W ntag Worre em deuenten 1oto. ten. lenc. r einen der Porten Filme, n nagier Noman in S## ge. dieses einzig ams. Varieté alue ster: Alb. Polisk. ärz. ends 7—10 Uhr es! 3 Parterre. Akrobaten I. Komiker haells De Stöasel tige Soubrette ter-Alt 2 evue 1 Akt zlance- Akt Pragreng bekannt. 1481 Mie Direktion. 1 sternberg. ärz 1920: RT.— usik. 1454 Anfang 5 Uhr. ungesblut. K rein hiesiges Jigarrenst 1470 rkäuferin hohem Gehalt und inder Stellung gesucht. gebole mit Jeugnisablen unter C. 1470 an Beschäftssl. d. Jig. ballign Gateil 1460 ehenmdüichen e ein Stundenrgen-Mädchen 91. an Julius Möhling. Bahnhofstr. 40. ulein, im Nähen sandert, sucht ellung als Gein in ein. besseren men= Schneiderei. riftl. Ang. unter 452 a. d. Geschst. A Die„Schwertee aufer Feierlugs. Jetung“ erscheint#ünsich: 3. 0 #k, 5l dur Tost 3.40 Al., odmr u.: stelgeld. An ergenpeeto: Die 8 gespottenLo#p##tell#e###le oder deren Narne 300 Dfa.; Jedee Padatt zis als Kassen=Ndatt: and erttscht dei Konkursen, Zwan#vergleichen, sperichtichen Klagen und Nichtd:schten der gene Oerduncken mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Dolkszeitung Schwerter Volksblatt 5 A 80 Se 4 Destchofener Zeitung Apierbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung Amtliches Kreisblatt für den Kreis Hörde. Erstes und älteltes Tagesoraan des Kreises.— Generalarnzeiger für den Kreis Hörde## Haupt-Annoncenblatt. gesetssessenn — 2 300 Mark Unsal. Zeubereher##. Schume(N##he. Nr. 57. Mentag, den 8. März 1920. 55. Jahrgang. Rüche, Herrenzimmer dunkel Eiche zu veren. Donnerstag 12 9 3—6 1458 Königsste. 7, part. Helland liefert den Kaiser nicht aus. Die Antwortnote der holländischen Regierung auf die letzte llote der Alliierten bezüglich der Auslieferung des vormaligen deutschen Kaisers wie folgt: Die Regierung Ihrer Majestät hat den Beweggründen der Mächte Rechnung tragend, den von den Mächten bei der Erneuerung ihres Ersuchens angeführten Erwägungen von neuem ihre sehr ernste Aufmerksamkeit zugewendet und hat erneut genau untersucht, was für den vorliegenden Fall ihre Oflicht vorschreibt. Sie wird jedoch zu keinem anderen Schluß als zu dem kommen können, den sie bereits in der llote vom 21. 1. niedergelegt hat und die ihr nicht gestattet, dem Verlangen der Nächte Folge zu leisten. Die Regierung Ihrer Majestät hat keineswegs die der Uenschheit widerstreitenden handlungen vergessen, die der Krteg hervorbrachte und gegen die sie Einfrpuch erhoben, so oft niederkändische Untertanen zu unschuldigen Opfern wurden. Sie ist jedoch der Ansicht, daß die Erinnerung an diese Untertanen keinen Einfluß auf ihre haltung in dem vorliegenden Falle ausüben darf. Sie erinnert daran, daß die lliederlande an dem Vertrag von Versailles nicht teilhaben und sich mit Bezug euf die Ereignisse des Krieges in einer anderen Lage befindet als die Mächte. Da es zu den höchsten Pflichten der Regierung gehört, auch die auf den allgemeinen Rechtsgrundsätzen beruhenden verfassungsmäßigen Gesetze des Reiches zu achten, darf sie nicht unterlassen, noch einmal deutlich darauf hinzuweisen, daß sie unter diesen Umständen eine Cat begehen würde, die den Rechten der Gerechtigkeit widerspricht. Ullt ihrer nationalen Ehre unvereinbar wäre es, wenn sie unter dem Drängen der Entente zulassen würde, diese Gesetze zu verletzen und dem auf holländischem Gebiet defindliches Flüchtling die Rechte nehmen würde, die dieses Gesetz ihm zuerkenne. Die Regierung Ihrer Uajestät hat sich gefragt, eb wirklich, wie es in der llote vom 14. 2. d. Js. heißt, diese Auffassung von ihren Oflichten die Nieverlande aus der Gemeinschaft der Uationen ausschließen würde. Die Geschichte der lliederlande, an die die Ulächte in diesem Jusammenhange erinnern, und der hinweis darauf, daß die Niederlande unter dem Unrecht gelitten haben, und ihre Freiheitskämpfe widerlegten vollauf genügend die Berechtigung einer solchen Behauptung. Wenn infolgedessen die Regierung Ihrer Ulajestät die einmal gegebene Antwort aufrechterhalten muß, so ist sie sich dennoch vollauf der Pflicht bewußt, die ihr die Anwesenheit des ehemaligen Kaisers auf dem Gebiete des Reiches auferlegt, sowohl im Interesse des Landes selbst, als dem der internationalen Sicherheit. Sie bedauert, daß die Mächte unter dem Eindruck zu stehen scheinen, die Regierung Ihrer Majestät habe sich um diese Seite der Frage nicht gekümmert und ihr keine ernstliche Aufmerksamkeit zugewandt, weil die Antwort der lliederlande auf das Ersuchen, den Kaiser auszuliefern, keinen Hinweis darauf enthielt. Dies letztere ist keineswegs der Fall. Eingedenk ihrer Pflichten in dieser Hinsicht ist die Regierung Ihrer Ulajestät von Anfang an bestrebt gewesen, dem nachzukommen, was ihr ihre Pflicht vorschreibt, und wird es auch weiterhin tun. Sie weiß, daß sie in der Lage ist, ihre Souveränität auszuüben, um an Ort und Stelle genügende Fürsorgemaßnahmen zu treffen, die notwendig sind, um die Freiheit des ehemaligen Katsers den erforderlichen Beschränkungen zu unterwerfen. Die Regierung Ihrer Majestät legt Wert darauf, diese Erklärung auf die formellste Weise abzugeben, und dabei die Auffassung von ihren Pflichten in den Rahmen des Rechts zu stellen. Sie vertraut darauf, daß diese Erklärungen, die den Beweis liefern, daß die kliederlande die Gefahr in Rechnung ziehen, die die Mächte fürchten, nicht verfehlt haben, ihre Besorgnisse zu beseitigen. Empfangen Eurer Exzellenz den Kusdruck metper besonderen Rechechrurg.(gez.) van Kardeneen Minister Müller über die außenpolitische Lage. „Erfreuliche Anzeichen einer Sinnesänderung“. Der„Oester Lloyd" veröffentlicht eine Unterredung seines Berliner Sonderberichterstatters mit dem Reichsminister des Auswärtigen, Müller, der unter anderem erklärte, die deutsche Regierung stehe nach wie vor unerschütterlich auf dem Standpunkte des Dölkerbundes; selbstverständlich dürfe aber der Dölkerbund nicht ein Instrument zur dauernden Nliederhaltung Deutschlands werden. Die deutsche Regierung würde natürlich nur einer Aufnahme als vollkommen gleichberechtigtes Mitglied nähertreten. Er sei überzeugt, daß die auf den internationalen Beziehungen heute noch lastende Atmosphäre des Hasses und Mißtrauens behoben werden würde, und daß die Bestimmungen der Artikel 8 und 19 der Dölkerbundakte zu einer Revision jener Artikel des Friedensvertrages, die unerfüllbar seien, führen würden. Es fehle schon heute nicht an erfteulichen Anzeichen einer solchen Sinnesänderung in einigen Ententestaaten. Der Minister erklärte weiter, daß die vertrauensvollen Beziehungen Deutschlands zu den neutralen Staaten seit Kriegsende noch eine erfreuliche Stärkung erfahren hätten. —0000— Nach dem Frieden. Amerikanische Revisionswünsche. Aus Ueupork wird geschrieben: Lage und Jukunft Europas und besonders Deutschlands und Oesterreichs werden hier sehr trübe beurteilt und die in letzter Seit nach Kmerika gelangten Berichte geben der Befürchtung Ausdruck, daß mit einer Katastrophe gerechnet werden müsse. Das unbehagliche Gefühl über die Wirkungen des Versailler Friedensvertrages, dessen Gefahren mehr und mehr verstanden werden, wächst. Juerst war man der Uleinung, daß dieser Vertrag zwar sehr hart sei. aber unbedingt erfüllt werden müsse; jetzt aber begegnet man der Auffassung, daß dieser Friedensvertrag Unmögliches enthalte und infolgedessen zum Ruin Europas führen werde, wenn seine Revtsion nicht bald erfolge, da er, je länger er bestehe, auch für Amerika gefährlich werde. Die amerikanische hochfinanz glaubt, daß sie sich allein Europas nicht annehmen kann, sie wird sich deshalb nur an internationalen Abmachungen beteiligen. Amerikas finanzielle Hilfe für Europa würde im übrigen auch nicht entfernt die höhe erreichen können, die die europäischen Staaten an Krediten von ihm fordern. Die internationale deutsche Anleihe. Die„Morningpost“ verzeichnet das in Londoner ftnanziellen Kreisen zirkulierende Gerücht, daß die Oberste alltierte Konferenz Deutschland die Aufnahme einer internationalen Anleihe bewilligt habe, die für die Jahlung an die Entente bevorrechtigt sein soll. Der englische drahtlose Dienst gibt diese Ueldung kommentarlos wieder, während bekanntlich der offizielle Bericht der allierten Konferenz nur von einer inneren deutschen Anleihe in diesem Jusammenhange berichtet. Laut Bericht aus Ueupork herrscht dort in Bankkreisen nur sehr wenig Enthusiasmus für den Olan einer internationalen Anleihe für Deutschland. Laut der meist optimistischen Schätzung wird man einen Betrag von 500—1000 Millionen Dollar zusammenbringen können. Man metnt, daß diejenigen in Kmerika, die während des Krieges mit Deutschland sympathisiert haben, am meisten zu der Anleihe beitragen werden, die aber eine Verzinsung von 7 Prozent aufbringen muß, um Erfolg haben zu können. Während zu diesem Erfolg auch die Mitwirkung der amerikanischen Regierung gefordert werden muß. Die Diederaufnahme der Postverbindungen mit dem Auslande. Ueber die bereits in großem Umfange erfolgte Wiederaufnahme unserer Postverbindungen mit dem Kuslande werden uns an amtlicher Stelle folgende Aufschlüsse erteilt: Im großen und ganzen wickelt sich der Brief= und Daketverkehr mit dem Ausland (Rußland ausgenommen) bereits wieder wie in Friedenszeiten ab. Auch der drahtliche Verkehr bietet im allgemeinen keine Schwierigkeiten mehr. Lediglich Code=Drahtungen werden zunächst noch nicht von den Verbandsländern zugelassen. Der Fernsprechverkehr unterliegt hingegen noch mancherlei Beschränkungen. Bisher wurde mit Schweden eine direkte Verbindung hergestellt und Norwegen soll alsbald folgen. Von den Dostverwaltungen der Verbandsstaaten hat sich bisher nur die tialenische an die deutsche gewandt, und die Leitung Mailand—Berlin wird, wie uns versichert wird, in nächster Seit dem Verkehr übergeben werden können, sobald die noch schwebenden Verhandlungen über die Cariffrage abgeschlossen sein werden. Der internationale Funkendienst ist bekanntlich für Deutschland durch den Friedensvertrag auf die Dauer von drei Monaten aufgehoben worden. —— Die Abstimmung in der Nordmark. Der Kampf um Ilensburg. Die däntsche Propaganda in der zweiten nordschleswigschen Abstimmungszone, für die in der großen Masse der Bevölkerung durchaus kein Boden ist, wird unter Anspannung aller Kräfte betrieben. llicht ohne Grund begehren die dänischen Nationalitäten die rein deutsche Stadt Flensburg, die als hafenplatz recht erhebliche Bedeutung hat. Man sucht das Stel mit allen Mitteln zu erreichen durch skrupellose Propaganda, Craktieren mit Ceepunsch, Verteilen von Speckpaketen, Kleidungsstücken usw. Bereits seit 1½ Monaten gibt man in Flensburg ein dänisches Agitationsblatt in deutscher Sprache heraus, das alles nur Erdenkliche an Denunziationen und Verhetzungen leistet. Crotz der fieberhaften däntschen Agitation hält die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung der zweiten Sone fest zur deutschen Republik. Während am vorletzten Sonntag 25000 Personen für Deutschland auf freiem Platze demonstrrierten, hatten die Dänen mit Mühe und lot am letzten Sonntag nur 2500 Personen zusammenbringen können, denen u. a. auch ein unabhängiger Führer ein„Auf Wiedersehen im dänischen Flensburg!" zurief. all die agitatorischen Mißerfolge schmerzen, und so hetzt die im Solde der alldänen stehende Dresse in den letzten Cagen mit besonderer heftigkeit wider die deutsche Kgitation. Seit einiger Seit sind denn auch die Flugblätter unter Jensur gestellt. Da streicht man aus einem Blatt sorgfältig das Wort„Schleswig", das den Dänen, welche die Schleswiger samt und sonders für sich reklamieren, außerordentl. unangenehm ist, wenn es die Deutschen anwenden. Aus einem anderen Flugblatt merzt man den Hinweis darauf aus, daß es Leute gibt, die die Heimat für ein Freßpaket oder Geldmittel verraten und verkaufen. Die internationale Kommission, soviel darf man schon jetzt sagen, setzt sich mit der Beaufsichtigung der Kgitation keineswegs für die Gleichberechtigung beider Parteien ein. Es ist ein schwerer Kampf, der hier oben in der Nordmark ausgefochten wird. Doch er muß eine erdrückende deutsche Ulehrheit bringen, weil nur dann eine gerechte Grenze kommen kann, die allein eine deutsche Irredenta in Dänemark zu verhindern vermag. Das Verhalten der kürzlich aus Sonderburg und Hadersleben in Flensburg eingetroffenen Franzosen wird immer übler. In einem Restaurant an der hauptstr. bedrohten vorgestern abend mehrer Franzosen sogar mtt den Revolvern die anwesenden Gäste. Einem herbeigerufenen Dolizeiwachtmeister, der sie verhaften wollte, setzte sich ein Franzose mit dem Revolver zur Wehr. Erst durch verstärkte Dolizeimannschaften war es möglich, ihn festzunehmen und abzuführen. Daraufhin holten die Kameraden des Verhafteten aus einer dänischen Versammlung die dort befindlichen Franzosen, unter ihnen drei Offiziere, die bei der Doltzetwache die Freilassung der Inhaftierten forderten. Dem heftigen Verlangen der Franzosen mußte der Diensthabende der Polizeiwache schließlich nachgeben. Die Franzosen zogen wieder in das von ihnen verlassene Lokal, um dort in frecher Weise die anwesenden Gäste zu belästigen. Frankreichs Furcht vor Deutschland. Ote Kommissionen für auswärtige Angelegenheiten und für heeresangelegenheiten in der französischen Kammer hielten am Donnerstag eine gemeinsame Sitzung ab, wobei Ministerpräsident Millerand ein ausführliches Exposee über die auswärtige Lage hielt. Der offizielle Bericht über diese Sitzung ist sehr knapp gehalten und es hatte den Anschein, als eb Millerand nur mit äußerster Dorsicht alle jene Punkte berührte, die gegenwärtig den Komplex der internationalen Situation bilden. Ueber Kleinasien sagte er, daß die Lage dort äußerst delikat sei. Die aus englischen und amerikanischen Quellen stammenden Nachrichten über die Haltung der einheimischen Bevölkerung gegenüber den französischen Cruppen sei mit großer Dorsicht aufzunehmen, aber in Kleinasien müsse tatsächlich mit größter Klugheit vorgegangen werden. Was Deutschland anbelangt, so erklärte Millerand, daß der Verkehr zwischen den Ententekommissionen in Deutschland und den deutschen Behörden sich in durchaus korrekten Formen abspiele. Schwierigkeiten mache Deutschland bezügl. der Auslieferung des Kriegsmaterials, wobei den alliierten kommissionen immer versichert werde, Kriegsmaterial, dessen Auslieferung verlangt würde, sei bereits zerströt worden. Millerand zweifelt nicht daran, daß dieses Kriegsmaterial irgendwo sorgfältig verborgen gehalten werde. Die Garantien Frankreichs gegenüber Deutschland, falls dieses die Ausführung von Bestimmungen des Versailler Friedens ablehne, liegen nach Mitteilung Millerands noch immer in der verlängerten Besetzung des linken Rheinufers. Auch wirtschaftliche Repressalien könnten in Anwendung kommen, ohne daß Deutschland dies als feindliche handlung betrachten könne. heute über acht Cage wird in der Kammer selbst die auswärtige Lage noch einmal besprochen werden. Der aus Rußland und Dolen zurückgekehrte General Massenet erklärte ferner vor dem Kammerausschuß für auswärtige Angelegenheiten, die Parteien in Rußland seien deutschfreundlich. Wenn man den Weltfrieden sicherstellen wolle, müsse man Deutschland von Rußland durch Pufferstaaten mit dem Ausgang zum Meere trennen. Die Unabhängigkeit und die Wiederherstellung der Ukraine scheine ihm besonders wertvoll. Dort könne man Getreide, Kupfer, Wolle und Dieh finden. Die Angst, die mit dem General Massenet auch andere führende politische Persönlichkeiten Frankreichs vor einer deutsch=russischen Verständigung gepackt hat, wird von England geflissentlich im eigenen Interesse genährt. Und wenn Frankr. jetzt sein Widerstreben gegen eine Wiederherstellung der Beziehungen zwischen Rußland und der Entente aufgegeben hat, so hat es das nur getan, weil es die deutsch=russische Verständigung fürchtet, selbst wenn es sich dabei vorläufig nur um Fragen der Wirtschaft handelt England seinerseits ist eifrig am Werk, seine Interessensphäre in den russischen Randstaaten, namentlich Estland, Lettland und Litauen, so auszubauen, daß Deutschland ausgeschaltet wird. —00— Die Franzosen in ElsaßLothringen. Die elsässische Presse stellt sich nunmehr auf die Seite derjenigen, die gegen die französische Verwaltung im Lande ankämpfen. Der„Elsässische Kurier“ gibt mit Bezug auf die Beschwerden der einheimischen Beamtenschaft setner Reinung dahin Ausdruck, daß alles im Lande einer Katastrophe ontgegengehe. Die Regierung sei mit Blindheit geschlagen. Ruch die Schulfrags nimmt wieder einen großen Raum in den Blättern ein. Man beginnt einzusehen, daß die französische Regierung nur darauf ausgeht, die völlige Unterdrückung der deutschen Muttersprache durchzuführen. Die französtsche Polizei hat in letzter Seit auch wieder Steckbriefe gegen mehrere Neutralisten in Elsaß-Loth= ringen erlassen. In St. Ludwig wurde ein Elsässer wegen autonomtstischer Kundgebungen verhaftet. Im Straßburger Landesgefängnis befinden sich noch zahlreiche Personen, die Strafen wegen ihrer neutralistischen Kundgebungen verbüßen. Das Straßburger Bürgermeisteramt legte der französischen Behörde die Register vor, worin die Straßburger Bürger eingetragen werden, welche von Rechtswegen durch das Inkrafttreten des Friedensvertrages die französische Staatsangehörigkeit wieder erlangt haben. Die Jahl der in Straßburg befindlichen Personen, welche jetzt französischee Staats“ bürger geworden sind, beträgt rund 120000. Die Ausweiskarten K und B verliere damit ihre bisherge Bedeutung als Staatsangehörigskeitsausweise. ——00— Neuwahlen gegen Jahresende. Iu dem Antrag der beiden Rechtsparteien auf Auflösung der Nationalversammlung haben fast alle Fraktionen Stellung genommen. Nach dem, was wir aus den Reihen der Mehrheitsparteten hören, hat der Antrag keine Aussicht auf Annahme. Die Ulehrheitsparteien werden vielmehr unter voller sachlicher Würdigung aller für und wider das Susammenbleiben der Nationalversammlung bis zum herbst sprechenden Gründe sich für die nach ihrer Uleinung notwendige Hinausschiebung der Wahlen bis zum Jahresende entschliezen. Uur in den Reihen der demokratischen Fraktion gibt es, wenn wir recht berichtet sind, eine kleine, aber einflußreiche Minderheit, die am liebsten auch ihrerseits so schnell wie möglich zu Ueuwahlen schreiten möchte, hauptsächlich um den Streit über die rechtliche Juständigkeit der Nationalversammlung endlich und restlos aus der Welt zu schaffen. —— Die Einberufung der preußzischen Generalfpnode wird nunmehr endlich voraussichtlich am 10. 4. 1920 erfolgen, nachdem die drei Kirchenminister ihre Bedenken aufgegeben haben. Sie sind ferner bereit, nach Susammentritt der nach den Vorschlägen des Kirchenregiments gewählten verfassunggebenden Kirchenversammlung ihre kirchlichen Rechte in die Hände des Evangel. Oberkirchenrats und des Generalsynodalvorstandes zu legen. Auch soll die künftige Bechlußfassung über die Verfassung der Landeskirche nicht durch ein ergänzendes Staatsgesetz irgendwie gehemmt werden. Der Oberkirchenrat hingegen hat sich zu einer Renderung der Wahlvorlage bereit erklärt. Die gewählten Mitglieder sollen danach zu einem Drittel aus Geistlichen, einem Orittel aus Reltesten und einem Orittel aus sonstigen Uännern und Frauen, und zwar nunmehr nur aus Laien bestehen, so daß zwei Drittel der gewählten Mitglieder nur Laien sein würden. Außerdem soll das Gleichgewicht zwischen Stadt und Land durch Zuteilung von weiteren Susatzstimmen an die Großstadtgemeinden hergestellt werden. Doraussetzung zu allem ist die Instimmung der Generalsynode, der man mit großer Spannung entgegensteht. —00000 Rriegsbeschädigten- und Hinterbliebenenfürsorge. Im Detitionsausschuß der Nationalversammlung teilte ein Vertreter des Reichsarbeitsministeriums mit, daß das Reichsarbeitsministerium für die Bearbeitung der sozialen Kriegsbeschädigten- und Kriegshinterbliebenen=Fürsorge eine eigene Abteilung eingerichtet habe. Das Reichsarbeitsministerium habe nunmehr vom Kriegsministerium auch die Militärversorgung und die Bearbeitung des neuen Militärversorgungsgesetzes übernommen. Das Militärversorgungsgesetz werde mit größter Beschleunigung bearbeitet werden. Die Vertreter der Kriegsbeschädigten sollen bei der Durchführung der Fürsorgemaßnahmen zugezogen werden. Das Gesetz über die Beschäftigung der Schwerkriegsbeschäbigten wurde im sozialpolitischen Ausschuß der Uationalversammlung beraten. Ministerialdirektor Schwarzer begründete das Gesetz und wies darauf hin, daß wir an Schwerkriegsbeschädigten rund eine halbe Million und an Schwerunfallbeschäbigten 100000 Mann haben. Der§ 1 wurde angenommen. Danach haben die Arbeitgeber jede Arbeitsstelle, die für die Beschäftigung eines Schwerbeschädigten geeignet ist, anzumelden. Bei der Besetzung solcher Stellen sind die Schwerbeschädigten anderen Bewerbern stets vorzuziehen. Schwerbeschädigte im Sinne des Gesetzes sind solche Personen, die auf Grund des Versorgungsgesetzes eine Rente von 50 Drozent oder mehr beziehen. —00 Aus Stadt und Land. Die künftigen Brotpreise. Der volkswirtschaftliche Ausschuß der Nationalversammlung beschäftigte sich in seinen letzten Sitzungen mit der neuen Preisordnung für landwirtschaftliche Erzeugnisse der nächsten Ernte. Nach der Regierungsvorlage soll bekanntlich der Mindestpreis für die Conne Weizen 1100 Ulk.. Roggen 1000 Mark und Kartoffeln 500 UI. betragen. Die Demokraten beantragten eine Erhöhung für Weizen auf 1200 Ml., für Roggen auf 1100 UI., die Deutschnationalen beantragten eine Erhöhung auf 2000 UI., bezw. 1600 Ul. Das Jentrum beantragte, es zunächst bei der jetzigen Regierungsvorlage zu belassen, die endgültige Preisfestsetzung bei Beginn der Ernte vorzunehmen und dann die bis dahin entstandenen Produktionskosten zu berücksichtigen. Der Vertreter der Sozialdemokraten lehnte namens seiner Fraktion alle Anträge auf Preiserhöhung ab und bekämpfte die Aufhebung der Iwangswirtschaft. Der Reichswirtschaftsminister ersuchte um unveränderte Aunahme der Vorlage. Mit hilfe teurer ausländischer Lebensmittel werde es mög lich sein, die jetzige Brotration bis zur neuen Ernte aufrecht zu erhalten. Der Antrag der DeutschUationalen wurde gegen 2 Stimmen abgelehnt, der demokrattsche Antrag zurückgezogen und der Jentrumsantrag mit großer Ulehrheit angenommen. Die so geänderte Vorlage wurde in der Gesamtabstimmung gegen die vier Stimmen der DeutschNationalen und der Unabhängigen angenommen. **(Die Papiernot der deutschen Zeitungen.) Der Dorstand des Reichsverbandes der Deutschen Dresse hat in seiner Essener Sitzung nachfolgende Entschließung angenommen:„Der in Essen versammelte Dorstand des Reichtbundes der deutschen Presse tetlt in vollem Umsang die Beierguisse der deutschen Joirungsverleger um die Jukunft der deutschen Dresse und unterstützt nachdrücksichst ihr Verlangen, das Weiteverschelnen der Zeitungen durch Sicherstellung einer aubreichenden Uenge von Papierholz zu mäßigen Preisen und durch andere geeignete Maßnahmen zu gewährleisten. Der Dorstand macht die Regierung auf die schwere Gefahr aufmerksam, die ein bei Fortdauer der gegenwärtigen Verhältnisse unausbleiblicher Jusammenbruch des deutschen Seitungswesens für Polttik, Wirtschaft und Kultur des deutschen Dolkes sowte für die Existenz von hunderttausend von Seitungsangestellten bedeuten würde.“ *(Handwerkerversammlung.) Montag, den 8. Ulärz, abends 7½ Uhr, findet im Lokale des herrn Klempt auf Veranlassung der hiesigen Ortsgruppe des handwerkerbundes eine HandwerkerVersammlung statt, wozu Kaufleute und Gewerbetreibende freundlichst eingeladen werden. Dortrag von Herrn Dr. Sackmann über: Umsatzsteuern und Kriegsabgaben vom Vermögenszuwachs Aufstellung der Vermögensverzeichnisse usw. **(Produktionszwang in der Fleischwirtschaft?) Wie bestimmt verlautet, schweben gegenwärtig Derhandlungen von weittragender Bedeutung. Darnach geht man mit dem Gedanken um, in der Tleischwirtschaft den Droduktionszwang einzuführen. Der Diehbestand der Landwirte soll nach der Größe ihres Besitzes oder mindestens aber nach der Größe der Weideflächen angelegt werden. Der Erundbesitzer kann dann nicht mehr angeben, daß er Tichtviehhalter ist, sondern er ist gehalten, nach Maßgabe der Größe seines Kreals ein bostimmtes einheitlich festzusetzendes Quantum an Fleisch der allgemeinen Versorgung zuzuführen. Dabei wird es wahrscheinlich nicht als belangreich angesehen werden, ob er Rindvieh oder Schweine abliefert. (Allerdings wird bei der Einführung dieses Iwanges der Dieherzeugung nicht ohne Interesse sein, wie der Landwirt die notwendigen Futtermittel beschafsen soll. Es wird hier doch wahrscheinlich sehr der Blangel an Kraftfutter in Erscheinung treten. Auch trat bei der Beratung vielfach die Ansicht in den Vordergrund, daß die Maßnahme in ihren Auswirkungen sich erst dann zeigen wird, wenn die Katastrophe längst zur Catsache geworden ist.) **(Beamten=Vereinigung.) Unter dem Dorsitz des herrn Professors Dr. Söffing fand am Samstag eine sehr gut besuchte Versammlung der hiesigen Beamten-Vereinigung im Gasthof„Jur Post“ statt. Nach eingehendem Bericht des Vorsitzenden über die Vereinstätigkeit im vergangenen Jahre und Erweiterung des Vorstandes wurde der Beitrag für das laufende Jahr von einer auf drei Mark erhöht. Sodann wies herr Wanderey in längeren Rusführungen die zwingende Notwendigkeit der Etnreihung unserer Stadt in die Ortszuschlagsklasse A nach; die Versammlung stellte sich einstimmig auf den Boden dieser Torderung. Nachdem dann noch über die Schaffung einer Konsumeinrichrung berichtet war, wurde der Bericht der Stadtverordneten der Vereinigung über ihre Tätigheit für die nächste Versammlung vorgesehen. (Karbid statt Stickstoff?) Die Abgeordneten Dr. Ueerfeld, Köhl, Sollmann haben die folgende kleine Anfrage an die Regierung gerichtet: Aktlengesellschaft für Stickstoffwerke in Knaßi#ck bei Köln hat sicherem Vernehmen nach die Erzeugung von Stickstoffdünger eingestellt und erzeugt statt dessen nur noch Karbid, dus der Gesellschaft größeren Cernnn einbringt. Ondurch wird die ohnehin; schwer unter Düngermangel leidende Landwirtschaft nach weiter geschüdigt. Was gedenkt die Reicheregierung zu tun, damlt im Interesse der Poldsernährung die erwähnte Gesellschaft die Erzeugung von Stickstoffdüngung wieder aufnimmt?“(Man darf wo', als selbstverständlich annehmen, daß die Bean wertung dieser wichtigen Frage unverzüglich erfolgen wird.) **(Die Mehlversorgung dde Städte) bildete kürzlich den Gegenstand einee Beratung der Vertreter westfälischer Stäh.e in Pgermund. Die Lage war für einzelne Städte zeitweilig bedrohlich. Der Reichsgetreidestelle wurde der Dorwurf der Schönfärberei gemacht. Manche Städte sind von der plötzlich auftretenden klot unliebsam überrascht worden. Es wurde gefordert, im Industriegebiet eine Rücklage von 50000 Sack anzulegen, um vor Ueberraschungen geschützt zu seln. lloch trostloser ist es um die Versorgung der Städte mit Uährmitteln bestellt. Die monatlichen Sutetlungen in Gries und Graupen sind wegen Ulangel an Ware nicht erfolgt. Uudeln können, weil es an Rlehl fehlt, nicht bereitet werden. *(Das Schwerter Doppel-Quartett) gab gestern nachmittag am Freischütz ein Konzert, welches sich * eines überaus zahlreichen Besuches zu erfreuen hatte. Unter der Leitung des herrn W. Deters wartete der kleine Chor, welcher in der letzten Sett in der Pflege des edlen Männergesanges ersichtliche Fortschritte gemacht hat, mit Leistungen auf, welche alle Knerkennung verdienen, und welche vor allen Dingen hinsichtlich Wohlklang und verständnisvoller Cextbehandlung kaum einen Wunsch offen ließen. Gefreut hat es uns, daß der Dirigent fast nur im Dolkston gehaltene Lieder auf das Programm gesetzt hatte. Wenn der Verein auf den detretenen Bahnen fortwandelt und in der Pflege unseres schönen deutschen Dolksliedes seine hauptaufgabe erblickt, dürfte ihm noch manch schöner Erfolg beschieden sein. In diesem Sinne ein herzliches„Glück auf“ für die Jukunft. Gute hilfskräfte hatte der Verein in den mitwirkenden Solisten gewonnen. herr Uustkdirektor Haselhoff zeigte sich auch gestern wieder als Uleister seines Instrumentes, vor allem in den Chopinschen Stücken. herr Bäcker aus Barmen, bereits von früheren Konzerten hier als guter Cenoxist bekannt, ersang sich auch gestern wieder rauschenden Beifall des Publikums, und auch die Dorträge des herrn Kruse aus hagen, der einen abgrundtiefen, wohllautenden Baß sein eigen nennt, trugen viel zum guten Gelingen der Veranstaltung bei. Das ganze Konzert nahm einen in jeder Beziehung hochbefriedigenden Verlauf. (Vermehrte Kohlenabfuhr des Ruhrgebieten seit dem 1. März.) Seit dem 1. März hat sich die Wagengestellung im Ruhrgebiet ganz erheblich gebessert. Während in der letzten Woche des Februar werktäglich 16 700 Wagen gestellt wurden bei einer Fehlmenge von 6589 Wagen, ist die Gestellziffer vom 1. bis 4. März von 17200 auf 22600 Wagen gestiegen, während die Fehlziffer gleichzeitig von 6100 auf 950 gefallen ist. Hoffentlich hält die Besserung in der Eisenbahnverkehrslage an, damit neben der durch die Oflichtüberschichten erhöhten Cagesförderung auch alsbald die Lagerbestände abgefahren werden können. *e(Eine neue Rettungsmedaille.) Die Rettungsmedaille, die seit der Revolution nicht mehr verlichen worden war, wird jetzt wieder ausgegeben. und zwar für Rettungstaten, die bis zum 31. 12. 1919 geschehen sind, in der alten Prägung, für sgätere Fälle in einer neuen Ausführung. Das Ministerium des Innern hat einen Künstlerausschul, mit dem Entwurf einer neuen Rettungsmenür beauftragt. Seii bbbende u enbermen e wer Die Erbschaft odes Gerzens Roman von Wilhelm von Crotha. 21)(Nachdruck verboten.) —„Ja, aber wärum werden Ne benn trötzdem ausgefochten, Papa, das reimt sich doch nicht zusammen. „Ja, mein Kind, Beleidigungen solcher Art kann man eben nicht auf sich sitzm lassen, namentlich, wenn noch dazu eine Dame damit kompromittiert worden ist. Es ist eben das höchste Ehrenschild von dem Mann, ein wehrlos Weib zu schützen gegen freche Bubenangriffe oder wäre es Dir lieber gewesen, wenn Kurt den erlittenen Schimpf hingenommen hütte und ihm jeder zurufen konnte:„„Scht mal, der hat sich und seine Braut beleidigen lassen, er war zu feige, den Niederträchtigen zu züchtigen!"" Ja, wäre das besser gewesen?“ „Nein, nie, nie würde ich das vergessen! Nun aber hat er seine Liebe zu mir mit seinem Blute besiegelt, er ist mir noch teurer wie zuvor,“ und ein langer, seliger Kuß lohnte Kurt für seine, Schmerzen, die ihm sein verwundeter Arm verursachte.— Kurt war auf Wunsch des Grafen garnicht. erst wieder in seine alte Wohnung zurückgekehrt, sondern sollte vorläufig ganz bei Leerens wohnen. „Schon der Pflege wegen, hatte der Papa so nebenbei hingeworfen.„ Else war strahlend und dankte iyrem„He#n, guten Papa“ durch mehrere stürmische Küsse. „Du erstickst mich ja, hör doch auf. Du kleiner Wildsang,“ wehrte er sein Töchterchen ab. Die nächsten Tage gingen gleichmäßig dahin. Kurt konnte, durch seine Wunde aus Zimmer gefesselt, den kranken Haillron noch nicht besuchen, denn nach seiner Ansicht war die Beieiign durch das Duell bejühnt und es calt i 7.2 Ritterpflicht, dem Verwundeten die Hand zu Versöhnung zu drücken, was auf dem Kampsplatz nicht möglich gewesen war. Einige Wochen waren vergangen, als das Urteil für Kurt eintraf. Es lautete auf sechs Monate Festungshaft. Am anderen Tage sollte er nach Magdeburg abreisen. Seine Wunde war inzwischen ganz ausSssechten gtechten Folgen für den Arm. So saßen denn alle vier, Vater, Sohn, Tochter und Kurt, um den leise glimmenden Kamin noch am letzten Abend zusammen. Ein eisiger Nordwind trieb die dichtfallenden Schneeflocken gegen die Fensterläden und rüttelte kräftig an denselben. Kurt setzte seiner kleinen Braut auseinander, daß er in Magdeburg eifrig studieren werde. Er hatte einen Empfehlungsbrief von einem hiesigen bedeutenden Professor an einen dortigen großen Maler erhalten und er wollte die Zeit, die ihm frei zum Ausgang zur Verfügung stand, meist in dessen Atelier zubringen. Später, nach Ablauf seiner Festungshaft, hatte er weitere Studien, vielleicht auch außerhalb, in Aussicht genommen, um schon für den Herbst sein erstes großes Werk fertigzustellen. Am anderen Tage fuhr er ab. Hans, dessen Urlaub auch abgelaufen war, begleitete ihn und versprach Kurt häufiger aufzusuchen, da ja die Kürassiere, bei denen er stand, nicht weit von Magdeburg entfernt in Garnison lagen. Wochen und Monate eilten dahin. Briefe kamen und gingen. Es war Sommer geworden. Leerens reisten an die Nordsee und wollten bis Ende August dort bleiben. Einen Tag nach Beendigung der Festungshaft sahen sie Kurt in Magdeburg. „Ich muß nun gleich eine größere Reise nach Ungarn antreten,“ erzählte er,„Studien zwingen mich dazu,“ gab er bei Fragen ausweichend zur Antwort. Am Abend fuhren Vater und Tochter mit dem Nachtzuge nach Hannover ab. Der Abschied var kurz, aber um so hanzlicher. Kurt hatte versprochen,im Besuch zu gerweiten. Immer weiter entfernte sich der Zug, immer kleiner wurde das weiße Taschentuch mit dem Else vom Coupcesenster aus dem zurückbleibenden Kurt zuwinkte, bis endlich nur noch in der Ferne ein kleiner verschwindender weißer Punkt zu sehen war. Jetzt machte der Zug eine Biegung und ; b a l d w a r e n d e m e i n s a m a u f d e m B a h n s t e i g e Stehenden die letzten roten Lichter des schneller und schneller dahineilenden Zuges entschwunden. Kurt ließ, während er seinem Hotel zuschritt, die letzten Monate an seinem geistigen Auge Revue passieren. Er hatte die Festungshaft sehr zu seinen Bunsten ausgenutzt. : Die zehn Zeichnungen hatte er fertig gestellt und dem Verleger zugesandt, der ihm die beiden ersten abgekauft hatte. Ihm waren pro Stück 150 Mark bezahlt worden. Die beiden ersten Bilder fanden als Postkarten reißenden Absatz, sodaß der Verleger ihm noch etwa 300 Mark an Tantiemen dafür hatte einsenden können. Ueber ; d e n g e s c h ä f t l i c h e n T e i l k o n n t e K u r t m i t h i n n i c h t klagen Was nun die Fortschritte selbst anbetraf, so war sein Lehrer äußerst zufrieden mit den Leistungen. Besonders großartig bezeichnete der selbe die Art der Auffassung und der Durchführung eines einmal begonnenen Werkes. Den Entwurf zu der großen Arbeit konnte er nicht oft genug loben, sodaß Kurt auch hierin die besten Hoffnungen hegte. Als er eines Tages müde von der angestrengten Arbeit heimkehrte, lag ein großer Brief auf seinem Tisch. Ein entfernter Verwandter, der iv##st günstiger Lage war, hatte ihm darin ungekundigt, daß er Kurt gern ein paar hundert Mark zu Verfügung stellen wolle, wenn er geneigt wärt, sein Talent weiter zu verwerten. Durch Zufall war dem alten Herrn eine der erschienenen Postkarten. die Kurt zuerst verkauft hatte, vor die Augen gekommen, und die Karte hatte den Beisalt des Er hatte die Absicht, auf einige Wochen aach Süd=Ungarn zu gehen. Sein bisheriger Lehrer, der in München ansässig war, riet ihm dringend, sich für die Dauer der Ausführung seines ersten Wertes, dortselbst niederzulassen. Deshalb brach Kurt sofort am anderen Tage nach der Kunst= und Museumstadt auf. Zuerst suchte er den Prosessor in seinem Heim auf und müßte naturgemäß dessen Gast sein. Beide sahen sich gründlich in München und nicht zuletzt und zu kurz in den Bierkellern um. einem Brief an Else, schrieb Kurt: „Es ist gut Elschen, daß Du mich gestern Abend nicht gesehen hast, ich hab' immer gemeint. gäb' hier in München zwei Monde, statt Oi B #5 einen. Bald hatte Kurt für Ende August ein leidlich, anständiges Atelier, mit einem daranstoßenden Zimmer gemietet und trat dann wohlgemut die Reise nach Ungarn an. Endli.h nuch fast dreiwöchentlichem, vergeblichen Suchen, fand er die Stelle im Lande, die er suchte. Unterwegs hatte er einige Skizzen aufgenommen, so daß diese Zeit des Suchens keine ganzlich vergebliche gewesen war. Besonders günstig traf es sich für ihn, daß er einen Hufaren=Offizier von der Honved=Reiterei traf, den er vor zwei Jahren in Wiesbaden kennen und schätzen gelernt hatte. Er wohnte mit demselben damals im kämlichen Hotel und beide verkehrten viel miteingader. Hier in Ungarn, in der Pusta, traf Kurt den Gi##en wieder. Natürlich feierten sie erst mit echtem Ungarwein ein feuchtfröhliches„Wiederschau'n,“ wie Bruder Nazy, ein geborener ungarischer Magnatensohn, meinte. Aber dann hatte dieses unverhoffte Zusammentressen für Kurt noch den großen Vorteil, daß der junge Graf ihn mit dem Gestütsdirektor des großen königlichen Gestäts Sor3 daß Kurt daselbst einige von Wferden machen konnte. im Interesse besellschaft die wieder auflöstverständlich wichtigen ) b i l d e t e k ü r z der Vertreter Die Lage war drohlich. Der urf der Schönsind von der am überrascht Industriegebiet tlegen, um vor lloch trostloser idte mit Uähr. Juteilungen in angel an Ware il es an Rehl ett) gab gestern ert, welches sich zu erfreuen rn W. Deters der letzten Sett gesanges ersichtLeistungen auf, und welche vor g und verständen Wunsch offen der Dirigent fast r auf das Prorein auf den dein der Pflege des seine hauptmanch schöner Sinne ein herzift. Gute hilfsittwirkenden Soor Haselhoff s Meister seines den Chopinschen nen, bereits von er Cenorist bejeder rauschenden die Vorträge des einen abgrundigen nennt, trur Veranstaltung nen in jeder Bedes Ruhrgedieter März hat sich die sanz erheblich gedoche des Februar wurden bei einer Gestellziffer vom 22 600 Wagen gelichzeitig von 6100 hält die Besserung in, damit neben erhöhten Cagesgerbesftände abgee.) Die Rettungsnicht mehr verlieder ausgegeben. e bis zum 31. 12. ten Prägung, für Ausführung. Das inen Künstlerausneuen Rettungseinige Wochen in München anlch für die Dauer WVertes, dortselbst Kurt sofort am und Museumstadt osessor in seinem ß dessen Gast sein. künchen und nicht kellern um. chrieb Kurt: Du mich gestern b' immer gemeint. bei Monde, statt August ein leidlich, n daranstoßenden in wohlgemut die entlichem, vergeblle im Lande, die e Skizzen aufgesuchens keine gänzBesonders günstig i Hufaren=Offizier den er vor zwei ind schätzen gelernt lben damals im hrten viel miteinsta, traf Kurt den rten sie erst mit öhliches„Wiedergeborener ungaAber dann hatte sen für Kurt noch nge Graf ihn mit öniglichen Gestäts kurt daselbst einige ben machenJonnte setzung folgt.) Sonntage in der Wirtschaft Elmerhaus eine außerordentliche Mitgliederversammlung ab, die gut besucht war. Von dem Gutachten über die technische Prüfung der Kasse wurde Kenntnis genommen. Nach dem Ergebnis dieser Prüfung konnte, unter Beibehaltung der bisherigen Beitragssätze, das Sterbegeld für Erwachsene auf 100 Mk. erhöht worden. Mit Rücksicht auf die jetzigen Teuerungsverhältnisse nahm jedoch die Versammlung einen weiteren Vorschlag des Prüfers an und setzte das Sterbegeld vom 1. Januar d. Is. auf 150 Mark fest, bei gleichzeitiger Erhöhung der Beiträge um 100 Prozent. Die Beiträge für die Sterbekasse der Kinder kommen, da genügend Reserven vorhanden sind, känftig in Fortfall. Nach diesen Beschlüssen belaufen sich die monatlichen Beiträge für die älteren, d. h. der Kasse bereits am 1. Mai 1905 angehörenden Mitglieder auf 40 Pfg., für die übrigen Mitglieder und für Neueintretende bei einem Eintrittsalter von 18—20 Jahren auf 20 Pfg., von 20—30 Jahren auf 30 Pfg., von 80—40 Jahren auf 40 Pfg. Die durch die Satzungsänderung erforderlichen Arbeiten wurden dem Vorstande übertragen. *(Wem gehören die Pferde?) Heute Nacht wurde von der Polizei ein Mann angehalten, der zwei Pferde mit sich führte. Da die Ausweispapiere des Unbekannten offenbar gefälscht waren, sollte der Mann zur Polizeiwache gebracht werden. Während der Beamte sich noch mit der Pferden beschäftigte, rückte der Pferdetreiber aus, konnte inzwischen aber in Fröndenberg wieder ergriffen werden. Die Pferde sind hier eingestallt und wollen sich Interessenten bei der Polizeiverwaltung melden. ** Dilligst, 8. März.(Eltern-Beiratswahl.) In der gestern vormittag im Schullokale hierselbst stattgefundenen öffentlichen Sitzung gab der WahlVorstand das Wahlergebnis für den Elternbeirat bekannt. Der Elternbeirat setzt sich demnach aus folgenden Personen zusammen: Maschinensetzermeister Wilhelm Haumann, Dacker Fritz Kleinhans, Fabrikarbeiter Fritz Westerhoff, Frau Lina Oreher und Fabrikarbeiter Jakob Stenzhorn. Kls Ersatzkandidaten wurden Wirt Carl Deuckmann, Schlossermeister Wilhelm Wortmann, Schuhmachermeister Heinrich Kleinhans, Kettenschmied Fritz Kersting und Frau Kunze gewählt. Der Schulleiter herr Lehrer Baumann gab alsdann bekannt, daß der Elternbeirat nunmehr als rechtsgültig gewählt zu betrachten sei. Anschließend an diese Sitzung berief der Schulleiter alsdann die Gewählten, die aus sich heraus herrn Wilhelm Haumann als Vorsitzenden und herrn Jakob Stenzhorn als Schriftführer des Eltern=Beirats bestimmten. ** Langschede, 7, März.(Eisenbahn= unglück.) Ein. Opfer seines Berufes wurde am Samstag abend im hiesigen Bahnhof der Schaffner Mus aus Fröndenberg. Beim Verlassen seines Zuges wurde er von dem aus der anderen Richtung kommenden Leipziger Messezug erfaßt, geriet unter die Räder und wurde sofort getötet. Der Unglückliche war verheiratet und Vater von 4 Kindern. Die Steuerlaft. Die Nationalversammlung arbeitet mt: druck, um den Rest der Steuervorlagen unter Dach und Fach zu bringen. Don der volkswirtschaftlichen Wirkung der neuen Steuern machen wir uns aber kaum eine rechte Dorstellung, höchstens wissen wit daß der Ausgleich allgemein durch Steuerabwälzung gesucht wird. Vergegenwärtigen wir uns den Zweck der Steuern. Sie sind nicht etwa Privatleistungen des Einzelnen an den Staat, sondern sie sind der Kusdruck des gemeinsamen öffentlichen Interesses am Staat und seinen Einrichtungen. * Essen, 6. März.(Falsche Gerüchte.) In den letzten Cagen ist wiederholt das Gerücht aufgetaucht, daß in Essen eine Anzahl Kinder verschwunden und später abgeschlachtet wieder aufgefunden worden seien. Die Kriminalpolizei teilt dazu mit, daß das Gerücht aus der Luft gegriffen ist. * Outsburg, 5. Uärz.(Drei Schlafzimmereinrichtungen gestohlen. Orei Schlafzimmereinrichtungen wurden hier nachts aus dem ersten Stock eines Geschäftshauses gestohlen. Die Cäter haben sämtliche Ceile von den drei kompletten Schlafzimmereinrichtungen auf ein Fuhrwerk geladen und sind dann ohne Störung davongefahren. —0000— Hindenburg ReichsPräsident. Die„Telegraphenunion“ wird um folgende Veröffentlichung ersucht: In weiten vaterländischen Kreisen erkönt immer lauter der Wunsch, den Generalfeldmarschall von Hindenburg als Kandidaten für die bevorstehende Wahl des Reichspräsidenten aufzustellen. Wenn einer geeignet ist, die Hoffnungen zu erfüllen, die das Volk in den neuen Reichspräsidenten setzt, so ist es von Hindenburg, der über allen politischen Gegensätzen und allen Parleien stehend, das Vertrauen des ganzen Volkes genießt und in seiner Person den Einheitsund Ordnungswillen aller wahren Freunde unseres Vaterlandes verkörpert. Es besteht bestimmter Grund zu der Annahme, daß der Generalfeldmarschall trotz des ihm zugemutelen Opfers sich einem solchen Wunsch nicht verschließen wird, sofern er ihm aus dem gesamten deutschen Volk entgegengebracht wird. Schon in allernächster Jeit wird sich ein Aufruf an unser deutsches Volk wenden und zur Wahl Hindenburgs auffordern. sind also auch notwendig mit dem Begriff des Orfers verknüpft. Wenn sich dies Opfer aber dadurch umgehen läßt, daß die Steuer abgewälzt wird, werden nicht nur der Staat, sondern auch das Volk wirtschaftlich und finanziell geschädigt. Da das Dolk aber die Einheit der Steuerpflichtigen ist, so sind es letzten Endes die Steuerpflichtigen selbst, die die Schlauheit bei der Rhwälzung mit anderen wirtschaftlichen Nachteilen bezahlen müssen. Das neue Einkommensteuergesetz siebt vor, daß die Steuerleistungen der Krbeiter und Angestellten durch Lohnabzüge sichergestellt werden sollen. Mit anderen Worten, der Arbeitgeber behält soviel von der regelmäßigen Lohn= oder Gehaltssumme zurück, wie die Steuersumme ausmacht. Dielfach ist nun in Arbeiter= und Angestelltenkreisen behauptet worden, daß sie einen solchen Lohnabzug nicht würden tragen können. Wir müssen uns zunächst grundsätzlich darüber klar sein, daß jeder Dolksgenosse steuerpflichtig ist und sein muß. Die Summen, die zur Deckung des dringendsten öffentlichen Bedarfs gebraucht werden, sind so hoch, daß es unmöglich ist, sie von den Besitzenden allein einzuziehen. Wir sind kein reiches Volk mehr, sondern buchstäblich verarmt. Was an Papiergeld auf dem Markt herumschwimmt, stellt keinen Reichtum dar, sondern ist nur noch ein minderwertiges Tauschmittel. In den Jahrzehnten des wirtschaftlichen Aufstiegs hat Deutschland allerdings Reichtümer aufgestapelt. Diese fließen jetzt ab, weil die Not viele Familien zwingt, alles Verwertbare in Paviergeld umzutauschen. Wenn wir angesichts dessen erhebliche Steuerlasten aufbringen sollen, so kann es nur so geschehen, daß jeder sein Steuerteil als ein wirkliches Opfer betrachtet, daß er zur Erhaltung der Staats= und Volksgemeinschaft zu tragen bereit ist. Wer also erklärt, die Steuern nicht auf sich nehmen zu können, der stellt sich außerhalb dieser Gemeinschaft. Angenommen, die Arbeiter und Angestellten erzwingen neue Lohnerhöhungen in dem Maße, wie ihnen das Steueropfer zugemutet wird, so werden sie dadurch ihre Lebenslage nicht im geringsten verbessern. Es hat gar keinen Zweck, daß wir uns gegenseitig täuschen. Wir sind verarmt und wir halten eine bescheidene Lebensführung nur aufrecht, wenn wir uns mit den unabänderlichen Tatsachen abfinden. Daß in Großstädteu, besonders in Berlin, in widerlicher Weise geschlemmt und gepraßt wird, spricht nicht dagegen. Hier handelt es sich um Begleiterscheinungen einer gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umwälzung, die wir als solche nur noch nicht erkennen. Diese Begleiterscheinungen werden wegfallen, sobald sich unsere Arbeitsenergie wieder einstellt. Wenn die Grenzen erst wieder vollständig geschlossen sind, so wird die Aufsicht über die Einfuhr und Ausfuhr überflüssige Luxusartikel fernhalten. Und dahin wird es kommen. Wenn jetzt durch das Loch im Westen allerhand hereinfließt, so bezahlen wir das mit dem früher aufgestapelten Reichtum. Ist dieser erschöpft, was nicht lange dauern kann, so haben wir nur noch Anssicht Ware gegen Ware hereinzubekommen. Die Einfuhr wird sich dann auf das Nolwendigste beschränken. Das ist kein Unglück, denn nur Sparsamkeit und unablässige Arbeit allein vermögen uns als Volk und Staat wieder auf die Höhe zu führen. den Steinbruchbetried verdechende Gelswand gegen die Hönustalstraße hin stehen zu lassen Bei einer späteren Besprechung, an der alle in Betracht kommendon Behörden und Oersonen teilnahmen, wurde allerseits betont, daß für ewige. Seiten zur Erhaltung der Schönheiten des Tales eine derartige Jelowand stehen bleiben müsse. Die Vertreter der Rheinisch-Westfälischen Kalkwerke erklärten sich einverstanden, falls ihnen der Verlust an Steinbruchgelände im Wege des Austausches vollwertig durch Juweisung anderweitigen abbauwürdigen Ralkgeländes im Anschluß an ihren Betrieb innerhalb einer dreijährigen Frist ersetzt werde. E## wurde nun von den beteiligten Kreisen zur Durchführung dieser Vereindarung beschlossen, eine Schutzbewegung zur Erhaltung der Schönheit des Landschaftsbildes im Hönnetal sofort in die Wege zu leiten und als deren Cräger der Kreis Arnsberg bestimmt. Leider wurde die Durchführung des Unternehmens durch den Weltkrieg gestört. Iwar verlängerten die Rheinisch-Westfälischen Kalkwerke entgegenkommenderweise im Jahre 1916 die von ihnen gewährto dreijährige Frist um weitere drei Jahre. also bis 1919. Im Sommer 1919 wollten sie sich aber nicht mehr länger gedulden und erklärten, aus betriebstechnischen Gründen mit dem Abdau der stehengelassenen Felskulisse sogleich beginnen zu müssen, falls jetzt nicht das Unternehmen zur baldigen Durchführung gelange. Deswegen wurde bei einer nochmaligen Jusammenkunft aller Beteiligten im Hönnetale die Wiederaufnahme und beschleunigte Durchführung der Schutzaktion beschlossen. Die Arbeiten dieses Schutzunternehmens sind zurzeit soweit gefördert, daß der Erwerb des zum Kustausch benötigten Geländes gesichert ist. Es ist hierzu ein Betrag von etwa 325000 Mark erforderlich. Jetzt besteht die ungeheure Schwierigkeit, diese erhebliche Summe aufzubringen. Staat und Provinz, Kreise, Städte und Gemeinden müssen beweisen, daß sie Verständnis und Sinn haben für Nlatur= und Heimatschutz, indem sie namhafte Summen bereitstellen, um das uneigennützige und tdeale Schutzunternehmen zum baldigen Rbschluß zu führen. Gebirgs=, Wander= und Verkehrsvereine, Vereine für heimatliche Geschichte und Altertumskunde, Vereine für llaturschutz und heimetpflege müssen miteinander wetteifern, damit das Unternehmen mit Erfolg gekrönt werde. Allen Bewohnern unserer schönen Heimatprovinz soll Gelegenheit gegeben werden, mitzuwirken an der hochherzigen Cat. Jetzt oder nie ist die Seit, in der das Hönnetal noch vor der Serstörung gerettet werden kann, weil die Rheinisch-Destfälischen Kalkwerke mit dem völligen Abbruch der Verhandlungen und dem Abbau der Felskulisse drohen, wenn das Unternehmen nicht bis zum 1. April 1920 in seinen wesentlichen Punkten zur Durchführung gelangt ist. 07— Schutz dem Hönnetal! In dem Februar=heft der„Heimatblätter der Roten Erde" macht Seminarlehrer Menne=Arnsberg auf die große Gefahr, die dem Hönnetal, dem schönsten Cal des Sauerlandes, droht, aufmerksam: Leider haben die hohen Kalksteinselsen auch die Kalkindustrie herbeigelockt, die sich in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr ausgebreitet hat und das schöne Cal in ein wüstes Steinbruchgelände zu verwandeln droht. Die Schönheit des Cales mit seinem prächtigen geologischen Aufbau,„seiner reichen botanischen Aufstellung und seinem eigenartigen Besitze so vieler Denkmäler der llatur und frühester menschlicher Kultur“(Schmedding, Burgen und Höhlen im Hönnetal) ist in ernste Gefahr gebracht, ja, ein Leil des Cales hat schon bedenklich gelitten. In unmittelbaret Uähe von Platthaus an der Abzweigung der Asbecker Kreisstraße droht ein in Betried genommener Steinbruch der Rheinisch=Westfälischen Kalkwerke zu Dornap den schönsten Leil des Cales zu zerstören. Dieser Gesellschaft ist es gelungen, das gesamte östlich der Hönnetalstraße bis nach Binolen sich hinziehende Gelände mit den mächtigsten Kalksteinfelsen zu erwerben, um es industriell auszubeuten. Mit dem Abbau der das Hönnetal umsäumenden Telsgruppen wäre die Schönheit des Cales für alle Sett vernichtet. Im Mat 1913 veranlatte bereite der damalige Regierungsprüsident von Arnsberg von Bake die Rheinisch=Destfälischen Kalkwerke, dis zur endgültigen Regelung der Angelegenheit eine kulissenartige, Die Blaktfallkrankheit der beeren. Von Gärtenbaudirektor A. Janson. (Nachdruck verboten.) Seit einer Reihe von Jahren wird eine Erscheinung krankhafter Art an Johannisbeersträuchern bemerkt, welche die Rentabilität des Johannisbeeranbaues mehr als zweifelhaft erscheinen läßt. So gegen Ende Juni beginnen die Blätter, und zwar meist die älteren, zu vergilben. Die Erscheinung beginnt vom Rande er und greift, mit zunregelmäßig, gefognten hlecken allmählich zwischen den starteren Biattrippen hindurch auch auf das Innere der Blattfläche über, bis diese, die Rippen mit ihrer engsten Umgebung manchmal ausgenommen, ausgestorben, verwelkt, gekraust sind und abfallen. Dieses Abfallen findet bereits Ende August bis Anfang September, also vorzeitig statt und erklärt den Namen Blattfalllkanlheit. Nur einige wenige Blätter am Ende der Triebe bleiben leidlich gesund und deshalb haften. Ja, sie haften oft bis tief in den Winter, und so ergibt dann eine von der Blattfallkrankheit befallene Johannisbeerpflanze von Mitte September ab etwa das Bild untenstehender Zeichnung. Natürlich bleibt diese Krankheit, welche die Belaubung zerstört, nicht ohne Nachwirkung auf das Gesamtbefinden des Strauches und dessen Ertrag. Die Blätter sind gleichzeitig Lunge, Herz, Niere, Leber und Magen der Pslanze, und eine Beeinträchtigung dieser wichtigsten Organe bedeutet auch eine solche der Gesundheit und Ertragsfähigkeit. Die Jahrestriebe werben kürzer, das Tragholz wird weniger sorgfältig ausgebildet, und wenn die Krankheit zeitig auftritt, wird auch die Ausbüldung und Reise der Frucht gehemuff. Es handelt sich hier um eine###. durch mikroskopisch klei v eov und Büngung mösigen die Kranttsce Bodens und V.., Frezuch uu der PartBäälaschnitt, besser gesagt das Versängen, auf hatb beuge man vor ungug, Zatiere wirs Bflanzen mittels Kupferkalkbrud„.0 ## Winter ein= bis zweimal in zweiprozentige. Stärke verwendet, von Aufang Mai ao din Augüst einhalbprozentig in vierwöchentlichen Etständen. Letzte Drahtmeldungen. Ospeschenstens.) Ein bedauetlicher Zwischensall im Hetel Adlon. T. U. Berlin, 8. März. Ein bedauerlicher Zwischenfall hat sich am Sonnabend spät abends im großen Speisesaal des Hotels Adlon ereignet. Aus Anlaß des Vortrages des Liedes„Deutschland, Deutschland über alles“ kam es zu einem tätlichen Rencontre zwischen dem Prinzen Joachim von Preußen und mehreren deutschen Gästen einerseits und Mitgliedern der französischen Militärmission andererseits. Infolge der Vorgänge, die noch ein diplomatisches Nachspiel haben werden, ist über den Prinzen, sowie den Rittmeister v. Platen die Schutzhaft verhängt worden. Die Auslieferung der restlichen deutschen Handelsschiffe. T. U. Basel, 8. März. Die„Daily Mail“ meldet aus Paris: Die Auslieferung des Restes der deutschen Handelsflotte hat bis Mitte April zu erfolgen. Dies wurde dem deutschen Geschäftsträger in Paris bekannt gegeben. Nach Mitteilungen der Marinekontrollkommission in Berlin hat Deutschland noch 21 Handelsschiffe über 16000 Tonnen abzuliefern. Reber 2 Jentner Celd und Silber beschlagnahmt. Berlin, 3. März. Nach dem„L.=A.“ hat die Greuzpolizei in Lauenburg im D=Zug 4 nach Posen reisenden Schiebern 2 Zentner 28 Pfund Gold und Silber abgenommen. Italien vor einer T. U. Rom, 8. März. Die„TelegraphenUnion“ meldet: Die innere Lage Italiens ist als außerst gespannt zu dezeichnen. Die Regierung trifft energische Maßnahmen gegen eine zu erwartende Revolution. Süditalienische Truppen werden als besondere Regierungsgarde gebildet und über das ganze Land verteilt. Man hofft mit ihrer Hilfe und zusammen mit den Carabinieri noch einmal eines bolschewistischen Putsches oder Generalstreikes Herr zu werden. Angehörige der Ententestaaten, die sich in Italien aushalten, sind verständigt worden, daß es für sie ratsam sei, abzureisen, da die Regierung keinerlei Haftung für ihr Leben und ihre Sicherheit übernehmen könne. Der Haß gegen Frankreich ist allgemein. Man spricht offen von einem Krieg gegen Frankreich bei günstiger Gelegenheit. Im Auglande weilende Italiener sind benachrichtigt worden, sie möchten eine etwa für die nächste Zeit beabsichtigte Heimreise beschleunigen. Wilson gegen das Verbleiden der Cürken in Ronstantinepel. Amsterdam, 8. März. Laut„Telegraaf“ melden„Times“ aus Newyork, daß dem„Newyork World" zufolge Wilson die Absicht hat, sich dem Beschluß, die Türken in Konstantinopel zu lassen, zu widersetzen. —0000— Städt. Schauspielhaus hagen. Montag, 7.30 Uhr: Das süße Mädel.— Dienstag. 6 Uhr: Hamlet.— Mittwoch, 7.30 Uhr: Die Faschingsfee.— Donnerstag, 7,30 Uhr: Kater Lampe. — Freitag, 7,30 Uhr: 360 Frauen.— Samstag, 6 Uhr: Von Carlos.— Sonntag, nachm. 3 Uhr: Schneider Wibbel; abends 7.30 Uhr: Der Wildschütz. Strich: Wetterbericht. 9. März: Wenig verändert. 10. März: Veränderlich, milde. 11. März: Wolkig, unangenehm, windig. weise Niederschlag. 12. März: Wolkig, kalt, Niederschläge. 13. März: Kaum verändert. Verantwortlich für die Schriftleitung: Fried. Kraas Druck und Verlag: Carl Braus, beide in Schwerte. * s K W Kerann WESA EBWIN· BIEFER VSSTENNEELWEO · GA Ilorlierner schmaich zbld&am hilerramen Ci Dortmund. gr Horron a. Riladen-Rtelaung kaufen Sie sehr vertellhaft in dem Spezialhaus 4 K 3-1 L- Comp. für Herren- und Knaben-Kleidung der Firmm A.Hiene Cemnp! Ostenhellweg 23(gegenüber I. Fischer in Dortmund) Verwandten, Freunden und Bekannten machen wir die schmerzliche Mittellung, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen haf, heute früh 6 Uhr, meinen innigetgeliebten Gatten, meinen treuen, guten Vater 1494 Werkmeister August Knauf unerwartet rasch, in seinem 63. Lebengjahre, in ein besseres Jerseits abzurüten. Frau Aug. Knauf, Lins ged. Voselch W. Knauf. Ausch(Schweiz), Konstanz(Bodensee), 6. März 1920. S Der Verstorbene wird nach seiner Heimat. Schwerte(Westf.), überführt. Die Beisetzung in Schwerte flodet am Mittwoch, den 10. März. nachmittags 4 Uhr ab Bahnbot statt. Wasche zum Waschen und Glanzdügeln, sowie Gardinen zum Spannen werden argenommen dei 1489 Moiihestr. 21 Achtung: Echter Achtung! Sin Montag, den 8. März von morgens 9 bis nachm. 6 Uhr im Hotel„Zur Post“, Bahnhofstr. und zahle für Nasch velle Eiegen Tone p.Rolle M 1.85 mit Zette! Bei Abnahme von 500 Stück M. 1.30. Versende nicht unter 100 Stück 1464 W. Hapke Nordhausen Predigerstr. 9 1I. ferner für zerrissene Velrstrampfe pro Kilo 18 Mark. Kampfgenossen-Verein. Nachruf! Am 5. März starb unser lieber Kamerad 1483 Hrch. Fischer im Alter von 71 Jahren. Derselbe machte den Peldzug gegen Prankreich 70—71 mit, war beteilirt I bei der Belagerung v Mecieres, Paris, Gefecht bei Kriegerverein Gefecht dei] Zur Teilnahme an der Chery, Plram u. Pontalier. Beei digung des Kameraden Wir werden demselben ein dauerndes Andenken bewahren. Der Vorstand e te hin derin un rah nahme beim Heimgange meiner lieben, unvergesslichen Frau spreche ich zugleich im Namen der Angehörigen meinen herzlichsten Dank aus. Besonderen Dank auch Herrn Pastor Terberger für die trostreichen Werte am Grabe.## 1496 Schwerte, den 6. März 1920. Albert Hoffmann. Heinr. Fischer Kriegsteilnehmer 1870/71 treten die Mitglieder am Dienstag, den 9. März, nachm 2½ Uhr im Vereinslokale Kordrck an. Jahlreiche Beteiligung er dittet 1486 Der Vorstand. Saubere Einioe 1478 PflaumenStämme zu verkaufen. Hagenerstr 100. h 2 Beitstellen m. Matratzen zu verkaufen. 1472 Kuchheuser. Ostdergerstraße 13. Wer überlätt jungen Brautpaar 2 Zimmer= Hohnung? eenn auch in desserem Hause. Angebote unter C. 1476 in die Geschlt. d. Itg. 1342 Grosser Eichen-Verkauf. Am Donnerstag, den 11. März d. Jo., vormittags 10 Uhr werde ich zu Gut dalstenberg. 25 Minuten vom Bahnhof Ergste ea. 65 fm. gefällte, sehr schöne Eichen Bohlen, Bretter, Gesehirr- und Schachtholz geeignet, öffentlich meistbietend, nummerweise gegen Barzahlung verkaufen. Zusammenkunft Gut Halstenberg. Kalthof. Carl Brinkmann 99 5 vernichtet verblüffend Invalide oder F##a# I. 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Argedote sind verschlossen, postfrei und mit der Ausschrift:„Angebot für den Bau des Verwaltungs=, Badeanstalts= und Speiseanstalls=Gebäudes“ dis zum Elöffnungstermia, Mittwoch, den 17. März, vormittags 11 Uhr, an die unterzeichnete Eisenbahndauabteilung einzurechen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Verdingsunterlagen und Zeichnungen liegen m Dienstgedaude der Bauableilung Sowerte, Osterbeide Nr. 2, zur Einsicht aus. Verdingshefte sind, sowelt der Vorrat reicht, zum Preise von 6 2. von dier zu beziehen. Schwerke, den S. März 1920. 1493 Eisenbahnbausbteilung 1. Faute Stolle. — angekommen— la. reinwollene gestreifte Hosenstoffe la. Marengo, 183— Mark per Meter und billiger. 1483 Meier, Hörderstrasse 54. (Eingeng burs den Bo). 5073 Rasche Hilfe— Doppelte Hilfe. Barnröhrenleiden, frischer und veralt. Ausfluß Heilung in kürzester Frist. Spphilis, ohne Bernistörung oone Einspritzung und andere Giste. Mannesschwäche, sofortige Hilfe. Ueber jedes der 8 Leiden ist eine ausführl. 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