Lichtspiele ur Reichskrene Nur noch heule Das grosse Programm! Der Tänzer I. Tell 4 Alte. Frei nach Motiven aus dem Roman von Felix Holländer, in 2 Teilen (9 Akten). Der zweite Teil gelangt in ca. 14 Tagen zur Vorführung. Der schwarze Meister Kriminalroman in 5 Akten. Aussergewöhnlich spannende Handlung. LustspielEinlage. Blbelkreis von einem halbjährigen Sommerkursus an der J. Krimmelbein larkt 2 Tel. 431 Ssterhotb Piano=Handlung Iserlohn. # Sa vernichtet verblüfferd 5=fach stark, geruchlos mit Konwasch=Tablette Inn Kopstonft Packung f. eine Krr a: chend M 3.75 Vor. ug99 4 M. 6 n. in rotgelb. Kart. in Apotheken und Droßerlen. mig merr Gummi-Mäntel krantiert wasserdicht. C. Rüller sen, Münster I. W. 687 Besserer älterer Herr. er fremd, sucht Unterommen, möglichst bei ner Witwe. LebensIttel werden gestellt. ürde evt., wenn der ihang nicht zu groß , den Haushalt auf Rechnung über: hmen. 1394 Zu erfragen in der Gesch. 31g. N8 W rsseenngeam e Tetung" erscheirt, töglich an im Feerlago, Beusgprts unnaue 3.0 bei der Pos 3.10) Md., ohne Bestellzeid. Anseigerprets: Die 8 gesptsten: Aonparetlez###e oder deren Raum 50 Pfg. — Joder Babalt güt als Kassen-Ridatt wro rz44, uu Amftursen, Angpig## gleichen; dgerichttichen Flogen und otten der gemachten Jahlungsbedingungen ###s 90cc cc. 5cc b0e MM Verdunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Dolkszeitung Schwerter Dolksblatt h unseuune Welthofener Zeitung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung . „ei-oden socuf. 2. Sm3 Amtliches Kreisblatt für den Kreis Hörde. Erstes und älteltes Cagesorgan des Kreises.— Generalanzeiger für den Kreis Hörde Haupt-Annoncenblatt. sudn für bon ult Aode 1— 300 Mark Unfal. Deuh u Feruge. Gust Sram. Ecmerbr(Ahr ##. Seiensns 2deßte: Schauer(2utc. Potichethuun Sprr ente Nr. F 55. Freitag, den 5. März 1920. 55. Jahrgang. Das Loch im Westen lung riesengroßer, unübersehbarer Ulengen deut8 r Sme don er Lehranstalten zu Schwerte. m Sonntag, 6. März, bends 7½ Uhr im evgl. Gemeindehause. öhere Schüler nebst Eltern, wie Freunde der Sache nd herzlichst eingeladen. — Einnritt frei.— Landwittschaftlichen VInterschule Dortmund Sonnenstraße 100. eginn: 20 April 1920. Wegen großen Andrangs önnen nur die zuerst ingehenden Anmeldungen erücksichtigt werden. Näheres durch 362 Die Direktion. teuerberatungsstelle Erklarungen, Reslamsdonen, Eingaben, Gesuche##c. 163 Harmonium=Stimmer und=Reparateur üher langjähriger Konzerteister, hält sich bestens empfohlen. 162 teldungenHotel Steenberg beten. Fernruf 40 und auch jetzt im Osten noch ein gefährlicheres. Unsere Daluta ist auf einem erschrecklichen Liefstande angelangt. 4 Ofg. gilt die Mark im Aussande noch, und die Folge davon ist gegenüber unerem Gelde ein um das 2sfache höherer Preis. alles, was wir aus dem Auslande beziehen, müsen wir um das 2sfache teurer bezahlen, als es vor dem Kriege der Fall war. Auf deutsch heißt das: daß wir nichts kaufen können. Und doch kaufen wir. Wir kaufen seit langer Seit unendlich vieles aus dem Auslande, was wir nicht unbedingt nötig haben, und senden dafür soviel Geld ins Ausland, daß wir dieses Geld durch die Ausfuhr unserer Inlandprodukte(Kohlen, woein wir ja eigentlich großen Ueberfluß haben soll##ten, Kalt, worin wir fast das Weltmonopol haben; chemische Produkte, worin wir in der Welt auch heute noch obenan sind; elektrotechnische Uaterialien und Einrichtungen, in denen wir vor dem Kriege in der Welt das Uebergewicht hatten usw. usw.) wieder hereinholen könnten. Wir beziehen noch immer große Massen„echten Kaffee“, noch immer viel Seide usw. usw. Ueuerdings hat sich die Regierung unter dem Eindruck des unhemmbaren Sinkens der Daluta auf Betreiben der aus Gelehrten und Fachleuten zusammengesetzten Dalutakommission zu entschlossener Rbwehrmaßnahme aufgeschwungen. Auch das moralische Pflichtgefühl des Volkes wird allmählich wieder geschärft; man hat erkannt, daß man durch jene Ulenge Getreide und glehl, die man durch das für Cabak und Kaffee und Seide usw. ins Ausland gesandte G eld zu uns hereinholen könnte, zahllose heute verhungernde Kinder retten könnte. So ist man wenigstens theoretisch dem Jiele um einiges näher gekommen. Uur die Praxis versagt völlig. Wir sind nicht in der Lage, den Grenzschmuggel gesetzlich zu besettigen. Die Schieber sind so gerissen, daß unsere heutige Organisation der Erenzüberwachung nicht mehr„dicht" hält. Ihre Ulittel und ihre Gewinne sind so riesengroß, daß sie bei den Bestechungen mit Summen operteren können, die das vielfache der Jahresgehälter der Ueberwachungsbeamten ausmachen. Die Folge dieses Justandes läßt sich in Verbindung mit der allgemein gesunkenen Moral und der vielfachen klot im Lande leicht erklären. Dazu nun aber noch der Widerstand der Entente. Im Westen hat die Entente die Durchführung des Sollsystems unmöglich gemacht. Für 3½ Milliarden englischer Sigaretten sollen nach Deutschland hineingeschmuggelt worden sein! Das ist mehr, als wir überhaupt an deutschen Drodukten ausführten; es mußte also alles mit deutschem Dapiergeld bezahlt werden, so daß dieses im Auslande immer schneller und schneller entwertete. Die Entente hat bisher ihren Widerstand gegen eine sorgsame Abae 4 uicht uspoeben Die Raterung hrt bieie. Cage wiederum einen flehenden klotschrei zur Entente hnausgeschickt, aber es ist kaum anzunehmen, daß sie damit große Erfolge haben wird. Es wird im Gegenteil ständig schlechter. Jetzt schen Geldes, Dapiergeld draußen, das wir nachher werden einlösen müssen. Und ehe nicht dieses Loch im Westen und dieses neue Loch im Osten verstopft sein wird, kann es bei uns nicht besser werden. —0000— Die neuen Männer. Die Berliner„Germania" beschäftigt sich in längeren Ausführungen mit der Umgestaltung des Reichskabinetts. Da bereits seit längerer Seit das Reichsschatzamt verwaist ist und mit dem Rücktritt des Reichsfinanzministers gerechnet wird, ist die Frage in den Vordergrund gerückt, ob es nicht an der Zeit sei, die Besetzung der eigentlichen Fachministerien nicht mehr durch Dolitiker, sondern durch Fachmänner vorzunehmen. Das Jentrum ist grundsätzlich bereit, der Besetzung bestimmter Ministerien durch Fachmänner näher zu treten. Dann müßten auch die beiden anderen Ulehrheitsparteien gleichmäßig die von ihnen betrauten Ministerien mit Fachmännern besetzen. Die Frage der Nachfolgeschaft der einzelnen möglicherweise zurücktretenden Minister sei in Erwägung zu ziehen. Wenn als Nachfolger des Uinisters Dr. Bell der preußtsche Eisenbahnminister Oeser genannt worden ist, so ist seine Ernennung noch heineswegs sicher, da man sich in parlamentarischen Kreisen nicht darüber im Zweifel ist, daß die Ernennung namentlich in Bayern mit großem Ullßtrauen ausgenommen wird. Was das Reichsschatzministerium anbelangt, das seit dem Rücktritt des Uinisters Dr. Uayer noch nicht besetzt worden ist, so sind noch keinerlei endgültige Abmachungen getroffen wroden. Die„Morgenpost“ meldet: Die Berufung des badischen Finanzministers Dr. Wirth auf den Posten des Reichsfinanzministers als Nachfolger Erzbergers ist in polttischen Kreisen in Berlin seit mehreren Cagen besprochen worden und wird nun auch in der Karlsruher Presse als feststehend betrachtet. Die Nachricht wurde in den Wandelgängen des badischen Landtages lebhaft besprochen, da mit dem Ausscheiden Dr. Wirche aus der badischen Regierung eine Ueubildung des badischen Kabinetts vorgenommen werden muß. Damit würde bewiesen, daß die Regierung an Erzbergers Politik festhalte und nur aus persönlichen Gründen sich von Erzberger trennen müsse. —00000— Schwere Angriffe gegen die Regierung. ist auch noch das Loch im Osten dazu gekommen. Die Besetzung von Oberschlesien hat dort unsere Grenzüberwachungsorganisation ausgeschaltet, die Entente=Besetzung schaltete dort überhaupt den deutschen Einfluß aus, und die Folge davon ist Freiheit für die Schieber. Und was wir bei Oberschlesten für Schteberei zu erwarten haben werden, das wissen wir ja ohnehin zur Genüge. In dieser Hinsicht hatten wir ja schon im Kriege allerlei Erfahrung gesammelt. Das Dalutaelend hat bisher mehr geschadet als der ganze Kriegsverlust. Das infolge dieses Ciefstandes unseres Geldwertes ins Ausland gegangen ist, odas ist mehr als das, was wir der Entente überhaupt an Kriegsentschädigung zu zahlen haben werden. Das Ausland, das neutrale nicht minder als das andere, haben uns Milliarden über Milliarden weggenommen, einesteils durch Ankauf aller nur irgendwie erreichbaren und greifbaren Waren und Werte, sogar Grund#swerte im Lande, anderenteils durch AnsammDen schweren Dorwurf des Bruches der Reichsverfassung erhob die Unabhängige Soozialdemokratie in der gestrigen Sitzung der Nationalversammlung gegen die Reichsregierung Am 13. Januar 1920 hatte eine Verordnung des Reichspräsidenten zur Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in den Regierungsbezirken Düsseldorf, Arnsberg, Münster und Minden die Grundlagen unserer Rechtsordnung aufgehoben und besondere Standgerichte eingesetzt. Die auf dem Verordnungswege erfolgte Aufhebung grundlegender Bestimmungen unseres Strafgesetzbuches ist im Widersrpuch zur Verfassung nicht sofort, sondern erst am 25. Februar der Uationalversammlung mitgeteilt worden, und zwar nicht, wie die Verfassung weiter bestimmt, durch den Reichspräsidenten, sondern durch den Reichswehrminister llogke. Die Standgerichte können gewisse Verbrechen nicht mit den gesetzlichen Strafen, sondern mit Codesstrafe belegen. Darunter fallen zum Beispiel Brandstiftung, Beteiligung am Aufruhr usw. Die Unabhängigen haben am Montag in der Ulationalversammlung beantragt, daß das Parlament von der Reichsregierung die Rußerkraftsetzung dieser Verordnung verlangen soll. Die Uationalversammlung hat sich gezwungen gesehen, diesen Antrag als ersten Dunkt auf die Cagesordnung der Mittwochsitzung zu stellen, so daß der Antrag vorgestern zur Besprechung kam. Nach dem Frieden. Asquith für die Revision des Versailler Vertrages. Asquith äußerte sich über die Revision des Versailler Friedensvertrages u. a. wie folgt: Die territorialen Bestimmungen des Vertrages haben zu Konflikten geführt. Die Ostgrenzen der mitteleuropäischen Staaten haben nur provisorischen Charakter. Die aus der Doppelmonarchie hervorgegangenen europäischen Staaten müssen als eine wirtschaftliche Einheit betrachtet werden. Das Bestehen von Jollgrenzen ist verhängnisvoll. Deutschland muß den angerichteten Schaden wieder gutmachen, und zwar in weitgehendem Maße, aber auf Grund seiner finanziellen Leistungsfähigkett. Es hat die gesamte Handelsmarine verloren und ein Drittel seiner Kohlenvorräte. Es muß jedes Jahr an Frankreich, Belgien und Italien 25 Uillionen Co. Kohlen liefern. Nach dem Rückfall von Elsaß=Loth= ringen an Frankreich hat es 75 Drozent seiner Erzproduktion engebüßt. Es besitzt weder Kolonien noch sonstiges Eigentum im Auslande. Deshalb wäre es unbillig, wenn man mehr von ihm verlangen würde, als zwei Ulilliarden Ofund Sterling, welche Summe für die Wiederherstellungsarbeiten in Frankreich, Belgien und Serbien verwendet würde. Die Entschädigungssumme muß unverzüglich bekannt gegeben werden und die Wiedergutmachungskommission muß dem Dölkerbund einverleibt werden und auch da müssen die Ueutralen und die ehemaligen Feinde der Alltierten Sitz und Stimme haben. Was England betrifft, so muß es auf die Rückerstattung der an seine Verbündeten geliehenen Summen verzichten. Eine Ratifizierung des Friedensvertrages durch Amerika ausgeschlossen? Der amerikanische Senat hat vorgestern Lodges, Dorbehalt zum Friedensvertrag, der in Amerika als Monroe-Vorbehalt bezeichnet wird und den Vereinigten Staaten das alleinige Bestimmungsrecht über die inneramerikanischen angelegenheiten vorbehält, mit 58 gegen 25 Stimmen angenommen. Während bei der früheren Annahme dieses Dorbehalts 11 Demokraten dafür gestimmt hatten, schlossen sich den Republikanern diesmal 14 Demokraten an. Der Kommentar über die Annahme des Dorbehalts lautet allgemein dahin, daß eine Ratifikation des Friedensvertrages nunmehr endgültig ausgeschlossen ist, da der Präsident erklärt hat, daß er sie in dieser Form niemals billigen würde. Die Jerschlagung der Cürkei. Reuter erfährt, daß die Cürkei in Zukunft keine Kriegsflotte halten darf. Den jetzigen Absichten des Obersten Rates zufolge wird die Verkleinerung des türkischen Gebietes die Bevölkerungszahl der Cürkei von 30 auf 6 Millionen vermindern. Die der Cürkei genommenen Gebiete werden vielleicht zur Uebernahme eines Ceiles der türkischen Schuld eigene Urteile gegen Deutschland verwerten lassen. Wir befürchten solche Urteile allerdings nicht, da mir von der Unabhängigkeit deutscher Richter eine zu hohe Uleinung haben. Die zwangsläufige Folge wird aber sein, daß in den Ententeländern die deutschen Gerichtshöfe mit Schmutz beworfen werden, und die ganze Frage in voller Schärfe wieder auflebt. Daran wird auch das Entgegenkommen unserer Regierung, die Ausnahmegesetze gegen Deutsche plant, nicht das geringste ändern. Im Gegenteil: man wird in dem Maße fortschreiten, uns weiter zu demütigen und handlangerdienste für Deutschlands eigene Schande zu verlangen, als man uns wegen unserer Unterwürfigkeit verachtet. Jur Auslieferung der Beschuldigten. Uello Coscanelli äußert sich im„Giornale d'3talia" über die angebliche Schuld des Kaisers. Für ihn sei es ganz gleich, ob der frühere Katser in Amerongen oder auf einer Ozeaninsel sein Dasein verbringe. Der Friedenskongreß von Versailler könne sich aber unmöglich als Richter aufwerfen, da seine Ulitwirkenden nicht von unbedingtem Gerechtigkeitsgefühl und von moralischen Lugenden geleitet würden.„Utemand wird sich jemals davon überzeugen lassen, daß Wilhelm 2. der einzige Urheber des Krieges und der mit ihm zusammenhängenden Uletzeleien gewesen sein soll.“ Das Urteil müsse man der Geschichte überlassen. Die„Humanttee“ gibt einen Auszug aus den Klagen des Generals de Det über die englischen „Scheußlichkeiten während des Burenkrieges" wieder und fragt, warum die„Schuldigen“ denn damals nicht vor Gericht gezogen worden seien?— „Nur weil sie gesiegt haben? Was soll denn aus der Gerechtigkeit werden, wenn Schuldige ihresgleichen vor Gericht ziehen?" In einer anderen Uummer erzählt die„Humanitee“, daß der„Dräsident des Krieges", wie Jaures einst in klarer Doraussicht U. Poincaree bezeichnet hatte, wiederholt von den Feldsoldaten mit Steinen beworfen worden sei, weil er dazu beigetragen hat, den Krieg vorzubereiten, dadurch, daß er sich in den Dienst der„Canaille Iswolskt“ gestellt.— Poincarees Politik des herausfordernden Nationalismus und seine unaufhörliche Aufpettschung der französischen Revanchelust hätte eine verbürgte Schuld am Ausbruch des Krieges gebildet. — Die Geschichte habe ihr letztes Wort noch nicht gesprochen. 50006— herangezogen werden. —000— Die Auslieferungsfrage. Keine Entsendung englischer Juristen? Laut Amsterdamer„Celegraaf“ hat Lloyd George gestern im Unterhause über das Verfahren gegen die sogenannten„Kriegsmissetäter“ erklärt, die englische Regierung werde keinen englischen Juristen nach Deutschland senden, sondern das Verfahren genau verfolgen und obwohl Deutschland die Möglichkeit gegeben werde, Recht zu schaffen, verzichte die englische Regierung keineswegs auf ihr gleichartiges Recht. Es erweist sich immer mehr, daß der„Erfolg“ in der Auslieferungsfrage sehr problematischer klatur ist. Die Entente behält sich alles vor. Sie kann jederzeit auf Grund ihr ungenügend erscheinender deutscher Urteile die Auslieferungsforderung in vollem Umfange wieder stellen, wenn ihr die allgemeinen Verhältnisse hierfür günstiger erscheinen als jetzt. Inzwischen sucht sie die deutsche Regierung ihren politischen Swecken dienstbar zu machen. Ein auf Ententedruck hin erfolgtes deutsches Cendenzurteil gegen Deutsche würde sich natürlich auf Propagandazweche noch viel besser ale Der Strafantrag im Hellferich-Prozeß. T. U. Berlin, 4. März. Im HellferichProzeß beantragte Oberstaatsanwalt Krause auf Grund der§§ 185 und 186 des Strafgesetzbuches gegen den Angeklagten Dr. Hellferich 300 Mk. Geldstrafe, Zuerkennung der Publikalionsbefugnis und Unbrauchbarmachung der Druckplatten, wobei es dem Gericht anheim gestellt wird, nur einen Teil derselben unbrauchbar zu machen. —00— Eine Rundgebung des Obersten Rates. „Echo de Paris“ meldet aus London: Die Wirtschaftsabteilung des Obersten Rates hat gestern ein Manifest aufgestellt, das wahrscheinlich heute publiziert wird. Es wird darin folgendes gesagt: Es ist notwendig, Gesetze zu machen, die das Los der Arbeiter verbessern. Die Regierungen müssen einander dazu so viel wie möglich unterstützen. In jedem Land sind die Fragen der Droduktion nicht nur von nationalem, sondern von internationalem Interesse. Dies gilt für die Verteilung von Rohstoffen ebenso wie für den Cransport. Es ist notwendig, so viel als möglich zu sparen. Die kleinen Staaten in Mttteleuropa werden gewarnt, thre Sonderinteressen mit den Waffen zu unterstützen. ba in diesem Falle gewisse Strafbestimmnugen ein werden müßten. Europa bilbet eine wirtschaftliche Einheit und die wirtschaftliche Produktion wird überall normal sein oder sie ist es nirgends. Deutschland und Rußland müssen also in die Lage versetzt werden, an dem Wirtschaftsleben von ganz Europa teilzunehmen. Bei diesem Punkt machten die Franzosen Vorbehalte; die französischen Delegierten wollen erst die Entscheidung von Millerand abwarten. Man betrachtet hier Rußland als nicht in der Lage, Waren auszuführen und man meint, daß Lloyd George in seinem Verlangen, Beziehungen mit Rußland anzuknüpfen, zu weit geht. —00000 Hilfe für Deutschland. Wien, 4. März. Das Manifest des Obersten Rates enthält nach hier vorliegenden Meldungen u. a. folgende Punkte: 1. Die Alliierten erklären sich bereit, eine größere Menge von Rohstoffen an Deutschland zu liefern. 2. Die Alliierten wollen sich an dem Aufbau der deutschen Wirtschaft beteiligen. 3. Die Frage des Wiederaufbaues der zerstörten Gebiete von Frankreich, und Belgien ist keine nationale, sondern eine internationale Frage. Das wirtschaftliche Gleichgewicht Deutschlands und Rußlands soll wieder hergestellt werden. 5. Die Valutafrage soll international geregelt werden. —0— Ein Antrag auf Auflösung der Nationalversammlung. Berlin, 4. März. Die Fraktionen der Deutschen Volkspartei und der Deutschnationalen Volkspartei haben, wie die Köln. Ztg. meldet, folgenden Antrag in der Nationalversammlung eingebracht: Die Nationalversammlung wolle beschließen: I. Die Reichsregierung zu ersuchen: I. alsbald mitzuteilen, welche Gesetzentwürfe sie der Nationalversammlung noch vor ihrer Auflösung vorzulegen gedenkt, 2. die Entwürfe zum Reichstagswahlgesetz, zum Gesetz über die Wahl des Reichspräsidenten und zum Gesetz über Volksentscheid und Volksbegehren mit größter Beschleunigung vorzulegen. II. Sich vom 1. Mai 1920 an für aufgelöst zu erkläten. —00000— Das Ringen um die Abstimmungsgebiete. Cewissenlose Propaganda der Dänen. Die Gewissenlosigkeit der dänischen Propaganda, insbesondere des„Mittelschleswigschen Ausschusses", vor dem bereits gewarnt worden ist, geht so weit, daß— um nur ein Beispiel zu nennen— aus dem Susammenhang gerissene Ceile von Reden des in Flensburg als Vertreter des Deutschtums besonders angesehenen Justizrats Dr. Löhmann zur Stimmungsmache für Dänemark mißbraucht werden, so daß die Deutsch=Schleswiger an ihre Sache irre werden sollen. Uns liegt eine ausführliche Erklärung Löhmanns vor, in der er sich auf das entschiedenste gegen den Ulißbrauch seines Uamens verwahrt. Wir möchten nicht unterlassen, in diesem Susammenhange alle Schleswiger zu warnen, Juschriften des„Mittelschleswigschen Ausschusses" oder ähnlicher Unternehmungen ohne Nachprüfung zu glauben. Die Wahrung des deutschen Standpunktes erfolgt lediglich durch den„Deutschen Ausschuß für das Lerzogtum Schleswig.“ Die Kbstimmung in Masuren und ihre Aussichten. Der Oberpräsident von Ostpreußen, Winnig, teilte einem Vertreter des„Dorwärts“ mit: Nach Aussagen von Mitgliedern der Ententekommission würde die Abstimmung in Majuren spätestens Juli oder August sttttfinden. Die Wahlaussichten könnte er auf Grund seiner persönlichen Verhältnisse als äußerst gut bezeichnen. Die englische Besatzung verhalte sich durchaus korrekt. Salzburg und Cirol wollen nach Deutschland. In der Schlußsitzung des christlich-sozialen Parteitages wurde die Aussprache über die politische Lage beendet. Landeshauptmann Stellvertrer Dr. Rehrl-Salzburg erklärte, Salzburg erstrebe den Anschluß an Deutschland. Wir wollen als selbständiger Gliedstaat in das große Deutsche Reich eintreten. Landesrat Steidle=Innsbruck versicherte, Cirol wünsche den Anschluß an das gesamte Deutschland, nicht etwa an Bayern, da es seine Selbständigkeit behalten wolle, was bei Bayern nicht der Fall wäre. Unterstaatssekretär Miklas erklärte bezüglich der Koalition, die christlich=soziale Partei müßte im Intcresse des deutschen Dolkes die Mitverantwortung übernehmen. Die Wiener Bevölkerung sei einelnhalb Jahre lang den schwersten politischen Gefahren ausgesetzt worden, habe aber bolschewistische Gelüste verabscheut. —00— Der Kampfum die Schule Die allerneuesten Ergebnisse der Elternbeirat, wahlen sind in mehrfacher Beziehung bemerkenswert. Durch das angeordnete Wahlverfahren(Derhältniswahl, Listenwahl) kann die Angelegenheit leicht zu einer Sache der politischen Parteien werden. Der eigentliche Sweck der Elternräte, nämlich„der Vertiefung der Beziehungen zwischen Schule und haus zu dienen und den Eltern und der Schule die Arbeit miteinander zu gewährleisten", würde dadurch völlig in Frage gestellt sein. Hiergegen hat sich das gesunde Dolksempfinden bereits jetzt in deutlicher Weise ausgesprochen. Die„unpolitische christliche Liste" hat, wie bei den ersten Wahlgängen in Berlin-Neukölln, so auch bei den jetzt in den Berliner Dororten getätigten Wahlen sogar an Brennpunkten des Wahlkampfes die Gegner aus dem Felde geschlagen. So erhielt sie in Schöneberg 116 Sitze, während auf die Unabhängigen 44 und auf die Rechtssozialisten nur 34 Sitze entfielen. Ebenso bemerkenswert ist, daß die Eltern, selbst auf dem heißumstrittenen Boden Berlins, dadurch gleichzeitig für ein Festhalten an der christlichen Schule eingetreten sind, da die unpolitische Liste die Freunde der christlichen Erziehung, die anderen Listen dagegen die Anhänger der„weltlichen“ Schule auf sich vereinigte. —000— Blutige Unruhen Baiern. In den unterbayerischen Städten Straubing und Passau kam es zu schweren Unruhen. In Straubing stürmte die verhetzte Menge das Landgerichtsgefängnis. Nach dem Beamten der Landeswucherstelle, welcher die Verhaftungen vorgenommen hatte, wurde vergeblich versucht. Bürgerund Reichswehr wurden aufgeboten, und es kam zu Kämpfen. Auf der Seite der Demonstranten gab es zwei Cote und Verwundete. Unter den Coten befindet sich der Redakteur der neugegründeten sczialdemokratischen Cagespost in Dassau. Die Grbschaft des Gerzeus Roman von Wilhelm von Crolha. 17)(Nachdruch verboten. „Frieda,“ bat Else dicht an sie heranlaufend, „tne mir nur den einzigsten Gefallen und versuche Teinen Bruder fern zu halten. Er würde nur mit seinen Sticheleien und Bemerkungen mich in die tötlichste Angst versetzen.“ Noch näher an die Freundin heranfahrend, sagte sie ihr leise ins Ohr: 6 Kurt ist etwas heftig unv es könnie nur zu unnätigen Auseinandersetzungen kommen, die ich vermeiden möchte.“ „Lh, Heimlichleiten, Else, darf ich sie auch hören!“ „##päter ja, Kurt, heute nicht!“ „Aber Eise!“ ruder,"“ fuhr Frieda fort,„hat sich mit einigen alten Korpsbrüdern zur Silvesterfeier verabzedet, er wird also nicht kommen. „Mun aber noch einmal meine aller, allerherzlichsten Glückwünsche, meine kleine Else und auch für Sie Herr von Stohren.“ or#chtig, da kommt ein Herr gerade auf uns zugesteuert. Kennen Sie ihn?“ „Ach, das ist ja Herr von Estroff, ein alter Bekannter, der heute schon zwei Körbe von mir annehmen mußte.“ Die Vorstellung der beiden Herren war schnell geschehen und unter frohem Scherzen flogen die Vier bald i weiten Vogen über den See. Plötzlich stürzte ihnen Kurts großer Hund entgegen und zeigte Eise und Kurt hierdurch die Rückkehr des alten Gcafen an. Er stand mit Hans zusammen am User. Auf diese Stelle sonsten die 2527 zu. „ Nach kurzer Begrußung mahnte Papa Leeren enm Ausbrus. Er ries den Davoncilenden noch u9 5:" Frieda ließ ihre Freundin garnicht zu Worte Ummen, sondern gar statt deren schnell zurück: Alies besletzt, wir kommen und gratulieren!: zurrutrot geosbend, vies Eise ganz entrüisset und „Wo.?? gab der Graf zurück,„wozu denn?“ „#an...u Mitternacht zu.. Neuo lant auflachend vor Uebermut sanste se mit ihrem Partner davon. ist ine kleine Hexe, immer hat sie etwas cionderes im Könschen. Ich dachte schon, Else no Kurt hätten geplandert; kam es Dir nicht ##ch im ersten Moment so vor, Hans?“ ie he##e dasselbe Gefühl wie Du, #pa Der(raf mit seinen beiden Kindern und Kurt brachen bald auf. „Ich bin doch noch indiskret gewesen,“ wandtKurt sich an den hinter ihm schreitenden alten Herrn! „So, na erchtle einmal!“ „Hier das###rlegnuum,“ und damit reichte er #m Vater Elses dis Papier. „Hm,“ gas enr zurück, griff in seine Brust. lasche und reichte Kur: eben solch ein Stück Papier hin. „Wann ist das angekommen?“ forschte Kurt, es eutsaltend. Der Diener überbrachte es mir vor einer halben Stunde.“ Kurt las den folgenden Inhalt: „Tausend mnigen Dank für die gänzlich unirwartete Ucterraschung. Es scheint mir, wie eine Fügung Bettes, Laß sich unsere Kinder finden sollien zum Punde fürs Leben. Für die ehrenden, treundschaftlichen Worte über meinen gefallenen Mann sogt Ihnen heißen Dank Ihre alte Freundin 2Vergatere Stohren.“ Stumm dem braven alten Herrn die Hand trückend. gat Kurt das Telegramm zurück. Der Abend war herangekommen und allmäh. #ich traten die meninen seichenem Gäfte## Die Cyeatervorstellung für die freien Gewerkschaften, worin ein Dramna von Kurt Eisner aufgeführt wurde, wurde durch Reichswehr und Studenten gesprengt. Es kam zu Schlägereten vor dem Gebäude, wobei einige Personen verletzt wurden. Die Kasernen wurden alarmiert und der Platz gesäubert. —00000— Japanische Kriegsgreuel Ueber Kriegsgreuel, welche die Japaner in OstRußland begangen haben, schreibt Ernest Lafont: Die Stadt Jwanowska im Kmourgebiet, in der etwa 10000 Menschen wohnten, wurde von japanischen Cruppen umzingelt und dank der Caklik, welche die Verbündeten ebenfalls im Kriege anwandten, wurde die Stadt vollständig vernichtet. Die Japaner zündeten rings um die Stadt Feuer an und brannten alles bis auf das letzte haus nieder. Die Greise, Frauen und Kinder, die größtenteils in der Stadt zurückgeblieben waren, und sich dem Feuermeer durch die Flucht zu entziehen suchten, wurden von den japanischen Wachen erschossen. Jetzt besteht die Stadt nicht mehr, doch kein Mensch bei der Entente scheint darüber empört zu sein. —00— Die Bolschewisten vor den Toren. Die deutsche Oeffentlichkeit hat dieser Cage sichers lich nicht ohne einiges Erstaunen verschiedene Uleldungen Berliner Sensationsblätter lesen können, aus denen, wenn sie wahr gewesen wären, der Eindruck gewonnen werden mußte, als ob der Bolschewismus Arm in Arm mit dem deutschen Spartakismus mit rauher hand an die Core des Staates pochte, um mit hellen Kämpferscharen einzudringen. In Berlin sollten Unter den Linden geheime Konferenzen stattfinden, die unter Führung des ungarischen Bolschewistenführers Garbay und des zurzeit in Berlin weilenden Vertreters Sowjetrußlands Kopp eine neue holschewistische Umsturzbewegung vorbereiten sollten. Es sollte ein ständiger Flugzeugdienst zwischen Rußland und Deutschland hin und hergehen, in der Reichswehr würde eine intensive Dropaganda betrieben um die große Bolschewistenoffensive im Frühjahr auf diese Weise militärisch einzuleiten. Iu alledem kamen dann noch Nachrichten von der Srengung einer Kommunistenkonferenz in Burlach, kurz und gut, es war einfach unverständlich, daß sich die Reichsregierung all diesen hochbedeuslamen Vorgängen gegenüber vollkommen sorglos zeigte und anscheinend nicht das Geringste tat. Inzwischen hat sich gezeigt, daß es sich bei dieser neuen„Bolschewistensensation" zu einem Teil um Zusbrüche seiner seiner lebhaften Phantasie, zum andern Ceil um maßlose Uebertreibungen handelte, aber da gedruckte Dinge bekanntermaßen oft ein zähes Fortleben zeigen, mag ausdrücklich festgestellt werden, daß die Reichsregierung durchaus im Bilde ist, soweit den erwähnten Meldungen irgend ein Uern innewohnt, und daß im übrigen die schönen Phanrasiegespinnste bei näherer Prüfung den der gierung gemachten Vorwuf kaum rechtferzigen Nämlich ganz wie die Unabhängigen haben guch unsere Kommunisten allmählich geleint, den Tatsachen Rechnung zu tragen. Auf ihrem kürzlich abgehaltenen Parteitag haben sie Beschlüsse gesaßt, die im letzten Grunde auf alles andere eher als auf neue Umsturzpläne hindeuten. Kennzeichnend war z. B., daß man die anscheinend purpagierte Vuemanderung nach Räte=Rußland zemacht und willte nicht##### noch einmal nach He#use gehen, deshalt war## schon gegen sieben Uhrmen Kur:d Else hatten über ihre Zukunft elgnprrne in dem kleinen Voudoir gesessen und un A vell unenpartelen Eintritt der Freundin in das Zimmer schnell auseinander. Sie hatten im Eifer der Unterhaltung, die natürlich von gar manchem süßen Kuß unterbrochen worden war, ganz und gar das Klingeln und auch das leise rcen Lords überhört, der lang ausgestreckt am Kamin lag. „Oh wie schade,“ lachte Frieda,„ich habe mir schon längst gewünscht, einmal einem wirklichen Liebespaare zuschauen zu können und nun ist es als Fahnenflucht schlimmster Art brandmarkte Das spricht immerhin nicht für ein unbedingtes Paktieren. Des weiteren aber wurde zum„organisatorischen“. Abschluß der Parteidifferenz aufgefordert, damit nun endlich aus den„Marotten sektierischer Verpuppung“ und andererseits aus den Versuchen zur„Anpassung an die Massenkonfusion" zu einer wirklich praktischen Politik gelangen könne. Wenn das nach der Organisation neuer E raßensämpfe aussieht, dann wäre es wirklich zu verwundern. Im Gegenteil spricht es doch deutlich für den Wunsch, sich mehr auf die Wirklichkeit der Dinge einzustellen als bisher. Man sieht also, daß die Meldungen von einer neuen bolschewistischen Welle in Deutschland sozusagen durch unsere Bolschewisten selbst dementiert werden, und das ist auch vor dem Auslande gut, das endlich zu der Ueberzeugung gelangen muß, daß die inneren Verhältnisse in Deutschland mehr und mehr der Wiedergesundung und Festigung entgegengehen. 0000 Aus Stadt und Land. Liebesnaare zuschauen zu kännen mir doch nicht gelungen.“ sehen Sie, gnädigstes Fräulein, dann müssen Sie es eben anders anfangen!“ „Wie denn aber?“ fragte sie schelmisch. „Das ist Amtsgeheimns!“ „Oh wie schade!“ „Später vielleicht einmal, wenn——“ unterbrach sie Else. Ha, wenn—.—!“ „Wenn Du selbst verlobt sein wirst!“ laß mich, Du Racker, das hat noch gut enke überhaupt noch garnicht ans Weile, ich Heinaten!“ „So, und warum kommt denn Herr von Estorff so und so oft hierher auf Urlaub und warum ist er denn heute Abend auch eingeladen worden?“ neckte Else ihre reizende Freundin, die errötend die beiden zungen Brautleute ansah. „Ich komme gleich wieder, ich will nur ein Augenblick zu Hans hinaufgehen uino Lauscher so interner Unterhaltungen von jungen Damen sein,“ versetzte Kurt, und Else einen herzhaften Kuß auf die kleine weiße Hand drückend, eilte er lachend hinaus. Kaum war Kurt hinausgegangen, so saßen die beiden jungen Mädchen eifrig plaudernd beieinander. Else konnte garnicht genug Gutes über Kurt erzählen, was Frieda ihr. auich beitätigan ** Schwerte, 5. März. *:(Das Inkrafttreten des Tadahsteuergesetzes.) Den Seitpunkt des Inkrafttretens des Cabaksteuergesetzes vom 12. September 1919 soll nach§ 92 Abs. 1 dieses Gesetzes der Reichsminister der Finanzen bestimmen. Es ist in Aussicht genommen, das Gesetz am 1. April ds. Is. in Kraft treten zu lassen. Die endgültige Entscheidung kann jedoch erst getroffen werden, sobald der 6. Ausschuß der Nationalversammlung über den ihm mit Justimmung des Reichsrats vorgelegten Entwurf einer Verordnung über weitere Ermäßigung der Cabak= steuer Beschluß gefaßt hat. Da seinerzeit vom Cabakgewerbe der Wunsch ausgesprochen worden ist, vom Inkrafttreten des Cabaksteuergesetzes mindestens vier Wochen vorher Ueantnie zu erhalten. wird schon jetzt auf die Absicht, das genannte Gesetz am 1. April in Kraft zu setzen, aufmerksam gemacht. **(Drohender Streik im Zeitungsgewerbe.) Ueber einen drohenden Konflikt im Buchdrucker. und Zeitungsgewerbe wird uns mitgeteilt: Der Carifausschuß der deutschen Buchdrucker hat seit dem 27. 2. in Berlin getagt, um über die Forderungen der Gehilfenschaft auf weitere Ceuerungszulage zu beraten. Die Beratungen sind in fünftägiger Dauer ergebnislos verlaufen. Auch der Spruch des Schlichtungsausschusses des Reichsarbeitsministeriums, den die Gehilfen angerufen hatten, ist als unerfüllbar abgelehnt worden. **(Stadtverordnetensitzung.) Da die SteuerNacherhebung, welche das Stadtverordnetenkollegium bereits zweimal beschäftigte, wiederum nicht die Genehmigung des Bezirksausschusses gefunden hat, so fand gestern unter dem Vorsitz des herrn Jöckel eine von 24 Stadtverordneten besuchte Sitzung statt, in welcher die Regelung dieser Sache alleiniger Punkt der Cagesordnung war. Die Genehmigung wurde jetzt versagt, weil es nach den Bestimmungen des Steuer-Uotgesetzes vom 4. Juni 1919 nicht zulässig ist, die Einkommen von 1501—5000 Mark mit nur 75 Prozent zur Nacherhebung hernzuziehen. Das Stadtverordnetenkollegium hatte sich in seiner letzten Sitzung von dem Gedanken leiten lassen, genannte, unter den heutigen Verhältnissen als gering anzusprechende Einkommen in eima zu schonen. Es wurde gestern, nachdem herr Bürgermeister Kohrmann die Materie vorgetrag u halte, die Dorlage debattelos angenommen. Es bleiben also nunmehr Einkommen bis 1500 M. von: Nachbesteueeung frei; von den Einkommen bummensrmsenue nm W##1e. So grugen die Minuten dahln und mit Schrecken merkte Else erst kurz vor 8 Uhr, daß sie sich noch nicht festlich geschmückt hatte und so eilten denn die beiden jungen Mädchen hinaus in Elses Schlafzimmer. : Die ersten Gäste zogen eben die Glocke, als die beiden Freundinnen Arm in Arm die breite Treppe wieder herunterkamen und mit einem flüchtigen Blick in den Salon dann in Clses Boudoir verschwanden. Die Herren standen plaudernd im Zimmer des alten Grafen, der nur das eiserne Kreuz 1. Klasse an seinem schwarzen Rock befestigt hatte. Kurt trug ein kleines gelb und weißes Bändchen im linken Knopfloch. Es war das Band der Rettungsmedaille, die er sich vor Jahren geholt hatte, als sein Regiment eine Schwimmübung abhielt, wobei ein Ulan durch Kurt aus dem Wasser gezogen worden war. Zwanglos stand man in Gruppen umher und unterhielt sieh über kleine Tagesereignisse und kleinen Klatsch aus der Gesellschaft, in der heute wieder einmal Ihre Exzellenz, die Frau Stadtkommandant, wie Frau von Hastenbeck kurzweg genannt wurde, eine Rolle spielte, die man nicht an zweiter Stelle nennen kann. Heute hatte sie sich mit dem Konditor vor versammeltem Publikum wegen der Größe einer Torte herumgezankt, da ihr eine solche von geringerer Dimension gesandt worden war, wie einer Frau Stadtrat, so ungefähr war der Inhalt der Geschichte, Einzelheiten waren noch nicht genügend bekannt geworden und so erging man sich in allgemeinen Vermutungen. Bald wurden die Flügeltüren geöffnet und man ging in den Speisesaal zu Tisch. Eben war der Braten herumgereicht worden, als perlender Sekt in die Spitzlelche gesüllt wurde. Graf Leeren senior erhob sich und begann einen humoristischen Nachruf dem scheidenden alten Jahre zu widmen, er schloß mit den Worten: (Fortsetzung folgt.) er Art brandmarkte. für ein unbedingtes aber wurde zum„order Parteidifferenz ndlich aus den„Main“ und andererseits „Anpassung an die r wirklich praktischen Wenn das nach der nämpfe aussieht, dann ndern. Im Gegenteil für den Wunsch, sich der Dinge einzustellen o, daß die Meldungen ischen Welle in Deutschre Bolschewisten selbst as ist auch vor dem h z u d e r U e b e r z e u g u n g ineren Verhältnisse in der Wiedergesundung en. und Land. verte, 5. März. es Cadahsteuergesetzes.) rafttretens des Cabaknber 1919 soll nach§ 92 Reichsminister der Fiin Aussicht genommen. Is. in Kraft treten zu itscheidung kann jedoch ld der 6. Ausschuß der den ihm mit Sustimselegten Entwurf einer rmäßigung der CabakDa seinerzeit vom ausgesprochen worden labaksteuergesetzes minUeantnie zu erhalten. sicht, das genannte Gezu setzen, aufmerksam im Zeitungsgewerbe.) nflikt im Buchdrucker. uns mitgeteilt: Der Buchdrucker hat seit , um über die Forderuf weitere Ceuerungsratungen sind in fünfverlaufen. Auch der schusses des Reichsarbehilfen angerufen hatselehnt worden. ig.) Da die SteuerStadtverordnetenkollegiiftigte, wiederum nicht ksausschusses gefunden dem Dorsitz des herrn rdneten besuchte Sitzung ng dieser Sache alleinig war. Die Genehmigil es nach den Bestimes vom 4. Juni 1919 immen von 1501—3000 zur Nacherhebung herrdnetenkollegium hatte von dem Gedanken iter den heutigen Verrechende Einkommen in gestern, nachdem herr n die Materie vorgeebattelos angenommen. nkommen bis 1500 M. I; von den Einkommen Summe inuten dahin und mit urz vor 8 Uhr, daß sie ückt hatte und so eilten idchen hinauf in Elses eben die Glocke, als m in Arm die breite nen und mit einem alon dann in Elses laudernd im Zimmer ir das eiserne Kreuz n Rock befestigt hatte. b und weißes Bändchen war das Band der h vor Jahren geholt ie Schwimmübung abKurt aus dem Wasser in Gruppen umher ie Tagesereignisse und ellschaft, in der heute nz. die Frau Stadtn Hastenbeck kurzweg spielte, die man nicht inn. Heute hatte sie rsammeltem Publikum herumgezankt, da ihr sension gesandt worden rat, so ungefähr war nzelheiten waren noch sorden und so erging nnutungen. eltüren geöffnet und zu Tisch. serumgereicht worden, itzlelche gesüllt wurde. ch und begarn einen heidenden alten Jahre n Worten: kortsetzung folgt.) von 1591—2000 M. werden 100 Prozent, von 2001 bis 3000 M. 110 Prozent, von 300) bis 5000 M 18 Prazent und über 5000 M. hinaus 120 Prozent“ der Einkommen- und Realsteuern nacherhoben. Da zu trgend einer andern Angelegenheit auch niemand das Wort wünschte, so war die Sitzung binnen weniger Minuten beendet und die verhältnismäßig zahlreiche Zuhörerschaft kam diesmal nicht auf die kosten e(Teuere Streichhölzer.) Die Jündholzinduurie=Gesellschaft Berlin W. gibt bekannt, daß ab 1, März ds. Is. die Dreise für Jündhölzer in= und ausländtscher Erzeugung durch Höchstpreisverordnung des herrn Reichswirtschaftsministers vom 28. Jebruar 1920 nen festgesetzt worden sind. Das paket Jündhölzer zu 10 Schachteln in- und ausländischer Erzeugung kostet demnach 3,50 U. oder die Schachtel 35 Ofg. Dieser Preis wird bedingt einerseits durch die gesteigerten Holz- und Rohstoffpreise, sowie Löhne in der inländischen Erzeugung, andererseits durch die hohen Preise der auslnädischen Erzeugung infolge der außerodentlich hohen Daluta. Die Versorgung mit Jündhölzern wird durch die deutschen Fabrikanten und die Zündholzindustrie=Gesellschaft im deutschen Reichsgebiet nunmehr systematisch geregelt. *e(Postalisches.) Wie uns das Postamt hier mitteilt, wird von dem Reichspostministerium mit Justimmung der Beamtenverbände eine allgemeine wesentliche Einschränkung der sonntäglichen Post-, Celegraphen= und Fernsprech-Dienste durchgeführt. Im Rahmen dieser Einschränkung ist von der OberPostdirektion Dortmund für das Postamt Schwerte vom 1. Ulärz ab nachfolgender Dienst mit dem Publikum angeordnet worden: Schalterdienst: 8½ Uhr vorm. bis 9½ Uhr vorm., Celegraphendienst: 8 Uhr vorm. bis 1 Uhr nachm., 5 Uhr nachm. bis 7 Uhr abends, Fernsprechvermittelungsdienst: 8 Uh vorm. bis 1 Uhr nachm. Am Sonntage bleiben ausgeschlossen von der Annahme: Nicht dringende Dakete, gewöhnliche Postanweisungen und Jahlkarten, sowie alle Wertbriefe. Jum Geldversand bleibt also nur das Mittel der telegraphischen Postanweisungen übrig. Unter Berücksichtigung dieser wesentlichen Beschränkungen wird der gesamte Schalterdienst in der angesetzten Zeit von 8½ bis 9½ Uhr vormittags an der Brief=Annahme= und =Ausgabe=Stelle erledigt werden. Die übrigen Schalter bleiben geschlossen. (Politische Betätigung der Lehrer.) Kultusminister Hänisch verkündet folgenden Erlaß:„Ich bin aufmerksam geworden, daß die politische Betätigung der Lehrkräfte bisweilen deswegen auf Schwierigkeiten stößt, weil sie durch ihren Unterricht verhindert sind, an politischen Veranstaltungen ihrer Partei teilzunehmen. Es ist mein Dunsch, daß diese Schwierigkeiten tunlichst überwunden werden. Wo es sich mit dem Interesse der Schule irgendwie vereinbaren läßt, können erforderlichenfalls Stundenverlegungen vorgenommen werden. Ich darf annehmen, daß dabei die Lehrer und Lehrerinnen es auch gegenüber dem Darteigegner nicht an Entgegenkommen fehlen lassen werden. *(Oberschlester.) In den„Vereinigten Verbänden heimatstreuer Oberschlesier" zu Breslau, denen sich eine große Sahl landsmannschaftlicher (oberschlesischer) Vereine in allen Leilen Deutschkands angeschlossen hat, ist eine Jentralstelle geschaffen, um alle einschlägigen Fragen zu prüfen und gut und schnell die erforderlichen Informationen zu geben. Im Interesse unseres lieben deutschen Daterlandes, nicht zuletzt aber im Interesse der Oberschlesier selbst ist es dringend erforderlich, aß alle Kräfte angespannt werden, um zu verhindern, daß Oberschlesten unter polntsche Herrschaft kommt. Abgestiomt wird wird in solgenhen Bezirken und Kreisen: Kreuzburg, Rosenbeig, O#p peln-Sead: Cppeln=Land, Groß=Strehlitz, Ludliniz, Gleiwltz=Stadt, Cost-Gletwitz, Carnowitz, BeuthenStadt, Beulhen=Lund, Königshütte=Stedt, Hinden burg(früher Jabrze), Kattowitz-Stad:, Rattowitz Land, Pleß, Kybnik, Ratibor=Stadt, Cosel, Leobschütz, Ceile von Ueustadt, Ceile von Rativor=Land. Ceile von Namslau.— Dor einigen Cagen ist auch für Schwerte und Umgegend ein Verein der Oberschlesier ins Leben gerufen worden, der allen Landsleuten mit Kat und Cat zur Seite steden will, die nötigen Ausweispapiere unentgeltlich besorgt usw. Dorsitzender des Vereins ist Dermessungstechniker Bontkowsky, Bergtschestraße. Das Oereinslokal befindet sich im„Kathause"(Schulte). **(Der Bibelkreis) höherer Lehranstalten veranstaltet am morgigen Samstag abend im Gemeindehause einen Werbeabend. herr Pastor Wiedenfeld aus Dortmund, der bekannte Führer dieser Jugendbewegung, wird einen aufklärenden Lichtbildervortrag halten. Freunde der Sache sind freundlichst eingeladen. *(Kriegerfrauen und Kriegerwitwen) die die städtische Zusatzunterstützung(Lebensmittelgutscheine) beziehen, haben die gelbe Ausweiskarte im neuen Rathause, Zimmer Nr. 2 abzugeben, weil vom 1. April 1920 ab eine anderweitige Regelung erfolgt. **(Bestandene Prütung.) Der Seminarist Fritz Tiemann, Sohn der Eheleute T. aus der Sedanstraße, bestand am Lehrerseminar zu Lüdenscheid die Abgangsprüfung mit bestem Erfolge. *(Kriegsbeschädigte), die über 59 Prozent Rente beziehen, können ihre Zusatz=Brotkarten auf 20 des Rathauses abholen. **(Eines schweren Verdrechens) haben sich zwei junge Burschen von hier, Br. und A., schuldig gemacht. Sie drängten vorgestern abend einem aus Aplerbeck stammenden jungen Mädchen, welches hier die Elektrische nicht mehr erreicht hatte, ihre Begleitung auf. Im Stadtwalde führten sie das Mädchen durch Seitenwege, überfielen die Aermsie unweit des„Blauen Sees“ und vergewalligten sie. Gestern sind die Missetäter verhaflet und dem Amtsgericht zugeführt worden.— Wegen eines ähnlichen Verbrechens wurden zwei weitere junge Leute von hier. J. und Kn. festgenommen. Dieselben hatten ein mit der Bahn ankommendes auswärtiges junges Mädchen in die Wohnung des C. in die Beckestraße gelocht und dort mißbraucht. Hoffentlich wird die Strafe für die Verbrecher nicht zu gering ausfallen **(Erwittelker Spitzbube). Gestern wurde von der Polizei der jugendliche Ar beiter V. festgenommen, der eingestanden hal, den Zigarettendiebstahl bei Wächler verübt zu haben. mit Brotmarken und Höchstpretsübe. schreitung zu Jodr Zuchthaus und 500 Jl. Geld. strafe, ihr Bruder Daul hesse zu 2 Jahren Zuchtdaus und 5 Jahren Ehrverlust verurteil: etzte Drahtmeldungen. (Eigene: Deneschendienk. Neuwahlen noch im Frühjahr? U. Berlin, 5. Mäiz. Wie die„Berl. Börsenztg.“ hört, bildet ein Antrag der Rechtsopposition auf Ausschreibung von Neuwahlen noch in diesem Frühjahr den Gegenstand von Besprechungen innerhalb der Mehrheitsparteien. einzelnen Fraktionen gibt es Anhänger einer früheren Anberaumung der Wahlen zum neuen Reichstage, und in diesen Kreisen dürfte man Einfluß auf die Regierung in der Richtung ausüben, daß sie sich zur Festsetzung und Bekanntgabe eines wesentlich früheren Wahltermins, als bisher geplant, entschließen möge. 000 deutsche Ariegsgefangene in Frankreich zurückbehalten. * Bochum, 4. Uärz.(In dem vierten Mehlschieberprozeß) wurde der Anklagefall Conce-Hesse erledigt. Der Angeklagte Kaufmann Paul hesse, der Schwager des zu viereinhalb Jahren Suchthaus verurteilten Reisenden Johannes Winkelmann, hatte in den Jahren 1917 und 1918 nur vom Schmuggelhandel in Lebensmitteln und Brotmarken gelebt hm wurden als Mindestschiebung 200 Doppelzentner Uehl, seiner Schwester, der Frau Kaufmann Conze, 80 Doppelzentner Mehl nachgewiesen. Frau Conze wurde wegen gewerbsmäßiger Roman von Wilhelm von Crotha. 18(Nachdruck verboten.) “„ A b e r d a s a l t e J a h r w i l l n i c h k s c h e i d e n, o h n e ein junges glückliches Brautpaar zu hinterlassen!“ Man sah sich höchst erstannt im Kreise um, der alte Herr schmunzelte vergnügt über die verblüfften Gesichter seiner Gäste, dann rief er laut und freudig: *„ D a s j u n g e B r a u t p a a r, E l s e L e e r e n u n d Kurt von Stohren, sie leben hoch!“ Wie von einem Zauberbaune erlöst, stimmten die Anwesenden in den ersten allgemeinen Glückwunsch für das junge Brautpaar ein. Nach aufgehobener Tafel unterhielt man sich mit den üblichen Silvesterscherzen, wie Bleigießen, Pantoffelwerfen und was man sonst noch so seenv,.(Fif— verfolgt man bie ses. Mit welchem Eifer verfoig. man die einzeinen kleinen Erfolge! Da stand in der Zukunft Glück, Reichtum, Ansehen, Ehrenstellen und was, die Karten, Würfel oder sonstige Oralel nicht alles Gutes und Angenehmes sonst noch zu sagen wissen, geschrieben. Wie gern glaubt man alles das und wenn man dann schließlich am Einde des Jahres zurückblickt, wie wenigen hat in dieser Zeit das Glück gelächelt?!—„ Kurt warf in seinem Glück schnell einen rückwärts ins alte Jahr. Auch ihm halte man solches Glück vorausgesagt. Beim Punsch und im frohen Kameradenkreise hatte er im Kasino gesessen. Dann aber kamnen auch für Ihn die trüben Stunden. Er nahm seinen Abschied und, ein=Schütteln durchzitterte seinen Körper, wenn er an die Zeiten sich erinnerte, in denen er kaum wußte, wo er sein müdes Haupt hinlegen und woher er einen Bissen Brot nehmen sollte, den magenden Hunger zu stillen.„Alles das flag in Witorrerre alt jenteur gersugen uuge voruver um setzt? Das herrlichste und schönste Mädchen war seine Braut, sie gehörte ihm, ihm allein mit Leib und Seele! Solch' namenloses Glück hatte er sich licht träumen lassen! Es war Mitternacht! Die ersten Glockentöne som nahen Johanniskirchturm hallten lange achzitternd durch die eisige Januamacht."# „Prost Neujahr!“ haltte es aus allten Kehlen, jan stieß eben auf ein„glückliches, neues Jahr“, an. Da siel auf der Straße ein Schuß! I demselben Augenblick stürzte eine Glasglocke vor dem Kristallkronleuchter herunter, fiel auf Kurt Arm und zerschellte vor den Füßen des alter. Herrn von Hallkron in tausend Stücke. Im ersten Moment verstummte jedes Gespräch, intsetzt sah man sich gegenseitig an. Da rief Haus vom anderen Ende des Saales herüber: „Scherben bringen Glück! Polterabend ist war noch nicht, aber das Schicksal hat es dami #iliger, wie wir! Nicht wahr, Elsechen und Kurt! Also auf baldigen Polterabend und nochmals: Prosit Neujahr, meine Herrschaften!“ Der Alp, der sich durch den Zwischenfall au die ganze Gesellschaft gelegt hatte, war zwar zehoben, aber die frühere ausgelassene Stimmung vollte nicht wieder Platz greifen und die Gästsrachen bald auf. Kurt blieb noch ein halbes Stündchen länger, vie die anderen, dann trat auch er den Heinpeg an. Am nächsten Tage erschienen Else und Kurt um ersten Male als junges Brautpaar. Trotz sem in den letzten Tagen viel über beid zemunkelt worden war, wollte das Erstaunen and„die reizende Ueberraschung,“ wie es einig #nge Damen nannten, kein Ende nehmen. Kaum gatten sich beide auf der einen Seite von jemanden zerabschiedet, so erschien schon ein andet Gratulant auf der anderen, der es„eben erst“ nfahren hatte. Endlich schien Ruhe nach dem Sturm einge greten zu sein und das Brautpaar hatte unser rendigem Lachen festgestellt, daß sie nach„Dieser Anstrenguna“ sied ein meuig in der T. U. Straßburg i. E., 5. März. Die Straßburger„Neue Zeitung" berichtet, daß etwa 900 deutsche Kriegsgefangene in Frankreich zurückbehalten werden, dis die Prozesse, welche gegen sie angestrebt sind, abgeschlossen seien.— Weiter berichten Straßburger Blätter, daß bis zum 1. März rund die Hälfte der deutschen Kriegsgefangenen zurücktransportiert worden sei. Rascheste Wiederherstellung der Basel, 5. März. Wie der„Schweizer Preßtelegraph“ erfährt, sind am Miltwoch und Donnerslag zwischen der Verwallung der belgischen und der französischen Eisenbahngesellschaft einerseits und Vertreiern sämtlicher deutschen Eisenbahnverwaltung andererseils Verhandlungen über die Wiederaufnahme des direklen Güterverkehrs worden. Dadei ist eine gute Grundlage für die rasche Wiederherstellung der gegenseitigen Wirtschaflsbeziehungen gefunden worden. Der erste Zeimkehrertransport aus Sewjetrutzland. T. U. Berlin, 5. März. Die Reichszentral= stelle für Kriegs= und Zivilgefangene teilt mit: Der erste Transport aus Sowjetrußlend mit 609 heimkehrenden Invaliden, sowie Frauen und Kindern, wurde dereits an der Demarkationslinie übernommen. Das Eintreffen des Transporis in Deutschland kann demnächst erwartet werden. Enver Pascha in Berlin? TU London, 5. März. Der Berliner Berichterstatter der„Times“ erfährt, daß Enver Pascha sich unter falschem Namen in Berlin aushalte, um Freunde für die jungtürkische Bewegung zu werben. Vernichtungspläne gegen die Türkei. Bern, 5. März. Nach Informationen, die der„Peltt Parisien“ von seinem Londener Korrespondenten erhält, hal Foch schlagen, daß ein Gebiel der Türkei militärisch zu besetzen sei, das auf der einen Seite durch erholen mußten, die am Ufer des Gees ausge schlagen war, als ihnen Frieda Hallkron mit ihren Bruder entgegengelaufen kam. Letzterer stammelte ein paar unzuse:. Lingende Worte, die allem Auscheine u## ei mlation sein sollten. Dann macht: ri noteinige Anspielungen auf„verliebte junge Damen,“ „eiliges Weihnachtsgeschenk,“ als auch schon ei nicht mißzuverstehender Blick Kurts den junger Laffen traf, dem man noch die Spuren der durch lebten Silvesternacht ansah. „Komm, Else, ich wünsche nicht, daß Ti Dich wieder solchen Redensarten, wie ai Weihnachtsabend aussetzest, als Du mein Zigarren etui kauftest!“ Mit einer kalten Verbeugung ergriff er m der anderen freien Hand Frieda Hallkren und lief mit den beiden Damen davon. „Na warte, daß sollst Du mir noch büßen!“ zischte Hallkron dem Davoneilenden leise na###. Beide waren von diesem Moment an Todseinde. „Du oder ich!“ murmelte er noch dump hinterher. Die drei sausten nach der Terrasse und tranken dort einen Liqneur. Else setzte sich mit Frieda einen Augenblick au einen Tiseh, um auszuruhen, während Kurt sich nach dem nebenstehenden Zigarrenverkäufer durcharbeitete. Nachdem er sich eine Zigarrette erstanden hatte und dieselbe rauchend, einen Augenblick allein am Rande der Eisbayn stand und vergnügt in des Menschengewühl blickte, traf er seinen Freund Hans Leeren hier. „Sie haben sich ja in ein recht warmes Nestchen gesetzt,“ hörten die beiden Herrn plötzlich neben sich jemanden sagen. Als Kurt sich umwandte, sah er sich Herr:: von Hallkron vis-à-vis. „Na ja, lächelte der mit frechem Tone. „Sie hatten ja Geld sehr nötig und auf die Nr, wie Sie es gemacht haben, ist es am einsachster, " dazu mi kominen, indem man mit ein#em anten den Bosporus, auf der anderen Seile durch dus Marmarameer und die Dardanellen begrenzt ist. Außerdem verwehren diese Vorschläge der Türkei, ein Heer zu unlerhalten. sodaß es keinen neuen Akt des Verrats begehen könne. Diese Vorschläge Fochs wurden nicht alle vom Obersten Rat angenommen. Er wurde aber aufgefordert, sich als Sachverständiger zu einzelnen Fragen zu erklären. Wie England„abrüstet“. TU London, 5. März. Walter Leng gab im Unterhause bekannt, daß sich unter den im Bau befindlichen Kriegsschiffen ein Schlachtkreuzer, neun leichte Kreuzer, zwei Torpedoboote, acht Zerstörer, dreizehn U.Voote, zwei Flugzeug=Mutterschiffe und fünf Hilfsfahrzeuge befinden. Amerika gibt den Vertrag Versailles auf. T. U. Basel, 5. März. Den Londoner Blättern wird aus Washington gemeldet: Der Senat nahm mit bs gegen 22 Stimmen den 5. Vorbehalt Lodges betr. die Monroelehre an. Der von Wilson angenommene Vorbehalt in der Fassung Hitcheecks wurde abgelehnt. Die Annahme des 4 Vordehaltes Lodges zum Völkerbundvertrag bedeutet praktisch die Aufgabe des Friedensvertrages von Bersailles für die Vereinigten Staaten, da Wilson klar zu verstehen gad, daß er den Vertrag zurückziehen werde, wenn dieser durchdringe. Damit sind alle Verständigungsverhandlungen gescheitert. Beginn der Abstimmungen nach T. U. Basel, 5. März. Nach einer Meldung des Pariser„Temps“ teilte Millerand in der Sitzung des Kammerausschusses für auswärtige Angelegenheiten mit, daß die Volksabstimmungen in den besetzten Landeskeilen nach Pfingsten beginnen werden. Zunächst sei die Volnsabstimmung in Oderschlessen in Aussicht genommen, um dringenden Wunsche des verbündelen Polens zu entsprechen. Die Leilung der afrikanisehen Beute. W. T. B. Amserdam. 5. März. Die „Times“ meldet zu der Grenzreguiierung zwischen England und Velgien in dem vormaligen Deutsch=Ostafrika, Belgiens Anteil an dieser früheren deutschen Kolonie sei erheblich. Begien gewiane etwa 18000 Qugdralmeilen wertwollen Landes und besitze jetzt in Afrika über 1 Million Quadralmeiten Land —0010 (Für Kmikel unter dieser Kubrik Abernimm die Schriftleitung nur die preßgesetzt. Verantwortung.) Rätesystem In dem Handbuch für das deutsche Volk: deutschen Reiches Verfassung", herausgegeben von dem M. d. N., Justizrat Dr. Brune Ablaß, sagt der Verfasser über das Rätesystem wörtlich folgendes:„Eine Ausgestaltung staatlicher Wirksamkeit durch Uebertragung von Herrschaftsrechten auf Massen, denen die Fähigkeit zur Würdigung und Durchführung der Aufgaben von Gesetzgebung und Verwaltung im Staat gänzlich abgeht, muß zur Vernichtung aller Kulturgrundlagen und zu einer Form neuer Sklaverei führen, in der Besitz und Intelligenz unter die Botmäßigkeit einer urteilslosen Masse gebracht werden.“ Dies mögen sich diejenigen merken, die heute noch in Deutschland mit dem verderblichen Rätegedanken spielen. Civis. Verantwortlich für die Schriftleitung: Fried. Kraas Druck und Verlag: Carl Braus, beide in Schwerte. ßeren altein jungen Mädchen ven Ropf verdreht.“ Kurt streifte mit einem unsagbar verachtenden Blick den neben ihm stehenden Laffen und sich er: zeinen Freund Hans wendend, sagte er kurz: Haus, Du hast die Beleidigungen traurigen Wichtes gehört, komm mit, das weilere ##ge ich Dir.“ * Inzwischen hatten sich die beiden Damen erholt und erschienen in dem Augenblick. in dem Kurt und Haus den jungen Mann veglatten hatten. Kurt sah begreiflicherweise sehr erhitzt und empört aus, bezwang sich aber sofort beim Anblick ; s e i n e r l ä c h e l n d e n B r a u t. G d### l l l e a b e r i n i h m keine rechte Stimmung mehr aukommen und so trat er mit den beiden Geschwisiern balo den : Heimweg an. Vor dem Hause seines zuläustigen Schwiegen vaters verabschiedete er sich unter dem Vorwand dringender Arheiten und hat Haus, ihn in etwe einer halben Stunde abzuholen, dann wolle er auch noch rechtzeitig um halb drei Uhr zum Essen da sein. „Ach, da lohnt es ja kaum, daß ich nach oben gehe, ich begieile Dich Kurt, ich kann ja bee Dir marten: „Tue das, Hänschen, schmeichelte KleinElächen. Sie hatte keine Ahnung, warum die Herren allein zu sein wünschten. Hälte Sie einen Schmumer von den letzten Vorgängen gehabt, sie hätte ihren Kurt nicht eine Minute aus den Augen gelassen. Damen verstehen eben das„Muß“ in solchen Ehrensachen nicht so, wie ein Mann dieses auffassen muß. Sie sehen nur den ihnen teueren Mann in Gefahr und das genügt für sie, alles in Bewegung zu setzen, um ihn vor einem Kampfe zu bewahren. Hier aber gab es keinen anderen Ausweg, hier stand nicht nar Kurts, nein in erster Lime auch Elses Ruf auf dem Spiele, wenn man hier gnrrückgestoppt hütte, so wäre don Buhen FFortsetzung folgt.) Statt besonderer Anzeige. Der Herr ist mein Birte, Mir wird nichts mangeln. Heute morgen 11 Uhr entschlief sanft und ruhig, nach langem, schwerem Leiden, jedoch mit grosser Geduld ertragen. meine innigstgeliebte Frau, unsere gute, treusorgende Mutter, Grossmutter, Schwiegermutter, Schwägerin und Tante Frau Fleinr. Brenne Emma geb. Heucka 1406 Im Alter von 55 Jahren, Im Vertrauen auf ihren Erlöser. Um stille Tellsahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen Heinr. Brenne und Kinder. Ergste, Schwerte, Hagen, Hohenlimburg, Benringhofen, den 3. März 1220. Die Beerdigung findet Samstag, den 6. März, nachmittags 3½ Uhr vom Trauerhauss aus statt. Mittwoch Abend 6¾ Uhr entschlief nach kurzem, schverem Leiden unsere liebe Mutter. Gressmutter. Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante 1421 Frag Woilws Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Geschwister quambusch. Die Beerdigung findet Senntag, den 7. Närz 1920, nachmittags ½ 3 Uhr, vom evangelischen Krankenhause aus statt. Im Grabe ist Ruh, Im Leben bittrer Schmerz. Drum schlummere sanft, Du treugeliebtes Herz. Heute morgen um ½4 Uhr entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden, infolge Grippe und Lungenentzündung, unser lieber, herzenseuter Vater, Schwiegervater, Gross. vater, Bruder, Schwager und Onkel Frackanzug und Zilinder zu verkausen. 1411 Westhofen, Hörderstr. 52 Lexikon Meyer oder Brockhaus zu kaufen gesucht. Ang m. Preis u. Df. O 887 Mosse, 1367 an Rudolf Tüsseldorf. Tüchtiger Onstenmacher *** gesucht. 1420 Dortmunder Drahtstiftwerk, Dortmund Bauenburgerstr. 10/12. Juverlässiger 1424 Mann mit gärinerischen Kenninißsen gesucht Rath, Hagenerstr. 31. Sauderes, braves Mädchen für kl. Houshalt(8 Pers.) für halbe Tare, morg. od nachm., od. für ganze Tage bei guter Kost und gutem Lohn gesuchk. 1416 Zu erfr. in der Geschst. Fleißiges 1409 im 64. Lebensjahre. Er folgte seinor lieben Frau nach 8 Tagen#7 in den Ted. Um stille Teilnahme titten: #. Die trauernden Hinterbliebenen. Schwerte, Soest, Kettwig, Emden,##e den 3. März 1920. Die Beerdigung flndet am Samstag, den 6. März. nachmittags 2¼ Uhr, vom Marien. Hospital aus statt. 1413 Statt besonderer Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat in seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, heute abend urseren innigstgeliebten, hoffnungsfrohen Sohn und teuren Bruder 1415 Naduig-Böchel zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Er starb nach langem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden, mehrmals gestärkt durch den andächtigen Empfang der hl. Sakramente, sanft und ergeben in Gottes heiligen Willen, im 18. Lebensjahre. Die tiefbetrübten Eltern u. Geschwister. Schwerte, den 3. März 1920. Die Beerdigung findet am Montag, den 8. März, nachmittags 3¼ Uhr vom Sterbe. hause, Beckestrasse 27, aus statt. Das Seelenamt ist Dienstag. 7¼ Uhr. Für die überaus zahlreichen Beweise ioniger Teilnahme beim Hinscheiden meines unvergesslichen Gatten und meines lieben Vaters sprechen wir allen Beteiligten, sowie dem Staatseisenbahn-, Fahrbeamten- und Kavallerie-Verein, insbesondere Herrn Pastor Nell für die trostreichen Worte am Grabe unseren herzlichsten Dank aus.##### N 8 1426 Mer. 4 u T ##. Schwerte, im März 1920. Frau Fingerhul u. Söhnchen Kurli. ATVRTNLSAG MKUR #rchrrre c##hesfernen grante kus Sien N##ch weschocken der atarseunde bleiet für jedermans einen billisenund Auten Lesestoff Belebrend-Unterhaltend Jede. Filiglied erhält bei dem Vierteljahrerbei rag von nur M1 J.90 S ährtich 12 reich illustrierte Monsfsbeite und 4 gute Bücher erster Schrilisteller S] Sonnabend, den 6. März, abende 7 ½ Uhr, i „Hotel Oetermaan“: ##8-—Unterhalungs-Abend Schützenbund Schwerte. Sonntag, 7. März 1920 nachm. 4 Uor: RegimentsAppel mit Damen Im Saale d. Ww. Köster Wilhelmstrasse. Alles muss zur Stelle seln. Der Major. Nichtmitglieder u. Gönner des Vereins sind herzlich willkommen. Kriegerverein Schwert Sonntag, 7. März. abends 8 Uhr: General=Versammlung im Vereinslokal Kordeck (Vortrag) 140: Der Vorstand. Tung=Amerinat. Mein dies jährige Kursus in Schwer! im Holel= Zur zeginnt gleich nach Ostern. 141“ S. Laaihs=Potthoff. für Mitglieder und eingeführte Gäste. 1428 Darbietungen: Konsert- Theater- Rezitationen. Oeulsch-demokr.Vereinl Schwerieu. Ung Auf zum„Wittion (Wirt Karl Kirchhoff). Daselbst veranstaltet der Spiel- u. Sport-Club Ergste am Sonntag, den 7. März, nachmittags 5 Uhr, sein Frühlings- Fest bestehend in Konzert, Thealer. Ball und verlosung. Zur Aufführung gelangen nur erstklassige Stücke: I. Die Kottletsbraut, Lustspiel in 1 Akt. 2. Der Juxbaron, Schwank in 1 Akt. 3. Wuppke auf Wache. Lustspiel in 1 Akt. 4. Zirkus Schmiriusky& Co., Schwank in 2 Akten Der Besuch dieser Feier kann nur jedem Bewoh. ner von Ergste und Umgegend empfehlen werden, da sich die Rollen nur in besten Händen befinden. Für jedem Besucher sind an dem Tage alle Traurig. keiten vergessen. Lachen ohne Ende. Eindrillspreise für Damen im Vorverknuf 1.— M. — An der Kasse 25 Pig Aufschlag.— Karten im Vorverkauf eind zu haben bei den Mit. gliedern und im Vereinslokal. Kinder werden zu der am Samstag 6 Uhr abends stattfindenden Generalprobe gegen Zahlung von 30 Pfg. zugelassen. 1405 Es ladet ergebeust ein Der Vorstand. Konlung. Wirio! Aumeldung durch die Buchhandlung Carl Braue In Schwerte. Prespekt kesteules.— Prebeheft 50 Pig. Tugesmadigen bei gutem Lodn gesucht. Zu ersr. t. d. Wir suchen für dauernde Stellung durchaus erstklaf sige branckekindige Verkäuferin, leoig. nicht unter 25 Jahrea, als Leiserin fü auswärtige Filialen hiesiger Gegend. Norddeutsches Chokoladenhaus, G. m b H. Magdeburg 1419 Jum 15. 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