30. Jahrgang Anzeigengebühr für die einspaltige Pettrzetle oder deren Raum 12 Pf., für auswärts 15 Pf., Reklamen 40 Pf. Erscheint sechsmal wöchentlich Geschäftsstelle Ritterstr. 43. Femsprecher Nr. 16. vhi #edee Schchäftsstelle u. #zn sdlen Postanstalten 3 Nu., bei täglicher Zu###stung in Bielesel. #3 N., durch Brieswiger 1,42 M. 23 November 1906. 23. November: Kolumbus kommt als Gesa gener in Ketten in Cadix an, 1500.— Schlacht bei Jüterbog, 1641.— J. G. Breitkopf, Buchdrucker und Buchhändler, geb. 1719.— Bayern tritt dem deutschen Reiche bei, 1870.— Wilhelm III., König der Niederlande, gestorben; Adolf von Nassau wird Großherzog von Lrxemburg, 1890. Fall César ist, we wir schon letzten Dienstag, den 20. d. Mts. zu melden in der Lage waren, die Entscheidung erfolgt. Sie datleit vom 14 November. Der Oberkirchenrat hat in einem Erlaß, der am 21. November beim Vorsitzenden des Preskyteriums der Reinol igemeinde eingegangen ist, den Beschluß des Konsistoriums zu Münster bestätigt, nach dem Pfarrer César zum 8 Pfarrer an Reinoldi nicht bestätigt worden ist. In dem B.scheid des Oterklichenrates wird nach der„Rh. Westf. Ztg.“ u. a. folgendes ausgeführt: „Die Rechte und Besugnisse der einzelnen Gemeinden werden in den westlichen Pro vinzen der Landeskirche durch die rheinischwestfälische Kirchenordnung gewährletstet und bestimmt umschrieben. Ob in einem gegebenen Falle Rechte der Gemeinde, welche ihr die Kirchenordnung gewährleistet, verletzt worden sind, ist auf Grund der positiven Vo schriften zu entscheiden, nicht aus einem einseitigen Urteil der Gemeinde über den Geist der Kirchenordnung. Auf Grurd der Kirchenordnung hatte die Gemeinde das Recht, einen der Landeskirche nicht angehörigen Geistlichen zu wählen. Das Konsistorium hat nach dem Kirchengesetz die Aufgabe, festzustellen, ob der Geistliche für den Dienst der Lundes kirche geeignet ist; diese Fststellung hat durch das Kol'rg uum zu ersolgen, falls das Konsistorium nicht bereits anderweitig hierüber ausreichend unterrichtet ist. Die Abhaltung des Kollequiums bietet daher keinen Grund zur Beschwesde, und in diesem Falle umseweniger, als das Konsistorium, wie es berichtet, mit der Abhaltung des Kolleg uiums an der von ihm bisher in allen derartigen Föllen beodachteten Geflogenheit f.stgehatten hat. Ebenso wenig ist zu bearstander, daß das Konsistorium sein Augenmerk auch auf die Stillung des euswärtigen Geistlichen zum Bekenntnis der Landeskirche richiet. Ein Geistlicher, welcher mit dem Bekenntnis der Landeskirche in Widerspruch steht, ist zum Dienst in ihr eben nicht geeignet. Wenn die Gemeindevertretung geltend macht, es handle sich um einen bewährten Geistlichen einer andern Lundeskirche, bei dem die Erforschung des Bekerrtnisses nicht angemissen sei, so zeigt sie, daß sie über die in dieser Be zietzung maßgebende Rechtslage nicht hinreicher d unterrichtet ist. Die Beürchtung einer Gefährdung der Eirheits bestrebungen der deutschen Landeskirchen durch Abhaltung eines Kollequiums ist unbegründet, urd durch die Erwägung, daß diese heitsbestrebungen u ter dem ausdrück lichen Vorbehalt der Wahrung des Bekenntnisstandes der einzelnen Landeskirchen stehrn, widerlegt. Die Behauptung der Gemeindevertretung, deß vor der Urteilssprechung auf die Mitglieder des Konststoriums mit Schrift stückeu eingewirkt wurde, detuiffs deren jede Nack prüfung auf ihren inneren Wert und ihre äußere Beweiskraft ausgeschlessen war, muß als völlig grundlose Ver mutung entschieden zurückgewiesen werden. Die Einleitung eines Bestätigungsverfahrens, die das Konsistorium vor gevommen und wozu is den Provinzial=Shrodal=Vorstand einberufen hat, ist ein Fehler des Verfahrens und zugleich auch eine Unbilligkeit gegen Pfarrer Cé ar, insofern, als er einer Beurleitung unterstellt wurde, der er als Geistlicher einer anderen Landeskirche nicht unterstand. Trotz dieses Verstoßes konnte der Oberkirchenrat der nahe liegenden Erwägung, die Sache an das Konsistorium zur ückzuweisen, keine Folge geben. Der durch das Kolloquium festgestellte Tatbestand hat dem Oberkirchenrat auch keine Veranlossung gegeben, das Urteil des Konfistoriums aufzuheben und die„Geeignetheit“ des Pfarreis César auszusprechen, obwehl das Konsistorium dem Pfarrer César keine Gelegenheit gegeben hat, daß er über seinen Glauben und dessen Verkündigung pesitiv sich aussprach. Damit hängt zusammen, daß die Fragen nach Glauben und Bekenninis vorwiegend in der Fassung der auch in der kirchlichen Lehre schon theologisch bedingten Formulierung des Glaubens gestellt worden sind, während bei Prüfung des Bekenntnisstandes zu ermitteln war, ob Pfarrer Césor sich zu dem Glauben an Jesur stus, den eingeborenen Sohn Gottes, als den von Gott uns gegebenen alleinigen Mittler des Heils bekennt und ihn in seinem Leben, Sterben und Auferstehen als den einzigen Grund unseres Heils der Gemeinde verkündigt. Wie an diesem Bekenntnis als einem untedingten Erfordernis für die Anstellung als Gestlicher in der Landeskirche mit Eatschiedenheit festzuhalten sein wird, so hat andererseits der Oberktrchenrat wiederholt ausgesprochen, daß eine Bindung an die in den Bekenntnisschriften überlieferte theologische Form des Glaubensinhalts nicht gesordert werden kann. sofern jede Aergernis gebende Polcmit dagegen vermieden wird.“ Der Oberkirchenrat ist mithin, wie wir dies erwartet hatten, in der Sache auf die Seite des Konsistoriums in Münster getreten; dagegen hat er an dem vom Kor sistorium beobackteten Verfahren einiges auszusetzen. An der Nichtbestäti gung der Wahl des Pfarrers Célar wird dadnich nichts geändert. Wie die„Rhein. Westf. Zeitung", die den Erlaß des Oberkirchenrats „widerspruchsvell“ nennt, mitteilt, wird sich die Gemeindevertrelung von Reinoldi bei diesem Ertscheid nicht beruhigen. ** * Nachträglich erhalten wir aus Dortmund den vollen Wortlaut der Entscheidung des Oberkirchenraté. Wegen der guaßn Bedeutung der Sache sill auch er den Lesern mitgeteilt werden. Da das Altenstück ziemlich umfangreich ist, wird dies inbessen nur stückweise in mehreren Zeitungsnummern geschehen können. Wer ist Rassuli? Aus Tanger vom 13. Nov mber wird der„Welt Korresponden; geschrieben: Roisuli, der mehr und mihr das ganze Weik von Algeeras gefäh det und zur Zeit die wichtigste Pirsönlichkeit von Marokko ist, verdiente es, daß man seiner Herkunft nachfragte, und so erfährt man jetzt, daß er eigentlich gar nicht R iuli, sondern Muley Achmed Errisuni heißt, daß er ein direkter Nachkomm: von Muley Ideis ist, dem ersten Souverän des Maxreb(788 v. Chr.), der seinerseits von Lalla Faima Zooa, der Tochter des Peopheten, abstammt. Einer seiner Vorfahren zeichnete sich in der Schlacht gegen die Portugiesen 1578 aus und erhielt das Gebiet, wo das Schlachtfeld lag, zur Belohnung. Andere Vorfahren waren berühmte Gelehrte und Heilige, Raizuli ist also ein anthentischer Scheeif, und seiner Sekte getört son ar Si Teires an, die sonach in ihm sein geistliches Oberhaupt zu verehren hat. Mao hat dies auch schon als einen der Grürde für seine offenbare Nachsicht gegen N. i ulis Gebahren angeführt. In der vergangenen Woche haben Reisuli und sein Bruder Khalif genug ron sich hören lassev. Seine Bestätigung zum Gouverneur von Arzila seitene des Sultane ist zwar noch nicht ein getroffen(se ist, wie inzwischen telegrephisch gemeldet runmehr erfolg“. D. R.) doch tritt er weiterhin als so'cher auf und hat von den erhobenen Steuern 15000 Pesetas an den Sultan geschickt, dazu einen Brief mit der Auffe derung, er möze ihm die Sorge für die Sicherheit an der ganzen Küste von Tanger bis Mogador übertragen und sich der Organisation einer internationalen Polizei widersetzen. Man darf nicht mehr daran zweifeln, daß sich Raiuli Fork genrg fühlt, Europa trotzen zu können, und im übrigen bereitet er durch Verhandlungen mit be freundeten Kabylen. durch Organisation von Truppen und Ankauf von Pferden den etwaigen Kompf vor. Dieser Mann(gesprochen wird sein Name Ra i=suli) wird also vermutlich den Mächter, ins besondere Frankreich und Spanien, noch viel zu schaffen machen und ihnen manche harte Nuß zu knocken geben. Politische Nachrichten. Aus dem Deutschen Reiche. Berlin, 22 Nevember. Der Kaiser ist heute abend in Kiel eingetriffen und hat sich dort an Bord der „Deutschland" begeben. Ein bezeichnendes Wort der Kaiserin wird der„Tägl. Rundschau" von woblverbürgter Seite aus den Kaisertagen in München mitgeteilt. Wie bereits berichtet, besuchte die bohe Frau trotz der sehr knapp bemessenen Stunden auch mehrere Wohltätigkeitsanstalten, darunter das Gisela Kinderhospital. Als die Kaiserin vor Verlassen des Hauses ihren Namen in das Gästebuch eintragen wollte, kam aus der off nen Tür ein ziemlich lebbafter Kinderlärm. Sofort wollte man die Tür schließen. „Bitte, lessen Sie das!“ wehrte die hohe Frau:„Eine Mutter, die selbst sieben Kinder großgezogen hat, hat auch gelernt, während des Kinderlärmes zu schreiben.“ Die Tür klieb offen. und die Kaiserin trug ihren Namen in das Buch ein. Von dem urgemein volkstümlich liebenswürdigen Auf treten der Kaiserin in Mürchen ist überharpt alles ertzückt und begeistert. Für„unsere Kaiserin“, schwärmt tatsächlich ganz— Mürchen Die A.kunft König Haakons von Norwegen in Berlin ist nunmehr auf den 15 Bezember fstgesetzt. Es soll derselbe feie liche Empfang wie beim Besuch des dänischen Köngspaares stattfinden. Die Meldung, Prinz Eitel Friedrich sei as Regent von Braunschweig in Aussicht genommen, wird sehr entschieden als grundlos bezeichret. Die Ernennung des neuen Landwirtschaftsministers wird nunmehr auch offiziell bekannt gegeben. Der Bundesrat hat, wie ein parlamentarischer Berichterstatter meldet, die Vorlage über den Bau der Eisenbahn Kubub= Keetmanshoop angenommen. Kardinal Kopp reist heute nach Rom ab. Das Befinden des Ministerialdirektors Dr. Althoff hat sich leider bedenklich ver schlimmert. De angekündigte Denkschrift des Kolonialdirektors über die deutschen Kapitalsinteressen in den deutschen Schutzgebieten ist dim Reichetage zu gezangen. Sie behandelt G öße, Stand und Rintabilität der deutichen kolonialen Isteressen mit Ausnahme vor Kiautiaon. Auch das Zentrum hat seine Interpellation über den polnischen Schulstreik heute beim Reichstage eingebracht Sie geht unter dem Namen Graf Houp'sch und Genossen und lautet:„Ist dem Heren Reichskanzler bekannt, daß in preuß schen Volksschiln Kindern deutscher Reichkangehöriger die Erteilung des Religions= unterrichts in ihrer Muttersprache vorerthalten und daß Für sorgeerziehung gegen Kinder angeordnet wird, welche im Religionsunterricht nicht in deutscher Sprache geantwortet haben? Was gedenkt der Hur Reichskarz'er zu tun, um diese mit den reichsgesetztichen Vorschriften in Widerspruch stehenden Eingriff= in das Recht der elterlichen Fürsorge für die Prson des Kindes zu verhindern?" Neue Erwerbungen der Ansiedelungskommission. Die Anfiedelungskommission erwarb in jüngster Zeit im Kreise Znin zwei Güter von 850 und 555 Heltar (Mucyr und Kierschkowo), im Kreise Wirsitz ein Gut von 218 Hektar(Schliepershof). im Kreise Gnesen ein Gat von 214 H kar(Kletzko), endlich im Kleise Kulm einen Keug(Patewitten). Die G semisumme des erworbenen Besitz's beläuft sich auf 1337 Hiktar. Die Vorbesitzr waren Deutsche. Einer in Hamburg vorliegenden Blättermeldung aus Helgoland zufolge verlautet dort neuerdings, daß das ganze Oberland von der Reichsbehörde angekauft werden soll, um mit 30 5 Zentimeter Kanonen bestückt zu werden. Eine in letzter Zeit vorgenommene amtliche Untersuchung habe ergeben, daß die Z itusgs= berichte über eine Abbröckelung der Jusel übertrieben seien. Der Fels sei im Innern sehr hart und widerstandsfähig.(Eine Bestätigung der Meldung an unter ichleter Stelle war bisher nicht zu erlangen.) Posen, 22 Nov. Im Tezember findet in Prsen eine„polnische General= versammlung" betriffs des polrischen Religions unterrichts statt. Dabei wird eine Petion an den Papst abgesardt werden. Balizische Polenblätter melden, man erwarte eine päpstliche Kundgebung betr ff: des polnischen Religiorsunterrichts in Preußen. Aus dem Auslande. Wien, 22. Novdr. Das Abgeordnetenhaus lehnte gestern in später 2 bendstunde den Antrag Tollinger, der das Pluralitätswahlrecht verlangt, mit 201 gegen 143 Stimmen ab und nahm alle roch übeigen Anträge, auch über die Wahlpflicht, nach dem Ausschuß entnuef an. Frankreich. Die tadital sozialistische Lioke der Kammer hat ihe Verschmelzung wit der kleinen Gruppe der radtkal soziolistischen äußersten Linken vollzogen. Die gesamte Faktion zählt 173 eingeschriebere Deputierte und veisnel uber 17 Stimmen im Vertrauensmännerlonrest der Mehrheitsparteien.— Das Ministerium des Aeußern erklärt die Nochricht eines hiefigen Morgenblattes über das Bestehen einer sranzöstsch=englischen Konvention für unrichttg— Nich Bätte meldangen soll das Mieisterium der Arbeit im erzbischöflichen Palais untergebracht werden, welches am 12. Dezember vom Ezbischof gerä#mt werden muß. Petersburg 20 Noodr. Witte und Durnowo, die von Amtswegen von den Dumawahlen 1906 ausgeschlossen waren, wurden in die Wählerlisten des Petersburger Admiralitätsstal tteils als Hauebesitzer aufgenommen. Verschiedenen Anzeichen nuch deabsichtigt Wtie, sich in das fortschrittliche Liger zu schlagen. Gibraltar. 22 N v. Bier Kompagnien der in Amgecras stehenden spanischen Infanterietruppen erhielten den Befehl, sich marschbereit zu halten, um im Bedarfsfalle nach Marokko abzugehen. Tanger, 21. Noobr. Die Milizsoldaten, die heute mit einem Beatreter Rusulis von die sem nach Arzilla entsandt waren, plünderten mehrere Läden von Juden und versetzten die Bevölkerung in Aufregung. In Arzila wird neuerdings eine Schreckensherrschaft ausgeübt. New=York, 21. Nov. Der Zuckertrust wurde der B rletzung des Trustgesetzes für schuldig erklärt. Kirche, Schule und Mission. (Ein erster preußischer Fortbildungsschultag) wird am 29. und 30. Dezember d. J. im Festsaale des Motiv harses zu Charlottenburg, Hardenbergstr. 6 stattfinden. Am 29. Dezember wird nachmittags 3 Uhr eine Vertreterversammlung und am 30. Dezemder, vormittags 9½ Uhr, die öffentliche Haupt versammlung abgehalten werden Auf der Tagesordnung der letzteren stehen: 1. Begrützung. 2. Der gegenwärtige Stand des preußischen Fortbildungsschulwesens und die sich daraus ergebenden Forderungen für die Zukunft.(R fer.: Direktor Freier, Breslau.) 3. Fortbildungsschule und Handwerk.(Reser.: Dr. Roehl, Syidikas der Berliner Hindwerkskaumer.) Anmeldungen werden erdeten an die Adresse des Schriftführers: Fortbildungsschullehrer Nerger, Czarlottenburg, Fritschestraße 73 — Eine Teilnehmergebühr wird nicht erhoben. Das Versammlungslokal— Motiv= haus, Charloitenburg, Hardenbergstraße 6 — liegt in der Nähe der Untergrundbahnstation„Knie" und der Stadtdahnstation „Zoologischer Garten.“ Hotelwohnungen werden nur auf Wunsch nachgewiesen durch Fortbildungsschu llehrer Raatz Charlottenburg, Kirchstraße 12 Nich der Hauptversammlung findet ein zwangloses Mittagessen(Gedeck 2 Mark) in der Wein=Abteilung des Motivhauses statt. Das Bureau der Versammlung ist am 29 und 30. Dezember von 9 Uhr morgens ab im Motivhaus geöffaet. Aus dem Umsturzlager. (Sozialdemokratisches Mundheidentum.) In der„Leipziger Volkszeitung“ ist zu lesen: „Seit vor ger au 58 Jahren das Plappervolk der preußischen Nationalversammlung vor Wrangels Grenadieren auseinanderlief, bis zu den Tagen, da der Kolonialsoldat Deim. ling mit Landknechtsallüren die Reichsboten brüs. kierte, hat der deutsche Bourgeoisparlamentarismus noch immer vor dem Militarismus gehorsam gekuscht. Auch das erklärt sich aus dem Werdeprozeß des deutschen Parlamestaritmus; von Bajonetten umgitteit, gedieh er ja als bleiches Wetterpflänzlein in steter Angst vor der Arbeiterklasse. Eben deshalb ist auch die bürgerliche Klasse nicht imstande und ist es die geschichtliche Aufgabe des Proletariats, einem System den Garaus zu machen das historisch überlebt und deshalb nicht des Anspuckens wert ist.“ Das„Plappervolk" der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion wäre gerade die richtige Gesellschaft, der heutigen Staatsordnung den „Garaus“ zu machen. Wenn nur die Staatsgewalt richtig und energisch gehandhabt würde, dann würden die roten Mundhelden sich bald ebenso aus dem Staube machen, wie das Plappervolk der Nationalversammlung. An einer anderen Stelle schreibt das Leipziger Sozialistenblatt: „Aber je ruhiger die Regierung der Opposition von dieser(liberalen) Seite entgegensehen mag, desto gewaltiger wird die Empörung der miß handelten Massen von der anderen Seite her über sie hereinbrechen. Die Sozialdemokratie wird der Regierung nichts scher ken und vor der gesamten Nation ein System an den Schandpfahl nageln, dessen Kennzeichen politische Unfähigkeit und wirtschaftliche Ausraubung sind. So werden die kommenden Etatsdebatten ein weithin leuchtendes Fanal für die deutsche Arbeiterklasse sein, sich zu rüsten zu den Wahlkämpfen, die immer näher heranrücken und die diesem ruchlosen System einen vernich tenden Stoß versetzen müssen.“ Es wird sich jr finden, ob der nun durch Entschädigungsgelder gestärtte Reichstag sich noch weiter den Mißbrauch seiner Tribüne zu roten Hetzreden wird gefallen lassen. Aus den Parlamente## Deutscher Reichstag. 123 Sitzung vom 22. November 1906, 1 Uhr. Der Reichstag führte am Donnerstag die zweite Lesung der Novelle zur Gewerbeordnung(Ersatz für den Befähigungsnachweis im Baugewerbe) zu Ende. G heimrat Dr Münchgesang legte dar, was bisher in Pieußen zum Schutze der Biuarbeiter geschehen sei, bat aber, die sozialdemo kratische Resolution abzulehnen. Gegen diese Resolution wandte sich auch Adg. Erzberger(Ztr.). Abg. Herbert(Soz.) glaubte, man wolle das Handwerk durch den Eatwurf in spanische Stiefel schnüren. Geheimrat Dr. Francke teilte mit, es werden statistische Echehungen veranstaltet, um die Zihl der handwerksmäßig ausgebildeten Arbeiter in industriellen Betrieben zu ermitteln. Abg. Hilpert(bayr. Bauernbund) empfahl die Annahme der Vorlage. Abz. Malkewitz(koas.) verwahrte sich gegen die Unterstellung des Abg. Werner, er habe auf dem Handwerkskammertage zu Köln in der Frage des Befähigung= nachweises eine andere Stellung eingenommen als hier im Reichttage. Staatssekretär Graf Posadowski bidauerte, daß der Inhalt der dem Hause noch nicht unterbreiteten Vorlage des kleinen Befähigungsnachweises die Diskussion weitgehend beherrscht habe, fügte aber hinzu, das Streben nach korporativim Zusammenschlusse liege im Blute des deutschen Volkes und könne auch dem deutschen Handwerke nicht virargt werden. Nach weiteren Reden der Abgg. Pauli(kons.), Gothein(frs. Bag) und Ehrhart(Soz.) schloß die Besprechung; die Vorlage wurde in der Fassung der Kommissionsbeschlüss: angenommen Darauf begann die zweite Lesung des Eatwurfs über das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie. Eine lange Reihe von Paragraphen wurde nach den Kommissionsvorschlägen ohne längere Erörterung angenommen. Darauf trat Vertagung auf Freitag 1 Uhr ein, Gericht und Rechtsorechung. Bielefeld, 20 Nov.(Strafkammer.) Wegen umfangreicher Wechselfälschung hatte sich heute vor der Strafkammer I des hiesigen Landgerichts der Kolonsohn und Pferdehändier H. G. von Bischoffthagen zu verantworten, eben jener Mann, der noch am 22. August d. Is. wegen umsangreicher raffinierter Betrügereien von derselben Strafkammer zu einer Gesamtstrafe von 2 Jahren Gefängnis verurteilt worden ist.— Der Gerichtshof vermochte nur sechs Fälle schwerer Urkundenfälschung festzustellen und zwar in idealer Konkurrenz mit voller deten Betrugs in 1 Falle und versuchten Betrug in 3 Fällen. Das Urteil vom 22. August d. Is. wurde eingezogen und der Angeklagte einschließlich dieses zu einer Gesamtstrafe von 8 Jahren Gefängnis verurteilt. Im übrigen wurde der Angeklagte freigesprochen.— Damit hat aber G. sein Konto noch nicht beglichen, denn er wird sich demnächst noch wegen anderer strafbarer Hardlungen vor der Strafkammer verantworten. Lokales und Provinzielles. Bieleseld, 23. November. (Die Kaisermanöver im Jahre 1907) finden nach nunmehr ersolgter Bestimmung des Kaisers beim 7. und 10. Armeekorps statt. Jedes Armeekorps wird um eine Division verstärckt werden. (Die Zeitungen werden teurer.) Der Verein deutscher Zeitungsverleger hat in einer in Berlin abgehaltenen Versammlung eine Resulution anzenomnen, der zufolge wegen der tarifmäßigen Erhöhung der Arbeitslöhne usw. die große Mehrzahl der deutschen Verleger vor die Notwendigkeit gestellt ist, eine Erhöhung der Preise für Abonnements und Inserate eintreten zu lassen. F.(Vortrag.) Im großen Szale des Evangel. Vereinshauses sprach am Dienstag abend Fräulein Paula Müller aus Hannover, die Vorsitzende des Deutsch Eoangelischen Frauenbundes, über die„Notwendigkeit der Beteiligung der gebildeten Frau an den sozialen Aufgaben der Gegen wart“. Ihre Ausführungen waren klar und triffend, dabei in hohem Grade interessant und fesselnd. Sie spcach davon, daß, bei der großen Bedeutung der Frauenbewegung, doch eigentlich anzunehmen sei, daß jede Frau sich in irgend einer Weise daran beteilige. Dem sei aber nicht so, denn zirka 300000 deutscher Frauen, die sich heute mit sozialen Aufgaben beschäftigen, steht die Riesensumme von zirka 20 Ml erwachsener Frauen, die die letzte Zählung in Deutschland ermittelt hat, gegenüber. Und doch bedürfen wir dringend der weiblichen Kräfte für die soziale Reform. Seit Jahrzehnten ringt die Arbeiterkloss: um bessere Daseinsbedingungen. Dies Ringen hat für jeden Menschen etwas Ergreisendes. Zveif llos hat die Regierung in den letzten 25 Jahren viel zur Verbesserung des Loses der Arbeitenden getan. Die Vortragende wies dann hin auf die Wiederkehr des 25. Jahrestazes der Botschaft Kaiser Wilhelms I. Diese Botschaft habe Wilhelm II durch seinen jüngsten Erlaß wiederum aufgenom nen und neu bekräftigt. Wie aber soll sich nun die Frau zu dieser sozialen Resorm stellen? Ihr fallen viele Aufgaben dabei zu. Um thnen gewachsen zu sein, bedarf sie einer sorgsättigen Schulung, damit nicht ein Diletantismus Platz greift, der die ganze Arbeit als eine Art Sport betreibt oder der gelegentlich ein paac interessante Gefohrungen in Weisenpflege oder Fürsorge machen will. Der Deutsch=Edangel. Frauenbund hat vor einem Jahr in Hannover eine soziale Schule zu gründlicher theoretischer und praktischer Ausbildung für berufliche und ehrenamtliche Tätigkeit gegründet. Mit dieser Schule sind sehr gute E.fahrungen gemacht worden. Ihr B ist dringend zu empfehlen. Ausgerüstet mit einer solchen Vorbildung wird die Feau imstande sein, ihren arbeitenden Schwestern beizustehen. Dies kann auf dreierlei Weise geschehen. 1. Indem wir zur Schulung der Arbeiterin beitragen, 2 indim wir unseren Eir fluß dahin geltend machen, daß Gesetze zu Gunsten der Arbeiterinnen neugeschaffen beziehungsweise ergänzt werden, 3. durch Erziehung zur Seldsthilfe. Auf allen Gebleten wird die gelernte Arbeiterin bessere Lebensbedingungen erreichen. Darum gilt es durch Eerichtung von Fortbildungsschulen, durch Anstrebung der obligatorischen Fortbildungsschulen, auch für weibliche Lehrlinge, den Arbeiterinnen eine b ssere Vorbildung zu verschaffen. Die Ausstellung von Arbeiten der Heimarbeiterinnen in Berlin, bei deren Vorbereitung die Vortragende helfen dur fte, hat die Notwendigkeit gesetzlicher Maßregeln zum Schutz dieser bedauernswürdigen Frauen aufs unwiderleglichste dargetan. Wir Frauen sollen den mächtigen Faktor, der uns zu Gebote steht, die öffentliche Meinung benutzen, um das Los der Heimarbeiterinnen auf gesitzlichem Wege zu verbessern. Endlich sollen wir die Arbeiterinnen zur Selbsthilfe erziehen, dadurch, daß wir helfen sie zu organisieren. Dieser Gedanke geht manchem schwer ein, er meint, die Ansprüche der arbeitenden Frau würden dadurch immer größer. Das mag sein, aber heute handelt es sich nicht mehr um die Frage: soll die Arbeiterin organisiert werden oder soll sie es nicht? Sondern um die Frage: soll die Arbeiterin von bürgerlichen, christlichen Kreisen aus oeganisiert werden, oder von der Sozialdemokratie? Wir christlichen Frauen kommen spät zu diesem Werk, hoffen wir nur noch, daß es nicht zu spät ist! Jede Frau, die in ernster Weise, mit Einsetzung threr ganzen Persönlichkeit, an den Aufgaben der sozialen Reform arbeitet, wird damit Kulturwerte schaffen, jr Ewigkeitswerte. Damit schloß die Vortragende. Der enorme Andrang, namentlich von Frauen, und die gespannte Aufmerksamkeit, womit die Aufführungen angehört wurden, bewies, wie sehr das Interesse an der Frauenbewegung hier in den letzten Jahren zugenommen hat. (Die Vereinigung der Milchproduzenten) hielt am letzten Dienttag ihre dies jährige Generalversammlung ab, welcher von den 275 Mitgliedern 225 erschienen waren. Herr Molkerei=Jaspektor Reimers hielt einen interessanten und lehrreichen Vortrag über sach zemäße Kühlung und Reinigung der Milch unter Vorfüh ung eines schwedischen Wattesilttierapparates, der imstande ist, sämtliche Schmutz eilchen aus der Milch zu entfernen, und sie hervorragend für den direkten Gebrauch geeignet zu machen. Dieser Vortrag wurde mit großem Interesse ausgenommen und veranlaßte den größten Teil der Busammlung, diesen Reinteungsapparat anzuschaffen. Hieran schloß sich eine Besprechung üder Milapreise, welche im Verhältn sse zu den übrigen Niyrungsmitteln zu gering und die Produktionskesten nicht decken, da die Milchkühe in den letzten Jahren cr. 60% teurer geworden; auch die Löhne und Futtermittel bedeute:d gestiegen sind. Die Versammlung beschloß mit absoluter Einstimmigkeit den Preis für die Milch vom 1. Dezember ab um 2 Pfg. per Liter zu erhöhen. (Auslosung der Geschworenen.) Zu der am 10. Dezember unter dem Vorsitze des Herrn Landgerichtsdirektor Greiff beginnenden Schwurgerichtsperiode sind nachstehend aufgeführte Geschworene heute ausgelost: 1. Wilzelm Bitter, Fabrikant in Bielefeld, 2 Heinrich Volkening, Kolon in Ilvese, Amt Lahde, 3. Otto Lücking, Fabrikant in Oeynhausen, 4. Wilhelm Brügzemann, Oberlehrer in Rietberz, 5. Fritz Tintelnot, Kuufmann in Vlotho, 6. August Stahlberg, Rentner in Herford, 7. Fritz Osterwald, Fabrikant in Enger, 8. Friedr. Wenker, Kolon in Alswede, 9. Friedrich Binke, Kreisausschuß. Sekretär in Bielefeld, 10. Withelm Erytropel, Rentner in Lübbecke, 11. Friedr. Sudfeld, Kaufmann in Werther, 12. Rudolf Geebe, Kaufmann in Gütersloh, 18. Ernst Wolpers, Kaufmann in Bielefeld, 14. Alex Trappen, Baumeister in Bielefeld, 15. Jürgen Meyer, Fabrikant in Ennigloh, 16. Heinrich Blankenstein, Kolon in Holzhausen, 17. Hans Muermann, Kaufmann in Minden, 18. Wilhelm Kiel, Vorsteher in Olding= hausen, 19. Johann Meier, Sattelmeier in Olding= hausen, 20. Heinrich Mohme, Landwizt in Uffeln, 21. Hermann Brand, Vorstiher in Herringhausen, 22. Jugust Peters, Schlachtermeister in Minden 23 Bernhard Elmendorf, Fabrikant in Isselborst, 24. Karl von Laer, Landwirt in Oberbehme 2o. Theodor Niermann, Kaufmann in Friedrichs, dorf, 26. Ernst Hessing, Fabrikant in Bünde, 27. Robert Schlichte, Fabrikant in Steinhagen 28. Ernst Ferner, Kaufmann in Ocynbausen, 29. Felix Kirchhoff, Kaufmann in Minden, 30. Meier August Kattenstroth in Kattenstroth. (Stadttheater) Romeo und Julia von W. Shakespeare. Niemals ist das Morgenrot der ersten Jugendliebe, ihre Seligkeit und Treue bis zum Tod in so erhabener Verklärung zur Darstellung gebracht, als in dieser schönsten Tlagödie des Dichters, der„mondbeglänzten Laube voll migischer Süßigkeit der Porsie, dem Allerheili sten Shakespearischen Genius“, wie sie von einer freifinnigen englischen Interpretin genannt wird. Es ist begreiflich, daß der Heldin der Stücks im besonderem Maße unser Interesse sich zuwendet, hat doch der große Dramatiker es wie kein anderer verstanden, das Weib in der natürlichen Güte und Schönhe.t seiner Gefühle zu zeichnen. Den Kern Luise Charlette. Historische Nooelle von Ilse=Dore Tanner. 4](Nachdruck verboten.] „Ist der Marquis von allem genau unterrichtet?“ fragte Wanda Kurowska den Hauptmann Baron Faviole. „Ja, und er hat mir an Euch,„an die schönste aller Frauen“, wie er sich ausdrückte, die allerdevotesten Kon p imente aufgetragen und läßt Euch sagen, daß er Eurer Klug heit und Eurem Ein fluß auf Luise Char lotte vertraut und mit mir hofft, daß diese weiße Stirn," dabei fuhr er liebkosend mit der Hand über die Stirn der Gräfin,„bald der Brautkranz schnücken wird." Faviole wollte noch etwas hinzusetzen, aber das Geräusch rahender Schritte ließ ihn aufhören; er ging schnell, mit lauten, festen Tritten den Korridor herunter, während die Hof same die Treppe zu ihr.n Zimmern emporhuschte Raoul Fav'ole, eigentlich ein Franzose von Geturt, war schon seit einigen Jahren in des Kurfürsten Dienste getreten und hatte sich durch sein gewandtes, hofn ännisches Be nehmen, persönlichen Mut, Schlagfertigkeit und witziges Parlieren so in der Gonst des hohen Herrn befestigt, daß er ihn selbst nicht fallen ließ, als schon allerlei Gerüchte von des Haup manns übergroßer Spielleidenschaft und vielen galanten Abenteuern an sein Ohr gedrungen waren. Faviole war eine schöne männliche Er scheinung mit schwarzem Haar und Bart und sudländtsch lebhaften, zärtlichen, dunklen Augen— kein Wunder, daß er in dem Rufe stand, ein ganz gefährlicher Frauenkenner und Besieger zu sein. III. Es fiag an, Abend zu werden. In den Zimmern des Schlosses hatte man schon die Fenstervorhänge zugezogen und die Kerzen angezündet, während der ehrsame Rat von Berlin es noch nicht für nötig befunden hatte, die lichtspendenden Oellaternen leuchten zu lassen. Luise Charlotte saß in ihrem Zimmer, die Hände im Schoß verschlungen und wartete klopfenden Hrzens auf den Besuch des polnischen Abgesar dien. Die Gedanken der jungen Fürstin wanderten dabei unaufhörlich. Sie dachte an das kurze Glück, das ihr an der Seite Markgraf Ludwigs beschieden gewesen, an die langen, trotz aller ihr erwiesenen Freundlichkeit, trotz zallen Prunkes doch einsamen Jahre, die sie seit dem Tode ihres Gemah's am Hofe des Kurfürsten verlebt, und an die neue Ent scheidung über ihr feratres Schicksal, die trotz alles Aufschiebens doch über kurz oder lang an sie herartreten würde. Wenn sie nur jemand gehabt hätte, dem sie unbedingt vertraute! Jemand, den sie hätte um Rat fragen können! Zwar hatten der Kurfürst und seine Gemahlin sich ihr stets freundlich erwiesen, aber wirklich ihrem Herzen nahe standen sie trotzdem nicht. Wanda Kurowska, die ihr besonders zugeteilte Hofdame, war liebens würdig heiter und übte mit ihrem selt ständigen, stolzen Charakter einen gewissen Einfluß auf Luise Charlotte aus, deren Charakter wich und unbeständig war, aber unbegrenztes Vertrauen hatte sie auch zu ihr nicht fassen können. Die einzige, deren mätterlichen, wohlwollenden Rat sie geine zuzeiten geholt haben würde, war die Oberhosmeisterin der Kurfürstin, Gräfin ron Bannedorf, eine würdige, freundliche alte Dame, die aber von anderer Seite so viel in Anspruch genommen war, daß Luise Czarlotte sich in ihrer Bescheidenheit gar nicht getraute, sie auch noch mit ihren Angelegenheiten zu behelligen. Jetzt klopfte es leise an die Türe, und ohne noch das„Herein“ abzu varten, öffnete Gräfia Kuroweka dieselbe und trat in das Zimmer der Markgräfin, einer hohen Männergestalt gleichzeitig Einlaß gewährend. Gleich darauf verließ sie wieder das Gemach, um, in der Nähe bleibend, ein wachsames Auge darauf zu haben, daß jtzt kein Unbesugter Zutrin zu Luise Charlotie erlange. Der Starost Bielinzky, ein schöner, kühn und klug aussehender Mann in mittleren Jahren, schlug den langen, dunklen Mantel, der seine Gestalt verhüllte, zurück, so daß die prächtige, goldverschnütte polnische Magnatentracht darunter sichtbar wurde, eing schnell auf die Prinzessin zu und führte, das Knie ver ihr beugend, den Saum ihres Gerandes an seine Lippen. „Ich grüße Euch, allergnädigste Fürstin, holoseligste aller Frauen, deren Scönheit mein Auge blendet wie die Strahlen der aufgehenden Sonne die schlummernde Erde. Ich lege die Krone Großpolens, das Wohl und Wehe meines stolzen Volkes, das Herz Prinz Jakobs von Polen in Eure zurten Hände,“ sprach er pathetisch, einen Beies in der Prinzessin Hände legend. (Fortsetzung folgt.) und das Wesen aller finden wir bei Sha Erscheinungen dargeste und ed-l, in Pordika linde scherzhaft, in De Ophelia schwärmisch, In Julia fiaden wire gewissermaßen vereinig Liebe ist von idealer zugleich festeste Band; innersten Wesen für und in einander die id natur erblicken.„Wihat, noch ehe man sag schnell und unwidersteh die lodernde Flamme, ahnen, ohre ihr jedo Tragisch aber wird diest an zugleich rücksichtsloss L idenschaftlichkeit hat Erhabenheit, denn in edte Männlichkeit und mit Riesenschritten zur ist doch zugleich eine E der sittlichen Notwendiheilige Recht des Fan sichtslosen Leidenschaft ebenso leidenschaftliche Daraus entwickelt sich die Sünde der Eltern durch diese wieder an! Es ist in der Tat eine se werte Aufgabe, so idea rischer Phantasie Leden Der mäßine Zuschaue kaum, wilche Mühe das ersordert, welcher Schu des Geist s ersorderlich der Kunst gerecht zu von Herrn Saltenburg Mittwoch verdienen ho sichtlich des Mienen u. dramatischen Gestallung durchweg maßvollen S: übrigen Mitoirkenden Hauptpersonen argeme wur den mit großem B verdienten. Die Jaszen und stimmungsvoll. (Stadtiheater.) sich ein alter Bekann Thilo v Trotha's 4 akti Für Bescheidene eine Mädchen ein reizendes schön wie in einem M das pikante Thema, n wüchsige Nalürlichkeit ub einer verderbten Hoskam Stück ist mit viel techni kann immer noch in wande einem Haus vo gnügten Abend bereiten Schade nur, daß auchs tüchtige und flotte, fri wieder Frl. Challon, n auch nicht verlangt. Frl Elisabeth und Frl. v. Wallberg. Herr Berned keine Rolle, in der er konnie, wenn er auch auf die Bühne brachte. risierte aber seinen Kan gut und Herr Straßme der beste Vertreter der H unsicher schien er zu sein Fürsten glaubhaft und die übrigen nach Kräft flotten Spiels beitrugen. bewährten Händen des selbst. (Aus dem Theate schrieb n:„Zriny“,: Körner kommt am Son zur Aufführung. Das ge von L yer und Schweit, Vaterland gefallenen K allzuoft auf dem Spielpl und wied gewiß hier selbst Din Helden Ziiny spie Stück erscheint in bester den Dicektor Norbert Bei tag, 25 Nov.(Totensonn Schauspiel„Preciosa“ Ma ia von Weber gegebder Gesangverein„Gemi wirkung zugesagt. Monta Lustspiel„Im weißen nächste Zeu steht auch ein Künstlerin Frl. Thea: sicht und sind die Probe Gange. m(Der Handel Kränzen) ist am S vember d. I.(Toten Uhr vormittags bis 7 gestattet. m.(Biehzählun d I si det eine auß der Pferde, des Rind## der Schweine statt. zeitig darauf aufmerk Biehzählung nicht zu lichen Zuecken erfolgt. Aus den Kreisen Mi Minden, 23. N Zielübungen.) B# Komvagnie des Regim der Nederlande am H Nachmittag der Muskei Unvorsichtigkeit von d Platzpatrone nicht uner daß indes zurzeit## Das Geschoß hat das welches infolgedssen du entfernt werden mußte, der Stirn senkrecht in ohne jedoch das Stirnb und hat auf der M Köepr wieder verlassen werte Uasall beweist und das Wesen aller ächter Weiblichkeit, die Liebe, ainden wir bei Shakespeare in mannigfaltigsten Erscheinungen dargestellt: In Porcia ist sie rein und ed-l, in Pordika süß vertrauensvoll, in Roselinde scherzhaft, in Des demona hingebend, treu, in Ophelia schwärmisch, zärtlich, in Helena glühend. In Julia finden wir alle diese Erscheinungsformen gewissermaßen vereinigt.— Romeos und Julias Liebe ist von idealer Schönheit, das zarteste und zugleich sefteste Band zweier edler Natuten, die im innernen Wesen für eigander bestimmt scheinen und in einander die ideale Schönheit der Minschen. natur erblicken.„Wie der Blitz schon getroffen hat, noch ehe man sagen kann, daß es blitzt“ so schnell und unwiderstihlich entzündet sich in ihnen die lodernde Flamme, deren tragische Gewalt beide ahnen, oh ie ihr jedoch widerstehen zu können. Tragisch aber wird diese Liebe, weil sie von Anfang an zugleich rücksichtslose Leidenschaft ist. In dieser L idenschaftlichkeit hat sie einerseits ihre Größe und Erhabenheit, denn in ihr entfaltet sich Romeos edte Männlichkeit und Julias zarte Weiblichkeit mit Riesenschritten zur Blüte und Frucht, aber sie ist doch zugleich eine Empörung gegen die Macht der sittlichen Notwendigkeit, besonders gegen das heilige Recht des Familienverbandes. Der rück sichtslosen Leidenschaft der Kinder steht nun der ebenso leidenschaftliche Haß der Eltera gegenüber. Daraus entwickelt sich dann der Konflikt, indem die Sünde der Eltern sich an den Kindern, und durch diese wieder an den Eltern selbst rächt— Es ist in der Tat eine schwere, aber auch beneidenswerte Auf gabe, so idealen Gebilden höchster dichte. rischer Phantasie Leden und Gestalt zu verleihen. Der mäßine Zuschauer, der nur genießt, ahnt kaum, wilche Mühe das Einstudieren solcher Rollen ersordert, welcher Schwurg und welche Elastizität des Geist s ersorderlich sind, so hohen Aufgaden der Kunst gerecht zu werden. Die Leistungen von Herrn Saltenburg und Fräulein Steinsiek am Mittwoch verdienen hohe Anerkennung sowohl hinsichtlich des Mienen und Gebärdenspiels und der dranatischen Gestaltungskraft wie auch wegen ihres durchweg maßvollen Spieles. Die Leistungen der übrigen Mitoirkenden waren denen der beiden Hauptpersonen argemessen. Die Darbietungen wurden mit großem Beisall belohnt, wie sie es verdienten. Die Jaszenierung war durchaus stilund stimmungsvoll. (Stadtiheater.) Am gestrigen Abend zeigte ein alter Bekannter auf unseren Brettern, Thilo v Trotha's 4 aktigers Lustsptel„Hofgunst“ Für Bescheidene eine Eegötzlichkeit, für junge Mädchen ein reizendes Stück, denn alles in so schön wie in einem Marlitischen Roman. Es ist das pikante Thema, nach dem einmal die urwüchsige Natürlichkeit über die aalglatte Ränkesucht einer verderbten Hofkammarilla triumphiert Das Stück ist mit viel technischem Geschick angelegt und kann immer noch in seinem leichten Lustspielgewande einem Haus voll Zuschauern einen vergnügten Abend bereiten, so auch gestern abend. Schade nur, daß auch solche Stückt altern.— als tüchtige und flotte, frische Spielerin zeigte sich wieder Frl. Challon, nun, und mehr wurde ji auch nicht verlangt. Frl Steinsick gab die Prinzeß Elisabeth und Frl. v. Bukowicz die Baroneß Wallberg. Herr Bernecker hatte in Leo v. Halden keine Rolle, in der er seine Fähigkeiten zeigen wenn er auch einen schneidigen Offisier aus die Bühne brachte. Herr Steinmann charakte. risierte aber seinen Kammerherrn v. Roden sihr gut und Herr Straßmann war selbstverständlich der beste Vertreter der Hohensteinrolle; aber etwas unsicher schien er zu sein. Herr Mantius gab der Fürsten glaubhaft und zufriedenstellend wie auch die übrigen nach Kräften zum Gelingen eines flotten Spiels beitrugen. Die Leitung lag in den bewährten Händen des Herrn Direktoes Berstl selbst. (Aus dem Theaterbureau) wird uns ge schrieb n:„Zriny“, Trauerspiel von Theodor Körner kommt am Sonnabend zu kleinen Preisen zur Aufführung. Das gewaltige Werk des Dichters von Lyer und Schweit, des allzufrüh für sein Vaterland gefallenen Kämpfers, erscheint nicht allzuoft auf dem Spielplan der deutschen Bühnen und wied gewiß hier selbst größtes Interesse erregen. Din Helden Ziiny spielt Herr Bernicker. Das Stück erscheint in bester Besetzung und wird durch den Dicektor Norbert Berstl inszeniert. Am Sonntag, 25 Nov.(Totensonntag) wird das romantische Schauspiel„Preciosa“ mit der Musik von Karl Ma ia von Weber gegeben. Für die Chöre hat der Gesangverein„Gemischter Chor“ seine Mitwi kung zugesagt. Montag giht das liebenswürdige Lustspiel„Im weißen Röß“!“ in Szene. Für nächste Zeu steht auch ein Gastspiel der renommierten Künstlerin Frl. Thea von Gordon in Aussicht und sind die Proben hierzu schon im vollen Gange. m(Der Handel mit Blumen und Kränzen) ist am Sonntag, den 25. No vember d. J. Totensonntag) von 7—9½ Uhr vormittags bis 7 Uhr nachmittags gestattet. m.(Biehzählung) Am 1. Dez mber d I si det eine auß oedentliche Zählung der Pferde, des Rindviets, der Schafe und der Schweine statt. Es wird hier gleichzeitig darauf aufmerksam gemacht, daß die Biehzählung nicht zu irgend welchen steuerlichen Zuecken erfolgt. sichtig man auch beim Gebrauch der Platz patronen sein muß(Mind. Zig.) Rahden 19. Nov.(Verunglückt.) Von dem am Freitag abends hier eintreffenden Personenzuge ließ sich in der Nihe von Sulingen der Landwirt Friedrich Wilken aus Strehlen überfahren. Er blieb beim Herannahen des Zuges, der nicht mehr rechtzeitig angehalten wirden konnte, mitten auf dem Gleise stehen; sein Köcper wurde laut„Rahd. W.“ vollständig zermalmt. Aus den Kreisen Wiedenbrück und Paderborn. Gütersloh 22 Nov.(Goldene Hochseit.) An nächtten Montag feiern die Eheleute Kolon Wiedenlübdert und Frau in Kattenstroth das selten: Fest der goldenen Hochzeit. Beide Ezegatten sind noch verhält nismäßig rüstig. 64 Aus den Rez=Bez. Riuster und Ansiern. Hamm, 20. Nov.(Der Ritterschlag des„Hauptmanns von Köpenick“.) Vor einigen Tagen kommt, so schreibt man dem„Westf. Anz.“, auf einem Shulzenhof des Kreises Hamm ein Strolch frech ins Haus. Ee sieht auf dem Ancichtetisch in der Küche eine schöne Wurst liegen, die die Hausfrau, welche am Herd steht und eine Panne mit Fett bräunt, zum Abendbrot gebrauchen will. Mit den Worten:„Ick bin der Hauptmann von Köpenick“ nimmt er die Wurst und zieht ab. Shnell entschlossen nimmt unsere Maische(Maische ist ein alter Name füe„Schulzenfcau") die Pfanne, versetzt dem„Hauptmann“ mit den Worten: „Und ich gebe Ihnen den Ritterschlag!“ einen derben Denkzettel, schlägt die Tür zu und riegelt ab. Der„Herr Hauptmann“ wälzt sich unter furchtbarem Schimpfen vor Schmerzen auf dem Risenplotz vor dem Hause, bis die Leute kamen und ihn weiterbeförderten. Der Hosdackel aber nimmt die Wust und trägt sie triumphierend in seine Hütte. Aus den Nachbarprovinzen und Staaten. Essen, 22. Nov.(Die Vertreterwahlen der Bauinnungskrankenkasse) die am Dienstag abend hier ihren Abschluß fanden, endigten nach der„Rhein.= Weftf. Z'g.“ mit dem Siege der christlichen Liste über die der freien Organisationen. Köln, 22. Novbr.(Zwei scharfe Schüsse) wurden Dienstaz abend auf einen Schnellzug Aachen-Köln abgegeben. Der eine demolierte ein Abortfenster, der zweite das nächstgelegene Coupésenster, ohne doch jemanden zu treffen. Die Projektile, vermutlich Revolverkugeln, wurden nicht gesunden, obwohl die Untersuchung sofort eingeleitet wurde. Meigigedaten mit bedentender Budapest, 20. Nov. In der Ortschaft Knez bei. Tegekvar, wurden neun Frauen unter dem Virbacht verhaftet, ihre Männer und auch andere Personen vergistet zu haben. Von 25 aus gegrabenen Leichen wurde bei dreizehn Vergiftung durch Arsenik festzestellt. Die Gendarmerie noch vielte andere Veld vermut wird, daß zum Opser gefallen sind. Hafen mit einem Schoner. Fünf Platten des über der Wasserlinie sind eingedrückt. Der Schoner ist gleichfalls beschädigt. „(Die epublick San Marino ln Italien) in das Opter eines Hochstaplers geworden. Seit Wochen hielt sich dort ein Mann auf, der sich als Vertreter Pierpons Morgans ausgab und versprach, die Figanzen der R publick zu verbessern, wenn Morgan der Herzogstitel gegeben würde. Dafür wolle Morjan eine Lotterie mit einem Gewinn von drei Millionen Lire arrangieren. Für sich verlangte er sofort einen hohen Orden und den Titel Generalkonsul der Republick für die Vereinigten Stalten. Dann wolle er zu Morgan reisen und die Sache versekt machen. Die Kapitani der Republick ließen sich täuschen und vergaßen in ihrer Herzensfreude Erkundigugen einzuziehen. Erst kürzlich holten sie das Versäumte nach. Der Hochstapler erfuhr davon und verduftete. Literarisches. Rundreise durch die innere Mission mit 101 Bildern von A. Siebenhaar, Pastor in Breitenborn Leipzig. Verlag von H. 0 Wallmann. Preis 1 Mt., geb. 2 Mt. Dies Buch hält durchaus, was der Titel ver spricht Wir lernen aus ihm das ganze weite Gebiet der inneren Mission kennen, deren Geschichle zugleich an Lebensbildern ihrer Bahnbrecher und Träger gegeben wird. Es ist reich mit photo graphisch treuen Porträts und Ansichten ausgestattet. Alle Freunde der inneren Mission werden dem Verfasser sür diese Gabe dankbar sein. Aus den Kreisen Minden und Lübbecke. Minden, 23. Nov(Unfall bei Zielübungen.) Beim Zielen der 12. Kompagnie des Regiments Prinz Friedrich der Nederlande am Hafen wurde Dienstag Nachmittag der Musleuter Block durch eigene Unvorsichtigkeit von dem Holz'örper einer Platzpatrone nicht vnerheblich verletzt, ohne daß indes zurzeit Lebensgefahr besteht. Das Geschoß hat das rechte Auge zerstört, welches infolged ssen durch ärztlichen Eingriff entfernt werden mußte, es ist von dort an der Stirn senkrecht in die Höhe gegangen, ohne jedoch das Stirnbein zu zertrümmern, und hat auf der Mitte der Stirn den Kbepr wieder verlassen. Dieser beklagens werte Uasall beweist aufs neue, wie vorWeihnachtsbitteder Neinstedter Anstalten. Für eine Anst alts gemeinde von über 800 #elen lasse ich diese Bitte ausgehen. Es sind schwachsinnige, blöde und epi leptische Kranke, die wir zflegen, und die Gesunden, die wir erziehen, sind arm und verlassen. Von unsern Pfleglingen sind viele sehr hilflos. 400 müssen täglich gekämmt werden, 189 köanen sich nicht allein waschen und anziehen, 59 müssen gefüttert werden wie kleine Kinder, und 159 sind steter Pflege bedürftig und können nichts mehr tun. Vor dieser G meinde von Elenden, die sich auf das liebe Weih nachtsfist stets so herzlich freuen, würden wir mit leeren Händen stehen, wenn nicht treue Menschenliebe uns Jahr für Jahr darreichte, was wir bedürfen. Beim Geder ken an solches Elend lernt man danken fü: die eigene Gesundheit und die seiner Angehörigen. Wer hat ein Dankopfer für die Pfl glinge und Zöglinge, denen einst Marie Nathusius und Johanne Nathusius in unseren Anstalten ein Heim bereitet haben? Gaben der Liede nimmt entgegen: Pastor Steinwachs, Neinstedt am Harz, Kreis Quedlinburg. Eingesandt. Für, die Veröffentlichungen unter dieser Rubrik übernimmt die Redartion dem Publikum gegenüber keine Verantwortung. Auf das von den christlichen Gewerkschaften verbreitete Fuzblatt antwortete die „Volkswacht“ in einem drei Spalten langen Artikel Der in diesem Actikel angeschlagene Toa ist der beste Beweis eigner Schwäche. Kein Wort fiaden wir über die von den „Genossen“ gesprengte Versammlung, um nicht den Gedarken auskommen zu lassen, daß wir uns mit der Herausgabe des Flugblattes in der Abwehr haltloser Angriff: befiiden. Der Inhalt des Artikels ist so widerspruchs voll und reichhaltig an den uns bekannten Phrasen, daß es siy nicht lohrt, auf denselben näher einzuzehen. D ß der „freie“, Metallarbeiterverband die Mittel zum Kampf versagte, ist eine Tatsache, on der sich nicht rütteln läßt. Der genannte Berband braucht seine Kassen für Massenstre k ummel und Maifeierbummel und andere Zw cke. Sellen Arbeiterinnressen vertreten werden, dann darf man den Verband nicht zum„weißbluten“ bringen, wie unzählige Fälle uns dies schon bewiesen haben. In dem hiefigen Falle ist das Verhalten der „freien“. Führr besonders i. teressant. Während man sich sonst gern als den All gewaltigen ausspielt, legte man sich in der Hengstenberger Versammlung schon aufe Bitten, die vorgelegte Resolution toch anzu nehmen. Das kann man aber verstehen, wenn man dedenkt daß mit der Ablehnung der Resolution auch die Stellung des ersten Beamten der O tsverwaltung würde un haltbar gewerden sein. Das wußten die Führer, zum Teil auch die Vertrauens männer, und deshalb mußte auf eine Beentigung der Bewegung hingearbeitet werden. Dr über hinweg helfen keine Prrasen und Vordr hungsversuche. der Herzog, dem inzwischen die genau formulierten Bevingungen bekannt geworden sein dürften, unter denen Preußen die Einwilligung zur Thronbesteigung eines Mitgliedes der Familie Cumberland zu geben bereit ist, den Verzicht auf Hannover tatsächlich aussprechen wird. in, 23. Nov. Neben der Denkschrift der Kolonialverwaltung über deutsche Kapitalsinteressen in unseren Schutzgebieten hat der Kolonialdirektor dem Reichstag noch eine zweite Denkschrift über die administrative und wirtschaftliche Entwicklung unserer Kolonien zugehen lassen, in der festgestellt daß seit dem Jahre 1904 die Kolonien aus eigenen Einnahmen die sämtlichen Ausgaben für unsere Verwaltung aufbringt, wobei die Einnahmen eine schöne meisens mäßige Steigerung aufMärk. Friedland, 23. Noo. Kcampe auf der Streck: Shneidemühl= Stargard stürzte, währeno die Arbeiten an einer Essenbahabrück; im vollen Gange waren, plötzlich das Gerüst zusammen. Sieben Persogen wurden schwer verletzt. Die Ugtersuchung ist eingeleitet. London, 23. Noz Dis B.fiaden Chanberlains ist hoffnungslos Die Prrayse schreitet fort. Der Pittent ist fast erblindet und kann nicht mehr sprechen. Schlachtviehpreise gewicht auf Grund amtlicher Marktberichte zusammengestellt um ##e legranbischen Berichten bearbettet var der Centralstelle für viegverwertung der Preußischen Bau wirn schaftskammern Berlin W., Köthener Straß: 39. Haunor. am 19./11. 48—49 40—42 35—37 45—46 38—39 33—84 am 19./11 42—43 36—38 30—33 44 46 38—39 32—31 27—28 am 19/11. 46 41—42 43—44 38—40 4-36 43—44 8—40 44 38 39 31—32 44 34—36 8—80 Vermischtes. Berlin, 22. November. Der Streik bei den Siemens=Werken ist für die Arbeiter ver loren. Die Direktion ließ dem Streikkomitee mitteilen, daß sie sich in von neuem angeregte Verhandlungen nicht einlassen könne; die Mehrzahl der verlassenen Plätze seien besetzt. Bremen, 22. Novbr. Der Schnelldampfer „Kaiser Wilhelm der Große“ vom Nord deutschen Loyd hatte beim Verlassen des Hafens von Cherbourg eine Kollision mit dem Royal Mail=Dampfer„Orinoco".„Kaiser Wuhelm der Große" wurde vorn an der Steuer. bordseite beschädigt, indem verschiedene Platten im Zvischendeck durchbrochen wurden. Bei der Kollision wurden vier Zwischendeckspassagiere getötet und fünf verwundet. Das Sch ff ist in allen Teilen dicht. Der Schaden ist nicht erheblich. Der Dampfer wird voraus sichtlich in Souhampton repariert Leipzig, 22. Nov. Bei der am Dienstag vorgenommenen Stadtverordnetenwahl in der dritten Abteilung fiegten sämtliche sozialDienststelle: Meteorologisches Observato rium Aachen. Voraussichtliche Witterung für die Zeit von Abend des 23 Nov. bis z. Abend des 24. Nov. 1806 Still, vielfach heiter, trocken, rachts kälter, tags wärmer als am Vortage. der Bielefeld, 23 November 1906. Mitgeteilt von Fr. Böckelmann Ww die Niedrigst Thermometerstand in der Nacht+ 7½ Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+ 10 40 Barometer 76.9 cm Wind: West. Himmel: heiter Neueste Nachrichten. Berlin, 23. November. Von welfischer Seite wird die Nachricht verbreitet, wonach der Herzog von Cumberland, der bekanntlich für sich und seinen ältesten Sohn auf die Thronfolge in Braunschweig verzichtet hat, nunmehr auch für sich und sein Haus der Ansprüche auf Hannover entsagen weide. gedenkt nun nur noch sein jüngerer Sohn den Anspruch auf den braunschweigischen Thron aufrecht zu erhalten. Man wird ab. 39—40 35—36 29 8—60 55—57 48 54 58—40 38—54 26-28 74 76 Ochsen. a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt(mind. 12 Ctr. Lbg.) b) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere d) gering genährte jeden Alters Bullen. a) vollfleischige, ausgemästete bis zu 5 Jahren b) vollfleischige jüngere c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere d) gering genährte jüngere und ältere Kalben und Kühe. a) vollfleischige, ausgemästete Kalben höchsten Schlachtwertes b) vollfleischige, ausgemästete Kühe döchsten Schlachtwertes, bis zu 7 Jahren... c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Kalden d) mäßig genährte Kühe u. Kalben Kälber. a) Doppellender b) feinste Mast=(Vollmilchmast) und beste Saugkälber c) mittlere Mastkälber und gute Saugkälber. d) geringere Saugkälder u. älteres, gering genöhrtes Jungvieh(Fresser) Schafe. a) Mastlämmer u. jüngere Masthammel d) ältere Masthammel. c) mäßig genährte Hammel u. Schafe(Märzschafe) 27 Schweine. a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen bis zu 1¼ J. b) fleischige c) gering entwickelte sowie Sauen Vorstehende Preise verstehen sich für 100 Pfd Lebendgewicht, bei Schweinen mit 20% Tara. W# amtlichen Schlachtgewichtpreise sind mittelst der angegebenen Schlachtprozente umgerechnet Versicherungswesen. Die Versicherungsbank„Armiuia“ in München hat ihre Lebensversicherung, und zwar in ihrer alten wie neuen Form(mit Auszahlung der doppelten bezw. 1½ fachen Summe) nunmehr noch dahin erweitert, daß bei Eintritt von Erwerbsfähigkeit(Invalidität) die Prämienzahlung aufhört und überdies, je nach Wahl, eine jährliche Rente ausbezahlt wird, während dabei die Versicherung selbst in voller Höhe fortbestehen bleibt. Trug die Gesellschaft, wie der Erfolg gezeigt, mit ihrer seinerzeitigen Neuerung einem weitverbreiteten Bedürfnisse, schon frühzeitig für eine genügend hohe Versicherungssumme zu sorgen, in zweckdienlichster Weise Rechnung, so bietet sie mit ihrer jetzigen weiteren Ausgestaltung auch Gelegenheit, die Lebensversicherung in einer Form zu wählen, die wohl als die weitgehendste und sicherste Versorgung der eigenen Person wie der Familie betrachtet werden darf. Prospekte gibt die „Arminia“ an jedermann gratis ab. 10—41 36 38 68—69 65—67 62—64 66 64—6 58—13 60—62 55 58 45. 50 41 6 87 28 30 65 61 63 56—60 Stadt-Theater. Sonnabend, den 24. November er. Zu kleinen Preisen: Zriny. Trauerspiel in 5 Akten von Theodor Körner. Sonntag, den 25. November cr., Anfang 7 Uhr. Unter ges. Mitwirkung des Gesangvereins„Gemischter Chor". = Preciesa.— Romant. Schauspiel mit Gesang in 4 Akten von P. A. Wolff, Musik v. Carl Maria von Weber Verein junger Männer, Bielefeld, Papenmarkt 2. Sonntag, 25. November er., Toten=Fest. Abends 8½ Uhr: Vortrag von Herrn Pastor Waubke. Thema: „Gedanken am Cotenfest.“ Jedermann, Männer u. Frauen, sind freundlichst eingeladen. Eintritt frei! Der Vorstand. Sv. Ränner= u. Jünglingsverein „St. Johannis“ zu Bielefeld. Johanniskirchplatz 3. Conntag, 25. Novimber er. Aeltere Abteilung Abends 8½ Uhr: Geselliges Heisammensein; Schlußendacht. Sugend=Abteilung. Nachm. Vaterländ. Landwehr=Verein Tage. Oeffentliche Aufführung im Hotel Reichskrone=Lage vom 22. November bis 3. Dezember einschließlich. „Barbarossa's Ruf".„Deutschlands=Erwachen“ „Der Deutschen Siegeszug in China 1900“ historisches Festspiel in 50 bis 56 Bildern von H. Schöne, mit erläuterndem Text und begleitender Musik. Festspielleitung: Direktor Eug. von Satorski=Hannover. Großartige Ausstattung von Kostümen, Uniformen, Waffen und Dekorationen. 100 Mitwirkende Anfang präzise 8 Uhr abends. Billets im Vorverkauf in der Buchhandlung Schafmeister Lage. Sperrsitz 1,25 Mk. Parterre 80 Pfg. 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Schildesche, 22. November 190“. Friedr. Vogelsang, össentl. angest Auktionator. gibt Oto Kleusch Berlin, Schönhauser Allee 128.(Rückp.) Unkosten werd. v. Dorl. al gezogen. Keine Vorauszahlungen. Butier täglich Gase Tafel15 Müft butter 10 Pf. Colli Mt. 65°, Tister käse vollfet: 10 Pid. Mt. 3 76 Zur Pode ein Cilli 5 Pd. Bu#ter ud 5 Pd Kise Mk. 4,96 Naglerowa(Ve.sankhaus) Tiuste 130, via Be#slau Pianos, Marmoniums, neu und gebraucht, Raten, Miete, kein Laden daher äußerst billig Weststrasse 21. Im Sonnabend, den 24. d. Mis., vormittags 10 Uhr werden die Restparzellen des Rolonat Nr. 8 Eickum an Ort und Stelle zum Verkauf ausgesetzt.— Auch die Wiesen und Holzparzellen werden verkauft.— Die noch vorhandenen Baustellen liegen an der Herford Jöllenbecker Kreischaussee.— Der Grund und Boden ist vorzüglich.— Auf Wunsch des Käufers erfolgt die Beleihung durch die Königl. Rentenbank.— Verzinsung des Kapital mit 3½% und ½% Abtragung.— Vorherige Auskunft sowie Planvorlagen bereitwilligst durch den Generalbevollmächtigten Tödtmann, Hersord, Zweigniederl.: Bielefeld. C. Bekanntmachung. der der Behufs Neuwahl von 2 Mitglied rn in den Vorstand kaufmännischen Fortbildungsschule(Handelsfachschule) Stadt Bielefeld auf die Amtsdauer von 3 Jahren, uf Grund das 8# der O.dr ing ng. 18. Dezember 1905 ist auf Gruno des§ 1 der Ordnung vom 9. Februar 1906 betreffend den Vorstand dieser Schule, ein Termin auf den 26. November d. Is., mittags 12 Uhr im Rathause(Zimmer Nr 78) anberaumt worden, wozu die Lehrherren der Schüler hierdurch eingeladen werden. Wählbar sind nur die dem Handelsstande angehörenden Bürger. Die Liste der wahlberechtigten Lehrherren liegt vom 22. d. Mts. ab 3 Tage lang zur Einsicht im Rathause Zimmer Nr. 43 offen. Bieleseld, den 16. November 1906. Der Magistrat: Stapenhorst. Bekanntmachung. Nachdem für die Detmolderstraße zwischen der Gerichtund Ulmenstraße und für die Ulmenstraße zwischen Rohrteich= und Detmolderstraße Bau und Straßenfluchtlinien vom Magistrat und der Stadtverordneten=Versammlung festgesetzt sind, ist der betreffende Plan zu jedermanns Einsicht im Rathaus=Zimmer Nr. 24 offen gelegt. Einwendungen gegen denselben sind dis zum 20. Dezember 1906 bei der unterzeichneten Stelle anzubringen. Bielefeld, den 19. November 1906. Der Magistrat. Bielefelder Schreibstube Zimmerstraße 19.— Fernsprecher 292. enfertigung von schriftl. Arbeiten aller Art Hand und Schreibmaschine. Adressen, Abschriften. Vervielfältigungen Um Aufträge wird freundlichst gebeten s Rhnzimmer-Einriel im modernen Stil empfiehlt billigst Fritz Tiekötter Möbelfabrik, Niedernstr. 45. Gut gearbeitete: Schultornister Schultaschen Bücherträger Aktenmappen Gürtel Portemonnaies Brieftaschen Zigarren-Etuis alle Lederwaren grösste Auswahl Niedernstr. 37 Sbr ubchi Niedernstr. 37 Fernspr. 322. 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Wegen Ueberlastung der Angestellten der Kirchhöfe durch die bisher an den Sonntagen in unverhältnismäßig großer Zahl vorgenommenen Beerdigungen müssen von jetzt ab die Leichen aller Personen, welche bis Mittwoch mittag gestorben sind, im Laufe des nächsten Sonnbends(— im Sommer bis 5, im Winter bis 4 Uhr nachmittags—) beerdigt werden. Ausnahmen von dieser Anordnung können nicht gemacht werden. Bielefeld, den 19. November 1906. Der Magistrat. Obernstrasse 4. Alleinverkauf Dr. Lahmann's Unterzeugen. Hemden Jacken Beinkleider. steetee M seumanich ur dmn rehalhlunslen Zel Oermann Boags, Nr ben Rellaus und Juleraen=Len D. Taautmnann, Duck und Valag von A. von den Mrühlen, Hmnich in Balesald. Nr. 276. Schceer an ellen Postanstalten 4 m., bei täglicher Zu##nuz in Bieleseld 1### M., durch Briestäger 1,42 M. Schetungücte Nr. 5361. Erstes 24. November: e 1632.— Prinz E 1716.— Aug. Böckh Bius IX Flucht na Festung Thiorville 1879.— Söffnung 1 in China, 1888. 25. November: von Genua, gest. 1560. Feldherr, geb. 1799 Poniatowski, letzt unterzeichnet seine Th Exzellenz von Kleiß Politiker, geb. 1814.— zwischen Preußen und Alfons XII. von Spa uug König Haakon: Zum Ich sah einen Hinschreiten durch Allwo er blühendes ließ er es jühl Das schlummernde Ee riß es vom He Den Mann in der Aus der Welt seines Er trat in den tra Und die Tränen begat Ee hiß den müden, Zum Schlummer die Und Hügel an Hügel O Todesengel, welch Welch bitteren Jamme Ergießest du in die H Und hat er auch di Was du auf Ecden bi Und hast du bitter ver Du könntest dein Leid O, laß den Hügel, an Den Blick dir ins I. Die hier dir teuer, du Im Himmel viel heilig Leg deine Blumen Und laß auch die Tiä Dann aber schaue nicht Nein, auswärts mit fe Unast ja den He Der auch dein Leben re Vertrau ihm, daß Zum seligen Z'ele dich Seneiuschast mit de Zum Toten „Vergeßt die treuen sang vor nun etwa 10 feurigsten Dichter unser Kapf, dessin Gedächtni eineuert. Es ist, als Muhnung nicht vergesse eren dieser Zeit feiern Nun ist es tief ei B=wußtsein unseres Vol Scharen, die an diesem Kirchenjahre hirauswand um noch einmal eine hirbstliche Erde zu l. Triumph der Liebe, di wurzelnd nicht stirbt, kann. An den Gräbern von von geliebten Gatten abberufenen Kindern wa der Schmerz des Verliere Wei'= nicht glauden w. Totenfest mit Händen gr dare, geistige Bänder s## schlicht zu Geschlecht, v# Generation! Um so trt wenn der Hügel dert Wort spräche über eines Auf den Gräbern ste das Symbol des Leben