wir uns zu durchschnittlich gleich zirka Er gebraucht t und feinerem ese Milch nicht teueres Backutigen Preise daher einfach; für das Liter chädigt wird“ gen doch die wie jetzt bei ot, sind aber trotzdem ist ! K o r n p r e i s e n Bäcker aufen will, mag Liter Milch daß unsere ür die Milch ser verkaufen alten Preise s gegen den chproduzenten nzuschränken, veis, daß es enten einen k.0.50 Ziehm kahter, indlung isse 24. lefeld hme 0 Lit. Milch, lte. Nach Verahnstation oder gen in der Exp. natisikbarkeit ummeiner Mutter gen qualtleiden gerünguer heimerstr. 2/II. leteld. Wr. 185. #chselle. #n ellen Postanstalten 3 m., bei täglicher Zu###uug in Bielesel ##0 N., durch Brietwiger 1.42 M. 30. Jahrgang Anzeigengebühr fürdieeinspaltige Petiszelle oder deren Raum 12 Pf., für auswärts 15 Pf., Reklamen 40 Pl. Erscheint lebhmel wiüchentlch Seichstfestelle Ritterstr. 43. Jemsprecher Nr. 16. 5. Dezember: Schlacht bei Leuthen, 1757.— Mozart, Komponist, gest. 1791.— Graf F. L. Stolberg, Dichter, gest. 1819.— Graf 4 v. Platen, Dichter, gest. 1835.— Siegreiche Schlacht bei Orleans, 1870. Die Kolonialdebatten im Reichstage verliefen bis zum Sonnabend ziemlich ruhig und man glaubte daher, sie würden in der selben Weise enden. Aber weit gefehlt: Bebel nahm das Wort, brachte Anklagen gegen Kolonialbeamte vor und nöligte dadurch den Kolonialdirektor am Montag zu einer scharfen Erwiderung. Bezüglich eines Beamten, Pöplau, von dem Abgeordnete „Material“ erhalten hatten und gegen den ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden ist, erklärte Hirr Dernburg:„Erst als Pöplau seine Pflichten in gröblichster Art verletzte, durch Mitteilung von Akten an Abgeordnete, blieb nichts anderes übrig, als das förwliche Disz plinarverfahren gegen ihn zu eröffnen. Pöplau ist ein Mann, der jeder Belehrung unzugänglich war(stürmische Zwischenrufe links, die sich wiederholen, als der Redner fortfährt). Pöplau ist ein Mann ohne Selbstbeherrschung, dem jeder Takt abgeht und jedes Pflichtgefühl. Weiter legt Redner noch dar, daß Pöplau auch kein Recht gehabt habe, sich mit seinen Beschwerden direkt an den Reichskanzler zu wenden. Der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes war Pöplaus Vorgesetzter und der Reichskanzler habe keinen Anlaß gehabt, sich mit den Beschwerden Pöplaus zu beschäftigen. Pöplau ging jeder Anspruch auf volle Glaubenswürdigkeit ab“(erneuter stürmischer Lärm). Hierauf nahm der Abgeordnete Roeren (Zentrum), der seine Hand über den„Eothuller“ Wistuba hält, der kurze Zeit in Togo im Koonialdienst stand, das Wort: Nach dem Prozentsatz der vom Kolovial direktor mitgeteilten Bestrafungen müssen, wenn die Zahl der Verfehlungen sich hier mit der Zahl der Bestrafungen deckt, die Beamten in den Kolonien die reinen Engel sein und himmelhoch über den eirheimischen Beamten stehen. (Heiterkeit.) Wollte ich alle nur bekannten Verfehlungen mitteilen, mäßte ich Ihre Zeit mindestens einen Tag in Anspruch nehmen. (Hört! Höt!) Was ich vorbringe, ist absolut verbürgt und der Kolonialverwaltung seit langem bekannt.(Hört, hört!) Auch der neue Kolonialdirektor hat nicht eingegriffen.(Hört! Hört!) Die Kosonial= beamten haben oft nicht eine einwandfreie Vergangenheit Sie treten nicht auf, als wäre das Deutsche Reich nicht lediglich Schützer und Schirmherr der Eingeborenen, sondern sie machen die Eingeborenen zum Gegenstand ihrer oft rohen und niedrigen Passionen. Bei der P ügelstrafe werden die Eingeborenen an Händen und Füßen gesesselt, über ein Faß geschnallt, und der stärtsie eingeborene Soldat muß mit einem drei Finger starken Stock oder Strick mit beiden Händen zuschlagen, daß der Stock durch die Lust pfeift. Jeder Bureaubeamte verhängt die Prügelstrafe wegen noch so kleiner Verfehlungen. Das ist grausam und menschenunwürdig.(Lebhafter Beifall.) Die Ausübung der Prügelstrafe endet oft mit dauernder Krankheit und Siechtum.(Hört, hört!) In Togo soll die lö#perliche Züchtigung mit einem„Stäbchen" vorgenommen sein; mir ist ein solches„Stäbchen“ Abersandt; ich nenne das Knüppel.(Redner legt den Knüppel auf den Tisch des Hauses nieder.) Nun stellen Sie sich vor, daß bei solchen Züchtigungen selbst dieser Knüppel zerbrochen ist.(Pfui Ruse.) Ost ist nach drei Jahren noch die Narbe der durch die Züchtigung hervorgerofenen Wunden zu sehen gewesen.(Hört! hört!) Gegen einen Missioner(katholischen in Togo) aber, der auf diese Scheußlichkeiten hinwies, ist das Disziplinarverfahren eröffnet worden! Redner führt einzelne Fälle an, in denen die Prügelstrafe an Eingeborenen in grausamer Weise ausgeführt ist, ohne daß die betr. Beamten zur Verantwortung gezogen wurden. Die Eingeborenen sind vell Angst und Schrecken vor den Weißen; sie wagen vor Gericht gegen keinen Beamten auszusagen. Zeugenbeeir flussungen sind nicht selten. Dos non plus ultra ist, daß Mädchen zu nächt lichem Tanz geladen wurden und daß im Falle ihrer Weigerung die Mütter 20 Mark zahlen sollten.(Hört, hört!) Dagegen wandten sich die Missionare(katholische), und alsbald wurde allen Eingeborenen verboten, sich bei den Missionaren Rat zu holen. (Hört, hört!) Ein roch schlimmerer Fall aus Kamerun. Ein Beamter Schmidt ernannte seine Dirne zur Königin und beauftragte sie, seinen Gästen die Frauen zu besorgen. Diese Kupplerin wußte einen Degen tragen, und ihr wurde die Gerichtsbarkeit ohne Rücksicht auf das Objekt in erster Instanz übertragen(Heiterkeit) und ihr auch die Gerichtskosten überwiesen.(Erneute Heiterkeit.) Alle diese Dinge sind der Kolonialverwaltung seit Jahren bekannt, und trotzdem wurde Schmidt nach Kamerun zurückgeschickt.(Stürmisches Hört, hört!) Ein Mädchen, das Samidt nicht zuwillen sein wollte, wurde mit Peitschenhieben unmenschlich traktiert.(Hört, hört!) Selbst den Missionaren wurden unerhörte Schwierigkeiten bereitet. Einem Mann sollte die Beichte nur dann gestattet werden, wenn er so laut spreche, daß ein Aussichtsbeamter es höre.(Stürmisches Hört, kör! im Zentrum Einem anderen wurde zugemutet, das, was er beichten wolle, vorher dem Gouverneur schriftlich zu unterbreiten.(Hört, hört!) In einem anderen Falle wurden die Zeugen von dem angeschuldigten Stationsleiter Schmitz selbst vernommen. Das ist die Rechtspflege in Toco. Alle Schuldigen sind noch heute in Amt und Würden. Da muß man doch Bederken tragen, für die Kolonien über haupt noch einen Psennig zu bewilligen (Stürmische Zustimmung bei den Sozialdemokraten), wenn nicht gründlich mit dem bisherigen System gebrochen wird(Beifall im Zentrum.) Auch von den evangelischen Missionaren wird ernste Klage geführt. Das Matcrial zu diesen Ausführungen habe ich weder von Missionaren noch von Kolonialbeamten, sondern aus den Gerichtsakten und von dem Anwalt der Missionare. Den betreffenden Beamten muß zum Bewaßt. sein gebracht werden, daß ihre Tätigkeit auch hier im Reichstage kontrolliert wird.(Lebhafter Beifall im Zentrem) Präsident Graf Ballestrem konstatiert, daß der Bureaudirektor des Reichstags eine gerichtliche Beschlagnahme von Papieren im Reichstage nicht zugelassen und daß der Päident dem Direktor für sein Verhalten seinen Dank aus gesp ochen hat; er solle nur der materiellen Gewalt weichen.(Lebhafter Beifall) Eine Haussuchung hat also nicht stattgefunden.(Beifall.) Kolonialdirektor Dernburg: Herr Bebel hat sein Material nicht zur Verfügung gestellt und dadurch erreicht, daß hier Beamte an den Pranger gestellt werden, ohne daß ich darlegen kann, was an den Dingen wahr ist. Das ist grausamer als alles, was er selbst geschildert hat.(Lärm bei den Sozialdemokraten, Beifall rechts.) Ich vertrete den Grundsatz: alle Schuldigen werden bestraft, alleUnschuldigen werden geschützt, alle Verleumder werden verfolgt. Bei Herrn Roeren liegt lediglich der Versuch vor, in das Ver fahren der Gerichte einzugreifen.(Hört! Hört! rechts.) Ich habe meine Beamten zu schützen, wo sie unschuldig angegriffen werden. Im Fall Gersting ist zur Aufklärung alles Mögliche geschehen; die Untersuchung schwebt noch. Dr. Gersting hat vom Grafen Götz das beste Zeugnis erhalten. Die famose Anklage gegen ihn ist im Archiv der Missionen(katholischen) entstanden. Für das, was in der Anklage steht, ist nicht ein einziger Zeuge da.(Hört! Hört!) Wistuba aber hat eine Depesche, die an seinen Vorgesetzten gerichtet war, den Missionen(katholischen) ausgeliefert.(Hört! Hört!) Sein Mottv war ausgesprochenermaßen, Herrn Geheimrat Seitz zu schädigen. Uns aber wurde zugemutet, Herrn Wistuba die Treppe hinauffillen zu lassen.(Hört! Hö t!) Abg. Rorren aber hat erkärt, wenn die Wistuba=Angelegenheit nicht in der vom Zentrum gewünschten Wise erledigt werde, könne das Zentrum für die Kolonien keinen Psennig mehr bewilliger.(Gr. Bewegung.) Ich sage offen: wenn ich mein Amt nicht in Ehren führen kann, werde ich hier weg gehen; Beeinflussung dulde ich weder von rechts noch von links.(Lebh. Beifall rechts.) Die Fürsorge für die Missionen ist unser ernstes Streben. Dabei übersehen wir aber nicht, daß sich auch unter den Missionaren ab und zu einige schwarze Schafe finden können.(Beifall.) Abg. Dr. Arendt verteidigt den früheren Reichskommissar Dr. Peters. Abg. Roeren(Ztr.) legt Verwahrung ein gegen die plumpen und groben Beleidigungen, die der Kolonialdirektor gegen ihn ausgesprochen habe. Herr Dernburg darf nicht wagen, hier den Ton von Börsenjobbern einzuführen.(Lebh. Zustimwung im Zentrum.) Er hat vertrauliche Briefe von mir benutzt; das ist Vertrauensbruch. (Lebh. Zustimmung.) Wir werden urs hüten, nun noch dem Kolonialdirektor Material zur Versügung zu stellen. Die Wistuba Angelegenheit habe ich nicht hingestellt als eine Sache, von der meine Partei ihre Stellung zur Koloniaspolitik abhängig macht. Nach der ganzen Vergangenheit sind Sie, Herr Deruburg, nicht in der Lage, mich bloßzustellen.(Stürmischer Beifall im Zentrum und links.) Die schwarzen Listen von Beamten, die aus den Kolonien entfernt werden müssen, sind nicht von den Missionen aufgestellt, sondern von einem Abgeordneten meiner Partei, der als Kolonial= schwärmer gilt Für die Zukunft verditte ich mir solche Beleidigungen, wie sie Deruburg gegen mich geschleudert hat.(Beisoll im Zentrum.) Kolonialdirektor Dernburg hält sein Urteil über das Verhalten des Abg Roeren zur Wistuba=Angelegenheit aufrecht. Der Ton des Vorredners geht auf seine Erregtheit zurück. Roeren brachte nur Anschul digungen vor und Anschuldigungen sind keine Tatsachen. Werden hier unverbürgte Gerüchte vorgetragen, so bekomme ich überhaupt keine Beamte mehr.(Beifall rechts.) Welchen Grund, fragt Herr Dernburg, er denn em Verhüllen und Vertuschen hätte? „Ich hade doch keine Vergangenheit zu verteidigen, ich habe nur eine Zikunft“„Wer weiß?" tönt unter Beifallsgelächter des Zentrums eine Stimme aus der Mitte. Und nun folgt eine Abrechnung mit Herrn Roeren: „Damit ja nichts Uaklares bleibt, werde ich noch weiteres aus den Akten über Herrn Roerens Bemühungen vorlegen.“ Nun sind die Rollen vertauscht; jetzt ist es der Kolonialdirektor, der enthüllt. Enthüllt, daß vom Zentrum in der Tat mit allen Mitteln publizistischer und parlamentarischer Erpressung auf das Kolonialamt eingewirkt wurce, und daß die Verwaltung des Herrn Stüdel schwach genug gewesen ist, sich diesem Druck zu fügen.„Herr Stübel mußte schließlich", klagt ordentlich beweglich das amtliche P otokoll, „gegen seinen Willen in die Versetzung eines Beamten willigen, obschon er acht Tage zuvor Herrn Roeren gebeten hatte, ihm dieses kaudinische Joch zu ersparen.“„Die Eiterbeule habe ich aufgestochen und trage ganz gern die Konsequenzen.“ Das Wort wirkt wie eine Befreiung. Minutenlanges Bravo von rechts und links braust durch das Haus. Die meisten Abgeordneten haben sich erhoben und einzelne klatschen in die Hände. Und auf den Galerien pflanzt sich, was Graf Ballestrem nicht zu rügen vergißt, der Beifall fort. Herr Roeren hatte über Vertrauensbruch geschrien; jetzt aber stellte noch Herr von Loebell fest, daß aus einem seiner vertraulichen Briefe an Herrn Roeren eine Stelle wörtlich in die„Germania“ gekommen ist. Herr Roeren sagte, er hätte damit nichts zu tan; um so verwunderlicher ist es, daß vertraulich an ihn geschriebene Briefe teilweise in der„Germania“ abgedruckt werden. Das war ein wirkungsvoller Schluß der MontagsSitzung. Wie vernichtend die Niederlage des Abg. Roeren gewesen ist, wurde am folgenden Tage, dem Dienstag, mit seltener Deutlichkeit offenbar. Der Präsident des Reichstages Graf Ballestrem rief Herin Roeren wegen der Beleidigungen, die er sich am Montag gegen Herrn Dernburg erlaubt hatte, zur Ordnung. Herr Roeren selbst erklärte, nur für seine Person geredet zu haben. Fürst Bülow trat entschieden auf die Seite Dernburgs, der nur seinen Anordnungen entsprechend aufgetreten sei. Der Abg Erzberger führte als Vertreter des Zentrums einen Eiertanz auf und schloß mit einer sehr geschickten Rückzugskanonade, und der Kolonialdirektor Dernburg sprach ein versöhnendes Schlußwort. Die sechstägige Diskussion schloß also mit einer vollständigen Niederlage des Zentrums und einem eberso entschieden Sieg der Regierung. Bemerkenswert ist noch, daß ein Teit der freifir nigen Volkspartei unter Führung des Abg. Müller= Meiningen die Kolonial= polmik der Regierung unterstätzt. Auch die Presse erkennt den Sieg der Regierung an. Während die ultramontane Köln. Volks Ztg.“ erkennen läßt, daß ihre Partei den Reichskanzler nur als Vollstrecker der Zentrumspolitik betrachtet, wonach Herr Roeren gehandelt habe, schreibt der konservative„Reichsbote“:„Der gestrige Tag, der so vielverheißend für das Zentrum ansing, nahm einen bösen Ausgang für diese Partei; hoffertlich wird nun dem Eiz fluß des Zentrums auch auf andere Regierungsstellen ein Damm gesetzt. Nur eine Flucht in die Oeffentlichkeit hat das Kolonialamt aus der Zentrums mklammerung zu befreien vermocht. Das soll die Regierung sich merken.“ Weniger optimistisch urteilt der nationalliberale Hann. C.“:„Ein Systemwechsel wird nicht eintreten. Die Regierung des Fürsten Bülow wird sich auch nach dem kleinen häuslichen Zwist auf das Zentrum stützen und das Zeutrum auf die Regierung. Aber in die Kolonialverwaltung daheim und draußen, in der, was jtzt nun wohl auch ihre treuesten Verteidiger aus dem Sommer nicht werden abstreiten können, bis her eine Mißwirtschaft sonder gleichen geherrscht hat, ist, soweit man aus den Anfängen urteilen kann, ein neuer Geist eingezogen.“ Bisher hat allerdings eine unglaubliche Wirtschaft geherrscht. Das Zentrum schacherte zuerst mit dem Kolonialamt und bekam dann, als die von ihm gestellten Bedingungen nicht erfüllt wurden, den Wahrheitsdrang, in dem es zu enthüllen ausing. Auch die„Kreuz Zeitung" hat die„ziemliche Gewißheit" gewonnen,„daß es sich hier um einen krassen Fall von andauernden Einmischungen einer Partei in Verwaltungsangelegenheiten handelt und um den Versuch eines Zentrums abgeordneten, der dazu selbst Richter ist, auch in den Gang einer gerichtlichen Unter suchung einzugreifen.“ Man kann alles in allem dem Kolonialdirekter Dernburg nur dankbar sein, daß er die Eiterbeule auf gestochen und auch gründlich ausgedrückt hat. Der 3 Dezember war ein glück licher und bedeutungsvoller Tag. Noch einmal die Entscheidung des Oberkirchenrats. Es wird ohne Zweifel vielen Lesern dieser Zeitung lieb sein, wenn wir sie mit den Bestimmungen der Kirchen=Ordnung für die evangelischen Gemeinden der Provinz West falen und der Rheirpcovinz bekannt machen, welche in dem„Falle César" vor allen andern in Betracht kommen. Diese Bestimmungen haben wie die ganze Kirchenordnung Gesetzeskraft. Es heißt in der Einleitunz, die über den „Bekenntnisstand der evangelischen Kirche in Rheinland und Westfalen" handelt wie folgt:„Die evangelische Kirche Westfalens und der Rheinprovinz gründet sich auf die Heilige Schrift Alten und Neuen Testaments, als die alleinige und vollkommene Richtschnur ihres Glaudens, ihre Lehre und ihres Lebens und erkennt die fort dauernde Geltung ihrer Bekenntnisse an. Diese in Geltung stehenden Bekenntnisse sind, außer den alten, allgemeinen der ganzen Christenheit.(das apostolische, das nicänische das Konstantinopoli tanische Glaubensbekenntnie) lutderischerseits: die Augsburgische Korfession, die Apologie der Augsburgischen Konfession, die Schmalkaldischen Artik=l und der kleine und große Kitechismus Luthers; reforwierterseits: der Heidelberger Katechismus. Da, wo lutherischerseits die Concordienformel oder refor mierterseits die Augsbargische Konfession kirchenordnungsmäßig besteht, bleiben auch diese in Geltung.“ Damit vergleiche man nun, was der Eoangelische Oberkirchenrat beliebt hat an die Stelle dieser Bekenntnisse zu setzen, wonach zu entscheiden sein soll, ob ein Geistlicher in das Lehramt der Kirche zuzulassen ist oder nicht. Die hohe Behörde sagt:„es ist zu ermitteln, ob der Pfarrer sich zu dem Glauben an J=sus Christus, den einge borenen Sohn Gottes als den alleinigen Mittler des Heils bekennt und Ihn in seinem Leben, Sterben und Auferstehn als den einigen Grund unsers Heils der Ge meinde verkündigt“. Wir geben zu, daß der Satz gut ausgeklügelt ist Die„Krevz=Ztg.“ nennt ihn„ein kleines Meisterweik der Ver mittlungskunst". Gewiß, ich kann meinen Glauben also zusammenfassen, ohne mit den Bekenntnisschriften in Widerspruch zu treten, ich kann aber auch so reden, wenn ich in Christo nichtt weiter sehe als einen religiösen Heros, einen Uebermenschen, der in seinen Lehren auferstanden ist und die Welt erobert, indem er die Menschen von Vorurteilen befreit und dessen Vorbild die Kraft gibt, die Sinnlichkeit zu besiegen. Das machen aber die Bekenntnisschriften unmöglich, schon allein Luthers kleiner Katechismus macht das unmözlich Und deshalb ist die moderne, ungläubige Theologie den Bekenntnisscheiften gegenüber rettungslos verloren. Glücklicher Weise hat aber der Oberkirchenrat, der eine reine Aufsicht= behörde ist, garnicht das Recht, eine neue Glaubensnorm für die evangelische Kirche in Preußen auszustellen und darum hat sich derselbe ins Unrecht gesetzt gegenüber dem Königlichen Konsistorium in Münster, welches ganz und gar sich allein auf das verbeiefte Recht der Bekenntnisschriften gestellt hat. Es kann daher nicht ausbleiben, daß die Entscheidung des Oberkirchenrats den Anlaß gibt zu einer großen Bewegung und die in Dortmund kürzlich abgehaltene Versammlung der„Freunde der evangelischen Freiheit“ zeigt, wohin die Reise geht. Einer der zu Hilfe gerufenen Prosessoren, Baumgarten aus Kiel. sprach von„jungen Leuten. die unter der Nitigung des Forschens und des philosophischen Denkens zum Denken und Fühlen eines Volkes gekommen sind, in dem ein Gottze nicht umsonst gelebt hat". Das befähigt also nach der Anschauung des Herrn Professor einen Theologen das Edangelium von der freien Gaade in Christo zu verkündigen. Wer für die Anstellungsfähigkeit solcher Männer kämpft, der bahnt„der Wiyrheit und dem Geist eine Gasse"!! Odne Zveifel gehört zu diesen Mitkämpfern auch jener„westsälisch: Pfarrer“, der sich in Nr. 1150 der„Rheinisch=Westfälischen Zig“ vom 28 November zu folgender Unverschäntheit ausschwing. „Aus der scharfen Zurechtweisung wird man in Münster unzweifelhaft die eirzig richtige Konsequenz ziehen, indem der für das Kollequium und die Nichtbestätigung Césars in erster Linie verantwortliche General=Superintendent ernstlich die Frage erwägen wird, ob er weiter an der Spitze der westsälischen Provinzialkirche verbleiben darf. Herr General=Superinter dent Zöllner wird sich ferner der Tatsache nicht verschlußin können, daß er das Vertrauen weiter Kreise unserer Provinzialkirche nicht besitzt, daß man ihm vielmehr, ganz abgesehen von dem Falle César, mit einem gewissen Mißtrauen begegnet. Schon seine Berufung als Generalsuperintendent rief vielfach auch auf orthodoxer Seite, Erstaunen und Verstimmung hervor, weil man bezweifelte, daß er die für eine so hohe lettende Stellung doch durchaus notwindigen repräsentativen Eigenschaften besitze. Dieses Gefühl trat um so lebhafter hervor, als man bis kurz vor der Berufung Zöllners erwartet hatte, daß der sympathische, feingebildete, theologisch tief gegründete Konsistorialrat Lahusen in Berlin, der früher jahrelang in Hamm als Pfarrer in großem Segen gewirkt hat zum Nachfolger D. Neves ernannt werden würde.— Welche Konsiquenzen die Nichtbestätigung Césars in der Dortmunder Reinoldi=Gemeinde hervorrufen wird, können wr, als der dortigen Bewegung Fernstehende, nicht beurteiler, aber wir glauben, es würde sehr bald eine Beruhigung der Gemüter eintreten, wenn der in dieser Sache hauptschuldige Teil, Herr GeneralSuperi tendent Zöllner, die ihm unseres Erachtens vom Oberkirchenrat nahegelegte Konsequenz ziehen wollte.“ Jedes Wort hierzu wäre zu viel. Wir bedauern die„Rheln.=Westf. Zeitung", daß sie sich nicht geschämt hat, als Sprachrohr für den„westsclischen Pfarrer" zu dienen. Politische Aus dem Heutschen Reiche. Berlin, 4 Dezember. Der Kaiser traf heute mittag in Breslau ein wo er die Kaserne des Leibkürassier Regiments besuchte. Gegen abend traf er dann in Klitschdorf beim Fürsten Solms=Baruth ein. Die Kaiserin ist im Neuen Palais wieder einget offen. Eue Sonderaus gabe d's Amisblattes des Reichspostamts vröffentlicht einen Erlaß des Kaisers, worin der Kaiser dem Staatssekretär des Reichspostamts und den Beamten seiner Verwaltung für die er folgreiche Arbeit während der Jahre 1901 bis 1905 seinen Dank ausspricht. Mit den Vorlagen über eine Berbreiterung des Nord Ostseekanals wird sich, we eine hiesige Ko respondenz berichttt, das Parlament voraussichtlich noch in dieser Session zu beschäftigen haben. Der Vorstand des Gesamtverbandes der christlichen Gewerkschaften Deutschlanks veröffentlicht eine Ecklärung, in welcher er ausführt, daß der Entwurf über die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine als eine großzügige Regelung des Gewerkschaftsrechtes nicht gelten könne. In Form des Entwurfes sei das Gesetz für die christlichen G. werkschaften unannehmbar. Dem„Hann. C.“ wird aus Hamburg ge meldet, die Nachricht bestätige sich, daß die Marinebehörde beabsichtigt das ganze Oberlard von Helgoland anzukaufen, um eine Verstärkung der Armierung vorzunehmen. Braunschweig 4. Dez. Die„Braunschweig. Lindeszig.“ schreibt:„Auf Grund von Nachrichten, welche durch absolut vertrauens würdige Privatpersonen nach münd licher B sprechung mit dem Herzog von Cumverland hiecher gelangt siad, kann es als unzweifelhaft angesehen werden, daß der Herzog einen Berzicht auf Hannover endgültig auf das ent schiedenste ablehnt. Ob trotzdem die Throvfolge eines seiner beiden Söhne noch als möglich zu erachten sein würde, läßt sich im Augenblick nicht übersehen.“ Darmstadt, 4. Dez. Heute vormittag 11½ Uhr fand im Neuen Palais die Taufe des am 8. November geborenen Erbgroßherzogs statt. Der deutsche Kaiser als Pite war vertreten durch den Prinzen Eitel Friedrich. Den Tausakt vollzog Oberhosprediger Ehrhardt. Während der Taufe hielt Prinz Eitel Friedrich den Täufling, der den Rufnamen Georg erhielt. Erfurt, 4. Dez. Die Strafkammer verurteilte heute nach zehnstündiger Verhandlung die Redakteure Dornheid und Stange von der sozialdemokratischen Erfurter„Teibüne“ wegen Beleidigung des preußischen Abgeordnetenhauses in j: zwei Fällen zu je sechs Monaten Gefängnis. Aus dem Auslande. Budapest, 4. Dez. Baron Aehrenthal gab heute vor den Delegationen seine Exoofé über die auswärtige Politik Meine Aufgabe, sagte er u. a, wird leicht sein, weil Oesterreich Uggarn mit allen Faktoren der europäischen Politik freundschaftliche, vertrauens volle Beziehungen unterhält. Mit Deutschland verbündet uns enge Freundschaft, die auf der Gemeinsamkeit großer Jateressen bastert. Diese enge Freundschaft bildet nicht allein eine der wesentlichsten Bürgschaften des Friedens seit mehr als 25 Jahren, sondern sie kommt überhaupt dem europäischen Staatssystem zu gute, und wird— ich bin fest davon durch drungen— auch in Zakunft einen günstigen Eir fluß im Siune der erhaltenden Politik ausüben. Mit Italien, dem anderen Faktor im Dreibunde, unterhalten wir die herzlichsten, aufrichtitzsten Beziehungen. Aufrichtige Freundschaft besteht seit mehr als Dezennien zwischen Oesterreich Ungarn und Rußland. Wir können mit Beruhigung dem weiteren Zusammenwirken der beiden Mächte entzegenblicken, einem Zusammenwirken, welches im Interesse der Erhaltung des Friedens die Verbesserung der Lage der Bevölkerung in der europäischen Türkei anstrebt. Auch mit den Westmächten stehen wir in den besten Beziehungen. Die Beziehungen zu der Türkei haben von her die größte Aufmerksamkeit erfordert. Die Situation ist hier weniger ungünstig. Leider ist das wirtschaftliche Verhältnis mit Luise Charlette. Historische Novelle von Ilse=Dore Tanner. es merkwürdig ist, daß die Frau Markgräfin jetzt so trübselig dreinschaut.“ 12][Nachdruck verboten Teichert machte ein Gesicht, als schlucker eine bittere Pille.„Es ist nur gut, daß die Verwandten der Frau Markgräfin weit verstreut wohnen und es lange dauern wird, bis alles wegen der Güter und Besitzungen geordnet ist.“ „Hilft alles nichts, Herr Friedrich Teichert! Es ist nur eine kuriose Geschichte, daß die Frau Markgräfia immer blasser wird und immer trauriger aussieht, denn schließlich — unter uns— ganz so schlimm ist es doch nicht, dermaleinst Königin von Polen zu werden.“ Herr Friedrich Teichert sah Henning so zornig an, daß dieser ganz beschämt in seinen Keug blickte. Hinnivg, Henning, man meikt, daß ihr schon allzu lange am Hofe lebt, wo man die Menischen nicht nach ihrem Herzen und ihren Meriten, sondern nach der Länge des Titels oder der Größe der Krone ab schätzt!“ „Mit nichten, Herr Feiedrich Teichert, mit nichten,“ beeilte sich Henning zu ver schern,„aber ihr müßt doch zugeben, daß „Finde ich gar nicht merkwürdig,“ meinte Teichert ironisch,„würde eher das Gegenteil kurtos finden,— doch seht, da kommt Tuch macher Janke und Stadtschreiber Brümmer gerade auf den„Goldenen Löwen“ zu, laßt uns schnell durch den hinteren Ausgang fort gehen, ich habe keine Lust, mich heute noch mehr zu ärgern.“ Und so verließen die beiden so hart enttäuschten Verschworenen das Haus, während gleichzeitig die glücklichere Polenpartei einzog, um wieder einmal sich beim Kruge Bier sich gemeinsam des Sieges zu erfrenen.— Im Schlosse hat sich seit der ereignis reichen Nacht manches verändert.— Die Gräfi4 Wanda Kurowska war von ihrem Dieuste bei der Markgräfin enthoben worden trotzdem diese sich zu ihren Gunsten per wendet hatte, und Hauptmann Faviole hatte ebenf As seinen Abschied erhalten. Es fiel der Markgräfin nicht auf, sondern trug noch viel dozu bei, sie für ihren Ber lobten einzunehmen, a's dieser ihr auseinandersetzte, daß er es für seine Pflicht halte, die beiden seinetwegen in Ungelegenheiten Geratenen zu entschädigen, um so mehr, als er bemerkt zu haben glaubte, daß sich zwischen besagten jungen Leuten eine kleine Liedelei anzuspinnen scheine, und er in seinem jtzigen heureusen Zustande mehr denn j: geneigt wäre, auch andere Menschu glücksich zu machen. Daß aber das edle, junge Paar schon lange heimlich versprochen war, und daß die kleine Entschädigung des Prinzen in einem recht beträchtlichen Preise bestand, den er ihnen eigentlich erst für das Zustandekommen seiner Heirat versprochen, aber in anbetracht der Umstäode schon jetzt ausb zahlt hatte— davon ahnte die Mark gräsin natürlich nichts Wenn auch die Angelegenheit für die Gräfia einen nicht so ungünstigen Ausgang genommen, wie sie gefürchtet, Faviole war über seine Entlassung außer sich vor geraten. Verlor er doch dadurch seinen Kredit in Berlin, den er sehr nötig brauchte; dem Kapitän bei des Kurfürsten Leivgrengdieren hatte jeder gerne geliehen— dem in Ungnade gefallenen gegenüber war man vo sihtig. und nicht allein beim Leihen des Geldes, sondern vor allem beim Spiel. Die unselige Spielleidenschaft beherrschte Faviole so vollständig, daß er nicht daran dachte, sie aufzugeben, auch jetzt nicht, wo er nicht mehr gezwungen war, durch Serbien nicht normal.— Unter den bevorstehenden Interpellationen defindet sich eine des Polenklubs über die preußische Polenpolitik, zu deren Einbringung. nach der„Nat.=Zig.“, der Polenklub durch einen geheim gehaltenen Besuch preuß. Polenführer, darunter die Herren Josef von Korcielski, Graf Ladwig Mycielski und Advokat Dr Dziembowskl, bestimmt worden ist. Portsmouth, 4. Dez. Den Leutnant Collard verurteilte das kriegsgerichtliche Eckenntnis zur Erteilung eines Verweises. Madrid, 4. Dezember. Ein neues Kabinett unter dem Vorsitz von Veja de Armigo, mit Caballero als Minister des Auswärtigen, wurde gebilbet und heote vom König genehmigt. Odessa, 4. Dez. Seit heute morgen ist das Leben im Hafen ausgestorben. Sämtliche Mannschaften der russischen Dampfer haben die Arbeit eingestellt. Kein Dampfer ging in See. Der General= gouverneur gab Befehl, sosort alle Mannschaften zu entlassen und für alle Dampfer neue Mannschaften anzuwerben. Hunderte von Mohammedanern, die auf der Pilgerfahrt nach Mekka begriffen sind, b.fiaden sich in einer kritischen Lage. Zihlreiche Verbaftungen wurden vorgerommen. Washington, 3. Dezember. Im Senat und Reptäsentantenhaus wurde heute eine ehr lange Botschaft Roosevelts ver lesen; der darin enthaltene Vorschlag, daß den Japanern die Natucalisierung zu gestanden werden solle, wurde mit größter Unzufriedenheit aufgenommen. Garten= und Landwirtschaft. (Landwirtschaftliche Ausstellung.) Die Schauordnung für die 21. Wanderausstellung der Deutschen LandwirtschaftsGesellschaft, welche in Düsseldorf vom 6. bis 11. Juni 1907 stattfinden wird, zerfällt in 3 Hauptabteilungen: Abteilung der Tiere, Abteilung der landwirtschaftlichen Eczeugnisse und Hilfsmittel und in die Abteilung der Geräte und Maschinen, an welche das Bauwesen angegliedert ist. Unter Preisbewerb stehen mit geringen Ausnahmen sämtliche Tiere und ebenso mit geringer Ausnahme die Feld= und Wittschaftseczeugnisse; außer Preisbewerb die Hilfsstoffe und Hilfsmittel aller Art sowie die wissenschaftlichen Darstellungen. Die große Menge der Geräte steht ebenfalls außer Preisbewerb mit Ausnahme von einigen Gruppen, nämlich: Kleinmotoren, kleine Spiituslampen, Aufzüge für Heu= und Halmfrüchte sowie Flachsraufmaschinen. Außerdem werden die innerhalb der letzten 24 Monate niu erfundenen Geräte einer Vorprüfung unterzogen. den Parlamenten Deutscher Reichstag. 133. Sitzung vom 4. Dezember 1906, 1 Uhr. Auch roch die Dienstagsitzung des Reichstages war der ersten Lesung der Nachtragsetat für Südwestaftika gewidmet. Vor Eintritt in die Tagesordnung nahm Präsident Graf Ballestrem Gelegenheit, sich zu der erregten Montagrede des Abg. Roeren noch nachträglich zu äußern. Er rügte, daß Abg. Roeren dem Kolonialdirektor plumpe und rohe Beleidigungen zum Vorwurf gemacht habe und rief ihn zur Ordnung wegen der Aeußerung, Herr Dernburg habe versucht, den Börstnjobberton in den Reichttag einzuführen. Gleichfalls vor Eintritt in die Tagesordnung erklärte Abg. Roeren, er habe die Angelegenheit Wistuba nicht im Namen der Fraktion, sondern nur in seinem eigenen Namen zur Sprachgebracht und trage auch allein die Verantwortung. das Spiel seinen Hauptlebensunterhalt zu bestkeiten. Um keinen Verdacht zu erwecken, durste die Vermählung der Gräsia und Favioles nicht sofort stattfinden; so brachte der Hauptmann denn seine Verlobte in einer ihm befreundeten Familie unter, wo sie anfangen konnte, etwas für ihren zukünftigen Haushalt vorzusorgen, während er, wie er sagte, sich um einen passenden Wirkungskreis bemühen wollte. Das Paar hatte früher verabredet, sich von dem zu erwartenden Gelde ein Gürchen zu kaufen, aber Faviolt schien der Plan nicht mehr allzu verlockend. Vorläufig wollte er sich noch, so gut es gtng, in Berlin amüsieren und sich zu diesem Zoecke von seiner Verlobten einen Teil des beldes geben lassen, das der Prinz, der Fav olens Spielleidenschaft kannte, nicht sondern der Gräfin Kurowska hatte aus zahlen lossen.——— Laise Czarlotte war nie besonders lebhaft und lustig gewesen, aber so ernst und still wie jegt, war sie doch niemals vorher erschienen. (Fortsetzung folgt.) Als darauf das Hau eintrat, ergriff Reichskanz Wort, um unter lebhaft mit Nachdruck zu betonen Kellvertretenden Kolonial! gung grundlos angegriff Abwehr ungerechtfertigter Die Untersuchung der in vorgekommenen Mißständ unparteiisch geführt wer! Standpunkte entspreche d stellvestretende Kolonialdi Vorgänge gesprochen hal die verbündeten Regierung unserer Kolonien nach Ki Abg. Werner(Deu wartete, daß den schöne letzten Tage vom Regi können, bald entsprechend. Abg. Dr Müller.? tonte, die Verantwortung stände treffe den Reichska Abg. Bebel(Soz) bei nierung des Geheimrat H tücksichten erfolgt sei. wirke korrumpierend au Die von Dr. Peters be können nicht verteidigt wi verteidige, stehe aus einem Niveau als Dr. Peters. Nachdem Oberstleutnant Bebel im Falle Dominik unzutreffeno nachgewiesen berger(Zir.) das ge Fraktionsgenossen Roeren meinte, der Bloßgestellte sondern der frühere Kolgewesen. Kolonialdirektor Dern klärung verschiedener Par heiten mit der Verwaltung ich habe die Politik aus! geworfen, und sie komi (L.bh. Beifall) Adg. Kardorff(Rp.) wohl das Ausland übdenken möge, und rahm warmherzig an. Darauf angenommen. Die beider etat für Südwestefrika) kommission überwiesen. Mittwoch 1 Uhr: Po Schluß 6¼ Uhr. Lokales und Biele (Ergebnisseder? 1. Dezember 190 Statistische Amt veröf gültigen Ergebnisse d 1. Dezember 1905 ortsanwesende BevölkReiches am genannte Personen, 4274100 Dezember 1900. De 29 884 681(Zunahme 80 746597(Zunahme *(aus der M Folgerde Haushal sind om Migistrat ge das Gaswerk. Ein 988 125 Mk., Ueber Für das Elektrizit und Ausgabe 301 900 75000 Mark. Für 896 200 Mk, Zusch kass: 27 500 Mk. Fül 342000 Mk., Uebe Für die Arwenkass schuß aus der Kimm Der Verwaitungsassist Remscheid ist als Ver Magistrat genählt. De Schulamts Dr. Schu dam ist zum Oderleh schule gewählt. Zur Annen sind vom## bewilligt. [•(Kirchen=Kon der allstädter Gemein der Verein für kirchlich den 12 Dezember Kirche ein Konzert. fast ausschließlich Adv musik. Neden Herrn hausen hier ist als O.ga Klupp Fischer, K sängerin(Sopran) aus die sich in musikalische erfreut. Aus Berli Kreseld, Kirleruhe. E günstigsten Berichte v# wirkung der Künstlerin des Oeganisten der L# Karl Straube, in der halle schreibt das„H u. a.:„Die Sät gerin sunz, in dem eine vor vernetzmem, glüchlich 6 sihmen ließ Der warm, die Deklamati Herzen gehende.“ Fr außer zwei Arien(u aus Bachschen Kauta Becker. Reinecke 2c. vo singt Chöre alter und eine interessante Chor dings ersteulicherweise hier bestens bekannten Zwei Bachsche Otg Organist der Kirche, Als darauf das Haus in die Tagesordnung eintrat, ergriff Reichskanzler Fürst Bülow das Wort, um unter lebhaftem Beifalle der Rechten mit Nachdruck zu betonen, daß er die Haltung des ##ellvertretenden Kolonialdirektors, seine Verteidigung grundlos angegriffener Beamter und seine Abwehr ungerechtfertigter Pression durchaus billige. Die Untersuchung der in der Kolonialverwaltung vorgekommenen Mißstände solle nach allen Seiten unparteiisch geführt werden. Diesem generellen Standpunkte entspreche die Offtnheit, mit der der stellvestretende Kolonialdirektor über die einzelnen Vorgänge gesprochen habe. Der Reichstag möge die verbünd ten Regierungen bei der R organisation unserer Kolonien nach Kräften unterstützen. Abg. Werner(Deutsche Resormpartei) erwartete, daß den schönen Worten, die man die letzten Tage vom Regierungstisch habe hören können, bald entsprechend. Taten folgen mögen. Abg. Dr Müller=Meiningen(fis. Vp.) betonte, die Verantwortung für die kolonialen Miß stände treffe den Reichskanzler. Abg. Bebel(Soz) bezweifelte, daß die Pinsionierung des Geheimrat Hellwig aus Gesundheitstücksichten erfolgt sei. Das Vertuschungssystem wirke korrumpierend auf alle Kolonialbeamte. Die von Dr. Peters begangenen Grausamkeiten können nicht verteidigt werden. Wer solche Dinge verteidige, stehe aus einem noch niedrigeren sittlichen Niveau als Dr. Peters. Nachdem Oberstleutrant Quade die vom Abg. Bebel im Falle Dominik gegebene Darstellung als unzutreffeno nachgewiesen hatte, suchte Abg. Erzberger(Zer.) das gestrige Verhalten seines Fraktionsgenossen Roeren zu rechtfertigen und meinte, der Bloßgestellte sei gestern nicht Roeren sondern der frühere Kolonialdirektor Dr. Stübel gewesen. Kolonialdirektor Dernburg begrüßte die Erklärung verschiedener Parteien zum Zusammenarheiten mit der Verwaltung. Seien Sie überzeugt: ich habe die Politik aus dem Kolonialamt hinautgeworfen, und sie kommt nicht wieder herein. (L.bh. Beifall) Abg. Kardorff(Rp.) warf die Frage auf, wie wohl das Ausland über diese Kolonialdebatte denken möge, und rahm sich dann des Dr. Piters warmherzig an. Darauf wurde ein Schlußantrag angenommen. Die beiden Vorlagen(Nachtragsetat für Südwestefrika) wurden an die Budgetkommission überwiesen. Mittwoch 1 Uhr: Poleninterpellation. Schluß 6¼ Uhr. Lokales und Provinzielles Bielefeld, 5. Dezember. (Ergebnisseder Volkszählung vom 1. Dezember 1905) Das Kaiserliche Statistische Amt veröffentlicht jetzt die end gültigen Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 Danach betrug die ortsanwesende Bevölkerung des Deutschen Reiches am genannten Tage 60691278 Personen, 4274100 mehr, als am 1. Dezember 1900. Davon waren männlich 29 884 681(Zunahme 2147434), weiblich 80 746 597(Zunahme 2126 666). *(Aus der Magistratssitzung.) Folgerde Haushaltspläne für 1907 sind om Migistrat genehaugt worden: Für das Gaswerk. Einnahme und Ausgade 988 125 Mk., Ueberschuß 180000 Mk. Für das Elektrizitätswerk, Einnahme und Ausgabe 301 900 Mk., Ueberschuß 75000 Mark. Für die Straßenbahn 896 200 Mk, Zuschuß aus der Kämmereikass: 27 500 Mek. Für das Wasserwerk 342000 Mk., Ueberschuß 68000 Mk. Für die Armenkasse 171000 Mk., Zuschuß aus der Kämmereikasse 100 400 Mk. Der Verwaitungsassistent Woltmann in Remscheid ist als Verwaltungsasststent vom Mazistrat gemählt. Der Kanbidat des höheren Schulamts Dr. Schmiedeberg in Potsdam ist zum Oderlehrer an der Oberreal= schule gewählt. Zur Linderung der Not in Annen sind vom Magistrat 2000 Mark bewilligt. [*](Kirchen=Konzert.) Zum Besten der allstädter Gemeinde Armen veranstaltet der Verein für kirchliche Musik am Mittwoch, den 12 Dezember in der Altstädter Kirche ein Konzert. Das Programm bietet fast ausschließlich Advents= und Weihnachts musik. Neden Herrn Konzertmeister Bark hausen hier ist als soltstische Kcaft Frau O.ga Klupp Fischer, Konzert= und Oratoeten= sängerin(Sopran) aus Karlkruhe gewonnen, die sich in musikalischen Kreisen besten Rufes erfreut. Aus Berlin, Elberfeld, Essn, Kreseld, Kirlsruhe, Solingen 2c liegen die günstigsten Berichte vor. Urder die Mitwirkung der Künstlerin in dem Oegelkonzert des Oeganisten der Leipziger Thomaskirche, Karl Straube, in der Heidelderger Stadthalle schreibt das„Heidelberger Tageblatt“ u. a.:„Die Sät gerin entwickelte einen Gesunz, in dem eine vornehme Stimme sich in vernetzmem, glüchlich geschultem Vertrag versihmen ließ Der Stimmklasg ist sehr warm, die Deklamation eine vertiefte, zu gehende.“ Frau Klupp Fischer wird außer zwei Arien(mit obligater Violine) aus Bachschen Kautaten Lieder von Alb. Becker. Reinecke 2c. vortragen. Der Verein singt Chöre alter und neuer Meister, u. a. eine interessante Choralwotette des neuerdings ersteulicherweise mehr gewürdigten, hier bestens bekannten Arnold Mendelssohn. Zwei Bachsche Otgelkompositionen, vom Organist der Kirche, Herrn Teichsischer, gespielt, vervollständigen das Programm.— Wir wünschen dem Unternehmen schon in anbetracht seines guten Zweckes neben dem künstlerischen auch einen guten klingenden Erfolg. -e(Freiwillige Feuerwehr.) Am Sonnabend feierte die 5 Abteilung der hiefigen Wehr im Saale des Herrn Beinkhoff ihr 27. Stistungsfest. Herrn Hauptmann Franke, welcher Mitbegrü der der Abteilung ist und dieser nunmehr 11 Jihre als Feuerwehrmann und 14 Jahre als Hauptmann angehört wurde bei dieser Ge legenheit seitens der Mitglieder ein Ehrenbeil überreicht. X(Die Dividende des Barmer Bank Vereins) pro 1906 wird unter dem üblichen Vorbehalt mit 7½ Peozent auf die alten Aktien und 3¾ Prozent auf die jungen Aktien geschätzt (Aus dem Theaterbureau) wird uns geschrieben: Auf die zum Gedächtnis des großen nordischin Dichters Henrik Ibsen stattfindende Aufführung von„Rosmersholm“ wird nochmals besonders aufmerksam gemacht. Moderne Bahnen wandelt Heinz Tovote, der allbekannte und viel gelesene Berliner Schriftsteller in seinem neuen Bühnenwerke„Ich lasse dich nicht". Es ist ein eigenartiges Milieu, das dieses packende und ergreifende Stück Großstadtleben durchweht und überall, wo auch das neue Schauspiel aufgeführt wurde, waren die Zuschauer gefesselt von der Handlung und der Wahrheit des Stückes. Man kann dem an ersten Bühnen mit großem Erfolge gegebenen Schauspiele berechtigtes Interesse entgegenbringen. Aus den Kreisen Minden und Lübbecke. Minden 5. Dez.(Ballonaufstiege.) Am Mttwoch, Donnerstag und Freitag dieser Woche finden wieder internationale wissenschaftliche Ballonaufstiege statt. Es steigen Drachen, bemannte oder unbemannte Ballons in den meisten Hauptstädten Europas auf. Der Finder eines jeden unbemannten Ballons erhält eine Be lohnung, wenn er der jedm Ballon beigegebenen Insteuktion gemäß den Ballon und die In stramente sorgfäitig birgt und an die an gegedene Adresse sofort telegraphisch Nachricht sendet. Minden, 5. Dezbr.(Hochwasser) dürfte dem ächst eintreten. In Münden ist die Weser sehr bedeutend gestiegev. Hausberge, 3. Dezbr.(Zwangs innung.) Hier wurde der Antrag auf Bildung einer Zwangsinnung für das Schuhmacherhandwerk für den Bezirk des Autes gestellt Lmdrat Dr. Cornelsen ist zum Kommissar für die Ermittelung der Mehrheit der beteiligten Handwerker einannt. Petershagen, 3. D.zbr.(Amtsgerichtsgebäude.) Als Bauplatz für das hier neu zu errichtende Amtegerichte gebäude ist nach dem Bielef. G. A.“ das in der Zusammenlegungssache in der Marsch aus geworfene Grundstück, in der Verlängerung der unteren Peststraße, vom Justizfiskus in Aussicht genommen. Aus den Kreise Herford. 4 Dcz.(Hoflieferanten Tiiel) Herr Herm Krüger, Inhaber der Weingroßha, diurg Kauffmann u. Krüger. ist zum Fürstlich Lppeschen Heflueseranten ernannt worden. Oberbehme, 3 Dez(Feuer.) Durch Exploston einer Lampe entstand heute morgen ein Fruer in dem Schalterraum des hu sigen Bahnhofs, wodnich der Fahrkartensch ank stark beschädigt wurde. Durch tatktäfteges Eingreifen des Beamten und Obergärtner### Hilker vom Rittergute Oberdehme wurde das Fruer auf seinen Herd beschränkt Bünd. Tagebl.) Aus dem Reg.=Bez. Münster und Arusberz. Münster, 2. Dez.(Eine Hochstaplerbande) scheint sich in unserer Stadt eingerichtet zu haben. Nachdem erst vor kurzem ein Juwelier durch einen elegant gekleideten jungen Mann um Goldsochen im Werte von 600 Mk. geprellt ist und auch mehrere hiesige Kaufleute den Schwind lern zum Opser fielen, ist jetzt ein neuer„Trck“ bekanit geworden. In einem Juwelierladen km eine„bessere“ Dame und verlangte u a. ungefaßte Brillanten zu sehen. Nochdem sie Auswahl getroffen, bemerkte sie, daß sie nicht genügend Gerd bei sich führe Sie wollte sich erst mit genügend Geld versehen und dann die Sachen abholen Nach dem Weggang der Dame bemerkte die Frau des Juweliers zu ihrem nicht geringen Schrick, daß ein Brillant im Wette von 270 Mk. verschwunden war. Nach einiger Zeit erschien ein ebenfolls elegart gekleideter Herr und verlangte ebenfalls lose Brillanten zu sehen. Da man Verdacht gescköpft hatte, wurde der Käufer schauf beobachtet Plötz lich hörte man etwas fallen und als der Laden in haber schnell hinzusprang, entdeckle er zu seiner Freude den abhanden gekommenen Stein. Der selbe war von der ersten Käuferin mit Wachs unter den Rand der Ladentheke befestigt und als der zweite Gauner ihn sich aneignen wollte, ließ er ihn unvorsichtigerweise fallen. Der Herr verschwand sofort.(Westf Böl.) Beckum 3. Dez.(Unglückefall.) Das zweijährige Kind einer hiesigen Familie trank aus einer mit heißem Wasser ge füllten Kanne. Es starb nach schrecklichen Schmerzen. Soest, 3. Dez.(Ein grauenhafter Raubmord) ist in der Nähe von Kutmeckbei Weslarn verübt. Dort fand man nach dem„W. B.“ in einem Graben auf freiem Felde die zerstückelte eine dem Arbeiterstande angehörige männliche Leiche. Der Kopf war vom Rumpse getrennt und eine Hand fehlte. Der in der Umgegend des Fundortes stark zerstampfte Erdboden und die im Gesicht und an den Händen befindlichen Kratzwunden deuten darauf hin, daß vorher ein heftiger Kampf stattgefunden hat. Außerdem zeigt die eine Rocktasche des etwa 30jährigen Ermordeten merkliche Spuren einer von Blut besudelten Hard. Das leere Portemonnaie fand man ungefähr 100 Schritt vom Tatorte entfernt. Von den Mördern fehlt jede Spur. Heute nachmittag findet ein Lokalteimin statt. Dortmund 3. Dezbr.(In einen Topf mit heißer Milch gestürzt.) Dem zweijährigen Sohn des Hilfsarbeiters Karl Hinkeldey stürzte ein Topf mit heißer Milch auf den Kopf. Das Kind starb an den erlittenen Verletzungen. Aus den Nachbarprovinzen und Staaten. Düsseldorf. 3. Dez.(Die Personen standsaufnahme) vom 27. Oktober hat für unsere Stadt eine Einwohnerzahl von 261160 festgestellt. Soeben höre ich, daß in letzter Zeit sich wiederum an den Türen der Stadt Bieleseld und in der Umgegend unverschämte arbeitssähige Bettler zeigen. Ich muß im Namen der Menschlichkeit urd der Barmherzigkeit dringend darum bitten, doch diesen Menschen nichts zu geben, auch nicht ein Stück Brot noch ein Kleidungsstück, denn auch dieses wird fast ausschließlich sofort in Branntwein verwandelt. Durch die Einrichtungen der Provinz unter Vorgang des Oberpräsidenten und Lanbeshauptmanns braucht jetzt kein arbeitsweäliger Mensch jemals zu betteln. Auch gewährt die Stadt Bielefeld speziell allen denjenigen, welche mittellos im Ayl für Obsachlose Aufnahme suchen mössen, nicht nur Verzflegung, sondern auch den anderen Tag Arbeit gegen gute Kost, so daß sie auch die fehlenden Papiere sich verschoffen können. Darum tan alle diejenigen, welche solchen Beitlern— es sind dies übrigens fast ausschließlich einheimische arbeittscheue Taugenichtse — voch Geld oder Gaben reichen eine der unbarmberzigsten Taten die es geben kann, indem sie dieselben zum Vigabanbentum und zum Faulenzen erziehen. Alle diejenigen aber, welche so elend und abgerissen sind, daß niemand Ihnen Arbeit mehr geben kann, haben ja ihre sichere 8 flacht in der Arbeiterkolonie und unser Vorstand von Wilhelmsdorf hat weit über eine Million Schulden auf sich geladen, um allen ohne Ausnahme, die in diese Not geraten, Aufnahme zu gewähren. Es ist also nuch unrecht, wenn der Arbeiterkolonie die Mittel, die sie notwendig braucht um Arbeitswillige ernähren zu können, entsogen und den Beitlern der Landstraße zugeführt werden. Für den Vorstand der weslf Wanderardeitsstätten und der Kolonie Wilhelmsdorf. F. v. Bodelschwingh. Bitte. Vor langen Jahren schenkte ein Biele felder L inenkaufmann an verschiedene Webergemeinden der Umegend ein Koptal„zir sseen Verpflegung" von Acmen und Keanken Der Mann hitte darüber nachgedacht, daß er seinen Wehlstard der Mithüfe der Weber verdarke. Am Schluß s i n e r l e t z w i l l i g e n V e r f ü g u n g s p a c h e r s i c h dahin aus, am besten würden seine Inten tionen erfüllt, wenn einmal in der betriffen den G meinde ein Haus entstände das diesen Zvecken diente. Bei uns in Heepen hot die Realisierung dieses wohigemeinten Wunsches lange ausgestanden, aber im Jubiläumsjahr der Kaiserlichen Botschaft und der sogzealen Fursorge ist es gelungen. Das Haus für etwa 30 Betten ist rein aus Stiftungen und Liebes gaben erbaut und ist arch mit seiner Echaltung darauf auge wiesen. Da wir augenblicklich mit der Bschaffung des Inventars beschäftigt sind, ist es uns eingefallen, es möchten auch wohl heute noch in Bielefeld nachdenkliche Leute wohnen, die unter ihrem Hausgerät einmal Umschau hielten, was sie zurückgesetzt, weil es zu der neuen stilvollen Einrichtung nicht paßte, was aber für uns auch recht mertvoll sein könnte. Wir werden so ziemlich alles ge brauchen können, großes und kleinee, was zur Ausstattung eines jungen Hausstandes gehört, ich brauche das nicht zu detatlieren. Natürlich möchten wir der Brecknsammlung keine Konkurrenz machen Wem aber etwas Brauchbares einfällt, dessen er entbehren kaur, den bitte ich um eine Postkarte an Huchzermeier, Pfarrer in Heep.a. Hamburg, 4. Dez. Heute vormittag entgleiste die Lokomotive und drei Wagen des von Blankenese kommenden Zuzes 1319 zwischen der Lombardbrücke und dem neuen Hauptbahnhof, angeblich durch Zusammenstoß mit dem Kölner Schnellzuge. Sämtliche Geleise sind gesperrt. Schwerin, 4. Dez. Die mecklenburgischen Morzenblätter melden übereinstimmend: In Sachen des seinerzeit aus Wiemar ausgewiesenen Schuhmachers und Zuchthäuslers Voigt hat das großherzogliche Staat ministerium die Polizeibehörde in Wismar zur Vorlegung der Ausweisakten aufgefordert. Mit der Einleitung einer eingehenden Untersuchung wurde ein Ministerialkommissar beauftragt, da für die Ueberwachung der unter Polizeiaussicht stehenden Personen bestimmte ministertelle Vorschriften bestehen, die im Falle Voigt— bei Vorliegen einer Bürgschaftserklärung des Arbeitgebers— unbeachtet geblieben sind. Literarisches. Im Verlag der Buchhandlung der Anstalt Bethel bei Bielefeld erschien: Das Weib in der christlichen Ehr. Eine Morgengabe für deutsche Bräute von Amalie Meinardus. 3. Arflage. Elegant kart. mit Goldschnitt 75 Aus reicher Erfahrung eigener glücklicher Ehe und aus der Tiefe eines Herzeos, das allrzeit in Gott ruht, wird den deutschen Frauen von der l. Verfasserin in dieser Schrift ein Spiegel vorgehalten, worin jine ihr eigenes Bild und das Ideal eines im täglichen Kampf zur Vollendung heraureisenden Christenberufes erkennen können. Mit sicherem Urteil zeichnet sie den Weg vor, wie das Weib ihres Mannes wahre Gehilfin sein kann. indem sie durch Selbsthingabe und Weisheit beide Teile in der Heiligung gründet und vertieft Wir wünschen, daß viele, nicht nur Bräute, sondern auch Frauen und Mütter dies Buch als Gabe unter dem Christbaum finden. Trowitzschs Reichskalender ist soeben für 1907 erschienen(eleg. geb. 1 Mk.). Dieser neue Jahrgang bietet des interessanten besonders viel: neben guten Erzählungen, ernsten und humoristischen Inhalts, ein Lebersbild des Feldmarschall von Roon, das Landgerichts Präsident Dr. Andrae nach persönlichen Erinnerungen und Aufzeichrungen seines Vaters, des Bismarckfreundes AndraeRoman, darbietet. Feiner einen vollen Bericht über die Kämpfe in Südwestafrika. Es muß gesagt werden, daß Trowitzschs Reichskanzler zu dem allerbesten gehört, was wir an Hausbüchern für die gebildeten Kreise besitzen. Die Kunst. Monatshefte sür freie und angewa dte Kurst. Dezemberheft(Preis vierteljährlich 6 Mk.; Verlag Bruckmann, München). Zunächst von Claus Meyers ehrlicher, charaktervoller Kunst berichlet Herm. Board. Ja vielen ausgezeichneten R.prokuktienen(darunter ein samoser Farbendruck) ziehen die markantesten seiner Werke mit ihrem ruhigen, beschaulichen Inhalt an uns vorüber; der Text. eine uneingeschränkte Würdigung von Claus Meyers vielseitiger Kurst, erfährt daduich die beste Unterstützung. Reinhold Begas ist zu seinem 75. Geburtclag, anknüpfend an die Ausstellung seiner Werke in Berlin, ein Aufsatz aus der Feder Walther Gensils gewidmet. Ueber Dänische Porzellan= und Metallarbeitenberichtet Georg B öchner. Zu diesem Thema sind reizende Arbeiten im Bilde wiedergeg ben. Kleinere Berichte schließen das reichhaltige starke Hift, das in gewohnter Wise eine stattliche Reihe feiner Rproduktioner enthält. Wittern 1n Bielefeld. 5 Dezember 1906 Mitgeteili von Fr. Böckelmann Wu### Niedrigst. Thermometerstand in der Nachi+ 1½ Thermometerstand um 10 Uhr vorm. 4 8(. Barometer 74,1 cw. Wind: Süd W.st Hiromel bedeckt. Berlin, 5. Dez. Assessor Brück ner, der von der Aeußerung Kunde erhalten hat, die der Abgeordnete Roeren gelegentlich einer zeugeneidlichen Vernehmung getan, gedenkt dem Vernehmen nach das schmucke Beiwort„der grüne Assessor,“ mit dem ihm der Abgeordnete Roeren in der Reichstagssitzung vom Mortag belegt hat, nicht gelassen hinzunehmen. Eine entsprechende Beschwerde an das Justizministerium, von anderen Schritten abgesehen, dürfte bereits unterwegs sein. Salzwedel, 5. Dez. In dem hiesigen Ulanen Regiment Nr. 16 sind seit Jahren große Unterschlagungen von Uniformstücken und Proviant amtlich aufgedeckt worden. Eine Anzahl Verhaftungen sind in Salzwedel bereits erfolgt, desgl. erfolgen laut dem„Altmär ker mehrfache Beutlaubungen von Offizieren. Ein Kriegsgerichtsrat ist zur weiteren Untersuchung in Salzwedel eingetroffen. Auch gegen die in Gardelegen liegende 2. und 5. Schwadron des Regiments ist die gleiche Untersuchung eingeleitet. Die Unterschlagungen wurden durch anonyme Briese an das zuständige Generalkommando aufgedeckt. Stadt-Theater, Deutsche Kolonialgesellschaft 1 Abtellung Bielefeld. Sonntag, den 9. Dezember 1906, abends 8 Uhr im Evangel. Volkssaale: Vortrag des Herrn Hauptmann von Livonius aus Lübeck über: Krieg in Südwestafrika und Streiflichter auf das wirtschaftliche Leben dortselbst.“ Eintritt frei! Mittwoch, den 5. Dezember er., Anfang 7½ Uhr. Henrik Ibsen Gedächtnis=Feier. Rosmersholm. Donnerstag, den 6. Dezember cr., Anfang 7½ Uhr. Novität! Novität! — Zum 1. Male!— lasse dich nicht. Schauspiel in 3 Akten von Heinz Jedermann willkommen! Tovote. „90 94 Chrifl. Verein junger Männer Bielefeld, Papenmarkt 2. Für die am stattfindende 3. Advent=Sonntag, den 16. Dezember Sonntag, den 9. Dezember, abends 8½ Uhr: Weihnachts-Bescherung WeihnachtsKonzert unter gütiger Mitwirkung des Herrn Konzertmeister Barkhausen. Hierzu ladet freundlichst ein Der Vorstand. NB. Ausführliche Programme sind am Einging u. im Sekretariat zu haben. Eintritt 25 Pfg. in der Stadtheider Kleinkinderschule bitten wir der 132 Kinder gedenken zu wollen. Liebesgaben nehmen gern entgegen Heinrich und Gottfried Bansi. Der Vorstand der Aleinkinderschule in der Stadtheide. Zur geneigten Kenntnisnahme für Cigarettenraucher Für die infolge des Cigarettensteuergesetzes erheh. lich verteuerten Importierten Cigaretten Unden Sie wertigen Ersatz in 37 Salem- Aleikum-Uigaretten. Dieselben sind nach orintalischem System mittels Hand. arbeit, unter Verwendung der gleichen Rohmaterialien. wie die Im Ausland erzeugten Cigaretten hergestellt, und genügen den höchsten Ansprüchen. Preise der Salem Aleikum-Cigaretten:„ 2—4——.—8 10 gas stück 8¼ Ansenu GenCgerengeschüen Keine Ausstattung, nur Qualität! 10 Pf. 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Diejenigen Mitglieder, welche ihren Geschäfts-Anteil in diesem Jahre vollzahlen wollen, entweder durch Barzahlung oder durch Ueberschreiben vom SparkassenKonto 2c., werden hierdurch aufgefordert, die Vollzahlung bis spätestens 31. Vezember er. und zwar persönlich zu besorgen. Dabei ist der Geschäftsanteil-Schein und bei etwaiger Umschreibung auch das Sparkassenbuch mitzubringen. Neuaufzunehmende Mitglieder, die ebenfalls in diesem Jahre noch ihren Geschäftsanteil vollzahlen wollen, müssen ihr Aufnahme-Gesuch bis zum 7. Dezember cr. spätestens eingereicht haben. Nach diesem Termine sind für dieses Jahr die Anmeldungen und die Vollzahlungen auf den Geschäftsanteil für neue Mitglieder ausgeschlossen! Aufnahme-Formulare sind während der Kassenstunden, morgens von 8—12 Uhr und nachmittags von 3—6 Uhr an unserer Kasse zu haben. Kunstgegenstände, Echte Broncen. Gewerbenank zu Bieleteld K 4 eingetragene Genossenschaft MHnraimiher Einrte gez. mit beschränkter Haftpflicht. Lindewirth. 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Wir fahren heut erstattung, die politischen Verhandl halber unterbrochen Die Verhandlung Punkt der Tagesorl des Parteiprog: Reserat des Reicht abgeordneten Dr. v. der Lasa eingelei sich nach der„Konsel äußerst lebhaft. In der Debatte Frhr. Durant de das Wort. Er sprach aus, daß der Wirtse Proßssoren auf ihe die nicht scharf ger könne, mit allen Mi steuert werden möchte land Halle bemerkt theslogischen Professo meißen Universitätslel wenn auch teilweise konservative Lebens: Herr Justizrat Dr. erinnerte an die hifl Tivoli Programms, d damals sich besi ndende geleistet und vortref habe. Das Program für eine volk=tümliche lassen werden kürfe. bessern, was unbeding Antrage, die Vorschlä, Ausschusses einer beso überweisen, widerspia hervorhob, daß Prüfung und Vorbere in einer Kommission, Ausschusse, erfolgt sei er der Versammlung, zu beschränken, also de schlägen zuzustimmen. in der Debatte noch Heydedrand und v. Loebell, Prof der betonte, daß unte der konservative Gedan zu gewinnen beginn abgeordneter Rettich. Das Ergebris der die vorliegenden Vor Ausschusses wie aus weiteren Durchberatun führenden Ausschuß, Kooptation verliehen u wurden. U ber Punkt 8 Parteierganisatt. Landtag abgeordneter Referat wie die daran Diskussion, die selbstv mätigkeit in dem Best Parlei nach Kräften zu lich vertraulicher Naimi also an dieser Stelle n Als Berichterstatter Tagesordi ung: Wirt sprach Herr Reichsta abgeordneter Graf v. der in einem mit au Beifall aufgenommenen führlich über die Wirtse die Wirtschaft im Jine vorgehoben sei, daß H sich in nicht sehr beffnu die im Gange bist#lich verhandlungen, insond