13 95 2. SS S c O ## #A she W Sethe s ee ch K gnmasem Reemn Lectuns ul belt. kan ###appsab ab Grstichelnge arichelat tägich und= durtwp Tazeszonie m. 2.40 vlertel22. Ju der Posi fü: Bestellgeld 42 Plg,. mehn oien urm Donm 22 Pla., Talenagie 98 6t 2. Leter Radan git als KassenAndas uch grüsct dei Lonkusen, Zwangs= i####r, gerichtlichen Klagen und Nichtde. nen in germdin Setinsshesteseen! * Verbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung Schwerter Oolksblatt 9 Welthofener Zeitung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung Amtliches Kreisblatt für den Kreis Hörde Erstes und alteltes Cagesorgan des Krelles o General-Anzeiger für den Kreis Börde o Haupt-Rnnoncenblas Ius unter und ichlenlelichn nungen für den Kreis Hörde erlangen gemöt Sekarnimachung der Königlichen Rezienag kurc Veröstentlichung in der„Schwechr Jeitung“. rechtsverdindliche Kroft.— Die „Schwerter Zeitung; gewährt idrra Adonaarun für jeden mit Tod enbenben Lisfal Lovingungen 300 Mk. Unfall. Druch u. Verlag o. Cor Bravs, Schwerte=Ruhe. Hernig 42. Talovr.=Adr. Bruuo, Schwarz=Rag. Nr. 46 Freitag, den 23) Februar 1917. 50. Jahrgang. Eine engrische, G.,„„“ Del Artnenleres. Der Bund der Landwirte. Seine alljährliche Generalversammlung. Berlin, 21. Februar 1917. Im Zirkus Busch war sie früher, dem größten Raume von Berlin, einmal auch im Sportspalast in der Potsdamer Straße.„Jedesmal waren alle Stühle und Bänke besetzt, jedes mal mußten hunderte stundenlang stehen. Der Krieg hat diese gewaltige Tagung bescheidener gestaltet. Die Straßen wimmelten dieses Mal nicht wie sonst an diesem Tage von Landwirten aus allen Teilen des Reiches; die sonst so eifrigen Besucher ihres Jahrestages sind überwiegend im Felde und die ältere Gen###ation hat wenig Zeit zur Reise. In diesen Erwägungen hatte die Bundesleitung die Genegalversammlung in diesem Jahre in der„Philharmonie“, Bernburger= und Köthener Straße, anberaumt, deren großer Saal sich freilich schnell als zu klein erwies, so daß die alte drangvolle Frage auch dieses Mal nicht aus. blieb. Die Sitzung wurde eröffnet durch den Vorsitzenden des Bundes: Freiherrn von Wangenheim=Klein=Spiegel. einem einleitenden Ueberblick über den Krieg, der durch König Eduards von England Einkreisungspolitik uns aufgezwungen wurde, erflärte er, Kaiser Wilhelm habe weise vorausgesehen, wie entscheidend der Kampf zur See sein werde: widerlegt seien, die da murrten. weil er Helgoland eintauschte für ein großes Stück Afrika. Der uneingeschränkte 11=BootKrieg sei das Mittel zur baldigen Ueberwindung unsres gefährlichsten Geaners, Englands. Gerade er habe die volle Instimmung des bessen Teils des deutschen Volkes. Die Versammlung quittierte mit stürmischem Beifall. Nach begeistert aufgenomenem Kaiserhoch nannte er noch eine Anzahl der tüchtigsten Männer des Bundes, die seit der letzten Ta, gung starben. Sodann wurde der Bericht der Kassenrevisonskommission verlesen. Ueber Landwirtschaft und Kriegsernährung ergriff danach der Reichstags= und Landtagsabgeordnete Dr Räsicke das Wort. Er führte aus daß die deutsche Landwirtschaft ihre Vorbereitungen für diesen Krieg planvoll getroffen habe, ausgehend von der nun eingetrosfenen Voraussetzung, daß wir in einen Krieg gezwungen werden würden, indem wir, abgeschlassen vom Import, ganz auf unsere eigene Produktion würden angewiesen sein. Ohne die landwirtschaftliche Vorbereitung hätten wir den Krieg nicht zweieinhalb Jahre lang führen kännen. Wir wollten und wallen den überflüssigen Zwischenhandel ausgeschlossen wissen: wie er setzt im Kriege auch tatsächlich ausgeschaltet sei. Den Zwischenhandel nämlich der schmarotzt und muchert, aber freilich nicht den ehrlichen reellen. Dann wendet sich Rehner gegen Kleinlichkeiten in der Nationierung. Der größte Fehler dieser Organisation sei der, daß die selbständige Vorsorge dem Einzelnen genommen werde. Ein schwerer Fehler sei auch der Umstand, daß die Preise fütr die Hilismittel der Landwirtschaft, die Futtermittel. Geräte. Maschinen und auch die Löhne frei sich entfalten können, während die Höchstpreise der Produktin festgelegt sind. Es wurde uns da zugemutet, unere eigenen Prdukte billig abzugeben und teuer zurückzukansen. Man trägt dem sinkenden Geldwert nicht Rechnung bei der Organisation der Preise der landwirtschaftlichen Probukte. Stolz sei die deutsche Landwirtschaft, daß sie uns das Durchhalten ermöglicht und dabei die Preise viel niedriger gehalten hat, als sie in den feindlichen Ländern sind, wo z. B. Kartosseln und Weizen das Mehrfache unserer Preise kosten. Deutsche Heeresberichte. WTV Großes Hauptquartier, 22. Febr. 1917. Westlicher Kriessschauplatz. Front des Generalfeldmarschalle Kronprinzen Nupprecht von Bayern. Südlich von Armentiereg drangen nach starker Feuervorbereitung mehrere englische Kompagnien in unsere Stellung ein. Kraftvoller Gegenstoß warf sie sofort wieder hinaus. Bei Säuberung der Gräben wurden 200 tote Engländer gezählt, 39 Mann gefangen zurückgeführt. Erkundungsvorstöße des Feindes südwestlich von Warneton, südlich des La Bassee=Kanals und zwischen Ancre und Somme schlugen fehl. Östlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Südwestlich von Riga und am Südufer des Narocz=Sees scheiterten Unternehmungen russischer Abteilungen bis Kompagniestärke. Bei Labusi an der Schtschara und an mehreren Stellen zwischen dem Dujestr und den Waldkarpathen wurden eigene Handstreichs von unseren Stoßtrupps durchgeführt. An der Frout des Geueralobersten Erzherzog Josef. und an Frout des Generalsel dmarschalls von Mackensen herrschte bei Schneetreiben nur geringe Gefechtstätigkeit. Mazedonische Frout. Oestlich des Wardar versuchten die Engländer sich vor unserer Stellung einzunisten; sie wurden im Handgranatenkampf vertrieben. Der 1. Seneralquartiermeister: von Ludendorff. Abendbericht. WTB Berlin, 22. Februar.(Amtlich.) Im Westen bei Negen und Nebel keine Kampfhandlungen von Bedeutung. In Osten brachte östlich von Zloczow ein Verstoß von Sturmtruppen 259 Gesangene ein. Oesterreichischer Heeresbericht. Italienischer Koiegoschauplatz. Unverändert. Südöstlicher Kriegsschauplatz. An der Bojusa lebhafteres Geplänkel. Nordwestlich von Tepeleni wurden seindliche Banden zersprengt. Der Stellvertreter des Chefo des Generalstabes:= von Hoefer, Feldmarschall=Leutnant, e n nereenme WTB Wien, 23. Febr. Amtlich wird verlautbart vom 22. Februar: östlicher Kriegsschauplatz. Die Tätigkeit unserer Jagdkommandos und Stoßtrupps war gestern wieder sehr rege, namentlich im Frontraum zwischen Dorna Watra und dem Dujestr. Unsere Abteilungen entledigten sich ihrer Aufträge überall mit Erfolg und brachten selbst nur fehr geringe Verluste erleidend— zahlreiche Gefangene ein. Landwirtschaft und Industrie. * Landrat a. D. Rötger, Vorsitzender des Direktoriums des Zentralverbandes deutscher Industrieller: Die deutschen Wirtschaftskreise hätten ich im Beginn des Krieges sofort unter Beiseitesetzung alles bis dahin Trennenden zusammengefunden in den einen Ziele des vollsten Sieges und vollster Ausnutzung dieses Sieges nicht in übermütigen oder utovischen Kriegszielen, sondern zum Zweck der Sicherung und Verteidigung des Vaterlandes. Landwirtschaft und Industrie haben in diesem Kriege trotz ungeheurer Schwierigkeiten ihre Aufgaben glänzend erfüllt. Wir bedürfen der Erweiterung unserer westlichen Einflußsphären in umfangreichem Maße nicht nur für den Kriegsfall, sondern auch um der Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie überhaupt willen; denn die ungeheuren Wirkungen des Krieges werden noch lange im Verkehr der Nationen miteinander nachzittern. England zum mindesten würde, wenn es könnte, alles daran setzen, und uns die Beschaffung von Rohstaffen, namentlich von Erzen aus ausländischen Bezugsquellen abzuschneiden und würde auch, wenn wir die Hand nicht darauf behalten, dafür sorgen, daß uns in der Benutzung des Hasens von Aniwerpen die unerträglichsten Schwierigreiten gemacht werden. Ohne Weitbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt wäre unser Industrie zum Siechtum verurteilt und das deutsche Reich trotz seiner Siege zu einer Macht zweiten und dritten Grades degradiert. „Der heißblütige Plebejer Lloyd George“. Der neue sächsische Abg. Dr. Wildgrube sprach nach Rötger über die politische Lage. Wir könnten der Vorsehung, so meinte er, gar nicht genug danken, daß sie zur Zait unseres Kriedensangebotes den beißbiültigen Plebejer Llond George an die Spitze der britischen Regierung gestellt haben. Der deutsche U.Bcotkrieg muß jetzt trot der Tiszareden in Budapest allen Halbbeiten und allen Entwürdigungen ein Ende machen. Wilson habe das Wort Völkerrecht zu einem vergifteten Pseil gemacht, den er uns in den Rücken gestoßen. Am Narrenseil des Völkerrechis wollte er uns erdrosseln, aber wir haben uns nicht erwürgen lassen. Nun sitzt er da, abgeblitzt bei allen Neutralen zwischen den aufgehäuften Bergen von Munition. Der Beschluß der Tagung, womit die Versammlung zu den schwebenden Fragen Stellung nahm, hat folgenden Wortlaut: „Das hochherzige Friedensangebot unseres Kaisers, welches bestimmt war, dem gegenseitigen Vernichtungskampf der Völker der weißen Rasse ein Ende zu machen, ist in schnöder und höhnischer Weise von unseren Feinden zurückgewiesen worden. Aus der Antwort der Feinde baben wir deren klaren und nicht mißzuverstehenden Willen erkannt, Deutschland zu vernichten. Wir danken unserm Kasserlichen Herrn für den Entschluß, nunmuhr alle Mittel des Kampfes einzusetzen, um mit der Kraft des Schwertes zu erreichen, w is mit friedfertigem Willen nicht zu erreichen war, das Ende des Krieges und einen vollen Sieg unseres Volbes. die Worte unseres Knisers an Heer, Maeine und Volk zeigen, den unverbrüchlichen Willen, daß es ein Zutrück nicht mehr gibt. Mehr noch wie bisker ist nun, wo alle Kraft aufs das Eichste anzuspannen ist, die Aufgabe der Landwirtschaft, an ihrem Teil alles daran zu fevzen, um den schlimmsten, Bundesgenossen, den die Gegner gegen uns fuhren wollen, den Hunger, zu entwaffnen. * In voller Erkenntnis des Ernstes der Lage, aber auch in ungebrochenem Opfermut wollen wir deutschen Landwirte alles geben. was wir haben, schaffen, was Wenschenkraft zu schaffen vermag, und mit dem gesamten deutschen Volke Entbehrung und Einschränkung teilen und auch unsererseits alle Kraß d ran setzen, um den Teil des Kampfes siegreich zu bestehen, den zu führen wir berufen sind.“ Deutsches Reich. :: Der Hauptausschuß des Reichstags is: heute, Mittwoch, unter dem Vorsitz des Abg. Dr. Spahn(Ztr.) im Reichstage zusammengetreten. Außer den Mitgliedern des Ausschusses hatten sich viele Abgeordnete als Zuhörer eingefunden. Die Staatssekretäre waren fast vollständig erschienen, der Reichskanzler dagegen nicht, er wird auch nicht erwartet. Die Sitzung begann mit einem Vortrag des Staatssekretärs des Auswärtigen Amtes Dr. Zimmermann über die außerpolitische Lage. Die Verbandlungen wurden für streng vertraulich erklärt. Es soll ein amtlicher Bericht veröffentlicht werden. :: Die polnische Privat=Organisation soll neben den von Deutschland neu geschaffenen staatlichen Organisationen bestehen bleiben: Laut„Nowa Gazeta“ wurde auf der Tagung des„Zentral=National=Komitees“ mit 45 gegen 5 Stimmen beschlossen, das Komitee bestehen zu lassen und seine Wirksamkeit vornehmlich auf die Frage des polnischen Heeres und alle damit verbundenen politischen Aktionen zu beschränken. Das ZentralNational=Komitee wird der neuen pölitischen Sachlage entsprechend gebildet, wobei u. a. die Aufgabe des Komitees als Zentralstelle der Provinzorganisationen mehr hervortreten soll. :: Die Main=Donaukanal=Vorlage. Der Finanzausschuß der bayerischen Zweiten Kammer hat gestern die bedeutsame Main=Donaukanal=Vorlage einstimmig angenommen. :: Der Etat des Reiches bringt an kleinen Einzelheiten noch manches, was weitere Preise interessieren wird. So sind im Etat des Reichsamt des Innern die Aufwandsentschädigungen an solche Familien, von denen Söhne eine Gesamtdienstzeit von mindestens sechs Jahren zurückgelegt haben, von 7% auf 10 Millioen Mark erhöht worden.— außerordentsichen Etat sind zur Herstellung geeigneter Kleinwohnungen für Angestellte des Reichs 10 Millionen Mark ausgesetzt gegen 5 Millionen im Vorjahre.— Beim Postetat soll trotz der Unklarheit über die Entwicklung der Dinge nach Beendigung des Krieges die Zahl der Beamten erheblich vermehrt werden. So werden neu angefordert bei den Oberpostdirektionen 20 Stellen von Unterbeamten und 235 Stellen für Vizedirektoren. Dafür fallen 175 Stellen für Post= und Telegrapheninspekkoren fort. Weiter werden neu geschaffen 3800 Stellen für Assistenten und 45 für Telegraphenmechaniker. Die Zahl der Post= und Teledraphengehilfinnen wird um 2880 vermehrt. Hinzu kommen noch 400 Stellen der Landbriefträger. Schließlich werden noch verlangt 700 Stellen für Unterbeamte und 6000 Stelen für Unterbeamte in gehobenen Dienststellen. BoOOgeuus Amerika gegen Deutrebland. Späte Erkenutnie. In zwölfter Stunde hat man in Washington plötzlich eine Entdeckung gemacht, die man bei einigermaßen gutem Willen unschwer schon um vieles früher haben konnte. In führenden Kreisen des Senats wird jetzt, wo dar letzte Wort über dig 8 10 deutsch=amerikanischen Beziehungen schon so gut wie gesprochen ist, der verhetzende Einfluß der Presse mit einem Male unbequem empfunden, und Herr Stone, der Vorsitzende des Senatsausschasses für auswärtige Angelegenheiten, der, wenn es zu weiteren Entscheidungen gegen Deutschland kommen sollte, dabei ein gewichtiges Wort mitzureden aben würde, hat es für nötig gehalten, verschiedene Strafbestimmungen in Vorschlag zu bringen, um den Uebereifer der berüchtigten gelben Presse noch bei Zeiten etwas zu zügeln. Daß er nicht schon früher nach dieser Richtung eingegriffen hat, als es noch möglich war, das Aeußerste zu verhüten, stellt entweder seiner Friedensliebe oder aber, wenn wir das nicht annehmen wollen, seinem Seherblick ein schlechtes Zeugnis aus. Denn so unentbehrlich die Preßfreiheit im modernen Staatsleben ist, soweit es gilt, die innere Entwickelung zu fördern und freizuhalten allen Keimen der Versumpfung und Verknöcherung, so gefährlich ist es, sie in den Fragen der auswärtigen Politik ungehindert schalten und walten ir lassen, bei denen das Glück und die Zukanft von Nationen auf dem Spiele steht. Und nun gar in Amerika, dem in diesen Dingen noch nicht sehr weitreichende Erfalrungen zur Seite siehen, und dessen Presse sich in ihre: weit überer Mehrzahl von rein geschäftlichen# läßt. Dabei steht sie über den Einflüssen, sofern man nicht etwa Britentum und Amerikanertum für ein und dasselbe halten will, was ja in Wirklichkeit bis zu einem gewissen Grade auch zutreffen würde. Hierzulande haben wir nur gar zu oft die Wahrnehmung gemacht, daß ein Teil der amerikanischen Presse sich britischer gebärdete, als die Londoner Presse, was ja auch bei den nahen persönlichen und finanziellen Beziehungen vieler Organe der öffentlichen Meinung in beiden Ländern nicht zu verwundern ist. Genug, die amerikanische Presse steuerte im großen und ganzen immer mit vollen Segeln hinter der beitischen her und wenn man sie darin hätte stören oder zur Besinnung zurückrufen wollen, so war dazu seit Monaten, wenn nicht seit Jahren reichlichste Gelegenheit geboten. Ob Herr Stone aber jetzt mit seinen Strafandrohungen noch Erfolg haben wird, ist mehr als zweifelhaft. Wir haben es in Italien, wir haben es schaudernd auch in Rumänien erlebt, wie das befinnungslose Rasen der Presse auch die zur Vernunft und zur Ueberlegung verpflichteten veraniwortlichen Staatsmänner in seinen Strudel mit fortriß bis auch die letzten Entscheidungen in ihrem Sinne gefallen waren. Ganz so schlimm liegen die Dinge in Amerika allerdings nicht, da der Washingtoner Senat auf die Wahrung seiner Würde stete mit großem Ernste Bedacht genommen hat und ohne seine Zustimmung keine Kriegserklärung ausgesprochen werden kann. Aber die Temperatur im Lande muß schließlich auch die Luftbewegung in den geheiligten Räumen des Kapitols beeinflussen, jedenfalls wäre es besser gewesen, wenn man schon früher dafür gesorgt hätte, daß im Volk keine Überhitzung eintrat, die einer ruhigen Würdigung der vom Präsidenten in Verbindung mit dem Kongreß zu fassenden Entschlüsse doch sehr im Wege ist. Bestenfalls wird jetzt nur erreicht, daß der äußere Anschein vermieden wird, als handelten die Verantwortlichen unter dem Drucke der Oeffentlichkeit, während doch klar zutage liegt, daß sie das Werden und Wachsen der Volksstimmungen bis dahin ganz und gar den gewissenlosen Machern der Sensationspresse überlassen hatten. Sollte es ihnen wirklich ernst sein mit der Freiheit ihrer Entschließungen, so wird ihnen wohl die hitiere Erfahrung nicht erspart bleiben, daß sie zu spät aufgestanden sind. Jede Schuld rächt sich auf Erden. Herr Wilson wird auch für die Unterlassungen, die er und seine Leute der Presse des eigenen Landes gegenüber begangen haben, einmal aufzukommen haben. Das Chaos im amerikanischen Kongreß. TU Genf, 22. Febr. Der Bruch Wilsons mit Deutschland hat nach einem Neuyorker Kabelbericht des„Matin“ in den Parteiverhältnissen im Kongreß große Verwirrung angerichtet. Es gibt keine Demokraten und Republikaner mehr, sondern nur noch Kriegsfreunde und Kriegsfeinde, EntenteAnhänger und Freunde Deutschlands. Drei Viertel der republikanischen Partei seien Anhänger Wilsons, während die Hälfte der demokratischen Partei zur Opposition übergegangen sei. Die Abstimmung im Kongreß werde daher das erstaunlichste Durcheinander zeigen. Wilson werde aber, so meint der Korrespondent, in jedem Falle die Mehrheit haben. Dem Kongreß werde ein Kriegskredit von 3 Milliarden vorgelegt werden.(?) Machtbefugnisse für Wilson. Aus Washington wird gemeldet: Im Cenat #ing Die Präsidenten ermächestreitkrüfte zu verSinte oder Ine oder Auslande. beamten Lansings geben keine Auskunft darein Gesetz ein, das den über die Land= und Se an, ebenso über jedes dem über ob die für Wilson beantragte Vollmacht auch den Fall der Kriegserklärungen einschließt. Aber die öffentliche Meinung sieht die Sache so an, daß der Gesetzentwurf dem Präsidenten diejenige Machtbefugnis vollständig erteilt, die er zu besitzen wünscht, um nach der Vertagung des Kongresses handeln zu können. Keine Ermächtigung Wilsons zur Kriegserklärung? TI Amsterdam, 23. Fehr. Wie der Korresponrent der Associated Prez“ von maßgebender Seite vernimm, steht es jetzt fest, daß Wilson in wenigen Tazen im Kongreßz eine Rede halten, aber den Kongreß nicht um die Ermächtigung zu einer Kriegserklärung ersuchen wird. Der Einfluß der Pazifisten im Kabinett ist noch immer groß. Der amerikanische Generalstab hat einen Entwurf für eine allgemeine Uehungspflicht der Amerikaner ausgearbeitet, der in dieser Woche im Kongreß zur Debatte gelangen wird. Wilson ist der allgemeinen Uebungspflicht nicht abgeneigt, scheint jedoch zu bezweifeln, daß sie praktisch durchgeführt werden kann. Wilson beginnt zu hoffen. WTB London, 29. Fedr. Die„Times“ meldet aus Neuyork vom 20. Februar, man versichere in der Presse, daß die Regierung zu hoffen beginne, daß die Aussichten bestehen, den Schwierigkeiten mit Deutschland aus dem Wege zu gehen. Diese Annahme der Presse sei zum Teil in der Nachricht begründet, daß der Präsident vielleicht doch nicht vom Kongresse, ehe dieser auseinandergeht, Machtbefugnisse zum Schutze der amerikanischen Interessen verlange. Die unermüdliche Tätigkeit der Pazifisten verfehlte auch nicht ihre Wirkung. Der versehärtte U-Boot-Krieg. Ein italienischer Truppentrausport versenkt. * WXB Berlin, 22. Febe.(Amtlich.) Eines unserer Unterseeboote hat am 17. Februar im Mittelmeer den italienischen Truppentransportdampfer„Minas“(2854 Tonnen) durch Torpedoschuß versenkt. Der Dampfer hatte 1909 Mann Truppen, eine große Ladung Munition und Sold im Werte von 3 Millionen für Saloniki an Bord. Die Besatzung des Dampsers und sämtliche an Vord befindlichen Truppen sind umgekommen, mit Ausnahme von 2 Mann, die von unserem U=Boot gerettet wurden. Notiz: Der Dampfer„Minas“ ist schon im Bericht vom 19. Februar erwähnt. Ersolgreicher U=Bootführer. Berlin, 23. Febr. Eines der Unterseeboote, von denen gestern vormittag gemeldet wurde, daß sie zusammen 36 Schisse versenkten, stand unter dem Besehl des Oberleutnants z. S. Steinbrinck, der mit seinem Boote allein dreiundzwanzig von den gemeldeten Schiffen versenkte. England spürt den U= Bootkrieg. Nur für einen Monat Lebensmittel? WTB Stockholm, 23. Febr. Nach aus England stammenden Nachrichten machte die Verschärfung des deutschen Unterseebootskrieges in erster Linie in London einen tiesen Eindruck, besonders deshalb, weil England nur für etwas über einen Monat Lebensmittel habe. Im englischen Unterhause gab denn auch, im Gegensatz zu den bisherigen leichtfertig=hochmütigen Reden englischer Minister, bei Vorlegung des Marimesats Minister Carson unumwunden zu, daß die Bedrohung ernst sei und es kein einziges Wundermittel gegen U=Boote gebe. Er vertraue aber darauf, daß durch den Ausbau der jetzt erdachten Mittel ihr Ernst allmählich sehr gemildert werden würde. Die englischen Verluste seien ernst, aber sie entsprächen nicht der übertriebenen Prahlerei der deutschen Berichte über sie. Während der ersten 18 Tage im Februar seien 134 englische, alliierte und neutrale Schiffe aller Art versenkt worden, aber während dieses Zeitraumes seien 6075 Schiffe in englischen Häfen angekommen und 5873 hätten sie verlassen.(Demgegenüber ist zu bemerken, daß die Zahl der versenkten Schiffe weit höher sein dürfte. D. Red.) Die Politik des Schweigens betreffend die Vernichtung feindlicher U=Boote sei die Politik, die der deutschen Admiralität am wenigsten lieb sei. Ein weiterer Grund gegen die Bekanntgabe von Zahlen über die feindlichen Verluste sei die Schwierigkeit, mit Sicherheit die Vernichtung eines U=Bootes festzustellen. Carson sagte, er habe Berichte von 40 Kämpfen mit U=Booten seit Anfang Februar erhalten. Vierzigmal in 18 Tagen mit dem Feind handgemein geworden zu sein, sei eine große Leistung. Carson erwähnte die Gefangennahme eines U=Bootes durch einen englischen Zerstörer als einen der feststehenden Fälle.— Diese Behauptung Carsons dürfte auf ebenso schwachen Füßen stehen, wie die sonstigen geheimnisvollen Andeutungen über deutsche UBoot=Verluste. Der deutsche Staatssekretär des Reichsmarineamts hat im Reichstagsausschuß erklärt: Es liegt keine Veranlassung vor, mit dem Verlust auch nur eines U=Bootes seit dem Beginn des uneingeschränkten U=Boot=Krieges zu rechnen. Englands Antwort auf den verschärften U=Bootkrieg. TU Amsterdam, 22. Febr. Aus London wird amtlich gemeldet: Infolge der am 1. Februar von Deutschland angekündigten Verschärfung des UBootkrieges hat die englische Regierung folgende Vorschriften mit Bezug auf die englische Seesperre erlassen: Alle Schiffe, die nach oder von einem Hafen fahren, von wo aus es möglich ist, feindliches Gebiet zu erreichen, ohne einen englischen oder einen Hafen eines verbündeten Landes anzulaufen, werden so behandelt, als beförderten sie Güter des Feindes oder Güter mit feindlicher Bestimmung und werden daher aufgebracht und gegebenenfalls vor ein Prisengericht gestellt. Vergistete Lebensmittel für deutsche U=BootMannschaften! TU Berlin, 23. Febr. Wir wir von zuverlässiger Seite hören, versuchen die Ententeregierungen, neutrale Schiffe zu veranlassen, auf ihrer Fahrt vergiftete Lebensmittel mitzunehmen. Diese sollen bei etwaigen Bezegnungen mit deutschen Unterseebooten an deren Mannschaften wieder abgegeben werden. Schadenersatz für ein holländisches Schiff. Aus dem Haag wird amtlich mitgeteilt, daß die deutsche Regierung wegen der Vorfälle beim Aufbringen des holländischen Schiffes„Oldambt“ nach Zeebrügge, wobei das Schiff irrtümlicherweise von den Küstenbatterien beschossen wurde, der zweite Steuermann tödlich verunglückte und mehrere Seeleute zu Schaden kamen, ihr Bedauern ausgesprochen und sich erbötig gemacht hat, den Angehörigen des Steuermanns und den anderen Seeleuten, die verwundet wurden, oder infolge des Zwischenfalls erkrankten, Schadenvergütungen zu zahlen, falls die niederländische Regierung dies für angebracht halte. Spanien und die deutsche Seesperre. Die spanischen Schisse nach den Philippinen gehen jetzt wieder aus dem alten Weg über das Kap, anstatt über Suez. Die infolge der Blockierung des Mittelmeeres durch die deutschen Unterseeboote beabsichtigte Veräußerung der Bilbaoer Handelsflotte an die Cunard=Linie unterwarf die spanische Regierung einer Reihe von Bestimmungen, die einem Verbot gleichkommen. Der Krieg mit Frankreich. Verwendung von Schrotpatronen im französischen Heer. Im südlichsten Teil der Westfront ist öfters mit Schrotpatronen auf die deutschen Sehschlitze in den Stahlblenden geschossen worden, und bei Pfetterhausen wurde im französischen Drahthindernis eine zerschossene französische Schrotflinte mit drei Patronen(Rehposten) gefunden. Die Verwendung dieser völkerrechtswidrigen Waffe im französischen Heere wird bewiesen durch die freiwillig niedergeschriebene Aussage eines französischen Soldaten, der bekundet, daß von den 53 Mann eines Stoßtrupps für Patrouillen=Unternehmungen der 134. Division, welche Anfang Januar 1917 den Handstreich gegen die deutschen Gräben ausführte, ungefähr 10 Leute mit doppelläufigen Jagdflinten ausgerüstet waren, um mit Nehposten auf den Feind zu schießen. Jede Kartusche hatte 9 Rehposten(9 kleine Bleikugeln.) Große Kohlenrevolten in Frankreich. In Paris ist die Kohlennot derart gestiegen, daß Krawalle kaum von der Polizei niedergehalten werden können. In den Provinzen sind ebenfalls Exzesse an der Tagesordnung. Ein Hause von 100 bis 150 Personen, darunter viele Schüler, durchtog in Paris, von Montmartre kommend, die Boulevards„Kohlen, Kohlen!“ schreiend. Die Menge wurde auf den Boulevards zerstreut. In der Nue Chemin Vert stürmte eine Menge von 900—400 Personen einen Kohlenplatz und raubte 7—8000 Kilogramm Brennstoff. In der Vorstadt Boulogne fur Seine kam es zu schweren Zwischenfällen. 40 Verhaftungen wurden vorgenommen. Der Pariser Abg. Petitjean brachte in der Kammer eine Vorlage lauf Einführung von Kohlenkarten ein, die drei Monate Gültigkeit haben sollen. Der Fliegerkampf im Januar. Nach amtlicher deutscher Liste verloren unsere Gegner während des Januar im Westen 46, im Osten 9 Flugzeuge, zusammen 55; die deutschen Furchtlos und treu. bis an die Bergriedsche Brandruine heran mit Reihen die ersten Italiener kommen angestürmts gen Tiroler ist bald unter allen Kameraden dieFuranlos und iren. svorgeschobenen Posien und Maschinengewehrab=— die, List ist gelungen. Man läßt sie nahesses Hanpsabschgites ,bekannt. Erzählung aus dem Weltkriege nach einer Skizzelteilungen stark besetzt worden, was im Halb=genug herankommen, dann empfängt sie in der Der junge Held liegt unterdeß schn vor Robert Heymann. dunkel des Morgengrauens unauffällig geschehen Front und in den Flanken ein überlegenessw undet in einem tiroler Bauernhause, 11 Sie verstmden sofort, was der Hauptmannswar. Man hat sich nicht überstürzt, ruhig undwohlgezieltes Gewehr= und Maschinengewehr=sihn gerne ausgenommen hat, um so lieber, als meinte und wünschte und wußten auch sofort, was zu tun war. Beihl, Herr Hauptm ann,“ antworteten sie wie aus einem Munde und damit war es entschieden, daß der Rupprecht vorläufig nichtst in das Truppenabteilungslazarett, sondern inst das Tal hinab zu einer bekannten Familie in Pflege gebracht werden sollte. 17 Nun aber war es für den Hauptmaun diet zielbewußt siv alle Vorbereitungen worden, um den Feind zu empfangen. getrossensseueg. Die vorstürmenden Italiener stutzen natürlich auch unter seinen Landsleuten bald bekannt w urde, bei welcher Gelegenheit die schwere Verder orden, um den Zeino zu empangen.,. g. die vorstirmenden Itaiiener stuten votirlichletzung, e##sten tat und welcher Ersola Rupprechts Hauptmann befindet sich mit beisuoer diesen so unverhofften Empfang— einesletzung erhalten hat und welcher. Erfolg seine der vordersten Abteilung; gleich den Standschü=[Stoczung kommt zunächst in ihre Reihen undstre ffliche Ta tstzen hat er sich in einer Schneehohle eingegraben,so., H###„, zum Sturm an kannte, wie weil keine bessere Deckung sich in der Nähe bot. Die Bergriedsche Brandruine liegt da nicht mehr weit vor ihm. Er blickt öfters mit mißestrauischen Blicken hin; aber alles ist ruhig dorhöchste Zeit, daß er sich zu seiner Abteilung be=sten— vom Feinde keine Spur mehr. Er winktse gab. Die Meldung des Rupprecht, daß die Ita=sden Ungar näher, der mit Rupprecht zusammense liener, in dem guten Glauben, die Oesterreichersauf Posen gewesen, par, als Ersterer die Entüberfallen zu können, wohl bald anrücken würden, hatte er schon weiter gegeben. Kaum war er vor seinen Unterstand getresten, da sah er schon, wie ein zelne kleinere Trupps Standschützen sich vorsichtig über ihre jetzige Stelung hinaus hierhin und dorthin bewegten, jede vorspringende Felsspitze, jeder Felsblock und jeder armseligste Strauch wurde als Deckung benutzt. Es war dies um so leichter, als alles mitse einer dicken Schneedecke überzogen war und gerade die Standschützen die größte Uebung im AAnschleichen besaßen. Während vier Mann auf einer Bahre dense besetzt war und er auf den famosen Gedanken gekommen war, diesen gefährlichen Posten unschädlich zu machen. Der Ungar muß dem Hauptmann erzählen, was er beobachtet hatte. Es war nicht viel, aber es bestätigte dem Hauptmann, daß Rupprecht'a schon recht beobachtet hatte und wohl auch alles teintreffen werde, wie Rupprecht hoffte und voraus. gesagt hatte.„Schade, daß der Rupprecht nicht mit dabei sein kann,“ spricht der Hauptmann vor sich hin und schaut dann wieder gespannt nach Der Morgen ist angebrochen, die undstre ffliche Tat gezeitigt hat.„Freunde und Bedie Folge davon ist, daß die zum Sturm an skannte. wie alle Nachbarn stellen sich ein, um gesetzten, noch ehe sie ihr Ziel erreicht haben, so=ssich nach seinem Befinden zu erkunden, ja der tffort wieder zurückfluteten— die größte Unord=salte Pfarrer hat sogar beim nächsten Gottesdienst nung ist schon in ihren Reihen eingerissen, diesin dem Kirchlein seiner Heimatgemeinde ein Gesich eer nach grhöht, gla mar zum größtenlbet für seine Genesung verrichten lassen. Veronika, die seine Pflege übernommen hat, ist kaum im Stande, all die Fragen zu beantworten, mit denen man sich nach seinem Besinden erkundigt, sobald sie sich einmal außer dem Hause sehen läßt, in welchem er eine Unterkunft ges unden hat. Sogar der Hauptmann ist einmal dagewesen, um sich nach seinem Rupprecht Mayr umzuschauen, er hat ihn zwar nicht sprechen können; den sich aber noch erhöht, als man zum größten Schrecken erkennt, daß auch der Rückzug schon abgeschnitten ist. Die Oesterreicher hatten sichi gleich zu Anfang von den Flanken aus in den auf Posten gewesen, war, als Ersterer die Entesaleich zu Anfang vor, den Flanken gus in den deckung gemacht, daß die Brandruine vom Feinde Rücken geschoben. Ihre genaue Ortskenntnis sund die Sorglosigkeit, in welcher die ihres Sieges schon sicheren Italiener vorgegangen waren, erleichterten ihnen dies wesentlich. Wer von den Italiener bei diesem mißglücktsozsate Hleibe 1.—t, gändge un) I, terteicher dieser lag noch im hitzigsten Fieber, welches tatPlatze bleibt, fällt in ore Hanog, der Oesterrei“„—sjsäch lich sehr heftig eingetreten war, wie es der ihr Verlust beträgt über 2000 Man.. Hoktor im voraus gesagt hatte. Zeine arge Schlappe.. Der alte Landdoktor, welcher mit Genehmi18 Die Oesterreicher begnügen sich aber damitgung des Militärkommandos die Behandlung nicht, sondern unternehmen noch einen kräftigensdes Verwundeten übernommen hatte, die der Mi• Gegenvorstoß, wobei es ihnen gelingt, die näch=litärarzt von seinem Standort nicht fortsetzen issten und vordersten Stellungen der Italiener zuskonnte, mußte in den ersten Tagen täglich zweiiserstürmen und ihnen zwei wichtige Gräben weg=mal von seinem über zwei Stunde: entfernten leznehmen.[Wohnort mit einest Korbwägelchen herausge. be= jahren kommen. Aber er tat es gerne, auch ihm vorne aus. Der Morgen ist angebrochen, vier Mann auf einer Bahre densersten Strahlen der höher und hoyer steigenden in Decken gehüllten und mit seinem Mantel be=Sonne glitzern auf der weithin sich dehnendenserstürmen deckten voch mmer vop,r Ge,echielinie in emnesder einzelne Gegenstand sich schbar und deutlich Unter ischer Seite ale vorgeschobenen Stelungen sass. Eine Vewegung geht durch die sstereichischenEerfolg zu verdanten dat und der Name bes ureseren Siandschiten durchubeingen. E: 2 SS818 F#asens #ag 9 0 # So SS *„ E SSS * + S 7— Gen Eogog = 917n .*** 55 SaUEG: 8 5 7 57— Toty * SIS S. S1.. 2 S 8 S S 8S0 — • SESNE Kogenn □:. 0" i „„ Gmaewenn S K TKTNT S —— 0 dem sicheren Schranke zu entnehmen. Diese Gelegenheit benützte der eifersüchtige Raoul und flüsterte Maria zu:„Hütet Euch vor Mathieu, er ist ein Prussien aus Koblenz.“ Zweifelnd sah Maria ihn an. „Ich weiß es gewiß. Wollt Ihr Beweise? Ich kann sie Euch geben.“ „Gut, gebt sie mir erst.“ „Wann? Heute abend?“ „Nicht doch. Ihr sollt mir einige Schmucksachen ins Haus bringen.“ „Was ist mein Lohn?“ „Je nachdem die Ware ist, fällt der Lohn aus.“— Jetzt trat der Goldschmied wieder ein. Maria legle prüfend die Perlenschnur um, dann sagte sie lächelnd: „Die Perlen sind schön. Bewahrt sie mir noch auf! Kann sein, daß ich sie als Braut zu tragen gedenke. — Dieses hier," sie ergriff einige Schmucksachen,„sendet mir mit Lascon zu meiner Wohnung. Ich will heute noch einige Geschenke damit machen. Sie reichte dem Juwelier die Hand zum Kuß und erlaubte, daß er sie zum Auto führte. Raoul Lascon aber lachte triumphierend hinter ihnen her. Mit Erstaunen bemerkte Henrk, daß sowohl Maria als deren Eltern zusehends kühler im Verkehr mit ihm wurden. Sollte sich ein angenehmerer Bewerber um die Hand des Goldfisches gezeigt haben, vielleicht der Kapitän Bellegard von der Königlichen Garde? Diesem Hin und Her mußte er ein Ende machen. Zwar seine Liebe zu Maria selbst war nicht sonderlich heiß, aber der Einfluß des Vaters machte sie begehrenswert, und seinem prunkvollen Heim fehlte die geeignete Herrin. Maria mit ihrer Schönheit, ihrem kühl=stolzen Wesen würde seinem Hause einen doppelten Anziehungspunkt geben. ###.# Fae 9 9 # SDE Senden. Bearbeitet von E. Schallopp. Aufgabe Nr. 477. Von D. Przepiorka, München. („Tidskrift för Schack“.) Schwarz 11 Steine. 8 Pestchte # SEI (Fortsetzung folgt.) Allerle Der,„ Baumtempel“ auf der Weltausstellung in„Frisko“. Der Staat Oregon hatte auf der nun beendeten Weltausstellung von San Francisco, wie der„Holzwelt“ aus Kopenhagen berichtet wird, einen eigenartigen Pavillon errichtet. Es handelte sich nämlich mt ein ganz aus Holz aufgeführtes großes Gebäude, das die Form eines altgriechischen Ter pels erhalten hutte. Der„Holztempel“, der in der Front zehn Säulen besaß, war etwas schlanker geraten, als die altg echischen Kultbauten, gewährte aber doch in seiner Größe und Monumentalität einen imponierenden Eindruck. Die gesamte zum Tempel gehörige Plastik, sogar die Akroterien und Kapitäle der Säulen, fehlten, und die Säulen selbst bestanden aus unentrindeten mächtigen Holzstämmen, die den riesigen Wäldern Oregons entstammten. Es war gewiß ein eigenartiger und echt amerikanischer Gedanke, die rohe Naturform der Baumstämme bei den Säulen zu belassen, und es war dadurch eine seltsame Vermischung primitivster Architekturformen mit dem klassischen Baustil entstanden. Trotzdem bot der riesige Holzbau ein anziehendes Bild und erregte viel Aufsehen. ab c d 1 g h Weiß: 10 Steine. Weiß zieht an und setzt mit dem 3. Zuge matt. atln v#xep'g vOX8OL.•••7* ainPPX. 3 Spxec..*.... 450—39S•9 XeaL. 4#0(X) fPG'(90—) ePXfO 7PPartie Nr. 480. Turnierpartie, gespielt zu Neuyork am 25. Januar 1916. Vierspringerspiel. Weiß: J. Bernstein.— Schwarz: I. R. Capablanca. Weiß: 1. 62—04 2. Sgl—13 Schwarz: e7—65 Sb8—c6 Sg8—16 L18—b4 0—0 47—46 LbIXc3 Das—e7 3. St1—c3 4. L/l—b5 5. 0—0 6. 62—63 7. Lol—85 8. b2Xc3 9. T/I—el Besser ist es, vorher auf c6 zu tauschen. 9.. Sc6—48 10. 63—44 Lc8-64 11. L55—11 Von Teichmann in ähnlicher Stellung versucht, hier aber kaum angebracht. Die Oeffnung der g=Linie gereicht nur dem Nachziehenden zum Vorteil. 11. S48—66 12. Lg5—cI Leixs3 13. g2Xf3 S16—h5 14. L11—53 Am besten erscheint noch 14.04—d5 nebst 15.Kgl—hl 14. Sh5—14 15. Lh3—64 h7—h5 16. Lg4Xeß 17Xes Nachdem Weiß so dem Gegner auch noch die l=Linie geöffnet hat, muß natürlich der Druck auf 13 unerträglich werden. 17. Kgl—h1 Sf4Xh3 18. Lcl—e3 D48-h4 19. Ddl—e2 T18—17 20. Tel—g1 Damit gesteht Weiß ein, daß das Spiel für ihn verloren ist. 20.... Sh3Xg1 21. TalXgl Dh4—16 22. Tgl—83 esX04 23. Le3xd4 e6—65 24. Ld4—e3 Df6—eß 25. T83—65 Ta8—18 26. De2—II T17Xf3 27. T11—61 718—17 28. TgöXh5 T13Xe3 29. t2Xes De6—c4 30. Th5—65 Tf7-11 31. Tg5Xg7+ Kg8-18 32. Tg7—88+ K18-e7 33. T88—87+ Ke7—08 34. Tg7—88+ K08—47 35. Tg8—67+ K07—c6 36. T67—4 T7IXg1+ 37. KhIXg1 DetXaz 38. h2—h4 Da2Xc2 39. Tg4—83 a7—a5 Weiß gibt die Partie auf. (Nach dem„Deutschen Wochenschach“.) Amtliches Kreisblart für den kreis K Jahrgang O Grlied und Uüelles Cagesorgea des Kreies. □ Haugt-Gunonreubta# den 23 Februar 1! 88 *sc erd Weßly war verwöhnt durch den ständigen Verkehr mit den beiden fein) sinnigen, liebevollen Frauen. Von ihnen hatte er nur das Beste gehört und gesehen; Mutter und Tochter in Verkehr mit einander zu beobachten, war eine Freude. Sie kannten beide weder Launen, noch eine von jenen Schwächen, durch die weibliche Wesen sich oft das Leben verbittern. Ihr Dasein glich einem freundlichen Sommertag. Und diese gleichmäßige Ruhe hatte Gerds Kunst so wohltuend beeinflußt, im friedlichen Gleichmaß der Tage war sie herangereift, brachte ihm schon jetzt Erfolge, die ihn berechtigten, sich zu den Ersten zu rechnen. Arabella überließ sich im Gegensatz hierzu gänzlich ihrer Laune. Bald war sie übersprudelnd, fröhlich und heiter, dann wieder unausstehlich und schließlich doch wieder bezaubernd. In einem Atem lockte sie Gerd an sich, stieß ihn dann ab, um ihn bald wieder zu blenden. Kurz sie gab ihm ungezählte Rätsel auf. Anfangs kam Gerd bei so vielen Widersprüchen nicht zur Besinnung. Er war immer in Erregung, zu schwindelnden Höhen fühlte er sich emporgetragen. „Das war doch einmal etwas anderes, als der öde Alltag!“ Aber die Erschlassung folgte bald. Denn diesem Strudel wechselnder Stimmungen und Empfindungen war Gerd nicht gewachsen. Er reagierte nicht mehr auf Arabellas Launen. Er wurde ernüchtert und erkannte, daß er einen Götzen anbetete. Aber noch betete er ihn an. Er wußte sich Arabella auf Stunden zu entziehen, wo er mit gewohntem Fleiß seine Studien fortsetzte. Da begannen die Selstvorwürfe, die Reue ihn zu quälen. Die Sehnsucht nach Thereses süßer Lieblichkeit beschlich sein Herz. Er vermißte die sanfte beschwichtigende Art der mütterlichen Freundin. Ei schrieb an Therese und bat um ihre Verzeihn: hvoll sah er ihrer Antwort entgegen. Die ließ nicht auf sich warten. Er las ihre wenigen Zeilen. Seine brennenden Augen suchten wieder und wieder etwas zwischen den Zeilen, was doch nicht vorhanden war, die Zeilen starrten ihn fremd und feindselig an. Er fühlte die Wahrhaftigkeit in Thereses Worten. ##3 Novelle von A. Regnilk. (7. Fortsetzung.)(Nachdruck verboten.) Sie liebte ihn nicht mehr. Ihm war, als habe er ein köstliches Kleinod unwiederbringlich verloren. Um seiner Herzenspein zu entfliehen, ging er zu Arabella. Bei ihr suchte er nun all sein Heil. Sie hatte ihn zwar in den letzten Tagen wiederholt verletzt, indem sie mit einem reichen Tagedieb kokettierte. Aber sie würde ja Vernunft annehmen. In Güte wollte er ihr vorstellen, daß sie durch ihr Verhalten ihn sowohl wie sich selbst herabwürdigte. Sie hatten sich ihre Liebe mit den überschwänglichsten Worten gestanden, gegenseitige Treue gelobt. Gerd sah in Arabella sein künftiges Weib. Die schöne, selbständige Spanierin wohnte in einer entzückenden Villa in Mentone, während Gerd im Hotel logierte. Wie eine Silberschale tauchte der Mond aus dem wolkenlosen Aether hervor, eine Schale, welche Milliarden Silberfunken ausstreut, die sich auf der leichtbewegten Flut schaukelten. Gerd nahm das zaubrische Bild in sich auf. Herz wurde weit vor trunkenem Entzücken. Und daß er all dieses Schöne, Erhabene genießen durfte, dankte er ihr, seiner„Göttin“, seiner Arabella. Der Garten, in welchem die Villa lag, schimmerte in einem müden, unbestimmten Licht. Blumendüfte durchzogen die warme Luft, Nachtigallen sangen schmelzende Liebeslieder. Es war Gerd so selig ums Herz. Er hatte die kleinen Streitigkeiten mit Arabella vergessen. Daß sie sein eigen war, dünkte ihn so wunderbar beglückend. Schnell hin zu ihr, die nun sein alles war! Er durchquerte den Garten, wo er jeden Weg und Steg kannte. Leichtfüßig flog er die Stufen hinauf zur Veranda, von der aus man das große Gartenzimmer betrat. Die Tür war weit geöffnet. Unerwartet stand er auf der Schwelle, von der aus ei den ganzen Raum überblicken konnte. Was er sah, erschien ihm so entsetzlich, daß er lange starrte, ohne es fassen, begreifen zu können. Und doch löste das Bild sich nicht in Dunst und Nebel auf. Dort saß Arabella, und jener reiche Nichtstuer hatte den Arm um sie geschlungen und küßte sie, wie Gerd sie noch nicht geküßt. Gerds Erscheinen machte der unangenehmen Szeue ein Ende. Arabella hatte dem anderen ein paar Worte zu 8 S„ S So. F 84.9. • B EEEE e # Si. 6 — 2 2 5 as iz 9 S Sugnt BomEEes 2 SpLSnD * GERE Sa##Ses EOTELT,E.S ### S- SDaWENE ShmEsSSETEG, : FE E SSES 53 =##8 S S PGSRBRE S BSg S S E. MESSE # ESS P.THE SZEUSSER 9 5 8 5Ss R K S 3 + Fc. Daakspruch. Was in Stagen dat begennen. Endet sich in Judelschaft, Denn es scheinen Seites Sonnen Ja noch stels und Rberall. Wahret. Ein verlorener Sohn. Novelle aus der Kriegszeit. Von M. E. Gebhardt. (Nachdruck verboten.) „Is der Herr Mathien zu sprechen?"— Der Verkäuser musterte, hinter dem Laventisch stehend, den einfach gekleideten Mann, der es mit so selbstverständlicher Miene wagte, noch dazu auf deutsch, nach Herrn Mathien, Antwerpens bekanntestem Juwelier, zu fragen. Widerwillig gegenfragte er sodann:„Was wünschen Sie, mein Herr?"— „Ich wünsche Herrn Mathias, oder wie er sich hier nennt, Herrn Mathien zu sprechen. Melden Sie mich ihm und sagen Sie ihm, Walter Karsten aus Koblenz brächte ihm Grüße aus der Heimat.“— Der Verkäufer starrte den Deutschen etwas erstaunt an. Wie, war sein Herr denn ein Deutscher? Das war ja ganz etwas Neues! Schließlich machte er sich doch auf den Weg und suchte Herrn Mathias in seinem Privatzimmer auf. Henri Mathieu, oder wie er eigentlich hieß, Heinrich Mathias, war gerade dabei, eine Schnur töstlicher Perlen auf ihre Echtheit hin zu prüfen, als der Verkäufer ihn mit der Meldung unterbrach. Unwillig fuhr er herum, und sein Gesicht verfinsterte sich noch mehr, als er den Boten angehört hatte. „Führen Sie den Mann herein!“ gebot er kurz.—— „Grüß dich Gott, Heinrich, wie geht's? Freust dich gewiß, mal was von der Heimat zu hören!“"— Henri Mathien schritt zunächst nach der Tür, um sich zu vergewissern, daß sie unbelauscht waren, dann ergriff er nachlässig die Hand des Jugendfreundes und sagte:„Bon jour, Walter!= Was zum Teufel führt dich zu mir?" „Nun, mir scheint, ich komme ungelegen. Bin dir wohl nicht elegant genug? Freilich“— er musterte das behaglich, ja fast üppig eingerichtete Zimmer— „du scheinst ja in den zehn Jahren tüchtig was verdient zu haben. Ich wünsche dir Glück. Nur, weißt du, daß du deinen ehrlichen deutschen Namen verwelsch; hast, gefällt mir nicht. Wie würde das deine Eltern grämen, hätten sie es bei Lebzeiten erfahren, und auch die Annemarie.“ „Bist du expreß nach Antwerpen gekommen, mir das zu sagen? Uebrigens, wenn du länger hier bleibst, wirst du bald einsehen, daß man als Deutscher hier wenig Aussicht auf Emporkommen hat. Meinst du, als Heinrich Mathias hätte ich das alles, was du hier siehst, erworben? Nur weil sie glauben, ich sei Franzose, kommen sie zu mir.“ „Ach so! Nun, da habe ich dir freilich einen schlechten Gefallen getan, dich aufzusuchen, und ich will nur gehen, denn wenig wird es dich interessieren, was ich dir erzählen wollte.“ „Kann sein, denn die Jahre der Kinderfreundschaft liegen weit hinter mir. Aber soll ich dir selbst irgendeinen Dienst erweisen? Ich habe weitreichende Verbindungen.“ „Nein, nein, laß nur! Du bist Franzose geworden. und ich möchte dir keine Beschwerden verursachen. Lebe wohl, und möchtest du nie bereuen, dein Vaterland verleugnet zu haben!“ Juwelier 1 „Ach was, wit den Wölfell muß man heulen!“ „Hüte dich, daß die Wölfe dich nicht überfallen und zerreitzen. Dein Wölflein da vorne im Laden gefällt mir nicht.“ „Unnütze Furcht! Ich zahle meine Leute gut. Und wer nicht bleiben mag, kann gehen. Zudem weiß hier ja niemand meine deutsche Geburt.“ „Traurig genug. Also nochmals, lebe wohl! Möge es dir gut gehen!"— Mit kaltem Gruße schieden die beiden. Als Walter Karsten den. Laden durchschritt, streifte sein Blick noch einmal die wenig einnehmenden Züge des Verkäusers. Dieser aber, Raoul Lascon, ballte die Faust hinter ihm her: Verdammte Deutschenbrut! Alles wollen sie uns nehmen. Und der vornehme Herr Chef ist also auch ein Deutscher? Gut, daß ich das weiß. Nun finde ich meinen Weg schon zum Herzen Maria Gourneds’, und vielleicht auch zu all dem anderen Besitz, den der Herr Mathieu schon so sicher zu haben glaubr. Warte nur, Heinrich Mathias! Die Abrechnung kommt bald. Henri Mathien sah, als der Jugendfreund ihn verließ, nach der Uhr. Er begab sich nicht wieder zu seiner früheren Beschäftigung zurück, sondern verschloß die Perlen sorgfältig in seinem Stahlschrank, rief sodann, in seine Wohnung hinaufsteigend, den Diener und ließ sich zum Diner umkleiden. Er machte besonders sorgfältig Toilette, denn eine Einladung rief ihn in das Haus des Großkausmanns Gourneds, dessen Tochter Märia als Mathieus heimliche Verlobte galt. Doch soviel Rühe er sich gab, seine sonstige Ruhe wiederzugewinnen, der Besuch des Koblenzers und dessen Reden hatten ihm die Stimmung gründlich verdorben. Ohne zu wollen, hörte er aufmerksamer auf die Reven seiner Gastfreunde, prüfte jede Miene, jeden Ton mißtrauisch. Ja, er lenkte absichtlich sein Gespräch auf die deutschen Kaufleute. Und er merkte bald, das, kein Hausherr dieser umsichtigen deutschen Konkurrenz grün war. Wenn er in ihm den Deutschen erkennen würde, so stand es mit seiner Bewerbung um Maria schlecht. Diese selbst aber sing bald an mit ihm zu schmollen: „Ach, lassen Sie doch endlich die langweiligen Klößeeiser jenseits des Rheins! Erzählen Sie mir lieber von Ihren Schmucksachen! Haben Sie neue Kostbarkeiten erworben? Beichten Sie!“ Und er begann von seinem Besitz an Gold und Kleinodien zu sprechen, auch von der herrlichen Perlenschnur. „Könnten Sie mir dieselbe nicht einmal zeigen? Warum haben Sie die Perlen nicht mitgebracht?“ „Unsicher ist es oft in den Straßen der Stadt. Der Antwerpener= Hafenpöbel trägt scharfe Messer, und wer weiß, ob ich das Geschmeide wieder heimgebracht härte? Aber wenn Sie mich mit Ihrem Besuche beglücken wollen, gerne zeigte ich gerade Ihnen die Perlen, Maria. Sie allein sind würdig, den kostbaren Schmuck als Braut zu tragen.“ Maria errötete leicht, denn sie verstand den Sinn seiner Worte, trotzdem antwortete sie vorsichtig:„Laisen Sie mich erst die Perlen sehen! Ich komme morgen früh in Ihr Geschäft, dann zeigen Sie sie mir.“— Am anderen Verminag hielt wirklich das Auto Gourneds' vor dem Geschäft. Raoul Lascon stürzte herbei und öffnete den Schlag. Aber ehe er noch Maria die Hand zum Aussteigen geben konnte, kam ihm der selbst darin zuvor. „Hlaudit Prussien!“ I, Verfluchten Preuße!") knirschte er zornig hinter dem Paure her. Maria Gourneds, um den Schein zu wahren, ließ sich erst im Laden einiges vorlegen, etze sie nach der Perlenschnur fragte. Mathien eilte selbst, um die Perienj; Verluste betrugen im Westen 27, im Osten 7 Flugzeuge. Zum erstenmale zeigt die Zusammenstellung der seindlichen und deutschen Flugzeugverluste einen nicht so überraschenden Unterschied zu ungunsten der Gegner. Der Grund ist darin zu suchen, daß die seindlichen Flieger sich bei Tage nur noch selten in starken Geschwadern über unsere Linien wagen, ihre Kampflust hat entschieden nachgelassen. Nur im deckenden Schutze der Nacht unternimmt der Gegner seine meist erfolglosen Bombenangriffe. Ueber unseren Linien stellt er sich ungern zum Kampf— weit hinter seiner Front müssen unsere Flugzeuge ihn jetzt aufsuchen und jagen. Wer die Vorherrschaft in der Luft besitzt, kann bei dieser Sachlage nicht zweifelhaft sein. Eine Friedensdebatte in England. Bonar Law muß die Ablehnung des Friedens erneut verteidigen. — Im englischen Unterhause hat es dieser Tage eine Aussprache über den Frieden gegeben. Der Verwalter der inneren Angelegenheiten, der Großindustrielle Bonar Law, mußte im Unterhause auf die Reden einiger pazifistischer Abgeordneter antworten, die zu Friedensverhandlungen drängten. Er sagte da: Er habe im gegenwärtigen Augenblick keine Möglichkeit gesehen, den Frieden zu sichern außer dadurch, daß man für ihn kämpfte. Er könne nicht die Beweggründe der Reden einsehen, die man jetzt gehört habe. Er sagte: Die Pazifisten haben etwas an unseren Friedensbedingungen auszusetzen gehabt, aber wie steht es mit den Friedensbedingungen unserer Feinde? Wir haben unsere Friedensbedingungen, die ich nicht für weitgehend halte, festgesetzt. Deutschland wurde vom Präsidenten Wilson aufgefordert oder zum mindesten eingeladen, die seinigen endgültig mitzuteilen, aber es hat es nicht getan. Die Bedingungen Deutschlands gründeten sich klar auf den deutschen Sieg, der eine Betonung der deutschen militärischen Maschine bedeutete, was die Welt jederzeit all den Greueln aussetzer würde, unter denen sie jetzt leidet. Gibt es irgend ein menschliches Wesen, das jetzt zweifeln könnte, daß die Deutschen nach dem Grundsatz handeln, den Krieg nicht bloß durch die Bekämpfung der feindlichen Streitmacht zu gewinnen, sondern durch die Terrorisierung der Zivilbevölkerungen und neutralen Länder? In der Rechtfertigung des Unterseebootkrieges sagen die Deutschen, es sei eine Pflicht gegenüber der Menschheit, das schnellste Mittel, selbst wenn es ein grausames wäre, zu gebrauchen, um den Krieg zu beenden. Deutschlands Menschlichkeit und Grausamkeit sind ein und dasselbe. Wir kämpfen nicht für Gebietszuwachs oder gar, um einen ruhmreichen Sieg sicherzustellen, der das Ansehen unserer Waffen spiegeln würde, sondern wir kämpfen dafür, der Kaste, die die diese Verbrechen begangen hat, beizubringen, daß diese sich nicht bezahlt machen. Was Bonar Law hier sagte, ist von seinen Kollegen schon oft gesagt worden, sehr oft, und oft besser. Das Wichtigste an der ganzen Aussprache st, daß eine solche Erörterung überhaupt möglich war. Daraus ergibt sich, daß doch sehr weite Kreise in England über Krieg und Frieden ganz anders denken als die Regierung und die Northcliff=Hetzpresse, anders auch, als unter dem skrupellosen Druck des Militärs die übrige Presse die Volksstimmung darzustellen gezwungen ist. England beraubt Schweden. bb Wie aus Malmö geschrieben wird, haben die Engländer nunmehr die für Schweden bestimmten Ladungen Chilesalpeter, die in britischen Häfen liegen, zu löschen angefangen. Es sind zusammen 14 500 Tonnen, die für Schweden hiermit verloren sind,— und Schweden hat Chilesalpeter sehr nötig; durchschnittlich werden 34000 Tonnen jährlich verbraucht, so daß die von den Engländern geraubte Menge 40 Prozent des Bedarfs ausmacht. dessen ist aber— was England wahrscheinlich nicht weiß— an der Westküste Schwedens eine neue Stickstoff=Fabrik gebaut worden, die in kurzem eine wesentliche Menge schwefelgesäuerten Ammoniaks herstellen kann. Wenn die Engländer also glauben, mit ihrer Näuberei einen Druck auf Schweden ausüben zu können, dürften sie sich ioren. —00O Der Krieg mit Rumänten Das Ende der rumänischen Kriegshetzer. Den Herren, die Rumänien in den Krieg gehetzt haben, ist es nicht mehr geheuer im betrogenen Vaterland. General Jliescu, der erste militärische Berater Bratianus, ist so mißliebig, daß er in geohrfeigt und von seiner Regierung nach Frankreich und England geschickt wurde. Der Herausgeber des schamlosen Hetzblattes„Adeverul“ Konstantin Mille, hat gleichfalls den Staub von seinen Füßen geschüttelt und ist nach London übergesiedelt. Die meisten seiner Eesinnungsgenossen haben sich gleichsalls ins Ausland begeben. Mit Mitteln sind sie alle reichlich versehen, da sie sattsam gestohlen und erpreßt haben. —00 Der Krieg mit lialten. Zusammensteß deutscher und italienischer Truppen. WTB Berlin, 23. Febr. Der italienischerseits befürchtete Zusammenstoß deutscher und italienischer Truppen ist in Mazedonien am 12. Februar erfolgt und hat die Italiener ihre Stellung südlich der Höhe 1050 bei Paralovo gekostet. Mit Rünksicht auf die Stimmung in Italien, wo die Presse wiederholt Befürchtungen über eine Offensive im Trentino unter deutscher Beteiligung äußerte, haben die Italiener diese Niederlage mit allen Mitteln zu verschleiern versucht. Der Orientbericht der Entente meldet vom 15. Februar die Wiedereroberung der italienischen Stellung. Den Sieg= und Jubelhymnen, die italienische Blätter daraufhin über die unvergleichliche Tapferkeit ihrer Truppen anstimmten, muß entgegengehalten werden, daß die vermeintlich zurückeroberte Stellung noch immer in deutschen Händen ist. Die italienischen Versuche lediglich am Tage nach ihrer Wegnahme waren ein schwächlich durchgeführter und völlig fehlgeschlagener Gegenstoß. Seitdem ist kein neuer Gegenangriff erfolgt, nicht einmal der Versuch dazu. Inzwischen ist die Stellung der Deutschen planmäßig ausgebaut worden und die deutschen Patrouillen beherrschen nach wie vor das Vorfeld in dieser neuen Stellung. 0 Die Lage in Griecbenland. Die Lage in Griechenland verschärft sich neuerdings. „Rußkoje Slowo“ drahtet aus Korfu, daß sich die Lage in Griechenland neuerdings erheblich zu verschärfen beginne. Die Hungersnot im Lande sei bis zum Gipfelpunkt gestiegen. Sämtliche Mehlvorräte seien vollständig aufgebraucht. Sowohl in den Städten, als auch auf dem Lande mache sich eine dumpfe Gärung bemerkbar, die unvermutet in offene Rebellion gegen die Entente übergehen könne. Die Reservistenligen seien nur zum Schein aufgelist. Ueberall sind große Mengen Waffen verborgen, die trotz mehrfacher Anforderung der Entente nicht abgeliefert worden sind. Es besteht wenig Aussicht, daß die diplomatischen Beziehungen in nächster Zeit ausgenommen werden. Die venizelistische Propaganda, daß die Hungersnot durch den A=Bootkrieg mit verschuldet sei, hat nicht den gewünschten Erfolg gehabt. 00 Friedenskundgebung des Papstes. Die ungarischen Bischöfe hatten an den Papst zum Weihnachtsfeste eine Begrüßungsdepesche gerichtet, woraaf der Fürstprimas von Ungarn jüngst eine Antwort erhielt. Der Papst betont, daß die Wünsche der Bischöse nach dem Frieden sich mit denen des Papstes decken. Die Zeit sei gekommen, Pläne zur Herbeiführung des Friedens zu erwägen und zum Friedenszwecke immer wieder neue Versuche zu unternehmen. Gott möge jene, die über das Schicksal so vieler Völker die Entscheidung haben, aufs Schnellste den Weg zum Frieden finden lassen. Zum Schlusse fordert der Papst die Bischöfe auf, mit ihm für den kommenden Frieden zu beten. Aus Stadt und Umgebung. Rückblicke aus den Weltkrieg. 23. Februar 1916. Erfolge im Westen.— Die Italiener bei Durazzo geschlagen.— Möve=Prise in Teneriffa. Im Westen mehrten sich die Erfolge istlich der Maas. Die Orte Brabant, Haumont und Samognieux wurden genommen und das gesamte Waldgebiet nordwestlich, nördlich und nordöstlich von Beaumont befand sich jetzt in deutscher Hand. Selbst die Franzosen mußten zugeben, daß die deutschen Vorstöße bedeutenden Erfolg hatten.— In Albanien wurden die Italiener und ihr Bundesgenosse Essad bei Durazzo geschlagen; die letzten feindlichen Vorstellungen östlich von Bazar Sjak wurden genommen und am Mittag wurden die Italiener aus der stark ausgebauten Hauptstellung istlich des Ortes geworfen; zugleich erstürmten die Oesterreicher die Verschanzungen von Sasso=Bianco und der Feind flüchtete in den inneren Verteidigungsring.— In Santa Cruz auf Teneriffa lief das englische Dampfschiff Westburn ein, das die deutsche Flagge führte und deutsche Besatzung von der„Möve“ an Bord hatte; das Schiff hatte 206 Gefangene von 7 versenkten englischen Schiffen in seinen Räumen, es war ein Prisenschiff, ähnlich der„Appam“. **(Ernährungsfragen.) Im Haushaltsausschuß des preußischen Abgeordnetenhauses sprach sich der Landwirtschaftsminister v. Schorlemer über Ernährungsfragen aus. Er hält die Stetigkeit der Preise wichtiger für die Landwirtschaft als hohe Preise. Eine Herabsetzung der Viehpreise könne schädigend auf die Viehzucht wirken, wodurch dann wieder die Erzeugung von Milch und Butter zurück. gehen würde. Der Minister befürchtet eine Ein schränkung der Kartoffelanbaufläche im nächsten Frühjahre, da die Eingrisse in die Saatkartosseln die Landwirtschaft vom Anbau abschreken würde. Im übrigen müsse der Kartoffelanbau durch Anbau von Steckrüben ergänzt werden. Allerdings müsse er anerkennen, daß es über das menschliche Können naus gehe, die Kartoffelversorgung von einer Zentralstelle zu regeln. Die Milch= und Butterversorgung sei inzwischen schlechter geworden, als man nach dem Resulkat der Produktion anzunehmen berechtigt war. Von den Kriegswirtschaftsstellen sei Besserung zu erhoffen. Die Landwirtschaft könne auf etwa 50 Prozent ihres Stickstoff=Bedarfs für die Frühjahrs= und Herbstbestellung rechnen. Die Beurlaubung und Zurückstellung landwirtschaftlicher Arbeiter, Betriebsleiter und Facharbeiter werde den dringenden Bedürfnissen genügen. Die direkten Warenbezüge zwischen Stadt und Land könne er nur empfehlen. Der Anbau der Oelfrüchte werde sich schwerlich vermehren lassen. Das Verbot der Verfütterung von Steckrüben müsse aufgehoben werden. (Unbewußter Landesverrat.) Es ist ein böser Irrtum, zu glauben, daß sein Land nur verrät, wer zum Feinde läuft und für einen Judaslohn Mitteilungen macht über Neuformationen, Truppentransporte, Munitionslieferungen oder andere Dinge, die im Interesse der Kriegführung unbedingt geheim bleiben müssen. Ohne bösen Willen, ohne Niedertracht der Gesinnung schädigen leicht die Gedankenlosen ihr Vaterland auf ganz dieselbe Weise. Denn der Feind sitzt nicht nur jenseits unserer Front, getrennt von uns durch Gräben und Drahtverhaue! Der Feind hat nicht nur im neutralen Ausland seine bezahlten Spione, die in Hotels und Cafés, in Vergnügungsparks und in den Familien herumschnüfseln nach dienlichen Nachrichten. Es gibt— das ist erwiesen— in unserem eigenen Lande noch der feindlichen Agenten genug, die unter harmloser Maske sich den Schwatzenden als Lauscher zugesellen und alles, was über militärische Dinge gesprochen wird auf geheimen Wegen den feindlichen Heeresleitungen zugänglich machen. Darum: Was schon im Frieden ein weises deutsches Sprichwort ist:„Unter Schwätzern ist der Schweiger der Klügste!“, das hat im Kriege seine doppelte Geltung. **(Die Auszahlung der Mietsbeihülsen) für den Monat Februar erfolgt am 24. d. M., vormittags von 9—12 Uhr, an der Stadtkasse hierselbst. **(Gustav Adolf=Frauen=Verein.) Der seit vielen Jahren in stillem Segen arbeitende Gustav Adolf Frauen=Verein möchte auch in diesem Jahre ein Jahresfest feiern. Da es sich um keine rauschende Festlichkeit handelt, sondern nur darum, die Vereinsmitglieder von Neuem in ihrer Liebe zum Vereinswerk zu stärken und die Gemeinde von Neuem zu unterrichten über das große und gesegnete Werk der Gustav Adolf=Sache, so kann der Verein mit gutem Gewissen solch ein Fest begehen. Es ist vorgesehen, daß am Sonntag, den 4. März, im Hauptgottesdienst in beiden Kirchen der Gustav AdolfSache gedacht wird. Außerdem soll am Nachmittag eine Versammlung im Gemeindehause sein, in der durch Lichtbilder die Gustav Adolf=Arbeit in den besetzten Gebieten vorgeführt wird. **(Die Zugverspätungen), unter denen das reisende Publikum besonders in letzter Zeit recht sehr zu leiden hatte, treten erfreulicherweise jetzt nur noch vereinzelt auf. Der neue Ausfall von Zügen scheint hier nicht ohne Wirkung geblieben zu sein. Hauptsächlich sind es noch die#ge der Köln— Minden—Berliner Strecke, die große Verspätungen aufweisen. So ist es scheinbar nicht möglich, die Nachtzüge von Berlin pünktlich nach Hamm bezw. ortmund zu bringen, damit sie in Hamm den bedeutenden Postanschluß an den Eilzug nach Unna— Schwerte ins Wuppertal— 5 Uhr früh aus Hamm und in Dortmund die Anschlüsse nach den verschiedenen Richtungen erreichen. Diesem Uebelstand ist dringend Abhülfe zu wünschen. **(Neue Preiserhöhung für Glühstrümpse.) Die deutschen Glühstrumpffabrikanten haben einen neuen Mindesterhöhungszuschlag von 3.50 Mark für das Hundert Glühstrümpfe mit Wirkung vom 16. d. M. beschlossen. **(Unkrautvertilgung durch die Schuljugend.) Der Minister für Landwirtschaft hat an die Regierungspräsidenten einen Erlaß gerichtet, in dem für dieses Jahres eine Bekämpfung des Unkrautes angeregt wird. Darin wird ausgeführt, daß grundsätzlich durch eine solche Verwendung der Jugend die Heranziehung von Schülern zu noch dringenderen Verrichtungen, wie dem Legen der Kartoffeln und den Erntearbeiten, nicht beeinträchtigt werden darf. Der Arbeitsplan soll von den Landräten bezw. Oberbürgermeistern mit den Kreis= und Ortsschulinspektoren beraten werden. Bei geeig neten Witterungsverhältnissen soll mit der Bekämpfung des Unkrauts schon im nächsten Monat begonnen werden. Die Deutsche Landwirtschafts gesellschaft hat eine Anleitung dazu ausgearbeitet, nach der die Beschäftigung grundsätzlich eine entgeltliche sein soll, wobei eine Beköstigung der Schüler auch als Entgelt anzusehen ist. **(Die Verlosung für den evang. Frauenverein) wird in diesem Jahre Ende März stattfinden. Es wird herzlich gebeten, die Lose zu 50 Pfg., die angeboten werden, zu kaufen und für geeignete Gewinngegenstände freundlichst zu sorgen. **(Die neuen Fünspfennigstücke.) Wir haben schon berichtet, daß jetzt auch Fünfpfennigstücke aus Aluminium geprägt werden sollen. Jetzt wird durch eine Bundesratsverordnung. näheres über die neue Münze bekannt. In gan en sollen für 20 Millionen Mark geprägt werden, also nicht weniger als 400 000 000 Stück. Aus einem Kilo werden gerade 1000 Sück hergestellt werden, so daß ein Fünfpfennigstück gerade 1 g wiegen wird. Damit ist dem Geldstück auch ein bequemes Kleingewicht gegeben. Die Prügung wird sich von der der Nickelstücke unterscheiden, das Münzzeichen auf der Rückseite fällt weg und auf der Vordexseite wird das Wort„Pfennig“ unter die Zahl in wagerechter Stellung und darunter wieder die Jahreszahl beetzt.— Die Stücke werden nach Friedensschluß wieder außer Kurs gesetzt. Der Bundesrat erläßt hierzu die näheren Bestimmungen. **(Ehrentasel.) Durch die Verleihung des Eisernen Kreuzes wurden weiter ausgezeichnet der Gefreite Bernh. Knieriem aus der Sedanstraße und der Musketier Heinr, Brügemann von der Hagenerstraße; beide kämpfen im Westen. **(Evangel. Frauenchor.) Auf die heute abend im Gemeindehause stattfindende Versammlung zur Cründung eines Frauenchores sei auch an dieser Stelle noch aufmerksam gemacht.. **(Weizengraupen.) Voraussichtlich werren in den nächsten Tagen von der Stadt beschaftte Weizengraupen in den hiesigen Geschäften zum Verkauf gelangen. Es sei hierbei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß diese Graupen nur etwa 20 Minuten kochen dürfen, während bekanntlich Gerstengraupen eine Kochzeit von 2 bis 3 Stunden beansprachen. Um die Schmackhaftigkeit und Verdaulichleit der Weizengraupen zu gewährleisten, ist es norwendig, die Kochvorschrift genau innezuhalten. 324 **(8 Uhr=Schluß der Apotheken.) Laut Verfügung der königl. Regierung werden die beiden hiesigen Apotheken um 8 Uhr abends geschlossen. Der Nachtdienst wechselt wie bisher wöchentlich. **(Die Aufzucht der Puffbohnen) muß in diesem Jahre ganz besonders gepflogt werden, weil wir dadurch eine hochwertige eiweißhaltige Nahrerlangen. Sollen die Puffbohnen aber Vollernten bringen, so müssen sie im März gepflanzt werden. In den Bohnengegenden hat man das Sprichwort:„Wer dicke Bohnen will essen, darf den März nicht vergessen“. Bohnen, die nach März gepflanzt werden, schießen zu geil auf und tragen deshalb schlechter. Sie leiden auch viel vom Ungeziefer, und die schwarze Blattlaus verdirbt oft die ganze Ernte. Will man Vollernten von Puffbohnen haben, so tut man gut, sie vorzukeimen, sie zuerst in Kisten zu pflanzen und dann erst, wenn sie 5—10 Zentimeter hoch werden, ins freie Land. Die Bohnen tragen dann direkt von der Erde aus, während sie sonst erst oft 30—40 Zentimeter über dem Boden Frucht ansetzen. Von Kunstdünger sind in erster Linie Thomasmehl und Kainit zu geben, weil dadurch Fruchtansatz und Frucht befördert werden.“ Westhofen, 23. Februar.(LichtbilderVortrag.) Heute abend 8 Uhr hält Herr Fabrikant Ebeling im Saale des Weiberg'schen Lokals einen öffentlichen Vortrag über„Die Wirtschaftskraft unseres Vaterlandes“, der durch Lichtbilder illustriert werden soll. Bei der Wichtigkeit des Themas darf wohl ein allgemeines Interesse für den Vortrag und ein reger Besuch desselben erwartet werden. 14 Soldaten durch Ueberfahren getötet. Ein furchtbares Unglück, dem 14 Soldaten zum Opfer fielen, ereignete sich am Uebergang der Kleinbahn Celle—Soltau über die Landstraße von Garßen nach Scheuen. An dieser Stelle macht die Bahn eine scharse Biegung, so daß ein von Garßen kommender Zug erst im letzten Augenblick von der Straße aus erblickt werden kann. Eine Abteilung Soldaten, die mit der Bahn von Celle gekommen und in Garßen ausgestiegen war, um zu Fuß nach dem Gefangenenlager Scheuen zu marschieren, dem sie als Wachtmannschaften überwiesen waren, überquerte in dem Ausenblick den Bahnübergang, als ein Zug sich nahte. Der Zug fuhr mit unverminderter Kraft in die Kolonne hinein. Vierzehn von den überfahrenen Soldaten sind ihren Verletzungen erlegen. Der Unfall ist wohl in der Hauptsache darauf zurückzuführen, daß die Mannschaften der Gegend unkundig waren und auf den sich nahenden Zug nicht achteten. Bücbertisch. Alle unter dieser Rubrik besprochenen Bücher in der Carl Braus'schen Buchhandlung zu haben. „Der Kaiser im Felde“. Von Dr. Bogdau Krieger. 480 Seiten Text und 80 Vollbilder nebst einem Titelbild in Tiefdruck. Gebunden. Söldatenausgabe 3,50 Mark. Liebhaberausgabe 7550 Mark. Verlag Kameradschaft G. m. b. H., ser=Wilhelm=Dank=Buchhandlung, Berlin W. 35 Flottwellstraße 3. Das Buch gibt, aus zuverlässigen Quellen schöpfend, ein umfassendes Bild von der Tätigkeit des Kaisers im Felde, während der beiden ersten Kriegsjahre. Wir erleben darin mit ihm die erhebenden Augusttage des Jahres 1914 in Berlin und folgen ihm auf die Kriegsschaupläte im Westen, Osten und Südosten. Wir hären vom großen Hauptquartier, von den Fahrten des Kaisers zu den Kampffronten und von seinen Besuchen bei den nach schweren Kämpfen zur Rast und Erholung zurückgezogenen Teuppen. — Ritterlichseit— i crüchng Varbrachen. Hochadelbschichtn, und jetzt. Ped e### Hoflachneister auerhöcht Hontertret Wie England veutschen Edelmut erwidert. Kürzlich ging durch die Presse die Nach richt, daß die deutsche Regierung einem kriegs. gesangenen englischen Offizier auf seine Bitte gestattet habe, zum Besuch seiner sterbenskran. ken Mutter auf zwei Wochen nach England zu reisen. So sei es ihm ermöglicht worden, nock am Sterbebette seiner Mutter zu weilen und ihr die Augen zuzudrücken. Der Offizier habe sedann versucht, der Oefsentlichkeit durch die enalische Presse von diesem Alt deutscher Menschlichkeit Kenntnis zu geben, die Bekanntgabe sei aber seitens der Presse abgelehnt worden. Eine Anfrage im Parlament habe dann der Minister des Innern dahin beantwortet, daß er der Presse in der Sache keine Vorschriften gemacht habe. Immerhin entsprach das Verhalten der Presse offenbar der Zustimmung der englischen Regierung, wie folgendes englisches Gegenstück zu der ritterlichen deutschen Handlungsweise lehrt: Die Mutter eines in englischer Kriegsgezefangenschaft befindlichen Vizewachimeisters der Schutztruppe für Deutsch=Südwestafrika war unheilbar erkrankt und äußerte den Wunsch, ihren Sohn noch einmal zu sehen. Das auf diplomatischem Wege der englischen Regierung übermittelte Gesuch um einen kurzen Urlaub ist indes von dieser abschlägig beschieden worden mit der Begründung, daß der Vizewachtmeister sich noch im dienstpflichligen Alter befinde und als Saldat gefangen genommen worden sei.* England hatte also keine Neigung, sich für den Akt deutscher Ritterlichkeit durch eine gleiche Handlung erkenntlich zu zeigen. Oder war der gejangene englische Offizier vielleicht nicht dienstpflichtig? Ist er vielleicht nicht als Solhat gesangen genommen worden? Cäule und Mnister. Der Stallmeister als Neben=Zar. Wahrlich, Rußland ist ein seltsames Gebilde! Einmal berrschen die dunkelsten VerHochadelbschichtn, und jet: wrtze,#e osstaumii“„ochst Der neue erdittert ruckschrittliche Kurs im Zarenreiche sand seine Stütze vor allem in der Person des Kaiserlichen Stallmeisters Burukow, dessen Haus förmlich zu einer Nebenregie. rung geworden ist, die Minister erhebt und stürzt.: Seit der ehemals oktobristische(etwa nationalliberale) Großindustrielle Protopopon als Minister des Innern seinen liberaten Reisangesaabseschworen hat, ist er der Herr der Stockholm, 20. Febr. Die erneute entscheidende Festigung der Stellung Protopopows und Golitzins führte der von der englischen Gesandtschaft unterrichtete Utro Rossij auf Umtriebe der Hoskreise zurück, die sich um den politischen Salon des Stallmeisters Burukow sammeln. Der bekannte Gegner Englands, Bulatsel, Metropolit. Pitirim und Protopopow sind dort ständige Gäste. Damit ist die Beibehaltung des reaktionären Kurses gesichert. Auch die Verhaftung von Arbeitern in Moskau hängt mit dieser neuen Wendung in Regierungskreisen zusammen. Ferner kündigt jetzt die besonders gut unterrichtete„Nowoje Wremja“ an, daß Golitzin bei der Eröfinung der Kammer keinerlei Erklärungen abgeben wird. Dies wird jetzt als ganz unnötig angesehen.—— Die Liberalen, die den Sturz des angeblich deutschfreundlichen Reaktionärs Stürmer mit Erfolg betrieben haben, stehen diesen neuen Pseilern der altrussischen Regierungsgesinnung ohnmächtig gegenüber, und alle Drohungen fruchten nichts. Das Eiserne Erster. Solange die Welt besteht, wenigstens soweit wir über die Geschichte der Menschheit unterrichtet sind, gab es keinen Krieg, der sich an Schlachtenreichtum, an Blutverlust, an Kräfteaufwand auch nur annähernd mit dem Weltkrieg vergleichen läßt, in dessen ernsteste Phase wir mit der Erklärung des uneingeschränkten U-Bootkrieges getreten sind. Wohl gab es Kriege, die eine längere Zeitdauer hatten, aber in ihnen wurde immer nur in Zwischenräumen von langen Monaten gekämpft, während heute kaum ein Tag: kompflos verstreicht. Zu Woffer und zu Lande wird gefochten, unter der Erde, ruter dem Wasser und in der Lust. Kein Element ist kampffrei geblieben. Und was wird an Energie aufeeboten, sich gegenseitig den Platz streitig zu machen! Eine Bergkuppe wechselt viel Male den Besitzer, und jeder Wechsel fordert die blutigsten Opfer. Mit vergifteter Luft bekämpfen sich die Streiter, mit unterirdischen Minen, mit Handgranoten, mit Geschossen, die kilometerweit über die Erde sausen und einen Umsang haven, daß unter ihnen Gebäude aus Stahl und Beton zerschmettern wie Kartenhäuser und die Menschen tief in die Erde gedrückt werden, bestattet von derselben Kraft, die sie tötete. In Erdgräben und Unterständen halten die tapseren Streiter diesen von Menschenkraft ergeugten Höllen stand. Selten sagt der Engländer die Wahrheit, aber jener britische Staatsmann sagte sie, der den heutigen Krieger— das mutigste Tier der Welt nannte, gegen den der Löwe nur eine seige Bestie sei. Denn nicht einen Augenblick würde er dem Widerstand leisten, dem die Soldaten des Weltkrieges nun schon seit 30 Monaten heroisch widerstehen. Auch die Soldaten unserer Feinde kämpfen tapfer, aber bedenkt man, daß unsere Feldgrauen überall einer Uebermacht gegenüberstehen, daß an der Hölle, die die moderne Kriegsindustrie aus dem Schlachtfelde macht, im Dienste unserer Feinde die ganze Welt mitarbeitet, während wir in unserer Verleidigung ganz allein auf die eigene Kraft gestellt sind, so wird man erkennen, wie viel höher der Todesmut unserer Soldaten anzuschlag n ist als der der Gegner. Es gibt kein Lob, das hoch genug wäre für die Taten, die unsere Feldgrauen in diesem Weltkriege vollbringen. Sie kämpfen, bluten und sterben fürs Vaterland! Ihr höchster Lohn ist ein Kreuz aus Eisen, das ihnen an die Brust geheftet wird. Jeder von ihnen tat seine höchste Pflicht, jeder hat das höchste Ehrenzeichen verdient, und jeder, der eeinmal sagen darf:„Ich war auch mit dabei“— hat Anspruch auf unsere unauslöschliche Dankbarkeit. Jeder von ihnen trägt das eiserne Kreuz auf der Brust auch dann, wenn er nicht zu den Glücklichen ge hört, die es am schwarz=weißen Bande tragen dürfen. Nicht jede Heldentat kann ihren äußeren Ehrenlohn bekommen, dazu sind der Heldentaten zu viel getan. Die das Kreuz tragen, tragen es für ihre Kameraden mit. Wer in dieser furchtbaren Kriegshölle auch nur an bescheidenster Stelle seine Pflicht tat darf wissen, daß er dem Vaterlande einen Dienst leistete, der in ruhig dahingleitenden Leiten als weitleucttender gefeiert merden wäre. Mit Stolz tragen unsere Krieger das Kreuz aus Eisen, und wessen Blust das eiserne Kreuz ziert, der darf wahrlaft sich sagen, daß er vor vielin, vielen ausgezeichnet ist, daß sein Mut und seine Hingabe einen Lohn bekam, um den es sich wahrhaft lohnt, das letzte, das Leben, einzusetzen. 20000 Krieger haben sich in den langen Kriegsjahren bereits das Eiserne Erster erringen können. ziert in diesem Weltkriege nicht nur Deutsche, auch unsere tapferen Verbündeten durften sich die hohe deutsche Kriegsauszeichnung erkämpfen. Von fürstlichen Truppenführern tragen es 95, weiter 528 Generale und 7 Staatsminister beziehungsweise entsprechend hohe Beamte. Die Zahl der Offiziere, die sowohl die zweite wie die eiste Klasse des Ehrenzeichens tragen, beläuft sich auf 12747, und die Zahl derer, die dem Unteroffizierstande angehören, beträgt 2766. Von den Mannschaften tragen es 665, außerdem 377 dem Militärstande angehörende Personen. Bei den Luftstreitkräften sind 1089 Ritter der ersten Klasse, in der Marine beträgt ihre Zahl 1143. Das Sanitäts- und Veterinärkorps weist 437 auf und beim Intendanturwesen sind es 130. Auch bei der Feldgeistlichkeit besitzen 12 ivisionspfarter, 1 Marinepfarrer beide Klassen des Ehrenzeichens. Ferner tragen 4 Angehörige der Feldpost, 2 Mitglieder des Freiwilligen Automobilkorps und ein solches des Motorbootskorps das Eiserne Kreuz Erster. Nicht um schnöden Lohn kämpft der Deutsche, nicht um Orden und Ehrenzeichen; er kämpft für den Bestand seines Vaterlandes. Er kämpft gegen eine Welt von Feinden und kämpfte siegreich. Das ganze deutsche Volk ward ein Heer, und als Repräsentanten dieses Volksheeres tragen die Tapferen das hohe Ehrenzeichen des Eisernen Erster auf ihrer Brust. Leuchtende Vorbilder und Ansporner zu neuer Kampfestat im Dienst des hart angegriffenen, sich in Todesnot wehrenden Vaterlandes. Verantwortlich für die Redaktion Friedrich Kraas, Druck u. 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