den Däger. (Ditarbeiter und essant und voraus der geI. Buchbandlung gratis in jeder L# * G. m. b. B.,# *s. nges se: otherapie, rliche und fborn-Art, 1ge enswert. ässigung. 1906. zumarkt 12 waren, schnell. S AA das AnstaltsSommer, der st die Freude st! Die ibt und Euch Leihnachtsfest, bleiben, nicht uge und das i sei es uns n an Geld, ebäck nimmt Nr. 284. zu allen Postanstakten 3 2u., bei täglicher Zuin Bielesel N., durch Brietb#grr 1.42 M. e 10 10. Jahrgang Anzeigengebühr für die einspaltige Pettszelle oder deren Raum 19 Pf., für auswärts 15 Pf., Reklamen 40 Pl. Erscheint sehimel wüchentich Geichiffasstelle Ritterstr. 43. muprecher Nr. 16. Sistorischer Kalender. 4. Dezember: Universität Leipzig sckistet, 1409.— Kardinal Richelieu, gest. „. Thomas Carlyle, berühmter engviograph und Historiker, geb. 1795.— Al. Galvani, Natursorscher, ges. 1798— John Tyndall, Naturforscher, gest. 1893.— Engen Zintgraff, Astikaforscher, gest. 1897. Das Zentrum und die Polen. Der kürzlich verstorbene Erzbischof von Stableweki hat mit dem früheren OberEürgermeister von Posen, Geh. Regierungs Rar zviting, geb Wittkoweky, in den letzten Wochen einen Briefwechsel geflogen, der jetzt veröffentlicht wird. Aus dem letzten Schreiben des Eczbischofs geht hervor, daß dieser unWeitennbaren Weit darauf legte, durch Herrn „eng beim Kaiser die Auff.fsung zu besenigen, daß er lediglich im religiösen Interesse seinen bekannten Erlaß in Sachen des polnischen Schulstreiks gegeben habe. Der Brief ist in melr als einer Beziehung bezeichnend für die mindestens wenig klare Stellung, die der Verstorbene eingenommen hat. Insbesondere verdient die folgende Stelle daraus festgehalten zu werden: „Ich erlaube mir, Sie an Ihre mir einst kundgegebene Ansicht zu erinnern, daß man regierungsseitig sowohl meinen wie der Geistlichkeit Einfluß auf die Massen überschäte.„Sie sagten damals ganz zutreffend, vaß vieser Einfluß längst geschwächt sei, und daß die Massen die führende Rolle überrommen hätten. Das zeigt sich besonders bei dieser Bewegung. Dezjinige Seistliche, welcher einer Versammlung nicht beiwohnen wollte, wurde in der Prisse angegriffen. Man zeige mir der jenigen Agitator, der in stande wäre, 40000 Kinder so aufzu hetzen, daß sie sich prügeln lessen, 4 bis 8 Stunden wöchentlich Arrest sitzen, mit Zurück behaltung in der Schule nach dem vierzehnten Libensjahre sich bestrafen ließen. Wenn diese Erbitterung nicht von den Eltern und Schülein auszinge, würde eine solche Bewegung nicht einmal ein paar Stunden dauern. Die Mütter berufen sich auf die Kinder der Minister, ja des Kaisers, die auch den Religionsuaterricht in der Muttergeche genteßen, obgleich sie perfekt franGeinane engisch fprichen. Man tut der Seisttighkeit Unrecht mit derartigen Beschuldigungen, und man sollte nicht noch den letzten Stand, der noch ruhig und besonnen aulbetzen und verbittern. Ich glaube, Geslichtetn den beruhien Eusluß der . g.#hier vielleicht Zustände hüten, wie sie1 g. in Rußland gang und gäbe sind Das unzufriedene Material ist schon vorhanden. Euer Hochwohlgeboren sind der Meinung, daß die Regierung nicht nachgeben könne. Ja, ich kann aber um so weniger nachgeben, als hier das Recht der Kirche und der Eltern auf eine erfolgreiche ErTiurn hat es mir bisher nicht gefehrr, eigen.— un anc Man vergegenwärtige sich demgegenüber, daß die 40000 Kinder erst dann aussässig als ihre Eltern von den Kanzeln herab der erzbischöfliche Erlaß verkündigt worden war, in dem es hieß, daß der deutsche Religionsunterricht an polnischen Kindern gegen die katholische Lehre ver Kein noch so gerissener Agitator der Welt würde instande gewesen sein, die wegung aufflammen zu lassen, die infolge dieses Erlesses losbrach. Das wird auch von keiner Seite so offen zugestanden als von Seiten der polnischen Blätter. Die„Nowa Reforma“ schreibt unter anderm: „Stablewski hat viele Irrlümer begangen, aber als germanisatorisches Werlzeug hat er nie mißbrauchen lassen.— Man muß anerkennen, daß er besonders in den letzten Jahren den polnischen Charakter der zu seiner Dibzese gehörenden Kirchen in energischer Weise verteidigte. Trotz des Regierungsverbots verstand er die Parochie mit polnischen Geistlichen zu besetzen und in letzter Zeit, als der Schulstreik ausbrach, nahm er einen Stardpunkt ein, würdig eines Primas von Polen— Das größte Verdienst seiner erzbischöflichen Regierung besteht darin, daß er eine polnische, gut organisierte, mit heißem(polnisch) patriotischem Gefühl durchdrungene Geistlichkeit zurückließ Und das ist ein wichtiger Faktor in dem jitzt tobenden Kampfe und aus diesem Grunde verdient der Verstorbene bei der polnischen Gemeinschaft ein dankbares Gedenken.“ Der.„Gornoschlonsat“„Katolik“ und „Dzienir Schlonski“ schreiben: „In dem ver storbenen Würdenträger verliert die polnische Kirche einen mächtigen Pfeiler, einen Beschützer ihrer heiligen Reate. Erlegen ist dieser wahre Märtyrer, gebrochen durch physische Leiden, niedergedrückt durch Unglücke, die sich von allen Seiten auf seine Dibzese wälzten.— Im kritischen Augenblich## er von uns gegangen, in welchem ein Geisterkampf um die allerwesentlichsten religiösen und nationalen Rechte einen ungewöhnlichen Uwfang angenommen hat. Ein ungeheurer Schlag ist dies für uns!“ Hoffentlich werden die hieraus sich ergebenden Mahnungen nachgerade im Zentrum verstanden werden. In Schlesien ist dies schon seit längerer Zeit der Fall. So schlägt jetzt auch anläßlich der Interpellationen über den polnischen Religionsunterricht die„Neiss. Zig.“ besonders scharfe Töne gegen die Polen an. Die offizielle„Parlamentarische Zentrumskorrespondenz“ hatte hervorgehoben, daß Propst v. Jazdzewsli in versöhnlicher Art die Interessen seiner Landsleute im Parlament in wohltuendem Gegensetz zu vielen seiner Frakionskellegen vertrete. Auch die Köln. Louszig. hatte sich in demselben Sinne geäußert. Dazu schreibt die„Neisser Ztz.“ mniter andberen: 86 Tempi passati. Die polnische Fraktion ist in den Härden der Radikalpolen, an deren Spitze der jugendliche Abgeordnete Korfanty steht, die sogenannten„gemäßigten“ Elewente haben sich der Führung des Radikalismus gebeugt. Sie dürfen nicht wagen, üherschen. es Korfanty b. fiehlt, stimmt Fürst Radziw I gegen die Wahl eines Grafen Ballestrem, weil es Breiski und Kulerski verlangen, marschiert Herr von Jazdzewski im radikalen Lager. Hat der „gemäßigte“. Teil der Fraktion es gewagt, gegen die niederträchtigen Verlästerungen des Herrn Kardinals von Breslau zu protestieren? Sie dürsen es nicht wagen, wenn sie nicht von der Bilk fläche verschwinden wollen! Sie dulden es, daß das Bielefeld Zienstag, 4 Dezember 1906. muß erdültig aufgegeben **V•* nismus gebe, werden.“ Auch in Westfalen gehen den katholischen Bauern nachgerade die Augen auf und sie fangen an zu begreifen, wie wenig die gerade von der rheinisch westfälischen Zeutrumspresse den Polen gegenüber eingenommene Haltung in den Tatsachen gerechtfertigt und mit dem berechtigten Nationalempfinden deut scher Katholiken vereinbar ist. Sehens der Acder mitht ia. An zuenr, Sentaun ade schachichen Basetsehte u eie ui Sen —e zat es wie bützer uigt geseb, daß Leute. die fhr gaurgt a.c5 JeuupstVee, wie teut: möge man diesen guten Willen v iur gungen Leben lang für daß Vie.,„„ 8..—" 85 die wahren Interessen der polnischen Bevölkerung eingetreten sind, verleumdet werden. Fürst Radziwill, v. Jazozewski, Brejeki, wie Jacke, Strumpf wie Niederschuh." Das Zentrum hat keine Ver anlassung, den Herrschaften den Rücken zu decken. Besorgt eure Geschäfte, wie ihr es für gut haltet, besorgt sie allein, und ihr werdet sehen, wie weit ihr kommt!“ Die„Schles. Volksztg.“ gibt diese Bemerkungen der„Neisser Zeitung" darum wieder.„um westlichen Z ntrumsblättern nach und nach die Ueberzeugung beizu bringen, daß die schlesische Zentrumepresse nach der Wandlung der Dinge in den letzten Jahren in der Beurteilung des Czarakters der polnischen Bewegung in Schlesien und außerhalb Schlesiens völlig eins ist. Die Vorstellung, die im Westen hier und da beliebt wird, als ob es in den Ostmarken heutzutage neben dem radikalen Draufgängertum auch so etwas wie„gemäßigten“ Polo Schweinemästerei im Großbetrieb. Der Bund der Landwirte erhielt von einem hannoverschen Freund: nachstehende Zuschrift: „Unter dem Namen„Grönenberger Mastanstalt“ hal hier in Buer, Kreis Melle, der Fleischwarenfabrikant Kaiserl. Oesterreichischer Heflieferant Kamping im Ap=il d. J. eine Schweinemastanstalt eröffnet, in der zur Zeit etwa 1000—1400 Schweine Aufnahme finven. Die Anstalt ist in techvischer wie in gesundheitlicher Hinsicht für die Schweine sehr gut angelegt. Die Schweine sind in einzelnen Buchten, in denen je 10 Stück Aufnohme finden, untergebracht. Hinterj der Bucht ist ein freier Hofraum, zu dem die Schweine zu jeder Tageszeit Zutritt haben. Hier sind Selbsttränke und Futteitische angebracht, auf welchen grob geschrotene Körner usw. verabreicht werden. Außerdem ist auf jedem dieser zementierten Höfe eine Badewanne vorhanden, in denen stets frisches Wasser zum Baden beeeit steht, und können also die Schweine jederzeit nach B=lieben ein Sonnen oder Wasserbad nehmen. Wollen die Schinkenlieferauten danach der Ruhe pflegen, so treten sie durch Vorhänge in den Stoll welcher ganz dunkel gehalten ist, damit die Tiere von Fliegen nicht belästigt werden. Durch Schwebebahnen wird das Futter von der Zubereitungsstelle, sowohl auf den Höfen wie im Stalle, sehr bequem und leicht in die Tröge befördert. Im Stall wird breiiges, warmes Futter, bestehend aus Gerstenschrot und Kartoffeln welchem etwas D lesse zum Versüßen zugesitzt ist, verabreicht. Eine##### Maschine besorgt das Wasserpumpen. Das Dämpfen der Kartoffeln und Schroten des Fleischwarerfabrik. Herr Kamping halte die Absicht, noch weitere zwei solche Ställe zu bauen. Vorläufig will er davon aber absehen. Es scheint, als wenn ihm jetzt die Schweinefleischpreise nicht mehr hoch genug sind. Denn in den ersten 6 Monaten hat ihm die Mästerei an sich einen Verlust von 18000 Mark schreibe Achtzehntausend Mark, eingebracht. (Diese Zahl hot H.re Kamping mir selbst genannt Es wird aber erzählt, daß der Verlust bedeutend größer sein soll.) Es wäre sehr erwünscht, wenn die liberale Großstadt presse bei Herrn Kamping Erkmndigung ein nur den Rat geben, sich dieselbe nicht zu nahe vor die Nase zu sitzr, sonst könnte ihnen leicht übel werden. Herr Komping ist vorher in relativ kurzer Zeit aus kleinen Anfärgen durch Herstellung von Fleischwaren (von nicht selbst gemästeten Schweinen. D. R) . g.# s worden. Run liesert er hier den Beweis, daß es recht schwer ist, bei der Mästung Geld zu verdienen, sehr leicht dagegen im Handel und der Fletschwaren Produktion auf dem Wege vom Züchter zum Fleischesser. immer wiederkehrende Fleischnotrummel bringt immer mihr zu der Ueberzeugung, daß die Landwittschaft die Fleischversorgung der Städte selbst in die Hand nehmen nuß. Da die Bewrcherung der Konsumenten durch den Zwischerhandel und die Hetze gegen die Landwirtschaft und ihren Minister uns dazuzeingt. Die Ferkelpreise sind hier jetzt so sehr beruntergegangen, so daß kaum noch die Zuchtkosten gedeckt werden und Ia. fette Schweine kosten hier nur noch 63 Mark per 100 Pfund Schlachtgewicht(zirka 50 Mark lebend Gewicht) Trotzdem hört aber das liberal demokratische Geschrei nach Oeffnung der Grenzen nicht auf.“ Die hessische Regierung und der Fall Eißnert. In der zweiten Kammer hat die hessische Regierung jetzt die nationalliberale Interpellation wegen der Bestätigung des Sozialdemokraten Eißnert zum Beigeordneten in Offenbach beantwortet. Es wird darüber gemeldet: „Die Antwort betont, daß sich die Regierung des Gegensatzes zwischen Staat und Sozialdemokratie bewußt sei. Der Kumpf gegen die sozialdemokratischen Bestrebungen sei nur möglich auf dem Boden der bestehenden Gesetzgebung und unter Beobachtung der verseffungsmäßigen Gleichheit der Staatsangehörigen ver dem Gesetz Für die Regierung seien bei der Bestätigung Eißnerts die BeHimmungen dr Städteordnung maßgebend gewesen, sowie die Tatsache, daß gegen Eißner nur seine Parteistellung einkonnte Zum Schluß begewendet wers aß künftighin die ihm die Produktion eines Diundes a#:— Peeastion einen Pfundes Schweinefleisch käme, und wenn sie das Ergebnis ihren Lesern mitteilte. Die Herren können ganz v# rtrauens voll anfragen, ein Agrarier ist Herr Kamping nicht Außer dem Verlust der Tausende hat die Mästerei Herrn K weiter viel Verdruß bereitet. Fast die garze Einwohnerschaft von Buer hat sich Beschweide führend an die Regierung gewandt, weil der Gestank, den die Mästerei entwickelt, nicht auszuhalten ist. Auf Kilometer weite Ertsernung ist der Duft öfters zu spüren. Von der Regierung sind neue Anordnungen getroffen, nach deren Ausführungen man erwartet, daß der Uebelstand nicht mehr so belästigend auftreten wird. Eine gunze Reibe Strafmandate, veranlaßt durch Fließenlassen der Jauche usw deren einzelne Höhe von 50 Mk erreichten, haben die Sach= für den Mastanstaltsbesitzer nicht angenehmer gemacht. In der„Deutschen Tegeszitzung habe ich vor kurzem gelesen, daß die Charlottenburger sich auch eine Groß mästerei bauen wollen. Man kann ihnen tonte die Antwos daß kunftigbin die freie Entschließung der zuständigen Stelle nur unter Der selbstverndlichen größten R###hlicht und auf Grund der Erfahrung int dem elienenen. Falleergehen wersK. Duser Bescheid erscheint uns als das widerspruchs volle Produkt ratloser Halbheit und schwächlicher Inkonsequenz. Wenn die Rezierung sich ders Gegensatzes zwischen Staat und Sozialdemokratie bewußt ist, dann kann sie nicht einen Sozialdemokraten als geeignet zur Ausübung behördlicher Funktionen machen und bestäigen. Aus dem Deutschen Reiche. Berlin, 3. Dezember. Der Kaiser ist Sonnabend abend beim Furnten Hohenlohe=Oehringen in onkan in Overschlesien eingetreffen. Der Kronprinz und die Kronprinzessin sowie Priuz Oskar sind Sonntag nachmittag 3½ Uhr nach Oels abgereist. Prinz Eitel Friedrich wird den Kaiser bei der Taufe des Erbgroßherzogs in Darnsadt verteten.0 „Prinz Karl von Baden, der am 9. März 1832 geborene jüngste Bruder des Großherzogs, ist heute früh 7½ Uhr geEr war preußischer General der Sepallerie und Präsdent der ersten badischen „Der Marine=Stat für 1907 wird, wie der„Hann. Cour.“ aus gut unterrichteter Quelle erfährt, über den Rahmen des Flottengesetzes von 1900 und der Novelle zum Fottengesetz von 1906 nicht hinaus gehen. Erhält aber die Forderung des Baues von fünf neuen Unterseebooten(in der deutschen Kriegsmarine ist bisher nur eins„U 1“ im Dierst), ferner sollen bei einem im Jahre 1907 zu erbauenden neuen großen Kreuzer Turbinen in Anwendung kommen, nachdem der mit Turbinen ausgerüstete kleine Kreuzer„Lüibeck“ sich gut bewährt hat. Bei der Reform des amisgerichtlichen Prozesses sind die Justizverwaltungen des Reiches und Preußens beide in gleicher Weise bestrebt, die Stellung des Einzelrichters in der ersten Jnstanz selbstständiger zu gestalten. Die von der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes einbirufene gemischte Kommission zur Prüfung der Rechte und Pflichten der Landgesellschaften ist heute vormittag im Reichstage zusammengetreten. Im allzemeinen zeigte sich die Geneigtheit, eine gütliche Auseinandersetzung mit der Siedelungsgesellschaft herbeizuführen und ihren Wünschen auf Rückübernahme ihrer Konzession auf das Reich möglichst entgegenzukommen. Aus dem Auslande. Rom 3. Dezbr. Der Papst empfing heute den Kardinal Kopp in Abschiedsaudienz. Der Kardinal reist von hier direkt nach Berlin zwecks Konferenz mit dem Reichskanzler Fürsten Bülow.— Nuch einer Meldung aus Rom würde die Lage in den preußisch=polnischen Pcovinzen von der Kurie sehr einst beurteilt. Man sei entschlossen, im Interesse der Kirche an der Beseitigung der verschärften Gegensätze unter Anwendung aller der Kirche zu Gebote stehenden Mittel zu arbeiten. Der Papst soll sich sehr erfreut über die Haltung des Firstbischofs von Breslau ausgesprochen und gesagt haben:„Ich wünsche für Posen und Gnesen einen Erzbischof, der in derselben Weise den Frieden aufrecht zu erhalten weiß, wie Kardinal Kopp in seiner aus Polen und Deutschen gemischten Diözese. Portsmouth 3. Dez. Die kriegsgerichtliche Verhandlung gegen den Leutnant Collard hat heute morgen begonnen. Ein Unteroffizier sagte aus, Collard habe im Jahre 1905 zu einem Heizer gesagt:„Auf die Kniee, du dreckiger Hund! Ich will dich Mores lihren!" Der Heizer habe den Befehl besolgt, sei dann aber wieder aufgestanden, worauf er zur Wache gebracht worden sei. Die Geschichte sei rachher vertuscht worden. Madrid, 3. Dezember. Das Kadinett Moret hat seine Demission eingereicht. Es wurde deshalb der Empfang des fran zösischen Admirals Touchard auf morzen verschoben. New York, 2. Dez. Der kalifornische Abgeordnete Hayes verlangte, der Kongreß solle bei den jetzt schwebenden Verhandlungen über den neuen japanischen Vertrag eine Klausel einschalten, wonach Amerika die Berechtigung erhalten soll, die japanische Einwanderung auszuschließen. Erst auf persönliche Jatervention Roosevelts ver zichtete Heys auf diesen gefährlichen Antrag. Heyes gehört zu der ständig zurehmenden Partei der Antijapaner,, die einen Krieg mit Japan als spahrscheinlich, wo nicht unvermeidlich bezeichnet und in der Presse starke Unterstützung findet. Ws den Parlameusen " Deutscher Reichstag. 132. Sitzung vom 3. Dezember 1906, 1 Uhr. Der Reichktag ehrte am Montag zunächst das Luise Charlette. Historische Novelle von Ilse=Dore Tanner. 11][Nachdruck verboten.] Der Kurfüest fuhr fort, scheinbar ohne das erschreckte Zusammenzucken Luise Charlotteis zu bemerken:„Doch bedeutete ich dem Peiczen, daß die Vermählung nicht eher stattfinden dürfe, bis daß ich mit euren Verwandten gesprochen habe Ihr seid also am Ziel eurer Wünsche angelangt Luise Charlotte, und könnt euch als zukünftigte Königin von Polen betrachten, ich sage euch meine allerbeste Gratulation!“ Hier verneigte sich der Kurfürst leicht und spöttisch und schien dann die Unterredung für beendet anzuseben. „Ncht so— nicht so, mein Kurfürstlicher Schwager,“ rief sie in Schluchzen aus brechend,„ich bin nicht so schu dig wie ihr glaubt— nie war es meine Absicht hinter euren Rücken ein Verlöbnis zu schließen— ich wollte nur— ich wollte nur——“ Veiwirrt hielt sie inne, denn wenn sie weiter sprach, kam sie in Gefahr, ihre Hof dame zu verraten, und das wollte sie loch kein sfalls Der Kurfürst mochte wohl ahnen, was — ihe vorging, denn ein etwas milderer Andenken des verstorbenen Abg. Breuer(Ztr.) in der üblichen Weise und setzte dann die erste Lisung des Nachtragsetats für Südwestaftika fort. Der Kolonialdicektor Dernburg teilte mit, daß entgegen den Mitteilungen des Abg. Bebel der Geh. Legationsrat Hellwig lediglich pensioniert worden ist, weil er den steigenden Anforderungen seines Amtes nicht mehr gewachsen war. Der Beamte Pöplau sei mehrfach disziplinarisch vorbestraft und schließlich seien Bedenken gegen seinen Geiste zustand entstanden; im Falle Pöplau liege lediglich ein sehr mildes Vorgehen vor. Darauf treg Abg Roeren(Zir.) eine lange Reihe von Fällen vor, in denen Eingeborene in unmenschlicher Weise körperlich gezüchtigt worden sind. Eine Bemerkung des Rednecs veranlaßte den Präsidenten Grasen Ballestrem zu der Feststellung, daß im verflossenen Sommerhalbjahr eine Haussuchung im Reichstage nicht stattgefunden habe, sondern daß dem Untersuchungsrichter vom Abg Erzberger freiwillig Einsicht in sein Reichs. tagspult gestattet worden sei; an den Tären des Parlamertgebäudes ende die Macht der Exekutive. Kolonialdirektor Dernburg bedauerte, daß ihm die vom Abg. Roeren vorgetragenen einzelven Fälle nicht vorher mitgeteilt worden seien, machte aber dem Abg. Roeren zum Vorwurfe, daß er versucht habe, in das Verfahren der Gerichte ein. zugreifen. Das Streben der Kolonialvetwaltung sei, alle schuldigen Beamten zu bestrafen, ader auch urschuldige Beamte zu schützen. Die Kolonialverwaltung habe auch ein ernstes Streben zum Wohle der Missionen, das schließe aber nicht aus, daß sich auch unter den Missionaren ausnahmsweise einmal schwarze Schafe finden. Abg. Dr. Arendt(Rp) hoffie, es werde dem Kolonialdirektor gelingen, den Ausschreitungen der Kolonialbeamten ein Ende zu machen, und wandte sich dann gegen zahlreiche Aeußerungen des Abg. Bebel und nahm Dr. Piters gegen Bebels Angriffe in Schutz; es sei ein Unding, hinsichtlich der Eatlassung des Geheimrats Hellwig von einem Mißbrauch des parlamentarischen Mandats zu reden. Abg Eickhoff(freis. Bp) meinte, selbst die teilweise Begnadigung Dr. Peters sei zu bedauern. Abg. Roeren(Ztr.) legte Verrahrung ein gegen die Art, wie Herr Dernburg ihm gegenübergetreten sei. Dieser dürfe nicht hoffen, den Ton von Börserjobbern im Reichstaze heimisch zu machen. Nach seiner ganzen Vergangenheit könnHerr Dernburg ihn(den Redner) nicht bloßstellen. Dir Kolonialdirektor habe nicht einen einzigen der von ihm angeführten Fälle als unwahr zurück weisen können. Kolonialdirektor Dernburg betonte nochmals sein ernstes Streben, alle Mißstände zu untersuchen, aber es sei nicht jede Anschuldigung eine Taisache. Schluß des Berichts 6¼ Uhr. Gericht und Rechtsdrechung. Bielefeld, 1. Dezember.(Strafkammer.) 1. Wegen unlauteren Wettbewerdes im Ausverkaufe war der Schuhwarenhändler A. H. von hier vom Schöffesgericht zu einer Geldstrafe von 150 M. verurteilt worden. Nach der Aussage des Gutachtens nahm der Gerichtshof als Berufungsinstenz an, daß es sich hier um einen reillen Ausverkauf handele. Der hier in Betracht komminde Warennachschub von 3728 Mk. spiele bei einem jährlichen Umsatz von 50 bis 60000 Mk. nicht die Rolle, daß man von unreellen Schiebungen sprechen könne. Es wurde deshalb das erste Urteil aufgehoben und der Angeklagte feeigesprochen.— 2. Das Bielefelder Schöffingericht hatte die bedden Arbeiter A G. und Chr. D von Gadderbaum wegen gemeinschaftlicher Körpaverletzung und den D auch noch wegen Bedrohung zu j: 4 Wochen S.fängnis verurteilt, Die Angeklagten hatten Berufung eingelegt. Der Gericht hof sah die Sache milder an hob das erste Urteil auf und verurteilte G. zu einer Geldstrafe von 75 Mk. ev. 15 Tagen und D. zu einer solchen von 60 Mk ev 12. Tagen Gefängnis— 3. Der Maschinenbauer W St. von Gütersloh war vom Schöfftggericht zu Halle am 5. Oktober ds. Is. Toegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 100 Mk eo. 20 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Die Strafkammer hielt die Bezufung des Angeklagten für unbegründet und verwarf dieselbe.— 4. Der Tischlergeselle H. R. von Friedrichtdorf erhielt weger vorsätzlicher Körper verletzun und Bedrohung 20 Mk Geldstrafe ev. 4 Tage Gefängnis.— 5. Der Arbeiter E K. von Güte sloh wurde wegen Betruges im wiederholten Rückfalle zu 1 Jahr und 6 Monate Gefängris, worauf ihm 1 Monat Untersuchungshaft in Anrechnung gebracht wurde.— 6 Der Arbeiter F. R. von Milse erhielt wegen Meuterei im Herforder Getängris 6 Monate Gefängnis, worauf ihm 18 Tage von der eil#ttenen Untersuchungshaft ausdruck kam in sein Gesicht, aber trotzdem sprach er in kaltem Tone weiter:„Wie dem auch sei, nach dem Vorgefallenen ist natürlch kein anderer Ausweg möglich; der Prinz ist sich dssn auch vollständig bewußt.“ Wieder zuckten die Lppen des Kurfürsten spöttisch. „Euer hoher Beneeder wird worgen mittag mit den seinem Range gebührenden Exrenbezeugungen offiziell am Berliner Hofe empfangen werden und bittet euch, alsdann den Verlobungering allergnädigst von ihm alzep tieren zu wollen“ Fast entsetzt blickte Laise Charlotte den Kuefürsten an.— War denn gar kein Ausweg mehr aus dem Ntz, in das sie durch ihre Schuld geraten? „Ihr habt doch keine weiteren Einwendungen zu machen, Luise Charlotte?“ wandte sich der Kurfürst an sie. „Neu, mei Kurfürstlicher Schwager," sagte die Markgräfig zögernd.„Ich sehe ein, daß keine andere Lösung möglich ist. Nur eure Verzeihung, euer Verstehen meiner unbedachten Handlung möchte ich so gerne erlangen“ fuhr sie fort, den Kurfürsten fl hend anblickend. Der Kursuest lächelte sein.„Vielleicht verstehe ich die ganze Affäre besser ihr selbst, Luise Charlotte, aber jedenfalls habt ihr in Aurechnung kommen.— 7. Der Telegraphenarbeiter A. R. aus Westkilver war vom Schöffngericht zu Bünde wegen gemeinschaftlicher Körperverletzugg zu einer Geldstrafe von 15 Mk. ev. 8 Tagen Gefängnis verurteilt. Die von R. gegen dieses Urteil eingelegte Berufung wurde als unbegründet verworfen. Winterkuren für Lungenkranke. Dee in diesem Jahre außirgewöhnlich schöne Herbst nähert sich seinem Eide; die letzten Blättee fallen zur Erde; ihres Schmuck s beraubt strecken die Bäume und Sträicher die kahlen Aeste urd Zweige in die Lift. Reichlich: Niederschläge, Nebel, Stüme, feucht: Kälie stellen sih ein, die Vorbeten des herannahenden Winters, Allerdings bietet jr auch dieser mancherlei Freuden; man deake nur an die Virgnüjungen beim Esspor', an das gemätliche Beisam nensein im traulichen Heim au kaisteenden Herofeuer, an das herrliche Weihnachtsfest. Hervoe stechender sird j doch die üblen Eigenschaften des Weters, ku ze Taze, Maigel an Somenschein, Nasse und Kälte. Es und Schiee. Ncht zu vergessen seine steten Begleiter, die Plagegeister des Menschen, Schnupfen, Husten, Grippe, Rheumatismus. Am meisten leiden urter der Rauheit und Strenge des Winters die Athmungswege. Mit Rcht fürchten deshalb besonders die Lungenkranken den Winter. Der Aufenthalt im Freien ist die beste Medizien für sie, die rauhe Witterung bannt sie aber mehr oder weniger in die geschossenen Räume. Dadurch werden sie aber weniger widerstandsfähig gegen die Unbilden der Witterung, denen sie trotz aller Vorsicht mihr oder minder ausgesetzt sind. Schwere, langwierige Eckältungen, Schädigung des Allgemeinbefi dens, Fortschreiten des Lungenleidens sind dann die unausdl iblichen Folgen. Mit irdischen Gütern gesegnete Lungenleidende suchen b'shalb gerade im Winter mit Bo liebe geeignete Sanatorien oder klimatische Kurorte auf, um sich dort einer geeigneten Kur zu unterweisen. Im Mittelstande und in der Arbeiterbevölkerung herischt dagegen auffallenderweise immer noch gegen Winterkuren ein unberechtigtes Vorurteil. Es ist aber nicht mehr zweifelhaft, daß diese den Sommerkuren hinsichtlich des Erfolges durchaus nicht nachstehen. In mancher Beziehung und gerade für die Arbeiterdevölkerung verdienen die Witterkuren den Borzug vor den Kuren in der besseren Jahreszeit. Bei Winterkuren siad die Kranken für die Kurzeit den infolge der Heizung und Beleuchtung sowie des Mangels an frischer Luft vielfach ungünstigen Verhältnissen in ihren Wohn= und Arbeitsräumen entzogen; dafür leben sie in der die Gesundheit am meisten gefährdeten Jahr sheit unter ständiger sachkandiger ärztlicher Aufsiczt in den denkbar günstigsten gesunfheitlichen Verhältnissen. Mu Rücksicht auf die weitere Stärkung und Eehaltung der Gesundheit und der Arbeits fähigkeit ist es ferner zweifellos zwick näßiger, wenn Kranke— statt zu Beginn oder mitten in der kalten Jahresz it— in den Früt jihrsmonaten wiederhe#gestellt oder gebessert zur Entlassung gelangen. Viele Kranke siad auch im Winter weit eher abkömmlich als im Sommer und können deshalb im Winter einer Kur sich unterziehen ohne erhebliche wir schaft iche Nachteile zu erleiden(landwirtschaftliche Arbeiter, Gärtner, Maurer, sonstige Bauarbeiter usw) Der wniger zahlreichen Bewerbungen wegen bedarf es überdies im Winter keiner langen Wartezeit bis zur Aufnahme in die Heilstätten; geeignete Kranke können vielmehr jeder zeit darin aufge ommen werden. all= diese Geunde sprechen überzeugend mich durch eure Unaufrichtigkeit tief verletzt, und es wird lange Zeit brauchen, bis ich das virgessen kann. Aber wie dem auch sei — ich werde nie aufhören, der Witwe meines geliebten Bruders mein Interesse zu bewahren und ihr, wenn sie es wünschen sollte, Rat und Beistand zu gewähren.“ Ehe der Kurfürst es hindern konnte, hatte Luise Charlotte sich über seine Hand gebeug“ und sie an ihre Lippen gezogen, dann verließ sie hastig das Zimmer. VI. Trotzdem die Verlobung der Markgräfin eigentlich noch geheim gehalten werden sollte, war sie doch fast überall in Berlin bekannt geworden. Die Ereignisse jener Nacht hatten zu viele Gemüter im Schloß in Aufregung verstzt, als daß nicht so manches Wörtlein auch nach außerhalb durchgesickert wäre, und man schließlich in den Berliner Bürgerund Bierstuben wieder beinahe mehr wußte als im Schlosse selbst— Wie und durch wen der heimliche Besuch des polnischen Prinzen eigentlich verraten worden war, das wußte der Kammerdiener Herr Henning und der würdige Essigbrauer Herr Friedrich Teichert am allerbesten, aber sie sprachen nicht gerne darüber, hatte sich e ae. F. ühgihr oder Sommer aufzuschieben. Tazu kommt, daß ein Heilverfahren um so sicheren und reichhaltigeren Erfolg hat, je früher es eingeleitet wird. Darum empfichlt es sich stets, die Kue mözlichst frühzeitig, ohne Rücksicht auf die Jahreszeit zu beginnen und nicht wochen= oder monatelang zu warten, bis das Leiden zu weit vorgeschritten und daducch die Wiederherstellung schwieriger, wenn nicht unmözlich geworden ist. We den für einen Kranken in seiner Eigenschaft als latdwirtshaftlicher oder Iidustrie= Arbeiter, Dienstbo'e, kaufmianischer Angestellter, Piivitbeamter, Haus= oder selbst ständiger Gewerbetreibender oder aus als Selbstoersich rter Beiträge zur Invaiidenversicherung entrichtet, so kö nnen bekanntlich die Lundes Versicherungsinstalten ein Heilverfahren einleiten, vorausgestzt, daß der Krankheitsfall geeignet ist und die sonsticen gesetzlichen Voratssetzungen zureffen. Unbemittelten Kranken kann z. B. nach den Grundsätzen der Lindes Vrsichtrungsanstalt W stfalen schon beim Nachweise von 100 Beitragsmarken ein kostenfreies Heilverfahren gewährt wed.n. Sind weniger a's 100 aber mindestens 50 Marken verwendet, so wird die Kurbewilligung von der Leistung eines im Vergleich zu den Kosten sehr geringer Zischusses abhängig gemacht, dessen Höhe sich richtet nach der Zihl der Marken und den Vermögens und Einkommensverhältnissen des Bewerbers und seiner nächsten Angehörigen. In der Regel wird in einem Jahre nur eine Kur bewilligt. Mehr drei Karen können nur dann gewährt werden, wenn seit der letzten Kur mindestens 2—3 Jahre verflossen sind. Die Eindringung des Heilverfahrenantrages maß bei der Ortsbehörde oder auch bei der Keankenkasse erfolgen. Dibei ist die lietze Qutttungskarte und eine korze Außerung des behandelnden Arztes über den Krankheitsbesund und die vorhandenen Bessetungsaussichten vorzulegen. Mögen diese Zeilen dazu dienm, manchem Lingenksanken den Wez zur Wedererlangunz seiner G.sundheit und Arbeitefähigkeit zu zeigen, zu seinem eigenen und zum Wohle seiner Familie. Die Uevernahme dieses Artikels in andere Zeitungen zum Zweck: der Weiterverbreitung kann nur dringend empfohlen werden, damit die Versicherten mehr und mehr die Wohltaten des sogenannten Klebegesetzes erkennen und sich zu nutze zu machen wissen. Lokales und Bielefeld, 4. Dezember. (Weihnachts= Paketverkehr.) Das Reichspostamt hat verfügt, daß in der Zeit vom 10 bis 25 Dez. die Vereinigung mehrerer Pakete zu einer Patetadress: im inneren deutschen Verkehr nicht gestattet ist. Es muß also während dieser Zeit zu jedem einzelnen Prket eine besondere abresse geschrieben werden. Deinzend anzuraten ist ferner, die Weihnachtspakete so früh wie möglich, spälestens aber bis zum 22. Dezember bei der Post einzulissern. wenn auf die rechtzeitige Ankunft zum Weihnachtsfeste Wert gelegt wird. (Zur Warnung.) Zum großen Schrecken der Bewohner wurde in der Nacht zum Sonntag in einem Hause an der Missundestraße eingebrochen. Dem frechen Diebe gelang es, sich durch das Kellerfenster Eingang zu verschaffen in die Kellerräume, wo er sich den Vorratsschrank gewallsam öffnete; dort siel ihm u a. ein leckerer Bissen in doch an ihnen wieder einmal das gute, alte Sprichwort bewahrheitet: Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.— „Hätt' ich geahnt, wie die Affäre auslaufen würde, hätt' ich mir ja lieber die Zunge abgebissen, als daß ich ein Wort hätte verlauten lassen,“ schwor Herr Henning mehr als einmal, als er trübselig und ingeimmig mit Herrn Teichert beim Bier saß. Von ihrer alten Stammtaselrunde hielten sie sich jetzt etwas fern, denn das Hänseln des dicken Tuchmachers Janke war nicht recht zu ertragen.“ „Und ich sag' euch, Henning, die Geschichte läuft nicht gut aus oder es kommt noch irgend etwas dazwischen— denkt an meine Worte,“ meinte Teichert, dissen schmale Lppen aus Ingrimm über den Sieg der Polenpartei fast noch schmaler geworden zu sein schienen. „I wo, Herr Friedrich Teichert, i#tt macht euch nur keine Hiffnungen mehr. Der durchlauchtigste Herr Bräutigam— der Teufel mag ihn holen— versteht es so gut, mit Fladusen um sich zu werfen, daß unsere Frau Markgräfin ganz verwirrt wird und garnicht anders kann, als auch liebenswürdig zu sein. Ist doch gestern sogar schon ein Gestalt einer gebratene Außerdem entwendete ein Marktnetz und schl Schuhe vom Dienstmä weg nahm er durch hinter sich weit off.n! (Vortragüber d westafrika.) Deutse Abteilung Bielefeld. Mitglieder schon heute zember, abends 8 Uhr Volkssaal stattfindenden Hauptmann von Livol Lüb.ck, Lübeck) über da in Südwestafrika und wirtschaftliche Leben do Herr Hauotmann v. Jahre 1900 an beinah truppe für Südwestaft v. Livonius hat sich v Norden des Landes in ver aufgehalten und erhielt Ausstandes im Jahre 1 dritten Ersatzkompaznie, Kämpsen gegen die W.! nahm, 1905 kehrte er Deutschland zurück. W westafrika verfolgt hat, wanderung über die unserer braven Trupp haben die Ereignisse m teresse verfolgt? In sammlung vom 29. No Dr. Semler: Ich kann sagen: die Not da unte nicht groß, wie die Unda Vaterlaide im allgeme Jahren gegen unsere dort Das will ich auch einm habe auch gefunden, da und Stelle unter der## landes leidet Es ist 5 die Rede gewesen, auch Wir haben immer nue sehen bekommen und zu unter welcher Not und keiten unsere Truppen Stelle leiden und was es der Abteilung Bie den Vortrag einen Red in dem Kriege in Südn hat und hoffen wir, da saal bis auf den letzt wird. Der Vorstand d einen jeden Mitbürger geben sich den Vortrag a Eintrittsgeld nicht zu e (Zweites Vereins=K vereins) Konzert möd nicht nennen, es war mehl hat man eben nicht das haltung, mehr die Empfini lichen Vera staltung. Eingestrige Musikvereinsfest. Führung vereinig en sich 0 diesmal vier Kantaten vo der Töne, Johann Sebasti Gleich die erste Kantale: davon, wie gesund und wivon jeder Sentimentalität der juage dreiundzwar zig Weimar war Wie in# Themen voller Kraft und Die musikulische Behandlu illustrative Art im Ausdi immer wieder durch ihre Das ließ sich alles natü anderen Kantaten erkenn Herr Jesu Cheist“, dan und Davids Sohn" und i schönen und echte We hnach Ka tate: Jo fteue mi schi denen Solis, Duette u den Solisten Fräulein 8 Martha Stapelfeldt, Herr Jos. Leritz musikalisch v# stilg rechtg sungen Herer und dem efrigen Chore Schlußopp aus zum Nurdr die seine Darbiatung diese Mate. (Aus dem Theater! schrieben: Thea von Gord unseres Stadttheaters, tri letzten Male auf. Das r goldene Eva“ gibt de Gelezenheit, sich dem hie ihrer besten Partien zu abend ist dem Gedächtr Henrik Ibsen gewidmet unver, leichliches Schauspt mit z eern und Frau Derberg. Herrn Bernicker.## Mey zadier in den Houptpe erscheint zum ersten Male modernen Schriftstellers## Schauspel„Ichlasse d liche Schilderer des Großf erfolgreichen Bühnenwerk gescheffen, das einen gen (Stadttheater.) Ir Schauspiel in 2 Altilun Charlotte Birch Pfeiffer Beief der Frau Murig gnäpigste Mama vom abgegangen, und nach O der geschickt wegen d für die Frau Markg Seine Kurfürstliche Gn Sippe der Frau Mar soll auch die Hochzeit Gestalt einer gebratenen Gans in die Hände. Außerdem entwendete er ein Brot, Butter ein Marktnetz und schließlich ein Paar neue Schuhe vom Dienstmädchen. Seinen Aus weg nahm er durch die Killertür, die er hinter sich weit offu ließ. (Vortragüber den Krieg in Südwestafrika.) Deutsche Koloaialgesellschaft Abteilung Bielefeld. Wir machen unsere Mitglieder schon heute auf den am 7. Dizember, abends 8 Uhr, in dem Evangel. Volkssaal stattfindenden Vortrag des Herrn Hauptmann von Livonius(Inf. Regiment Lüb.ck, Lübeck) über das Thema„Der Krieg in Südwestafrika und Streiflichter auf das wirtschaftliche Leben dortselbst" aufmerksam. Herr Hauotmann v. Livonius hat vom Jahre 1900 an beinahe 5 Jahre der Schutztruppe für Südwestafrika angehölt Herr d. L'vonius hat sich von 1900—1902 im Norden des Landes in verschiedenen Stellungen aufgehalten und erhielt bei Ausbruch des Ausstandes im Jahre 1904 die Führung der dritten Ersatzkompagnie, mit der er an den Kämpsen gegen die Witbois am Auob teilnahm, 1905 kehrte er krankheitshalber nach Deutschland zurück. Wer den Krieg in Südwestufrika verfolgt hat, der ist voll von Bewinderung über die herorische Tapferkeit unserer braven Truppen, aber wie viele haben die Ereignisse mit dem nötigen Interesse verfolgt? In der Reichetagsversammlung vom 29. November ds Il. sagt Dr. Semler: Ich kann nur immer wieder sagen: die Not da unten ist groß, aber doch nicht groß, wie die Undankbarkeit im deutschen Vaterlaide im allgemeinen in den letzten Jahren gegen unsere dort kämpfenden Teuppen. Das will ich auch einmal aussprechen. Ich habe auch gefunden, daß man dort an Ort und Stelle unter der Auffissung des Vater landes leidet Es ist bieher zu wenig davon die Rede gewesen, auch in den Zeitungen. Wir haben immer nur die Verlustlisten zu sehen bekommen und zu wenig davon gehört, unter welcher Not und welchen Schwierigkeiten unsere Truppen dort an Ort und Stelle leiden und was sie leisten. Nun ist es der Abteilung Bielefeld gelungen, für den Vortrag einen Redner zu gewinnen, der in dem Kriege in Südwestafrika mitgekämpft hat und hoffen wir, daß der Eoang. Volkssaal bis auf den letzten Platz gefüllt sein wird. Der Vorstand der Abteilung hat, um einen jeden Mitbürger die Möglichkeit zu geben sich den Vortrag anzuhören, beschlossen, Entrittsgeld nicht zu erheben. (Zweites Vereins=Konzert des Musikvereins) Konzert möchten wir es eigentlich nicht nennen, es war mehr eine F.ier. Bei Bach hat man eben nicht das Bedürfnis nach Unterhaltung, mehr die Empfindung einer großen, festlichen Vera staltung. Eine solche war auch das gestrige Musikvereinsfest. Unter Lampings genialer Führung vereinig en sich Chor und Orchester, um diesmal vier Kantaten von dem großen Meister der Töne, Johann Sebastian Bach, zu musizieren. Gleich die erste Kantate:„Aus der Tiese“ zuugt davon, wie gesund und wie urwüchsig, wie weitab von jeder Sentimentalität oder Gefühlsduselet schon der jugge dreiundzwar zigjährige Hoforganist in Weimar wan Wie in Granit gehauen sind die Themen voller Kraft und Klarheit die Melodien. Die musikulische Behandlung des Textes und die illustrativi Art im Ausdruck wirken immer und immer wieder durch ihre Wahrheit und Klarheit Das ließ sich alles natürlich auch an den drei anderen Kantaten erkennen:„Du Friedefürft, Herr Jesu Cheist“, dann:„Du wahrer Gott und Davids Sohn" und in der litzten, wunderbar schönen und echte We hnachtsfestfreude enthaltenden Ka tate: Jo fteue mich in Die". De verschi denen Solis, Duette und Terzette wu den von den Solisten Fräulein Anna Kappel, F.äulein Martha Stapelfeldt, Herren G. A Walter und Jos. Leritz musikalisch vorzüglich und durck aus stilg recht g sungen Heren Musikdirektor Lamping und dem efrigen Chore gebührte der in dem Schlußopp aus zum Ausdruck gebrachte Dank für die seine Darbiatung dieser Kankaten in vollstem Mate. (Aus dem Theaterbureau) wird uns ge schrieben: Thea von Gordoa, der erfolgreiche Gast unseres Stadttheaters, tritt heute Dienstag zum letzten Male auf. Das reizende Lustspie!„Die goldene Eva“ gibt der anmutigen Künstlerin Gelezenheit, sich dem husigen Publikum in einer ihrer besten Partien zu zeigen. Der Mittwoch abend ist dem Gedächtnis des unvergeßlichen Henrik Ibsen gewidmet und bringt des Dichters unver, leichliches Schauspiel„Rosmersholm“ mit zerrn und Frau Direktor Gerstl, Fel Stollberg. Herrn Bernicker, Herrn Steinmann, Herrn Meyzadier in den Houptpartien. Am Donne####tag erscheint zum ersten Male das neue Werk eines modernen Schriftstellers Heinz Tovotes packendes Schauspel„Ichlasse dich nicht". Der treffliche Schilderer des Großstadtlebens hat in seinem erfolgreichen Bühnenwerk ein Stück echten L.bens gescheffen, das einen gewaltigen Eindruck erzielt (Stadttheater.) In„Dorf und Stadt“, Schauspiel in 2 Abteilungen und 5 Akten von Charlotte Birch Pfeiffer trat gestern abend zum Beief der Frau Murkgrafin an die aller gnäpigste Mama vom Herrn Polenprinzen abgegangen, und nach Paris ist auch schon 4 der geschickt wegen der neuen Staattroben für die Frau Markgröfia; denn sobald Seine Kurfürstliche Gnaden alles mit der Sippe der Frau Markgräfin beredet hat, soll auch die Hochzeit stlaufiaden.“ (Fortsetzung folgt.) zweiten Mal Frl. Thea v. Gordon als Gast hier auf. U ber das Stück ist nicht viel zu sagen; wer sich für die Fabel interessiert, kann sie in Auerbachs Dorserzählungen wiederfinden. Die Verfasserin kannte als routinierte Schauspielerin die wirksamen Bühneneffekte, den Stoff für ihre zahlreichen Dramen entnahm sie gewöhnlich Romanen, die sie bühnenmäßig bearbeitete. Und sie wirkte, da sie dem geschmack des Publikums Richnung trug im vorigen Jahrhundert; so auch mit„Dorf und Stadt“, das schon 1848 über die Beetter ginz. Uad noch immer ist es im Ropertoir? Warum nicht; ist es auch kein utes Volksstück, läßt es auch jede künstlerische Durchbildung vermissen, so ist es doch nett, unschuldig und unterhaltend, ja auch teilweise rührend(um nicht zu sagen rühr. selig). Aber einen Vorzug hatte das Stück gestern abend doch. Es gab einer Künstlerin Gelegenheit, ihre Meisterschaft zu zeigen, eine Meisterschaft die um so großartiger war, als sie nichts von Aufdringlichkeit und Einseitigkeit an sich hatte. Was kümmert einen empfindenden Zuschauer schließlich noch der unzureichende Gegenstand, wenn wahre Künstlirschaft die Figur des Gemäldes zum Leben erwachen läßt. Fräulein Thea von Gordon stellte in der Lore ein urwüchsiges Naturkind auf die Bühne, das Fleisch und Blut hatte. Freude machte, weil die Künstlerin an ihm die höchste Entfaltung bühnenkünstlerischer Ausdrucksmittel zeigte. Nicht ihr tadelfreier Dialekt, nicht die dem Leben abgelauschte Realität allein war es— das bringt so mancher realistische Volksschauspieler hervor— es war der künstlerische Ton, die Melodie die über dem„Lorle" lag, es war die Geschlossenheit, die Haltung— um nicht das bezeichnendere Fremdwort„constenance“ zu gebrauchen— durch die die Künstlerin ihre Rolle adelte. Das war der Wert, das der Genuß des Abends. Ein gutes Bild braucht keinen gleißen. den Rahmen, dieser darf nur nicht stötend wirken. Das war aber auch nicht der Fall. Eine tüchtige Partnerin fand die Künstlerin in Frau Berstl, deren guter Dialekt sie schon äußerlich mit dem Gaste verband. Frl. Stollberg wußte als Ida v. Felsick Eindruck zu machen; Herr Bernecker mühte sich um seinen Maler Reirhard. Die Verfasserin sagt es uns ja, daß er ein großer Maler ist, also muß es wohl so sein; aber zum mindesten mußte der Maler dann eine etwas größere Palette haben, für 1,80 Mark gibt es auch hier in Bielefeld schon etwas zureichendere Größen. Herr Mantius war derselbe gute, junge Fürst, wie vor kurzem in „Hofgunst“ und Herr Straßmann hatte in dem Lindenwirt wieder seinen Mann gesunden, den er kernig und männlich verkörperte. Die böse Witterung hatte üorigens auch auf den Brettern, die die Welt bedeuten, ihre Einflüsse geltend gemacht, doch wurden diese tapfer bekämpft. Da auch das Zufammenspiel und die Leitung des Herrn Emil Falgis sich wieder bewährten, so hielt auch das Publikum mit reichem Beifall nicht zurück. m(Gestohlen) wurden ein dunkel grauer Ueberzieher mit schwarzem Samme keagen und großkariertem Futter im Werte von 30 Mk., ein Schreibdiamant im Werte von 5 Mk., ein Portemognate mit 52 50 Mk. Inhalt und ein Paar Schnürschuhe im Werte von 7 50 Mk. m.(Gefunden) wurden zwei Kellerrosten, ein Winterüberzieher und eine Kindermötze. m.(Als verloren) angemeldet wurden ein Närepelz und ein Sammstpompadour. m. Blenden der Schaufenster) Es wird darauf hinzewiesen, daß das Blenden der Scausenster nach den Be stimmungen der Polizeiv=rordnung des Herrn Oberpräsisenten vom 24. Juli 1897 bezw. 7. Juli 1898 erfolgen muß, und daß 81 widerhandlungen unnachsichtlich bestraft werden. Aus den Kreisen Minden und Lübbecke. Minden, 3 Dzmoer. Auf bau polizeiliche Anordnung) mußte das Haus Kaiserstraß Ne. 12, in dem sich die Hirschapotheke besi det, geräumt werden. Die Deckn des Hauses zeigten breite Risse und hatten sich gesenkt. Die Apotheke be findet sich noch in den Parterretäumer, muße j doch durch starke Balken abgestutzt werden Das Haus ist eist vor ei inen Jahren durch Herrn Bauunternehmer Pook gebaut. Die Untersuchung hat ergeben laß die Deckenbalken inso'ge einiger Konstruktions fehler versanlt sind. Die Kosten einer gründlichen Reparatur sollen 30—40000 Mt betragen. Das Haus soll demnachst im Zwangswege verkouft werden und ist obiger Unstand für die Hypothekenglöudiger j den falls eine sehr unangenehme Sache (Mino Zig) Gorspen(Amt Windhei). 3. Oezür (Ein erschütternder Todesfall) er eignete sich nach dem„Mino Lübb Krsdl. hier vor einigen Tagen Der Landwirt Dietrich Peek war damit beschäftigt, an der Bodenluke etwas in O dnung zu bringen. Hierbei bekam er dar Unber gewicht und stürzte auf die Tenne. Der schaell herzvgerufene Arzt konnte nur noch den Too des Berauernewerten feststellen. Er hinter läßt Frau und zwei Kinder. Der Vater des Verunglückten stard ebenfalls infoige Absturzes vom Balken. Diebrock, 3. Dez.(Der Kasser als Tauspate.) Der Regierungsp äsirent hat auf Grund der iym erteilten Ermächtigung genehmigt, daß der Nm des Kaisers und Königs als Taufpate für den am 6 v. Mts. geborenen Sohn des Arbeiters Freitag in das Kirchenbuch eingetragen werde. Aus der am 5. Dezember 1890 mit der Anne geb. Wörmann geschlossenen Ehe wurden dem Freitag Söhne am 29. Juli 1894, 31. Oktober 1895, 19. Juli 1897, 15. Juni 1899, 16. Januar 1901, 7. Juni 1903 und 21. Dezember 1905 geboren. Aas den Leise Hersoed. Herford, 3. Dezbr.(Auf dem Wochenmarkte) kosteten Montag das Pfund Butter 120—125 Pfg., Eier 75—95 Pfg., Rosenkohl 20—25 Pig., Schwarzwurzeln 25—30 Pig., 8 viebeln 8—10 Pfg., Warzeln 4—5 Pfg., Spinat 10—15 Pfg., Kartoffeln 8—4 Pig, Aepfel 8—15 Pfg., Nüsse 35—40 Pfz., Kastanien 25 Pfg., 1 Kopf Blumenkohl 20—60 Pfg., Rotkohl 10—25 Pfg., Wirsing 10—15 Pfg., Weißkohl 10—20 Pfg., Salat 5—10 Pfg.,Braunkohl 5—6 Stück 10 Pfg., 1 Bund rote Beete, weiße Rüben 10 Pfg., Rttige 5 Piz., Sellerie 20—25 Pfg., Porree 5—10 Pig, 1 Stück Stckrüben 5—8 Pfg., Meerrettigwurzeln 20—25 Pfg., Sellerie 5—10 Pfg. 4 Spenge, 3. Dez.(Arbeitskarten.) Für zwölsjährige Kinder, welche in der Tabakindustrie bezw. Hausarbeit beschäftigt werden, bei fremden Leuten, müssen mit einer Arbeitskarte, welche ihnen von der Octsbehörde kestenlos verabfolgt wird per sehen sein. In diesem Jahre sind bis jetzt 22 Arbeitskarten für den gesammten Amts beziek ausgestellt. Ferner wurden seit dem Monat August bis heute 42 Arbeitsbücher und 87 Gefindebücher ausgestellt. Aus dem Kreise Halle. Casum, 30. Nov.(Genehmigung.) Die Regierung hat nach dem„Hall. Kesbl.“ die Beschlüsse der hiesigen Schulv riretungen, betr. den Ankauf von etwa 300 Qumtr. von der Wiese des Kolonen Nollkämper zum Preise von 1,40 Mk. poo Oimtr. zweckAnlegung eines Schulspielplatzes, genehmigt. Aus den Kreisen Wiedenbrück und Paderborn. Gütersloh, 2. Dez.(Feuer.) Gestern abend gegen 6 Uhr brach nach der„Westf. Zig. in der Bäckerei und Wirtschaft von Kunstmann in Niehorst, an der Brockhager Chaussee, Feuer aus, durch welches das Hauptgebäude völlig eingeäschert wurde. Das Feuer ist über der Bäckerei entstanden. Die Spritzen von Niehost und Isselhorst vermochten nichts auszurichten, wohl weil in der näheren Umgebung der B.andstelle nicht genügend Wasser vorhanden ist. Aus dem Reg.=Bez. Münster und Arusberg. Münster, 3. Dez.(Unglucksfall.) Bei einer bei Herborn vorzenommenen Bohrung auf Kohle entstieg der E.de plötztich eine Feuersäule, wodurch neun Arbeiter shwere Brandwunden erlitten (Hann. C.) Hamm, 2. Dez.(Ein schreckliches Ungruck) ereignete sich auf der Chaussee von Hissen nach Dolberg. Der Forsteleve Everhard Hartmann wollte zur Jagd und benutzte dabei ein Fayrrad. Unterwegs rutschte er mit dem Rare aus, kam zu Fall und trat dabei nach dem„Westf Vol.“ in die unvorsichtiger Weise offen gelassenen Hähne des auf der Schutter häugenden Toppellavers. Beide Schüsse gingen ihm durch den Kopf. Er war sosort to“. Ein Handwerksdursche, der den Vorfall beo# achte t, ber achrichtigte sofort die Behörde in Heesen. Aus den Nachbarprovinzen und Staaten. Detmold, 1 Dez.(Der Haup mann von Kopenick) hat nun auch t#. D l#olo einen Nachahmer gefunden. Am Son abend, dem Tage, wo dem Schuhmacher Voigt vier Jahre Getängnis für seine Strastat zudiktiert wurden, bewegte sich, wie dem„Biel Gen Anz.“ von hier ge schrieben wird, durch Detmolds Straßen eine stagwü dige Gest alt in O fiziersun so m. Da es bereits dunkel geworden war, so wurde sie von Soldaten selbstredend gegrüßt, nas bei dem Begrüßten j=desmal geoß Heiterkeit her##orrief. Als nun ein Mitglied der Regment= kapelle den vermeintlichen Vorgesetzten etwas näher besehen wollte, ahm dieser Reißaus. Es war der Arbeiter H. dir sich diesen Scherz erlaubt hatte Diese Ang legenheit dürfte ein gerichtliches Nachspiel haben. Detmold 30. Nov.(Das hiesige Lehrer Semtnar) beging heute den Tag seines 125 jährigen Bestehens. Am 30 Novemer 1781 wurde das Seminar vom Grafen Simon August gegründet. Kremen, 1. Dez.(Neue Bahnhofs Anlagen.) Die Bürgerschaft stimmte bedingeweise der Umgestaltung der Bremer Barndofs= Anlagen zu, nach dem von der Esenbahndirektion Hau over vorgelegten Plan, der einschließlich des Bremer Bei troges von 2190000 Mark einen Kostenaufwand von etwa 16 Millionen erfordert. Die Explosionskatastrophe in Annen. Berlin, 3. Dez Das Ministerium des Innern hat, gutem Vernehmen nach, die Prüfung der im Ruhrgebiet gelegenen, mit Explostostoffen arbeitenden Fabriken durch eine noch zu bildende Ministerialkommission angeordnet. Desgleichen hat das Ministerium als Aufsichtsbehörde die beteiligten Behörden angewiesen, eine event. Eatscheidung über den Wiederaufbau der Annener Roburitfabrik bis nach Abschluß der staatsanwaltschaftlichen Untersuchung zu vertagen. Die beteiligten Gemeinden haben bereits gegen einen Wiederaufbau der Annener Roburitfabrik an der bisherigen St.lle Vorstellungen erhoben.(Hann C) Witten, 2 Dez. Aus den Trümmern der Roburitfabeik wurden gestern weitere 226 Kisten Roburit geborgen und durch den Dysamitfahrer Hasenkamp in das Stockumer Dynamitlager gebracht.— Es werden noch immer einige Leichen vermißt, u. a. die des Arbeiters Slavinski und eines Angestellten der Roburitfabrik namers Walter Witten, 2 Dez. Das Feuer in den Trümmern der Roduritfabrik ist nunmehr gelöscht und die Gefahr einer weiteren Exp osion wird als beseitigt angesehen. Hildesheim, 3. Dez. Rach einem vom klinischen Institut in Görtingen der hiesigen Potiz idirektion zagegangenen Gutachten ist als Gcreger der Ende Oltober durch Fleischgenuß herbeigeführten Fleischvergiftungen der Paratyphus fest gestellt worden. Alle Erkrankten, nahezu 40, sind jitzt wieder genesen. Wie der 6 zlli in das Fleisch glonmen ist, hat sich nicht seststellen lassen. Hann. C.) Literarisches. Sohnreys Dorfkalender, der nun im sechsten Jahrgang vorliegt, bewährt sich als der weitaus beste ländliche Kalender. Auch der Inhalt des neuen Jahrgangs 1907 ist wieder vielseitig, in interessanter Form belehrend, von Humor beledt und mit gediegenem Bildichmuck ausgestattet. (Beelin, Trowitzsch u. Sohn; geh. mit Buntbild und Wandkalender 50 Pf.). Alles was dieser in seiner Art unerreicht dastehende Dorfkalender bringt, atmet wirkliches Verständnis für das, was dem Landmann not tut und ihn erfreut. Für den Partiebezug wird der Preis von 50 Pfennig bedeutend ermäßigt. Der 60. Jahrgang von Trowitzschs Damenkalender für 1907 ist soeben erschienen und dietet sich wiederum als ein kleines Kabinettstück dar. Die handliche, geschmackoolle äußere Form witteifert mit dim Inhalt. Ein Gedicht König Oskars II. von Schweden, verdeuischt von S. Ch. v. Sell, und eine Eczählung von Prosessor Fr. Rutter dürfte die Hauptanziehung bilden neben dem praktischen Teil, der für jeden Tag Raum läßt zu tagebuchartigen Notizen usw. Der Preis st 1.50 Mark. Uebersicht der Witterunz. Bielefeld, 4. Dezember 1906. Mitgeteili von Fr. Böckelmano Ww., hier. Niedrigst. Thermometerstond in der Nachi- 2½ 26. „Thermomiterstand um 10 Uhr verm.+ 8 86. Barometer 746, cm. Wind: Wst. Hiwoel: bedeckt. Neueste Nachrichten. Berlin, 4. Dez. Die Fleisch= verteuerungsinterpellationen werden in den nächsten Wochen kurz vor Eintritt der Weihnachtsferien von der Regierung beantwortet werden. Madrid, 4. Dez. Montero Rios weigerte sich, die Regierung zu übernehmen, in folgedessen wurde Veda Armijo mit der Kabinetts. bildung betraut. Petersburg, 4. Dezbr. Ein teuflischer Attentatsplan gegen den emierminister Stolypin hat dieser Tage die Geheim=Polizei entdeckt. Die Revolutionäre beabsichtigten mit Hilfe eines Automobils an der Wohnung Stolypins vorüberzufahren. Dabei sollte ein Insasse ein ganzes Blumenboukett gegen das Fenster des Arbeitszimmers Stolypins weisen. Der Plan wurde entdeckt. 30 Personen sind verhaftet worden. Nach dem Ortent we den auch im Jahle 1907 mher: L.gie fahrten unter der bewahlten Leitung des Herrn Bol hausen in Solingen, der das bereit## erschienene Programn kostenlos virsendet, stattfinden. Säntliche Reisen führen über Konstantinop l, Smyrna nach Syrten, Palästina und ##ypten Die 21 Fahrt bez innt am 10. Juli, die 22. am 8. Au, ust und die 23. am 19 Sept. Die eingeschobenen 10 tägigen Ecbolungsreisen zur See, die bis nach Rexypten süeren und mit dmn Dampfer„Schleswig" des Norddeutschen L'oyd unternommen werden, kosten ab Neapel in der zweiten Schiffsklasse 300 und in der dritten 200 Mk. Staut-Theatsr. Dienstag, den 4. Dezember 1906. Anfang 7½ Uhr. Unwiderruflich letztes Gastspiel des Frl. Thea von Gordon: Die goldene Eva. Mittwoch, den 5. Dezember cr., Anfang 7½ Uhr. Henrik Ibsen Gedächtnis=Feier. Rosmersholm. Schauspiel in 4 Akten von Henrik Ibsen. Abeno, im Gemeindehause der PaulusGemeinde am Sonntag, den 9. Dezember, abends 8 Uhr. Programm: 1. Gemeinsamer Gesang: Großer Gott wir loben dich. 2. Deklamation: Die Bürgschaft. 3. Turnabteilung: Stabübungen. 4. Posaunenchor: Morgenlied. 5. Chorgesang: Zu Augsburg. 6. Turnabteilung: Barren 7. Deklamation: De Kanallenvagel. 8. Posaunenchor: Im schönsten Wiesengrunde. 9. Chorgesang: Am Brunnen vor dem Tore. 10. Turnabteilung: Py amiden. den 11. Posaunenchor: Lobet Herren. 12. Chorgesang: Das ist der Tag des Herrn. 13. Deklamation: Christophorus: 14. Posaunenchor: Tröstet mein Volk. 15. Deklamation: Im Advent. 16. Chorgesang: Ich steh an deiner Krippen hier. 17. Schlußwort: Herr Pastor Hack änder. — Eintritt frei.— Jedermannistherzlicheinzeladen. vr. Rinner= I. 31 „St. Johannis“ zu Bielefeld. Johanniskirchplatz 3. Sonntag, den 9. Dezember. Aeltere Abteilung Abends 8 Uhr: Ceilnahme 2 Sonntag, 9. Bezember, nachmittags 4½ Uhr im Ev. Volkssaal(Bahnhofstr.) Lichlbilder-Vortrag für Kinder. An Friuid..„ zu In Erwiverung des Aufrufes der Bäcker=Innung sehen wir uns Feränsch= fur minore.(folgender Entzegnung und Richtigstellung gezwungen: pe 9ie, Jur 4 ee. M##e######: Der Bäcker zahlt heute pro Zentner gutes Weizenmehl durchschnittlich „Eine Keise durch vas grlovir Land.“[Mk. 13,15 daraus fertigt er annährend 125 Pfd. Weißbrot, gleich zirka Kinder und Erwachsene werden zu zahlreicher 3600 Brötchen, die er für ungefähr Mk. 90.— verkauft. Er gebraucht dazu zirka 20 Liter Vollmilch(bekanntlich wird nur zu Weißbrot und feinerem Gebäck überhaupt Milch verwendet, und vorausgesetzt, daß er diese Milch nicht . noch vorher teilweise entrahmt und den Rahm für feineres und teueres BackChristlich=patriotischer Männer=Verein werk besonders verwertet). Diese 20 Liter kosten zum heutigen Preise Mr. 3,20, also 40 Pfg. mehr, als bisher, die Rechnung ist daher einfach; Der Bäcker produziert durch den Preisaufschlag von Beteiligung freundlichst eingeladen. Zur Deckung der Unkosten wird ein Eintrittsgeld von 10 Pfg. erhoben. Der Vorstand. Bielefeld. heute 8½ Uhr präzise: Vorstandssitzunng. Der Vorstand. Vorteilhaftes Weihnahts-Angebot In allen Posten 18 Lägern grouss Gelegenheitskäufe wie Kleiderstoffe, Seiden stoffe, Siamosen, Bettsatins, Tischtücher, Handtücher etc. Grosse Preisermässigung auf Damen- und MädchenKonfektion. Zurückgesetzte Herren- u. Knaben-Garderobe jetzt weit unter Preis. Aeltere Buckskins und Paletotstofte Serie 1 IT III IV jetzt KK 3.00,4 00, 6.00, 9.00. Kleiderstoff- und BukskinReste mit 10% Rabatt Sonntags nachmittags geöffnet. F. Buddeberg. am„Innern Missionsfest“ im Volkssaal, Bahnhofstr. Jugend=Abteilung. Nachm. 3½ Uhr: Mitgliederversammlung, Fortsetzung der Geschichte, Indacht. Knaben=Abteilung Nachm. 4 Uhr: Versammlung, Geschichte, Andacht. la. Baumwollsaatmehl höchstprozentige Ware, la. Erdnutzmehl, Kleie, la. Bollmehl, Grand, la. Salz, Viehsalz, Torfstreu und sämtl. 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An den Sonntagen von 11½—12½ Uhr mittags. Außerdem jederzeit bei den I. Bürgerweg 32 durch Herrn Apoth.=Besitzer Dr. Ißleib. II. Herforderstr. 82 durch Herrn Apoth.=Bes. L. Müller Die Verzinsung der Spareinlagen, die am 1. Kassen tage eines Monats eingezahlt werden, beginnt mit dem 1. des Einlegemonats. Die Verwaltung der Stadtsparkasse. Toerner. „schlag vonl 2 Pfennig für das Liter Milch 90 Brötchen um einen ganzen Pfennig teurer. „Ob dadurch das Bäckergewerbe auf das Schwerste geschädigt wird“ können wir dem denkenden Publikum gerne überlassen, betragen doch die schwankungen im Mehlpreise pro Zentner Weißbrot, oft nicht wie jetzt bei der Milch 40 Pfg, sondern mehrere Mark auf den Zentner Brot, sind aber jemals bei billigen Mehlpreisen die Brötchen größer geworden? trotzdem ist es noch keinem Landwirt eingefallen, selbst bei den niedrigsten Kornpreisen das konsumierende Publikum auf den erhöhten Verdienst der Bäcker aufmerksam zu machen. Falls die Bäcker=Innung unsere Begründung nicht anerkennen will, mag sie uns fachgemäß nachweisen, wie hoch denn unser Verdienst am Liter Milch ist, wir können durch einwandsfreie Autoritäten beweisen, daß unsere Produktions=Kosten um weit mehr gestiegen sind, als wir jetzt für die Milch mehr erhalten, und daß wir ohne Schaden die Milch nicht billiger verkaufen können. Die Bäcker Innung behauptet, genügend Milch zum alten Preise beschaffen zu können, wozu dann die Verhetzung des Publikums gegen den Verein der Milchproduzenten und Händler? Die vereinigten Milchproduzenten sind jedenfalls fest entschlossen, lieber ihre Produktion erheblich einzuschränken, als weiter Milch mit Schaden zu verkaufen, wohl der beste Beweis, daß es sich nicht um eine„Preistreiberei“ handelt. Die Vereinigung der Milchproduzenten Bekanntmachung. Am 5. 6. 7. und 8. Dezember, vormittags von 8—12 Uhr findet im Gelände am Lauxberge Vorbereitungsschießan mit scharfer Munition statt. Bielefeld, den 2. Dezember 1906. II. Bataillon Infanterie-Regiments Graf Bülow von Dennewitz,(6. Westfäl) Nr. 55. Sielefelder Schreibstube. Zimmerstraße 19.— Fernspreches 292. lufertigung von schriftl Arbeiten aller Art mittels Hand und Schreibmaschine. Adressen, Abschriften, Vervielfältigungen Um Ansträge wird frenndlicht geberen Vertikows, Spiegel und Stuhle empfiehlt als besonders gut und preiswürdig Fritz Tiekötter Möbelfabrik, Niedernstr. 45. Pausleinen Mltr. M k. 0.50 bei Hugo Ziehm Bebr. Kahter, Papierhandlung Ubernstrasse 24. Suche in Bielefeld Abnahme von 120—150 Ctt. Milch, später das Doppelte. Nach Vereinbarung Kleinbahnstation oder direkt. Zu erfragen in der Exp. d. Blattes. Rheumatis. teile ich aus Dankbarkeit umsonst mit, was meiner Mutter von jahrelangen qualvollen Gichtleiden geholfen hat. Marie Grünauer München, Pilgersheimerstr. 2/II. % e. vornehme aparte Muster sehr preiswert Buchdruckerei A. von der Mühlen Fernsprecher 15. Bielefeld, Ritterstrasse 43. 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Pöpla auf volle Glaubenswür stürmischer Lärm). Hierauf nahm der (Zentrum), der seine huller" Wistuba hält, Togo im Ko onialdien Nach dem Prozentsatz direktor mitgeteilten# wenn die Zahl der hier mit der Zahl deckt, die Beamten die reinen Engel sei über den eirheimische (Heiterkeit.) Wollte ich Verfehlungen mitteilen, mindestens einen Tag (Hört! Hött!) Was absolut verbürgt und der seit langem bekannt. der neue Kolonialdirek gegriffen.(Hört! Hör beamten haben oft nich Vergangenheit Sie t1# wäre das Deutsche R Schützer und Schirmher sondern sie machen die Gegenstand ihrer oft# Passionen. Bei der die Eingeborenen an gesesselt, über ein Faß stärksie eingeborene Sol! drei Finger starken Sto beiden Händen zuschlage durch die Lust pfeift. I verhängt die Prügelstra kleiner Verfehlungen. D menschenunwürdig.(Lebt Ausübung der Prügelstr dauernder Krankheit und hört!) In Togo so Züchtigung mit einem genommen sein; mir ist ein Abersandt; ich nenne das legt den Knüppel auf der nieder.) Nun stellen Sie solchen Zächtigungen selb zerbrochen ist.(Pfoi Ru drei Jahren noch die Na Züchtigung hervorgerufe sehen gewesen.(Hört! h#