8s6 2 aren USW. ehmbaren 1. Ranges ilweise: lektrotherapie, natürliche und irt, Diätkuren, slage gen). pfehlenswert. reisermässigung. ber 1906. Witte. rwaltung. Hölzern tter 45 seren Landdistrikt des nde i. W. von altem schäft sandter Mann f bei der Privatkundr auch das Einkassieren m zu besorgen hat, ne Ka#tion erforderlich. denstellender Leistung ellung dauernd und Bewerber wollen ihre r S. 2811 an die ll. einsenden. ion nges Mädchen, Hotel auf dem Lande ichen Erlernung der ngenehmen Familien= sen mäßigen PensionsOffert unt. B 2811 d. d. Bl. erbeten. zelfutter sten Vögel, Fasanen, hner, Vogelbauer uswahl bei ). T ü t k e m e r e r, Welle 43. ( efer dilligst der Mühl. ltterstr. 43. m eneles Nr. 281. n- Sechteteer en ellen Postanstalten m., bei täglicher Zu##ng in Bielesen ###0 M., durch Briel1.42 M. Anzeigengebühr fürdieeinspaltige Pettrzelle oder deren Raum 12 Pf., für auswärts 15 Pf., Reklamen 40 Pf. Erscheint lechsmal wöchentlich Geschäftsstelle Ritterstr. 43. Femsprecher Nr. 14. Erstes Blatt. Bielefeld Freitag, 30. November 1906. Ralender. 30. November: Andreas Doria, Doge von Venedig, geb. 1468.— Th. Mommsen, Altertumsforscher, geb. 1817.— Joh. Jos. von Littrow, Astronom, gest. 1840.— Großer Ausfall der Pariser Besatzung, von den Sachsen und Württembergern siegreich zurückgeschlagen, 1870. Rede des Kolonial=Divektors Dernburg. (Reichstagssitzung am 28. Noventber.) Kolonialdireklor Dernburg: Ich habe geglaubt, dem Rufe Sr. Maj. des Kaisers mich nicht verschließen zu dürfen. Mich reizte die Aufgabe, ein Land von der mehrfachen Größe des Reichs wirtschaftlicher Blüte entgegenzuführen Zunächst beschäftigte mich die Resolution, alle Monopolverträge, die über ein Jahr hinausgehen, zu lösen. Der Vertrag mit Tippelskirch ist gelöst.(Beifall.) Der Vertrag endet am 31. März und die Firma tritt in Liquidation.(Beifall.) Die Verwaltung ist wegen dieser Monopolverträge viel angegriffen worden. Die Verträge litten an demselben Fehler; sie waren ursprünglich für kleinere Mengen abgeschlossen und blieben unverändert, obwohl später größere Mengen bezogen wurden. Die Verträge werden genau durchgesehen und wenn sich etwas für das Reich zurückfordern läßt, wird es geschehen.(Beifall) Ich hoffe auch, daß die Rechnungen diesem hohen Hause schneller unterbreitet werden körnen als bisher. Wir müssen streben nach alministrativ selbständigen, wirtschaftlich ausblühenden Kokonten. Dazu brauchen wir einen leistungsfühigen und verläßlichen Beamtenstand; für unsere Kolonien ist der beste und charalterfesteste Mann gerade gut genug. (Beifall.) Jeder Kolonialbeamte muß sich seiner hohen Verantwoltung bewußt sein; niemand wird seiner gerechten Strafe entgehen, aber wer treu seine Pfiicht tut, wird von uns gegen ungerechte und heimtückische Angriffe geschützt werden.(Beifall.) Gegen die Verleumder werden wir Strafantrag stellen. Auf meinen Antrag ist vom Reichs kanzler eine Untersuchungskommission einworden; ihr Ergebnis wird dem Hause mitgeteilt werden. Eine wirtschaftliche Selbständigkeit unserer Kolonien muß sich gründen auf ihre eigenen Ausgaben. Private Unternehmungen müssen nach Mözlichkeit gestützt werden. Hierher gehört auch die Scheffung von Verkehrswegen, die das Privatkapital nicht oder noch nicht hat bauen können. Ich habe eine Javentur über unsere gegenwärtigen Koonialangelegenheiten auf nehmen lassen. Zwei Denkschriften habe ich Ihnen bereits unterbreitet. Eine weitere Denkschrift über den Bahnbau verschiedener Kolonialköeper in Afrika ist in Vorbereitung. Ich mußte veraussehen, daß ich für einen Optimisten gehalten werden würde.(Heiterkeit.) Es ist ja bekannt, daß olles, was aus den Kolonien kommt, mit Mißtrauen aufgenommen wird. Das hindert mich nicht, meiner Ueberzeugung nachzugehen urd meine Pflicht zu tun. In den letzten 20 Jahren ist viel in den Kolonien geschehen und die Aussichten für die Zukunft sind dur chaus zute. Ueber 250 Mill. Mark sind bereits in den Kolonien rentabel angelegt und nur ein kleiner Teil des Kapitals ist unrentabel angelegt. Ein großer Teil der Natur produkte geht jetzt leider ein, weil der Transport nach der Küste unmöglich ist. Die zweite Denkschrift befaßt sich mit der administrativen Verwaltung Wenn man die Kosten der zivilen Verwaitung berechnet, muß man die Soldaten aus dem Spiel lassen. Die Okkupationskosten können nie und nimmer in die Gewinn= und Verlustlisten eines einzelnen Jahres gesetzt werden, sie kommen dem Reich auf die Dauer zugute.(Sehr wahr!) Oder würde man eine solche Rechnung für das Reichsland aufmachen? Die Kolonien können wir ebersowerig aufgeben wie das Reichsland, ohne unsere Weltmacktstellung einzubüßen. Frankreichs Erfahrurgen mit Algier zeigen, daß wir keinen Anlaß haben, wegen unserer Kolonien kleinmütig zu sein. Eine wirtschaftliche Erschließung setzt wirtschaftliche Prinzipien voraus. Kein Kaufmann wird Ausgaben in Aussicht nehmen, die er schließlich nicht leisten kann. So werden wir für unsere künftigen Ausgaben ein bestimmtes Programm aufstellen müssen, und die Ausgaben jeweilig im Etat nach Maßgabe der vorbandenen Mittel fordern. Ich hoffe an Ort und Stelle in unsern Kolonien der jenigen Kontakt zu finden, der potwendig ist zu einem vertrauensvollen Zusammerarbeiten mit der Zentrale in Berlin. Was den Ihnen unterbreiteten Nachtragsetat betrifft, so steht fest, daß ein Akt, der als Mangel an Mut aufgefaßt werden könnte, unheilvoll in den andern deutschen Kolonien wirken müßte. Ja, durch ein Aufaeben auch nur des Südens würde die Stellung aller Weißen in Afrika erschüttert Die Hottentotten stehlen, wo sie stehlen können, und werden die Truppen zurückgezogen, werden die Farmer bestohlen werden. Um die Fortdauer der Pazifizierung des Landes und eine gleichzeitige Entlastung der Etats zu ermöglichen, sordern wir die Bahn. Man kann die Macht vermindern, wenn man die Schnelligkeit erhöht; daher die Bahn. Redner geht bei verminderter Aufmerksamkeit des Hauses auf zahlreiche Einzelheiten des Bahnbaus ein und schließt: Es ist unrichtig, daß das deutsche Kepital in den Kosonien versagt hat; die Kolontalabteilung hat es nur an der nötigen Anleitung fehlen lessen.(Sehr richtig!) Daneben sind ethische Gesichtspunkte zu beachten. Dank gebührt unsern Farmern, die bei der Verteidigung ihres Besitzes Gut und Blut gelassen habev.(Beifall.) Die Kolonialkriege in Afrika haben das Gute, daß sie eine Reihe von Charakteren erziehen.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Jedes Volk muß. von Zeit zu Zeit vor eine große nationale Aufgabe gestellt werden, und die koloniale Entwickelung wird vielen große Aufgaben stellen. Wir müssen in unser Volk wieder den Impuls tragen, den unsere Kolonien in der Tat verdienen. Wenn mit Ernst Zähigkeit und Opferwilligkeit unsere koloniale Entwickelung betrieben wird, werden auch unsere Kolonien sein ein Denkmal deutschen Fleißes und deutscher Kultur. (Lebhafter Beifall.) Hauswurstiaden. Von allen Seiten wird ein starkes Steigen der Viehauftriebe gemelder. Selbst die Landwirtschaftskammer der Rheinprovinz weist in ihrer Korrespondenz nach, daß im Monat Oktober allein an den vier großen Montagsmärkten der Städte Köln, Essen und Düsseldorf 551 Stück Großvieh und 9666 Schweine mehr aufgetrieben waren, als im gleichen Monate des Vorjahres. Diese gewaltige Steigerung des Schlachtviehangebotes veranlaßt dann doch selbst einzelne freisinnige Blätter, der Wahrheit die Ehre zu geben. So wies dieser Tage der freisinnige„Bramer Courier“ darauf hin, daß in der Stadt Hannover im Oftober nach amtlicher Mit teilung über 6000 Schweine an den Markt gebracht wurden, gegen 3000 im Oktober des Vorjahres. Das Blatt knüpft daran die sehr verständige Mahnung: zu berücksichtigen, daß der wirtschaftliche Aufschwung eine Steigerung aller Löhne und damit aller Lebensbedürfnisse zur Folge gehabt habe. Aber die Unzufriedenheit bleibe nach wie vor und werde von den Führern geschickt gegen die„Agrarier" ausgebeutet, die noch der Flut der Sozialdemokratie trotzen. Die Re gierung werde von allen Seiten bedrängt, die Grenzen für fremdes Vieb zu öffnen. „Aber das Zögern der Regierung wird verständlich— abgesehen von einer möglichen Verseuchung des deutschen Viebstandes—, wenn man sich die Zustände in England ansieht, wo die Einfuhr von Vieh und Fleisch aus Amerika und Australien die einheimische Produktion mehr und mehr zurückdrängt. Vom Londoner Fleischmarkt allein gehen 400 Millionen Mark jährlich ins Ausland, und seit zehn Jahren ist die Fleischeinfuhr von Amerika von 62000 auf 175000 Tonnen gestiegen, die einbeimische Zieferung dagegen von 180000 auf 90000 Tonnen zurückgegangen. Nun sagt man wohl. England kann sich den Luxus erlauben, seine Landwirtschaft zu ruinieren. Das wird sich zeigen. Für Deutschland aber wäre eine ährliche Wirtschaftspolitik ein Verhängnis" Diese Mahnung eines auf seinen liberalen Ruf haltenden Blattes im freisinnigen Bremen ist ohne Zweifel typisch; denn sie beweist, wie sehr in den urteilsfähigen Kreisen des Volkes die E.kenntnis der wahren Sachlage herausdämmert. Natürlich erfüllt dies die Sozialdemokratie mit Schreck und Entsetzen. Sie kann auf das Agitationsmittel des Fleischnotgeschreies nicht verzichten und sucht durch verdoppeltes Schimpfen die schwindenden Gründe zu ersetzen. Man höre nun den„Vorwärts“! Unter der Ueberschrift„Eine maßlose Herausforde. rung“ schreibt er, anknüpferd an die Zeitungsmeldung, daß die Regierung davon abgekommen sei, Abschwächungen des Grenzschutzes einzuführen, da solche die Gesundheit der heimischen Viehbestände schwer bedrohen würden: „Volks gesundheit, wohlfeile Massenernährung, kulturelle Heburg der arbeitenden Klossen, die doch voraussetzt, daß die Ernährung nicht das allermeiste des Einkommens verschlinge— Larifari! Wenn nur das Bieh gesund bleibt, das brave, gute deutsche Vieb, der Arsang und das Ende aller Agrarier= und Regierungsweisheit. Man möchte von einem wahrhaften Viehkultus sprechen. Den H errschaften von Mist ist das Vieh ein heiliges Tier geworden, dem die ganze Nation Opfer und Verehrung zu weihen hat. Ein Wunder, daß sie das deutsche Vieh noch schlachten lassen. Das ist doch auch nicht gerade gesund.... Der„Vorwärts“ spricht dann von einer „Viehreligion der Agrarier". Er verrät aber in recht unvorsichtiger Weise die Ursache seines Zornes; denn er werdet sich zum Schlufse gegen den ihm unerbört scheinenden Vorschlag einer Berbilligung des Fleisches auf dem Wege vom Produzenten zum Konsumenten. Da hört bei den Glaubensgenossen der Leute, die das deutsche Reich unter sich verteilt haben, wie Jtrael das Land Kangan unter seine zwölf Stämme, der Spck auf! Und in bellem Zorne droht der Vorwärts“: „Die Massen werden inzwischen, ehe dieses mysteriöse und rein demagogische Rezept probiert wird, dafür zu sorgen wissen, daß die Regierung die Maßnahmen trifft, die Neunzehntel des deutschen Volkes, die die gesamte Arbeiterschaft geschlossen fordert und denen sie Nachdruck zu verleihen wissen wird.—“ Nar heraus mit dem Nachdrucke! Aus dem Deutschen Reiche Berlin, 29 November. Aus Schloß Randen in Oderschlesien wird heute gemeldet: Aus Anlaß der Anweser heit des Kaisers fand gestern abend eine Tafel von 85 Gedecken statt. Heute vormittag 9½ Uhr begab sich der Kaiser mit Gefolge im Automobil ins Jagdgelände Um 11 Uhr fand in einem eigens dazu errichteten Zelte ein Jagdfrühstück statt Das Wetter war aufangs günstig, später setzte leichter Regen ein. Der Kronprinz, der vom Oberpräst denten v. Trott zu Solz in die 8 vilverwaltung eingeführt wird, begibt sich heute nach Nauen, um der dortigen Sitzung des Osthavilländischen Kreislages zw.cks Information über den inneren Verwaltungsdienst beizuwohner. Das Staatsministerium trat heute zu einer Stzung zusommen. Die Mitteilungen in der Presse über die Braunschweiger Thronfrage tragen den Charakter eines Frage= und Antwort= spiels. Gestern wurde dem„Hann. Cour.“ aus Braunschweig geschrieben:„Es ist jitzt völlig gewiß, daß Prinz Friedrich Wilhelm der eventulle Kandidat des Regentschaftsrats ist und daß seinetwegen auch bereits virtrauliche Unterhandlungen gepflogen worden sind. Erscheint er den Braunschweigern durch seine Persönlichkeit als der geeignetste Nackfolger seines Vaters, so hat man auch in Berlin gegen seine Kindidatur nichts einzuwenden, aber jeden Schein einer Beeir flussung wird man ängstlich zu meiden suchen. Vorläufig ist allerdings die neue Regentschaft eine spätere, erst nach dem 23. Januar 1907 brennerd werdende Socge, denn leider stehen wir ja immer noch auf derselben Stelle wie im Oktober, und die Zukunft Braunschweigs liegt in den Entschlüssen, die in Gmunden zu fassen Heute bringt dasselbe Blatt folgende Mitteilung:„Das heute abend heraus gegebene „Wolfenbütteler Kreisblatt“ berichtet aus angeblich zuverlässiger Quelle, daß ein Verzicht des Herzogs von Cumberland für sich und sein Haus auf Hannover bereits dem Regent chaftsrat vorliege und auch der Bundesrat von dem Verzichte verständigt worden sei. Dem gegenüber erfährt die„Br. Landeszig.“ an maßgebendster Stelle, daß ein derartiger Verzicht bislang nicht vorliegt.“ Die 20. Kommission zur Vorberotung des Berufsvereinsgesetzes hat sich konstituiert Vorsitzender ist der Abg. Schickert (kons.), stellvertretender Vorsitzender Dr. Lucas (nationallib) Ein Aufruf zu einem Stablewskisonds wird unter den Berliner Polen verbreitet. Die gesammelten Gelder sollen„zur dauernhen Förderung des Unterrichts polnischer Kinder in ihrer Muttersprache dienen". In Anbetracht des Umstandes, daß am 31. Tezember der Vertrag der Woermann Linie mit der Kolonial=Abteilung, durch welchen die Frachtsätze für den Verkehr zwischen Deutschland und Deutsch Südwestaftika festgesetzt wurden, sein Ende erreicht, hatte die Woermann Linie in Hamburg zum 20. November eine Versammlung der an diesem Verkehr interessierten Verschiffer einberufen, um mit ihnen die Bedingungen, unter denen dieser Verkehr sich künftig abspielen soll zu beraten. Es wurde, der„Afrika=Post“, ein volles Einverständnis erzi lt. De vereinbarten neun Bedingungen treten am 1. Januar in Kcaft. Straßburg i. E., 29. Nov. Bei den Wahlen zum Landesausschuß wurden in 24 Stadt und Landkreisen unter anderen die früheren oder jtzigen Reichstagsobgeordneten Winterer, Blumenthal, Wetterlé, R.ff, Hoeffel und Jaunez gewählt. Die Klerikalen gewannen Colmar Land und Wanzenau verloren jedoch Straßburg Land. Die Sozialdemokraten verloren den einzigen Sitz Müthausen an die Demokraten. Aus dem Auslande. Stockholm, 28 Nov. Hiesigen industriellen und anderen Personen sind in letzter Zeit im Namen eines anonymen Anarchisten= klubs unterzeichnete Drohbriefe mit Todeturteilen zugegangen. Stockholm, 29 Nov.„Svenska Dagblaver“ meldet aus Puris, daß der Nobelpreis für Chemie dem Periser Prosessor Henri Moisson und der Nobespreis für Physik Pros ssor Thomson in Cambridge zuerteilt werde. Das Blatt bestätigt das Gerücht, daß der Nobelpreis für Medizin an die Professoren Golgi in Pavia und Ramonycajal in Madrid und der Nobelpreis für Literatur an Glosue Carducci in Bologna verliehen werden soll. Paris, 29. Nov. In der Kammer wurde heute der Beschluß der Regierung mitgeteilt, die Beantwortung einer Marokko Interpellation Jaurés zu vertagen, bis die Ratisikation des Algecirasabkommens erfolgt sei. Paris, 29. Nov. Ueber die gestrige Bischofskonferenz wird berichtet, daß ein Drittel des Episkopats die Ausübung des Gottesdienstes ohne vorherige Meldung bei der Behörde fortsetzen will. Die übrigen Bischöse scheinen geneigt zu sein, dem Versammlungsgesetz von 1881 Rechnung zu tragen, sofern eine offizielle E=kärung für das ganze Jahr genügt. London, 29 Nov. Ja Beantwortung einer Anfrage wezen eines auf einen Eng länder in Tanger verübten Angriffes teilte der Staatssekretär Einzelheiten über den Vorfall mit und fügte hinzu: Es scheint nicht rötig gewesen zu sein, daß wir vorgehen und Truppen landen. Wir hören, daß Frankreich und Spanien bereit sind, im Bedarfsfalle, so lange die reguläre Polizei noch nicht errichtet ist, alle etwa erforderlich werdenden vorläufigen Maßnahmen zum Schutze der Ausländer zu ergreifen. Es ist nicht nötig oder wünschenswert, daß die britische Regierung darüber hinaus etwas tun wollte, und es ist nicht beabsichtigt worden, britische Kriegsschiffe zur Mitvirkung zu entsenden. Madrid, 20. Nov. Moret hat die Bildung des neuen Kabiuetts beendet, dem der König infolge der Zusammensetzung seine Zustimmung erteilt hat. Vorsitz: Moret, Arußeres: Perez Cuballeros, Inneres: Barroog, Fivanzen: Eleuteris=Delgado, öffentliche Arbeiten: Gasset, Krieg: Lique, Marine: Alba, Justiz: Romanone. Das Portefeuille des öffentlichen Unterrichts ist noch nicht vergeben. Aus den Parlamensen Deutscher Reichstag. 129. Sitzung vom 29. November 1906, 1 Uhr. Im Reichstage wurde am Donnerstag die erste Lesung der Nachtragsetats für Südwestaftika fortgesetzt. Die Beratung eröffgete Abg. Semler (natl.), der eindringlich vor der Preisgabe des Südens der Kolonie warnte, wiil sie das Aufgeben der ganzen Kolonie zur Folge haben müsse, und für einen lebhaften Bahnbau eintrat, wobei er sich zugunsten eines Programmes aussprach, das alle in den kommenden Jahren zu fordernden Bahnbauten umfasse. Abg. Frhr. v. Richthofen(kons.) dankte dem Reichskanzler, daß er mit solcher Energie für das Ansehen unserer Beamten gesprochen habe. Im Bahnbau sei vor uferlosen Projekten zu warnen. Die konservative Partei wolle die baldige Pazifizierung der Kolonie und ihre dem Deutschen Reiche würdige Entwicklung. Darauf nahm der stellvertretende Kolonialdirek tor Dernburg nochmals das Wort, um zu einer Reihe von Anfragen und Anregungen der Vorredner Stellung zu nehmen. Die Denkschriften seien lediglich als Bausteine Gr ein Kolonialpro= gramm aufzufassen. Allzu viel Bahnen dürften gleichzeitig nicht gebaut werden. In der Eingevorenenfrage hätten wir nicht so hohes Lehr eld zu zahlen gehabt, wenn wir mehr auf das Beispiel andirer Kolonialvölker geachtet hätten. Bei den Bestellungen für die Kolonialabteilung sollen künftig auch die Handwerker entsprechend herangezogen werden. Abg. Kopsch(freis. Vo.) meinte, die Kolonie sei zum größten Teile lediglich Wüstengebiet. Optimismus sei in der Kolorialpolitik nicht am Platze. Die Freisinnigen bringen dem Kaufmann Dernburg Vertrauen entgegen, aber nicht dem Zukunftsmusiker Abg. Dr. Arendt(Rp.) mißbilligt, daß in der Debatte auf Herrn v Podbielekt, der sich hier gegen die Angriffe nicht verteidigen könne, Steine geworfen seien. Die Aufgabe des Südens der Kolonie müsse den Eingeborenenaufstand verewigen. Nach den Erklärungen des neuen Kolonialdirektors besteht die beste Aussicht, daß künftig nur die besten Kläfte nach den Kolonien gezogen werden. Die Weiterberatung wurde auf Freitag 1 Uhr vertagt. Schlus 6 uhr. Luise Charlette. Historische Novelle von Ilse=Dore Tanner. 9](Nachdruck verboten.) V. Es war zwei Uhr nachts. Dunkel und schweigsam lagen die Straßen von Berlin. Auch im kurfürstlichen Schlosse zeigte sich nur hinter vereinzelten Fenstern ein schwacher Lichtschimmer. Der Kursücst liebte es überhaupt, frühe ins Bett zu gehen, wie er sich auch sehr frühzeitig wieder erhob, und die Kurfürstin, die sonst oft bis in die Nacht hinein noch über gelehrten Büchern saß oder lange Briefe nach Hannover an ihre Mutter schrieb, hatte sich auch schon zur Ruhe begeben Nur im Zimmer der Markgräfig Luise Charlotte brannte noch Licht, und ein aufmerksamer Beobachter hätte zu dieser un gewöhnlichen Zeit ein merkwürdiges und geheimnisvolles Treiben auf dem langen, dunklen Korrivor, an dem ihr Zimmer lag, wahrnehmen können. Einige Male huschte fast unhöebar die Geäsin Kurowska vorüber und blied lauschend an der Treppe stehen; dann kamen endlich wei in dunkle Mäntel gehüllte Gestalten Lokales und Vieleseld, 30 November. (Kirchliches.) Die hiefige Ravensbergische Superintendentur schreibt uns: Nachdem die Wahl des bisherigen Hilfspredigers Wilhelm v. Bodelschwingh zum Pfarrer an der Zionsgemeinde die Bestätigung des Königlichen Konsistorlums erhalten hat, soll nunmehr die Einführung des Gewählten stattfinden. Sie wird am 6 Dezember in einem öffentlichen Abendgottesdienste in der Zionskirche in Bethel, der um 7 Uhe beginnen wird, erfolgen. Gleichzeitig wird der nach Bethel als Hilfs prediger überwiesene Pfarramtskandidat Opdenhoff ordiniert werden. Am 5. Dezember findet in Herford eine MissionsKonferenz statt, auf der unter anderen Rednern auch Missionar Warnick von seiner Missionstätigkeit berichten wird. Am 2. Adventssonntage werden in der Bielefelder St. Pauli Kirche zwei Missionsgottesdienste, morgens und abends, gehalten werden. In beiden wird Missionar Warneck predigen. Am gleichen Sonntag wird in der hiesigen Altstädter Kirche vormittags das Fest der inneren Mission gefeiert werden. Die Pastoralkonserenz fällt im Monat Dezember aus. Die nächste findet erst am 7. Januar 1907 statt. Pastor Kähler, Lehrer an der theologischen Schule in Bethel, wird die Exegese halten(Röm 3 u. 4). (Zur Biehzählung) wurde urs am Mittwoch von einer amtlichen Stelle ein hektographierter Artikel zuzesandt, der, wenn er auf unseren Leserkreis seine Wirkung ausüben sollte, am Mittwoch oder Donnersag hälte gebracht werden müssen. Das war aber leider wegen seines Umfangs— der Artikel hätte in Korpusschrift unsere erste Zeitungsseite vollkommen gefüllt— unmöglich. Wir bitten deshalb uns Artikel von solchem Umsange drei bis vier Tage vor dem Termin, an dem sie erscheinen sollen, zuzustellen und auch die einzelnen Blätter in den Bureaus paginieren zu lassen. (Feststellung) Die Provinzialnach richten in der gestrigen Beilage haben wir am Mittwoch in später Abendstunde nach einer vorhergegangenen dreistündigen Versammlung auf dem Lande in ziemlicher Eile zusammengestellt. Dabei ist es uns entgangen, daß in der einem anderen Blatte entnommenen Mitteilung von dem Sieg der Liberalen bei den Stadtverordnetenwahlen in Köln das Wörtchen„leider“ stand. Unsere Leser werden durchweg erkannt haben, daß in diesem Worte nicht die Meinung unserer Zeitung zum Auskruck gelangt ist, daß sie es vielmehr nur gebraucht hätte, wenn die Mehrheit vom Zentrum auf die Sozialdemokratie übergegangen wäre. Demungeachtet halten wir uns für verpflichtet, dies hiermit ausdrücklich festzustellen. (Vom Kaisermander) bringt die „Köln. Zig.“ folgende neuere Meldung: Bei den nächt jährigen Kaisermanövern soll sowohl das 7. als auch das 10 Armeekorps zu drei Infanteriedivisionen auf gestellt werden und außerdem wird jedem der beiden Kops eine Kavallerie die Treppe herauf, und die eine von ihnen blieb an der Tür zu der Markgräfig Zimmer gegenüber regungslos stehen, während die andere, nachdem sich die Gräfin Kurowska tief vor ihr verneigt hatte, von ihr in der Markgräfin Luise Charlottes Zimmer geleitet wurde— Darinnen stand die Markgräfin regungslos, aber zagend mit heftigem Herzklopfen unter der Lichtirone ihres Wohnzimmers, die Hand leicht auf die Lehne eines großen Leynstuhles gestützt. Luise Charlotte sah heute ganz besonders lieblich aus, trotzdem ihr ohne hin sehr zartes Gesicht vor Aufregung fast farblos war. Gerade der ängstliche, kindlich hilflose Ausdruck der großen, blauen Augen, die erwartungsvoll auf den Eintretenden blickten, gab der jungen Frau etwas so überaus Weibliches, Be zauberndes, daß Peinz Jakob von Polen einen Augenblick wie gebannt auf sie blickle, ehe er, das Kaie leicht beugend, sich über ihre Hand neigte:„Dank, heißen Dank, gnädigste Fürstin, daß Ihr mir diese Unterredung gewährt habt, nach der mein Herz schon so unendlich lange und so sehnsüchtig begehrte.“ Verwirrt und noch mehr enttäuscht durch die Elscheinung des Peinzen, von der sie division beigegeben; auch erhalten die Kavalleriedivisionen wieder zwei Maschinengewehrabteilungen, was sich bei den letzten großen Manövern vortrefflich bewährt hat. Zur Verstärkung der beiden Armeekorps werden Teile des 4. und 11. Korp: herangezogen, auch werden Reserveformationen aus Mannschaften des Beurlaubtenstandes gebildet. Als Manöver= gelände ist die Gegend südöstlich von Münster in Aussicht genommen. (Am Totenfest) fand abends 7 Uer in der Z'onskirche ein liturgischers Gottesdienst statt. Die Gebete und eine der Bedeutung des Tages entsprechende kurze Kanz=lrede hielt Herr Pastor FliednerBetbel. Der Bethelckor trug den 126. Psalm in wahrhaft ergreifender Weise vor. Auch der gewischte Kirchenchor sang wieder vorzüglich, besonders müssn wir aber hervor heben, daß der kirchliche Gesangverein über einig: Stimmen ersten Ranges verfürt. (Vortrag) Unsere Leser werden hier durch nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß heute abend 8½ Uhr im Saale der Erholung“ Heer Professor Dr. Schaumkell aus Ludwigslust einen Vortrag über:„Die polnische Frage und das Nationalbewußtsein" halten wird. Der Eintritt ist für Jedermann frei. men hat. Es handelte sich im besonders um die Normierung der auf der demnächst zu erhebenden Abgaben. Das Ergebnis der Konferenz ist, daß die erschienenen Vertreter der Vereinigung empfehlen wollen, die Zustimmunz zu geben zu einer Bemessung der Abgabe auf 0.05 Pfennig für das Tonnen=Kilometer. (Aus dem Theaterbureau) wird uns gee schrieben: Thea vor Gordon=Gastspiele. In Sardous vortrefflichem Lustspiele:„Madame Sans=Géne“ wird Thea v. Gordon am Sonntag das Publikum entzücken. Frl. v. Gordon ist ein bewährter und glücklicher Gast der besseren Bühnen und sie soll als Madame SansGène geradezu großartig sein, sowohl im 1. Akt als simple Wäscherin, wie auch in den übrigen Akten, in welcher wir sie als Marschallin Lesébre, als Herzogin von Danzig erblicken. Namentlich die Begignung der Herzogin mit dem Kaiser Napoleon soll eine wahre Prachtleiftung der berühmten Darstellerin sein. Montag gastiert Frl. v. Gordon als Lorle in dem beliebten Schauspiel „Dorf und Stodt" und Dienstag zum unwiderruflich litzten Male in dem Schönthanschen Lustspiele„Die goldene Eoa". Diese drei Gastspiele finden im Abonnement und ohne Preiserhöhung Aus den Kreisen Minden und Lübbecke. Minden, 80. Nov.(Stadtverordnetenwahl.) In der dritten Abteilung ist Stadtverordneter Wehrmann wiedergewählt. Oberpostassistent Nolting, Seminarlehrer Kornfeld, Tischlermeister Michels und Malermeister d'Arragon neugewählt. Fünf Kindidaten der Sozialdemokraten erhielten je 123—140 Stimmen, während die bürgerlichen je 354—415 Stimmen bekamen. Wahlberechtigt waren 2650, gewählt haben 538 Personen. In der zweiten Abteilung wurde Weinhändler Hattenhauer wieder, Kausmann Frormann(bisher in der dritten Abteilung) und Buchhändler Marowsky neugewählt; in der ersten Abteilung Hofbuchdruckereibesitzer Bruns und Sanitätsrat Happel wieder= und Landrentmeister Stein(bisher dritte Abteilung) neugewählt. Minden, 30 Nov.(Personalie.) Dem ersten Vorstandsbeamten der hiesigen Reichsbankstelle, bisherigen Bankassessor Schrader ist der Charakter als Bankdirektor mit dem Range eines Rats vierter Klasse verlieben wolden. Minden 28. Nov.(Weserschiffahrt.) Wie das„M. L. Krsdl.“ erfährt, hat gestern in Berlin beim Herrn Minister der öffentlichen Arbeiten eine Konferenz von Vertretern der freien Vereinigung der Weserschiffahrts= Interessenten stattgefunden, an der auch Herr Erster Bürgermeister Dr Johannsen teilgenomdurch das Bild eine ganz andere Vorstellung erhalten hatte, gelang es der Markgräfin nicht sogleich, die passenden Worte zu finden. Prinz Jakob war kaum mittelgroß und von überaus schmächtiger Gestalt. Sein schmales, intelligentes Gesicht mit den stechenden, schwarzen Augen, dem gelblichen Kolorit und der stark gebogenen Nase erschien der jungen Fürstin wenig anziehend. „Es ist mir schwer gefallen, Eurer Hoheit diese Unterredung ohne Wissen meines Kurfürstlichen Schwagers zu gewähren— ich gab dem Drängen Eures Abgesandten nach— fast wider meinen Willen. Schweres Ungemach könnte für mich daraus entstehen, wenn der Kurfürst meine eigenmächtige Handlung zu wissen bekäme.“ „Eigenmächtig, Frau Markgräfin? Und liegt es denn nicht wirklich einzig und allein in Eurer Macht, zu bestimmen, wen ihe mit Eurer Hand beglücken— wen ihr durch Euch selbst zu dem glücklichsten, reichsten Manne machen wollt?“ Luise Charlotte hob erschreckt abwehrend die Hände.„Ich— ich sagte dem Herrn Starosten Bielins'y ausdrücklich, daß meiner Einwilligung zu einer Unterredung mit Eurer Hoheit keine weitere Bedeutung beigelegt Aus den Kreise Herford. Herford, 29. Nov.(Ein Schurkenstreich) wurde gestern gegen Abend in einem Schlachterladen an der Steinstraße ausgeführt. Bei der allein aawesenden Frau erschien ein 18—20jähriger Bursche und bot einen Schirm zum Kaufe an. Die Frau lehnte ab und wollte von deen Kaufe nichts wissen. Der Bursche rückte jedoch näher heran und sagte:„Arsehen können Sie sich doch den Schirm!“ In diesem Augenblick öffnete er den Schra und warf der Frau ein Betäubungsmittel ins Gesicht, sodaß diese einer Ohnmacht nahe kam. Laut„H. Kehl.“ hatte sie noch die Geistesgegenwart, das Dienstmädchen herbeizurufen, welches, um dim Fremden Furcht einzujagen, mehrere Male den Namen des abwesenden Meisters auzstieß. Dadurch erschrickt, ergr ff der Bursche, der es augenscheinlich auf die Ladenkasse abgesehen hatte, die Flucht und ist leider unerkannt entkommen. Enger, 23. Nev.(Nachklänge zur Stadtverordneten wahl.) Beim hiesigen Kriegerverein haben sich nach der„Westf. Ztg.“ mehrere, beim Landwehr= und Reserv verein eine garze Anzahl— gegen 30— glieder abgemeldet, welche bei der Stadtverordneten wahl für den von sozialdemokratischer Seite aufgestellten Wahlkandidaten eingetreten waren. Die Betreffenden scheinen es vorgezogen zu haben, sich vorher abzumelden, ehe sie durch Beschluß der Vereine aus diesen ausgeschlossen wurden. Gerüchtweise verlautet auch, daß gegn die Gülligkeit der Wahl in der 3. Abteilung Einspeuch erhoben worden ist. Bünde, 29. Nov.(Lehrerverein.) Die Dezemberkonferenz(Generalversammlung) fiadet der Zählung wegen erst am 8. Dezember statt. Schwarzenmoor, 29. Nov.(Ein Raubanfal!) warde in der letzten Woche auf den Schachtmeister S. aus Hersord unternommen, als dieser mit 800 Mark Geld, das er für Wegebauten im Schwarzenmoor vom Rendanten gehoben hatte, auf dem Heimwege nach Herford begriffen war. Zwei Lumpensammler waren zufällig Zeugen gewesen, als das Geld aufgezählt wurde. Sie sind dringend der Tat verdächtig. Als S. einen Hohlweg passierte, erhielt er plötzlich einen Schlag über die Schulter. S. erwiderte sofort den Schlag mit einem wuchtigen Hieb über den Kopf seines Gegners, sodaß dieser zu Boden stürzte. Jetzt kam ein zweiter Bursche und versuchte, S. am Halse zu würgen. Auch diesen Anzriff wehrte er ab, um sodann das Weite zu suchen. Aus den Kreisen Wiedenbrück und Paderborn. Gütersloh. 29. Nov.(Jubiläumsfeier.) Das 50jährige Amtsjubiläum des Cynnasiallehrers Schmidt hat den Jubilar der Ehrbezeugungen gar viele erfahren lassen. Als Geschenk des Lehrer Kollegiums vom Gymnasium wurde ihm das Bild„Bach in seiner Familie," überreicht, die Lehrer der hiesigen Bürgerschule überreichten das Bild„Die Jünger von Emmaus“ und frührre Schüler brachten als Geschenk eine werden sollte. Ich folgte rur den Bitten des Starosten Bielinzky, der mir riet, Such erst von Angesicht zu Angesicht kennen zu lernen, ehe ich— ehe ich—“ „Die briefliche Werbung ausschlug.“ vollendete Prinz Jakod ruhig, indem sich seine Augen fest auf das verwirrte Antlitz Luise Charlottens richteten. Und wäre es Euch wirklich möglich gew sen, gnädigste Fürstin, ein Euch bis zum Tode ergebenes, treues achtlos beiseite zu schieben, die Krone eines edlen Volkes, dem Ihr Herrin und Mutter sein könntet, auszuschlagen? Meine gnädige Frau Mutter harrt in Ungeduld des Augenblicks, wo sie Euch, die lang Verwaiste, an ihr mütterliches Herz drücken kann, und ich—“ hier vibrierte die klangvolle Stimme des Peinzen leicht,„— und ich würde keine schönere, heiligere Aufgabe kennen, als Euch zu dienen, Euch glücklich zu machen.“ Wieder währte es geraume Zeit, ehe die Markgräfin antworten konnte. Die Worte des Peinzen blieben nicht ohne Eindruck auf sie, trotzdem nichts in ihrem Herzen für seine Person sprach. Sie wollte ihn hinhalten, Zeit gewinnen, vielleicht daß durch ein räheres Kennenlernen—— goldene Uhr mit wurde nach der dem Liede:„Bi gebracht“; Herr nach den 111 P mit einem Lobgnädige Führung Wirksamkeit des chor sang den 2! Lünzner brachte Rede den Dank d Kollegiums dar herzlicher Wünsche Die Feier schloß Verses, den der hatte:„Tausendm mein Gott, Preis, mir bisher gelu: Lebens Gang, fern rur gehn in die Herr, für und für (386 v. 14) An in der Erholung Herren beteiligten gute Wort gespeeDie in Argaben u sund Verwunde erheblich. Die gottsob viel zu höchst: Schätzung geringste auf 26, wundeten auf wundeten aber a wäre es, wenn sich sollte, duß die sch verbrecherisch sei. Wir geben liegenden Nachricht Ein Berichter statt starken Bretterzaut Etablissements um werige Pfähle. 2# resten lagen bis d. teile von maschinel stöcke in einem Dur Meter. Der Zau: Stücke zerhackt. an denen die elektri — letztere hatten u über die Stätte ei waren mehrere M. noch erkennen, welgedient hatten. Eist Länge sand min, Meier treit wegs. Eede eingewühlt. war mitten durch Hühoer fluterten mi umder.— In Kilometer von de: In diesem Auger licher Lirm euf der sow di wie die Ma und ängstlich nach d die G.tfin Kuron Ferster des Zimmer redung beiwohnte, Tür eilte. sich im besondern auf der Weser nden Abgaben. renz ist, daß die Vereinigung emimunz zu geben zu gabe auf 0.05 ten=Kilometer. Herford. Ein Schurken. gegen Abend in der Steinstraße aawesenden Frau r Bursche und bot ; a n. D i e F r a u dem Kaufe nichts icke jedoch näher in können Sie sich diesem Augenblick warf der Frau besicht, sodaß diese Laut„H. Kehl.“ esgegenwart, das sen, welches, um nzujagen, mehrere vesenden Meisters rickt, ergr ff der lich auf die Ladenlucht und ist leider achklänge zur hl.) Beim hiesigen der„Westf. Zig.“ und Reser v.verein en 30— Mitbei der Stadtvon sozialdemon Wahlkandidaten treffenden scheinen sich vocher abzuchluß der Vereine burden. Gerüchtgegn die Gülligbteilung Einspruch ehrerverein.) teralversammlung) zen erst am 8. . Nov.(Ein der letzten Woche S. aus Hersord mit 800 Mark en im Schwarzenhoben hatte, auf rd begriffen war. i zufällig Zeugen fgezählt wurde. t verdächtig. Als erhielt er plötzie Schulter. S. mit einem wuchseines Gegners, rzte. Jetzt kam versuchte, S. am diesen Anzriff das Weite zu und Paderborn. (Jubiläumsmtsjubiläum des t hat den Jubiir viele erfahren Zehrer Kollegiums das Bild„Bach eicht, die Lehrer überreichten das Emmaus“ und ils Geschenk eine rur den Bitten r mir riet, Such esicht kennen zu — ausschlug,“ vollindem sich seine erte Antlitz Luise wäre es Euch nädigste Fürstin, rgebenes, treues eben, die Krone Ihr Herrin und chlagen? Meine rt in Ungeduld Euch, die lang ses Herz drücken rierte die klangleicht,„— und heiligere Aufgabe , Euch glücklich ne Zeit, ehe die ite. Die Worte hne Eindruck auf rem Herzen süe Zeit gewinnen, äheres Kennengoldene Uhr mit Widmung dar. Die Feier wurde nach der„Güt. Zig.“ begonnen mit dem Liede:„Bis hierher hat uns Gott gebracht"; Herr Pastor Möller verlas da nach den 111 Psalm und schloß die Andacht mit einem Lob und Dankgebet für Gottes gnädige Führung in der langen Zeit der Wirksamkeit des Jubilars. Der Männer= chor sang den 23. Psalm. Herr Direktor Lünzner brachte dem Jubilar in längerer Rede den Dank der Schule und des LehrerKollegiums dar und schloß mit Worten herzlicher Wünsche für die weitere Zukunft. Die Feier schloß mit dem Gesange eines Verses, den der Jubilar selbst ausgewählt hatte:„Tausendmal sei dir gesungen, Herr, mein Gott, Preis, Lob und Dank, daß es mir bisher gelungen! Ach, laß meines Lebens Gang, ferner doch durch Jesu Liten. rur gehn in die Ewigkeiten. Da will ich, Herr, für und für, ewig, ewig danken dir.“ (386 v. 14) Am Abend fand ein Festessen in der Erholung statt, an dem sich 90 Herren beteiligten und bei dem noch manches gute Wort gesprochen wurde. Die Explosionskatastrophe in Annen. Die Argaben über die Zahl der Toten sund Beiwundeten schwanken noch immer erheblich. Die gestrigen Angaben waren gottsob viel zu hoch. Heute lautet die höchst: Schätzung der Toten auf 50, die geringste auf 26, die der Schwerverwundeten auf etwa 90, der Leichtverwundeten aber auf Hunderte. Eotsetzlich wäre es, wenn sich die Nachricht bestätigen sollte, duß die schreckliche Katastrophe von verbrecherischer Hand verursacht sei. Wir geben aus der Fülle der vor liegenden Nachtichten noch folgenbe wieder: Ein Berichter statter meldet: Von einem starken Bretterzaupe, der das Terrain des Etablissements umschließt, sah man nur noch werige Pfähle. Weit hinter diesen Ueberresten lagen bis dorthin geschleuberte Eisenteile von maschinellen Anlagen und Mauer stöcke in einem Durchmesser von einem halben Meter. Der Zaun war duchstäblich in kleine Stücke zerhackt. Die schweren Eisenmasten, an denen die elektrischen Bogenlampen hinge: — letztere hatten noch gestern strahlende H. über die Stätte eifriger Arbeit verbreitet— waren mehrere Male geknickt und ließen kaum noch erkennen, welchem Zwick sie eigentlich gedient hatten. Eiserne Treppen von 8 Meter Länge sand men, tosal verbogen, viele Meter treit wezs sleudert uns tief in die Eede eingewühlt. Ein vierrädriger Wazen war mitten durchgerissen. Tauhen und Hühoer fluterten mit haldverbrannten Flügein umber.— In Dortmund, etwa 10 Kilometer von der Unglücksstelle entfernt, In diesem Augenblick ließ ein ungewöhrlicher Lirm auf dem Korridor den Prinzen sow di wie die Markgrafig zesommenfahren und ängstlich nach der Tür lauschen, während die G.tfin Kurowätt die am hintersten Ferster des Zimmers stehend, der Unterjedung beiwohnte, tief erblaßt nach der Tür eilte. (Fortsetzung folgt.) wurden in verschiedenen Geschäften die Spiegelscheiben zertrümmert. Die Er schütterung, die einem Einsturzbeben glich, hat in vielen Läden in Dortwund durch umstürzende Gegenstände große Unordnung hervorgebracht. So stürzte am Körnerplatz einem Ladeninhaber die Dekorationen zu sammen, einem Porzellauhändler ressiiten Töpfe und alle anderen ausgestellten Gegen stände in den Laden. Witten, 29 Nov. Gestern abend 8 Uhr brach im Mischraum Feuer aus. Der Brand pflanzte sich auf den Peckcaum fort, wo die erste Explosion erfolgte. Der Heizer Seiler warde ourch den Luftdruck gegen ein benachbartes Gebäude geworfen und war sofort tot. Der Kessel explodierte und der Dampf strönte aus Direktor Franke, der im Lagerraun war, erlitt eine Verletzung am Kopfe, konnte aber heute morgen an der Ugglücksstelle erscheinen. Der Chemiker De. Kunz, der aus dem Laboratorium herauskam, wurde sofort getötet. Verschiedene Feuer wehrleute wurden beim Löschen schwer verletzt, mihrere Prionen wurden dabei leichter verwurdet.— In dem Lagerraum lagerten zur Zeit des Brandes zirka 600 Ksten zu je 40 Kilogramm Roburit.— Der Miister der Witiener Gußstahlfabrik, Biermann, der zur Zeit des Ungsücks bei Verwandten zu Besuch war, wurde getötet, ebenso ein Schüler namens Cronefeld. Von dem Publikum, das bei dem Brande sich an Weike eingefanden hatte, wurden zahlreiche Personen bei der zweiten Explosion verletzt. Der angerichtete Schaden wird auf etwa 2 Millionen Mark geschätzt. Dortmund, 29. Nov. Der Kaiser hat durch Vermittlung der hiefigen Reichsbankstelle 25000 Mark aus seiner Privatschatulle zur Unterstützung der Verunglückten überwiesen. Dortmund, 29 Nov. Heute nachmittag traf an der Unglücksstätte der vom Kaiser entsandte Generaladjutant von Scholl in Begleitung des Oberbürger. meisters sowie mehrerer Regierungs vertreter ein, nachdem bereits vormittags ein aus führlicher tele graphischer Bericht über die des Ugglücks an den Kasser erstattet worden war. Von allen Seiten triffen noch fortgesetzt Rettungsabteilungen ein, da auf der Unglücksstätte noch zahlreiche Tote unter den Trümmern liegen. In den Vormittagsstunden sind vor den schwerverietzten Prsonen noch weitere ge storben, so daß die Zahl der Getöteten die bisherigen Angaben weit übertreffen dürste Auch jetzt läßt sic die Größe dee Unglücks nach nicht ermess n. Elwa 2000 Persouen sind obdachlos; zwei Personen, weiche die nächsten Verwanhten verroren haben, sind angesichts der plötzlich über sie hereingebrochenen Unglücktersinnig geworden.(Hann. C) Dortmund, 29 Nov. Heute nach mittag sind Vemeter der Staatsanwalt. schaft nach der Unglücksstätte in Annen abgefahren. Mt der Einleitung an den Vorermittlungen wurden eine Anzahl Polizet beanter beauftragt. Die bieher an Amtsstelle vorliezenden Feststellungen hab die privaten Gerüchte bestätigt, daß es sich um ve brecherische Brandlegung handelt. Verschiedene Ausschreitungen und Gewalttätigkeiten sind verzekommen. Vermischtes Berlin, 29. Nov. Im Vorort Lichtenberg ist gestern eine Bande jugendlicher Diebe aufgehoben worden, deren„Chef“ ein 19jähriges Mädchen ist. Es hatte nicht nur die Bande geleitet, sondern selbst an verschiedenen Einbrüchen teilgenemmen und auch Gelegenheiten zu solchen ausbalboget. Teahetan zu belche Elberfeld, 29. Nov. 200 Arbeiter der rheinisch=westfälischen Kalkwerke in Dornap haben heute die Arbeit niedergelegt und fordern eine Lohnerhöhung. Köln, 28 Nov. Die„Köln. Zig.“ meldet aus Lincoln(Nordamerika) von gestern: Garber, ein Angestellter im Bureau des Landeskommissars des Staates Nebraska, erklärte, er könne bepeisen, daß in Rebraska eine Privztzesellschaft ihren Sitz habe, die gewerbsmäßig Kinder aus Deutschland einführe und diese zum Preise von 25 Dollars verkaufe. Trier, 28. Nov. In Metz sind die städtischen Choleradaracken und das Hospital Von Sicours mit Pockenkranken und Verdächtigen überfüllt. In der bakteriologischen Anstalt werden 30 Betten für Blatternkranke eingerichtet. Cuxhaven, 29 Nov. Der seit mehreren Tagen andauernde Sturm nahm nachts in der Nordsee eine orkanartige Stärke an und weht auch in der Elbmündung so schwer, daß die aus See kommende große Viermastbark„Posen" derartig vom Stum erfaßt wurde, daß sie in schwere Strandungsgefahr geriet. Durch rechtzeitiges Eingreifen eines Cuxhaverer Hilfsdampfers wurde sie gerettet. Dir ausgehende Schiffsverkehr stockt. London, 28 Noo. Aus San Francisco wird der„Central News, gemeldet, daß die Stadt Tehuantepec in Mxiko von einem Ockan zerstört worden si, der auch über einen großen Teil der Küste fegte. Fast j des Gebäude in der Stadt sei zertrümmert worden. Fünfzig Menschen sollen umgekommen und fünftausend obdach los sein. Literarisches. Boehmer, Lic. Dr. Jul., Aus den TellAmarna=Briefen. Ein morgenländisches Zutdild aus der Mitte des zweiten vorchriftlichen Jahrtausend Mt.—60, Gütersloh, Verlag von C. Bertelsmann. Die Auffindung der Thontafel von Tell=eln Amarna, welche einen umfangreichen Briefwechsel der ägontischea und babylonischen Höse um 1500 v. Chr. enthalten, haben mehr als andere Funde derait nicht nur theologische und semitico philologische Kreise beschäftigt, sondern über dieselden hinaus Interesse erregt. Die darüber entstandene Litteratur jedoch war rein wissenschaftlich und um des den speziell berührten Forscherkreisen verständlich. Boehmer nun bringt uns eine treff liche Schrift über diese Briese, aus der jeder Gebildete sich kurz und doch eingehend über jene eigegartigen Funde orientieren kann. Die Schrift bietet, wie der„Theol. Anzeiger“ urteilt, ein höchst anziehendes morgenländisches Zeitbild aus dem II. vorcht Jahrtausend, das gründlich orientiert und mit Genuß zu lesen ist. Oeffentlicher Wetterdienst. Dienststelle: Meteorologisches Observato rium Aachen. Voraussichtliche Witterung für die Zeit von Abend des 30 Nov. bis z. Abend des 1. Dez. 1n. Starke westliche Winde, ziemlich tübe, Regerfälle, Temperatur nicht erheblich geändert. Uebersicht der Witern#### Bielefeld, 30 November 1906. Mitgeteilt von Fr. Böckelmann Wi öfNiedrigst. Thermometerstand in der Nacht 4 5½ Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+10 es. Barometer 74.6 cm. Wind West Himme bedeckt. Neueste Nachrichten. Annen, 30. Nov Das Publikum hält nach wie vor an der Annahme fest, daß die Katastrophe etwa 80 Tote gefordert hat. In Witten wie in Annen und Umgegend sind die Schulen gänzlich geschlossen worden, um Raum für die Obdachlosen zu schaffen, deren Zehl an 2000 geschätzt wird. Ein jammervolles Bild dietet der Bahnhof von Annen. Hunderte von Opfern kampieren in den Wartesälen. 2 Personen, die ihre nächsten Verwandten verloren haben, sind angesichts des plötzlich über sie hereingebrochenen Unglück iersinnig geworden. Bereits gestern zeigte sich auf der Trümmerstätte Diebsgesindel. In Hockaide, in der Nähe von Annen ist infolge der Explosionen ein Chorsenster der Kirche eingestürzt. Die befürchtete weitere Explosion wird koum eintreten, da man das ganze Terrain unter Wasser gesetzt hat. In Marienhospital zu Dortmund wurden gestern 76 Verwundete verbunden und entlassen, sie waren alle mit leichteren Verletzungen davongekommen. Ein trauriges Los ist etwa 58 Verwundeten beschieden, die entweder einen Schädelbruch oder so schwere innere Verletzungen erlitten haben, daß die Aerzte sie für verloren erklärten. Sie müssen alle operiert werden. Mit wahrer Todesverachtung sind unter der Leitung des Dr. Schmiot die Berzungsarbeiten ausgenommen worden, die notwendig waren, wenn weitere Exolosionen verhindert werden sollten. 50 Kisten Roburit sind in Sicherheit gedracht worden. Noch ist es nicht mözlich die Namen aller Toten und Vermißten zu nennen. Fest steht, daß ein Kutscher= und eine Nachtwächterfamilie, die in der Fabeit wohnten, unter den Teümmern begraben liegen Witten, 30. Nov. Der verbrecherische der vie Veranlessung zu der Katastrophe gegeben hat, soll ein Rachea sein. Die unter den Teümmern gesundenen Dynamitpatronen, die sonst nicht im B. vorhanden sein dürfen, waren mit Sprengkapseln und Zündschallcen versehen Sie waren gegenüber den sonst gebrauchten angekuiffen. Die Gemeinde Annen hat seiner Z it gegen die Erbauung der Roductt= werke Einspruch erhoben. Die Versicherungsgesellschaften wollen den durch die Explosio: entstandenen Schaden an Fensterscheiven den Eigentämern nicht bezahlen. Der Minister des Janern depeschierte: Tief bewegt durch die Nachricht von dem Unglück spreche ich den Vorletzten sow'e den beir ffnen Fomisien meine aufrichtige und herzliche Teilnahme aus. Bochum, 30. Nov. Bis jetzt sind etwa 40 Tote geborgen. werden noch 7 Leichen vermißt. Von Seiten der Roburitfabrik wird die Zahl der erheblich Verletzten auf rund 200 geschätzt. Wie es heißt, haben neben dem explodier. ten Roburit Sprengkapseln gelegen, die durch Feuer in Aktion gesetzt wurden, und so die Explosion des von Feuer nicht explodierbaren Roburits verursachten. " Gidenwunsehkarton Feine Briefpapiere mit Monogramm oder Namen empfiehlt als praktische Weihnachts-Geschenke in grösster moderner Auswahl. Buchdruckerei A. von der Mühlen Rittterstr. 43 Bielefeld Fernsprecher 15. Muster stehen bereitwilligst zur Verfügung. an die Professoren Golgi in Pavia und Ramonycajal in Madrid und der Nobelpreis für Literatur an Glosue Carducci in Bologna verliehen werden soll. 29. Nov. In der Kammer wurde heute der Beschluß der Regierung mitgeteilt, die Beantwortung einer Marokko Interpellation Jaurés zu vertagen, bis die Ratisikation des Algecirasabkommens erfolgt sei. Paris, 29. Nov. Ueber die gestrige Bischofskonferenz wird berichtet, daß ein Drittel des Episkopats die Ausübung des Gottesdienstes ohne vorherige Meldung bei der Behörde fortsetzen will. Die übrigen Bischöse scheinen geneigt zu sein, dem Versammlungsgesetz von 1881 Rechnung zu tragen, sofern eine offizielle E=kärung für das ganze Jahr genügt. London, 29 Nov. Ia Beantwortung einer Anfrage wezen eines auf einen Eng länder in Tanger verübten Angriffes teilte der Staatssekretär Einzelheiten über den Vorfall mit und fügte hinzu: Es scheint nicht rötig gewesen zu sein, daß wir vorgehen und Truppen landen. Wir hören, daß Frankreich und Spanien bereit sind, im Bedarfsfalle, so lange die reguläre Polizei noch nicht errichtet ist, alle etwa erforderlich werdenden vorläufigen Maßnahmen zum Schutze der Ausländer zu ergreifen. Es ist nicht nötig oder wünschenswert, daß die britische Regierung darüber hinaus etwas tun wollte, und es ist nicht beabsichtigt worden, britische Kriegsschiffe zur Mitwirkung zu entsenden. Madrid, 20. Nov. Moret hat die Bildung des neuen Kabiuetts beendet, dem der König infolge der Zusammensetzung seine Zustimmung erteilt hat. Vorsitz: Moret, Arußeres: Perez Caballeros, Inneres: Barroog, Finanzen: Eleuteris=Delgado, öffentliche Arbeiten: Gasset, Krieg: Lique, Marine: Alba, Justiz: Romanone. Das Portefeuille des öffentlichen Unterrichts ist noch nicht vergeben. Aus den Deutscher Reichstag. 129. Sitzung vom 29. November 1906, 1 Uhr. Im Reichstage wurde am Donnerstag die erste Lesung der Nachtragsetats für Südwestafrika fortgesetzt. Die Beratung eröffgete Abg. Semler (natl.), der eindringlich vor der Preisgabe des Südens der Kolonie warnte, weil sie das Aufgeben der ganzen Kolonie zur Folge haben müsse, und für einen lebhaften Bahnbau eintrat, wobei er sich zugunsten eines Programmes aussprach, das alle in den kommenden Jahren zu fordernden Bahnbauten umfasse. Abg. Frhr. v. Richthofen(kons.) dankte dem Reichskanzler, daß er mit solcher Energie für das Ansehen unserer Beamten gesprochen habe. Im Bahnbau sei vor uferlosen Projekten zu warnen. Die konservative Partei wolle die baldige Pazifizierung der Kolonie und ihre dem Deutschen Reiche würdige Entwicklung. Darauf nahm der stellvertretende Kolonialdirek tor Dernburg nochmals das Wort, um zu einer Reihe von Anfragen und Anregungen der Vorredner Stellung zu nehmen. Die Denkschriften seien lediglich als Bausteine Gr ein Kolonialpro= gramm aufzufassen. Allzu viel Bahnen dürften gleichzeitig nicht gebaut werden. In der Eingevorenenfrage hätten wir nicht so hohes Lehr eld zu zahlen gehabt, wenn wir mehr auf das Beispiel andirer Kolonialvölker geachtet hätten. Bei den Bestellungen für die Kolonialabteilung sollen künftig auch die Handwerker entsprechend herangezogen werden. Abg. Kopsch(freis. Vo.) meinte, die Kolonie sei zum größten Teile lediglich Wüstengebiet. Optimismus sei in der Kolorialpolitik nicht am Platze. Die Freisinnigen bringen dem Kaufmann Dernburg Vertrauen entgegen, aber nicht dem Zukunftsmusiker Abg. Dr. Arendt(Rp.) mißbilligt, daß in der Debatte auf Herrn v Podbielekt, der sich hier Luise Charlette. Historische Novelle von Ilse=Dore Tanner. 9][Nachdruck verboten.) Es war zwei Uhr nachts. Dunkel und schweigsam lagen die Straßen von Berlin. Auch im kurfürstlichen Schlosse zeigte sich nur hinter vereinzelten Fenstern ein schwacher Lichtschimmer. Der Kurfürst liebte es überhaupt, frühe ins Bett zu gehen, wie er sich auch sehr frühzeitig wieder erhob, und die Kurfürstin, die sonst oft bis in die Nacht hinein noch über gelehrten Büchern saß oder lange Briefe nach Hannover an ihre Mutter schrieb, hatte sich auch schon zur Ruhe begeben Nur im Zimmer der Markgräfin Luise Charlotte brannte noch Licht, und ein aufmerksamer Beobachter hätte zu dieser un gewöhnlichen Zeit ein merkwürdiges und geheimnisvolles Treiben auf dem langen, dunklen Korrivor, an dem ihr Zimmer lag, wahrnehmen können. Einige Male huschte fast unhöebar die Geäfin Kurowska vorüber und blied lauschend an der Treppe stehen; dann kamen endlich zwei in dunkle Mäntel gehüllte Gestalten gegen die Angriffe nicht verteidigen könne, Steine geworfen seien. Die Aufgabe des Südens der Kolonie müsse den Eingeborenenaufstand verewigen. Nach den Erklärungen des neuen Kolonialdirektors besteht die beste Aussicht, daß künftig nur die besten Kräfte nach den Kolonien gezogen werden. Die Weiterberatung wurde auf Freitag 1 Uhr vertagt. Schluß 6 Uhr. Lokales und Vieleseld, 30 November. (Kirchliches.) Die hiesige Ravensbergische Superintendentur schreibt uns: Nachdem die Wahl des bisherigen Hilfspredigers Wilhelm v. Bodelschwingh zum Pfarrer an der Zionsgemeinde die Bestätigung des Königlichen Konfistorlums erhalten hat, soll nunmehr die Einführung des Gewählten stattfinden. Sie wird am 6 Dezember in einem öffentlichen Abendgottesdienste in der Zionskirche in Bethel, der um 7 Uhe beginnen wird, erfolgen. Gleichzeitig wird der nach Bethel als Hilfs prediger überwiesene Pfarramtskandidat Opdenhoff ordiniert werden. Am 5. Dezember findet in Herford eine MissionsKonferenz statt, auf der unter anderen Rednern auch Missionar Warneck von seiner Missionstätigkeit berichten wird. Am 2. Adventssonntage werden in der Bielefelder St. Pauli Kirche zwei Missionsgottesdienste, morgens und abends, gehalten werden. In beiden wird Missionar Warneck predigen. Am gleichen Sonntag wird in der hiesigen Altstädter Kirche vormittags das Fest der inneren Mission gefeiert werden. Die Pastoralkonferenz sällt im Monat Dezember aus. Die nächste findet erst am 7. Januar 1907 statt. Pastor Kähler, Lehrer an der theologischen Schule in Bethel, wird die Exegese halten(Röm 3 u. 4). (Zur Biehzählung) wurde urs am Mittwoch von einer amtlichen Stelle ein hektographierter Artikel zugesandt, der, wenn er auf unseren Leserkreis seine Wirkung ausüben sollte, am Mittwoch oder Donnersag hätte gebracht werden müssen. Das war aber leider wegen seines Umsangs— der Artikel hätte in Korpusschrift unsere erste Zeitungsseite vollkommen gefüllt— unmöglich. Wir bitten deshalb uns Artikel von solchem Umfange drei bis vier Tage vor dem Termin, an dem sie erscheinen sollen, zuzustellen und auch die einzelnen Blätter in den Bureaus paginieren zu lassen. (Feststellung) Die Provinzialnach richten in der gestrigen Beilage haben wir am Mittwoch in später Abendstunde nuch einer vorhergegangenen dreistündigen Versammlung auf dem Lande in ziemlicher Elle zusammengestellt. Dabei ist es uns entgangen, daß in der einem anderen Blatte entnommenen Mitteilung von dem Sieg der Liberalen bei den Stadtverordnetenwahlen in Köln das Wörtchen„leider“ stand. Unsere Leser werden durchweg erkannt haben, daß in diesem Worte nicht die Meinung unserer Zeitung zum Auskruck gelangt ist, daß sie es vielmehr nur gebraucht hätte, wenn die Mehrheit vom Zentrum auf die Sozialdemokratie übergegangen wäre. Demungeachtet halten wir uns für verpflichtet, dies hiermit ausdrücklich festzustellen. (Vom Kaisermander) bringt die „Köln. Zig.“ folgende neuere Meldung: Bei den nächt jährigen Kaisermanövern soll sowohl das 7. als auch das 10 Armeekorps zu drei Infanteriedivisionen auf gestellt werden und außerdem wird jedem der beiden Kops eine Kavallerie die Treppe herauf, und die eine von ihnen blieb an der Tür zu der Markgräfig Zimmer gegenüber regungslos stehen, während die andere, nachdem sich die Gräfin Kurowska tief vor ihr verneigt hatte, von ihr in der Markgräfin Luise Charlottes Zimmer geleitet wurde— Darinnen stand die Markgräfin regungslos, aber zagend mit heftigem Herzklopfen unter der Lichtkrone ihres Wohnzimmers, die Hand leicht auf die Lehne eines großen Leynstuhles gestützt. Luise Charlotte sah heute garz besonders lieblich aus, trotzdem ihr ohne hin sehr zartes Gesicht vor Aufregung fast farblos war. Gerade der änstliche, kindlich hilflose Ausdruck der großen, blauen Augen, die erwartungsvoll auf den Eintretenden blickten, gab der jungen Frau etwas so überaus Weibliches, Be zauberndes, daß Prinz Jakob von Polen einen Augenblick wie gebannt auf sie blickte, ehe er, das Kaie leicht beugend, sich über ihre Hand neigte:„Dank, heißen Dank, gnädigste Fürstin, daß Ihr mir diese Unterredung gewährt habt, nach der mein Herz schon so unendlich lange und so sehnsüchtig begehrte.“ Verwirrt und noch mehr enttäuscht durch die Elscheinung des Peinzen, von der sie division beigegeben; auch erhalten die Kavalleriedivisionen wieder zwei Maschinen= gewehrabteilungen, was sich bei den letzten großen Manövern vortrefflich bewährt hat. Zur Verstärkung der beiden Armeekorps werden Teile des 4. und 11. Korp: herangezogen, auch werden Reserveformationen aus Mannschaften des Beurlaubtenstandes gebildet. Als Manöver= gelände ist die Gegend südöstlich von Münster in Aussicht genommen. (Am Totenfest) fand abends 7 Uer in der Z'onskirche ein liturgischers Gottesdienst statt. Die Gebete und eine der Bedeutung des Tages entsprechende kurze Kanz=lrede hielt Herr Pastor FliednerBethel. Der Bethelckor trug den 126. Psalm in wahrhast ergreifender Weise vor. Auch der gewischte Kirchenchor sang wieder vorzüglich, besonders müssin wir aber hervor heben, daß der kirchliche Gesangverein über einig: Stimmen ersten Ranges verfürt. (Vortrag) Unsere Leser werden hier durch nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß heute abend 8½ Uhr im Saale der „Erholung“ Herr Professor Dr. Schaumkell aus Ludwigslust einen Vortrag über:„Die polnische Frage und das Nationalbewußtsein" halten wird. Der Eintritt ist für Jedermann frei. (Aus dem Theaterbureau) wird uns gee schrieben: Thea vor Gordon=Gastspiele. In Sardous vortrefflichem Lustspiele:„Madame Sans=Géne“ wird Thea v. Gordon am Sonntag das Publikum entzücken. Frl. v. Gordon ist ein bewährter und glücklicher Gast der besseren Bühnen und sie soll als Madame SansGène geradezu großartig sein, sowohl im 1. Akt als simple Wäscherin, wie auch in den übrigen Akten, in welcher wir sie als Marschallin Lesébre, als Herzogin von Danzig erblicken. Namentlich die Begegnung der Herzogin mit dem Kaiser Napoleon soll eine wahre Prachtleiftung der berühmten Darstellerin sein. Montag gastiert Frl. v. Gordon als Lorle in dem beliebten Schauspiel „Dorf und Stodt" und Dienstag zum unwiderruflich litzten Male in dem Schönthanschen Lustspiele„Die goldene Eva". Diese drei Gastspiele finden im Abonnement und ohne Preiserhöhung Aus den Kreisen Minden und Lübbecke. Minden, 80. Nov.(Stadtverordnetenwahl.) In der dritten Abteilung ist Stadtverordneter Wehrmann wiedergewählt. Oberpostassistent Nolting, Seminarlehrer Kornfeld, Tischlermeister Michels und Malermeister d'Arragon neugewählt. Fünf Kindidaten der Sozialdemokraten erhtelten je 123—140 Stimmen, während die bürgerlichen je 354—415 Stimmen bekamen. Wahlberechtigt waren 2650, gewählt haben 538 Personen. In der zweiten Abteilung wurde Weinhändler Hattenhauer wieder, Kausmann Frormann(bisher in der dritten Abteilung) und Buchhändler Marowsky neugewählt; in der ersten Abteilung Hofbuchdruckereibesitzer Bruns und Sanitätsrat Happel wieder= und Landrentmeister Stein(bisher dritte Abteilung) neugewählt. Minden, 30. Nov.(Personalie.) Dem ersten Vorstandsbeamten der hiesigen Reichsbankstelle, bisherigen Bankassessor Schrader ist der Charakter als Bankdirektor mit dem Range eines Rats vierter Klasse verlieben wolden. Minden 28. Nov.(Weserschiffahrt.) Wie das„M. L. Krsdl.“ erfährt, hat gestern in Berlin beim Herrn Minister der öffmtlichen Arbeiten eine Konferenz von Vertretern der freien Vereinigung der Weserschiffahrts= Interessenten stattgefunden, an der auch Herr Erster Bürgermeister Dr Johannsen teilgenomdurch das Bild eine ganz andere Vorstellung erhalten hatte, gelang es der Markgräfin nicht sogleich, die passenden Worte zu finden. Prinz Jakob war kaum mittelgroß und von überaus schmächtiger Gestalt. Sein schmales, intelligentes Gesicht mit den stechenden, schwarzen Augen, dem gelblichen Kolorit und der stark gebogenen Nase erschien der jungen Fürstin wenig anziehend. „Es ist wir schwer gefallen, Eurer Hoheit diese Unterredung ohne Wissen meines Kurfürstlichen Schwagers zu gewähren— ich gab dem Drängen Eures Abgesandten nach— fast wider meinen Willen. Schweres Ungemach könnte für mich daraus entstehen, wenn der Kurfürst meine eigenmächtige Handlung zu wissen bekäme.“ „Eigenmächtig, Frau Markgräfin? Und liegt es denn nicht wirklich einzig und allein in Eurer Macht, zu bestimmen, wen ihe mit Eurer Hand beglücken— wen ihr durch Euch selbst zu dem glücklichsten, reichsten Manne machen wollt?“ Luise Charlotte hob erschreckt abwehrend die Hände.„Ich— ich sagte dem Herrn Starosten Bielins'y ausdrücklich, daß meiner Einwilligung zu einer Unterredung mit Eurer Hoheit keine weitere Bedeutung beigelegt men hat. Es handelte sich im besondern um die Normierung der auf der Weser demnächst zu erhebenden Abgaben. Das Ergebnis der Konferenz ist, daß die erschienenen Vertreter der Vereinigung em. pfehlen wollen, die Zustimmunz zu geben zu einer Bemessung der Abgabe auf 0.05 Pfennig für das Tonnen=Kilometer. Aus den Kreise Herford. Hersord, 29. Nov.(Ein Schurkenstreich) wurde gestern gegen Abend in einem Schlachterladen an der Steinstraße ausgeführt. Bei der allein aawesenden Frau erschien ein 18—20jähriger Bursche und bot einen Schirm zum Kaufe an. Die Frau lehnte ab und wollie von deemn Kaufe nichts wissen. Der Bursche rückte jedoch näher heran und sagte:„Arsehen können Sie sich doch den Schirm!“ In diesem Augenblick öffnete er den Schirm und warf der Frau ein Betäubungsmittel ins Gesicht, sodaß diese einer Ohnmacht nahe kam. Laut„H. Kebl.“ hatte sie noch die Geistesgegenwart, das Dienstmädchen herbeizurufen, welches, um dim Fremden Furcht einzujagen, mehrere Male den Namen des abwesenden Meisters ausstieß. Dadurch erschrickt, ergr ff der Bursche, der es augenscheinlich auf die Ladenkasse abgesehen hatte, die Flucht und ist leider unerkannt entkommen. Enger, 23. Nev.(Nachklänge zur Stadtverordneten wahl.) Beim hiesigen Kriegerverein haben sich nach der„Westf. Ztg.“ mehrere, beim Landwehr= und Reserv verein eine ganze Anzahl— gegen 30— Mitglieder abgemeldet, welche bei der Stadtverordneten wahl für den von sozialdemokratischer Seite aufgestellten Wahlkandidaten eingetreten waren. Die Betreffenden scheinen es vorgezogen zu haben, sich vorher abzumelden, ehe sie durch Beschluß der Vereine aus diesen ausgeschlossen wurden. Gerüchtweise verlautet auch, daß gegn die Gülligkeit der Wahl in der 3. Abteilung Einspruch erhoben worden ist. Bünde, 29. Nov.(Lehrerverein.) Die Dezemberkonferenz(Generalversammlung) fiedet der Zählung wegen erst am 8. Dezember statt. Schwarzenmoor, 29. Nov.(Ein Raubanfal!) wurde in der letzten Woche auf den Schachtmeister S. aus Hersord unternommen, als dieser mit 800 Mark Geld, das er für Wegebauten im Schwarzenmoor vom Rendanten gehoben hatte, auf dem Heimwege nach Herford begriffen war. Zwei Lumpensammler waren zufällig Zeugen gewesen, als das Geld aufgezählt wurde. Sie sind dringend der Tat verdächtig. Als S. einen Hohlweg passierte, erhielt er plötzlich einen Schlag über die Schulter. S. erwiderte sofort den Schlag mit einem wuchtigen Hieb über den Kopf seines Gegners, sodaß dieser zu Boden stürzte. Jetzt kam ein zweiter Bursche und versuchte, S. am Halse zu würgen. Auch diesen Anzeiff wehrte er ab, um sodann das Weite zu suchen. Aus den Kreisen Wiedenbrück und Paderborn. Gütersloh. 29. Nov.(Jubiläumsfeier.) Das 50jährige Amtsjubiläum des Cynnasiallehrers Schmidt hat den Jubilar der Ehrbezeugungen gar viele erfahren lassen. Als Geschenk des Lehrer Kollegiums vom Gymnasium wurde ihm das Bild„Bach in seiner Familie," überreicht, die Lehrer der hiefigen Bürgerschule überreichten das Bild„Die Jünger von Emmaus“ und frühere Schüler brachten als Geschenk eine werden sollte. Ich folgte rur den Bitten des Starosten Bielinzky, der mir riet, Euch erst von Angesicht zu Angesicht kennen zu lernen, ehe ich— ehe ich—“ „Die briefliche Werbung ausschlug.“ vollendete Prinz Jakod ruhig, indem sich seine Augen fest auf das verwirrte Antlitz Luise Charlottens richteten. Und wäre es Euch wirklich möglich gewsen, gnädigste Fürstin, ein Euch bis zum Tode ergebenes, treues Herz achtlos beiseite zu schieben, die Krone eines edlen Volkes, dem Ihr Herrin und Mutter sein könntet, auszuschlagen? Meine gnädige Frau Mutter harrt in Ungeduld des Augenblicks, wo sie Euch, die lang Verwaiste, an ihr mütterliches Herz drücken kann, und ich—“ hier vibrierte die klangvolle Stimme des Peinzen leicht,„— und ich würde keine schönere, heiligere Aufgabe kennen, als Euch zu dienen, Euch glücklich zu machen.“ Wieder währte es geraume Zeit, ehe die Markgräfin antworten konnte. Die Worte des Peinzen blieben nicht ohne Eindruck auf sie, trotzdem nichts in ihrem Herzen sür seine Person sprach. Sie wollte ihn hinhalten, Zeit gewinnen, vielleicht daß durch ein räheres Kennenlernen—— goldene Uhr mit wurde nach der dem Liede:„G gebracht“; Herr nach den 111 P, mit einem Lob gnädige Führung Wirksamkeit des chor sang den 2 Lünzner bracht Rede den Dank Kollegiums dar herzlicher Wünsch Die Feier schloß Verses, den der hatte:„Tausendn mein Gott, Preis mir bisher geln Lebens Gang, fer rur gehn in die Herr, für und fü (386 v. 14) Al in der Erholung Herren beteiligten gute Wort gespeo Die Explo in Die Argaben und Verwunde erheblich. Die gottsob viel zu höchst: Schätzung geringste auf 26, wundeten auf wundeten aber a wäre es, wenn sie sollte, duß die sch verbrecherisch sei. Wir geben liegenden Nachrich Ein Berichterstatt starken Bretterzau Etablissements um werige Pfähle. resten lagen bis d teile von maschine stöcke in einem Du Meter. Der Zau Stücke zerhackt. an denen die elektr — letztere hatten über die Stätte ei waren mehrere M. noch erkennen, wel gedient hatten. Ei Länge sand min Meier treit wegs. Ecde eingewühlt. war mitten dur Hühoer fluterten m umder.— In Kilometer von de In diesem Auge licher Lirm euf d. sow di wie die M. und ängstlich nach G.tsin Kurol Ferster des Zimm redung beiwohnte, Tür eilte. sich im besondern r auf der Weser inden Abgaben. erenz ist, daß die Vereinigung emnmunz zu geben zu gabe auf 0.05 nen= Kilometer. Herford. (Ein Schurkengegen Abend in n der Steinstraße n aawesenden Frau er Bursche und bot e an. Die Frau demn Kaufe nichts ücke jedoch näher en können Sie diesem Augenblick d warf der Frau Gesicht, sodaß diese Laut„H. Kebl.“ tesgegenwart, das fen, welches, um nzujagen, mehrere wesenden Meisters srickt, ergriff der zlich auf die Ladenflucht und ist leider achklänge zur ahl.) Beim hiesigen ch der„Westf. Zig.“ und Reserv verein zen 30— Mite bei der Stadtvon sozialdemoen Wahlkandidaten etreffenden scheinen sich vorher abzuschluß der Vereine wurden. Gerüchtgegn die GülligIbteilung Einspeuch Lehrerverein.) neralversammlung) gen erst am 8. 9. Nov.(Ein der letzten Woche S. aus Hersord mit 800 Mark sten im Schwarzenehoben hatte, auf ord begriffen war. en zufällig Zeugen aufgezählt wurde. it verdächtig. Als e, erhielt er plötzdie Schulter. S. g mit einem wuchseines Gegners, ürzte. Jetzt kam versuchte, S. am ch diesen Anzriff u das Weite zu lic und Paderborn. (JubiläumsAmtsjubiläum des it hat den Jubiar viele erfahren Lehrer Kollegiums m das Bild„Bach reicht, die Lehrer überreichten das Emmaus“ und als Geschenk eine rur den Bitten er mir riet, Such gesicht kennen zu —— ausschlug.“ vollindem sich seine irrte Antlitz Luise d wäre es Euch gnädigste Fürstin, ergebenes, treues sieben, die Krone Ihr Herrin und ischlagen? Meine rrt in Ungeduld Euch, die lang ches Herz drücken brierte die klangleicht,„— und heiligere Aufgabe u. Euch glücklich me Zeit, ehe die mte. Die Worte ohne Eindruck auf hrem Herzen süe *, Zeit gewinnen, goldene Uhr mit Widmung dar. Die Feier wurde nach der„Güt. Zig.“ begonnen mit dem Liede:„Bis hierher hat uns Gott gebracht“; Herr Pastor Möller verlas da nach den 111 Psalm und schloß die Andacht mit einem Lob und Dankgebet für Gottes gnädige Führung in der langen Zeit der Wirksamkeit des Jubilars. Der Männer= chor sang den 23. Psalm. Herr Direktor Lünzner brachte dem Jubilar in längerer Rede den Dank der Schule und des LehrerKollegiums dar und schloß mit Worten herzlicher Wünsche für die weitere Zukunft. Die Feier schloß mit dem Gesange eines Verses, den der Jubilar selbst ausgewählt hatte:„Tausendmal sei dir gesungen, Herr, mein Gott, Preis, Lob und Dank, daß es mir bisher gelungen! Ach, laß meines Lebens Gang, ferner doch durch Jesu Liten. rur gehn in die Ewigkeiten. Da will ich, Herr, für und für, ewig, ewig danken dir.“ (386 v. 14) Am Abend fand ein Festessen in der Erholung statt, an dem sich 90 Herren beteiligten und bei dem noch manches gute Wort gesprochen wurde. Die Explosionskatastrophe in Annen. Die Argaben über die Zahl der Toten sund Veiwundeten schwanken noch immer erheblich. Die gestrigen Angaben waren gottsob viel zu hoch. Heute lautet die höchst: Schätzung der Toten auf 50, die geringste auf 26, die der Schwerverwundeten auf etwa 90, der Leichtverwundeten aber auf Hunderte. Eutsetzlich wäre es, wenn sich die Nachricht bestätigen sollte, daß die schreckliche Katastrophe von verbrecherischer Hand verursacht sei. Wir geben aus der Fülle der vor liegenden Nachrichten noch folgenbe wieder: Ein Berichterstatter meldet: Von einem Bretterzaupe, der das Terrain des Etablissements umschließt, sah man nur noch werige Pfähle. Weit hinter diesen Ueberresten lagen bis dorthin geschleuberte Eisenteile von maschinellen Anlagen und Mauer stöcke in einem Durchmesser von einem halben Meter. Der Zaun war buchstäblich in kleine Stücke zerhackt. Die schweren Eisenmasten, an denen die elektrischen Bogenlampen hinge: — letztere hatten noch gestern strahlende H. lle über die Stätte eifriger Arbeit verbreitet— waren mehrere Male geknickt und ließen kaum noch erkennen, welchem Zwick sie eigentlich gedient hatten. Eiserne Treppen von 8 Meter Länge sand min, tosal verbogen, viese teit wens sleudert un tief in die Erde eingewühlt. Ein vierrädriger Wazen war mitten durchgerissen. Tauhen und Hühoer fluterten mit halbverbrannten Flügeln umder.— In Dortmund, etwa 10 Kilometer von der Unglücksstelle entfernt, In diesem Augenblick ließ ein ungewöhrlicher Lirm euf dem Korrtdor den Prinzen sow di wie die Markgrafia zesammenfahren und ängstlich nach der Tür lauschen, während G.tfin Kurowäkt die am hintersten Ferster des Zimmers stehend, der Unterjedung beiwohnte, tief erblaßt nach der Tür eilte. (Fortsetzung folgt.) wurden in verschiedenen Geschäften die Spiegelscheiben zertrümmert. Die Er schütterung, die einem Einsturzbeben glich, hat in vielen Läden in Dortwund durch umstürzende Gegenstände große Unordnung hervorgebracht. So stürzte am Körnerplatz einem Ladeninhaber die Dekorationen zu sammen, einem Porzellauhändler ressiiten Töpfe und alle anderen ausgestellten Gegen stände in den Laden. Witten, 29 Nov. Gestern abend 8 Uhr brach im Mischraum Feuer aus. Der Brand pflanzte sich auf den Peckcaum fort, wo die erste Explosion erfolgte. Der Heizer Seiler warde aurch den Luftdruck gegen ein benachbartes Gebäude geworfen und war sofort tot. Der Kessel explodierte und der Dampf strönte aus Direktor Franke, der im Lagerraun war, erlitt eine Verletzung am Kopfe, konnte aber heute morgen an der Ugglücksstelle erscheinen. Der Chemiker Dr. Kunz, der aus dem Laboratorium herauskam wurde sofort getötet. Verschiedene Feuer wehrleute wurden beim Löschen schwer verletzt, mihrere P rionen wurden dabei leichter verwurdet.— In dem Lagerraum lagerten zur Zeit des Brandes zirka 600 K sten zu je 40 Kllogramm Roburit.— Der Meister der Witiener Gußstahlfabrik, Biermann, der zur Zeit des Ungsücks bei Verwandten zu Besuch war, wurde getbtet, ebenso ein Schüler namens Cronefeld. Von dem Publikum, das bei dem Brande sich an Weike eingefanden hatte, wurden zahlreiche Personen bei der zweiten Explosion verletzt. Der angerichtete Schaden wird auf etwa 2 Millionen Mark Dortmund, 29. Nov. Der Kaiser hat durch Vermittlung der hiefigen Reichshankstelle 25000 Mark aus seiner Privatschatulle zur Unterstützung der Verunglückten überwiesen. Dortmund, 29 Nov. Heute nachmittag traf an der Unglücksstätte der vom Kaiser entsandte Generaladjutant von Scholl in Begleitung des Oberbürger meisters sowie mehrerer Regierungs vertreter ein, nachdem bereits vormittags ein aus führlicher telecraphischer Bericht über die Größ: des Ugglücks an den Kasser erstattet worden war. Von allen Seiten triffen noch fortgesetzt Rettungsabtellungen ein, da auf der Unglücksstätte noch zahlreiche Tote unter den Trümmern liegen. In den Vormittagsstunden sind vor der schwerversetzten Prsonen noch weitere ge storben, so daß die Zahl der Getöteten die bisherigen Angaben weit übertreffen dürste Auch jetzt läßt sic die Größe dee Unglücks nuch nicht ermess n. Elwa 2000 Persouen sind oddachlos; zwei Personen, weiche die nächsten Verwandten veroren haben, sind angesichts der plötzlich über sie hereingebrochenen Unglücktersinnig geworden.(Hann. C) Dortmund, 29 Nov. Heute nach mittag sind Bemeter der Staatsanwalt schaft nach der Unglücksstätte in Annen asgefahren. Mt der Einleitung an den Vorermittlungen wurden eine Anzahl Potizei beanter beauftragt. Die bieher an Amtsstelle vortiezenden Feststellungen hub die privaten Gerüchte bestätigt, daß es sich um ve brecherische Brandlegung handelt. Verschiedene Ausschreitungen und Gewalttätigkeiten sind vergekommen. Vermischtes Berlin, 29. Nov. Im Vorort Lichtenberg ist gestern eine Bande jugendlicher Diebe ausgehoben, worden, deren„Chef“ ein Madcen ist. Es hatte nicht nur die Bande geleitet, sondern selbst an verschiedenen Einbrüchen teilgenommen und auch Gelegenheiten zu solchen ausbaldowert. Elberfeld, 29. Nov. 200 Arbeiter der rheinisch=westfälischen Kalkwerke in Dornap haben heute die Arbeit niedergelegt und fordern eine Köln, 28 Nov. Die Köln. Zig; maldet aus Lincoln(Nordamerika) von gestern: Garber, ein Angestellter im Bureau des Landeskommissars des Staates Nebraska, erklärte, er könne bemeisen, daß in Rebraska eine Privztzeselschaft ihren Sitz habe, die gewerbsmäßig Kinder aus Deutschland einführe und diese zum Preise von 25 Dollars verkaufe. Trier, 28. Nov. I. Metz sind die städtischen Choleradaracken und das Hospital Von Sicours mit Pockenkranken und Verdächtigen überfüllt. In der bakteriologischen Anstalt werden 30 Betten für Blatternkranke eingerichtet. Cuxhaven, 29 Nov. Der seit mehreren Tagen andauernde Sturm nahm nachts in der Nordsee eine orkanartige Stärke an und weht auch in der Elbmündung so schwer, daß die aus See kommende große Viermastbark„Posen“ derartig vom Sturm erfaßt wurde, daß sie in schwere Strandungsgefahr geriet. Durch rechtzeitiges Eingreifen eines Cuxhaverer Hilfsdampfers wurde sie gerettet. Dir ausgehende Schiffsverkehr stockt. London, 28 Noo. Aus San Francisco wird der„Central News, gemeldet, daß die Stadt Tehuantepec in Mxiko von einem Orkan zerstört worden si, der auch über einen großen Teil der Küste fegte. Fast j.des Gebäude in der Stadt sei zertrümmert worden. Fünfzig Menschen sollen umgekommen und fünftausend obdach los sein. Literarisches. Boehmer, Lic. Dr. Jul., Aus den TellAmarna=Briefen. Ein morgenländisches Zutbild aus der Mitte des zweiten vorchriftlichen Jahrtausend Mt.—60 Gütersloh, Verlag von C. Bertelsmann. Die Auffindung der Thontafel von Tell=eln Amarna, welche einen umfangreichen Briefwechsel der ägontischea und babylonischen Höse um 1500 v. Chr. enthalten, haben mehr als andere Funde derait nicht nur theologische und semitico philologische Kreise beschäftigt, sondern über dieselden hinaus Interesse erregt. Die darüber entstandene Litteratur jedoch war rein wissenschaftlich und um des illen nur den speziell berührten Forscherkreisen verständlich. Boehmer nun bringt uns eine treff liche Schrift über diese Briese, aus der jeder Gebildete sich kurz und doch eingehend über jene eigegartigen Funde orientieren kann. Die Schrift bietet, wie der„Theol. Anzeiger“ urteilt, ein höchst anziehendes morgenländisches Zeitbild aus dem II. vorcht. Jahrtausend, das gründlich orientiert und mit Genuß zu lesen ist. Oeffentlicher Wetterdienst. Dienststelle: Meteorologisches Observato rium Aachen. Voraussichtliche Witterung für die Zeit von Abend des 30 Nov. bis z. Abend des 1. Dez. 15. Starke westliche Winde, ziemlich tübe, Regerfälle, Temperatur nicht erheblich geändert. Bielefeld, 30 November 1906. Mitgeteilt von Fr. Böckelmann Wi öNiedrigst. Thermometerstand in der Nacht 4 5½ C Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+10 eg. Barometer 74.6 cm. Wind West Himme bedeckt. Neueste Nachrichten. Annen, 30. Nov. Das Publikum hält nach wie vor an der Annahme fest, daß die Katastrophe etwa 80 Tote gefordert hat. In Witten wie in Annen und Umgegend sind die Schulen gänzlich geschlossen worden, um Raum für die Obdachlosen zu schaffen, deren Zehl an 2000 geschätzt wird. Ein jammervolles Bild bietet der Bahnhof von Annen. Hunderte von Opfern kampieren in den Wartesälen. 2 Personen, die ihre nächsten Verwandten verloren haben, sind angesichts des plötzlich über sie hereingebrochenen Unglück; iersinnig geworden. Bereits gestern zeigte sich auf der Trümmerstätte Diebsgesindel. In Hockaide, in der Nähe von Annen ist infolge der Explosionen ein Chorsenster der Kirche eingestürzt. Die befürchtete weitere Explosion wird koum eintreten, da man das ganze Terrain unter Wasser gesetzt hat. In Marienhospital zu Dortmund wurden gestern 76 Verwundete verbunden und entlassen, sie waren alle mit leichteren Verletzungen davongekommen. Ein trauriges Los ist etwa 58 Verwundeten beschieden, die entweder einen Schädelbruch oder so schwere innere Verletzungen erlitten haben, daß die Aerzte sie für verloren erklärten. Sie müssen alle operiert werden. Mit wahrer Todesverachtung sind unter der Leitung des Dr. Schmiot die Berzungsarbeiten ausgenommen worden, die notwendig waren, wenn weitere Exolosionen verhindert werden sollten. 50 Kisten Roburit sind in Sicherheit gedracht worden. Noch ist es nicht mözlich die Namen aller Toten und Vermißten zu nennen Fest steht, daß ein Kutscher= und eine Nachtwächterfamilie, die in der Fabeit wohnten, unter den Teümmern begraben liegen Witten, 30. Nov. Der verbrecheriiche Anschtag, der vie Veranlessung zu der Katastrophe gegeben hat, soll ein Racheakt sein. Die unter den Teümmern gesundenen Dycamitpatronen, die sonst nicht im B: triebe vorhanden sein dürfen, waren mit Sprengkapseln und Zündschaülcen versehen Sie waren gegenüber den sonst gebrauchten angekniffen. Die Gemeinde Annen hat seiner Z it gegen die Erbauung der Roduettwerke Einspruch erhoben. Die Versicherungsgesellschaften wollen den durch die Explosion entstandenen Schaden an Fensterscheiven den Eigentämern nicht bezahlen. Der Minister des Innern depeschierte: Tief bewegt duch die Nachricht von dem Unglück spreche ich den Vorletzten sow'e den bei#Fenen Fumisien meine aufrichtige und herzliche Teilzahme aus. Bochum, 30. Nov. Bis jetzt sind etwa 40 Tote geborgen. werden noch 7 Leichen vermißt. Von Seiten der Roburitfabrik wird die Zahl der erheblich Verletzten auf rund 200 geschätzt. Wie heißt, haben neben dem explodier. ten Roburit Sprengkapseln gelegen, die durch Feuer in Aktion gesetzt wurden, und so die Explosion des von Feuer nicht explodierbaren Rovurits verursachten. ton, Gisentruhschkarten Feine Briefpapiere mit Monogramm oder Namen empfiehlt als praktische Weihnachts-Geschenke in grösster moderner Auswahl. Buchdruckerei A. von der Mühlen Rittterstr. 43 Bielefeld Fernsprecher 15. Muster stehen bereitwilligst zur Verfügung. Zur Richtschnur! Lassen Sie sich doch künftig nicht mehr täuschen! Prägen Sie sich das äußere Bild des„echten Kathreiner“ fest ein— und es wird niemandem mehr gelingen, statt des gehaltreichen, kaffeeähnlich schmeckenden Kathreiners Malz kaffee, Ihnen eine minderwertige Nachahmung von fadem Geschmack zu verkaufen. * Sie sehen hier ein Original-Paket des echten Kathreiners Malzkassee! Die Kennzeichen des echten„Kathreiner“, die man sich einprägen muß, sind: 1. Geschlossenes Paket in seiner bekannten Ausstattung 2. Bild und Name des Pfarrers Kneipp) als Schutz3. Namenszug des Pfarrers Kneipp s marke. 4. Die Firma„Kathreiner's Malzkaffee Fabriken“. Also halten Sie ja die Augen offen beim Einkaufe! Es kommt für Sie und Ihre Familie alles darauf an, daß Sie den echten Kathreiners Malzkaffee beziehen, weil dieser allein unter allen Malzkaffees den hohen Genußwert hat, den die Aerzte so an ihm schätzen, weil er sich ganz besonders vor allen ähnlichen Getränken durch einen ausgesprochenen, köstlich=würzigen kaffeeähnlichen Geschmack auszeichnet, der ihm durch ein ganz eigenartiges Verfahren mitgeteilt wird. Darum seis immer und immer wieder betont: Achtung beim Einkaufe von Malzkassel Doonerstag, abends ½9 Uhr Kiralicher Anzeiger P#hesserugs,, abende ½9 Uhr scher..(Gwoezrunge io, der„Klinktadersch. Bielefeld. 1. Sonntag im Advent. Sonntag, den 2. Dezember 1908 Kollekte für den Verein für Inrere Mission in Minder Ravensberg Altstädter Kirche. Sonntag Vorm. 10 Uhr Pastor Lappe Beichte und Feier des heiligen Abendmahls.— Vorm 11¾ Uhr Kindergottesdienst.— Nachmittags 3 Uhr Gemeinsames Jahresfest der Jungfrauenvereine im Evangl. Volk= saale.— Abende 6 Uhr Hülfe prediger Dec us.— Dienstag, abends 8¼ Uhr Bibelstunde im Westheim. 9 Uhr Bibelstunde im Altstädter Jünglings=Verein.— Mittwoch, Abends 8 Uhr Krchl. Gesangverein.— Toanerstag, nachm 3 Uhr Altstädter Frauen verein.— Neustädter Kirche. Sonntag, vormittags 10 Uhr Jahresfest der Neustädter Jungfrau nvereine. P. Waubke. Bicht: und h iliges Abendmahl. Kolleste fur die Zwecke der Jungfraue: vereine.— Nachmittags 1¾ Uh Kinderzottesdierst.— Nachn 3 Uhr Jahresfest der Bielefel.. Jun, frauenvereine im Voikssaal Abends 6 Uhr P. Kuhlo. Kollekte für die Mission.— Pontaz, abends 8½ Uhr Bibelstunde in der Volkshalle fällt(u:— Diensteg, 8½ Urr Bio lstunde auf dei Howe; P. Wuike.— Miitwoch, 8 Uhr Neustädter Frauenoerein im Lutherstif..— Aberds 9 Uhr Bibelbesprichstor de im christl. Verein jung Männer. — Freuag, 8½ Uhr Bibelstunde im Bl.=Kr.=Verein. Johannie Kirche. Gorm. 10 Uhr P. Knolle. — Nachm. 2 Uhr Ki dergottesdienst. Nachm tiogs 3½ Uhr Jug ndabteilung— Nachm. 4 Uhr Knabenabteilung— Nachm. 3 U.: Jung rauenverensfest im Volkssa.1.— Abende 6 Uhr P. Köhne Beiche und Feier des heiligen Abendmohles.— Abends 8 Uhr Mä ner= und Jünglingsverein. (Familienabe d).— Montag aben 8 Uhr Nähvereia in der Kuderschule Friedrichsteafe.— Mittmoch abends 9 Uhr Bivelst. im Männeru Jänglingsv#cin.— Dor nerstag Nochm. 3½ 6 Uhr Johan es### Frauenverein im Gemei: d-hause Donn i#tag, abe ds 8½ Uhr Gemeindebiv=lstunde.— Freitag abends ½9 Uh. Versammlung des Blau Kreuz Vereins— Sonnabend, abends 9 Uhr Bibelbespr. ch. und Gebetsstunde.— Panlus Kieche. Sonntag, Vorm 10 Uhr Sup Smon. Beickt= und Abend nahlsfeier.— Nachm. 2 Uhr Kindergottesdienst— Nachm. 4 Uhr Jungfrauenverein.— Nach mi tags 4 Uhr Jugendabteilung des Jünglings=Vereins.— Aber de 6 Uh. P. Häcklinder.— Abei ds 8½ Uhr Jüngl. und Mä ner rerein.— Dienstag Abends ½9 Uhr Blaukrenzveis.— Mitt woch, abends 9 Uhr Bibelstunde in Jünglings u. Mönner=Verein — Donnerstag, nachm. 3 Uhr Paulus=Frauenverein.— Donnerstag, ab nds ½9 Uhr Bibelstunde in der 4. Bungerschule an d.: geprhr, P dackländer.— an der gtl' st., L Korimarn Martini Kirche. Sonntag. Vormittags 10 Uhr P. Usener. Beichte und Te##r des h il. Abe dmahls. — Nachm 2 Uhr Kindergottesdier st— Nachmitta.s 8 Uh. Jungfrauenfest im Volkssaal(Bahhofstraße).— Aber ds 6 Uhr Män eund Jünglingvereins— Di néta, abe d ½9 Uhr Blau=Kreuz=Ver in. — Mittaoch, abend ½9 Uhr G meindebibelst. im Vereinshaus. Reformierte Kirche Sonntag morgens 10 Uhr P. Mund. 11½ Uhr Kndergottesdienst. Avang.-lutherische(altluth.) Gemeinde Bielefeld. Aula der höheren Töchterschule, Viktoriastraße.) Sonntag, Vormittags 10 Uhr Lesegottesdienst Altkatholische Gemeinde. Bielefeld. Sonntag, den 2. Dezember 9 Uhr vormittegs Gotte dierst in der Kepelle der Neustädter Kirche (½ Stunde vorher ebenka Gesa g. probe). R Kundt, Pfarro##### Bischöst. Methodisten=Kirche, Hermannstraße 24. Sonniag, den 2. Dezember, vormittags 10 Uhr Predigt.— Vorm. 11½ Soni tagsschule.— Abends 6 Uhr Piedigt. tag, abends 8½ Uhr Gebetstunde. Jedermann ist nillkommen. F. Jak b, Prediger Ortsgruppe Bielefeld. Am Sonnabend, 1. Dezember, abends 8½ Uhr in der„Erholung“ 3 des Herrn Prof. Dr. Schaumkell aus Ludwigslust über: „Die polnische Frage und das Nationalbewußtsein.“ Jedermann willkommen! Eintritt frei! Gamm Ceiune deutsche, echte Russen u. amerikanische(extra leichte) in grösster Auswahl zu Original-Fabrikpreisen. Garantie für jedes Paar. Vereinigte SchuhwarenGeschäfte Bielefelds: „Zul hans Sachs Gehrenberg 4, Telefon 807. „Fortuna“ Gütersloherstrasse 33, Telefon 1130. Staut-Theater! Sonnabend, den 1. Dezember, Anfang 7½ Uhr. Zu kleinen Preisen: Klein Dorrit. Sonntag, den 2. Dezember 1906. Anfang 7 Uhr. Gastspiel des Frl. Thea von Gordon. Madame Sans=Kene: Lustspiel in 4 Akten von V. Sardon. Cathérine Hübscher Thea von Gordon. Montag, den 3. Dezember 1906. Anfang 8 Uhr. Gastspiel des Frl. Thea v Gordon. Derf und Stadt. Schauspiel in 2 Abteilungen 5 Akten) von Ch. Birch Pfeifer. Lorle(Leonore) Thea von Gordon. Die Gastspiele des Frl. Thea von Gordon finden ausnahmsweise ohne Preiserhöhung statt. 4 Die besten * Taschenuhren 2 Regulateure Jaier 3 Wanduhren 0 Goldene und silbern: 9 Beste belante s schier 3 goldene Uhrketten, Ringe, Brochen, Radela. Semi=Emaile=Bilter und ehte Emaile=Vortraits /0 kauft man am billigsten bei 5 Albert Winkler, Breitest F Uhrmacher Breitestraße Stelestraße 5. Uhrmacher. Srenestraße 5.9 G Reparaturen prompt und billigst in eigener p Reparatur=Wberksatt. Suche in Bielefeld von 120—150 it. Milch, später das Doppelte. Nach Vereinbarung Kleinbahnstation oder direkt. Zu erfragen in der Exp. d. Blattes. KRERRRERERRRERRRRERRE F###men, Kechel ladet zum Besuch seiner Weihnachts-Ausstellung ein und empfiehlt besonders seine selbst angefertigten „ wie Wagen, Eisenbahnen von 50 Pfg. bis 20 Mk. 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Grosse Sendung Hafermast-Gänse per Pfund 68 Pfg. erantoorrich für den redakrnonellen Tell Hermann Range, für den Rellams= und Inseraten=Teu B. Krom=Mann, Druck und Verlag von A. von der Mühlon, sämtlich in Bielefeld. Nr. 281. Selus zelefeld, Freitag, den 30. November 1906. Zweites Blatt. Aus unserm Kriegsleben in Südwest=Afrika. U ber ein eben erschienenes Buch, das den Titel:„Eclednisse und E fahrurgen von Max Schmidt, Divisionspfarrer in Potevom. Verlog von E Runge in Ge. Lichterfelde" führt und Bosch 2 Mk., geb. 3 Mk. kostet, wird uns folgendes geschrieben: Der Verfosser, der weiteren Kreisen durch seine zehlreichen Vorträge, die er in allen Teilen des Reiches über Südwest Afrika gehalten hat, bekannt gewolden ist, war Feld-Divisionspfarrer im ostastatischen Ex p ditionskorps und 1904/05 in der keiserlichen Schutztruppe für Südwest Aftika, seit kurzem ist er Dioisionspfarter der 1 Garde Dio sion in Poisdam. Er hat tei sdwusten Teil des Feldzuges mitgemacht und mit den Soldaten alle Gefahren, Mühsale und Srepazen geteilt. Er hat im Kogelregen gestanden, Wachen gehalten, die Toten begaben, die Vermundeten gelabt, die Ster benden getröstet. Er hat Dienst getan in den Lazaretten und im Feide, vor dem Gefecht und im Lager. Wnn ein solcher Mann, der nebenher noch ein scharfes Auge für Land und Leute hat und sich zugleich als tüchtiger Schriftstiller benährt das Wirt vimmt, so verdient er gehört zu werden. Wir möchten diesem mertvollen Buche die weiteste Verbreiturg in allen Kreisen der Naton wünschen damit das Viständ=is für die groben Oofer, die kort im Südwesten Asrikas gebracht no. den sind und noch werden, geweck, und zugleich auch die Einsicht über die Bedeutung unserer Kolonien gesöldert und vertieft werde. Dieses Bich sollte in keiner Schulbidliothek in kinem Kriegerverein, in keiner öffertlichen L sehalle fehlen, wir sollten es unserer Jugend auf den Weihnachtstisch legen. Aues in allem: Dieses Buch sollte jeder Deutsche gelesen haben Wir lesen ja in den Zeitungen die kurzen aus Sü west kommenden Berichte, aber diese geben kein anschauliches Bild der Lage, keinen Bege ff von den unendlichen Schwietigkeiten, mit denen dort auf dem afrikanischen Sandfeld unsere topferen Soldaten zu käapfen haben, die den Kampf führen nicht nur gegen einen verschlagenen Fund, sondern cubh gegen den brennenden Dust die af ikanische Soane, das Fieder und die G.fahren und Entbehrungen der endleen Märsch:. Wir er halten einen Eiablick in den vertrifflichen Geist unserer Truppe in das Verhältnie zwischen Ofizieren und Mannschatten, wie es ähnlich wohl kein Heer der Wlt auf zuweisen hat und wir scöpfen aus den Bei spielen von Anhänglichkeit und aufopfernder Treue die gewisse Zweisicht, daß unser Heer auf der Höge st hi und, daß wir mit einem solchen Miterial getrost allen Ange ff u, die kommen können, entgezersehen dürfen. Das Buch. dessen Escheinen von vielen Seit n gefordert wurde, will mözlichst weiten Kreisen veranschausichen, was unsere Schutz truppe äußerlich und innerlch erlebte und wi: sich die Am'sführugg des Feldg istlichen in solchem Kriegeg staltet. Darnach ist die Ausvahl des Stoffes getroffen worden In dem Vorwort sagt der Beif sser: „Aeußerungen über kein milttärische Dinge Lehen einem Fldp ediger natürlich nicht zu, umso stäckr sosselt die Py ooge des Krteges seine Int-ressen und sein Ami.“ Sein Buch soll weiten Kreisen der Volkes die Herzen für uvsere helder mütl sänpfer de und hatt entbehrende Schitzt upp wä men helfen. Der Bercht beginnt im Mansterlazer, ro der Vifssr zvei Buaillonen vor ihrer Ausfehrt rach Südw st Gottesdienst und Ab n muhlsseter zu halten hatte und wo er sich entschied die Trupp: ale Fel prediger zu begleiten. Die Aufreise erfolgte an Bord d.s„Hars Wö mart.". Funckal auf Madeita und Tenriffa wird argelausen, benso Kp Pimas Die bekan#ten Schwierigkeuen d.r Ludung in Swakopmun werben geschildert und dann die Fiait nach Okahandja zur Truppe. Zum Waterberg tage kam der Verfasser ohne seine Schuld zu spät und wurde dann dem 2. Fedregiment zugeteilt mit der Weisung, bei dieser Abteilung eine Zeitlang Dieust zu tun und dann bei gür stiger G legenheit zu nächsten weiterzugehen. Wir folgn dann der Abteilung Deimling auf ihrer wochen und monatelangen Vrfolgung. Der Verfasser hat den einzelnen Kep eln Tigebuchblätr eingefügt, die ein anschauliches Bod von dn Bekälnissen geben und den Lsr die Sz ne gleich miterleben losser. Bos der Anteisung Deimlirg giag es zu der Abteilung Estoiff, dann zum Fildlczarett Ojimbingue urter die Typhuskranken, zum Lizarett Otjosondu, Okayankj:, Karlbib, Arbabis und Windhuk, von da über Reho dolh und Kub in Oberst Deimlings Lager. Eine ausführliche Schilderung ist dem Kampfe bei Narris und der Einnohme von Rietwond gewidmet. Eegreisend ist die Shilderung der Weihnachtsfeier und des Syloestertages mit dem Gefecht von Stamprietfontein. Der Fildprediger übernachtete neben den Geschützen bi den Verwundeten, ein Stück Beo in der Rocktasche muß für zwei ausreichen! Dann solgt des dreitägige furchtbare Ringen bei Groß Nabas, wo unsere Soldaten drei Tage lang im glühenden Soi neabrand ohre Wasser gegen einen an Zahl überlegenen Feind käwpften der in gedcker Stellung lag Auein die Schilderung duses Kampfes würde das Buch les#nswert machen. Später folgen wir dem Verfasser nach Lüderitzducht, zu den Nordtruppen nach Syakopmund und wieder nach Winshak und Okayank jt, wo am 25. Juni der letzte Felsgosteldenst abgehalten wird und fieuen uns mit ihm der Heimfahrt und der am 25. Juli in Hawburg erfolgten Ankunft. Wir fühlen es ihm nach, wern er am Schluß des Buches sagt:„Ein wichtiges Kapitel meines Lebens war beei det.“ Möchte dieses p.ächtige Buch die weite Verbreitung finden, die es verdent, damit gie Absicht, die den Berf sser die Feder geführt hat, erreicht werde, die Herzen warm zu wachen für unsere tapferen Helden und das Virständnis zu w.cken für unsere grofen Aufgaben, die unserer noch in den Kolo#rten harren! E. Aus dem Reg.=Bez. Münster und Arusberg. Münster, 28 Nov.(Universität.) G stern wurde an der rechts= und staatswissenschaftlichen Fakultät der 500 Student immatrikuliert, und zwar stud. jur Kael Kredel aus Deitwurd. Die Stadt Münßter stiftete ihm Hoftz##rdorf und Kohlers Encyklepädie der Rechtswissenschaft. Aus den Nachbarprovinzen und Staaten. Stolzenau a. d. Weser, 25. November. (Das„Berschwinden einer lebenden Person") verwirklicht hat mehrfach und mit leichter Mühe ein Zauberkünstler, dr hier in der Wirtschaft, in der die Sache vor sich gthen sellte reiche Trinkgelder einnalm. Die lehende Person, welche alsbold verschward war aber der Kürstler sorbst mitsamt der Kasse. Da die„Zuschauer“ mit dieser Art der Ausführung des Kunststück: nicht zufrieden waren, wurde die Polizei in B.wegung gesetzt und diese konnte arch „zaubern“, denn sie krachte den unschtbar G.wordenen in kurzer Zeit wieder aus Tageslicht, um ihn dann abermals in ihrer Weise—„orschwinden“ zu lessen. Literarisches. Adeline Gräfin zu Rantzau, Ein unmöglicher Mensch. Preis br. Mi. 3.—, geb. 4.—. Martin Warneck, Berlin W. 9. Ein Buch, daß tief in Fragen hineinführt, die heurzutege weite Kceise erzegen. fesselnder, feiner und doch kräftiger Sprache von einer nicht mehr ganz jungen Gräfin, die hochfliegende Gedarken und Pläne zur Beglückung ihrer Untergebenen auf dem Lande zur Ausführung bringt und dafür besonders geehrt werden soll. Sie weist alles schroff zurück und setzt sich natürlich dadurch in Widerspruch mit der ganzen übrigen Welt. Trotzdem entschließt sie sich, von tiefer Liebe bezwungen, einen Mann dieser, ihrem inneren Leben fernsteher den Kreise zu heiraten. Diese Ehe zwischen zweierlei Menschen, deren Lebensanschauungen nicht harmonieren, ist das Thema des Buches. * Lalaf A "„ Gut gearbeitete:“ Schuttornister Schultaschen Bieleleid Miederwall 10 u. 10 a Telephon 948. 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