ärge i Helgarten, ud ubehör, Aufbahrnng * mann Müller, aselachstraße 3. — zere verehrten erenten bitten „Anzeigen gleich der Aufgabe zu ahlen. Geschäftsstelle „Schw. Ztg.“ ng. cher Teilnahme bei betroffen, und für rrn Paster Klinker 543 m Neuhaus Boche frönung des Prenbihe vom 30 Juni 1917, b wird für den Bezirk### nmt: niebsställen der Erzeug#### ngen) und in deren Nähe erbraucher und Kleino#### chmiltagsstunden zwischen ieser Zeit dürfen an en## 9 Pfund Odst abgeget#### S55 Landkreises Höld### s. und Samstag, diesch chäften gegen Vorlog## ind der Kundenlist 9 Grammt zum Prec e Zahlzeitel und### ause. 1917. 354 Magistrat: Rohrmann. Achtungs erde geschlachtet. Empfet### s00 Braifleisch à P s. Wurstwaren. serdemetzgerei 12. Teiefon 108 erde. Bei Unglücksfällan lppen Umschlägen r Auswahl empficht arl Braus prima echles De Seuuemn Zeuue ult bol. laten betbesgabien als Oratisbellage erscheint täglich eoirr sein nos Bezugspreis 4. 2.40 viertel4154.— dn der Post füe Bestellgeid 42 Pfg, medr. : Die siedengespaltene Pekitzelle u##e dam B. Ph. 80 P4.—— Jeder Rabalt gilt als KassenRadan uud erlischt dei Ronkursen, Zwangs= vergte#chn, gerichtlichen Klagen und Teien in prsten Setenstslennen. Westhofener Zeitung Aplerbecker Zeltung Langschedes Zeitung Bolzwickeder Zeitung — Amtliches Kreisblatt für den Kreis Börde Mieltes Cagesorgan(des Rrelles a General-Rozeiger für den Rreis Börde 9 Derbunder mit: Schwerter### Cageblatt und Anzeiger###.# Schwerter Volkszeitung Oelksblatt uun duter und ichetenlieticn gungen für den Kreis Görde erlangen gamsb Behonntmachung der Königlichen Regierung burch Verössentlichung in des„Schwerter Jeitung s. gechtoverbindliche Araft.— Die „Schwerter Zeltung“ gewährt ihrmn Aboanssann für jeden mif Cod endenben Listes Sadtegungen 300 Mü. Unfall. Druch u. Verlag v. Carl Braw. Schwerte=Ruhe, Fernsp. 62. Telogr.=Adr. Braus, Schwerte=Ruße Nr. 272. Mittwoch, den 25. Juli 1917. 50. Jahrgang. 90 27 Der greze G,g un der Oststen Wer bat den Frieden gewollt: Die Feinde der Monarchie behaupteten vor diesem Kriege bei jeder Gelegenheit, daß die Monarchien gefährlich seien, weil sie die Völker in Kriege verwickelten. Monarchien seien nicht fähig, und auch nicht gewillt, den Frieden zu erhalten. Den ehrlichen Willen dazu hätten nur die Demokratien(Volksregierungen, Republiken). Jüngst klang dieses fade Schlagwort herüber von der andern Seite des großen Wassers. Die Amerikaner wärmten die alte Lüge auf, um Stimmung gegen unser Hohenzollerngeschlecht zu machen, das nach der Ansicht der wahnwitzigen Feinde das größte Hindernis des„allgemeinen dauernden Völkerfriedens“ sein soll. Die ganze Verlogenheit dieser Behauptung zeigt der Weltkrieg. Frankreich ist eine Demokratie und ist neben England der größte Schürer des Weltbrandes gewesen. Kann es noch ein Volk geben, das schamloser, gehässiger und nichtswürdiger den Krieg führt als das demokratisch regierte Franzosenvolk? Und wer hat den Frieden um der Kriegsgewinne willen heuchlerischer verleugnet, wer diesen Krieg mehr verlängert, als die größte ##emokratie: die Vereinigten Staaten von Amerika? Dasselbe Amerika, das von unserer Monarchie uns„befreien“ will, damit wir angeblich„ewi##gen Frieden“ hätten! Und Portugal und die mittelamerikanischen wie südamerikanischen Staaten, # sind sie nicht samt und sonders Demokratien, die mit uns im Kriege liegen oder doch die diplomatischen Beziehungen abgebrochen haben? Und China? Australien? Die Burenstaaten? Kanada? Sind sie nicht ebenfalls dmokratisch regierte Länder? Die neueste Demokratie, Rußland, ist sie etwa ein„Friedenshort"? Oder gebärden sich dort nicht die maßgebenden Regierenden wie die tollsten Eroberer? Also, es ist ein grober Schwindel, daß Demokratien dem Frieden dienen. Demgegenüber ist es eine unbestreitbare Tatsache, daß das Herrscherhaus der Hohenzollern niemals einen Krieg aus Eroberungssucht begonnen hat. Es ist oft vorgekommen, daß ein Hohenzoller einen notwendig scheinenden Krieg vermieden hat, urteilt der bekannte Geschichtsschreiber Mommsen, aber nie hat ein Hohenzoller leichtfertig kostbares Blut vergossen. Das verhütete die hohe Auffassung der Hohenzollern als wahre Diener des Volkes von ihrem Fürstenberuf. Sie haben alle dem Frieden gedient und Werke des Friedens geschaffen. Der Krieg war ihnen immer nur das allerletzte Mittel. Unser Kaiser ist von seinen heutigen zahlreichen Feinden, als sie noch der Wahrheit die Ehre gaben, laut als Friedenskaiser gerühmt worden, und er hat auch diesen furchtbaren Krieg nicht gewollt. Dreiundvierzig Jahre ist die Zollernmonarchie ohne jeden Krieg fertig geworden, und wir lebten auch jetzt noch im Frieden, wenn nicht die neidischen und eroberungslustigen Nachbarn den Krieg mutwillig heraufbeschworen hätten. — Die„Stunde der Gelabt“ für Raßland. Die Vorläufige Regierung in Petersburg hat folgende Erklärung veröffentlicht: Bürger! Die Stunde der Gefahr hat geschla##ben. Die Heere des deutschen Kaisers haben die * Front der nationalen revolutionären Armee Rußlands durchbrochen. Diese furchtbare Tat wurde ihnen erleichtert durch verbrecherischen Leichtsinn und blinden Fanatismus gewisser Leute und den Verrat der anderen. Die einen wie die anderen sind bis in seine Grundfesten mit Verwirrung und Verfall bedroht.“ In diesem Augenblick der Gefahr konnte sich unter Ausnutzung der allgemeinen An#ordnung die verhängnisvolle Kraft der Gegenrevolution erheben. Die neu gebildete vorläufige Deutsche Heeresberichte. GTB. Sroßes Hauptquactier, 24. Juli.(Amtl.) Westlicher Kriegsschauplatz. Geeresgruppe Kronprinz Rupprecht von Bayern. Die Artillerieschlacht in Flandern tobte in noch nicht erreichter Stärke Tag und Nacht weiter. Die Erkundungsvorstöße gegen unsere Front mehren sich. Zwischen dem Kanal von La Bassee und Lens hält das lebhafte Feuer an; beiderseits von Hulluch blieben nächtliche Aufklärungsunternehmen des Feindes ohne Erfolg. Heeresgruppe des deutschen Kronprinzen: Am Chemin=des=Dames griffen die Franzosen bei Cerny wieder die kampfbewährte 13. Infanterie=Division an, die, wie bisher, keinen Fuß breit der von ihr im Angriff gewonnenen Stellung verlor. Das aus Westfalen und Lippern bestehende Infanterie=Regiment Nr. 53 hat in letzter Zeit 21 Angriffe der Franzosen zurückgeschlagen. Auf dem rechten Maasufer drangen am 22. Juli Teile bavischer Regimenter in den stark verschanzten Caurieres=Wald ein, fügten dem Feinde schwere Verluste zu und kehrten mit zahlreichen Gefangenen zurück. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die gesamte Ostfront zwischen Ostsee und Schwarzem Meer steht im Zeichen erbitterter Kämpfe und großer Erfolge der deutschen und verbündeten Wassen! Kront des Generalseldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Bei der Heeresgruppe des Generalobersten von Eichhorn, griffen die Russen bei Jakobstadt abends vergeblich an, nachdem am Morgen ein Angriff in breiter Front durch unser Vernichtungsfeuer im Entstehen niedergehalten worden war. Südwestlich von Dünaburg führten sie nach starker Artilleriewirkung sechs Divisionen fünfmal tiefgegliedert gegen unsere Linien, die voll behauptet wurden. Nach harten Nahkämpfen mußte der Segner unter ungeheuren Verlusten weichen. Auch bei Krewo stürmten die Russen vormittags erneut in 5 Kilometer Breite an; sie wurden zurückgeschlagen. Dorf Krewo ist wieder in unserer Hand. Im ganzen hat der Feind südlich von Smorgon mit acht Divisionen, deren Regimenter durch Gefangene und Tote in der Front festgestellt werden konnten, angegriffen. Nur Trümmer sind zurückgekehrt. m Regierung legt sich klare Rechenschaft ab über die Verantwortung, die mit ganzer Schwere auf ihren Schultern ruht. Die Regierung ist erfüllt vom festen Vertrauen in die Kraft des großen russischen Volkes. Die Regierung vertraut auf die schnelle Gesundung des politischen Lebens. Na dem die ansteckende Krankheit,## den Orgar mus erschüttert, sich in akute Krisis aufgelöst hat, glaubt die Regierung fest, daß die Krists zur Heilung und nicht zum Tode führt. Stark in diesem Glauben ist die Regierung zum Handeln bereit und sie wird mit aller Tatkraft und Entschlossenheit handeln, die die augenblicklichen, außergewöhnlichen Verhältnisse erfordern. Die Regierung erblickt die nächste Hauptaufgabe in der Anwendung aller Kräfte zum Kampf gegen den äußeren Feind und zur Verteidigung der neuen Regierungsform gegen alle anarchistischen und gegenrevolutionären Anstrengungen, ohne vor den strengsten Maßnahmen zurückzuschrecken. Gleichzeitig wird sie durch ihre äußere Politik von neuem bestätigen, daß die revolutionäre ArHeeresqruppe des Seneralobersten von Beehm=Grmolli. Die strategische Wirkung unserer Operation in Ostgalizien wird immer gewaltiger; auch vor der nördlichen Karpathenfront weichen die Russen! Vom Sereth bis in die Waldkarpathen sind wir in einer Breite von 250 Kilometer im Vorwärtsdrängen. Unsere siegreichen Armeekorps haben den Sereth= Uebergang südlich von Tarnopol erkämpft. Bei Trembowla wurden verzweifelte MassenAngriffe der Russen zurückgeworfen. Podhajce, Haliez und die Linie der VistritzaSolotwinska sind überschritten. Die Beute ist bisher nicht zu übersehen. Mehrere Divisionen melden je 3908 Gefangene. Zahlreiche schwere Geschütze bis zu den größten Kalibern, Eisenbahnzüge voller Verpflegung und Schießbedarf, Panzerzüge und=Kraftwagen, Zelte, Baracken und jegliches Kriegsmaterial sind erbeutet worden und legen Zeugnis ab von dem übereilten Rückzug der Russen. Heeresfront des Seneralobersten Sozherzog Jose! Der Nordflügel hat sich der südlich des Onjestr begonnenen Bewegung angeschlossen. Längs der ganzen Front starke Feuertätigkeit des Gegners. Beiderseits der Vistritza und südlich des Toelgyes=Passes wurden russische Vorstöße abgewiesen. Gesteigertem Feuer zwischen Trotus= und Tal folgten in breiten Abschnitten Versuche der Russen und Rumänen, zum Angriff vorzubrechen. Fast überall hielt unsere Abwehrwirkung den Feind in seinen Gräben nieder; wo er herauskam, ist er zurückgeschlagen worden. Heute früh sind dort neue Kämpfe entbrannt. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen Auch längs Putna und Sereth schwoll der Feuerkampf zu erheblicher Stärke an. Mehrsach gingen russisch=rumänische Sturmtruppen zum Angriff vor; sie brachen schon in unserem Feuer zusammen. Mazedonische Front: Keine größeren Kampfhandlungen. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorfs Abendbericht. WTB. Berlin, 24. Juli. In Flandern starker Feuerkampf. In Ostgalizien folgten wir zwischen Sereth und Karpathen in breiter Front dem weichenden Gegner. In den Karpathen, am Susita= und Putna=Tal tagsüber Kämpfe, die dem Feinde örtliche Vorteile brachten. mee nur in den Kampf ziehen kann mit der festen Ueberzeugung, daß nicht ein Tropfen Blut eines russischen Soldaten vergossen wird für Ziele, die dem Rechtsgefühl der Demokratie feind sind, die sie offen vor der ganzen Welt als ihre friedliche Losung ausgegeben hat. Zu diesem Zweck hat die Regierung in Ausführung des Grundsatzes der äußeren Politik, die in der Regierungserklärung vom 19. Mai dargelegt wurde, die Absicht; die Alliierten im August einzuladen, um eine allgemeine Ordnung der auswärtigen Politik der Alliierten festzustellen und ihre Handlungen mit der Anwendung der von der russischen Revolution verkündeten Grundsätze in Einklang zu bringen. Auf dieser Konferenz wird Rußland außer von Diplomaten auch durch Vertreter der russischen Demokratie vertreten sein. Des weiteren heißt es in dem Aufruf, daß die Regierung es für unerläßlich hält, eine Reihe von Maßnahmen zu treffen, die den Geist der in dem Erlaß vom 19. 5. festgestellten Grundsätze in die Tat umsetzen. Die Regierung wird alle Maßnahmen kreffen, damit die Wahlen zur Verfassunggebenden Versammlung an dem festgesetzten Tage am 30. 9. stattfinden und damit die vorbereitenden Anordnungen zur Sicherung der Freiheiten bei den Wahlen verwirklicht werden.“ Dann wird gesagt, daß die Wahlen auf Grund des allgemeinen, direkten, gleichen und geheimen Stimmrech= tes erfolgen sollen. Auf dem Gebiete der inneren Politik wird alles mögliche dem Volke verheißen, so die Schaffung örtlicher Organisationen. In allem solle der Grundsatz der Gleichheit im Leben des Landes durchgeführt werden. Die Klassen und Ränge der Beamten und die Auszeichnungen mit Ausnahme derjenigen für hohe militärische Verdienste sollen abgeschafft werden. Auch auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiete kündigt der Aufruf der Regierung neue Maßnahmen und Gesetzentwürfe an, so zum Schutz der Arbeit, die Errichtung von Arbeiterbörsen und Schiedsgerichtskammern, ein Gesetz über den achtstündigen Arbeitstag, die Einführung aller Arten sozialer Einrichtungen und ihre Ausdehnung auf jede Art besoldeter Arbeit. Der Agrarreform verspricht die Regierung besondere Beachtung. Die Gesetzentwürfe hierüber sollen im Einklang stehen mit den Grundforderungen der nationalen Wirtschaft und die Wünsche der Bauern sowie die der verschiedenen demorkatischen Parteien des Landes sollen selbstverständlich Berücksichtigung finden unter Beobachtung des Grundsatzes der Ueberlassung des Landes an die Arbeiter. Der Durchbruch der russischen Linien in Ostgalizien, den die deutschen und verbündeten Heere in ungestümer Angriffslust erzwungen haben, kann nunmehr, nachdem die Ergebnisse des gewaltigen Ringens der letzten Tage klar liegen, als ein unbestrittener großer und schöner Erfolg unserer Waffen gefeiert werden. Der Schlag für die Entente ist umso härter, als sie nach den Enttäuschungen ihrer groß angelegten Offensiven im Westen ihre ganze Hoffnung auf die Schlagkraft des russischen Heeres, das eine lange Ruhezeil für seine Rcorganisierung gehabt hatte, setzten. Durch die schweren Verluste auf dem westlichen Kriegsschauplatz erschöpft, haben die Westmächte in dem Kriegsminister Kerenski und dem General Brussilow willfährige Werkzeuge gefunden, die noch einmal dem russischen Heere die ungeheuren blutigen Opfer einer neuen Offensive zur Erleichterung der Heere im Westen zumuten zu dürfen glaubten. Das russische Heer hat sich abermals vergeblich für England und Frankreich geopfert. Nicht nur mißlang der neue Vorstoß völlig, sondern das Blatt ist durch den erfolgreichen Gegenstoß unsererseits gewendet. Die Russen wiederum auf dem Rückzug! Ueber diesen Erfolg unserer Waffen hinaus erhebt uns noch das Bewußtsein, daß der Geist unserer Truppen sich von neuem bewährt, daß sie, die nun schon volle 3 Jahre die Anstrengungen und Leiden dieses gewaltigen Kampfes ertragen, sich auch den Offensivgeist und die Stoßkraft bewohrt haben, um den Gegner zu überrennen. Die kraftvolle Vorwärtsbewegung in Ostgalizien. In Ostgalizien blieb die kraftvolle VorwärtsBewegung auch am 22. Juli im Fluß. Das ungestüme Nachdrängen unserer Truppen brachte die russische Front von Tarnopol bis zum KarpathenVorgelände ins Wanken. Unsere Truppen zwischen Brzezany und Halicz sind ebenfalls im Vorgehen. Die Zahl der Gefangenen steht noch nicht fest. Bisher sind 47 Geschütze, darunter eine große Anzahl schwerer, eingebracht. Trotzdem die Russen die Absicht hatten, wie bei früheren Rückzügen alles in Flammen aufgehen zu lassen, konnten sie diesen Plan in der Eile des Rückzuges nicht voll verwirklichen. Bei Zborow verbrannten sie lediglich eing große Chausseebrücke. Die zahlreichen e eche rucherei G. Braus) und links davon über den Strypagrund fährenden Holzbrücken mußten sie unzerstört lassen, ebenso eine große Straßenbrücke in Jezierna über die Wosuszka. Die russischen Quartiere in den Ortschaften hinter der Front bezeugen überall den überstürzten Aufbrüch. Vielerorts fielen bedeutende Mengen von Nahrungsmitteln und Munition in die Hände der Verfolger. Versuche der Nussen, ein Munitionslager in Jezierna in die Luft zu sprengen, gelangen nur zum Teil. Gewaltige Massen blieben unzerstört. Bereits am 21. Juli trafen deutsche Lastzüge ein, um sie zur eigentlichen Verwendung abzutransportieren. Auch die riesigen Verpflegungsvorräte in Jezierna konnetn die Russen nur teilweise durch Uebergieden mit Petroleum unbrauchbar machen. Bereits gegen Mittag des 21. Juli waren die Ortschaften Medoma und Kozlow, zehn Kilometer südwestlich und südlich von Jezierna, erobert, während unsere Truppen bereits bis neun Kilometer gegen die Stadt Tarnopol vorgedrungen waren, die seit Beginn des ersten Kriegsjahres in russischen Händen ist. Von den genommenen Höhen sahen die Verfolger bereits deutlich den Kirchturm von Tarnopol. Weder durch zusammengefaßtes Feuer auf die große Landstraße, noch durch starke Gegenangriffe vermochten die Russen den deutschen Vormarsch auszuhalten. Auch ein Vorstoß mit von Tarnopol herangeführten Panzerautos schlug im Sperrfeuer der deutschen Geschütze fehl und zwang die Panzerwagen zur raschen Umkehr. Der 22. Juli brachte abermals gewaltigen Raumgewinn für die Verfolger. Am östlichen Strypaufer vorgehende Kolonnen erreichten bereits in der Nacht zum 21. Juli mit Kavallerie bei der Station Denysow an der Strypa die Eisenbahnlinie Kozow=Tarnopol. Die ostwärts abziehenden Kolonnen wurden häufig mit vernichtender Wirkung von unserer Artiellrie gepackt. Auf allen Straßen und Wegen liegen Reihen russischer Gefallener verstreut. Ein Eisenbahnzug, der nach Osten zu entkommen versuchte, wurde von Denysow von Ulanen und Jägern zur Umkehr gezwungen. Außer Anmengen von Munition und Lebensmitteln wurden hier sechs schwere Flachbahngeschütze erheutet, die am Bahnhof zum Verladen bereit standen. Am Vormittag des 22. Juli wurde die Bahnlinie von Infanterie auf breiter Front überschritten. Obwohl die zahlreichen VerteidigungsAnlagen am östlichen Strypaufer mit ihren weit ausgedehnten und noch völlig intakten Drahthindernissen vorzüglich geeignet zur abschnittsweisen Verteidigung waren, leisteten die Russen nirgends ernsthaften Widerstand. Ihre Nachhuten wurden überall geworfen. Weithin am Horizont sah man die zu beiden Afern der Strypa weichenden russischen Kolonnen, deren Rückzug stellenweise zur Flucht ausartete. Das warme trockene Wetter begünstigte das rasche Vordringen unserer Truppen. Die Wege haben sich gebessert. Die Feldbatterien ziehen mit der vorgehenden Infanterie und auch die schwere Artillerie bis zu den schwersten Kalidern wird mit bemerkenswerter Schnelligkeit nachgezogen. Vor Tarnopol leisteten die Russen hartnäckigen Widerstand. Auf den Höhen östlich der Stadt hatten sie eine große Masse schwerer und leichterer Artillerie zusammengezogen. Am Morgen des 22. Juli erreichte die deutsche Artillerie den vor Tarnopol seeartig erweiterten Sereth. Die russische Artillerie überschüttete das Westufer dieseo Flusses mit einem Hagel von Schrapnells und Granaten. Gleichzeitig eröffneten zahlreiche Maschinengewehre, die auf dem Kirchturm und hohen Gebäuden der Stadt aufgestellt sind, ein heftiges Feuer. Es wäre ein leichtes, den russischen ##iderstand durch schweres Feuer auf die Stadt, die ihnen Schutz und Deckung bietet, zu brechen, ähnlich wie die Franzosen in solchen Fällen sich nicht scheuten, ihre eigenen Städte in Grund und Boden zu schießen. Stimmung und Geist unserer Truppen ist, den glänzenden Erfolzen entsprechend, siegesfroh und angriffsfreudig. Die ungeheuren Verluste der Russen. bb Berlin, 24. Juli. Die„Voss. Itg.“ bringt nach einer Stockholmer Meldung einen Aufruf der Kriegssektion der allrussischen A.= und S.=Räte an die russischen Reserve= und Ersatzformationen. Danach haben allein bis zum 14. Juli aus dem Bereich des 11. russischen Armeekorps 21·000 Verwundete den Verteilungspunkt Proslubow passiert. Beim Hauptquartier der 8. Armee lief schon am 12. Juli die Meldung ein, daß für jedes Regiment rund 2000 Mann Ersatz nötig seien, so daß bis dahin fast die Hälfte der Kornilowschen Armee vernichtet war. Die Vorstädle von Tarnopol in unserem Besitz. WTB Wien, 25, Juli. Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet: Unsere Truppen setzten die Verfölgung bis spät in die Nacht fort. Sie sind im Besitz der Vorstädte von Tarnopol. Unsere Flieger tiagen viel dazu bei, die Verwirrung in den Reihen der Russen zu vermehren, die bei jeder Annäherung eines Flugzeuggeschwaders Hals über Kopf nach ollen Richtungen auseinander flüchten. Der Bahnhof von Tarnopol, no die Russen in aller Eile Kriegsmaterial einwaggonieren, wurde neuerdiegs auf das Wirksamste mit Bomben belegt. Bis jetzt sind im ganzen 47 Geschütze erbeutet. Die Gefangenen, die von allen Seiten den Sammelstellen zuströmen, konnten bis jetzt nicht gezählt werden. Bei einzelnen Truppenkörpern zeigen sich Fälle von Massendesertionen, so bei dem Garderegiment Wolonsky, wo nicht weniger als 180 Mann desertierten, als es wegen Nichtbefolgung eines Befehls aufgelöst und unter andere Truppenkörper aufgeteilt wurde. Vielfach versuchten die Offiziere ihre Mannschaften zum Stehen zu bringen, indem sie ihnen ein Beispiel aufopfernden Heldentumes geben, wodurch sich die schweren Offiziersverluste bei den Russen erg ben. Im Gros der 11. Armee lockern sich nach dem Meisterstoß bei Zborow die Verbände immer mehr. Die an ihrem Südflügel anschließende 7. Armee ist bereits durch dieses Ereignis in Mit. leidenschaft gezogen. Auch ihre Front bröckelt abRäumung galizischer und bukowinischer Städte. Basel, 25. Juli. Die.„Morningpost“ meldet aus Petersburg: Die russischen Zivilbehörden verlassen Stanislau. Die Petersvurger Banken stellen alle Banküberweisungen nach Kolomea und Czernowitz ein. Straßenkämpfe in Moskau. TU Stockholm, 25. Juli. Die Aufstandsbewegung greift von Petersburg aus auch auf Moskau über. Es haben bereits blutige Straßenkämpfe stattgefunden, bei denen es zahlreiche Tote und Verwundete gab. Der Wirrwarr in Rußland. TU Basel, 25. Juli.„Corricre della Sera“ meldet, daß in Petersburg, Pinsk und Krenstadt das Standrecht erktärt wurde. Zahlreiche am letzten Aufruhr beteiligte Zioil= und Militärpersonen wurden verhaftet und ohne weiteres den Militärgerichten ausgeliefert. Die Regierung geht mit unachsichtlicher Strenge vor. Sie beschlagnahmte Dokumente, aus welchen die umfangreichen Vorbereitungen des Aufstandes hervorgehen sollen In Petersburg sind in den letzten Tagen fortwährend zahlreiche Truppen von der nächstliegenden Front, darunter sehr viel Aitillerie und Kavallerie eingetroffen. Verhaftung des Kommendanlen der Ostsessloite. TU Amsterdam, 24. Juli. Neuter meldet aus Petersburg: General Werderewsky, der Kommandant der Ostseeflotte, wurde verhaftet, weil er. ein Geheimtelegramm der Regierung dem MatrosenAusschuß mitgeteilt hat. Kerenski's Schreckensherrschaft. Berlin, 25. Juli. Nach einer„Stefani“=Meldung haben die von Kerenski herangezogenen Truppen die Verfolgung der regierungsfeindlichen Elemente ausgenommen. Die Zahl der Opfer wächst stündlich. Man spricht von mehr als 1000 Toten. Kopenhagen, 25. Juli. Dem„Rietsch" zufolge hat Kerenski den Oberbefehlshaber der Petersburger Truppen abgesetzt und an seine Stelle einen jungen Leutnant gesetzt. Gegen Brussilow. TU. Amsterdam, 25. Juli. Ein Telegramm der„Central News“ meldet aus Petersburg, daß der Arbeiter= und Soldatenrat mit einer kleinen Mehrheit den Antrag auf Entlassung Brussilows angenommen hat. Der Kaiser an der Ostfront. WTB Berlin, 24. Juli: Seine Majestät der Kaiser traf auf der Fahrt zur Südostfront in Podgorze bei Krakau mit dem Kaiser Karl zusammen. Der See-Krieg Zur Sonne empor! Roman von Anna Bechler. 351.(Nachdruck verbot—f Der graue Schleier fiel wieder zusammen und legte sich geräuschlos um das unberührte Regina preßte tiefatmend die Hand auf Ihr pochendes Herz. Sie sah sich um in dem leinen lauschigen Raum, der von Ulrichs künstlerhand phantastisch geschmückt war. Hier pflegte er zu zeichnen, hier verwahrte er eine Erinnerungen, seine Entwürfe. Sie wußte es, dort auf der Konsole unterm Spiegel stand das eingelegte Kästchen, ein Familienerbstück, das sie ihm einst geschenkt. Ulrich war keine ordnungsliebende Natur. Regina lächelte, als sie die lose zusammengeschobenen Schubslicher sah: überall war etwas dazwischen geklemmt. Ruhig trat sie herzu und wollte sie schließen. Die beiden oberen gaben dem leichten Drucke nach, aber das unterste war zu voll. Sie zog es heraus und glättete die verschiedenen Päckchen und Padekt.„ 9 g 1 Aus dem einen leuchtete etwas wie rostherer Steine Glanz. Ein eigenes Gefühl durchzuckte sie. Ihr Geburtstag war nicht mehr sern. Sollte Ulrich—! Er besaß ja keinerlei Kostbarkeiten, außer einer. Busennadel, die ihm sein Gönner einst geschenkt... Die Abendsonne blickte durch das große Feuster und ein Strahl glänzte hell auf dem dünnen Seidenpapier, das Regina unschlüssig in der Hand wog. Und ehe sie es selber merkte, lag die halb zerrissene Hülle vor ihr. Eine lostbare Agrafse, im Haar oder Gürtel zu tragen, blitzte ihr in reichem Perlenschmuck entgegen. Regina wandte das Kleinod nach allen Seiten. Rückwärts, auf dem Smaragd, belcher die Mitte bildete, war eine runde oldplatte, über die zwei Stäbchen befestigt waren. Ein seines, geünes Band zog sich durch. In zierlicher Schrift waren auf der Platte die Worte zu lesen:„Bathildis von den Schwestern zum Abschied.“ Die junge Frau deckte die Hand über die Augen— ihr schwindelte. Wie ein Blitzstrahl durchfuhr es sie! Das war das Geheimnis, welches Ulrich ihr entfremdet hatte! Die Agraffe war nicht für sie bestimmt— sie gehörte auch nicht ihrem Manne— das Eigentum der Herzogin war sie und Ulrich hatte sie nicht als Gunstbezengung empfängen, sondern an sich genommen, wie man einen Schatz erobert und ihn behütet vor fremden Augen. Es mußte ein Moment überwältigender Verirrung gewesen sein, als er das Kleinod an sich gerissen. Die Herzogin hatte es verloren. Vielleicht— nein, gewiß war nach dem Schmuck geforscht worden und Ulrich, zwischen Furcht und Pflichtgefühl schwankend, von törichter Gefühlsverwirrung verblendet, hatte geschwiegen. Aber er durfte das fremde Eigentum nicht behalten, bis ein unseliger Zufall ihn verriet. Er würde sie nicht fragen, wenn er es bermißte, und sie scheute auch die Wahrheit nicht. Regina atmete tief auf— dann erhob sie stolz das blonde Haupt. Wer konnte ermessen, zu welchen Torheiten er sich verstiegen hatte. Sie hatte unendliche Geduld mit ihm gehabt und ihm unzähligemal verziehen, wenn seine Reizbarkeit ihr die Seele verwundet. Sie wollte mit ihm leiden und kämpfen bis zum letzten AtemEntschlossen barg die junge Frau das Kleinod in ihrem weißen Busentuch und verließ, ohne noch einen Blick auf die verhüllte Statue zu werfen, das Zimmer. Dann holte sie ein Tuch aus ihrem Zimmer und verließ festen Schrittes das Haus. Zielbewußt nahm sie ihren Weg zum Park, einen der einsamen, melancholisch düsteren Seitenpfade wählend, von denen man 35 000 Tonnen versenkt. WTB. Berlin, 24. Juli. Neue U=Bootserfolge im Mittelmeer: 9 Dampfer und Segler mit rund 35000 Tonnen. Darunter befanden sich der bewaffnete französische Dampfer„Minerve“(952 Tonnen), der bewaffnete italienische Dampfer„Fratelli Bianchy“ (2542 T.) mit 4800 Tonnen Kohle von Amerika nach Italien, die bewaffneten englischen Dampfer „Wilberforce“(3074 T.) mit Abladung von Algier nach England, und„City of Cambridge“ (3844 T.) mit Stückgut von Alexandrien unch Liverpool. Der Chef des Admiralstabes der Mart.s3. Die Abwehrmahnahmen gegen don U=Bootkrieg. TU Notterdam, 23. Juli. Gestern morgen traf in Rotterdam ein Zug. von 17 englischen Dampfern ein, der während der Ueberfahrt von nicht weniger als 40 englischen Torpedojägern begleitet war, die bis zur Grenze der holländischen- Hoheitsgewässer mitfuhren. Auf diesen Schiffen befanden sich auch Fahrgäste aus England, Amerika und Indien. Drei von den Schiffen brachten die Post mit. Der Zug ist der größte, der bisher aus England ankam. In der Regel sind es immer nur 12 Schiffe, die unter starkem Geleit alle 10 bis 14 Tage seit dem verschärften U=Bootkrieg die Ueberfahrt machen. Der Krieg mit Frankreich, Frankreich friedensbereit? Basel, 24. Juli. Zu Anfang der heutigen Senatssitzung wurde von Chauvinisten, wie französische Blätter melden, eine Tagesordnung eingebracht, die erklärte, Frankreich werde mit dem Feind, der sein Land besetzt hätte, keinen einen Durchblick auf die wohlgepflegten Rasenplätze hatte. Herrliche Baumgruppen mit schleierhaften Nadelbehängen, Rotbuchen und altersstarke knorrige Eichen beschatteten die Gänge. Einer der versteckten, schmäleren Wege führte vom Teepavillon seitwärts zum Rindenhäuschen. Die kkeine Tür zum Aufgang am Hügel war offen, ein Zeichen, daß niemand zur Zeit es bewohnte. Regina schritt hochatmend darauf zu. Die Abendluft fächelte ihre heißen Wangen und spielte mit den feinen blonden Stirnhaaren. Sie band das schwarze Seidentuch fester um die Schultern, als fröstelte sie. Am Rindenhäuschen wollte sie die Agrasse verstecken. Die Herzogin kam beinahe täglich hier her. Sie mußte ihr Eigentum dort finden, ohne zu wissen, ob nicht vielleicht ein Bereuender es zurückgegeben, von der Angst des Gewissens getrieben. Nahe der schmalen hölzernen Treppe am Eingang war eine Gruppe von Tuffsteinen und Pflanzen. Regina bückte sich und schob das Schmuckstück zwischen das Grün. Glänzend schimmerte das seidene Band hervor, so daß jeder, dor vorüberkam, es sehen mußte. Dann bog sie die Sträucher über die glitzernden: Perlen und erhob sich rasch, mit furchtsamen Augen um sich blickend. Wie, wenn eben jetzt jemand sie belauscht hätte! Sie pflückte ein paar frischgrüne Blättchen und nestelte sie am ihrem Busentuche fest. Da rauschte es hinter ihr im Buschwerk. Sie floh nicht vor dem unbekannten Eindringling, langsam wandte sie ihr blondes Haupt. Ein Leuchten ging über ihr verstörtes Antlitz. Es war Andreas, der vor ihr stand. „Du suchtest die Einsamkeit gleich mir, Regina,“ sagte Entringer, seine Augen ties in die ihren senkend,„aber— wir beide sollten es nicht müssen. Sie nahm ihn bei der Hand und zog ihn ein wenig seitwärts.„Laß uns zurück in den Frieden schließen. Diese Tagesordnung wurde in der Schlußsitzung zurückgezogen und die Tagesordnung von Debierre angenommen, die diese Formel merkwürdigerweise nicht enthält. Die französischen Kriegsgerichte arbekten. Das Kriegsgericht von Limoges hat den 20jährigen Soldaten Colnion aus Maubeuge wegen angeblichen Einvernehmens mit dem Feinde zum Tode verurteilt. Havas meldet aus Paris: Das Kriegsgericht hat den 52 Jahre alten Beseler, der lange in Deutschland wohnte und der des Einverständ isses mit dem Feinde und der Spionage angeklagt war, zum Tode verurteilt. Schandtaten der„großen“ Nation. Ein am 26. Juni aus französischer Gefangenschaft zurückgekehrter deutscher Soldat gab bei seiner Vernehmung an, daß die deutschen Gefangenen, als sie in Marschkolonne abtransportiert wurden, von französischen Maschinengewehren beschossen wurden, obwohl sie deutlich als Gefangene zu erkennen waren. Sie wurden dann bei Perthes in eine notdürftig mit Brettern gedeckte Bodensenkung gebracht, in der sie zu dreien übereinander liegen mußten. Täglich mußten sie in der Artilleriezone zur Arbeit, wobei mehrere von ihnen im deutschen Artilleriefeuer fielen. In Roanne, wohin sie dann gebracht wurden, wurden die Gefangenen zu völkerrechtswidriger Arbeit in einer Granatfabrik gezwungen. In Calais mußten sie im Hafen Kohlen schippen. Wer sich weigerte, verfiel den härtesten Strafen. In Calais beobachtete der Gefangene wiederholt die Benutzung von Lazarettschiffen zu Truppentransporten. Der französische Hauptmann Cadet, der in Vertus sein Abteilungskommandeur war, schlug die gefesselt vor ihm stehenden Gefangenen ins Gesicht und beschimpfte sie als„preußische Schweinehunde". — Der Krieg mit England Deutscher Flugzeugangriff auf England. Reuter meldet amtlich aus London: Ein Geschwader von 15 bis 20 feindlichen Flugzeugen näherte sich gestern morgen Harwich und Felixstown. Es wurden Bomben abgeworfen. Das heftige Feuer unserer Abwehrgeschütze zwang die Flieger zu einem eiligen Rückzuge, wobei sie durch unsere Flieger, die in heftige Kämpfe mit ihnen gerieten, verfolgt wurden. Es war nebliges Wetter und die Beobachtung deswegen sehr schwer. Soweit bekannt, wurden 8 Personen getötet und 25 verwundet. Eine spätere englische amtliche Meldung sagt, daß die Anzahl der Toten bei dem gestrigen Luftangriff 11 und die Zahl der Verwundeten 26 beträgt.— Der Materialschaden wird von Reuter (wie immer) als unbedeutend bezeichnet. Die englischen Flieger hätten ferner die auf dem Rückfluge nach Belgien begriffenen deutschen Flieger am Kanal getroffen und einen von ihnen abgeschossen. Englands Sorgen. Der„Daily Telegraph“ weist darauf hin, daß in Neusüdwales riesenhafte Mengen Weizen liegen, die genügen würden, England ein halbes Jahr zu ernähren, und doch müsse man in England den Brotverbrauch einschränken. Der Grund sei der Mangel an Schiffsraum; das einzige Heilmittel sei der Anbau neuer Schiffe.„In dieser Hinsicht, wird jedoch die Lage der Entente täglich schlechter,“ sagt das Blatt,„denn es gelingt uns bei weitem nicht, unsere Schiffsverluste wieder anzufüllen. Park gehen,“ sagte sie.„Es ist ja eigentlich nicht gestattet, so weit vorzudringen, aber man hat hier die schönste Aussicht über den See.“ „Und deines Mannes Meisterstück steht hier, der lustige Hirtenknabe, der ihm zu Ehre und— Grück verholfen," erwiderte Andreas bedeutungsvoll, mit einem Blick auf die Schwester.„Er ist noch verdeckt unter seiner Winterhülle,“ sagte ste, nach rückwärts auf das hohe Bretterhäuschen zeigend, das zur Linken der Türe stand. „Verborgen wie dein Herz. Regina!“ Andreas sagte os leise. Und als sie nicht antwortete fügte er traurig hinzu:„Du bist nicht glücklich geworden, Schwester, kannst es nicht werden.“ „Weil er so hoch über mir steht, meinst dus“ frug die junge Frau mit erkünstelter Ruhe. Aber meine Liebe und Treue wird er noch sehr brauchen können,“ sagte sie leise. Er faßte ihren Arm und zog sie an sich. „So meint' ich es nicht, Regina; ihm fehlt die Gabe zu beglücken— ich habe es immer gefürchtet.“ „Du siehst schwarz, Andreas, in deiner Liebe für mich. Freilich, so weich und harmonisch wie deines ist Ulrichs Wesen nicht. Es liegt in den Verhältnissen. Denk an den Schatten, der schon über seiner Geburt schwebte!“ „Du bist mitleidsvoll, Regina, möge es dir belohnt werden! Vielleicht hast du recht,“ sagte Andreas.„Dein Herz verdient ein großes Glück—“ „Wie deines, Bruder,“ sagte sie mit einem warmen Blick. Er schüttelte den Kopf. „Ich g'aube nicht daran. Mariannens Kunst steht dazwischen. Sie drückt mich zu Boden— ihr Talent überragt das meine so hoch, daß ich nicht vermag, Zeuge ihrer Tri umphe zu sein.“ (Fortsetzung folgt.) S s# 8, ER2S E " wanm r Sen##n.*. 903! 68 55 en* S S "# E 12.* * 8Bg 2.“ 5 uE SRoSSE —FEES S a b“, 2 MgTESES Fm SRSSEE Bun * SSPS SiaxS SESSSEESS“ TOh MO EgEA“RR a SonLus PBTgr EEUZSHEN 1 Sp Am S#atg 9#n2.! S S S.“ * S 9 * S 8 E. g 82.. S: S 812 n SSes * ß.* 2 8 S S gSSn Se SS#n aE —H• O—— G— S•2.* S SSSgE 9S JBSE S S S55 S SOEgES PR des Flanellfutters den Brief zutage, um den sie so viel Eie lasen ihn zusammen. Aus bem Wortlaut ging hervor, daß Ursulas Bruder ihr einen reichen Freier zum Mann bestimmt und sie zu der Heirat mit demselben trotz ihres Protestes zu überreden versucht hatte. Ursula hatte ihm geschrieben, daß sie sich nicht verkaufen lasse, und ihm nach Geschwisterart derb ihre Eiwas wie Selbstbeschämung wollte in Villi Meinert aufsteigen, aber er war viel zu glücklich und— zu steifnackig, um so etwas aufkommen zu lassen. Aber er war auch ein guter, ehrlicher Mensch und darauf bedacht, Ursula für alle Fälle zur Universalerbin seines Vermögens einzusetzen. So kam es, daß auch das Backfischchen noch seine Freude an den beiden hatte, denn die Hochzeit wurde in dem Sinne geseiert, wie Frau von Söchting in ihrer wohlmeinenden Weise es wünschte. Er ∆ inst und Jetzt. Shakespeare für den Schützengraben. Anläßlich des kürzlich stattgehabten Shakespeare=Jubiläums, das für alle Völker und Länder, in denen Kunst Ewigkeitswert besitzt, ohne Unterschied der Rassen in gleicher Weise Geltung hat, mag es bei genauer Durchsicht der Dramen Shakespeares gestattet sein, auch die Werke des großen britischen Dramatikers auf das„Aktuelle“ hin zu untersuchen. So ergibt sich denn die folgende kleine Auslese, die man mit einigem guten Willen als Shakespeare=Leitsaden für die Feldgrauen bezeichnen könnte: Deutschlands glänzende Artillerie. Der schnelle Kanonier Rührt mit der Lunte nun die höll'schen Stücke, Die alles niederschmettern.——— (König Heinrich V., 3. Aufzug.) Kerzenbeleuchtung im Unterstande. Wie weit die kleine Kerze Schimmer wirft, So scheint die gute Tat in arger Welt. (Der Kaufmann von Venedig, 5. Aufzug, 1. Szene.) Die schwielige Hand des Schippers. Denn es gibt kein besser Zeichen von einem wackern Gemüt, als eine harte Hand. (König Heinrich VI., 2. Teil, 4. Aufzug, 2. Szene.) Minenwerfer und Handaranaten. Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage. Ob's edler in##emüt, die Pfeil' und Schleudern wüten: hicks erdulden, oder Sich waffneno###en eine See von Plagen,„ Turch Widerstand sie enden. (Hamlet, 3. Aufzug, 1. Szene.) Morgen= und Abendsegen der Feinde. Früh aufstehn lehren uns die schlimmen Nachbarn, Was teils gesund und gute Wirtschaft ist; Dann sind sie unser äußerlich Gewissen, Und Prediger uns allen, die uns waren, Daß wir zu unserm End' uns wohl bereiten. (König Heinrich V., 4. Aufzug, 1. Szene.) Die treue Wacht in den Schützengräben. In Bereitschaft sein ist alles.(Hamlet, 5. Aufzug, 2. Szene.) Komme, was kommen mag, Die Stunde rinnt auch durch den rauh##en Tag. (Macbeth, 1. Aufzug, 3. Szene.) gut, alles gut. Am Stirnhaar laß den Augenblick uns fassen.(3. Aufzug, 3. Szene.) Der deutsche Soldat. Ein Mann, der Stöß' und Gaben vom Geschick Mit gleichem Dank genommen.(Hamlet, 3. Aufz., 2. Das abgenutzte feldgraue Ehrenkleid des Kriegers. Laßt stolz mich reden: Sagt dem Konnetabel, Wir sind nur Krieger für den Werkeltag, unsere Festlichkeit und Zier beschmutzt Mit nassen Märschen im mühsel'gen Feld. Kein Stückchen Feder ist in unserm Haar, (Beweis genug, daß wir euch nicht entfliegen), Die Zeit hat unsere Sauberkeit vernutzt, Toch unsere Herzen sind, beim Himmel, schmuck. (König Heinrich V., 4. Aufzug, 3. Szene.) Mut und Geduld. —— Der Uebersluß Und Friede zeigen Mauern, Drangsal ist Des Mutes Mutter.(Cymbeline, 3. Aufz., 6. Sz.) Das Unternehmen, das ihr vorhabt, ist gefährlich. Ja, das ist gewiß:'s ist gefährlich, den Schnupfen zu kriegen, zu schlafen, zu trinken; aber ich sage euch, Mylord Narr, aus der Nessel Gefahr pflücken wir die Blume Sicherheit.(König Heinrich IV., 1. Teil, 2. Ausz., 3. Sz.) Wie arm sind die, die nicht Geduld besitzen! Wie heilten Wunden, als nur nach= und nach? (Lthello, 2. Aufzug, 3. Szene.) Soldatentod. —— Er starb Wie einer, der sich auf den Tod geübt, Und warf das Liebste, was er hatte, von sich, Als wär's unnützer Tand.(Macbeth, 1. Aufz., 4. Sz.) —— Was Fliegen sind Den müß'gen Knaben, Das sind wir den Göttern; Ein Sie töten uns zum Spaß. (König Lear, 4. Auszug, 1. Szene.) Menschenleben ist, als zählt man eins. (Hamlet, 5. Aufzug, 2. Szene.) Ee er.* Der Chemikermangel der Alliierten. Während man in England und Frankreich in der bisherigen Kriegszeit über den Mangel an Chemikalien jammerte und diesen Zustand dem Fehlen der deutschen Einfuhr zuschrieb, ist das„Journal des Débats“ nunmehr dahinter gekommen, daß bei den Alliierten nicht nur die chemischen Mittel, sondern auch die Chemiker selbst zu den kostbarsten Seltenheiten gehören. Die Zahl der Chemiker von Namen, über die Frankreich und England gegenwärtig verfügen, sagt das Blatt, ist mehr als beklagenswert. Es wurde ausgerechnet, daß im Vergleich zur selben Bevölkerungsdichte auf 300 Chemiker in der Schweiz und 350 in Deutschland nur 7 Chemiker in Frankreich und 6 in England kommen. S S 89 19 8 E S 9 S 3 8 Sgsgs * 3„SE S 0 gg.. " ggang SSSg 2. S 9S68• * S" 5 2 — 7•— S SSMSST K9Suarg: * . 85 * S 2 2 n-S 0 Sihn und S# * S Speiten.### ser uls Sole. in##öwegs gerissener Spitzbube oder ½ Hochstapler hat es meist ziemlich leicht, alle zu seiner Entdeckung; getroffenen Maßnahmen zu verfolgen“, fuhr der Detektiv fort,„und sich danach einzurichten. Ein Zusammenarbeiten mit den behördlichen Organen über ist für einen Privatdetektiv so gut wie ganz ausgeschlossen. Wo auch immer ich bis jetzt genötigt war, mich darauf einzulassen, stets habe ich die fatale Wahrnehmung machen müssen, daß wir zuletzt viel mehr gegen= als miteinander arbeiteten.“ Der Justizrat zweifelte nicht, daß der Mann damit vollständig im Recht sei, und er versprach nochmals, ihm in jeder Hinsicht völlig freie Hand zu lassen. Ehe er sich verabschiedete, nahm Hollmann Veranlassung, ihm noch einige respektvolle Ratschläge für sein eigenes Verhalten zu geben. „Am besten wird es sein,“ sagte er,„wenn Sie bei Ihren Hausgenossen, und zwar bei allen, ohne jede Ausnahme, die Meinung erwecken, daß Sie an ein unter Ihrem Dache verübtes Verbrechen überhaupt nicht glauben, sondern vielmehr überzeugt sind, die Entwendung und Vertauschung der Edelsteine müsse schon stattgefunden haben, ehe der Schmuckkasten in Idre Hände gelangte. Enthalten Sie sich jedenfalls aller Handlungen oder Aeußerungen, die als Verdächtigung einer bestimmten Person gedeutet werden könnten, und suchen Sie zu veranlassen, daß von der Sache in Ihrem Hause sowenig als möglich gesprochen wird. Den Detektiv aber, den ich Ihnen schicke, behandeln Sie ganz wie einen gewöhnlichen Diener, auch wenn Sie mit ihm unter vier Augen sind. Und tragen Sie kein Bedenken, ihn auch von den Mitgliedern Ihrer Familie wie von Ihren Gästen so behandeln zu lassen. Je ungehinderter er seine Rolle durchführen kann, desto leichter wird es ihm werden, einen Erfolg zu erzielen.“—— Mit begreiflicher Angst und Unruhe hatte Frau Lydia die Heimkehr ihres Gatten erwartet. Sie empfand einen glühenden Haß gegen die Gräfin, der allein sie das Heraufziehen dieser neuen furchtbaren Gefahr zuzuschreiben hatte, und sie sagte sich immer wieder, daß sie eine Entdeckung nicht würde überleben können. Aber eine Bergeslast fiel ihr von der Seele, als der Justizrat sie bei seinem Eintritt in ihr Zimmer mit der gewohnten ruhigen Freundlichkeit begrüßte und der Armbandgeschichte weder in der Unterhaltung mit ihr noch an der Abendtafel Erwähnung tat. Schließlich Koman von M. With (38. Fortsetzung.)(Nachdruck beis en war es doch wohl notwenorg. daß sie selbst davon zu sprechen ausing, weil ihr Schweigen geradezu verdächtig gewesen wäre, und so fragte sie denn, ob er die Behauptung der Gräfln für richtig gehalten oder sich nur den Anschein gegeben habe, um die Dame nicht durch einen Zweisel an ihrem Sachverständnis zu kränken. Eingedenk der von dem Detektid empfangenen Weisungen, erwiderte Kröning: „Die Gräfin hatte mit ihrem Zweifel an der Echtheit der Brillanten vollkommen recht. Ich habe das Armband von einem Juwelier begutachten lassen, und er hat mir bestätigt, daß die Steine zum großen Teil Nachahmungen seien. durchaus wertlose schein nach sind die und von einer sehr ersetzt worden.“ Nun galt es, allen Allem Anechten Brillanten herausgenommen geschickten Hand durch die Falsikate Mut zusammenzunehmen und die Komödie mit allem Aufwande dreister Schauspielerei burchdufhh, aag.. G„5i, i. Thinteu gr. „Mein Gott!“ rief Frau Lyoia in scheinvarer Erregung,„und das kannst du so ruhig hinnehmen? Man muß doch eine Untersuchung einleiten, muß dem Urheber des Diebstahls auf die Spur zu kommen Oen.. g ger Pernger gelgrechen „Ich have mit Kruger varuber gesprochen, und angesichts der Taisache, daß der Schmuckkasten sich während der ganzen Zeit teils in deinem Zimmer, teils in Ediths Schrank befunden hat, sind wir beide zu dem Schluß gelangt, daß die Auswechslung der Steine unmöglich hier in unserem Hause vor sich gegangen sein kann. Wie und wann sie erfolgt ist, bleibt einstweilen noch ein Rätsel; aber man wird die Lösung vermutlich eher in Bloemsontein als hier in Deutschland zu suchen habeg“ Wenn sie sich in ihrem Schrecken nicht verraten hatte, in ihrer maßlosen Freude war sie jetzt wirklich nahe daran, es zu tun. Ihr Gesicht strahlte, und sie hätte am liebsten laut aufgejubelt. Seit langem waren ihre noch immer wunderschönen Augen nicht mit so liebevollem und zärtlichem Blick auf den Gatten gerichtet gewesen, wie in diesem Moment der Erlösung aus tödlichster Angst.„ P.4, g. Ca6t, 8. Der Justizrat bemertte es nicht. Er hegie viesmal wirklich nicht den geringsten Argwohn gegen seine Frau, schon deshalb nicht, weil es ihm völlig unerklärlich gewesen wäre, wie sie eine solche Tat hätte zur Ausführung bringen sollen. Und er empfand sogar etwas wie leise Gewissensbisse darüber, daß er ihr eben die Unwahrheit gesagt. Es kostete ihn Ueber * SHIEMTG „SOSSS-ESTS“ windung, jetzt fügen zu m imgehen ließ lübungen Hoil usorisch mach auen zog. „Uebrigens daß ich die Asstch die zweite Notlüge sah ein, daß es sich nicht er besorgte, daß sie die Beh irgendeine Unvorsichtigkeit le, wenn er sie ins Verrac ich dir noch sagen, liebe Lydia, 22, für den Rest der Saison noch einen zweiten Diener zu engagieren. Man hat mir ein tüchtigen Menschen empfohlen, der sich noch am heatigen Abend vorstellen soll.“ . Frau Lydia war ehrlich erstaunt. Cinen zweiten Diener? Aber das wäre doch die überftüssigste Ausgabe von der Welt. Wir haben schon jetzt mehr Dienstdoten, als wir brauchen, und es ist „urchaus kein Vergnügen, so viele fremde Menschen um sich zu wissen, von denen jeder einzelne um so weniger tut, je mehr er sich auf eine Anzahl anderer verlassen zu dürfen glaubt.“ „Du mußt mir schon gestatten, darüber anderer Ansicht zu sein. Und es ist ja auch schließlich nur für kurze Zeit, da wir diese Wobnung und den ganzen großen Apparat mit Schluß der Saison selbstverstandlich wieder ausgeben werden.“ nn ich nur begreisen könnte, wie du überhaupt auf eine solche Idee verfallen bist! Es ist doch sonst nicht deine Gewohnheit, dich um die kleinen Angelegenheiten des Hauswesens zu kümmern.“ „Ich kam darauf, weil mir der Mann, wie gesagt, besenders warm empfohlen wurde. Und ich dachle daran, daß wir ja binnen kurzem diesen unglückseligen Ball geben müssen. Da werden wir ihn sicherlich recht gut brauchen können.“ „Aber ich hatte mir für diese Gelegenheit doch schon die erforderliche Zahl von Lohndienern verschrieben“, heharrte Frau Lydia, die sich ernstlich in ihren Hausfrauenrechten gekränkt fühlte.„Ich kann dir nur wiederholen, daß ich beim besten Willen nicht einsehen kann, womit wir diesen überzähligen Domestiken den ganzen Tag beschäftigen sollen.“ Die Unterhaltung wurde dem Justizrat einigerlaßen peinlich, und es kam ihm sehr erwünscht, als „Wenn meine Gaitin mit Ihstanden ist,“ sagte der Justiz wir die Sache wohl als zeißen?“ „Paul Neumann, Heri meine Zeugnisse. Die Güte, sie zu prüfen.“ Kröning nahm die blätterte sie flüchtig. „Es ist gut. Wie gnüdig sich dann später noch ydia hinzu.„Vorausdagegen hast, lieber ßen peinlich, und es kam ihm sehr erwünscht. gerade jetzt einer seiner Bekannten gemeldet wurde, der ihn in einer wichtigen Berufsangelegenheit unter vier Augen zu sprechen wünschte. Während der bedeutsamen Auseinandersetzung, die er in seinem Arbeitszimmer mit dem Besucher hatte, vergaß er die Detektiv= angelegenheit, und er war nicht wenig überrascht, als er eine Stunde später bei dem Wiedereintritt in den Salon seiner Gattin Frau Lydia im angelegentlichen Gespräch mit einem gutgekleideten jungen Manne traf, der in sehr respektvoller Haltung vor ihr stand und ihreXEiklärungen mit wiederholter bescheidener Verbeugung entgegennahm. Es wbar ein Mensch von vielleicht fünfundzwanzig oder sechsundzwanzig Jahren, mit einem glattrasierten hübschen Gesicht und angenehmen, offenen Zügen— der vollkommenste Typus eines wohlerzogenen Herrschaftdieners, wie er sein soll. In augenscheinlich bester Laune wandte sich Frau Lydia an ihren Gatten. „Dies ist der junge Mann, der dir als Aushilfsdiener für den Rest der Saison empfohlen worden ist", sagte sie.„Er kam, um sich dir vorzustellen; da du aber verhindert warst, habe ich ihn statt deiner empfangen. Und ich bin nun auch der Meinung, daß wir den Versuch wagen sollten.“ 30/2 Ihre Ansicht über die Ueberflüssigkeit des Engagements schien sich also überraschend schnell geändert zu haben. Offenbar hatte sie an dem hübschen, bescheidenen Menschen lebhaftes Gefallen gefunden, und es scheint, ist da ja alles Ordnung. Aber Sie können mich in mein Arbeitszimmer begleiten, da ich Ihnen einige Anweisungen bezüglich Ihrer künftigen Dienstleistungen zu gel wunsche." „Auch bei mir können einmal melden", fügte Fr gesetzt natürlich, daß du nie Werner.“ Er erklärte, daß das selbstverständlich nicht der Fall sei, und ging vor dem in bescheidener Haltung Folgenden her in sein Arbeitszimmer. Als sich die gepolsterte Tür desselben hinter ihnen geschlossen hatte, sagte er: „Sie sind von Herrn Hollmann geschickt worden. Vermutlich sind Sie von ihm bereits genau über die Ai fgabe instruiert, deren Lösung Sie hier versuchen sollen?“ JJawohl, Herr Justirrat!“ „Ich bin nicht in der Lage, Ihnen irgendwelche besonderen Direktiven zu geben. Denn es handelt sich um eine Angelegenheit, in der ich selber leider vollständig im Dunkeln tappe. Sie werden bei Ihren Nachforschungen also ganz und gar auf den eigenen Scharssinn angewiesen sein. Daß Sie mit äußerster Diskretion zu verfahren haben, muß ich Ihnen ja wohl nicht erst einschärfen?" „Nein, Herr Justizrat! Nur eine Frage möchte ich mir gestatten: Sie hegen gegen niemanden aus der Dienerschaft einen Verdacht?“ „Gegen niemanden.“ Diejenigen Personen, die eine Möglichkeit gehabt hätten, zu dem Inhalt der Schmuckkassette zu gelangen, sind von erprobter Ehrlichkeit. Und für die beiden neueingestellten Mädchen, deren Rechtschaffenheit ich bei der Kürze ihrer Dienstzeit vielleicht nicht unbedingt verbürgen könnte, war der Armreif vollständig unerreichbar.“ „Ich danke, Herr Justizrat! Ueber das Weitere werde ich mich schon selbst informieren.“ „Da wir keinen anderen Raum zur Verfügung haben, werden Sie gezwungen sein, die Schlafkammer mit dem anderen Diener zu teilen.“ „Was durchaus meinen Wünschen und Absichten entspricht. Es ist ganz unerläßlich, daß ich so rasch als möglich in ein intimes Verhalinis zu der Diener= schaft trete.“ „Von etwaigen Ergebnissen Ihrer Nachforschungen werden Sie mich natürlich sofort in Kenntnis setzen?" „Wenn der Herr Justizrat es wünschen— gewiß! In erster Linie bin ich allerdings zur Berichterstattung an meinen Chef verpflichtet, von dem ich ja auch meine speziellen Weisungen entgegenzunehmen habe.“ „Nun wohl, machen Sie das, wie Sie es für Ihre Pflicht halten! Daß ich auf das Resultat Ihrer Tätigkeit von vornherein keine allzu großen Hoffnungen setze, will ich Ihnen nicht verhehlen. Und nun gehen Sie zu meiner Frau! Ich bin mit Herrn Hollmann übereingekommen, weder sie noch meine Nichte in das Geheimnis Ihrer Mission einzuweihen, und Sie werden sich also den Dumen gegenüber dementsprechend zu benehmen haben.“ Fortsetzung folgt.) scheidenen Menschen lebhaftes Gefallen gefunden, jedenfallt war ihr nicht die leiseste Vermutung hinsichtlich seines wahren Charakters gekommen. Das nenn immer wiene man gros? Was debi die enden Grzädler, als was in lie begann? die schaudernd dem unwahrscheinlichem 6oethe. inser GE— Der Feldpostbrief. zu A. Seyffert=Klinger. (Nachdruck verba#en.) auer hat wahrhaftig nur noch Augen für Fräulein Ursel,“ schmollte das Töchterchen des Hauses, ein hubscher Backsisch,„sieh nur, Muttchen, er folgt Fräulein Ursel wie ihr Schalten, und sie scheint sich gar nichts aus ihm zu machen.“ Verstohlen forschend sah Frau von Söchting ihr Müdelchen an, aber die harmlos blitzenden Braunaugen desselben beschwichtigten sofort wieder den in ihr aufsteigenden Berdacht. „Wenn der Herr Feldwebel sich für Iräulein Ursel interessiert, so beweist er damit nur, daß er guten Geschmack hat. Wer das Fräulein zur Frau bekommt, zieht nach meinem Dafürhalten das große Los. Ein selten liebes, tüchtiges Mädchen ist unsere Stütze, und so ungern ich sie aus. meinem Hause scheiden sehe, wünsche ich ihr doch, daß sie bald unter die Haube kommt. Sie ist fünfundzwanzig, das passendste Alter zum Heiraten.“ „Wenn es etwas würde, Muttchen, au, das wäre fein! Nicht wahr, ich dürfte Fräulein Ursel doch Kranz und Schleier schenken, sie hat ja weder Freunde noch Verwandte.“ „Ich bezweifle, Kind, daß dem jungen Mädchen nach solchen Aeußerlichkeiten der Sinn steht; wenn die beiden wirklich heiraten, würden wir einen Altar im großen Saal errichten, ihn mit Blattpflanzen umstellen und den Herrn Pfarrer bitten, das Paar hier bei uns einzusegnen. Den Gesang begleitest du auf dem Harmonium. Das wäre eine schlichte, würdige, zeitentsprechende Feier, bei welcher das Fräulein ihr weißes Sommerkleidchen tragen könnte. Dann käme dem Herrn Feldwebel, der sich ja immer noch mühsam auf zwei Stützen vorwärtsbewegt, auch sein Gebrechen nicht so zum Bewußtsein.“ „Muttchen, du weißt es immer am besten! Ach, wenn Fräulein Ursel ihn doch nur nehmen möchte! Jetzt aber will ich ein bißchen horchen, was die beiden sich wohl zu sagen haben!“ „Das fehlte!“ lachte die Dame,„laß du nur die beiden, kleine Motte; das Spionieren ist verboten und wird hart bestraft!“ Die Damen standen am Fenster hinter dem Tüllvorhang. Vor ihnen breiteten sich die weiten Rasenflächen des Parkes aus, die jetzt aber mit Schnee bedeckt waren. Das Thermometer zeigte 6 Grad unter Null. Trotzdem sah man den Feldwebel, der hier Nachkur weilte, im Freien. Der Arzt hatte es so verordnet. Willi Meinert sah sich nach Ursula um. Aha, da kam sie ja! Natürlich, selbstverständlich! Ursula war schön. Echt germanischer Typus, hochgewachsen, voll und doch schlank. Das Gesicht weiß und rosig, von blondem, natürlich gewelltem Haar umrahmt. Die Augen blau, strahlend, mit ruhigem Blick. Der Mund nicht klein, doch reizend geformt. Ein Hauch ursprünglicher Kraft ging von ihr aus. Seit Monaten lag ein dunkler Schatten auf ihrer klaren Schönheit. Ihr Bruder, welcher in Rußland stand, hatte so lange nichts von sich hören lassen. Der Herr Feldwebel liebte das blonde Mädchen, aber ] Tja, das war nun so. Willi Meinert war steifnackig und mißtrauisch, eine tüchtige Dosis Bauernstolz saß ihm im Blute. Er dachte:„Geld hat sie nicht, drum sagt sie nicht nem. Und Stelzen, sie nähme mich doch. Es wihw des langen und breiten zu erz reichbegüterter Kerl bin. Natürnch hei Aber man will auch wissen, ob man s. genommen wird.“ Inzwischen war Ursula, welt füßig ausschritt, herangekommen Kaum aber hatte sie einen Blick au geworfen, den Willi heute, des eisigen Windes wegen, angelegt hatte, so rief sie in höchster Erregung: „Herr Feldwebel, das ist der kopfwärmer, welchen ich meinem Bruder gestrickt und ihm ins Feid geschickt habe. Wie kommen Sie zu demselben??" „Sehr einsach, Fräulein Ursel. Das Palet hat ich auf drei nm von mir. u, daß ich ein ich das Mädel. ter selbst wegen ik und leichtden Kopfschützer Ihren Bruder nicht erreicht. Der Inhalt wurde verteilt. Ich bekam die schöne warme Mupe.“ „O Gott sei Lob und Dank!“ Es war, als werde eine schwere Last von dem Mädchen genommen. Ihre blauen Augen füllten sich mit Tränen.„Daß dieses Paket nicht an seine Adresse gelangte, ist die glücklichste, wunderbarste Fügung.“ Der Herr Feldwebel hatte plötzlich alle Vorsätze vergesser. Er hielt Ursula im Arm und küßte ihr die Träner aus den Augen. Und als er erst die frischen Mädche#lippen mit seinen bärtigen berührt hatte, da durchbtauste ihn ein Siegesjubel, der alle Dämme der Verzicht und des Widerstandes durchbrach. „Wein einziges Lieb, mein Mädchen, hier an meinem Herzen ist dein Platz! Aber nun sag', was dich so in Aufruhr bringt! Was ist's mit dem Paket?“ Wie ihre Augen leuchteten! Wie gut das bräutliche Glück sie kleidete! Er konnte den Blick nicht von ihr wenden. Sie sagte:„Ich habe einen so bösen, anklagenden Brief ins Feld geschickt, denn ich war ernstlich erzürnt auf meinen Bruder. Als das Schreiben dann aber fort und mein Aerger verflogen war, bereute ich bitter, daß ich in der ersten Erregung meinen einzigen Verwandten, der obenein täglich in heißen Gefechten dem Feinde sein Leben preisgab, mit so heftigen Vorwürfen überschütten konnte. Meine Phantasie malte mir alle Möglichkeiten aus... Wenn meine zornigen Worte Bruder Haus in den Tod getrieben hatten? Wenn ich schuld war an seinem Ende? Ich kam über diese Gewissensqual nicht hinaus. Ich fürchtete die Strafe für mein Unrecht und wagte nicht, wieder auszuatmen. Aber fest gelobte ich mir, was auch kommen möge, nie, nie wieder anders, als lieb und herzlich und versöhnlich an einen zu schreiben, der in Feindesland für uns kämpft. Nun werden Sie—“ sie stockte, wurde rot und begluckte ihn dann mit dem ersten„Du“—„wirst du begreifen, daß ich von großer Pein dadurch erlöst bin, daß ich umsonst gelitten, daß dieses Paket meinen Bruder nicht erreichte.“ Sie buckte sich und hob die Stütze auf, welche dem Herrn Feldwebel entfallen war, als er sich auf Ursels Schulter stützen durfte.* „Und darf ich vielleicht erfahren, was dich so in Harnisch gegen deinen Bruder gebracht hat?“ fragte er. Sie zögerte.„In dieser Stunde möchte ich eigentlich nicht darüber sprechen.". „Und wenn ich dich recht herzuch bitte, es doch zu tun?“ 80 0 Ursula fixierte den grauen, mit jägergrüner Wolle umrandeten Kopzwärmer. Darfst du ihn wohl mal, abnehmen, ohne dich zu erlälten?“ „Das wollte ich meinen! Wird überhaupt Zeit, daß die Pümpelei aufhört!“.. 48 Er hatte die wollene Hülle schon in der Hanv. Mit sicherem Griff förderte Ursula aus einer Falte Auch trifft die englische Regierung keine Maßnahmen, um dies in der Folge zu tun, trotzdem unsere großen Schiffe, wovon wir im Anfang des Krieges 3600 Stück hatten, zetzt in einem Tempo von 1000 Stück jährlich vernichtet werden. Es ist eine Frage von Arbeitskräften und Material. Jetzt können wir eine Million Tonnen im Jahre anfertigen, und wenn man auch hofft, die Erzeugung auf 1½ Millionen Tonnen steigern zu können, so weist nichts darauf hin, daß man in dieser Beziehung weiter gekommen ist, während die Verluste täglich andauern und unsere wirtschaftliche Lage immer schlechter wird. Die Deutschen rechnen damit; wir müssen sie enttäuschen. Dazu ist ein energisches Auftreten notwendig. Aber es ist lächerlich, zu glauben, daß die Vereinigten Staaten die Frage lösen werden. Dort wird wohl fleißig gebaut, aber je mehr man dort in den Krieg verwickelt wird, desto mehr Schiffe wird man für den Truppentransport benötigen. Und Schiffe können nicht mehr gekauft werden, auch nicht zu den phantastischen Preisen, die heute Geltung haben. In Fachkreisen herrscht daher große Sorge. Man begreift, daß die englische Regierung alles ins Werk setzen muß, um die englische Seemacht auf der Höhe zu halten, wollen wir nicht in einigen Monaten in eine außergewöhnlich mühsame Lage geraten, die unsere Kriegführung und unsere Ernährung gefährdet. Diese Frage ist für das Gewinnen des Krieges von der größten Bedeutung.“ Die Rüstungen der Sinn=Feiner. TU Amsterdam, 24. Juli. Unter Führung des neugewählten Unterhausmitgliedes Devalera betreiben die Sinn=Feiner mit beispielloser OpferFreudigkeit und unter völliger Mißachtung der englischen Behörden in größtem Umfange ihre milistärischen und finanziellen Rüstungen, um gegebenenfalls mit Gewalt für ihre Forderungen einzustreten. Sie teilen ihre gewaltige Anhängerschaft negelrecht in bestimmte Regimenter ein, für welche auch bereits Offiziere ernannt sind, und bringen die nötigen Gelder durch Auflegung von Listen Freiwilliger Steuerleistung für die Sache der irichen Republik auf. Die hohe katholische Geistlichseit in Irland macht kein Hehl daraus, daß sie die Lage für sehr ernst hält, und hat eine eindringliche Larnung an die Sinn=Feiner erlassen, kein Blutvergießen heraufzubeschwören. Japan zu den Ereignissen in Europa. Es ist ganz natürlich, daß die umwälzenden politischen Ereignisse in Europa auch im fernen Osten ein Echo hervorrufen. Der japanische Ministerpräsident Terautschi hat die Regierungspräsidenten aller Provinzen des Reiches zusammengeusen und ihnen, der„Information“ zufolge, folsende Ausführungen gemacht: In den letzten sechs Monaten hat der europäische Krieg durch das Eingreifen der Vereinigten Staa#en noch weiter um sich gegriffen, er droht, die ganze Welt zu verschlingen. Dem entsprechend muß unser ganzes Volk zusammenstehen und sich für alle möglichen Ereignisse wappnen“. Terautschi entwirft dann ein Bild von dem drohenden Wirtchaftskriege nach Friedensschluß und ermahnt Japan, sich schon jetzt durch Aufspeicherung aller Bearfsartikel und durch größte Einfachheit in der Lebensweise darauf vorzubereiten; insbesondere Volle es sich durch den bisher aufgestapelten Nationalreichtum nicht blenden lassen.„In keinem Falle und unter keinem Vorwande, führte er aus, bürfen wir unsere Industrie irgendwie vernachllässigen. Auch nach dem Kriege gilt es für Japan, die errungenen Erfolge zu behaupten und zu vergrößern. Der Ministerpräsident entwickelte dann die bisherige Rolle Japans im Weltkriege und seine Stellungnahme auf den verschiedenen Konferenzen der Verbündeten. Zum Eingreifen der Vereinig#en Staaten sagt er, daß es von allen Verbündeden mit Begeisterung aufgenommen sei, und daß sich die Entente zu diesem großen Erfolge nur beglückwünschen könne. Die weiteren Ausführungen Terautschis sind von der französischen Zensur derart verstümmelt worden, daß ihre Wiedergabe unmögi6 ist. Bezüglich der russischen Revolution und ihres Viderhälles in der japanischen Presse sagt er, daß die Verbreitung entsprechender Nachrichten nicht zu sehr um sich greisen dürfe, da sie geeignet seien, die politischen Grundsätze Japans zu erschüttern und das Ansehen des Mikados zu untergraben. „Unser Reich ist seit Anbeginn von einer ununter brochenen Reihe von Kaisern regiert worden, und das jetzige Verhältnis der Dynastie zum Volke, sowie die staatlichen Einrichtungen von heute müssen für ewige Zeiten bleiben. Das ist die Quintessenz nationaler Politik und wir sind stolz auf se.“ Bassermann+. WTB Mannheim, 24. Juli. Wie die„Neue Badische Landeszeitung“ meldet, ist der Reichstagrabgeordnete Ernst Bassermann im Alter von 62 Jahren nach längerem Leiden in Baden=Baden sanft entschlafen. OO Aus Stadt und Umgebung. mücblicke aus den Weltkries. 25. Juli. Kämpfe im Westen.— Fliegererfolge im Osten.— Kampf an der mazedonischen Front. Im Westen herrschten nördlich der Somme heftige Kämpfe gegen die Engländer bei Pozieres und östlich am Foureauxwalde und bei Longueval; südlich der Somme wurde bei La=Maisonette gewonnenes Gelände gegen französische Anstürme gehalten. An der Maas machten deutsche Truppen an Höhe 304 Fortschritte, während bei Thiaumont Artilleriekampf herrschte.— Im Osten wurde der Hauptstützpunkt der englischen und russischen U=Boote im Hafen von Mariahamm und auf der Insel Oesel die Flugstation Zerel mit Erfolg von deutschen Fluggeschwadern bombardert.— Die Bulgaren wehrten an der Mazedonischen Front feindliche Angriffe nördlich Vodena mit Erfolg und unter starken feindlichen Verlusten ab. *:(Güterverkehrsabgabe.) Am 1. August 1917 tritt das Reichsgesetz über die Besteuerung des Personen= und Güterverkehrs vom 8. April 1917 hinsichtlich des Eisenbahnverkehrs von Gütern, Tieren, Leichen, Fahrzeugen und Expreßgut einschließlich Milch in Kraft. Von diesem Zeitpunkt erhöhen sich alle deutschen Beförderungsgebühren um rund 7 vom Hundert. Abgabefrei sind nur die Gebühren für bestimmte Nebenleistungen. Der Abgabe unterworfen sind jedoch Ueberfuhr=, Stell=, Umstell= und Verschiebegebühren, sowie AnschlußGebühren und Bahnhofsfrachten. Gänzlich von der Abgabe befreit ist die Beförderung von Steinkohlen, Braunkohlen, Koks und Preßkohlen. Neben der Güterabgabe wird der Frachturkundenstempel weiter erhoben; er wird für Frachtstückgut und Expreßgut auf 15 Pfg., für Eilstückgut auf 30 Pf. erhöht, für Frachtgut in Wagenladungen bei einem Frachtbetrage von nicht mehr als 25 Mark beträgt er nunmehr 1.50 Mark; bei höheren FrachtBeträgeen 3 Mark; für Eilgut in Wagenladungen 3 Mark und 6 Mark. Bei der Beförderung von Kohlen erhöhen sich die Stempelbeträge für Wagenladungen auf 2 und 4 Mark. Stückgüter, die mit Eilfrachtbriefen aufgegeben werden, aber zu ermäßigten Frachtsätzen befördert werden, unterliegen künftig dem Stempel für Frachtstückgut. Die in Händen der Verkehrstreibenden befindlichen Frachturkundenstempelmarken zu 10 und 20 Pfennig können weiter verwendet werden, jedoch sind den Frachtbriefen für Frachtstückgut und den Cisenbahnpaketadressen zur Ergänzung Stempel marken zu 5 Pfennig und den Frachtbriefen für Cilstückgut 10 Pfennig zuzukleben. Das gleiche gilt von den Vordrucken mit eingedrucktem Stempel. Nähere Auskunft erteilen die Güterabfertigunzen. **(Die beginnende Reisezeit) läßt es angezeigt erscheinen, daran zu erinnern, daß es für jede Reise, mag sie auch noch von so kurzer Dauer sein, unerläßlich ist, daß der Reisende sich über seine Persönlichkeit ausweisen kann, sei es durch einen Paß, sei es durch Geburtsurkunden, polizeiliche An= und Abmeldebescheinigungen, Gewerbelegitimationskarten und Aehnliches. Zur Vermeidung von Unannehmlichkeiten wird hierauf besonders aufmerksam gemacht mit dem gleichzeitigen Hinweise, daß die mit der Ausübung des EisenbahnUeberwachungsdienstes beauftragten Beamten berechtigt sind, von allen Reisenden— auch den weiblichen— zu verlangen, sich über ihre Persönlichkeit auszuweisen. **(Aus den evangel. Gemeinden.) Vertretung des Herrn Pastor Ohlig, welcher für 4 Wochen beurlaubt ist, wird in der Weise geregelt, das Herr Pastor Terberger den städtischen und Herr Pastor Wischnath den ländlichen Bezirk desselben übernimmt. Die Gemeindeglieder werden gebeten, bei der Bestellung von Amtshandlungen sich hiemach zu richten.— Morgen Nachmittag hält der evang. Frauenverein seine letzte Monalsversammlung vor den Ferien um 2½ Uhr im Gemeindehause ab. *(Teilung der Ferien.) Für die Volksschulen des Landkreises Hörde werden die Ferien diesmal geteilt in Sommer= und Herbstferien. Das Nähere ergiebt sich aus der Bekanntmachung in vorliegender Nummer. **(Die Hundstage haben gestern begonnen.) Sie dauern bis zum 23. August. Ob sie uns diesmal große Hitze bringen, ist wohl zweifelhaft. Außerdem haben wir schon im Monat Juni viele heiße Tage gehabt, die sich vollkommen hundetagsmäßig anliegen. 1 2722 **(Beschaffung von Ersatzgeläuten.) Da die Beschaffung neuer Bronzegeläute für Kirchen auch nach dem Frieden zunächst noch großen Schwierigkeiten begegnen dürfte, hat die Heeresverwaltung nach Benehmen mit dem Reichsschatzamt die Zusage gemacht, daß sie, so weit und so lange ihr Bronzemetall zur Verfügung steht, dieses an Gemeinden zu einem solchen Preise überlassen wird, daß der jetzt gezahlte Uebernahmepreis zur Beschaffung des Bronzegelautes ausreicht. Damit ist wenigstens einigermaßen eine Sicherheit dafür gegeben, daß den Gemeinden nach dem Kriege ein würdiger Ersatz für die„felddienstfähigen“ Glocken geboten wird. Von verschiedenen Seiten werden Der Riesenbrand in Drontbeim Drontheim, die alte Krönungsstadt Norwegens, die Kaiser Wilhelm bei fast allen seinen Nordlandsfahrten besuchte, wurde jetzt von einem fürchterlichen Brand heimgesucht, der den modernsten Teil des Hafens vernichtete. Hierbei gingen u. a. riesige Warenmengen für Rußland, die von England eingetroffen waren, in Flammen auf. Deren Wert allein wird auf etwa sechs Millionen Kronen geschätzt. Außerdem verbrannten große Vorräte von amerikanischem Petroleum, das sich brennend über die Wasserfläche des Hafens verbreitete und die Schiffe gefährdete. Ein englischer Dampfer mit Munition konnte im letzten Augenblick aus dem Hafen geschleppt werden. Ein im Hafen befindlicher russischer Dampfer hatte, da er unter Dampf lag, rechtzeitig die gefährliche Stätte verlassen. Der durch den Brand angerichtete Schaden wird auf über 10 Millionen Kronen geschätzt. Woe 1Kuh schwarzbunk, aus Westhosen, vermutl, entlaufen. Zweckdienl. Angad., gute Belohn. 3564 Eubdirektion der„Iduna“ Dorkmund, Bekenstraße 16 II. Eine von 2 bis 3 Jimmern mit Gas und Stallung auf sofort oder später zu vermielen. ssos Wesienort 1. e vermielen Sie schnell durch ein Inserat in di„Schwerter Zta.“ gotls-1 0-* Einj., Fähnr., Moieer SoitE Prim., Abitur. Umenau i. Thür. Prosp. trei Herren-Anzüge Burschen-Anzuge Knaben-Anzüge Paletots und Ulster Lodenbekleidung etternantei in grosser Auswahl Gebrüder Stein Schwerte. 16er 5 11 erhalten sie preiswert im Kausbaus ie2 Olto Marr Schwerte, Ostenstr. 20 Gebrbuchles Plale wenn auch Reparalur bedürftig kauft A. Jünemann Bochum, Prückstr. 41. Postkalle genügt. 3416 Bekanntmacung. Für die Woche vom 26. Juli bis 2. August 1917 wird gegen Abgabe einer jeden in dieser Woche gültigen Butterkarte 30 Gramm und gegen Vorzeigung der Lebensmittelkarte 30 Gramm Margarine in den hiesigen Geschäften von Donnerstag mittag an gegen Bezahlung verabfolgt. Für Militärurlauber wird die Butter bei Frl. Rentrop, Kampstr. ausgegeben. Schwerte, den 25. Juli 1917. 3558 : Der Bürgermeister: Rohrmann. Bei der beschränkten Anzahl der Wettplätze erster Klasse kann nicht allen Bestellungen stattgegeben werden. Es liegt deshalb im eigenen Interesse der Reisenden, wenn sie sich dei der Ablehnung der ersten Forderung sogleich für einen Bellplatz zweiter Klasse entschließen, weil auch diese nach einer geraumen Zeit vergriffen sein werden. Elderseld, A. 7.17. 3553 Königl Eisenbahndisektion. schon setzt Angebote an Ersatzglocken gemacht. Da wirklich edles Metall, wie es sich für eine Kir chenglocke eignet, zurzeit nicht zu haben ist, muß aber für die Gegenwart vor der Neuanschaffung von Glocken dringend gewarnt werden. **(Kampf dem Kohlweißling!) Es ist wirk lich an der Zeit, den Kampf gegen den Kohlweißling öffentlich zu predigen. Wenn man die Scharen. der Schmetterlinge sieht, die über Feld und Flur dahinfliegen, so kann es einem um uuseren Kohlbestand angst und bange werden. Jedes Weibchen legt 200 Eier. Wenn auch nicht alle zur Entwilung kommen, so ist es doch bei der großen Zahl der eierlegenden Tiere ein Heer von Raupen, das über die Kohlarten herfällt und uns die nackten Blattrippen übrig läßt. Da nun als Feind der Raupen neben der Schlupfwespe vor allem der Mensch in Betracht kommt— die Vögel verschmähen die Raupe zumeist wegen des widerlichen grünen Saftes, den sie ausbricht— so sollten doch alle Schulkinder veranlaßt werden, die Schmetterlinge zu fangen und zu zertreten. Aus dem Orte Ober=Eschbach wird berichtet, daß die Schüler zweier Klassen innerhalb acht Tagen 22 500 Schmetterlinge gesammelt haben. Durch kleine Prämien kann ja auch der Fangeifer geweckt und gefördert werden!“ *e(Garngewinnung aus Brennesselfasern.) Eine bedeutsame Erfindung ist in einer Chemnitzer Baumwollspinnerei gemacht worden. Nach langjährigen Versuchen ist es ihr gelungen, Brennnesselfasern zu brauchbaren Garnen, auch feinsten Nummern, zu verspinnen. Die nach dem neuen Verfahren gewonnenen Garne sind von guter Qualität und berechtigen zu großen Hoffnungen. * Kalthof, 24. Juli.(Nette Bürschchen) sind die Wilh. und Fritz...— wir behalten uns vor, deren volle Namen an dieser Stelle noch bekannt zu machen— von Leckingsen. Dieselben nahmen am Sonntag nachmittag himbeersuchenden armen Kindern den Lohn ihrer mühseligen Arbeit ab und zwangen zwei fast gleichaltrige Knaben, unter Beraubung deren Freiheit, Himbeeren für sie zu suchen, nachdem sie angeblich 5 Mark von ihnen zu erpressen versucht hatten. Das Auftreten der etwa 12jährigen Burschen war in seinen Einzelheiten derart frech und dreift, daß eine exemplarische Bestrafung geradezu geboten ist. Nun, das Weitere wird sich finden. Brilon, 24. Juli.(Ein ahnungsvoller Engel.) Wadeck gilt mit Recht als das Land der alten Leute, denn in unserem kleinen Berglande sind die Achtzig=, Neunzig= und selbst Hundertjährigen erfreulicherweise durchaus keine Seltenheit. Hierfür mag eine kleine Episode bürgen, die sich unlängst im Kreis der Twiste ereignete und vom Geistlichen des Ortes berichtet wurde. Eine im ganzen Kreise bekannte 96½jährige Bäuerin hatte ihre 78jährige Tochter, eine angesehene Gutsbesitzerin, Mutter mehrerer tapferer, mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichneter Söhne, zu Grabe getragen. Als der Geistliche der noch sehr rüstigen Greisin, der Urgroßmutter, Trost über den Verlust zusprach, erwiderte die alte Frau schluchzend:„Ach Herr Pfarr’, des hat mer d’ Hebamm domols do' glich prof’zeit, das i des Kind nitt dörchbrächt, es is aach allewile Schwächligi gewäst!“ Büchertisch. Die heilige Insel. Eine Sommergeschichte von Lely Kempin. Mit 20 Abbildungen. Preis geb. 4 Mk. Verlag von Velhagen und Klasing, Bielefeld und Leipzig.— In diesem ihrem neuesten Buche gibt die Verfasserin die Eindrücke und Stimmungen wieder, die sie an glücklichen, sonnigen Ferientagen am Strande der Ostsee empfunden und genossen hat; die Schilderung ist in das Gewand einer Erzählung gekleidet. Marktbericht. Der heutige Wochenmarkt zeigte wieder das gewohnte Bild: Beschränkte Anfuhr und zahlreiche Käuferinnen. Die Preise stellten sich wie folgt: Salat 4 Kopf 20 Pfg., Stielmus Pack 35 Pfg., Weißkohl Pfd. 30 Pfg., Wirsing Pfd 35 Pfg., Möhren Pack 80 Pfo., Zwiebeln Bündchen 10 und 20 Pfg; Karotten Pfd. 1,40 Mk., Butterkohlpflanzen Stück 1 Pfg, Steckrübenpflanzen Pack 20 Big, Iitronen Stück 10 Pfg. Verantwortlich für die Redaktion: Friedrich Kraas. Druck und Verlag: Carl Braus, Beide in Schwerte. Beranntmachung. Für diese Woche werden in den hiesigen Metzgereien: An Erwachsene und Kinder über 6 Jahre im ganzen 450 Gramm, an Kinder unter 6 Jahren im ganzen 225 Gramm gegen Bezahlung abgegeben und zwar: 1. Gegen Vorlage der Kommunal=Fleisch=Busatzkarten am Miltwoch, den 25. Juli d. Is. bis spötesfens 7 Uhr abends an Erwachsene und Kinder über 6 Jahre je 250 Gramm, an Kinder unter 6 Jahren je 125 Gramm. 3324 Das auf Kommunal=Fleisch=Zusatzkarten zu verabfolgende leisch wird zu einem um 1.40 Mk. pro Pfund niedrigerem Preise wie zu dem gewöhnlichen abgegeben. 2. Gegen Vorlage der Reichsfleischkarten am Sonn abend, den 28. Juli d. Is. dis spätestens 7 Uhr abends an Erwachsene und Kinder über 6 Jahre je 200 Gramm, an Kinder unter 6 Jahren je 100 Gramm. Außerdem werden noch am Sonnabend auf entsprechende Anteile der Reichsfleischkarten je 50 Gramm Frischwurst abgegeben. Schwerke, den 25 Juli 1917. 3357...... Der Magiskrat: Rohrmann. Täder Ertele liefert schnellstens C. Braus. Vo feler zur Eröffnung der Krlegsausstellung Dortmund 1917 Im Stadttheater zu Dortmund am 28. Juli 1917, 8 Uhr abends, unter Mitwirkung des Philharmonischen Orchesters (Dirigent Professor Hüttner) und des Schülerchors des städt. Gymnasiums(Leiter Gesanglehrer Weiss) veranstaltet von der Ausstellungsleitung (Stadtbaurat Strobel). I. Teil 1. Enzugsmarsch aus„Tanrhäuser“ Richard Wagner 2. Preislied aus„Meistersinger“ Richard Wagner gespielt von sämtlichen ersten Violinen 3. Drei Gesänge für Bass: a) Der Freund Hugo Wolt b) 0 Deutschland Theo Schäfer c) Michel horch, der Seewind pfeift Arnold Mendelsohn Sänger: Herr F. Nuermann, am Klavier: Herr Theo Schäfer 4 Andante aus dem Konzert für Flöte und Harfe" Mozart Flöte: Herr Riedel, Harfe: Herr Spaan 5. Schülereher verstärkt durch Männerstimmen aus dem Lehrergesangverein a) Die Himmmel rühmen Beethoven b) Altdeutsches Soldatenlied bearb. ven C. Thiel II. Teil 1. Armeemarsch No. 9 2. Ein Gedicht als Vorspruch von Wilhelm UblmannBixternheide, gesprochen von Fräulein Wortmann-Bracke! 3. Verfübrung des Fllmwerkes„Graf Dohna und seine Möve“ mit Begleitmusik des Philhaxmenischen Orchester Preise der Plätze Sperrsitz 2. bis 3. Reihe 2.50 Mk., 4. bis 6. Reihe 4 Mk. „ 7.„ 15." 5 00" 16.„ 18.„ 4„ Balkenlogen u. Balken 1. u. 2. Reihe 10 M., Balkon B. Reihe 8 M., Balkon 4 Reihe 6 Mk., 5 urd 6. Reihe 450 Mk. I. Rang 3 Mk., II. Rang 1.50 Mk, III. Rang 0.75 Mk. Ververkauf der Karten ab heute jeden Tag von 10 bis 1 Uhr vermittags und 5 bis 6½ Uhr nachmittags an der Theaterkasse, Eiagang Kuhstraße.— Außerdem hier in der Buchhandlung vos Neumann. 8555 Wiedersehn war seine und unsere Hoffnung. Fern von der Heimat und seinen Lieben starb den Heldentod ffür sein Vaterland am 26 Juni unser lieber, hoffnungsvoller, jüngster Sohn, herzensguter Bruder, Schwager, Onkel und Neffe, der Mlusketier Walter Heinrich im tlühenden Alter von 19 Jahren. In tiefer Trauer: Familie Ernst Heinrich. Schwerte, Frankreich, französische und russische Gefangenschaft, den 24. Juli 1917. 3559 Wir stellen ein für dauernde Stahlwerksarbeiter, Gasstocher, Schrottbündler, Feinzieher, Draht=Walzer, Draht-Binder und=Wäscher, Electriker, Kranführer, Schlosser, Dreher, Ablader, Hülfsarbeiter, Frauen, Mädchen und jugendliche Arbeiter. 332 Weve Suche für meinen Sohn, 16½ Jahr. seit 1½ Jahren in der Landwirtschaft, Stelle unt. direkt. Leitung und Aufsicht des Herrn, Familien=Anschluß, ohne gegenseitige Vergütung; Eintritt kann sofort erfolgen. 3575 Näherts d. d. Gesch. d Bl Randibsger aller Art kauft in größeren und kleineren Partien auf dem Stamm und gefällt 3411 E Homel, Schwerle. Suche für unsern besseren Haushalt(4 Personen) ein braves freues Mädchen als Alleinmädchen bei guter Behandlung zum 1. September. Grete Westkolt Rarmen=Wichlings. Schulstraße 12. 8561 Galchalererdbebern zu kausen gesucht. Angebote unter G. 3562 mit Preis an die„Schwerter Itg.“ Jugendliche Arbener und für dauernde Beschäftigung gesucht. 3560 Schwerter Drabtwerke Wolfsgasse 1. Aus indern Aerg wergen noc angssell: Schlosstr, Preher, Presser, Stanzer, Metallreiniger, Walzer, Adjustierer, Schrotbündler, sowie Frauen u. Mädchen für dauernde Beschäftigung 1883 Nichelwerbe Schwerle(Rube). Bekanntmachung. Gemäß Ziffer 4 des Erlasses des Herrn Ministers der geistlichen und Unterrichtsangelegenheit vom 6. November 1913 U III A 1608 setze ich die Ferien für die Volksschulen wie folgt fest: Schluß des Unterrichts. Beginn des Unterrichts. Som merferien 3. August 1917 30. August 1917. Herbüserien 28. September 1917 11. Oktober 1917. Hörde, den 21. Juli 1917. 3556 Der Landrak: gez. Dr. Luckhaus. „ Nr. W. II. 1800/6. 17. K. R. A. zu der Bekanntmachung über Höchstpreise für Baumwollspinnstoffe und Baumwollgespinste Nr. W. n. 18002. 10. K. K. A. e Vom 25. Juli 1917. Die nachstehende Bekanntmachung wird auf Grund des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851 in Verbindung mit dem Gesetz vom 11. Dezember 1915(ReichsGesetzbl. S. 813), in Bayern auf Grund der Allerhöchsten Verordnung vom 31. Juli 1914, den Uebergang der vollziehenden Gewalt auf die Militärbehörden betreffend, ferner des Gesetzes, betrefsend Höchstpreise, vom 4. August 1914(Reichs=Gesetzbl. S. 339) in der Fassung vom 17. Dezemher 1914(Reichs=Gesetzbl. S. 516) in Verbindung mit den Bekanntmachungen über die Aenderung dieses Gesetzes vom 21. Januar 1915, 23. September 1915, 23. März 1916 und#22. März 1917(Reichs=Gesetzbl. 1915 S. 25 und 603, 1916 S. 183, 1917 S. 253) zur allgemeinen Kenntnis gebracht mit dem Bemerken, daß Zuwiderhandlungen gemäß den in der Anmerkung?) abgedruckten Bestimmungen bestraft werden, sofern nicht nach den allgemeinen Strafgesetzen höhere Strasen angedroht sind. Auch kann der Betrieb des Handelsgewerbes gemäß der Bekanntmachung zur Fernhaltung unzuverlässiger Personen vom Handel vom 23. September 1915(ReichsGesetzbl. S. 603) untersagt werden. * Artikel I. § 4 Abs. 1 der Bekanntmachung W. II. 1800/2. 16. K. R. A. erhält folgende Fassung: Die Baumwollgarnhöchstpreise verstehen sich ab Fabrik oder Lagerstelle. Bei Zahlung binnen 30 Tagen tritt ein Kassenabzug von 2 v. H., bei Vorausbezahlung ein Kassenabzug von 2½ v. H. ein. Artikel 11. Hinter§ 4a wird folgender§ 4h neu eingeschaltet: Für sämtliche rohen einfachen Baumwollgarne auf Kops, die auf Grund von noch dem 24. Januar 1917 ausgestellten Spinnerlaubnisscheinen gesponnen sind, erhöhen sich die nach 83 1 und 4a errechneten Garnhöchstpreise um 20 v. H. Für diejenigen Garne, die nach Inkrafttreten dieser Bekanntmachung gezwirnt werden, erhöhen sich die in Preistafel 2 Ziffer VI festgesetzten Zwirnzuschläge um 40 v. H. Bruchteile von Pf. sind bis zu 6.49 Pf. nach unten, von 0.50 Pf. an nach oben abzurunden. Beispiel: 1. Der Höchstpreis für la ostindisch Zweizylindergarn Nr. 8/2 englisch auf Kreuzspulen, gebleicht, das auf Grund eines nach dem 24. Januar 1917 ausgestellten Spinnerlaubnisscheines gesponnen ist und jetzt gezwirnt wird, berechnet sich wie folgt: 2. Der Höchstpreis für 16/1 Dreizylinderabfallgarn, roh, in Bündeln, das auf Grund eines nach dem 24. Januar 1917 ausgestellten Spinnerlaubnisscheines gesponnen wurde, berechnet sich wie folgt: 16/1 Dreizulinderabfallgarn, roh, auf Keus(Preistasel 2 Va)...= 325 Pf. 40 v. H. Zuschlag von 325 Pf. gemäß§ 4a Ziffer 1.......= 130 Pf. 20 v. H. Zuschlag von 455 Pf. gemäß 84b Abs. 1........= 3 v. H. Zuschlag von 546 Pf. für Aufmachung in Bündeln(Preistasel 2 VIII) 91 Pf. = 16 Pf. 8/1 Zweizylinderbaumwollgarn (Preistafel 2 ilh 20 v. H.(von 337 Pf.) Zuschlag gemäß§ 4b Abs. 1....... Zwirnlohn(Preist. 2 VI)= 48 40 v. H.(von 48 Pf.) Zuschlag gemäß§ 45 Abs. 2= 19 = 337 Pf. = 67 Pf. Bleichzuschlag: Gewichtsverlust 7 (von 471 Pf.) Bleichlohn 67= 67 Pf. 9. Höchstpreis 562 Pf. Artikel III. In Preistafel 2 wird Abs. 2 der Ziffer I 3 sowie Abs. 2 Satz 2 der Ziffern II und III folgendermaßen geändert: Für Garne, die Wolle, Nesselfaser, Seide oder Kunstseide enthalten, darf ein angemessener Zuschlag berechnet werden, der dem Prozentsatz des Gehalts an diesen Spinnstoffen entspricht. In Preistagel 2 wird unter V am Schlusse folgender Absatz eingefügt: Für Garne, die Wolle, Nesselfaser, Seide oder Kunstseide enthalten, darf ein angemessener Zuschlag berechnet werden, der dem Prozentsatz des Gehalts an diesen Spinnstoffen entspricht. Artikel IV. V A. Trikotgarne, welche nach dem Shstem der Vigogne= und Zweizylinderspinnerei aus Baumwolle, Linters, Abfällen oder Kunstbaumwolle gesponnen sind, und zwar auf Grund von Spinnerlaubnisscheinen, die nach dem 24. Januar 1917 ausgestellt sind und ausdrücklich auf die Herstellung von Trikotgarnen lauten: Grundpreis ohne Rücksicht auf das Mischungsverhältnis der im Garn enthaltenen Baumwollspinnstöffe: Nr. 10 metrisch.... 306 Pf. Abweichende metrische Nummern nach folgender Abstusung: 4 6 7 8/8½ 9 10 11 12 18 —5———1— 14 15 +12+15 53— 53 Pf. In Preistafel 2 wird zwischen Ziffer Höchstpreis 524 Pf. und VI folgende Ziffer V A eingeschaltet: *) Mit Gefängnis bis zu einem Jahré und mit Geldstrafe bis zu zehntausend Mark oder mit einer dieser Strafen wird bestraft: 1. wer die festgesetzten Höchstpreise überschreitet; 2. wer einen anderen zum Abschluß eines Vertrages auffordert, durch den die Höchstpreise überschritten werden, oder sich zu einer Oolchen Vertrage erbietet; 3. wer einen Gegenstand, der von einer Aufforderung(§§ 2, 3 des Gesetzes, betreffend Höchstpreise) betroffen ist, beiseiteschafft, beschädigt oder zerstört; 4. wer der Aufforderung der zuständigen „Behörde zum Verkauf von Gegenständen. nicht 6. für die Höchstpreise festgesetzt sind, nachkommt; wer Vorräte an Gegenständen, für die Höchstpreise festgesetzt sind, den zuständigen Beamten gegenüber verheimlicht; wer den nach§ 5 des Gesetzes, betreffend Höchstpreise, erlassenen Ausführungsbestimmungen zuwiderhandelt. * Lei vorsätzlichen Zuwiderhandlungen gegen beummer 1 oder 2 ist die Geldstrafe mindestens auf das Doppelte des Betrages zu bemessen, um den der Höchstpreis überschritten worden ist oder in den Fällen der Nummer 2 überschritten werden sollte; übersteigt der Minbestbetrag zehntausend Mark, so ist auf ihn zu erkennen. Im Falle mildernder Umstände kann die Geldstrafe bis auf die Hälfte des Mindestbetrages ermäßigt werden. Bei Zuwiderhandlungen gegen Nummer 1 und 2 kann neben der Strafe angeordnet werden, daß die Verurteilung auf Kosten des Schuldigen öffentlich bekanntzumachen ist: auch kann neben=Gefängnisstrafe auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden. Neben der Strafe kann aus Einziehung der Gegenstände, auf die sich die strafbare Handlung bezieht, erkannt werden, ohne Unterschied, ob sie dem Täter gehören oder nicht. +24+30+89 „Für Garne, die Wolle, Nesselfaser, Seide oder Kunstseide enthalten, darf ein angemessener Zuschlag berechnet werden, der dem Prozentsatz des Gehalts an diesen Spinustoffen entspricht. Artikel V. Diese. Bekanntmachung tritt am 25. Juli 1917 in Kraft. Münster, den 17. Juli 1917. Das Königliche stelvertretende Generalkommande des VII. Armeekorps. Der kommandierende General: General der Infanterie. * IeR Nr. 38200.