n„Sture Genten, Drprnuch unmeüite d. 3. der Pos 8.10 ul., odm Go. M#eigenpreis: Die een hum Paumn di rh. D Aidn Roial en die Aofa-Nlch. und enndo(Ois Nankmosen, Zenan ###hm, gert#s#he Elgen und Nöhlle. Ar Konathum Butsungsbehtugnagen Oerduncen mit: Cagebian und Schwerter Dolkszeitung Schwerter Oelksblatt Amtliches Kreisblatt für den Kreis Hörde. Weltdosener Zeitung Epierbecker Zettung Langscheder Zettung Hoizwicheder Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises.— Generalanzeiger für den Haupt=Ainnoncenblatt. 500 Mark Deute n Sme gühnts Ne. 18. Seiens mseeniim. . Ssess Donnerstag, den 22 Jannar 1920 non massrades 53. schusses auf Antrag des Arbeitgebers oder eines Diertels der Arbeitnehmer bei gröblicher Pflichtverletzung. Aus dem gleichen Grunde kann der Betriebsrat aufgelöst werden. Die Wahlzeit des Betriebsrates ist ein Jahr. Die Betriebsversammlung(§§ 45—48) besteht aus den Arbeitnehmern des Betriebes, sie wird vom Dorsitzenden des Betriebsrates auf Wunsch von mindestens einem Diertel der wahlberechtigten Arbeitnehmer oder auf Wunsch des Arbeitgebers einberufen. In letzterem Falle hat der Arbeitgeber das Recht, an den Verhandlungen teilzunehmen oder sich vertreten zu lassen. Auch kann je ein Vertreter der im Betriebe vertretenen wirtschaftlichen Arbeitnehmerorganisationen mit beratender Stimme teilnehmen. Die Betriebsversammlungen finden grundsätzlich außerhalb der Arbeitzeit statt, für Ausnahmefälle ist die Zustimmung des Arbeitgebers erforderlich. Ueben den Einzelbetriebsräten kann in einzelnen Gemeinden oder wirtschaftlich zusammenhängenden, nahe beieinander liegenden Gemeinden, in denen sich mehrere Betriebe gleicher Art befinden, der Gesamtbetriebsrat(§§ 50—57) gewählt werden. Unter gleichen Umständen kann auch von diesen Betrieben ein gemeinsamer Betriebsrat gewählt werden. Betriebe, die nach§l keinen Einzelbetriebsrat haben, müssen einen gemeinsamen Betriebsrat haben. Das Vetrledsrättgesetz. Das vielumstrittene Betriebsrätegesetz ist von der Nationalversammlung angenommen worden. Es ist doher an der Seit, einen kurzen Ueberblick über die wichtigsten Bestimmungen des Gesetzes, das nunmehr in seiner endgültigen Fassung vorliegt, zu geben. Das Gesetz umfaßt 106 Daragraphen und tst in 6 Abschnitte geteilt. 1. Allgemeine Bestimmungen. Die Daragraphen 1—14 umfassen die allgemeinen Bestimmungen über die in allen Betrieben zur „Wahrung der gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber gegenüber und zur Unterstützung der Arbeitgeber in der Erfüllung der Betriebszwecke“ zu wählenden Betriebsräte. Danach ist in jedem Betrieb mit mehr als 20 Arbeitnehmern ein Betriebsrat zu wählen, bei kleineren mit mindestens fünf wahlberechtigten Arbeitnehmern ein Bettiebsobmann, bei mindestens fünf Arbeitern und 5 Angestellten wählt jede Gruppe einen Obmann. In land= und forstwirtschaftlichen Betrieben ist erst dann ein Obmann zu wählen, wenn mindestens 20 ständige Arbeitnehmer vorhanden sind. In allen Betrieben, in denen mindestens je 20 Arbeiter und Angestellte beschäftigt sind, sind besondere Arbeiter- und Angestelltenräte zu errichten. Als Arbeitnehmer gelten Arbeiter und Angestellte mit Ausnahme der Familienangehörigen des Arbeitgebers, nicht aber öffentliche Beamte und Beamtenanwärter. sowie Personen, deren Beschäftigung nicht in erster Linie dem Erwerb dient, sondern anderen Gründen entspringt. als Arbeiter bezw. Angestellter gelten im Sinne des Gesetzes auch Lehrlinge, sowie andere in geregelter Ausbildung befindliche Personen, als Arbeiter gelten auch die für den betr. Betrieb regelmäßig beschäftigten Hausgewerbetreibenden. llicht als ängestelte usw. gelten Geschäftsführer, Betriebs. verbleibt noch einige Tage i leiter uso, soweit sie zur selbständigen Einstellung marsch zur nolnischen Eruppen Fischen und Entlassung von Arbeitnehmern berechtigt sind####ug der vointschen Cruppen der vomereuis# oder soweit ihnen Prokura oder Generalvollmacht##on erfolgte am Sonntag, nachdem dieselben steilt ist. f an der Stadtgrenze von dem Vorsitzenden des pol2. Aufbau der Betriebsvertretungen. f vischen Volksrats, dem zum kommissarischen StarDie Paragraphen 15—25 beschäftigen sich mit..“ ernannten Rittergutsbesitzer v. Czrlinskider Susammensetzung und Wahl des Betriebsrates. JUkrzewo, sowie am Stadtbahnhof von dem Präses § 15 und 16 werden die zahlenmäßige Stärke des Chorner polnischen Volksrats, Dr. Steinborn, Die Polen in Thorn. Die Befehlsstelle des 17. Armeekorps teilt mit: Chorn ist geräumt. In der Stadt herrscht Ordnung und Kuhe. Der Abmarsch verlief, abgesehen von dem Falle Argenau, über den noch Verhandlungen schweben, ohne Reibungen. Die Uebernahmekommission ist bereits tätig. Ein Generalstabsoffizier In der Betriebsräte festgesetzt, die bei weniger als 50 Arbeitnehmern 3 Mitglieder, im Höchstfalle aber nicht mehr als 30 Mitglieder haben dürfen. Wahlberechtigt sind alle mindestens 18 Jahre alten männlichen und weiblichen Arbeitnehmer, die im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte sind. Wählbar sind die mindestens 24 Jahre alten reichsangehörtgen Wahlberechtigten, die nicht mehr in Berufsausbildung sind und am Wahltage mindestens 6 Ulonate in dem Betriebe beschäftigt, sowie mindestens 5 Jahre in dem Berufe, dem sie angehören, tätig! sind. von dieser letzten Dorschrift können, wenn nicht anders möglich, gewisse Ausnahmen getroffen werden. Im allgemeinen sind in diesen Bestimmungen, wie in den folgenden über die Geschäftsführung der Betriebsräte Dorsorge getroffen, daß die Minderheitsgruppe, sei es die Arbeiter-, sei es die Angestelltengruppe, nicht von der Mehrheitsgruppe vollständig an die Wand gedrückt wird. Die Wahl erfolgt geheim und nach dem Verhältniswahlrecht, im allgemeinen für Arbeiter und Angestellten getrennt. Versäumnis von Arbeitszeit infolge Ausübung des Wahlrechts darf keine Lohnabzüge u. ä. gur Folge haben. Die Daragraphen 26—38 geben dann nähere Bestimmungen über die Geschäftsführung der Betriebräte, Wahl des Vorstandes, Sitzungen(sie sollen in der Regel außerhalb der Arbeitszeit stattfinden und sind nicht öffentlich), Geschäftsordnung usw. Das Amt eines Betriebsrats gilt als Ehrenamt, notwendige Versäumnis von Arbeitszeit darf eine Minderung der Entlohnung nicht zur Folge haben. Das Erlöschen der Mitgliedsschaft im Betriebsrat (I§ 39—44), erfolgt durch lliederlegung, durch Ausscheiden aus dem Betriebe, durch Verlust der Wihlbarkett, durch Spruch des Schlichtungsaus= kerung große Unruhe. berüßt worden waren. In den Straßen waren mehrere Ehrenpsorten errichtet, manche Häuser trugen rote Fahnen mit dem weißen polnischen Adler. Auch die Balkons und Schaufenster waren geschmückt. Die polnischen Vereine und Schüler bildeten Spalier. Unter dem Geläut der Glocken der katholischen Kirchen bewegte sich der Jug zum Rathause. Nachdem die Cruppen auf dem Alten Markt Aufstellung genommen hatten, erfolgte im Magistratssaal die Uebergabe der Stadt an den Oberst Skrzynsski, der alsdann vom Balkon des Rathauses eine Ansprache an die Soldaten und die Dolksmenge hielt. Am Abend fand in allen katholischen Kirchen ein feierliches Cedeum statt. In der letzten Nacht hatte der polnische Dolksrat polnische Straßenbezeichnungen an allen Ecken angeklebt. —0000 Was teht im Otient vor? Nach einem Londoner Telegramm hat es laut „Hamb. Nachr.“ großes Aufsehen erregt, oaß die mil tärischen Sachverständigen des Verbandes plötzlich von Paris abberufen wurden. Man weiß aus zuverlässiger Quelle, daß dieser Schritt mit der ernsten' Lage zusammenhängt, die durch das Vordringen der Bolschewisten in Asien geschaffen wurde. Eine halbamtliche englische Meldung besagt, daß mit der Unterzeichnung des Friedens mit Deutschland der Weltfriede bei weitem noch nicht hergestellt sei. Es werden vielmehr sehr ernste Ereignisse im nahen Osten erwartet. Aus dem Kaukasus, Teanskaspien, Syrien, Kleinasien und der Türkei liegen beunruhigende Anzeichen vor, wonach eine Erhebung dort täglich stattfinden kann. Die Bolschewisten stehen an der persischen Grenze und vereinigen sich überall mit den Türken. In Mesopotamien, Syrien, Aegypten und Indien herrscht unter der BevölWTA Lyon, 20. Jan. Aus Malta wird gemeldet, daß alle verfügbaren britischen Kriegsschiffe nach dem Schwarz n Meere abgefahren sind. — Aus Toulon wird berichtet, daß die Hospitalschiffe Befehl erhalten haben, nach dem Schwarzen Meere abzusegeln. Wie Steuern gespart werden konnten. Die Preise für Kaffee, Cee, Kakao, Schokolade, Spirituosen und Liköre sind noch sehr hoch, ebenso die der Weine und Sigarren, und Schleichhändler und Schieber verdienen daran Millionen. Daß das nicht sein muß, darüber sind wir alle einig, daß aber viele Steuern hätten gespart werden können, wenn das Reich mit einem Schlage die gesamte Auslandseinfuhr binnen 8 Cagen monopolisiert hätte, das ist kaum ausgesprochen. Und doch war das ohne Schädigung des reellen Handels möglich. Alle unterwegs befindlichen Waren wären einfach an der Grenze in Reichsbesitz übergegangen, und der Verkaus wäre zu neuen Marktpreisen ausgeschrieben. Das Publikum hätte also alle diese Waren billiger wie jetzt haben können, und die Reichskasse hätte für den Monat schlecht gerechnet 150 bis 200 Millionen Mark eingenommen. Wenn das Reich sich nicht dazu entschließen kann, sollte man wenigstens den Städten ein Octroi darauf gewähren, die das Geld ebenfalls sehr nötig gebrauchen können. In Verkehrslage im Ruhrgebset Die durch den Eisenbahnerstreik geschaffenen Verhältnisse lasteten in der vorigen Woche mit ihrer ganzen Schwere auf dem hiesigen Revier. Die Wagengestellung betrug in den ersten Cagen der Woche kaum 2000. Die Fehlziffern waren etwa 7000 Wagen. Infolgedessen mußten täglich etwa 70000 Connen auf Tager genommen werden. Betriebseinschränkungen und Förderausfälle ließen sich unter diesen Umständen nicht vermeiden. Kuf zwei Sechen konnten die Belegschaften vorübergehend nicht einfahren. Wenngleich auch die Verhältnisse in den letzten Cagen sich allmählich bessert haben(am Sonnabend, den 17. Januar wurden 12288 Wagen gestellt bei einer Fehlziffer von 5311 Wagen), werden sich die Folgen des Streiks noch lange Seit bemerkbar machen, zumal in einigen wichtigen Verschiebebahnhöfen noch gestreikt wird. In Hohenberg ist der Streik bis heute noch nicht beendet. Die Versorgung Süddeutschlands wurde noch dürftig über Dorhalle aufrechterhalten, jedoch steht die Wiederinbetriebsetzung des Bahnhofs Wedau, der durch hochwasser gefährdet war, unmitlelbar bevor. Die Haldenbestände betrugen am 3. Januar 524 208, am 10. Januar 425 345 und am 17. Januar 811 028 Connen. Insolge des abermals eingetretenen Hachwassers auf dem Rhein und seinen Uebenflüssen ruhte der Schiffsverkehr im Rheingebiet und ebenso der Umschlagsverkehr in den Quisburg=Ruhrorter Häfen seit dem 10. Januar vollkommen. Leider ist auch der Wasserstand auf westdeutschen Kanälen so stark, gestiegen, daß der Versand, die Zufuhr von Laderaum und sogar auch der Umschlag in den Sechenhäfen, der am 12. Januar nur noch 23 144 Connen betrug, seit dem 17. Januar fast ganz zum Erliegen gekommen ist. Uur nach dem Osten bezw. Uorden konnten einige Cransporte ausgeführt werden. —00— Aus Stadt und Ungedang. * Schwerte, 22. Januar. (Höheres Einschulungsalter.) In einem Aufsatze der„Monatsschrift für höhere Schulen“ weist Oberlehrer haescke auf eine Einwirkung des Krieges hin, die ihm eine spätere Einschulung der Kinder notwendig arscheinen läßt. Es hat sich bei Untersuchungen herausgestellt, die Dros. Dr. heß am Nürnberger Realgymnasium gemacht hat, und die von Aerzten in anderen Städten bestätigt werden, daß ein erheblicher Ceil der schulpflichtigen Kinder körperlich noch nicht schulreif ist. Es kommt dazu, daß den Kindern in der ersten Jugend die Mlilch fehlt, und daß die letzten Jahrgänge von Müttern geboren sind, die bereits körperlich minderwertig waren. haefcke schlägt deshalb vor, die Kinder erst ein Jahr später als bis jetzt üblich, also erst nach vollendetem siebenten Jahre, einzuschulen. Eine Kulturminderung fürchtet er von diesem Schritte nicht. Auch glaubt er, daß die Schulzeit dadurch nicht verlängert werdei wird; heute geht von der Einschulung bis zum Abgang von der Schule durchschnittlich eineinhalb Jahr verloren. Dieser Verlust glaubt er gerade durch die spätere Einschulung, die dann zur Seit größerer geistiger Reife erfolgen würde, ausgleichen zu können. **(Die neue Reichspostflagge) soll nach der Bestimmung der Regierung die schwarz-rot-goldene Flagge mit einem weißen Posthorn im roten Mittelfeld sein. Das weiße Posthorn steht ohne Umrahmung oder sonstige besondere Abgrenzung in dem roten Streifen der Flagge. **(Neue Höchstpreise für Seise und Seifenpulver.) Die jetzt gültigen Höchstpreise für Seife und Seifenpulver sind mit einer Bekanntmachung vom 21. Juni 1917 festgesetzt und seitdem im wesentlichen unverändert geblieben. In Anbetracht der jetzigen herstellungskosten mußte nunmehr vom Reichswirtschaftsministerium eine Erhöhung angeordnet werden. Jugleich mit dieser Preiserhöhung sind zum Schutze der Verbraucher Strafbestimmungen erlassen worden. Sie richten sich gegen Personen, welche die auf der Seife und den Seisenpulverpackungen ausgezeichneten, vom Ueberwachungsausschuß der Seifenindustrie festgesetzten Preise ändern oder unkenntlich machen. *(Eisenbahner=Versammlung). Unter dem Vorsitz des Herrn Dierks fand gestern nachm. im„Reiche des Wassers eine vom hiesigen Ortsverein des d utschen Eisenbahner=Verbandes einberufene öffentliche Versammlung statt, die von etwa 200 Personen besucht war und in der Herr Burgemeister von hier über das Thema: „War der Eisenbahnerstreik ein wirtschaftlicher oder ein politischer?“ sprach. Bereits im vergangenen Sommer seien die Eisenbahner wegen Lohnerhöhung eingekommen, deren Berechtigung angesichte der immer drückender werdenden Teuerung von keiner Seite bestritten werden könne. Er schilderte dann im einzelnen Ausbruch, Veilauf und Beendigung des Streiks, der allein durch das Hinauszögern der Tarifhandlungen verursacht sei, und dessen Mottoe auf rein wirtschaftlichem Gebiete lägen. Die Eisenbahner ließen sich nicht von irgend einer Partei zum Sturmbock gegen die Regierung mißbrauchen und müßten es weit von sich weisen, ihre durchaus gerechte Lohnbewegung zu einer politischen stempeln zu lassen. Mit der Mahnung zur Einigkeit und der Hoffnung, daß unser Wirtschaftsleben von einem 2. Eisenbahnerstreik bewahrt bleibe schloß der Redner seine Ausführungen. er(Frauen-Hersammlung.) Auf die morgen nachmittag 3½ Uhr im Klempt'schen Lokal stattfindende Dersammlung der Deutsch=Nationalen Dolkspartei sei auch an dieser Stelle nochmals aufmerksam gemacht. Irau hoffmann=Bochum wird einen für die Frauenwelt berechneten Dortrag„Unsere politischen Aufgaben" halten. *(Die Reichsvereinigung ehrmaliger Kriegs= und Zivilgefangener), Ortsgruppe Schwerte und Umgegend, beabsichtigt im nächsten Monat zum Besten der jetzt noch zurückkehrenden Gefangenen eine größere Wohltätigkeitsfeier, verbunden mit Staff llauf 3000 Meter quer durch Schwerte, ein Fußballwettspiel und Verkauf von Blumen in den Straßen der Stadt, zu veranstalten.— Wir werden auf die Veranstaltung noch zurückkommen. *(Die Schweiter Tportverei igung) hält morgen(Freitag) abend 8 Uhr im„Westf. Hof“ (Milberg) ihre Jahreshouptversammlung ab, in der wichtige Gegenstände zur Berarung und Beschlußfassung stehen, weshalb das Erscheinen sämtlicher Mitglieder— besonders auch der fördernden— dringend erwünscht ist. **(Lindwirtschaftlicher Kreisverein) Die Vereinsmitglieder seien auch an dieser St. lle darauf aufmerksam gemacht, daß die für morgen nachmitten 3½ Uhr in Hörde angesetzte General= versammlung nicht im Hotel„Zur Post“, sondern im„Stiftshof"(früher Bergmann) stattfindet. **(Mieler=Verein) Zur Frage der Wohnungsnot und der Mietssteigerungen haben jetzt auch die Arbeiterausschüsse von Schwerke nnd Umgegend Stellung genommen. In einer Sitzung der Ausschüsse und Vertrauensteule wurde die Gründung eines Mieterschi tzvereins beschlossen. Die nötigen Vorarbeiten sind bereils imgange und am Donnerslag, 29. ds. Mis., abends 6½ Uhr, soll in einer öffentlichen Volksversammlung über die Wohnungsnot, ihre Ursachen und Wirkungen, ein Vortrag gehallen und die Gründung des Vereins gelätigt werden Näheres wird noch durch Anzeige mitgeteilt *(Politische Versammlung) Im Kösterschen Saale tagte gestern abend eine von der hiesigen Ortsgruppe der USP. einberufene öffentliche Versammlung, die von etwa 200 Personen besucht war. Anstatt des angekündigten Redners Lehrer Schneider aus Hagen hielt der Parteisekretär Meiß=Gevelsberg einen längeren Vortrag über die gegenwärtige politische Lage, dabei insbesondere den Gegensatz zu der Mehrheits=Sozialdemokratie und der Regierung überhaupt betonend, und die angebliche Gefahr der Reaktion an die Wand malend. Weiter verbreitete er sich des längeren über das jetzt zur Annahme gelangte Betriebsrätegesetz, mit dessen Fassung er nicht einverstanden ist, da es den Interessen der Arbeiterschaft nicht entspreche. Dann, auf die bevorstehenden Aufgaben der USP näher eingehend, wernte er dringend vor Streiks, Putschen und Jan.(Der Turv=1 nach Regelung seiner hiesigen Verhältnisse wieder Als er eben in Zweckel “ Weitholer, 91. V... hielt nach Englend zu. h. am Sonntag unter dem Vorsitz des Herrn in einem Samiltenkrürzchen Abschied seiert, wurde Brinkmann seine PHerschzeöge, Sazgehgrzig#r von drei Zesigen Krininalbeannten überrasch: Beweis dasür, daß inlolge der kurnerschens: Däseldors, 21. Jan.(Erhebung von ie mitTätigkeit seit Kriegsende neues Leben den lionen Mark Nachsteuern.) Den Stadtverordneten Verein beseelt und das Interesse bei den ist eine Vorlage wegen Erhebung von Nachsteuern Turnfteunden wieder wachgerufen ist. Herr zugegangen. Hiernach sollen als Nachsteuer erOverbeck gab einen Rückblick über das ver= hoben werden. 100 Prozent der Einkommensteuer, gangene Jahr. der beifällig ausgenommen was rund 14 750000 M. einbringen wird, und bei torstand murdo fast' der Gewerbesteuer 1,75 M. des Prinzipalsteuersatzes, was eine Mehreinnahme von 1 250000 M. bedeutet. Beide Nachsteuern ergeben zusammen 16 Millionen Mark, womit lediglich die Uehrersordernisse bei der ordentlichen Verwaltung gedeckt sind. Köln, 21. Jan.(Ein unglaublich frecher Ueberfall) ereignete sich auf der Chaussee Köln— Altenberg. Dier Männer, die mit einem Betrage von mitbestens 200000 Mark auf einem Wagen nach einer benachbarten Grube fahren wollten, wurden unterwegs von 10 bewaffneten Ulännern angehalten und ausgeraubt. Als sie sich zur Wehr setzen wollten, wurde einer von ihnen erschossen, ein anderer an einen Baum gebunden, die beiden übrigen konnten entfliehen. Die Räuber sind mit Geld und Wagen entkommen. wurde. Der bisherige Vornans Walde su, vollzählig wiedergewählt. Nach der Neuaufnahme von 5 weileren Turngenossen zählt der Verein jetzt 241 Milglieder. —0— Aus den Provinzen. * hagen, 21. Jan.(Geständnis.) Der Arbeiter Kikillus aus herdecke, der vor einigen Wochen verhaftet worden war, weil er im Verdacht stand, den Wirt Mühling am Kaisberg in räuberischer Absicht ermordet zu haben, hat jetzt ein umfassendes Geständnis abgelegt. * Essen, 21. Jan.(Ein höflicher Spitzbube,) der seinen Besuch vorher persönlich anmeldete, war der Unbekannte, der vor einigen Abenden nach Geschäftsschluß vor dem Geschäftslokal des Herrenmodegeichäts vert, Burstraße, sich aufstelt und, Riesenschsebungen mit Cabad. Aus Magbe. dem Inhaber auf Befragen erklärte, in der perz burg wird berichtet: Durch die dier ersolgte Versenden nacht bei ihm einzubrechen, ziez., dann haftung eines vielfach vorbestraften Mannes nalaßte dies zunächst als Scherz auf, woch, stehen mens Görz, der sich auch Rosenfeld nannte, ist man aber doch um mitternacht auf, un Pgaß inzwpischen einer über ganz Deutschlend verzweigten Verbrechermubte ober de dem Schausenster gestohlen waren. bande auf die Spur gekommen. Diese befaßte sich ähnlichen Gewaltmaßnahmen, die den Gegnern nur willkommenen Anlaß zur weiteren Knebelung des Proletariats bieten würden. Im zweiten Teil seines Vortrages wies er auf die Wichtigkeit der bevorstehenden Wahlen zu den Eiternbeiräten Im mai soz wurde in der„Hohen heide“ der in din und forderte zum Schluß zum Eintritt in die Diensten des Großindustriellen Chyssen stehende Parteiauf, um dadurch der Ide des revolutionären Förster Dörflinger aus Kirchhellen, Vater von acht Sozialismus zum Siege zu verhelfen. Eine Aussprache schloß sich an den Vortrag nicht an. ** Westhofen, 21. Jan.(Lebensmillel) In dieser Woche kommen folgende Lebensmittel zur Verteilung: 100 Gr. Schmalz, d. Pfd. zu 10 M., 100 Gr. Graupen, d. Pfd. zu 70 Pfg., 100 Gr. Ceigwaren, d. Ofd. zu 1.18 M., 100 Gr. Erbsen als Sleischersatz, das Ofd. zu 1,60 M. verschieben. Kindern, von Wilderern meuchlings erschossen. Einer der Cäter, der Bergmann Brüggemann aus Bottrop, der unmittelbar nach dem Morde verhaftet werden konnte, hat sich der irdischen Gerechtigkeit entzogen, indem er sich im Gefängnis erhängte. Sein Mitschuldiger, der berüchtigte Wilderer Jahnenbrock, war nach England geflüchtet. Der Kriegsausbruch hinderte seine Verfolgung. Er war kürzlich nach hier zurückgekehrt, um sich —00— geschlossen. Außer der(Eisenbahnhauptwerkstätte in Nied hat die Regierung während der letzten Eisenbahner= streiks wegen Unwirtschaftlichkeit des Betriebes auch noch die Eisenbahnhauptwerkstätten klippes und Crefeld-Oppum im Eisenbahndirektionsbezirk Köln geschlossen und sämtliche Arbeiter entlassen. Ferner ist don Eisenbahnarbeitern bei der Beetriebswerkstatt in Kirchwethe im Eisenbahndirektionsbezirk Blünster, die zurächst in passive Resistenz und dann gleichsalls i einen wilden Streib getreten waren, eino Irist zur Wiederaufnahme der Arbeit gesetzt worden. Desie Arvetter von dieser Bereitwilligkeit der Ver###ltung, sie weiterhin zu beschäftigen, keinen Gebrauch gemacht haben, sondern weiterhin dem Dienst serngeblieben sind, sind sie gleichfalls entlassen worden. In allen diesen Fällen hat die Regierung wie bei der Schließung der Eisenbahnhauptwerkstätte in Nied geglaubt, eine weitere Vergeudung von Staatsgeldern vor dem Dolk nicht mehr verantworten zu können.— Der Ausstand der oberschlesischen Kleinbahnangestellten, gegen 1200 Mann, geht weiter. 00— Eingesandt. (Für Artikel unter dieser Rubrik üvernimmt die Schriftleitung nur die preßgesetzt. Derantwortung.) vom Kampf um die Schule. Gestatten Sie mir einige Worte zu dem Eingesandt in Nr. 16 Ihrer geschätzten Seitung. Der Auffassung des Einsenders muß entschieden widersprochen werden. Bisyer war es doch allgemeine Ansicht, daß die Erziehung des Kindes, wenigstens bis zum schulpflichtigen Alter, größtenteils Sache der Mutter sei. Soll nun die Mutter- die bis jetzt ihr Kind erzogen hat, kein Mitbestimmungsrecht haben darüber, wie das Kind in der Schule erzogen wird? Wenn irgendwo, dann hat in diesem Falle die Uutter das Wahlrecht, ja die Wahl pflicht. Der Erlaß spricht doch auch von Eltern, dazu gehört doch auch die Mutter. Die Mütter mögen sich jene Leute merken, die ihnen das Recht abstreiten, an dem Wohl und Wehe ihrer Kinder in dieser so überaus wichtigen Frage mitzuwirken. g. (Hiermit ist die Angelegenheit für uns vorläufig erledigt und werden wir weitere Einsendungen nicht mehr berücksichtigen. Srchiftl.) Verantwortlich für die Schriftleitung: Fried. Kraas. Druck und Verlag: Carl Braus, beide in Schwerte. Der heutigen Ausgabe liegt ein Flugblatt „Was will die Deutsche Dolkspartei?“ bei, welches wir geneigter Beachtung empfehlen. Die Geschäftsstelle. Statt jeder besonderen Anzeige. Es ist bestimmt in Gottes Rat, Daß man vom Liebsten, was man hat, Muß scheiden. Am Mittwoch morgen 5½ Uhr entschlief sanft nach kurzer Krankheit infolge Lungenentzündung meine herzensgute Tochter, unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante, meine liebe unvergeßliche Braut Hedwig Heimann im vollendeten 24. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten: Vater und Geschwister Otto Segel, Stud. ing., als Bräutigam. Wandhofen, Dortmund, Schwerte, Aplerbeck, Berghofen, Hamborn, den 21. Januar 1920. Die Beerdigung findet Samstag, den 24. Januar 1920 nachmittags 2¾ Uhr vom Trauerhause aus statt. 283 zur Reichskrone. Nur noch heule 2 außergewöhnlich gute Schlager. eu, Ddie Sohelle Drama in 6 Akten. Rach dem Roman von Arthur Landsberger. Der Fürst der Nachl. Deteklio= u. AbenteuerDrama in 5 Akten. Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Bruders sprechen wir allen unseren herzlichsten Dank aus. Rheinen, 21. Januar 1920. Im Auftrage: H. Becker. * Rotklee Gelbklee 341 Wir empfehlen den Besuch dieses Programmes. RindviehVersicherungsVerein für Villigst und Umgebung. Sonntag, den 25. Jan nachm 3 Uhr beim Wirt Peuckmann, Villigst: rdnun-:“ Tagesoranung. 1. Rechnungslage 2. Vorstandswahl 8. Zahlung der Beiträge 4. Verschledenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird dringend gebeten. Der Vorstand Einzelsehende junge Frau sucht für bald ein größeres oder zwei kleine Zimmer (Mansard u) zu mieten. 9#godie 1 7 an die Stschaf# Prol. Freidenker= Schwerte. Mädchen össenlliche Volksversammlung — den. 010 Fahug- abohe am Freitag, 66##r. Julluur, aberids 6½ Ahr in der Reichsärone(Kinosaal). Uhema:: 4 83 Weltliche Schule und Sittenuckterricht an Stelle des Religions=Unterrichts in Simultan= und konsessioneller Schule. Referent zur Stelle. Freie Aussprache. gesucht, das zu Hause schlasen kann. Ju erfr. in der Geschst Maßarbeit und :: Reparaturen: liefert schnell, gut und billig. Auf besonders eilige Arbeit kann gewarket werden. HI. Hitzegead, Schuhmachermeister Senningsweg 26. 160 Suche zum oder später ein kräftiges oder ein Stück pachten gesucht. J. Krimmelbein Zenungsbeten Weissklee #- Schwedenklee Gras- und Runkelsamen in den nächslen Tagen ein treffend. Bestellungen erdittel Carl Lethaus Schweite. 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Braus Schwerte(Ruhr). — 22 8 3 5 B##n 58. 82 * ** * S.*#1 FgER R 2g0 * S 8 10 —* 92R Lücke zurück. Der Vormund der Kinder gab ihnen in einem Winkel seines stockfinsteren Gangkämmerchens ein Bett zur freien Verfügung. Mehr konnte und mochte er nicht tun. Er war ein alter Junggeselle und war froh, wenn er nichts von den Kindern hörte. Denen ging es übrigens nicht schlecht. Besonders die kleine Rosel wuchs lustig heran und wurde ein reizendes Kind, das wie ein lebendiger Sonnenstrahl durch die Gasse huschte. Das feine, frische Gesicht, die strahlenden Blauaugen, die glitzernden, goldenen Löckchen— alles dies gab ein Bild zum Malen, wie die Leute bewundernd sagten. Rudi war unsäglich stolz auf seine kleine Schwester und betrachtete sie als sein Eigentum, das einzige, das er überhaupt besaß. Er hatte noch nie jemanden liebgehabt, und sein junges Herz verlangte doch stürmisch danach. Nun besaß er die Kleine, die Kleine, die ihm von weitem schon jauchzend entgegenlief, die so oft die drallen Aermchen zärtlich um seinen Hals legte und ihn küßte mit ihren roten Lippen. Vor den Leuten duldete Rudi solche„Faxen“ zwar nicht. Er genierte sich, wie alle Jungen seines Alters. Daheim aber in ihrem dunklen Winkel, da ließ er sich ruhig und behaglich alles gefallen und fühlte sich sehr glücklich trotz aller Plage. Die Buben hatten ihn früher so oft ausgelacht und ihm Spottnamen zugerufen. Aber da er ein gefürchteter Kämpfer bei jeder Straßenbalgerei war, der nicht im mindesten rücksichtsvoll gegen seine Feinde vorging, schaffte er sich bald Ruhe. Ja, er brachte es sogar zu einer fast geachteten Stellung bei der Jugend der Gasse, da er der einzige war, welcher oft zwanzig Kreuzer im Tag verdiente. Rudi lächelte, wenn sie ihn bewunderten.„Ja, wenn nur micht alles so teuer wäre“, pflegte er dann zu sagen, ganz wie eine gewiegte Hausfrau. Sorgen hatte er geung! Aber dafür gehörte auch die Rosel ihm! (Schluß folgt.) Ede man tadett, sollte man immer erst versuchen, ob man nicht entschn'sigen bann. kichtenberg. 3 Denkspruchz. in imi Gellern und Hei S ### 35 zile! Vergessene Erfindungen. Durch den unerhörten und nur zu begreiflichen Aufschwung, den die Technik in diesem Kriege genommen hat, wurde das Erfindungswesen wieder einmal zum Mittelpunkt allgemeiner Erörterung. Zahlreiche Pläne zur Verbesserung dieser Frage wurden bekannt, am meisten trat wohl die Idee eines sog. Erfinderinstitutes in den Vordergrund. In diesem Zusammenhang ist es von Bedeutung, der vielen„vergessenen Erfindungen" zu gedenken. Ein Blick in irgendeinen älteren Jahrgang deutscher Patentschriften zeigt, wie Wilhelm Heinitz in der„Umschau“ ausführt, welche Unmenge von Zeit, Denktraft, Geld und Arbeit für Erfindungen aufgewandt wurden; die sozusagen gleichzeitig mit ihrem Entstehen in den Schoß der Vergessenheit versanken. Es ist nicht unwichtig, der Ursache dieser vielen vergessenen Erfindungen nachzuspüren, da sie ja alle durch den Patentschutz amtlich als regelrechte Erfindungen bezeichnet wurden. Der Hauptgrund ist nach Heinitz wohl darin zu erblicken, daß die Mehrzahl solcher Erfindungen zwar theoretisch, aber nicht praktisch eine gewerbliche Verwertung zuläßt. Ein nicht geringer Teil der Erfinder begeht die gleiche Unterlassungssünde: die Frage des tatsächlichen Bedarfes nicht ernsthaft zu erwägen. Eine typische Erfindung dieser Art war z. B. die eines Klaviers, das alles darauf Gespielte sofort niederschreibt. Der betreffende Musiker war dazu durch die Schwierigkeit veranlaßt worden, die ihm die freie Beherrschung des Tonmaterials in seinem Kopfe verursachte. Technisch war gegen dieses Patent nichts einzuwenden, denn wie elektrische Klaviere alle Tonstücke durch eine gestanzte Notenrolle wiederzugeben vermögen, so kann man auf umgekehrtem Wege alle vom Komponisten angeschlagenen Töne aufzeichnen lassen. Praktisch erwies sich der Apparat jedoch als bedeutungslos, denn erstens muß die improvisierte Komposition vielfach verbessert werden, zweitens müssen die durch die Ersindung gewonnenen Noten für teueres Geld in gewöhnliche Notenschrift übertragen werden, und drittens ist die Anschaffung des Apparates für viele Komponisten überhaupt unerschwinglich. Ein anderer Musiker wieder erfand eine an sich ausgezeichnete Vorrichtung zum Transponieren. Da aber jeder Kapellmeister am Theater, wo ja fast ausschließlich das Transponieren erforderlich ist, diese Erfindung von Hause aus beherrscht, war die ganze Sache vom Standpunkt der kaufmännischen Verwertung hinfällig. Aehnliches galt z. B. für einen eigenartigen Steigbügel, der verhindern sollte, daß der Reiter bei einem Sturz mit dem Fuße im Bügel hängenbleibt. Rennreiter und Kavallerie sind über derlei erhaben, und die Zahl der einzig dafür in Betracht kommenden Sonntagsreiter ist zu gering, um prattisch in Fraze zu kommen. Eine besondere Gruppe im Reiche der vergessenen Erfindungen bilden die sog.„unverlierbaren“ Hutnahelschützer, deren es mindestens 20 Modelle gibt. Dies zeigt, daß der Erfinder sich aus wirtschaftlichen Gründen bis zu einem gewissen Grade vor seinem eigenen Erfindunggeist schützen muß. Hierfür wird eine systematische Fra stellung empfohlen, die dem Erfinder selbst als Prüfstein dienen soll. Die Hauptfragen sind: Wer wird sich überhaupt praktisch für die Idee erwärmen? Bedeutet die Erfindung auch eine„wirkliche“ Verbesserung? Liegt ein tatsächliches Bedürfnis vor? Steht die Höhe der Herstellungskosten nicht in einem Mißverhältnis zu den zu erwartenden Einnahmen? Ist die Erfindung nicht etwa in der Hauptsache einem rein persönlichen Wunsche nach Arbeitserleichterung entsprungen? Ist sie leicht mit kleinen Verbesserungen nachzuahmen? Schließlich ist auch bei jeder Erfindung zu erwägen, ob sie im rechten Augenblick kommt, um wirklich nutzbringend ausgebeutet zu werden. Denn die aus irgendeinem Grunde unzeitgemäße Erfindung ist von Anfang an zur Vergessenheit verdammt. 3 Welches sind die härtesten Hölzer? In Anbeiracht der hohen Verwendung von Holzkonstruktionen zu direkten oder indirekten Kriegszwecken spielt die Frage der Widerstandsfähigkeit der verschiedenen uns zu Gebote stehenden Holzarten eine wichtige Rolle. Als härteste Hölzer sind, wie der„Holzwelt“ zu entnehmen ist, der Fliederbaum, der Buchsbaum, das amerikanische Eisenholz, das aus Ceylon stammende Ebenholz, das Pockholz und das Quebrachoholz anzusehen. Von den angeführten Arten haben wir an Fliederbaum und Buchsbaum eigene Bestände. Von den ausländischen Hölzern waren ausreichende Vorräte angesammelt. #8 95 S 9 5 3 S S * *PE #. s 8 * 9 S* 2 8 ** 53 8 65 5: 2 * S 5 * E 5 3 2 2. # 8 S 3 9 5 S 8 **„* K S S39ES #. un ap Sgog S S8 S S S rSGgxE 9. S — S—— S 07— E: 8 5 3 0 92 9 S S 6 1 S S ** K SSüpä ASSSTRE S eS#a * 4 8 S0 F1# 9 EE ** ——— — Erstes und ältestes Tagesorgan des Kreises. erbin Antechaitungs-Beitage zu Nr. 18. 22 Jasnar 1820 Grafen von Zexteen ∆ ie Schuhe hatte der gnädig Polterabendfest an, sagte der alte Diener,„sie waren ganz neu. Aber während Fräulein Julie fortging— Gott mag wissen, was das arme Fräulein mitten in der Nacht in ihrer leichten Kleidung hinaustrieb in den Forst— war der Herr ja doch im Park. Er sagte, er sei auf einer Bank ein wenig eingeschlafen— ja— und da muß er die Schuhe so zugerichtet haben. Es fehlte auch ein Teilchen vom Ich fand sie in der Frühe, während der Herr noch ganz apathisch im Salon saß, in seinem Schlafzimmer. Und weil das Instandhalten von meines Herrn Garderobe zu meinen Obliegenheiten gebört, ließ ich den kleinen Schaden gleich herrichten.“ Der Alte nahm seinen Schuh und ging schwerusg bingu= Gerlach und seine Tochter sahen sich an. Lange sprachen sie nicht. Dann sagte Gerlach: „Nun, Kind, was denkst du? Ist vas eine Lösung?“ Käthe schüttelte den Kopf. „Nein; nur eine weitere Verwirrung. Denn wenn Graf Hugo der Besitzer eines feinen, gespitzten Schuhes ist, dem ein Absatzteilchen fehlte, dann— dann—“ „Dann befand Graf Hugo von Freydeck sich fast unzweifelhaft am Tatorte. Nicht, Kind?“ Sie blickte ihn verwirrt an. „Und— was weiter?“ „Und da war ein Mann in schweren Jagdstiefeln; die Kommission nimmt doch an, es sei Max gewesen. Dieser##be Mann sandte seit langer Zeit seine selbstgezogenen Hyazinthen an Julie, o. er gab sie ihr selbst, obgleich sie gerade diese Blumen gar nicht Und sie hob, trotz ihrer starken Abneigung, alle diese Blüten sorgsam auf. Was ist daraus zu schließen, „Daß— daß Max und Julie“— sie stotterte ein wenig. Gerlach nahm ihre beiden kalten Hände in die seinigen....., 1.6 Teten ict mahr: „Ja, daß sie sich sehr lieb halten, nicht wahr: Lieber, als Schwager und Schwägerin gewöhnlich. Daß da etwas gespielt hat. wovon wir alle und wahrscheinlich auch die nächste Umgebung Julies kaum eine Ahnung hatten. Und was muß man weiter foigern? Daß Graf durch irgend einen Zufall von dieser Neigung Roman von A. Ostland. (38. Fortsetzung.)(Nachdruck verboten.) gnädige Herr beim erfuhr, daß er deshalb die Nähe Max Günfogge, ziee, ds v....6. daß er thn deshalb haßte, wie nur ein a—schaz, licher, eifersuchtiger Mann hassen kann. Kannst du jetzt die seltsame Szene von heute nacht begreifen? Erscheint dir nicht vieles schon klarer?" „Aber weshalb spricht Günther nicht?" warf Rübe ein. Gerlach schritt unrunig auf und nieder. „Ja— warum? Ich sehe keinen Grund, auer dem, daß er vielleicht Julie schonen will, noch im Tode. Aber setzt ein Mann dafür alles aufs Spiel: seine Ehre, seine Zukunft, die Zukunft seiner Kinder? Ist das denkbor?(24 M Eine Pause entstand. Keins sprach mehr. Hermann Gerlach dachte zurück an die lange Reihe von Jahren, in denen Max Günther sein Freund war. Er dachte an das oft überspannte Ehrgefühl dieses eigenartigen Mannes, an seine Besonderheiten, an seine Willensstärke und Beherrschungsfähigkeit. Und immer klarer wurde in ihm die Ueberzeugung, daß hier große Leidenschaften geherrscht haben mochten, Wünsche, die vielleicht aus irgend einem Grunde unerfüllar waren, daß aber dieser Mann nie etwas Unedles hatte begehen können. Und Käthe dachte mit weichem Herzen an die Tote, an der sie so innig gehangen, und die ihr doch stets im innersten Wesen fremd geblieben war, an dieses selten schöne, heißempfindende Geschöpf, welches ein großes Geheimnis mit strahlendem Lächeln hinüberrettete in den Tod. Wie war dieser Tod eingetreten? Wie hatten sich die letzten Augenblicke in jenem abgelegenen Teile des Waldes, auf der von niedrigem Geländer begrenzten Brücke gestaltet? Würde alles dies jemals Käthe rafste den Kranz auf und schritt damit nach der nächsten Tür, welche in das allgemeine SpeiseAber erschrocken prallte sie zurück. Da, dicht neben der Tür stand der alte Oberst von Kirchbach, schwer auf seinen Stock gestützt.„ Sein vergrämtes, von tauseno Fallen burchzogenes Gesicht war fast grau. Aber aus den kranken Augen des alten Soldaten glänzte jetzt etwas wie Kampfesfreude, wie ein ehrlicher, ungeheurer Zorn, welcher sich Luft machen will.. Gerlach übersah mit einem Blick die Situalion. Und in diesem Augenblick wußte er es auch: dieser alte Mann, der so schwer betroffen worden war, nahm * #SE ** S G•2 S g S#g. S Enß S#e 1 +.* 8S = EBEE S* =PgBEERSE ..• S Pesus SEs B S- JEEEEn S SSORZEEUNAN, E2 R E GFS „ E 2 S SS S3 S S6E * Peahn n** S 7 · S SSaES S M EE —*• G SSEEE S S 5 85 PSSEER B S.* 5— S S 9NRN BBUEES *** .* S 8 * I: 9 2 8 S E SSS * 25 SDE SEES S#cEs KARSBGBEES nun die Sache selbst in die Hand, er entwand ihm die Führung und würde handeln, wie er es für gut fand. Aber ob es gut und geraten war, jetzt schon eine Anklage zu erheben? Ob man nicht warten sollte und noch mehr Beweise sammeln? Gerlach faßte nach dem Arm des alten Herrn. Er wollte ihm begütigend zusprechen, wollte Vernunftgründe anführen, Vorstellungen machen. Aber er sah es an dem stahlharten ausbruck dieser Augen, an dem entschlossenen Mund: hier war alles Reden vergeblich. LAcnishag Geschic 6.i. Dieser Mann, dem ein höhnisches Geschia sein letztes Kind auf eine so grauenvolle und geheimnisvolle Art geraubt hatte, war unter allen Umständen entschlossen, eine Sühne zu finden. Er kämpfte auch noch für die, welche ihm geblieben, für den Schwiegersohn, den er hochschätzte, für Georg, der von jeher sein Liebling gewesen war. Nun sah er einen Weg vor sich. Diesen Weg würde er gehen ohne jede Rücksicht. Hermann Gerlach dachte nach. Er und Käthe hatten dem alten Herrn manches verheimlicht. War es nicht nun, da er doch schon so vieles wußte, besser, ihm alles zu sagen? Eine Stunde später hatte Oberst von Kirchbach erfahren, was überhaupt zu erfahren war. Er hatte dem Freunde kurz gedankt. Auf alle Fragen, was er nun zu tun beabsichtige, gab er nur ausweichende Antworten. „Ich bin ein alter Soldat,“ sagte er.„Das viele Ueberlegen ist nicht mein Fall. Handeln! Den Augenblick beim Schopfe nehmen! Und dem Schuldigen offen entgegentreten! Kein langes Versteckspielen! Zum Teufel, wenn Graf Hugo an der Unfallstelle war, dann soll er sprechen! Und all die Geschichten, die ihr euch da in den Kopf setzt, die werden gleich zerstieben, wenn man sie klar beleuchtet! Wenn Max mein armes Mädel so sehr geliebt hätte, weshalb heiratete er sie nicht? Und weshalb nahm sie dann die Werbung des Grafen an? Die Hyazinthen sind doch kein Beweis! Die hat er ihr oft vor meinen Augen gegeben, und ich fand nichts daran. Wenn einem jemand eine Freude machen will, dann hebt jedes sentimentale Mädchen sich gern eine Blume auf, und wenn sie ihr auch sonst nicht sympathisch ist. Das ist noch längst nichts Beweisendes. Aber das ist doch sehr sonderbar, daß der Graf heimlich in Julies Zimmer dringt und alles verbrennt? Und vieles andere in seinem Gebaren ist auch ganz unverständlich.“ Der alte Herr sprach noch lange fort und war nicht zu beruhigen. Der Gedanke, daß nun doch bald Klarheit in diese Sache kommen müsse, stärkte ihn förmlich, belebte ihn und ließ ihn für den Augenblick fast seine Schmerzen vergessen. Käthe hätte ihn gern bewogen, noch länger zu warten, einige weitere Tage vorbeigehen zu lassen, ehe er sprach. Aber er beharrte eigensinnig auf seinem Freilich, als sie dann, um Stunden später, an Julies Grab standen, da gingen alle Ueberlegungen und Gedanken unter in dem großen Weh der Minute. Gerlach war während der ganzen Einsegnung neben Max Günther geblieben, während Käthe den alten Oberst sorglich stützte.„., 914 Ssammen G. Erich und Georg hielten sich zusammen. Immer wieder sah der ältere Bruder mit besorgten Blicken in das schmale Gesicht des jüngeren. Aber Georg lächelte ihm dann sekundenlang tröstend zu, als wollte er sagen:„Laß nur, es geht alles vorüber!“ So standen sie zusammen in dieser schweren, harten Skunde und hielten sich eins am anderen aufrecht. Max Günthers wie in einem tiefen Schmerz erstarrtes Antlitz hob sich fahl heraus. Er überragte alle weit, und ihm galten auch die meisten der neugierigen Blicke, der gezischelten Worte, welche aus der dichten Volksmenge, die den Zug erwartete, bis zu den Leidtragenden den Weg fanden. Man flüsterte und munkelte. Weshalb ging der Bräutigam nicht mit der Familie? Er stand ziemlich abseits, mit leeren Blicken immer nur auf den Sarg sehend, über den der Pfarrer von Sankt Lukas jetzt schlichte, warme Worte hinsprach, Worte von Wiedersehen und von einer Liebe, die den Tod überdauert. Die Frauen weinten, und auch manchem Mann rann eine Träne die Wange herab. Aber Hugo von Freydeck weinte nicht. Er stand zwischen der Baronin von Berghaus und dem alten Gerichtsrat Stegmann. Jetzt, da sich langsam der Sarg in die Tiefe senkte, jetzt wendete er plötzlich den Kopf. Da trafen sich seine Augen mit denen Max Günthers. Und wieder leuchtete aus diesen tiefliegenden, dunklen Sternen eine zwingende Mahnung. Oder war es ein Flehen? Eine Bitte? Max Günther richtete sich straffer und stolzer empor. Hermann Gerlach sah, daß sein Gesicht jetzt noch blasser war, und daß seine Hände bebten, wie unter dem Ansturm einer ungeheuren Leidenschaft. Dann trat Max zurück, und Käthe beugte sich über das Grab. Einen langen Blick'warf sie hinab auf den Sarg. Da lag schon Erde darauf, aber keine Blume. Mit einer raschen Bewegung faßte sie nach dem Hyazinthenkranz, den ihr schwarzer Schleier bisher beinahe verborgen hatte, und warf ihn hinunter. Mit leisem Aufrauschen sanken die leuchtenden, duftatmenden Blumen in den dunklen Schacht. In diesem Moment setzte der Männerchor ein. Klar und hell klangen die kräftigen Stimmen durch den Aber da geschah etwas Unerwartetes und Sonderbares. Mit einem unterdrückten Wehlaut riß sich Graf Hugo von Freydeck los von dem Arm der Baronin, welche ihn nicht für eine Minute freigegeben hatte, und drängte sich durch die erschreckt zurückweichende MenschenKäthe begriff es, ier wollte zu ihr. Aber sie wich nicht zurück. Mit einem festen Blick sah sie ihm ent„Die Blumen? Von wem sind die Blumen?" schrie Hugo von Freydeck und deutete mit unsicherer Hand hinab. L.t Mm Der alte Pfarrer war besturzt zuruggetreten. Die anderen aber schlossen einen dichten Wall um das Grab und um die beiden Menschen, den Mann, der vor Erregung kaum sprechen konnte, und das Mädchen, das entschlossen zu ihm aufsah. Aber ehe sie noch zu antworten vermochte, war Max Günther einen Schritt vorgetreten. „Von mir!“ sagte er laut und fest. 0 Sie hörten es alle, denn der Cyor der Sänger hatte das Lied abgebrochen. Und sie sahen es alle, wie die beiden Männer sich sekundenlang maßen, und wie dann plötzlich der Graf mit einem katzenartigen Sprunge gegen den andren ansprang. Der alte Oberst von Kirchbach stand so unvermutet zwischen den Ringenden, daß es niemand hätte von dem geschwächten, siechen Manne denken können. Was er sagte, verstanden nur die wenigsten, vielleicht keiner außer Gerlach und Stegmann, die herandrängten. Aber sie sahen alle dieses zerrüttete, leichenblasse Gesicht und die drohende Handbewegung, mit welcher der Oberst den Grafen hinwegwies. (Fortsetzung folgt.) Der Gassenbub'. Von A. Grefe. (Nachdruck verboten.) Rudi Horner noch ein kleiner pausbackiger Range war, bildete die Sackgasse, in der er sich immer umhertrieb, seine ganze Welt. Rechts und links gab es hohe neue Häuser, die trotz der wenigen Jahre ihres Bestandes schon völlig verwahrlost aussahen. Für Rudi waren es Paläste. Der Garten, welcher die Gasse unten abschloß, hatte bloß ein durchsichtiges Gitter als Begrenzung, und es war außerordentlich, was es da drinnen alles zu beobachten gab. Wenn man im Sommer auf den Steinen vor dem Tore kauerte und hineinguckte auf die frischgrünen Rasenplätze und die uralten Bäume, so war es in der Tat fast ebenso gut, als wenn man drinnen gewesen wäre. Rudi wenigstens fühlte sich vollkommen zufrieden. Er kannte überhaupt keinen Neid und. fand sein eigenes Los nichts weniger als beklagenswert. Das Ideal eines jeden Knaben: Freiheit nach allen Richtungen, hatte er, dank der völligen Unbesorgtheit seiner Mutter bezüglich seines Wohlergehens, erreicht. Und mehr bedurfte er nicht, um ganz glücklich zu sein. Auf Luxus und Komfort, diese Errungenschaften unserer modernen Ueberfeinerung, legte er nicht das geringste Gewicht. Es genügte ihm, heute da, morgen dort ein paar Bissen zu bekommen. Da seine Mutter, eine Fabrikarbeiterin, keine Zeit oder Lust besaß, sich viel um ihn zu kümmern, hatte er es sich längst angewöhnt, selbst für seine leiblichen Bedürfnisse zu sorgen, was ihm auch mit Hilfe sämtlicher gutherziger Nachbarsleute gelang. Für die notwendige Kleidung sorgte der rosige, gemütliche alte Besitzer des herrlichen Gartens, ein pensionierter Lehrer mit etwas Vermögen. Er besaß eine Schar von Enkeln und schenkte alles Abgetragene dem kleinen Rudi, der es vergnügt in Empfang nahm, um möglichst schnell ein sicheres Versteck für die prachtvollen Dinge ausfindig zu machen, von wo er sich im Bedarfsfalle dieses oder jenes Stück holte. Er hatte in dieser Hinsicht traurige Erfahrungen mit seiner Mutter gemacht. Sie hatte einmal einen herrlich warmen kleinen Ueberzieher ins Versatzamt getragen, um ihn nie mehr auszulösen. Das verwand Rudi lange nicht, und nun war er klug und weise und hütete seine Schätze. In dieser Art lebte Rudi sehr angenehm bis zu seinem sechsten Jahre, wo er zur Schule mußte. Aber da er schnell und rasch lernte und äußerst wißbegierig war, fand er die Sache mehr unterhaltend als drückend und eroberte sich bald einen guten Platz. Wenn er so still dasaß mitten unter den andern Kindern, dann fiel dem Lehrer öft der scharfkluge Ausdruck des mageren Gesichtes auf und das Feuer der großen grauen Augen, die so unbarmherzig gescheit in die Welt sahen. Und er nahm sich vor, diesem Kinde ein besonderes Interesse zu schenken. Aber da siebzig Kinder in der einen Klasse zusammengepfercht waren, hatte der junge Lehrer keine Zeit, sich um den einzelnen mehr zu kümmern, und so blieb Rudis Innenleben auch für ihn ein Buch mit sieben Siegeln. Es war mehrere Jahre später. Rudi wuchs zu einem schlanken Jungen heran. Sein Gesicht war schmal und blaß geworden, seine Bewegungen hatten ihre frühere Raschheit und Geschmeidigkeit etwas eingebüßt. Das kam von den verschiedenen Arbeiten, die er verrichten mußte, und die eigentlich für ihn noch viel zu schwer waren. Rudi übernahm aber doch willig heute Holz tragen, morgen Milch abliefern, dann wieder die Zeitungen abzugeben, und was es sonst noch an Verdienst gab. Das Leben war hart. Er kannte es jetzt Eines Tages stand er wieder einmal außerhalb des Gitters, das den schönen Garten von der Straße trennte, und guckte sehnsüchtig hinein. Ueber der Welt lag tiefe, sommerliche Mittagsruhe. Da drinnen rührte sich auch nichts. Nur der Wind fuhr durch die Kronen der Bäume, und die roten Rosen neigten ihre duftschweren Häupter einander zu. Rudi sah sich vorsichtig um. Im nächsten Augenblick stand er jenseits des Gitters und wand sich vorsichtig zwischen Strauchwerk dahin. Jetzt stand er bei den Rosen, jetzt streckte er begierig die mageren Finger nach den leuchtenden Blüten. 4 „Holla!“ sagte da eine Stimme hinter iym.„Blumen stehlen? Pfui, Rudik“„ 74 Der Knabe fuhr herum. Vor iym stand der rosige, weißhaarige Besitzer des Gartens und sah ernsthaft auf ihn herab. Rudi wurde blutrot. „'s ist nicht für mich,“ murmelte er verlegen,„bloß für das Roserl— ja— G 16 8 „Wer ist denn das Roserl?“ fragte der alte Herr, schon ein wenig besänftigt. „Meine Schwester“, entgegnete Rudi knapp. „Schwester?“ wiederholte Herr Urban erstaunt.— „Junge, seit wann hast du eine Schwester?“ „Seit— seit einer Woche“, stotterte der Bub'. Der alte Herr wiegte nachdenklich den Kopf. „Ich glaub' dir das nicht, Kind“, sagte er dann „Wenn es aber doch ganz bestimmt so istk“ schrie Rudi, kirschrot vor Aufregung.—„Die Mutter sagt, wie sie damals vor zwei Jahren nach Haus gefahren ist zu der Großmutter, da ist die Kleine dorten auf die Welt gekommen. So irgendwo in Böhmen oder so Und jetzt hat die Großmutter es satt, für die Rosel zu sorgen, und hat sie hergeschickt. So ein schönes Mädel haben Sie überhaupt noch nicht gesehen, bestimmt nicht.“— Rudi verlor den Faden seiner Erzählung, wurde unruhig und sah nach den Rosen.„Ich hab’ nur wollen ein paar nehmen, weil heut der Wirn ihr Namenstag ist. Ich glaub' schon, daß sie mit ein paar Kreuzer dafür geben hätt'. Und ich halt jetzt gar so viel Geld wegen der Rosel.“ „Du?“ unterbrach ihn der alte Herr. „Na, wer soll sie denn sonst erhalten?“ fragte Rudi unwirsch dagegen.„Die Mutter vielleicht? Die ist seit vorgestern im Spital und wird schier nicht mehr viel aus ihr werden, hat der Doktor gesagt. Auf der Lunge hat sie's. Na ja,“ das magere Kindergesicht blieb ziemlich gleichgültig.„Sie kann halt nichts mehr tun für die Rosel. So bin natürlich nur ich dafür da.“ Der alte Herr ging schon nach der Rosenschere. „Wenn dir mit ein paar Blumen geholfen ist, sagte er.„Da hast du sie. Und bring' die Rosel einmal her. Milch oder so was wird sich wohl immer foden!. Rudi nickte. „Sie hat alles, was sie braucht,“ entgegnete er. „Aber dann und wann einmal, wenn Sie's erlauben. Ich bring's recht schön durch. Die Milch ist dafür trag' ich der Milchfrau aus, Und a bisserl Essen schenkt uns die Wirtin. Schuh' und Kleiderln hat ihr die Fräuln Poldi gestern gemacht. Und alles andere hats von mir.“„— Die schlanke Gestalt streate sich noch ein wenig höher. Und stolzen Schrittes ging Rudi samt seinen Rosen davon. Von nun an war er ganz Schule mußte auch absolviert werden. Aber da half ihm oft nur sein guter Kopf, denn bezüglich des Fleißes mußte der Lehrer viel Nachsicht haben. Da aber Rudis verantwortliche Stellung als Ernährer und kleinen Rosel bekannt war, hatte man auch hier Geduld. Die Mutter starb wirklich. Sie ließ keine große 4