Nr. 287. Behzu allen Postanstalten M., bei täglicher ZuP##duug in Bielesel 1## M., durch Brielb##ger 1.42 M. 30. Jahrgang Anzeigengebühr für die einspaltige Pettrzelle oder deren Raum 19 Pf., für auswärts 15 Pf., Reklamen 40 Pl. Erscheint lethimet wächentiüch Geschäftsstelle Ritterstr. 43. Femsprecher Nr. 16. Bielefeld Freitag, 7. Dezember 1906. Kalender. 7. Dezember: Cicero ermordet, 43 v. Chr. — Herzog Bernhard von Weimar erobert Breisoch, 1638.— Adolf Menzl, Geschicht schreiber, geb. 1784.— Marschall Ney, zu Paris erschossen, 1815.— Die erste deutsche Eisenbahn(Fürth=Närnbera) wird eröffnei, 1835.— Hohenzollern an Preußen abgetreten, 1840. Auf die Kolonialdebatte am 3. Dezember müssen wir, nachdem jetzt genaue Berichte vorliegen, heute noch einmal zurückkommen. Aus ihr hat sich folgendes ergeben: In Togo bestehen seit Jahren Zwistigkeiten zwischen der katholischen Mission und den Beamten. Sie führten zu einem Kampfe beider Institutionen gegeneinander; in diesem Kampfe ergriff das Zentrum für die Missionen Partei. Das Zentrum hat— die Uaterhandlungen führte Herr Roeren— die Kolonialverwalturg wiederholt gezwungen, den Missionen nicht angenehme Beaute zu beseitigen. Das feindselige zwischen Beamten und Mission wurde noch dadurch verstärkt, daß die Missionare manche Anzeigen gegen Beamte erstattet haben mögen, die sich nur auf Negerklatsch gründeten Das führte endlich zu einem Akt der Selbsthilfe der Beamten. Sie steckten einmal eine ganze katholische Missionsstation einfach ins Gefängnis. Eine eigentümliche Rolle spielte inmitten dieser streitenden Parteien der Beant: Wistuba. Er hielt es mit den Missionen, was ihm doch nicht verargt werden kann; aber er scheint eine Art Zwischenträger gewesen zu sein und eine Angeberrolle gespielt zu haben. Er hat auch eirmal von einer amtlichen D pesche den Missionaren unbefugt Mitteilung gemacht. Als er deswegen verfolgt weiden sollte, hielt Herr Roeren seine schützende Hand über ihn, und das stärkte den Mut des Herrn W.siuba so, daß er seinen Vorgesetzten gegenüber sich recht unbescheiden aufführte. Er hat wohl auch Herrn Roeren einen großen Teil seines Metmtials gegeben. Urgehörigkeiten sind in Tozo ohne Zweifel vorgekommen, anscheinend auch Schändlichkeiten, Herr Dernburg gab das zu. Er bestritt aber durchaus, daß die vielen haarsträubenden Geschichten, die Herr Roeren vorttug verbürgt seien. Es mögen, sagte er, in den Kolonien Grausamkeiten und Schändlichkeiten vorkommen; kommen solche zu Ozren der Missionen, so ist es ihre Psicht, Anzeige zu erstatten. Wird der Anzeige wirklich nicht stattgegeben, dann soll schließlich auch das Parlament eingreifen; was das Zentrum aber getan hat, ist Mißbrauch. Vom Zentrum sind solche Vorgänge als Pressionsmittel verwendet worden; man hat durch die Drohung, deß die Presse würde aufgeregt werden, daß die Fraktion werde schwierig werden, die Rezierung dem Zintrum willig machen wellen Diese Anklage ist von Herrn Dernburg erhoben und bewiesen worden. Herr Dernburg sagte über den Fall Wistuba: Dieser vortreffliche junge Mann hat sich auf die Seite der Mission gestellt, indem er eine kleine Depesche, die vom Auswärtigen Amt an die Behörde in Togo geschickt worden ist, eröffnet hat, statt sie seinem Vorgesetzten zu geben, und sie der Mission ausgeliefert hat. Das ist aktenwäßig.... Also, er hat diese Herren unterstützt erstens in der Beschaffung von Material, zweitens in juristischer Beratung, drittens durch Mitteilung von Dokumenten und deshalb ist gegen Herrn W stuba, wie er zurückgekommen ist, zunächst vorgegangen worden. E mag ein sehr eifriger Mann sein, aber er hat jedes Urteil verloren, er läßt sich durch sehr gehässige Motive leiten und sucht eine Art Nebenregierung neben dem Auswärtigen Amt zu spielen, indem er dieses sortwährend mit Eingaben bombardiert. Herr Wistuba ist auch ein eigentümlicher Herr, indem er solche Sachen in die Zeitungen setzt. Herr Roeren schreibt urter dem 11. Februar an den Reichk kanzler: „Ich möchte nun Euere Durchlaucht bitten, nochmals für mich eine Besprechung im Kolonialamt geneigtest zu veranlassen, von der ich mit Sicherheit erwarte, daß sie noch vor Beginn der zweiten Lesung des Kolonialetats zur Einstellung des weiteren Verfahrens gegen Wistuba führen wird. Es ist mein sehnlichster Wunsch, die ganze TogoAngelegenheit als endgültig abgetan be trachten zu können und auf sich beruhen zu lassen.“ Herr Roeren hat diese Togoangelegenheit seit über zwei Jahren gekannt und hat geschwiegen; er hat vertuscht, nicht ich Herr Roeren fährt dann fort: „Eine Erörterung derselben im Reichstage würde nicht nur für die ganze katholische Bevölkerung überhaupt, sondern namentlich auch für meine Fraktion eine für die Kolonie sehr ungünstige Umstimmung zur Folge haben, und das würde ich, als nicht zu den Gegnern der Kolonialpolitik getörend, aufrichtig bedauern. Da aber die zweite Lesung des Kolonialetats nicht weit mehr hinaus stehl, so bitte ich dringend, die erbetene Besprechung usw.“ Darn wurden vier Vorschläze gemacht, wie man Herrn Wistuba die Treppe hinauswersen wolle. Es beißt dnüber in dem Schreiben des Herrn Roeren: „Um die Erledigung der Angelegenheit auch dem Herrn Gehelmrat v. König zu erleichtern, habe ich Herrn Wistuba be stimmt, auf seine Rückkehr gerade nach Togo zu verzichten. Er ist damit ein verstanden, wenn er entweder unter Betöcksichtigung seines derzeitigen Einkommens mit Bewilligung der zuständigen Pensionserköhung pensioniert wir oder unter Berücksichtigung seiner jtzigen Stellung in Südwestafcika beschäftigt oder bei einer diplowatischen Mission des Deutschen Reiches in England, Frankreich, Belgien oder Vordamerika unter Berücksichtigung seines Auslands gehaltes verwendet wird, wobei ihm seine Kenntnis der englischen und französischen Sprache sehr zu Nutzen kommen würde, oder endlich im Aus wärtigen Amte unter Berücksichtigung seines pinsiont fähigen Gehaltes etats mäßig angestellt wird."(Schallende Heiterkeit!) Herrn Roeren ward die Antwort, in das gegen Wistuba schwebende Disziolinar= verfahren könne der Reichskanzler nicht eingreifen. Er sei allerdings bereit, in dieser Beziehung entgegenzukommen und im Interesse der Erhaltung des Friedens in Togo diese Togosache aus dem Disziplinarverfahren auszuscheiden. Darauf erklärte Wistuba in seiner Aufrichtigkeit, der Reichskanzler habe ihm bestätigt, daß er an der Togosache keinerlei Verschulden habe. Dieser ehrliche Mann, der treue Beamte usw. ist derjenige, der hier als Kronzeuge vorgeführt wird, und deshalb habe ich dem Mann einen Brief geschrieben, weil ich mich von einem solchen Manne, der so unbegründete Behauptungen aufstellt, der ohne moralisches Empfinden für das ist, was er tut, nicht alle acht Tage harangieren lassen will. Noch stärker ist, was der Kolonialdirektor über die direkte Einmischung des Zentrums abgeordneten Roeren in die Personalangelegenheiten der Kolonialverwaltung sagte: er habe Herrn v. König gezwungen, Herrn v. Rottberg und andere Beamte zu versetzen, ohne daß man sie anhörte und sich verteidigen ließ. Herr Dernburg fuhr sort: Ich möchte Herrn Roeren, der doch seire Pflicht als Richter mehr oder weniger kennen sollte (großer Lärm in der Mitte), daran erinnern: Hat er nicht an den Reichskanzler telegraphiert:„Bitte dringend, Disziplinarsache gegen Wistuba zu inhibieren!“ Das ist ein Eingriff in ein richterliches Verfahren. Als das„stärkste Stück“ aber bezeichnete Herr Dernburg, daß der Ageordnete Roeren unter dem Zeugeneide folgende Aussage gemacht habe: „Wenn die Wistubasche Angelegenheit nicht in der von uns (dem Zentrum) erwarteten Weise erledigt wird, so werden wir uns genötigt sehen, für die Kolonien überhaupt nichts mehr zu bewilligen.“ Der„Reichsbote bemerkt zu diesen Dingen unter der Ueberschrift:„Ein Mann“:„Es bedurfte wahrlich dieses Schauspiels, um dem ganzen Lande zu zeigen, wie weit schon die Hirrschaft des Ultramontanismus vorgeschritten ist, wie sehr sie die Regierung— im Reich und in Preußen— vor sich auf die Knie gezwungen hat...... Wenn die herrschende Partei jetzt gar kleinlaut luscht und Herrn Roeren abzuschütteln trachtet. so wollen wir dafür sorgen, daß auch dieser Attentäter an den Rockschößen des Zentrums hängen bleibt. Für dieses hat er gestritten, sein Häuptling ist er— gewesen, ist er wohl noch. Daß man ihn desavouiert, weil er zu dreist, zu täppisch, zu unglücklich war, weil er auf Granat biß, was tut's? Beide gehören zusammen. Und wie bald wird der Ansturm erneuert werden! Die Blamage vergißt das Zentrum nie. Das mag Dernburg sich merken, dessen mag vor allem der Reichskanzler eingedenk sein. Vielleicht lernt auch er an dem Beisplel „seines“ Kolonialdirektors noch eines Tages mit dem Zentrum und allen Reichsfeinden drinnen und draußen„Fraktur zu reden.“ Und die„Kreuz Zeitung" urteilt: „Die Ehren des Tages gebören Herrn Dernburg, den nun auch die„Nationalzeitung“ ernst zu nehmen gezwungen ist; er hat die guten Traditionen des deutschen Beamteniums aufgenommen und zum Siege geführt, und man darf von ihm, da auch der Reichskanzler seine Haltung„durchaus und nachdrücklich" billigte, nunmehr wohl ein ebenso erfolgreiches Arbeiten im innern Dienste seines Rssorts mit Sicherheit erwarten. In seiner energischen Persönlichkeit liegt eine Bürgschaft dafür, daß mit allen Mißftänden aufg räumt wird, daß aber auch kein Beamter sich mehr über Mangel an Schutz gegen skandalsüchtige und parteigehässige Angriffe wird beklagen können. Das ist die Vorbedingung für die kolonialen Erfolgen, die wir alle wünschen.“ Noch viel schärfere Urteile über die bei dieser Gelegenheit enthüllte Zentrumspolitik liest man in liberalen Zeitungen. Das Zentrum sucht jtzt Herrn Roeren, einen seiner vornehmsten Führer, abzuschütteln und als Bock in die Wüste zu schicken. Ja die ultramotane Köln. Volks= Ztg.“ wettert über die„unehrl che Mache, mit der von dem Chor der Kulturkampspresse versucht wird, eine Angelegerheit, die mit dem Zentrum ganz und gar nichts zu tun hat, der Zentrumspartei als solcher an die Rockschöße zu hängen.“ Der Zreck dieser „energisch“ erscheinenden Abschüttelung ist deutlich zu erkennen. Das Zentrum will regierende Partei bleiben, der Reichskanzler soll sich noch ferner auf das Zentium stützen. Wied er der Locflöte dieser Partei, nachdem Herr Dernburg in ihre dunkelsten Winkel hineingeleuchtet hat, noch ferner folgen? Das ist itzt die große Frage, von der viel abhängt. Ans See Setshen B. Berlin, 6. Dezember. Der Kaiser ist heute abend nach Potsdam zurückgekehrt. In der Budgetkommission des Reichtages, die heute den Nachtragsetat für Südwestafrika weiter beriet, machte nach Ablehnung des Antrages Singer auf Aussetzung der Verhandlungen Gouverneur von Lindequist Mitteilungen über die wirtschaftlichen Verhältnisse des Schutzgebietes und über die Eingeborenen. Was die Schutztruppe anbelange, so habe er lediglich ein Interesse daran, daß die für die Sicherheit der Kolonie unbedingt notwendige Truppenzahl im Schutzgebiete gehalten werde. Er würde sich freuen, wenn die Ausgaben für die Schutztruppe vermindert und dafür mehr Mittel für wirtschaftliche Zwecke bewilligt werden könnter. Lider sei jedoch eine weitere Verminderung der Truxpen nicht möglich. Die„Leipz. Neuest. Nachr.“ glauben ausdrücklich feststellen zu können, daß Prinz Arenberg nach der Vorschrift der Missionen die schwarzen Lsten, die in der Kolonial= debatte eine Rolle spielten, zusammengestellt und nicht Herrn Stübel sondern einem Höheren(dem Reichskanzler?) übergeben hat. Der Landes Eisenbahnrat hat in seiner heutigen Sitzung mit großer Mehrheit der Vorlage der Staatsregierung über Ermäßigung der Stückgut= und Wagenladungsfrachten für Fleisch und frisch geschlachtetes Vieh zugestimmt. Bei den gestrigen Landtagswahlen in Württemberg wurden gewählt: 19 Abgeordnete des Zentrums, 7 der Volkspartei, 7 der deutschen Portei, 7 vom Bund der Landwirte, 2 Sozialdemokraten. 27 Nachwahlen sind nötig. Das Resultat von Stuttgart steht roch aus. Der Bauern= bund hat 2, das Zentrum 1 Sitz gewonnen, die Volkspartei 3 verloren, die deutsche Partei 1 Sitz von den Sozialdemokraten gewonnen. Die Parteiführer wurden durchweg wiedergewählt. Zur Begräbnisfeier des verewigten Generalsuperintendenten D. Holtzhauer in Ma deburg ließ der Kaiser den Hinterbliebenen durch den Präsidenten des Oberkrchenrats Wirkl. Geh. Rat Voigts sagen, welchen Verlust Se. Majestät persörlich und das ganze Vaterland durch diesen Todessall erlitten habe. Die Kaiserin sandte durch ihren Hosmarschall Frhrn. v. Mit bach folgendes Telegramm:„Ihre Majestät die Kaiserin und Königin sprechen Ihnen und Ihren Kindern ihre herzliche Teilnahme bei dem Heiwgange ihres verehrten Mannes aus und gedenken mit aufrichtigem Danke der hohen Verdienste, welche der Entschlafene in seinem langen gesegneten Leben um die evangelische Kirche gehabt hat, welcher durch sein Scheiden eine treue Stütze genommen ist.“ Prinz Friedrich Heinrich von Preußen telegraphierte aus Schwedt a. O. an die Witwe:„Aus treum Herzen bitte ich, Ihnen meine innigste Anteilnahme an Ihrem großen Schmerz und Verlust aussprechen zu dürfen. Gott stärke und tröste Sie und Ihr ganzes Haus. Ueber den seligen Heimgang Ihres hechverehrten Herrn Gemahle, des würdigen Oberhirten im Sachsenlande und teueren geliebten Predigers und Seelsorgers, dürfen wir das Schriftwort sprechen: das Gedächtnis des Gerechten bleibet im Segen. Des Ertschlasenen Segen wird gewiß cuf Ihnen, den Ihrigen und allen, die ihn herzlich beweinen dürfen, ruhen. Friediich Heinrich.“ Kolonialdirektor Dernburg hatte kürzlich erklärt, gegen den Bezirksamtmann Schmidt hätten drei Verfahren wegen Sittlichkeitsverbrechen geschwebt, einmal sei er freigesprochen worden, zweimal sei es zu einem non liquet gekommen. Der Anwalt des Herrn Schmidt teilt in der „Deutschen Zeitung“ mit, es hätte gegen Schmidt nur ein Verfahren geschwebt, und das hätte mit Freisprechung geendet. Herr Schmidt, der zu denjenigen Beamten gehörte, deren Eatfernung aus Togo in der schwarzen Liste des Peinzen Arenberg verlangt wurde, ist nach derselben Oielle um seinen Abschied in neuester Zeit deshalb eingekommen, weil die Regierung die von ihm durch Zurückberufung nach Togo verlangte Rehabilitierung ablehnte. Breslau, 6. Dez. Kardinal=Fürstbischof Kopp ist heute von Rom hier wieder eingetroffen. Posen, 6. Dez. Amtsentsetzungen wegen des Schulstreiks werden täglich in großer Zahl gemeldet. Heute verzeichnen Polenblätter die Tatsache, daß der Landrat des Kreises Koschmin allein dreißig meindevorsteher und Schulvorstands mitglieder abgesetzt hat.(Hann. C) Aus dem Auslande. Budapest, 4. Dez. In der Delegation wies Kozlowski auf die in Preußen gegenüber österreichischen Staatsbürgern bestehenden Ausnahmemaßregeln hin und führte zahlreiche Fälle von Ausweisungen österreichischer Staatsbürger slawischer Nationalität an und bespricht in abfälliger Weise das Verbot des polnischen Religionsunterrichts in Posen, wobei er bemerkt, daß es niemand den Polen übelnehmen könne, wenn sie die Leiden ihrer Stammesgenossen in Posen mitempfiaden. Der Minister könne, da er ja das Verhältnis zu Deutschland als inniges bezeichnet habe, wenn auch nicht offiziell, so doch vertraulich in dieser Hinsicht seinen Eirfluß geltend machen. Minister Freiherr von Aehrenthal kommt auf die Bemerkungen Kozlowskis über die Ausweisungen zurück und erklärt, daß die Intervention des Ministeriums des Aeußern in dem Zeitraum vom 1. Juni bis 1. November d. Is. von 15 österreichisch ungarischen Staatsangehörigen, die aus dem Deutschen Reiche aus gewiesen wurden, angerufen worden sei. Auf die Verwer dung der österreichisch=ungarischen Bot schaft zu Berlin hin sei die Ausveisung in neun Fällen zurückgesommen worden, vier Fälle befänden sich noch in der Schwebe, und in zwei Fällen sei eine Intervention nicht eingetreten. Der Minister versichert, er werde sich stets der Interessn der Staatsangehörigen auf das wärmste an nehmen(Beifall) und bedauert, daß Kozlowiki die Schulfrage in Posen in der Dele gation besprochen und so die gegenüber den inneren Angelegenheiten eines fremden Staates notwendige Zurückhaltung nicht beobachtet habe. London, 4 Dezdr. Wie die„Morning Post“ aus Schanghai meldet, bestimmt das am 3. d. Mts. über die Rückgabe Niutschwangs an China unterzeichnete chinesisch japanische Abkommen, daß die japanischen Truppen zurückgezogen, aber die Japaner als Ratgeber inbezug auf die sanitären und anderen öffentlichen Angelegenheiten zugezogen werden sollen. Die Wasser werke, die elekrischen Beleuchtungs= und Straßenbahnanlagen sollen von den Chinesen und Japanern gemeinsam verwaltet werden. Die Zolleinkünfte sollen in einer YokohamaBank deponiert werden. Paris, 4. Dez. In einem Artikel der „Empire Rewiew' berichtet Edward D'cy über eine Unterredung, die er während seines Aufenthalts in Karlsbad mit Clemenceau hatte. Dieser habe erklärt, es könne niemals Friede in Europa sein, so lange Frankreich nicht Genugtuung erhalten habe durch Rückgabe von Elsaß Lothringen. Aber Frankreichs militärische Organisation habe sich in den letzten Jahren so sehr entwickelt, daß es des Erfolges sicher sei, vorausgesetzt, daß es im gegebenen Falle England hinter sich habe. Clemencau erklärte jetzt einem Korrespondenten des„Standard.“ daß Di ciys Erinnerungen überaus un sicher seien. Er erinnere sich, der These Dicey:, daß unveräußerliche Recht der Elsaß Lothringer, über ihr Schicksal frei zu entscheiden, entgegengestellt, und hervorgehoben zu haben, daß die Vergewaltigung ihrer Rechte keine gute Grundlage für den europäischen Frieden sei. Paris, 6. Dez. Wie die„Agence Havas“ meldet, ist die Note betriffend Marokko, die gestern den Signaturmächten der Akte von Algeciras seiters der Vertreter Frank. reichs und Spaniens überreicht worden ist, an keiner Stelle mit Einwendungen aufgenommen worden. Rußland. In Lodz dauern die Ermordungen von Arbeitern fort. Heute wurde hier ein Arbeiter auf der Straße schwer vuwundet, ein anderer in einem Wietshause durch Revolverschüsse getötet. In Wilna hat die Polizei hier ein Waffenlager der öetlichen Kampforganisationen entdeckt.: 150 Revolver wurden beschlagnahmt. Madrid, 5 Dez. Der Ministerpräsident beschloß, Deutschland eine Verlängerung des modus vivendi sine die arzubieten. Japan„Daiy Telegraph“ meldet aus Tokio: Großes Aufsehen erregt hier ein Vorkommnis in der Marine, welches jingst zur Speache gebracht wurde Enn des Dieb stahls verdäcktiger Matrose soll gebunden, geknebelt und während einer ganzen Nacht an einem Balken aufgehängt und mit eisernen Tauen gezüchtigt worden sein. Der Marn sei gestorben. Es liefen schon häufig Gerüchte üder grausame Behandlung ner Mannschaften durch Unteroffiziere beim Heere und bei der Marine um. Aehnliche Beschuldigungen werden gegen Polizeibeamte in Tokushima erhoben. Luise Charlette. Historische Novelle von Ilse=Dore Tanner. 14](Nachdruck verboten.) den Parlawe#### Deutscher Reichstag. 135. Sitzung vom 6 Dezember 1906, 1 Uhr. Der Reichstag befaßte sich am Donnerstag mit der Interpellation der Abgg. Speck(Ztr.) und Gen., betriffend die Verwendung der als Futtergerste eingeführten Geiste als Braugerste. Auf die fast zweistündige Begründung der Interpellation durch Abg Speck(Zir.) erwiderte Reichsschatzsekretär Frhr. v. Stengel, von Seiten der verbündeten Regierungen sei vonj hir zwischen Malzgerste und anderer Gerste unterschieden worden. Die Braugerste sei von der Futtergerste im allgemeinen nicht zu unterscheiden und werde deshalb als Futtergerste verzollt. Es sei kein Anhalt dafür vorhanden, daß Guste als Futtergerste eingeführt und als Braugerste verwendet werde. Unsere Brennereien dicken ihren Bedarf an Gerste überwiegend im Inlande. Das gegenwärtige Denaturierungsverfahren habe sich im allgemeinen bewährt; Verbesserungsvorschläge werden j.doch fortgesetzt erwogen. Das Laus beschloß die Besprechung der Interpellation. Die Abgg Südekum(Soz.) Gothein(freis. Vag.) und Kämpf(freis. Vp.) waren mit den Ausführungen des Staatssekretärs einverstanden. Hingegen betonte Abg. De. Paasche (nail.), die heutige Erklärung des Staatssekretärs sei mit den früheren Erklärungen der Regierungsvertreter nicht zu vereinigen. Es müsse alle Gerste denaturiert werden, die zu dem riedrigen Satze von 1 30 Mark eingeführt werden soll. Auch der preußische Finanzminister Freiherr v. Rheinbaben meinte, eine Unterscheidung zwischen Breungerste und Futtergerste sei unmöglich. Alle Vorschläge zu einer neuen Denaturierungsmethode würden sorgfältig gepräft werden. Die Abgg. Hufnagel(kons.) und Stauffer (wirtsch. Vag.) waren durch die Ecklärungen der Regierungsvertreter nicht befriedigt; die Gerstenzollordnung trage den berechtigten Interessen der deutschen Londwirtschaft nicht Rechnung. Nach weiteren Reden der Abgg. Gamp(Rp.), Kohl(Ztr.) und einer kurzen Erklärung des Reichsschatzsekretärs Frhr. v. Stengel nahm noch Abz. Stolle(Soz.) unter großer Unruhe des Hauses das Wort. Lokales und Provinzielles Bielefeld, 7. Dezember. ?(Stempelsteuergesetz.) Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß nach dem Stempelgesetz die Versteuerung der schrift. lichen Picht- und Mietoerträge(Afterpach!= und Aftermiettverträge sowie antichretischen Verpfärder) obliegt und daß nur gegen diese Personn, nicht aber auch gegen die Pächter, Mieter 2c die Strafen, welche die Zuwiderhandluggen gegen die betreffenden Vorscheiften nach sich ziehen, sestzusetzen sind. Die Ber steuerung erfolgt lediglich mittelst eines von dem Verpächter, Vermieter 2c aufzustellenden Verzeichn sses. In dieses Verzeichais sind während der Dauer des Kalenderjahres in Geltung gewesene Picht= und Mietverträge, sofern der nach der Dauer des Kalenderjahres in Geltung gewesene Picht oder Mietzins mehr als 300 Mk. beträgt, einzu tragen. Das Verzeichnis muß ferner enthalten: die Bezeichnung des Grundstückes, den Namen der Pichter, Mieter 2c, die Dauer des Vertragsverhältnisses während des betreffenden Kalenderjahres, den Zins und den erforderlichen Stempelbetrag(1/10 vom Hundert des Picht und Miet 2c. Zins). Der Verpächter, Vermieter rc. hat dieses Verzeichnis mit der Versicherung, daß er andere unter die Tarifstell: 48, Buchstabe a des Steu pelst euergesitzes vom 31. Juli 1895 fallende Verträge nicht abgeschlossen habe, zu versehen und die Steuerung bis spätesten: zum Ablauf des Januar des auf das betieffende Kalenderjahr folgenden Jahres bei einer Steuerstelle zu bewirken. Bimerkt wird noch, daß den schriftlichen Pacht und Miet 2c=Verträgen, die durch Briefwechsel zustande gekommenen Pacht= und Miet 2c. Abschlüsse gleichstehen und daß auch diese wie die auf Grund einer in dem Vertrage enthaltenen Verläggerung in Geltung ge wesenen Pacht= und Miet 2c=Verhältnisse in das Verzeichnis aufzunehmen sind. Wenn in Verträgen der vorgedachten Art noch andere besonders stempelpflichtige Rechtsgeschäfte, wie z. B. Abreden über Verkaufsrecht, Schiedsgerichte usw. bekundet sind, so muß dieserhalv der erforderliche Sempel zu den Verträgen selbst entwertet werden. (Die Postbriefkasten) sind zur Aufnahme von Massmauflieferungen nicht geeignet und bestimmt. Trotzdem werden in die hiefigen Postbriefkasten von einzelnen Korrespondenten häufig so zahlreiche oder große Sendungen geworfen, daß sie ganz angefüllt und dadurch ihrem eigeatlichen Zwecke, der Allgemeinheit zu dienen, entzogen werden. Die mannigfachen Un zuträglichkeiten, die aus einem solchen, die Jateressen der übrigen Korrespondenten in hohem Grade schädigenden Verfahren ent springen, lassen sich vermeiden, wenn die Einlieferung der erwähnten Sendungen am Postschalter erfolgt. Bei dim Postamt 1 kann die Auflieferung außer an den Briefannahmeschaltern auch in dem vom Posthofe aus zugänglichen und besonders bezeichneten Zimmer der„Abfertigung", gegenüber dem Nachtschalter, stattfinden. (Vaterländischer Frauenverein.) Für die durch die Explosion so sch ver Geschädigten in Annen nehmen die Vorstands. damen gern Gaben entgegen und wird freundlich um solche gebeten. (Immer noch Schmeinemangel?) Wir konnten kürzlich feststellen, daß an 12 der größten Schlachtviehmärkte in Deutschland die Auftriebe an Schweinen in den letzwverfl ssenen 3 Monaten August September und Oktoder insgesamt um 71455 Stück, oder um ci. 10 v. H. gegenüber der gleichen Zeit des Vo jihres zuzevoumen haben. Uasere damals aus gesprochene E.wartung, daß diese Auftriebszunahne sich noch weiter steigern würde, hat sich im Nevimber durchaus bestätigt, denn an den gleichnn 12 Schlachtviehmärkten beträ,t die Zunahme der Schweineauftriebe wie nachstehende Sonderauf tellung zeigt Berlin B eslau Hamburg Köln Elberfeld Essen Frankfurt o. M. Mannheim Dresden Leipzig München Nürnberg + 11795 117 7520 3813 1811 3344 285 + 2412 1676 1273 6519 1606 An der Seite des Kurfürsten betrat Pfalzgraf Karl Philipp das Zimmer, dessen hohe, männlich schöne, schlanke Gestalt bei weitem die des Kurfürsten überragte. Die schönen, blauen Augen Karl Philipps hatten einen überaus offenen, synpathischen Blick, und der energische Mund, die kühne, gerade Nise trugen dazu bei, ihn zu einer Männererscheinung zu machen, die wohl so leicht niemand mehr vergaß, der sie einmal gesehen. Kufürst Friedrich führte den Pfalzgrafen zu dem Sessel der Kur ürstin, und nachdem Karl Philipp die Hand Sophie Charlottens ehrfurchtsvoll geküßt, sagte der Kurfürst, sich zu Luise Charlotte wendend:„Eclaubt, liebe Schwägerin, daß ich euch unsern lieben Gast, Pfalzgraf Karl Philipp, vorstelle. Wir wünschen, daß Seine Lebden sich am Berliner Hofe recht wohl fühlen möge, und geben uns der Hoff ung hin, daß auch unsere liebenswürdige Schwägerin dazu helfen werde, im den Aufenthalt an unserem Hofe recht genehm zu machen.“ Schüchtern aufblickend, reichte Luise Char lotte dem Pfalzgrafen ihre Hand entgegen; der bewundernde heiße Blick, der sie aus seinen Augen traf, verwirrte sie jedoch so, daß sie kein Willkommenswort fand, aber da ergriff auch schon Karl Philipp, der ihre Befangenheit bemerkte, das Wort:„Meine Frau Mutter läßt euch, gnädigste Mark gräfin, viel Freundlichs durch mich sagen Erinnert sie sich doch gar wohl Eurer edlen, leider so früh verstorbenen Mutter, die ihr als Kind eine liebe Gespielin gewesen.“ Luise Charlotte blickte lebhaft auf. „Eirer Liebden Mutter hat meine Multer gekannt?“ „Gewiß, gnädigste Markgräfia, und sie hat sie sehr lieb gehabt. Gerne hätte sie daher auch Euch, der Jugendfreundin Tochter, kennen gelernt und mich hierher nach Berlin begleitet; aber die Reise ist zu weit und beschwerlich für sie, deren Gesundheit nie besonders fest gewesen, und ich will meine F.au Mutter noch recht, recht lange be halten, und rate ihr daher von jeder Ueber anstrengung ab.“ Als er von seiner Mutter sprach, hatte die Stimme des Pfalzgrafen so warm und innig geklungen, daß Luise Charlotte voll lebhafter Sympathie zu ihm aufsah; und 216606 259327 43221 im ganzen 43221 Stück oder rurd 20 v H. des vorjährigen Auftriebes. Die Zunahme hat sich also p.ozentual gegenüber den verhergehenden drei Mona'en verdoppelt und vurteilt sich diese Zunahme auf alle Märkte. (Aus dem Theaterbureau) wird uns geschrieben: Die fü: Sonnabend, den 8. Dezember, angesetzte Klassikervorstellung hat eine Aenderung erfahren. Anstatt„Die Verschwörung des Fiesko“ kommt„Minna von Barnhelm“ von G. E. L ssiag zur Aufführung. Anfang 7½ Uhr.— „Die Hochzeit von Pos!“. Ein eigenartiges, aber kötliches Stück bringt unser Stadttheater am Sonntag. Es spielt in Posl, einer winzigen, kaum einen halben Quadratkilometer großen Ostseeiasel. Das Stück hat, wie wir den Berichten aus Berlin und Hamburg entnehmen, bedeutende künstlerische Qualitäten und stellt scharf umrissine Charakterfiguren ins Bühnenlicht. Jede Figur hat ihr streng abgesondertes eigenes Pcosi“. Das ganze Stück stellt eine Saty“e, aber eine liebenswürdige Satyre vor. Eine originelle Figur ist der Lotse Oll Kusemann, den Georg Engel aus seinem Roman„Hann Klüth“ mit herüber genommen hat. Das ganze Stück, vom Autor als Komödie bezeichnet, ist ein echtes, frisches und fröhliches Lustspiel, das auch hier seinen Zweck, amüsante Stunden zu bereiten, sicher erfüllen wird. (Bielefelder Stadttheater.) Wochenspielplan. Sonntag, 9. Dezember. Anfang 7 Uhr. Zum ersten Male:„Die Hochzeit von Poél“. Komödie in 3 Akten von Georg Engel.— Montag, 10. Dezember. Anfang 8 Uhr. Zum letzten Male:„Preciosa“. Romantisches Schauspiel mit Gesang in 4 Akten von P. A. Wolff. Masik von Carl Miria von Weber. Unter ges. Mitwirkung des Gesangvereins „Gemischter Chor".— Dienstag, 11. D zember. Anfang 7½ Uhr. Zum zweiten Male:„Die Hochzeit von Pos.“.— Mittwoch, 12. Dezember. Anfanz 7½ Uhr. Zum zweiten Male: „Wohltätige Frauen". Lustspiel in 4 Akten von Adolf L'Arronge.— Donnerstag, 1“. Dezember. Anfang 7½ Uhr. Zum ersten Male: „Der Helfer“. Schauspiel in 4 Akten von Felix Philippi.— Freitag, 14. Dezember. Anfang 7½ Uhr:„Gespenster“. Drama in 3 Akten von Henrik Ibsen.— Sonnabend, 15. Dez. Anfang 7½ Uhr. Klassiker=Vorstellung zu kleinen Preisen:„Der Kaufmann von Venedig“. Lustspiel in 8 Aufzügen von W. Shakespeare. (Stadttbeater.) Die am Mittwoch stattgehabte Aufführung im Stadttheater galt dem Andenken des unlängst verstorbenen Dichters Henrik Ibsen. Es wurde gegeben„Rosmersholm“ Schauspiel in 4 Akten. Das vor 20 Jahren erschienene Stück bezeichnete den Uebergang des großn norwegischen Dichter zur naturalistischen Richtung, die dann die herrschende in seiner Entwicklung blieb. Der Inhalt des Stückes ist, ganz kurz gesaßt, folgender: Rektor Kroll, Schwager als sie dem warmen, treuen Bück seiner Augen begegnete, kam es wie ein Gefühl der Ruhe, des Geborgenseins über sie, und die Verwirrung, die sie erst beherrscht, war verflogen. Der Kurfürst hatte freundlich lächelnd der kurzen Unterhaltung zugehört. „Nan müßt ihr meiner Schwägerin auch noch erzählen, wie ihr ihre Bekannt schaft schon einmal vor mehr denn zwanzig Jahren gemacht, als ihr damals noch ein kleiner Knabe von acht Jahren mit eurem Herrn Viter in Berlin weiltet, wo auch gerade die Fürstin Radziwill mit ihrem Töchterchen aawesend war.“ Der Pfalzgraf errötete leicht, während der Kurfürst weiter fortfuhr:„Ihr scheint damals schon ein galanter, kleiner Herr gewesen zu sein, Karl Philipp, denn wie man mir erzählte, nanntet ihr die drei jährige kleine Demoiselle damals eure kleine Braut und waret gar höflich und liebenswürdig gegen sie.“ „Iwohl, gnädigste Markgräfin, von Rechtswegen brauchte es gar keiner Vorstellung mehr zwischen uns,“ sagte Kail Philipp lächelnd,„ich hätte euch auch ohnedies sogleich wiedererkannt.“ „Ich meine doch, daß ich mich in den zwei Jahrzehnten recht sehr verändert haben müßte,“ meinte Luise Charlotte. „Und doch, ich hätte euch wiedererkannt — niemals wieder sah ich Augen wie die des kleinen blonden Mädchens, das den wilden, unbändigen Jungen damals bezwungen und zu ihrem willenlosen Sklagen gemacht.“ Dir Pfalzgraf hatte bei den letzten Worten die Stimme#toas mehr gedämpft, so daß der Kurfärst, der, einige Hirren und Damen des Gefolges ins Gespräch ziehend, sich neben seine Gemahlin gesitzt halte, nichts verstanden haben konnte. Karl Philipp zo; sich ein kleines Taburett heran, und sich neben die Markg:äsin sitzend, fuhr er fort, ihr von seiner Mutter, seiner Heimot, seiner Jugend zu erzählen, und Luise Charlotte, die sonst so Zurückhaltende, Steue war wie unter einem Bann, dem sie sich nicht entziehen konnte. Während sie dem warmen, natürlichen Geplauder Karl Philipps lauscht:, war es ihr, als tönten längst verhallte Klä ge aus der eigenen Jugendzeit in ihrer Seele wieder, als schmelze die Eiskruste der Steifheit und Zurückhaitung, die Hofluft, der Zwang der Etikette und Einsemkeit um ihe Herz gelegt, als sei sie noch einmal das freie, frohe und heitere Kind von früher. des ehemaligen Pfa# von Rosmerholm, der„radikalen“ Bol durch ihr Organ„9 ruhrs in das Bürge und in die eigene hat. Kroll sucht fl Interessen seiner Pa Redakteur zu gewin er jtzt selbst mehro sätzen der Volkspa# Anschauungen seien seines Amtes gew. Bekenntnisses kommt dieser wird noch verst über den eigentlichen Rosmers, Selbstmo Gatten Abfall vom Tod getrieben sei, so ihr Gatte, weil ihre Neigung ihrer jugen zugewandt habe. durch ein Schreiden G sinnungswechsel R kommt während die praktische Mitarbeit i da es der Partei ein wenn man„einenchi winne“, ist aber seh er auch religiös„f dinker habe man sch er habe es sich seite „niemand und nichts kirchlichen Angelegen gleich gibt er dem den Abfall von der auch, wie er selbst, sein werde; zu dem geheim gehaltenen## an ihn Anspielunge Bezug auf deren Sel frei von Schuld und Mißdeutungen seines decken, an diese die werden wolle(!) Rei Rosmer, das sei u. Rosmer seine Frage daß sie im Grunde# die ihrem idealen Str schein der Freiheit im im Wege gestanden", erst nach Beatens T „sinnlich n leidenschaft entsagende Liede" zu Sinn geadelt habe. von ihr als Beweis, adeln lasse“, v.rlangt, den Beate gegangen Mut und Willen zu habe, da erklärt er se und um ihren Zweif besitze, zu entkräften, gehen, nachdem er sie Kopf legend, zu sei gemacht hat(!!) Wie Drama zwei verschiede flochten, die demoralisi Partei tetriebes, das Freunkschaft erzeugt, Beeinflussung des här durch die dämonische begabten Weibes. Sittlichkeit durste die daß Rebekka West si. Bereich der Familie wurde von der Gattin fluß empfand. Was sind die Figuren, wie Stücken, voll, von a ausgea. beitet; selbst A Mortensgard hätte S. schaffen können. Abezum Zweck, sie sind Dichturg ist, wie di Plotl#mtistung, die führlch über dar Pro ist das, aber nichtd manche Einzelbeit im auf unsirer Bühne m zu lob n. Henz Ber und allmählich wachsen Rolle des Rosmer vo treten, ausgezeichnete Direktor Berstl als Brendel und Bram Mortensgard. Fräule wie zu erwarten, hö Aufsührung war richt (Die Besprei aufgeführten S kamn leider erst mer Aus den Kreisen Lübbecke, 3. Gestern wurde hier wenn nicht überh iu, unserer Stadt, L. Brune, zu Ge ein Alter von fast war bis zuletzt no „Westf. Ztz“ wird von hier geschrieb welchr sein ganzes1 seiner Vaterstadt ger in städtischen Dienste sekretär, dann als gestanden, und zwai wie er des ö terunter 4 Bürgerme konnte er seinen Lei uleßen, wie es woh Sie konnte mit den wie seit Jahren mit wer das glückliche L# zu über ihre Lppen nach der jungen Ma niemals hatte jemar Kurfürsten so heiter eaue verein) s#ofion so schver nen die Vorstands. tgegen und wird en. einemangel?) ststellen, daß an zmäckte in Deutschschweinen in den en August Sepamt um 71455 H gegenüber der stes zuzeroumin ulge sprochene Elriebs zunahne sich de, hat sich im ätigt, denn an ehmärkten beträ,t eineauftriebe tellung zeigt 1906 gegen 1905 + 11795 259 507 713 613 910 073 206 153 290 574 911 603 + + + + 117 7520 3813 1811 3314 285 2412 1676 1273 6519 1606 Wer 45160 der rund 20 v Die Zunahme nüber den verherverdoppelt und auf alle Märkte. au) wird uns geden 8. Dezember, it eine Aenderung örung des Fiesko“ selm“ von G. E. ung 7½ Uhr.— Ein eigenartiges, Stadttheater am einer winzigen, neter großen Ostwir den Berichten ehmen, bedeutende It scharf umrissene cht. Jede Figur enes Pcosi'. Das aber eine liebensinelle Figur ist der Engel aus seinem serüber genommen utor als Komödie es und fröhlichts Zweck, amüsante llen wird. ater.) Wochenezember. Anfang „Die Hochzeit Akten von Georg ezember. Anfang „Preciosa“. besang in 4 Akten Carl Miria von des Gesangvereins 1g. 11. D zember. ten Male:„Die ittwoch, 12. Deim zweiten Male: ustspiel in 4 Akten nnerstag. 1“. Zum ersten Mile: 4 Akten von Felix bezember. Anfang rama in 3 Akten bend, 15. Dez. stellung zu kleinen von Benedig“. Shakespeare. Mittwoch stattheater galt dem orbenen Dichters den„Rosmersdas vor 20 Jahren n Uebergang des ir naturalistischen de in seiner EntStückes ist, ganz Kroll, Schwager verändert haben itte. wiedererkannt Augen wie die sens, das den damals beenlosen Skladen den letzten nehr gedämpft, ige Hirren und spräch ziehend, tzi halte, nichts #rl Philipp zo; ran, und sich fuhr er fort, Heimot, seiner uise Charlotle, deue war wie sich nicht entdem warmen, silipps lauschte, ingst verhallte indzeit in ihrer e Eiskruste der die Hofluft, Einsemkeit um ich einmal das ) v o n f r ü h e r. des ehemaligen Pfarrers Rosmer, jetzigen Besitzers von Rosmerholm, fühlt sich berusen, der Agitation der„radikalen“ Volks partei entgegen zutreten, die durch ihr Organ„Leuchtturm“ den Geist des Aufruhrs in das Bürgertum, sogar in die Schuljugend und in die eigene Familie des Rektors getragen hat. Kroll sucht für die„Amtszeitung“, die die Interessen seiner Partei vertreten soll, Rosmer als Redakteur zu gewinnen. Der aber lehnt ab, weil er jtzt selbst mehr oder weniger sich zu den Grundsätzen der Volkspartei bekenne. Seine freieren Anschauungen seien auch Grund zur Niederlegung seines Amtes gewesen. Zufolge dieses offinen Bekenntnisses kommt es zum Bruch zwischen beiden; dieser wird noch verstärkt, als Kroll seinen Schwager über den eigentlichen Grund zu Beatens, der Gattin Rosmers, Selbstmord aufklärt, die durch des Gatten Abfall vom väterlichen Glauben in den Tod getrieben sei, sowie durch die Vorstillung, daß ihr Gatte, weil ihre Ehe kinderlos geblieben, seine Neigung ihrer jugendlichen Gehilfin Redekka West zugewandt habe. Redakteur Montensgard, der durch ein Schreiden Rebetkas von dem politischen G sinnungswechsel Rosmers in Kenntnis gesetzt ist, kommt während dieser Szene, um Rosmer für praktische Mitarbeit in der Gegenpartei zu gewinnen, da es der Partei eine starke moralische Stütze gebe, wenn man„einen christlich gesinnten Anhänger gewinne“, ist aber sehr enttäuscht zu erfahren, daß er auch religiös„freisinnig" geworden;„Freidinker habe man schon im Voraus genug", und er habe es sich seit einiger Zeit zur Regel gemacht, „niemand und nichts mehr zu stützen, was den kirchlichen Angelegenheiten zu Leibe wolle.“ Zugleich gibt er dem ehemaligen Pfarrer den Rat, den Abfall von der Kirche zu verschweigen, bald auch, wie er selbst, ein„gezeichneter Mann“. sein werde; zu dem macht er auf einem bisher geheim gehaltenen Brief der verstorbenen Gattin an ihn Anspielungen. Rosmer fühlt sich mit Bezug auf deren Selbstand doch wohl nicht ganz frei von Schuld und stellt, um sich vor weitem Mißdeutungen seines Verhältnisses zu Rebekka zu decken, an diese die Frage, ob sie seine Gattin werden wolle(!) Rebekka erklärt dem erstaunten Rosmer, das sei unmöglich Als bald darauf Rosmer seine Frage wiederholt, gesteht Rebekka, daß sie im Grunde Beaten in den Tod getrieben, die ihrem idealen Streben„ihn im klaren Songen schein der Freiheit emporwachsen zu lassen hindernd im Wege gestanden", sie gesteht aber auch, daß erst nach Beatens Tode an Stelle der früheren „sinnlich n leidenschaftlichen Zuneigung" die„große, entsagende Liede" zu ihm entstanden sei, die ihren Sinn geadelt habe. Als nun vollinds Rosmer von ihr als Beweis, daß die„Menschenseele sich adeln lasse“, v.rlangt, daß sie denselben Weg gehe, den Beate gegangen sei, und sie erklärt, sie habe Mut und Willen zu fühnen, was sie verbrochen habe, da erklärt er seldst, stausend über ihren Mut und um ihren Zweifel, ob er den gleichen Mut zu entkräften, er werde mit ihr in den Tod gehen, nachdem er sie noch, seine Hand auf ihren Kopf legend, zu seinem„echtmäßigen“. Weibe gemacht hat(!!) Wie man sieht, sind in diesem Drama zwei verschiedene Motioe mit einander verflochten, die demoralisierende Wirkung unsruchtbaren Partei tetriebes, das oft die bitterste persönliche Freuntsgaft erzeugt, und die verhängnisvolle Beeinflussung des häuslichen Friedens und Glück.s durch die dämonische Macht eines berückenden und begabten Weibes. Vom Stankpunkte strenger Sittlichkeit durste die Entwicklung nur die sein, daß Rebekka West sich entweder freiwillig dem Bereich der Familie entzog oder dazu gewwungen wurde von der Gattin, die den unhe lvollen Einfluß empfand. Was die Charaktere anbetifft, so sind die Figuren, wie in den meisten Ibsenschen Stücken, voll, von allen Seiten beleuchtet und ausgea. beitet; selbst Nebenfi zuren wie Brendel und Mortensgard hätte Shakespeare nicht vollkommener schaffen können. Aber die Figuren bleiben Mittel zum Zweck, sie sind nicht Seldstzwick. Arch diese Dichturg ist, wie die meisten späteren Stücke, Plotlmtictung, die Figuren sprechen sich zu aus führlch über dae Problem aus; realistisch genug ist das, aber nicht dramatisch, es ermüdet, wie manche Einzelbeit im Dialog. Die Darstillung auf unsirer Bühne war nach jeder Richtung zu lob n. Henz Bernecker ließ das erwachende und allmählich wachsende Schuldbewußtsein in der Rolle des Rosmer vortrifflich in die E.scheinung treten, ausgezeichnete Charakterfizuren waren Herr Direktor Berstl als verbummettes Genie Ulrik Brendel und Bram Mey#adier als Redakteur Mortensgard. Fräulein Stollbergs Leistung war, wie zu erwarten, höchst anerkennungswert. Die Aufsührung war richt gut besucht. (Die Besprechung des gestern aufgeführten Stückes von Towote) kamn leider erst mergen gebeacht werden. wäre, er war seit fast zwei Jahrzehnten erblindet. n Todtenhausen, 3. Dez.(Grundsteinlegung.) Gestern, am 1. Advents sonntage, vormittags ½11 Uhr fand hierselbst die feierliche Grundsteinlegung zu einer neuen Kirche statt, in Gegenwart des Peeskyseriums der St Mariengemeinde zu Minden und einer zahlreich versammelten Gemeinde. Ansprachen hielten die Pestoren Graeve und Küppermann. Chorgesänze wechselten mit gemeinsam gesungenen Ledern. Es war eine schöne Feier. Die neue Kirche soll den Namen Christuskirche führen. Aus den Kreise Hersoed. Herford, 5. Dez.(Die Missions konferenz) war wieder gut besucht. Auf die Eröffaungsansprache des Pastors Möller Gütersloh folgten Vorträge der Herren Mssionsinspektor Hausleiter und Mis sionar Pastor Warneck. Die ansprache hielt Pastor Gottschalk. Die Kollekte hatte dim Vernehmen nach einen Ertrag von rund 700 Mk. Ein eingehender Bericht folgt in den nächsten Tagen. Herford 6. Dez.(Die Hunde sperre) ist wieder aufgehoben. Herford, 6. Dez.(Wahrscheinlich ertrunken) ist der Arbeiter A. Wattenbirg Er war abends zum Weiden abschneiden an die Wirre gegangen, als plötzlich Hilferufe ertönten. Beim Nachforschen war von Wattenberg nichts mehr zu hören und zu sehen. Enger, 5. Dez.(Unfall.) Heute nach mittag 2½ Uhr passierte an der Ueberfahrt der Wörde folgender Unfall: Das einspännige Fuhrwerk des Handelsmanns Niehaus in Schildesche wollte das Bahngleise passieren, a's die Maschine, welche das Läutewerk in Bewegung hatte, die Ueberfahrt passierte. Dem Pferde wurde ein Bein abgefahren, der Wagen umgekippt und die Infassen aus dim Wagen geschleudert. Der Mann ist weiter nicht virletzt. Ob die Frau verletzt ist, ist noch unbekannt.(Bünd. Tagebl.) Vlotho 5 Dez.(Die Abberufung) des Hilfsgeistlichen an der hiesigen Stephanigemeinde, Herrn Pastor Nachtigal, ist, der „Westf. Zig.“ zufolge, entsprechend dem Wansche der Gemeinde, von der Kirchenbehö de wieder rückgängig gemacht worden. Zir großen Freude vieler Gemeindemitglieder verbleibt also der jange Geistliche vorläufig noch hier im Amte. A Spenge, 6. Dz(Wahl.) Da die Waylperiode des stellvertretenden Gemeindevorstehers Wibbing hierselbst abgelaufen war, mußte eine Neuwahl vor genommen werden. Das Ergebnis derselben war: Der frühere Inhaber dieses Amtes wurde einstimmig wieder zewählt. II Löhne 8 Dezbr.(Eisenbahn Unfall.) Der heate morgen von Hameln einlaufende Pecsoner zug stieß vor dem hiesizen Bahnhof auf einen auffahrenden Güterzug. Glücklicher Weise bemerkte der Lokomotio führer des Prsonenzuges noch im letzten Auzenblick die große Gefahr und hatte noch Geistesgegenwart gerug, Gegendampf zu geben. I folgedessn wurde der Arprall bedeutend abgeschwächt und Verletzungen von Personen verhütet. Die beiden Maschinen und einige Güterwagen sind erheblich beschädigt. Nach einigen Stunden war die Steecke wieder freigeschafft. Ein Verschulden seitens der diensthabenden Beamten liegt dem Vernehmen nach nicht vor. linksseitig erfaßt und zur Seite gestoßen. Allem Anschein nach schüint derselbe keine schwere Verletzungen davongetragen zu haben, er ist zum Keankenhause transportiert. (Süt. Btg.) Aus dem Reg.=Bez. Münster und Arusberg. Münster, 4. Dez.(Im Dienst verunglückt) Gestern nachmittag wurde auf dem hiesigen Hauptbahnhof der Stationsdiätar Hillmann von einer Rinziermaschine erfaßt und mitten durchgeschnitten. Der Verunglückt: war erst 8 Mona'e verheiratet. Annen, 6 Dezbr.(Zur RoburitExplosion) Nach den Tagen höchster Aufregung kehrt nach und nach bei der Bevölkerung wieder Ruhe und Ueberlegung ein. Die im ersten Schrecken geflüchteten Bewohner kommen zurück und richten sich wieder wohnlich ein. Vele 100 von Handwerkern sind mit dem Aufbau und der R paritur der zerstörten Gebäul'chleiten beschäftigt. Die Aufräumungsarbeiten werden eifrig fortgesetzt. Man hofft damit bis heute nachmittag fertig zu werden. Die drei noch vermißten Leichen hat man noch nicht gefunden. Es ist nicht ausgeschlossen, daß sie von der Wucht der Exolosion in Fetzen zerrissin und nach allen Richtungen geschleudert worden sind.(Rh=W. Ztg.) Aus den Nachbarprovinzen und Staaten. Salzuflen 5. Dez.(Ertrunken) ist laut„Westf. Z'g.“ heute beim Spülen der Wäsche die Dienstmagd des Fabrikanten Schuseil, eine Tochter des Landwirts Pumpen meter aus Wüsten. Wiederbelebungsversuche blieben ohne Eefolg. Düsseldors, 5. Dezbe.(Diebstahl.) Aus dem hiefigen historischen Museum wurden Gold und Silbermünzen im Werte von 3500 Mk. gestohlen. Von den Tätern fehlt jede Spur. Cleve. 5. Dez.(Ablehnung.) In den letzten Monaten haben zwischen der hiesigen Stidtverwaltung und der Regierung bezw. dem Provinzial Schulkollegium Verhandlungen wegen der Errichtung eines evangel. Lehrerseminars stattgesunden. Die überwiegende Mehrheit der Stadtverordneten hal in geheimer Stzung in der Angelegenheit einen ablehnenden Beschluß gesaßt. Auf die Anträge zweier Stadtverordnete, die Gründe der Ablehnung öffintlich bekannt zu geben, wurde in öffentlicher Sitzung folgender Passus aus dem Protokoll der betreffenden geheimen Sitzung verlesen:„Die Vorlage wegen Errichtung von Lehrerbildungsanstalten om hiesigen Platze wurde von der Statt verordnetenversammlung abgelehnt, weil sie nicht so große Vorteile aus den Anstalten erwartete, daß dadurch die übervommenen Lasten auszeglichen würden." Es dürste, wie die„Ry=W. Ztz.“, der wir die Mtteilung entnehmen, meint, nicht viele Stadtvertcetungen geben, die die Errichtung derartiger Anstalten ablihnen. Elberfeld, 4. Dez.(Die heutige Stadtverordnetensitzung) nahm ei# Geschenk dis Freiherrn von der Heyo, bestehend aus einer Bronzestalue, die Musik darstillend, von dem Beldhauer Gustav Rutz, an. Die Statue soll auf dem Pletz vor der Festhalle Aufstellung finden. Wunder einem gewaltsamen Tode. Marquis Deferra und Graf Demolina wurden ernstlich verwandet. Drei Treiber wurden getötet. (Ein Doppelmord und seine Folgen.) Ein sehr trautiges Aufsehen erregt ein von einem Lehrer Müller verübter Doppelmord. Wie dem aus Hof(Sachsen) gemeldet wird, sich dort die 24jährige in Oberkotzau wohnerde Schwester des Doppelmörders Müller aus Scham über die Schande, die der Bruder über die Familie gebracht, in der Saale. Ein älterer gleichfalls Lehrer, erlitt, als der Verzweiflungstat der Schwester Kenntnis erhielt, einen Schlaganfall. am 3./12. 49 49—50 49 am 3./12 am 3./12 42—43 36—38 46—47] 46 39—4038—40 32—85 3—31|31—32 — 28—29 44—4544—4545—47 39—40|89—41|41—42 43—44 44—45 37—39 Uebersicht der Witterung Bielefeld, 7. Dezember 1906. ckelmann Ww., kier. Niedrigst. Thermometerstand in der Nocht— 1 G. Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+ 1 W. Barometer 76,0 cw. Wind: Nord. Himme: teilreise bedeckt. Schlachtviehpreise nach Lebendgewicht anf Orund antlicher Marttberichte zuiammengeheil und nach einigen telegraphischen Berichten bearbeitet von der Centralstelle für Viehverwertung der Preußischen Landwirt schaftskammern Berlin W., Köthener Straße 39. Geunoh. Ochsen. a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt(mind. 12 Ctr. Lbg.) b) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete. e) mäßig genährte junge und gut genährte ältere d) gering genährte jeden Alters Bullen. a) vollfleischige, ausgemästete bis zu 5 Jahren b) vollfleischige jüngere e) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere d) gering genährte jüngere und ältere Kalben und Kühe. a) vollfleischige, ausgemästete Kalben höchsten Schlachtwertes b) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes, bis zu 7 Jahren... c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Kalben d) mäßig genährte Kühe u. Kalben.... Kälber. a) Doppellender b) feinste Mast=(Vollmilchmast) und beste Saugkälber e) mittlere Mastkälber und gute Saugkälber d) geringere Saugkälber u. älteres, gering genährtes Jungvieh(Fresser) Schafe. a) Mastlämmer u. jüngere Masthammel d) ältere Masthammel. c) mäßig genährte Hammel u. Schafe(Märzschafe) Schweine. a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen bis zu 1¼ J b) fleischige c) gering entwickelte sowie Sauen 32—36|35—37 29—30 37—58 26—80 74.75 37—39 34—35 — 56—58157—60 — 52—55/48— 55 — 45—5140—45 40—41 36- 38 27—99— 62—63 60—61 58—59 65 63—64 59—62 41 35—87 64 61 63 55 60 Vermischtes. Aus den Kreisen Minden und Lübbecke. Lübbecke, 3. Dezbr.(Todesfall.) Gestern wurde hier einer unserer ältesten, wenn nicht überh mupt der älteste Mitdürger unserer Stadt, Herr Kämmerer a. D. L. Brune, zu Grabe getragen. Er hat ein Alter von fast 90 Jahren erreicht und war bis zuletzt noch geistig gesund. Der „Westf. Ztz" wird über diesen Todesfall von hier geschrieben: Der Verstorbene, welchr sein ganzes Leben ununterbrochen in seiner Vaterstadt geweilt, hat lange Jahre in städtischen Diensten, zunächst als Stadtsekretär, dann als Kämmereikasseurendant gestanden, und zwar hat er seinen Dienst, wie er des ö teren mit Stoz erzählte, unter 4 Bürgerme stern getan. Lider konnte er seinen Ledensabend nicht so gee uleßen, wie es wohl zu wünschen gewesen Sie konnte mit dem Pfalzgrafen plaudern wie seit Jahren mit niemand mehr, und wer das glückliche Lachen hörte, das ab und zu über ihre Lppen kam, sah fast erschrocken nach der jungen Markgräfin hinüber, denn niemals hatte jemand sie am Hofe des Kurfürsten so heiter und so lebhaft gesehen. (Fortsetzung folgt.) Aus dem Kreise Halle. Werther, 5 Dez.(Schulgeld) Die Beschlüsse der Schulvettretungen vom 8 Oktober, nach welchen zur Erreichung des vom Kreisausschusse in Halle zur Weiter. erhebung genehmiaten Schulgeldbetrages ven jährlich 1098 Mt. für die Zit vom 1. Januar 1908 bis 1. Aptil 1908 von jedem die Selekta besuche den einheimischen Kinde ein jährliches Saulgeld von 30 Mk erhobeen werden soll, hat nach dem Kreisbl.“ die Regierung von Schulaufsichtswegen bestätigt. Hesselteich, 5. Dez.(Schulbau.) Da die Schulvertretung in der kommissarischen Verhandlung vom 4. Juli d I. die Not wendigkeit der Erweiterung des bestehenden Schul yiems nicht anerkannt haben, hat die Regierung im B schlußrerfahren argeordnet, daß die hiefige Gemeinde die Schule durch Anbau eines zweiten Klassenzimmers und einer Wohnung für einen unverheirateten Lehrer zu erweitern hat.(Hall. Kreisbl.) Aus den Kreisen Wiedenbrück und Paderborn. Gütersloh, 6. Dez.(Unglücksfall) Der Rottenarbeiter K amer aus Pavenstädt wurde heute nichmittag gegenüber dem Eintrachtsgarten von der Maschine des kur, vor 3 Uhr hier durchfahrenden D Zuges Braunschweig, 5 Dez. Vergangene nacht gegen 1 Uhr wurden dem Rangierer Hermann Lüders aus Heiningen. Vater von fünf unmündigen Kindern, auf dem Bahnhofe Börßum von einem Rangierzug beide Beine und die linke Hand abgefahren. Sein Zustand ist hoffnungslos. Hamburg, 6 Dez In dem hier heute vor der ersten Strafkammer des Lankgerichts verhandelten Geheimbundprozeß erkannte die Strafkammer wie folgt: gegen Dserven auf 2 Monate G.fängnis wegen Geheimkür delei, gegen Skulte auf 2 Monate Gefärgnis wegn Geheimbündelei und 10 Tage Hoft wegen salscher Meldung, gegen Sutle auf 10 Tage Haft wegen falscher Meldung. Die beiden Groß, Grünberg und Witolin wurden freigesprochen. Die verhängten Strafen sind als verbüßt zu erachten. Paris, 6 Dezbr.„Eclair“ meldet, daß die Kosten für die Reparaturen des Lloyddampfers „Kaiser Wilhelm der Große“ und die Entschädigung an die Passaziere drei Milli onen Francs betragen. London, 5 Dez. Ein Deckoffizier 1. Kl., der mit der Leitung eines Teils des Admiral stades betraut war, und gewisse, besonders sekrete Signalbücher under sich hatte, ist verhaftet worden. Ein am Aufbewahrungsoit vermißtes Signalbuch wurde bei ihm aufgefunden. Der Verhaftete führte einen R volver bei sich und leistete verzweifelten Widerstand. Lissavon, 5. Dez. Der König von Portugal, sovie der Kronprinz entgingen bei einer Wildschweinejagd mit knapper No: dem Tode. Der König und der Klorpeinz jaglen mit einer Anzahl Hercen in der Nähe von Arronches, als die gehetz'en Eber plötzlich einen heftigen Angiiff auf die Jäger machten. Des Königs Pferd wurde uater ihm getötet der König selbst kam jedoch ohne Schaden davon. Der Kronpeinz entging edenfalls wie durch ein Vorstehende Preise verstehen sich für 110 Ped Lebendgewicht, bei Schweinen mit 20% Tara. Du amtlichen Schlachtgewichtpreise sind mittelst der argegebenen Schlachtprozente umgerechnet Neueste Nachrichten. Berlin, 7. Dez. Der Bund der Landwirte veröffentlicht ein Flugblatt über die Fleischteuerung. wird darin nachzuweisen versucht, daß die Grenzen schon genügend geöffnet sind, daß die Fleischpreise in London höher sind als in Deutschland, daß nicht die Landwirte, sondern andere Faktoren an der Fleischteuerung schuld sind, daß diese Teuerung eine Folge der allgemeinen Weltmarktkonjunktur, daß die Viehpreise erheblich gefallen sind und daß der Viehseuchenschutz im Interesse der ganzen Bevölkerung aufrecht erhalten werden muß.(Höchstwahrscheinlich werden wir das Flugblatt als Beilage bringen. D. Schriftl.) Lübeck, 7. Dez. Hier ist Hochwasser infolge einer Sturmflut eingetreten. Kanonenschüsse zeigen ein weiteres Steigen des Wassers an und fordern zum Räumen der Häuser in den tiesergelegenen Straßen auf, die zum Teil schon überflutet sind. Munchen 7. Dz. Der„Bayerische Kurier meldet, daß in dem Befinden des erkrarkten Reichstags= und Landtagsabgeordneten Dr. Heim ein Rückfall eingetreten ist. Die Krankheit gibt zu ernsten Besorgnissen Anlaß. Stadt-Theater. Sonnabend, den 8. Dezember er. Anfang 7½ Uhr. Klassiker=Vorstellung zu kleinen Preisen. Minna von Barnhelm. Lustspiel in 5 Akten von G. Lessing. Sonntag, den 9. Dezember er. Anfang 7 Uhr. — Zum 1. Male:— Die Hochzeit von Poêl. Komödie in 3 Akten von G. Engel. Glänzender Erfolg am Neuen Theater zu Berlin und am deutschen Schauspielhause zu Hamburg. Montag, den 10. Dezember er. Anfang 8 Uhr. Unter gefl. Mitwirkung des Gesangvereins„Gemischter Chor". General=Versammlung am Sonnabend, 8. Dezember, abends 8½ Uhr im Vereinslokal Remke. Tagesordnung: 1. Ballotage. 2. Weihnachtsfeier. 3. Wahl von Abgeordneten zum Kreisverband. 4. Vortrag. 5. Kasse Des Jahreswechsels wegen wird um Zahlung der rückständigen Beiträge dringend gebeten. 6. Verschiedenes. Der Vorstand. Husten-.— Heil Vorteilhaftes Weihnahts-Angebot husten!s Franz Packenius In allen Lägern grosse Posten Gelegenheitskäufe wie Kleiderstoffe, Seidenstoffe, Siamosen, Bettsatins, Tischtücher, Handtücher etc. Grosse Preisermässigung auf Damen- und MädchenKonfektion. Wer diesen nicht beachtet, versündigt sich am eigenen Leibe! Kaiser’s Fornspr. 1281 Photograph Bielefeld Niedernstr. 14 KrustCaramellen Aufnahmen jeder Art bis 8 Uhr abends bei elektr. Bogenlicht. Zurückgesetzte Herren- u. Knaben-Garderobe Visitbilder Dutzend von 7 Mark an. jetzt weit unter Preis. Aeltere Buckskins und Palstotstotte Serie 1 II III 1V jetzt K 3.00, 4 00, 6.00, 9.00. Kleiderstoff- und BukskinReste mit 10% Rabatt. Grosse, sehenswerte Weihnachts-Ausstellung. Grossartige Auswahl hübscher Festgeschenke. Kein Kaufzwang. Billigste Preise. 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Die Milchproduzenten-Vereinigung. Tröffnung laufender Rechnunger mit und ohne Kredit. Annahme von Geldern zur Gut schrift auf provisionsfreier Scheck- Konti mit günstiger Verzinsung. Verzinsung von Geldern, je nach Kündigungsfrist(Depositen Rechnungen). Diskontierung und Einziehung von Wechseln. Ausschreibung von Schecke Wechseln, Kreditbriefen. An- und Verkauf von Wert papieren Einlösung von Zins- und Dividendenscheinen, verlosten und gekündigten Wertpapieren. Annahme und Verwaltung vor Wertpapieren als offene Depôts unter gesetzlicher Haftung. Verlosung-Kontrolle, Versicherung gegen Kursverlus: usw. Aufbewahrung geschlossener Depôts. Vermietung stählerner Schrank (ächer(Safes) in feuer- und diebessicheren Tresoren. # NIRR T C # Bielefeld. Warenhaus für Lebensmittel. Bahnhofstrasse 19a. Fernsprecher 970. gibt Otto Kleusch #II Berlin, Schönhauser Allee 128. Unkosten werd. o Darl abgezogen. Keine Vorauszahlung. et Lebendfr. holländ. 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Ein Blick hinte Volks W Beachten Sie bitte unsere Schaufenster! Verantwortlich für den redektionellen Teil Hermann Lauge, für den Reklame= und Inse zeratena Kranmann. Druck und Verlag von A. von den Mühlen, sämtlich in Bieleseld. Unter dieser „Ostdeutsche Ko Daß der Schulst# probe, angestellt vi den allpolnischen A aber eine in ihren Bewegung ist dos Vorgeschichte dieser a einigermaßen unter: In der Tat ist langer Hand vorbei geleitet. Schon Jahren ist sie im Rußlands Macht Schlachtfeldern zu zussischen Polen zue loderte, sollte auch nationale Exolosion Natürlich unter Ber gearteten Verhältniss Wiedererobern ji auch„im russi hei vorragende Rolle spielt. Hatte man Schulen begornen, ursprünglich die G punkte und Träger Aber da erwies sich bald, daß die Dir anders lagen als in anderes ist, ob mai kratie durch eine vollends einschüchtert einer aufrechten, ihr gierurg zu iun Gymnasien und an bei uns ins Werk zu schließlich dann gar bezeichnender weis no diese Schulen auszu Agitatoren, die flumn Gen ssys,wang des in der Volke schule hal Söhne und Töchter, höhere Töchterschulen achtet ihres gefähr! Religionsunterricht ru Es kommt sogar vor Familie bestimmte Religionkunterricht sir ihn ruhig mitmachen. Eltern erweist sich ebe um die jenigen ihr welche die Voiksschul eine bemerkenewerte 1 über din Kindern, Schulen gehen. Gewi dings vereinzelt Fälle in diesen Sculen vor die Androhung der fast allen Fällen jedes erfolgreich beseitigt. mußten nur in den pin schulen in Schildber raar Schüler innen wir Und damit ist nun werhalb die Polen es# im Sommer 1905 wogt gionsunterrichte auf den