Sechsftstele n. Postanstalten 1 M., bei täglicher Zu##ung in Bielesel 1# m., durch Bries1,42 M. 30. Jahrgang Anzeigengebühr für die einspaltige Pettrzeile oder deren Raum 12 Pf., für auswärts 15 Pf., Reklamen 40 Pf. Erscheint sethimel wächentlich Geschäftsstelle Ritterstr. 43. Nr. 16. Bielefeld Kalender. 9. November: Napoleon stürzt das Direktorium, 1799.— König Eduard VII. von England, geb. 1841.— Robert Blum wird in Wien standrechtlich erschossen, 1848.— General v. d. Tann zieht sich vor der feindlichen Uebermacht aus Orleans zurück, 1870.— Aufruhr in Kronstadt, meuternde Marinimarnschaften legen an zwölf Stellen Feuer an, 1905. politische Stimmungsbild in Ne. 262 ergärzend, teilen wir nachfolgend ein Stück der darin erwähnten, in allen politischen Kreisen vielbemerkten, letzten innerpolitischen Wochenschau der„KreuzZeitung“ mit: „..... Dis Gefühl beherrscht uns jetz: alle, daß wir vielleicht kritischen Tagen entgegengehen, und darrm ist es wohl er klärlich, wenn das Volk vielsach mit einer gewissen nervösen Bedenklichkeit auf den Herrscher blickt. Wir schließen uns offen dem Wunsche an, daß unser König und Herr die p'yholog'sche Berechtigung dieser Stimmung anerkennen möchte. Denn jine Fehler des deutschen Volkscharakters sind die Kehrseiten seiner Vorzüge, seines Idealismus, seiner Gründlichkeit, der Tiefe seines Gemüls ebens. Mit jenen Eigenschaften des Volkes muß also der Monarch rechnen, sie umzuwandeln liegt nicht in der Macht eines Menschen, aber ebenso muß auch das Volk die Persönlichkeit des Monarchen als gegeben hinnehmen, es wäre ein unmögliches Ber langen, daßer sich gewisser Grundzüge seines persönlichen Wesens entäußerte. Dies führt aber zu folgender Betrachtung. .... Wr werden nie der Furcht vor der öffintlichen Meinurg das Wort reden. Farbe vekennen, war immr die beste Politik. Aber es gibt Gediete, in denen jede Pirsönlichkeit das Recht auf freie Betätigung hat, diese Freiheit allein den kulturellen Fortschritt sichert und jder g'woltsame Eir fluß von außen auf die Dauer wirkungslos bleiben muß. An und für sich sind diese Gebiete außer Zusammenhang mit der Politik, aber jide Parteinahme der regierenden Gewalten sieht sie in das politische Treiben hinein, erw ck Miß rauen auf beiden Seiten, und aus dem Mißtrauen entsteht eine politische Gegnerschaft. Diese Gebiete sind insbesondere die Angelegenheiten der Wissenschaft, der Kanst und der Technik..... Haben die wissenschaftlichen und ästhetischen Urteil: des Monarchen, wenn sie roch so gut und richtig sind, nur die Bedeutung persöglicher Meinungsäußerungen, so muß man wünschen, daß sie von den staatlichen Gewalten auch als solche aufgefaßt und nicht zu politischen Verwaltungsprinzipten gemacht werden. Das erzeugt nur eine politische Geguerschaft gegen de Puson des Monarchen, und ist praktisch doch ohne nachhaltige Wirkung. Man sollte denken, über diese Ursachen so manchen Abfalles in der G.folgschaft des Kaisers und Königs würden ihn seine Ratgeber, auch seine künstlerischen Vertrauens männer leicht unterrichten. Aber entweder ist der Monarch gerade in diesem Punkte schwer zugänglich, oder seine Umgebung unter chätzt die Bedeutung aller dieser Dinge. Das litztere ist uns wahrscheinlicher, und darum müssen wir hier noch etwas länger verweilen. Wir erkennen es dankbar an, daß Kaiser Wilhelm II. einer unfreudigen, dekadenten und krankhaften Kunst bei jeder Gelegenheit entgegentritt. Aber manche der posttiven, fruchtbaren Mächte, die seine besten Bundesgenossen wären in diesem Kaupfe, entgehen seinem Blicke, und er scheint auch nicht zu bemerken, daß sich endererseits eine müde, überlebte oder großsprecherische Kunst in seinen Schutz stellt, die uns nichts mehr zu sagen hat. Die bildenden Kürste(von der drematischen sprechen wir besser gar nicht) stehen beim Volke in kaum dagewesener Gunst, und es ist richt gut, wenn sich ein Morarch hierin einer Exklusivität ergibt, die heute der Peivalmann, auch wenn er persönlich einen gasz ineividuellen Geschmack hat, nicht mehr übt. Die Absicht unseres Kaisers geht ganz offenbar karauf hinaus, alle guten Küme zu pflegen, die sich jtzt mühsam gegen die überwuchernde Scheinkunst behaupten. Wäre er darin besser beraten, das Volk würde ihm mit Enthusiasmus folgen, denn es hat j1 aus sich heraus schon gegen die ihm auf geredete natur= und kolturwidrige Kunst eine starke Reakt'on erzeugt, von der man bei Hose aber keine Kenntois zu haben scheint Statt des Enthusiasmus höt und liest man immer häufiger Aeußerungen der Unzufriedenheit, der Resignation oder der offenen Gegnerschaft gegenüber dem kaiserlichen Mäcenatentume, und diese Stimmung spielt immer deutlicher auch in die politischen Verhältnisse hinüber.“ In ihrer Nr. 523 vom 7. d. M. brivgt dann die„Kreuz=Zeitung“ einen„Deutsch= nationale Schwächen“ überschriebenen, ihr von hervorragender konservativer Seite im Königreich Sachsen eingesandten Artikel, der anknüpfend an die vorstehenden Aus führungen der„Kreuz Zeitung" die Bassermannsche Wiesbadener Rede bespricht Sie enthalte edle Körner Wahrheit, aber Bassermann könne sich trotzdem nicht von dem Grundirttum befreien, daß bei der Reichs regierung und in der Persönlichkeit unstres Kaisers die Ursachen mancher unliebsamen Erscheinungen zu suchen sei.„Das ist eben der Kart inalfehler jedes Purlamentarismus und dadurch auch eines der Tüchliest n seiner Batreter, nicht bei sich, sondern außerhalb der parlamentarischen Tätigtigkeit die tragische Schuld an politischen Schwierigkeiten zu suchen. Im Bolke selbst, in seiner Vertretung, seiner in täuschenden Farben schillernden Presse, seinr Stammtischlaune und Vereinsmeierei liegt der Krebs'chaden." Der Artikel schließt: „G he jeder Pressionist erst hineut über die deutschen Grenzen, um zu prüsen; kehrt er mit klarem Büick zurück so muß er freudig bekennen, daß wir trotz allem wohlgeborgen siad.“ Der„Reichsbote“ bemerkt in einer Betrachtung über die Bassermannsche Rde: „Die starke Individualitit des Kusers erfordert auch starke, aufrechte Männer als Minister. Wenn das der Fall wäre, könnten wir eine treffliche Regierung haber; denn wir haben einen hochbegabten Kaiser, dessen Begabeng ihn leider oft verleidet, in allen Dingen sein Urteil als maßgebend zu betrachten. Hier hätten seine Räte einzusetzen, und vielleicht gelänge es ihnen auch im Zusammenhange mit der österen und ausgiebigeren Beratung, den Kaiser von den abzuvielen Reisen mit ihren Festlichkeiten abzuhalten.“ Zum Fall César. Der„Reichsb.“ bringt ein„Stimmungsbild aus Westfalen“, dem wir folgendes entnehmen: Vor etwa 14 Tagen verbreitete die „Dortmunder Zeitung" die Nachricht, daß der Pfarrer César von dem Oberkirchentat für Dortmund bestätigt worden sei. Ein Ende der 40 stehender Pfarrer einer Jadustriegemeinde in der Nähe Dortmunds kam mit der Nichricht zu einem jüngeren Amtsbruder in einer kleinen Stadt, bei dem er noch einen dritten Pfarrer vorfand, der seit etwa drei Jahren im Pfarramt steht und mit rechtem Efer arbeitet. Welchen Eindruck machte die Nachricht bei den dreien? Der Stadtpfarrer, der den Gemeinschaftskreisen nahe steht und in den Gemeinschaften arbeitet hatte die Nachricht bereits im„Reich“ gelesen urd hatte sich mit ihr schon abgefunden. Mit ruhigem Lächeln beobachtete er die Aufregung seiner Amtsbrüder; er fand in dem Unerwarteten eine B stätigung seiner oft vorgetragenen Ansicht, daß es mit der Landeskirche bald aus sein werde;„die Gemeinschaften repräsentieren heute noch fast allein das wihre Christentum; in der Kirche herrscht der Weltgeist, darum mag sie fallen, sobald sie nicht mehr bleiben kann; ich weiß, was ich zu tun hibe; ich trete in den Dierst der Freikirche, die nun durch die Gemeinschaften wird ins Leben gerufen werden"; das waren seine Gebanken. Der Jüngste im Kreis aber konnte seine Erregung nicht meistern, er sprang von seinem Sitze und rannte im Zimmer umher und äußerte:„Da sollte man doch gleich sein Amt an den Nagel hängen und wer weiß was werden, ehe man einer solchen Kirche weiter dient.“ Er ist nicht etwa Gemeinschaftsmann, sondern eifriger Anhänger der Landeskirche, geradezu ein„Hochkirchler“, wie der Gemeinschaftspastor meint. Aber so weit schien denn doch seine landesärchliche Begeisterung nicht zu reichen, um das von der obersten Behörde der Kirche zu ertragen. Und der älteste? Er klammerte sich daran, daß die„Dortmunder Zeitung" wohl in der an der Spitze des Blattes stehenden „kleinen Chronik“ sagte: Der Oberkirchenrat hat die Wahl Césars bestätigt, weiter unten aber in der ausführlichen Mitteilung hieß es: wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, hat der Oberkirchenrat 2c. Das bedeutet ja nach sonderbarim jeu nalistischen Sprachgebrauch einen geringeren Grad von Gewißheit. Er klammerte sich daran wie an einen Strohhalm und scheute davor zurück, die Konsequenzen auszudenken, die sich ergeben würden, wenn die Nichricht whe sein würde. Was würde das für unheitvolle Wirkungen ausüben auf die noch kirchlich gesinnten Gemeinschafts kreise? Sie würden nicht länger mehr bei der Kirche zu halten sein! Auf den theologischen Nachwuchs und manchen jüngeren Geistlicher, dem die moderne Theologie zu schoffen macht? sie würden einen starken inneren Halt verlieren und dem th-osogischen Radikalismus bald verfallen sein! Und die älteren Pfarrer, die ihrer Kurche treu gedient haben, aber doch nicht so zu den Gemeinschoften stehen, daß sie kurzerhand zu ihnen übergehen köarten? sie würden ihre schwere Arbeit weiter tun, aber nur mit schwerem Hirzen und mit müder Hand; das Gefühl, es ist ja doch ill's vergeblich, was du tust, dein Nach folger wird ja doch höchstwahrscheinlich alles niederreißen, was du gebaut hast. Würde ihren Efer und Arbeitsmut auf Schritt und Tritt niederdrück n. Zur Polenfrage. In Dortmund mußte eine Versammlung der polnischen Sokolvereeine wegen aufrührerischer Reden aufgelöst werden. Es sollte darin die Teilung des dortigen Sokolverbandes beschlossen werden. Der Vorsitzende des alten Sokolverbandes, Czusinski, übergab, wie der„Köln. Big.“ mitgeteilt wird, dem Vorsitzenden des abgezweigten Verbandes, Narowiy Eving die Leitung mit dem Bemerken, die Sokols soll ten geistig und kö perlich aus gebildet werden, geistig als Kämpfer gegen das Deu schium, lörperlich, damit, wenn der Kawpfesruf erschalle, auch tüchtige Kämpfer zu Seelle seien. Die Reibungen zwischen den Nationalpolen und dem Deutschtun werden doch nochmal mit den Wafsen in der Hand zum Austrag gebrecht werden. Die Sokols würden an erster Reihe kämpfen und Polen befreien. An dem Siege der Polen sei nicht zu zweifeln. Die Gegner könnten tun, was sie wollten, die Polen würden nicht unterliegen. Unter begeisterten Zustimmungsrufen übernahm Naroory die Leitung des neuen Verbandes mit den Worten, das in ihn gesetzte Vertrauen werde er zu rechtfertigen wissen. Winn der Ruf zu den Wafsen erschalle, würden seine Sokols bereitstehen. „Das wahre Ziel der Sokols, bemerkt dazu der liberale„Hann. Cour'er,“ ist also die Vorbereitung des bewaffneten Aufstandes gezen das Vaterland. Unter der Maske des Turnvereins treiben die Sokols verra: Die schleunige Unterdrückung und Zersprengung dieser Verschwörerbanden ist demnach ein Gebot der Seibsterhaltung.“ „Treadnought“ vorbildlich! Nicht die Schnelligkeit der Herstellung oder die Armierung dieses neuesten erglischen Liniensch ffs wird den Bau von modernen Kriegsschiffen so sehr beeinflussen wie die Durchführung der Gefechtsbereitschaft dieses Sch ffee. Die Zihl der Boote ist cuch im Frieden schon sehr beschränkt. Die schweren Kräne zum heißen großer Listen sind fortgelossen oder werden durch Vorrichtungen ersetzt, die— außer Gebrauch — an Deck niedergelegt werden, a'so weder Spitterwirkung erzeugen roch das Schießen behirdern. Die teilweise riefigen Ausbauten — die vielfach bei nichtenglischen Schiffen aussollen— fallen vollkommen fort. Die Masten sied leicht und dienen nur zu Signalzwecken, die bisher nötigen Sützen der Masten, wie Warten und Stagen, die die Hanthabung der Geschütze erschweiten, sird auf die einfackste Weise durch die dreibeinartige Korstruktion der Masten ersetzt. Kommant#o##ck hintere Kommandobrücke und sonstige Aufbauten gibt es nicht auf der „Dreadnoughi“; eine leichte Kommendobrücke vorn und ein Szeinwerferstand ist alles, was man über den Geschötztürmen emporrogen sieht. Kurz. es ist alles Entbehrliche, was rur unnütz das Sch ff belosten und im Gefcht die Splitterwirkung und Feuersgefahr erhöhen oder die Ulbersichtlichkeit und Bedienung der Artillerie erschweren könrte, sortgelassen worden. Das Schff bietet so wenig Zelflächen wie möglich und diese geringe Zieffliche ist mit dem fiyiksten Pinzer versehen, es ist mit einem Wort st is„gefechtsberei!“. Die„Dreavought“ ist ohne Zweif=l das kriegsmäßigste und kriegssärtste Schiff der Welt. Aus dem Deutschen Reiche. Berlin, 8 N.vmber. In Vertretung des Kaisers sind der Kronprinz und Prinz Eitel Friedrich gestern abeno 6 Uhr 35 Min im Jazdschloß Letzlingen eingetroffn. Der Kronprinz erlegte heute 43 Schauflr, Prinz Eitel Friedrich 31 Schaufler und 12 Stück Damwild und der Fürst zu Schaumburg 29 Schauflr Die Kaiserin ist heute vormittag in Plön eingetroffen. Dr Major und Bataillons=Kommandeur im Kaiser Alexmder=Garde Grenadier= Regiment Nr. 1, Prinz Joachim albrecht von Preußen, wurde nach hiesizen Blättern in die Schutztruxpe für Deutsch= Südwestafrika versetzt und soll schon mit einem der nächsten Schiffe dorthin abgehen. Ia Hessen Darmstadt wurde heute morgen ein Thronfolger geboren. Die „Nordd. Allg. Ztg." begrüßt dies Ereignis mit folgenden Worten:„An dem frohen Ereignis, das die Erfüllung der Sehnsucht des hohen Elternpaares und des hessischen Volkes nach einem Thronerben bringt, nehmen das Kaiserliche Herrscherhaus und mit ihm weite Kreise des deutschen Volkes freudigen Anteil und wünschen dem jungen Prinzen Glück und Gedeihen.“ Wie der„L.=A.“ mitteilt, soll die Amtsenthebung des Landwirtschaftsministers von Podbielski auf seinen eigenen Antrag nunmehr erfolgt sein.(22) Das Befiaden des Ministerialdirektors Dr. Althoff hat sich gebessert. Der Wahl des Sozialdemokraten Tapezierers Freiwaldt zum Gemeindeschöffen in Pankow hatte der Kreisausschuß in Nieder Barnim die Bestätigung versagt. Die eingelegte Beschwerde bei der Regierung in Potsdam ist jetzt zurückgewiesen worden. Der Bezirksausschuß erklärt auch, daß F., der als hervorragender Sozialdemokrat bekannt ist, die Bestätigung versagt werden muß. Neben seiner politischen Haltung wird es Freiwaldt wohl noch hinderlich gewisen sein, daß er vor Jahren wegen Bedrohung und Körperverletzung mit Ge fängnis und wegen öffentlicher Beleidigung durch ein Flugblatt mit einer Geldstrafe bestraft ist. Nach Informationen, die dem„B. T.“ anscheinend aus gewerkschaftlichen Kreisen zu gehen, rechnet man in der Bergarbeiterschaft des Ruhrgebietes nicht mehr mit einem Streik, auch wollen die Arbeiter die geplant gewesenen Kündigungen nicht einreichen. Man rechne rämlich damit, daß die Zechenverwaltungen in nächster Zeit die Löhne aufbessern würden. Hamburg, 8 Nov. Die Hamb. Nachrichten“ sind ermächtigt, zu erklären, daß die Erben des früheren Reichikanzlers Fürsten v. Bismarck den Beröffentlichungen der„Leipz. N. N.“ und eines Berliner Depeschenbureaus über die Vorgänge bei Bismarcks Entlassung selbstverständlich durchaus fernstehen. Aus dem Auslande. Paris, 8. Nov. In katholischen Kreisen ist man sehr beunruhigt, daß die Bischöfe bisher noch nichts unternommen haben, um die Ausübung des Gottesdienstes zu sichern. Die Bischöfe warteten Weisungen aus Rom ab, es sei aber sicher, daß der Papst keine Weisungen mehr erteilen werde. Mehrere Bischöfe und zahlreiche sonstige Geistliche Frankreichs werden sich in diesem Monate nach Rom begeben, um Wisungen über das nach dem 11. Dezember einzuschlagende Verfahren zu erbittern. Nach Blättermeldungen erklärte der Papst, jedes Zugeständnis sei unnütz. Der Amtsantritt Clemerclaus werde hoffentlich ein erfreuliches Ergebnis für die Kirche haben. Paris, 8. Nov. Die französische Deputiertenkammer hat die Forderungen für das Arbeitsministerium mit 512 gegen 20 Stimmen angenommen. London, 7. Novbr. Seit dem Flottenaufstande auf der„Nore" im Jahre 1797 hat England keine solche Revolte in seiner Marine gesehen, wie die von Portsmouth. Nach allen jtzt vorliegenden Berichten haben sich dott unbeschreibliche Szenen des offenen Aufruhrs abgespielt. Von 11 Uhr nachts bis nach 2 Uhr waren die Aufrührer Herren der Situation. Es waren nicht nur Heizer, sondern auch zahlreiche Matrosen, die meuterten. Augenzeugen Erzählung von A. Burg. 28][Nachdruck verboten.) Es mußte also wohl etwas anderes sein, was den Fürsten herführte. Gregor— wie ein heller Blitz erleuchtete dieser Name einen Augenblick ihr Denken. Indessen war sie, ihrer selbst fast unbewußt, durch den Musiksaal geschritten— nun legte sie die Hand auf die Künke— und im nächsten Augenblicke stand sie dem Fürsten Joseph gegenüber. Das Licht, das voll durch die großen Scheiben schien, fiel auf seine stolze, imponierende Erscheinung, auf seine klugen, schönen Züge, in denen sich in seltener Weise Milde und Energie paarten. Milde leuchteten die grauen, von Bunklen Wiwpern beschatteten Augen, ein Zeg un beugsamer Energie lag um den Mund. Der Schwere seines Auftrags war er sich wohl bewußt, ihm hatte sogar einen Augenblick davor gebangt. Nichts war ihm verhaßter, als Weibertränen, lauter Schmerz oder Klagen. Das alles hatte er hier nicht zu fürchten die dodea izn der erste Blick, den er auf Frauengestalt richtete, die jetzt die schwelle überschritt. Die Augen, von denen beschreiben die Szeue außerhalb der Kaserne als die surchtbarste, die sie je gesehen. Die Leute schienen sich in Raserei zu b finden, und ihre Rachsucht richtete sich gegen die O fiziere. Wenigstens 500 Matrosen und Heizer, unterstützt ron Tausenden von Zivilisten, und beweffact mit Steinen die in der Nähe auf einer neu angelegten Straße aufgeschüttet waren. stärmten unter Wutgeheul gegen die Ofiziersquartiere, wo sie von einer starken Abteilung von Matrosen mit aufgepflinztem Bajonett zurückgehalten wurden. Der Aufruhr wuchs von Minute zu Minute. Die Meuterer und der Pöbel machten einen Sturmlauf nach dem anderen, und die Steine hagelten durch die Fenster der Offizierswohnungen. Kommodore Stopford war auf einem Admiralitätsball und kam in einem Autowobil angefahren. E: wurde mit Wut schreien, wüsten Schimpfreden und Steinwürfen empfangen! Em Leutnant, der zufällig über die Straß: ging. wurde ergriffen und mißhandelt und nur durch den mutigen Eingriff einer Abteilung Polizisten gerettet. London, 7. Nov. Ja Portsmouth tagte am 7. d. M ein Untersuchungsgericht unter dem Konteradmiral Croos bei verschlossenen Türen. Viele Zuzen wurden virnommen. Ueber das Resultat und den ganzen Tatbestand bewahrt die Behörde strengstes Schweigen. Es steht jetzt fest, daß in Portsmouth mindesteus 900 Mann meuterten, darunter viele Matrosen der Flotte. Sehr bedenklich sah es während der Revolte auf den Kriegsschiffen aus. Als der Aufruhr seinen Höhepunkt erreichte, wurden Abteilungen von Matcosen von einer Anzahl Schiffe einderufen. Sobald der Zvick ihrer Aufst=llung in den unteren Verdecken bekannt wurde, wurden die jüngeren Heizer aufgeregt und ergingen sich in wütenden Kundgebungen zugunsten ihrer revoltierenden Kameraden. Auf einem Schiffe ging es sehr böse zu, die Heizer machten wiederholt erbitterte Ausfälle und zerflörten, was sie konnten. Die Matrosen unterdrückten schließlich die Rivolte. Nach allen Berichten ist die Sympathie der Matrosen auf seiten der revoltierenden Heizer. Die Schuld wird dem sehr unbeliebten Leutnant Collard zugeschrieben, der die Heizer am Soontag niederknieen ließ, was in diesem Falle als Demütigung und Strase aufgefaßt wurde. Petersburg, 7 Nov. Im Gesängnis zu Irkutsk brach unter den politischen Gefangenen eine große Revolte aus. Militar schritt ein, wobei 13 Personen getötet bezw. virwundet wurden, 17 find enfflohen. Ulter den Toten befinden sich zwei Beamte des Gefängnisses. 30 fangene wurden dem Feldgericht übergeben. Der Gouverneur gibt bekannt, daß Persogen, welche den Flüchtlingen Obdach gewähren, ebenfalls dem Feldgericht unerliegen. Belgrad 8. November. Gegenüber der Meldung in der auswärtigen Prisse von ernstlichen Differenzen zwischen Deutschland und Serdien wird an maßgebender Stelle erklärt, daß der serbischen Regierung nichts über irgend welche Differenzen bekannt sei. Im Gegenteil bestände beste Aussicht für eine noch bess re Gestaltung der deutsch= serbischen Handelsbeziehungen. Kirche, Schule und Mission. (Aus Bremen) wird der liberalen „Rhein. W sts. Zig“ geschrieben: Mit großem Jge meinte, daß sie„nach innen gewein!“ halten, sie würden keine schwachen Klagetränen, der Mund, 2der, so herb geschlossen, dem Antlitz etwas so unbeschreiblich Schmerz volles gab, würde keine Anklage gegen das Geschick haben. „Ich grüße Sie, Durchlaucht,“ sagte die klare, weiche Stimme Angelikas,„und heiße Sie willkommen.“ Sie reichte dem Fürsten ihre Rechte, die er, von der Erscheinung der geprüften Frau mehr gerührt, als er je für möglich gehalten, mit warmer Herzlichkeit küßte. „Gnädige Frau— ich komme— ich komme von des Fürsten Steltensteins Sterbebett— in meine Seele legte er die Abschieds grüße für Sie— ich versprach mit mein m Ehren= und Fürstenwort— sie Ihnen zu bringen.“ Angelika schwankte, wie von einem Schwindel ersaßt, dann ließ sie sich wortlos in einen tiesen Sessel sinken und bedeckte ihre Augen mit der rechten Hand. Einen einzigen Augenblick nur— Der Fürst hatte ihr gegenüber Platz genommen; als sie schwieg und er nur ihren Blick mit der Frage:„Und was noch?“ auf sich gerichtet fühlte, begann er, erst stockend und leise— dann immer fließender— von Interesse sah man hier der Antrittspredigt des zum Nachfolger des verstorbenin freisianigen Predigers De. Kalthaff gewählten Pastors Liz Friedrich Lipsius entgegen, eines Sohnes des bekannten I. neuser Theologen. Der neue Geistliche der St. Mutini G meinde legte dar, wie er sich das Ant eines Predigers und Seelsorgers denkt. Der Prediger der V.rgangen heit habe in dieser Beziehung eine leichtere Aufgabe gehabt, als der unserer Tage. Diesittlichen Vorstellungen haben sich vielfach gewandelt, ein für alle Zeiten gültiges Sittlichkeitsideal hat es nie gegeben. Stets aber vollzieht sich ein Aufstieg vom Niederen zum Höheren; wie das wissenschaftliche Leben, so b.firdet sich auch die sittliche Erkenntnis auf der Bahn nach höheren Zielen. Greß: schöpferische Aufgaben stehen hier bevor, deren maiche sich lösen lossen werden, wenn Gemeinde und Pfarrer in gegenseitigem Vertrauen den Weg zu ihrer Lösung be schreiten.— Also Jesus Cz.istus, das Licht der Welt, ist nach diesem modernen Prediger bremischer Spezialität nicht das „für alle Zeit gültige Sittlichkeitzideal.“ Wie das Christentum, so ist auch die christliche Sittlichkeit dem Wandel der Zeit unterworfen. Dis ist allerdings kons quent gedacht, aber auf das höhere Sutlichkeitsideal zu dem der Bremer Prediger vom niederen aufzusteigen strebt, dürfen wir recht gespannt sein. (Der„Bremserlaß" des Kultusministers) Am 27. Oktober hat der Ministerialdirektor im Kultusministerium, D. Schwartzkopff, wie das„Schulblatt der Provinz Sachsen" berichtet, die Herren Reißmann und G.Uen vom Preußischen Lehrerverein empfangen und ihnen über den bekannten„Bremserlaß" des K.ltusministers und die Aussichten des Lehrerbesoldungs gesetzes Aufklärung gegeben:„Mini sterialdirektor D. Schwartzkopff äußerte, der Erlaß werde nicht richtig aufgefaßt und aus gelegt. Der Erlaß sage nicht, daß Gehaltserhöhungen über 1100 Mark nicht genehmigt werden sollen, er enthalte nur die formale Bestimmung daß solche Beschlüsse, gegen welche die Rgierungen erhebliche Bedenken haben, an der Zertralstelle vorgelegt wirden sollen. Es liege dem Minister völlig ern, die Erhöhung der Lehrergehäller unterbinden zu wollen. Der beste Beweis dafür sei, daß seit dem 4. Mai tatsächlich weit über 100 Gehaltserhöhungen, darunter z. B. die Beeslauer, genehmigt und bit her vom Minister nur ganz wenige Beschlüsse nicht bestätigt worden seien. Die Fälle, welche in der pädagogischen Presse angeführt worden seien, lägen bis auf Dortmund sämtlich vor dem 4. Mai 1906, zum Teil mehrere Jahre zurück. Es werde lediglich nach den bisher schon maßgebenden Geurdsätzen weiter verfahren. Es sei schon stets Prex s gewesen, in Fällen, wo Gehaltsbeschlüsse einer einzelnen Gemeinde nach der Lage der Verhültnisse auf andere Gemeinden zurück virken müssen und die poovinziell geregelte Gehaltsordnung der Lehrer in erheblicher Weise durchbrochen werde, eine Versagurg der Genehm'gung eintreten zu lassen. Der Norwalf=U für Versagung sei der, daß in einer und derselben Gemeinde eine evangelische und katholische Sozietät vorhanden sei. Winn hier die katholische Sozietät, die vielleicht leistungsfähig sei, eine Gehalts erhöhung vornehme, so sei es unerläßlich, da die Lhrpersonen an demselben Orte nicht vrschieden besoldet werden dürfen, daß die evangelische Sozielät einen gleichen Beschluß fass: und die ihr erforderlichen Geldmittel aus Staatsfonds gewährt werden. Hirsichtlich der auf eine Revision des Lehrerbesoldungs. gesetzes gerichteten B.steebungen der Lehrerschaft äußerte der Ministerialdirektor, daß er das Streben des Lehrerstandes nach m aterieller Besserstellung wohl versteh: und seine Berechtigung anerkenne Der Minister selbst habe sich ja auch wiederholt im Lindtage anerkennend über die Lehrer und ihre Tätigkeit ausgesprochen. Se. Exz Uenz st he durchaus auf dem Standtpunkte, daß die Lehrerbesoldung besser werden müsse, und sei bemüht, diese so günstig als möglich zu gestalten. Die Lehrerschaft könne betreffe der Neuregelung der Besoldung volles Vertrauen zur Unterrichts verwaltung haben, die diese Angelegenh it nicht aus den Auzen lasse und tunlichst bald in die Wege leiten werde.“ Kolonialpost. jener Stunde zu sprechen, in der ihm Gregor die Grüße für sein geschiedenes Weib übertragen hatte— wie er das Bild in der Kapsel zum Abschied geküßt und seinen Trauring dazu gelegt habe— zwei Kleinode, die er, Tag und Nacht verborgen unter den Kleidern tragend, bis zu jener Stunde nie abgelegt hatte.—„Und er dachte auch—“ Fürst Joseph machte eine Puuse— er in dieser Trauerstunde jene beraubte Frau noch daran mahnen, daß sie auch eine beraubte Mutter sei? Die klare Stimme der jugendlichen Frau mit den weißen Haaren unterbrach die Pause. „Er dachte auch seines armen Hans Ezon — nicht wahr?“ fragte sie fast atemlos und beugte das Haupt vor, wie um die Artwort von den Lippen des Fürsten zu lesen. „Ja— gnädige Frau— er dachte seines Sohnes mit tiesem Kummer und des bitteren Leides, das Ihnen dadurch geschehen war.“ Angelika antwortete nicht gleich, sie lehnte sich eine Minute still in den Sessel zurück und schloß die Augen. Dann sagte sie: „Erzählen Sie mir, Durchlaucht— hatte er viel zu leiden— o, ich beklage ihn nicht — er hat nun überwunden— sein geteiltes Leben war sein früher Tod. Aber— ich fühle so großes Mitleid für seine armen (Die Deutschen im englischen Südafrika) haben einen hübschen B weis deutschen Gemeingefühls abgelegt, indem sie für den(vangelischen Kirchbau in Windhut 4709,17 Mark gesammelt und nach Windhuk übersandt haben. Aus allen Gegenden der Kapkolonie, Natals, Trankvaals, Mischonalands und Britisch Betschuanalands sind die Gaben zusammengeflossen. Diese Gaben si d um so höher zu schätzen, weil ganz Südafrika unter schwerer wirtschaftlicher Depression leidet. Lokales und Provinzielles. Vielefeld, 9. November. (Militär= Urlauber=Sonderzüge.) Zur Eitlastung der Personen und Schnellzüge zu Weihnachten, Ostern und Pfiagsten hat die Eisenbahndirektion Hannover mit den beteiligten Eisenbahndirektionen euf den Stricken Berlin=Hannover=Hama:Köln Militär= Urlauber= Soaderzüge vereinbart. Diese Sonderzüge verkehren mit SchnellzugsGeschwindigkeit und halten nur auf größeren Stationen. Die Arlauber werden bei weiten Entfernungen auf diese Züge verwiesen im Interesse einer glatten Durchführung des Schnellzugsverkehres. (Zur Lohnbewegung in der Nähmaschinenindustrie) wird berichtet, daß die Entscheidung über die von den Arbeitern am 2 d. Mis. gestellten Forderungen hinausgeschoben ist. Die Fabrikleitungen weiden die zum 8 d. Mts. erbetene Art vort erst am Sonnabend, den 10 d. Mts. erteilen. (Ravensberger Streichquartett.) Wie aus dem Anzeigenteil ersichtlich, nehmen die Vortragsabende des Rivensberger Streich= gtartetts am Montag, den 12. November, abend: 8¼ Uhr, in der„Eintracht" wieder ihren Anfang Die Listungen dieser heimischen Tookünstlervereinigung für Kammerwusik haben die volle Anerkenrung der Kritik gefunden, und die veranstalteten Konzerte erfreuen sich der stets wachsenden Kunst des Publikums. Verschiedene ehrenvolle Berufungen zu öffintlichen Konzerten in anderen Städten oder zur Füllung von Musikabenden in geschlossenen G.sellschaften zeugen von der Wertschätzung, die das Otartett bereits weithin genießt. Wir machen deshalb auf das erste Konzert in der diesjährigen Saison am nähsten Montag und auf seine Anzeige im Inseratenteil besonders aufmerksam. (Kollektiv=Ausstellung Ledebur.) Wie wir hören, wird die Ledebur=Ausstellung in Otto Fischers Kunst=Salon bereits am Montag geschlossen. Da der Künstler zweisellos zu den Stützen der Dresdener Künstlerschaft Kinder— nun so vater= und mutterlos— das ist schwer.“ „Prinzessin Idaline und Erbprinz Burchardt siad unter meine Vormundschaft gestellt— Geaf Lucian führt die Regentschaft, bis Burchardt mündig ist. Die allerdings sehr zarte Idaline bleibt unter der Obhut der Gräfin Ellerbach, die Steltensteins verwaistem Haushalte vorstand. Im übrigen betrachten die Kinder Gregors meine Frau und mich so als stellvertretende Eltern— sie sind viel in unserem Hause— vielleicht— vielleicht wird Idaline uns wirklich roch einmal eine Tochter" Ein Schimmer von Ueberraschung flog über Angelikas schmerzbewegte Züge— hatte nicht in dem Briefe Henriks, den Inge ihr zu lesen gegeben, von Prinzessin Idaline gestanden? Gewiß— die Aufregung hatte sie ganz übersehen lassen, daß es Henriks Vater war, dem sie hier gegenüber saß. Fürst Schönau von Wettersbach hatte indessen ein Käsichen roe Angelika hingestellt — sie legte die Hand darauf, aber sie öffgete es nicht. Nicht in Gegenwart eines anderen— ganz ollein wollte sie Gregors Vermächtnis begrüßen. (Fortsetzung folgt.) gehört und seine Arb Heimat, Minden= Ra so weisen wir nochm hin. Am Sonntag ist bis ½2 Uhr geöffnet. 5(Deutsche Kol Abteilung Biele für das zu errichten! (Wöchnerinnenhe die Mitglieder priv ui# gebracht und an die abgeliefert. Eine Eit der Kolonialzeitung. Südwestafrika die gün Aufiedelungszweck:. von jungen F auen u Familienangehörigen die Koonialgesellschaft um unsern Kulluspior eines eigenen Heims ist daher Pflcht, dieser den Farmen, die bis Nachbarin oder meiste Eingeborenenfrau in d preis gegeben waren, e zu bieten, in dem sie i ihre schwere Stunde er träge für obigen Zvick der Vorsitzende Erich: (Aus dem Theater5 Der Streit um den Seit Jahren beherrschte de lischen Romanserie Coni Detektivstück„Sherlok Hol lands und Amerikas; Be bekannteste englische Scha Darstellung der Titelrolle errungen; als Albert Boz Deutsche Bühne gewann.— erfolgreichen Aufführungi hard selbst den Helden des von allen Seiten Detektiost den Romanen Connan Do ihre Zahl heute bis auf Prozesse um Autorisation wurden geführt und ausg des englischen Tausendkünst land so populär geworden, Nunmehr bringt auch unst Sherlok Holmes und zw wähnten Bearbeitu Originalstückes v. Al Die Klassikervorstellung„A abend, 10. November(m um 7 Uhr, worauf noch gemacht wird. m(Festgenomme wurde der Arbeiter Jo brück, weil er ver dächt Herren, mit welchen sammen war, einen Ueb haben. Der Ueberzieh der Keiminal Adteilung, kann dort vom Eigent## nommen werden. m.(Gestohlen) w Emma H ein Pakit wäsche im Werte von 3 m(Gesperrt) wirk de Schlachthosstraße Wiesenstraße in der 8 schließlich 12. d. M. m(Gefunden) wur Riefel und ein Geldstück Aus den Kreisen Min Minden, 9 Nov.(! Amtsjudiläum) seiHerr Pfarrer Krie St. P trigemeinde. Hausberge, 7 N Am 6. d M. feiert: sein 25 jähriges Amteji „Kuser Fredrich“ hatt etwa 280 Personen verst Amtmann Corsfeld, Lar Superintendent Nieman mann und zum Schluß Ansprachen Der Männ pissnde Leder vor. Lübbecke 8 Nov Pr. Oldendorfer 9 Woche zeigte sich im erheblicher P eisrückgan kosteten nach dem„Krei das Stück; bei schleppe vieles unverkauft, währ Rindoieh sich ein flot wcklie. Levern, 4 Nev Vorgenern nachmittag eine schaurige Nachricht 77 jährige Neubauer BTich, hatte sich erhäng hohen Alter in selter Frische sich befindende mittage noch eine Ful helfen und ist wohl g unseligen Tat geschritten grund gewesen ist, en menschlichen Kenntnis, in glücklichen Familic: Dingen pekuntären Verh ist dies um so traurig letzten Jahren dieses der Selbstmord in unserm alle durch Erhängen. gehört und seine Arbeiten meistens unserer Heimat, Minden= Ravensberg, entstammen, so weisen wir nochwals empfehlend darauf hin. Am Sonntag ist der Salon von ½12 bis ½2 Uhr geöffnet. 5(Deutsche Kolonialgesellschaft. Abteilung Bielefeld.) Als Spende für das zu errichtende„Elisabeth= Haus“ (Wöchnerinnenheim) in Windh#k haben die Mitglieder priv uim 555 Ml. zusammengebracht und an die Hauptkasse in Berlin abgeliefert. Eine Einzelguittung erfolgt in der Kolonialzeitung. Bekanntlich biett Südwestafrika die günstigsten Aussichten für Aufiedelungszweck:. Eine große Anzahl von jungen F auen und Mädchen ist ihren Familienangehörigen oder Verlobten durch die Kosonialgesellschaft nachgesandt worden, um unsern Kultu ploaieren die Errichtung eines eigenen Hims zu ermöglichen. E: ist daher Pflcht, diesen jungen Frauen auf den Farmen, die bis dahin einer deutschen Nachbarin oder meistens einer unsauberen Eingeborenenfrau in der Stunde der Geburt preis gegeben waren, ein Heim in Windhuk zu bieten, in dem sie in der Nihe des Arztes ihre schwere Stunde erwarten können. Beiträge für obigen Zvick nimmt gern entgegen der Vorsitzende Erich Delius. (Aus dem Theaterbure au) wird geschrieben: Der Streit um den„Sherlok Holmes“. Seit Jahren behirrschte das, der berühmten englischen Romanserie Conran Doyles nachgebildete Detektivstück„Sherlok Holmes“, die Bühnen Englands und Amerikas; Beirboom=Tree, wohl der bekannteste englische Schauspieler hatte mit der Darstellung der Titelrolle ungezählte Triumphe errurgen; als Albert Bozenhard dasselbe für die Deutsche Bühne gewann.— Gleich nach dir ersten erfolgreichen Aufführung in Hamburg, wo Bozenhard selbst den Helden des Stückes kreirte, tauchten von allen Seiten Detektivstücke auf, die ihre Stoffe den Romanen Connan Doyles entlehnen, so daß ihre Zahl heute bis auf 15—20 gestiegen ist. Prozesse um Autorisation und Uebersetzungsrechte wurden geführt und ausgesochten und der Name des englischen Tausendkünstlers ist heute in Deutsch: land so populär geworden, wie in seiner Heimat.— Nunmehr bringt auch unser Stadt Theater seinen Sherlok Holmes und zwar in der obenerwähnten Bearbeitung des englischen Originalstückes v. Albert Bozenhard.— Die Klassikervorstellung„Wilhelm Tell“ am Sonnabend, 10. November(morgen) beginnt bereits um 7 Uhr, worauf noch besonders aufmerksam gemacht wird. m(Festgenommen) und eingeliefert wurde der Arbeiter Josef Schw. aus Osna brück, weil er verdächtig ist, zwei fremden Herren, mit welchen er am 8. d. M. zusammen war, einen Ueberzieher gestohlen zu haben. Der Ueberzieher befindet sich bei der Keiminal Adteilung, Turnerstraße, und kann dort vom Eigenkümer in Empfang genommen werden. m.(Gestohlen) wurde der Arbeiterin Emma H ein Pakit mit Leib= und Bettwäsche im Werte von 30 Mark. m(Gesperrt) wird wegen Ausbesserung de Schlachthosstraße zwischen Bleich und Wieserstraße in der Zit vom 9 bis einschließlich 12. d. M. m(Gefunden) wurden ein Prar Schaftstiefel und ein Geldstück. Aus den Kreisen Minden und Lübbecke. Minden, 9 Nov.(Sein 50jähriges Amtsjudiläum) feiert am 16 d. M. Herr Pfarrer Kriege an der hiesigen St. P trigemeinde. Hausberge, 7 Nov.(Jubiläum.) Am 6. d M. feiert: Hur Pastor Balke sein 25 jähriges Amtejudiläum. Im Hotel „Kuser Fredrich" hatten sich zu der Feer etwa 280 Personen versammelt. Die Hrren Amtmann Corsfeld, Landrat Dr Cerneisen, Superintendent Niemann, Schulrat Kindermann und zum Schluß der Jubilar hielten Ansprachen Der Männer Gesanzv.rein trug pissnde Leder vor. Lübbecke 8 Nov(Auch auf dem Pr. Oldendorfer Markte) in voriger Woche zeigte sich im Schweinehandel ein erbeblicher P eisrückgang; SchsTochenserkel kosleten nach dem„Kreisol.“ 11—13 Muk das Stück; bei schleppend m Handel blieb vieles unverkauft, während in Pferden und Rirdoieh sich ein flotteres Geschäft entwcklle. Levern, 4 Ncv(Selbstmord) Vorgenern nachmittag durchlief wiederum eine schaurige Nachricht unsern Ort. Der 77 jährige Neubauer Bieke hierselbst, hinterm Tich, hatte sich erhängt. Der bei seinem rohen Alter in seltenr Rüstigkeit und Frische sich befindende Gies hatte im Vor mittage noch eine Fuhre Sand aufladen helfen und ist wohl gleich darauf zu der unseligen Tat geschritten. Wis der Beweggrund gewesen ist, enzieht sich wohl der menschlichen Kenntnis, da der Verstorbene in glücklichen Familien= und ro: allen Dingen pekuntären Verhältnissen lebte. Es ist dies um so trauriger, da doch in den letzten Jahren dieses der sichste oder siebente Selbstmord in unserm O.te ist und zwar alle durch Erhängen.(Lübb. Kreisbl.) Aus den Kreise Herford. Hersord, 8. Nov.(Schnell tritt der Tod.) Als heute morgen der Tischler Larberg die Promenade Unter den Linden beschritt, sank er plötzlich vom Herzschlag getreffin tot nieder. Herford, 8 Nov.(Wasserschau.) Die Wasserschaukommission stellte bei Be sicht'gung der Aa und Werre am 13. und 14. September 1906 fest, daß an mehreren Stellen genaanter Flüsse die Vorflat durch hohe Weiden büsche und allerlei Anschwemmungen gehemmt wird. In Interess: einer guten Voiflit werden daher alle Userbesitzer beider Füsse hiermit aufgefordert, bis 1. Dezember d. J. die beregten Uebelstände zu beseitigen. Aus den Kreise Halle. V rsmold, 6. Nov.(Einbedauernswertes Unglück ereignete sich heute dadurch, daß die Magd Lürmann bei dem Bürger Gustao Kirchhoff zu Wttenstein vom Boden stürzte und dadurch so schwere Verletzungen erlitt, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Kirchheff hatte laut„Hall. Kreisbl.“ die Deeschmaschine gehabt und die Migd, welche erst im vorigen Jahre konfirmiert ist, hatte etwas auf dem Boden zu verrichten; sie kan dabei der Bodenluke zu nahe und sill auf die Deele. Aus den Kreisen Wiedenbrück und Paderborn. Amt Gütersloh 8 Nov.(GemeindeVerordnetenwahl.) Die Wahlen zur regelwäßigen Eegänzung der Gemeindeverordneten finden am Donnerstag, 22. November, in Gütersloh für die 3. Abteilung und am folgenden Taze für die 2. und 1. Abteilung stett. Es scheiden nach der „West'. B'g.“ aus: aus der 1. Abteilung: Fabrikbesitzer Herm. Strenger, Blankenhagen 92, und Meier Siegfried Merkling haus, Sundern 1; aus der 2. Abteilung: Kolon und Wirt Heinrich Fislake, Blankenhagen 22; aus der 3. Abteilung: Holzhändler Hermann Diestelkamp, Sundern 84 Es hat mithin in dies.m Jahre die 1. Abteilung 2, die 2 Abteilung 1 und die 3 Abteilung 1 Gemeinde= verordneten zu wählen. Aus dem Reg.=Bez. Münster und Arusberz. Münster, 7. Nov.(Der nächste westf. Provinziallandtag) wird zum 3. März nächsten Iihres einberufen werden. Hörde, 8. Nov(Die verschütteten Bergleute.) Nichdem die Rettungsarbeiten auf der Zeche„Kcone“ 54 Stunden dauerten, ist es gelungen, heute nachmittag eine Verständigung mit den 4 verschütteten Berg arbeitern herzustellen, die sämtlich unverletzt sind. Aus den Nachberprovinzen und Staaten. Essen, 7 Noohr.(Durchgebrannt.) Der Knappschaftsbeamte Schäfer aus Bochum ist mit 7500 Mk flüchtig geworden. Man nimmt an, deß er sih nach Holland gewandt habe. Vermischtes. Halle a. S, 8. Nov.(Amtlich) Am 7. d. M. abends 11 Uhr, überfuhr der Güterzug 6859 von Kassel nach Halle das Haltesignal bei der Zweigstation X aus dem Bahnhef Halle und fuhr in ein totes Gleis auf einen Prellbock. Die Maschine, der Packwagen und zwei Güterwegen entgleisten. Schoff. er Gander ist tot und Zugführer Filter verletzt, beide aus Halle. Der Materialschaden ist gering. Cuxhaven, 8 Nov. Der große amerikanische Dampfer„Madawaska", von Galveston nach Emden unterwegs, ist an der Osticke Norderney! gestrandet. Sämtliche hiesige Hilfsdampfer sind nach der Unfallstelle ausgelaufen.(Hann. C.) Bremerhaven, 8. Novbr. Der Dampfer „Concordia“ aus Helfingfors ist im englischen Karal untergegangen. Ein holländischer Lotsenschoner rettete die Mannschaft. Husum, 4 Noobr. Der gewaltige Dammbau, durch den die Insel Nordstrand mit der schleswigschen Küste verbunden werden soll, darf nach Ueberwinlung unendlicher Schwietigkliten nunmehr als in der Hauptsache gelungen gelten, nachdem die Tiefe in der Pohns bucht, durch die bisher die Schiffahrt ihre Straße genommen, durch ur geheure Materiel massen ausgefüllt und damit die dortige starke Strönung gebrochen ist. Namertlich im ltzten Morate ist gersdezu fieberhast gearbeitet worden, um diesen schwierigsten Abschnitt des Baues noch vor Elntritt der stürmischen Witterung zu voll enden, nachdem wiederholt durch schweren Seegang die Arbeit von Wochen an einem Tage veinschtet worden. Vom Außendech bii Wobbendüll, nordwestlich von Husum ausgehend, führt der Damm in gerader Richtung nach dem Nordstrand der Phons hallig und bildet vom Nordstrand aus einen 800 Meter langen Erddamm an den sich ein 2600 Meter langer Buschdamm an schließt. Unausgesitzt wird noch an der Verstäckung des Dimmes, der in seiner jetzigen Höhe bei Hocfluten noch tief unter Wasser steht, gearbeitet, um ihn gegen einen Durchbruch oder Schädigung durch Esgang im kom nenden Water zu schätz n. Die weitere Aufschüttung bis zu einer solchen Höhe, daß die gewölbte, 8 Meter breite Krone des Damnes ein halbes Meter über Hochwasser liegt, wird später erfolgen; die Dammkrone wird danach mit Busch abgedeckt und mit Steinen belegt. Ei wurden zunächst zwei Dämme aus Senkstücken von Busch und Felsen durch die Tiefe gelegt, die mit zahlreichen Pfäzlen, Faschinen und dazwischen kreuz und gier gezogenen Drähten befestigt wurden. Der Z vischenraum zwischen beiden Stutzvänden ist mit Eede in Sandsöcken unter Beimischung von Heidekraut ausgefüllt. Durch die bisherigen Arbeiten erscheint der Dammbau, ein Kilturwerk erstin Ranzes, gesichert, und er wird bei der Landge winnung im Wattenmeer zweifellos große Dienste leisten London, 7. November. Einer Petersburzer Meldung zufolge werden von der Insel Sachalin ernste Konflikte zwischen Russen und Japanern gemeldet. Das russische Transportschiff„Kolyma“ soll in den Grund gebohrt worden sein. Rio de Janeiro, 7. Nov. Hier ist gestern ein Pestfall festgestellt worden. Der Erkrankte wurde durch Antipestserum infiziert, er starb jedoch nach 24 Stunden. Literarisches. Unter der Fahne des ersten Napoleon betuelt läßt der Potsdamer Pastor Karl Röhrig soeben bei Stephan Seibel Verlag Altenburg S. A. ein neues Buch erscheinen; in dem 192 Seiten starken, mit 8 Volldildern versehenen Bande schildirt der Großvater des Herausgebers seine Erlebnisse als Hunsrücker Dorf schullehrer in den Feldzügen Napoleons, insbesondere derjenigen des Befreiungsjahres 1813. In der der damaligen Zeit eignen kräftigen Ausdrucksweise schildert der Selbstbiograph seine Erlebnisse bei der Teilnahme an den großen Schlachten von Möckern, an der Katzbach, Leipzig und Hanau. Das ganze Buch bietet bedeutsame kulturgeschichtliche und kriegsgeschichtliche Bilder, läßt uns die Errungenschaften unserer Tage umso dankbaree erkennen und ist wiederum ein Zeugnis für die deutsche Treue, die der Erzähler dem großen Franzosenkaiser auch in Hunger und Elend gehalten hat; zugleich aber geht durch das ganze Buch ein Zug gesunder Frömmigkeit, die an ihm auch in den schwersten Tagen ihre wunderbare Kraft bewährte. Das ganze Buch aber ist innerlich und äußerlich gediegen ausgestattet und kostet elegant gehefiet 2.— Mk., in mehrfarbigen, hochelegantem Ganzleineneinband gebunden 2.60 Mk. Grube Morgenrot und 8 weitere Erzählurgen aus der Feder der bekannten und beliebten Er zählerin M. Blumner erschienen sorben zu einem stattlichen Bande vereinigt bei Stephan Geidel Verlag Altenburg S A. zum Preise von 3.20 Mk. für das geheftete, 4.— Mk. für das hochelegant gebundene Ex mplar des 320 Seiten starken Bandes. Jede einzelne der in dem Bande enthaltenen Erzählungen bi. tet einen sittlich reinen, dabei aber intressanten und fess lnden Lesestoff, ohne in eine unnatürliche frömmelnde Manieriertheit zu verfallen. Die führenden Persönlichkeiten aller einzelnen Erzählungen sind witliche Menschen des täglichen Lebens mit ihren Schatten und Lichtseiten und ihre Charaktere sind übereus scharf und plastisch gezeichnet, sodaß es nicht gut mö,lich ist, einer der Erzählungen den Vorzug vor den anderen zu geben. Das Reich Christi, Monatsschrift für Verständnis und Verkündigung des Evar geliums, H rau geber Dr. I. Lepsius, Gr. Lchterfelde, Reich Christi Verlag, jäh lich 6 Mk bei monatlchem Erscheinen. 6 H.ft Die Liebe Gottes v. Prof ssor D. Kähler.— Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi v P Sam Jäger, Bethel— Die Gemeinschaft des heiligen Geistes v. Miss Insp. P. Wilde Lchterfelde. Dieses Heft enthält die 3 Hauptvorträge, die auf der dier jährigen Eisenacher Gemei schaftskonferenz gehalten sind. Wir freuen uns herzlich, daß si; auf diese Weise auch dinen, die nicht in Eisenach sein konnten, zugä glich ge macht sind. Es liegt in ihnen viel Kraft, Geist und Glaubens freudigkeit. Wir empfehlen ihre Lektüre herzlichst. Das„Reich Christi“ über haupt gehört zu den Blättern, die man nicht gern wieder intbehrt, wenn man sie kennen gelernt hat Wir wür schen ihm einen roch viel weiteren Leserkreis. Uebersicht der Witterung. Bielefeld, 9 November 1906 Mitgeteilt von Fr. Böckelmann Ww., die Niedrigst. Thermometerstand in der Nacht+ 6½. Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+ 10 cs. Barometer 745 cm Wind: Süd Himmel: bedeckt. Oessentlicher Wetterdienst. Dienststelle: Meteorologisches Observatorium Aachen. Voraussichtliche Witterung für die Zeit vor Abend des 9 Nov. bis z. Abend des 10. Nov. 1906. Mäßige südliche Wiide veränderte Bewb#kung, vorüb rgehe de Nederschläge, Temperatur nicht er heblich geändert. Neueste Nachrichten. Berlin, 9. Nov. In einem anscheinend inspirierten Leitartikel gibt der„Lo“. Anz.“ ein Bild von dem Gang der Krarkzeit des Landwirtschaftsministers von Poddielski und geht dann auf die Belauptung ein, Pr:dielskt hätte wegen der Tippelzkiicheffäre und wegen seiner dem Reichskanzler gegenüber obwaltenden Stellung aus dem Amt scheiden müssen. Hierbei wurde, so fährt das Blatt fort, auch von einem Duell Bülo v. Podbielskt gesprochen. Wer die einschlägigen Verhältnisse genau zu beurteilen vermag, der hätte von vornherein gesehen, daß diese Auffissarg eine irrige war. Bülow hat die Gathebung des Lindwirtschaftsministers bei sein m Besuch in Wilhelmihöhe nicht vorgeschlagen, weil kein Anlaß dozu vorlag Aus allgemeinen Gründen dürfte der Reich=kanzler kaum Veranlassugg gerommen haben, auf Podbielskis Verabschiedung hinzuwirken, denn er hat im Lindwirtschaftsminister stets nur eine Stütze seiner Politik gesunden. Von einem Duell zwischen Bülow und Podbielski kann keine Rede siin, wenn auch in der Afftre Tipp lskirch keine völige Ueberein simmung bist inden haben sellte. Hingegen würde es verwunderlich erschienen sein, wenn Herr von Poddiel ki wegen seiner schlechten Gesundheitsverfassung sich nicht veranlaßt gesehen hätte, sein Abschiedsgesuch zu erneuern und aus d.m Amte zu scheiden. Er hat damit auch dem Drängen seiner Familie nachgegeben Mit der Person des Fürsten Bllow hat dieser Gntschluß nicht das geringste zu ton Hohensalza, 9. Novbr. In Kruschwitz versuchten Polen den Lehrer in den Goplosee zu werfen. Durch hinzukommende Leute wurde der Lehrer gerettet. Warschau, 9. Nov. Als um 7½ Uhr abends auf der Wiener Bahnstation Rojow der Zug passierte, der Wien um 7 Uhr abends am Mittwoch verlassen hatte, wurde unter den Postwagen eine Bombe geschleudert. Der Postwagen wurde gänzlich zerstört und der nächste, der Militärbehörde gehörige Waggon durch Feuer eingeäschert. Einige Postbeamten und 15 Soldaten wurden getötet oder tötlich verletzt. Das Attentat war von Revolutionären organisiert worden, die den Zug gründlich ausplünderten. Es ist ihnen eine Geldsumme von etwa einer Million in die Hände gefallen. Den Räuhern gelang es zu entfliehen. Der Zug konnte nicht weiter expediert werden. Schlachtviehpreise nach gewicht auf Grund amtlicher Marktberichte zusammengestellt un nach einigen telegraphischen Berichten bearbeitet vo. deCentralstelle für Viehverwertung der Preußischen Lau wirt schaftskammern Berlin W., Kötheaer Straße 39. Hennod. Dortm Essen Ochsen. a) vollfleischige, alt(mind. 12 Ctr. Lbg.) b) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete e) mäßig genährte junge und gut genährte ältere d) gering genährte jeden Alters Bullen. a) vollfleischige, ausgeb) vollfleischige jüngere und Altere... Kalben und Kühe. a) vollfleischige, ausgemästete Kalben höchst Schlachtwertes d) vollfleischige, ausge mästete Kühe höchst Schlachtwertes, bis 7 Jahren... Kalben Kälber. a) Doppellender d) feinste Mast=(Vollmilchmast) und beste Saugkälber c) mittlere Mastkälber und gute Saugkälber. d) geringere Saugkälber u. älteres, gering genährtes Jungvieh(Fresser) Schafe. a) Mastlämmer u. füngere Masthammel b) ältere Masthammel. e) mäßig genährte Hammel u. Schafe(Märzschafe) Schweine. a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen bis zu 1½ J d) fleischige c) gering entwickelte sowie Sauen Vorstehende Preise verstehen sich für 110 Pfe Lebendgewicht, bei Schweinen mit 20% Tare. amtlichen Schlachtgewichtpreise sind mittels der angegebenen Schlachtprozente umgerechnet. Stadt-Theater. Sonnebend, den 10. November er., Anfang 7 Uhr. Wilhelm Tell. Sonntag, 11. November 1906. Anfang 7 Uhr. Erste Aufführung des SensationsNovität: Sherlock Holmes. (Erlebniss. eines englisch. Detektives) Komödie in 4 Akten nach Canon Doyle und Gillette von A. Bozenhard. Montag, 12. November 1906. Unwiederruflich zum letzten Male: Eine tolle Nacht. an Seunabend, 10. November, Neustädter Kirche zu Bielefeld. KONEERT zum Besten des Lutherstifts am Sonntag, den 11. November 1906, abends 8 Uhr. Mitwirkende: Frl. Marie-Rika WiemannSopran: Konzertsängerin Barmen. Herr Konzertmeister H. Barkhausen-Bielefeld. Herr Königl. Musikdirektor und Organist Gustav Beckmann-Essen a. d. Ruhr(Solo) Herr Organist K. gleitungen). Violine: Orgel: Kirchlicher Anzeiger Zielefeld. 22. Sonntag nach Trinitatis. honntag, den 11. November 1903 Kollekte für den Gustav Adolf verein. Altstädter Kirche. Sonntag. Lorm 10 Uhr Jah esfest des Bieleselder Kreisvereins der Gustao Akof Stiftung P. Dr W ssel. Vorm. 11 Uer Kindergottesdunst. Nachm. 4½ Uhr Jungfrauenverein #dends 6 Uhe Hulfsprediger Dieus. Dienstag, abends 8¼ Uhr Bibelstunde in Wertb im. Abends 9 Uhr Bibelstunde im Altstädter Jünglings=Verein.— Mittwoch, abends 8 Uhr Kirchklicker Gesangverein.— Donnerstag, nachmittags 3 Uhr Altstädter Frauenverein.— Neustädter Kirche. Vormittags 10 Uhr P. Kuhlo.— Beichte urd Nachdem die Fluchtlinien für das Gebiet südlich der Detmolderstraße und zwar für die Planstraßen 1—13.23 bis einschließlich 25, sowie für die Buchen= und Klußstraße vom Magistrat mit Zustimmung der Stadtverordneten=Versammlung festgesetzt sind, ist der betreffende Plan auf dem Rathause— Zimmer 24— zu jedermanns Einsicht offengelegt. Einwendungen gegen ihn sind bis zum 7. k. Mts. bei uns anzubringen. Bielefeld, den 6. November 1906. Der Magistrat. Gewerbebank zu Bielefeld (früher Vorschuss-Verein) Turgerstr. 33 mit beschränkter Hatgüicht, Eek-Marhsb. Telephon No. 281. Reichsbank-Giro-Konto. Nur für Mitglieder! Geschäfts-Antelle ca. Mk. 800 000 Reserven ca. Mk. 230 000 Buchhandlungen von Otto Fischer und M. Pfeffer, sowie 8 Uhr, Rischtze; Zirßigafführung Elgenes Vernögen ca. Mk. 1 000 000 Mattsumme es. Mk.1 oon non im Neuslädter Gemeindehause, Papenmarkt 6 und bein( Honten, azaia al. Uer Kißte Programme 10 Pfg. Quartett: Schlingmann-Bielefeld(Be-#ell. Abendmahl. Kollekte fü die ev Diaspora im Auslande. D.: Davangherger Streichsvartett(Die!— Vorm. 10 Uhe in der 11 Das Kuvensberger Streichquartett.(Die B##rgeischele P. Waubke.— Herren Barkhausen, Harbaum, Schulz, Rachmittogs 1¾ Uhr KinderPradel) zottesdierst.— Nachm. 4 Uhr Jungfrauenvereine.— Abends Eintrittskarten zu 0.50 Mk. sind zu haben in den!s Uhr P. Jordan.— Abends Küster Landwehrmann. abends 8½ Uhr im Vereinslokal Remke. Tagesordnung: 1. Ballotage. 2. Kaisergeburtstagfeier. 3. Vortrag des Kameraden Oberlehrer Dr. Schrader über: „Jena und Auerstädt“. 4. Kasse. 5. Versch edenes. Der Vorstand. Wir Tacschalts Brollnung!“ NB. Um Ablieferung der gesammelten Zigarren=Abschnitte wird gebeten. An den Beitritt zur Sterbekasse des deutschen Kriegerbundes wird erinnert. Preiswerte Kleiderstoife: Reinwoll. Cherlots. Meter Nk 1.10, 1.30, 1.50—-300. Reinwoll. Satintuche, Meter Mk. 225, 250—4.75. Reinwoll. Kammgarne u. Tuche Meter Mk 2.50—7.00. Englische Fantasiestoffe Meter Nk 1.30, 1.50, 1 75—5.75. Schwerere Kostümstotte Meter Nk 230, 275-650. Blusenstoffe, Streifen u Karos Spezialitst: Beste schwarze Kleiderstofte, Seidenstoffe, für Kostüme. Blusen u. Besatz. Grosse Sortimente letzter Neuheiten in nur guten Qualitäten. Katalog und Mustersendungen gratis und franko. F. Baddeberg Gesgerder Bielefeld. Was haben wir am Sakrament der heiligen Taufe? Zur Beherzigung für lutherische — Christen.— Von E. Görg, Pastor. Diese gediegene Broschüre, à Stück 20 Pfg, gegen Einsendung von 23 Pfg in Briefmarken fran'o durch die Post, empfiehlt Carl Meyer, Halle i. W. empfehlen unseren Mitgliedern die nachstehenden Geschäftszweige zur gefl. 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Beicht: und Jeier d's hel Abe dmadles, besonders fü: die von P. Köh itzte: Ostern Konfirmierten und derei Angehöri,e.— Arend. 8 Uer Männer= und Jüngliigs Verein.— Abenks 9 Uhr Gebetsstunde für den ganze. B rein Montag, ab nds 8 Uh1 Nähverein in der Kuderschul. i der F.iedrichsstr.— Mutwoch, arends 9 Uhr Bibelstunde im Männer= urd Jänglinzsv#rein.— Donnerstag Nachm. 3½—6 Uhr Johon es: F auenverein im Gemeindehause.— Donnerstag, ab d 8½ Uhr G meind.ib lstunle im Gemei, deh use.— Freitag, alends 8½ Uh Versaum. lung des Elau Kreuz V ein. Senabend, abends 9 Uhr Biselbesprech. und Gebittstunde.— Martini Kirche. Vormi tags 10 uh. P. Usener.— Nachm. 2 Uh. Kindergottesdie st.— Nachm. ½5 Uhr Junzfeauenverein.— Abends 6 Uhr Nachftier de Gast:v Adolf Fistes in der reso: mier#en Kiche.— Abends 8 Uhr Mon er und JünzliegeVerein(Vo.t ag.) Di netag, aben½9 Uhr Blau= Kreuz=Verein. Mittwoch, abend ½9 Uhr G meinde#ile sturde im Vereinzsüten Zinlssutzen. 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Sonntag, Vormittags 10 Uhr Lesegottesdienst— Nichm. 4 Uh Reforn ationefst mit Zeier ds d#ilgen Abendmatls Beichte nach der Predigt. Pastor Sörg. kranke, auch solche, die nirgends Heilung fanden, verlangen Prospekte und beglaubigte Atteste gratis. C. W. Rolle, AltonaBahrenfeld(Elbe). Rheumatis..09, Harmoniums, neu und gebraucht, Raten, Miete, kein Laden, daher äußerst billig Weststrasse 21. Altkatholische Gemeinde Bielefeld. Sonntag, den 11. November, Gottesdienst sält aus, dofür in Lixpstadt Gottesdienst(10 Uhr in der reformierten Kirche.) R Kundt, Pfarrveiw. Bischöst. Methodisten=Kiche, Hermannstraße 24. Sonntag, den 11. November vormittags 10 Uhr Pedint.— Vorm. 11½ Soar tagsschule.— Nachm ttags 4 Uhr Predigt — Deritag, abends 8½ Uhr Gebeistu de. I dermann ist freunlichst ein zeloden F. J.k 5, Prediger. und Gicht=Leidenden teile ich aus Dankbarkeit umsonst mit, was meiner Mutter von jahrelangen qualvollen Gichtleiden geholfen hat. Marie Grünauer München, Pilgersheimerstr. 2/II. Seiterwaren. Verantwortich für den mdaktonelen Leil Hermann Lauge, für den Rektams und Iuseroten= Teil R. Trautmann, Druck und Verlag von A. von der Mählen, Stricke, Leiren, Seile, Bndfaden, und Darmsalten, bei F. W. Lütkemeyer, Welle 43. Runc i Batch. Nr. 265. * Sechaftsstelle u.#1 ellen Postanstalten## s M., bei täglicher Zu#tung in Bieleseh ##0 M., durch Briestäger 1,42 M. Bechetungsüßhe Erstes Alsterischer 10. November: Kar Burgund, geb. 1433.—2 Eisleben geb. 1483— F geb. 1759.— Unterzeicht Friedens, 1859.— Die 3 kopituliert, 1870.— Luk Dichter, gest. 1889. 11. November: Der 316.— Kaiser Heinrich Octavio Piccolomini heir, geb. 1599. Johan von Polen, erstürmt das Türken bei Choczim, 1673. Dresden, 1813.— B lagerungszustand ver reiches Gesecht bei Möm Kobell, Mineralog und 2 K. E. Biehm, Natursorsah Streiks und Aus Daß das Streilfieber ir staik um sich gegiiffen miterlebt. Gleichwohl w den Umsarg dieser Be Grund der statistischen können Von Ausständer im Jahre 1901 4561 Be Arbeiter, im Jahre 19 mit 53912 Arbeitern, 7000 Betriebe mit 85 Johre 1904 10321 Bel Arbeiter und endlich 14481 Betriebe und Erwägt man, daß seit das wirtschaftliche Leben sierte, darn ist die sicher Tusache zu verzeichnen, Arbeits gelegenheit vorhand auch die Lost zu Streiks Der starken Vermehrun freilich auch eine Z inahme gegerüber. Von Aussp wurden im Jahr? 1901 5414 Urbeiter, im Jahr triebe und 10305 Arbeite 1714 Betriebe und 35 Jahre 1904 1115 Beir Arbeiter und endlich im Betriebe mit 118665 Arbeitgeber haben also nehmern gelernt. Auch und mhr in großen L sammen geschlessen, um Argverbände desser Stand hal nötigenfalls dem Angriff der Abwehr der Aus periur Daß Kriegführen Geld und nochmals Geld kost.t, die Arbeiterverbände ein Die Lohnbewegung allein im Arbeitnehmern 11 Million hat sich zwar das Korr Generalkon mission" damit wenn die in den Streiks hözungen auch rur 40 k zur Geltung kommen, so eine jährliche Steigerung des um 35½ Millionen.“ Bo müße man aber toch einn Lohnkäopfe abziehen. Fe in Rechnung gestellt werd stets auch nach anderer metallenen Beigeschmack hab verluste betrugen im Vorja als 26 Millionen Mar Rechnung aber wäre die Summe von 35½ Millio wieder absorbiert. Erwähn die größte Summe an Ko Arbeits zeit bei Angriffstreit 1905 machte der Verlust 4½ M llionen, an Arbeits Millionen, an Kosten fast Feetlich forderten auch di greß: Opfer. Ihre Dau 16000 Tage und der 27000 Streiker de 129200