Die Simmon Leuus mit dbel. Uutn hallangsblatt als Gratisdellage erscheirk täglich aufper feiertogs. Bezugspreis M. 2.40 vierkelbei der Post für Bestellgeld 42 Pfg. mede. IInzeigenpreis: Die siedengespaltene oder deren Raum 20. Pfg., Rehlamezelle 50 Pfg= Jeder Radatt gilt als KassenNabatt und erlischt bei Ronkursen, Iwangsvergleichen, gerichtlichen Klagen und Nichtdeeenns in grnathn Zeiteusstelsungen. Nr. 126. h Oerbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Oolkszeitung Schwerter Oolksblatt Amtliches Kreisbiatt tür den Kreis borde Erltes und älteltes Cagesorgan des Krelles a General-Auzeiger für den Kreis Börde o Haupf-Knnoncenblatt Westhofener Zeltung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung Freitag, den 1. Juni 1917. Ale breis. und ichalgellgelichen nungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Röniglichen Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung“. rechtsverdindliche Kraft.— Die „Schwerter Zeilung“ gewährt ihren Abonnenlan für jeden mit Tod endenden Unsas Bodiagungen 300 Mk. Unfall. Druck u. Verlag v. Car! Braus. Schwerte=Ruhe. Fernsp. 62. Telegr.=Adr. Braus, Schwerte=Rude. 50. Jahrgang. Fieden durcb den Krieg. Die deutsche Presse hat in den Kriegsübersichten, in denen die Mehrzahl der Zeitungen Stand und Ergebnis des Welttrieges für die deutsche Sache am Lingstfest überschaute, Erfreuliches feststellen lönnen. Sowohl die unerschütterliche Festigkeit, an der in Italien, im Westen und auf dem Balkan die Frühlingsstürme der Verbündeten zerschallen, wie auch die inneren Vorgänge in den wichtigeren der gegen uns stehenden Staaten gestatten uns, mit Vertrauen und Siegeszuversicht der Zukunft entgegenzusehen. Daß deshalb die Kraft and die Ausdauer nicht einen Augenblick müde werden darf, hat das Mitglied des Abgeordnetenhauses, Freiherr v. Zedlitz und Neukirch, in einem Aufsatz im„Königsberger Anzeiger“ auf eine besonders geschickte und zutreffende Formel gebracht. Er sagt, nachdem er eine Uebersicht über die kriegerische und politische Lage gegeben hat: Nicht von irgendwelchen internationalen, noch von verantwortungslosen Stockholmer Beratungen sei für den Frieden Erhebliches zu hoffen, sondern der Krieg müsse selber den Frieden bringen". Denn nicht eher werde der Frieden zu haben sein. als nicht England zu einem annehmbaren Frieden bereit sei. Wir müssen England dazu zwingen, einzusehen, daß es von einer Fortsetzung des Krieges nichts mehr zu hoffen, wohl aber alles zu fürchten habe. Der Ausdruck„England müsse auf die Knie (Jezwungen werden“, sei ein wenig irreführend, denn es genüge, diesem Hauptfeinde die Erkenntnis beizubringen, daß der Krieg für England verloren sei. Und es besteht begründeter Anlaß zu hoffen, daß man sich an dieser Erkenntnis im Inselreich nicht mehr allzulange wird vorbeidrücken können. Hat doch der Batocki Frankreichs, der Ernährungsminister Violette, erst jetzt die niederschmetternden Eindrücke, die er auf einer Reise nach London empfing, in einer Kammerrede wiedergegeben. Was die französischen Abgeordneten von ihm hörten, wird ihnen nicht allein die Lage Frankreichs sehr bedenklich haben erscheinen lassen, sie werden auch beträchtliche Zweifel am Durchhalten des „großen Bruders“ Englands mit nach Hause getragen haben. Violette mußte erklären, daß an den für die Kohleneinfuhr notwendigen 1525.000 Raumtonnen schon jetzt 815.000 fehlten. Damit gab der französische Minister im Grunde genommen zu, daß der U=Bootkrieg sein Ziel erreicht hat. Auf Gefrierfleisch sei für Frankreich vorläufig überhaupt nicht mehr zu rechnen. Was noch ankomme, werde für das englische Heer beschlagnahmt. Sollte aber der U=Bootkrieg' so weiter gehen, so werde Frankreich wahrscheinlich gänzlich auf Fleischgenuß verzichten müssen. Diese Angaben des französischen Ernährungsministers werden im einzelnen sehr bemerkenswert durch einen Aufsatz der„Neuen Zürcher Zeitung", datiert aus London, ergänzt. Der Londoner Berichterstatter des Schweizer Blattes berichtet eingehend, in wie starkem Maße auch England bereits zur Rateneinteilung der wichtigsten Lebensmittel habe übergehen müssen. Fleisch, Zucker, Kuchen, Brot, Kartoffeln, Alkohol, Papier— alle diese Waren werden auch in England knapp und immer knapper. Kennzeichnend für das britische Volkstum ist es, daß die Regierung auch die Pferderennen hat verbieten müssen, um die Verfütterung von Hafer zu vermeiden. Kennzeichnend ist aber auch, daß in England sich zwar die wohlhabenden Kreise seit einiger Zeit freiwillig im Verbrauch von Lebensmitteln einschränken, daß aber die unteren Schichten trotz aller Mahnungen, Aufrufe und Werbemittel fortfahren zu vergeuden. In andern Ländern pflegt es meist umgekehrt zu sein: Unter dem Zwang der Kriegsverordnungen ernähren sich die breiten Volksmassen knapp, wähxend die Wohlhabenden sich allerlei Vorteile durch Wa. Deutscher Heeresbericht. Großes Hauptquartier, 31. Mai. Westlicher Kriegsschauplatz. Frout des Seneralseldmarschalls Keonpeinzen Rupprecht von Bayern. Die lebhafte Artillerietätigkeit im Opernund Wytschaete=Bogen dauert an. Dicht südlich der Scarpe wurden mehrere englische Kompagnien, die abends überraschend gegen unsere Gräben vorstießen, abgewiesen. Nach kurzem Feuerkampf erfolgten nachts zwischen Monchy und Euemappe Angriffe der Engländer. In zähem Nahkampf wiesen westpreußische Regimenter den Feind zurück. Frent des deutschen Kroaprinzen. Längs des Chemin des Dames=Rükkens und in der West=Champagne erreichte der Artilleriekampf wieder große Stärke. Auch auf dem südlichen Aisne=Ufer stürmten nach umfangreichen Sprengungen westrheinische Truppen mehrere französische Gräben und brachten 40 Gesangene und einige Maschinengewehrs zurück. Oestlich von Auberive führten Teile eines oberrheinischen Regiments ein Erkundungsunternehmen durch, bei dem 90 Gefangene in unsere Hand fielen. Wähernd der Nacht kam es auf dem Westufer der Maas zu lebhafter Feuertätigkeit. Front des Generalfeldmarschalls Herzog Albrecht von Wärttemberg. Nichts Neues. Auf dem Oestlichen Kriegsschauplatz hat sich die Gesamtlage nicht verändert. Mazedonische Frout. Erfolgreiche Vorfeldgefechte brachten deutschen und bulgarischen Sturmabteilungen im Cernabogen und auf dem westlichen WardarUfer eine Anzahl Gefangene ein. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. Oesterreichischer Heeresbericht. WTB Wien, 31. Mai. Amtlich wird verlautbart: Oestlicher und Südöstlicher Kriegsschauplatz: Unverändert. Italienischer Kriegsschauplatz. Am Isonzo gestern tagsüber Artillerie. kämpfe. Nachts wurden bei San Giovanni, südwestlich Monfalcone, zwei italienische Vorstöße abgewiesen. Der Chef des Geueralstabes. Hintertüren zu verschaffen wissen. Daß es in England umgekehrt ist, widerlegt einerseits die Mär von der staatsmännischen„Begabung“ des Durchschnitts=Engländers, stellt aber der Besonnenheit und der Opferwilligkeit der gehobenen Schichten ein ehrenvolles Zeugnis aus. So zwingt der U=Bootkrieg die Engländer, eine ihrer Freiheiten nach der anderen dem Zwange der Notwendigkeiten zu opfern. Denn mit jeder Woche wächst die Gefahr und sinkt die Raumtonnenziffer. Mit halb lächerlichen Ratschlägen, wie etwa dem eines Herrn John Chalfont in der „Daily Mail“, man könne doch vielleicht Gras essen, von dem das vom Menschen ja seit langem verspeiste Rindvieh hauptsächlich lebe, ist da nicht zu helfen, und auch mit öffentlichen Aufforderungen:„Eßt weniger Brot!“— eine Mahnung, die als blaues Band auf den Droschken klebt— wird wenig zu machen sein. Wir aber hoffen, daß selbst eine noch so große Zahl von Verordnungen, zu denen sich England nach und nach wird entschließen müssen, das Verderben von den Briten nicht abhalten kann. In Frankreich scheint die Ohnmacht staatlicher Versorgungsregelung gegenüber den wachsenden Erfolgen des deutschen U=Bootkrieges schon jetzt hier und dort erkannt zu werden. Man sollte das wenigstens aus dem bitteren Spott schließen, mit dem in der„Depeche de Toulouse“ ein Herr Camille Mauclair die Maßnahmen des Mr. Violette verhöhnt. Es heißt da, Violette habe wohl den Verstand verloren, denn er habe in seinen Preisfestsetzungen und Preisaufhebungen, Beschränkungen und Freilassungen eine so wunderbare Ausdauer in der Wankelmütigkeit gezeigt, daß die französischen Hersteller, Warenerzeuger, Händler, Kaufleute selbst anfingen, verdreht zu werden. Die Verwirrung ist groß— in England und Frankreich. Und unsere U=Boote fördern sie bis zum Tage der verzweifelnden Einsicht. Wie werden den Frieden durch den Krieg erwingen, Kundgebungen an den Reichskanzler. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ schreibt: Im Laufe der letzten Woche gingen dem Reichskanzler zahlreiche schriftliche und telegraphische Kundgebungen von Vereinigungen verschiedener Richtungen zu, die zwar in der Auffassung der Kriegsziele voneinander abwichen, aber von gleichem Geiste unwandelbarer Vaterlandsliebe getragen waren. Diese Stimmen aus allen Teilen des Reiches waren für den Reichskanzler wertvoll als Beweise der unser Volk beseeligenden Siegeszuversicht und zähem Ausharren bis zum glücklichen Ausgang des Krieges.. Von der Beantwortung im einzelnen sah der Reichskanzler ab, weil er alles, was er zurzeit über die Kriegsziele sagen kann, in seiner letzten Reichstagsrede aussprach. —00— Die Amwalzung in Außland. Ernste Nachrichten aus Peteroburg. Wie der schweizerische Preßtelegraph meldet, bringt die französische Presse ernste Nachrichten aus Petersburg über eine bedenkliche Wendung in der russischen Arbeiterbewegung. Einer Meldung des „Temps“ aus Petersburg zufolge kommen zu den Schwierigkeiten in der Verpflegung der Bevölkerung jetzt auch noch solche in der Rohstoffversorgung der Industrie. Die Lage verschlimmert sich zusehends. Durch die außerordentlichen Forderungen der Arbeiter wächst die Spannung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Die Lage in den Fabriken verwirrt sich mehr und mehr. Auch besteht die Gefahr, daß die Fabriken, die nicht über genügend Nohstoffbestände verfügen, bald die Arbeit einstellen müssen. Die Aussichten in der Fleischversorgung sind noch schlimmer. Die großen Beschränkungen, denen sich die Zivilbevölkerung hat unterwerfen müssen, werden auch auf die Armee ausgedehnt. In ganz Rußland herrscht große Rot an Fleisch und Fett aller Art, Der Arbeiter= und Soldatenrat gegen die englische Einmischung. Der Arbeiter= und Soldatenrat hat auf amt lichem Wege in London mitteilen lassen, die englische Einmischung in innerrussischen Angelegenheiten, insbesondere der Angriff der„Times“ auf die russische Demokratie habe in Rußland einen schlechten Eindruck gemacht. Im Unterhause wurde in diesem Zusammenhang von liberaler Seite darauf hingewiesen, daß die„Times“ von dem gestürzten nussischen Regime erhebliche Zuwendungen in verschleierter Form bezogen hat. Der Arbeiterrat gegen Kerensli. Nach schweizer Meldungen aus Petersburg berichtet„Djen": Der Arbeiter= und Soldatenrat mißbilligt in einer Eingabe an Kerenski#.* letzten Armeebefehl, der von der Notw####greit eines neuen Angriffes des russischen Heeres spricht. Der Arbeiterrat erklärt als die dringende Aufgabe des jetzigen Kriegsministers die schleunige Herbeiführung eines ehrenvollen Friedens unter Vermeidung neuen. Bune#### gießens. Rußlands wachsende Not. Die„Nowoje Wremja“ schreibt im Leitartikel: „Es gibt kein Brot in Rußland. Tagtäglich wird es weniger. Das große Hungergespenst rückt mit allen seinen Folgen immer näher, wie die Unterernährung der Armeen, Pöbelaufläufe in den Städten, allgemeine Aufstände, Plünderungen und Anarchie. Die Revolution hat mit dem Schreien nach Brot begonnen, und schon sehen wir hier abermalige Straßendemonstrationen mit der Losung:„Gebt uns Brot!“ Man denke nur an eines: Dem Hungernden fehlt jede Ueberlegung.“ Die„Birschewija Wjedomosti“ veröffentlicht höchst beunruhigende Berichte über die drohende Hungersnot in Sibirien. Die Bauern wandern nach den Städten ab und fordern dort die requirierten und nach dem Landesinnern transportierten Lebensmittel zurück. Die größte Gefahr droht jedoch dadurch dem Lande, daß die Bauern das ihnen überlassene Saatgut für ihren täglichen Bedarf verbrauchen und nunmehr keinen Vorrat mehr haben, um die Felder zu bestellen. Können die sibirischen Felder aber nicht bestellt werden, so wird Rußland dem Hunger preisgegeben sein. Die russische Armee für sofortigen Frieden. TU. Petersburg, 1. Juni. Der Kongreß der Frontvertreter hat nach Verhandlungen über den Krieg einstimmig eine Entschließung angenommen, in der es heißt: Das Heer in den Schützengräben erklärt, daß es unumgänglich notwendig ist, alle Maßnahmen zu ergreifen, um so schnell wie möglich dem internationalen Gemetzel ein Ende zu machen und einen Frieden ohne Annexionen und Kriegsentschädigungen auf der Grundlage des Selbstbestimmungsrechts aller Völker zu schließen. Die Armee erklärt, daß die russische Front mit Munition und allem Notwendigen ausgestattet werden muß. Mehr Eisen und weniger Kanonenfutter! Die Armee richtet einen Aufruf an jeden, dem ein freies Rußland teuer ist, sich um den Arbeiter= und Soldatenrat und die vorläufige Regierung zu scharen, zu dem sie Vertrauen hat, da sie kein Abenteuer zulassen und die Armee nicht zum Dünger ausländischer Felder werden lassen wied. 18 Sie wollen nicht mehr. bb Berlin, 31. Mai. Die„Nationalztg.“ mekdet von der russischen Grenze: Eine Note des russischen Generalissmus teilt mit, daß bereits 80 Prozent aller Mannschaften, die über 43 Jahre alt sind, von der Front in die Heimat entlassen sind. Die restlichen 20 Prozent werden in den nächsten Tagen zur Entlassung kommen. Die aus der Truppe ausgeschiedenen Mannschaften unterstehen weiter der militärischen Kontrolle und werden der landwirtschaftlichen und industriellen Produktio“ zugeführt werden, An der Kankasusseont i# Entlassung aller Mannschaften über 43 Jahre bereits durchgeführt worden.„Nowaja Schisnaja“ schreibt, dag der Arbeiter= und Soldatenrat an die Regierung das Ersuchen richtete, die Tenglichkeitsgrenze für den Frontdienst erheblich herabzusetzen. Die Regierung hat die Erfüllung des Wunsches zugesagt, sobald die Reorganisation der Armee durchgeführt ist. Der Abbau der russischen Frontstärke. Nach einem Bericht des Moskauer Blattes„Sozialdemokrat“ kam es zu schweren Ausschreitungen an der nordwastrussischen Front. Der größte Teil der estländischen Soldaten verließ die russischen Formationen, um angeblich in neu aufzustellende estländische Brigaden einzutreten. Bald verbreitete sich unter den russischen Truppen das Gerücht, daß die Esten, von reichen Anhängern des alten Rechimes bestochen, nur eigene Formationen zum Zwecke der Unterstützung einer Gegenrevolution bilden wollten. Es kam zu blutigen Zusammenstößen zwischen Esten und Russen, bei denen es and geblich eine große Anzahl von Toten und Verdundeten gegeben hat, Schließlich konnten die Unruhen nur dadurch unterdrückt werden, daß der Petersbürger Arbeiter= und Soldatenrat telegraphisch die Auflösung der estländischen Formationen anordnete. Da es unfehlbar im Weigerungsfalle zu neuen noch blutigeren Zusammenstößen gekommen wäre, gaben die Esten nach und lösten ihre Sonderformationen auf. Die Unzufriedenheit unter ihnen ist jedoch außerordentlich groß. Auch unter den Letten beginnen die Desertionen zuzunehmen Verhaftung des Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch. TU Bern, 1. Juni. Nach einer Petersburger Meldung des„Petit Parisien“ ist Großfürst Nikolai Nitolajewitsch auf Befehl der vorläufigen Regierung verhaftet worden. Dieses Vorgehen wird Stoßtrupps das feindliche Sperrseuer durchbrachen, ein feindliches Grabenstück östlich Le Pire Aller in breiter Ausdehnung zur Verbesserung unserer Stellung einnahmen und, durch Artillerie= und Minenfeuer gut unterstützt, gegen mehrfache feindliche Angriffe hielten. Der Gegner erlitt erhebliche blutige Verluste. Im Raume von Verdun war die Artillerietätigkeit gering, am Abend und in der Nacht lebhafter. Starkes Feuer lag besonders an der Höhe 304 auf dem Westuser der Maas. Eine Krise im englischen Oberbefehl? Wie der„Zürch. Tagesanz.“ meldet, machen sich Anzeichen geltend, als ob auch im englischen Oberbefehl eine Krise eingetreten wäre. Wie man annimmt, besteht tatsächlich die Absicht, die englischen Streitkräfte in Frankreich unter den Oberbefehl Petains zu stellen, um die vollkommene Uebereinstimmung in der Tätigkeit der englischfranzösischen Armeen zu erreichen. Das Blatt berichtet weiter, daß bis zur Verwirklichung dieser Absicht mit einem Abbruch der gegenwärtigen Frühjahrsoffensive und erst nach vollständig neuen Vorbereitungen mit ihrer Wiederaufnahme zu rechnen sein werde. Allem Anschein nach erwartet man auch bis zu diesem Zeitpunkt eine Mitwirkung der russischen Armee. Wahrscheinlich in ursächlichem Zusammenhange mit dieser Meldung steht die folgende Nachricht aus London: Reuter meldet amtlich: Montag und Dienstag hatten Ribot, Painlere und Foch, sowie ihre militärischen und diplomatischen Ratgeber mit dem englischen Kriegskabinett eine Reihe von Besprechungen über wichtige, beide Länder betreffende Angelegenheiten. Es wurde ein völliges Einvernehmen in allen Punkten erreicht. Die französischen Vertreter sind- nach Frankreich zurückgekehrt.(WTB.) Der Krieg mit Italien. mit dem Ausbruch von Unruhen in Tiflis infolge monarchistischer Werbearbeit in Verbindung gebracht. Die Kämpfe im Westen. Blutige seindliche Verluste an der Westfront. WTB Berlin, 31. Mai. Wie in den letzten Tagen orfolgten auch am 39. Mai nur örtliche Kampfhandlungen. Man kann somit behaupten, haß die Entente die Ziele, die sie sich mit der grühjahrsoffensive gesteckt hatte, nach zweimonatigen Kämpfen nicht erreichte. Wenn sie eine Entscheidung beabsichtigt, so kann die Entente diese nur von einer neuen Einheitsoffensive im Sommer erwarteit, deren Ansang sich bereits durch verschiedene Anzeichen und erhöhte Kampftätigkeit an der Oststont. verraten. Am 30. Mai war das feindliche Störungsfeuer trotz schlechter Sicht im WytschaeteBogen und nordwestlich von Lille lebhafter, um sich in den aufklärenden Abendstunden zu größter Heftigkeit zu steigern. An der Arrasfront war nachmittags bei Gewitter und Regen die Artillerietätigkeit im allgemeinen mäßig. Bei den gemeldeten englischen Angriffen südlich der Scarpe am Aberd und um Mitternacht blieb eine Anzahl von Gefangenen in unserer Hand. Im Raume von St. Quentin wurden Unternehmungen einer feindlichen Offizierspatrouille westlich der Straße Avricourt= Frescault, sowie einer starken Patrouille bei Hennecourt zurückgewiesen und Gesangene eingebracht. : Z u d e n i m g e s t r i g e n H e e r e s b e r i c h t g e m e l d e t e n erfolgreichen Stoßtruppsunternehmungen südwestlich von St. Quentin ist hinzuzufügen, daß unsere Fein gesponnen. Roman aus der rumänischen Gesellschaft von Adolf Flachs. 20)(Nachdruck verboten.) Mit unglaublicher Schnelligkeit verbrei: 2 tete sich die Nachricht von dem Vorfalle in Bukarest, noch ehe die Zeitungen darüber Berichte bringen konnten. Aus der Zeitung erfuhr auch Maritza davon, die mit einem gellenden Schrei das Blatt fallen ließ und sich lange nicht fassen konnte. Dann aber lachte sie auf über die Torheit der Behörden, die einen solchen Ehrenmann bewachen ließen; sie zweifelte nicht daran, daß sich die Sache in kürzester Frist aufklären werde, und sie wünschte nur, daß Calin so lange im Fieber liege, damit ihm das Peinliche erspart bleibe, als mutmaßlicher Versrecher angesehen und behandelt zu werden, ehe man des wirklichen Täters habhaft wird. Fisirik war niedergeschmettert. Er zitterte bei dem Gedanken, sein Freund könne während der Stunden vollen Bewußtseins, die sich hier und da einstellten, in dem Krankenwärter einen Detektiv erkennen. Und was soll dann werden, wenn bei beginnender Rekonvaleszenz die Verhöre beginnen? Calin vor dem Untersuchungsrichter von endlosen Kreuz= und Querfragen gefoltert! Mit dem ganzen Aufgebot seiner Geisteskraft suchte auch er, für sich allein, nach einer Lösung des Rätsels, kam ihr aber ebenso wenig näher, wie die Behörden. Sein erster Gedanke war, das könnte Staffidi getan haben, aber er kam bals wieder ab, denn auch er mußte sich sagen, daß der schlaue Grieche sich sofort mit dem Gelde geflüchtet hätte. Einen kurzen Augenblick brachte er das rätselhafte Geschehnis mit Toporeanu in Zusammenkang... er wußte selbst nicht, wie und warum er auf diesen Gedanken verfallen... Er verwarf ihn auch unweglich. Die Lage in Italien. bb Lugano, 1. Juni. Ein Bericht Musolinos von der Front erklärt, daß die italienischen Bersaglieri und die Infanteriebrigaden, die im Karstgebiet stürmten, in geradezu verheerendes Maschinengewehrfeuer geraten sind. Eineinhalb Regimenter Infanterie verschwanden in Maschinengewehrfallen spurlos vor den Augen der dritten und vierten Schwarmlinie. In den Steinfestungen, die zu ganzen Steinfestungssystemen ausgebaut worden sind, wurde buchstäblich um jeden Zentimeter Boden gerungen. Jedenfalls hat die italienische Armee noch in keiner Schlacht so geblutet, wie in der großen Karstschlacht. Oberitalienische Lazarette scheinen bereits vollständig überfüllt zu sein. Die Aufregung in den Städten ist außerordentlich groß. Aus Anlaß der Kundgebungen der Interventionisten kam es zu lärmenden Kundgebungen gegen den Krieg in Rom. Auch aus anderen Städten wird über antikriegerische Aktionen berichtet. Man befürchtet allgemein, daß der Zusammenbruch der gegnerischen Ofsensive Cadornas ernste innerpolitische Verwicklungen auslösen wird. —000— Der See=Krieg Weitere 21 500 Tonnen versenkt. TU. Berlin, 31. Mai.(Amtlich.) Neue U=Bootserfolge in der Nordsee: 21500 Bruttoregistertonnen. Unter den versenkten Schiffen befanden sich u. a. ein englischer Hilfskreuzer und zwei englische Dampfer. Der Ehef des Admiralstabes der Marine. Der„Universul“, ein in den unteren Schichten der Bukarester Bevölkerung sehr verbreitetes Tageblatt, brachte seinen Lesern gleichfalls die Sache zur Kenntnis und veröffentlichte die Bilder der beiden Kassierer. So drang die Kunde bis in die entferntesten Straßen der Vorstadt und so erfuhr sie auch Baba Rachira... Ein Nachbar las ihr die Geschichte vor und zeigte ihr die Bilder. Und die Baba Rachira sagte, was alle Welt sagte: „Nein, der Herr Calin kann so etwas nicht getan haben,“ und sie fügte hinzu:„Ein Meusch mit solch' gutem Blick kann nichts Böses tun!“ Und in aller Stille dachte sie, ob nicht der Mann mit der schwarzen Seele, der sie an jenem Abend bei Capscha beschimpft hatte, seine Hand im Spiele habe. Woche um Woche verstrich und man wußte um das Verbrechen und den Täter ebenso wenig, wie zu Beginn. Calin befand sich schon seit langer Zeit außer Bett und hatte als Rekonvaleszent unzählige Verhöre gleichmütig lächelnd über sich ergehen lassen. Anerbieten des Bojaren Ciuspescu, jede beliebige Summe als Kaution für ihn zu erlegen, lehnte er entschieden ab. Der Ernst der Situation trat erst an ihn heran, als der Untersuchungsrichter seine Ueberführung auf die Gefängnis=Abteilung des Hospitals anordnete. Die öffentliche Meinung ließ eine langsame Schwankung erkennen, sie schien nicht mehr so fest von der Unschuld Calins überzeugt zu sein, wie in den ersten Tagen. Man jagte sich, wenn das Gericht ihn so lange in Haft behält, so muß doch etwas Wahres an der Sache sein. Der Untersuchungsrichter, der mit der Führung dieser Angelegenheit betraut war, mußte anfangs sehr viel Spott stillschweigend hinnehmen; seine Freunde und Bekannten rieten ihm, sich nicht länger durch die Maßregeln gegen Calin bloßzustellen, einige Zeitungen griffen ihn ganz offen an Neuer Termin für gefahrlose Ausfahrt neutraler Schifse. WTB Berlin, 31. Mai.(Amtlich.) Nachdem sich herausgestellt hat, daß die englische Regierung bei Erlaß der deutschen Seesperre alle in England liegenden Schiffe festgehalten hatte, so daß diese Schiffe die ihnen von der deutschen Regierung gesetzte Auslauffrist nicht benutzen konnten, hatte die deutsche Regierung, den Wünschen der Neutralen folgend, einen neuen Termin zum Auslaufen der neutralen Schiffe festgesetzt. Auch an diesem neuen Termin, dem 1. Mai, hat die englische Regierung vielen neutralen Schiffen das Auslaufen aus den englischen Häfen unmöglich gemacht. Die Folgen waren große Versorgungsschwierigkeiten in den einzelnen noutralen Ländern. Da die deutsche Seesperre sich nur gegen den Feind und seinen gesamten Handel richten will, und weil die deutsche Seekriegsleitung danach strebt, ihre Ziele, die auf die Niederringung des Feindes gerichtet sind, zu erreichen, möglichst ohne die Neutralen in Mitleidenschaft zu ziehen, die diese Ziele nicht mutwillig zu durchkreuzen suchen, so hat die deutsche Seekriegsleitung sich trotz ernster militärischer Bedenken abermals dazu entschloen, den Wünschen der durch englische Willkür in Sorge geratenen Neutralen entgegenzukommen. Sie hat deshalb Befehl gegeben, daß allen neutralen in England liegenden Schiffen am 1. Juli freie Durchfahrt durch das Sperrgebiet um England gewährt wird, falls die Schiffe bestimmte Abzeichen führen und bestimmte Wege einhalten. Große Bedeutung der Skagerrakschlacht. Wie das englische Volk in Wirklichkeit über die Skagerakschlacht denkt, erfährk man jetzt nebenher aus einem„verbandsfreundlichen" im„Heraldo de Madrid“ vom 5. Mai veröffentlichten Bericht des Londoner Berichterstatters Luis Bonafoux über die Umwandlung des Parkes des Lords Hollands in Kartoffelfelder. Die. Engländer— so läßt Bonafoux einen englischen Frennd sagen— graben und säen für viele Jahre, für viele Kriegsjahre. Bis vor kurzem schienen sie indifferent zu sein. Sie hielten den Krieg für irgendeinen Kolonialkrieg. Aber die Schlacht von Jütland war wie eine Erläuterung des britischen Volkes, und lange vor Carsons Erklärung war jeder Engländer überzeugt, daß England in dieser blutigen Partie um sein Leben spiele. Entsetzliche Zunahme der Teuerung in England. WTB Amsterdam, 31. Mai. Hiesige Angehörige der Frau eines englischen Admirals, die eine geborene Holländerin ist, erhielten schriftliche Mitteilungen, daß die Teuerung in England in entsetzlicher Weise zunimmt, daß man schon viele durchaus notwendige Nahrungsmittel nicht mehr erhalten könne. Die Stimmung in England, schreibt die Gattin des Admirals, ist sehr gedrückt, da man sich über die großen Erfolge der U=Boote keinen Illusionen hingebe. Die Friedensstimmung in den gebildeten, namentlich in kaufmännischen Kreisen, nehme stark zu. Rücktritt des englischen Lebensmittelkontrolleurs. WTB Notterdam, 31. Mai. Dem„Nieuwen Rotterdamschen Courant“ zufolge erklärte„Evening News“, daß sich Lord Devonport genötigt sehen dürfte, sein Amt als Lebensmittelkontrol= leur aus Gesundheitsrücksichten niederzulegen. Die Lage auf dem Balkau Die bevorstehende Besetzung Thessaliens. TU London, 1. Juni. Zu der bereits von der „Times“ angekündigten bevorstehenden Besetzung Thessaliens meldet die„Daily Mail“ noch folgenund sprachen von Uebergrifsen der Geruhtsbeamten. Und der Untersuchungsrichter konnte und wollte nicht jedem einzelnen sagen, er dürfe als gewissenhafter und vorsichtiger Beamter nicht anders als gerade so handeln. Die Angriffe nahmen zu, das erweckte schließlich in ihm einen indirekten Groll gegen Calin und den sehnlichen Wunsch, es möchte sich doch ein belastendes Faktum ergeben, damit sich die Vorsicht als begründet erweise. Wer mit Eiser sucht, kann auch Unmögliches herausfinden. Und so fand der Untersuchungsrichter mit Hilje diensteifriger Menschen, daß Calin während der letzten vier, fünf Jahre jedenfolls viel mehr ausgegeben, als er an Gehalt eingenommen hatte; Calin konnte dem Gerichtsteamten das Gegenteil seiner Behauptung nicht nachweisen, da er über seine eigenen Ausgaben und Einnahmen nie Buch gefürrt hatte. Der Untersuchungsrichter fand nech allerlei kleine Indizien, die vor seinem eigenen Gewissen die Verlängerung der Haft Calins vollkommen rechtseitigten. Er verliß sich immer mehr in den Fall und glankte schließlich fest daran, daß Calin irgendwie mit dem Fehlen des Betrags in Verbindung wer. Klipp und klar vermochte er das Wie vor läufig noch nicht beweisen zu können, aber jeder kommende Tag konnte neues Bewats material bringen. Calins Mißgeschick hatte Marito tiel er schüttert, ihr ganzes inneres Leben war wie verwandelt. Nur ein einziger Gedank erfi llte sie jetzt: Calin leidet unschuldig! un sie glaubte mit einem unerschütterlichen Vertrauen, daß die Wahrheit, wenn nicht deate, so morgen siegen muß! Calin mit seines vernehmen, lauteren Gesinnungen hai Gell veruntreut?! Calin, mit den höchsten Ideal## der Menschheit in der Seele, ein gemeiner Und wenn das Gesetz es tausendma verschreibt, ihn, wenn auch nur zum Schetn.## Untersuchungshaft zu bewahren, so heißt det des: In maßgebenden Kreisen erwartet man mit Sicherheit die Besetzung Thessaliens. Man will sich rechtzeitig der Ernte versichern, von der dann ein Teil für die Bevölkerung Alt=Griechenlands verwendet werden soll. Es soll verhindert werden, daß ein Teil der Ernte für die Armee des Königs. Konstantin benutzt wird. Man glaubt, daß man in Thessalien auf keinen nennenswerten Widerstand stoßen wird. Es sind bereits mehrere Abordnungen aus Thessalien in Saloniki eingetroffen und die Salonikier Regierung hat schon einen Plan zur Befreiung Thessaliens ausgearbeitet. 00— Der Krieg mit Amerika. Widerstand gegen die amerikanische Rekrutierung. TU Genf, 1. Juni. Neuyorker Kabeldepeschen der Pariser Presse berichten andauernd über den ernsten Widerstand gegen die amerikanische Nekrutierung. Selbstverständlich sind wieder die Deutschen an allem schuld. In Neuyork wurden, wie die„Information“ meldet, elf Pazifisten, Anarchisten und sonstige Freunde Deutschlands verhaftet. Nach einer Depesche des„Petit fanden am Sonntag in Chikago wahre Straßenkämpfe zwischen den Sozialisten und der Polizei statt. Es gab mehrere Verwundete und viele Verhaftungen. In Birginia bildete sich eine bewassnete Organisation, die sich den amerikanischen Rekeutierungsoffizieren widersetzen will. Auch in Texas wurde eine Verschwörung gegen die Rekrutierung entdeckt. Ueberall wurden Verhaftungen vorgenommen. Die amerikanische Regierung warnt in einer amtlichen Kundgebung vor der deutschen Spionage. — Stadiveror dneten-Sitzung ** Schwerte, 31. Mai. Zur heutigen Stadtverordneten=Sitzung, welche von Herrn Direktor Terbrüggen geleitet wurde, waren 14 Mitglieder des Kollegiums erschienen; der Magistrat war durch die Herren Bürgermeister Rohrmann, Rentmeister Niederstadt und Justizrat Backhausen vertreten, das Bauamt durch Herrn Stadtbaumeister Bierbach. Nach der Einführung des Herrn Niederstadt, der, seit 1895 dem Magistrat angehörend, am 20. März als 2. Beigeordneter wiedergewählt war, und dem lebhafter Dank für seine Tätigkeit im Dienste der Stadt ausgesprochen wurde, gab Herr Bürgermeister Rohrmann einen ausführlichen Bericht über den außerordentlichen Haushaltsplan für 1917 und die damit verbundenen Kriegsausgaben. Der außerordentliche Haushaltsplan schließt ab mit einer Gesamtausgabe von 1 780 675,55 Mk.; der Abschluß ist leider nicht so günstig wie bei dem in der letzten Sitzung genehmigten ordentlichen Haushaltsplan. Wenn aber erwogen wird, daß in der Summe ganz erhebliche Beträge enthalten sind, welche wieder einkommen, welche also nur als durchlaufende Posten anzusehen sind, so ist das Bild doch nicht so ungünstig. Der Uebersicht wegen wollen wir die aus Anlaß des Krieges entstandenen Ausgaben von den anderen trennen und zunächst die übrigen außerordentlichen Ausgaben behandeln. In den letzten 4 Jahren sind für Hochbauten, Kanalbauten, Straßenbauten, Pflasterung des Marktplatzes, Ankauf von Grundstücken usw. beder Wahrheit ins Gesicht schlagen. Wie ein Spuk erschien ihr alles, was in den letzten Wochen geschehen. Sie konnte es nur nicht begreifen, daß alle anderen nicht so klar sahen, wie sie. Frei und offen ergriff sie seine Verteidigung in der Gesellschaft, zu Hause, und mit einer Wärme, die der Mutter das Blut in den Adern stocken machte; nur zu oft gab es jetzt scharfe Meinungsverschiedenheiten zwischen Mutter und Tochter, die Maritzas Trotz zum äußersten brachten. Sie wollte Calin im Inquisitenspital besuchen und ihm sagen, daß sie an seine Unschuld wie an Gott glaube... sie mußte das tun, das war sie sich selbst und ihm schuldig. Frau Zoe drohte mit dem Schlimmsten, wenn Maritza ihren Entschluß ausführte, wenn ihre Tochter diese Schande über sie bringen und den Sträfling besuchen wird. Der Vater mußte sich ins Mittel legen und brachte einen Ausgleich zustande. Maritza kannte die Energie ihrer sich in Aufregung befindenden Mutter und sügte sich. Aber schreiben muß sie ihm, das konnte ihr niemand verbieten. Und sie schrieb an Calin einen warmen, fast zärtlichen Brief. Sie sagte ihm, was sie in dieser schweren Zeit um ihn leidet, daß sie ihn besuchen wollte, um ihm die Hano zu drücken und ihn ihrer Hochschätzung uns Freundschaft zu versichern. Maritza war in den ereignisreichen Tagen noch tiefer und ernster geworden. Sie erkannte jetzt den ganzen Wert Calins. Wie hoch stand er über der übrigen Gesellschaft mit ihren kleinen, alltäglichen Interessen. Wenn er jetzt frei wäre und wieder zu inr wianten könnte, sie würde ihm alles sagen uns za##h Freude hätte er, sich von ihr so versonien# en wissen. Schreiben kann man des el icht... Solche und ähnliche Gedanken## schäftigten sie fort und fort und brech## ihr auch einigen Trost und Beruhigung. (Fortsetzung svigt! ##### 1 6— 9 2S. a.. S Sag * Gersgen uss e Se e e * Su gee 95 11.8 5 in die letzten Jahrhunderte des Mittelalters zurückverfolgen. Gerade heute, da die Rumänen die Schärfe der deutschen Waffen zu spüren bekommen, verdient ein Rückblick auf die Leistungen deutscher Arbeit und deutschen Rechts in Rümänien, wie ihn der Grazer Universitätsprofessor Dr. Raimund Fr. Kaindl in der „Deutschen Revue" entwickelt, die Beachtung jedes gebildeten Deutschen. Zu Anfang des 13. Jahrhunderts, als bereits der Süden Siebenbürgens von Deutschen besiedelt war, wanderten die ältesten deutschen Ansiedler in die Walachei ein. Die größte der damaligen, von Sachsen und Siebenbürgern bewohnten Ansiedlungen war Kimpolung, wo durch Jahrhunderte Deutsche wohnten. In der Moldau, jenem nördlichen Teil Rumäniens, zu dem damals auch die heutige österreichische Provinz Bukowina gehörte, lassen sich seit der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts in zahlreichen Orten Deutsche nachweisen. Für einzelne dieser Orte waren deutsche Namen üblich, so kam für Roman die Bezeichnung „Romesmarkt" und für Jassy„Josmarkt" und„Jaßmarck“ vor. Seit dem 15. Jahrhundert wurden jedoch für viele deutsche Ansiedlungen im heutigen Rumänien die Verhältnisse ungünstig. Hieran waren die zahlreichen Kriege der Donaufürstentümer und auch die Einfälle russischer Heere schuld. Im 18. Jahrhundert, als die Lage sich beruhigt hatte, wurden von einzelnen Fürsten neue deutsche Ansiedler herbeigeholt, woraus sich ersehen läßt, wie sehr man mit den Leistungen der Deutschen zufrieden gewesen war. Besonders begehrt waren deutsche Handwerker und Kaufleute. So entstanden verschiedene „„neue Ansiedlungen, unter denen in der Walachei besonders Bukarest genannt sei. In der Walachei wohnen Deutsche u. a. in Cratova, Turnu Severin, Braila mit Jakobsonstal usw., in der Moldau vornehmlich in Jassy, Bakau, Roman, Galatz usw. In den genannten und noch vielen anderen Orten ließen sich nach und nach deutsche Handwerker, Kaufleute, Fabrikanten, Ingenieure und Lehrer nieder. Durch den Ausschwung, der dem aus der Vereinigung der Walachei. und Moldau entstandenen Rumänien unter Karl von Hohenzollern=Sigmaringen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zuteil wurde, fand die deutsche Einwanderung vielfach Förderung. Weniger ausgedehnt waren die Niederlassungen deutscher Bauern, die sich fast ausschließlich auf die südlich der Donaumündung gelegene Dobrudscha beschränkten. Hier wurden von den Kolonisten viele Dörfer begründet, die sich durch die in ihnen herrschende Ordnung und die Wohlhabenheit ihrer Bewohner auszeichnen. In der Dobrudscha zählte man ungefähr 6500 Deutsche, die Gesamtzahl aller Deutschen in Rumänien beziffert sich auf 50000. Gleich ihren Brüdern in anderen Karpathenländern wirkten auch die Deutschen in Rumänien fühlbar kulturfördernd. Das deutsche Handwerk stand in solchem Ansehen, daß sogar Zünfte nach deutschem Muster gebildet wurden. Die Gewerbezunft in Suczawa z. B. wurde nach deutschem Beispiel eingerichtet. Auch die ersten Brauhäuser und die Einführung des Mühlenbaues sind auf zahlreiche Deutsche zurückzuführen. Ebenso wurden Bergwerkbetriebe von den deutschen Ansiedlern unternommen. Daß bis zum Kriege in Rumänien viele deutsche Handwerker tätig waren, kommt schon in den überaus zahlreichen damit zusammenhängenden deutschen Lehnwörtern in Rumänien zum Ausdruck. Auch cunter den Buchdruckern, Verlegern und Buchhändlern waren zahlreiche Deutsche zu finden. Neben den Handwerkern traten besonders die deutschen Kaufleute yervor. Hiervon legen zahlreiche Fabriken und Einrichtungen in der Holzgewinnung und Petroleumindustrie Zeugnis ab. Auch die Einrichtungen städtischen Wesens beruhen in größeren Orten auf deutscher Grundlage. Straßenpflästerung, die erste wasserleitung und die Anfänge des Hotelwesens in Bukarest z. B. stammen von Deutschen und Oesterreichern. Trotz des im 19. Jahrhundert erstarkten französischen Einflusses hatte die deutsche Einwirkung auch auf geistigem Gebiete allmählich wieder zugenommen. Eine Reihe der hervorragendsten Gelehrten Rumäniens gingen ihren Studien an deutschen Universitäten nach. Im Jahre 1906 wurde an der Bukarester Universität ein Lehrstuhl für die deutsche Sprache errichtet. Die rege Anteilnahme der Rumänen an der deutschen Literatur war aus der lebhafter gewordenen Nachfrage nach deutschen Büchern und aus der wachsenden Zahl der Uebersetzungen aus dem Deutschen zu ersehen. Allerlei Gasangriffe im Tierreich. Jede neue menschliche Erfindung und Vervollkommnung im Gebrauch unserer wissenschaftlichen und technischen Errungenschaften fordert zu Vergleichen mit der Natur auf, und immer wieder kann man feststellen, daß das, was wir für ganz neu hielten, bereits seit erdenklichen Zeiten im Pflanzen= oder Tierreich Anwendung gefunden hat. Wenn man glaubt, daß die Gasangriffe, die im Weltkriege aufkamen, ohne Beispiel dastehen, so kann man sich durch Beobachtungen im Tierreich schnell vom Gegenteil überzeugen. Die Kriegführung mittels Gasangriffs wurde von der Natur schon lange als wirksam erkannt und findet sich unter den Insekten, sowohl als Angriffs= wie als praktisch ausgebildetes Verteidigungsmittel. Die vollkommensten Krieger dieser Art finden sich in der Gruppe der Laufkäser, und zwar ist unter ihnen besonders der Brachinus crepitans in Gasangriffen erfahren, weshalb er mit dem Beinamen Bombardierkäfer belegt wurde. Die Bombardierkäser sind fast über die ganze Erde verbreitet, nur in Australien wurde ihr Fehlen festgestellt. Im allgemeinen pflegen sie die wärmeren Gegenden zu bevorzugen, weshalb sie nach dem Norden hin auffallend schnell abnehmen. Die Verteidigung dieser Insekten geschieht derart, daß sie im Augenblick der Gefahr aus der Hinterleibsspitze eine Flüssigkeit entlassen, die in Berührung mit der Luft zu einer blaugrünen gasartigen Wolke wird und auch Dampf und Rauch zu verbreiten vermag. Diese als Gasschüsse zu charakterisierenden Explosionen erfolgen stets, wenn der Käser sich in Gefahr wähnt. Besonders“ große Arten dieser Bombardierkäser sind in tropischen Gebieten anzutrefsen. Die Käfer finden sich meist unter„flachen Sleinen in der Nähe eines Baches oder Flußlaufes, und wenn man einen solchen Stein aufhebt, kann man beobachten, wie der darunter versteckte Bombardierkäfer zum Gasangriff schreitet, den er häufig mehrmals schnell hintereinander wiederholt. Diese Gasschüsse dienen auch zur Abwehr anderer, dem Bombardierkäser feindlicher Laufkäfer— der sog. Carabinen—, die durch die übelriechende: Dunstwolke betäubt werden, wodurch der Bombardierkäfer Zeit gewinnt, sein Heil in der Flucht zu suchen. 88F-e. Humor. TA „Fränzchen, du lehrst ja den Aber nein! Mutter: Papagei schimpfen!“ „Aber nein, Mutti, ich sage ihm nur die Wörter, die er nicht sagen darf!“ — Ei #nE S a S SS Amtliches Kreisblatt für den kreis börde JAhrgang O Grites und ährses Cagesergmn des Urellen. 0 Freitag, den 1. Juni 191: * S S S 9 22 S 63 P S E ∆ S S 8 V 77 logen ist, sage, daß dn etwas so Häßliches niemals getan hast!“ In den Armen seiner Mutter, die er zum erstenmal für ihn Partei ergreisen sah, kehrte dem Jungen all sein dreister Mut zurück. „Ja, es ist gelogen,“ heulte er,„ich habe es nicht getan.— Aber ich muß ja an allem schuld sein. Und ich kann es nächt länger aushalten, daß ich so ungerecht behandelt werde!“ Erst jetzt hatte Lydia die Anwesenheit der Erzieherin bemerkt, und heute gab sie sich keine Mühe mehr, den Haß zu verbergen, der in hellen Flammen aus ihren Augen sprühte. Mit einer pathetischen Gebärde wandte sie sich an ihren Gatten. „Hörst du es, Werner? Oder bist du bereits taub gewolden für die Stimme der Verzweiflung, die aus dem Herzen dieses unglücklichen, geknechteten Kindes schreit? O, mein armer, vaterloser Junge! Mein geliebter Rolf!“ „Du solllest deine Aeußerungen besser wägen, Lyia“, sagte Kröning streng.„Und du solltest wenigstens in dieser Stunde deine Affeuliebe für den Jungen zu meistern wissen! Noch hast du nicht alles gehört, was er getan hat. Fräulein Hanna hat ihn beobachtet, als er vorhin draußen im Gerten die Stricke von Ediths Schaukel einzuschneiden ver#uchte, und als sie ihm das Messer fortnehmen wollle, hat er sie damit an der Hand vorletzt.“ Lydia sah den leichten Verband an der Hand der Erzieherin, und ihr Mund verzog sich zu einem höhnischen Lacheln. „Ah, bann verstehe ich freilich, wie du in einen so leidenschaftlichen Zorn#eraten konntest! Alles hätte Rolf am Ende ungestraft kun dürfen; aber daß Fräulein Burkhardt um seinetwillen ein paar Tropfen ihres sostbaren Blutes vergiehen mußte, das war ein Verbrechen, wegen dessen er notwendig halbtot geschlagen werden mußte.“ „Nichts mehr in diesem Ton, Lydia! Ich muß dich in deinem eigenen Interesse dringend darum ersuchen! Denn du weißt offenbar gar nicht mehr, was du sprichst. Im übrigen wirst du dich künftig nicht mehr darüber zu beklagen haben, daß deinem Sohn in meinem Hause eine ungerechte Behandlung widerfährt. Denn ich werde ihn morgen einem Pädagogium übergeben, wo man in Gottesnamen versuchen mag, durch strenge Zucht einen brauchbaren= Menschen aus ihm zu machen.“ Lydia schrie auf und breitete aufs neue wie zu seinem Schutz ihre Arme über den Knaben. „Das wolltest du mir antun? Du hast das Herg, mir etwas so Furchterliches anzudrohen? Du könntest mir das Letzte entreißen, was ich noch auf Erden besitze— nur um dem Haß und der Nachsucht jener Person da Genüge zu tun?" Hanna stand regungsles, mit leichenblassem Gesicht und enisetzensstarren Augen, wie wenn sie noch gar nicht an die Wirklichkeit dessen glaubte, was sie da erlebte. Der Rechtsanwalt aoer trat auf seine Frau zu und erfaßte mit hartem Griff ihr Handgelenk. „Geh in dein Zimmer, Lydia! Besinne dich auf dich selbst! Du bist ja unzurechnungsfähig!" Aber sie machte sich los, und in ihren sonst so sanften Augen war ein Funkeln, das sie denen ihres Sohnes merkwürdig ähnlich machte. „Oh nein— ich weide nicht gehen— wenigstens nicht früher, als bis ich alles gesagt habe, was ich zu sagen wünsche. Denn endlich einmal muß es ausgesprochen werden. Viel zu lange schon habe ich geschwiegen zu alledem, was hier unter meinen Augen Tag für Tag vorging. Hieltet ihr mich denn für blind und taub? Glaubtet ihr wirklich, ich machte mir gar keine Gedanken über diese merkwürdige Art von Freundschaft zwischen dir und dieser Gouvernante, herz, die ich mir durch den angeblichen Willen eines Toten als Hausgenossin aufzwingen lassen mußte? Es hätte dieses Wutausbruches gegen mein armes, unschuldiges Kind wahrlich nicht erst bedurft, um mir die Augen zu öffnen.“ Das war das Letzte, was Hanna Burkhardt noch vernahm, denn eine Minute später hatte sie ohne ein Wort der Entgegnung das Zimmer verlassen.—— Eine Stunde spater klopfte eines der Hausmädchen an ihre Tür. „Der Herr Doktor läßt fragen, ob Sie nicht die Freundsichkeit haben möchten, sich noch einmal zu ihm zu bemühen“, meldete sie, und Hanna entließ sie mit einer zustimmenden Antwort. Aber sie leistete der Aufforderung erst Folge, nachdem sie mit dem Packen ihres Koffers fertig geworden war. Dann ging sie hinunter, ruhig und sicher, wie sie es im Verkehr mit dem Hausherrn vom ersten Tage an gewesen war. Und als er ihr bei ihrem Eintritt in das Zimmer seine Rechte entgegenstreckte, überließ sie ihm ohne alle Ziererei und Empfindlichkeit für die Dauer einiger Sekunden ihre Hand. „Im Namen meiner Frau bitte ich Sie, die Kränkung zu verzeihen, die Ihnen unter dem Dache meines Hauses widerfuhr“, sagte er.„Sie haben ja selbst gesehen, in welche Erregung sie durch die nach ihrer Meinung unverdiente Züchtigung des Knaben versetzt worden war — und daß sie danach kaum verantwortlich gemacht werden kann für ihre unbedachten Worte.“ „Ja, ich habe es gesehen, Herr Doktor“, lautete die ruhig=ernste Erwiderung.„Und was zu verzeihen war, habe ich darum längst verziehen. Eine nochmalige Vegegnung mit Ihrer Frau Gemahlin aber wird mir, wie ich hoffe, erspart bleiben. Es ist des einzige, um das ich Sie noch bitten mächte.“ Sein Gesicht nahm einen tiefbekümmerten Ausdruck an, und mit halb abgewandtem Kopfe trat er wieder an seinen Schreibtisch), m ung alg doch nicht „Sie fönnen die Beleidigung also doch nicht vergessen, die man Ihnen zugefügt hat?.Sie haben sich entichlossen, mein Haus zu verlassen?".... „Ja.— Es ist doch ganz selbstverständlich, daß ich hier nicht mehr bleiben kann!“ „Auch nicht, wenn ich Sie herzlich darum bitte, und wenn Sie an den Kummer denken, der der armen kleinen Edith durch Ihr Fortgehen zugefügt werden üche. „Früher oder später hätte es ja doch geschehen müssen, Herr Doktor! Und Edith ist glücklicherweise zu jung, als daß eine solche Betrübnis von langer Dauer sein könnte. Ich hege das feste Vertrauen, daß Sie ihr nur eine solche Nachfolgerin geben werden, die sich das Herz des Kindes zu gewinnen weiß. Und wenn das der Fall ist, wird sie mich bald vergessen haben.“ Aus jedem ihrer Worte mußte er die Unerschütterlichkeit ihres Entschlusses heraushören, und vielleicht hatte er sich auch von vornherein keine Hoffnung darauf gemacht, daß seine Bitten die Macht haben würden, sie zu halten.“ „Es ist sehr hart für die Kleine,“ sagte er halblaut,„und um Ediths willen ist es sehr hart auch für mich. Aber ich habe kein Recht, eine Sebstüberwindung von Ihnen zu fordern, die nur aus Ihrer eigenen freien Entschließung hätte hervorgehen können. Darf ich fragen, was Sie jetzt zu beginnen gedenken?“ „Ich werde mich zunächst zu meinen Eltern begeben und werde mir eine andere Stellung suchen— vielleicht als Lehrerin an einer Schule, da ich nicht gerne wieder in eine fremde Häuslichkeit eintreten möchte.“ (Fortsetzung folgt.) E SSSERRSE S. E Hn S 28 SEöN .2 35 Halan! Ferdinand Frhr. v. Haecklingen. (Nachdruck vervoten.) bog in einen anderen Weg im Tierga beiden Freunde und Kameraden, von kommend, soeben durchquerten. Der einen Augenblick starr über das Be „Gräfin, Sie tanzen wie eine Göttin“, sagte ein meraden stehen und schritt dann w##schütte eleganter, schneidiger und schön gewachsener ulanen, den Worten weiter:„Max ist und bleipt offizier zu seiner Tänzerin, die er nach einem langen dieselbe verrückte Walzer nun zu einem Ruheplätzchen unter Palmen, Orangen= und Lorbeerbäumen geleitet hatte und mit strahlenden Augen in die seiner Dame hineinzuschauen suchte. Sie antwortete zunächst nicht, denn ihre Brust flog von dem Tanze angestrengt auf und ub, und der Facher kam bei ihr gar nicht zur Ruhe. Endlich hob sie ihre märchengrünen Augen und sah ihn lächelnd von unten herauf an. Sie war schön, sehr schön, aber auch kokett und, was er nicht wußte, berechnend, berechnend bis ins„t“, und alles an ihr war anerzogen; sie hatte sich vollständig in der Gewalt. „Wie lange dauert Ihr Kommands eigentlich hier in Berlin noch?“ fragte sie jetzt mit leiser modulierender Stimme. „Im Sommer, wenn die großen Uebungen beginnen, ist meine Studienzeit auf Kriegsakademie abgelaufen!“ „Agaah, so wollen Sie einmal in den Generalstab kommen und, wie mein Husarenbruder sagt,„große Karriere machen?" Ihr ganzes Gesicht hatte=einen anderen, sehr interessierten Ausdruck bekommen. Der Fächer flog nicht mehr in nervöser Hast auf und ab; sie hatte sich sogar ein wenig vorgeneigt und besah sich nun den vor ihr stehenden Ulanenleutnant, Frhr. v. Barenfelde, unter einem ganz anderen Gesichtswinkel, als bisher. Aus dem zum Flirt genügenden Tänzer war unter Umständen ein Heiratskandidat geworden, d. h. konnte einer werden! Doch nur Vorsicht— erst mußte man sich über die Verhältnisse unterrichten! Ihm war die gewisse, hochachtende Bewunderung ihres Ausrufes und das ihn begleitende Mienenspiel nicht entgangen, und so legte er sich dieses alles zu seinen Gunsten aus, denn er war verliebt, verliebt bis über beide Ohren in die schöne Gräfin Melitta v. Merheimb, die da vor ihm saß, und hier, dem Weibe gegenüber, ließ er nur das Herz, nicht, wie sonst im allgemeinen in seinem Leben, den Verstand sprechen. Er war zwar nicht reich, aber doch wohlhabend genug, um schon als Oberleutnant einen mittleren Hausstand gründen zu können, und so sagte er sich:„Vorwärts, zur Attacke geblasen!“ So machte er ihr denn noch an demselben Ballabend und in den nächsten Wochen wie toll und verrückt die Kur, daß ihm sein kleiner Freund Max v. Gilgenheimb, sagte: „Weißte,'n kolleriger Truthahn benimmt sich ooch nicht verrückter, wie du! Weißt du denn überhaupt, Menschenskind, ob du Gnade, ich meine richtiggehende Gnade vor den Augen dieser überaus berechnenden Kokette findest?“ „Aber Max, ich bitte mir doch aus, von der Gräfin anders zu sprechen! Du weißt, daß ich sie liebe, wahnsinnig liebe und sie zu meiner Gemahlin zu machen gedenke. Also nimm dich in acht!“ „Ja, Egon, wahnsinnig, das stimmt, das bist du, und eben deshalb, weil du diese Gräfin heiraten willst, sagte ich dir das— als dein Freund! Und um's kurz zu machen, mein Jungchen, sonst ordne ich mich dir stets und willig unter, hier aber sehe ich mehr und tiefer, solltest du dich durch meine Aeußerung auf die Hühnerangen getreten fühlen und dich mit mir so'n bißchen rumschießen wollen, dann stehe ich gern zu deiner Versügung, aber erst— nach deiner Hochzeit mit Gräfin Melitta v. Merheimb! Morjen!“ Damit griff der kleine Zietenhusar an seine rote Mütze und n ein, den die er Alademie u biieb für en des Kaschütteind mit ich immer Fuselbe verrückte Rudel.“ Am anderen Tage saß er doch mit einem recht finsteren Gesicht im Hörsaal. Er hatte bei einem Besuch, den er bei der gräflichen Familie machen wollte, erfahren, daß die Herrscha##ten bereits vor zwei Tagen auf ihr Landschloß Schwanfelde zurückgesehrt seien. Am selben Tage hatte er seine Angebetete noch Unter den Linden gesprochen, und sie hutte ihm nor einen Grafen— Name blieb unverständlich—. Leyationsrat bei der Botschaft in Rom, vorgestellt, aber von ihrer Abreise kein Sterbeuswort gesagt. Dem armen Ulanen war ein Stich durchs Herz gegangen. Sollte der Kleine da neben ihm doch recht haben? Der sah und hörte aber nichts von seinem Freunde, denn er schrieb auf Denbelkommraus und wie toll und verrückt an seiner Taktikarbeit.— Bald war der Kursus zu Ende, und man trennte „ „Tu, sei vorsichtig, mehr sage ich dir nicht!“ hatte der sonst so lustige kleine Hufar dem langen Ulanen gesagt.„In vier Wochen sehern wir uns übrigens beim Exerzieren einer Kavallerie=Tivision wirder, denn ihr Ulanen und wir Ziegelroten sind auch dibei, werden nur alle in Sack und Asche erscheinen, denn wir rücken in dem neuen Feldgrau aus!" Sie stießen also auf ein frohes Wiedersehen in einigen Wochen an, und alles schien wieder ins richtige Lot zu kommen. Egon hatte einige Tage seines Urlaubes bei den Eltern auf dem Gut zugebracht und wollte nun ins Berner Oberland fahren, um sich an dem Anblick des herrlichen Dreigestirns der Alven, Mönch, Eiger und Jungfrau zu erlaben. In bester Stimmung traf er in Interlaten ein und fuhr schon am anderen Tag hinauf in die Berge. Es war köstlich! Als er am Spätnachmittag in sein Hotel zurückkehrte, lag da ein Telegramm für ihn, das ihm kurz mitteilte, er sei zum zweiten Adjutanten der aufzustelienden KavallerieDivision ernannt worden; dieses Kommando sollte bis zur Beendigung der Herbstübungen und während der Kaisermonöver dauern. Er war schon zufrieden, solch Vorzugskommando erhalten zu haben. Nach Schluß seines Urlaubes meldete er sich bei dem Stabe der Division, und da erfuhr er, daß das Standquartier des Divisionsstabes nebst zwei Schwadronen der roten Husaren Schloß Schwanfelde sei. Im ersten Augenblick bekam er einen heftigen Stich ins Herz, dann aber klopfte es doch froh und erregt. Er hatte nun den festen Entschluß gefaßt, Klarheit zu schaffen, um jeden Preis. (Schluß folgt.) Denkspruch. Man spricht immer von Originalität: allein was will das lagen? — Wenn ich sagen könnte, was ich alles gioben Vorgängern und Mitlebenden schuldig geworden din, so bleibi nicht viel übrig. * Goeide. Deutschkum in Rumänien. Nicht nur in Polen, sondern auch in Rumänien war das Deutschtum in nicht zu unterschätzender Weise seit Jahrhunderten auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiete tätig. Wie in Ungari und Polen, so läßt auch in Rumänien die Geschichte der Deutschen sich bis -A 7 sondere Bufwendungen gemacht in Höhe von 366 730,26 Mark. Außerordentliche Ausgaben werden in der Regel auch außerordentlich z. B. durch Darlehen g##deat. Dies war jedoch mit Nücksich: auf die durch den Krieg geschaffenen finanziellen Verhältnisse, insbesondere den hohen Zinssuß, nicht angebracht. Aus diesem Grunde sind die bezeichneten Kosten hauptsächlich aus ordentlichen Einnahmen(Ueberschüssen der letzten Jahre) und zum Teil aus gesammelten Fonds entnommen. Vorläufig ist also Dedung erfolgt, es nuuß indes die vorgeschiebene Beschlußfassung noch vorbehalten bleiben. Zu diesen Beträgen kommen, abgesehen von kleineren hinzu die für das Rechnungsjahr 1917 (1. April, 1917 bis 31. März 1918) in Aussicht genommenen Ausgaben, nämlich: Ankauf einiger Grundstäcke am Senningsweg 24000 Mk., Freilegung von Straßen 3000 Mk., Ankauf weiterer Grandstücke 50000 Mk. Wir kommen nun zu den Kriegsausgaben. Vom Ausbruch des Krieges bis zum 1. April 1917 sind für Lebensmittel, Futtermittel, Einquartierung, Unterstützungen und sonstige Aufwendungen verausgabt im ganzen 3778 366,60 Märk, vereinnahmt 3565 634,05 Mk., mithin für die Stadt ein Ausfall von 212,732,55 Mark. Hinzu kommen noch nicht beglichene Rechnungen von rund 50·000 Mk., so daß verbleiben 262 732,55 Mk. Hiervon sind durch Darlehen gedeckt 100000 Mk., demnach bleiben zu decken 162732,55 Mk. Diese Summe ist vorläufig aus laufenden Einnahmen und aus Fonds entnommen. Erläuternd sei noch bemerkt, daß in der Gesamtsumme der Ausgaben enthalten sind: Ausgaben für Einquartierung 139 482,61 Mk., Unterstützung der Kriegersamilien 819 545,19 Mk., Mietsbeihilfen“ und sonstige Aufwendungen der Kriegshilfe 161 109,63 Mk. Der Rest ist für Beschaffung wichtiger Lebensmittel, wie Kartoffeln, Mehl, Schrot, Fett, Fleisch, Wurstwaren, Eier, Hülsenfrüchte und Gemüse, sowie Futtermittel verausgabt. In der Gesamtsumme der Einnahmen sind enthalten: Erstattung von Einquartierungs= kosten 108 180,56 Mk., Unterstützungen der Kriegerfamilien 819 545,19 Mk., Aufwendungen für Kriegswohlfahrt 120 463,81 Mk. Der Rest der Einnahmen ist aus dem Verkauf von Lebens= und Futtermitteln wieder eingegangen. Was die Ausgaben für das Rechnungsjahr 1917 (1. 4. 17 bis 31. 3. 18) anlangt, so können als Grundlage für die Schätzung der entstehenden Kriegsausgaben die abgelaufenen Kriegsjahre dienen. Als Ausgaben sind rund 1 Million Mark, als wieder eingehende Beträge rund 800 000 Mk. in den Haushaltsplan eingesetzt, es muß also in diesem Jahre mit einem Ausfall von 200000 Mark gerechnet werden. Es erscheint notwendig, bei den Festsetzungen das ganze Rechnungsjahr 1917 in Betracht zu ziehen. Wenn auch günstige Aussichten auf einen siegreichen Frieden vorhanden sind, so müssen wir doch bestimmt damit rechnen, daß auch nach Friedensschluß die Versorgung der Bevölkerung“ mit Lebensmitteln durch den Kommunalverband oder die Gemeinde ihren Fortgang nehmen muß, so lange bis die Zufuhr wieder in genügendem Maße möglich ist. Der Magistrat empfiehlt Ihnen die Annahme des vorgelegten außerordentlichen Haushaltsplanes und schlägt: Ihnen vor, über die Deckung der Mittel später nach Friedensschluß endgültig zu beschließen. Hoffentlich ist der Ihnen vorliegende Haushaltsplan der letzte in diesem Kriege, vielleicht Fein gesponnen. Roman aus der rumänischen Gesellschaft von Adolf Flachs. 21].(Nachdruck verboten.) Der eries an Calin ging ab und sie wartete mit großer Gespanntheit auf die Antwort. Wie lange entbehrte sie schon ein kluges Wort! Der Brief ließ nicht lange auf sich warten. Maritza saß in ihrem Zimmer und las mit fliegendem Atem die großen, kräftigen Schrittzilge: „Verehrtes Fräulein! Ich danke Ihnen herzlich... Mit Stolz erfüllt es mich, daß Sie zu denen gehören, die an meine absolute Schuldlosigkeit glauben. Ist das nicht sehr traurig und sonderbar, was ich über mich ergehen lassen muß? Ich habe noch nicht aufgehört, mich zu wundern und kann es kaum bengreifen, wie ich eigentlich in diese merkwürdige Affäre geraten bin. Falscher Verdacht ist eine schwere Last für die Seele und erfüllt sie mit einer unsagbaren Bitterkeit. Anfangs wollte ich nicht recht daran glauben, daß es im Ernst möglich wäre.:: es ist zu toll, mir schien, als ob ein Kobold sein Spiel mit mir triebe, ich lachte... Als ich mich soweit erholt hatte, daß ich transportiert werden konnte und hinter Schloß und Riegel gebracht wurde, mußte ich unwillkürlich lächeln, mit welchem Eifer die Beamten auf falschen Spuren wandelten. Und bei den Verhören wollten es die Herren nicht glauben, daß ich so wenig Verständnis für den Wert des Geldes habe. Ich, als Generalkassierer, weiß nicht, was ich mit meinem Geide getan habe un das ist verdächtig! Wie lange soll diese Beschränkung der Freiheit noch währen? Ich denke mit Entsetzen an die zahllosen Fälle von verhängnisvollen ihmern in der Geschichte der Instiz.... Tag bringt uns der Herbst dieses Jahres entscheidenden Sieg und Frieden. Die Hoffnung, daß die schwere Kriegszeit ihrem Ende entgegengeht, wird uns Kraft geben, auch die kommenden Monate zu überwinden. Der Haushaltsplan wurde ohne weitere Ausprache verabschiedet. Gegen den Abschluß eines Vertrages mit den Brauereibesitzer Östermann wegen Errichtung einer Dörranlage wurden keinerlei Einwendungen erhoben. Es handelt sich um eine gemeinsame Einrichtung des Kreises Hörde und der Stadt Schwerte, deren Kosten sich auf 20000 Mark stellen. Die Vorarbeiten sind schon soweit gefördert, daß die Anlage bald in Benutzung genommen werden kann. Dann wurde einem Abkommen mit dem Bäckermeister Westermann betr. Abtretung von Grundflächen in der Kuhstraße zugestimmt. Eine längere Aussprache zeitigte der folgende Punkt der Tagesordnung: Erhöhung des Gaspreises. Nach dem Antrage der Gaswerkskommission und des Magistrats sollte der Gaspreis von 14 auf 18 Pfg. per Kubikmeter erhöht werden. Herr Stadtbaumeister Bierbach begründete den Antrag mit den bedeutend gestiegenen Gestehungskosten, die sich für das Kubikmeter sogar auf 4½ Pfo. stellen. Alle Städte der Umgebung seien zu einer Erhöhung ihrer Gaspreise geschritten. Herr Duisberg bat mit Rücksicht auf die kleinen Leute, die davon am härtesten betroffen würden, von einer Erhöhung abzusehen. Das Gaswerk habe übrigens in früheren Jahren immer große Ueberschüsse an die Stadtkasse abgeliefert, außerdem seien die Anlagekosten des Werkes zu zwei Drittel bereits getilgt. Wenn auch die Selbstkosten höhere geworden seien, so kämen doch auch wieder normale Verhältnisse; wenigstens solle man die bisherigen Preise vorläufig noch bestehen lassen, da gerade die kleinen Abnehmer, die vielfach erst im vorigen Jahre die Kosten der Neuanlage zu tragen hatten, am meisten von einer Erhöhung betroffen würden. Nach Ansicht des Herrn Stern ist die Lage des Gaswerks bei weitem nicht so günstig, wie sie Herr Duisberg hingestellt habe. Man habe die Abschreibungen lange nicht in dem Maße vorgenommen, wie sie notwendig gewesen seien. Die Preissteigerung sei ja gewiß eine Härte, nach seinem Dafürhalten sei sie jedoch eine unbedingte Notwendigkeit. Eine weitere Hinausschiebung würde die Stadt vielleicht in eine unangenehme Lage bringen. Herr Bierbach bemerkte, daß die Belastung der kleinen Leute keine sehr große sein werde, da diese meistens nur einen Konsum von ca. zehn Kubikmeter im Monat hätten. Auch Herr Bürgermeister Nohrmann stellte nicht in Abrede, daß die Erhöhung eine gewisse Härte bedeute, aber der Krieg bringe eben Härten aller Axt mit sich. Man könne sich ja den Weg offen halten, bei einem Zurückgehen der Kohlenund Materialpreise auch den Gaspreis wieder zu ermäßigen. Herr, Ludwig ist von der Notwendigkeit einer Erhöhung wohl überzeugt, möchte aber die kleinen eLute geschont wissen und die Erhöhung auf die Industrie abwälzen, die jetzt an Kriegslieferungen gut verdiene und die zudem jetzt noch den Vorteil eines niedrigeren Gaspreises genieße. Diese letztere Bemerkung stellte Herr Bierbach insoweit richtig, als nur dem Nickelwerk in anbetracht seines großen Konsums ein um 1 Pfg. ermäßigter Gaspreis eingeräumt sei. Bei der alsdann vorgenommenen Abstimmung wurde der Antrag des Magistrats auf Erhöhung des Gaspreises um 4 Pfg. mit 8 gezen 6 Stimmen angenommen. Der Gemeinde Holzen wurde auf Erund des § 53 des Kommunalabgabengesetzes ein Zuschaß von 2000 Mk., der Gemeinde Ergste ein solcher von 500 Mark bewilligt. Dem Abschluß eines Vertrages mit dem Eisenbahnfiskus betr. Uebernahme und Austausch von Wegeflächen etc. wurde mit einer kleinen Ergänzung zugestimmt. Es handelt sich um Grundstücke auf der Schwerterheide und im Grünental. Gegen den Ankauj der Baaderschen Gärtnerei im Senningsweg zum Preise von 24000 Mk. wurden keine Einwände erhoben. Nachdem Herr Bürgermeister Rohrmann noch mit warmen Worten auf die U=BootSpende hingewiesen hatte, verbreitete er sich eingehend über die Verwendung der aus Anlaß des Krieges erfolgten Schenkungen, Stiftungen, Sammlungen und der Einnahmen des Roten Kreuzes i.: Schwerte. Zur Unterstützung der in Not befindlichen Familien hatte sich beim Ausbruch des Krieges ein Hilfsausschuß gebildet; er hat von August 1914 bis Januar 1915 die Kriegshilfe in wirksamster Weise geleistet. Von Janitar 1915 ab übernahm dann der Ausschuß des Roten Kreuzes zu Schwerte diese Pflichten und hat die außerordentlichen Unterstützungen der Kriegerfamilien besonders durch Gewährung von Lebensmitteln und Kleidung keirchgeführt bis zum 1. April 1916. Während eineinviertel Jahren hat das Note Kreuz also die beträchtlichen Aufwendungen übernommen; in der Hauptsache sind diese erheblichen Mittel aus Sammlungen in Schwerte aufgebracht. Als dann die Mittel nicht mehr ausreichten, ist die Stadt mit ihren Mitteln eingetreten, um alle die Aufgaben zu übernehmen, welche auf dem Gebiete der Kriegswohlfahrt sich als notwendig erwiesen. Der Ausschuß vom Roten Kreuz ist dadurch zwar wesentlich entlastet, aber er hat doch auch mach dem 1. April 1916 große und wichtige Aufgaben ersüllt, indem er da, wo Not war, außerordentliche Zuwendungen in bar und auch in Naturalien machte, für Kleidung bedürftiger Familien sorgte, auch die Krieger unserer Stadt, die in der Front kämpften, oder im besetzten Gebiet standen, durch Weihnachtsgeschenke, durch Unterkleidung und sonstige Gaben erfreute. Besondere Pflichten hat das Rote Kreuz auch entsprechend den Bestimmungen des Statuts für kranke und verwundete Krieger zu erfüllen. Dementsprechend sind für die beiden hiesigen Vereinslazarette, welche mit den beiden Krankenhäusern verbunden sind, laufende Beihilfen nach Maßgabe der Zahl der Pflegetage geleistet. So hat bis 1. April 1917 erhalten: das Lazarett im evangelischen Krankenhause 20 209,25 Mk., das Lazarett im katholischen Krankenhause 20 810,05 Mark, zusammen sind mithin für diesen Zweck verausgabt 41019,30 Mark. Zur Dechung dieser Ausgaben hat das Rote Kreuz zu Schwerte geleistet 13.630,20 Mk., der Kreisverein vom Roten Kreuz in Hörde 27•339,10 Mark. Die Einnahmen des Noten Kreuzes in Schwerte betrugen; im Rechnungsjahr 1914 48352,33 Mk., im Rechnungsjahr 1915 29955,49 Mk., im Rechnungsjahr 1916 21 434,48 Mk., zusammen bis 1. April 1917 99742,30 Mk. Die Ausgaben betnugen im Rechnungsjahr 1914 24222,38 Mk., im Rechnungsjahr 1915 54 085,44 Mk., im Rechnungsjahr 1916 13124,57 Mt., zusammen bis 1. Auril 11917 91 432,89 Mt. Der. Bestand betrug am 1. April 1917 8309,91 Mk. Wenn man die Summen vergleicht, so ergibt sich, daß zwar ein belrächtlicher Teil der Aushalen zu Gunsten de: Cazarette verwendet ist, daß über doch die Hauptsumme anderen gleichfalls wichtigen Aufgaben des Aoten Kreuzes zugefallen ist. Jedenfalls steht fest, daß durch die Opferwill=gleit unserer Mitbürher große Summen aufgebracht und daß dürch die sorgfältige Verwendung dieser Mittel zehlreichen hiesigen Familien außerordentliche Hilfe gewührt worden ist. Den Gebern spreche ich bei dieser Gelegenheit Dank aus mit der Bitte, auch für die weitere Demer des Krieges eine offene Hand zu haben. Den Daitzen und Herren vom Roten Kreuz, welche die Sammlung und Verwendung der Gelder bewirkt haben, erlaube ich mir an dieser Stelle ebenfalls herzlichen Dank abzustatten. Während der Kriegszeit, besonders zu Anfang des Krieges, sind von Vereinen, Innungen und Einzelpersonen kleinere und größere Beträge mit bestimmter Auflage geschenkt. Diese Beträge, welche zusammen 2495 Mk. ausmachen, mußten besonders verwaltet und verwendet werden. Dies ist geschehen mit Hilfe des Ausschusses zur Unterstützung von Kriegerfamilien und des Fürsorgeausschusses für Kriegshinterbliebene. Die Gelder sind bestimmungsgemäß verwendet. Die Sammlung für das Kriegswahrzeichen hat bis 1. April 1917 im ganzen ergeben 26 018,91 Mk. Davon ab die Ausgaben 1530,19 Mark, mithin verbleibt als Bestand 24 488,72 Mk., welcher zum größten Teil in Kriegsanleihe angelegt ist. Von den Stiftungen ist die„Adele Hasenclever=Klewitz=Stiftung“ zu nennen, eine Stiftung des Herrn Fabrikanten Gottlieb Ernst Hasenclever aus Remscheid in Höhe von 100000 Mk. Die Zinsen aus dieser Stiftung sind alljährlich zu verwenden für bedürftige in Schwerte wohnende Hinterbliebene von im jetzigen Kriege gefallenen Kriegern aus Schwerte. Die Zinsen des ersten Vierteljahres sind verteilt, diejenigen des zweiten Vierteljahres werden demnächst verwendet. Ich schließe mit dem Ausdruck des Dankes den hochherzigen Stifter. Auf die öffentliche Sitzung folgte noch eine geheime Beratung. Aus Stadt und Umgebung. Rückblicke auf den Weltkrieg. 1. Juni 1916. Deutsche Erfolge im Westen, österreichische in Süd=Tirol. Im Westen machten die Engländer bei Givenchy einen heftigen Angriff, wurden aber im Nahkampf unter großen Verlusten zurückgeworfen. Oestlich der Maas stürmten deutsche Truppen den Cailette=Wald und die beiderseits anschließenden Gräben, ein in der Nähe des Vauxteiches geführter Gesenstoß scheiterte, über 2000 Mann wurd zu Gefangenen gemacht. Auch der Luftkampf w ein sehr starker, mehrere feindliche Fahrzeuge wr den heruntergeholt.— Im Osten entwickeltens die Geschützkämpfe an der Beßarabischen Front u an der wolhynischen Front zu einer Artillery schlacht. Der Kaiser erschien in Marienburg, ve der jubelnden Menschenmenge stürmisch begrüßt. In Südtirol drangen die österreichischen Truppé im Raume von Arsiero vor, eroberten den Monse Barche und faßten auch füdlich der Orte Fusine um Tag verstreicht und noch immer klärt sich der mystische Nebel nicht, der das Verschwinden jener Summe verhüllt. Sechs Wochen bin ich schon meiner Freiheit beraubt; sechs Wochen, das macht zweiundvierzig Täge. Mit welchem Recht streicht man diese Zeit aus meinem Leben, die ich nützlicher für mich und die anderen hätte ausfüllen können... Wahrhaftig, besäße man nicht ein wenig philosophischen Gleichmut, man könnte diese Unbill nicht ertragen... Wie schmerzt es mich, Ihnen trübe Gedanken zu verursachen. Sie haben ein vornehmes, mitleidiges Herz, das beweisen mir Ihre Worte. Ich habe die Wärme, die Ihr Schreiben an mich atmet, nicht mißverstanden.... Sie gilt nicht Joan Calin, sondern dem unschuldig leidenden Gefangenen, dem einen für die vielen... Aber Mitleid zu erregen, schmerzt den stolzen Mann... dort am tiefsten, wo er zu siegen geträumt und gehofft... Die Tragikomödie des Lebens, wenn Sie wollen... Noch einmal die Versicherung, daß Ihre Worte sehr erfreut haben..* Ihren ergebenen Joan Calin.“ Madame Zoe frohlockte im stillen— hat sie nicht von jeher eine Abneigung gegen Calin gehabt, ist der Instinkt nicht ein treuer Berater gewesen, hat sie nicht recht behalten mit ihrer Ansicht, daß man dem aus dem Volke Stammenden auch dann nicht unbedingtes Vertrauen schenken darf, wenn er sich große Bildung erworben hat? Was nützte aber das alles, da Maritzas Mitgefühl für Calins körperliches und seelisches Leid mit jedem Tag anwuchs...„Mitleid ist eine bequeme Brücke zur Liebe,“ sagte sie sich,„und diese Brücke muß ich zerstören.“ Sie suchte und fand die Gelegenheit, mit Toporcanu, unbemerkt eine Besprechung abzuhalten. Toporeanu zeigte sich dabei, wie immer, sehr hoffnungsfreudig. „Madame, ich halte den armen Calin für unschuldig, das wird sich früher oder später erweisen. Bis dahin aber werde ich Fräulein Maritza bekehrt haben. Das„Wie" überlassen Sie getrost mir... „Ich bin wahrhaftig neugierig!“ „Bitte, meine verehrteste Gnädige, verstehen Sie mich, wenn ich vorläufig nichts verrate... Andeuten kann ich es ja schließlich... Wer einmal hinter Schloß und Riegel war, dem bleibt immer etwas Anrühriges anhaften...“ „Ja, das ist allerdings richtig. Aber auch ich möchte gern dabei mithelfen. Ich habe eine Idee... Hören Sie, lieber Toporeanu, es heißt, der Untersuchungsrichter sei fest von der Schuld Calins überzeugt,— ich natürlich bin es auch, trotzdem Sie versichern, daß er unschuldig ist— könnte man nicht ein zufälliges Zusammentreffen des Richters mit Maritza veranlassen? Kennen Sie den Herrn?" „Wahrhaftig. ein guter Gedanke! Ich verstehe, was Sie meinen. Das würde mir die Sache erleichtern. Ich kenne den Herrn und werde ihm einen Wink geben, bei Ihnen einen Besuch abzustatten.“ „Sehr gut. Aber erst nächste Woche, da ist mein Mann in Valea Frumoasa, seinem Gut in der Moldau, wie Sie wissen.“ „Wie Sie wünschen, Madame!“ Staffidi war guter Dinge. Nur zeitweilig überfiel ihn eine Furcht, das Spiel könnte entdeckt werden; oft besiel ihn auch Reue, die schüttelte er aber leicht ab. Wer hat ihn auf den Gedanken des zwar lustigen, aber auch insamen Streiches gebracht? Toporeanu! Er ist der Urheber, er hat das größte, ja das einzige Interesse an der Sache, darum mag er auch die moralische Verantwortung tragen, sich gefälligst von seinen eigenen Vorwürfen peinigen lassen. Wenn er, Staffidi, es recht erwägt, ist er selbst im Grunde das Opferlamm.. er hätte in erster Linie unter der Entdeckung zu leiden und der Lohn für das Zittern und Langen vorläufig ein paar Hundert lumpiger Franken. Vielleicht wird er freigebiger, wenn er erst eine reiche Frau heimgeführt hat. Es wird ja in seinem Interesse liegen, daß ich recht weit von hier, etwa in Paris, mein Lager aufschlage... * Der Untersuchungsrichter machte im Hause Ciuspescu seinen ersten Besuch. Madame Zoe bedauerte lebhaft, daß ihr Gatte gerade abwesend sei. Maritza ergriff mit Freuden die Gelegenheit, aus berufenem Munde die Wahrheit über den Stand der Calinschen Angelegenheit zu hören. Der Untersuchungsrichter, ein Mann mit sanftem Blick und weicher, warmer Stimme, sprach leise, langsam, eindringlich. Er baute sein Anklagesystem bedächtig auf und ließ dabei ein großes Maß von Sympathie für Calin durchschimmern— er sprach wie ein kluger, milder Greis, der die Schwächen der menschlichen Natur kennt und begreift, und für jeden Schritt abseits vom Wege des Guten einen erklärenden, entschuldigenden Grund anführt. Er war von der Richtigkeit seiner Auffassung des Falles Calin fest überzeugt und das klang aus jedem seiner Worte hervor, das zeigte sich auch in seinem Blick, seinem Mienenspiel. Und so traf er, ohne es zu ahnen, mit jedem Wort in die Seele des jungen Mädchens. Maritza hatte anfangs Einwände gesunden, dann war sie stumm geblieben, regungslos nahm sie jedes Wort in sich auf. Als der Gast sich zum Gehen anschickte, konnte sie seinen Gruß nur mit Mühe erwidern. Tonlos kam es von ihren Lippen: „Es war mir ein Vergnügen!“ (Fortsetzung folgt.) end=Posina auf dem Südufer des Baches festen „uß."— Auf dem südestlichen Kriegsschauplatz wurde eine itaktenische Abteilung bei„Valona durch Feuerüberfall zersprengt, auch an der Vojusa herrschten kleinere Kämpfe. *(Die neue Ernte.) In unserer Umgebung blüht bereits der Roggen. Die Regel ist zwei Wochen Blütezeit, zwei Wochen Kornentwicklung, zwei Wochen Reifezeit. Also hätten wir schon Mitte Juli neues Korn. Aus Köln wird gemeldet, daß dort die ersten diesjährigen Kartoffeln verkauft wurden, das Pfund zu 90 Pfg. **(Gerüchte über eine Verkürzung der Brotration) ab 13. Juni sind, wie wir an maßgebender Stelle hören, frei erfunden und entbehren jeder Grundlage. Die Brotration wird nach wie vor auch weiterhin in dem festgesetzten Quantum geliefert werden. Das Kriegsernährungsamt wäre dankbar, wenn ihm die Verbreiter derartiger Nachrichten namhaft gemacht würden, damit gegen sie vorgegangen werden kann. *(Ehrentasel.) Durch die Verleihung des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet wurden der Unteroffizier Egon Röllecke von der Bahnhofstraße unter gleichzeitiger Befördenung zum VizeFeldwebel und der Gefreite Josef Scheele aus der Fleitmannstraße unter Beförderung zum Untcroffizier.— Der Einjährige Fr. Schrader vom Markt, der kürzlich die Offizier=Prüfung bestand, wurde zum Vize=Feldwebel befördert. **(Lo#daufenthalt) der katholischen und evangelischen Schuulkinder im Kreise Adelnau (Posen). Der Sonderzug wird voraussichtlich in der Zeit vom 5. bis 7. Juni d. J. abjahren. Die Eltern der Kinder werden daher ersucht, die nöttgen Reisevorbereitungen schon jetzt zu treffen, insbesendere für die nötige Kleidung der Kinder zu se senl. **(Honigwucher im Anzug?) Wir erfahren durch die Internat. Korrespondenz Berlin: Veret ter des Großhandels bereisen zurzeit die wichtigstn Honiggebiete und übernehmen den Honig der neuen Ernte bereits zu einem Preise von 400 Mark den Zentner. Die Frage ist berechtigt, ob Leshalb die Regierung 800000 Zentner Zucker für die Honigproduzenten zur Verfügung gestellt hat, daß solche wahnsinnigen Preise gemacht werden. Die Festsetzung eines Höchstpreises, der mit 3 Mk. für das Pfund angemessen ist, muß sofort veranlaßt werden. **(Weniger Bureaufräuleins— mehr Hausfrauen!) In einer Verfügung des Ministers für Handel und Gewerbe heißt es u. a.: Wenn auch die Frauen im allgemeinen nach Friedensschluß den heimkehrenden Kriegern den Platz räumen müssen, so ist doch zu bedenken, daß aus mancherlei Gründen ein Bedarf an weiblichen Hilfskräften vorhanden sein wird. Deshalb ist zu prüfen, in welchem Umfange andere weibliche Personen kaufmännisch und gewerblich in den Kursen für Kriegersrauen ausgebildet werden sollen. Dem Streben nach Ausbildung in Kurzschrift und Maschinenschreiben soll entgegengetreten werden, da schon wegen der Ueberfüllung der Bureaus nach dem Kriege mit derartigen Hilfskräften diese Ausbildung keinen aussichtsvollen Beruf eröffnen. Auch vor Anleitung zur Heimarbeit muß gewarnt werden wegen ungünstiger Lohnverhältnisse der Heimarbeiter= innen, die sich vermutlich nach dem Kriege auch nicht bessern werden. **(Keine Nationierung des Tabaks.) Die kürzlich durch die Presse gegangenen Verlautbarungen über die Notwendigkeit, die Tabakkarte einführen zu müssen, bestätigen sich nicht. Von einer der Deutschen Tabakzentrale in Minden nahestehenden durchaus zuverlässigen Seite wird erklärt, daß infolge einer Kontingentierung der Heereslieferung in Tabakwaren trotz der gesetzlichen Einschränkung der Verarbeitung von Rohtabak größere Mengen für den freien Handel zur Verfügung stehen. **(Mehr Arbeiterinnen als Arbeiter.) Nach dem„Reichsarbeitsblatt“ gehörten am 1. März den Krankensassen als Mitglieder 3973457 Arbeiterinnen und 3962.625 Arbeiter an, also 10 802 Arbeiterinnen mehr! Das Verhältnis ändert sich allerdings zugunsten der männlichen Arbeiter, wenn man die mehr als 700 000 Kriegsgefan genen berücksichtigt, die im doutschen Wirtschaftsleben tätig sind. Trotz der fortwährenden Steigerung der Zahl der beschäftigten Arbeiterinnen zeigt der weibliche Arbeitsmarkt übrigens immer koch ein Ueberangebot, indem im Monat Februar auf 100 offene Stellen 112 Arbeitsuchende kamen, gegen nur 62 auf dem männlichen Arbeitsmarkt. **(Hermann Fleitmann'sche Studienstiftung.) Ueber diese vom Presbyterium der größeren evangelischen Gemeinde verwaltete Stiftung herrscht in den weitesten Kreisen eine erhebliche Unkenntnis. Es werden deshalb hier die wichtigsten Bestimmungen der Stiftung zur allgemeinen Kenntnis gebracht.— Die Stipendien, welche die Stiftung auszuzahlen in der Lage ist, sollen dazu dienen, den dazu. Berechtigten ihre weitere Ausbildung zu geben, sobald sie die Reife der Obersekunda eines Gymnasiums, Progymnasiums, Realzymnasiums oder anderer gleichstehender Anstalten erreicht haben oder die Aufnahme in ein Lehrerseminar gut bestanden haben. Es können demnach Schüler, die das Progymnasium in Schwerte besuchen, nicht berücksichtigt werden.— Berücksichtigt werden sollen in erster Linie besonders hervorragend begabte und würdige, gänzlich mittellose, uund in zweiter Linie erst besonders hervorragend begabte und würdige, ungenügend bemittelte Bewerber. Unter diesen Voraussetzungen sollen zum Genuß des Stipendiums berechtigt sein evangelische Kinder, die im Magistratsbezirk Schwerte geboren sind, deren Eltern oder deren Vater oder Mutter in Schwerte gehoren sind oder in Schwerte wohnen. Unter der Voraussetzung, daß Vater mnd Mutter in Schwerte geboren sind und daselbst wohnen oder bis zu ihrem Tode gewohnt haben, können auch katholische Kinder, die im Magistratsbezirk Schwerte geboren sind, in den Genuß des Stipendiums kommen. Diejenigen, die im Genuß des Stipendiums stehen, haben jährlich mindestens einmak, auf Verlangen des Kuratoriums zweimal den Nachweis über die e#####greiche Benutzung und damit zugleich über Fleiß und gute Führung zu erbringen. ** Die Leistungen der deutschen Presse an das Reich.) Die von der deutschen Presse kostenlos geleistete Werbearbeit zu der sechsten Kriegsanleihe stellt einen Geldwert von 11 Millionen dar. Ohne Selbstüberhebung darf hierzu bemerkt werden, daß die dautsche Presse, die mit unglaublichen Schwierigkeiten während des Krieges zu kämpfen hat und neben den großen Ausfällen auf dem Gebiete der Anzeigen auch noch anderweit Schädigungen erleidet, mit der vaterländischen Werbearbeit für die sechste Kriegsanleihe ihren seitherigen vielfachen Kriegsopfern ein weiteres hinzugefügt hat, ** Ergste, 31. Mai.(Nacheichung.) Im Monat Juni werden zwecks Nacheichung der Maße und Gewichte im diesseitigen Amtsbezirk öffentliche Eichtage abgehalten und zwar für die Gemeinde Hennen am 6., 8., 11., 12., 13., 14. und 15. Juni ds. Is. im Saale der Wirtin Witwe D. Albrecht in Hennen Zur Einlieferung ihrer Maß= und Wiegegeräte an den Eichtagen sind verpflichtet die Gewerbetreibenden, die Landwirte, sobald sie beim Absatz ihrer landwirtschaftlichen Produkte die Ergebnisse von Maß= und Wiegegeräten einer Preisbestimmung zu Grunde legen, die Konsumvereine, auch wenn sie nur an Mitglieder Waren absetzen und schließlich die Großhandlungen und Fabrikbetriebe, wenn Maß= oder Wiegegeräte entweder zur Preis= oder Arbeitslohnberechnung Verwendung finden. Die Eichgebühren, die von den Gewerbetreibenden etc. zu tragen sind, werden an den Eichtagen selbst eingezogen. Zur Empfangnahme der Gelder und Erteilung der Quittungen sind die Inhaber der Eichlokale berechtigt. Verantwortlich für die Redaktion Friedrich Kraao, Druck u. Verlag von Karl Braus, beide in Schwerte. 1 War K bis auf Wenteres vieisen unsere Geschaftsraume ven montag, I eum ür, Mittags von P 2 12 Um C. W. Böhmer Jos. Küster D. Herz, Nachf. Gebr. Stein C. Kettler M. Mosbach S. Elias Fr. Steinschulte Carl Trog A. Quade W. Brune L. Kühnholz Ruhr& Co Ernst Müller Otto Marx B. Liebreich Wilh. Franken akob Rasky Otto Wilkes C. Friebertshäuser. 1925 1 Rreite Solitse Ei geschmackvoller Ausführung „ic reicher Auswahl, findet man bei Ollertens& Ctbrich Hagen l. W.— Rathaus=Passage. Einige 6 gegen einjähr. Legehühner zu vertauschen oder zu kaufen gesucht. 1895 Zu erfragen in der Geschäftssielle d. Sig. Krieger=Verein. Generalversammlung Sonntag, den 3. abends 8 Uhr, im Vereinslokal. 1923 Tagesordnung: 1. Zahlung der Beiträge, 2. Aufnahme neuer Mitglieder, 3. Kassenber cht. Austeilung der Jahrbücher, 5. Verschiedenes. Der Vorstand. Brennes Pferdemetzgerei Eagl Horiionen in und außer dem Hause. Daich auf meinem Grundstück m CITt• legen werde, bitte ich weine Nachbarn die Hühner davon sein zu halten. 1924 Emil Scheibel Dortmun derweg Zigaretten drekt von der Fabrik zu Originalpreisen: 100 Zigaretten, Kleinv. 1,8 Pf. mit Hohlmundstück Mk. 1,65 100 Zig. Golders. Kleinv. 3 Pf. Mk. 2,50 100 Zig. Golders. Kleinv. 4, 2 Pf. Mk. 3.20 100 Zig. Golders. Kleinv. 6, 2 Pf Mk. 4,50 Versand nur geg. Nachnahme von 300 Stück an. Unter 300 St. wird nicht abgegeben Geldenes Haus, Zigarettenfabrik, G. m. b. H. Köln, Ehrenstrasse 34 Für ruhigen, besseren Haus=) Auf unserm Werk werden noch eingestellt: Mädchens nicht unter 17 Jahren gesucht. Stänzer, Metallreiniger, Frau Lange, Rosenwea28, Walzer, Adjustierer, SchrotIngendliche, Arbeiter bündler, sowie Frauen u. Frauen und Mädben, Mjchglmoshg Sicb-. sofort für dauernde; RichenwerneSchwerie(Ruhr). Beschäftigung gesucht. Westfälische Fahrradkeisenfabrik m. b. H. 1916 Tüchtiges: 1908 Mädchen für sofort nach Hörde in Metzgerei gesucht. 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