N e VAT a die Gmlüichelage richeinl Uoich er feiertags. Bezugspreis M. #.####der Post für Bestellgeld 42 Plg. Namn M0. Po., Netlauezel30 Pl Jeder Rabalt gili als KassenRodes und erlischt bei Konkursen, Zwangsa gerichtlichen Klogen und Nichtdepprattn Seitinechteseeen Nr. 204. Oerbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung Schwerter Oolksblatt — Westhofener Zeltung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeltung Holzwickeder Zeitung Amtliches Kreisblatt für den Kreis Hörde Grftes und 3lteltes Cagesorgan des Kreiles o General-Anzeiger für den Kreis Börde o Haupt-Annoncenblatt Big drter und ichsterlierihen nungen für den Kreis Hörde erlangen gemib Bedannlmachung der Röniglichen Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechtsverdindliche Kraft.— Die er Zeltung“ gewährk ihren Abennen. ten für jeden mil Tod endeadeo Unfes Sehiagungen 300 Mkt.=Anfall. Drucck u. Verlag v. Cari Braus. Schwerte=Nuße, Ferasp. 62. Telegr. Donnerstag, den 31. August 1916. 49. Jahrgang. 90 4 90 Benische Erseige in ven Bundestreue der Türkei. Konstantinopel, 30. Nach einer Meldung der Agence Mill hal der Ministerrat gestern die Kriegserklärung der Türkei an Rumänien beschlossen. Unsere treuen Bundelgenossen auf dem Balkan warten nicht, bis Rumänien auch ihnen den Krieg erklärt, sondern gehen selbst zur Kriegserklärung an Rumänien über. Die ersten sind die Türken; jedoch mag das ein mehr zufälliger Umstand sein. Der Zusammentritt des Ministerrates ist natürlich die Voraussetzung für eine Kriegserklärung, und das noch nicht erwartete Vorgehen Rumäniens hat vielleicht am Mon ag die bulgarischen Staatsmänner zum Teil nicht in der Hauptstadt Sofia getroffen. Wir sind gewiß, daß die bulgarische Kriegserklärung nur durch besondere Umstände bis jetzt verzögert worden ist. Mit freudiger Genugtuung begrüßen wir inzwischen heute die Anmeldung der türkischen Hilfe auch gegen die Rumänen. In Sofia fand am Dienstag ein Ministerrat statt, der sich mit der durch Rumäniens Kriegserklärung geschaffenen Lage beschäftigte. Der Ministerpräsident Radoslawow war kurz vorher von einer Besprechung mit dem König, der auf zeinem Landsitz weilt, nach Sofia zurückgekehrt. der Deutscher Heeresbericht. —0000— WTB. Großes Hauptquartier, 30. August. 1916. Westlicher Kriegsschauplatz. Im Sommege biet kamen unter beiderseits andauerndem bedeutenden artilleristischen Einsatz seindliche Unternehmungen am Tage in unserem wirkungsvollen Sperrfeuer nicht zur Entwickelung. Abends und nachts erfolgten starke Angrisse auf der Linie Ovillers=Pozieres und zwischen Guillemont und Maurepas, während auschließend bis zur Somme und über diese hinaus bis in die Gegend von Chilly der sturmbereite Segner auch nachts in seinen Gräben niedergehalten wurde. Unser Stellungen wurden restlos behauptet. Nördlich von Ovillers=Pozieres haben unsere tapferen Truppen in schwerem Nahkampf die an einzelnen Punkten eingedrungenen englischen Abteilungen wieder geworfen. Rechts der Maas sind erneute, durch heftiges Feuer vorbereitete französische Angriffe bei Fleury und gegen unsere Stellungen zwischen dem Dors und dem Chapitre=Walde abermals zusammengebrochen. Südöstlich von Fleury wurde der Feind durch Gegenstoß zurückgeschlagen. Nördlich des Ancre=Bache, und westlich von Mühlhausen wurde je ein feindliches Flugzeug im Luftkampf außer Gefecht gesetzt; zwei Flugzeuge wurden durch Abwehrfeuer nördlich der Somme heruntergeholt. Ein weiteres mußie bei Soyecourt innerhalb unserer Linien landen. Östlicher Kriegsschauplatz. Nördlich der Karpathen keine Ereignisse von besonderer Bedeutung. Deutsche Truppen haben den Berg Kukul (nordwestlich von Zabie) gestürmt. Balkan=Kriegsschauplatz. Die Lage ist im allgemeinen unverändert. Oberste Heeresleitung. Oesterreichischer Heeresbericht. Alte Recbnungen. In dem großen Weltenbrand, der immer noch weiter um sich greift— als wollte das Blutmeer noch ein Meer gebären— scheinen alle alten Rechnungen beglichen werden zu sollen, die während des letzten halben Jahrhunderts sich in der Geschichte der europäischen Völker aufgesammelt haben. Von diesem Gesichtspunkte aus mag man sich schließlich damit abfinden, daß jetzt wieder ein neuer Gläubiger oder Schuldner auf den Plan getreten ist, um an der allgemeinen Ordnung der Verhältnisse teilzunehmen. Rumänien denkt dabei natürlich nur an seine Forderungen; daß es auch passive Außenstände besitzt, deren Eintreibung bei dieser Gelegen' heit in Frage kommt, macht ihm keinen Kummer. Aber wir wollen einmal abwarten, wie der Prozeß verlaufen wird. Pulver und Blei haben ihre eigenen Gesetze; eine wächserne Nase läßt sich ihnen jedenfalls nicht so leicht drehen wie diesem oder jenem Vertrags= oder Bündnisparagraphen. Das erste Nachbarreich, mit dem das junge rumanische Staatswesen noch vor seiner endgültigen Befreiung von der türkischen Herrschaft in Konflikt geriet, war Rußland. Der Zar hatte sich zwar die militärische Hilfe der Walachen vor Plewna gern gefallen lassen, aber sein Dank bestand dann nach überwundener Gefahr darin, daß er das rumänische Bessarabien wieder seinen Grenzen angliederte. Fürst Karl durfte sich allerdings die Königskrone aufs Haupt setzen und damit die volle Unabhängüskeit seines Landes feierlich verkünden, aber der russische Gewaltakt sollte doch als eine dauernde Warnung in seine weitere Entwickelung hineinragen: der mächtige Reußenzar steht in deiner Flanke, gib acht, daß seine Gnade dir niemals entzogen wird! Nach den Rumänen erstarkten die Serben, die Bulgaren, ein unabhängiges Reich neben dem andern wuchs auf dem heißen Boden des Balkan empor, und selbst Nikolaus von Montenegro legte schließlich den Purpurmantel um seine hohen Schultern und stien zur Würde einer leibhaftigen Majestät empor. Mit eifersüchtigen Augen wachte eine Nation über der anderen, daß in dem Wien, 30. Aug. Amtlich wird verlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. Auf den Höhen nordöstlich von Orsova schlugen unsere Truppen wiederholte russische Angriffe ab. Sonst wurden die an die Grenze vorgeschobenen Kraftgruppen schrittweise und planmäßig, wie es für den Kriegsfall seit langem vorgesehen war, zurückgenommen. Der Feind wird sich rühmen, Petroseny, Brasso und Kezdivasarhely besetzt zu haben. Die nördlichsten rumänischen Kolonnen stehen im Gyergyo=Gebirge im Kampf.— In den galizischen Waldkarpathen haben deutsche Truppen den Russen die in den letzten Wochen heiß umstrittene Höhe Kukul wieder entrissen.— Im übrigen außer Vorfeldkämpfen an der russischen Front keine besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. Nichts von Belang. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unsere Donauflottille zerstörte bei Turnu Magurele an der unteren Donau rumänische Schleppschifse, Hasenmagazine und militärische Anlagen. Sie erbeutete bei Zimnica zwei volle Schlepper, ein Stegschiff und zwei Motorboote.— An der unteren Vojusa erhöhte Patrouillentätigkeit. Der Stellv. des Chefs des Generalstabes. v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. W allgemeinen Vorwärtshasten keine auf Kosten des Nachbarn sich zu weit ausbreite, und wo die verschiedenen Stämme und Bekenntnisse durcheinander gemischt waren, da feierte wildester Haß seine blutigen Orgien. Von allen diesen Gegensätzen wurde Rumänien noch verhältnismäßig am wenigsten berührt und es nutzte seine Kräfte unter der weisen Regierung des Königs Karol zur inneren Erstarkung des Landes aus. Dieser hielt es kaum der Mühe wert, ernste Maßnahmen dagegen zu treffen, als sich unter den oberen Schichten seines Volkes nach und nach eine Bewegung verbreitete mit dem Ziel, die ungarländischen Rumänen dem „Mutterlande“ näher zu bringen; in der festen Anlehnung an die Donaumonarchie fühlte er sich so sicher gegen ein gefahrdrohendes Ueberhandnehmen dieser Bestrebungen, daß er sie gewähren ließ als ein unbedenkliches Spiel beschäftigungsloser Politiker. Zu seinen Lebzeiten wäre wohl auch niemals mehr daraus geworden. Aber die geschäftstüchlige Diplomatie erst des Zwei= und nachher des Vierverbandes hat es vortrefflich verstanden, diese zarte Pflanze zu einem kräftigen Baum emporzudüngen. Mit goldenen Rücksichtslosigkeiten wurde wahrlich nicht gespart, und als erst der Weltkrieg im Ganze war, da war die„neue Richtung“ schon so erstarkt, daß sie in der Regierung die— vorläufige— Nichteinhaltung der mit den Mittelmächten eingegangenen Verpflichtungen durchsetzte; ihr offener Bruch wurde einem späteren Zeitraum vorbehalten. Jetzt soll die Rechnung mit den Ungarn ausgetragen werden. Von deren Seite gesehen, zeigt sie nun freilich ein ganz anderes Gesicht: niemals hat Siebenbürgen in der Geschichte zu einer anderen als der ungarischen Krone gehört, man steht also hier vor einem unverhüllten Raubüberfall, für den es von keinem Standpunkt aus auch nur die geringsten Milderungsgründe gibt. Und seitdem die Ungarn sich über den Ernst der transsilvanischen Absichten ihrer verehrlichen Nachbarn zur Rechten klar geworden waren, rückten die Rumänen für ihr Gefühl wie für ihr nationales Gesamtempfinden zum Range des Erbfeindes auf. Sie dürfen daher eines heißen Empfanges im Lande der gesegneten Pußta gewiß sein. Nicht minder innig sind die Beziehungen, die sie seit dem Bukarester Frieden mit den Bulgaren verbinden. Kühle Nachbarschaft hat sich seither in glühenden Haß verwandelt. In Sofia wußten alle führenden Männer, daß der Tag der Abrechnung über kurz oder lang kommen mußte, und sie sind nicht müßig geblieben. Zar Ferdinand fand zu rechter Zeit den rechten Entschluß, und die Serben haben sein scharfes Schwert bis zum Weißbluten zu spüren bekommen. Die Rumänen haben sich bis heute aufgespart, um erst einmal als„neutraler“ Staat sich mit Gold und anderen nahrhaften Säften vollzusaugen. Nun wird auch diese Rechnung begleichen werden.... Wir gehen schweren Wochen entgegen. In noch höherem Grade als bisher schon werden alle Kräfte angespannt werden müssen, um die militärischen Aufzaben zu bewältigen, die uns abermals erwachsen sind. Wir müssen sie gründlich lösen, wenn nicht an Stelle der alten wieder neue Rechnungen zurückbleiben sollen, die uns auch nach dem Kriege nicht mehr zur Ruhe kommen lassen. Als„selbstmörderisch“ ist der schmähliche Verrat Rumäniens mit Recht bezeichnet worden. Unsere Kräfte werden hinreichen, um im Verein mit unseren Bundesgenossen dieses Wort im vollen Umfang zur Wahrheit zu machen. Rumänien— das schmachbedeckte Land In den Wiener maßgebenden Kreisen besteht nicht die Absicht, die rumänische Kriegserklärung durch eine amtliche Erklärung zu beantworten. Während also die amtlichen Kreise Rumänien mit dem beredten Schweigen begegneten, findet das der Regierung nahestehende„Fremdenblatt“ Worte, die wie Fußtritte und Peitschenhiebe wirlen. Das Blatt leitet den Artikel mit dem Hinweis ein, daß Rumänien selbst Italien an Niedrigkeit übertroffen habe. Italien habe wenigstens einige Wochen vor der Kriegserklärung den Bündnisvertrag mit der Monarchie außer Kraft gesetzt. Rumänien aber war bis Sonntag abend 9 Uhr der Verbündete der Monarchie und hob den Bündnisvertrag einfach durch die Kriegserklärung auf. Dieser unvermittelte Sprung vom Bündnis in den Krieg stehe in der Geschichte einzig da. Das Blatt fährt fort: Rumänien hat alle Rücksichten, die Anständigkeit, Selbstachtung und Sittlichkeit erfordern, mit Füßen getreten und ist— man hätte das nicht für möglich gehalten!— auf eine noch tiefere Stufe gesunken, als selbst Italien. Es ist einleuchtend, daß zwischen der italienischen Kriegserklärung an Deutschland und der rumänischen Kriegserklärung an Oesterreich=Ungarn ein innerer Zusammenhang besteht, und daß das gemeinsame Vorgehen der beiden Verräter das Ergebnis eines Komplottes ist... Wie die Hilfe Italiens im vorigen Jahre Oesterreich=Ungarns und Deutschlands Siegeszug im Osten nicht aufzuhalten vermochte, wie trotz des Eidbruches des Königs Viktor Emanuel die Befreiung Polens von der russischen Herrschaft nicht verhindert wurde, so wird auch der heimtückische und nichtswürdige Ueberfall Rumäniens nicht imstande sein, die Wage des Krieges zu unseren Ungunsten emporschnellen zu lassen. Ihm werden sein Treubruch und Verrat ebensowenig zum Glück und Vorteil gereichen wie Italien. Die rumänischen Staatsmänner, die den Namen ihres Landes mit so beispielloser Schmach bedecken, werden einst von ihrem Volk verflucht werden wegen des furchtbaren Unheils, das sie über dieses heraufbeschworen. Mit ergrimmtem Gemüt und gerechtem Zorn, aber auch mit Ruhe und Zuversicht treten wir in diesen neuen, uns aufgezwungenen Kampf ein, fest entschlossen, auch diesen verräterischen Bundesgenossen niederzuwerfen. Und die„Wiener Allg. Zeitung“ schreibt: Die rumänischen Staatsmänner dürften sich darauf berufen, daß Rumänien mit dem Dreibund verbunden war, und daß mit dem Abfall Italiens auch die Verpflichtung Rumäniens aufhörte. Dem gegenüber muß festgestellt werden, daß der Dreibund mit unserer Allianz mit Rumänien garnichts zu tun hat, da unser Bündnis schon vor der Allianz mit Italien bestand. Eine deutsche halbamtliche Erklärung in der„Nordd. Allg. Ztg.“ verbreitet sich über die Vorgeschichte der rumänischen Kriegserklärung und kommt zu solgendem Schluß: Der Kaiserlichen Regierung sind die Verhandlungen, die Herr Bratianu mit den Vertretern der Ententemächte führte, nicht unbekannt geblieben. Sie hat nicht unterlassen. Seine Majestät den König und die nicht vollständig in den Bannkreis der Entente geratenen rumänischen Politiker immer wieder auf das gefährliche und unaufrichtige Treiben des rumänischen Ministerpräsidenten hinzuweisen. Vergebens! Rumänien ist den Spuren Italiens gesolgt. Wir geben der zuversichtlichen Erwartung Ausdruck, daß sein Verrat ebensowenig die erhofften Früchte zeitigen wird, wie es Italien nach beinahe anderthalbjähriger Kriegsdauer gelungen ist, den Lohn für seinen Treubruch zu finden. Rumänien seinen verrat. Es will seine„Rassenintereisen" wahren. Nach dem rumänischen Kronrat wurde dem österreichischen Gesandten nin eine Rote überreicht, die mit der Kriegserklärung die Begründung Die rumänische Regierung legt dar, daß durch den Abfall Italiens vom Dreibund und Oesterreichs Vorgehen auf dem Balkau der ganze Zweck des geschlossenen Bündnisses aufgehoben worden sei. Rumänien sei beim Beginne des Kriegex, geggg Serbien neutral geblieben, weil Vester#### versichert habe, daß es in keiner Hin bei diesem Feldzuge auf Landerrrerb ausg. In Wirklichkeit stehe man heute aber vor einer Lage, aus der große Besitz= und politische Umänderungen, die Rumäniens cherheit und Zukunft schwer bedrohten, hervorgehen könnten.„.... 94 Nach dieser Einleitung commt die Nole auf den Hauptpunkt: die Lage der zu Oesterreich=Ungarn gehörenden Rumänen::„ I17 0n u 9 „Die Hoffnung, die wir auf unsele Ingehörigkeit zum Dreibunde gesetzt hatten (daß Oesterreich die Unzufriedenheit der Rumänen beseitigen werde), wurde mehr als 30 Jahre lang getäuscht. Die Rumänen in Oesterreich=Ungarn haben nicht nur niemals Reformen einführen sehen, die ihnen auch nur scheinbare Genugtuung hätten geben können, sondern sie wurden im Gegenteil wie eine minderwertige Rasse behandelt und dazu verdammt, die Unterdrückung durch ein fremdes Element zu erleiden, das nur eine Minderheit inmitten der verschiedenen Nationalitäten bildet, aus denen die österreichisch= ungarischen Staaten bestehen. All die Ungerechtigkeiten, die man so unsere Brüder erleiden ließ, hielten zwischen unserem Lande und der Monarchie einen fortwährenden Zustand der erbitterten Aufregung aufrecht.... Zwei Kriegsjahre, während deren Rumänien seine Neutralität aufrecht erhielt, haben bewiesen, daß Oesterreich=Ungarn jeder inneren Reform abgeneigt, die das Leben der von ihm regierten Völker besser gestalten konnte, sich ebenso bereit zeigte, sie zu opfern, wie ohnmächtig, sie gegen äußere Angriffe zu verteidigen. In dem Kriege, an dem fast das ganze Europa beteiligt ist, handelt es sich um die wichtigsten Fragen, die die nationale Entwicklung und sogar die Existenz der Staaten berühren. Rumänien, in dem Wunsche, dazu beizutragen, daß das Ende des Konfliktes beschleunigt werde, und unter dem Zwange der Notwendigkeit, seine Rasseninteressen zu wahren, sieht sich gezwungen, an die Seite derer zu treten, die ihm die Verwirklichung seiner nationalen Einigung sichern könne. Aus diesen Gründen betrachtet es sich von diesem Augenblick an als im Kriegszustande mit Oesterreich=Ungarn befindlich.“ Die rumänische Erklärung verzichtet auf jede Beschönigung der nackten Interessenpolitik. Rumänien erklärt einen Bündnisvertrag für erledigt, weil er keinen Nutzen mehr bringt, und es greift gleichzeitig zum Schwert gegen den bisherigen Vorhündeten, wcil cs ihn für so gesch hält, daß er ohne große Mühe niedergeschlagen und dann geplündert werden kann. Die richtige Straßenräuberart! Die Rumänen Oesterreichs bleiben treu. Die Wiener Zeitung„Reichspost“ veröffentlicht einen Artikel eines österreichischen Rumänen, in dem es u. a. heißt: Die Kriegserklärung Rumäniens vermag im rumänischen Volke der Monarchie nichts anderes als Zorn und Abschen auszulösen. Namenlose Scham erfüllt uns ob des Verhaltens der Regierung des Königs Ferdinand, die sich, die wahren Interessen des Rumänentums mißachtend, nun offen auf die Seite unserer Feinde stellt. Sie glaubt, nun sei der Augenblick gekommen, um dem Löwen, den sie für sterbend hält, den letzten Eselstritt zu versetzen. Es ist Verblendung. Auch Rumänien wird die Eisenfeste der Mittelmächte nicht sprengen, gegen die sich der Vierverband schon mehr als zwei Jahre vergeblich abmüht. Aber der Wahnsinn der Tat Rumäniens besteht darin,“ daß auch dann, wenn das Unmögliche gelänge, Rumänien nur Verderben davon hätte. Rußland, das in der Folge keinen ernsten dersacher mehr zu fürchten brauchte, könnte triotisches Verhalten, unsere bisherige traditionelle Treue und unverbrüchliche Anhänglichleit an Thron und Vaterland nicht erschüttert, sondern noch zu gesteigerter Erfüllung unserer bürgerlichen und patriotischen Pflichten auspornt. Die Versommiung nahm die Erklärung mit Begeisterung zur Kenntnis. Zu den ersten Kämpsen mit den Rumänen. Wien, 31. Aug. In der Besprechung der gemeldeten einleitenden Kämpfe auf dem neuen Kriegsschauplatze heben die Blätter unter Hinweis auf die eigentümliche Gestaltung der infolge buchtungen 600 Kilometer langen ungarisch=rumänischen Grenze, deren Endpunkte Dornawatra und Orsova in gerader Verbindung jedoch nur 300 Kilomeler voneinander entfernt liegen, hervor, daß die an den strategisch und taktisch günstigen Abschnitten und Punlten angelegten Desensivlinien sich nicht mit einem einzigen Federstrich nehmen, we= überall mit den politischen Grenzen Siebenbürgenfür Rumänien heute das Blut seiner Söhne###en Wo die Bodengestaltung überlezenen Streit. PPferr.„„ Her. M an au##e haben mit Wir Rumanen der Monarchte haben mit dieser verbrecherischen Tat der rumänischen Regierung nichts zu schaffen, und wir verurteilen sie im Namen jenes besseren Rumänentums der Monarchie, das sich in unzähligen Schlachten dieses Weltkrieges ausgezeichnet, in den Heldentaten vieler Tausende seiner Söhne aus der Bukowina, Siebenbürgen und dem Banat mit dem vergossenen Blute die Treue zur Monarchie besiegelt hat und immer stolz war, daß ihm und niemand anderem der kulturelle und moralische Vorrang im rumänischen Staate gebühre. Mit unserem Denten und ein hat der Entschluß der Bratiann und Costinesen, der mit allen Schandmalen der listigen Tücke und Feigheit behaftete Ueberfall, nichts gemein. Die Rumänen an der Siebenbürger Grenze. Die Rumänen greifen vom Tal der goldenen Bistritz im Norden bis zum Donaudurchbruch von Orsova im Sütden an, auf einer Frontlänge, die nahezu der Hälfte der bisherigen russischen Ostfront Oesterreichs gleichkommt. Die verbündeten Regierungen beschränken sich mit Rücksicht auf die allgemeine Kriegslage an der Siebenbürger Grenze auf die Verteidigung. Gewisse Grenzstreifen wurden deshalb insofern freigegeben, als dort zwar zunächst Vortruppen kämpften, um dem Feinde Verluste zuzufügen; aber beschlossen war, in diesen Abschnitten tiefer ins Landesinnere zurückzugehen, sobald erkenntlich wurde, daß die vorgeschobenen Abteilungen bei längerem Ausharren Gefahr liefen, umsaßt zu werden.„ Im Laufe der ersten Tage haven sich bereits im Südosten zahlreiche kleinere sammenstöße ergeben, die dem gut vorbereiteten, aber doch noch kriegsunerfahrenen Feinde empfindliche Verluste eingebracht haben. Da die Truppen nicht vorgehen sollten, mußte man sie den durch die Grenzkrümmungen gegebenen Umgehungsmöglichkeiten entziehen. Sie stehen jetzt überall in den festen vorgesehenen Verteidigungsstellungen. Treuerklärung der ungarländischen Rumänen. WTB Budapest, 31. Aug. In einer außerordentlichen Versammlung des Komitatsausschusses von Szolmok Doboka gab der Präsident der Nationalitätenpartei des Reichstages, der rumänische Abzeordnete Mihali, namens der ungarischen Rumänen folpende Erklärung ab: Da Rumänien, anstatt wie wir hofften— zur Verteidigung unserer gemeinsamen Existenzinteressen an unserer Seite in den Krieg einzutreten, als neuer Feind gegen unsere Monarchie auftritt, erklären wir feierlichst, daß diese neue Phase des Weltkrieges unser palräften des Angreifers ein umfassen und Roschneiden vorgeschobener Abteilungen ermöglichen könnte, werden letztere bei Wahrnehmung solcher Pläne des Feindes in rückwärts ausgebaute stärtere Steilungen verlegt, eine Maßnahme, die sich auf dem italienischen Kriegsschauplatz auf das glänzendste bewährt hat, und wohl auch im Südosten Ru mänien die bittersten Enttäuschungen bringen wird. Weitere Ausdehnung der Kämpfe gegen Rumänien. TU Berlin, 31. Aug. Aus dem k. k. Kriegspressequartier meldet Eugen Lennhoff den UllsteinBlättern unterm 30. August: Die Kämpfe gegen Rumänien haben gestern an Ausdehnung gewonnen. Namentlich am Südende der Front, in den Beigen an der Cerna, nördlich Orsiva, unternahm der Gegner zahlreiche heftige Vorstöße, die aber nicht durchzudringen vermochten. Am siebenbürgischen Karpathenrand, soweit er von Osten nach Westen verläuft, vollzieht sich die planmäßige Rünwärtsbewegung in die seit langem vorbereitete Abwehrstellung. Das hat natürlich zur Folge, daß die dicht an der Grenze liegenden Orte geräumt werden müssen. Die Vorbereitungen dazu sind aber in umsichtiger Weise getrossen worden und die Evakuierung dieser Orte, namentlich Petroszeny Brasso und Kezdivasarhely hat sich in voller Ruhe vollzogen. Das gleiche Bild zeigt der Abbau der an der Grenze vorgeschoben gewesenen Abteilungen. Schritt für Schritt weichen sie gegen die befohlenen Stellungen zurück. Die Numänen sind über den Riteb=Turm=Paß, den Törzberg= und Tömöv=Paß in die siebenbürgischen Grenzbereiche eingerückt. Im Cyergyöer Gebirge, in dessen Norden der Gegner die Verbindung zur russischen Bukowina=Front aufgenommen hat, dauern die heftigen Kämpfe fort. Turn=Severin beschossen. TU Budapest, 31. Ang. Der„Pester Hillap“ meldet aus Kladowo: Der Donaumonitor„Almos“ gab 30 Schüsse auf rumänische militärische Anlagen in Turn=Severin ab, die großen Schaden verursachten. Unsere Vatterien, die den Hafen von Kladomo 1 dem Arverteidigten, haben sich wirkungsvoll an dem tilleriekampf beteiligt. Das zwecklose Schießen der rumänischen Artillerie konnte die ruhige Verladung und Abfuhr von 50 Getreideschleppern und fünf anderen Schleppern nicht verhindern. Die Russen im Anmarsch auf Rustschuk. TU Karlsruhe, 31. Aug. Schweizer Blättern zufolge wird aus Bukarest gemeldet: Bereits am 19. August standen 450 000 Rumänen unter Waffen. Eine starke russische Armee marschierte durch die Dobrudscha gegen Rustschuk, wohin auch große, bei Silistria und Giurgiu zusammengezogene rumänische Truppenmassen vorgehen. Vereinigung der Russen und Rumänen. TU Genf, 31. Aug. Die Vereinigung der Russen, in deren Verbänden sich auch serbische Abteilungen befinden, mit den Rumänen fand nach einer Meldung der Valkanagentur nach erfolztem Uebergang über die Donau am Sonntag avend statt. Am gleichen Tage ordnete der König von Rumänien die Mobilisierung an. je Resestigung von Bularest. WT B Hagg, 31. Aug. Laut einer Petersburger Meldung der„Centrol News“ hat die rumänische Heeresleitung wegen der Gefahr, die darin besteht, daß die Hauptstadt nur 50 Kilometer von der Grenze entfernt liegt, starte Truppenmengen zur Besetzung des Festungsgürtels herangezogen. Durch russische Vermittelung sollen schwere japanische Schifsogeschütze für die am weitesten vorgeschobenen Stellungen beschafft werden. Die Mobilisation der rumänischen Armee gilt als vollständig beendet. Meldungen über Truppen bewegungen in Rumänien, die zweisellos schen stattgefunden haben, werden von der vorläufig sehr streng gehandhabten Zensur nicht durchgelassen, so duß man über die nächsten strategischen Ziele und über die wahrscheinliche Zusammenarbeit russischer und rumänischer Truppen vollständig im Dunkein tastel. Rumänien soll keine Extratouren tanzen. WTB Bern, 31. Au. In einem Leitartikel des „Corriere della Sera“ werden die Rumänen ermahnt, ihr militärisches Vorgehen gegen. Oester reich=Ungarn dem Gesamtplan der Entente auf dem Balken unterzuordnen. Zuerst müssen Bulgaren und Türken geschlagen und Serbien und Montenegro wiederhergestellt werden. Nur in dieser Zuversicht habe Italien an den Balkanoperatis' nen teilgenommen. Erst nach Wiederherstellung Serbiens und Montenegros solle und könne der Marsch nach Ungarn unternommen werden. Der gesügige König Ferdinand. bb Berlin, 31. Aug. Das„Berliner Tagevlatt“ meldet aus dem Haag: Die„Central News“ meldet, daß der König von Rumänien den deutschen Gesandten unmittelbar vor dem Kronrat empfing. Der Gesandte drang in großer Bewegung darauf, daß der König die Reutralität weiter aufrecht er. halten solle. Der König antwortete, daß er einjach König von Rumänien sei und dem Nationalwilen gehorsam sein müsse. Das gleiche sagte der König bei der Eröffnung des Kronrates und fügte hinzu, daß er sich bei dem Beschlusse der Mehrheit bescheiden würde. Darauf sprach Bratianu, und der Gene# ralstabschef erklärte, die Armee sei vollkommen bereit. Die deutsch=freundlichen Anwesenden machten nicht viel Einwendungen und erklärten ihre Loyalität. Nur 3 Stimmen waren gegen den Kriez. Die Königin von Rumänien über ihre Rolle. bb Bern, 31. Aug. Von hier meldet die„Voss. Ztg.“: Die Königin von Rumänien erklärte einem amerikanischen Journalisten: Ich und der König haben schwere Zeiten durchgemacht, da weder er noch ich Rumänen sind. Viele bilden sich ein, daß unser Ursprung und unsere Familienbeziehungen auf unsere Haltung einen Einfluß ausüben könnten. Das ist falsch. Wir wünschen nichts als das Glück Rumäniens und lennen nichts als das rumänische Interesse, da wir wissen, was unsere Pflichten ssind und welche Verpflichtungen uns die Lage auferlegt. Der König und ich sind vollkom men einig. Wir wollen ein großes und glückliches Rumänien und wünschen, daß es unter unserer Herrschaft seine legitimen Ansprüche verwirklicht. Die Königin sprach dann auch von ihren Schwestern und ihrer Mutter, die sich den Werken der WohlOr. besser, und sie hat den Wunsch kundgegeben, auf=Lächeln breitete sich über die noch immers# stehen zu können. Wir wollten ihr denselben nicht lichen Züge, die durch das Leiden noch rüh so liebsen zu können. Wir wollten ihr denselben nicht lichen Züge, die durch das Leiden noch rührender versagen, da ihr Leiden ja mehr seelischer Notur geworden waken. zu sein scheint. Diesen Moment hielt ich für den„Sie wundern sich, Herr Doktor, mich in diegeeignetsten, um Sie hierher zu zitieren. Würden ser Verfassung zu sehen, ich merke es Ihnen dentSie es über sich gewinnen, sie trotz der Unbill, die slich an,“ sagte sie und streckte ihm die weiße, übersie Ihnen zugefügt, zu sehen und zu sprechen?" lschlanke Hand antgegen D bei sih „Wenn ich dadurch nur das geringste zu ihrer Heilung beitragen könnte, selbstverständlich.“ „Sie sind ein Ehrenmann, Herr Doktor, ich schurfe lein wen! Der' alte Mann erfaßte die Rechte seines Be= dert hatte plötzlich so schwach suchs, hielt sie eine Weile in der seinen. Dann sich sah, da hielt es ihn nicht länger; sein Ange sagte er: Ich gehe jetzt, um sie vorzubereiten, und feuchtete sich, und er stürzte vor ihr auf die Knie. sende sie Ihnen hierher. O, möchte es Ihnen ge= Mit beiden Armen umfaßte er die feine, zierliche lingen, alle Wolken von ihrem Horizonte zu entfernen und sie wieder zu dem zu machen, was sie vorher wor: Unser gutes, fröhliches Kind! VorFeindliche Brüder. Roman von Jost Freiherrn von Steinach. 56 „Deshalb habe ich Sie hierher gerufen, nehmen Sie das einem Vater übel, der vor Angst und Sorge um sein einziges, heißgeliebtes Kind fast vergeht?“ „Aber ich bitte Sie, Herr Oberst,“ erwiderte der andere,„Sie haben ganz einfach pflichtmäßig gehandelt, und ich müßte ein Schutte senn, Wenn ich Iynen einen Vorwurf daraus machen wollte. Selbst wenn Ihr Fräulein Tochter mir unterdessen völlig gleichgültig geworden wäre, und bei Gott, das ist sie noch immer nicht, und weder die Wüste Egyptens, noch die eisigen Steppen Sibiriens, och die Dchzmeinen Schnerz über den Verlust nubur mar: Unser gies, fröhliches Kind! VorHildes vergessen machen. Aber was haben Sie läufig meinen heißen Dank! jetzt für Absichten mit Ihrer Tochter? Teilen Sie mir alles mit und seien Sie versichert, daß Sie in schlänte Gand enigegen. Davei überfiel sie aber gleich eine solche Schwäche, daß sie sich schleunigst hinsetzen mnnßte. Nachdem er sie, die er noch vor kurzem in der Blüte ihrer schönsten Jugend gesehen und bewunGerr hntie, Ploglich s0 fchmach und hinfällig vor diesem Fall auf meinen Beistand zählen können. Meinen Sie, daß vielleicht meine Anwesenheit in dieser Stadt au ihrer Unpäßlichkeit schuld ist, so will ich schon heute abend den Staub von meinen Füßen schütteln. Oder wünschen Sie, daß—“ „Wir mißverstehen us,“ unterbrach ihn der Gestalt, als könne er sie durch seine Kraft vor weiteren Unbillen beschirmen, und rief mit bewegter Stimme:„Fräulein Hilde, machen Sie mit mir, was Sie wollen, stoßen Sie den Verwegenen von Er war schon hinaus und ließ seinen Gast in sich, rufen Sie gegen meine Kühnheit um Hilfe, einem Sturm der widerstreitendsten Gefühle zu= aber ich kann nicht anders! Ich liebe Sie ebenso rück. Ersollte sie wiedersehen, sie, die ihn einst sheiß wie damals und es zerreißt mir das Herz, so schubde abgewiesen hatte, die ihn noch vor kur Sie so zu schauen! Geliebtes, süßes Mädchen, sczwerfend behandelt, und die ar doch nie sage was ich tun kann, um Dir Deine alte Geso schubde abgewiesen hatte, die ihn noch vor zein so wegwersend behmneent, inne En er boch nie aufgehört zu lieben.„ B 8186 Es war ihm klar, daß Frau von Neuoeck spontan zu Hilde gegangen war, im ihr großes Unverlegen krägele, zich habe aus al iüren Vire, gais er osen gestanden, uicht erogutet. Wat dos verlegen, kränsele,„ich huoe aus alliühregz iren Reden die lieberzeugung gewonnen, daß sie sich Ihnen gegenüber im Unrecht glaubt und danach verlangt, Ihnen etwas abzubitten, was, weiß ich allerdings selbst nicht. Ich hosse von einer Aussprache zwischen Ihnen beiden das günstigste Resultat, und deshalb möchte lich Sie, zugleich auch im Namen meiner aufs tiefste erschütterten Gattin, dringend gebeten haben, mir diese Bitte nicht zu verweigern, so peinlich Ihnen auch ihre Erfüllung sein mag.“ Ja, aber wie?“.. Ku 4 Neiner Tochter gebt es geraue Senle etwas. halle er, ossen gesiansen, nicht serwartet. War das unn ihr besonders ausgepragtes Rechtsgefühl oder— Dann ging die Tür und sie trat ein. Als er aussah und sie anblickte, da war seine erste Empfindung ein namenloses Erschrecken. Wie hatten die paar Wochen die Geliebte verändert! Die Wangen schmal, die Angen in den Höhlen, eine Blässe über dem ganzen Antlitz ausgebreitet, er mußte an sich halten, um nicht lam aufzu12 Sie sah wohl seine Bewegung und ein bitteres! Pr, Wond Nir AnAintir, Ain Die Benie kiire eher mitsruhe, Deine frische und unberührte Jugend wiederzugeben! Sage es mir, und ich will alles für Dich tun, soweit es in meinen Kräften steht! Sage es mir, Hilde!" Da legte sie ihre Hand auf sein Haupt und flüsterte:„Zuerst vergib mir, was ich Dir angetan!“ „Du mir angetan! O sprich nicht so! Du hast mir nur eines angetan, und das besteht darin, daß ich Dich so leiden sehen muß.“ Doch da war es mit ihrer Fassung zu Ende, sie schlug beide Hände vors Gesicht und begann bitterlich zu weinen. „Wie konnte ich Dich so verkennen! So beleio gan ngge geugde Beweise für Und doch tat ich es, obgleich mir fast das Herz brechen wollte. O, Du kannst mir nie vergeben „Ich Dir vergeben? Was redest Du da, mein Lieb! Ich Dir vergeben! Wenn Du jetzt, wo alles durch die aufrichtige Rene dieser unseligen Frau aufgeklärt ist, noch das Vertrauen zu mir haft, daß ich Dich glücklich machen kann, wenn Di meine Versicherung nicht für leere Phrasen hältst, daß ich Dich auf meinen starken Händen durchs Leven tragen will, so schlage in meine Rechte enn und sage, wennn ich Dich frage, ob Du mein Weio werden willst, ein lautes, dentliches Ja! Ein Ja, das mir ewig in den Ohren klingen soll als der Beginn meines Glückes und meiner Seligkeit." Da lächelte sie unter Träuen und erwiderte leise:„Wenn Du es mit einem kranken und törichten Mädchen versuchen willst!" „Und ob ich es will! Du Liebste. Du Einzige! Wart es nur ab! Unter meiner Pflege sollst Die wieder gesund werden und lachen und froh sein wie in alter Zeit!" Als die besorgten Eltern nach einer Weile hineinschauten, da sahen sie die beiden in ihr Glück versunken dasitzen und sich nur wortlos auschauen, als wenn sie sich heute zum ersten Male erblick: hätten. 20. Kapitel. Seit diesem Tage war Waldau ständiger Gast im Hause des Obersten, und in dem vertranten Verkehr, der sich naturgemäß zwischen ihnen entwickelte, lernten sowohl der Alte wie seine Gattin das aufrichtige, männliche Wesen und die gediegene Lebensauffassung ihres künftigen Schwieger= sohnes immer mehr schätzen und lieben. Ihre aufängliche Abneigung gegen den Bürgerlichen schwand sichtbar dahin, es war unn einml d moderne Zeit herangekommen, die das Schwergewicht mehr auf die inneren Eigenschaften eines Menschen legte, als auf äußere Dinge, wie Gedigen! Hatte ich nicht genügende Deine selbstlose Liebe, um Dich nicht auf denburt, Rang und Schätze, die früher das ein Schein hin zu verurteilen und vou mir zu stoßen 2. Ausschlaggebende waren....— 1 widmen. Dieser edlen Aufgabe werde # se, die Königin, sich widmen, wenn es ersorsein sollte. Die hinterlistige Kriegserklärung. #d Stockholm, 31. Aug.„Göteborgs Handelseing" berichtet nach einer Londoner Meldung Bularest daß der Beschluß der Kriegserklärung saßt wurde, als eben die Mobilisierung rollendet h die Truppen an der bulgarischen Grenze zummengezogen waren. Große Kundgebungen er laten, nachdem der Beschluß des Kronrats behnt wurde. Oesterreicher, Ungarn und Deutsche kließen mit allen zur Verfügung stehenden Gesenheiten Rumänien. Die Vorgänge in Bularest. Flüchtlinge aus Bukarest erzählen über Vorgänge, die sich in der Nacht vom unabend zum Sonntag in der rumänischen suptstadt abgespielt haben, noch folgenDie Bevölkerung befand sich in der ößten Erregung; alle Läden und Kone wurden abends zeitig geschlossen. Die senfreundlichen Hetzer organisierten Pöbanden, die unter Schmährufen auf Oefreich=Ungarn die Straßen durchzogen. Noch um Mitternacht dementierte die ndependance Roumaine“, die Gerüchte m Kriegsausbruch in einer Sonderausbe. Dagegen wußten die russenfreundliHetzorgane um die gleiche Zeit zu behten, daß der Kronrat den Krieg beließen werde. Hierauf entstanden Ausheitungen. In den Kaffeehäusern spieldie Kapellen die rumänische Nationalinne: gleichzeitig wurden aber auch die lemden tätlich angegriffen. Es gab bluZwischenfälle. Auf die Untertanen der sttelmächte wurden Schüsse abgefeuert, und Polizei mußte mehrfach einschreiten. In Straßen marschierten Militärkolonnen den Bahnhöfen, denen auch die Fremzustrebten, und ein Militärzug nach anderen rollte hinaus. Bereits damals ur das Schicksal Rumäniens besiegelt. * Nach Rumänien Griechenland? Die„Züricher Pest“ erfährt von zuverlässiger e: Aus Aeußerungen unterrichteter italieniersönlichkeiten ist zu entnehmen, daß russische #tische Kreise bestimmt mit dem Eintritt Grie#lands in den Krieg rechnen. Die Vertreter der ente in Athen haben ihre Anstrengungen ver##relt. Versuche von Venizelos und seinen An##ern, wieder zur Macht zu kommen, haben 5 Erfolge erzielt. Die Leitung der Armee ist wie vor eher deutsch=freundlich, daher richtet das Bemühen der Entente=Diplomatie und der ##izelos-Partei darauf, in der Armee deutsch#ndliche Offiziere durch andere zu ersetzen. Die cheidung, die vielleicht auch über das Schicksal Thrones fallen wird, erwartet man in den ten Tagen. 0 der bulgariscbe Vormarsch. ETB Sofia, 31. Aug.(Amtlicher Bericht 28. August.) Die Truppen des rechten Flügels Etigen sich, nachdem sie die in der Ebene von (Florina) befindlichen Serben zurückgeschlagen ##n. in ihren neuen Stellungen nördlich und lich des Ostrovosees. Wiederholte serbische Anse in der Moglena=Gegend wurden unter beEtlichen Verlusten zurückgeschlagen, die die Serzum Verzicht auf eine Wiederholung ihrer Anhgungen zwangen. Unsere Truppen rückten vor eroberten die Höhen nördlich von Nor s1o. Um Wardartale auf beiden Seiten schwaches Alleriefeuer und Patrouillengesechte. Die Trupdes linken Flügels befestigen sich, nachdem sie französisch=englischen Streitkräfte in der Gegend Seres, Drama und Kawala hinter die Ama und den Tahinosee geworfen haben, in neuen Stellungen östlich der Struma und an ägäischen Küste vom Golf von Orfano bis zur amündung. An die jungen Bulgaren. Perlin, 31. Aug. Die bulgarische Gesandtschaft bekannt: Die in Deutschland sich aufhaltenden Fen bulgarischen Staatsangehörigen, die dem #ledor angehören, werden aufgefordert, sich uneuglich nach Bulgarien zu begeben, um bis zum Eeptember dort einzutreffen.(WTB.) Die Serben verlangen Schonung. Aus Notterdam wird berichtet: Die Nachrichten mazedonischen Kriegsschauplatz erregen die #tischen Kreise in Frankreich sehr stark; denn ob#h in den amtlichen, durch die Presse verbreiteMeldungen die Kämpfe noch immer so darge# werden, als ob sie über bloße Scharmützel nicht Auskommen, ist man natürlich über die wahre # der Dinge genau unterrichtet und sehr be#en, einerseits über die schweren Verluste der ben, andererseits über die Leichtigkeit, mit der Bulgaren ihre Gegner bisher zu wersen wußDer serbische Gesandte in Paris hatte in den n Tagen lange Besprechungen mit den andeBalkanvertretern und war auch zweimal beim #isterpräsidenten Briand. Die Ursache seiner Klungen sucht man sellftverständlich in der Tatdaß es bisher die neu aufgestellte serbische de war, die sich dem Hauptsturm der deutsch#arischen Streitkräfte entgegenzustellen hatte. Wie auf Korfu neu ausperüsteten und formierMleue der serbischen Armee sozusagen die letzten nes der Bevölterung Serdiens darstellen, jo liegt dem serbischen Gesandten als diplomatischem Vertreter seines Königs alles daran, durchzusetzen, daß die serbischen Truppen möglichtt geschont werden. Ihm war alles darum zu tun, daß man augesichts der deutsch bulgarischen Ofsensive den Ser ben die Rolle an der mazedonischen Front zuteile, die die Reste des belzischen Heeres an der West front spielen, die man nach ihrer Neuorganisation in jene Frontabschnitte eingestellt hatte wo voraussichtlich ein seindlicher Hauptandriff nicht zu er worten war.. 8 4### Die bisherigen Kriegserklärungen. Oesterreich Deut and Serbien am 29. Juli 1914. Rußland am 1. Auarst 1911. Auzust 1914. Deutschland—Frankreich am Belgien—Deuts chland am 3. August 1914. Ensland—Deutschland am 5. August 1914. 6. Montenegro—Oesterreich am 5. August 1914. Deutschland—Serbien am 6. August 1914. Oesterreich—Rußland am 6. August 1914. 9. Deutschland—Montenegro am 6. August 1914. 10. Frankreich—Oesterreich am 12. August 1914. 11. England-Ocsterreich am 13. August 1911. 12. Jaxan—Deutschland am 23. August 1914. 13. Oesterreich=Japan am 25. August 1914. 14. Oesterreich=Belgien am 28. August 1914. 15. Türkei—Rußland am 2. November 1911. 16. Türkei—Frankreich am 6. November 1914. 17. Türkei—England am 6. November 1914. 18. Türkei—Belgien am 7. November 1914. 19. Italien—Oesterreich am 23. Mai 1915. 20. Türkei—Italien am 22. August 1915. 21. Bulgarien—Serbien am 14. Oktober 1915. 22. Frantreich—Bulgarien am 16. Oktober 1915. 23. England—Bulgarien am 16. Oktober 1914. 24. Italien—Bulgarien am 17. Oktober 1915. Rußland—Bulzarien am 22. Oktober 1915. Deutschland—Portugal am 9. März 1916. Italien—Deutschland am 27. August 1916. Rumänien—Oesterreich am 27. August 1916. Deutschland—Rumänien am 28. August 1916. Türkei—Rumänien am 30. August 1916. — Hindenburg Ebei des Großen Generalstabes. Die kaiserlichen Kabinettsorders, mit denen der Wechsel in der Besetzung der Stelle des Chefs des General= stabes des Feldheeres verfügt wurde, haben folgenden Wortlaut: An den General der Infanterie von Falkenhayn. Mein lieber General v. Falkenhayn! Indem Ich Ihrem Wunsche um Enthebung von Ihrer bisherigen Stelle nicht entgegen sein will. nehme Ich Veranlassung, Ihnen aus vollem Herzen zu danken für die Hingabe und Pflichttreue, mit der Sie in nunmehr zwei Jahren Ihres schweren und verantwortungsvollen Amtes unter entsagungsvoller Einsetzung Ihrer Kräfte und Ihrer Person gewaltet haben. Was Sie insbesondere an tatkräftiger und vorausschauender Arbett, in unermüdlichem Schaffensdrang für die Armee und das Vaterland geleistet haben, soll Ihnen nicht vergessen werden. Die volle Würdigung Ihrer jetzt im Kriege an der Svitze des General=stabes erworbenen Verdienste wird aber einer späteren Zeit vorbehalten sein müssen. Mir persönlich sind Sie ein treuer, selbstloser Beamter gewesen. In Dankbarkeit hierfür begleiten Sie meine besten Wünsche für die Zukunft, und verleihe Ich Ihnen das Kreuz und den Stern der Komture des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern. Sie beziehen Ihr bisheriges Gehalt aus dem Etatskapitel für Offiziere in besonderen Stellungen, bis Ich über Ihre anderweitige Verwendung Entscheidung getroffen habe. gez. Wilhelm R. An den Generalfeldmarschall von Beneckendorff und v. Hindenburg. Ich ernenne Sie zum Chef des General= stabes des Feldheeres und bin überzeugt, daß Ich diese Stellung in keine bessere Hände legen kann. Ich erwarte mit Vertrauen, daß Sie Meiner Armee und dem Vaterlande die erdenklich besten Dienste leisten werden. Erneut benutze Ich diesen Anlaß, um dem siegreichen Beschützer unserer Ostfront warmen Tank zu sagen für alles das, was er während zweier Kriegsjahre für das Vaterland geleistet hat. Großes Hauptquartier, 29. August 1916. gez. Wilhelm R. An den Generalleutnant Ludendorff. Ich ernenne Sie unter Beförderung zum General der Infanterie zum Ersten Generalquartiermeister mit den Gebührnissen eines Kommandierenden Generals und spreche Ihnen bei dieser Gelegenheit warmen Dank aus für die vortrefflichen Dienste, die Sie während zweier Kriegsjahre Mir und der Armee geleistet haben. Großes Hauptquartier, 29. August 1916. gez. Wilhelm R. Am zweiten Jahrestage der Vollendung des Sieges von Tannenberg hat der Kaiser Hindenburg in das Große Hauptquartier berufen, damit er dort fortan die Leitung des Krieges in seine Hand nehmen soll. Hindenburg wird also tegt gemeinsam mit Nm 21 94%% seinem treuen Ludendorff, in engster Verbindung mit dem Kaiser, die militärische Zentralleitung führen. Diese Tatsache wird überall in deutschen Landen mit Freude vernommen werden. Wir wissen, daß jetzt die besten Kräfte, über die wir verfügen, unser Schicksal leiten. Die Einheitlichkeit der Kriegführung auf allen Fronten, die eine der wichtigsten Grundlagen für die Besiegung des Gegners bildet, ist durch die Ernennung Hindenburgs zum Chef des Generalstabes des Feldheeres völlig gewährleistet, zumal als sein bisheriger Generalstabschef als erster Oberquartiermeister ihm als vielbewährter Gehilfe erhalten bleibt. Auf Ludendorffs wichtige Dienste und wertvolle Unterstützung hat Hindenburg selbst oft genug hingewiesen. Beide haben gezeigt, daß sie unsere an Führereigenschaften begabtesten, den feindlichen Führern überlegenen Männer sind. Sie werden auch von nun ab mit der politischen Staatsleitung vertrauensvoll und mit Verständnis für deren Bedürfnisse zusammenarbeiten, wovon wir uns ebenfalls einen erheblichen Gewinn versprechen. Wir hoffen, daß Hindenburg wieder ein Kapitel seiner Geschichte mit ehernem Griffel schreiben wird. Seinem Schwerte vertrauen wir! „Was ich dem Vaterlande leisten durfte, danke ich Gott dem Herrn, der Gnade Seiner Majestät, der nie versagenden Arbeitskraft meiner bewährten Gehilfen und der unvergleichlichen Pflichttreue meiner Truppen!“ so sprach Hindenburg erst jüngst, als man sein Militärjubiläum in Wilna feierte. In diesen Worten ist ausgesprochen, worauf auch wir unsere Siegesgewißheit gründen: Auf die Treue und Tüchtigkeit unserer Führer und der tapferen Heere und auf die Hilfe Gottes. Der„Erste Generalquartiermeister“. General Ludendorff ist zum Ersten Generalauartiermeister, ernannt worden. Kamit ist eine neu"-lung im Gensralstabe des Feldhee geschaffen worden. Bisher gab es überhaupt nur einen Generalquartiermeister. Bei Beginn des Weltkrieges war es der General v. Stein. Später trat an seine Stelle der General Freiherr v. Freytag=Loringhoven, der bekannte Militärschriftsteller, welcher vor kurzem durch die Verleihung der Friedensklasse des Ordens Pour le merite ausgezeichnet wurde. Dem Generalquartiermeister lag in erster Linie die Vertretung des Chefs des Leneralstabes, sowie das ganze Etappenvesen und die Regelung aller Verhältnisse hinter der Front ab. Dazu gehörte unter anderem die Regelung der Verpflegung und der Munitionszufuhr, sowie die Verwaltung der besetzten Gebiete. Diese Aufgaben werden voraussichtlich jetzt bei dem zweiten Generalquartiermeister verbleiben, während dem neu ernannten ersten Generalquartiermeister die Vertretung des Generalstabschefs Hindenburg und dessen Unterstützung in allen strategischen und operativen Angelegenheiten zufällt. Eine derartige Teilung hat sich wohl erforderlich gezeigt, seitdem der Krieg eine immer größere Ausdehnung gewonnen hat. —000 Amerikaniscbe Anlicbten über die Scbuld am Kriege. Mit großem Interesse unterhält sich zurzeit die amerikanische Presse über die Fraje nach den eigentlichen Schuldigen für den Ausbruch des Kric' ges. Man geht dabei von der Erklärung Kaiser Wilhelms aus, er habe den Krieg nicht hervorgerufen und bencide den Mann nicht, der die Verantwortung dafür auf dem Gewissen trage. Ein Teil der Presse mätelt an diesen Werten herum, während andere, namentlich die wilsonfeindlichen Hearstblätter, energisch für die Wahrheit der kaiserlichen Erklärung eintreten. „Newyork American“ schreibt, für das im Frieden aufblühende Deutschland konnte der Kaiser unmöglich den Krieg wünschen. Das müsse der gesunde Menschenverstand einsehen. Das Blatt sieht die Hauptschuldigen, obwohl es Grey sehr mißtraut, in Rußland und Japan. Hinter allen Treibereien hätten sie als finstere und äußerst gewissenlose Despoten gestanden, die den Krieg wünschten. Sie hatten durch die wechselseitige Zerstörung der zivilisierten freien europäischen Staaten alles zu gewinnen. Zur rechten Zeit wollten sie die Maske der Frcundschaft für die Alliierten ablegen und offen ein Bündnis schließen zur Eroberung und Verteilung Asiens und der Einverleibung der BalkanKönigreiche in Rußland. Daß die britische, französische und italienische Bevölkerung die Behauxtung von der Kriegsschuld der Deutschen glauben, sei nicht erstaunlich, da ja nüchternes Urteil oder billiges Anhören von ihnen nicht erwartet werden kann, daß aber Amerikaner gläubig solche ungeheuerliche falsche Darstellung der Tatsachen als bare Münze annehmen, sei in der Tat erstaunlich. —00— Aus Stadt und Umgebung. Rütblicke aus den Weltkeieg. 21. August 1913. Erfolge im Westen und Osten.— Luzk gefallen. In den Wogesen kam durch einen deutschen Angriff die Kampflinie Lingekops—Barrenkopf wieder in deutschen Besitz, die Franzosen mußten die besetzten Gräben wieder räumen.— Im Osten ging die Vorwärtsbewegung der deutschen und österreih sihen Truppen an den bereits mehrfach genannten Orten weiter, der Oberlauf des Naren war überschritten, nördlich von Pruszany der Zeind über das Sumpfgebiet zurück gedrängt; General Bothmer stürmte gegen seindlichen Widerstand die Höhen des östlichen Strypa=Users und nördlich von Iverwe. Das Hauptereignis des Tages ist der Fall der ; die Oesterreicher warsen die Russen mit dem Bajonett aus ihren verschanzten Steltungen und säuberten die Stadt von dem fliehenden Feind. Zur selben Zeit durchbrach bei Bialykamien in Nordes alizien die Armee Böhm=Ermolli in 20 Kilometer Breite die feindlichen Stellungen, wodurch die Russen gezwungen wurden, sich völlig hinter den Styr zurückzuziehen.— In England sickerte nun allmählich die Wahrheit über die Dardanellen Niederlage durch und die Entrüstung wur keine geringe. *(Verbot der Abgabe von Petroleum.) Durch Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 28. August 1916 ist der Absatz von Petroleum zu Leuchtzweden sowohl an Wiederverkäufer wie an Verbraucher bis auf weiteres verboten worden.(Amtlich.) **(Zur Beachtung!) Laut Bekanntmachung des stellvertretenden kommandierenden Generals d.s 7. Armeckorps vom 29. August werden alle staat lichen Guthaben Rumäniens beschlagnahmt. Auf Erund des§ 9 des Gesetzes über den Belagerung zustand vom 4. Juni 1851 ist allen Banken und sonstigen geschäftlichen Unternehmungen die Zahluns, sowie jede anderweitige Tiljung von Guthaben rumänischer Staatsangehöriger und rumänischer Gesellschaften verboten. Des weiteren ist ihnen dic Verpflichtung auferlegt, die Höhe der Guthaden des rumänischen Staates an sie dem Reichsschatzamte umgehend anzuzeigen. (Zur Nachahmung empfohlen!) Die beiden großen Vereine der Dresdener Obst= u. Produkten= händler rerkausen von Beginn der Woche ab die Pflaumen im Kleinhandel nicht teurer, als zu 25 Pfg. das Pfund. Dieser Preis soll in den nächsten Ta##en solange weiter herabgesetzt werden, bis er einen den heutigen Verhältnissen und der überreichen Ernte entsprechenden Stand erreicht hat. Zum Schutz gessen die Abwanderung der Ware nach Berlin soll bei der sächsischen Regierung ein Ausfuhrverbot veranlaßt werden, dort ebenso, wie in Dresden, auf entsprechende Preisermäßigung zu dringen, solange das Kriegsernährungsamt sich nech nicht zur Einführung von Höchstpreisen entschließen tann. Mit den sächsischen größeren Städten ist ein gemeinsames Vorgehen bereits angebahnt worden. (Eisernes Kreuz.) Der auf dem östlichen. Kriegsschauplatz kämpfende Gefreite Wilhei Schwartze von der Mühlenstraße wurde durch die Verleihung des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. **(Es gibt Butter!) In dieser Woche kann eine Verteilung von Butter vorgenommen werden. Die Geschäftsinhaber werden ersucht, die Bezugsscheine heute nachmittag auf dem Rathause in Empfang zu nehmen. Der Verkauf der Vutter darf erst am Freitag nachmittag beginnen. **(Zur Kartoffelfrage.) In den Bedingungen der Reichskartoffelstelle über den Bezug von Speiselartoffeln vom 15. Juli 1916 ist u. a. festgesetzt, daß als Kaufpreis der gesetzliche Erzeuger=Höchstpreis zuzüglich einer vom Käufer zu zahlenden Vermittelungsgebühr ron 30 Pfennig für den Zentner zu entrichten sei. Diese Vermittelungsgebühr umsaßt die Erledigung aller mit der Beschaffung der Kortoffeln zusammenhängenden Geschäfte mit Einschluß der Verladung. Gegen diese hohe Gebühr war Einspruch zu erheben. Eine Gebühr von 15 höchtens 20 Pfennig muß für den liefernden Kommunalverband völlig ausreichend sein, denn die Entsendung von Vermittlern aus den empfangenden Verbänden läßt sich doch nicht umgehen. Diesen muß daher ebenfalls eine Gebühr bezahlt werden und so würden die Kosten der Vermittelung schließlich zu hoch. Der Verband Rheinisch= Westfälischer Gemeinden hat dementsprechend eine Cingabe an die Reichskartoffelstelle gemacht, auf welche diese am 25. August erwidert hat, die Vermittelungsgebühr werde voraussichtlich dem Wunsche des Verbandes entsprechend von 30 auf 20 Pfennig ermäßigt werden. *(Grüße aus dem Felde.) Besten Dank für die stets pünktliche Zusendung der„Schwerter Zeitung“, des Bindegliedes mit der lieben Heimat. Goos, Leutnant. Viele Grüße an die Heimat, zugleich besten Dank für pünktliche Zusendung Ihrer werten Zeitung. Unteroffizier d. L. Immenkamp, Unteroffizier Ernst Rahlenbeck, Reservist Hugo Halfmann, Grenadier Funke. (Schneidebohnen.) Die von der Stadt bestellten Schneidebohnen sind unterwegs. Der Verkauf derselben zu dem früheren Preise(Pfund 20 Pfennige) wird vielleicht schon heute, bestimmt aber morgen stattfinden. *(Zeitungslesen) ist in gegenwärtiger Zeit eine unerläßliche Notwendigkeit. Wegen Verfütterung von Gerste an Pferde und Schweine war der Landwirt J. Kauf aus Asseln mit einem amts richterlichen Strafbefehl in Höhe von 150 Mark bedacht worden. Die Strafe war für den Mann hart, er entschuldigte sich vor dem Schöffengericht damit, daß er angesichts seines kleinen Betriebes zur Abhabe seines Bestandes nicht aufgefordert sei, er habe von den erlassenen Verordnungen keine Kenntnis gehabt und zum Lesen einer Zeitung sehle ihm die Zeit. Selbstverständlich konnten den Angeklagten diese Gründe nicht gegen Strafe sd.ützen und der Amtsanwalt Fischer, begründete die Verwetsung des Einspruchs mit dem Hinweise, daß Zeitungslefen in der Kriegszeit unbedingt nötig sei, wer sich dieser Tatsache verschließe, ver fokge eine Vogel=Strauß=Politik, die zum Schaden eines jeden auslaufen könne. Das Gericht ermäßigte die Strafe auf 60 Mt. und zwar lediglih mit Rücksicht darauf, daß es den Landwirten mit kleinem Betrieb schwer geworden sei, unter dem Drucke der wirtschaftlichen Maßnahmen das Vieh durchzufüttern. **(Falsche Zwanzigmarkscheine!) Es sind jetzt Nachahmungen von Zwanzigmarkscheinen im Amlauf. Es sind in den letzten Tagen mehrfach solche Stücke aufgetaucht und angehalten worden. Die Nachahmungen sind beim flüchtigen Geldverkehr und besonders beim Fehlen eines echten Vergleichstückes nicht leicht als solche zu erkennen. Sie zeigen zwar eine Reihe, in ihrer Gesamtheit einem Laien aber nicht besonders in die Augen fallende Färbungs= und Druckundeutlichkeiten und Fehler; jeder merke sich jedoch folgende leichte Unterschei dunzsmerkmale: Der auf der Vorderseite am Ende des Ueberschriftswortes„Reichsbanknote“ als Wasserzeichen groß eingedruckte und graugrün erscheinende Buchstabe(er ist je nach der Ausgabeserie verschieden) ist bei den echten Scheinen unbedingt auch auf der Rückseite deutlich sichtbar. Die Falschscheine tragen an der genannten Stelle steis den Buchstaben„S“, der aber nur auf der Vorder seite erscheint, also nicht durchgehend ist. Das is: bei dieser Nachahmung die untrüglichste Eigenheit. Ferner urtiere man sich die auf jedem Falschschein niederkehrende, auf der Vorder= und Rück. seite je zweimal rot aus gedruckte Seriennummer D 8869623. Zwanzigmarkscheine mit dieser Nummer sind sicher unecht. Um sich vor Schaden zu bewahren, prüfe man beim Empfang von Zwanzigmartscheinen jedes Stück auf diese Merkmale hin. Jede Wahrnehmung über das Auftauchen und über den Verausgaber der unechten Stücke sind sofort der Polizei anzuzeigen. *:(Zügelloser Wucher.) Mit welch edlen Absichten bestimmte Händlerkreise umgehen, lassen die Obstpachtsummen brandenburgischer Bezirke vermuten. Wahrend die Pflaumenbäume an den Landstraßen einer Gemeinde früher 100 Mark Pacht brachten, sind sie jetzt auf 1000 Mark gesteigert worden. Pachtsteigerungen um das drei= bis viersache sind die Regel. Im Gegensatz zu diesen züzellosem Vorgehen steht das Vorzehen der Polizeiverwaltung Krossen(Oder), die einen Pflaumenpreis von 30 Pfennig für das Pfund als Wucherpreis ansieht und unnachsichtlich solche Forderungen bestraft. **(Die Haltbarkeit der Kartoffeln) kann nach einer Mitteilung aus Gärtnerkreisen erhöht werden, wenn sie schichtweise mit feuchtem Sand be deckt werden. An einem trockenen Platz sind sie in dieser Weise etwa einen halben Meter hoch aufzuschichten. Der Hausen wird dann ebenfalls mit einer Sandschicht zugedeckt. Trockener Sand wird vorher mit der Gießkanne leicht angefeuchtet.— Um Jäulnis zu verhüten oder die Verbreitung der Fäulnis zu verhindern, streut man Kalkstaub zwischen die Kartosseln. *(Ausnutzung der Ruhrweiden.) Als im Frühjahr ein Teil des Weidelandes seinem bishericgen Zweck wegen des mangelnden Auftriebes von Weidevieh nicht nutzbar gemacht werden konnte, sind an der mittleren Ruhr die Besitzer zum Teil dazu übergegangen, es schleunigst noch anderen landwirtschaftlichen Kulturzwecken nutzbar zu machen. Die Ergebnisse waren durchaus befriedigende, sowohl in Sommerweizen und Sommergerste, wie auch in Spätkartoffeln. Der als Weide land ausgeruhte Boden bringt reiche Frucht. Für das zum Auftrieb gelangte Weidevieh ist der Sommer 1916 sehr gut gewesen; denn die Tiere— es ist darunter friesisches und dänisches Magervieh— haben sich gut entwickelt, obgleich der Auftrieb erst spät erfolgte. **(Kronkheits=Statistik.) In der letzten Be' richtswoche gelangten im Kreise Hörde(Land und Stadt) folgende Fälle von ansteckenden Krankyei ten zur Anmeldung: Diptherie 5(4 Hörde, 1 Hombruch), Scharlach 2(je 1 Holzwickede und Sölde); Todesfälle wurden 3 an Tuberkulose gemeldet(1 Hörde, 2 Hombruch). ** Lichtendorf, 31. Aug.(Tapfere Brüder.) Die beiden Söhne des Herrn Hohenschwert, welche auf dem westlichen bezw. östlichen Kriegsschauplatze im Felde stehen, wurden am gleichen Tage mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Der ältere Sohn steht seit Anfang des Krieges als Leutnant der Neserve im Felde, dagegen ist der jüngere Sohn später als Kanonier eingetreten. 0 Holitik. Wir leben schon seit 22 Monaten in dem schrecklichsten Kriege, den die Welt je gesehen hat, und nur dem Heldenmut unserer Heere, ihrer genialen Führung und dem starken Opferwillen in der Heimat ist es zu verdanken, daß unsere Grenzen frei vom Feinde sind, daß die gewerbtätige Arbeit und häusliches wie öffentliches Leben ihren steten Gang gehen, ja, daß uns die Zeit bleibt, an un serer wirtschaftlichen und politischen Entwickelung zu arbeiten. Dazu gehört, rückschauend aus dem was gewesen und geworden, zu lernen, damit die ernste Gegenwart richtig erkannt und die Zukunft sorglich vorbereitet werde. Wenn uns bei diesem Bemühen Männer, welche einst an verantwortlicher Stelle gestanden haben, in Wort und Schrift klärend und leitend zu Hilfe kommen, so muß das dankbar begrüßt werden. Zu gewaltiger, unübersehbarer Menge ist die Literatur des Weltkrieges angewachsen, allein die Bedeutung dieser Schrife steht im umekehrten Verhältnis zu ihrer Za# ur wenig Autoren vermochten im Lärm Tages durchzudringen, nur wenige verdienten auch! Jetzt ist aber ein Werk erschienen, das bedingt Beachtung finden muß, ein Politiker hervorgetreten, der sich Gehör verschaffen wit und trotzdem sich seine Schrift nicht eigentlich dem Weltkriege selbst befaßt, ist sie dennoch bedeutendste Werk der gesamten Kriegsliteratur Kein Geringerer ist es wie Fürst Bülow, vierte Kanzler des Deutschen Reiches, der eben in überaus vornehmer Ausstattung im Verlag v Reimar Hobbing in Berlin ein Werk u „Deutsche Politik“ herausgegeben hat, das uns im geeigneten Augenblick Gelegenheit gibt, di einen Rückblick in die Vergangenheit Einkehr halten in die Probleme der Gegenwart, um de aus dieser inneren Sammlung heraus Ausgua nehmen in die Zukunft. Das ist es ja, woran sere Zeit krankt, daß die Probleme und Fragen Tages beurteilt und genommen werden ohne neren Zusammenhang mit der Geschichte, daß losgelöst werden von der Vergangenheit, so sich bei uns so viele befugt glauben, die Welt rätsel zu lösen, ohne auch nur die WeltStaatengeschichte der letzten 46 Jahre genauer# ihren inneren Zusammenhängen zu kennen. ist es nun Fürst Bülow, der seine Deutschen aufführt auf einen hohen Berg, um ihnen von aus den langen Weg zu zeigen, den sie teilwg unter seiner eigenen Führung schon durchschritt haben, hinaufführt, aber auch, um ihnen das lobte Land der Zukunft zu weisen. Der präch ausgestattete Leinenband kostet nur 7.00 Mk. Verantwortlich für die Redaktion Friedrich Kra Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwen 10 Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß starb gestern aberd 8 Uhr plötz'ich und unerwartet meine liebe Frau, unsere gute. treusorgende Mutter, Schwiegertochter, Schwester. Schwägerin, Tante und Cousine Prad Röbert Vilelnr Ida geb. Schickentanz im Alter von 40 Jahren. Dieses zeigen tielbetrübt an Robert Thiem und Kinder. Schwerte, Höchsten, Hagen, Frankreich und Türkei, den 29. August 1916. Die Beerdgung findet am Freitag nachmittag 8 Uhr vom Marien-Hospital aus statt. 3084 Sollte jemand aus versehen keine bes. Nachricht erhalten haben, so diene diese als solche. Bekanntmachung. Die feslgestellte Hebeliste der Stadtgemeinde Schwerte über die Handwerkskammerbeittäge für 1916 liegt für die selbständigen Handwerker vom 1. September ds. Is. ab 14 Tage lang im neuen Rathause, Zimmer Nr. 12, zur Einsicht offen. Einsprüche gegen die Umlegung der Beiträge auf die Handwerksbetriebe sind innethalb der vorbezeichneten Frist bei uns anzubringen 3086 Schwerte, den 29. August 1916. Der Magistrat: Rohrmann. Hübsche abgeschlossene 3077 4 Zimmer=Wohnung mit Baderaum, Speisekammer und allen Bequemlichkeiten per 1. Oktober zu vermieten. Hohenzollernstraße 37. Die 3091 Badestelle an der Ruhr wird mit dem heutigen Tage geschlossen. Der Magistrat. Verkaufsfrei! ohne Bezugschein. Herren-Wäsche Cravatten KurzwarenBesätze Festons 2791 Gebräder Stein Schwerte. von 2 Zimmern sofort oder später zu vermieten. Koch= u. Leuchtgas vorhanden. 3076 Mährstraße 7. Jaickenkleider- Mäntel. Blusen· Röcke- Hlandschuhe.- Damen-und Hnderhite- Schleior Fauterflore Schnarse " Kleider-Stoffe- Cnzllge 2 Müte undUnnatten. Gusahlsenduingen bereibrilligss Stdlnn Saugrschef dagen weat hebendfrischen Schellfisch 3087 empfiehlt Carl Rühl. von 1 2 bis 3 Zimmern zum Oktober zu vermielen. 3084 Rosen bei Schweile, Schulstraße 2. 3 schöne Bekanntmachung. Der Postverkehr zwischen Deutschland und Rumänten ist gänzlich eingestellt und findet auch auf dem Wege über andere Länder nicht mehr statt. Es werden daher keinerlei Postsendungen nach Rumänien mehr angenommen, bereits vorliegende oder durch die Briefkasten zur Einlieferung gelangende Sendungen werden dem Absender zurückgegeben. Der private Telegraphenverkehr nach Rumänien ist ebenfalls eingestellt. Der Slaatssehrelär des Reichs=Postamis. In Vertreturg. Kobelt. Zilniner mit elektr. Lickt zum 1. Okt. zu vermielen. Frau H. Pelzing, 3882 Sedanstr. 22. Dr. G. Straienberg Frauenarzt, Privaifrauenklinik. 3009 Dortm und Südwall s11. Gummierte für Flaschen, Einmachgläser u. dergl., mit und ohne Druck liefert billig Carl Braus, Schwerte(Ruhr). Apfel wein bester Qualität pro Flasch: incl. Flasche 70 sowie Apteiwein-Sekt empfiehlt Garl Raffin Gasthof„Zur Helle.= Cofal-Riegelseite ges. gesch., bewährtester. billigster Seifenersatz, für Wäsche, Haushalt und Fabriken v. unschätzbar. Vorteil 100 Stück zu 1 Pfd. M. 30.— 2384 einschliessl. Kiste Postkolli M. 3.75 frei H. Minuth, Berlin W 57 Alleinverkauf m. 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(Fortsetzung folgt.) * schwersten menschlichen Gehirne. Man hat häufig behauptet, daß zwischen dem Gewicht des Gehirns und der Intelligenz ein Zusammenhang bestehe. Das durchschnittliche Gewicht des Europäer=Gehirns beträgt 1: Gramm; eine Zeitschrift stellt nun Rekorde des Gehirngewichts bei Männern zusammen, die sich durch besondere Klugheit ausgezeichnet haben. So wog Turgenjews Gehirn 2102 Gramm, das des großen Naturjorschers Cuvier 1830 Gramm, das des schottischen Arztes Abercombie 1786 Gramm, das Gehirn Schillers 1785 Gramm. Freilich stehen diesen Zahlen andere gegenüber, die beweisen, daß bedeutende Manschen auch ein sehr leichtes Gehirn haben können und daß andererseits Durchschnittsmenschen und Geisteskranke sehr schwere Gehirne besitzen. So wog das Gehirn eines epileptischen Fleischers nach den Angaben Thurnams 1760 Gramm, und vier Gewohnheitstrinker hatten Gehirne, die 1728 bis 1778 Gramm wogen. Man wird daher aus der Gehirnschwere keine bindenden Schlüsse für die Klugheit ziehen dürfen. 588 Zehach. 8888 Bearbeitet von E. Schallopp. Aufgabe Nr. 482. Von E. Krieg in Altona.(„Hamburger Fremdenblatt".) Schwarz: 7 Steine. e d* 1* Weiß: 6 Steine. Weiß zieht an und setzt mit dem 2. Zuge matt. Partie Nr. 485. Kürzlich in Zurich gespielt. Mittelgambit gegen Konigsgambit. Weiß: N. N.— Schwarz: R. Teichmann. Weiß: 1. 62—04 2. 12—f4 3. e4X05 Schwarz: 07—65 47—15! 65—84 32(X) s—3#d### 1192 3* 172—9001 7 Das Falkbeer=Gambit, das nach Dr. S. Tarrasch,— dessen Mitteilung im„Fränkischen Kurier“ wir die gegenwärtige Partieentnehmen— die stärkste Widerlegung des Gesamtzuges 2.12—f4bildet, es findet sich übrigens bereits in einer Partie von Labourdonnais. 4. Sbl—c3 Sg8—f6 5. Ddl—e2 Dieser von Steinitz herrührende Zug ist ebenso ungenügend wie alle anderen Verteidigungen, von denen die gegenwärtig beliebteste d2—d3 ist, was meist schon im 4. Zuge geschieht. 5. L18—06 Schwarz gibt den Königsbauern auf, um de e Linie für Turmangriffe auszunützen, wozu die Stellung des weißen Königspaares einlädt. 6. 42—03 Sofort 6. ScöXet, worauf Schwarz ebenfalls rochiert, ist auch nicht besser. 6. 0—0 7. 43Xe4 Sf6Xe4 Die hiermit geopferte Figur gewinnt Schwarz sicher zurück. o 8. S 3X-4 7718—68 9. Kel—d1: Ein sehr schlechter Verleidigungszug, anstatt dessen 9. De2—13 f.—15)geschehen sollte. Erstens gibt man nicht ohne Not die Rochade auf, und zweitens steht der König auf der d=Linie sehr schlecht, wie sich bald zeigt. 9.. Le8—15 10. Se4—f6+ g7Xf6 Von der Aufreißung des feindlichen Königsflügels kann Weiß keinen Vorteil ziehen, da er selbst von starken Angriffen bedroht ist. 11. De2—55 1.46—b4! Sehr stark! Es droht Matt auf el und zugleich DasXd7+-, wonach das weiße Königspaar gleichzeitig bedroht ist. Auf 12. Lc1—02 z. B. gewinnt Schwarz durch DasXd5 13. 62—c3 1.15—02+ die Dame. 12. Sgl-13 DaSXd5+ 13. Lt1—03 Weiß hat nun König und Dame anscheinend gesichert und greift selbst den Läufer an. Es ist nicht leicht zu sehen, wie Schwarz seinen Angriff fortsetzen kann. Wir stellen es— wie unsere Quelle— den Lesern als Aufgabe. uud M—u uck ui x „ön Uousu gun Kchg u iin Ein butterspendender Baum in Afrika. Im Jnnern Afrikas, besonders in vieharmen Gegenden, findet sich ein höchst merkwürdiger Baum, den die Natur sicherlich dahin gepflanzt hat, um den Eingeborenen auf leichterem Wege eine der Wohltaten unserer Rindviehzucht zu gewähren. Der Baum, auf den ersten Anblick der amerikanischen Eiche gleichend, wächst dort wild, wird aber so hochgeschätzt, daß, wo die Wälder zum Anbau ausgerottet werden, stets die Butterbäume stehenbleiben. Die Kerne der Frucht, ähnlich den Oliven, werden zuerst in der Sonne getrocknet, dann in Wasser gekocht und von ihrer dünnen grünen Schale befreit. Unter dieser Schale befindet sich eine weiße breiähnliche Masse, die, körniger und wohlschmeckender als unsere Butter, ein Hauptnahrungsmittel der Eingeborenen und einen bedeutenden Artikel für den Binnenhandel ausmacht, weil sie, auch ohne Salz, nicht so schnell dem Verderben ausgesetzt ist wie die Milchbutter. Auterhaltungs=Beilage zu Nr. 204. Tonnerstag, den 31. August 1916. 8 Roman von spät! Sie sind ja auf dem einzigsten schnell heim schon da, und soll ich Posten, den ich vorläufig in diesem Kriege habe, fahnenflüchtig werden? Nein, Lottchen, das geht nicht an, wir müssen durchhalten, bis die Deutschen wieder da sind! So sauer man es uns auch machen wird! Geh und lege deine Schwesteintracht an, dann komm hierher zurück, vielleicht kann ich dich gebrauchen, und du darsst dann den Fritz sehen!" Da war sie ganz still geworden und eilte beflügelten Schrittes danon. Noch keine fünf Minuten waren seit ihrem Fortgang verstrichen, da kamen schon, heulend und schreiend, wilde, rothosige Soldatenhaufen um die Ecke der Straße und auf das Lazarett zugestürmt. „Vive la Fiance!“ „Vive la République“! „Vive l'Alsace-Lorraine!“ gröhlten sie und brüllten: „ürra“ und„rictoire!“ Sie waren trunken. Vom Siege und vom Wein! Und nun begann jene„Kulturarbeit“, die man den Franzosen eigentlich nicht zugetraut hätte: sie marodierten, quälten die Schwerverwundeten, von denen sie etliche, die vor Schmerzen kaum in den Betten liegen konnten, gefangennahmen und wegtrieben wie Herden kranken Viehs! Das waren die Heldentaten der Söhne der— grande nation! Lotte hatte eben noch das Häuschen des Vaters erreicht, als auch schon ein Trupp von sieben bis zehn Franzosen in die kleine, ruhige Straße einbog und der an der Spitze schreitende Offizier sich die Nummern der Häuser genau besah; vor dem Häuschen des Steuersetretärs Blume angekommen, stutzte er, sah in eine Liste, die er in der Hand trug. und nickte. „En arant!“ befahl er, und schon stießen die Soldaten das nur eingetlinkte Gartentor mit den Kolben ein und stürmten, alle Blumen, das Gemüse und was sonst im Garten stand, niedertretend. auf die Eingangstür des Hauses zu. Auch sie wurde einfach eingeschlagen, und diese modernen Kultursoldaten begannen nun alles, aber auch alles, was sie sanden, einfach in Stücke zu schlagen und immerzu zu brüllen: „Monsieur Blühm, ici!“ Aber Kein Herr Blühm kam. Der Offizier war, nachdem die Luft rein zu sein schien, kein Monsieur Blühm ihm und seinen tapferen Soldaten mit dem Revolver entgegengetreten war— Vorsicht ist selbst im Kriege gut, dachte der Herr LieuteWilhelm v. (21. Fortsetzung.) nant Crotha. (Nachdruck verboten.) und auf sie geschossen hatte, die Treppe hinaufgegangen. Seine Soldaten arbeiteten gut, denn sie hatten den strikten Befehl erhalten, alle altdeutschen Beamten. die auf den Listen standen, gefangenzunehmen und deren Eigentum zu zerstören. Da vernahm er aus einem Zimmer ein wüstes Geschrei und dazwischen den schrillen Hilseruf eines Mädchens. Er riß die Tür auf und sah, wie ein bildhübsches, junges Madchen, kreidebleich im Gesicht, halb angezogen in der äußersten Edke des Raumes stand, einen Stuhl vor sich zur Abwehr eines der zudringlichen Kerle haltend. „Zurück!" befahl der Leutnant, aber einer der „tapferen“ Soldaten drängte immer dichter an Lotte heran; sein tierisch=lüsterner Blick haftete an dem halbsichtbaren Busen des schönen Mädchens, und so fuhr er zornig herum, als ihn eine Faust von rückwärts packte und zur Seite wegriß. Beim Anblick dieses Gesichtes war dem Leutnant, eine Erinnerung gekommen: das Gesicht kennst du, und das hat bir oft im Traume vorgeschwebt: Droben am Franzosenkreuz an jenem verhängnisvollen Sonntagnachmittag im Juni! Freude und jähes Erkennen durchzuckten ihn. Die Kleine sand er bildschön. Aha. also, der Alte oder eines der männlichen Wesen mußte, ebenso wie sie, wissen, wo die verlorengegangenen Pläne waren. Die ganze Sache hatte ihm eine empfindliche Rüge eingetragen, ja man wollte ihn nach dem Feldzuge sogar vor ein Kriegsgericht stellen! Es galt daher für ihn: Du mußt dich besonders auszeichnen und diese Scharte auswetzen! Hier war die Gelegenheit, wie vom Himmel gesandt, gegeben. Na und das Mädel! Hm, parbleu, die konnte man schon mit in den Kauf nehmen! Er hatte sowieso noch kein Feldzugsliebchen, die in seidenen Röckchen auf dem Bagagewagen mitfuhr. Greif zu, sagte ihm eine innere Stimme, und so befahl er seinen Leuten, das Zimmer zu verlassen, es zu bewachen, und zu Lotte gewandt sagte er: „Sie sind gefangen! Ziehen Sie sich an! In drei Minuten haben Sie mir zu folgen!" Und noch ehe sie sich überhaupt erholt hatte und recht wußte, wie ihr geschah, war er draußen, und sie sank ohnmächtig nieder. Das war selbst für ihre sonst guten Nerren zu viel gewesen. Der Leutnant sandte darauf seine Soldaten unter einem Korporal weg, die nächste deutsche Beamtenwohnung aufzusuchen und alles zu vernichten, den Mann selbst als„prisonier“ abzuführen. Murrend trollten sich die Sieger, und der Leutnant blieb allein mit seinem Burschen zurück. „Gaston, d’est notre quartier.“ „Qui, mon lieutenant.“ „Un peu manger etc.“ „Oui, mon commandant!“ Der Offizier war allein. Er warf sich in einen bequemen Korbsessel, in dem einzigsten nach nicht demolierten Zimmer, drehte sich eine Zigarette und begann zu rauchen. „Welcher Zufall!“ dachte er und spann den Faden dieses Ereignisses und gar merkwürdigen Zusammentreffens behaglich weiter aus. Er hatte die Tür zu dem Zimmer der Mädchens von seinem Platze aus im Auge, denn die in seinem Zimmer stand weit offen. War das ein heißer, ein gar kurioser Tag gewesen! Erst die furchtbaren Verluste in der Nacht, dann das plötzliche Abziehen der Prüssiens. Man hatte ihnen nicht so recht getraut, dann aber war man dreister geworden, und die Siegeszuversicht war mehr und mehr gestiegen, hatte sogar die geheime Angst eines Stadtüberfalles vollkommen in den Hintergrund gedrängt. Ja, man war in Mülhausen bereits wieder Herr! Das arme Land war, von den bösen Prüssiens 44 Jahre unterjocht, nun befreit, und so wurde seine Einverleibung in das alte Vaterland noch am selben Tage erklärt. Abends schon waren alle Bekanntmachungen gedruckt angeschlagen und sogar alle Straßennamen wieder französisch! M'sieur Meunier hatte mit seinen Patrioten gut vorgearbeitet und saß nun als Sous=maire auf der„Mairie“, gab seine Besehle und nickte wohlgefällig, sobald die rohen Soldaten einen der ausharrenden deutschen Beamten unter gemeinen Schimpfworten, ja Fußtritten und Kolbenstößen herbeischleppten! Man wollte den„Couchon-Prussiens“ schon gallische Kultur beibringen!— Leutnant Faidherbe drehte sich bereits seine dritte Zigarette, und noch immer blieb die Tür zum Zimmer der Mademoiselle geschlossen!— Er wurde nicht allein etwas besorgt und unruhig, nein sogar recht nervös! Teufel noch eins, das Kind war infam hübsch und sah sehr pikant aus! Wo blieb sie nur? Endlich, als er den Stummel der dritten Zigarette zum offenen Fenster hinausgeworsen hatte, sprang er auf und bekam einen sichtlichen Schrecken. Parblen! sollte diese kleine deutsche Katze etwa durchs Fenster entwischt sein? Teufel, das wäre fatal gewesen und— na sehr dumm! Sein Herz schlug wild! Er stürzte hinüber und riß die Tür auf!— Da lag sie, noch immer ohnmächtig, am Boden. Nun gab's kein Zögern mehr. Der verliebte Leutnant trug die Leblose mit Hilfe des inzwischen herbeigerufenen Burschen auf ihr Bett und suchte die Lebensgeister wieder zu erwecken. Viel konnte er nicht machen, denn sie lag stocksteif und regungslos da, eine Ait Krampf mußte das erschreckte Mädchen befallen haben. Das dauerte so stundenlang. Was anfangen? Der Leutnant ging unruhig auf und ab. Halt! Ich muß den Alten suchen! Ich muß ihn haben! Auf jeden Fall! Aber wo mag er stecken? Wo das Lazarett sein? Das zu erfahren, war nur möglich, wenn sie wieder bei Besinnung war! Soll ich unsern Doktor holen?—„Lieber nicht, der Filou ist mir Damen gegenüber zu liebenswürdig, und was er da alles ausheckt oder gar aordnet, das weiß man nicht! Also lassen wir's!“ So murmelte der Franzose vor sich hin. Was aus seinen Leuten geworden war, und ob er nicht wieder ins Gefecht sollte, das war ihm gleichgüttig. Mochten sich die anderen totschießen lassen, ihm war's schon recht, wenn er nicht dabei war. Aber die Sache mit dem Mädel wurde ihm doch allmählich zu dumm. So ging er dann hinüber und rüttelte sie kräftig und ärgerlich. Langsam schlug sie die Augen auf. Aha! Ich Esel, sagte er bei sich, warum habe ich das nicht schon längst getan? Laut setzte er in halb freundlichem, halb befehlendem Tone hinzu: „So, Mademoiselle, nun gebe ich Ihnen noch fünf Minuten Zeit, dann stehen Sie aber fertig angezogen vor mir!“. 4 Lotte schaute sich noch immer wie geistesabwesend um und konnte sich erst ganz allmählich das Geschehene ins Gedächtnis zurückrufen. Wo nur der Vater blieb?— O, mein Gott, dachte sie entsetzt, denn nun erst fiel ihr alles wieder ein, er wartet ja im Lazarett auf mich, und ich hocke hier herum und— ja, was war denn mit wir:—. Pachhenten Kann 8. Sie hatte keine Zeit zum Rachventen, denn der französische Leutnant trat wieder ein und machte nun ein recht ärgerliches Gesicht. „Bitte, nun aber fix, Mademoiselle, sonst müssen Sie mir in dem Aufzuge da folgen! Wo ist denn Ihr Vater?"„„„„„ermit „Mein Vater?— Sie war berartig verwirrt ob all der auf sie einstürmenden Ereignisse und Fragen, daß sie hastig hervorstieß:„ 1.„ „Im Rote=Kreuz=Lazaren: Ich eile, zu ihm zu kommen!" Das paßte dem verschlagenen Franzosen ganz ausgezeichnet, und so sagte er wieder sehr höflich: „Also bitte, mein Fräulein, beenden Sie Ihre Toilette, ich werde Sie begleiten: draußen, auf den Straßen gebt es noch ein wenig wild her, aber in einigen Tagen wird wieder volle Ordnung im Elsaß herrschen, denn es ist ja Frankreich bereits wieder einverleibt! Mülhausen ist auch seit heute wieder— sranzösisch!“ Lotte hörte diese Ausführungen nur wie in einer großen, weiten Ferne. Die Bedeutung alles dessen kam ihr vorläufig gar nicht zum Bewußtsein; sie beeilte sich daher, denn ihr Herz schlug bang und furchtsam, und tiefe Sehnsucht ergriff sie nach ihrem geliebten Fritz. Sie hatte gar nicht darauf geachtet, was sie sich angezogen hatte, und so bemerkte sie erst auf dem Wege zum Lazarett ihre eigenartige Kostümierung: halb Bürgermädchen, halb Rote=Kreuz=Schwester. war aber jetzt alles ganz gleich. Mit Entsetzen gewahrte sie, wie französische Soldaten, mit blankem Bajonett an den Läufen der Gewehre, kleine und auch größere Trupps deutscher Bürger, meist Beamte, auch Frauen, Mädchen und Kinder als Gefangene vorüberführten; wie manches bekannte Gesicht fand sie darunter. Sie wollte auf einen Kollegen=Zollbeamten, der mit seiner Frau und Tochter oft zu ihrem Vater und wohl auch zu ihr zu Besuch gekommen war, zuschreiten und ihn etwas fragen, da streckte ihr einer der Begleitmannschaften das blinkende Bajonett entgegen und der Leutnant riß sie unsanft zurück. Nicht einmal ein Lebewohl konnte sie ihren Freunden sagen, sie wollte sprechen, bekam aber keinen Ton heraus, sondern bewegte nur stumm und verzweifelt die Lippen. Lotte schritt vollkommen apathisch neben dem französischen Offizier her; da lag das Lazarett vor ihnen. Sie trat befangen ein und fragte nach dem Vater. „Der ist als Gefangener abgeführt worden", lautete die ängstliche Antwort eines der alten zurückgebliebenen Wärter. (Fortsetzung folgt.)