichet Seike orts: arsässige Fachletits odek Gättner empfohlen, öte bereit sind, besondere Wünsche der Angehötigen für die pflege der Gräber oder deren Schmuck' an Gedenktagen zu erfüllen." Der Volksbund der alten Angehörigen der Gefallenen mit Rat und Tät helfen möchte, ist bereit, solche Wünsche zu vermitteln. Seine Arbeit wird um so wirkungsvoller sein, je Kräftiger seine Bestrebungen, Auf“ dle Pflege der deutschen Kriegergräber" förderrs einzuwirken, im deutschen" Dolke unterstützt werdest. Der, Bokksbund hat Gerests die Stwung von Tandesverbänden eingeleitet und strebt nunmehr dahin, in allen deutschen Orten Mitglieder zu Ortsgruppen zusammenzuschließen. Persönlichkeiten, die bereit sind, hierbei helfend mitzuwirken, werden gebeten, ihre Anschrift der Geschäftsstelle des Volksbündes in Charlottenburg 5, Königsweg 30, anzugeben. — Maßnahmen gegen den Wohnungsmangel. Das im Reichsgesetzblatt veröffentlichte Gesetz über Ulaßnohmen gegen Wohnungsmangel lautet unter Sisser s: Die Bekantmachung über Plaßnahmen gegen Wohnungsmangel vom 25. September 1918 bleibt auch über den 31. Dezember 1920. hinaus in Kraft. Sie wird jedoch mit sofortiger Wirkung u. a. dahin geändert: § 9 erhält folgende Fassung: Machen sich nach dem Ermessen der obersten Landesbehörde infolge besonders starken Mangels an Mohnungen außergewöhnliche Mißstände geltend, so kann die oberste Landesbehörde mit Sustimmung des Reichsarbeitsministers Gemeindebehörden auch zu anderen als in den§§ 2—5 bezeichneten Knordnungen und Maßnahmen, insbesondere zu Eingriffen in die Freizügigkeit, sowie die Unverletzlichkeit det Wohnung, das Eigentum, soweit solche Eingrüffe zur Behebung oder Milderung der Wohnungsnot dringend erfonderlich sind, ermächtigen oder„verpflichten, oder mit Zustimmung des Reichsarbeitsministers solche Knordnungen und Maßnahmen unmittelbar treffen, oder die Berechtigung hierzu einer ihr unterstellten Behörde übertragen. Eingriffe sollen nur erfolgen, nachdem der Versuch einer gütlichen Einigung erfolglos geblieben ist. Soweit für Eingriffe in Privatrechte Entschädigung zu gewähren ist, haftet für die Jahlung der Entschädigung die Stelle, welche die Verfügung trifft. hinter§ da wird folgender§ 9b eingeschoben: Die zur Bekämpfung des Wohnungsmangels getroffenen Verfügungen können im Wege unmittelbaren polizeilichen Zwanges durchgeführt worden. Die auf Grund der Bekanntmachung über Maßnahmen gegen Wohnungsmangel vom 23. Septemder 1918 und zum Schutze der Mieter vom 23. A 1918 und 22. 7. 1919 bisher getroffenen Anordnungen und Maßnahmen bleiben in Kraft. Auf Grund der Bestimmungen über die wirtschaftliche. Demobilmachung können nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes Knordnungen, durch die der Juzug ortsfremder Personen beschränkt wird, oder sonstige Maßnahmen zur Beseitigung der Mieter getroffen werden, nur noch von den zuständigen Reichsministern erlassen werden. —00— Aus Stadt und Land. * Schwerse, 27. Mai *e(Eine überaus reiche Kirschenernte) steht in diesem Jahre in Aussicht. Die Bäume; die einen günstigen Blüteverlauf gehabt haben und auch von den Frühjahrsfrösten durchweg verschont geblieben sind, tragen einen deratt reichen Früchteansatz, wie dieses schon seit Uenschengedenken nicht mehr der Fall gewesen ist. In der Salziger Gegend gehen, so schreibt das„Kölner Cagebl.“, die Frühkirschen bereits ihrer Reise entgegen. Die Bäume hängen alle dermaßen voll, daß man fast keine Blätter mehr sieht, sondern nur das leuchtende Rot der Früchte. Auch aus den anderen berühmten Kirschenorten des Mittelrheins kann von einem solchen reichen Erntesegen berichtet werden. Angesichts einer solchen Rekordernte darf man sehr gespannt sein, in welchen Bahnen sich die diesjährigen Preise für Kirschen bewegen werden. **(Vorsicht bei Bahnübergängen.) In letzter Seit mehren sich die Fälle, daß Fuhrwerke beim Ueberfahren von Bahnübergängen verunglücken, indem sie vom Juge ersaßt werden. Der komm. Landrat weist darauf hin, daß Fuhrwerke beim Herannahen eines Suges an den Haltetäfeln stehen bleiben müssen, um nicht gefährdet zu werden. Suwiderhändelnde setzen sich unter Umständen einer erhöblichen Bestrafung aus. **(Die ersten reifen Walobeeren), brachten Pfingstwanderer aus den Bergen mit heim. Es, würde indes verfehlt sein, jetzt schon mit der Ernte beginnen zu wollen. Die Früchte bedürfen noch einiger Wochen Wärme und Sonnenschein, um den genügenden Gehalt an Suckerstoff zu erhalten, Der ihnen die Süße und das Kroma verleiht, die gerade biese Frucht so begehrenswert machen. *e(Keine weitere Erhöhung der Eisenbahnfohre preise.) Ju den Gerüchten, daß eine abermalige Erhöhung der Eisenbahnfahrpreise geplant sei, wird von zuständiger Seite mitgetellt, daß die jetzigen Preise die Grenze bedeuten, bis zu der man überhaupt gehen kann. Das meinen wir allerdings, auch.— Ein großes Verdienst würden sich, die m: ständigen Stellen außerdem erwerben, wenn sie dafür Sortze trügen, daß die Jahl der D=Jug=Wagen dritker Klasse vermehrt würde. Der O.=Jug 176 Essen—Frankfürt a. M. ist dermaßen übervoll, daß nicht nur die einzelnen abteile, sondern auch die Wagengänge und sogar die— Aborte gedrängt. vollgepropft sind. Gerade hier macht sich die Abwanderüng aus der 1. und 2. Klasse besonders bemerkbar und Köhilfe muß hier unbedingt geschessen Verbeit 17, WIc.. a#4 *e(Die Stadtverordneten) sind für heute(Donnerstag) zu einer Sitzung in den Rathaussaal geladen. Es soll u. a. auch über die Deckung des Gomvindetehlbetrages für das Rechnungsjahr 1920 Beschluß gefaßt werden. (Der Streit der Herzte mit den Khankenkassen.) Zum Streit der Kassenärzte, mit den Krankenkassen wird vom Reichsarbeitsministerium mitgeteilt, daß dort Verhandlungen über ein Einigungsverfahren, eingeleitet sind und in Kürze beginnen sollen. an diesem Verfahren werden zwei beamtete Vertreter und je 5 Vertreter der Kerzte sund der Kassen teilnehmen. Die Leitung des Einigungsverfahrens wird voraussichtlich eine von den Rerzten vorgeschlagene sachkundige Oersönlichkeit übernehmen, nachdem die Kassenverbände ihre Justimmung erteilt haben. **(Noch nicht heimgekehrte Kriegsgefangene.) Kriegsgefangene, die nachweisbar in England, Irankreich, Amerika, Belgien, Italien und Serbien in Kriegsgefangenschaft waren und noch nicht heimgekehrt sind, müssen von ihren eingeyorigen sofort dem zuständigen Krifaheim gemeldet werden mit solgenden Angaben: Namen, Dornamen, Cruppenteil, Dienstgrad, Cag und Ort der Gefangennahme, Gefangenennummer, letzte Kriegsgefangenemadresse und Datum der letzten Nachricht des noch nicht heimgekehrten Kriegsgefangenen, sowie Cag und Jahr der Geburt. Es dürfen nur solche Kriegsgesangene gemeldet werden, von denen mindestens, eine eigene Nachricht aus der Kriegsgesangenschaft vorliegt oder die durch eidesstattliche Aus den Previnzen.„Erklärung eines Kameraden als bestimmt in der Kriegsgefangenschaft geraten bestätigt werden können.„In letzterem Falle ist die Adresse dieses Jeugen mitzuteilen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die einzureichenden Reldungen sich „vorläufkg nur auf die in obengenannten Ländern befindlichen Kriegsgefangenen beziehen dürfen. Für die Kriegsgefangenen in Rußland, Rumänien und Japan wird später ein gleicher Aufruf erfolgen. *(Die Portoerhöhung der Reichspost— eine verfehlte Spekulation.) Die aus dem Reichspostministerium verlautet, läßt sich nicht leugnen, daß seit der Erhöhung der Pesttarife der Verkehr schnittlich um 25 Prozent nachgelassen hat. Um die Defizite der Verwaltung nicht noch mehr zu vermehren, muß, unbedingt in kürzester Zeit eine Vereinfachung in der Denwaltung eintreten. Diese Vereinfachung bedeutet Personalentlassungen, Vereinfachung der Bestellungen, Einschränkung im Schalterdienst, Ersparnisse im Bahnpostverkehr durch Fortfall,, gewisser Bahnposten. alles in llaem: Der Betrieb wird trotz hohen Dortos an allen Ecken verschlechtert. Der Fortfall des Ortsportos hat verschiedene Firmen veranlaßt, ihre Ortspost durch eigene Boten zu versenden. *e(Der Mittelstand hungert.) Die Meldung aus Spandau, daß dort die Kinder der höheren Schulen mehr an Unterernährung leiden, wie die Arbeiterkinder in der Dolksschule, ist nur ein Beitrag zur Klarstellung der Frage, wo die eigentlichen Unbemittelten zu suchen sind. Gekümmert hat man sich freilich wenig um diese Latsache, und etwas geschehen, diesen traurigen Suständen Rechnung zu tragen, ist bisher überhaupt nicht. **(Dem sauerlänischen Gebirgsverein) gehören an: 165. Kbteilungen mit 14.750, gegen 140 Abteillungen und 17 705 Mitgliedern zu Kriegsbeginn. Der Gesamtverband hatte eine Einnahme von 32 054 Mark und eine Ausgabe von 30 698 Mark, so daß ein, Bestand von 1335 Mark verblieh. Die Schülerherbergen wiesen eine Einnahme von 7041 Mark und eine Ausgabe von 985 Mark auf, so daß sich ein Bestand von 6056 Mark ergab. *: Westhofen, 27. Mai.(Lebensmittel.) In der kommenden Woche gelangen zur Ausgabe: 50 Gr. Margarine Osd. zu 16,60 M., 50 Gr. Gel Psd. zu 18.50 U., 250 Gr. Haferfabrikate Ofd. zu 4.50 M., 250 Gr, Reis Ofd. zu 8.50 M., 125 Gr. w. Bohnen Pfd. zu. 4,50 M., 125 Gr. hr. Bohnen Pfd, zu 2.80 Mark, 250 Er. Wibbelbohnen für Schwerkriegsheschädigte in den bek. Geschäften, das Ofd. zu 1.60 Mark, hagen, 26. Mai.(Die Scham vor der Schande.) Im Gerichtsgefängnis zu Rhaus erhängte sich ein aus Hagen stammender, verheirateter Sollassistent, ldet wegen Verschiebung von Heeresgut festgenommen worden war. = Münster, 26. Mai.(45 000 Mark Lohngelder gestohlen.) Dem heunkehrerlager Kennbahn gehörende 45000 Mark sind aus der Wohnung des Leutnants Deters gestern gestohlen worden. Es kommen zwei Personen in Soldatenuniform in Frage, die beim Erscheinen des D., durch das Klosettfenster die Flucht ergriffen. * Gelsenkirchen, 26. Mai.(Mord.).„Aus dem hasen der Seche Wilhelmine Diktoria wurde die Leiche des 18 Jahre alten Bergmanns Johann Cöpling aus Brauck gelandet. Die man annimmt, ist an Cöpling, der sich am 7, Mai aus seiner elterlichen Wohnung entfernt hat, um seine Arbeitsstätte auf der Seche Nordstern, auszusuchen, in Verbrechen begangen worden. * hamborn, 26. Mai.(Verurteilte Blünderer.) Das Kriegsgericht in Wesel verurteilte den ehemaligen Wachthabenden der Roten ürmee im Hamborner Polizeigefängnis, August Heiter, wegen Plünderung der Bagage des Freikorps Schulz und wegen körperlicher Mißhandlung gefangener Reichswehrsoldaten zu zehn Jahren Zuchthaus. * Essen, 26. Mai.(Kommunistische Russenfreundschaft.. In einer hier abgehaltenen kommunistischen Wahlversammlung erklärte Dr. LevyBerlin, bei gen bevorstehenden Wahlen müsse man den Brüdern im Osten zeigen, daß man auch hier gesonnen sei, dem Kommunismus zum Siege zu verhelfen und die Bourgeoisie an die Kandare zu nehmen, wie es bereits November 1917 drüben geschehen sei. Jeder Stimmzettel müsse ein Gruß nach dem Osten sein. * Köln, 26. Mai.(Gemeines Raubgesindel.) fiel vorgestern über eine Schar Gänse her, die an der Markthalle auf dem umzäunten freien Platz gefüttert wurden. Wie auf allseitiges Kommando wurde der Bretterzaun gestürmt. Mehrere Dutzend halbwüchsiger Burschen und ältere Leute ergriffen eine und zwei Gänse und nahmen damit Reißaus. Der Eigentümer, ein Händler aus Remscheid, war machtlos; ebenso ein Beamter der städtischen Dolizei, der dem Creiben Einhalt gebot, aber bedroht wurd:. Erst als ein größeres Aufgebot von Schutzleuten beranrückte, stob das Gesindel auseinander. Inzwischen waren 56 Gänse gestohlen. Die Dolizeibeamten nahmen die Verfolgung der Räuber auf, Aus verschiedenen Häusern konnten Schutzleute noch acht lebende Gäuse herausholen und vier Liere, die bereits abgeschlachtet waren. * Köln, 26. Mai.(24 Jentner eingeschmolzenes Silbergeld beschlagnahmt.) Die Kölner Polizei ist einem Schmuggel von geschmolzenem Silbergeld, das ins Kusland geschafft werden sollte, auf dje Spur gekommen. Insgesamt 24 Jentner Silberbarren konnten, noch kurz vor der Abfahrt eines Rheinschiffes beschlagnahmt werden. Der Absender, ein Ausländer, konnte bisher noch nicht ermittelt werden. Man nimmt an, daß er geflüchtet ist. Das beschlagnahmte Silber hat nach heutigem Stande des Silberkurses einen Wert von 1 Million Mark. * Koblenz, 26. Mai.(Die amerikanische Besatzung gegen die kommunistische Wahlarbeit.) Nlach Mitteilungen der„Sozialen Republik“ wurden der kommunistschen Lartei die Wahlarbeiten in dem von den Amerikanern besetzten Ceil der Rheinlande verboten. Der Leiter der Wahlarbeiten, Genosse Rübhausen, wurde nach Koblenz bestellt und ihm dort der Zusweisungsbefehl übergeben. * Andernach, 26. Mai.(Eine gefährliche Kletterpartie) unternahmen, zwei junge Leute, indem sie die steilen, Jelsen eines Steinbruches erkletterten.„Während nun der eine Kraxler glücklich wieder hexunterkam, hatte der andere zu viel Angst bekommen und schrie jämmerlich um hilfe. Lange Seit verharrte der Kermste in seiner gefährlichen Lage und drohte alle Augenblicke in die schwinHelnde Liefe zu stürzen. Da kam ihm Hilfe. Ein amerikanischer Soldat unternahm es im Verein mit einem Zivilisten, den jungen Menschen herunterzuholen, was ihnen denn auch mit vieler Mühe und Gefahr glücklich gelang. —00000n Der Stand unserer Diehpreduktion Das Dreußische Statistische Handesamt hat kürzlich die Ergebnisse der Diehzählung vom 1. März 1920 veröffentlicht und mit früheren Jählungen bis 1. Oezember 1913 zurückverglichen. Der zweckmäßigen Vergleichbarkeit halber sind die abgetreteien Landesteile unberücktsichtig: geblieben. Im allgemeinen ist festzustellen, daß die Diehzucht nur ganz langsam sich von den Schlägen des Weltkrieges zu erholen beginnt. Der gesamte Rindviehbestand, der zur Seit des Sählungstermins 8 845 582 Köpfe zählte, hatte seit dem 1. März des Dorjahres einen Jugang von 353 113 Stück(+ 4,2 Proz.) aufgewiesen.„Gegen das Friedensjahr 1913 bleibt er noch um 1⅜ Millionen Stück zurück, ganz abgeschen davon, daß der Ernährungszustand und die Ergiehigkeit unseres Rindviehs weit unter dem Friedensstand gesunken sind. Die Schafzucht hat sich gegen den Friedensstand gehoben, und zwar gegen 1913 um sast 70000 Stück. Der Gesamtbestand beziffert sich aber zurzeit mur auf etwas mehr als 4 Millionen Stück, sällt also für die Dolksernährung verhältnismäßig weniger ins Genicht als für unsere Versorgung mit Wolle. Die Schweinegegen das Vorjahr eine Junahme um jänugg der wirtschettälchen Ronsunkter verursacht wurde, als eine Krieg sfolge im Sinne des§ 6 der Verordnung über die Erwerbslosenfürsorge anzusehen und daher eine Erwerbslosenunterstützung u gewähren. Gegen die belgischen Rechtsbrüche. EU Beolin, 27. Mai. Wie die jK. U.“ erjährt, besteht die Absicht, die trostlosen Justände#in dem von den Belgiern besetzten Gebiete durch neutrale Journalisten untersuchen zu lassen. Diese sollen die Verhältnisse an Ort und Stelle prüfen. um die Gefsentlichkeit auf die fortwährenden Eechtsbrüche und Vergewaltigungen seitens ver Belgier aufmerksam zu machen. Reine offiziellen Ersatzforderungen Frankreichs. IU Beriin, 27. Mai. Entgegen den verbreiteten Meldungen, daß Frankreich für die vierzehntägige Besetzung des Maingaues Ersatzforderungen in Höhe von 29 Millionen Franken en Deutschland gestellt hat, berichtet die„T. U.“, daß an zuständiger Stelle keine derartigen Forderungen in offizieller Form gestellt worden sind. heftige russische Angriffe an der polnischen Front. aU Berlin, 27. Mai. Einer Washingtoner Meldung zufolge berichtet die„Kssociated Preß" aus Warschau, die Russen greisen an der Nordgrenze an, um die polnischen Linien zu durchbrechen und eine Verbindung mit Ostpreußen herzustellen. Jeh zucht weist gegen uus Vorhaht eine Gunaume um1 Teheran von den Bolschewisten bedroht fast 2 Millionen Stück auf. Kroß dieser Junahme au Pasel, 27. Mai. Wie den englischen ist unser Schweinebestand jetzt noch lange nicht halb u. Ea, gügte ke, Schmarzen Mearss ! Blättern von der nuste des Scwurzen Meeres halben Jahr besteht. eerfreulich ist bagegen die Vermehrung der Suchtsauen um fast 200 000 Stück, die eine stärkere Vermehrung des gesamten Schweinebestandes in Aussicht stellt. Die Pferdemenge ist im beständigen Rückgange begriffen und beträgt jetzt nur noch 2382 240 Stück gegen 2645 000 in 1913 und 2412210 Stück am 1. März 1919. Die hohen Schleichhandelspreise reizen offensichtlich zur Abschlachtung von Pferden an. daß der augenblickliche Bestand zu I gemeldet wird, haben die Bolschewisten sich der Stadt zwei Oritteln aus Schweinen im Klter unter einem Tälris bemächtigt, und belagern Urmia. Andere Erfreulich ist dagegen die boischewistische Streitkräfte, die in Astara und Enseli gelandet sind, haben die Gebirgskette des Elbrus überschritten und sollen durch das KaswainCal auf Ceheran marschieren, indem sie die englischen Cruppen zwingen, sich vor ihnen zurückzuziehen. Die Rißstimmung zwischen den Verein. Staaten und England. aU Paris, 27. Mai. Kus Washington wird gemeldet: Präsident Wilson wird heute den neuen englischen Botschafter Geddes empfangen. Diesem Empfang wird angesichts der gereizten Stimmung, die in Amerika gegen England herrscht, große Bedeutung beigemessen. In manchen politischen Kreisen erwartet man, daß die mündliche Aussprache zwischen dem Präsidenten und dem Vertreter Englands dazu beitragen werde, diese Mißstimmung wenigstens zu mildern. Großer Juwelenraub. WUB Breslau, 27. Mai. Gestern mittag schlugen drei gutgekleidete Männer in der Schweidnitzer Straße, einem belebten Punkte der Stadt, die Schaufenster des Juweliergeschäftes Karl FrehzSöhne ein, raubten 6 Perlenkalsbänder im Werte von 600000 Mark und enflehen denn im Automobil. Der Polizeipräsident setzte 10 639 M. Belohnung für die Ermittelung der Ründer aus und die Firma 12 Prozent des Wertes der gestcchlenen halsketten. Bombenexplosion in valencia. EU Dalencia, 27. Mai. In einem hiesigen Kaffee erfolgte eine Bombenexplosion, bei der 11 Personen schwer verwundet wurden. Es wurde erheblicher Schaden angerichtet. Letzte Drahtmeldungen. Eigener Oepeschendienst. Krupp unter franzssischer Rontrelle. (U Paris, 27. Mai. Gffiziell wird von französischer Seite erklärt: Bereits seit längerer Zeit habe man die Firma Krupp im Verdacht, auch weiterhin Kriegsmaterial herzustellen. Bei einer Untersuchung habe sich herausgestellt, daß in der Cat 77 Millimeter=Geschütze hergestellt wurden. Der Direktor entschuldigte sich damit, daß es sich um die Ergänzung älterer, im Rahmen des Friedensvertrages vorgesehener Bestände haudolt. Es wurde befohlen, die fraglichen Erzeugnisse zu vernichten. Ferner wird eine streuge Aussicht ausgeübt werden. Unhaltbave Juständs in Niel und Wilhelmshaven. (U Berlin, 27. Mai. Nachdem in Kiel und Wilhelmshaven in den letzten Monaten in maritimer hinsicht Verhältnisse herrschten, vor deren Ungeheuerlschkeiten die maßgebenden Stellen nur allzu lange die Kugen geschlossen haben, schrektet der Reichswehrminister Dr. Geßler nunmehr zur Errichtung einer ordnungsmäßigen Kommandogewalt. Die Seeoffiziere sollen wieder eingesetzt werden und zwar alle Offiziere, deuen im Iusammenhang mit dem 13. März nichts zur Last gelegt werden kann. Erwerbslosenfürsorge. WOB Berlin, 27. Mai. Wie das Reichsarbeitsministerium in einer Drahtung an die Regierungen der Länder zum Ausdruck brachte, ist die Arbeitslosigkeit, die durch den gegenwärtigen UmVerantwortlich für die Schriftleitung: Fried. Kraas. Druck und Verlag: Carl Braus, beide in Schwerte. Wero dnung über eine Erhebung der Getreide= und Karkoffelflächen im Jahre 1920 vom 29. 4. 1920 (R. G. Bl. S. 883 fl.) Auf, Grund der Verordnung über Kriegsmaßnähmen zur Sicherung der Volksernährung vom 22. 5. 1916(R. G. Bl. S. 401) 18. 8. 1917(R. G. Bl. S. 823) wird verordnet: **§ 1. In der Zeit vom 20. Mai bis 5. Juni 1920 In der Zeit vom 20. Mai bis 5. Ju findet neben der durch Bundesratsbeschluß vom 1. Mai 1911 angeordneten allgemeinen Anbauflächenerhebung eine Feststellung der von den einzelnen Bewirtschaftern(Betriebsinhabern) bestellten Getreide= und Kartoffelflächen statt. Es sind festzustellern die Flächen beim feldmäßigen Anbau von 1. Weizen, Wintferfrücht, d) Sommerfrucht, 8. Spelz— Dinkel, Fesen=, Emer= u. Einkorn (Winter= und Sommerfrucht), 3. Roggen, a) Winterfrucht, b) Sommerfrucht, 4, Gerste, a) Winterfrucht, #) Semmerfrucht, S. Gemenge aus den Getreidearten 1 bis 4, 6. Hafer, 7. Gemenge aus Getreide aller Art mit Hafer 8. Kartoffeln. a) Frühkartoffeln, d) Spätkartoffeln. S 2. Die Erhebung erfolgt gemeindeweise durch Befragung der Bewirtschafter(Betriebsinhaber). Ausführung obliegt den Gemeindebehörden mit Hilfe der zu diesem Zwecke ernannten Sachverständigen#oder Vertrauensleuten. § 3. Die Erhebung erfolgt durch Ortslisten nach vorgeschriebenem Muster. Alle Ernteflächen sind zur Ortsliste derjenigen Gemeinde anzugeben, von der aus die Bewirtschaftung geschieht. § 4. Die Gemeindebehörden haben die Richtigkeit der Flächenangaben zu überwachen und an der Hand der Grundstückskataster oder ähnlicher Unterlagen, der Feststellungen bei der Anbau= und Ernteflächenerhebung des Vorjahres und durch sonstige geeignete Maßnahmen nachzuprüfen. Auch die Grundeigentümer, die ihre Grundstücke nicht selbst bewirtschaften, sind auf Befragen zur Auskunftserteilung über die Eigentums=, und sonstige Nutzungsverhältnisse sowie über die Art und Größe der Grundstücke verpflichter. Die zuständige Behörde oder die von ihr beauftragten Personen sind befugt, zur Ermittelung richtiger Angaben über die Ernteflächen die Grundstücke der zur Angabe Verpflichteten zu betreten, Messungen vorzunehmen sowie die Geschäftsbücher der Bewirtschafter einzusehen, auch hinsichtlich der Größe der Grundstücke Auskunft von Behörden einzuholen. § 6. pp. S 7. Die obersten Landesbehörden erlassen die Bestimmungen zur Ausführung dieser Verordnung. Sie können bestimmen, daß neben oder an Stelle von Ortslisten Fragebogen zu verwenden sind; sie können die Erhebung auch auf andere Früchte er## strecken und sonstige Aenderungen der Fassung der Ortsliste vornehmen, insbesondere ein anderes Flächenmaß vorschreiden. 85 8 und 9. pp. Geschäftsbücher verweigert, wird mit Gefängnis bis zu sechs Monaten und mit Geldstrafe bis zu zehntausend Mark oder mit einer dieser Strafen bestraft. Wer fahrlässig die im Absatz 1 genannten Angaben nicht oder unvollständig macht, wird mit Geldstrafe bis zu dreitausend Mark bestraft. S 11. Diese Verordnung tritt mit dem Tage der Perkündung in Kraft. Berlin, den 29. April 1920. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft. In Vertretung: gez. Da Huver. Vorstehende Verordnung Bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Hörde, den 22 Mai 1920. 3083 Der Kreisausschuß des Landkreises Hörde. 9 10. Bewirtschafter landwirtschaftlicher Grundstücke Wer vorsätzlich die Angaben, zu denen ernach und ihre Stellvertreter sind verpflichtet, den mit dieser Verordnung oder den zu ihrer Ausführung der Erhebung Beauftragten, über den Anbau und erlassenen Bestimmungen verpflichtet ist, nicht oder die Größe der bestellien, Flächen alle geforderten mistezut soreie##er#nvolständig macht oder und wahrheitsgemäß vorrätig in der Buchhandlung Carl Braus Schwerte(Ruhr). Bamel Kohtenten! Infolge sehr günstigen Einkaufs hervorragend billige Preise! Kaufen Sie jetzt! Weisse Blusen 918 Weisse Röcke Weisse Kleider Seidene Mäntel Staub-Mäntel Alpacca-Mänten SUIV ENTE Haltmschachal l. c. E. Johmerte GEDRUDER STEIN ** ** Max Bondkowski Trudel Bondkowski geb. Niemeyer Vermählte Berlin im 19•0. Steglitz Bauhütte Schwerte Genossenschaft zur wirtschaftlichen Förderung des Baugewerbes II für Schwerte und Umgegend. Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht zu Schwerte Haben Soll Bilanz-Konto am 31. Dezember 1919. Sas sone Debitoren K K 2849.0 M 571.48 * 342048 8.85 Mittwoch morgen entschl ch nach * Anteil-Konto 3000.00 Creditoren M 387.73 Gewvinn...... 82. 3440.45 Schwerte. Freitag, den 28. Mai, abends 8 Uhr im Lokale des Herra Kiempt, Mährstraße: 3/25 HandwerkerVersammlung. Jahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. # längerem Leiden unter # Brüderchen und Enktich, liebe Söbuchen.## Sol ahresrechnang für 1919. Habe ben im KUrU zarten Alter von 14 Monaten. In tiefer Trauer ## Unkosten-Konto 0 2###tawinn 9 5 40 Famille Erwin Ruchheuser. K 274 76 32.75 K 307.51 Beitrags-Konto +4 50751 07.5 Schwerte, den 27. Nai 1920. Die Beerdigung flodet Samstag, den 29. d. Mis. vormit ags 101 Uhr vom Sterbehause. Holzenerweg 16. aus statt. 3118 K Empfehle mich zum Sommer-Theater Schwerte waschen u. Bügeln (Westfälischer Hof) Elvon Herren-Stärke3106 wäsche. K eschch Statt Karten. Für die uns anlärslich die Heimganges unserer teuren Entschlalenen erwiesene herzliche Tellnahme, sowie für die zahlreichen Kranzspenden spreche ich. zugleich im Namen aller Angehörigen, meinen tiefgefählten Dank aus. Schwerte, im Mai 1920. Eugen Kornath. Scchhwaten. liefert schnell, gut und billig Aus besonders eilige Arbeit kann gewartet werder fl. Hitzegrad, Schuhmachermeister Senningsweg 26. Packer etwa 15—16 Jahre alt, zum 1. Juni gesucht. C. Rob. Lohmann 6. m. b. H. 3064 Westhofen I. Westfalen. k Mmmtaderk emnbrnchter Moltkestr. 40 Schwerte. Moltkestr. 40 Herren- und Damenschneiderei Bi EMasßaufertigung, Umändorunges Wanden, Reparaturen ers. ene bemmer enrureeuen emanee Pesdiancd Wrscin Shasch. Sprechstunden von 9—12 und 2—5 Uhr. Sonnabend und Sonntags nur in dringenden Fäller Elly Hensel, Hörde, Schulstraße 21. Begl. Vertreterin der Falke-Hellweise. Geprüft und genehmigt. Schwerte, den 25. Mai 1920. Der Aufsichtsrat: Herm. Jenas, K. Dittrich Fr. Fr. Zeuch. 3098 unnmmmum tommeramer mummmmmmmemmmrrrsen 5 Der Vorstand: Stelbrink. A. Pannderf P. Staat. Am Preitag, 28. Mai, abends 7 Uhr im Lokale Reichskrone, Kinosaal: 3117 Größe visemliche Versammtung. Thema: Die U. S. P. und die Reichstagswahlen. Referent Genosse Lehrer Schneider, Hagen. Freie unbeschränkte Diskussion. Beamte, Arbeiter und Arbeiterinnen erscheint in Massen. Eintritt 30 Pfg. Der Vorstand. Sntuig esfostegn grauer Herrenanzug für mittlere Größe zu verkaufen. 3116 Zu erfr. in der Geschst. dieser Jeitung. Bollständiget Sett zu verkaufen. Näheres 3124 Schillerstr. 33. Direktion: Gütschow— Weittmann. Freitag, den 28 Mai: 9124 Wenn Männer schwindeln! Operette in 3 Akten. Anfang 8 Uhr. Vorverkauf bei den Herren Schöttler und Winkelmann. Preise der Plätze: Siehe Tageszettel. Krankenkassenmitglieder werden vom 27. 5. 1 Uhr mittags an nicht mnehr als solche, sondern nur als Privatpatienten behandelt gegen sofortige Bezahlung nach den ortsüblichen Sätzen.(Allg. deutsche Gebührenordnung für Arzte.) 3111 Verein der Aerztefür Schwerte und Umgegend. Lydi Siebald Westhellwes 20. 2 2 Ogrorbaagee Kornhaut. Pallen u Barzen heleitigt, mat schnell##ru. schmerzles mi Suoielenio berz chelen HUNiFOT- günzens Preis 2.50 Mk. 38 Max Nehlhose. eschche Zukunft Glück, Charakter. Reichtum. Eheleben wird nach Astrologie berechnef. Nur Geburtsdater angeben. 306 I. Völk, Hannover Rombergstr. 8. Hause lausend 3099 Eier und Schlachtgeflügel. Ulmer, Hohensyburg. S= Zoier=Wügen, in Rollwagen in zu ver3115 letzterer fast neu, kaufen. Westhofen, Kirchplatz 4. Ziegenlamm, 7 Wochen alt, gegen junge Legehühner zu vertauschen. Daselbst 1 Zimmertür, Zuglampe, kocher zu verk. 3110 Regenbogenstr. Zodehmonsi Wir halten uns an die preußische Gebührenordnung nicht mehr gebunen, sondern liquidieren lediglich nach der„Allgemeinen deutschen Gebührenordnung für Arzte“. 3112 su nausen gesucht. 8101 Verein der Aerzte für Schwerte Stöcker, Brückstr. 7. und Umgegend.[Hoftaum mit Stal odser Beisele zu mieten gesucht. Off. unt. E. 3118 an die Geschäftsst. Erfahrener, zuverlässiger für sofort bei freier Station gesucht. 3105 C. Lethaus SOOOSSSSSSE S isgPees S 2 MiEMM 8 Nr. JeA., Sammes. 19 S S vorrätg S 8 Aachandion Gan Srus S. Orsentliche, ehrliche Frau oder Mädchen als Haushälterin von Beamten zum 1. Juli Is. gesucht. Offerten mit Lohnansprüchen u. E. 3100 an die Geschst. d. Zig. KappusPflanzen hat abzugeben. 3068 Helenenhof in Gute 3125 Milchziege zu verkaufen. Rosen, Schulstr. 8. Ordentliches, durchaus ehr liches 3074 Mädchen welches melken kann, am liebsten vom Lande, für sofort gesucht. Zu erfr. in der Geschst. Zum 1. Juni ein jüngeres, ordentliches ZweitMädchen gesucht. 3102 Zu ers. in der Geschst, Actien- Commandit-Gesellschaft auer Mauk-Jarci Aadenz, Haode a Caun. Bllanz vom 31. Dezember 1919. el Nicht eingezahltes Aktienkapital Kasse, fremde Geldsorten, Zinsscheine und Guthaben bei Noten. und Abrechnungs Banken...... Wechsel u. verzinsiSchatsanweisungen Guthaben bei Banken und Bankfirmen Vorschüsse gegen börsengängige Wertpapiere4— Vorschüsse auf Waren und Warenverschiffungen........ Eigene Wertpapiere. Beteiligungen an Gemeinschaftsge. schäften.......... Dauernde Beteiligung bei dem Bankhaus von der Heyd-Kersten& Söhne Aussenstände in laufender Rechnung Ausserdem: Aval- u. Bürg. schaftsforderungen M. 187.319.148, 11 Bankgebäude Einrichtungen Sonstige Liegenschatten 35 64.099,125 244,514.012 169.297.714 190,141,75724 75 61 66 12,887,445 61.052.039 92 52 410.769 10,000,000 531,864,035 84 10,977.600— 924.23060 1.504 668.782161 Barmen, den 20. Mai 1920. Die persönlich haftenden Gesellschafter: L. Arioni, Th. Hinsberz, M. von Rappard, Dr. Bd. Frhr. von der Heyd. 3097 Die beiden Herren, welche am 15. Mai mit dem Schnellzug von Leipzig kommend in Schwerte, nachmittags gegen 6 Uhr ausstlegen und irrtümlich Stockschirm gegen einen Stock vertauschten, werden gebeten. Ihre Adresse bei S. Hess, Wettenscheid, Oststr. 42 sell. anzugeben. 3108 Verloren! Am 1. Pfingsttage sind mir 2 Jagdhunde(Hund brauntieger, Hündin einen braun) abhanden gekommen. Dem Wiederbringer 200 Mk. Belohnung. K ühl. Vellinghausen bei Sölde. 3108