De Shumum Zahms ult bol. duien:! bechumgesbiakt als Grafisbellage erscheint läglich ander seiertags. Bezogspreis M. 2.40 viertelAAhrl., dei der Post für Bestelgeld 42 Pfg, mehr. Enzeigenpreis: Die stebengespalteve Pekitzelle oder deren Raum 20. Pig., Netlamezelle 50 Plg.= Joder Raback gilt als KassenRabast und erlischt bei Konkorsen, Iwangszergleichen, gerichtlichen Klogen und Nichtbeastum dur gmactz Jasinsptedigungn. Oerbunden mit: Schwerter Tageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung Schwerter Volksblatt Welthotener Zeltung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung Amtliches Kreisblatt für den Kreis Hörde Grites und älteltes Cagesorgan des Krelles c General-Anzeiger für den Kreis Hörde a Haupt-Annoncenblatt uune unter und ichlenligsichn gungen für den Aris Hörde erlangen ge Betannimachung der Aöniglichen Repierung durch Verösentlichung in der„Schwortin Jeltung“. rechtsverdindliche Kroft.— Die „Schwerter Zeilung“ gewährt ihren Adonuenun für jeden mit Tod endenden Usfal Tetingungen 300 Mk. Unfall. Druck u. Verlag v. Corl Braus, Schwerte=Rute. Fernsp.82. Telagpr.=Adr. Braus, Schwerte=Rahs, Nr 294. Freitag, den 15, Dezember 1916. 49. Jahrgang. Die Zlievensneis und unserr.. Die große Wolacher vom Feinde gesaubert.— Forischtille auf der ganzen Froni in Rumanten. Deutsche Heeresberichte. Sroßes Hauptquartier, den 14. Dez. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Krouprinzen Rupprecht von Bayern. In einzelnen Abschnitten der Kaupffront vorübergehend starke Artilleriekämpfe. Heeresgrupp. des deutschen Kronpzinzen. Wei Le Four de Pario(in den Ergonnen) nach heftigem Vorbereitungsfener vorstobende französtsche Patrouillen wurden abgewiesen. Auf dem rechten Macoufer war nachmittags die Artillerietätigkeit gesteigert. Oktlicher Aeiesoschauplatz. Froat des Seueralseldmarschalls Priuzen Leopold von Baeen. Richts Wesentliches. Heeresspout des Sineralobersten Gryherzog Josef. En den Waldkarpathen vielsach Alctilleriefener. Im Syörgie=Sebirge und im Trotosul=Tale setzten die Russen ihre verlustreichen, aber ohne jeden Erfolg verlaufenden Angriffe fort. Balkan=Krießsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalle von Mackensen. Günstige Fortschritte auf der ganden Front trotz sehr großer Wegeschwierigkeiten. Die große Walachet füdlich der Bahn Bukarest—Ternawoda ist vom Feinde gesckubert. Mazedonische Front. Die östlich der Cerna von Serben geführten Augriffe sind unter schweren Verlusten vor der bulgarischen Stellung zusammengebrochen. Der 1. Generalquartiermeister: Ludendorff. — Abendbericht. STS Berlin, 14. dez.(Amtlich.) An der Somme lebhaftes Feuer in einzelnen Abschnitten. Vorstöße der Franzosen auf dem Ost= und WestUfer der Maas haben abends eingesetzt. In Rumänien ist die Jalomite auch von der Donau=Armee überschritten. Oesterreichischer Heeresbericht. WTB Wien, 15. Dez. Amtlich wird verlautbart vom 14. Dezember: Oestlicher Kriegsschauplatz. Frout des Seueralfeldmar von Matensen. Der Feind ist auch im Bereiche der Jalomite im Rückzuge. Auf unserer Seite neuerlicher Raumgewinn. Frout des Seueralobersten Erzheszon Josef. Die Russen greifen weiter an. Sie holten sich auch gestern überall, sowohl füdlich des ArTales als im Trotosul=Tal und westlich von Tölgyes blutige Köpfe. Ueber Cosmauesei schoß ein österreichisch= ungarischer Flieger ein feindliches Kampfflugzeug ab. Dieses überschlug sich und stürzte in einem Walde nieder. Freut des Generalseldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Beiderseits des Dujestr wuchs die russische Geschütztätigkeit. Const nichts Neues. Italienischee Kriegsschauplatz und Südöstlicher Kriegsscheuplatz. Keine besonderen Ereignisse. Der Stellvertreter des Cheso des Generalstabes: von Hoeser, Feldmarschall=Leutnant. das Vertrauen vieler erschüttern muß. Bch werde der Kammer später offiziell die genaue einstimmige Meinung der Verbündeten mitteilen. Es ist jedoch meine Pflicht, das Land schon jetzt vor einer öffentlichen Vergiftung zu warnen. Briand ermahnt dann zum äußersten Vorgehen gegenüber dem deutschen Angebot und fuhr in seiner Rede fort: Man macht uns den Vorschlag, über den Frieden zu verhandeln, während Belgien, Serbien und die französischen Gebiete besetzt sind. Mit feierlichen Worten versucht man bet unruhigem Gewissen und Herzen in den Ländern, die über so viele Tote trauern, Eindruck zu machen. Briand besprach dann einzelne Teile der Rede des Reichskanzlers und schloß mit den Worten: Ueber ein solches Dokument muß man noch nachdenken und untersuchen, was es bezweckt. Ich habe das Recht, von dieser Tribüne zu erklären, es ist ein Manöver, durch welches man versucht, die Verbündeten zu entzweien, ihr Gewissen zu beunruhigen und die Völker zu demoralisteren. Die englische Ablehnung. Reuter meldet, das deutsche Friedensaugeboi sei weiterhin der Hauptgegenstand in den Betrachtungen der englischen Presse. Im allgemeinen werde das deutsche Angebot mit Verachtung behandelt. „Daily Telegraph“ sagt: Wenn Herr Bettman darauf ausgeht, in den Vereinigten Staaten Eindruck zu erwecken, so wird er sehr enttäuscht werden. Was die Wirkung seines Vorschlages auf die Ententemächte anlange, so wird die ein zige Folge ein noch festerer Zusammenschluß der Entente sein. Alle Stimmen aus Paris, London, Rom und Petersburg betonen, daß der Frieden unserer Auffassung entsprechen muß, und daß der deutsche Vorschlag nach gemeinsamer Ueberlegung durch die Verbündeten beantwortet werden muß. Die„Times“ meinen, die öffentliche Meinung hat über die deutsche Note ein Urteil gefällt, bevor sie offiziell den Regierungen vorgelegt werden konnte. Wir glauben, daß dieses Urteil der Oeffentlichkeit endgültig und unwiderruflich in# In der ganzen Welt wird die deutsche Rote ale ein rein politisches Manöver verurteilt. Hindenburgs Stegeszuverlicht TU Berlin, 14. Dez. Der„Verl. Lokalanz." veröffentlicht eine Unterredung des Berichterstatters der„Newyork World“, Karl v. Wiegand, mit dem Generalfeldmarschall v. Hindenburg. Hindenburg sagte u. a.: Unsere militärische Lage ist günstig an allen Fronten, in Rumänien ist sie ausgezeichnet. Wir können wohl zufrieden sein mit dem abgelaufenen Jahr. Wir sind dankbar für das Vergangene, zufrieden mit dem Erreichten. Wir haben keine Angst vor dem nächsten Jahr und grämen uns nicht um die Zukunft. Zur Lage der Entente erklärte Hindenburg: Was die Ententemächte 1915 nicht erreichten, 1916 nicht fertig brachten, nämlich Deutschland zu zerschmettern, ihr lange gehegtes Ziel, soll endlich 1917 bewerkstelligt werden. Laßt sie nur kommen! Wir werden und sie werden sehen. Auf die Frage v. Wiegands, ob die 15 Alliierten das, was sie in 23 Monaten nicht fertig brachten, durch Verlängerung des Krieger erreichen werden, erwiderte Hindenburg, daß dies auch mit Hilfe der Industrie und der Finanzen Amerikas nicht lich sein würde. Der Berichterstatter fragte dann, ob der Generalfeldmarschall geneigt sei, Frieden zu machen. Von Hindenburg antwortete: Sobald wir den Ententemächten unsern Willen klar genacht haben. Auf die Frage, welches dieser Wille sei, führte Hindenburg aus, daß die vereinigten Ententemächte einsehen, daß sie Deutschland nicht zerschmettert haben, daß sie weder Deutschland noch seine Bundesgenossen je zerschmettern können, wie es seit langem geplaut war, daß die nötige Sicherheit gegeben werden muß, für den zukünftigen Schutz des deutschen Volkes und seiner Verbündeten gegen die Wiederkehr einer solchen Verschwörung,— jedoch, fügte der Feldmarschall hinzu, ich bin Soldat, und meine Pflicht ist es, Schlachten zu schlagen, wenn möglich, hinzuweisen, wo gute Friedensmöglichkeiten entstehen: aber Frieden an sich machen, das ist Aufgabe der Staatsmänner. Ueber die Verluste der Alliierten meinte der Feldmarschall: Die Entente hat vielleicht einen Gesamtverlust von 15 Millionen an Toten, Verwundeten, Kranken und Gefangenen. Unsere Verluste bleiben in den Grenzen des Erträglichen. Wir werden mit unserm Soldatenmaterial schon durch den Krieg kommen. Auf die Frage nach dem Rahrungsmittelmanzel antwortete er: Jede Gefahr eines Mangels an Nahrungsmitteln ist geschwunden. Hindenburg wies sodann auf die außergewöhnlichen Marineforderungen der amerikanischen Regierung hin. Auf die letzte Frage des Berichterstatters: Und der Friede? war des Feldmarschalls Gruß: Fragen Sie die andern. — Das deutsebe Friedensangebot Die Aufnahme der kaiserlichen Kundgebung an der Westfront. Den kämpfenden Truppen und den in Reservestellung und Ruhe befindlichen Formationen wurde die kaiserliche Kundgebung mittags um 12 Uhr zur Kenntnis gebracht. Der Eindruck war überall, soweit hier bis zur Stunde Nachrichten vorliegen, gewaltig und großartig.„Das war die größte Weihnachtsfreude, die unser Kaiser der Welt machen konnte?“ riefen die Kämpfer. Das weltgeschichtliche Ereignis, dessen Wucht den letzten Mann im feldgrauen Kriegskleide spontan packte, wurde alsbald lebhaft besprochen. Man #rns unr Beschieernen Ansichern, Te, sagte:„Frieden— das Wort ist zu schön. Ich bin in diesem Kriege Pessimist geworden“. Andere vertraten mit Lebhaftigkeit die Reinung, daß die hochherzige Darbietung der Friedenshand in diesem Augenblick, wo unsere Feinde auf allen Fronten die Hoffnung auf Sieg verloren haben, einen tiefen Eindruck auch auf die Verhetztesten unter unseren Gegnern machen müsse, und daß der Kaiser die beste Stunde zu diesem in der Weltgeschichte noch niemals dagewesenen Friedensangebot eines unbestrittenen und vor neuen unabsehbaren Erfolgen stehenden Siegers gewählt habe. Alle aber begrüßten das soldatische Schlußwort der Kundgebung und schwuren, den Feind, bis er Vernunft angenommen habe, weiter zu schlagen, wie bisher, wo er angreife und sich stelle. Die auf Reisen, Märschen und in der Stappe befindlichen Truppen erfuhren die kaiserliche Kundgebung durch Anschläge, die überall an den Bahnhöfen und Kommandanturen erschienen. Sofort bildeten sich überall vor diesen Anschlägen Gruppen. Die Soldaten zogen ihre Notizbücher heraus, um die bedeutsamen Sätze wortgetren für ihre Kameraden aufzuzeichnen. An der Größe des Gedränges und der Freude erkannten die Einwohner des besetzten Gebietes sehr schnell, daß die deutschen Heeresangehörigen vor einer herzerfreuenden Nachricht standen. Auch sie strömten daher in größerer Zahl herbei, namentlich Greise, Väter und Frauen in Trauergewändern und baten um eine Uebersetzung der Rundgebung,### i sichtlig eegeisfen anhörten. Eine alte Dame, die zwei Söhne in der französischen Armee hat, sagte laut: Wenn Kaiser Wilhelm uns endlich den Frieden bringt, dann werde ich als erste Französin auf dem Marktplatze rufen: Es lebe Kaiser Wilhelm, der der Welt den Frieden und den weinenden Müttern ihre armen Söhne wiedergab!— Viele von den Franzosen befürchten nur, daß ihre verblendeten Landsleute in Paris niemals vom kaiserlichen Erlaß erfahren werden. Briand zum Friedensangebot. Paris, 15. Dez. In der Kammer erklärte Briand anspielend auf die Rede des deutschen Reichskanzlers: Ich habe die Pflicht, mein Land vor der Vergiftung zu warnen.(Lebhafter Beifall.) Wenn ein Land sich bis zu den Zähnen bewaffnet, wenn es unter Verletzung des Völkerrechts überall Menschen aushebt, um sie zur Arbeit zu zwingen, wenn ich in einem solchen Augenblicke meinem Land nicht zuriefe: Achtung! Seid auf der Hut! so wäre ich strafbar.(Beifall, Zurufe.) Nach einer anderen Meldung aus Paris hat Ministerpräsident Briand, wie die„V. Z.“ mitteilt, in der Kammer folgende Erklärung zu dem deutschen Friedensangebot abgegeben: Sie haben die Rede Bethmann=Hollwegs gelesen. Ueber den Text, den ich nicht besitze, kann ich mich nicht auslassen. Es ist jedoch zu bezweifeln, ob diejenigen, deren Vermittelung verlangt wied, die Aufgabe wuf sich nchmen, welche Die Vorgeschichte des Friedensangebotes. Zur Vorgeschichte des Friedensangebotes vernimmt die„Nationalzeitung" von authentischer diplomatischer Seite, daß die ehemalige russische Rezierung sich unter der Bedingung, daß eine Verständigung mit den übrigen Ententemächten möglich sei, bereit erklärt hatte, sich auf einen Meinungsaustausch über eine Verhandlungsbasts einzulassen. Die weiteren Besprechungen inmitten der Regierungen der Ententeländer führten zu Differenzen, die den Sturz Stürmers zur Folge hatten. Deutschlands angebliche Friedensbedinzungen. TU Rotterdam, 15. Dez. Der vorzüglich unterrichtete Haager Korrespondent des Amsterdamer „Allgemeen Handelsblad“ schreibt über die Friedensbedingungen der Mittelmächte: Es heißt, daß die Mittelmächte die Rückgabe aller besetzten Gebiete, ausgenommen Polen und Litauen, anbieten. Polen soll selbständiges Königreich werden; über Litauen herrscht noch Uneinigkeit und Ungewißheit. Oestrreich=Ungarn soll Zugeständnisse an Rußland machen, wogegen Deutschland alle seine Kolonien zurückerhalten und Sicherheiten gegen einen möglichen Einfall eines feindlichen Heeres durch Belgien bekommen müsse.— Aus Neuyork wird gemeldet: Die Blätter erhalten zahlreiche Depeschen aus Washington, in denen mitgeteilt wird, welches die Friedensbedingungen Deutschlands seien. Diese Depeschen sind jedoch sehr widerspruchsvoll und keine kommt aus offizieller Quell Die Weihnachts=Giomen verkünden auch Ihnen ein glänzendes Geschäft, wenn auch Sie das Ihrige tun, und durch zielbewußte Reklame in der Schwerter Zeitung das Publilum auf Ihre Ware aufmerksam machen. Die Wirkung des Friedensangebotes in Frankreich. TU Basel, 15. Dez. Man drahtet den„Baseler Nachrichten" aus Paris: Donnerstag früh fand im Palais Bourbon eine Zusammenkunft der 117 nicht sozialistischen Abgeordneten statt, die der Opposition angehören. Auch etwa 40 Senatoren von der jüngst gegründeten Fraktion der nationalen Aktion des Senats. Clemenceau forderte in einer Ansprache nachdrücklichst die Fortführung des Krieges. Er erklärte, das gegenwärtige Kabinett sei zu dieser Aufgabe nicht geeignet. Die Versammlung wählte einen Ausschuß, bestehend aus den Senatoren Pichon, Jeanneny und Murat und die Kammerabgeordneten Tardieu, Maginot und Chaumet. Sie erhielten den Auftrag, die Ereignisse zu verfolgen und eine für die Opposition in beiden Kammern gemeinsame Marschroute festzulegen. Eine solche Verständigung zwischen den Mitgliedern beider Kammern ist eine neue Erscheinung im französischen Parlamentarismus. Der Eindruck in Spanien. TU Madrid, 14. Dez. Das Friedensangebet der Zentralmächte hat in Spanien ungeheuren Eindruck gemacht. Die Blätter kommentieren die Friedensnote in langen Artikeln.„Impercial“ glaubt, daß der Kampf, wenn die Vorschläge der Mittelmächte nicht angenommen werden, seinen Charakter ändern und noch viel blutiger werden wird.—„Liberal“ sieht in der Friedensnote einen geschickten Schachzug. Die Mittelmächte seien sich im Voraus über die Ablehnung ihres Angebotes klai gewesen.— Die deutsch=freundlichen spanischen Blätter wünschen die Annahme des Angebotes. Amerika zur Vermittelung bereit. TU London, 15. Dez. Der„Daily Telegraph“ vernimmt aus offiziöser Quelle aus Washington, daß das Staatsministerium die deutschen Friedensanträge noch nicht empfangen habe, jedoch zweifellos die Vermittlerrolle zwischen Deutschland und der Entente übernehmen werde, aber natürlich nicht die Absicht habe, irgendwelche Vorschläge zu machen, noch die Entente zu beraten. Hindenburg an den Reichskanzler. Zwischen Generalfeldmarschall von Hindenburg und dem Reichskanzler Dr. von Bethmann Hollweg wurden folgende Depeschen gewechselt: An Seine Exzellenz den Herrn Reichskanzler! Euere Exzellenz beglückwünsche ich zu Ihrer gestrigen Reichstagsrede. Mit großer Bewegung und großer Genugtuung habe ich sie gelesen. Suere Exzellenz haben aus Befehl S. M. mit dieser Rede die tiese sittliche Kräfteäußerung unseres deutschen Vaterlandes eingeleitet, die sich würdig anschließt und sich gründet in der Stärke des deutschen Volkes daheim und im Felde. Wir Soldaten wissen, daß es für uns gerade in diesem Augenblicke keine höhere und heiligere Pflicht gibt, als den Sieg mit äußerster Tatkraft weiter zu verfolgen und für Kasser und Vaterland zu leben und zu sterben. (gez.) von Hindenburg. An Seine Exzellenz Generalfeldmarschall von Hindenburg! Euere Exzellenz danke ich aufrichtig für den mich tief bewegenden Glückwunsch zu meiner gestrigen Rede. In den Worten des Mannes, dem unser Kaiserlicher Herr das deutsche Schwert anvertraute und der es mit sieghafter Kraft führt, vernehme ich die Stimme unseres deutschen Volksheeres. Seine Taten zu Lande und zu Wasser haben die Bahnen freigemacht für den hochherzigzen Entschluß, den Seine Majestät der Kaiser mit seinen hohen Verbündeten gestern ausgeführt hat. Die todesmutige Pflichttreue und die unerschütterliche Tapferkeit der Männer, die für Deutschland fechten, bürgen uns dafür, daß wir, wenn es unseren Feinden heute noch nicht gefällt, dem Kriege ein Ende zu machen, unserem Vaterlande erst recht einen starken und dauerhaften Frieden erkämpfen werden. (gez.) von Bethmann Hollweg. —0 Der Krieg mit Frankreich. Joffres Rücktritt. WTB Genf, 14. Dez. Aus Paris wird gemeldet: Der Präsident der Republik unterzeichnete auf Grund des Berichtes des Kriegsministers zwei Erlasse. Der erste lautet: General Joffre, Oberbefehlshaber der französischen Armee, übernimmt bei der Regierung die Rolle eines fachmännischen Beraters betreffend die Kriegsleitung. Der zweite Erlaß lautet: Die Oberbefehlshaber der Nord=, Nordost= und Orientarmee üben jeder bezüglich der Leitung der Operationen ihre Macht aus, ohne den Bedingungen unterworfen zu sein, welche im Erlaß vom 28. Oktober 1913 über die Vorschriften betreffend die Führung großer Einheiten und im Erlaß vom 2. Dezember 1913 über die Vorschriften betreffend den Dienst im Felde, vorgesehen find. Die französische Opposttion. Briand beabsichtigt, wie die Pariser Blätter melden, das selbst umgestaltete Kabinett ohne Programmrede dem Parlament vorzustellen, um sein weiteres Verhalten von dem der Opposition abhängig zu machen. Die 160 Abgeordneten, die sich in der vorigen Woche gegen die Regierung zusammenfanden, beschlossen, in ihrer Haltung zu verharren. Diese Oppositionspartei hat sich mit der 40 Mitglieder zählenden sogenannten nationalistischen Gruppe Senatoren ins Einvernehmen gesetzt, so daß Briand bei der Vorstellung seines umgestellten Kabinetts im Senat ähnlichen Angriffen wie in der Kammer ausgesetzt sein wird. Ueberführung aller deutschen Kriegsgesangenen nach dem europäischen Frankreich. Der deutschen Regierung war es im Sommer 1915 gelungen, bei der französischen Regierung die Rückführung der in Dahomey internierten Deutschen zunächst nach Nordafrika durchzusetzen. Im Herbst 1916 wurden bei der Räumung Nordafrikas von allen deutschen Kriegsgefangenen und Zivilinternierten auch die Dahomey=Deutschen nach dem europäischen Frankreich überführt. Nunmehr hat sich die französische Regierung endlich entschlossen, auch die übrigen, noch in außercuropäischen französischen Besitzungen zurückgehaltenen deutschen und österreichisch=ungarischen Kriegsgefangenen und Zivilinternierten nach Frankreich zu bringen. Hiernach werden auch die bisher in Madagaskar, Indochina, Martinique usw. internierten Deutschen in nächster Zeit in eintreffen. Im ganzen kommen 126 Personen in Frage.(Amtlich. WTV.) Oe Der Krieg mit Italien. Auch die italienische Regierung will sich umbilden. Die Pariser Korrespondenten der ikalienischen Blätter bestätigen, daß das Resultat der Beratungen des Geheimkomitees die Schaffung eines Direktoriums zwecks Oberleitung des Krieges nach dem Vorbilde Lloyd Georzes sei. So erklärt beispielsweise der„Corriere della Sera“, daß es ein Glück für alle sei, daß Lloyd gegenwärtig einen chemischen Prozeß hervorgerusen habe, welcher die allgemeine politische Lage eigentümlich kläre. Das englische Direktorium müsse schnellstens mehrere schwere Fragen lösen. Deutschlands Riesenanstrengungen hätten England schwer getroffen, umsomehr als die deutsche Kraftentfaltung ungemein größer sei, als man vorausgesetzt habe. Frankreich folge dem englischen Verjüngungsprozesse, dem sich Italien nicht entziehen werde. Damit deutet das Blatt das bereits gemeldete Gerücht vom Rücktritt Cardonas an. Ferner meldet es, die Bewaffnung aller italienischen Handelsschiffe stehe bevor. Der Krieg mit Ruwänien. Rücktritt des rumänischen Kabinetts. TU Genf, 15. Dez. Die Pariser Ausgabe des „New York Herald“ meldet aus Jassy, daß alle rumänischen Minister dem Ministerpräsidenten Bratianu, der sich im Großen Hauptquartier befindet, ihr Rücktrittsgesuch übermittelt haben. Es stehe indes fest, daß Bratianu selbst auf seinem Posten bleiben werde. Der Siegeslauf in Rumänien. bb Die„Köln. Volksztg.“ meldet aus Sofia: Der Angriff in Rumänien nimmt weiter einen günstigen Verlauf; auf dem Vormarsche fallen den Verbündeten täglich tausende demoralisierter Russen und Rumänen in die Hände. In Bukarest herrscht vollständige Ruhe, die Stadt gewinnt allmählich das gewohnte Aussehen wieder. Verwundete Soldaten werden mit der größten Liebeswürdigkeit behandelt. Der Direktor der rumänischen Staatsbahnen meldete sich bei Mackensen mit der Bitte, ihn mit seinem gesamten rumänischen Personal in Dienst zu stellen. Das verschärfte englische Vorgehen gegen die Neutralen. Die Verschärfung des englischen Vorgehens gegen die Neutralen wird in der schwedischen Presse im Zusammenhang mit der Zusammensetzung des neuen englischen Ministeriums ziemlich allgemein verurteilt, sogar die ententefreundliche „Dagens Nyheter“ erklären in einem Leitartikel, es ist überaus wahrscheinlich, daß die skandinavischen Länder samt und sonders erfahren werden, was es heißt, daß jetzt Edward Carson Marineminister ist. In seinem Amt wird ein gut Teil ihrer Geschicke entschieden und die Neutralen wissen ungefähr, was es für sie bedeutet, wenn eine verschärfte Kriegführung angeordnet wird. „Nya Daglight Allehanda“ greift einen Vorschlag der norwegischen Zeitung„Morgenbladet“ auf, nach dem die seefahrenden Neutralen sich zusammenschließen sollten, um gemeinsam den englischen Bedarf an Schiffsraum auszunutzen und dadurch eine rücksichtsvollere Behandlung herbeizuführen. Er meint, zweifellos ist für die Neutrar len der Zeitpunkt gekommen, mit Aussicht auf Erfolg ihr Recht zu wahren. England muß seine Truppenkontingente an einzelnen Fronten bedeutend erhöhen und dabei einen noch größeren Teil seiner stark verminderten Handelsflotte in Anspruch nehmen. Für seine Einfuhr wird es also mehr als je auf die Schiffahrt der Neutralen angewiesen sein. — Die portugiesische Niederlage in Afrika. Aus Lissabon wird amtlich gemeldet: Die Deutschen eröffneten auf dem linken(?) Novuma=Ufer Artilleriefener. Sie besetzten die Stellung Nangadi, die die Portugiesen unter guter Ordnung und ohne Verluste geräumt hatten. Der„Temps“ kommentiert diese Meldung solgendermaßen: Anscheinend zogen die Deutschen in Ostafrika Kräfte zusammen, um die von Mozambique ausgehende partugiesische Offensive zum Stehen zu bringen. Das 16 Kilometer südlich vom Grenzflusse Novuma liegende Fort Newala haben die Deutschen bereits zurückerobert. Die Besatzung, die sich auf das Südufer des Rovuma nach Rangadi hatte zurückziehen können, mußte nun infolge der von den Deutschen eauf portugiesisches Gebiet getragenen Offensive auch diese Stellung räumen.(WTB.) * Die in vorstehender Meldung erwähnte vortugiesische Stellung von Nangadi liegt etwa 10 Kilometer südlich des Novuma auf portugiesischem Gebiet, also auf dem rechten Rovuma=Ufer. Von ihr ging die seinerzeit mit so großem Geschrei angekündigte portugiesische Offensive gegen den Süden Deutsch=Ostafrikas aus. Nangadi liegt übrigens nicht etwa direkt südlich von Newala, dem Ort der ersten gemeldeten portugiesischen Niederlage, sondern etwa 75 Kilometer östlich davon, nach der Küste des Indischen Ozeans zu. Der deutsche Gegenstoß gegen Portugiesisch=Ostafrika scheint also einen weit größeren Raum zu umfassen, als die portugiesische amtliche Meldung zugeben möchte. Gerüchte über Japans Stellung zur Entente. Unter Vorbehalt meldet der„Baseler Anzeiger":„Aus privater, bisher stets wohl unterrichtet gewesener Quelle wird mitgeteilt, daß Japan im Begriffe stehe, sich von der Entente loszusagen. Der Grund soll darin liegen, daß die Entente sich geweigert habe, bestimmte Forderungen Japans zu erfüllen, während umgekehrt Unterhandlungen mit Deutschland rasch zum Ziele geführt hätten. Der letzte Ministerwechsel in Japan und der Amstand, daß die japanischen Munitionslieferungen nach Rußland aufgehört haben und gewisse andere außerhalb des Krieges liegende Tatsachen lassen die Meldung nicht unwahrscheinlich erscheinen“. Die Lage in Eriecbenland Ein Ultimatum an Griechenland. WTB Bern, 14. Dez.„Corriere della Sera“ meldet aus Athen: Die Abreise der Alliierten von Patras wurde verschoben. Auch die in Athen wohnenden Italiener werden nicht abfahren. Ein Utimatum der Entente wird heute abend oder morgen vormittag der griechischen Regierung übergeben werden. Man glaubt, daß es annehmbar ist. Trotz der Blockade sind 2 Dampfer und 4 Segler mit besonderer Erlaubnis aus dem Piräus ausgefahren. Auch der Verkehr der Postdampfer wurde gestattet. Die griechische Regierung versichert, die kürzlich zu den Waffen berufenen Reservisten entlassen zu haben. Iutia. Roman von Willy Scharlau. 34 Als die beiden von einder Abschied nahmen, wußte sie, daß sie Freunde für das Leben geworden. Trotz der Verschiedenheit in Stand, Aeußerem, in Charakter und Wesen, fanden sie sich in dem einen Streben nach Höherem, in dem Kampf um ihr Recht. „Noch eins,“ rief Grete der Freundin nach, welche schon die Tür in der Hand hatte.„Sie müssen lernen Straßenbahn fahren. Jawohl!" denken Sie, daß Sie für die eine Droschkenfahrt eine halbe Mathematikstunde haben. Von der Stromstraße haben Sie direkte Verbindung bis nach Haus. Nochmals adien!“ Jutta merkte wohl, daß mehr darin lag als die bloße Mahnung, Pferdebahn zu fahren. Sie sollte die Komtesse beiseite lassen,— Jutta Hilarhof würde das Examen bestehen.— Und sie fuhr mit der Straßenbahn. Als Jutta ihr Zimmer betrat, meldete Anna ihr, daß Gräfin Ernestine sie so bald als möglich zu sprechen wünsche. Sie beeilte sich, dem Wunsche der Taute nachzukommen, legte schnell ab und ging sofort zu der alten Dame, welche sie an ihrem Schreibtisch sitzend fand. „Guten Tag, mein Kind!“ erwiderte die Tante den freundlichen Gruß der Nichte. Damit setzte sie sich in Positur, wie sie es steis zu tun pflegte, wenn sie jemand zu imponieren suchte. Sie lehnte sich hintenüber und zog den Kopf etwas zurück, so daß das Doppelkinn zum Vorschein kam. Ein mühsam angelernter hochmütiger Zug zeigte sich dann auf threm runden Gesicht. Sie legte die Hände mit den Fingerspitzen zusammen auf den Schoß, nachdem sie das Kleid glatt gestrichen hatte. Das hieß immer: So!— unn mache Dich auf alles gefaßt!— „Ich habe vorhin einen Brief von Bodo be„kommen,' begann sie.„Er drückt in dem Schreiben den ganz bestimmten Wunsch aus, wir möchten morgen früh die Reise nach Hilarhof antreten. Er habe außerordentlich Wichtiges mir uns zu verhaudeln. Außerordentlich Wichtiges, hörst Du?“ „Ichhöre sehr wohl, Tante. Ich wundere mich nur, daß Bodo zu diesem Zwecke nicht hierher kommt. Er hätte Dir die anstreugende Fahrt nicht zumuten sollen. Sehr rücksichtsvoll kann ich das nicht finden.“ Tante Ernestine wurde schon etwas aus ihrer hoheitsvollen Position gedrängt. Jutta dachte zuerst an sie, nicht an sich. Sie wies auf einen Stuhl neben sich und erwiderte, als Jutta von der Erlaubnis, sich zu setzen, Gebrauch gemacht hatte: „Er muß wohl seine besonderen Gründe haben, jedenfalls schwerwiegender Art. Uebrigens können wir zurzeit kaum besseres tun, als nach Hilarhof zu fahren. Aus einer Reise, wie sonst, kann nichts werden. Du weißt ja, wie die Verhältnisse sich geändert haben. Jedeufals kann ein längerer Aufenthalt auf dem Lande uns beiden nur gut tun.“ „Längerer Aufenthalt auf dem Lande? Das geht ja gar nicht, Tante.“ In ihrer Bestürzung, alle soeben entworfenen Pläne durchkrenzt zu sehen, verlor Jntta für einen Augenblick die Ruhe. Sie sagte es, ohne an die Folgen zu denken. „So so!" sagte dann auch die Dame, welche des Mädchens Bestürzung wohl bemerkte, und jofort in die fast schon aufgegebene Posttion zurücktrat, „es geht nicht?— ja, meine Liebe, darf ich vielleicht fragen, weshalb es denn nicht gehl? Ich meine, das väterliche Gut ist doch der beste Aufenthalt für die Frauen der Familie.“ „O gewiß, Tautchen," suchte Jutta zu beschwichtigen.„Es entfuhr mir das nur so in— der Ueberraschung. Selbstredend hast Du zu bestimmen.“ „Davon wollen wir einmal ganz absehen, Kind. Sollte Bodo wirklich recht unterrichtet sein. Er schreibt da folgenden Satz: Sie nahm einen Brief vom Schreibtisch und suchte nach der fraglichen Stelle. Dannlas sie:„Außerdem kann es für Jutta nur vorteilhaft sein, daß sie hier in Hilarhof mur standesgemäße Gesellschaft findet. Sie muß hier schon auf den von ihr in Berlin bevorzugten Umgang mit einer Familie Stahl und einem gewissen Fräulein Hartmann verzichten. Den Verkehr aber, den meine Schwester mit derartigen Leuten pflegt, kann ich unter keinen Umständen gutheißen. Ich autorisiere Dich ganz ausdrücklich, ihr diesen meinen Willen mitzuteilen.“ Jutta war blaß geworden, um ihre Lippen zuckte es, aus ihren Augen sprühte das Feuer hellen Zornes, aber sie beherrschte sich der Taute gegenüber. „Wie ich Bodos Handlungsweise finde, werde ich in Deiner Gegenwart nicht sagen. Schön ist spionieren nicht. Aber ihm werde ich es sagen, was ich denke. Ganz offen. Ich bin kein Kind, und ich spreche ihm jedes Recht ab, mich am Gängelbande führen zu wollen.“ Jutta stand auf und richtete sich zu ihrer ganzeu Höhe empor. „Ich könnte ja einfach zu Dir sagen: Bitte, fahre allein! Aber ich weiß, was ich Dir schulde. Auch liegt mir daran, mich mit dem Herrn von Hilarhof auseinanderzusetzen. Ich will keine Unklarheit mehr zwischen thm und mir.“ „Was soll das bedeuten? Nach Deinen Aeußerungen muß ich annehmen, daß Bodo Recht hat mit dem, was er schreibt. Ich hielt das bisher nur für Vermutungen; ich dachte, er schriebe im allgemeinen, wie man so von Schulz und Müller schreibt. Aber=setzt muß ich Dir doch auch sagen, daß derartige— Menschen, welche so eigentümliche Namen haben, sich auf die Dauer nicht zum Umgange für unsereins eignen. Wie kommst Du nur dazu? Ich fürchte, ich bin sehr schwach gewesen, Dir so viel Selbständigkeit zu lassen.“ Trotz ihrer Erregung mußle Jntta lächeln. Als ob es darauf angekommen wäre. Die gute, kleine Taute! Sie beachtete auch deren Frage gar nicht. Wunsche, der einem Befehl sehr ähnlich sieht? Dahinter steckt mehr.“ „Doch wohl nicht. Er will sich mit uns beiden auseinandersetzen, was mir denn doch in jeder Beziehung lieb ist. Und dann bietet er nns Aufenthalt in Hilarhof auf so lange wir wollen. Das ist alles.“ Jutta machte eine Bewegung mit dem Kopfe. welche besagte: Das glaube, wer wolle. Aber sie behielt für sich, was sie dachte, und erwiderte der Tante:„Du hast zu bestimmen. Wenn Du morgen fahren willst, ich werde bereit sein.“ „Gut! Ich habe schon befohlen, daß gepackt wird. Es ist mir natürlich etwas überraschend gekommen, aber ich habe mich darein gefunden. Ich sehe ein, daß es richtig ist. Bitte, triff also Deine Vorbereitungen. Nachher werden wir ja wohl noch Zeit und Gelegenheit finden, uns über diese— Menschen mit den— eigentümlichen Namen auszusprechen.“ Jutta wurde blutrot. Sie suchte nach Worten, mit denen sie alles, was im Schlußsatz der Tante lag, zurückweisen könne. Sie fand sie im Angenblick nicht. Die Taute sah den Kampf auf dem Gesicht des Mädchens. aber sie begriff nicht, was das zu bedeuten habe. Sie schüttelte verwundert den Kopf. Jutta war ihr schon längst ein Rätsel geworden. Das junge Mädchen war auf das tiefste verletzt, und nur leise, mit zitternder, aber doch harter Stimme vermochte es zu sprechen. „Taute, ich bitte Dich dringend, sprich nicht in diesem Tone von Menschen, die ich hochschätze und verehre, ich bitte Dich, beleidige mich nicht, indem Du sie beleidigst. Sie sind von der Art, wie ich sie in Hilarhof schwerlich finden werde. Ich werfemich nicht fort, dazu kennst Du mich wohl gut genn Wenn Du wünscht, Tante Ernestine, mit mir n.3c ferner über diese meine Freunde zu sprechen, tne es bitte nicht in diesem Tone. Das Gespräch winlde unnöglich werden." 224.16 König Peler behlagt sich. Die„Frkf. Ztg.“ meldet aus Budapest: Nach dem Sosioter„Utro“ erklärte König Peter gegenüber dem italienischen Kammerdeputierten Casolatta über Serbiens Irreführung, Serbien hätte im Jahre 1914 dem österreichisch=ungarischen Ultimatum willfahren, wenn nicht Rußland mit der Versicherung, seine Heere würden die Monarchie binden, die serbischen Armeen kämen nur als letzte Reserve in Verwendung, in den Krieg gedrängt hätte. Der Vierverband habe von vornherein die Kriegführung bis 11917, dem Zeitxunkt zu dem Ausbau der russischen Bahnen und der Reorganisierung der durch den Balkankrieg geschwächten serbischen Armee, hinziehen wollen. Der schwerste Moment meines Lebens war, so erklärte König Peter, als die Entente uns aufforderte den Anschluß Bulgariens durch die Abtretung Mazedoniens zu erkaufen. Trotzdem unsere Bedenken mit der Versicherung abgeschwächt wurden, Serbien erhalte nach dem Krieg jeden Tritt Boden wieder, wollten wir schon damals nicht recht daran glauben. Seither haben wir uns davon überzeugt, daß der Vierverband Serbien bloß mit leeren Versprechungen hinhält. Die Zukunft wird Licht werfen lauf den Betrug des kleinen schwachen Serbiens durch die großen Vierverbandsstaaten, besonders England. —00 Aus Stadt und Umgebung. Rückblicke auf den Weltkrieg. 15. Dezember 1915. Neutrale Zone zwischen Bulgarien und Griechenland; Bulgariens Protest gegen Dumdum=Geschosse. Im Westen herrschte lebhafte Artillerie= und Fliegertätigkeit; Leutnant Immelmann brachte das siebente feindliche Flugzeug zum Absturz.— Im Osten wurden die Russen, die sich nördlich des Driswjatysees bis in die deutschen Stellungen vorgewagt hatten, zurückgeworfen, auch in der Gegend der Beresina=Mündung brach ein russischer Vorstoß zusammen. Auf dem Balkan wurde der Feind von den Oesterreichern in die Taraschlucht hinabgeworfen, die Höhen zwischen Rozaj und Berane wurden unter heftigen Kämpfen genommen. Die bulgarische Regierung machte Griechenland den Vorschlag, um Zwischenfälle zwischen den bulgarischen Vorposten und den griechischen Grenzwachen zu vermeiden, eine neutrale Zone einzurichten; Griechenland nahm den Vorschlag an und gab den Befehl, sich mit den bulgarischen Offizieren ins Einvernehmen zu setzen. Einen geharnischten Protest erließ die bulgarische Note gegen die barbarische Kriegsführung der Engländer und Franzosen und den noch immer stattfindenden Gebrauch von Dumdum=Geschossen, was auf Franzosen und Engländer höchst geringen Eindruck machte. **(Zur Brotstreckung.) Das Kriegsministerium gibt bekannt:„Eine Aeußerung des Vorstandsmitgliedes des Kriegsernährungsamtes, Generalsekretär Stegerwald, über die Brotstreckung ist in einigen Zeitungen irrtümlich wiedergegeben worden. Er hat in einer Versammlung in Recklinghausen kürzlich gesagt, daß wegen der mangelhaften Kartoffelernte etwa vom 1. Januar ab anstelle der Trockenkartoffeln die Brotstreckung anderweit, entweder durch Zusatz von Gerstenmehl oder durch noch schärfere Ausmahlung des Brotgetreides, also Verringerung der Kleiemengen, erfolgen würde, wie das schon einige Kommunalverbände getan hätten. Die Entscheidung, welcher der beiden Wege gewählt wird, soll in den nächsten Tagen erfolgen. Wahrscheinlich wird, um die Versorgung der Landwirtschaft mit Kleie nicht zu gefährden, hauptsächlich mit Gerstenmehl gestreckt werden, was nach den angestellten Proben ein vortreffliches Brot abgibt“. **(Auszeichnungen.) Dem Rangiermeister Heinrich Tillmann, Weichensteller 1. Klasse Karl Herfurt, Bahnsteigschaffner Fritz Ebbinghaus und den Schaffnern Engelbert Aßhoff und Friedrich Froendt ist das Erinnerungszeichen für 25jährige Dienstzeit verliehen worden. **(Der evang. Frauenverein) veranstaltet am Sonntag um 4 Uhr im Gemeindehause schon seine Weihnachtsfeier und zwar gemeinschaftlich für die in seiner Pflege stehenden Frauen und für die Kinder des von ihm als jüngstem Zweige seiner Tätigkeit ins Leben gerufenen Kinderheims, in welchem etwa 40 Kinder derjenigen Frauen, welche in diesen schweren Zeiten drauarbeiten müssen, liebevolle Pflegs von der in den Diensten der evangel. Frauenhülfe stehenden Schwester Luise Solbrig aus Soest empfangen. Dieser stehen eine Gehülfin und 20 junge Damen unserer Gemeinden als freiwillige Helserinnen, je 2 abwechselnd an jedem Nachmittag zur Seite, die auch die Anfertigung der Schularbeiten überwachen.— Die Rickelwerke überwiesen dem Verein für das neue Kinderheim einen Beitrag von 300 Mark. **(Fleisch=Verteilung.) Am Samstag werden in den hiesigen Metzgereien auf den Kopf der Bevölkerung 125 Gramm Fleisch ausgegeben, für Kinder unter 6 Jahren 75 Gramm. Das Publikum wird dringend ersucht, die in der heutigen Bekanntmachung angegebenen Stunden, genau einzuhalten, damit die Geschäfte, auch schon der Lichtersparnis wegen, pünktlich um 6 Uhr geschlossen werden können. **(Der diesjährige Weihnachtspaketverkehr.) Der Weihnachtspaketverkehr stellt die Post in diesem Jahre vor eine besonders schwierige Aufgabe. Der Mangel an männlichen Kräften läßt sich wohl zum großen Teil durch Frauen ausgleichen. Woran es aber noch mehr fehlt, das sind die Mittel zur Beförderung der vielen Pakete. Pferde und Kraftwagen sind knapp. Die Eisenbahn hat ihren Personenzugverkehr eingeschränkt. Damit hat sich auch die Zahl der zur Verfügung stehenden Bahnposten verringert. In gewohnter Weise sucht die Post auch in diesem Jahre alles mögliche zu leisten, um dem vermehrten Andrang nach Möglichkeit gerecht zu werden. Es ist aber begreiflich, wenn die Beförderung der Pakete jetzt nicht immer so schnell vor sich gehen kann, wie zu Friedenszeiten. Die Absender müssen unter Umständen mit einer etwas längeren Beförderungsdauer rechnen. Noch mehr als in früheren Jahren gilt deshalb die Mahnung, die Weihnachtspakete so früh als irgend möglich abzuschicken. **(Die Urlaubsfrage unserer Soldaten.) Auf Wunsch von Soldaten hatte sich der Reichstagsabgeordnete Marquart an das Kriegsministerium mit der Bitte gewandt, daß bei Gewährung eines auskömmlichen Urlaubs die Reisedauer aus dem Felde in die Heimat nicht mit eingerechnet werden möge. Auf die Eingabe antwortete der Kriegsminister v. Stein u. a., daß grundsätzlich anlzestrebt werden muß, jedem Mann innerhalb eines Jahres mindestens einmal ausreichend Urlaub zu erteilen und dabei die Reisedauer nicht anzurechnen. (Preissturz in Räucherfischen.) Man schreibt uns aus Kiel: Die Institution des Reichskommissars für die Fischversorgung, die SchleswigHolsteinsche Fischhandelsgesellschaft und das Verbot der Fischauktionen haben hier mit einem Schlage eine Wandlung in der Preisbildung für Räucherfische zuwege gebracht. Das Hauptverdienst an dem Preissturz für Räucherwaren wird bis jetzt der Schleswig=Holsteinischen FischhandelsGesellschaft zugeschrieben, an welche alle gesangenen Fische abzuliefern sind. Ein guter Kieler Bückling kostete bereits 70 Pfg. Man traut seinen Augen nicht, wenn man jetzt acht oder neun Bücklinge in verschiedenen Läden mit einem Kleinhandelspreis von 40 Pfg. ausgezeichnet sieht, d. h. zusammen 40 Pfg. Bekanntlich werden Räucherwaren jetzt nach Gewicht und nicht mehr nach der Stückzahl verkauft; in Kiel sind zurzeit Bücklinge zu kaufen, deren Preis für ein Pfund dem amtlich festgesetzten Pfundpreis von 1,50 Mk. entspricht, insolgedessen der einzelne Näucherfisch etwa 5 Pfg. kostet. Kiel erbringt zurzeit den Beweis, daß Näucherfische zu Friedenspreisen verkauft werden können, wenn einer der maßgebenden Faktoren funktioniert. * Bochum, 13. Dezember.(Jugendliche Straßenräuber.) Das Schwurgericht verurteilte die Bergleute Friedrich Brinkmann von Höntrop und Ernst Winkler von Weitmar zu 6 bezw. 6½ Jahren Zuchthaus. Die erst 19 Jahre alten Burschen, wegen schwerer Einbruchsdiebstähle und Straßenraub schon schwer vorbestraft, hatten sich mit zwei Mädchen zusammengetan, die einen Mann nachts in eine dunkle Straße lockten, wo er von den beiden Angeklagten überfallen, durch Messerstiche schwer verletzt und beraubt wurde. Kaltlächelnd, ohne Neue, nahmen die Burschen, die die Straße lange unsicher gemacht haten, das Arteit an. Verantwortlich für die Redaktion Friedrich Kraas, Druck u. Verlag von Caal Vraus, beide in Schwerte, Bekanntmachung. Der Verhaus von Fleisch findet in dieser Woche in den hiesigen Metzgergeschäften am Sonnabend, den 16. Dezember 1916 stalt und zwar: Für Eingesessene mit dem Familiennamen M—3 von 8—12 Uhr, mit dem Familiennamen 2—L von 1½— 6 Uhr. 4664 Die auf den Kopf der Bevölkerung entfallende Menge Fleisch beträgt für Erwachsene und Kinder über 6 Jahre 125 Gramm, für Kinder unter 6 Jahren 75 Gramm. Schwerste, den 15. Dezember 1916. Der Magistraf: Rohrmann. Bekannimachzung. Die enklastete Amtskassenrechnung für das Jahr 1915, liegt vom 16. d. Mts an 14) Tage lang in meinem Geschäftszimmer, Amishaus. Zimmer 3, für die Amtseingesessenen zur Einsicht offen. 4569 Wellinghofen, 13. Dez 1916. Der Amtmann: Hartung. Favorit Modenalbum 80 S, Favortt Jugend-Album 69.30 Pavorit Handarb.-Alb. 60 S, 1! Favorit Schnittmuster bi# Alleinverkauf für Schwerte: Kaufhaus OTTO MARK — Ostenstrasse 20.— Habe eine hochtragende und ein Pferd zu verkaufen. 4563 Landwirt Henze, Solgen. rur k Ur! 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Die Mitglieder werden hierdurch ersucht, an den unten bezeichneten Tagen mit ihrem Lebensmittelausweis und Mitgliedsbuch in der Abgabestelle, in der bisher der Warenbedarf gedeckt worden ist, zwecks Entgegennahme einer Ausweiskarte sich einzufinden. Diese Karte dient künftig einem wichtigen Zweck und wird alles Nähere in der Abzabestelle bei Ausgabe der Karten bekanntgegeben. Um die Ausgabe der Karten zu erleichtern, wollen die Mitglieder mit dem Ansangsbuchstaven A—G am Montag, den 18. d. M., H—M am Dienslag, den 19. d. M., N—2 am Millwoch, den 20. d. M. erscheinen. Die Mitglieder, die in den in der Stadt Dortmund, einschließlich Eving, Dorstfeld und Huckarde gelegenen Abgabestellen ihren Warenbedarf decken, die Ausweiskarte aber noch nicht erhalten haben, wollen sich unverzüglich zu diesem Zweck in der Abgabestelle einfinden. Nur gegen diese Ausweiskarten werden in der nächsten Woche bestimmte Waren verteilt. 4570 Schneithester in allen Systemen vorrätig in der Buchhandlung Carl Braus Schwerte(Nuhr) Große Murkstraße 3—5. Der Vorstand. Jede Nummer von Meyers Volksbucher Kostet nur 10 vorrätig in der Bucbbaudlung Larl Braus Schwerte(Nuhr), Sroße Amnstraße 3445, * + — 2 8. S S 9 2. F e S es reich, Belgien, Japan, England, Nordfrankreich, Indien, Afrika und Amerika. Wir wollen, daß Deutschland siegt, weil die Deutschen so tapfer und brav kämpfen.“ Ein 12 jähriger Knabe schreibt:„Es ist Krieg zwischen England, Frankreich, Deutschland, Italien. Ich wünsche, daß die Deutschen siegen, weil sie solche Helden sind.“ Ein Mädchen zeigt sich von der neutralen Friedensrichtung beeinflußt und erklärt mit einer großartigen Geste:„Deutschland, Belgien, Frankreich, Italien, Rußland, England— ich wünsche, daß alle diese Länder siegen möchten!“ Ein Knabe macht sich lustig über die Alliierten:„Deutschland gewinnt noch durch seine Bundesgenossen, denn sie alle haben so viele große Kanonen und starke Festungen, die von den Deutschen verwendet werden. Die Engländer rasen, denn sie wollten Deutschland vernichten, aber das gelingt ihnen ebensowenig, wie es den Franzosen auch nicht gelang, im April in Berlin zu sein.“ Ein anderer Knabe schreibt kurz und kernig:„Ich wünsche, daß Deutschland siegt, denn dort wohnt mein Onkel.“ Ein 11 jähriger begründet seine Zuversicht in den Sieg der deutschen Waffen in folgender eigenartiger Weise:„Ich möchte am liebsten, daß Deutschland siegt. Denn es kennt seine Landkarte so gut. Darum siegte es auch 1870. Die Franzosen begreifen kein bißchen von der Geographie. Sie wußten nicht einmal, ob sie im eigenen Lande oder in Deutschland waren. Deshalb glaube ich, duß die Deutschen auch jetzt wieder siegen werden.“ Allerlei „O du lieber Augustin“— ein Pestlied. Wer kennt nicht das Liedchen:„O du lieber Augustin, alles ist hin?“ Wer aber weiß, aus wie seltsamem Anlaß, in welch grausigem Zusammenhang dieser tragikomische Sang entstand? Richard von Kralik erinnert daran in einer trefflichen, in der„Oesterreichischen Bibliothek“ des Insel=Verlages erschienenen Auswahl aus den Werken des Abraham a Sancta Clara, die den Wiener Predigermönch mit Recht als den klassischen Vertreter der deutschen Barock=Kultur darstellt und unter uns heimisch machen möchte. Ter„liebe Augustin“ war ein bekannter Spielmann in Wien, der auch in dem furchtbaren Pestjahr 1679 seinen Humor nicht verlor, und dessen unerschütterliche, über alles Elend triumphierende Lustigkeit in dem toll ironischen Liedlein unsterblich fortlebt. Abraham erzählt von ihm die folgende Geschichte: Der liebe Augustin ließ auch in den Tagen des„großen Sterbens“, da in Wien alle Gassen voll Pestleichen lagen, nicht von seiner Gewohnheit, sich täglich tüch ig vollzuzechen, und lag eines Abends betrunken auf der Straße. Die Totengräber hielten ihn für einen eben Verschiedenen, legten ihn auf ihren Wagen und warfen ihn mit den übrigen Toten in die Gruben. Da lag er nun unter den Opfern der Pest die ganze Nacht. Als er aber des anderen Tages nüchtern erwachte, konnte er gar nicht begreifen, wo und in was für einer Gesellschaft er sich befände. Zum Glück hing ihm die Sackpfeise noch am Gürtel. Auf dieser fing er zu spielen an und lockte dadurch Leute herbei, die ihn nicht ohne Verwunderung herauszogen. Auf diesen Anlaß ist wohl das Lied zurückzuführen. Genauer und mit Namensnennung des Augustin schildert die gleiche Begebenheit Konstantin Feig in seinem 1694 erschienenen, die Türkenkriege beschreibenden Werk „Wunderbarer Adlerschwung". Seehunde im Süßwasser. Wie die„Fischerei=Zeitung" mitteilt, haben sich an der deutschen Küste in den letzten Jahren die Seehunde zum Schrecken der Fischer stark vermehrt. Sie scheinen neuerdings besonders zudringlich zu werden und haben sich sogar in die Haffs verirrt. Vor kurzem wurde im Frischen Haff an der Pregelmündung ein Seehund geschossen. Im vorigen Jahre war sogar in der Weichsel bei Dirschau ein Seehund durch das Vrükenwachkkommando getötet worden. 3 unst ahne issen Der Film im Klavierunterricht. Die hohe Bedeutung und Verwendungsfähigkeit der Photographie zur Verbesserung und Erleichterung des Klavierunterrichtes hat, wie in der Zeitschrift„Photographie für Alle“ ausgeführt wird, die Aufmerksamkeit der beteiligten Kreise auf den Kinematographen als musikalisches Unterrichtsmittel gelenkt. Schon seit längerer Zeit gab es mehrsach Klavierschulen, in denen die verschiedenen Arten des Anschlages und der Fingerhaltung durch entsprechinde#hotographische Ausnahmen genauer vorgeführt wurden. Dies legte die Vorführung der Klavierspieltechnik durch beweg ich: Films nahe. Eine bekannte amerikanische Filmsabrik hat als erste solche Versuche unternommen, die sehr günstig verliesen und sih als außerordentlich vorlellhaft erweisen sollen. Namhafte Klavierkünstler, wie Paderewsli, auch der Geiger Fritz Krißler, wurden während des Spielens gefilmt. Die so gewonnenen Films geben aufs genaueste die Arb it der Hände und die Fingertätigkeit der Künstler auf dem Instrument wieder. Tiese Filmaufnahmen sollen nun als wesentliches Lehrmittel in den Klavierschulen verwendet werden. Der Vorteil dieser Vorführungen liegt auch darln, daß man die Films nach Belieben und V.darf langsamer oder schneller abrollen lassen kann, so daß es möglich ist, auf die Aufmerksamkeit und Indivicualltät des Schülers in jedem einzelnen Falle Rücksicht zu nehmen. Nicht zu vergessen ist auch, daß dieses Lehrmaterial dauernden Wert behält und für spätrre Zeiten auch von musikhistorischer Beleutung sein dürfte. Schweizer Kriegshumor. In dem vom Generalstabschef Theodor Sprecher von Vernegg eingelei#eten Schweizer Buch„Unser Volk in Wassen“ findet sich folgende Probe schweizerischen Kriegshumors: Ein Fremder fragt, ob er sich rechts oder links halten müsse, um nach Großaffoltern zu gelangen.„Ja,“ antwortet ihm ein Einheimischer,„das darf ich Ihnen nicht sagen, ich bin neutral.“ Schwer von Begriff. Soldat:„Houpme, dr Binggeli mäldet sech ä“(Hauptmann, der Binggeli meldet sich an). Hauptmann:„Chout Er nih säge: Herr?“(könnt Ihr nicht„Herr“ sagen?) Soldat:„Houpme, dr Herr Binggeli mäldet sich a!“(Hauptmann, der Herr Binggeli meldet sich an). Das Merkzeichen. Es war auf einem angestrengten Marsche der Züricher Landwehrtruppen im sonnigen Tessin. Der Hauptmann, der die Zeit gern nützt, prüft die Leute auf ihren Orientierungssinn hin.„Säget, Meyer, nach welcher Himmelsrichtung marschiert jetzt das Bataillon?“ —„Nach Süde, Herr Haupme.“— woraus schließt Er das?“—„Wiel mueß!" „So, so, nach Süde, immer mehr schwitze Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 294. 5 Freitag, den 15, Die armen Frauenberzen. —.10 —. ( an wird die alte Person aus dem Wege schaffen," stieß die Baronin brutal hervor, „ich dulde ihre Einmischung nicht!“ Keppler sah die Sprechende befremdet an. Ihr leidenschaftliches Wesen siel ihm auf.„Sie haben mich nicht zu Ende sprechen lassen, gnädige Frau“, bemerkte er gemessen.„Die alte Dame fürchtet, sich an einem fremden Ort nicht mehr einleben zu können. Ich machte ihr den Vorschlag, Sie, Frau Baronin, um ein Altenheim, ein Stübchen zu bitten, das der alten Frau bis zu ihrem Tode zur Verfügung steht. Hocherfreut ging sie auf meine Anregung ein. Sie hat nicht das geringste gegen den Verkauf einzuwenden, wenn Sie, Frau Baronin, bereit sind, ihre Bitte zu erfüllen.“ Die weißen, mit Edelsteinen reich geschmückten Hände der Baronin beschäftigten sich in nervösem Spiel mit den ausgefranselten Quasten des Sessels, in welchem sie lehnte. Ihre leidenschaftlichen dunklen Augen glitten abschätzend von einem Möbel zum anderen. Die hier herrschende Einfachheit ließ ier verwöhnter Sinn nicht gelten.„Solch ein verhungertes Volk steht immer und überall abseits vom Wege“, man konnte ihr die Gedanken vom Gesicht ablesen. Ein verächtliches Achselzucken beendete ihre Erwägungen. „Wenn die Pers— die alte Frau in leiner Weise stört, mag sie bleiben! Ich dürfte aber nicht gezwungen sein, sie täglich zu sehen.“ „Das läßt sich durchaus vermeiden. Im Verwalterhause steht ein fteundliches Zimmer leer, um dessen Ueberlassung die Matrone bittet. Sie will sich gerne hier und dort nützlich machen, um das drückende Gefühl, als empfange sie ein Almosen, nicht erst in sich aufkommen zu lassen.“ Mit einer heftig abwehrenden, bezeichnenden Bewegung streckte die Dame die von Brillantenringen funkelnde Hand aus.„Das kennt man. Die Alte will spionieren! Sie soll sich in acht nehmen! Ich lasse sie nerbachten. Und wehe ihr, wenn sie sich auch nur i g#e#ingsten verdächtig macht! Erweist sie sich als lamtes, so mag sie Heimatsrechte hier behalten. Auch für ihre Beköstigung soll gesorgt werden!" Keppler verbeugte sich.„Ich danke Ihnen aufs herzlichste im Namen der Frau Borchardt, gnädigste Baronin.“ Der einschmeichelnde Ton verfehlte seine Wirkung nicht. Besänftigt, und weniger hochmütig als vorher, sagte die Baronin: Zeitgemäße Erzählung von E. Hohenstein. (8. Fortsetzung.) (Rachdruck verboten. „Demnach stände den Verkaufsverhandlungen also nichts mehr im Wege. Bringen Sie die Sache möglichst schnell zum Abschluß, Herr Keppler! Ich möchte die Angelegenheit geordnet wissen, damit ich noch während des Winters zur Jagd einladen kann.“ „Von heut auf morgen läßt sich das nicht tun, Frau Baronin! Es muß zunächst eine Bestandsaufnahme, dann eine Abschätzung erfolgen—“ Baronin Leonhard machte eine Bewegung der Ungeduld.„Wozu so viele Umständlichkeiten! Es kommt mir auf einige Tausend Mark mehr nicht an. Machen Sie den Preis so hoch, daß die Leute in jedem Falle im Vorteil sind! Ich warte nicht gern, damit müssen Sie rechnen. Alles andere ist Nebensache!" „Ich verspreche, mein möglichstes zu tun, Frau Baronin!“ „Die Leute werden doch froh sein, wenn sie Geld in die Hände bekommen. Die junge Witwe brennt sicher darauf, aus dieser Einöde fortzukommen.“ Unwillkürlich wandte Arnold sich der Stelle zu, wo die Baronesse stand. Sie lehnte in anmutiger Haltung an dem altmodischen Schreibtisch. Sie mußte Keppler unverwandt angesehen sahen, denn ihr Blick irrte jetzt über den verschlissenen Teppich hin. Sie wurde rot. Keppler sagte:„Die junge Frau Jaeschke trauert so schmerzlich um ihren verlorenen Mann, daß die Einsamkeit ihr allerdings auf die Dauer verhängnisvoll werden müßte, denn sie verschließt sich, soviel ich hörte, selbst vor ihren treuesten Freunden. Sie hat die Absicht, als Pflegerin an die Front zu geben. Die Arbeit wird ihre beste Trösterin sein. Jedenfalls liegt es ihr fern, sich kostspielige Genüsse irgendwelcher Art zu schaffen. Wer so von seinem Schmerz eingenommen ist, dem tut jede Ablentung weh“ Josefa trat einen Schritt vor.„Die arme Frau! Ich möchte zu ihr gehen. Ob sie mich empfangen würde?" Keppler nickte.„Ich wagte es nicht, Sie darum zu bitten. Baronesse. Ja, gehen Sie zu der Aermsten, aber bereiten Sie sich auf einen erschütternden Anblick vor. Die junge Frau ist völlig gebrochen!" „Mir ist alle Sentimentalität gründlich verhaßt.“ eiferte die Baronin,„wozu willst du dich unnötigerweise abweisen lassen? Bleibe hier!“ Doch Joseja hörte sie nicht mehr. Flink war sie hinausgehuscht. Klopfenden Herzens stand sie dann, nachdem sie sich zurechtgefragt, vor der Tür, hinter welcher sie die Trauernde wußte. S: S S 2 S S aS 3## * S S 8 S S.= 8 8 FSas S P* —— 8— S 10EES S STx3SE, SB 8" SESS Bga-rng sg S SSSSRSSSSSSS ** Sg a. SSSs □ " 0(0 S##% .—" E: S 8.—. r ES 5 8 9 2 Sa5ps S S 8 eg„" S 25 5 E5E S. 3113 Sie kloptte leise an und öffnete. Frau Käthe saß auf dem Sofa und hielt wieder. Zwiesprache mit ihrem fürs Vaterland gefallenen Gatten. „Du hast gesagt, ich soll das Gut behalten, auch wenn du nicht wiederkommst. Aber das ist ganz unmöglich, ich habe, du weißt es, weder Interesse noch Verständnis für die Landwirischaft. Bei jeder Beschäftigung irren meine Gedanken ab, es ist mir unmöglich, sie auf eine Sache zu konzentrieren, die mir so gleichgültig ist, wie der gesamte Betrieb hier. Man soll sich nicht zwingen, es kommt nichts dabei heraus. Ich will ja auch nicht müßig bleiben, will alles dem Vaterlande opfern, meinen Besitz und, wenn es sein muß, meine Gesundheit, mein Leben. Mitleidig sah Josefa auf die halblaut Sprechende, dann trat sie zu ihr heran; ihre weiche Hand strich zärtlich, als liebkose sie ein Kind, über den Scheitel der jungen Witwe. „Ich bin Josefa Leonhard, erlauben Sie mir, ein Weilchen bei Ihnen zu bleiben! Betrachten Sie mich als eine Leidensgenossin. Neia, nein, ich habe keinen, der mir nahesteht, im Felde. Die Welt hält mich für glücklich und beneidenswert. Ich bin es nicht, da ich in beständigem Streit mit meiner Mutter lebe. Wir sind so ganz verschiedenartige Naturen, daß das Zusammenleben mit ihr eine Qual für mich ist!“ Käthe hatte erst verwundert, dann aufmerksam zugehört. Sie schüttelte den dunklen Kopf.„Streit mit der Mutter? Wie hinfällig! Da verbittern sich die Menschen durch kleinlichen Trotz und Rechthaberei ihr Leben und ahnen nicht— ahnen nicht—!“ Wild aufschluchzend barg sie das verhärmte abgezehrte Gesicht in den Händen,„wie grausam weh der wirkliche Schmerz tut, der Gram um ein Geliebtes, das man stündlich im Geiste vor sich sielt und in Wirklichkeit nie, nie wieder schauen soll!“ Tränen stürzten nun auch aus Josefas Augen. Sie begriff, daß es sich hier um ein gewaltiges, schicksalsschweres Empfinden handelte, von dem sie selbst noch nichts wußte. Josefa legte ihren Kopf an die Schulter der Trauernden.„Ich bin Ihnen fremd, aber ich bin ein: Mitschwester, lassen Sie mich teilnehmen an Ihrem schweren Leid, hören Sie mich an! Ich brauche den Rat einer Freundin.... Meine Mutter will mich verheiraten an einen Mann, den ich verabscheue. Ich werde nicht seine Frau! Lieber will ich sterben!“ „Ohne Liebe—“ sagte Käthe flüsternd vor sich hin, „wie kann eine Mutter das verlangen!“ Sie ergriff Josefas Hand und streichelte sie.„Lassen Sie sich nicht überreden! Eine Ehe ohne Liebe muß die Hölle sein. Wo es sich um die Wahl des Gatten handelt, hört der Einfluß der Mutter auf! Nein, wirklich—“ ein Lächeln erhellte ihre vergrämten Züge,„da haben Sie es nicht mehr nötig, zu gehorchen, da dürfen Sie nur dem Zuge Ihres Herzens folgen!“ „Ihre Worte geben mir neuen Mut zum Ausharren. Ich danke Ihnen herzlich! Jetzt muß ich zu Mama gehen, damit sie nicht böse wird. Aber nicht wahr, ich darf wiederkommen, morgen und jeden Tag? Ich bin so froh, wenn ich mich einmal aussprechen darf.“ „Sie werden mir zu jeder Stunde herzlich willkommen sein, Baronesse! Für mich ist es auch gut, wenn ich mich meinem Schmerz auf kurze Zeit entreiße. Ich fühle ja selbst, daß es so nicht weitergehen darf, daß ich auf dem besten Wege bin, meinen Geist zu zerrütten. Ich muß und will mich aufrassen, um der Menschheit zu nützen. In dem Bemühen werde ich vielleicht noch einmal Trost und Frieden finden.“ „Wie unendlich traurig,“ dachte Josefa,„so wird in tausend und aber tausend Fällen das Glück zerstört durch diesen schrecklichen Krieg. Ich würde ebenso fühlen wie diese beklagenswerte Frau, würde den Verlust eines geliebten Menschen nicht verwinden! Sie verabschiedete sich und versprach, bald wiederzukommen. Als Josefa vor dem Zimmer ihrer Mutter angelangt war, vernahm sie anhaltendes Sprechen einer männlichen Stimme. Beim Klange derselben zuckte sie zusammen und wandte sich, als wolle sie fliehen. Doch mit einem Seufzer, der tiefste Mutlosigkeit bekundete, blieb sie stehen. Wohin sollte sie sich wenden in dem fremden Hause? Es stand ihr nur das Schlafgemach, welches sie mit der Mutter teilte, zur Verfügung. Leise schlich sie dort hinein, um sich zu sammeln. Nur ein paar Minuten blieben ihr dazu. Noch in dieser Stunde entschied sich ihr Schicksal. Sie sollte gezwungen werden, einen ungeliebten Mann zu heiraten. Alex von Görden, den die Mutter ihr zum Gatten bestimmte, war ihr unsympathisch in hohem Grade. Bei der Vorstellung, auf Lebenszeit an diesen Menschen gekettet zu sein, beschlich sie ein Grauen. Sie wußte noch nicht, wie sie ein solches Los, die Frau eines ihr widerwärtigen Menschen zu sein, ertragen sollte. Ohne daß es ihr zunächst zum Bewußtsein kam, lenkten sich ihre Gedanken auf Arnold. Sein Bild schwebte ihr vor. Seine markigen Züge, die ernsten, schönen Augen hatten Eindruck auf sie gemacht. Sie hatte noch nicht geliebt und wußte nicht, daß ihr Herz getroffen war, daß die leise Sehnsucht, ihr selbst noch ein Rätsel, den Keim zu einer starken leidenschaftlichen Liebe in sich barg. Harmlos beschäftigte sie sich mit Keppler.„Welch ein vertrauenswürdiger, prächtiger Mensch!“ dachte sie, „ja, wenn Alex von Görden so wäre wie er, dann, ja dann würde ich Mamas Wunsch gern erfüllen.“— Indessen hatte zwischen der Baronin und Alex von Görden eine vertrauliche, freundschaftliche Begrüßung stattgefunden. „Ich habe gute Nachrichten für dich, Alex," bemerkte Baronin Leonhard lächelnd,„der Eigensinn hat endlich nachgegeben. Josefa ist deine Braut!" Görden war ein hochaufgeschossener blonder Mensch, um dessen dünne Lippen beständig ein faunisches Lächeln stand. Seine Augen funkelten, wodurch seine Aehnlichkeit mit einem beutegierigen Fuchs noch mehr hervortrat. Aber man kann ihn für seine Häßlichkeit ja nicht verantwortlich machen. In diesem Moment quillt wahrhafte Freude aus der Tiese seines Herzens herauf. Er preßt beide Hände der Baronin. Er liebt Josefa, und die Liebe adelte selbst sein sommersprossiges Gesicht. „Ich danke Ihnen, verehrte Baronin, daß Sie sich meiner so warm angenommen! Ich will es Ihnen nie vergessen! Josefa mein! Offen gestanden, wagte ich auf ein solches Glück nicht mehr zu hoffen.“ Er hielt den Blick gesenkt. Er zauberte Josefas lockende Gestalt vor seine Seele. Dann hob sich in langem Atemnzuge seine schmale Brust. „Nein, ich kann es mir nicht vorstellen! Ich wage nicht daran zu glauben!“ „Warum so zaghaft, mein junger Freund? Die Wirtlichkeit wird bald alle Zweifel zerstreuen, und du wirst über deine eigene Mutlosigkeit lächeln. Ich lasse Josesa jetzt rufen; sie wird sich nach Mädchenart zieren. Dadurch darist du dich nicht abweisen lassen. Schüchterne Männer sind uns Frauen nicht sonderlich sympathisch!“ Die Baronin wollte die Klingel berühren, da öffnete sich die Tür, und wie gerufen stand Josefa auf der Schwelle. (Fortsetzung folgt.) S S3EE * E. 2 5 E 8 S= K 84 B S R 1. „Als ich in Montenegro war...“ (Nachdruck verboten.) Die wildzerklüfteten, unwirtlichen Bergmassen des montenegrinischen Karst, die bis vor kurzem vom Kriegslärm und Schwertgeklirr widerhalten, gleichen in Friedenszeiten einer Einöde. Nur ein Volk konnte sie sich zum Wohnsitz erwählen, das sich vor den jahrhundertelangen Bedrückungen seiner Feinde endlich ruhig und sicher fühlen wollte. Unier den Balkanvölkern haben, so schildert uns ein Mitarbeiter seine Erinnerungen aus dem montenegrinischen Berglande, die alten Czernagorzen ihre Unabhängigkeit und Selbständigkeit am ehesten erlangt, wenn diese auch förmlich erst im Berliner Frieden 1878 anerkannt wurde. Eine Rolle aber hat Montenegro im europäischen Völkerkonzert nie gespielt. Erst als 1911 Nilita, der Fürst der schwarzen Berge, nicht länger Fürst, sondern König sein wollte, lenkten sich die Augen des übrigen Europa wieder einmal auf dieses Land, und wohl nie zuvor sah es einen derartigen Fremdenstrom in seinen Bergen als gerade damals. Montenegro ist das halbverwunschene Bergland und Cetinje seine Haupt= und Residenzstadt. Wohl führen viele Wege nach Rom, doch nur einer nach Cetinje; die 600 Meter über dem Meere liegende Kunststraße, die Cetinje mit Cattaro, dem serbisch=kroatischen Kotor verbindet, hinter dem die weltberühmte Borche di Cattaro liegt. Schon diese kühn ansteigende Bergstraße ist das Merkwürdigste, was man zu sehen bekommen kann. Wenn man oben in schwindelnder Höhe wandelt, wünscht man unten zu sein, und wenn man dann unten ist, wünscht man wieder, man wäre oben und verlangt danach, die würzige, ozonreiche Luft zu kosten. Und je höher wir in die schwarzen Berge des Karst steigen, desto schmaler wird der Weg, desto gefährlicher, bis er zuletzt nur noch ein Saumpfad ist, auf dem die Hirten mit ihren Ziegen, Schafen und Schweineherden freundlicheren und fruchtbareren Gefilden zutreiben. Während die Wolken sich um die Bergesgipfel ringsumher und in den Tälern lagern, ahnen wir nur die Stadt, die unten zu unseren Füßen liegt. Wenn wir endlich zu Tale steigen, so gewahren wir erst recht, wie die Felsenmassen vor uns in der Ferne und zu beiden Seiten, gleich uneinnehmbaren Festungen, in die Lüfte emporragen, bis uns endlich die Stadt Cetinje empfängt. In einem sechs Kilomeler langen und ein Kilometer breiten sogenannten Karstpolje gelegen, einer jener merkwürdigen Karsterscheinungen, die bald in erosierten, rundlichen Trichteröffnungen, bald, wie im vorliegenden Falle, in breiten, talabwärts durch Querriegel verschlossenen Kesseltälern auftreten, grüßt uns die montenegrinische Hauptstadt mit ihren kaum 3000 Einwohnern. Das erste, was wir erblicken, ist wohl das am Fuße eines steilen, von hohem Turm überragte, 1478 gestiftete Kloster, einst das Schloß des Fürsten, jetzt von den Ministerien und einem vierklassigen Gymnasium benutzt. Ehedem fanden wir in dem unweit gelegenen „Grand Hotel“ einen Deutschen, der uns stets auf das liebenswürdigste bewirtete. Von den Zimmern, reinlich und nett, hatte man einen wunderbaren Ausblick auf Berge und Höhen, im weiten Hofe befinden sich die Stallungen für Pferde, Schafe, Ziegen, Manltiere und Rinder. Seit Nikita König wurde, hat auch die verblühende Herrlichteit verschossener Tapeten, mottenzerfressener Portieren und brüchig gewordener, seidener Vorhänge im„Grand Hotel“ und vor allem in seinem einstöckigen Palast neuem Glanz Platz machen müssen. Auf dem nahen Orlovo Krs, dem Hauptplatz, befindet sich das neue Grabdenkmal Peters I., der das Land 1782—1826 regierte, während seine Vorfahren auf dem montenegrinischen Fürstenthron im Kloster ihre letzte Ruhestätte gefunden haben Wenn wir dann einen der kleinen Wagen mit Ponnypferden besteigen und um den Berg herumzufahren versuchen, so brauchen wir uns nicht zu verwundern, wenn der Weg plötzlich durch einen anderen Berg gehemmt wird. Das ist hier nun einmal so. Wenn wir mit schwerbeschuhten Füßer den Felsen hinaufkrareln und endlich oben vermeinen, wir seien wohl bis in den Himmel gestiegen, so werden wir's bald gewahr werden, wie dieser Felsen oder Ber: noch lange nicht der höchste ist. Hier und da künde: eine zum Firmament emporschwelende Rauchsäule den Aufenthalt von Hirten, die sich dort zum Mahle nieder gelassen haben oder dort ihre armselige Hütte inne: haben. Wohl klingt noch das Rauschen von Talbäche und Wasserfällen an unser Ohr, sonst aber ist's sti: Aber weiter drängt es uns, und so wandern wir auf demselben Wege weiter. Je weiter wir klettern, erst immer und immer wieder aufwärts, und dann an ebensoviel zerklüfte#en Höhlen und ausgewaschenem Gestein. vorüber wi der talabwärts, desto näher gelangen wir auch zu einer freundlicher dreinblickenden Natur. In die starre Feiswüste schiebt sich nach und nach Mais= und Kartoffetland; steigen wir tiefer hinab, dann hebt auch der Weinbau an, und nahe der Talsohle endlich, an sanft ansteigenden Hängen, in Mulden und kleineren Tätern trifft man überall Rautbeerbäume, Zeigen, Eßkastanien, Oliven und üppige Tabakfelder. Unter den Blüten und Blumen, an denen ebensowenig Mangel ist, fältt besonders der Granatbaum mit seinen roten Blüten auf. Wandern wir weiter, so gelangen wir nach Nieka. Gegen Cerinjes verblühende Schönheit ist es ein elendes, schmutziges Nest, so recht geeignet, die Heimat der Bandenführer und Hammeldiede zu sein. Oestlich von Rieka liegt das gutbetannte Podgoritza, der ehemalige Waffenplatz der Montenegriner. Südwärts gelangt man zum Skutarisee, der auch einer jener eigentümlichen Karsterscheinungen, der Aufstauung von Flüssen durch die ihnen ringsumher entgegentretenden Bergmassen seine Entstehung verdankt. Denn gleich außerhalb von Rieka wird der Riekafluß zu breitem, stehendem Wasser. Durch eine von weißen und gelben Wasserrosen führende Fahrtrinne gleitet unser Boot lautlos und idyltisch dahin, bis sich die weite blaue Fläche des Sees von Stutari öffnet. Die albanische Grenze ist erreicht... (kz.) Denkspruch. Wehre dich. Wehe dich selber. Wenn man dich anrennt, einzeln oder in Hausen. Ehre dich. Ehre ach selber, Wenn dich ein Schwächling neckt, laß ihn lausen. Rückert. tell und Zeit. Wie holländ sche Kinder über den Krieg denken. Der srieg entwirkel sich immer mehr zum Lehrgegenstand in den Schulen. In##ndon wurden Wettbewerbe abgehalten, bei denen die Kinoe# ihre Kriegseinsichien wiederzugeben hatten. Und nunmehr hat in Holland das„Algemeen Handelsblad“ eine Aethze von Schulkindern um ihre Meinung über den Krieg befragt. Ein 11 jähriges Mädchen erklärte z. B.:„Es ist Krieg zwischen Teutschland, FrankUrS.